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October 22 2013

07:00

IndyCar: Analyse MAVTV 500 – Das große Finale

Will Power konnte die letzten 500 Meilen der IndyCar Series 2013 für sich entscheiden. Die großen Sieger waren aber Scott Dixon und Chip Ganassi.

Scott Dixon mit der Trophäe (C) IndyCar Media/Chris Jones

Scott Dixon mit der Trophäe
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Vollkommen verdient hat sich Scott Dixon seine dritte Meisterschaft gesichert. Bis er sie in den letzten Runden gemütlich nach Hause fahren konnte, durchlebte aber auch Dixon ein aufregendes Rennen. Er war nur von Platz 17 ins Rennen gegangen und konnte sich auch lange Zeit nicht deutlich verbessern. Sein einziger Konkurrent Helio Castroneves hingegen arbeitete sich in den ersten sieben Runden von Platz 12 auf 3 nach vorne. Zwischenzeitlich übernahm Castroneves so die virtuelle Führung in der Meisterschaft. Etwa ab Rennhalbzeit wurden aber alle drei Ganassi-Piloten schneller und die Aussichten für Castroneves wurden schlechter. Seine letzten Hoffnungen wurden durch einen gebrochen Fronflügel zerstört und da Dixons Honda-Motor durchhielt, war die Meisterschaft entschieden.

Neben dem spannenden Kampf um die Meisterschaft hatte das Rennen aber noch viel mehr zu bieten. Von Rennbeginn an bestimmten die Penske- und Andretti-Piloten das Tempo an der Spitze. Dazu gesellten sich Tony Kanaan und der wieder sehr gut aufgelegte Sebastien Bourdais. Zwischen den Fahrern ging es sehr eng zu und bis zur ersten Caution ab Runde 71 wechselte die Führung fünfmal zwischen Will Power, Sebastien Bourdais, Ryan Hunter-Reay und James Jakes, während der ersten Runde der Boxenstopps.

Die erste Gelbphase wurde durch einem Unfall von Sebastian Saavedra ausgelöst, der mit einem Schnitt im Hinterreifen in Kurve 3 die Kontrolle über seinen Dallara verlor. Pippa Mann rutschte beim Versuch, Saavedra auszuweichen, ebenfalls in die Mauer. Für beide war das Rennen auf den Plätzen 24 (Saavedra) und 25 (Mann) beendet. Nach dem Restart machte vor allem Carlos Munoz, der kurzfristig den erkranken EJ Viso bei Andretti Autosport ersetzte, Druck. Er konnte eine deutlich tiefere Linie fahren und trotzdem die Geschwindigkeit auf die Geraden mitnehmen. Dieses Risiko ging aber nur bis Runde 100 gut, als er in Kurve 2 hart in der Mauer einschlug. Trotzdem hat er sich wieder für ein Cockpit empfohlen.

Durch die Gelbphase war das Feld natürlich wieder ganz dicht beisammen und reihenweise fuhren drei oder vier Piloten nebeneinander durch die Kurven. Auf Platz 16 liegend verlor Justin Wilson seinen Dallara in Kurve 2, als er zu lange mit seinem Hinterrad auf dem Teerstreifen zwischen zwei Asphaltbahnen fuhr. Josef Newgarden konnte Wilson noch gerade so ausweichen, kollidierte aber mit Oriol Servia und beide schlugen in die Mauer ein. Tristan Vautier konnte nicht ausweichen und traf Wilson seitlich in Höhe der Vorderradaufhängung. James Jakes und Simona de Silvestro beschädigten sich auch noch die Wagen. Für Jakes war das Rennen auf Platz 16 beendet, de Silvestro konnte nach zwei Runden Reparaturstopp weiterfahren.

Justin Wilson zog sich Brüche an der Hüfte, die nicht operiert werden müssen, sowie eine Quetschung der Lunge zu. Alle anderen Piloten blieben bei diesem, wie auch bei allen anderen Unfällen am Wochenende, unverletzt. Trotz der Verletzungen von Dario Franchitti in Houston und jetzt Justin Wilson muss man den DW12 Dallara ausdrücklich loben. Die Sicherheit der Piloten wurde durch die Einführung 2012 deutlich verbessert und steht der anderer Monoposto-Fahrzeugen ins nichts nach.

Spätestens mit diesem Massenunfall wechselte das Rennen in den Last-Car-Driving-Modus. Die Strecke war ziemlich dreckig und vor allem größere Teile aus Kunststofffolie setzten sich in die Kühler der Wagen. Marco Andretti musste regelmäßig die Leistung seines Triebwerks aufgrund von Überhitzung reduzieren und verlor so zwei Runden auf die Spitze. Ryan Hunter-Reay überfuhr ein Carbonteil und beschädigte sich einen Reifen. Durch den unplanmäßigen Stopp verlor er eine Runde und hatte später auch mit Überhitzung zu kämpfen. In Runde 142 stellte er seinen Dallara in der Box ab. Auch Takuma Sato (Platz 17), Graham Rahal (Platz 15), Simon Pagenaud (Platz 13), JR Hildebrand (Platz 11) und Charlie Kimball (Platz 10) mussten mit Motorschäden und/oder Überhitzung das Rennen beenden. Scott Dixon fuhr in Runde 229 unplanmäßig zur Kühlerreinigung an die Box. Sein Honda-Triebwerk blieb aber zum Glück intakt. Es war das einzige von Honda, das die 500 Meilen überstand.

An der Spitze des Feldes änderte dies jedoch wenig. Will Power verlor in Runde 111 den Kontakt noch ganz vorne, weil sein Visier gewechselt werden musste. Durch den ganzen Dreck auf der Strecke war es so verkratzt, dass er kaum noch etwas sehen konnte. Auch bei Helio Castroneves bereitete man einen Wechsel vor, führte ihn aber nicht durch. Weitere Piloten klagten über mangelnde Sicht. In Runde 134 eroberte Power aber schon wieder die Führung. Zu dieser Zeit wurden auch Scott Dixon und Alex Tagliani deutlich schneller und schoben sich in die Spitzengruppe zu Power, Hinchcliffe und Carpenter. Im Verkehr hatte nun aber Helio Castroneves mit einem übersteuernden Wagen zu kämpfen und verlor einige Plätze. Das Pendel der Meisterschaft schlug also deutlich in Richtung von Scott Dixon.

Durch Fahrfehler dezimierte sich das Feld weiter. In Runde 189 rutschte AJ Allmendinger (Platz 16), der wie in Indianapolis ein sehr gutes Rennen bis dahin abgeliefert hatte, in Kurve 4 in die Mauer. Nur zwanzig Runden später drehte sich Alex Tagliani (Platz 14), der zu diesem Zeitpunkt um die Spitze kämpfte, in Kurve 2. Er touchierte zwar nur leicht die Mauer, konnte aber trotzdem das Rennen nicht fortsetzten. Bei der folgenden Gelbphase herrschte dann einige Verwirrung an der Box von Helio Castroneves. Roger Penske persönlich rief den Brasilianer an die Box, obwohl diese noch geschlossen war. Durch das langsame Durchfahren der Boxengasse verlor er natürlich einige Plätze.

Beim Restart oder bei den engen Kämpfen danach beschädigte sich Castroneves seinen Frontflügel. Durch den Reparaturstopp fiel er eine Runde zurück und die Meisterschaft war entschieden. Als letzter Fahrer verabschiedete sich dann Sebastien Bourdais in Runde 229 aus der Spitzengruppe. Beim Kampf mit James Hinchcliffe bog er recht seltsam, eventuell mit einem Reifenschaden, in die Mauer ab. Die letzte Gelbphase lösten die Motorenschäden von Kimball und Hildebrand in Runde 237 aus.

Podium in Fontana (C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Podium in Fontana
(C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Zum Restart in Runde 242 waren nur noch neun Wagen ünrig, davon fünf in der Führungsrunde. Vorne setzte sich Will Power ab und fuhr vor Ed Carpenter zu seinem dritten Sieg in den letzten fünf Saisonrennen. Es folgten Tony Kanaan und James Hinchcliffe. Fast gemütlich kam auf Platz 5 mit einigem Abstand Scott Dixon ins Ziel. Helio Castroneves auf Platz 6 hatte eine, Marco Andretti auf Platz 7 zwei Runden Rückstand. Einen erstaunlichen achten Platz sicherte sich Simona de Silvestro mit drei Runden Rückstand. Das ganze Wochenende war sie deutlich von den Zeiten der Top-10-Fahrer entfernt, aber am Ende saß sie in einem der letzten fahrenden Wagen. Platz 9 ging an Ryan Hunter-Reay, der acht Runden vor dem Ende seinen Dallara in der Box abstellte.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Herzlichen Glückwunsch an Scott Dixon, der mit 27 Punkten Vorsprung die Meisterschaft gewonnen hat. Diesen Erfolg holte er sich vor allem auf den Stadt- und Straßenkursen, auf denen er 85 Punkte mehr einfuhr als Helio Castroneves. Der Brasilianer holte hingegen auf den Ovalen die meisten Punkte vor Ryan Hunter-Reay. Bei Penske Racing sollte man sich fragen, wie man es schon wieder geschafft hat, die Meisterschaft in den letzten beiden Rennen einer Saison zu vermasseln.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Trotz des kleinen Feldes am Ende und der schweren Unfälle, waren die 500 Meilen in Fontana ein fantastischer Abschluss einer guten IndyCar-Saison. Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Es gab eine Vielzahl an engen Manövern und elf Führende im Rennen bei 28 Führungswechseln. Dazu wurde es teilweise nochmal richtig spannend in der Meisterschaft. Zum Abschluss wünschen wir den verletzten Justin Wilson und Dario Franchitti eine schnelle und vollständige Genesung und dass sie im nächsten wieder angreifen können.

Die IndyCar Series macht jetzt Winterpause, bis es Ende März in St. Petersburg wieder los geht.

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October 08 2013

16:00

IndyCar: Analyse The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Scott Dixon war der große Gewinner des Double-Headers in Houston, auch weil Helio Castroneves unter massiven technischen Problemen litt. Überschattet wurde das Wochenende aber von einem schweren Unfall Dario Franchittis im zweiten Rennen.

Scott Dixon (C) IndyCar Media/Chris Owens

Scott Dixon
(C) IndyCar Media/Chris Owens

Mit jeweils einem Getriebeschaden pro Rennen hatte Helio Castroneves ein schwarzes Wochenende. Durch den Sieg im Rennen am Samstag und Platz 2 am Sonntag konnte Scott Dixon den Rückstand von 49 Punkten in der Meisterschaft auf Castroneves in einen Vorsprung von 21 Punkten umwandeln. So richtig freuen konnte er sich aber nicht, da sein Teamkollege in einen schweren Unfall in der letzten Runde verwickelt war.

Takuma Sato verlor in der schnellen Kurve 5 die Kontrolle über seinen Dallara und Dario Franchitti wollte außen herum ausweichen. Er stieg aber über Satos Wagen auf und zerschellte am Zaun. Während Sato und, der ebenfalls noch aufgefahrene EJ Viso, langsam eigenständig aussteigen konnten, blieb Franchitti in seinen Wrack sitzen. Der Unfall erinnerte an die Unfälle von Kenny Bräck oder auch Dan Weldon. Auch durchdrangen wieder diverse Teile den Zaun und verletzten einige Zuschauer, zum Glück aber nicht schwer. Nach langen Minuten des Bangens überbrachte Chip Ganassi erste positive Nachrichten. Franchitti war bei Bewusstsein und klagte über Schmerzen in Rücken und Beinen. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Wirbel, eine Fraktur des rechten Knöchels sowie eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Wir wünschen sowohl Franchitti als auch den verletzten Zuschauern eine schnelle und vollständige Genesung.

Rennen 1

Podium Rennen 1 (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium Rennen 1
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Stehende Starts und die IndyCar werden keine Freunde mehr. Der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil bei Charlie Kimball die Kupplung versagte und der Motor so abgewürgt wurde. Kimball konnte das Rennen zwar aufnehmen, hatte aber bei jedem Boxenstopp Probleme beim Anfahren. Beim zweiten Start blieb James Hinchcliffe stehen und Ed Carpenter konnte ihm nicht mehr ganz ausweichen. Er touchierte Hinchcliffe zum Glück nur leicht, für beide aber war das Rennen beendet. Takuma Sato, der die Qualifikation gewonnen hatte, fuhr über ein Trümmerteil und musste unter Gelb mit einem schleichenden Plattfuß an die Box.

In Runde 9 wurde dann das Rennen endlich freigegeben mit Will Power vor Scott Dixon. Beide konnten sich von Simon Pagenaud und Simona de Silvestro absetzten. Ab Platz 3 blieb das Feld aber dicht beisammen. Mit den ersten Boxenstopps konnte sich Dixon an Power vorbei schieben. Der Neuseeländer war zum einen eine Runde früher in der Box, zum anderen gab es Probleme mit dem Wagenheber bei Power.

Nach dieser ersten Serie der Stopps drehte sich Dario Franchitti im Hinterfeld und sorgte so für die dritte Caution. Am Ende kam der Schotte nur auf Platz 15 ins Ziel. Beim Restart in Runde 43 hatte Simon Pagenaud auf Platz 3 Probleme und verlor drei Plätze an den sehr gut aufgelegten Luca Fillippi, Sebastien Bourdais und Simona de Silvestro. In Runde 61 absolvierten de Silvestro und Pagenaud ihren zweiten und letzten Boxenstopp, da sie in der Gruppe hinter Fillippi festhingen. In Runde 64 musste Oriol Servia seinen Wagen in Kurve 4 mit Getriebeschaden abstellen, als gerade Scott Dixon in der Box war. Die folgende Caution war natürlich ein großer Glücksfall für alle, die ihren letzten Stopp bereits absolviert hatten.

Beim Restart konnte sich Simona de Silvestro in einem schönen Manöver an Pagenaud vorbei schieben und den Platz direkt hinter Scott Dixon sichern. Auch Justin Wilson konnte am Franzosen vorbei, der immer Probleme mit der Lage seines Autos mit kälteren Reifen nach den Gelbphasen hatte. Auch die letzten Cautions und Restarts änderten nichts mehr an dieser Reihenfolge.

Vollkommen verdient gewann Scott Dixon sein viertes Rennen in dieser Saison. Dahinter sicherte sich Simona de Silvestro ihre erste Podiumsplatzierung vor Justin Wilson und Simon Pagenaud. Ein sehr gutes Rennen zeigten auch Josef Newgarden, James Jakes und Graham Rahal auf den folgenden Plätzen. Mit Platz 8 zeigte Sebastien Bourdais wieder ein gute Leistung. Auf Platz 9 folgte mit EJ Viso der erste Fahrer von Andretti Autosport vor Luca Fillippi, der Will Power auf der Strecke überholen konnte.

Trotz der Probleme mit der Kupplung konnte sich Charlie Kimball noch auf Platz 11 ins Ziel retten. Durch die unglückliche Caution und dem Boxenstopp in Runde 64 bzw. 73 fiel Will Power ins Hinterfeld und konnte sich nicht mehr über Platz 12 hinaus verbessern. Marco Andretti hatte große Handlingsprobleme und kam nie wirklich auf gute Zeiten. Auf Platz 13 war er aber schon der letzte Fahrer in der Führungsrunde.

Noch viel größere Probleme hatten Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay. Bei beiden, wie auch bei Oriol Servia, gab es Schäden am Getriebe. In fantastischen acht Minuten konnte man bei Penske Racing das Getriebe wechseln und mit insgesamt zehn Runden Rückstand kam der Führende in der Meisterschaft noch auf Platz 18 ins Ziel. Mit dem Sieg von Scott Dixon hatte er aber nur noch acht Punkte Vorsprung. Platz 20 für Ryan Hunter-Reay beendete natürlich alle seine Träume von einer Titelverteidigung. Bei ihm war Benzin beim Tankvorgang ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer wurde zwar schnell gelöscht, hatte aber das Datenkabel zum Getriebe beschädigt.

Tony Kanaan, der im nächsten Jahr für Chip Ganassi fahren wird, schied mit einem Defekt an den Bremsen aus. Takuma Sato und Mike Conway sorgten mit Fahrfehlern und Mauerkontakt für zwei der letzten drei Cautions in den Runden 72 und 88. Diese letzte Caution führte auch zum Rennende unter Gelb.

Das ganze Ergebnis von Rennen 1 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Rennen 2

Podium Rennen 2 (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Podium Rennen 2
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Aufgrund starker Regenfälle musste die Qualifikation am Vormittag abgesagt werden. Die Startaufstellung wurde gemäß der Owner-Points vor dem Houston-Wochenende erstellt. Traditionell wurde der erste Startversuch wieder abgebrochen, da diesmal Takuma Sato seinen Startplatz nicht gefunden hatte. Den zweiten Versuch gewann Helio Castroneves vor Scott Dixon und Simon Pagenaud. Ab Runde 2 beklagte sich Dixon darüber, dass Castroneves Öl aus seinem Getriebe verlieren würde. Es zeichnete sich also der nächste Getriebeschaden am Penske mit der Nummer 3 ab und in Runde 10 musste der Brasilianer seinen Dallara abstellen. Diesmal war das Getriebegehäuse bei einem heftigen Aufsetzten in Kurve 1 gebrochen. Die Reparatur dauerte erheblich länger als am Samstag und am Ende stand nur Platz 23 zu Buche.

Will Power konnte sich von Startplatz 9 schnell nach vorne auf Platz 2 hinter Scott Dixon schieben. Beide waren, wie am Samstag, das Maß der Dinge und konnten sich schnell vom Feld absetzten. Ein Crash von Luca Fillippi führte zu vierten Caution ab Runde 28, die alle Spitzenfahrer für den ersten Boxenstopp nutzten. Tony Kanaan löste mit einem Fahrfehler in Runde 33 die nächste Caution aus und in Folge des Restarts konnte sich Power an Dixon vorbei schieben.

Weder die zweite Runde der Boxenstopps, noch die Gelbphasen sechs bis acht änderten etwas an Situation an der Spitze. Dixon kam zwar mehrfach nahe an Power heran, zu einem ernsthaften Angriff kam es aber nicht. Der Neuseeländer konnte und wollte natürlich nicht seine gute Position in der Meisterschaft gefährden. Will Power konnte sich so den zweiten Saisonsieg sichern und half damit auch seinem Teamkollegen.

Mit Platz 3 hat James Hinchcliffe nochmal gezeigt, dass er auch im nächsten Jahr in einem Topteam fahren sollte. Dasselbe gilt für Justin Wilson mit seiner vierten Top-4-Platzierung in Folge. Und auch Sebastien Bourdais setzte seine Serie von guten Platzierungen auf Platz 5 fort. Es ist schon erstaunlich, welchen großen Schritt er mit seinem Dragon Racing Team gemacht hat.

Simon Pagenaud hatte am Sonntag bei kühleren Temperaturen deutlich mehr mit dem Handling seines Dallaras zu kämpfen. Schon am Samstag verlor er mit kälteren Reifen bei den Restarts jeweils Plätze. Durch Platz 6 hat auch er keine Chancen mehr auf den Meistertitel. Mit einem guten Rennen und Platz 7 brachte sich auch Oriol Servia ins Gespräch für einen Stammplatz im nächsten Jahr.

Nach den Kupplungsproblemen am Samstag konnte sich Charlie Kimball am Sonntag immerhin Platz 8 sichern. Abgesehen von Scott Dixon lief es beim Team von Chip Ganassi aber in Houston nicht rund. Auch Dario Franchitti lag vor seinem Unfall nur auf Platz 11. Leicht enttäuscht dürfte auch Mike Conway aus Houston abreisen. Die Plätze 11 und 9 entsprechen nicht seinem wahren Leistungsvermögen, vor allem im Vergleich zu seinem Teamkollegen Justin Wilson.

Den letzten Platz in den Top 10 sicherte sich Simona de Silvestro. Mit einem haarsträubenden Manöver beförderte sie schon in Runde 2 Tristan Vautier und Graham Rahal in die Mauer von Kurve 8. Diese Aktion wurde vollkommen zu recht mit einer Drive-Through-Penalty bestraft. Ihr Opfer Vautier kam direkt hinter ihr auf Platz 11 ins Ziel. Beide profitierten dabei natürlich vom Unfall von Sato, Franchitti und Viso, die ansonsten vor ihnen ins Ziel gekommen wären.

Auf Platz 12 und damit wieder die üblichen fünf bis zehnPlätze hinter Bourdais kam Sebastian Saavedra ins Ziel. Nach seinem sehr guten fünften Platz am Samstag lief es für Josef Newgarden am Sonntag nicht mehr so gut. In Runde 73 drehte er Marco Andretti um, der nach Frühstart und entsprechender Strafe im ganzen Rennen im Hinterfeld fuhr. Auch Newgarden wurde für „Avoidable Contact“ mit einer Drive-Through-Penalty bestraft.

Auf den Plätzen 14 bis 16 wurden die verunfallten Sato, Franchitti und Viso gewertet. Es folgten die beiden Rahal Lettermann Lanigan Piloten James Jakes und Graham Rahal. Beide waren, wie auch Luca Fillippi und Marco Andretti, in diverse Zwischenfälle verwickelt. Ryan Hunter-Reay hatte wieder Probleme mit seinem Getriebe und rollte mit kaum Vortrieb in Runde 33 in die Box. Mit 37 Runden Rückstand kam Helio Castroneves auf Platz 23 ins Ziel. Hinter ihm wurde nur noch Tony Kanaan gewertet.

Das ganze Ergebnis von Rennen 2 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt nun Scott Dixon mit 23 Punkten vor Helio Castroneves. Nur noch zwischen diesen beiden Piloten wird in Fontana die Meisterschaft entschieden. Mit dem Sieg und Platz 2 hat sich Scott Dixon natürlich auch die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt-Straßenkursfahrer der Saison gesichert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das große Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana findet am 19. Oktober (bzw. für uns am Morgen des 20. Oktobers) statt.

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September 13 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2013 Analyse Chase-Debakel 2013

Endlich ist es soweit: Auf dem Chicagoland Speedway eröffnet die NASCAR am Wochenende den Chase! Doch wer fährt mit? Immerhin stehen mittlerweile circa elf Fahrer ziemlich fest, doch mindestens ein Teilnehmer wackelt noch. Nach dem MWR-Skandal wird nun auch Penske Racing bezichtigt, illegale Absprachen getroffen zu haben.

helton_pembertonEs hätte alles so schön werden können: Ich hatte eigentlich geplant, eine nette kleine Vorstellung aller Chase-Fahrer zu bringen. Jeder Pilot wäre neben seinem Konterfei von mir auf Herz und Nieren bezüglich seiner Meisterschaftstauglichkeit untersucht worden. Leider kenne ich bis heute (Stand: Donnerstagabend vor dem ersten Playoff-Rennen in Chicagoland) nicht die komplette Liste aller Teilnehmer. Für den Fall, dass jemand die letzten fünf Tage in einer Hütte im tiefsten Wald verbracht und sich eher um den nächsten Fisch auf dem Teller gesorgt hat, gibt es erstmal eine Zusammenfassung des ganzen Dramas. Ich werde mich dabei auch bemühen, keine altgriechischen Sagen zu referenzieren. Begonnen hat der Schlamassel nur wenige Runden vor dem Ende des Rennens in Richmond, welches die NASCAR zu diesem Zeitpunkt – im Nachhinein betrachtet – einfach hätte abbrechen sollen.

Aber wer konnte schon ahnen, dass Clint Bowyer mit seinem sehr seltsamen Dreher den Urknall für einen großen Skandal liefern sollte. In diesem Moment befanden sich Ryan Newman und Jeff Gordon auf Chase-Kurs. Newman wollte mit einem Sieg die zweite Wildcard und damit sein Chase-Ticket lösen, während Gordon einen glücklosen Joey Logano mit zwei Runden Abstand hinter sich halten konnte und damit sogar über die punktbesten Zehn qualifiziert war. Martin Truex Jr. schien trotz Top-10-Resultat chancenlos, noch in die Playoffs zu gelangen, da sein einziger Saisonsieg gegen deren zwei von Newman und Kasey Kahne nichts wert gewesen wäre. Als einzige Chance für Truex blieb eine Wende an der Spitze und prompt drehte sich Teamkollege Bowyer, zeitlich akkurat passend, von der Strecke.

Im Endeffekt führte dieser Vorfall dazu, dass weder Ryan Newman das Rennen gewann, noch Jeff Gordon in den Chase einzog, während Joey Logano noch einige Plätze gewann und seinerseits Ticket #10 löste. Damit öffnete sich die Wildcard-Situation für Martin Truex Jr., weil Gordon natürlich keinen Rennsieg aufweisen konnte. Trotz Punktgleichheit mit Newman, der ebenfalls einen Saisonerfolg auf seinem Konto wusste, landete schließlich Truex bei sehr schlechter – wenn nicht sogar schlechtester – Ausgangssituation in den Playoffs. Ausschlaggebend war hier am Ende ein zweiter Platz (aus Texas), den Truex mehr eingefahren hatte als Newman. So weit, so gut, doch nun kam ESPN ins Spiel.

Nachdem die Kommentatoren des TV-Senders sich ob des spannenden Finales beruhigt hatten, fand jemand die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Clint Bowyer und seinem Spotter, setzte das Interview mit Dale Earnhardt Jr. nach dem Rennen dazu, verquirlte das Ganze und stellte es bei 200 °C in den Ofen. Bowyer habe seinen Dreher absichtlich eingeleitet, hieß es plötzlich und die unschuldigen Opfer Ryan Newman und Jeff Gordon konnten in ihrer ersten Niedergeschlagenheit noch gar nicht ahnen, welcher Tsunami sich damit in rasender Geschwindigkeit auf die NASCAR zubewegte. Da ich das Rennen erst mit einem Tag Verzögerung gesehen habe, kann ich leider nicht sagen, wie sehr Twitter in diesem Moment explodierte.

Der Schneeball vergrößerte sich auf seinem Weg den Abhang hinunter schnell und stetig, denn bereits am nächsten Tag sahen sich die NASCAR-Offiziellen das Renngeschehen unter dem Mikroskop an und es kamen weitere Unregelmäßigkeiten zum Vorschein. Auch der dritte MWR-Teamkollege im Bunde, Brian Vickers, war in den Skandal verstrickt, da er von seinem Spotter und Team-Manager Ty Norris zu einem unplanmäßigen und unsinnigen Boxenstopp während der letzten drei Runden unter grüner Flagge aufgefordert wurde. Passenderweise verblieb er dann ebenso wie Clint Bowyer ganze zwei Runden in seinem Pitstall, was Joey Logano zwei Positionen einbrachte, mit denen er Jeff Gordon aus den Top 10 in der Meisterschaft kegeln konnte, was wiederum die zweite Wildcard für Martin Truex Jr. in Reichweite brachte.

Da der Funkverkehr der #55 ziemlich eindeutig war, überführte NASCAR das gesamte Waltrip-Team der illegalen Absprache und wies ihnen nach, das Rennen manipuliert zu haben. Es wurden hohe Strafen ausgesprochen, so bekamen alle drei Teams jeweils 50 Fahrer- sowie Owner-Punkte abgezogen, während die jeweiligen Crew-Chiefs bis zum Jahresende auf Bewährung an den Wagen arbeiten müssen. Am schlimmsten erwischte es den Initiator Ty Norris, der nun auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde, während Michael Waltrip Racing als Organisation mit einer Geldbuße in Höhe von 300.000 US-Dollar noch recht günstig davonkam. Das Urteil brachte dann jedoch ein Novum: Zum ersten Mal in der Geschichte des Chase änderte man das Teilnehmerfeld nachträglich!

Da sich die Punktabzüge auf die Regular-Season bezogen, rutschte Martin Truex Jr. hinter Ryan Newman ab, der sich mit später Genugtuung die zweite Wildcard sicherte. Laut Jeff Gordon war damit die Gerechtigkeit fast wiederhergestellt, jedoch war die Bestrafung seiner (und auch meiner) Meinung nach nur sehr halbherzig. Eigentlich gehört für uns auch Clint Bowyer aus dem Chase geworfen, doch die Offiziellen konnten ihm trotz der sehr merkwürdigen Konversation am Funk und des einzigartigen Drehers keinen Vorsatz ankreiden. Somit blieb es dabei und die Welt diskutiert seitdem, womit der Schaden im Prinzip angerichtet war. Dass mal alle Welt über die NASCAR reden würde, hat sich die Organisation sicherlich auch anders vorgestellt. Solche Gespräche führen wir nämlich normalerweise, wenn die DTM mal wieder kräftig zugelangt hat.

Doch damit nicht genug, denn am Donnerstag tat sich das nächste Loch im Boden auf. Nun steht plötzlich Penske Racing mit Joey Logano am Pranger. Denen wirft man vor, den Markenkollegen David Gilliland im Front-Row-Ford beiseite gebeten zu haben, um dringend benötigte Punkte zu sammeln. Jeff Gordon wittert unterdessen natürlich schon Morgenluft, weil die Offiziellen sich nun auch diese Anschuldigungen ganz genau ansehen. Wie sich die Situation aufklärt bzw. aufgeklärt hat, wisst ihr womöglich schon beim Lesen dieses Artikels, da der NASCAR meiner Meinung nach nicht mehr viel Zeit verbleibt. Am Freitag geht der Fahrbetrieb in Chicagoland los und dann sollten eigentlich alle zwölf Variablen zweifelsfrei bestimmt sein.

Fraglich ist, wie sich das Urteil (oder vielleicht die Urteile?) auf die Zukunft auswirken werden. Muss nun jedes kleine Überholmanöver auf dem Weg zum Sieg untersucht werden? Muss die NASCAR – wie von Jimmie Johnson vorgeschlagen – bei unklaren Situationen einen Timeout (unter roter Flagge) ähnlich wie beim Football einführen? NEIN, bitte bloß das nicht! Man sollte den ganzen Trubel wirklich nicht überbewerten. Klar hat die Teamorder so kurz vor dem Chase überhandgenommen und natürlich war der (meiner Meinung nach klar absichtliche) Dreher von Clint Bowyer totaler Mist. Deswegen aber jetzt den Weltuntergang zu wittern? Ich weiß ja nicht. Wenn man sich in Zukunft einfach darauf beschränkt, dass man einen Teamkollegen gerne vorbeilassen kann, wenn er diesen einen Punkt benötigt und direkt hinter einem fährt, dann hat wohl keiner etwas dagegen.

Achso: Wen die nicht vorhandene Streckenvorstellung für das Wochenende gestört hat, der darf sich gerne in unserem Artikel zum Chicagoland Speedway seine gewünschte Informationsdosis abholen. Außerdem lege ich euch den Podcast vom gestrigen Donnerstag ans Herz, in dem wir uns ausführlich mit der Situation beschäftigt (wenn auch ohne die neuesten Logano-Erkenntnisse) und auch eine Bewertung der Chase-Favoriten abgegeben haben. Ihr verpasst also trotz meiner Zusammenfassung des Geschehens auf epischer Breite kein Stück vom Randgeschehen, zu dem der Chase und das Rennen am Sonntag ja mehr oder weniger verkommen sind. Und weil dies leider leider leider passiert ist, sehe ich nur einen Ausweg: In bester Pofalla’scher Manier erkläre ich die Diskussion über die Vorkommnisse von Richmond für beendet! In diesem Sinne: Lasset den Chase beginnen…

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den (momentan nicht ganz) aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 13.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, FOX Sports 1
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, FOX Sports 1
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, FOX Sports 1
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, FOX Sports 2
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (EnjoyIllinois.com 225), FOX Sports 1 ab 2 Uhr

Samstag, 14.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2 / Motors TV

Sonntag, 15.09.

20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / Motorvision TV ab 19 Uhr

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August 23 2013

16:00

IndyCar: News, Vorschau GoPro Grand Prix of Sonoma

Die IndyCar Series absolviert ihren zweiten Auftritt in Kalifornien auf der bekannten Strecke in den Sonoma Mountains. Mit Lucas Luhr tritt auch mal wieder ein deutscher Fahrer an und mit Hilfe von Sport 1 US erhöht sich so hoffentlich auch die Popularität der Serie in Deutschland.

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Ryan Briscoe
(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Während sich die laufende Saison langsam ihrem Ende nähert, wird im Hintergrund am Kalender der nächsten gearbeitet. Man würde gerne ein bis zwei Rennen zusätzlich absolvieren. Die heißesten Kandidaten dafür sind ein zweites Rennen zum Auftakt in St. Petersburg und ein weiteres auf dem F1- bzw. MotoGP-Kurs im Indianapolis Motor Speedway. Lange hat man sich gegen das Rennen im Infield gewehrt, weil man Angst hatte, das Indy 500 zu verwässern. Ein Rennen am Eröffnungswochenende für die Trainings zum Indy 500 hätte aber, wie beim Double Header in St. Petersburg, den Vorteil, dass nur relativ geringe Kosten für die Teams zusätzlich entstehen würden.

Das Rennen in Milwaukee steht wie schon seit Jahren auf der Kippe. Vieles hängt davon ab, ob Michael Andretti als Veranstalter des Rennens einen Titelsponsor finden kann. Das Rennen in Pocono hingegen war ein Erfolg und wird im nächsten Jahr auf 500 Meilen verlängert. Es wird also wieder eine echte 500 Miles Triple Crown ausgefahren. Außerdem denkt man in Indianapolis laut über Rennen auf dem Circuit of The Americas in Texas, auf dem Oval in Phoenix und den alten Strecken von Elkhart Lake, Laguna Seca und Watkins Glen nach. Die Saison 2014 soll auf jeden Fall vor dem 1. September enden, um der NFL aus dem Weg zu gehen.

Auf dem Fahrermarkt herrscht auch einige Bewegung. James Hinchcliffe und Toni Kanaan haben noch keinen neuen Vertrag bei Andretti Autosport bzw. KV Technology und dürfen sich auf dem Markt umhören. Das beste freie Cockpit dürfte, neben dem aktuellen von Hinchcliffe, ein möglicher vierter Wagen bei Chip Ganassi Racing sein. Mit Muscle Milk von Greg Picket gibt es im nächsten Jahr vielleicht sogar ein komplett neues Team. Zurzeit bestreiten sie mit einem LMP1 die ALMS, was durch deren Fusion mit der Grand-Am im nächsten Jahr nicht mehr möglich sein wird. Der Einsatz von Lucas Luhr, Stammpilot von Muscle Milk, bei Sarah Fisher Hartmann Racing in Zusammenarbeit mit Rotondo Weirich Motorsport und halt Muscle Milk ist ein Versuchsballon in diese Richtung. Daneben könnte Juan Pablo Montoya in die IndyCar Series zurückkehren – zu Andretti Autosport. Das einzige was noch fehlt, ist wohl ein passendes Sponsorenpaket.

Bevor die neue Saison beginnt, muss aber erst einmal die laufende Saison zu Ende gefahren werden und zwar in Kalifornien an diesem Wochenende.

Strecke

Die Strecke in den Bergen von Sonoma kennt man von unzähligen Rennen der Grand-Am, der ALMS, dem NASCAR Sprint Cup, der WTCC und der IndyCar Series. Jede Serie fährt aber ihr eigenes Streckenlayout und variiert dieses auch noch regelmäßig. Die IndyCar nutzt dabei wie im Vorjahr eine 2,39 Meilen (3,85 km) lange Variante. Nach der kurzen Start-Ziel-Gerade folgt eine lange und schnelle Linkskurve. Eine weite Rechtskurve führt in einen etwas winkligeren Teil. Nach Turn 3, einer fast 90° Linkskurve, folgen drei immer schneller werdende Rechtskurven, die ins Karussell münden. Diese langgezogene Linkskurve führt auf die längste Gerade, die im Vergleich zu anderen Strecken aber immer noch recht kurz ist. An deren Ende befindet sich mit einer engen Haarnadel die beste Überholmöglichkeit. Ein leichtes Geschlängel führt zu einer kurzen Gerade, die in eine Rechts-Links- Schikane mündet. Man hat hier versucht, wie auch mit der Haarnadeln von Turn 7 und 11, bessere Überholstellen zu schaffen – so ganz ist es nicht gelungen. Nach der Schikane folgt eine 90° Rechtskurve und nach einer weiteren kurzen Geraden die letzte Haarnadel. Man nutzt hier eine engere Variante als die NASCAR. Turn 12, eine schneller Linksknick, bringt die Fahrer wieder auf Start-Ziel.

Favoriten

Nur drei Teams konnten mindestens eines der bisherigen acht Rennen in Sonoma gewinnen. Diese drei Teams in Form von Penske Racing, Andretti Autosport und Chip Ganassi Racing sind auch in diesem Jahr wieder die zu favorisierenden Teams. Ryan Hunter-Reay braucht dringend Siege, um in der Meisterschaft noch mitsprechen zu können. Scott Dixon sollte zumindest Castroneves schlagen und der wird versuchen sein Punktepolster mit einem weiteren Top-5-Ergebnis zu halten. Dixon 2007 und Castroneves 2008 haben jeweils schon einmal den Grand Prix of Sonoma gewinnen können, Hunter-Reay noch nicht.

Neben den Titelanwärtern muss man natürlich auch deren Teamkollegen im Auge behalten. Will Power konnte 2010 und 2011 gewinnen und im Vorjahr reichte es hinter Ryan Briscoe zu Platz 2. Er wird alles daran setzen, sich endlich den ersten Saisonsieg zu sichern. Auch Dario Franchitti konnte schon in Sonoma gewinnen und nach Platz drei im Vorjahr wird er auch in diesem Jahr wieder das Podium anpeilen. Dazu kommen noch Charlie Kimball und James Hinchcliffe, die beide schon mindestens ein Rennen in diesem Jahr gewinnen konnten.

Zu den Rennsiegern in diesem Jahr auf Straßenkursen zählen auch Simon Pagenaud und Takuma Sato. Pagenaud hat mit Platz 2 in Mid-Ohio bewiesen, dass er immer noch ganz vorne mitfahren kann. Sato hingegen muss nach zuletzt fünf Platzierungen außerhalb der Top 20 mal wieder ein gutes Ergebnis abliefern. Seine guten Leistungen vom Saisonbeginn geraten sonst in Vergessenheit.

Vorjahressieger Ryan Briscoe hat seinen Bruch im Handgelenk auskuriert und pilotiert wieder den Panther Dallara mit der Nummer 4. Eine Wiederholung des Triumphes wird sehr schwer, da sein Material nicht ganz konkurrenzfähig ist. In die Nähe der Top 10 sollte es aber gehen. Unter nicht ganz konkurrenzfähigem Material leidet auch Justin Wilson. Trotzdem sind ihm regelmäßige Top-10-Ergebnisse in diesem Jahr gelungen. In dieser Region wird er sich auch an diesem Wochenende bewegen.

Um die Top 10 will sich auch wieder Sebastian Bourdais kämpfen. Nach einigen Schwierigkeiten lief es in den letzten Rennen mit den Plätzen 2, 3 und 12 deutlich besser. Sein Teamkollege bei Dragon Racing Sebastien Saavedra platzierte sich in der Regel fünf bis 10 Plätze hinter Bourdais. Tony Kanaan hatte zuletzt einiges Pech mit den Ausfällen in Toronto und Mid-Ohio, hat aber auch Platz 5 im ersten Rennen in Toronto zu Buche stehen. Zwischen Sekt und Selters ist da alles möglich. Simona de Silvestro hingegen hatte ihre Pechsträhne vom Juni auf den letzten Straßenkursen von Toronto und Mid-Ohio abgeschüttelt. Mit ein wenig Glück wird die schnelle Schweizerin wieder um die Top 10 mitfahren können.

Im Vorjahr konnte sich Graham Rahal Platz 5 sichern, damals aber noch für Chip Ganassi Racing. Im Team seines Vaters läuft es in diesem Jahr nicht immer ganz rund. Für ihn wie auch für James Jakes sind Platzierungen in den Top 15 leider nur Ausnahmen. Josef Newgarden bekommt mit Lucas Luhr einen Teamkollegen. Hier muss man sehen, inwieweit sich beide unterstützen können.

Nach Platz 15 in Mid-Ohio wird James Davison wieder die Nummer 18 von Dale Coyne Racing pilotieren. Für den Rookie geht es vor allem darum, sich für ein Cockpit im nächsten Jahr zu empfehlen. Nach seiner Entlassung bei Panther Racing in Folge des Indy 500 wird JR Hildebrand sein Comeback geben. Er kämpft gegen Luca Filippi, der in Mid-Ohio Platz 16 erreichen konnte, um den Platz bei Barracuda Racing im nächsten Jahr.

Zeitplan

Freitag

2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 02:45 pm freie Training
5:00 pm EST (23:00 MESZ) – 5:45 pm freie Training

Samstag

2:00 pm EST (20:00 MESZ) –2:45 pm freie Training
5:30 pm EST (23:30 MESZ) – 6:40 pm Qualifikation

Sonntag

1:05 pm EST (19:05) – 01:30 pm Warm Up
4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports

4:40  pm EST (22:40 MESZ) GoPro Grand Prix of Sonoma; 85 Runden

Sport 1 US überträgt das Rennen nicht live, sondern zeigt Spiele der NFL Preseason. Am Montag gibt es das Rennen dann aber von 14:30 bis 17:00 Uhr zu sehen.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

milwaukee_12

Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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June 11 2013

11:15

IndyCar: Analyse Firestone 550

Helio Castroneves gewann deutlich überlegen das Nachtrennen in Fort Worth. Er bewies damit, dass Penske Racing doch noch gewinnen kann und dass er ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft der IndyCar Series ist.

Helio Castroneves  (C) John Cote/IndyCar Media

Helio Castroneves
(C) John Cote/IndyCar Media

Wie schon beim Indy 500 zeigten sich die IndyCar-Fahrer in Texas sehr diszipliniert. Auch wenn die Starts bzw. die Restarts noch ausbaufähig sind, kamen sie ohne Unfall über die 220 Runden. Diese Entwicklung ist sehr positiv, auch wenn einigen „Fans“ sicher die „Action“ fehlt. Da aber in Fort Worth im Gegensatz zu Indianapolis die engen Windschattenduelle, vor allem um die Spitze, fehlten, waren die 550 km eine eher zähe Angelegenheit. Die Kommentatoren und die Regie von ABC hatten auch nicht ihren besten Tag, sodass Zuschauen keine absolute Freude war. Immerhin waren die Tribünen am Texas Motor Speedway sehr ordentlich gefüllt.

Um das Pack-Racing zu verhindern, wurde wie schon im Vorjahr der aerodynamische Abtrieb stark vermindert. Umso wichtiger wurde so natürlich die mechanische Haftung der Reifen. Firestone hatten auf Wunsch der IndyCar Reifen geliefert, die im Laufe des Stintes deutlich an Haftung verloren. Mit neuen Reifen konnten die Fahrer ohne Probleme 5 mph pro Runde schneller fahren. Der schonende Umgang mit den Reifen stellte sich als einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg von Helio Castroneves heraus. Sein Haftungsverlust zum Ende des Stintes war deutlich geringer als bei seinen Konkurrenten.

Neben den Reifen waren die Abstimmung der Wagen und natürlich die Fähigkeit der Fahrer entscheidend für schnelle Rundenzeiten. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Geschwindigkeit der einzelnen Wagen. An der Spitze legten die Andretti Autosport Dallara von Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay sowie die Penske Racing Dallara von Helio Castroneves und Will Power ein sehr hohes Tempo vor. In Runde 31 wurde schon Graham Rahal überrundet, obwohl eine frühe Gelbphase, ausgelöst durch einen Motorschaden bei Pippa Mann, erst in Runde 13 endete. Schnell folgten ihm Sebastian Saavedra, Oriol Servia, Simon Pagenaud.

Mitten in die erste Runde der Boxenstopps fiel die zweite Gelbphase als Scott Dixon nach seinem Boxenstopp nicht beschleunigen konnte und in Turn 4 seinen Wagen abstellen musste. Unter Grün verlor man mindestens eine Runde auf die Spitzenreiter bei einem Boxenstopp. Dadurch, dass nun einige Fahrer unter Gelb stoppten, konnten sich viele auch nicht mehr zurückrunden. Zum Restart in Runde 62 waren nur noch die Top 14 in der Führungsrunde. Da die IndyCar das Feld unter Gelb nicht sortiert, wie z.b. die NASCAR, waren überrundete Fahrer mitten unter den Top 14 und Charlie Kimball konnte sich so auch zurückrunden. Die Spitze übernahm Ryan Hunter-Reay vor Marco Andretti und Helio Castroneves. Im Mittelfeld gab es einige enge Kämpfe, meist aber zwischen Autos in unterschiedlichen Runden.

Ab Runde 90 verschlechterte sich das Fahrverhalten von Hunter-Reays Dallara deutlich durch abbauende Reifen und in Runde 94 musste er einen frühen dritten Stopp einlegen. In der Folge sah man sehr gut den Faktor, den neue Reifen ausmachten. Hunter-Reay schnitt durch das Feld und konnte sich in Runde 108 zurückrunden. In Runde 112 drehte sich Oriol Servia in Turn 1 und löste so die letzte Gelbphase aus. Wieder fiel sie mitten in die Runde der Boxenstopps. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Top 7, bestehend aus Helio Castroneves, Justin Wilson, EJ Viso, Ed Carpenter, Will Power, Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay in der Führungsrunde. Da aber alle geschlossen in Runde 116/117 in die Box fuhren, konnten sich einige Fahrer, unter anderem Simona de Silvestro, eine Runde zurückholen.

Simona de Silvestro hatte ein sehr bewegtes Rennen. Durch einen Motorwechsel musste sie von Platz 22 starten, konnte sich aber durch sehr schnelle Runden bis zur zweiten Gelbphase auf Platz 16 verbessern. Durch die Problematik mit den Boxenstopps verlor sie dann aber eine Runde, blieb aber deutlich Schnellste unter den überrundeten Fahrern. In der unübersichtlichen Situation um Runde 116/117 überholte Simona de Silvestro das Pace Car und musste nach dem Restart eine 30-Sekunden-Strafe absitzen. Mit drei Runden Rückstand und Platz 22 nahm sie das Rennen wieder auf. Mit extrem schnellen und konstanten Runden, nur Helio Castroneves war in der Regel ähnlich schnell unterwegs, konnte sie sich am Ende Platz 16 mit nur zwei Runden Rückstand sichern. Ohne das Pech mit Motorenwechsel und dem Rundenverlust während der zweiten Gelbphase sowie den Fehler mit dem Überholens des Pace Cars wäre ein absolutes Top-Ergebnis drin gewesen, vergleichbar mit Toni Kanaan, der Platz 3 holte.

Während Simona de Silvestro ihr eigenes Rennen unbemerkt bestritt, entschied sich vorne das eigentliche Rennen. Helio Castroneves konnte sich problemlos von Will Power und Ryan Hunter-Reay absetzten. Je tiefer die Sonne sank und damit auch die Temperatur der Strecke, umso besser wurde das Fahrverhalten von Castroneves Penske Dallara. Er nutzte dabei nicht die von den anderen Piloten favorisierte unterste oder die mittlere Linie, sondern fuhr erheblich höher durch die Kurven. Da Castroneves auch sehr schonend mit den Reifen umging, konnte er ohne Probleme auf eine Strategie mit nur einem weiteren Stopp setzten. Dieser Strategie folgten Will Power, Dario Franchitti, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe aus der Spitzengruppe. Marco Andretti und Toni Kanaan waren die Topfahrer der Gruppe, die auf zwei weitere Stopps setzten. Für beide sollte sich diese aggressive Strategie auszahlen. Beim letzten Restart in Runde 122 lagen sie noch auf den Plätzen 8 und 9. Bis zum Ziel konnten sie sich auf Platz 3 (Toni Kanaan) und Platz 5 (Marco Andretti) verbessern. Ein Angriff auf Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay war dann aber nicht mehr möglich. Nur die Top 5, mit Ed Carpenter auf Platz 4, konnten die volle Renndistanz von 228 Runden bzw. 550 km beenden. Das restliche Feld hatte mindesten eine Runde Rückstand.

Auf Platz 6 kam Dario Franchitti im besten Honda vor Will Power und Josef Newgarden ins Ziel. Newgarden hat sich im kleinen Team von Sarah Fisher zu einem guten, konstanten Fahrer entwickelt. Das war immerhin schon seine vierte Top-10-Platzierung in diesem Jahr. Die Top 10 in Texas schlossen die beiden restlichen Fahrer von Andretti Autosport James Hinchcliffe und EJ Viso ab. Auf Platz 11 folgte Takuma Sato, der bis zur Rennmitte noch gut in den Top 10 gelegen hatte. Mit kühler werdender Strecke kam er dann aber nicht mehr so gut zurecht. Letzter Pilot mit nur einer Runde Rückstand war James Jakes. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Marco Andretti und Toni Kanaan, absolvierte seinen letzten Stopp aber deutlich später. Für ihn zahlte sich diese Strategie nicht aus und von Platz 4 zum Zeitpunkt des Stopps fiel er noch auf Platz 12 zurück. Immerhin war er so noch deutlich besser als ein Teamkollege Graham Rahal. Dieser kam vom Beginn an nicht mit Strecke und Wagen zurecht und beendete mit fünf Runden Rückstand das Rennen auf Platz 21. Nur Alex Tagliani war, vor den ausgefallenen Scott Dixon und Pippa Mann, noch schlechter.

Nach dem guten Wochenende in Detroit waren die Fahrer von Sam Schmidt in Fort Worth deutlich unauffälliger unterwegs. Simon Pagenaud wurde auf Platz 13 und Tristan Vautier, der sein erstes Rennen auf einem so stark überhöhten Oval fuhr, auf Platz 18 gewertet. Sebastian Saavedra konnte sich mit Platz 14 zwar erheblich vor seinen Kollegen Sebastien Bourdais auf Platz 20 fahren, aber man muss sich schon fragen, ob Katherine Legge nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Besonders positiv sind beide Dragon Racing Piloten in diesem Jahr noch nicht aufgefallen. Mit Platz 15 dürfte Justin Wilson nicht ganz zufrieden sein. Zeitweise lag er in den Top 5, aber auch er kämpfte später mit der sich veränderten Strecke.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt nun Helio Castroneves (256 Punkte) mit 22 Punkten Vorsprung auf Marco Andretti (237). Vorjahresmeister Ryan Hunter-Reay (232) liegt auf Platz 3 vor Indy-500-Sieger Toni Kanaan (195). Dahinter folgen punktgleich Simon Pagenaud und Takuma Sato mit jeweils 194 Punkten und einem Sieg. Noch ohne Sieg in dieser Saison belegen Scott Dixon (193) und Justin Wilson (184) die Plätze 7 und 8. Der zweimalige Sieger James Hinchcliffe liegt nur auf Platz 9 (176) vor Dario Franchitti (168).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das Rennen hatte Samstag ein Overnight-Rating von 1.1 auf ABC. Abgesehen vom tragischen Saisonfinale 2011 in Las Vegas war das das beste Rating für ein Rennen der IndyCar auf ABC seit dem Saisonauftakt in St. Petersburg 2011. Eigentlich könnte man dies positiv sehen, wenn die 1.1 nicht ein absolute katastrophaler Wert für Sportübertragungen zur Prime Time wären. Zum Vergleich hatten NBC mit einem NHL Playoff Spiel (Kings, Blackhawks) ein Rating von 2.9 und Fox (regionale MLB-Spiele) sogar 3.2. Die beiden Detroit Rennen jeweils am frühen Nachmittag hatten ein endgültiges Rating von 0.6 (Samstag) und 0.7 (Sonntag). Das dürften die letzten rund 900.000 treusten Fans der IndyCar Series in den USA sein, die sich wirklich jedes Rennen anschauen. Auf eine ähnliche Quote kommt ja auch NBC Sports regelmäßig, das aber natürlich nicht über die Verbreitung eines großen Networks wie ABC verfügt.

Am nächsten Sonntag steht schon das Rennen auf der Milwaukee Mile auf dem IndyCar-Programm.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

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Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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May 10 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Darlington 2013

Im Gegensatz zu Talladega ist das Rennen auf dem Darlington Raceway am Wochenende eine geplante Nachtfahrt. Unter Flutlicht nimmt der Sprint Cup dort die altehrwürdige „Lady in Black“ unter die Räder. Das Southern 500 ist eines der traditionsreichsten NASCAR-Events überhaupt, welches zudem auf einem sehr eigenwilligen Oval ausgetragen wird.

12 bojangles southern500 c 300x188 NASCAR: Vorschau Darlington 2013

Der Darlington Raceway ist die zweitälteste Strecke im aktuellen Kalender nach Martinsville und der erste komplett asphaltierte Speedway der NASCAR-Geschichte. Zudem fand auf diesem Intermediate-Oval bereits neun Jahre vor dem initialen Daytona 500 das allererste Stockcar-Rennen mit einer Distanz von 500 Meilen statt. Darlington ist etwas „ei“genwillig geformt, denn von oben sieht die Strecke tatsächlich aus wie das allseits beliebte Hühnerprodukt. Die Gründe für die beiden unterschiedlichen Kurvenradien und Bankings könnt ihr in der oben verlinkten Beschreibung nachlesen. An dieser Stelle sei aber noch kurz erwähnt, dass Turn 1 & 2 mit 25 Grad und Turn 3 & 4 mit 23 Grad überhöht sind. Dadurch müssen sich die Crews bei der Abstimmung der Autos ähnlich wie in Pocono wirklich lang machen. Außerdem sorgt die Konfiguration für eine besondere Rennlinie:

Wer die SAFER-Barrier und die rechte Seite der Fahrzeuge nach einer Trainingssitzung einmal genauer beobachtet, der wird schnell die charakteristischen schwarzen Streifen an der Mauer und die zerschlissenen Sponsorenaufkleber („wrapping“) und Reifenwände am Wagen feststellen. Diese Lackschäden begründen sich mit der extrem hohen Linie, welche aufgrund des Streckenlayouts gefahren wird, um oben möglichst viel Schwung mit durch die Kurve zu nehmen. Wenn man so dicht an der Begrenzung unterwegs ist, erhöht sich natürlich die Wahrscheinlichkeit eines Mauerkontakts, wenn das Auto plötzlich mit Unter- („tight“) oder Übersteuern („loose“) reagiert. Fast jeder Fahrer im Feld holt sich pro Rennen also seine sogenannten „Darlington Stripes“ ab und macht den Darlington Raceway damit zur „Lady in Black“, was natürlich auf den schwarzen Abrieb an der SAFER-Wall anspielt.

Soweit nun also alles zur Strecke, bleiben noch ein paar News der Woche. Bei ihren Berufungen konnten Penske und Joe Gibbs einige Teilerfolge erzielen:

Bei Penske Racing erging schließlich in der dritten und letzten Instanz das finale Urteil durch den Vorsitzenden der NASCAR-Berufungskommission John Middlebrook. Für die Unregelmäßigkeiten an den Hinterachsen von Brad Keselowski und Joey Logano erhielt das Team zunächst eine schwere Strafe, welche in puncto Sperren zumindest abgemildert werden konnte. Während die Punktabzüge und Geldstrafen bestehen blieben, reduzierte Middlebrook die Suspendierungen der beiden Crew- und Car-Chiefs der #2 sowie der #22 und diejenige von Team-Manager Travis Geisler auf nur noch 2 Rennen. Dabei ist das All-Star-Rennen aufgrund seiner Insellage zwischen den nächsten beiden Punktevents in Darlington und Charlotte allerdings ebenfalls betroffen.

Auch die Berufung von Joe Gibbs Racing wurde während der Woche angehört, allerdings erst in zweiter Instanz. Im Toyota-Motor der #20 von Matt Kenseth fanden die NASCAR-Offiziellen nach dem Sieg in Kansas eine zu leichte Pleuelstange. Das ursprüngliche, sehr harte Urteil wurde auch hier abgemildert, wenngleich die Geldstrafe für Crew-Chief Jason Ratcliff unverändert bleibt. Immerhin wurde seine Sperre von 6 auf nur 1 Rennen reduziert.

Der, meiner Meinung nach zu einseitige und hohe, Punktabzug ist ebenfalls korrigiert worden: Fahrer und Owner bekommen nun lediglich 12 statt 50 Zähler gestrichen und zudem zählt der Sieg von Kenseth auch wieder für Bonuszähler und Wildcards im Chase. Zusätzlich bekommt Toyota nun 7 statt 5 Zähler in der Herstellerwertung abgezogen, um die Schuld des Aggregatbauers noch besser hervorzuheben. Eine gute Entscheidung der Berufungskommission, welche das Urteil doch deutlich verständlicher gestaltet. Damit bleibt dem Team zwar noch die Möglichkeit, Herrn Middlebrook zu Rate zu ziehen, bisher ist allerdings nicht klar, ob JGR von diesem Rechtsmittel Gebrauch machen wird.

Dauerhaften Gebrauch wird JGR in Darlington dagegen wohl wieder von ihrem länger verletzten Fahrer Denny Hamlin machen. Der Pilot der #11 zog sich nach einem Unfall in der Schlussphase von Fontana eine Wirbelverletzung zu, die er zum Glück nur durch viel Ruhe und ohne eine Operation auskurieren konnte. Während man in Talladega aus Sicherheitsgründen noch einmal den starken Brian Vickers als Ersatzfahrer auflaufen ließ, könnte Hamlin sein Cockpit in Darlington nun wieder komplett übernehmen. Interessant ist vielleicht noch, dass Vickers seinem Stammfahrer mit Platz 34 immerhin zehn Punkte bis zu seinem Ausfall im Big-One retten konnte, da Hamlin das Rennen ja bekanntlich selbst gestartet hatte und daher die vollen Zähler erhielt.

Aufgrund meiner Vorbereitungen für das lange Wochenende ist der Artikel ausnahmsweise etwas kürzer und verzichtet auf die Betrachtung einzelner Siegkandidaten. Da die NASCAR-Vorschau daher auch Stand Mittwochabend ist, können sich eventuell noch einige Dinge ändern. Damit meine ich natürlich weniger das Banking oder die Länge der Strecke, sondern eher eine mögliche weitere Berufung im Falle Joe Gibbs Racing sowie der wahrscheinliche Kompletteinsatz von Denny Hamlin. Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende:

Freitag, 10.05.
15:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (VFW Sport Clips Help A Hero 200), ESPN2

Samstag, 11.05.
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Bojangles’ Southern 500), FOX

 NASCAR: Vorschau Darlington 2013

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May 09 2013

10:18

IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe ist, nach seinem primären Sieg bei den IndyCars überhaupt in St. Petersburg, der erste Fahrer in dieser Saison mit seinem zweiten Saisonsieg. Für sein Team Andretti Autosport ist es schon der dritte Sieg im vierten Rennen.

Hichcliffe Sao Paulo IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen kann man eigentlich in zwei Abschnitte teilen: Die ersten 60 Runden, inklusive der Qualifikation, in denen schon ein Teil der großen und kleinen Favoriten strauchelten und einer wahnsinnig intensiven Schlussphase. In dieser sich dann der Zweikampf von Takuma Sato und Josef Newgarden zu einem Fünfkampf mit James Hinchcliffe, Marco Andretti und Oriol Servia um den Sieg und das Podium entwickelte. Erst in der letzten Kurve des Rennens konnten sich Hinchcliffe gegen Sato und Andretti gegen Newgarden und Servia durchsetzen. Mit hartem aber immer fairen Racing zeigten sie das spektakulärste Rennende in dieser Saison.

Das sehr gute Abschneiden von Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartman Racing und Oriol Servia für Dreyer & Reinbold Racing wurde begünstigt durch die Probleme der größeren Teams. Für Penske Racing fingen diese schon in Qualifikationssegment 1 an. James Jakes verursachte mit einem Unfall einen Abbruch und weil die Zeit weiterlief konnten weder Will Power noch Helio Castroneves eine Zeit setzen und mussten von Platz 18 (Castroneves) und 22 (Power) aus starten. Will Power konnte sich bis Runde 18 sehr gut nach vorne arbeiten, musste aber nach einem technischen Defekt, Öl trat aus und endzündete sich am heißen Auspuff, seinen Penske Dallara auf Position 11 liegend abstellen. Helio Castroneves war in mehrere kleine Unfälle verwickelt. So wurde er z.B. bei einem Restart in Runde 26 von Scott Dixon in einen Dreher geschickt. Am Ende blieben für die beiden Penske Piloten nur die Plätze 13 und 24. Mit Platz 13 verlor Helio Castroneves auch die Führung in der Meisterschaftswertung.

Bei der Aktion gegen Castroneves beschädigte sich Scott Dixon seinen Frontflügel und musste diesen später in einem Extrastopp wechseln lassen. Im Mittelfeld steckend, konnte er sich auch nicht mehr nach vorne arbeiten und musste sich mit Platz 18 begnügen. Sein Teamkollege Dario Franchitti war von der Pole gestartet, konnte im Rennen diese Zeiten aber nie bestätigen. Er wurde früh von Ryan Hunter-Reay überholt und fiel sukzessive nach hinten. Probleme am linken Hinterrad beim letzten Pitstop verhinderten endgültig, dass er in den Kampf um das Podium eingreifen konnte. Mit Platz 7 betrieb er aber Schadensbegrenzung.

Ryan Hunter-Rey blieb, nachdem er Franchitti überholt hatte,  für  weite Teile des Rennens in führender Position. In Runde 10 musste er die Führung an Toni Kanaan abgeben, konnte sich diese aber beim Stopp unter Gelb in Runde 19 zurückholen. Takuma Sato überholte Hunter-Reay in Runde 34, musste aber aufgrund eines leicht anderen Boxenrhythmus, die Führung bei seinem Stopp zwei Runden später wieder abgeben. In Runde 46 verlor Ryan Hunter-Reay durch einen Luftverlust im Hinterreifen  massiv an Zeit und der folgende Reifenwechsel beförderte ihn ins umkämpfte Mittelfeld, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Mit Platz 11 war er am Ende schlechtester Pilot von Andretti Autosport.

Nach Hunter-Reys Problemen erbte Toni Kanaan die Führung. Das Publikum hatte aber nur wenige Runden Freude an der Führung des heimischen Piloten, da dieser mit mangelndem Benzindruck erst zurückfiel und dann seinen KV Dallara ganz abstellen musste. Nach kurzer Reparaturpause, während der so ausgelösten Gelbphase, konnte er das Rennen auf Platz 21 beenden. Da auch Ana Beatriz ihren Dale Coyne Racing Dallara früh mit technischem Defekt abstellen musste, gab es in diesem Jahr wieder kein gutes Ergebnis für die brasilianischen Piloten in Sao Paulo.

In Runde 55 führte ein Unfall von Justin Wilson, der bis dahin nicht an seine gute Form anknüpfen konnte, zur letzten Caution. Der Restart in Runde 59 läutete dann die atemberaubende Schlussphase ein. Hinter Takuma Sato hatte sich Josef Newgarden geschoben, der von seiner Box aufgefordert wurde, an die Punkte zu denken und nicht zu viel zu riskieren. So ganz hielt er sich nicht an die Anweisung und blieb nah an Sato dran. Mit etwas Abstand folgten James Hinchcliffe und Simon Pagenaud, der aber Probleme mit den Reifen bekam und auf Platz 9 zurückfiel. Ab Runde 66 wurde der Kampf zwischen Sato und Newgarden härter und durch die Kampflinien konnte Hinchcliffe aufschließen. Dieser hatte sich mehr Push-to-pass Einsätze aufgespart, konnte so in den Zweikampf eingreifen und in Runde 72 Newgarden in der Spitzkehre am Ende der lange Gerade überholen. An dieser Stelle sollten sich auch alle weiteren kritischen Manöver abspielen. Mittlerweile fanden auch Marco Andretti und Oriol Servia den Anschluss an die Kampfgruppe. Sato verteidigte seine Führung geschickt erst gegen Newgarden dann gegen Hinchcliffe indem er klassisch innen die Tür zumachte. Die Aktionen waren hart aber noch absolut im normalen Rahmen. In der letzten Runde rutschte er aber etwas weit heraus und James Hinchcliffe konnte innen zum Sieg vorbei gehen. Auf gleiche Art und Weise konnten sich auch Marco Andretti und Oriol Servia noch an Josef Newgarden vorbei schieben. Das fantastische Finish entschädigte doch für ein nicht immer spannendes Rennen.

Sehr interessant sind die verschiedenen Boxenstrategien der Top-5, die trotzdem für jeden einzelnen erfolgreich waren. Josef Newgarden musste nach einer Strafe das Rennen von Startplatz 23 in Angriff nehmen und setzte mit einem Stopp während der ersten Gelbphase in Runde 7 auf eine aggressive 3-Stopp-Strategie. Hinchcliffe, Sato, Andretti und Servia hingegen nutzen erst die zweite Caution in Runde 21 für ihren ersten Stopp. Mit Benzinsparen konnte man mit einem weiteren Stopp durchfahren, was Oriol Servia auch gemacht hat. James Hinchcliffe und Marco Andretti hingegen füllten in der direkt folgenden Caution in Runde 25 bzw. 26 ihre Tanks auf und waren auch ohne Sparmodus auf der sicheren Seite. Takuma Sato setzte direkt auf drei Stopps und kam jeweils in der Doppel-Caution in Runde 38 und 42 in die Box. Die letzte Gelbphase führte dann alle Strategien wieder zusammen. Josef Newgarden konnte sich dank seiner aggressiven Strategie von Platz 23 auf Platz 5 verbessern. Aber auch Takuma Sato (12 auf 2), Oriol Servia (13 auf 4), und Marco Andretti (10 auf 3) können sich sicher nicht bei ihren Teams beschweren.

Hinter der Kampfgruppe kamen EJ Viso, Dario Franchitti, Simona de Silvestro, Simon Pagenaud und Charlie Kimball ins Ziel. Außer Franchitti, hatten alle ein sehr unauffälliges Rennen und waren entsprechend auch kaum im Fernsehen zu sehen. Im hinteren Mittelfeld platzierten sich, abgesehen von Ryan Hunter-Reay (Platz 11), Helio Castroneves (Platz 13) und Scott Dixon (Platz 18), die üblichen Verdächtigen in Form von Alex Tagliani, Sebastian Bourdais, JR Hildebrand, Tristan Vautier , James Jakes und Sebastian Saavedra.  Mit Rundenrückstand komplettierten ab Platz 20 Justin Wilson, Toni Kanaan und Ed Carpenter das Feld vor den ausgefallenen Will Power und Ana Beatriz.

In der Meisterschaft führt nun Takuma Sato mit 136 Punkten vor Marco Andretti (123) und Helio Castroneves (116). James Hinchcliffe folgt, mit zwei Siegen aber auch zwei DNF, auf Platz 4 (112) vor Scott Dixon (101) und dem amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay (94). Sehr gut liegen auch Justin Wilson (91) und Oriol Servia (89) für die kleinen Teams von Dale Coyne und Dreyer & Reinbold Racing in der Meisterschaft. Simona de Silvestro (86) und Charlie Kimball (80) vervollständigen die Top 10. Die eigentlichen Toppiloten Dario Franchitti, Tony Kanaan und Will Power sind nur auf den Plätzen 15, 17 und 18 zu finden.

Zum Abschluss noch die Links zum Rennergebnis und zur Meisterschaftswertung.
Am nächsten Wochenende geht es schon weiter mit der Eröffnung des Indianapolis Motor Speedway für die freien Trainingssitzungen. Das Indianapolis 500 findet dann am 26.05. statt.

 IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

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April 10 2013

06:00

IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Ryan Hunter-Reay konnte die Erfolgsserie von Andretti Autosport fortsetzen und beendete die Siegesserie von Penske Racing in Alabama. Scott Dixons Abfolge von zweiten Plätzen im Barber Motorsport Park hält dagegen weiter an.

Barber Winner IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Der strahlende Sieger – Ryan Hunter-Reay
(C) Shawn Gritzmacher; IndyCar Media

Nur eine Gelbphase zu Rennbeginn, unterschiedliche Strategien hinsichtlich Reifenwahl und Zahl der Stopps sowie einige enge Duelle auf der Strecke bildeten die Grundlage für ein sehr schönes Rennen. Die maximale Stintlänge wurde vor dem Rennen mit 27 Runden angenommen, was bei 90 Rennrunden zu drei regulären Stopps führen sollte. Es zeigte sich aber, dass man auch mit zwei Stopps und gedrosseltem Tempo durchfahren konnte. Nach einem schwächeren Saisonstart und bisherigen Platzierungen außerhalb der Top 10 in Alabama konnte sich dabei Champion Ryan Hunter-Reay vor Scott Dixon durchsetzen. Mit einigem Abstand folgte der neue Meisterschaftsführende Helio Castroneves vor Charlie Kimball und Will Power. Insgesamt war es ein gutes Rennen, das weder ein Team noch ein Motorenhersteller zu dominieren vermochte.

Am Start konnte sich Ryan Hunter-Reay von der Pole Position kommend an die Spitze setzen. Hinter ihm fächerte das Feld auf und Will Power, von Startplatz 2 aus, musste in der ersten Kurve weit ausholen und verlor einige Plätze. Hinter Hunter-Reay schob sich derweil innen der wieder starke Rookie Tristan Vautier auf Position 2. Das Feld sortierte sich schnell und nur zwischen EJ Viso, James Hinchcliffe und Graham Rahal wurde es zu eng. Abgefahrene Carbonteile führten zur einzigen Gelbphase. Beim Restart in Runde 7 musste Will Power in Turn 1 wieder einen weiten Weg gehen und verlor weitere Positionen.

In Lap 19 eröffneten Helio Castroneves und Dario Franchitti die erste Runde der Boxenstopps. Durch die frühen Stopps versuchten beide, Positionen auf der Strecke zu gewinnen. Alle Toppiloten wechselten von den weicheren roten Reifen auf die haltbareren schwarzen. Will Power hingen blieb draußen und versuchte sich an einer 2-Stopp-Strategie. In Führung liegend, aber auf älteren roten Reifen, konnte er dem Feld um etwa 0,5 Sekunden pro Runde davon fahren.

In Runde 33 holte Will Power seinen Boxenstopp nach und nur ein weiterer in Runde 61 sollte ihm bis zum Rennende ausreichen. Ryan Hunter-Reay war somit wieder in Führung, gefolgt von Helio Castroneves, der durch den frühen Stopp einige Plätze gut machen konnte, sowie den beiden Chip-Ganassi-Piloten Charlie Kimball und Scott Dixon. Will Power sortierte sich auf Platz 5 ein.

Helio Castroneves war zu dieser Zeit der schnellste Fahrer im Feld und konnte seinen Rückstand deutlich verkürzen. Nach der nächsten Runde der Boxenstopps ab Lap 43 kam das Spitzenduo direkt hinter Will Power wieder auf die Strecke. Power musste Benzin sparen und konnte auch wegen der älteren Reifen nicht das Tempo der Verfolger gehen. Den leichten Stau nutzte Castroneves aus und ging außen an Ryan Hunter-Reay vorbei. Dieser rutschte leicht in den Penske Chevrolet hinein, was aber zu keinen Beschädigungen führte. Helio Castroneves konnte auch seinen Teamkollegen überholen und setzte sich fast 10 Sekunden von Will Power, der Hunter-Reay hinter sich halten konnte, ab.

In Runde 61 ging Power zu seinem letzten Pitstop und gab den Weg frei für Ryan Hunter-Reay. Nur fünf Runden später kamen auch die 3-Stopper zum letzten Mal an die Box. Der Großteil der Fahrer setzte auf die haltbareren schwarzen Reifen, nur Hunter-Reay hatte sich einen Satz der weicheren Reifen aufgespart. Auf der Strecke führte Helio Castroneves vor Ryan Hunter-Rey, Will Power, Scott Dixon und Charlie Kimball, der sein bisher bestes IndyCar-Rennen überhaupt zeigte. Hunter-Reay konnte schnell die Lücke zu Castroneves schließen und dank der besseren Reifen auch zum Sieg überholen. Scott Dixon ging schon in Runde 70 an Power und in Runde 76 an Castroneves vorbei. Er konnte noch nah an Hunter-Reay heran fahren, ihn aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzten. Charlie Kimball zog in derselben Runde in einem waghalsigen aber erfolgreichen Manöver an Will Power vorbei. Dieser konnte sich im Benzinsparmodus und mit alten Reifen nicht mehr ernsthaft wehren. Andretti Autosport, Chip Ganassi Racing und Penske Racing zeigten ihre ganze Stärke und teilten sich die Top 5 redlich untereinander auf.

Die drei Topteams hatten aber auch mit jeweils einem Auto große Probleme. Der Sieger des Saisonauftakts James Hinchcliffe konnte sich im Andretti Chevrolet nur auf Platz 20 qualifizieren und während der engen Startphase kollidierte er auch noch mit EJ Viso und Graham Rahal. Die beiden letzteren beschädigten sich stark ihre Autos und mussten zur Reparatur in die Box. Hinchcliffe konnte die Fahrt erst einmal fortsetzen, blieb dann aber in Runde 3 mit einem losen linken Hinterreifen liegen. Das Rennen war für ihn beendet, obwohl er weitere 70 Runden im Auto sitzen blieb. Bei Andretti Autosport hatte man wohl die Hoffnung, das Auto während einer Gelbphase wieder zur Box zu bekommen und dann das Rennen fortsetzen zu können. Eine weitere Gelbphase blieb aber aus und so sorgte der steif gesessene Hinchcliffe beim Aussteigen für die kuriosesten Bilder des Tages.

Dario Franchitti konnte seinen Chip Ganassi Honda nach seinem Unfall in St. Peterburg auch in Alabama nicht ins Ziel bringen. In Runde 44 musste er die Box mit Motorproblemen ansteuern. Der erst vermutete elektronische Fehler stellte sich als gebrochener Krümmer heraus. Aber schon in den Trainings konnte er nicht die Zeiten seiner Teamkollegen Dixon und Kimball fahren. Wie im letzten Jahr hat der Schotte einen sehr zähen Saisonstart. Immerhin steigen so seine Chancen auf den Sieg bei den Indianapolis 500.

Rückkehrer AJ Almendinger, der auch beim nächsten Rennen in Long Beach und eventuell auch beim Doubleheader in Detroit für Roger Penske fahren wird, konnte sich auf Platz 10 qualifizieren. Im Rennen konnte er sich zwischen Platz 8 und 11 halten und erfüllte so die Erwartungen. Beim seinem letzten Boxenstopp würgte er aber seinen Motor ab und verlor viele Plätze. Aus dem dichten Hinterfeld konnte er sich nicht mehr befreien und beendete das Rennen auf Platz 19. Damit landete er aber immerhin noch zwei Plätze vor Graham Rahal, der wiederum früh in kleinere Scharmützel verwickelt war und nie auf schnelle Zeiten kam. Sein Teamkollege bei Rahal Lettermann Lanigan Racing James Jakes war mit Platz 12 in den ersten Runden ganz gut unterwegs, wurde dann aber durch technische Probleme gebremst. Mit drei Runden Rückstand blieb am Ende nur Platz 23 übrig, immerhin konnte er aber die schnellste Rennrunde für sich verbuchen.

Ein ganz schlechtes Rennen erwischten auch die Piloten von KV Racing Technologie. Simona de Silvestro war im dritten freien Training noch schnellste, konnte diese Leistung später im Qualifying und Rennen aber nicht bestätigen. Auch ihr Teamkollege Tony Kanaan konnte nie wirklich schnelle Runden drehen. Nach den freien Trainings hatte man bei KV Racing in der Abstimmung der Autos die falsche Richtung eingeschlagen. Die Plätze 13 für Tony Kanaan und 18 für Simona de Silvestro waren die Folge.

Ein sehr unauffälliges Rennen zeigte JR Hildebrand und platzierte seinen Panther Racing Honda auf die 17, direkt hinter Sebastian Bourdais. Der Franzose blieb, trotz eines teilweise schönen Kampfes mit Tristan Vautier um Platz 10, wieder unter seinen Möglichkeiten. Ganz im Gegensatz dazu konnte Rookie Tristan Vautier seine bisherigen guten Leistungen mit Platz 10 am Ende bestätigen. Sein Teamkollegen Simon Pagenaud war auf Platz 6 sogar „Best-of-the-Rest“. Insgesamt war es wieder eine sehr gute Leistung von Sam Schmidt Motorsport. Hinter Pagenaud fuhr Marco Andretti einen soliden siebten Platz ein und belegt Platz 4 in der Meisterschaftswertung.

Die Top 10 komplettierten Justin Wilson für Dale Coyne Racing, der einen noch besseren Platz bei seinem zweiten Pitstop liegen ließ, und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing, der zum ersten Mal in die Top 10 fahren konnte. Für diese beiden kleinen Teams, sind das zwei herausragende Ergebnisse. Takuma Sato, der sich in St. Petersburg noch sehr gut aufgelegt gezeigt hatte, blieb an diesem Wochenende, abgesehen von einer Strafe wegen Blockierens im Qualifying, sehr blass. Mehr als Platz 14 sprang für den Fahrer von AJ Foyt Enteprises nicht heraus.

In der Meisterschaftswertung führt nun Helio Castroneves vor Scott Dixon und den drei Andretti-Piloten Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti und James Hinchcliffe. Dahinter vollenden Tony Kanaan, Will Power, Justin Wilson und EJ Viso die Top 10.

Der Honda Indy Grand Prix of Alabama wird immer mehr zu einem Zuschauermagneten mitten im NASCAR-dominierten Süden der USA. Mit über 83.000 Zuschauern am Wochenende konnte wieder ein neuer Rekord aufgestellt werden. Entsprechend ist es auch keine Überraschung, dass der Vertrag zwischen der IndyCar und dem Baber Motorsport Park bis 2016 verlängert wurde. Wir können uns also weitere spannende Rennen in den Hügeln Alabamas freuen.

Ryan Briscoe, im letzten Jahr Stammpilot bei Penske Racing, wird wahrscheinlich das Indy 500 in einem Chip Ganassi Honda bestreiten können. Noch ist das Feld von 33 Startern nicht ganz gefüllt.

Das für Morgen angesetzte Rookie Orientation Programm auf dem Indianopolis Motor Speedway musste aufgrund von Regen und tiefen Temperaturen abgesagt werden. Wann AJ Allmendinger, Conor Daly, Carloz Munoz und Tristan Vautier das Programm nachholen, steht noch nicht fest. Rookies müssen, bevor sie zu den Trainings bzw. zum Qualifying für das Indy 500 antreten dürfen, ein dreiteiliges Trainingsprogramm durchlaufen.

Die Reifentests auf dem Pocono Raceway können dagegen stattfinden. Zum ersten Mal seit 1989 wird dort in diesem Juli wieder ein IndyCar-Rennen stattfinden. Dario Franchitti, Simon Pagenaud, Will Power und Marco Andretti werden für Firestone testen. Nutzen wird man dabei die Aero-Konfiguration für Indianapolis und Fontana und als Basis für die Datenerfassung werden die Reifen für das Indy 500 dienen.

Zum Abschluss der Link zur Statistikseite der IndyCar für das Rennergebniss und die Meisterschaftswertung und noch der Hinweis auf das nächste Rennen in Long Beach am 21.04.2013.

 

 IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

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April 03 2013

14:05

IndyCar: Vorschau 2. Rennen – Honda Indy Grand Prix of Alabama

Zwei Wochen nach dem Saisonauftakt besucht die IndyCar zum vierten Mal den Barber Motorsport Park in Alabama. Andretti Autosport wird versuchen, die Spitzenposition gegen die Angriffe von Penske und Chip Ganassi Racing zu verteidigen.

barber 26 IndyCar: Vorschau 2. Rennen   Honda Indy Grand Prix of Alabama

Vorjahressieger Will Power
(C) Firestone Racinf/Dennis Ashlock

Die Teams konnten vor der Saison ausführlich auf dem Barber Motorsport Park testen. Dabei wurde der Rundenrekord aus dem letzten Jahr von fast allen Fahrern unterboten. Schnellster Pilot war wenig überraschend Vorjahressieger Will Power im Penske Racing Chevrolet. Insgesamt war das Feld aber sehr dicht zusammen. Die ersten 16 Fahrer trennte nur eine Sekunde. Uns steht also hoffentlich ein spannendes Rennen auf der wunderschönen Strecke in Alabama bevor.

Aktuelles

Für AJ Allmendinger, der seine Rückkehr in die IndyCar feiern wird, setzt Penske Racing einen dritten, von IZOD gesponserten, Wagen ein. Bei den letzten Testfahrten im Barber Motorsport Park vor der Saison verlor Allmendinger pro Runde eine knappe Sekunde auf seinen Teamkollegen Will Power. Mit ein wenig mehr Eingewöhnung sollte aber eine Position im vorderen Mittelfeld für ihn möglich sein.

Mike Conway, der für Bobby Rahal den Grand Prix of Long Beach bestreiten wird, hat bei G-Drive/Delta-ADR einen Vertrag für die komplette WEC-Saison unterschrieben. Weitere Einsätze bei den IndyCar sind also unwahrscheinlich.

Beim Indy 500 wird es zu einem weiteren Debüt kommen: Conor Daly, Vollzeit in der GP2 unterwegs, wird Teamkollege von Takuma Sato bei AJ Foyt Enterprises. Am selben Wochenende fährt aber auch die GP2 in Monaco. Ob und wie er beides unter einen Hut bringen will, ist noch nicht bekannt.

Mit den zwei Rennen in Toronto im Juli bestreitet die IndyCar nach Wegfall der Veranstaltung in Edmonton nur noch ein Wochenende in Canada. Eine Gruppe von Geschäftsleuten um Ric Peterson, Teilhaber bei Sam Schmidt Motorsport, plant die IndyCar für einen weiteren Meisterschaftslauf 2015 nach Canada zu holen. Dafür soll nördlich von Calgary in Alberta eine neue Rennstrecke entstehen. Erste Gespräche fanden im Rahmen des Grand Prix St. Petersburg statt.

Im Rahmen des Saisonauftaktes gingen auch die Gespräche im Hintergrund zur Struktur der IndyCar und des Indianapolis Motor Speedway weiter. Nach der Entlassung von Randy Bernard als IndyCar-CEO im Oktober letzten Jahres sind einige Posten und auch die Machtverhältnisse im ganzen Hulman-George-Konstrukt unklar. Neuer starker Mann, der das jetzt alles zum Besseren wenden soll, ist Mark Miles, ehemaliger Präsident der ATP-Tour, als Aufsichtsratsvorsitzender des Hulman-Konzerns. Zum Indy 500 im Mai sollen die wichtigen Entscheidungen getroffen worden sein. Die mächtigen Teambesitzer Chip Ganssi und Roger Penske wünschen sich eine starke zentrale Führung, wie bei der NASCAR mit Brian France und seiner Familie. Leider wird das wohl, mit dem teilweise zerstrittenen Hulman-George-Clan im Hintergrund, nur ein Wunsch bleiben.

Strecke

Der Barber Motorsport Park liegt wunderbar eingebettet in die Hügel Alabamas in der Nähe von Birmingham. Der berühmte Talledega Speedway befindet sich etwa 50 km östlich der Rennstrecke. Auf eine Länge von 3,84 km verteilen sich insgesamt 17 Kurven. Nach Start-Ziel geht es in einer kleinen Senke 64° links hinauf und in einer langgezogenen Doppelrechts wieder bergab. Turn 4, eine blind anzufahrende Rechtskurve, führt auf eine kurze Gerade zur langsamsten Stelle der Strecke. Die Haarnadel lädt zu Überholmanövern ein. Es folgt ein Vollgasteil durch eine leichte Linkskurve zu einer langsamen Rechts-Links-Schikane, die in eine immer weiter werdende Rechtskurve mündet. Nach kurzer Beschleunigung führt eine schnelle S-Kurve auf die längste Gerade der Strecke, die von einer Links-Rechts-Passage beendet wird. Der folgende Rechtsknick muss wieder blind angefahren werden und führt bergauf zum Horseshoe, einer langen doppelten Rechtskurve. Eine 90°-Linkskurve bringt die Fahrer wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade. Insgesamt eine sehr schön flüssige und fahrerisch anspruchsvolle Strecke.

Favoriten

Penske Racing ist nach den Siegen von Will Power 2011 und 2012 sowie dem Premierensieg von Helio Castroneves 2010 im Barber Motorsport Park noch ungeschlagen. In St. Petersburg waren beide, auch wenn sie nicht gewinnen konnten, die Fahrer mit den meisten Führungsrunden und entsprechend geht auch diesmal der Sieg nur über sie. In St. Petersburg gewann James Hinchcliffe und auch seine Andretti-Autosport-Kollegen Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay waren, zumindest zeitweise, sehr gut unterwegs. Dritte Kraft war KV Racing mit Toni Kanaan und Simona de Silvestro. Beide sind auch in Alabama für ein Topresultat gut. Bei Chip Ganassi Racing muss sich hingegen zeigen, ob das enttäuschende Abschneiden in St. Petersburg einem eventuell etwas schwächerem Honda-Motor anzulasten  ist oder ob man sich nur bei der Abstimmung der Wagen etwas verhauen hat. Immerhin konnten ja Takuma Sato in seinem AJ Foyt Honda und Tristan Vautier im Honda von Sam Schmidt meist das Tempo der Chevrolets mitgehen; nach dem sehr guten Auftakt in St. Petersburg sollte man ein Auge auf den französischen Neuling haben.

Vor zwei Wochen sind Dario Franchitti und JR Hildebrand vor allem durch dumme Fehler aufgefallen. Hoffentlich glänzen sie diese Woche durch gute Leistungen. Insgesamt muss sich zeigen, ob zwischen den Aggregaten von Chevrolet und Honda ein deutlicher Leistungsunterschied besteht. Eine erneute Motorendiskussion, wie im letzten Jahr, kann sich die IndyCar nicht leisten.

Zeitplan

Am Freitag stehen um 1:45 pm ET (17:45 MESZ), 4:45 pm (20:45 MESZ) und Samstag 9:00 am (17:00 MESZ) drei einstündige Trainingssitzungen an, bevor um 11:25 am (18:25 MESZ) das Qualifying startet. Vor zwei Wochen gab es im Chat einige Fragen zum etwas komplizierten Modus des Qualifyings. Die möchte ich versuchen zu beantworten. Das Qualifying ist in drei beziehungsweise vier Abschnitte 1A, 1B, 2 und 3 unterteilt. Ausgehend von den gefahrenen Zeiten im Freitagstraining wird das gesamte Feld in zwei Gruppen geteilt. Die Piloten auf ungeraden Plätzen fahren in Gruppe A, die auf geraden Plätzen in Gruppe B. Der schnellste Pilot am Freitag fährt also in Gruppe A zusammen mit dem dritt-, fünft,- siebt- … -schnellsten. Das Ganze ist also vergleichbar mit den Duells vor dem Daytona 500. Die Abschnitte 1A und 1B dauern jeweils 10 Minuten und die sechs schnellsten Fahrer jeder Gruppe kommen in Abschnitt 2. Die Startplätze ab Position 13 werden nach den Zeiten aus Abschnitt 1 besetzt – Gruppe A auf den ungeraden Plätzen: 13, 15, 17 usw. und Gruppe B auf den geraden: 14, 16, 18 usw. Qualifying-Abschnitt 2 dauert 10 Minuten und wiederum die schnellsten sechs Piloten kommen eine Runde weiter. Die Zeiten aus Abschnitt 2 bilden die Reihenfolge für die Startplätze 7 bis 12. In den 10 Minuten von Abschnitt 3 werden dann die Pole und die Plätze bis 6 ausgefahren. Dieses Format wird bei allen Nicht-Oval-Rennen genutzt.

Für Freitag und Sonntag besteht die Möglichkeit von leichten Regenschauern bei sehr angenehmen 20°C. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein sonniges beziehungsweise leicht bewölktes Wochenende wird, ist aber deutlich höher. Einem guten Rennwochenende steht somit nichts im Weg. Am Sonntag um 3:00 pm ET (19:00 MESZ) beginnt die Übertragung von NBC Sports. “Driver’s Start Your Engines” werden wir gegen 3:30 pm vernehmen, bevor dann um 3:40 pm der Rennstart erfolgt.

 IndyCar: Vorschau 2. Rennen   Honda Indy Grand Prix of Alabama

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March 23 2013

09:00

IndyCar: Saisonvorschau 2013 und 1. Rennen in St. Petersburg

Nach einer langen Winterpause sind auch die IndyCars zurück zum Saisonauftakt in St. Petersburg. Mit Ryan Hunter-Reay muss nach sechs Jahren wieder ein US-Amerikaner seine Meisterschaft verteidigen.

stpete 08 IndyCar: Saisonvorschau 2013 und 1. Rennen in St. Petersburg

Champion Ryan Hunter-Reay in St. Petersburg
(C) Firestone Racing / Dennis Ashlock

Nachdem vor einem Jahr fast alles neu war, halten sich die Änderungen für diese Saison in Grenzen. Wenig überraschend hat sich Lotus als Motorenlieferant zurückgezogen, da kein Team die schwachen Motoren einsetzen wollte. Damit verbleiben nur noch Honda und Chevrolet als Motorenpartner in der IndyCar-Serie. Auf den Einsatz der geplanten Aero-Kits anderer Hersteller wird aus Kostengründen verzichtet. Die Teams beziehen also weiterhin alle Teile von Dallara.

Mit Rubens Barrichello und Ryan Briscoe haben zwei prominente Fahrer die Serie nicht ganz freiwillig verlassen. Mit AJ Allmendinger gibt es aber auch einen namhaften Zugang, mindestens für das Rennen im Barber Motorpark und das Indy 500. Aber der Reihe nach.


Teams, Fahrer

Andretti Autosport (Chevrolet)
Hier setzt man auf bewährte Kräfte. Neben Meister Ryan Hunter-Reay sind auch Marco Andretti und James Hinchcliff weiter dabei. In Zusammenarbeit mit HVM wird das Team um ein Auto, das von EJ Viso pilotiert wird, erweitert. Im Gegenzug mussten die Teilzeitfahrer Ana Beatriz und Sebastian Saavedra das Team verlassen.

Nach der hervorragenden letzten Saison von Ryan Hunter-Reay sind die Erwartungen natürlich sehr hoch. Es ist fraglich, ob man sich wieder gegen die beiden Überteams Penske Racing und Chip Ganassi Racing durchsetzten kann. Auch sollte Marco Andretti langsam mal konstant gute Ergebnisse abliefern, denn nur der Name wird ihm auf Dauer kein Cockpit sichern.

Team Penske (Chevrolet)
Aufgrund von Sponsorenmangel musste das dritte Vollzeit-Auto von Ryan Briscoe aufgegeben werden. Rückkehrer AJ Allmendinger wird aber mindestens bei zwei Rennen, Barber Motosports Park (07.04.) und Indy 500 (26.05.), in einem von IZOD gesponserten Wagen sitzen. Allmendinger fuhr 2004 und 2005 in der Champ Car World Series, bevor er in die NASCAR wechselte. Im letzten Sommer verlor er aufgrund eines Verstoßes gegen die Drogenrichtlinien sein Vollzeitcockpit bei Penske Racing.

Die beiden anderen Wagen werden weiterhin von Will Power und Helio Castroneves pilotiert.

Nach der Serie von Vizemeisterschaften ist auch in diesem Jahr Will Power einer der ganz großen Meisterschaftsanwärter. Helio Castroneves hatte in den letzten Jahren nicht die Konstanz für eine Meisterschaft, ist aber immer für Rennsiege gut.

Chip Ganassi Racing (Honda)
Bei Ganassi wurde das Junioren-Team auf ein Auto für Charlie Kimball reduziert. Graham Rahal ist in das Team seines Vaters gewechselt. Die beiden Top-Autos werden weiter von Dario Franchitti und Scott Dixon gefahren.
Nach einem etwas zäheren letzten Jahr wird man bei Chip Ganassi alles daran setzen, wieder die Nummer 1 zu werden. Die fahrerischen Qualitäten dafür haben Dario Franchitti und Scott Dixon natürlich.

KV Racing Technologie (Chevrolet)
Rubens Barichello ist zurück in seine brasilianische Heimat gewechselt und wird durch Simona de Silvestro ersetzt, die auch ihren Sponsor von HVM mitbringt. Ihr erfahrener Teamkollege wird Toni Kanaan sein.

Mit dem Veteran Toni Kanaan ist auf allen Strecken zu rechnen. Interessant wird es zu sehen, wie sich Simona de Silvestro nach dem verlorenen Lotus-Jahr schlagen wird. Auf Straßenkursen und permanenten Rennstrecken war sie 2011 schon häufig sehr schnell unterwegs.

Rahal Lettermann Lanigan Racing (Honda)
Das Team wird um einen Vollzeit-Wagen für James Jakes erweitert. Beim Indy 500 und evtl. weitere Ovalrennen wird ein weiteres Auto für Mike Conway eingesetzt. Takuma Sato wird durch Graham Rahal ersetzt.

In der Vergangenheit lief die Zusammenarbeit von Graham und seinem Vater Bobby Rahal nicht besonders erfolgreich ab. In den letzten Jahren hat Graham Rahal, unter anderem bei Chip Ganassi, aber viel gelernt und über genug Talent verfügt er auch. Zwischen Top-Resultaten und hinterem Mittelfeld ist bei dieser Kombination alles möglich.

Dale Coyne Racing (Honda)
Den abgewanderten James Jakes hat man durch Ana Beatriz ersetzt, die nun eine ganze Saison bestreiten darf. Im zweiten Auto ist Justin Wilson gesetzt.

Dragon Racing (Chevrolet)
Im Winter hat man sich, trotz eines laufenden Vertrags und Sponsorendeals, von Katherine Legge getrennt. Wahrscheinlich treffen sich die Parteien noch vor Gericht. Das freie Cockpit hat sich Sebastian Saavedra gesichert. Sein Teamkollege wird Sebastian Bourdais sein, der in seine zweite Vollzeit-Saison geht.

Ed Carpenter Racing (Chevrolet)
Der Stiefsohn von Tony George setzt weiterhin einen Dallara Chevrolet ein und fährt ihn auch selbst. Auf schnellen Ovalen ist er immer für eine Überraschung gut. Dies zeigte zuletzt sein Sieg beim Saisonabschluss in Fontana.

Panther Racing/ Panther Dreyer & Reinbold Racing (Chevrolet)
Für Panther Racing greift wieder JR Hildebrand ins Lenkrad. Die Kooperation von Dreyer & Reinbold Racing mit Panther Racing, die sich durch den Motorenwechsel von DRR zu Chevrolet vor dem Indy 500 ergeben hatte, wird auch in dieser Saison fortgesetzt. Der gemeinsame Wagen wird auch diese Saison von Oriol Servia pilotiert.

Barracuda Racing (Honda)
Bryan Herta Racing hat mit Barracuda, einem IT-Unternehmen, einen Namenssponsor gefunden. Der Fahrer ist weiterhin Alex Tagliani, mit dem man zumindest auf den schnellen Ovalen rechnen muss.

Sarah Fisher Hartmann Racing (Honda)
Beim kleinen Team von Sarah Fisher hat sich über den Winter wenig geändert. Weiterhin ist Josef Newgarden der Stammfahrer.

Schmidt Hamilton HP Motorsport/ Schmidt Peterson Motorsport (Honda)
Für Sam Schmidt gehen in dieser Saison zwei Franzosen an den Start. Simon Pagenaud, der weiterhin für Schmidt Hamilton HP Motorsport antreten wird, hat mit Tristan Vaultier einen neuen Teamkollegen bekommen. Dieser hat sich mit der Meisterschaft bei den Indy Lights im letzten Jahr für einen Platz bei den IndyCars empfohlen. Für das zweite Auto hat Sam Schmidt mit Ric Peterson einen neuen Partner gefunden.

AJ Foyt Enterprises
In seinem dritten IndyCar-Jahr tritt Takuma Sato für sein drittes Team an. Einzig den Honda-Triebwerken ist er treu geblieben. Für das Indy 500 ist geplant, für Chase Austin ein zweiten Auto eingesetzt.

Strecken, Rennen
Am Rennkalender hat sich nur wenig verändert. Das Rennen in Edmonton wird durch ein Ovalrennen auf dem Pocono Raceway ersetzt. Kurz vor dem Ende der Saison wird vor Fontana noch ein Straßenkurs in Houston eingeschoben. Die Rennen auf den drei großen Ovalen in Indy, Pocono und Fontana werden zur Triple Crown zusammengefasst. Sollte ein Fahrer zwei dieser Rennen gewinnen bekäme er 250.000 Dollar Extra-Preisgeld, bei drei Siegen sogar 1.000.000 Dollar.

Die Rennen auf den Stadtkursen in Detroit, Toronto und Houston werden als Double-Header ausgetragen. Dort wird dann, abweichend von der Tradition und den anderen Rennen, auch stehend gestartet. Insgesamt kommt man so auf 19 Saisonrennen:

  1. 24. März    Honda Grand Prix of St. Petersburg (Saint Petersburg)
  2. 7. April      Honda Indy Grand Prix of Alabama (Birmingham)
  3. 21. April    Toyota Grand Prix of Long Beach (Long Beach)
  4. 5. Mai         São Paulo Indy 300 (São Paulo)
  5. 26. Mai      Indianapolis 500 (Indianapolis)
  6. 1. Juni        Chevrolet Indy Dual in Detroit (Detroit)
  7. 2. Juni
  8. 8. Juni        Firestone 550 (Fort Worth)
  9. 15. Juni      Milwaukee IndyFest (West Allis)
  10. 23. Juni     Iowa Corn Indy 250 (Newton)
  11. 7. Juli         Pocono INDYCAR 400 (Pocono)
  12. 13. Juli       Honda Indy Toronto (Toronto)
  13. 14. Juli
  14. 4. August           Honda Indy 200 at Mid-Ohio (Lexington)
  15. 25. August        GoPro Indy Grand Prix of Sonoma (Sonoma)
  16. 1. September    Grand Prix of Baltimore (Baltimore)
  17. 5. Oktober         The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston (Houston)
  18. 6. Oktober
  19. 19. Oktober       MAVTV 500 (Fontana)

St. Petersburg
Die Strecke kombiniert eine Start- und Landebahn mit einem US-typischen Stadtkurs. Die lange Start-Ziel-Gerade mündet in eine recht enge Rechtskurve, wo in den letzten Jahren viele Überholmanöver stattfanden. Nach zwei flüssigen Kurven führt eine kurze Gerade in eine 90 Grad Rechtskurve, die zu einem, meist nicht funktionierenden, Überholversuch einlädt. Nach einem engen verwinkelten Bereich kommen die Fahrer auf eine lange Gerade, direkt am Meeresufer entlang, mit zwei schnellen Linkskurven und einer flüssigen Schikane. Eine doppelte Rechtskurve führt wieder auf die Start- und Zielgerade.

Von den acht IndyCar-Läufen in St. Peterburg haben Penske-Fahrer fünf gewonnen. Allein Helio Castroneves hat dort drei Siege, zuletzt auch im Vorjahr, zu Buche stehen. Entsprechend sind er und sein Teamkollege Will Power, auch nach den sehr guten Ergebnissen beim letzten Test auf dem Barber Motorsport Park, die ersten Sieganwärter. Neben Penske Racing muss man auch immer die Fahrer von Chip Ganassi und den amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay auf der Rechnung haben. Besonders sollte man auch auf Simona de Silvestro achten, die in St. Petersburg 2011 einen hervorragenden vierten Platz belegte. Nach einem schwachen Jahr mit Lotus-Power dürfte sie im Chevrolet befeuerten KV Dallara wieder bessere Ergebnisse abliefern.

 IndyCar: Saisonvorschau 2013 und 1. Rennen in St. Petersburg

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August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

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June 07 2011

06:21

NASCAR: Analyse Kansas Juni 2011

Das zweite Saisondrittel startete, wie das erste aufgehört hatte: mit einem ausgewachsenen Benzinkrimi! In Kansas spielte Dale Earnhardt Jr wieder eine der Hauptrollen und beendete das Rennen erneut nur auf dem zweiten Platz, während dieses Mal Brad Keselowski als Sparfuchs in die Victory Lane fuhr. Die favorisierten Fords spielten dabei übrigens nur als Statisten mit.

Am Sonntag begann auf dem Kansas Speedway das zweite Drittel der Sprint-Cup-Saison. Zunächst deutete allerdings nichts auf dieses spannende Finale hin, denn ein Großteil des Rennens wurde unter grüner Flagge absolviert. Drei der fünf Cautions wurden zudem wegen Debris ausgerufen, während Landon Cassill und Dale Earnhardt Jr jeweils ein Mal Interaktion mit der Außenmauer zeigten. Der Quersteher von Earnhardt brachte ihn zwar durch den erwägten Spritpoker in die Nähe eines Sieges, kostete ihn gleichzeitig aber auch eine Menge Positionen und womöglich den Erfolg, als Junior seinen Wagen driftend wieder einfangen musste. Am Ende lagen nämlich nur noch der spätere Rennsieger Brad Keselowski und Verfolger Denny Hamlin mit Earnhardt im spekulativen Spritfenster. Wäre er seine Taktik mit besserer Track-Position angegangen, hätte er seinen ersten Sieg seit Michigan 2008 feiern können.

Naja, „hätte-hätte-Fahrradkette“ sagt man in solch einem Fall und rollt das Rennen lieber konventionell auf. Das hätte (no pun intended!) sich auch die Crew der Vorberichterstattung auf SPEED zu Herzen nehmen sollen. Die kannten nämlich in einer ihrer schlechtesten Sendungen seit langem kein anderes Thema außer dem Fast-Sieg von Earnhardt beim Coca-Cola 600. Anscheinend gelten in den USA andere Gesetze, wenn selbst ein Mike Joy von FOX sich nicht zu schade ist, auf das kursierende YouTube-Video des, sagen wir mal massiv enttäuschten, weiblichen Junior-Fans hinzuweisen.

In der nächsten Woche übernimmt zwar TNT die Übertragung der kommenden sechs Rennen, doch das wird den Hype sicherlich nicht besonders bremsen oder verstummen lassen. Die Junior-Nation steht derweil Kopf, seit ihr Held wieder in Richtung von Rennsiegen und Chase unterwegs ist. Letzteres wird Earnhardt in diesem Jahr wohl ziemlich sicher erreichen, denn nach Kansas rangiert er bereits auf Platz 3 in der Meisterschaft. Doch nun wirklich zum Rennen:

Eigentlich sollte Kansas das Rennen eines ganz anderen Piloten werden, denn Kurt Busch holte sich völlig überraschend die Pole-Position und im Anschluss mit 152 von 267 Umläufen auch mehr als 50% der Führungsrunden ab. So stark unterwegs verzichtet man natürlich auf sämtliche Strategiespielchen und verhält sich lieber konservativ, um einen Sieg nicht leichtfertig wegzuwerfen. Fallen dann jedoch die Gelbphasen ungünstig oder bleiben gänzlich aus, wirft man die Fahrt in die Victory Lane aber eben gerade wegen der vorsichtigen Herangehensweise weg. So ist es Sonntag dann Kurt Busch passiert, der im Normalfall mit einer späten Caution den Sieg davongetragen hätte. Da er mit seinem letzten Boxenstopp extrem lange wartete, stotterte sein Dodge nach der Rückkehr auf die Strecke sogar etwas vor sich hin, weil die Benzinleitung zwischenzeitlich schon trockengelaufen war.

Die entscheidende Phase des Rennens begann aber schon gute 90 Runden zuvor, als in der letzten Gelbphase neben Denny Hamlin lediglich Piloten von außerhalb der Top20 noch einmal an die Boxengasse kamen. Der Rest riskierte den Verlust von wertvoller Track-Position nicht, nachdem nur gut zehn Umläufe zuvor in der vorletzten Gelbphase des Rennens eh vollgetankt wurde. Zwar konnten einige Kandidaten jetzt mit nur einem statt zwei weiteren Pitstops durchfahren, doch dafür mussten sie bei noch gut 110 zu fahrenden Runden ans äußerste Extrem des Fuel-Windows von max. 55 Umläufen gehen!

Tony Stewart versuchte unterdessen im Laufe des nach dem Restart folgenden Green-Flag-Runs ebenfalls, einen Boxenstopp so lange wie möglich heraus zu zögern, hatte bei seinem vermeintlich letzten Aufenthalt aber Pech. Ausgerechnet im entscheidenden Moment floss nicht genug Sprit in den Tank von Smoke, welcher sonst ebenfalls als Siegkandidat in Frage gekommen wäre. So langsam kommt Stewart wieder in seinen gewohnten Sommer-Schwung, wo er in der prallen Sonne auf dem heißen Asphalt mit einem rutschigen Auto wesentlich besser umgehen kann. Gleiches komme ab sofort nach eigener Aussage auch Dale Earnhardt Jr in den nächsten Rennen zu Gute. Ob das nun stimmt, wird sich zeigen, aber zumindest bei Smoke kann man das Kalenderblatt vom Juni aufblättern, wenn er wieder in Reichweite der Victory-Lane gelangt.

Die finale Schlacht ergab sich dann zehn Runden vor dem Ende des Rennens, als Kurt Busch seinen Dodge an die Box lenkte und seinem Teamkollegen damit die Führung überließ. Dieser wusste zu dem Zeitpunkt übrigens gar nicht, dass er auf dem Weg zum Sieg war, da sein Crew-Chief ihn nicht über seine Position informierte. Keselowski erblickte nach eigener Aussage erst zwei Runden vor Schluss eigenäugig seine Startnummer #2 an oberster Stelle der Anzeigetafel im Infield – auch sehr kurios… In den Top3 waren nun Keselowski, Earnhardt und Hamlin verblieben. Dabei wurde letzterer zwischenzeitlich auf Befehl von Crew-Chief Steve Letarte von Junior geschluckt, die sich mit einem solchen Manöver gute Chancen auf einen Sieg ausrechneten, solche Keselowski noch ohne Benzin ausrollen.

Der spätere Sieger war davon geschätzt auch gar nicht soweit entfernt, da er aufgefordert wurde, den Wagen in den Kurven mehr rollen zu lassen und das Gaspedal noch sparsamer zu benutzen. Deshalb kuppelte Keselowski kurzerhand in voller Fahrt einfach aus und gewann so die entscheidenden Gallonen für eine saubere Zieldurchfahrt. Danach hatte der blaue Dodge mit der #2 zur Freude der Fans sogar noch genügend Benzin für einige Donuts und die Fahrt in die Victory-Lane übrig. Hinter ihm musste Junior sich mit Platz 2 zufrieden geben, da auch seine Spritrechnung nicht ganz auf Vollgas ausgelegt war. Somit cruisten die Top3 am Ende gemütlich dem Ziel entgegen, während Jeff Gordon und Carl Edwards die Top5 komplettierten.

Zwar gelangten mit Matt Kenseth (6.) und meinem ausgerechneten Favoriten Greg Biffle (10.) noch zwei weitere Fahrer von Roush-Fenway Racing in die Top10, doch sie spielten am Wochenende nicht die erste Geige. Um besagtes Musikinstrument stritten sich Penske Racing und Hendrick Motorsports, wobei vor allem die Penske-Jungs seit einigen Rennen endlich von ihrer Schwächephase Abschied nehmen dürfen. Die interne Neustrukturierung inkl. einer Entlassung am Auto von Kurt Busch sorgte für frischen Wind und bessere Performance. Am nächsten Wochenende steht mit Pocono auch eine Strecke an, welche Busch in der Vergangenheit schon öfter mit guten Ergebnissen belohnt hat. Der Fahrer der #22 wurde am Ende übrigens nach seinem Benzin-Schluckauf noch Neunter.

Die verbliebenen Top10-Positionen belegten Jimmie Johnson (7.) in einem unauffälligen Rennen ohne Führungsrunden und der ebenfalls geschlagene Tony Stewart (8.). Insgesamt fiel auf, dass nach einem sehr wettbewerbsfähigen Wochenende in Charlotte dieses Mal nur sieben Fahrer eine signifikante Anzahl an Umläufen in Front des Feldes absolvieren konnten. Das Rennen war wegen der nervenaufreibenden Schlussphase natürlich alles andere als langweilig, hätte aber auch ohne den Benzinkrimi auskommen können. Immerhin zerriss der Verkehr wie erwartet nicht so schnell, wie z.B. auf der Strecke in Fontana, die ja eines ihrer Saisonrennen an Kansas abgehen musste. Daher gab es bei der großzügig bemessenen Streckenbreite auch eine 5-Wide-Aktion zu bewundern. Grundsätzlich konnten auch mehr als zwei Linien auf dem Oval befahren werden, wobei allerdings die oberste direkt an der Mauer nicht immer ohne Berührung der SAFER-Barrier zu absolvieren war.

Was ich noch erwähnen wollte: Wirklich gar nichts gesehen hat man in Kansas von Richard Petty Motorsports! Entgegen meiner Erwartungen kamen Marcos Ambrose (26.) und AJ Allmendinger (27.) geschlossen am Ende der Top30 ins Ziel, so ein schlechtes Rennen erwischte außer ihnen nur Jamie McMurray (29.). Aber auch Mark Martin (21.), Joey Logano (23.) und Jeff Burton (25.) müssen sich nach diesem Rennen fragen, warum man von ihnen in Kansas so gut wie gar nichts gesehen hat.

Einen Fahrer mit trockenem Tank gab es bei allen Spritsparern aber trotzdem noch: Juan Pablo Montoya rollte in den Top10 liegend aus und wurde nur auf Platz 17 gewertet. Der Kolumbianer und seine Crew müssen sich bei den nächsten Rennen wirklich mehr anstrengen, denn in Kansas verlor man erneut das Handling des Wagens und Montoya setzte die #42 auch ein Mal etwas unsanft in die Mauer, was einen erfolgreicheren Tag eigentlich komplett beendete. Da nützen auch die zehn Führungsrunden nicht viel.

Ein Blick auf die Meisterschaftstabelle zeigt folgende Situation: Zumindest bei Martin Truex Jr, David Reutimann, Jeff Burton, Joey Logano, Brian Vickers und Jamie McMurray darf man die Saison nun wohl schon mal abhaken, denn nach einem Drittel des Jahres befinden sich diese Piloten geschlossen nur auf den Rängen 22-27. Das ist sicherlich unter den Erwartungen aller, auch bei Michael Waltrip Racing, die 2010 deutlich besser unterwegs waren. Brad Keselowski liegt auf Platz 21 nur knapp davor, könnte sich aber eine Chase-Wildcard sichern, wenn er die neun Punkte auf den 20. Rang von Paul Menard noch knackt. Erst ab dort gilt nämlich die Playoff-Ausnahmegenehmigung für Rennsieger.

Weiter vorne hat sich wenig geändert, außer dass Jeff Gordon und Denny Hamlin sich stetig weiter an den Chase heranrobben, wobei Gordon ja zumindest noch seinen einzelnen Saisonsieg als Chase-Joker besitzt. Auf den Playoff-Positionen rutschten unterdessen Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an Kevin Harvick vorbei auf die Plätze 2 und 3. An der Spitze liegt nach wie vor Carl Edwards mit einem sicheren Polster von 40 Zählern, da er 2011 in zehn von dreizehn Rennen in die Top7 gefahren ist. Damit machte er sich selbst zum derzeit größten Konkurrenten für Johnson, welcher nur acht Top9-Resultate einfahren konnte. Die Konstanz von Edwards wird vor allem im Chase selbst sicher von Nutzen sein.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 22 2010

16:23

Indycar Motegi 2010 Analyse: Die Meisterschaft bleibt offen

Die Indycars lieferten nicht gerade ihr bestes Rennen in Motegi ab, aber dafür ist die Meisterschaft noch offen. Helio Castroneves siegte in dominanter Art und Weise in Japan, er war schneller als alles Andere, was so auf der Strecke rumfuhr. Aber auch AGR konnte wieder mit einem starken Teamergebnis punkten. Meisterschaftsführer Will Power kam auf Platz 3 und Dario Franchitti als 2. ins Ziel

Doch zunächst zum Rennverlauf: Helio Castoneves konnte seine Pole beim Start auch gleich in die Führung ummünzen, jedoch wurde schon in der 2. Runde das erste Mal das Safetycar auf die Strecke geschickt. Baguette war in Kurve 2 über eine Bodenwelle gefahren, hatte sich dabei gedreht und war hart rückwärts in die Wand eingeschlagen. Dies sollte nicht die letzte Caution wegen der Bodenwelle bleiben. Die Geschwindigkeiten die man in Turn 1 und 2 in Motegi erreicht sind nicht zu unterschätzen, da die beiden Kurven Vollgas gehen, fährt man da so um die 200 Meilen. Diese leider schmerzhafte Erfahrung sollte später auch noch Mario Moraes machen.

An dieser Stelle sei gleichmal Milka Duno gelobt, die für ihre Verhältnisse ein fast sensationelles Rennen ablieferte. Nicht nur das das Auto mal in einem Stück die 200 Runden überstand, sie überholte beim Start 6 Fahrzeuge und nein es war kein Frühstart und kam am Ende auf Platz 19 mit “nur” 3 Runden Rückstand ins Ziel. Doch zum Restart nach dem Crash von Baguette. Franchitti und Briscoe lieferten sich über 5 Runden das Sehenswerteste was das Rennen zu bieten hatte, nämlich einen sehr schönen Zweikampf um Platz 2, den jedoch erstmal Briscoe für sich entscheiden konnte. Will Power lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 6.

Das Feld zog sich zumindest in den Top 10 extremst schnell auseinander und das Rennen wurde ziemlich langweilig, bis Alex Lloyd um Runde 40 rum langsam wurde und deshalb eine Caution ausgerufen wurde. Vorher hatte es Franchitti übrigens wieder geschafft Briscoe zu überholen. Nach den Boxenstopps lag Will Power plötzlich nur noch an 9. Stelle, weil er verlangsamt hatte, bevor die Caution ausgerufen wurde, als er Lloyds langsames Auto sah. Nach den Boxenstops hatte Franchitti ein Déjavu , was ihm weniger gefallen haben dürfte: Briscoe lag wieder vor ihm, er war wieder 3.

Nachdem Restart zog sich das Feld wieder schnell auseinander, was laut den Versus-Kommentatoren daran lag, dass einzelne Autos in Motegi schneller waren, als Im Pack zu fahren, und es gibt in Motegi auch gerade mal so 2 Rennlinien. Auch ein Lob gebührt Sato, der mit einem sensationellem Startplatz 7 und letztendlich einem 12. Rang ein gutes Ergebnis ablieferte.

Dann flog in Runde 66 Mario Moraes ab. Es war ein sehr hässlicher Einschlag, ähnlich wie der von Baguette mit dem Heck vorran in die Mauer, außer dass bei Moraes auf der “berühmten” Bodenwelle in Turn 2 wohl die Radaufhängung brach.Er winkte sofort die Safetycrews heran und konnte nicht von alleine aussteigen, musste geborgen werden und wurde mit dem Hubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus geflogen. Was sich jetzt schlimm anhört, war es zum Glück nicht. Nach intensiven Untersuchungen konnte er das Krankenhaus am Sonntag mit Rückenschmerzen schon wieder verlassen.

Bei den darauffolgenden Boxenstopps blieben  Matos und Mutoh draußen, und versuchten sich so nach vorne zu arbeiten. Nachdem Restart folgte eine kurze “turbulente Phase”, in der es wieder viele Zweikämpfe gab. Bis zur Rennhalbzeit war es dann mit Zweikämpfen aber auch schon wieder vorbei. Vorne lag Briscoe vor Castroneves, dahinter Matos der ja nachdem Boxenstopp kurz geführt hatte. Ihm folge Franchitti, dahinter lag “Nicht-Stopper” Mutoh, gefolgt Patrick, Dixon und Power auf 8.

Kurz nach der Halbzeit war dann Mutohs und Matos Exkurs in die Top 5 vorbei, denn auch sie mussten jetzt reinkommen. Die Taktik sollte sich für beide Fahrer nicht bezahlt machen, Mutoh wurde am Ende 14. , Matos kam gar nur 18 ins Ziel. Tracy streifte in Runde 114 leicht die Wand, was die nächste Caution auslöste. Auch wenn er sein Auto in die Box zurückschleppen konnte, war das Rennen für ihn damit beendet.

Wieder gab es also Pit Stopps, wo Castroneves sich die Führung von Briscoe zurückholte. Franchitti kam als 3. wieder zurück auf die Strecke, Power war nach den Stops 5. Ein Lob muss man auch Andretti-Green-Racing ausrichten, die zwar in letzter Zeit nicht unbedingt durch Rennsiege, aber durch gute Teamergebnisse Erfolge feiern. Danica Patrick sollte am Ende starke 5., Tony Kanaan 7., Ryan-Hunter-Reay 9. und Marco Andretti 11. werden.

Beim Restart schnappte sich Franchitti Briscoe und war somit 2. und dann passierte eine ganze Weile lang nichts, außer das Castroneves vorne sich über 4 Sekunden Vorsprung herausfahren konnte. Doch dann hatte Alex Lloyd der nochmal ins Rennen zurückgekommen war, seinen ganz persönlichen “Turn-2-Moment”, als bei ihm die Lenkung auf der Bodenwelle brach und er gerade in die Safer Barrier knallte. Die gesamte rechte Seite seines Autos war kaputt, und es brannte auch ein bisschen. Lloyd konnte aber zum Glück unverletzt aussteigen.

Dem folgte eine sehr lange Safetycar-Phase, da man nicht nur Lloyds völlig zerstörtes Auto wegbringen musste, sondern wohl auch die Saferbarrier in Turn 2 einer Reparatur bedurfte. Es folgten auch die letzten Stopps, Castroneves kam als Erster zurück auf die Strecke, dahinter Briscoe, Franchitti, Power.

Beim Restart überholte Will Power Ryan Briscoe, der Momentum verlor, als er versuchte Franchitti zu überholen. Somit lagen nun beide Titelanwärter hintereinander auf den Plätzen 2-3, es wurde sogar nochmal eng als Duno plötzlich vor Franchitti auftauchte, doch am Ende siegte Castroneves mit fast 5 Sekunden Vorsprung vor Dario Franchitti und Will Power. Ein letztes Lob gebührt Alex Tagliani der auf einen unauffälligen 13. Platz fuhr und Graham Rahal, der sehr starker 8. wurde.

Damit hat Will Power noch 12 Punkte Vorsprung auf Dario Franchitti vor dem letzten Rennen in Homestead, Miami, welches am Sonntag um 0.00 Uhr startet. Es verspricht also ein sehr spannendes Meisterschaftsfinale zu werden.

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September 16 2010

16:32

Indycar: Vorschau Motegi 2010

Die Indycars biegen auf die Zielgerade der 2010er Saison ein. Es sind noch 2 Rennen zu fahren und man begibt sich über den  großen Teich nach Japan, wo die Meisterschaft im Land der aufgehenden Sonne  entschieden werden könnte.

Zunächst zu den Punktezahlen:

1. Will Power: 552 Punkte

2. Dario Franchitti: 535 Punkte

3. (Scott Dixon: 469 Punkte)

Bei folgenden Szenarien ist Will Power Gesamtsieger der IZOD Indycar Series 2010 (angenommen er nimmt am nächsten Rennen teil und qualifiziert sich)

(Anmerkung: Ich habe das selber ausgerechnet. Dies Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- oder gar Fehlerlosigkeit!):


  • Wenn er die Pole holt, die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 6. oder besser wird.
  • Wenn er die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 8. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 8. oder besser trotz der meisten Führungsrunden und/oder Pole wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die Pole holt und  Dario Franchitti nicht 13. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole nicht 16. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole und meiste Führungsrunden nicht 25. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti trotz der Pole nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2 wird, die Pole hat und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 12. oder besser wird
  • Wenn er 3. wird, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 24. oder besser wird.
  • Wenn er 3. wird, die meisten Führungsrunden ,die Pole holt und Dario Franchitti nicht besser als 17. wird.

Dario Franchitti kann in Japan auch schon A. J. Foyt Trophy für die meisten Punkte auf Ovalen gewinnen. Das genau durchzurechnen erspare ich mir, er führt mit 27 Punkten vor Scott Dixon, der 2 weitere Punkte vor Helio Castroneves liegt, welcher wiederrum 2 Punkte Vorspung auf Tony Kanaan hat.

Die Strecke auf der gefahren wird ist der “Twin Ring Motegi”, genauer gesagt auf einem der “Ringe”. Die moderne Anlage die in etwa 80 Kilometer von Tokyo entfernt liegt, berherbergt neben dem 1,5 Meilen langem Oval mit zwei 180° Kurven, dass die Indycars benutzen nämlich auch noch einen knapp 5 km langen Rundkurs, daher der Name “Twin Ring”. Die Indycars sind hier seit 2003 unterwegs. Die Rennen hier waren bisher eher so durchschnittlich und haben aber natürlich wie viele Ovalrennen der Indycars einen erhöhten Spannungsfaktor durch einen eventuellen Spritpoker.

Beim Blick in die Siegerliste fällt auf, dass weder Will Power noch Dario Franchitti hier schon einmal gewinnen konnten. Aber natürlich standen auch hier Fahrer von den “Todesternteams” schon in der Victory Lane. Zweimal konnte bereits Dan Wheldon hier siegen, während Scott Dixon letztes Jahr gewann. Aber auch Andretti-Green-Racing war hier immer stark, 2007 gewann Tony Kanaan und 2008 Danica Patrick in einem Spritpoker, damals ging der “Hype” um sie erst richtig los. Nicht vergessen möchte ich allerdings auch Scott Sharps Sieg aus dem Jahr 2003.

Die Todessternteams werden am Wochenende ganz sicher wieder vorne mit dabei sein, aber auch AGR sollte man auf dieser Strecke keinesfalls unterschätzen.  Ich traue es speziell jetzt im Meisterschaftskampf keinem der kleineren Teams zu, hier eine Sensation zu landen, außer es wird ein völlig verrücktes Rennen. Besonders ins Zeug legen werden sich aber natürlich Hideki Mutoh und Takuma Sato, in Japan sind sie so etwas wie Volkshelden.

“Nur” 25 Autos werden am Sonntagmorgen unserer Zeit an den Start gehen. Roger Yakusawa ein Us-Amerikaner japanischer Abstammung wird für Scheckter im Team Conquest Racing ins Lenkrad greifen. Er fuhr dieses Jahr noch kein Rennen, seine letzte vollständige Saison hatte er 2005. Sein letzter Start war 2009 in Motegi, wo er 20. wurde. Ebenfalls nicht dabei ist Ed Carpenter von Panther Racing. Das Team von Sarah Fischer ist auch nicht mit nach Japan geflogen, Rahal wird jedoch trotzdem am Rennen in einem Newman-Haas-Racing Auto teilnehmen. Das Wetter sieht etwas wackelig aus, am Freitag soll es regnen und Samstag und Sonntag trocken bleiben, hoffentlich bleibt das so.

Übertragen wird das Rennen wieder von Versus, allerdings für uns durch die Zeitverschiebung zu unmenschliche Zeiten: Sonntagnacht ab 5.00 Uhr, wenn ich mich mit den Zeitzonen nicht vertan habe. Wie immer gibt es natürlich auch den offiziellen Stream unter www.indycar.com. Ob eine Meisterschaftsentscheidung gefallen ist, erfährt man also Sonntagmorgen beim Frühstück.

June 15 2010

08:15

NASCAR: Analyse Michigan Juni 2010

Wer am Sonntag zugunsten des Spiels der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika auf das Cup-Rennen der NASCAR in Michigan verzichtet hatte, machte damit im Grunde genommen nichts falsch. Vier Tore waren vermutlich ansehnlicher als die Denny-Hamlin-Show.

Das Rennen auf dem Michigan International Speedway bot exakt zwei Phasen: Den Teil, in welchem Denny Hamlin noch nicht in Schwung gekommen war und den Teil, welchen Denny Hamlin dominierte. Bis Runde 50 brauchte Crew Chief Mike Ford, um Hamlins Wagen in eine Rakete zu verwandeln. Allerdings war die #11 im ersten Rennviertel ohnehin schon konstant in den Top5 unterwegs. Bis dahin führte der Polesitter Kurt Busch das Feld an und konnte seine Führung durch zwei Gelbphasen (Dreher von Marcos Ambrose und „debris caution“) retten. Zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als sei der ältere Busch-Bruder derjenige, den es zu schlagen gilt. In Runde 52 ging dann aber Denny Hamlin nur einen Umlauf nach dem Schwenken der grünen Flagge in Führung und läutete die zweite Phase des Rennens ein.

Es folgte eine knapp 50 Runden andauernde Grünphase, welche erst bei den „green flag stops“ wieder interessant wurde. Hier machte Hamlin den einzigen Fehler des Tages und kam nicht so richtig von seinem Boxenplatz weg, was Kurt Busch die Führung für vier Runden zurückbrachte. Dann war nämlich Kasey Kahne an der Reihe und machte sich mit einem Überholmanöver zum dritten Siegkandidaten des Rennens. Alle neun Werks-Ford (Roush, RPM und die Wood Brothers) setzten an diesem Wochenende auf den neuen FR9-Motor und es ging auch gleich bergauf. Zwar ist man noch weit von der alten Form entfernt, brachte aber immerhin fünf Fords in die Top15. Kahnes Führung hielt aber nur vier Runden, weil die beiden Red-Bull-Fahrer unbedingt das F1-Manöver ihrer beiden Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber nachahmen wollten.

Casey Mears versuchte unten an Scott Speed vorbeizukommen als er plötzlich nach oben rutschte und die #82 in einen Dreher schickte. Speed konnte sein Auto zum Glück mit einem abenteuerlichen Drift von der Mauer fernhalten. Zum Restart war dann plötzlich Sam Hornish Jr in Front, weil er auf einen Boxenstopp während der Caution verzichtete – immerhin waren seine Reifen ja erst etwas mehr als zehn Runden alt. Die zwei Reifen, die der Rest des Feldes aufziehen ließ, lohnten sich aber gewaltig: Innerhalb von drei Runden war Hornish seine Führung an Kurt Busch los, doch auch für diesen sollte es nicht sein. Denny Hamlin kehrte nach seinem kleinen Patzer wieder stark zurück und übernahm in Runde 113 endgültig die Herrschaft über das Rennen. Im Grunde genommen war nun der Tag gelaufen, denn die Führung gab der nächstjährige Hendrick-Fahrer Boxenstopp-bereinigt nicht wieder aus der Hand.

De facto lagen aber Matt Kenseth und ein zweites Mal Kasey Kahne während der nun folgenden ewigen Fahrt unter Grün kurz an der Spitze, jeweils als Hamlin sich zu einem „green flag stop“ verabschiedete. 20 Runden vor Schluss hatte der Gibbs-Pilot dann bereits einen Vorsprung von neun Sekunden auf den Zweitplatzierten Kahne herausgefahren, was NASCAR dazu brachte, nach Staubkörnern auf der Strecke Ausschau zu halten. Ein letzter Boxenstopp während der folgenden „debris caution“ veränderte die Reihenfolge in den Top5 für den finalen Restart aber nicht mehr, weil die neun vordersten Fahrer draußen blieben. Hamlin lag also vor Kahne und Kurt Busch, dahinter hatten sich Jeff Gordon und Greg Biffle platziert. Denny Hamlin ließ im 14-Runden-Sprint nichts mehr anbrennen und gewann in Michigan sein fünftes Saisonrennen.

Bei Hendrick holten Gordon, Johnson und Earnhardt drei unauffällige Top5-Resultate

Weiter hinten nutzten Jimmie Johnson, Tony Stewart, Dale Earnhardt Jr und Jeff Burton ihre neuen Reifen und arbeitete sich noch an Greg Biffle vorbei, Joey Logano komplettiert die Top10. Für Joe Gibbs Racing wieder ein Top-Ergebnis, nur Kyle Busch (20.) kam nicht so richtig in Schwung nachdem er das Rennen wegen eines Motorwechsels am Ende des Feldes starten musste. Die Fahrer von Hendrick Motorsports fuhren ein unauffälliges Rennen, was zu einem halbwegs guten Abschluss führte: Jeff Gordon (4.), Jimmie Johnson (6.) und Dale Earnhardt Jr (7.) konnten in die Top10 fahren, nur Mark Martin (16.) fand sich außerhalb wieder. Beim Kundenteam von Stewart-Haas Racing erwischte nur Tony Stewart (5.) einen guten Tag, Ryan Newman (32.) war über ein Teil gefahren, welches sein Handling zerstörte. Richard Childress Racing belegte die Plätze 8 (Jeff Burton), 19 (Kevin Harvick) und 22 (Clint Bowyer) und konnte meine Erwartungen nicht so richtig umsetzen.

Das Chevrolet-Lager komplettieren Juan Pablo Montoya mit Platz 13 und Earnhardt-Ganassi-Teamkollege Jamie McMurray auf Rang 24. Für den Kolumbianer sollte nun mit dem ersten Rundkursrennen in Sonoma am nächsten Wochenende wieder ein besseres Ergebnis folgen – er wird es jedenfalls bei 189 Punkten Rückstand auf den Chase brauchen. Bei Dodge und Kurt Busch (3.) war nur am Anfang ein Kraut gegen Denny Hamlin gewachsen, Sam Hornish Jr (26.) und Brad Keselowski (27.) verschwanden im Mittelfeld. Das zweite Toyota-Lager von Michael Waltrip Racing platzierte sich mit Marcos Ambrose (15.), Martin Truex Jr (17.) und David Reutimann (18.) geschlossen in den Top20. Bei Red Bull Racing lief wie berichtet gar nichts zusammen, Scott Speed kam auf Platz 28 an, während Casey Mears (36.) aufgrund mehrerer Kollisionen viel Zeit in der Garage verbrachte. Beim Team hofft man nun ebenfalls auf Sonoma, wo bekanntlich Mattias Ekström die #83 fahren wird.

Zu guter letzt noch die Ergebnisse der Ford-Piloten, welche mit dem neuen FR9-Motor wieder ein Stück konkurrenzfähiger geworden sind: Kasey Kahne brachte einen starken zweiten Rang nach Hause und hätte ohne Hamlins-Dominanz wohl den ersten Ford-Sieg in einem Punkterennen seit dem Talladega-Chase-Rennen 2009 eingefahren. Greg Biffle (9.) schaffte es in die Top10, welche AJ Allmendinger (11.), Carl Edwards (12.) und Matt Kenseth (14.) nur knapp verwehrt blieb. Elliott Sadler (21.), Paul Menard (25.) und David Ragan (34.) setzten ihre schlechte Serie fort und fanden sich außerhalb der Top20 ein, Bill Elliott fuhr auf Platz 29.

Gibbs führt seit dem Spoilerwechsel das Feld an und Ford kommt mit dem FR9 sehr spät

Insgesamt zeigt das, dass die Ford-Ingenieure doch noch ordentlich Arbeit vor sich haben, um zur alten Stärke zurück zu finden. Der neue Motor kommt wirklich sehr spät, alle anderen Hersteller haben schon vor einigen Jahren den letzten Wechsel vollzogen: Chevy (R07) 2007 und Dodge (R6P8) 2008. Die aktuellen Toyota-Motoren datieren ja vom Einstieg des Herstellers in den Cup 2007 und wurden von Toyota Racing Development entwickelt, von denen nur Joe Gibbs Racing unabhängig arbeitet. Dieses Team ist im Moment auch jenes, welches es zu schlagen gilt. Hendrick Motorsports schwächelt weiterhin seit der Einführung des Heckspoilers, wenn auch in Michigan nicht mehr so stark wie zuletzt. Diese Tendenz belegt die Spoiler-Vermutung: Vor Martinsville gewann Jimmie Johnson drei von fünf Rennen und danach setzten sich Denny Hamlin und Kyle Busch in sieben von zehn Meisterschaftsläufen durch.

Der Meisterschaftsführende Kevin Harvick hält sich derzeit noch mit regelmäßigen Top10-Resultaten über Wasser, doch bei diesem Gibbs-Ansturm ist RCR die Tabellenspitze vermutlich in ein paar Wochen los. Unabhängig von den Spoiler-Entwicklungen ist Penske Racing, denn die haben sowohl davor als auch danach jeweils ein Rennen gewonnen. Im nächsten Jahr wird das alles noch eine Nummer interessanter werden, denn dann steht eine weitere Änderung am CoT an: Es gibt ab 2011 a  

June 02 2010

17:11

NASCAR: Analyse Charlotte Mai 2010

Beim Coca-Cola 600 sicherte sich Kurt Busch in dominanter Manier seinen zweiten Saisonsieg und festigte damit seine Chase-Platzierung. In 4h:08min:20sek war diese Ausgabe des längsten NASCAR-Saisonrennens mit nur acht Cautions während der 400 Runden schnell absolviert.

Kurt Busch hatte in diesem Rennen, welches sich durch viele „green flag runs“ auszeichnete, eigentlich zu jeder Zeit das perfekte Auto. Die Gelbphasen lagen für den Fahrer der blauen #2 so günstig, dass er während 252 der 400 Runden in Führung lang. Zwar führten noch 16 andere Fahrer bei insgesamt 33 Führungswechseln das Feld an, doch das sind bis auf wenige Ausnahmen die normalen Verschiebungen bei den Boxenstopps unter grüner Flagge gewesen. Eigentlich hatten außer Kurt Busch nur vier andere Piloten eine ernsthafte Chance auf den Rennsieg: Jamie McMurray, Jimmie Johnson, Kyle Busch und David Reutimann.

Der Polesitter Ryan Newman wurde bereits nach elf Runden von Kurt Busch gefressen und landete am Schluss auf dem neunten Platz. Auch Dale Earnhardt Jr konnte 50 Runden vor dem Ende noch zehn Umläufe anführen, was jedoch an einer veränderten Boxenstrategie lag. Alle Fahrer absolvierten den letzten „green flag stop“ schnellstmöglich, nachdem sie rechnerisch im Benzinfenster für den finalen Run angekommen waren, um mit neuen Reifen schneller unterwegs zu sein. Da aber zu diesem Zeitpunkt noch Sprit für zehn Runden im Tank war, konnte Earnhardt wenigstens einige Führungskilometer schnuppern, bevor er dann am Ende der Führungsrunde auf Platz 22 abgewinkt wurde.

Das Rennen startete wie erwähnt mit dem Führungsverlust von Ryan Newman an Kurt Busch in Runde 12. Der erste „fuel run“ war nach 50 Umläufen beendet und unter grüner Flagge standen die ersten Boxenstopps an, welche für einige Teams die herbeigesehnte Möglichkeit zur Veränderung des Autos bot. Es zeigte sich nämlich, dass viele Wagen ziemlich „loose“ unterwegs waren und wohl erst in der hereinbrechenden Dunkelheit besser funktioniert hätten. Auch Jimmie Johnson konnte das Übersteuern nie so ganz loswerden, was später auch das Ende seines Rennens bedeuten sollte. In Runde 61 erwischte es dann wie so oft einmal wieder Juan Pablo Montoya, der übersteuernd abflog. Er konnte die #42 zwar noch wieder fangen, schlug aber mit der linken Front an die innere SAFER-Barrier, was ihn dann zu einer längeren Zwangspause in der Garage zwecks Splitter-Wechsel zwang.

Da der letzte Reifenwechsel zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit zurücklag, zogen einige Teams nur zwei neue Reifen auf, während Denny Hamlin gleich gar nicht erst an die Boxen fuhr. Eine Runde später setzte Kurt Busch dann seine Dominanz fort und schnappt sich erneut die Führung, welche anhielt bis Marcos Ambrose in Runde 91 sein Auto in der Mauer versenkte. Nun kam zum ersten Mal Jimmie Johnson ins Spiel, der nach den folgenden Boxenstopps als Erster wieder auf die Strecke zurückkehrte. Kurt Busch musste jetzt zum einzigen Mal zurückstecken, denn es gelang ihm nicht, Johnson sofort nach der grünen Flagge zu überholen. Das Duell dauerte zwar einige Runden, aber letztendlich musste Busch sich dem Dauermeister geschlagen geben. 15 Umläufe später berichtete Jimmie Johnson seinem Crew Chief Chad Knaus wieder von einem übersteuernden Auto, was dieser allerdings in Anbetracht der bald untergehenden Sonne nicht negativ bewertete.

Damit sollte er aber nicht Recht behalten, denn Johnsons Spiel war im Grunde genommen jetzt schon vorbei. Seinen mehrsekündigen Vorsprung war er in Runde 130 dann endgültig los, als sich beide Busch-Brüder an der strauchelnden #48 vorbeischoben. Zwanzig Umläufe später standen erneut „green flag stops“ auf dem Plan und Kyle Busch bekam 15 Runden lang den Platz an der Sonne, den eigentlich sein Bruder gebucht hatte – bei den Boxenstopps war die Crew der #18 aber schneller am Werk. Dann kam es nämlich zum ersten Zwischenfall, der einen übersteuernden Jimmie Johnson involviert sah. Während er sich im Ausgang von Turn 4 fast von der Strecke drehte, schickte er Denny Hamlin zum Rasenmähen ins Infield, wobei sich dieser den Splitter beschädigte. Bei den folgenden Boxenstopps warf dann Kyle Busch fast sein Rennen weg, als er nach dem Stopp mit Brad Keselowski kollidierte.

Dann begann nach dem Restart in Runde 172 die gähnende Langeweile im Mittelteil des Rennens: Nach einer Debris-Caution (Runde 213) war zwar Clint Bowyer kurz vorne, aber eben nur für eine Runde bevor Kurt Busch die blaue #2 wieder an die Spitze verfrachtete. Bei den „green flag stops“ nach weiteren 50 Umläufen war dann plötzlich Matt Kenseth vorne, weil er zuerst auf neue, schnellere Reifen wechselte. Dieser kluge Schachzug zahlte sich allerdings nur drei Runden lang aus, denn nun war Jimmie Johnson wieder an der Reihe; dieses Mal aber damit, seinen übersteuernden Chevrolet gänzlich zu zerlegen. Nach der grünen Flagge in Runde 277 hatte Kurt Busch erneut nach einem Umlauf die Führung zurückerobert. Spätestens hier zeigte sich, dass Buschs Auto auf den „short runs“ unschlagbar war.

Gegen Ende hätte dann nur noch Jamie McMurray den Busch-Dodge stoppen können

Jedoch ging es nun bereits auf das Finale zu und aus dem Verfolgerfeld schickte sich der letzte Gegner von Kurt Busch an diesem Abend an, dem Dodge von Roger Penske Konkurrenz zu machen. Wie beim Indy 500 hieß es nun: Ganassi gegen Penske! Da aber Montoya bekanntlich schon aus dem Rennen war, bleibt es an Jamie McMurray hängen, dem siegreichen IndyCar-Teamchef auch noch einen Erfolg beim Coca-Cola 600 zu schenken. In Runde 299 zeigte McMurray, dass die #1 auf den „long runs“ gegen Ende hin unschlagbar war. Lediglich 20 bis 30 Runden kostete es McMurray in der Folge, Kurt Busch immer wieder die Führung abzuluchsen. Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wie lange wohl der letzte Run des Rennens gehen würde, denn das war für den Ausgang zwischen Busch und McMurray entscheidend.

In kurzer Folge verabschiedeten sich daraufhin zunächst Robby Gordon und dann Greg Biffle in die Mauer, bevor sich das Spiel zwischen Busch und McMurray von Runde 313 über den Führungswechsel in Runde 339 bis zu den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge 50 Umläufe vor Schluss wiederholte. Wie bereits erwähnt führt hier Dale Earnhardt Jr noch kurzzeitig zehn Runden, bevor Jamie McMurray wieder übernahm. Sollten die letzten 50 Runden nun tatsächlich unter Grün beendet werden, so wäre der #1 von Chip Ganassi wohl der Sieg nicht mehr zu nehmen gewesen, da Kurt Buschs Wagen im späteren Verlauf der Runs immer an Speed verlor, während McMurray noch zulegen konnte.

Doch dann kam es tatsächlich noch zu einer Caution, weil Marcos Ambrose seinen Toyota wie so viele Fahrer an diesem Abend in die Mauer schickte. Kurt Busch nahm für das Finale noch einmal zwei neue Reifen mit und Jamie McMurray verlor an der Box ein paar Positionen. Jeff Gordon und Mark Martin blieben draußen und sicherten sich wertvolle „track position“, die ihnen schließlich noch Top6-Ergebnisse sicherte. Nach der ersten Runde des nun folgenden, 19 Runden lagen Shootouts hatten sich Kurt Busch (von Platz 4) und Jamie McMurray (von Rang 6) schon wieder an die Spitze gesetzt. Nun stellte sich nur noch die Frage, ob der Chevy von McMurray innerhalb dieser kurzen Distanz schon wieder auf volle Touren kommen würde.

Am Ende kam Jamie McMurray jedoch nur bis auf 0,737 Sekunden an den Rennsieger Kurt Busch ran, der damit seinen ersten Erfolg beim Coca-Cola 600 feiern durfte. Roger Penske bekam somit noch seine Revanche an Chip Ganassi für das verlorene Indy 500. Die Top5 komplettierten Kyle Busch, Mark Martin und ein starker David Reutimann. Auf den Plätzen 6-10 landeten Jeff Gordon, Clint Bowyer, der beste Ford mit Paul Menard, Ryan Newman und Matt Kenseth; der Tabellenführer Kevin Harvick fuhr in einem unauffälligen Rennen Platz 11 ein. Viele Top-Fahrer wie Kasey Kahne, Tony Stewart, Carl Edwards und Denny Hamlin waren kaum im Bild und mussten sich mit einem Top20-Ergebnis zufrieden geben.

Auch Martin Truex Jr, der über weite Strecken in den Top5 unterwegs war, kam am Ende nicht über Rang 23 hinaus. Jeff Burton hatte ebenfalls kein Glück und beendete das Rennen letztlich mit einer Runde Rückstand auf Position 25. Ganz schlecht schnitten die RedBulls ab: Im gesamten Rennen nicht zu sehen und mit mehreren Runden Rückstand nur am Ende der Top30 klassifiziert. Außer den fünf am Anfang genannten Fahrern, hatte keiner etwas mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Es hat mich dann doch überrascht, dass ausgerechnet die so schwach vertretene Dodge-Truppe und das eher vom Pech verfolgte Earnhardt-Ganassi Racing sich im Finale um den Rennsieg stritten.

Harvick führt weiterhin die Meisterschaft an / Cockpittausch bei Front Row bewährt sich

In der Fahrerwertung musste sich Martin Truex Jr wieder aus den Top12 verabschieden, dafür ist nun Ryan Newman nach einem Top10-Ergebnis vorläufig für den Chase qualifiziert. Clint Bowyer und Jamie McMurray konnten Plätze auf den Chase gutmachen, während Tony Stewart zwei Ränge abgeben musste. In den Top12 ging es für Rennsieger Kurt Busch und Jeff Gordon gleich einige Plätze nach vorne. Dagegen rutschte Jimmie Johnson nach seinem erneuten De-facto-DNF drei Plätze ab. Die Pechsträhne des amtierenden Meisters scheint sich mit dem vierten Ergebnis schlechter als Platz 30 fortzusetzen. An der Spitze steht nach wie vor Kevin Harvick, der durch extreme Konstanz die Tabellenführung hält. Nach 13 Rennen hat er zwar erst einen Sieg, aber schon neun Top10-Ergebnisse auf dem Konto. Dahinter lauert Kyle Busch nun als ernsthafter Herausforderer.

Chancen auf den Chase haben unter dem in der Grafik aufgelisteten Jamie McMurray noch Tony Stewart (-27), Dale Earnhardt Jr (-54), Joey Logano (-86) und mit Abstrichen vielleicht David Reutimann (-125). Auf Platz 20 und 21 folgen dann Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne, für die es mit 176 bzw. 183 Punkten Rückstand vermutlich bereits zu spät ist. Das wiederholte Pech Montoyas sowie die andauernde Unterperformance bei Richard Petty Motorsports werden 2010 wohl größere Erfolge verhindern. Doch bei Jimmie Johnson hat man zuletzt gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Die beiden letztjährigen Chaser können vielleicht noch mit Einzelsiegen auf sich aufmerksam machen, das Potenzial dazu haben zumindest beide Fahrer.

Bei den Owner Points hat sich wieder etwas gedreht, denn nach Charlotte findet sich plötzlich Robby Gordon außerhalb der Top35 wieder. Nach dem genialen Fahrertausch bei Front Row Motorsports brachte David Gilliland die #38 wieder zurück „on the bubble“ und auch Travis Kvapil konnte in der #37 vor Gordon ins Ziel kommen. Rookie Kevin Conway holte in Charlotte weniger Punkte als Gordon und macht sich auf, den Vorsprung der #34 auf Platz 36 wieder zu dezimieren. Die Punktetabellen sehen dann letztendlich so aus:

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April 23 2010

06:15

NASCAR: Vorschau Talladega April 2010 / News

An diesem Wochenende wird mit dem neunten Saisonrennen in Talladega das erste Viertel des Sprint Cups 2010 abgeschlossen. Beim „restrictor plate“-Rodeo kann im Prinzip alles passieren, weshalb es wieder einmal schwer fällt, auf einen Sieger zu tippen.

Nachdem das Rennen in Texas erst in der Schlussphase durch Spannung auffiel, wird es in dieser Woche hoffentlich das gesamte Rennen über turbulent bleiben – wenn nicht jemand auf die Idee kommt, „single file“ einen Großteil der 188 Runden abzuspulen. Zumindest sieht die Rennaction auf dem 2,66 Meilen langen Talladega Superspeedway deutlich spektakulärer aus und außerdem kann der oft übliche „big one“ gerne mal das ganze Rennen umkrempeln oder ordentlich Punkte in der Meisterschaft kosten oder bringen; je nachdem auf welcher Seite der Rauchwolke man unterwegs ist. Möglich wird das Windschattenfahren in großen Pulks durch die „restrictor plates“, die Luftmengenbegrenzer, welche die Motorleistung halbieren und die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen unter der 200mph-Marke halten sollen. 430 statt 750 PS sorgen außerdem dafür, dass kein Fahrzeug sich vom Rest des Feldes absetzen kann und dass „bump drafting“ möglich wird.

Wegen der geringen Motorleistung ist es effektiver, kollektiv den Luftwiderstand zu bezwingen und dadurch wieder an Geschwindigkeit zu gewinnen. Der vorausfahrende Wagen einer Kolonne reißt ein Loch in die Luft und ermöglicht es somit seinem Verfolger, ohne Widerstand noch schneller zu werden. Er „bumpt“ dann das vor ihm liegende Fahrzeug von hinten an und erhöht dessen Geschwindigkeit durch exzessives Anschieben. Eine volles Feld mit 43 Startern ist dann gut und gerne fast 10mph schneller als ein Einzelkämpfer, weshalb sogar mehrere Teams unter grün gemeinsam an die Box kommen, um den „Draft“ – also den Anschluss an das Hauptfeld – nicht gänzlich zu verlieren. In der letzten Talladega-Vorschau steht noch ein wenig mehr zum Thema „restrictor plates“. Außerdem verriet ich dort, welcher Zwischenfall zu ihrem dauerhaften Einsatz führte. Zusätzlich beinhaltet der Artikel noch ein paar Daten zu den Superspeedways in Daytona und Talladega.

Den späteren Sieger kann man auf Superspeedways nur schwer vorhersagen

Einen Sieger vorherzusagen stellt sich bei Superspeedway- bzw. „restrictor plate“-Rennen immer als äußerst schwierig heraus, weil der dezimierende, umkrempelnde „big one“ hinter jeder Steilkurve lauert. Zunächst kann man aber sagen, dass es durchaus Fahrer gibt, die diese Windschattenschlachten zu ihren Spezialitäten zählen. Vom verstorbenen Dale Earnhardt Sr sagte man ja, er könne den Draft – also den Windschatten bzw. das Loch in der Luft – förmlich sehen. So ist es wohl kein Wunder, dass sein Sohn Dale Earnhardt Jr ebenso ein „restrictor plate“-Spezialisten-Dasein fristet. Ganz oben auf der Liste der bisherigen noch aktiven Sieger steht allerdings Jeff Gordon und auch Tony Stewart sagt man ein gewisses Faible für diesen Streckentyp nach. Besagte Liste liest sich wie folgt:

1. Jeff Gordon (6)
2. Dale Earnhardt Jr (5)
3. Mark Martin (2)
4. Tony Stewart, Brian Vickers, Michael Waltrip, Brad Keselowski, Kyle Busch, Bobby Labonte, Jimmie Johnson und Jamie McMurray (je 1)

15 dieser 21 Siege wurden von aktuellen Hendrick-Motorsports-Piloten erzielt, wobei Mark Martin in den 90er-Jahren in einem Roush-Ford gewann, Dale Earnhardt Jr zwischen 2001 und 2003 bei Dale Earnhardt Inc vier Siege in Folge holte und Brian Vickers damals noch für Rick Hendrick seinen ersten Karrieresieg holte. Tony Stewart habe ich jetzt mal mitgezählt, denn der fährt ja mit Hendrick-Equipment und gehört zumindest mal zur großen Familie dazu. Vickers und Brad Keselowski zeigen, dass auch Rookies bei diesen ungewöhnlichen Rennen am Ende die strahlenden Sieger sein können; Keselowski gewann sogar in einem eigentlich unterlegenen Auto (#09 Phoenix-Chevy). Außerdem geht mit Jamie McMurray der Sieger der chronologisch letzten beiden „restrictor plate“-Rennen (Daytona 500 und Talladega-Herbst noch im Roush-Ford) in Alabama an den Start. Michael Waltrip ist nach seinem Rücktritt als Vollzeitfahrer in diesem Jahr noch bei den vier Superspeedway-Rennen dabei und fährt die #55 von Prism Motorsports – allerdings mit Sponsoring von Aaron’s. Im Falle einer Regenabsage des Qualifyings wäre er sogar als 43ter und letzter Starter im Feld.

Dieses Szenario ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, denn für Samstag und Sonntag ist in Talladega Regen vorhergesagt. Das Cup-Qualifying findet wegen der „impound“-Regelung erst am Samstag statt. Hier nur kurz: Die „impound“-Prozedur ist aus Kostengründen eingeführt worden. Nach zwei freien Trainings am Freitag folgt das Qualifying am Samstag. Danach dürfen an den Wagen keinerlei größere Veränderungen mehr vorgenommen werden. Wegen der „restrictor plates“ ginge mit einem hundertprozentigen Qualifying-Setup und teuren Sonderteilen noch eine Menge mehr an Speed. Dieses Vorgehen soll verhindern, dass die großen finanzstarken Teams hier einen Vorteil haben, weil sie ihre Wagen beliebig umbauen könnten. NASCAR möchte, dass alle Autos möglichst nur im Renntrimm auf der Strecke unterwegs sind, damit Kosten und Zeit gespart werden.

Die Führung von Jimmie Johnson in der Punktetabelle wird immer größer

Jimmie Johnson hat in Texas bei gleichzeitigem Patzen der Konkurrenz seinen Vorsprung in der Meisterschaft verdreifacht! Er führt jetzt mit 108 Punkten vor Matt Kenseth und knapp dahinter stehen Greg Biffle (-128) und Kevin Harvick (-141). Dann werden die Abstände auf den Spitzenreiter schon größer: 5. Jeff Gordon (-220), 6. Kyle Busch (-228), 7. Dale Earnhardt Jr (-235), 8. Jeff Burton (-243), 9. Kurt Busch (-249), 10. Mark Martin (-254), 11. Denny Hamlin (-275). Auf dem 12. und letzten Chase-Platz liegt Joey Logano schon 307 Punkte hinter Johnson und ist punktgleich mit dem 13. Tony Stewart. Logano hat allerdings ein Top5-Ergebnis mehr als Stewart und darf den Platz an der roten Chase-Laterne deswegen alleine genießen. Die weiteren Verfolger sind: 14. Clint Bowyer (-1 auf Platz 12), 15. Carl Edwards (-4), 16. Ryan Newman (-9), 17. Martin Truex Jr (-27) und 18. Paul Menard (-72). Alle weiteren Platzierungen sind mehr als 100 Punkte vom Chase entfernt.

Trotzdem ist es in der Meisterschaft nach einem Viertel der Saison noch verdammt eng. Auffällig ist, dass nur die vier großen Teams Hendrick (inkl. Stewart-Haas), Roush-Fenway, RCR und Joe Gibbs so richtig vorne vertreten sind, dazu gesellt sich noch Kurt Busch, der Penske Racing alleine am Laufen hält. Montoya und Truex bei EGR haben häufig Pech und könnten viel weiter vorne stehen. Dahinter sehe ich die beiden Toyota-Teams von Red Bull und Michael Waltrip Racing. Für Richard Petty Motorsports geht so gut wie gar nichts, nur Paul Menard ist die Ausnahme der Regel. Diese großen Teams sind geschlossen auf den Plätzen 1-30 zu finden und erst dahinter ab Platz 31 kommen die Einwagen- und Lower-Budget-Teams wie Furniture Row, TRG und Front Row, sowie Robby Gordon. Um noch einen Blick ins Hinterfeld zu werfen: Derzeit streiten sich 36 konkurrenzfähige Autos um die Top35 der Owner-Wertung. Im Moment liegt Robby Gordon wieder außerhalb, allerdings nur mit einem winzigen Punkt hinter den drei Fords von Front Row. Dann kommen die Start&Park-Teams angeführt von Latitude 43 mit einem Respektabstand von bereits 156 Punkten.

Zu den Sendezeiten: Bereits am Donnerstag ging es mit den Trainingssitzungen der Nationwide Series und der unterstützenden ARCA-Serie los. Der Cup fährt die Startplätze am Samstagnachmittag ab 17:30 Uhr auf SPEED aus. Das Cup-Rennen findet am Sonntag zur besten Sendezeit um ca. 19:15 Uhr statt; vorausgesetzt es regnet nicht schon wieder. FOX geht ab 18 Uhr auf Sendung. Die Nationwide Series fährt bereits am Samstagabend ab 20:30 Uhr auf ABC. Zusätzlich ist wie erwähnt die ARCA-Serie vor Ort, welche am Freitagabend um 23 Uhr auf SPEED ihr Rennen abhält. Die Trucks pausieren noch bis Anfang Mai.

News

- Ganz große Dinge kündigten sich Mitte der Woche an: Shell/Pennzoil verlässt RCR und wechselt zu Penske Racing. Dort wird man auf dem Auto mit der #22 zu sehen sein, welches Kurt Busch fahren soll. Die blaue #2 mit den Miller-Lite-Aufklebern übernimmt dann Brad Keselowski, was mit der #12 und dem unkenntlich gemachten Verizon-Sponsoring passieren soll, ist derzeit unbekannt. Sam Hornish Jr soll weiterhin die #77 fahren, da Mobil 1 aber ein Konkurrenzprodukt zu Pennzoil darstellt, wird man ihm einen neuen Sponsor suchen müssen. Mir ist noch schleierhaft, wie dieser Wagentausch zu interpretieren ist. Verizon ist quasi ein Überbleibsel aus der Ryan Newman/Alltel-Ära und darf nicht zu offensichtlich auf dem Wagen werben, da Sprint als Konkurrenz und Serien-Sponsor die alleinigen Rechte für Mobilfunk im Cup hat. Ob man jetzt einfach so unkenntlich weiter macht, oder noch ein weiteres Auto in der Nationwide Series sponsort und dafür Discount Tire in den Cup holt, muss man sehen. Vielleicht soll auch Justin Allgaier die #12 mit Verizon-Geldern im Cup fahren, damit Roger Penske ebenfalls vier Wagen im Einsatz hat. Diese Konstellation (Allgaier in der #12 mit Verizon) gibt es ja schon in der Nationwide Series. Da ist das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen…

- Anders dagegen bei Richard Childress und Kevin Harvick: Nach dem eben erwähnten Verlust des Hauptsponsors an die Konkurrenz wird der ohnehin wechselwillige Harvick nur noch mehr in Richtung Weggang schielen. Jüngste Gerüchte bringen ihn mit einem vierten Auto bei Stewart-Haas Racing in Verbindung. Ob Stewart aber die Kapazitäten hat, sein Team innerhalb eines Jahres gleich um zwei Wagen zu erweitern, möchte ich an dieser Stelle einmal bezweifeln. Sowas kann schnell in die Hose gehen. Trotzdem lasse ich mir mal die folgenden Fahrerkombinationen auf der Zunge zergehen:

Hendrick Motorsports: Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Mark Martin, Dale Earnhardt Jr
Stewart-Haas Racing: Tony Stewart, Ryan Newman, Kasey Kahne, Kevin Harvick

Möglicherweise bleibt Harvick aber auch bei RCR und bekommt mit Budweiser einen neuen Sponsor. Doch besonders hier gilt: Alles Spekulation bisher!

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