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January 18 2014

11:52

Formel Eins: Launchtermine 2014 / Ärger bei McLaren & Lotus

Die Formel Eins kommt so langsam in Schwung. In 10 Tagen startet die Testsaison mit einem ersten Auftritt der neuen Fahrzeuge in Jerez. Bei manchen Teams scheint es hinter den Kulissen allerdings hoch her zu gehen

Mart Whitmarsh on the pit wallDie Winterpause war dieses Jahr sehr kurz. Das letzte Rennen liegt kaum acht Wochen zurück und schon geht es wieder los mit der Formel Eins, die sich 2014 in einer veränderten Form präsentieren wird. Zu den vielen Änderungen wird es noch einen eigenen Artikel geben, der die neue Technik und Aerodynamik vorstellen wird. Zu sehen gibt es aber schon sehr bald etwas, denn die meisten Teams haben schon ihre Launchtermine bekannt gegeben:

McLaren – 24.01. – Online
Ferrari – 25.01. – Online
Sauber – 26.01. – Online
Toro Rosso – 27.01 – Jerez (Testfahrten)
Red Bull – 28.01. – Jerez (Testfahrten)
Mercedes – 28.01. – Jerez (Testfahrten)
Williams – 28.01. – Jerez (Testfahrten)
Caterham – 28.01. – Jerez (Testfahrten)

Fehlen noch Lotus, Marussia und McLaren. Lotus hat schon bekannt gegeben, dass man neue Auto erst in Bahrain wird zeigen können, die Testfahrten in Jerez lässt man komplett aus. Man ist schlicht und ergreifend nicht fertig geworden, laut den Gerüchten auf Twitter gibt es Probleme mit der Verkabelung und der Wärmeabführung. Aber auch sonst ist bei Lotus weiter Dampf im Kessel. Die Verluste des Teams haben sich auf astronomische 140 Millionen Euro summiert, wobei GenII Chef Gerard Lopez betont, dass 90 Millionen von GenII selber stammen, die dem Team zur Verfügung gestellt worden seien. Man habe, so Lopez, das Geld mittlerweile unter dem Punkt “Marketingausgaben” abgeschrieben, hoffe aber auf eine Rückzahlung. Bleiben noch schlappe 50 Millionen Dollar übrig, die wohl teilweise aus den Fahrergehälter für Räikkönen und Valsecchi bestehen.

Der Deal mit “Quantum” wird langsam zum running gag. Lopez sprach davon, dass der Deal vom Tisch sein. Man habe kein Geld erhalten, seit Weihnachten sei die Sache erledigt. Interessanterweise widerspricht ihm da der Team-Teilhaber Andrew Ruhan, dem 2% von Lotus gehören. Laut “Autosport” hat dieser bestätigt, dass man weiter mit Quantum verhandeln würde. Was den Eindruck hinterlässt, dass die Kommunikation im Team auch nicht gerade die Beste ist. Dazu kommt auch noch, dass der bisherige CEO des Lotus-Team Anfang Januar seinen Hut genommen hat. Trotz aller Gerüchte besteht Lopez aber darauf, dass die Saison 2014 durchfinanziert sei. Nicht zuletzt durch das Geld, das Pastor Maldonado mit ins Team bringt.

Bei McLaren hat es diese Woche ebenfalls geknallt. Ron Dennis ist wieder CEO der McLaren Group und damit auch des F1 Teams. Dennis war im Zuge des Spionage-Skandals 2008 von seinen Posten zurückgetreten und hatte sich in der Zwischenzeit um den Aufbau der McLaren Automotive Sparte gekümmert. Diese Woche gab es eine Sitzung des Aufsichtsrates, die damit endete, dass Dennis den von ihm eingesetzten Martin Whitmarsh als CEO der McLaren Group wieder ablöst. In der Pressemitteilung zu dieser Aktion wurde der Name Whitmarsh noch nicht mal erwähnt.

Laut “Autosport” hat Dennis vor den Mitarbeitern des Teams eine Rede gehalten, in dem er ankündigte, dass es in den nächsten vier Wochen auch eine Entscheidung darüber geben würde, wer das Team in Zukunft leiten wird. Ziemlich sicher ist, dass Whitmarsh es nicht mehr sein wird. Der hatte sich in den letzten zwei Jahren mit etlichen Fehlentscheidungen vorgetan und die letzten Jahren liefen jetzt nicht wirklich gut. Auch die Verpflichtung von Sergio Perez soll Ron Dennis nicht gefallen haben. Die endgültige Entscheidung Whitmarsh abzulösen, soll auch damit zusammenhängen, dass McLaren durch etliche FIA-Crashtests gefallen ist und es nun unsicher ist, ob man überhaupt zum ersten Test in Jerez wird antreten können. Derartige Fehler bringen den Perfektionisten Dennis bekanntermaßen zur Weißglut.

Es war in diesem Jahr schon auffällig wie oft Ron Dennis wieder an der Strecke zu sehen war. In den letzten Monaten hat er offenbar hinter den Kulissen immer wieder eingegriffen. Der Deal mit Honda ist durch ihn zustande gekommen, die Entscheidung Kevin Magnussen ins Team zu holen soll ebenfalls durch ihn gefallen sein. Whitmarsh soll sich für Perez ausgesprochen haben, dem er dann zum Abschied noch den Platz bei Force India besorgt hat.

Die Frage ist nun, wer den Posten von Whitmarsh einnehmen wird. Die britische Presse kennt nur einen Namen: Ross Brawn. Doch der dürfte nach seinem Abgang von Mercedes noch mit einer Art “Sperre” belegt sein. Er selbst hatte angekündigt, dass er vor Sommer 2014 keine Entscheidung über seine Zukunft treffen will. Das Datum könnte mit seiner Sperre zusammenhängen. Brawn wäre ein logischer Kandidat, zu mal er mit Honda ja schon mal lange, wenn auch nicht sonderlich erfolgreich, zusammen gearbeitet hat. Doch wer übernimmt McLaren bis Ross Brawn einsatzbereit ist? Eine Variante wäre, dass Ron Dennis die Sache selber kommissarisch in die Hand nimmt, eine andere Möglichkeit könnte die zweitweilige Beförderung von Sam Michael sein.

Klar ist, dass McLaren unter Druck steht. Nach der miserablen letzten Saison muss man wieder Ergebnisse liefern, dazu kommt, dass man nach dem Abgang von Vodafone keinen neuen Hauptsponsor an Land gezogen hat.

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December 08 2013

09:03

Formel Eins: Rückblick 2013 – Williams

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Williams F1Nach der einigermaßen brauchbaren Saison 2012 hatte man eigentlich damit gerechnet, dass das Williams-Team sich 2013 weiter nach oben arbeiten könnte. Das Traditionsteam hatte sich nach der katastrophalen Saison 2011 neu sortiert und mit Mike Coughlan einen vielversprechenden Designer geangelt. Coughlan war nach seinem Rauswurf bei McLaren einige Jahre nicht in der F1 unterwegs, sondern hatte Unterschlupf beim NASCAR-Team von Michael Waltrip gefunden. Die komplette Neuorganisation des Entwicklungsteams war eine Seite, die andere Seite war die geschäftliche. Nach dem plötzlichen Abgang von Toto Wolff zu Mercedes entschied sich Frank Williams, die Geschäfte wieder in die Hände der Familie zu legen, und betraute seine Tochter Claire teilweise mit der Teamführung. Aber 2013 sollte ein Rückschlag für das Team werden.

Die Probleme zeigten sich schon bei den Tests im Winter. Richtig gute Zeiten sah man nicht, aber Williams ist auch bekannt dafür, die Tests sehr konservativ anzugehen. Doch schon damals war dem Team wohl klar, dass man sich mit dem neuen FW35 vertan hatte. Ähnlich wie McLaren hatte man sich nicht für eine Evolution, sondern für ein komplett neues Chassis entschieden. Doch der Wagen aus der Feder von Coughlan war von Anfang an eine Krücke. Was erschwerend hinzukam, war die Tatsache, dass sich die Probleme nicht durch einen Rückbau erledigen ließen. Schon beim dritten Rennen in China überlegte man, wieder die alte Auspuffanlage zu montieren, doch die passte nicht mehr ins Heck. Also blieb Williams nichts anderes übrig, als mit einem Wagen anzutreten, der komplett unterlegen war.

In der ersten Saisonhälfte fiel man komplett aus dem Mittefeld heraus. Man hatte keine Chance und irrlichterte um Platz 14 herum. Nur selten gelang ein Platz weiter vorne. Den ersten Punkt des Jahres ergatterte Maldonado in Ungarn, dann war wieder Sendepause. In den letzten Rennen brachte man im Hinblick auf 2014 schon einen Wagen ohne den Coanda-Auspuff und plötzlich lief es auch wieder etwas besser. Zumindest gelang Bottas in Austin ein achter Platz und man holte so insgesamt fünf WM-Punkte. Damit wiederholte man das schlechte Ergebnis von 2011.

Ein bisschen unverständlich ist das schon, denn die Regeln hatten sich 2013 nicht fundamental verändert, aber der Blick zu McLaren verrät, dass man sich in der Formel Eins leicht verheben kann, wenn man versucht, neue Wege einzuschlagen. Mike Coughlan kostete der Fehlschlag seinen Job, Williams verpflichtete stattdessen den ehemaligen Renault-Technikchef Pat Symonds. Der kam immerhin noch rechtzeitig im Sommer, sodass er das 2014er Auto entscheidend mitgestalten kann.

Die Fahrer zu beurteilen fällt angesichts des schwachen Chassis schwer. Von Pastor Maldonado weiß man, dass er seine lichten Momente haben kann, immerhin fiel er in diesem Jahr nicht weiter durch Kollisionen auf, was aber auch einfach damit zu tun haben könnte, dass er immer von sehr weit hinten startete und die Williams die meiste Zeit mehr oder weniger alleine unterwegs waren. So richtig glücklich war Williams mit Maldonado aber auch nicht mehr, sonst hätte man ihn kaum gehen lassen. Er nimmt damit auch gerüchteweise 30 Millionen Dollar an Sponsorgeldern mit zu Lotus, aber Williams hat die Lücke durch Massa und seinen Sponsor “Petrobas” wohl einigermaßen schließen können.

Valtteri Bottas ist schwer einzuschätzen. Der ehemalige GP3-Meister von 2011 blieb ein paar Mal in Q1 hängen, auch im Rennen sah man wenig von ihm. Sein achter Platz in Austin war allerdings eine feine Leistung angesichts des schlechten Autos. Gegen Ende seiner ersten Saison besserten sich auch seine Leistungen in der Quali und das Duell konnte Bottas mit 11:8 für sich entscheiden. Maldonado ist kein schlechter Mann in der Qualifikation, also deutet die Leistung an, das Bottas durchaus zu mehr in der Lage ist. Genaueres wird man dann im Vergleich zu Massa sehen.

Man kann jetzt schon sagen, dass 2014 ein wichtiges Jahr für Williams werden wird. Mit Massa hat man jemanden im Team, der viel Erfahrung und Know-how von Ferrari mitbringt und der als ein guter Entwickler gilt. Pat Symonds ist ein alter Fuchs, allerdings ist die Frage, ob ihm die Zwangspause geschadet hat. Williams muss es 2014 gelingen, wieder regelmäßig in die Punkte zu fahren, und das Beispiel Lotus gibt zumindest die Hoffnung, dass man dazu in der Lage sein kann.

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November 14 2013

15:51

Formel Eins: Vorschau GP Austin USA 2013

Das Rennen in Texas wird an der Spitze vermutlich wenig Neuigkeiten bringen. Dafür dreht sich im Moment das Fahrerkarusell immer schneller.

usagpDiese Woche fiel der erste Dominostein in Sachen Fahrern, als Williams bekannt gab, dass man Pastor Maldonado durch Felipe Massa ersetzen wird. Die Ankündigung ist durchaus etwas überraschend, hatte Maldonado mit seinen Öl-Millionen das Team doch durchaus am Leben erhalten. Dazu kommt, dass der Venezolaner sicher kein schlechter Pilot ist, sein Sieg in Spanien war kein Zufall. Und das er dieses Jahr nicht weiter vorne auftaucht, ist auch nicht seine Schuld. Immerhin hat er auch für den einzigen Punkt gesorgt, den Williams in diesem Jahr erlangen konnte. Eigentlich wäre Bottas der Kandidat gewesen, der gehen muss, denn seine Leistungen waren jetzt auch nicht zwingend besser als die von Maldonado. In diesem Fall war es aber wohl so, dass Maldonado selber das Team verlassen wollte. Für Williams ist Massa sicher eine sehr gute Lösung, zumal es Gerüchte gibt, dass sein Renningenieur Rob Smedley gleich mitkommt. Die Frage ist nun, was Maldonado macht.

Lotus hat schon gesagt, dass er auf der Liste steht, aber der neue Teilhaber “Quantum” hätte gerne Nico Hülkenberg als Nummer Eins im Team. Auf der anderen Seite geht es auch um Geld und davon hat Maldonado mehr als genug im Gepäck. Grosjean rauszuwerfen wäre eine andere Variante, aber zum einen hat der Franzose bewiesen, dass er gereift ist, zum anderen zahlt “Elf/Total” die Renault-Motoren, die nächstes Jahr deutlich teurer werden. Könnte also auch passieren, dass für Maldonado die Türen bei Lotus zufallen.

Damit bliebe dann Sauber, wenn denn Hülkenberg weggeht. Sirotkin wird vermutlich keine Superlizenz bekommen, dafür fehlen ihm die Ergebnisse. Vermutlich wird er eine Runde GP2/WSbR einlegen müssen. Er kann nicht mal an einem Freitag eingesetzt werden, solange die Lizenz nicht da ist. Sollte man wider erwarten die Lizenz erhalten, könnte Guiterrez dran glauben müssen. Zum einen ist das Sponsoring von TelMex nicht so groß, zum anderen bringt Maldonado mehr Geld und Erfahrung mit.

Eine weitere, aber vermutlich ungeliebte Lösung für Maldonado könnte Caterham sein. Da sucht man sowieso wieder erfahrene Piloten, nachdem man Kovalainen fast jeden Freitag ins Auto setzt.

Bei Lotus ist man im Moment sowieso schlecht gelaunt. Kimi Räikkönen hat die letzten Rennen abgesagt und so zwischen den Zeilen vermutete Teambesitzer Lopez, dass der Finne halt keine Lust mehr hatte. Und für Ferrari fit sein möchte. Die anstehende Rücken-OP benötigt wohl vier Wochen, bis sie verdaut ist. Da sie nun schon jetzt stattfindet, ist Räikkönen im Januar wieder fit. Stand Mittwochabend gab es noch keinen Ersatzfahrer für den Finnen, angeblich ist man an Heikki Kovalainen dran. Im Notfall muss halt Valsecchi ran.

Bei McLaren ist die Lage klar. Sergio Perez hat am Mittwoch per Twitter (!) einen Brief veröffentlicht, der an seine Fans und an McLaren ging. Darin verabschiedet er sich mit schönen Worten vom Team, ohne dass böse Worte fallen. Auch nicht zwischen den Zeilen. Sein Nachfolger wird Kevin Magnussen sein, der aus dem Förderungsprogramm von McLaren kommt. Unklar ist auch weiterhin, wer neuer Hauptsponsor bei McLaren wird. Im Moment werden immer wieder Gilette, Coca-Cola und McDonalds genannt (Wir freuen uns schon alle auf Witze über “McDonalds-McLaren” und Ron “McDonalds” Dennis).

Komplett offen ist die Fahrersituation bei Force India. Sutil scheint sicher zu sein, obwohl er weniger Punkte als di Resta hat. Aber Sutil ist der aggressivere Pilot und hat “Medion” im Rücken. Paul di Resta könnte durch Jules Bianchi ersetzt werden, aber da stehen noch ein paar andere Piloten Schlange. Zum einen der Nachwuchs, zum anderen (wenn er gehen muss) Perez und Maldonado.

Es tut sich also noch eine Menge, vor allem wenn Perez und Maldonado mit ihren Millionen hausieren gehen.

Zum Rennen. Die Strecke wird zum zweiten Mal gefahren und dieses Mal gibt es auch zwei DRS-Zonen. Einmal die lange Gerade, einmal Start/Ziel. Im letzten Jahr war das Rennen sehr abwechslungsreich und spannend, ob das dieses Jahr wieder so wird, wage ich mal zu bezweifeln. Red Bull hat bisher auf allen Strecken dominiert, die Schwäche in Sachen Topspeed aus dem letzten Jahr hat man auch nicht mehr. Es spricht also nichts gegen Vettel und einen weiteren Sieg.

Erste Verfolger sollten die Mercedes sein, die sich zumindest von Ferrari abgesetzt haben. Hamilton und Rosberg haben im Moment sowieso nur noch den Auftrag, den zweiten Platz in der Team-WM zu sichern, wo man elf Punkte mehr als Ferrari hat. Lotus ist durch den Wegfall von Kimi sehr geschwächt und wird wohl höchstens mit Grosjean in die Top 5 fahren können. Dass Lotus sich in der WM noch hinter Red Bull platzieren kann, halte ich für unwahrscheinlich.

Ferrari schleppt sich mehr oder weniger noch durch die Saison. Felipe Massa hat sich letzte Woche bei einem Event schon verabschiedet und so deutet alles darauf hin, dass man das Jahr 2013 einfach nur noch vergessen will. Das will Alonso vermutlich auch. Die Chancen, Mercedes zu schlagen, sind aber noch da, man wird die Strategie auch auf diesen Punkt ausrichten und nicht auf einen Sieg, der eh unwahrscheinlich ist.

Die restlichen WM-Plätze sind fast alle entschieden. McLaren auf P5 hat 95 Punkte, Force India 77. Das könnte nur dann eng werden, wenn McLaren in Texas einen Totalausfall hat und die Inder zehn oder mehr Punkte holen. Eng ist es noch zwischen Sauber (P7, 45 Punkte) und Toro Rosso (P8, 32 Punkte).

Strategie:

Pirelli bringt “Hard” und “Medium” an die Strecke. Das hat man letztes Jahr auch gemacht, allerdings sind die diesjährigen “Medium” etwas weicher als im letzten Jahr. Die Strecke geht durchaus auf die Reifen. Zum einen in den schnellen “Esses” im ersten Segment, zum anderen im nicht weniger schnellen letzten Teil der Strecke, wo eine dreifache Rechtskurve die Reifen stark belastet. Noch mehr Spannung könnte das Wetter bringen. Es sind für Samstag und Sonntag leichte Regenschauer vorhergesagt, allerdings ist noch nicht klar, ob und wann genau die kommen sollen.

Davon ausgehend, dass es trocken bleibt, wird die klassische Frage aufkommen, ob man einmal oder zweimal stoppen mag. Im letzten Jahr stoppten fast alle nur einmal. Die “Medium” halten lange durch, wenn man sich etwas einbremst locker 25 Runden, mit der harten Mischung kommt man locker ins Ziel, ohne Zeit zu verlieren. Ein Stopp kostet ca. 21 Sekunden, das holt man auch mit frischen “Medium” am Ende nicht mehr raus. Die Frage wird nur sein, wie lange die Fahrer den ersten Stint ziehen werden. Die Gefahr lauert im “Undercut”, also wenn jemand weiter hinten früher auf die “Hard” wechselt.

Eine interessante Strategie gibt es für die Fahrer ab Platz 11, die auf den “Hard” starten könnten. Damit verliert man in den ersten Runden zwar etwas Zeit, auf der anderen Seite kann man dann im letzten Drittel des Rennens auf frische “Medium” setzen, während der Rest auf angenagten “Hard” unterwegs ist. Es ist aber schwer vorherzusagen, wie viel Zeit man im ersten Stint verliert und ob man dies ohne Safety Car wieder rausholen kann. Letzteres wird man vermutlich in Austin nicht sehen.

Die Übertragungszeiten sind angenehm. Quali ist am Samstag um 19:00 Uhr, das Rennen startet um 20:00 Uhr. Es gibt eine leichte Überschneidung mit der NASCAR, die ihr Rennen um ca. 21:15 Uhr startet.

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July 28 2013

16:24

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2013

Der Grand Prix von Ungarn brachte vor allem die Erkenntnis, dass Mercedes auf dem Weg ist, in der Weltmeisterschaft noch ein Wörtchen mitzureden. Der Titel ist durchaus in Reichweite.

GP Ungarn 2013Das vermutlich heißeste Rennen des Jahres, die Reifen der Marke “Soft”, konstanter Druck in der Frühphase des Rennens – und doch kann Mercedes das Rennen gewinnen. Red Bull genießt mit Sebastian Vettel zwar noch einen großen Vorsprung in der WM, aber die Sache könnte noch enger werden, als es den Österreichern lieb ist. Und auch Lotus rückt Red Bull dank der neuen Pirelli auf die Pelle. Großer Verlierer des Wochenendes ist jedoch Ferrari, die mal wieder kein Bein auf den Boden bekommen haben und im Entwicklungswettkampf der vier führenden Teams offenbar unterlegen sind.

Es war schnell klar, dass sich das Rennen über zwei Dinge entschieden wird: Strategie und Reifenverschleiß. Und in beiden Punkten sah sich Red Bull eigentlich im Vorteil. Am Freitag schimpfte Lewis Hamilton noch über einen schlecht liegenden Mercedes, nach seiner Pole spielte er die Siegchancen runter und hoffte auf ein Podium. Doch offensichtlich war das eher Theater. Denn Lewis konnte in Ungarn von Anfang an die Pace bestimmen und er musste auch nicht mehr oder weniger auf seine Reifen aufpassen, als das Vettel tat. Die beiden kamen nach dem ersten Stint mit nur einer Runde Abstand in die Box, um die “Soft” gegen die “Medium” zu tauschen. Dabei war der frühere Stopp von Hamilton am Ende sogar die bessere Strategie, denn er konnte auf seiner Outlap Vettel klar distanzieren. Helmut Marko sprach nach dem Rennen von einer schlechten Inlap, die Vettel gefahren sein, Vettel wiederum erklärte, dass die Reifen in den letzten zwei Runden des Stint einfach komplett eingebrochen seien.

Für Vettel bedeutete dieser Zeitverlust allerdings, dass er das Rennen schon nach dem ersten Stopp verloren hatte. Während Hamilton vor den auf “Medium” gestarteten Jenson Button raus kam, landete Vettel hinter dem Briten und verlor dort sehr viel Zeit. Knapp 8 Sekunden werden es über die Runden gewesen sein, die der Deutsche einbüßte, wobei man Button keinen Vorwurf machen kann. Der fuhr sein Rennen und kämpfte um seine Position.

Für Vettel bedeutete dies ein weiteres Problem, wie sich allerdings erst später im Rennen rausstellen sollte. Lotus hatte Räikkönen nach einem langen ersten Stint auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt, die der Finne mustergültig umsetzen konnte. Ein wenig abseits der Kameras und nur sichtbar, wenn man den Zeitenmonitor verfolgte, fuhr er sehr schnelle und sehr konstante Rundenzeiten. Sein Abstand zu Hamilton war wegen seines schlechten Qualis schon kurz nach dem Start zu groß, das Ziel hieß also P2. Lotus stellte die Strategie just in dem Moment um, in dem man sah, dass Vettel sehr viel Zeit hinter dem McLaren verlor. Eine strategische Meisterleistung, aber auch eine grandiose Fahrt von Kimi, der von seinen Reifen im letzten Stint (32 Runden) genau die richtige Leistung abverlangte. In der letzten Runde, so der Finne, brachen die Medium dann ein, was man auch am tänzelnden Heck des Wagens sehen konnte.

Interessant an der Sache ist, dass Lotus Red Bull mit der Taktik unter Druck setzen konnte. Dass Vettel hinter Kimi ins Ziel kam, lag sicher auch daran, dass er hinter Button feststeckte, aber auch der anderen Seite musste Räikkönen zu Beginn des Rennens mit Alonso kämpfen und konnte seinen Speed auch nicht fahren. Mag sein, dass die Umstände (Strecke, Hitze) auch dazu geführt haben, dass Red Bull nicht wie gewohnt dominieren konnte, aber es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass neuen Reifen vielleicht im Moment doch nicht so recht passen. Wenn Lotus auch in Zukunft immer einen Stopp weniger machen kann, dürfte das interessante Rennen geben.

Das Ergebnis für Renault hätte noch besser ausfallen können, wenn Romain Grosjean nicht mal wieder Ärger mit den Kommissaren bekommen hätte. Bei einem Überholmanöver gegen Button, zog der Franzose etwas früh rüber und die beiden Fahrzeuge berührten sich. Ein paar Runden später zog in er einem sensationellen Manöver außen in T4 an Massa vorbei. Blöderweise lag die weiße Linie dieses Mal vor der schraffierten Fläche und er war mit beiden Rädern außerhalb der Strecke. Die Folge war eine regelkonforme Durchfahrtsstrafe, die aber sich aber ein wenig harsch anfühlt. Für die Berührung mit Button brummten ihm die Kommissare dann auch noch eine 20-Sekunden Strafe auf, die sein Ergebnis (P6) aber nicht änderte.

Ferrari hatte mit dem Ausgang des Rennens überhaupt nichts zu tun. In der Quali kam Alonso immerhin auf P5. Das ist jetzt nicht toll, aber auch nicht schlecht. Und wie man bei Mark Webber sehen konnte, kann man daraus was machen, wenn das Auto stimmt. Am Ende kam Alonso auch auf P5 raus, rund 31 Sekunden hinter Hamilton. Man verliert pro Runde also knapp 0,5 Sekunden und das ist einfach zu viel. Ferrari fährt im Nirvana hinter Mercedes, Red Bull und Lotus. Nach hinten muss man sich nicht wirklich verteidigen, nach vorne geht aber auch nicht. Das Problem für Ferrari ist, dass ihnen die Zeit davon läuft. Zwar kommen noch neun Rennen, aber die liegen wiederum so dich beisammen, dass es schwierig sein wird parallel die Entwicklung voranzutreiben. Es ist auch nicht so, dass Ferrari grundsätzlich Schwächen zeigen würde. Der Reifenverschleiß ist ok, der Topspeed usw. Auch die Fahrer berichten, dass sie mit dem Wagen grundsätzlich zufrieden sind. Der F138 ist einfach grundsätzlich zu langsam und Ferrari gelingt nicht, die Lücke nach vorne zu schließen.

Da wundert es fast nicht, dass Ungarn Gerüchte aufgetaucht sind, Alonso könnte zu Red Bull wechseln. Schuld daran war ein Gespräch von Luis Garcia, der Manager von Alonso, mit Christian Horner. Helmut Marko ließ es sich nicht nehmen, etwas Feuer unter der Sache zu machen, aber man sollte darauf nichts geben. Alonso hat bei Ferrari einen Vertrag bis Ende 2016, der eng an den Sponsorvertrag mit Santander gekoppelt ist. Red Bull wird sich Alonso auch nicht antun wollen. Hintergrund des Gespräches dürfte viel mehr Carlos Sainz jr. gewesen sein, der ebenfalls von Gracia vertreten wird.

McLaren zeigte sich in Ungarn etwas verbessert. Perez schaffte es recht locker in Q3, im Rennen lagen beide aufgrund der Zwei-Stopp-Strategie recht gut im Rennen. Für einen Moment sah es sogar so aus, als könne Button aufs Podium fahren, aber dann war der MP4/28 dann doch zu lahm und wurde von der Konkurrenz aufgeschnupft. Perez und Button kamen beide in Punkte, was insofern wichtig war, weil Force India am Wochenende patzte.

Die Inder hatten sich gegen die Änderung der Reifen mit allem gewehrt, was sie hatten. Sie wussten wohl schon, dass die neuen Pirelli dem Wagen nicht gut tun würden. Schon in der Quali blieben beide Piloten blass und schafften nicht den Sprung in Q3. Sutil hatte in seinem Rennen Pech und fiel mit einem Hydraulikproblem aus, allerdings lag er zu diesem Zeitpunkt auch nicht in Punktenähe. Paul di Resta kämpfte sich durchs Rennen, dass man sich am Ende aber einem Williams geschlagen geben musste, sagt schon einiges.

Williams gelang es in Ungarn endlich den ersten Punkt in diesem Jahr zu holen. Bedanken können sie sich da bei Pastor Maldonado, der mit einem sehr guten Start die Basis für den Erfolg legte. Man sollte das allerdings nicht überbewerten. Die enge Strecke liegt dem Williams besser, als das, was sonst so in der Saison fährt, dazu kam das Glück, dass Rosberg kurz vor Schluss liegen blieb. Aus eigener Kraft hätte Williams den Punkt nicht geholt.

Force India war während des gesamten Wochenendes nicht zu sehen. Q3 war utopisch, die Rundenzeiten auf den Long Runs schlecht. Grund mag die Strecke gewesen sein, der STR mag die schnellen Kurse lieber.

Sauber hatte ebenfalls ein, wie in diesem Jahr schon fast gewohnt, zähes Rennen. In der Quali blieb Guiterrez mal wieder in Q1 hängen, im Rennen fiel der Mexikaner früh aus. Hülkenberg lag zwischenzeitlich auf P10, verlor aber viel Boden, als er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam.

Ein Wort noch zu Mark Webber, der von P10 auf P4 fahren konnte. Er startete mit den “Medium”, was sich als gute Entscheidung für den ersten Stint herausstellen sollte. Allerdings, und das habe ich nicht so ganz verstanden, setzte man Webber ebenfalls auf eine Drei-Stopp-Strategie. Entweder kann der Red Bull nicht mehr, oder man hat sich da vertan. Durch das zweimalige Wechseln auf die “Medium” verlor Webber rund 20 Sekunden an der Box, ob er die auf der Strecke auf verloren hätte, ist zumindest mal eine Frage wert.

Das Rennen war also durchaus interessant, bot packende Zweikämpfe und für Ungarn erstaunlich viele und vor allem sehenswerte Überholmanöver. Leider geht die Serie jetzt in eine vierwöchige Pause, das nächste Rennen ist erst Ende August in Spa. Die Fabriken müssen zwei Wochen geschlossen bleiben, was aber nicht bedeutet, dass keiner arbeiten wird. Vier Wochen sind viel Zeit, um den Wagen zu verbessern.

Vettel führt in der WM zwar mit 38 Punkten vor Räikkönen, Alonso hat 39 Punkte Rückstand und bei Hamilton sind es 48 Zähler. Das bedeutet, dass die WM noch längst nicht entschieden ist. Ein Ausfall von Vettel und die Sache sieht wieder anders aus. Mercedes hat mit Hamilton auch noch durchaus Chancen. Wenn deren Performance weiter so stabil ist, Vettel noch einmal ausfällt und es gelingt, immer ein oder zwei Plätze vor Vettel liegen, dann könnte es gegen Ende der Saison noch mal knapp werden. Das klingt etwas viel nach “wenn und sollte”, aber ausgeschlossen ist es nicht, dass Red Bull noch mal ins Schwitzen kommt.

In der Sommerpause gibt es von uns wie gewohnt die Halbzeitanalyse, damit es nicht ganz so langweilig wird.

2013 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_Ungarn_2013 00007 F1_Ungarn_2013 00018 F1_Ungarn_2013 00006 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00005 F1_Ungarn_2013 00010 F1_Ungarn_2013 00004 F1_Ungarn_2013 00017 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Sergio Perez in action F1_Ungarn_2013 00015 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00011 Jenson button in action 2013 Hungarian Grand Prix - Saturday

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August 29 2011

06:37

Formel Eins: Analyse Spa 2011

Eine trockene Fahrbahn bescherte zumindeste in der ersten Hälfte ein spannendes Rennen mit einem souveränen Sebastian Vettel.

Red Bull und Spa – das war bisher keine gute Kombination. Die hohen Abtriebswerte des Red Bull sorgten dafür, dass Vettel und Webber auf den langen Geraden kaum eine Chance hatten. Doch das hat sich in diesem Jahr geändert. Schon in den wenigen trockenen Momenten im Training wurde deutlich, dass die Änderungen am Red Bull Wirkung zeigten. Ein neuer Heckflügel und ein teilweise neuer Unterboden sorgte dafür, dass die Bullen plötzlich bei der Höchstgeschwindigkeit mit dabei waren. Tatsächlich war Mark Webber im Rennen laut FIA der schnellste auf der Geraden, Vettel war nur wenig langsamer. Dieser Umstand und weil der RB7 besser mit der Reifenwahl klar kommt, sorgte dafür, dass man einen Doppelsieg einfahren konnte. Ein wenig Glück war aber auch dabei.

Denn die Szene des Tages lieferte unfreiwillig Lewis Hamilton. Der hatte in der 12. Runde eine Begegnung mit Kamui Kobayashi. Hamilton hatte den Sauber vorher auf der Kemmel Geraden überholt und war auf der Jagd nach Alonso und Vettel. Doch Kobayashi hatte sich nicht aus dem Windschatten abschütteln lassen und blieb auf der Außenseiten des McLaren. Die Fernsehbilder machen nicht ganz klar, wer da wo hin lenkte, aber am Ende berührte Hamilton den Japaner und flog böse ab. Der Aufprall war so heftig, dass der Brite wohl für einen Moment benommen war. Eigentlich ein Rennunfall, doch auf der anderen Seite war der auch unnötig. Kobayahsi war klar langsamer, er hatte keine Chance. Dementsprechend hätte er Hamilton das Leben auch nicht so schwer machen müssen. Damit war aber dann einer der schnellsten Verfolger von Vettel aus dem Feld genommen. Was mit dem McLaren heute drin gewesen wäre, zeigte dann später Jenson Button.

Der war von P13 gestartet und kam zunächst nur zäh voran, weil er auf der harten Mischung unterwegs war. Er wechselte zwar früh auf die weichere Mischung, kam aber auch dann noch nicht so richtig in Schwung. Hilfreich war allerdings die SC-Phase, die der Unfall von Hamilton ausgelöst hatte, denn so kam Button wieder näher an die Top Ten. Von Moment des Restarts lief es besser für Button, der auch noch genügend weiche Reifen übrig hatte, um das Rennen zu beenden. Zwischenzeitlich musste er mit einem Satz etwas länger fahren, dafür kam er dann später als der Rest an die Box und konnte mit einem brandneuen Satz weicher Reifen durchs Feld pflügen. Er schnappte sich einen Konkurrenten nach dem anderen und erreicht am Ende sogar das Podium, weil Alonso mit seinem F150 auf den harten Reifen hilflos um den Kurs rutschte. Das Problem des Ferrari liegt dabei offenbar an der Vorderachse, da man die Reifen nicht auf Temperatur bekommt und so mit viel Untersteuern zu kämpfen hat.

Dabei sah es für Ferrari zeitweise gar nicht so schlecht aus. Alonso schnappte sich beim Start gleich ein paar Konkurrenten und kam schnell in Tuchfühlung mit den Top 3. Dazu musste er zwar Felippe Massa niederringen, aber das schien ein eher kleineres Problem zu sein. Den Speed des Red Bulls konnte man allerdings nicht halten. Ferrari hatte sich am Freitag schon etwas skeptisch gezeigt, was die Konkurrenzfähigkeit anging und blieb vorsichtig mit den Erwartungen. Das sollte sich dann am Ende bewahrheiten, denn Alonso hatte einfach keine Chance. Vettel nahm ihm zehntelweise Zeit ab und als Alonso im letzten Stint auf die harten Mischung wechselte, brachen seine Zeiten vollends ein. Webber und Button, die von hinten mit weichen Reifen kamen, waren teilweise zwei Sekunden schneller als der Spanier. Der war am Ende mit Platz 4 dann auch noch zufrieden. Noch schlechter lief es für Massa. Der musste eine Runde nach seinem letzten Reifenwechsel erneut an die Box, weil er einen schleichenden Plattfuss hatte, was sein Rennen zerstörte.

Besser lief es da für Mercedes, die in Spa eine gute Figur machten. Erstaunlicherweise konnte Rosberg nach einem sensationellen Start in der ersten Runde die Führung übernehmen und er behielt sie auch bis Runde 3. Doch man konnte sehen, dass der Deutsche für die Autos der Top 3 eher ein Bremsklotz war. Er wurde dann nach hinten durch gereicht, auch weil sein erster Stint deutlich länger war. Er pendelte sich aber dann ein, wo Mercedes halt hingehört – hinter Red Bull, McLaren und Ferrari.

Ein grandioses Rennen fuhr allerdings Michael Schumacher. Als letzter gestartet hatte er nach wenigen Runden schon die Top 10 im Visier. Er hatte, wie Button, die harten Reifen zum Start gewählt. Vermutlich in der Annahme, dass man da hinten auch mit harten Reifen würde schneller als der Rest fahren können. Die Strategie passte perfekt und kam dann mit den anderen zum ersten Wechsel an die Box, wo er die weichen Reifen nehmen konnte. Von da an pfeilte er weiter durchs Feld und erreichte in den letzten Runden P6. Vor ihm lag Rosberg, den er dann auch noch schnappte. Mercedes hatte vorher Rosberg darüber informiert, dass beim ihm der Sprit knapp wurde. Kann sein, dass man Schumacher bei seinem Jubiläum nach vorne bugsieren wollte, aber das glaube ich eigentlich nicht. Die Fahrt von ihm war auch so beeindruckend und ob P5 oder P6 macht dann auch nicht viel aus.

Neben Hamilton hatte auch Jamie Alguersuari Pech. Der war als sechster gestartet und kam auch gut weg. Doch in La Source wurde dann Senna abgeschossen, der seinen Bremspunkt verpasste und in den Toro Rosso rauschte. Das Rennen von Senna war damit auch beendet, denn für die Aktion bekam er zurecht eine Durchfahrtsstrafe. Heidfeld wird es mit einem Grinsen verfolgt haben.

Positiv überraschten die Williams, die mit einer neuen, eigenartigen Heckflügelkonstruktion angereist waren (Siehe Bilder). Offenbar brachte die Schaufel durchaus aus was, vor allem mit dem DRS. Auf der Geraden war sie sehr schnell und Pastor Maldonado konnte endlich mal wieder einen Punkt für die in diesem Jahr gebeutelten Briten einfahren.

Nach dem Rennen gab es allerdings noch jede Menge Ärger. Adrian Newey bezeichnete die Reifen von Pirelli in der BBC als “Sicherheitsrisiko”. Es hätten sich große Stücke von der Lauffläche gelöst, man habe nicht gewusst, ob der Reifen platzen würde. Pirelli reagierte wütend auf die Anschuldigungen. Red Bull habe Sturzwerte an der Vorderachse genutzt, die außerhalb der Toleranzwerte lagen, die Pirelli vorgibt. In der Tat sahen die Sturzwerte bei den Red Bull ziemlich abenteuerlich aus, auf der anderen Seite hatten auch Ferrari und McLaren mit einer für Pirelli eher untypischen Blasenbildung zu kämpfen. Bisher haben sich die Pirelli als sehr zuverlässig erwiesen und die in Spa verwendete Kombi (Medium/Soft) ist auch nicht neu. Das Newey nach einem Doppelsieg so heftige Worte findet ist überraschend und wird sicher noch ein Nachspiel haben.

Für Red Bull und Vettel ist der Sieg in Spa ein großer Schritt in Richtung WM-Titel. Vettel führt nun mit 92 Punkten vor Webber und 102 Punkten vor Alonso. Es werden aber nur noch maximal 175 Punkte vergeben. Vettel müsste schon extrem viel Pech haben, wenn er seinen zweiten Titel noch verlieren sollte. Wenn es richtig gut läuft kann er schon in Singapur oder Korea Weltmeister werden. Und für das nächste Rennen in Monza scheint man auch gut gerüstet. Die Höchstgeschwindigkeit des RB7 stimmt, man wird in Italien nicht chancenlos sein.
F1 Grand Prix of Belgium - Race GP BELGIO F1/2011 F1_Spa_2011_2 GP BELGIO F1/2011 F1_Spa_2011_4 F1_Spa_2011_5 Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. F1_Spa_2011_10 F1_Spa_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Belgium F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Practice F1 Grand Prix of Belgium - Race F1_Spa_2011_20 F1_Spa_2011_21 F1_Spa_2011_22 F1_Spa_2011_23 2011 Belgian Grand Prix 2011 Belgian Grand Prix F1_Spa_2011_26 F1_Spa_2011_27

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July 13 2011

14:51

Formel Eins: James Allen Strategie Analyse Silverstone

Der GP von England war ein aus strategischer Sicht ein interessantes Rennen. Es gab eine Menge Unabwägbarkeiten als bei anderen Rennen, was vor allem an den Reifen lag, weil man vor dem Rennen so wenig im Trockenen trainieren konnte.

Und dann gab es die teilweise sehr nasse Strecke beim Start, was alle dazu zwang, auf Intermediates zu starten. Doch wie lange würden die halten? Vor dem Rennen dachten die meisten Strategen an ein 3-Stopp-Rennen, während einige Teams aus dem Hinterfeld einen Stopp weniger einplanten, um ein paar Plätze gut zu machen. Der Start auf der nassen Strecke brachte zwei Dinge, die den Teams das Leben leichter machten. Zum einen mussten die Fahrer so nicht beide Reifenmischungen nutzen, so dass man um den langsameren harten Reifen herum kam. Zum anderen bedeutete der Regen, dass man sich um 11 Runden weniger Gedanken machen musste, was die Startegien vereinfachte. Die erste wichtige Entscheidung betraf den Moment, wann man auf Trockenreifen wechseln sollte.

Michael Schumacher machte allen die Entscheidung sehr leicht, der nach seiner Kollision in Runde 9 an die Box musste und sich Trockenreifen nahm, da er eh nichts mehr zu verlieren hatte. Ab Runde 11 waren seine Reifen auf Temperatur und er war pro Runde eine Sekunde schneller als der Führende. Es war klar, dass die Slicks nun schneller waren und Fahrer wie Jenson Button tauchten in der Box auf.

Red Bull: Zwei starke Fahrer im Zaum halten

Mark Webber hatte die Pole in Silverstone erfahren, sie aber beim Start an Vettel verloren. Dennoch war er im Rennen stark unterwegs und Red Bull musste das Rennen beider vorsichtig planen.

An dem Punkt, an dem die Strecke abtrocknete, hatte Sebastian Vettel eine Führung von 8 Sekunden vor Mark Webber, der wiederum unter Druck von Fernando Alonso stand. Red Bull holte Mark Webber zuerst rein, so dass er im Kampf mit Alonso keine weitere Zeit verlor oder gar seinen zweiten Platz. Das klappte, auch weil Alonso bei seinem Stopp 2.6 Sekunden verlor. Aber weil Vettel eine Runde länger draussen blieb, verlor er 5 Sekunden. Das Team dachte definitv daran Webber zu helfen, als man ihn zu erst reinholte.

(Anmerkung von Don: Das ist sicher richtig, gleichzeitig war aber auch nicht klar, wie trocken die Strecke war und ob Schmumachers Zeiten mit einer anderen Abstimmung zusammenhingen. Man schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen half man Webber Alonso los zu werden, zum anderen konnte er über zwei Sektoren testen, wie sich die Zeiten entwickeln würden)

Beim zweiten Stopp lief jedoch schief und kostete Webber seinen Platz an Alonso. Red Bull machte das übliche und holte Webber rein, kurz bevor die Reifen ihre beste Phase hinter sich hatten und die Zeiten einbrechen konnten. Webber kam in Runde 26 an die Box. Alonso wiederum hatte noch etwas mehr Leben in seinen Reifen und legte eine 1.35.5 min hin, was zu diesem Zeitpunkt die schnellste Zeit des Rennen war. Das und weil Webber rund 1.5 Sekunden bei seinem Stopp verlor, sorgte dafür, dass Alonso der “Undercut” gelang und an Webber vorbei kam. Und dann ging auch noch der Stopp von Vettel daneben und er verlor die Führung an Alonso. Vettel kam zu dem genau vor Webber raus, der mit frischen Reifen hätte Alonso angreifen können.

Das war ein für diese Saison seltenes Beispiel dafür, dass ein Fahrer einen Konkurrenten überholen konnte, weil er eine Runde länger draussen bleiben konnte. Normalerweise schafft man den Undercut nur, wenn man eine Runde früher stoppt und die Performance der neuen Reifen nutzt.

McLaren – Das Rennen an mehreren Fronten verloren

Mal abgesehen von dem Punkt, dass McLaren den rechten Vorderreifen von Jenson Button bei seinem dritten Stopp nicht befestigen konnte, gab es weitere Probleme. Wie in Valencia ging der McLaren sehr hart mit den Reifen um. Aber das größte Problem war wohl, dass Lewis Hamilton zu wenig Sprit an Bord hatte.

Weil das Mapping für dieses Rennen geändert und das “Off-Throttle” Anblasen des Diffusors abgestellt war, würde man weniger Benzin benötigen. Da man im Training keine wirklich trockene Strecke hatte, mussten die Team-Strategen den Verbrauch mehr oder weniger schätzen. Der McLaren von Hamilton starte von P10 und McLaren war etwas zu aggressiv mit ihrer Strategie. Normalerweise braucht man für die 52 Runden rund 150 Kilo.

Die ersten 11 Runden fanden unter nassen Bedingungen statt, was den Strategen hätte helfen müssen, da man im Regen weniger Benzin verbraucht. Also nahmen viele Teams vor dem Rennen Sprit aus dem Tank, als sie sahen, dass das Rennen wohl unter nassen Bedingungen starten würde. Aber erstaunlicherweise half das Hamilton überhaupt nicht, weil er die letzten 20 Runden Benzin sparen musste, was ihm den letzten Podiumsplatz kostete und um ein Haar auch P4 an Massa.

Die Herausforderung für die Strategen ist, dass der Fahrer mit so wenig Sprit wie möglich ins Ziel kommen sollte, weil jedes Gramm mehr den Wagen in den 52 Runden langsamer macht. Wenn man zu wenig Benzin einfüllt, verliert man, wie Hamilton, am Ende sehr viele Positionen. Füllt man zu viel ein, ist man zu Beginn des Rennens zu langsam, man verliert aber kaum an Boden. Man hat so Sachen wie bei Hamilton in den letzten 12 Monaten selten gesehen, was auch bedeutet, dass die Teams nicht einsehen zu viel Risiko einzugehen.

Alguersuari: Von ganz hinten nach vorne

In diesem Jahr kann man eine seltene Strategie erstaunlich oft beobachten. In sechs von neun Rennen gelang es einem Fahrer, der schon in Q1 ausgeschieden ist, in die Punkte zu kommen. Algiuersuari ist das Kunststück gelungen, in drei Rennen von P18 aus noch unter die Top 10 zu kommen.

Die offizielle Erklärung von Toro Rosso für die schlechte Performance in Q1 lautete, dass man vom Regen überrascht worden sei und man keine Runde auf einem weichen Satz hinbekommen hatte. Inoffiziell hieß es jedoch, dass man nur mit harten Reifen unterwegs war, weil man drei Sätze weicher Reifen für den Renntag haben wollte, was in der Vergangenheit immer gut geklappt hat.

Alguersuari fuhr sehr lange, saubere Stints und nutzte die Langlebigkeit und Performance der neuen weichen Reifen. Er stoppte zweimal und kam auf P10. Nico Rosber und Sergio Perez waren die bestplatzierten Zwei-Stopper auf P6 bzw. P7. Der Sauber bewies mal wieder, dass er mit den Reifen besonders sanft umgeht.

Die Wichtigkeit des Starts in der Rennstrategie

Rosberg verlor beim Start drei Positionen, hatte dann aber ein gutes Rennen, dass ihn wieder an die Stelle brachte, wo er so oder so gelandet werde. Aber man kann einen Trend in diesem Jahr erkennen, die das Ergebnis der Fahrer beeinflusst.

Das beste Beispiel ist Pastor Maldonado, der sich in Silverstone auf einem brillanten siebten Platz qualifiziert hatte, dann aber am Start drei Positionen verlore. Das ist in diesem Jahr beim Venezualaner sehr auffällig, denn er 19 Plätze in 9 Rennen am Start verloren.

Webber hat ebenfalls schlechte Starts gezeigt. Er verlor 12 Plätze in 9 Rennen und natürlich den Start in Silverstone gegen Vettel.

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July 11 2011

06:01

Formel Eins: Analyse GP England 2011

Wer hätte das gedacht, dass Ferrari ausgerechnet auf einer Strecke den ersten Sieg der Saison einfahren kann, auf der Red Bull eigentlich dominieren sollte. Ein Fehler von Red Bull half, aber auch ohne den wäre es vorne eng geworden.

Der GP in Silverstone war mal wieder abwechslungsreich, was natürlich auch mit dem typischen britischen Wetter zu hatte. Ein kleiner Schauer, rund 40 Minuten vor dem Start, sorgte für sehr gemischte Verhältnisse auf der Strecke. Während das Wasser auf dem neuen Teil von Silverstone gut ablief und der Kurs abtrocknete, stand das Wasser ab Brooklands bis auf die Hangar Straight. Die Intermediates waren die einzige Wahl, weil es für Slicks einfach zu nass war und auch lange blieb. Das alles war Vettel relativ egal, er knöpfte schon beim Start Mark Webber den ersten Platz ab und fuhr wie üblich seine fünf bis sechs Sekunden Vorsprung heraus. Webber hielt Respektabstand, dahinter tobte ein schöner Kampf zwischen beiden Ferrari und McLaren. Doch das Rennen nahm dann noch einige Wendungen und am Ende gab es Ärger um eine Teamorder von Red Bull.

Red Bull schien die Sache locker im Griff zu haben. Weder in den nassen, noch in den trockenen Bedingungen schienen Ferrari oder McLaren den Abstand nach vorne verkürzen zu können. Erschwert wurde die Verfolgungsjagd dadurch, dass Massa und Hamilton lange in einen wunderbaren Zweikampf verwickelt waren, bei dem mal Alonso, mal Hamilton die Nase vorne hatte. Die beiden gaben sich nicht viel in Sachen Fahrkunst und Aggressivität, aber der Zweikampf, der sich über den ersten und zweiten Stint des Rennens hin zog, kostete beide viel Zeit.

Ferrari war in Silverstone erstaunlich flott unterwegs. Schon in den Trainingssessions waren die Italiener flotter als sonst, was man auf die neuen Updates schob. Allerdings kam Ferrari zu Gute, dass man das Rennen zum “Wet Race” deklariert hatte und man so darum herum kam, die harte Mischung fahren zu müssen, die dem F150 nicht wirklich liegt. Alonso konnte während des gesamten Rennens pushen und den Abstand nach vorne einigermaßen klein halten. Das sollte sich beim zweiten Stopp von Vettel dann als entscheidend herausstellen.

Denn beim zweiten Stopp von Vettel brach beim Stopp der Wagenheber und musste ausgewechselt werden. Die entscheidenden Sekunden fehlten dem Weltmeister dann bei der Ausfahrt aus der Box. Bis er wieder auf die Strecke einbog, war Alonso lange vorbei. Auch Lewis Hamilton hatte den Deutschen passiert, der sich somit auf einem ungewohnten Platz 3 wieder fand. Die Phase nutzte Alonso dann aus, um sich einen großen Vorsprung zu erfahren, da Hamilton die Pace des Ferrari nicht mal ansatzweise halten konnte. Vettel verlor massiv Zeit hinter McLaren, während Alonso vorne weg zog. Nach einigen herzhaften Duellen konnte Vettel dann schließlich am Briten vorbei gehen, doch da war der Ferrari schon außer Reichweite.

Bei McLaren lief es zeitweise richtig gut. Man hatte Hamilton auf P3 und Button in Lauerstellung auf P5, aber dann zerbröselte ein möglicher Erfolg, weil McLaren sich eine ungewöhnliche Fehlerkette erlaubte. Erst fiel Button aus, weil bei seinem Boxenstopp ein Rad nicht fest angezogen wurde. Der Lollipop-Mann hatte ihn zu früh los fahren lassen. Bei Hamilton sah es besser aus, aber offenbar hatte sich McLaren beim Sprit verkalkuliert, was ziemlich unverständlich ist. Silverstone gilt als Strecke, die wegen des hohen Vollgasanteils viel Sprit braucht, aber offenbar hatte McLaren darauf gehofft, dass die Strecke länger nass sein würde. Nasse Strecke = weniger Speed = weniger Verbrauch. Aber die Rechnung ging nicht auf und der Ex-Meister musste erst Vettel, später Webber passieren lassen. Am Schluss schaffte er es gerade so noch vor Massa auf P4.

In den letzten Runden wurde es aber noch einmal dramatisch, denn Vettel verlor plötzlich an Geschwindigkeit und hatte plötzlich Webber im Nacken, der zum Überholvorgang ansetzte. Vettel verteidigte, das Duell blieb sauber, aber dennoch funkte Red Bull, in dem Fall Christian Horner persönlich, an Webber, der solle die “Distanz” halten. Webber berichtet nach dem Rennen, dass man ihn wohl mehrfach befohlen hat, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber blieb zwar dahinter, meinte aber mit angesäuerter Mine nach dem Rennen, dass derartige Team Order seine Entscheidung, wo er 2012 fahren wird, dann doch beeinflussen würde.

Wie immer, kann man geteilter Meinung sein. Webber hatte im Rennen keine Chance gegen Vettel, obwohl Red Bull ihn immer als erster an die Box holte. Beim ersten Stopp könnte man noch sagen, dass man Webber eher reinholte, um die Strecke mit den Slicks für Vettel zu testen. Beim zweiten Stopp war das aber nicht mehr nötig. Auf der anderen Seite: Vettel hatte in den letzten Runden offenbar ein Problem, sein Vorsprung beträgt 80 Punkte auf Webber und 92 Punkte auf Alonso. Wäre Webber auf P2 gefahren, würde er “nur” 77 Punkte zurück liegen. Zu vergeben sind noch 250 Punkte. Natürlich muss man damit rechnen, dass Ferrari noch stärker wird, aber Vettel hat die WM auch dann, wenn Alonso alle Rennen gewinnt und er nur noch dritte Plätze einfährt. Die Aktion wird bei Red Bull noch für Ärger sorgen. Interessant an der Sache ist, dass Mark Webber in diesem Jahr eigentlich immer sehr ruhig war und sich, die Verlängerung seines Vertrages im Kopf, nicht aus dem Fenster gelehnt hat. Offenbar hat sich seine Vertragssituation verändert und Radio Fahrerlager vermeldet, dass Ferrari jetzt doch sehr am Australier interessiert ist.

Eine andere Frage ist, ob Ferrari auch dann gewonnen hätte, wenn Red Bull den Fehler nicht gemacht hätte. Die Antwort lautet wohl: Ja. Denn die Pace von Alonso und die technischen Probleme von Vettel (angeblich ging das KERS nicht, was aber laut TV-Bilder nicht stimmt) hätten Alonso sicher an die Spitze geführt. Eventuell wäre es auch über die Boxenstrategie gegangen. Was bedeutet: Ferrari ist dran.

Das könnte mit dem Mapping zu tun haben, um das es am Wochenende viel Ärger gab. Vor dem Rennwochenende hatte FIA die Stellung der Drosselklappen in den Kurven auf 10% festgelegt. Renault ist dagegen Sturm gelaufen. Zum einen, weil man die offenen Klappen braucht, um den Motor zu kühlen, zum anderen, weil Mercedes ein anderes System hat, was ihnen einen Vorteil verschafft. Samstag wollte die FIA wieder alles revidieren, dann fiel ihnen auf, dass man am Rennwochenende die Regeln nicht verändern kann. Red Bull akzeptierte dies zähneknirschend, wollte am unbedingt an diesem Wochenende noch eine Einigung erreichen, damit man für das nächste Rennen planen kann. Doch vermutlich Ferrari/Sauber und Williams sagten “Nein”, was Red Bull angeblich dazu brachte, mit einem Rückzug aus dem Rennen zu drohen.

Dabei ist nicht mal klar, ob das Mappingverbot Ferrari nicht auch trifft. Es ist schwer zu sagen, ob die Updates am Wagen, oder das Verbot des Mappings zum Sieg beigetragen haben. Hinter dem “Nein” könnte auch einfach Politik stecken. Wie in der Vorschau schon mal angedeutet, wird das Verbot Red Bull treffen und der Zeitverlust scheint bei so rund 4 Zehntel zu liegen, wenn man die Quali sieht, wo Alonso auf einem Zehntel dran war. Aber Webber war auch schneller als Vettel, der normalerweise wiederum drei bis vier Zehntel schneller sein sollte. Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen. Sauber und Williams können die Saison damit abhaken. Richtig blöd für Sauber, die auf den Bau eines angeblasenen Diffusor verzichtet hatten, weil die FIA ihnen signalisiert hatte, dass man die Sache verbieten wird.

Aber hinter Red Bull, Ferrari und McLaren gab es auch noch ein Rennen:

- Mercedes hatte eine okaye Ausgangsposition. Schumacher kam aus der ersten Runde auf P9 raus, Rosberg, der mal wieder einen schlechten Start hatte, auf P12. Die Mischbedingungen liegen Schumacher, der mal wieder richtig gut aussah, doch dann auf Kobayashi traf. Den räumte er in Brooklands fast ab, als er viel zu schnell innen reinstach. Klarer Fehler von ihm, die 10 Sekunden Stop/Go Strafe war dann allerdings etwas übertrieben. Ohne diesen Crash wäre P6 drin gewesen, Massa auf P5 hätte er aber nicht bekommen. Rosberg fuhr eher unsichtbar und landete auf P6, wo Mercedes auch hingehört.

- Renault leidet unter dem Mapping- und hot blown diffusor Verbot. Heidfeld, nach schwacher Quali nur auf P16, holte auf P8 immerhin noch Punkte, erreichte das aber auch dadurch, dass er einen Stopp weniger einlegte. Petrov lagen die Verhältnisse nicht und er verschwand im Mittelfeld. Für Renault sieht es düster aus, denn viel Geld um den Wagen umzubauen hat man auch nicht.

- Pech für Force India. Paul di Resta lag lange auf P6, dann verpatzte man einen Boxenstopp, weil man die Reifen für Sutil bereit liegen hatte, und nicht für den Schotten. Sutil lag am Anfang in den Punkten, rutschte dann aber raus und kam nur auf P11.

- Toro Rosso verlor Buemi nach einer Kollision mit di Resta, aber Alguersuari holte mal wieder Punkte auf P10.

- Pastor Maldonado lag ebenfalls in den Top Ten, aber der Williams hat einen schlechten Rennspeed und fiel zurück. Barrichello fiel gar nicht auf, landete aber am Ende auf P13 vor Maldonado. Noch schlechter lief es für Lotus, die beide Wagen in den ersten 10 Runden mit technischen Problemen verloren.

- Glock wurde “best of the rest”, Neuling Ricciardo kam immerhin ins Ziel.

In 14 Tagen geht es am Nürburgring weiter.

F1_Silverstone_2011_1 F1_Silverstone_2011_2 F1_Silverstone_2011_3 F1_Silverstone_2011_4 F1_Silverstone_2011_5 F1_Silverstone_2011_6 Formula One World Championship, Rd 9, British Grand Prix, Race, Silverstone, England, Sunday 10 July 2011. Formula One World Championship, Rd 9, British Grand Prix, Race, Silverstone, England, Sunday 10 July 2011. Formula One World Championship, Rd 9, British Grand Prix, Race, Silverstone, England, Sunday 10 July 2011. Formula One World Championship, Rd 9, British Grand Prix, Race, Silverstone, England, Sunday 10 July 2011. F1_Silverstone_2011_11 F1_Silverstone_2011_12 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Great Britain Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Great Britain Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Great Britain British F1 Grand Prix - Practice British F1 Grand Prix - Qualifying British F1 Grand Prix - Race British F1 Grand Prix - Practice British F1 Grand Prix - Qualifying F1_Silverstone_2011_21 F1_Silverstone_2011_22 F1_Silverstone_2011_23 F1_Silverstone_2011_24 2011 British Grand Prix 2011 British Grand Prix F1_Silverstone_2011_27 F1_Silverstone_2011_28

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March 23 2011

16:16

Formel Eins: Vorschau 2011 – Die Fahrer

Die Anzahl der Fahrer, die in diesem Jahr Weltmeister werden können, scheint auf den ersten Blick kaum überschaubar. Doch es gibt einige Variablen, die den Kreis der Anwärter doch etwas einschränken.

Für die Fahrer gibt es in diesem Jahr viel Arbeit im Cockpit. Der zu erwartende hohe Reifenverschleiß wird den Fahrer mehr Eingriffe in die Strategie geben, denn der merkt zu erst, wenn die Reifen abbauen. Eine Runde mehr oder weniger draußen wird über den Sieg entscheiden. Dazu kommt, dass der massive Drop off der Reifen jenen Fahrern einen Vorteil verschafft, die sehr reifenschonend unterwegs sind. Ebenfalls neu ist, dass man mit dem Heckflügel spielen kann, dafür aber noch mehr Knöpfe im Cockpit bedienen muss. Das mag nicht jeder Fahrer. All diese Komponenten könnten für Überraschungen in der Saison 2011 sorgen.

Die Reihenfolge habe ich nach meiner Team Rangliste vorgenommen.

1. Sebastian Vettel
Der Weltmeister ist der Gejagte in diesem Jahr und ich bin gespannt, wie Vettel mit den neuen Voraussetzungen umgehen wird. Als Jäger hat man es ja immer etwas leichter, auf der anderen Seiten hat Vettel nicht mehr den Druck den man hat, wenn man seinen Titel noch nicht hat. Fahrerisch dürfte es Vettel nach dem letzten Jahr nicht mehr an Erfahrung fehlen, der etwas reduzierte Druck sollte dafür sorgen, dass ihm keine Fehler mehr unterlaufen wie in Spa oder in der Türkei. Seine Ungeduld wird er aber dennoch nicht abgelegt haben. Vettel könnte der erste Fahrer seit Alonso sein, der seinen Titel verteidigen kann.

2. Mark Webber
Die spannende Frage wird sein: Hat Webber den Verlust der WM im letzten Jahr verkraftet? Immerhin stand er bis zum GP in Korea vorne und hatte alle Chancen auf den Titel, den er dann mit seinem Fahrfehler verlor. Auch in der internen Hackordnung bei Red Bull dürfte Webber eingebüßt haben. Ob sein Selbstbewusstsein das wirklich alles unbeschadet überstanden hat? Ich kann es mir kaum vorstellen. Er könnte in diesem Jahr jedoch den Vorteil haben, dass er unter Umständen etwas reifenschonender unterwegs ist, als der aggressivere Vettel. Ich denke, dass Webber wie im letzten lange um den Titel fahren wird, aber irgendwie habe ich den Glauben verloren, dass seinen Titel noch holen kann.

3. Fernando Alonso
Keine Saison, ohne das man Alonso nicht zu den WM-Favoriten zählen darf. Wie man im letzten Jahr gesehen hat, kann der Spanier selbst dann im Rennen bleiben, wenn sein Wagen nicht gerade gut geht. Die desaströse Fehlentscheidung von Abu Dhabi wird er verdaut habe, seine Lust, dieses Jahr Weltmeister zu werden, dürfte durch die knappe Niederlage nur gestiegen sein. Alonso ist von allen WM-Anwärtern wohl der kompletteste Fahrer. Er ist schnell, intelligent, hat Erfahrung und kann blitzschnell Entscheidungen treffen. Er dürfte mittlerweile das Ferrari-Team hinter sich haben, die ihm den Wagen so bauen, wie er das haben will. Für mich ist der Spanier, neben Vettel, der heißeste Anwärter auf den Titel.

4. Felippe Massa
Es ist ja oft geschrieben worden, dass Massa nach seinem Unfall einfach nicht mehr derselbe ist. In der Tat war seine letzte Saison ja teilweise von einigen Tiefpunkten geprägt, und ich sehe auch nicht, dass er 2011 besser da stehen wird. In Sachen Fahrintelligenz habe ich einfach den Eindruck, dass er Alonso nicht das Wasser reichen kann. Ihm fehlt manchmal die Übersicht und die in diesem Jahr wird der Druck auf die Fahrer noch größer. Massa dürfte sich schnell wieder in der Rolle der Nummer “1b” wieder finden, der dafür sorgen soll, dass er den Gegner von Alonso die Punkte weg nimmt. Überraschungen sind bei Massa nicht ausgeschlossen, aber um WM-Titel sehe ich ihn nicht fahren. Könnte auch sein letztes Jahr bei Ferrari sein.

5. Nick Heidfeld
Die Umstände sind traurig, aber eine größere Chance hat ein Formel Eins Fahrer in den letzten Jahren wohl kaum bekommen. Der neue Renault ist wohl ein Wagen, der auf jeden Fall für eine Top 5 Platzierung gut ist, vielleicht sogar ein Podium. Siege werden schwer, da wird der Zufall mithelfen müssen. Oder Heidfeld, dessen größter Pluspunkt in diesem Jahr seine sehr konstante und reifenschonende Fahrweise ist. Was ihm bei Sauber den Platz gekostet hat, nämlich die harten Bridgestone Reifen nicht auf Temperatur zu bekommen, könnte dieses Jahr sein Vorteil sein. Seine Achillesferse ist und bleibt aber die schnelle Runde in der Qualifikation. Auch bei seinem Kurzeinsatz im Sauber letztes Jahr, wurde er von Kobayashi regelmäßig in der Quali gebügelt. Doch ein gutes Quali-Ergebnis ist halt extrem wichtig, denn wenn man im Mittelfeld steckt, belastet man seine Reifen mehr. Aber es wäre doch schön, wenn dem Deutschen endlich mal sein erster Sieg gelingt.

6. Vitaly Petrov
Es ist gut, dass Renault dem Russen eine weitere Saison gönnt. Er hat im letzten Jahr hin und wieder durchaus gezeigt, dass er an guten Tagen ein souveräner Punktelieferant ist, aber seine Formschwankungen waren halt leider auch immens. Großen Druck hat er 2011 aber nicht, auch wenn Bruno Senna im Team ist. Doch wer glaubt schon, dass Senna schneller als Petrov ist? Renault wird vom Russen verlangen, dass er regelmäßig in die Punkte kommt, damit man den dritten Platz in der Team-WM sichern kann. Mehr wird aber nicht drin sein.

7. Michael Schumacher
Es gibt in diesem Jahr kaum einen anderen Fahrer, auf dessen Leistung ich mehr gespannt bin. Hat Schumacher noch das Zeug, gegen Vettel & Co antreten zu können. Natürlich hängt viel von seinem Einsatzwagen ab, aber immerhin hat er ein Jahr lang mit Ross Brawn arbeiten können und es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass er den W02 auch nach seinen Wünschen hat bauen lassen. Die Tests zeigten schon, dass er mit dem neuen Wagen besser klar kommt, seine Zeiten waren auf Anhieb schneller, als die von Rosberg, der sich zunächst schwer tat. Der WM-Titel wird nicht drin sein, aber Schumacher wird von sich mindestens ein Podium erwarten. Siege werden schwer, aber ausgeschlossen sind die nicht, wenn alles gut läuft. Je besser die Saison läuft, desto mehr Motivation dürfte der Ex-Meister bekommen. Wenn es gar nicht gut läuft, könnte das seine letzte Saison sein.

8. Nico Rosberg
Egal, mit welchem Beobachter man auch spricht, die meisten halten Rosberg für einen der schnellsten Fahrer im Feld. Angesichts dessen, was Rosberg im letzten Jahr mit dem W01 angestellt hat, kann man dem durchaus folgen, auch wenn Rosberg meist eher unauffällig unterwegs war. Die Messlatte dürfte in diesem Jahr wieder Schumacher sein, aber vom Gefühl wird das 2011 nicht ganz so einfach werden. Aber unterschätzten sollte man Rosberg nicht, auch wenn er in der Beliebtheitsskala nicht wirklich weit vorne zu finden ist. Es fällt mir auch ein wenig schwer ihn für 2011 einzuschätzen, aber wenn es richtig gut läuft, dann traue ich ihm Platz 3 in der WM durchaus zu.

9. Lewis Hamilton
Das wird eine zähe Saison für den Weltmeister von 2008. Man braucht kein Prophet zu sein um zu wissen, dass er sich schwer tun wird. Schuld werden die Pirellis sein, die mal so gar nicht zu seinem extrem aggressiven Fahrstil passen. Dazu kommt, dass der McLaren zumindest im Moment noch eine mittelgroße Baustelle ist. Das alles spricht nicht für Hamilton, der zwar ultraschnell ist, aber eben auch sehr ungeduldig fährt. Man darf ihn zwar nie unterschätzen, aber der WM-Titel ist in diesem Jahr weit weg.

10. Jenson Button
Wäre der neue McLaren nicht so unberechenbar, Button wäre mich der Geheimtipp in diesem Jahr. Button ist ein genialer Stratege, seine Übersicht im Rennen ist immer da und er kann alleine strategische Entscheidungen treffen, weil ihm das Team vertraut. Dazu kommt, dass er bekanntermaßen die Reifen schont und er so langsam ja nun auch nicht ist. All diese Eigenschaften machen ihn eigentlich zu einem Top-Favoriten. Wenn es McLaren gelingt, den Wagen schnell an die Spitze zu bringen, dann muss man mit Button in jedem Fall rechnen. Selbst, wenn McLaren erst spät in Form kommt, wird Button jemand sein, der einige Siege einfahren kann.

11. Rubens Barrichello
Den absoluten Topspeed hat Rubens nicht mehr, was man ja schon gegen Ende der letzten Saison sehen konnte, als Hülkenberg deutlich besser wurde. Aber mit seinen fast 300 Grand Prix macht ihm auch keiner mehr was vor. Vielleicht sehen wir die letzte Saison von Barrichello in der Formel Eins, vielleicht gelingt ihm aber auch das Kunststück, dass er den durchaus schnellen FW33 regelmäßig weit nach vorne tragen kann. Ein Sieg wäre ihm und dem Team ja mal zu gönnen, aber das dürfte ein Traum bleiben. Viel wichtiger dürfte sein, dass Barrichello die nötigen Punkte für die Team-WM sammelt, damit Williams Platz 5 oder 6 erobern kann.

12. Pastor Maldonado
Das Maldonado überhaupt in der Formel Eins untergekommen ist, hat er seinen Sponsoren zu verdanken. Und einer sehr schlecht besetzten GP2 Meisterschaft im letzten Jahr. So richtig hat er mir in der GP2 nie gefallen, es fehlte in all den Jahren immer wieder der Speed. Bei den Tests in diesem Winter sah die Sache durchaus nicht schlecht aus, aber ich bin weiterhin skeptisch. Das Niveau in der F1 ist hoch, ob Maldonado da mithalten kann, finde ich zumindest schwer zu beantworten. Ihm fehlen Erfahrung und meiner Meinung nach auch der Speed. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

13. Kamui Kobayashi
Das der Japaner ein echtes Highlight in der F1 ist, hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Aber dieses Jahr wird nicht leicht für ihn, denn bisher hat auch immer davon profitiert, dass er erfahrene Teamkollegen hat. Jetzt ist er quasi der Teamleader, was vielleicht etwas früh in seiner Karriere ist. Den Speed hat er, das ist klar, aber hat er schon die Erfahrung, die es braucht? Es wird ein interessantes Jahr für Kobayashi, denn er wer es in der Konstellation schafft, regelmäßig in die Punkte zu kommen, dann dürfte das Interesse an ihm seitens der anderen Teams groß werden.

14. Sergio Perez
So richtig überzeugt war ich bisher von Perez in all den kleinen Klassen nicht, auch wenn er in der GP2 schon etliche Rennen gezeigt hat, die richtig gut waren. Aber ist er schon für die Formel Eins bereit? In den Tests machte er einen guten Eindruck. Er war nicht nur schnell, sondern auch konstant und hielt den Reifenverschleiß in Grenzen. Von den neuen Fahrern könnte Perez die größte Überraschung sein. Es wird ihm helfen, dass Peter Sauber jede Menge Erfahrung mit jungen und schnellen Talenten hat.

15. Sebastian Buemi
Für den Schweizer dürfte die Saison 2011 zu einer “Go-or-go-home” Saison werden. Das Toro Rosso in Sachen Nachwuchs ein “Durchlauferhitzer” ist, sollte bekannt sein. Dazu kommt aber auch, dass Red Bull vermutlich ab 2012 einen Nachfolger für Mark Webber sucht und Buemi war ja lange ein Kandidat. Er zeigte auch durchaus gute Rennen, leider waren seine Ergebnisse nicht sonderlich konstant. Ich kann Buemi schwer einschätzen, aber er macht mir nicht den Eindruck, als könne er sich wirklich bei Red Bull durchsetzen. Immerhin scheint er in diesem Jahr einen besseren Wagen zur Verfügung zu haben, als das noch im letzten Jahr der Fall war. Das wird den Druck aber nur noch weiter erhöhen.

16. Jaime Alguersuari
Der Spanier hat mich im letzten Jahr erst enttäuscht, doch gegen Ende der Saison besserte sich mein Bild von ihm. Man darf nicht vergessen, dass er praktisch direkt aus der britischen F3 in die F1 gewechselt ist und man da ziemlich viel von ihm verlangt hat. Zumindest gegen Ende der letzten Saison machte er auf mich einen starken Eindruck, da auch seine Quali-Schwäche etwas abnahm. Ich gehe eigentlich davon aus, dass Alguersuari die Saison bei Toro Rosso überleben wird.

17. Adrian Sutil
Ein weiteres Jahr für Sutil bei Force India und gut ist das nicht. So schnell Sutil an guten Tagen sein kann, so langsam ist er an schlechten. Er hat sich in den letzten Jahren, trotz eines durchaus guten Wagens, bei den großen Team nicht gerade aufgezwungen und das sagt dann eigentlich eigentlich schon alles. In diesem Jahr wird er wohl noch weniger die Chance haben sich auszuzeichnen, weil der neue Force India bei den Tests keinen allzu guten Eindruck gemacht. Dieses Jahr sollte dann auch wirklich langsam sein letztes Jahr bei den Indern sein. Wenn es ihm nicht gelingt für 2012 ein gutes Team zu finden, wird er es wohl schwer haben. Und das bekommt er auch nur, wenn er mal eine konstante Saison hinlegt.

18. Paul di Resta
Ein unbeschriebenes Blatt in der Formel Eins. In der F3 Euro machte einen guten Eindruck, in der DTM war er ja auch nicht langsam. Aber die F1 ist dann doch eine andere Hausnummer und schon bei den Tests machte er auf mich keinen guten Eindruck. Der Einsatz von di Resta ist von Mercedes gewünscht, die vermutlich dafür die Motoren umsonst hergeben, aber ob das Force India hilft? Man kann von Liuzzi halten, was man will, aber zuverlässig war er. Und Force India benötigt in diesem Jahr jeden Punkt. Das wird also schwer für di Resta, zu mal Nico Hülkenberg als Freitagsfahrer eine echte Gefahr ist.

19. Jarno Trulli
Das Trulli immer noch fährt, ist ja die eigentliche Sensation. Seine Schwächen (wenig Rennspeed) sind ebenso bekannt wie seine Stärken (sensationell auf eine Runde), daher hat es mich schon ein wenig gewundert, dass Tony Fernandes den Italiener noch einmal verpflichtet hat. Vermutlich möchte man einfach Stabilität im Team und in der Entwicklung des Wagens haben. Mir ist im letzten Jahr aber schon aufgefallen, dass Trulli im Rennen meist nicht gut unterwegs war. Vielleicht ändert sich das, wenn er mit dem neuen Lotus weiter vorne mitmischen kann und seine Motivation steigt. Ich bin mir aber sicher, dass es seine letzte Saison in der F1 ist.

20. Heikki Kovalainen
Seine Weiterverpflichtung ist wohl ebenfalls darauf zurückzuführen, dass man bei Lotus in Ruhe weiterentwickeln möchte. So viel schlechter als Trulli ist der Finne nicht, aber Highlights kann er auch nur selten setzen. Kovalainen ist ein guter Durchschnittsmann, der wenig Fehler macht und auch dann nicht nervös wird, wenn er unter Druck ist. Sollte Trulli Ende der Saison gehen, kann ich mir gut vorstellen, dass man den Finnen eine weitere Saison behält.

21. Timo Glock
Das wird eine weitere Saison zum Vergessen für den Deutschen. Der neue Virgin macht keinen guten Eindruck, dazu kommt, dass Lotus als Messlatte auch weg fällt, weil die einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Glock sollte sehen, dass er sich in diesem Jahr gut aus der Affäre zieht, vielleicht kann er ja dann 2012 Trulli bei Lotus ersetzen.

22. Jerome d’ Ambrosio
Ein Pay-Fahrer, daraus macht man bei Virgin auch kein Geheimnis. Dabei ist d’ Ambrosio aber nicht zu unterschätzen, denn seine Einsätze in der Renault Serie und in der GP2 waren durchaus so, dass man auf ihn aufmerksam wurde. Aber ebenso wie Glock wird er sich schwer tun im Virgin sein Talent zu zeigen. Immerhin kann er relativ druckfrei Erfahrungen sammeln und sich vielleicht mit ein paar guten Rennen für bessere Teams empfehlen.

23. Vitantonio Liuzzi
Nach seinem, wie ich finde, nicht gerechtfertigten Abgang bei Force India, blieb Luizzi nicht viel übrig, als bei HRT anzudocken. Dort wird ihm nichts anderes übrig bleiben, als seinen Teamkollegen möglichst weit und lässig auf Distanz zu halten. Dass ihm das gelingen wird, dürfte niemanden überraschen. Liuzzi ist in den letzten Jahren nach unten durch gereicht worden. Der Einsatz im HRT mag nicht seinem Talent entsprechen, auf der anderen Seite hat er sich in allen anderen Teams nicht durchsetzen können.

24. Narain Karthikeyan
Noch ein Pay-Fahrer, der dem notorisch klammen HRT-Team den indischen Industriegiganten Tata als Sponsor mitgebracht hat. Karthikeyan hat einiges an Erfahrung auf dem Buckel, immerhin hat er von der F3, der F1, Le Mans und NASCAR so ziemlich alles gefahren, was schnell ist. Er ist also nicht so schlecht, wie ihn manche beschreiben, aber es besteht kaum ein Zweifel, dass er das Schlusslicht der diesjährigen Saison sein wird.

February 03 2011

19:49

Formel Eins: Test Valencia Tag 3

Letzer Tag der Testfahrten und damit auch Abschied von der von den Teams nicht gerade geliebten Strecke in Valencia. Viel Erkenntnisse hat die Woche nicht gebracht.

Mantraartig kann man eigentlich wie jedes Jahr bei den Testfahrten immer nur sagen: “Wer schnell ist, kann das nicht verstecken.” Doch schon im letzten Jahr hat man gesehen, dass die meisten Team bei den Tests ordentlich gemauert hatten. Sauber war bei allen Tests 2010 im vorderen Drittel, nur um beim Saisonstart festzustellen, dass alle anderen bei den Tests zwei Sekunden langsamer gemacht haben, als in der ersten Quali. Keiner will sich in die Karten schauen lassen, also fährt man stur sein Programm und lässt den Fahrer lieber mal früher bremsen. Das wird in diesem Jahr nicht anders werden, wie Valencia gezeigt hat. Ein paar Dinge sind aber doch auffällig.

Auf den ersten Blick liegen die Zeiten teilweise arg weit auseinander. Bei den Topteams sind es bis zu zwei Sekunden, was etwas viel ist. Aber wie gestern schon erwähnt – es ist schwer zu sagen, wer welche Strategie bei den Tests fährt. Mercedes hat neben den Funktionstests vor allem das KERS-System getestet, das man noch nicht so richtig kennt. Red Bull hat angeblich darauf verzichtet, Ferrari wiederum nicht. Trotzdem waren beide Teams auf Anhieb am schnellsten und setzten sich an Tag 1 und 2 an die Spitze. Heute legte Renault mit einer ähnlichen Zeit nach, was ein gutes Zeichen für den eigenwillig konstruierten R31 ist.

Eng sind die Zeiten dahinter geworden. Zwischen Webber und Schumacher langen gerade mal sieben Zehntel, dazwischen drängelten sich Massa, Maldonado und Perez (die Zeiten der 2010er Wagen lasse ich mal raus). Sollten alle ein ähnliches Programm gefahren haben, wäre das natürlich ein schöner Vorgeschmack auf die Saison, aber ich gehe nicht davon aus, dass man so eng beieinander liegen wird.

Interessantes gab es heute von Pirelli zu berichten. Viele Teams führen längere oder lange Stints, um den Abbau der Reifen zu studieren. Bei Button, im alten McLaren, bauten die Reifen relativ konstant rund 0.1 Sekunden pro Runden ab, bei Webber blieben sie mit abnehmender Spritmenge sehr konstant. Grundsätzlich geht Pirelli davon aus, dass die Reifen in 20 Runden rund 2 Sekunden verlieren werden. Im einem Chat-Interview mit autosport.com, sagte Paul Hembery von Pirelli, dass die Lebensdauer der Reifen, also der Zeitraum, in dem sie einigermaßen vernünftige Zeiten abliefern, auf rund 100km beschränkt sei. Man habe die Mischung der Reifen so angelegt, weil das von der FIA und den Fans gewünscht worden sei, könne aber problemlos auch Reifen herstellen, die ein ganzes Wochenende halten. Grundsätzlich gehe man davon aus, dass alle Teams im Rennen zweimal stoppen müssen. Daraus ergeben sich einige interessante Dinge:

1. Der Peak der Pirelli ist kurz. Die Top Ten müssen aber mit den Reifen starten, die sie in Q3 auf dem Auto hatten, während der Rest frische Reifen hat. Man braucht mindestens drei Runden für eine gute Qualizeit, das macht dann 3 Zehntel, die die Reifen theoretisch schon zum Start langsamer sind. Zusammen mit dem klappbaren Heckflügel könnte das also interessante Startrunden geben.

2. Wenn die Reifen so schnell nachlassen, werden Wagen und Fahrer bevorzugt, die die Reifen schönen. Wie das bei den neuen Chassis aussieht, weiß man nicht, aber bei den Fahrer ist bekannt, dass zum Beispiel Button die Reifen nicht so hart ran nimmt. Die Frage der Strategie ist in diesem vermutlich kompliziert und kann dazu führen, dass sich das Klassement am Ende noch stark verändert. Durchfahren kann man mit den Reifen auf gar keinen Fall mehr.

Was den heutigen Testtag angeht, so gab es zwei nennenswerte Probleme. Ferrari fackelte der Wagen fast ab, als eine Ölleitung brach (sagt Ferrari) und das Öl sich auf dem Auspuff entzündete. Bei Lotus kam man überhaupt nicht voran. Die defekte Servolenkung ließ sich nicht reparieren, weil man keine Ersatzteile hatte, man rollte für ein Aerodynamiktests herum, brachte aber keine Zeit zustande.

Bei Mercedes zeigte man sich zufrieden, was schon mal mehr ist, als man im letzten Jahr behaupten konnten, als sowohl Rosberg als auch Schumacher nach ihren ersten Runden ziemlich enttäuscht waren. In diesem Jahr zeigte man sich etwas zufriedener auch wenn Schumacher heute zwischen den Zeilen durchblicken ließ, dass man noch am Speed des W02 arbeiten müsse.

Alle anderen drehten relativ sorgenfrei ihre Runden, wobei der neue neue Williams mit Pastor Maldonado am Steuer durchaus schnell unterwegs war. Gestern kam das Gerücht auf, dass man sich bei Williams etwas verzpckt habe, weil der Wagen schwer zu fahren sei. Aber auch gilt dann wieder: man weiß es erst, wenn Q3 in Bahrain vorbei ist.

Nächste Woche geht es in Jerez weiter, allerdings erst ab Donnerstag.

1 Kubica Renault 1m13.144s
2 Sutil Force India 1m13.201s +0.057
3 Button McLaren 1m13.553s +0.409
4 Webber Red Bull 1m13.936s +0.792
5 Massa Ferrari 1m14.017s +0.873
6 Glock Virgin 1m14.207s +1.063
7 Maldonado Williams 1m14.299s +1.155
8 Perez Sauber 1m14.469s +1.325
9 Schumacher Mercedes 1m14.537s +1.393
10 Buemi Toro Rosso 1m14.801s +1.657
11 Karthikeyan HRT 1m16.535s +3.391

F1 Testing in Valencia - Day Two 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing _G7C5817 _MG_2799 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing 377485179-261316322011 377485179-1116322011 385275911-111017322011 TEST F1/2011 VALENCIA F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day Two F1 Testing in Valencia - Day Two F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One
Bilder: Ferrari, Williams, Red Bull/Gepa, Renault, Mercedes

February 02 2011

17:34

Formel Eins: Test Valencia Tag 2 – Interview Sam Michael

Viel Arbeit heute für die Teams bei den Testfahrten, aber wenig neue Erkenntnisse. Lotus griff heute ebenfalls ein, kam aber nicht weit.

Testfahrten zu analysieren ist immer ein wenig, als würde man in die Glaskugel schauen. Es gibt derartig viele Variablen zu beachten, dass es fast unmöglich ist zu sagen, ob ein Team mit dem neuen Chassis richtig liegt. Jedes Team hat ein unterschiedliches Testprogramm, das unterschiedliche Systeme einsetzt. Mal legt man Wert auf die Aerodynamik, also ob die auch das macht, was wie am Computer gezeigt hat, mal sind es Versuche, mit Aufhängung und den Reifen zu spielen. Dazu kommt in diesem Jahr auch die Wiedereinführung des KERS-System und der verstellbare Heckflügel. Daher sollte man die Zeiten aus Valencia mit Vorsicht geniessen.

Dazu gibt es heute ein Interview mit Sam Michael von Williams.

Lotus hat seinen TL 128 heute das erste Mal eingesetzt, allerdings gab es Probleme mit der Servolenkung, so dass man nicht wirklich gute Zeiten liefern konnte. Man beließ es bei Funktions- und Aerodynamiktests und beendete den Nachmittag etwas früher als geplant. Ungewöhnlich sind solche Probleme beim ersten Einsatz eines Wagens nicht. Mercedes musste über Nacht die Hydraulik umbauen, die gestern Probleme gemacht hatte. Aber dafür sind solche Tests ja da.

Völlig problemlos lief es wieder für Red Bull und Ferrari, die auch wieder mit Abstand die schnellsten Zeiten der neuen Wagen setzen konnten. Am Nachmittag stieg Mark Webber in den RB7, kam aber kaum zum fahren, weil er wohl kleinere Probleme mit seiner Sitzposition im Wagen hatte.

Kleine Probleme gab es auch bei Williams, vor allem machte auf Twitter das unbestätigte Gerücht die Runde, dass Rubens Barrichello mit dem neuen FW33 ganz und gar nicht zufrieden sei. Sam Michael gab sich allerdings zufrieden (Siehe Interview weiter unten). Etwas überraschend war, dass Pastor Maldonado auf Anhieb die Zeiten von Barrichello bis auf 2 Zehntel erreichen konnte, aber hier ist dann auch die Frage, wie voll der Tank war.

Auch in Schwung kam Rosberg im Mercedes. Zum einen scheinen die Zeiten auf Anhieb schon mal in Ordnung zu sein, zum anderen hatte man keine Probleme. Zwar blieb der Deutsche einmal während der Session stehen, das war aber geplant, weil man den Tank trocken gefahren hatte.

Nach dem das Rätsel um die neue Auspuffanlage von Renault halbwegs geklärt ist, ist jetzt die Frage, wer so ein System noch haben könnte. Red Bull so angeblich eine Variante in petto haben, ebenso McLaren. Ross Brawn meinte gegenüber Autosport aber, dass der neue Auspuff kein “must have” in dieser Saison ist. Sein Nutzen sei eingeschränkt, die Probleme mit der Ableitung der Hitze dafür um so größer. Man müsse für diese Lösung größere Seitenkästen bauen, was wieder die Aerodynamik stört. Das hängt vermutlich aber auch davon, wie kompakt der Motor gebaut ist. Sowohl der Mercedes, als auch der Renault Motor haben einen Zylinderwinkel von 90°, aber die Größe der Kühler und Nebenaggregate ist wohl etwas unterschiedlich. Daher wird es auch nicht leicht die Idee von Renault zu kopieren. Zumindest für jene Teams, die keinen Renault-Motor haben.

Einen richtigen “Game Changer” scheint es also bisher nicht zu geben, auch wenn sich die Philosophien in Sachen Design teilweise doch deutlich unterscheiden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass zum Saisonstart in knapp 5 Wochen alle Teams ein großes Update bringen werden. Eventuell wird man die auch schon zum Start der Testwoche in Bahrain ein paar Tage vorher sehen. Da die Wagen dann nicht mehr zurückgehen, wird es den Teams nicht leicht fallen, noch etwas aus dem Hut zu zaubern.

1 Alonso Ferrari 1m13.307s
2 Vettel Red Bull 1m13.614s +0.307
3 Di Resta Force India 1m13.844s +0.537
4 Hamilton McLaren 1m14.353s +1.046
5 Kubica Renault 1m14.412s +1.105
6 Karthikeyan HRT 1m14.472s +1.165
7 Rosberg Mercedes 1m14.645s +1.338
8 Glock Virgin 1m15.408s +2.101
9 Barrichello Williams 1m16.023s +2.716
10 Perez Sauber 1m16.198s +2.891
11 Maldonado Williams 1m16.266s +2.959
12 Buemi Toro Rosso 1m16.359s +3.052
13 Alguersuari Toro Rosso 1m16.474s +3.167
14 Webber Red Bull 1m17.365s +4.058
15 Kovalainen Lotus 1m20.649s +7.342

Nachfolgend noch ein Interview mit Sam Michael von Williams. Das “Interview” stammt von Williams selber. Die Teams haben schon im letzten Jahr angefangen, eigene Interviews der Presse zur Verfügung zu stellen. Manche sind belanglos, das hier fand ich ganz interessant. Da ich heute in der Bahn saß, habe ich es mal übersetzt, das wird aber eine Ausnahme bleiben. In Zukunft stelle ich die dann im Original ein.

Wie gesagt, das ein Interview, dass von Williams direkt kommt, nicht von mir oder einer Agentur.

Auf welche Bereiche des Wagens hat sich das Team gestern konzentriert?
Wir haben ein paar mechanische Basistests und mit der Aerodynamik gemacht, um zu sehen, ob der Wagen auch das macht, was er sollte. Alles hat gut funktioniert und alle Daten waren korrekt.

Also ein erfolgreicher Tag?
Es war ein guter, weil wir einiges geschafft haben. Bis auf ein Problem mit dem KERS, war alles am Wagen in Ordnung. Wir planen jetzt einfach Kilometer abzuspulen und die neuen System anzuprobieren.

Wo lag das Problem beim KERS?
Wir hatten Probleme mit der “Motor Generator Unit” (MGU) am Morgen, das hat uns zweieinhalb Stunden gekostet. Wie wussten aber wo das Problem lag, also haben wir das System abgeklemmt und sind ohne am Nachmittag gefahren. Es gab keinerlei Probleme mit den Temperaturen oder mit anderen Systemen. Insgesamt haben wir 78 Runden geschafft, was angesichts der verlorenen Zeit nicht schlecht war.

Das Team nutzt dieses Jahre eine Akku-Version von KERS. Wie wurde es entwickelt?
Es gibt drei Hauptbestandteile bei KERS. Der Akku ist von Williams entwickelt und gebaut worden, aber die Akku-Zellen besorgen wir uns woanders. Das ist für eine Firma wie die unsrige etwas günstiger. Das zweite Teil ist MGU und die dazu gehörigen Elektronik, die ebenfalls bei uns entwickelt wurde. Die Mechanik kommt von Cosworth.

Es gibt ein Menge Interesse bezüglich des Hecks des FW33. Wie lautet die Philosophie hinter dem Design?
Die größten Änderungen gibt es beim Getriebe und dem Differential. Die Idee war, wie bei anderen Teams, einen möglichst störungsfreien Luftfluss zum Heckflügel zu haben. Wir haben den oberen Querlenker und die Spurstange höher gelegt und ein Z-förmiges Layout der Aufhängung gewählt, wie man es aus der Zeit Mitte der 90er kennt. Das wird uns für ein Pull-Rod System entschieden haben war bei unserem Design eine einfache Entscheidung, weil dadurch im Heck mehr Platz ist. Wir haben das kleinste und kompakteste Getriebe gebaut, mit sehr extremen Antriebswellen. All diese Entscheidungen sind im März 2010 gefallen und wir haben hart auf dem Prüfstand gearbeitet, damit wir die nötige Verlässlichkeit haben.

Wie schnell arbeitet der neue, klappbare Heckflügel und wie funktioniert er?
Es gibt ein Hydrauliksystem, es dauert nur ein paar Millisekunden um ihn zu aktivieren. Wenn der Fahrer den Knopf loslässt oder auf die Bremse tritt, geht der Flügel wieder in seinen alten Zustand zurück. Wir haben mit den Fahrern im Simulator ausprobiert, dass der Fahrer den Knopf immer gedrückt halten muss und der Flügel erst zurück kommt, wenn die Bremse berührt wird, aber es gibt Situationen, in denen man den Heckflügel wieder oben haben möchte, ohne dass man die Bremse berührt.

Wie arbeiten die neuen Pirelli Reifen?
Das ist noch etwas schwer zu beantworten. Es gibt eine sichtbare Abnutzung, aber wie erwarten kein großes Graining. Wie haben noch nicht die beste Abstimmung gefunden, also nutzen wir die Reifen nicht komplett. Aber die Medium-Mischung wirkt bei den hiesigen Bedingungen sehr stabil.

Rubens hat sich besorgt über die Anzahl der Knöpfe am Lenkrad gezeigt.
Man hat dieses Jahr ziemlich gut zu tun, vor allem durch die Wiedereinführung von KERS. Das haben wir schon im Simulator gesehen. Die Belastung der Fahrer ist ist etwas, was wir uns ansehen müssen.

Hat man das Design des Lenkrads verändert?
Nicht wirklich. Man hat einige Knöpfe verlegt, damit der Fahrer andere System, wie den Heckflügel, leichter bedienen zu können. Wenn man aus einer Kurve kommt, muss man den Knopf leicht erreichen können. Ansonsten ähnelt das Layout dem aus dem letzten Jahr.

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Bilder: Team Lotus, Mercedes GP, Ferrari

November 10 2010

07:13

Ferner liefen: Die Newshappen

# Lotus, Renault, Group Lotus, 1Malaysia, Proton, mehrere in innige Gerichtssttreitigkeiten verzahnte Protagonisten, dazu ein weit verzweigtes Sammelsurium von Neben-, Zweit und Drittlizenzierungen. Das sind die Zutaten es wohl bizarrsten Markenrechtsstreit der Formel Eins, den es jemals gegeben hat. Kurz zusammen gefasst: Es gibt eine “Group Lotus” und das “Lotus Team” von Tony Fernandes. Und beide streiten sich darum, wer denn nun den Namen Lotus führen darf. Das ist alles derartig komplex und verwickelt, dass ich versuchen werde das in einem eigenen Artikel aufzulösen. Ich muss nur noch eine Wand finden, die groß genug für das Übersichtsdiagramm ist. Derweil empfehle ich dringend die Lektüre des Blogeintrag von Will Buxton, der das auch alles nicht versteht. Don

# Interessante Dinge entwickeln sich um Pastor Maldonado, der offenbar den halben Staatshaushalt Venezuelas im Gepäck und als Anreiz für diverse Teams hat. Bisher schien es so, dass Williams den GP2 Meister wohl nehmen muss, weil Air Asia, RBR und Philips sich als Sponsoren verabschieden. Vor ein paar Tagen wurde aber bekannt, dass Maldonado für HRT testen soll, was auf den ersten Blick scheinbar keinen Sinn macht. Auf dem zweiten sieht es aber anders aus, denn zum einen braucht auch HRT das Geld, zum anderen liefert Williams den Spaniern ja 2011 das Getriebe und somit wohl auch die Konstruktion des Hecks. Es könnte also gut sein, dass sich Williams und HRT das Geld von Maldonado teilen. Er bekommt einen Einsatzvertrag von Williams, wird aber bei HRT geparkt, bevor je nach Leistung 2012 oder 2013 zu Williams darf. So hätte sich Williams auch elegant des Problems erledigt, ob man nun Hülkenberg oder Barrichello rauswerfen soll. Don

# Es könnte aber auch sein, dass Maldonado trotz HRT-Test im kommenden Jahr für Williams an den Start geht – dann nämlich, wenn die Briten Hülkenberg zu HRT verschieben sollten. Ein Indiz dafür wäre jedenfalls, dass motorsport.com unter Berufung auf die gewöhnlich sehr zuverlässiche finnische Zeitung Turun Sanomat meldet, dass auch der junge Deutsche in Abu Dhabi in ein Cockpit des spanischen Teams steigen soll. Vorsicht

# Dodge hat heute ein erstes Foto des neuen Designs vom 2011er Einsatzwagen gezeigt. Die NASCAR erlaubt allen Hersteller schon im kommenden Jahr eine neue Frontpartie einzusetzen, die mehr an die Strassenversion der verwendeten Wagen erinnern sollen. Bei Dodge ist das bekanntermaßen der Charger und dessen Front hat man jetzt ziemlich kräftig überarbeitet, wie das Bild zeigt. Zum Vergleich hier noch mal die alte Front des Penske Dodge aus diesem Jahr.

# In der NASCAR-Szene diskutiert man immer noch das Rennen von Texas. Zum einen ist da die Frage, wann Kyle Busch seine aggressive Haltung etwas lockert, zum anderen, ob Chad Knaus mit seiner Entscheidung, die eigene Boxencrew mitten im Rennen zu entlassen, nicht etwas über das Ziel hinaus geschossen ist. Klar – Crews wurden schon immer gerne mal ausgewechselt, aber nicht mitten in einem Rennen, so dass Millionen Zuschauer sehen konnten, dass es mit Loyalität des Crew Chiefs nicht all zuweit her ist. Mike Ford, Crew Chief von Danny Hamlin, gibt zu, dass man die Schwäche der 48er Crew schon seit längerem im Auge hat und dies auch der Grund gewesen sei, warum Hamlin in Texas genau vor die #48 habe parken lassen. Allerdings sagt er etwas, was viele Fans denken: Man demontiert nicht einfach mal so eben eine Crew, die in diesem Jahr etliche Siege eingebracht hat und in den letzten Jahren immerhin an schlappen vier Titel beteiligt war. Erfolg ist das eine, eine Destabilisierung der gesamten Hendrick Mannschaft eine andere. Don

# Die Nationwide Serie erfreut sich ungebrochener Beliebtheit und der Titel in der Serie ist auch bei Cup-Fahrern hoch begehrt. Allerdings mehren sich die Stimmen, die meinen, dass die Cup-Fahrer nicht in die Wertung genommen werden sollte. Rusty Wallace erneuert diese Forderung gerade wieder in einem Interview. Das Problem an der Sache ist nur, dass die Cup-Piloten die Garanten für die Sponsoren sind. Ohne sie, würden die Sponsoren das Interesse verlieren, denn so gut Fahrer wie Stenhouse usw. sind auch sein mögen, aus der Sicht des Marketing bringen sie wenig bis gar nichts. Don

# In der IRL bahnt sich eine kleine Sensation an. Offenbar drängt es Chevy zurück in die Serie und man will am Freitag bei einer Pressekonferenz in Indianapolis genauer ins Detail gehen. Bisher liegt allerdings noch alles im tiefen Nebel. Bekannt sind nur zwei Dinge: 1. Die IRL will weitere Hersteller in die Serie bekommen und 2. GM will wieder mehr Geld in den Motorsport investieren. Viele Möglichkeiten hat man in den USA da ja nicht mehr, die IRL wäre eine schöne Gelegenheit. Im Moment werden zwei Teams gehandelt, die bei GM andocken könnten: Penske und Ganassi. Don

# Weniger toll: Nach der Absage des Rennens in Edmonton scheinen nun auch die Vorbereitungen auf den Lauf in Baltimore in finanzielle Schieflage geraten zu sein. Wegen des noch immer fehlenden Titelsponsors sind die Betreiber derzeit nicht in der Lage, den notwendigen Betrag für die Errichtung einer Boxengasse zu bezahlen. Vorläufig hat wohl der Bundesstaat Maryland Garantien übernommen und Geld vorgeschossen. Sollten aber auch nach dem 1.1.2011 noch keine entsprechenden Mittel vorhanden sein, würde das wohl das Ende des Bauvorhabens bedeuten – und damit auch die Absage des Rennens. Weil für Edmonton noch kein Ersatz gefunden ist, und es auch um das geplante Finalrennen in Las Vegas oder Fontana erschreckend ruhig geworden ist, könnte es also sein, dass wir im kommenden Jahr eine Indycar Saison mit nur 14 Rennen erleben. Vorsicht

# In der WTCC wird es 2012 wohl eine neue Marke geben: Ford. Der Einsatz in der BTCC mit dem Focus ist dann wohl doch ein Versuchsballon und die erfolgreiche Saison hat Ford dazu gebracht, den Focus demnächst auch in der Weltmeisterschaft einzusetzen. Interessant ist, das Ford seit Jahren ja sein Motorsportprogramm auf die WRC begrenzt hatte, obwohl der Hersteller ja eine sehr reichhaltige Historie im Tourenwagensport hat. Der Einsatz des Focus könnte vor allem auch japanische Hersteller wie Honda zu einer Neubewertung der WTCC bringen. Don

# Larbre Competition wird den Saleen S7R, mit dem sie in diesem Jahr die GT1-Klasse in Le Mans gewonnen haben, in den verdienten Ruhestand entlassen und gegen eine GT2-Corvette eintauschen, die Julien Canal, Gabriele Gardel (aus dem Siegerteam 2010) und Patrick Bornhauser (franz. GT-Meister) für die gesamte ILMC-Saison offiziell für GM pilotieren werden. Für die 24h von Le Mans wird über den Einsatz eines zweiten Wagens nachgedacht. Stefan

# Die Schweizer Hope Polevision-Mannschaft, bisher in der Formula Le Mans-Klasse der LMS und ILMC unterwegs, hat in China bekanntgegeben (und ist vermutlich vor allem deswegen als einziges FLM-Team dorthingereist), dass man 2011 in die LMP1 aufsteigen wird – und zwar mit einem Oreca-Chassis auf Basis des Oreca 01, vor allem aber mit einem Hybridantrieb mit Flybrid-Schwungrad. Das Antriebsaggregat soll in Zusammenarbeit mit der in Liechtenstein ansässigen Firma Lehmann Motoren-Technik entwickelt werden. Stefan

# Die ALMS-Gerüchteküche, namentlich Murphy the Bear, glaubt zu wissen, dass ein Prototypen-Team 2011 in die GT-Klasse (eventuell auch in eine andere Serie) wechseln könnte, vermutlich die Cytosport-Mannschaft um Greg Pickett, die auf einen GT-Porsche wechseln könnten. Lord Paul Drayson soll sich die alte Werkstatt von Tom Walkinshaw Racing bzw. Super Aguri angeschaut haben, mit der Idee, einen eigenen Prototypen zu konstruieren (was er sich besser nochmal überlegen sollte angesichts dessen, dass man nicht einmal das eigentlich zuverlässige Lola-Judd-Paket vernünftig in den Griff bekommen hat). Und bei vielen GT-Teams ist noch lange nicht klar, mit wie vielen Autos sie an den Start gehen werden (bzw. in manchen Fällen, ob überhaupt). Stefan

# Die World Series by Renault (gemeint ist wohl vor allem die Formel Renault 3.5) wird auch 2011 auf Eurosport zu sehen sein – das hat “Eurosport Events”-Chef Jean Louis Dauger in seinem Twitter Feed bestätigt. Nicht mehr im Programm ist erwartungsgemäß die F2. Die Billig-Juniorserie soll aber durch ein anderes WTCC-Rahmenprogramm ersetzt werden. Vorsicht

# Die V8 Supercars hat von der FIA den Status einer “internationalen Serie” bekommen. Damit ist es nun möglich, dass man bis zu sechs Rennen außerhalb von Australien fährt. Bisher hatte man nur Abu Dhabi, bzw. Bahrain im Programm. Seit langem wird darüber spekuliert, dass die V8 Supercars expandieren möchte, allerdings ist wohl kaum damit zu rechnen, dass man die Holden und Ford in Europa sehen wird. Auf der Wunschliste der Australier stehen eher Strecken in Asien wie Singapur, Malaysia, Japan und natürlich China. Don

# Die VLN hat ihren Kalender für 2011 veröffentlicht. Da das 24H Rennen erst Ende Juni ist, fährt man vorher 5 mal und nachher auch 5 mal auf der Nordschleife. Angeblich soll das 6h Rennen als 3. Lauf über die Bühne gehen und der 7. Lauf sogar ein 12h Rennen werden. So wird es zumindest kolporiert Flo aus N.

# Kleine Umbauten gab es in dieser Woche auch am Kalender der ADAC GT Masters für 2011. Die Strecken bleiben zwar die gleichen, gegenüber dem schon Ende August veröffentlichten Terminplan gibt es aber – abgesehen von kleinen Datumsverschiebungen – folgende Änderungen: Saisonstart ist nicht in Hockenheim, sondern am Ostermontag in Oschersleben. Der Hockenheimring übernimmt dafür das Saisonfinale Anfang Oktober vom Sachsenring. Dort fährt die ADAC GT Masters aber trotzdem: Und zwar bereits das zweite Saisonrennen Mitte Mai. Vorsicht

# Auch der ACO bastelt an seinem Kalender. Im Rahmen der 1000km von Zhuhai wurde bekanntgegeben, welche Rennen nächstes Jahr zur ILMC gehören sollen. Sebring, Spa, Le Mans, Silverstone und ein abschließender Lauf in China sind fest. Aufgrund einer Terminkollision fehlt allerdings das Petit Le Mans, das die ALMS-Organisatoren fürs erste Oktoberwochenende eingeplant hatten. Da das zu viel logistischer Aufwand wäre, wird das Rennen vermutlich aus der ILMC rausfallen und damit an Bedeutung einbüßen, möglich ist auch der Verlust der automatischen Einladungen zu den 24h. Zwei Rennen sind noch To Be Announced, eines in Europa (möglicherweise Portimao) und eines außerhalv Europas, vermutlich in Asien (Verhandlungen mit Fuji). Stefan

# Bei der ALMS könnte gerüchteweise auch eine größere Neuverteilung der Fernsehrechte bevorstehen. Lief die Serie bisher meist auf dem Motorsportsender SpeedTV, oft auch live, könnten 2011 vier Rennen mit einwöchiger Verspätung als Doku-Drama auf ABC gezeigt werden (wie in dieser Saison zweimal auf CBS geschehen), Sebring live auf dem Internet-Sender ESPN3 und die übrigen Läufe auf dem Kabel-Sportsender Versus. Das wäre von der Reichweite her ein enormer Rückschritt, könnte aber für die europäischen Zuschauer von Vorteil sein, da eventuell mehr Live-Streams (wie bei zwei Läufen 2010) angeboten werden könnten. Stefan

# Die Star Mazda Serie hat auch ihren Kalender für 2011 veröffentlicht, welcher 11 Läufe umfassen soll und wo lediglich ein Rennen im April noch unter TBA läuft. Im Verlaufe des Jahres fährt man dreimal auf dem Oval und achtmal auf Road bzw. Street Courses – unter anderem in Laguna Seca und in Mosport im Rahmen der ALMS. Flo aus N.

# Für die 24H von Dubai ist die erste Nennliste veröffentlicht worden, und die verspricht ein sehr gutes Feld: Unter anderem werden das Team Engstler, Need for Speed (wahrscheinlich Schuberth Motorsport) sowie der Haribo Manthey GT3 R am Start sein und auch der SLS AMG GT3 wird von Black Falcon zweimal an den Start gebracht. Flo aus N.

October 27 2010

06:41

Ferner liefen: Die Newshappen

// Williams hat bestätigt, dass neben F2 Champion Dean Stoneman auch GP2 Meister Pastor Maldonado beim Young Driver’s Test nach dem Rennen in Abu Dhabi für das britische Traditionsteam im Auto sitzen wird. Das könnte auch ein gewisser Wink in Richtung einer Verpflichtung des Venezoelanders im Jahr 2011 sein. Denn Testzeit ist in der Formel 1 immerhin kostbar – einen Fahrer einzusetzen, von dem man schon ahnt, dass er 2011 im Team sein könnte, würde für das Team sicherlich Sinn machen. Hülkenberg-Manager Willi Weber beharrt derweil in einem Interview mit der dpa darauf, dass noch nichts entschieden sei – gibt aber auch zu, dass Williams aus finanziellen Gründen gezwungen sein könnte, Maldonado zu nehmen. Für diesen Fall gebe es in der F1 für Hülkenberg aber jedenfalls Alternativen. (Vorsicht)

// Lotus hat es nach einigen Verhandlungs-Mühen wohl endgülitg geschafft, für 2011 einen Motorenvertrag mit Renault abzuschließen. Nach positivem Verhandlungsbeginn hatte Teamchef Tony Fernandes im Rahmen des GP von Singapur den Deal schon mehr oder wenig live auf BBC bestätigt. Dann begann der Streit um den Lotus-Teamnamen, der Renault wohl ein wenig verunsichert hat. In Korea hat man jetzt aber nun eine endgültige Einigung erzielt – berichten zumindest in äußerst sicheren Worten Autosport und Joe Saward unter Verweis auf einen Insider. Eine offizielle Bestätigung soll es demnach vermutlich in Brasilien geben. (Vorsicht)

// Nach der letztlich doch gelungenen Grand Prix Premiere haben die Organisatoren von der Korea Auto Valley Assosiation (KAVO) schon wieder große Pläne: Glaubt man einer Aussage von CEO Chung Yung-Cho gibt es “hinter den Kulissen” bereits Planungen für ein koreanisches Formel 1 Team mit heimischem Fahrer. Wer hinter diesem angeblichen Plan stecken könnte, ist noch völlig unklar – KAVO steht aber wohl mit einer Finanzspritze bereit, sollte das Projekt über mangelnde Finanzen verfügen. Vielleicht war die Aussage auch überhaut nur ein Versuchsballon, um zu sehen, ob irgendeine koreanische Firma wegen des versprochenen Fördergeldes anbeißt. Denn immerhin erscheint es auch fraglich, wo man auf die Schelle einen einigermaßen F1-tauglichen koreanischen Fahrer herbekommen will. (Vorsicht)

// Und es dreht sich doch: Auch, wenn die Plätze bei den Topteams vergeben sind, im zweiten Teil des Feldes hat das Transfer-Karussell mittlerweile eine Geschwindigkeit aufgenommen, mit der man NASA-Astronauten trainieren könnte, wie aus einer sehr lesenswerten Meldung der altehrwürdigen Auto Motor und Sport hervorgeht. Der beste noch offene Platz ist demnach das zweite Cockpit bei Renault – Vitaly Petrov ist wegen seiner Sponsoren und Breitenwirkung in Russland wohl noch immer interessant. Allerdings könnte sich der Russe trotzdem als Verlustgeschäft erweisen – dann nämlich, wenn Renault mehr an Preisgeldern verliert, als sie an Sponsoren-Rubel einnehmen. Sollte man den  Platz tatsächlich neu besetzen wollen, haben angeblich zwei Deusche die besten Karten: Nick Heidfeld und Adrian Sutil. (Vorsicht)

// Der bei HRT aufs Abstellgleich verschobene Karun Chandhok könnte derweil bei Lotus andocken – das hat zumindest BBC Reporter Ted Kravitz im Rahmen des Rennens in Korea behauptet. Der sympathische Inder würde in diesem Szenario 2011 als Testfahrer zum malaysisch-britischen Team wechseln und im Folgejahr zum Stammfahrer aufsteigen. Mögliche Connection: Inder stellen eine der vier großen Volksgruppen im Vielvölkerstaat Malaysia – und Indien ist eine wichtige Destianation für Tony Fernandes’ Fluglinie Air Asia. (Vorsicht)

// Chandhoks ehemaliges Cockpit bei HRT könnte derweil für die restlichen zwei Saisonrennen von Sakon Yamamoto wieder zu Christian Klien zurückschwenken. Das zumindest berichtet die österreichische Kleine Zeitung. Angeblich hofft das Team darauf, dass Klien im Falle eines Chaos-Rennens am ehesten in der Lage ist, auf der Strecke zu bleiben. Wichtig ist das vor allem, um den derzeit elften Rang in der Konstrukteurs-WM vor Virgin zu verteidigen – oder mit viel Glück vielleicht doch noch Lotus zu schlagen. Bemerkenswert ist aber auch noch ein anderes Detail, das Klien in dem Artikel verrät: Demnach hat HRT seit dem Saisonauftakt in Bahrain keinerlei Änderungen an der Aerodynamik des Autos vorgenommen! (Vorsicht)

// Neue Gerüchte gibt es auch auf Seiten der Teams für 2011: Angeblich verhandelt Epsilon Euskadi-Chef Joan Villadelprat immer noch mit (nicht näher bezeichneten) Investoren über die Finanzierung eines Formel 1 Programms für das kommende Jahr. Die Mannschaft hat zwar bei der offiziellen Berwerbung um einen Platz keinen Zuschlag erhalten, Villadelprat geht aber in einem Interview mit der spanischen Zeitung Noticias de Gipuzkoa davon aus, dass über den Winter auch auf anderem Wege Lizenzen zu bekommen wären – seiner Ansicht nach stehen nämlich gleich mehrere Teams auf wackeligen finanziellen Beinen. Und damit ist noch nichtmal HRT gemeint – mit den spanischen Kollegen möchte Epsilon nämlich dezidiert nicht über eine Übernahme verhandeln. Sollte Epsilon Euskadi tatsächlich 2011 oder 2012 auf dem F1-Grid stehen, dann jedenfalls mit einem soliden finanziellen Unterbau – Villadelprat möchte nur dann in die Königsklasse einsteigen, wenn er eine Finanzierung für vier bis fünf Jahre sicherstellen kann. (Vorsicht)

// Die italienische International Superstars Series, die Italienische Superstars Series und die GT Sprint Series haben ihren Kalender für 2011 bekannt gegeben: Für die International Series wird es insgesamt wird es acht Rennen geben, je vier in Italien und vier im Ausland, darunter wieder das Deutschland-Rennen am Hockenheimring, wo auch die GT Sprint starten wird. Neu dabei ist in diesem Jahr Spa (wo auch die italienische Serie fahren wird), Kyalami ist dafür nicht mehr am Kalender vertreten. In etwas weniger verwirrender Tabellenform:

10. April Monza (Intl. / It / GT Sprint)
8. Mai Valencia (Intl.)
22. Mai Portimao (Intl.)
5. Juni Italien TBA (It. / GT Sprint)
19. Juni Italien TBA (It. / GT Sprint)
10. Juli Misano (Intl. / It / GT Sprint)
7. August Spa (Intl. / It / GT Sprint)
11. September Hockenheim (Intl. / GT Sprint)
25. September Mugello (Intl. / It / GT Sprint)
9. Oktober Vallelunga (Intl. / It / GT Sprint)
(Vorsicht)

// In der WTCC gibt derweil bei den Rennen am kommenden Wochenende in Okayama und Ende November in Macao noch einmal Colin Turkington ein Gastspiel. Pilotieren wird er dabei wie gewohnt einen BMW des WSR Teams. (Vorsicht)

September 16 2010

06:42

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington
Wieder ein volles Tourenwagenprogramm am Wochenende. Vor allem in der BTCC dürfte es ordentlich zur Sache gehen.

Oschersleben und die DTM – das kann eigentlich nicht passen, denn auf der schmalen Strecke in der Nähe von Magdeburg kann man nicht so richtig überholen. Aber dennoch sind die Rennen hier oft besser, als man es erwarten würde, was auch daran liegt, dass die Strecke kaum Fehler verzeiht. Anders als auf den moderneren Rundkursen, hat man hier neben der Strecke wenig Asphalt und wenn man abfliegt, dann ist auch meist was kaputt. Die Ausgangslage in der Meisterschaft ist dafür nicht so richtig spannend. Mercedes hat den Titel so gut wie in der Tasche, fragt sich nur, welcher Fahrer am Ende vorne liegt. Spengler, Paffett und di Resta sind die Kandidaten um die es geht. Und da für Mercedes alles klar ist, wäre es doch mal nett zu sehen, wenn die Drei freie Fahrt hätten.


Aber jeder angedeutete Kampf, nebst dem in den Tourenwagen auch mal gern gesehene “Anlehnen” wird in der DTM ja leider komplett unterbunden. Einerseits von der “Rennleitung”, andererseits sieht es auch Mercedes nicht gerne, wenn sich die Fahrer von der Strecke boxen. Das passt nicht zum Markenimage, also kann wohl davon ausgehen, dass es klare Absprachen geben wird. Im Sinne von “Die Positionen werden nach dem nächsten Boxenstopp gehalten”. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Im Audi-Lager wird sich die Enttäuschung nach zwei Meisterschaften hintereinander in Grenzen halten. Man wird sich auf noch mögliche Siege konzentrieren, was in Oschersleben durchaus schon möglich ist, weil der Audi auf engen Strecken etwas besser geht. Die eher niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit sollte auch die Vorderreifen der Audi nicht zu sehr belasten.

Hinter den Kulissen der DTM gibt es offensichtlich schon die ersten Dissonanzen zwischen Mercedes/der ITR und BMW. Die Stuttgarter sind angeblich genervt von den Münchnern, die mit immer neuen Forderungen das Regelment in ihre Richtung biegen wollen. Das soll dann auch der Grund sein, warum der gesamte Vorgang im Moment zum Halten gekommen ist und man auch in Richtung GrandAm und JapanGT nicht voran kommt. Ob es bei dem Streit um technische Regeln oder monetäre Angelegenheiten geht, wollte man mir nicht verraten. Nur so viel, dass BMW sehr verschnupft sein soll und eine endgültige Entscheidung sogar erst im November fallen könnte, also in dem Monat, in dem BMW gerne das Programm des kommenden Jahres bekannt gibt.

Ob das alles so stimmt ist dann wieder eine andere Frage. Allerdings ist es schon außergewöhnlich, dass man von BMW so gar nichts hört und die endgültige Entscheidung sich immer weiter rauszögert. Ich hatte schon im Juli gehört, dass man in München noch ganz und gar nicht von der DTM überzeugt ist, vor allem nach dem der ACO für Le Mans und die verkappte Weltmeisterschaft namens Intercontinatel Cup passende GT-Regeln präsentierte. BMW setzt in diesem Jahr schon einen M3 im Cup ein und die Konkurrenz mit Porsche, Ferrari und Aston Martin passt schon ins sportliche Konzept. Zu dem ist der fertig entwickelte M3 (bisher) a) günstiger und b) kann man ihn an Kunden verkaufen, wenn man das möchte.

BTCC
Die britische Serie hat ihren ersten Auftritt auf dem nicht umgebauten, aber wieder eröffneten Kurs in Donington. Nachdem man den schon begonnen Umbau der Strecke nicht weiter geführt hat, wird es interessant zu sehen, was genau man alles sinnlos abgerissen und neu- bzw. nicht gebaut hat. Gefahren wird auf jeden Fall auf der “großen” Schleife, also nimmt man den Haken mit der Haarnadel mit. Die Strecke ist sehr schnell und dürfte die Chevys, die Ford und die BMW bevorzugen. Trotz der Einbremsung geht der Fiesta immer noch wie die Hölle, die Hochgeschwindigkeitspassagen sollten Onslow-Cole und Chilton also liegen. Dennoch sehe ich den Cruze vorne, der hier einfach das beste Paket haben sollte. Schwer wird es für Honda, denen es trotz des neuen Motors etwas an Topspeed fehlt. Matt Neal und Gordon Shedden werden versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

In der Meisterschaft liegt zwar weiter Plato vorne, aber sein Vorsprung ist dünn.

Jason Plato 202
Matt Neal 182
Tom Onslow-Cole 178
Gordon Shedden 169

Shedden wird für Neal fahren müssen, Chilton für Onslow-Cole, was eine kleine Überraschung ist, da man Cole nicht so stark erwartet hatte. Da es die vorletzte Station im Kalender ist, darf man ein wildes Wochenende erwarten. Wie üblich werden die Auseinandersetzungen bei den Wasserträgern bei den letzten Rennen immer etwas heftiger. Aus den Augen lassen sollte man auch nicht die BMW, die in Donington den ein oder anderen Meisterschaftsfavoriten ärgern könnten.

Die BTCC hat erste Zeichnungen des neuen NGTC gezeigt. Bilder gibt es weiter unten.

WTCC
Die Herren der WTCC sind auf der lahmen Strecke von Valencia, die bisher wenig gute Rennen für die Tourenwagen gebracht hat. Warum man nicht mal woanders vor leeren Tribünen fährt, ist auch eines der vielen Rätsel der Meisterschaft. Für Seat ist es das Heimrennen, also dürften die sehr angrifflustig sein, zumal Tarquini nach seinem rabenschwarzen Wochenende in Oschersleben dringend Punkte braucht, wenn er Yvan Muller noch abfangen möchte. BMW, die ja überraschenderweise auch noch richtig große Chancen auf den Titel haben, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich bin wirklich angetan, was die Mannschaft um Bart Mampaey da leistet, denn das Konzept des 320si ist ja nun nicht mehr gerade auf dem neusten Stand, die Probleme mit dem Topspeed und der Leistung des Motors sind bekannt. Umso erstaunlicher, dass sie immer noch im Rennen sind.

Hinter den Kulissen geht es im Moment darum, wer 2011 als Werksteam mit dabei ist. BMW liefert auf jeden Fall einen Motor und ein Umbaukit für interessierte Kunden, aber die Entscheidung über einen Werkseinsatz steht noch aus (siehe DTM). Seat wird angeblich das diesjährige, ziemlich alberne Spiel um den “Nicht-Werkseinsatz, der doch einer ist” beenden und wieder als Marke auftreten. Der VW-Konzern hat großes Interesse daran den neuen 1.6 Liter Motor in möglichst vielen Rennserien einzusetzen. Mit Skoda macht man das ja in der WRC, andere Serien sollen folgen. Die Marke Seat braucht den Renneinsatz eher, als VW, auch wenn dort auch noch nichts offiziell beschlossen ist, da man ja die gesamte Motorsportkoordination durch den Ankauf von Porsche neu sortiert. Klar ist aber, dass VW mehr denn je in den Motorsport investieren wird.

Sie Veranstalter hoffen, dass auch Nissan und Toyota spätestens 2012 in die Weltmeisterschaft einsteigen. Sicher ist man sich aber offenbar nicht, denn man hat mittlerweile klar gemacht, dass man 2011 noch mit dem alten Motor in der Serie starten darf, da man wohl Angst hat, dass man etliche Privatteams verlieren könnte und das Feld dann zu sehr ausdünnt.

Ich weiß nicht so recht, was ich vom Rennen erwarten soll. Die Strecke ist wie erwähnt nicht sonderlich toll in Sachen Überholen, auch wenn sie fahrerisch anspruchsvoll ist, was eine schnelle Runde angeht. Chevy scheint, wie in der BTCC, das beste Paket zu haben, also dürften die mit zwei Wagen vorne sein. Rob Huff muss in Valencia 10 Plätze nach hinten, wegen seines Startchrash mit Farfus und weil er im zweiten Rennen einen Seat von der Strecke geschoben hat. Ich hoffe, in Valencia sind wieder vernünftige Rennkommissare dabei.

Formelserien
Da der Kollege Vorsicht im Urlaub weilt und ich wenig Zeit habe, nur eine Kurzfassung in Form von News

- Pastor Maldonado ist GP2 Meister, was ja zu erwarten war. Überzeugt hat er mich nicht, die Saison war eh komisch. “Wunderkind” Jules Bianchi ging total unter und musste sich regelmäßig von seinem Teamkollegen Sam Bird demütigen lassen. Maldonado ist jetzt auch nicht gerade ein Riesentalent, vermutlich wird man ihn so schnell nicht in der Formel Eins sehen.

- Die mit Abstand beste Szene in Monza lieferte Christian Vietoris beim Start zum zweiten Rennen, als er aus der dritten Reihe startend alles und jeden hinter sich ließ.

Sowas sieht man ja auch eher selten. Vietoris hat auch eine eher maue Saison hinter sich, wird im nächsten Jahr mit ART oder Addax in Verbindung gebracht.

- In der GP3 ist Esteban Gutiérrez Meister. Der als das größte Talent aus Mexico seit den Rodríguez-Brüdern beschriebene neunzehnjährige hatte die Saison mit 5 Siegen und vier weiteren Podiumsplätzen relativ locker im Griff. Und das, obwohl das Starterfeld mit Rossi, Wickens, Jakes, Tambay oder van der Zande durchaus gut besetzt war. Logischerweise steigt er nun eine Klasse auf und wird vermutlich weiter für ART fahren.

- Am Wochenende steigt auch das Finale der Formel 2. Die Meisterschaft hat Dean “the new Mansell” Stoneman eigentlich relativ sicher in der Tasche. Joylon Palmer hat vor allem das letzte Rennen in Oschersleben komplett versemmelt und liegt nun 31 Punkte hinter Stoneman. Da an einem Wochenende theoretisch 50 Punkte zu holen sind, hat er aber noch eine Chance. Da Stoneman aber in diesem Jahr so gut wie keine Fehler gemacht hat, dürfte es schwer werden, ihn noch abzufangen. Er machte auch insgesamt das ganze Jahr den etwas aggressiveren Eindruck.

- Die F3 Euro Serie startet am Wochenende auch in Oschersleben. Hier führt Edoardo Mortara mit satten 24 Punkten Vorsprung vor Marco Wittman. Da man an einem Rennwochenende maximal 17 Punkte erreichen kann, ist das Italiener also fast durch. Natürlich kann man schnell einen Totalausfall haben, wenn man im ersten Rennen ausfällt und im zweiten Rennen von hinten starten muss. Aber von “hinten” bedeutet bei dem kleinen Starterfeld ja nur Platz 12, da hat man noch Chancen auf Punkte, wenn es gut läuft. Mortara kann am Wochenende aber mit ein wenig Glück die Meisterschaft schon für sich entscheiden.
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September 02 2010

06:26

Formelserien: GP2/3 fast entschieden, Vorschau

In der GP3 fährt Esteban Gutierrez weiter seinem Meistertitel entgegen, in der GP2 konnte sein Landsmann Sergio Pérez ein wenig aufholen. Und am Wochenende stehen schon wieder vier hochrangige Serien auf dem Programm – zwei davon in Deutschland.

Ein wirklich bizarres Rennen in der GP3, eine sehr spektakulärer Sprintlauf der GP2, Siege der jeweiligen Meisterschaftsverfolger und leider wieder ein schwerer Unfall waren die Resultate der F1-Rahmenrennen vom Wochenende. Sergio Pérez und Robert Wickens konnten die Meisterschaften zwar jeweils knapp offen halten, de facto können Pastor Maldonado und Esteban Gutiérrez aber schonmal überlegen, in welchem Design sie ihre neuen Visitenkarten als jeweilige Meister gestalten wollen. Auch am kommenden Wochenende steht wieder viel Formelaction auf dem Programm, zwei Serien fahren sogar in Deutschland.


GP2

Am Samstag sah alles noch perfekt aus für Meisterschaftsleader Pastor Maldonado: Nach dem Ausfall des komfortabel führenden Jérôme D’Ambrosio konnte der Venezoelander seinen sechsten Sieg in Folge in einem Hauptrennen der GP2 feiern. Meisterschaftskonkurrent Sergio Pérez bekam wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit in der Box ein Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Er konnte sich zwar mit einer starken Fahrt noch auf Rang 7 retten – verlor aber wieder eine Menge Punkte an Maldonado.

Keine Punkte gab es auch für den Meitschaftsdritten Dani Clos, der allerdings unter ziemlich unschönen Umständen ausschied. Der Spanier kollidierte am Start mit Sam Bird und stieg auf. Beim Aufprall auf den Boden zog er sich leider eine Rückenverletzung zu, so dass er am Sonntag nicht starten konnte. Zum Glück sind die Verletzungen wohl leicht, Clos wird dem Vernehmen nach schon in zwei Wochen in Monza wieder im Cockpit sitzen. Dennoch setzt sich damit eine ziemlich unschöne Serie von Rückenverletzungen in GP2 und GP3 fort, die bisher schon Simon Trummer, Jules Bianchi und Ho-Pin Tung erwischt hatte.

Wenig zufrieden war Maldonado sicher mit dem Ergebnis von Sonntag. Da endete sein Rennen nämlich bereits in Runde eins nach einem Ausrutscher in Les Combes im Kiesbett. Zu allem Überfluss konnte sich Sergio Pérez auch noch mit einer makellosen Fahrt den Sieg sichern, und den Rückstand in der Meisterschaft auf 27 Punkte verkürzen. Bei noch zwei verbeleibenden Rennwochenenden, an denen insgesamt maximal 40 Punkte vergeben werden, ist damit nomiell noch alles offen. Sehr wahrscheinlich scheint es aber nicht, dass Pérez ihn noch schlagen kann.

Die Überraschung des Wochenendes war die Performance der beiden Comeback-Fahrer Romain Grosjean und Álvaro Parente. Besonders letzterer konnte mit einem zweiten und einem dritten Platz überzeugen, aber auch Grosjean zeigte mit Platz drei am Samstag und Rang sechs am Sonntag eine ansprechende Leistung. Die Performance der beiden lässt aber auch ein paar Fragen hinsichtlich der Qualität des aktuellen GP2-Feldes aufkommen.

GP3

Mit einem wirklich kuriosen Sieg schaffte es Robert Wickens beim Samstagsrennen der GP3 die Meisterschaft noch bis zum Finalwochenende offen zu halten: Als es etwa 10 Minuten vor Ende des Rennens zu Regnen begann, fuhr der Kanadier nicht zum Reifenwechsel in die Box, sondern versuchte im strömenden Regen mit Trockenreifen sein Glück. Vorhersehbarerweise endete der Versuch schon vor La Source in der Boxenmauer – und mit ihm drehten sich auch einige andere Fahrer, die ebenfalls mit Slicks ihr Glück versucht hatten. Folge: Einsatz des Safety Cars. Und hinter dem Safety-Car in Führung: Robert Wickens, der nach dem Ausrutscher seinen Wagen wieder in Stand setzen konnte.

Als es dann vier Runden vor Schluss hieß, das Saftey Car werde wieder in die Box fahren, verlangsamte Wickens – immer noch mit den Slicks und mit einer ziemlich demolierten Frontpartie unterwegs – in der letzten Runde so stark, dass er es schaffte, erst nach Ablauf des 30 Minuten-Limits für das Rennen die Sart-Ziellinie zu überqueren. Nach dem Rennen arumentierte er bei dem Stewards damit, dass es mit den Trockenreifen einfach nicht sicher gewesen sei, schneller in Richtung Ziel zu fahren. Eine offensichtliche “Not”lüge, die die Rennleitung allerdings gewähren ließ – Wickens durfte den Sieg behalten.

Das Karma schlug allerdings schnell zurück: Am Sonntag landete Wickens nach einer Kollision in der ersten Runde neben der Strecke, und fuhr am Ende einen wenig beeindruckenden (und vor allem punktelosen) elften Rang ein. Allerdings: Auch Esteban Gutiérrez konnte sich im von einsetzendem Regen und Reifenwechseln geprägten Rennen nicht nicht in die Punkteränge schieben, und endete – denkbar knapp daneben – auf Platz sieben. Am besten taktierte Adrien Tambay. Der Franzose, der ohne Reifenwechsel durchfuhr, konnte schließlich vier Zehntel Vorsprung auf Alexander Rossi ins Ziel retten – auf jener Strecke, an der er sich im vergangenen Jahr beim Fußball spielen schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte.

Wickens hat damit vor den letzten beiden Rennen in Monza 18 Punkte Rückstand in der Meisterschaft. Anders ausgedrückt: Schon ein siebter Platz im Hauptrennen, ein fünfter Platz im Sonntaglauf, die Poleposition am Samstag oder zwei schnellste Runden würden Gutiérrez reichen, um im folgenden Jahr “GP3 Champion” im Briefkopf führen zu dürfen.

Superleague Formula

Nach einer längeren Sommerpause kehrt die Superleague Formula erstmals nach dem schweren Unfall von Chris van der Drift auf die Strecke zurück. Der unverantwortlichen Entscheidung im Brands Hatch zu fahren folgt am Wochenende in gewisser Weise der gegenteilige Fehler: Der Adria Raceway wirkt schon bei Tourenwagenrennen wie eine etwas vergrößerte Kartbahn, und ich kann mir selbst bei der sonst so kampferprobten SLF fast nicht vorstellen, wo man mit den breiten Formelwagen auf dieser Strecke überholen will.

Immerhin: Die Sicherheit ist dort wohl gewährleistet – und das ist ja auch schon was. Chris van der Drift hat mittlerweile der Homepage der SLF ein Video-Interview gegeben. Er wirkt – vermutlich wegen der Schmerzmittel – noch ein wenig groggy, und es ist nicht schön, ihm dabei zuzhören, wie er seine ganzen Verletzungen aufzählt. Wenn man im Vorspann des Interviews aber nochmal Bilder vom völlig zerstörten Auto sieht, ist es doch sehr erleichternd, zu sehen, dass es ihm zumindest so geht, wie es ihm geht.

Weniger toll: Weil sein Management offensichtlich entgegen entsprechender Vereinbarungen keine Versicherung für Van der Drift abgeschlossen hatte, sitzt dieser nun auf den Rechnungen für seine medizinische Behandlung. Weiter verschärft wird diese Tatsache dadurch, dass es wohl auch die Superleague Formula bisher verabsäumt haben soll, ihm Preisgeld für bisherige Erfolge zu überweisen. (Was, nebenbei erwähnt, kein besonders gutes Zeichen für die finanzielle Gesundheit der Serie wäre). Abhilfe soll nun durch ein Benefiz-Kartrennen geschaffen werden, an dem sich nach derzeitigem Stand Mark Webber, Daniel Ricciardo, Brendon Hartly und Fairuz Fauzy beteiligen werden. Weitere Informationen auf der Facebook-Seite des Events.

Nach der Pause von mehr als einem Monat noch eine schnelle Erinnerung an der Meisterschaftsstand: Es führt der AC Milan (Fahrer: Yelmer Buurman, 436 Punkte) nur unglaubliche zwei Zähler vor Tottenham Hotspur (Craig Dolby, 461) und dem RSC Anderlecht (Davide Rigon, 427). Damit ist in der Meisterschaft natürlich noch alles völlig offen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass immerhin noch fünf Veranstaltungen am Programms stehen.

Wer die Rennen sehen will, muss nach aktuellem Stand wohl wieder ins Internet ausweichen, da die SLF immer noch keinen Sender gefunden hat, der sie in Deutschland überträgt. Immerhin: Das Internet-Broadcast ist äußerst professionell produziert, der Stream läuft flüssig, und die Kommentatoren (meist Ben Edwards) wissen, wovon sie sprechen.

WSbR

Eine noch längere Pause hat die World Series by Renault hinter sich: Fast zwei Monate sind seit dem letzten Auftritt der Serie in Budapest vergangen. Am kommenden Wochenende wird man erstmals am Hockenheimring an den Start gehen – bisherige Gastspiele in Deutschland haben ja am Nürburgring stattgefunden.

Eine kleine Erinnerung an den Meisterschaftsstand: Mikhail Aleshin führt drei Runden vor Schluss mit 97 Punkten vor Red Bull Junior Daniel Ricciardo (86) und Sten Pentus (69). Auch da ist also noch alles völlig offen.

Beide Rennen werden, wie gewohnt, live auf Eurosport übertragen. Lauf eins am Samstag um 14:00 auf Eurosport Intl., Rennen zwei am Sonntag ebenfalls um 14:00 auf ESP 2.

Formel 2

Nur ein Monat Pause hat sie die Formel 2 gegönnt, die am Wochenende im Rahmen des WTCC-Rennens in Oschersleben zum vorletzten Mal in dieser Saison an den Start geht.

Eines ist in der Serie jetzt schon klar: Die Meistschaft geht nach Großbritannien. Unklar: An wen. Nur vier Punkte trennen Jolyon Palmer (221) und Dean Stoneman (217), der drittplatzierte Philipp Eng liegt bereits 99 Punkte dahinter.

Erfahrungsgemäß sind Formelrennen in Oschersleben zwar meist nicht der wahre Bringer – dafür ist die Strecke einfach zu schmal. Die Auftritte der Formel 2 im Vorjahr waren allerdings gar nicht so mal so übel – mal sehen, ob sich das Einschalten auch an diesem Wochenende wieder lohnt.

Zu überprüfen am Samstag um 11:30 Uhr auf ESP 2 und am Sonntag um 13:45 Uhr auf Eurosport Intl.

F3 Euroserie

Zum drittletzten Mal in diesem Jahr geht die F3 Euroserie am Wochenende im Rahmen der DTM in Brands Hatch an den Start. Und so manch einer mag froh drüber sein, dass die Saison bald zu Ende ist. Der Mangel an Startern, und, viel schlimmer, vielversprechenden Talenten hat die einst so stolze Serie in dieser Saison ein wenig aus dem Interesse driften lassen.

Um ganz kurz auch über den Sport zu sprechen: Eduardo Mortara führt mit 77 Punkten vor Marko Wittmann (55) und Alexander Sims (44). Ganze 17 Punkte werden pro Wochenende vergeben, folglich haben alle drei noch realistische Chancen auf den Gewinn des Meistertitels.

Auch die F3-Führung hat, nachdem die Teams gedroht hatten, in die britische F3 abzuwandern, wohl langsam bemerkt, dass irgendetwas nicht ganz rund läuft. Daher wurden vor ein paar Tagen einige Änderungen für 2011 vorgestellt, die Don in den Newshappen ja auch schon ein wenig erläutert hat.

Laut der Pressemeldung, die im gewohnten, bescheidenen Stil gehalten ist, weiß des “richtungsweisende” Konzept unter anderem durch die folgenden Punke zu “überzeugen”: Künftig soll es 30 statt bisher 20 Rennen geben, denn an jedem der geplanten zehn Rennwochenenden werden drei statt zwei Läufe stattfinden. Man will sich zwar weiterhin vornehmlich im Umfeld der DTM-Rennen aufhalten, der Hinweis, dass der Kalender erst nach Bekanntgabe der F1-Termine 2010 veröffentlicht wird, lässt aber vermuten, dass vielleicht auch wieder eine Veranstaltung im Rahmen der Königsklasse geplant sein könnte. Auch sonst plant man “weitere Formel-1-Test- und Rennstrecken” zu besuchen, erwähnt sind Spa, Silverstone und Le Castellet.

Das allein klingt ja noch nicht unbedingt nach Sparmaßnahmen. Weiter ist aber auch erwähnt, dass die Technik auf aktuellem Stand eingefroren wird, und künftig nur noch “vier Personen pro Fahrzeug” in den Teams tätig sein sollen.

Außerdem will man eine “noch asführlichere Berichterstattung im Free-TV generieren”. Ob die potentiellen TV-Partner allerdings wirklich von der Aussicht auf drei Rennen pro Wochenende besonders begeistert sein werden, bleibt wohl abzuwarten.

Am kommenden Wochenende jedenfalls wird wieder n-tv mit Liveübertragungen zur Stelle sein, und zwar diesmal am Samstag und Sonntag um jeweils um 11:50 Uhr.

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August 26 2010

16:37

Formel Vorschau – viel los am Wochenende

Nach dem unglücklichen Wochenende in Budapest kehren GP2 und GP3 in Spa wieder zurück auf die Rennstrecke. Wem das nicht reicht, dem winken am Wochenende außerdem noch Liveübertragungen von ein paar Nischen-Serien.

So schnell gehts: Gerade hat die GP2-Saison erst angefangen – da steht auch schon wieder da Finale vor der Tür. Nur noch Spa, Monza und der terminlich etwas unpassende Saisonabschluss in Abu Dhabi stehen auf dem Programm. Das wird vor allem Pastor Maldonado freuen: Der Venezoelaner hat in dieser Saison nach jahrelanger Durtstrecke endlich gezeigt, was in ihm steckt – und liegt drei Runden vor Schluss schon 26 Punkte vor seinem ärgsten Titelrivalen Sergio Pérez. Ähnlich klar scheint die Sache in der GP3: Dort führt Esteban Gutiérrez bereits mit 30 Punkten vor Robert Wickens. Und weil die GP3 noch dazu ihre Saison schon in Monza beschließt, ist der Titel wohl wirklich nur noch Formsache. Gut also, dass wenigstens die Strecke in Spa Spannung verspricht.


Zunächst aber noch eine erfreuliche Meldung: Jules Bianchi könnte womöglich schon in Spa wieder im GP2 Cockpit sitzen. Wenn die Ärzte beim heutigen Fitness-Check ihr OK geben, dann wäre es tatsächlich möglich, dass der Franzose nach seinem heftigen Crash von Budapest nur ein einziges Rennen (nämlich den Sprint in Ungarn) versäumt hätte. Bleibt zu hoffen, dass man kein medizinisches Risiko eingeht – denn das wäre angesichts Bianchis aussichtsloser Tabellensituation (und der augenscheinlich sicheren Ferrari-Förderung) eher unverantwortlich.

Unfallgegner Ho-Pin Tung hat sich derweil schon entschieden: Der Chinese, von dem es ursprünglich mal hieß, er habe leichtere Verletzungen erlitten als Bianchi, will sicherheitshalber in Spa auf einen Start verzichten. Für das Rennen ist dieses an sich bedauerliche Faktum vielleicht gar nicht so schlecht. Denn Tungs Ersatzmann Romain Grosjean hat immerhin schon bei seinem ersten Saisoneinsatz in Hockenheim für ein paar sehr spektakuläre Szenen gesorgt.

Ebenfalls neu dabei: Alvaro Parente. Auch vom Portugiesen, der den Glück- (und neuerdings wohl Sponsorgeldlosen) Alberto Valerio ersetzt, darf man sich in Spa einiges erwarten. Immerhin hat er dort im vergangenen Jahr das Hauptrennen gewonnen.

Die Ausgangsposition in der Tabelle habe ich ja schon geschildert, auch die aussichtsreichsten Akteure für Einzelsiege (Clos, Bird, Vietoris und, wenn vorhanden, Bianchi) sind sicher mittlerweile hinlänglich bekannt. Daher also nur noch schnell ein Blick auf die TV-Übertragungszeiten: Zu sehen sind die Rennen wie immer live auf sky sport 2, das Hautrennen am Samstag um 15:35, der Sprint am Sonntagvormittag um 10:30 Uhr. Auf eine hochskalierte sky sport 2 HD-Fassung hat man dagegen enttäuschenderweise verzichtet.

Und dann gibts noch ein kleines Newsschnipsel zur GP2 Asia: Ein Kommentarschreiber im Blog von GP2-Experten Will Buxton (der auch den englischen Wordfeed-Kommentar liefert), hatte die gute Idee, mal nach dem aktuellen Stand in Sachen Kalender zu fragen. Immerhin müsste der für die kommende Wintersaison ja schön langsam mal feststehen. Buxtons etwas enttäuschende Antwort: Es steht wohl die bisher kürzeste Saison des Winter-Ablegers der GP2 bevor. Diese soll nämlich nur drei Rennen umfassen, und vor allem als Testsession für das neue GP2-Auto genutzt werden.

GP3

Erfolgreicher scheint da schon der andere GP2-Ableger. Die GP3 hat sich in ihrer Premierensaison – abgesehen von der mageren TV-Präsenz – bisher recht gut profilieren können. Außerdem hatte man auch etwas Glück: Denn mit Seriendominator Esteban Gutiérrez wird in dieser Saison wohl ein Mann Meister, dessen Talent dazu reichen müsste, im kommenden Jahr in einer höheren Serie den guten Ruf der GP3 zu verfestigen.

Dabei hat er es in der Serie keineswegs mit Lückenfüllern zu tun: Die Top Ten der Meisterschaft sind fast ausschließlich mit Fahrern besetzt, die sich schon vorher in anderen Serien einen guten Ruf erarbeitet hatten.

Man darf jedenfalls gespannt sein, was die Youngsters auf der anspruchsvollen Strecke in Spa so zeigen. Das Publikum wird sich gegenüber den bisherigen Rennen wohl jedenfalls vergrößeren. Denn erstmals werden beide Rennen nicht im PayTV bei Eurosport 2, sondern beim “großen Bruder” Eurosport Intl. ausgestrahlt. Lauf 1 leider nur als Aufzeichnung am Sonntag um 9:00, Rennen 2 direkt in Folge (9:30 Uhr) live.

Sonstige Formelserien

Auch sonst ist am Wochenende in Sachen Formelrennen einiges los. Die größeren Serien (Formel 2, WSbR und SLF) machen zwar noch Pause, dafür kann man im TV und Internet gleich mehrere nationale Nachwuchsserien verfolgen.

Und eine internationale: Nämlich die Formel BMW Europa, die im letzten Jahr ihres Bestehens auch in Punkto Aufmerksamkeit ein wenig unter die Räder gerät. Für alle, die der Serie heuer genauso viel Beachtung geschenkt haben wie ich (also keine), hier ein kleiner Guide zum Saisonfinale: An der Tabellenspitze gibt es einen Zweikampf der beiden Dominatoren dieser Saison. Das sind der Brite Jack Harvey (sechs Siege, nur einmal nicht auf dem Podium – 302 Punkte) und Robin Frijns aus den Niederlanden (Vier Siege und fünf zweite Plätze – 279 Punkte). Der Tabellendritte, Carlos Sainz, Jr., hat bereits 101 Punkte Rückstand auf Harvey. Zu sehen sind die Rennen live auf sky sport 2, leider jeweils zu etwas unchristlichen Zeiten (Sa., 9:40 / So., 8:25 Uhr).

Auch der ATS Formel-3-Cup begeht am Nürburgring sein vorletztes Rennwochenende 2010. Passenderweise für die Konkurrenzveranstaltung zur deutsch-französischen F3 Euroserie führt dort der Franzose Tom Dillmann (96 Punkte) vor dem Deutschen Daniel Abt (85). Dahinter liegen in Lauerposition Kevin “Sohn von Jan” Magnussen (71), der ja auch schon ein F3 Euro Rennen in Valencia gewonnen hat, und Stef Dusseldorp (70) aus den Niederlanden. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse gibt es in der Nacht von Sonnatg auf Montag (0:20 Uhr) auf Kabel 1.

Liveübertragungen gibts dagegen von zwei italienischen Formelserien: Der Formula Abarth und der italienischen Formel 3. Alle vier Rennen aus Varano werden am Sonntag live am unverschlüsselten italienischen Motorsport-Sender Nuvolari ausgestrahlt (wo es neuerdings übrigens auch die von motorvision.tv geschasste Superstar Series zu sehen gibt). Beide Serie fahren zwar nur in Italien, bestechen aber durch ein ziemlich internationales Starterfeld. Außerdem kann man noch ganz gut in die Saison einsteigen: die Serien haben gerade mal ihre erste Saisonhälfte hinter sich. Wer mehr wissen will, kann sich auf den überraschend guten, englischsprachigen Homepages von Formula Abarth und der F3 Italia informieren.

Ganz Formel-Hungrige können sich dann am Samstag und Sonntag zum Tagesabschluss noch die südamerikanische Formel 3 gönnen. Im Grunde handelt es sich dabei zunehmend um eine brasilianische Meisterschaft mit Gastvorstellungen in Uruguay und Argentinien – am Start sind in dieser Saison jedefalls ausschließlich Brasilianer (in der “Light”-Klasse starten auch noch ein Angolaner und ein Kolumbianer). Vor dem Ende der ersten Saisonhälfte führt in der Meisterschaft Bruno Andrade (192 Punkte) vor Yann Cunha (189) und Luiz “Sohn von Raul (?)” Boesel (152). (Offizielle) Liveübertragungen der Rennen gibt es auf racetv.com.br – leider sind mir aber bisher die genauen Startzeiten unbekannt.

Wer übrigens in dieser Saison bisher die britische Formel 3 nicht verfolgt hat, der sollte am Wochenende mal eine der Motors-TV Zusammenfassungen aus Silverstone gucken. Viel mehr zu sagen, wäre wohl ein Spoiler, daher nur das: Diese Zusammenfassung dürfte wohl die bedeutendeste in der laufenden Saison sein. An diesem Wochenende findet übrigens schon das nächste Rennwochenende (Snetterton) statt – leider wird die Serie aber nirgendwo live übertragen.

August 03 2010

16:13

Formelserien: Kein gutes Wochenende

Gleich zwei schwere Unfälle mit drei verletzten Fahrern gab es am vergangenen Wochenende in den Formelklassen. Jener aus der GP2 kann wohl leider überall passieren – bei der Superleague sollten sich die Verantwortlichen aber vielleicht ein paar Gedanken machen.

Es ist ein wirklich hässlicher Trend, der am Wochenende seine Fortsetzung gefunden hat: Nach Josef Kral (Valencia, GP2) und Simon Trummer und James Jakes (Hockenheim, GP3) gibt es schon wieder Verletzte in den Formel 1-Rahmenrennen. Diesmal hat es Jules Bianchi und Ho-Ping Tung getroffen. Letzterer hat wohl “nur” einen leichten Lendenwirbelbruch und könnte in Spa schon wieder im Cockpit sitzen. Bianchi hat sich ebenfalls einen Lendenwirbel gebrochen – allerdings schwerer als der Chinese. Er wird wohl für die gesamte restliche Saison ausfallen. Ganz besonders schlimm war der Unfalls von Chris van der Drift bei der SLF in Brands Hatch. Aber so schmerzhaft die zahlreichen Verletzungen auch sicherlich sind: Mit einem gebrochenen Knöchel, zwei gebrochenen Rippen, einem gebrochenen Schulterblatt und zwei gebrochenen Fingern ist Van der Drift (und die Superleague) wohl noch günstig davongekommen.

Superleague Formula

Denn dass Van der Drift noch am Leben ist, ist – abgesehen von der sicheren Bauweise moderner Formelautos – nur einigen glücklichen Umständen zu verdanken. Wer sich das Video vom Unfall genauer ansieht, wird feststellen, dass sich der Wagen nach dem Abheben erst kurz vor der Brücke genau so auf den Kopf dreht, dass der Unterboden parallel zur Decke der Brücke steht – im Abstand von wenigen Zentimetern. Und, dass der Wagen dann den Brückenpfeiler mit dem Heck trifft, und auf die Strecke zurückgeworfen wird. Die Brücke ist auf einer solchen Strecke sicher gefährlich – und es sollte (wie etwa auch in Monza) überlegt werden, ob sie unbedingt notwendig ist. Der Einschlag am Pfeiler hat wohl zu Van der Drifts Verletzungen beigetragen. Trotzdem hat sie dem Neuseeländer womöglich das Leben gerettet – wäre der Wagen nämlich nicht vom Pfeiler abgelenkt worden, wäre er wohl in Richtung Bäume geflogen. Mit sicher noch fataleren Folgen.

Damit aber genug von den grausamen Details. Der eigentliche Wahnsinn ist ja noch nichtmal der Unfall selbst – sondern, dass die SLF überhaupt in Brands Hatch gefahren ist. Schon für die kleinere Formel 2 ist die Strecke nicht mehr modern genug – den Eurosport-Kommentatoren war auch ein Jahr nach Henry Surtees’ tödlichem Unfall die Angst richtiggehend anzuhören, als die Serie vor zweieinhalb Wochen dort gastierte. (“Jungs, macht das bitte nicht! Das ist doch so gefährlich!” etc.). Die AutoGP hat zu Beginn des Jahres ihr geplantes Rennen in dort abgesagt und nach Navarra verschoben. Weitsichtige Begründung des Serienorganisators Enzo Coloni:

“While Brands Hatch has a great tradition, Navarra’s safety standards are way better, and with high performing and very powerful cars like ours, safety is something that we have to keep in mind as one of our priorities.”

Die Superleague Formula ist auf vielen schönen Strecken unterwegs. Aber ob man – bei aller angeblichen Begeisterungsfähigkeit der Südeuropäer für die SLF – ausgerechnet in Jarama fahren muss, das seit ewigen Zeiten kaum noch Renovierungen gesehen hat? Und, bei aller Spannung vor zwei Wochen – ob Zolder wirklich eine ideale Strecke für eine so schnelle Rennserie ist? Von Brands Hatch, wo die Katastrophe bei Formelaction ohnehin immer in der Luft liegt, gar nicht zu reden.

Klar: Die Serie will wachsen. Und auch klar: Es gibt in Europa zwar viele Strecken. Aber so viele, die 1) nicht schon ausgebucht, und 2) überdies bereit sind, die SLF aufzunehmen, gibt es auch wieder nicht. Man darf nicht zu wählerisch sein, sonst landet man nur noch auf Kursen wie dem Adria Intl. Raceway, wo die Serie am 4. unf 5. September ihr nächstes Rennen fahren wird. Aber bei der Sicherheit darf man eben auch keine Kompromisse machen. Das Wochenende hat das noch einmal nachdrücklichst gezeigt – bleibt zu hoffen, dass die SLF wenigstens daraus lernt.

Noch ganz kurz zum sportlichen Teil: In der Tabelle hat sich in Brands Hatch wenig verändert. Die beiden Tabellenführer, der AC Milan (Yelmer Buurman) und Tottenham Horspur (Craig Dolby) fuhren in beiden Rennen direkt hintereinander. Am Ende konnte Tottenham ein wenig aufholen – und liegt jetzt mit 461 Punkten nur noch denkbar knapp hinter Milan (463). Der RSC Anderlecht (Davide Rigon) bleibt auf Rang drei, dahinter konnte Chris van der Drifts Olympiacos Piräus den FC Basel (mit Max Wissel am Steuer) überholen – Rennen 2 wurde ja nach dem Unfall mit der roten Flagge abgebrochen, Van der Drifts sechster Platz geht daher trotz des Unfalls in die Wertung ein.

Bleibt zu hoffen, dass er bald wieder einen Gesundheitszustand erreicht, der es ihm erlaubt, sich darüber zu freuen. Wir wünschen jedenfalls gute Genesung!

GP 2

Anders als bei der SLF, tendiere ich bei der GP2 dazu, die Verletzungen einfach unter “Rennfahrer-Risiko” abzuhandeln. Immerhin fährt man nur auf jenen ausgewählten Kursen, die auch die Formel 1 besucht – und auch die Autos müssen Formel 1-Crashtests bestehen. Die Häufung von Wirbelverletzungen (Kral, Bianchi, Tung) ist zwar ein wenig bedenklich – kann aber auch ein hässlicher Zufall sein. Der Unfallhergang am Samstag spricht jedenfalls dafür: Bianchi hatte sich, nachdem er sich zurück ins Feld gedreht hatte, zunächst die Nase bei Dani Clos abgefahren. Erst danach wurde er frontal (und eben ohne Nase als Knautschzone) von Tungs Wagen erfasst. Dieser nicht mehr gefederte Aufprall führte wohl trotz recht geringer Geschwindigkeit zu den Verletzungen. Ein Unglücksfall, wie er wohl bei allen Sicherheitsvorkehrungen leider passieren kann.

Das nach längerer Unterbrechung folgenden Rennen war dann jedenfalls weitgehend Budapest-typisch, um nicht zu sagen: zäh. Pastor Maldonado legte einen überzeugenden Start-Zielsieg hin, dahinter verteidigte ein kräftig auftrumpfender Christian Vietoris seinen zweiten Platz gegen Sergio Pérez. Rennen zwei gewann dann von der Reverse-Grid Pole aus Giacomo Ricci – ebenfalls in recht überzeugender Manier. Dass dahinter wieder Vietoris landete, war eine gewisse Überraschung. Vielleicht ist dem jungen Deutschen ja jetzt endgültig der Knoten geplatzt.

In der Meisterschaft liegt Pastor Maldonado nun schon mit 26 Punkten Vorsprung auf Pérez in Front. Es müsste also schon sehr viel Unvorhergesehenes passieren, damit dem Venezoelaner nach fast drei Viertel der Saison der Meisterschaftssieg noch zu nehmen ist. Weitere acht Punkte dahinter liegen Dani Clos und Jules Bianchi, deren Duell um den dritten Platz wohl durch den Unfall entschieden wurde.

Weiter geht es mit der GP2 in knapp vier Wochen in Spa.

Formel 2

Ein knappes Rennen um die Meisterschaft gibt es in der Formel 2: Zwei Rennwochenenden vor Schluss liegen Jolyon Palmer und Dean Stoneman nur 4 Punkte voneinander getrennt an der Tabellenspitze. Weitere Titelkandidaten gibt es allerdings nicht mehr. Denn der derzeit drittplatzierte Phillip Eng liegt schon fast 100 Punkte hinter Palmer. Um diesen dritten Platz wird es dann allerdings wieder ein knappes Rennen – neben Eng haben auch Will Bratt und Sergey Afanasiev noch gute Chancen.

Die Rennen auf der tschechischen Strecke waren für F2-Verhältnisse nicht ganz so berühmt – in den jeweiligen Startphasen gab es ein paar recht nette Duellen. Sonst ging der Blutdruck – außer beim Ausfall Engs auf Platz drei, nur eine Runde vor Ende des zweiten Rennens – nicht wirklich in die Höhe.

Im Vergleich mit den Geschehnissen bei SLF und GP2 mag das eine angenehme Abwechslung gewesen sein. Anfang September in Oschersleben wären etwas spannendere Rennen aber trotzdem eine schöne Sache.

Formel 3 Euroseries

Na, vermisst? Erstmals nach der hochverdienten Sommerpause lässt die F3 Euroserie am kommenden Wochenende am Nürburgring die Motoren wieder aufheulen. Und zwar wohl mit etwas größerem Starterfeld als bisher. Denn neben Perlen wie “Optimistically into the second season half” war auf der Serienhomepage kürzlich zu lesen, dass Mika Mäki und Christopher Zanella Comebacks in der Nachwuchsserie geben werden. Zumindest mit Mäki kann man sicher auch im vorderen Teil des Feldes rechnen.

An der Spitze der Meisterschaft liegt mit Eduardo Mortara derzeit ein weiterer Comeback-Mann. Und das schon ziemleich deutlich – nämlich mit einem Vorsprung von 15 Punkten auf Marco Wittmann, der seierseits sieben Zähler vor dem drittplatzierten Valtteri Bottas liegt.

Übertragen werden beide Rennen am Samstag und Sonntag jeweils um 11:20Uhr  – wie immer live auf n-tv.

July 28 2010

16:24

Formelserien: GP2/GP3-Analyse & das kommende Wochenende

Naja. So richtig toll waren die F1-Rahmenrennen in Hockenheim ja nicht – auch, wenn es gelegentlich doch ein wenig Action gab. Am kommenden Wochenende könnte wieder mehr los sein: Das Programm verspricht jedenfalls ordentlich Action. Zum Teil leider auf Kosten der Sicherheit.

Die GP2 bot in Hockenheim ein eher maues erstes, und ein etwas spannenderes zweites Rennen. Am Ende waren aber in beiden Läufen doch wieder die beiden Meisterschaftsleader vorn: Pastor Maldonado konnte mit einem ungefährdeten Sieg am Sonntag seine Führung ausbauen. Sergio Pérez zeigte am Sonntag mit einem etwas kampfbetonterem Sieg, was in ihm steckt. Bei der GP3  trat dagegen wiedermal ein alter Bekannter in Erscheiung: Robert Wickens gewannt Lauf eins, bevor Tabellenführer Gutierrez am Sonntag wieder die gewohnte Hackordnung zementierte. Am Wochenende fahren beide Serien schon wieder im Rahmen der Formel 1 – und außerdem noch die F2 in Brünn, und die Superleague Formula auf dem GP-Kurs von Brands Hatch.

GP2

Eine interessante Mischung uns jungen und älteren Talenten konnte sich beim GP2 Lauf in Hockenheim in Szene setzen. Auf Seiten der Altstars: Pastor Maldonado, der den ersten Lauf fast nach Belieben dominierte, und seine Tabellenführung ausbauen konnte. Außerdem Romain Grosjean. Der Franzose konnte beim Gasteinsatz als Ersatz für Jerome D’Ambrosio zwar keine Punkte holen, nach einem durchwachsenen Samstag konnte er sich aber immerhin von Ende des Feldes bis auf Rang sieben vorfahren. Sehr sehenswert – bis er dann kurz vor Schluss in eine von beiden Fahrern vermeidbare Kollision mit Maldonado verwickelt wurde, die beider Rennen beendete. Dafür konnte ein weiterer “Alter” endlich wieder jubeln: Nach langer Durststrecke reichte es beim Deutschland-GP für Adrian Zaugg zu einem Podium.

Aus Seiten der Jungen ist zuallererst Sergio Pérez zu nennen: Rang zwei am Samstag und ein schön herausgefahrener Sieg am Sonntag sorgten in Summe dafür, dass der Mexikaner seinen Abstand auf Maldonado leicht verkürzen konnte. Außerdem noch Jules Bianchi, der endlich zwei passable – wenn auch noch nicht glühend schnelle – Läufe auf die Reihe brachte, und zweimal gute Punkte holen konnte.

Keine Zähler gab es zum Heimspiel wieder mal für Chrisian Vietoris. Schön langsam müssten in seiner Umgebung mal die Alarmglocken zu schrillen beginnen – denn von Talent her müsste der junge Deutsche deutlich weiter vorne mitfahren. Zu Beginn der Saison war er – zumindest in den Trainings – ja auch gut dabei. Seitdem scheint er aber leider ab- statt zugebaut zu haben.

In der Meisterschaft liegt nach Beginn der zweiten Saisonhälfte immer noch Pastor Maldonado recht deutlich in Front. Wobei: die 21 Punkte Führung mögen nach viel klingen – wenn er aber auch nur einmal einen ersten Lauf verhaut, während Pérez gewinnt, ist der Mexikaner wieder klar in Schlagdistanz. Dirket dahinter liegt Saisonüberraschung Dani Clos, für den in Sachen Schlagdistanz das gleiche gilt, wie für Pérez. Jules Bianchi hat es mittlerweile auf Rang 4 der Tabelle geschafft. Mit fast 30 Punkten Rückstand bräuchte er aber schon zwei schlechte Maldonado-Wochenenden, um aufzuschließen.

Diese Woche wurde übrigens das GP2-Auto für die kommende Saison wieder getestet – und zwar bereits mit den Pirelli Reifen, die 2011 nicht nur in der GP2, sondern auch in der Formel 1 zum Einsatz kommen sollen. Drei Bilder davon unten in der Gallerie.

GP3

Etwas chaotischer ging es – wie gewohnt – bei der GP3 zu. Zum Glück weniger gewohnt: Diesmal gab es zwei Verletzte. Fast untergegangen ist in der etwas uninformativen Eurosport-Übertragung der schwere Unfall von Simon Trummer. Der Schweizer hob über das Heck eines Konkurrenten – dem Vernehmen nach Roberto Mehri – ab, schlug in Folge hart ein, und zog sich dabei Wirbelbrüche zu. Nun wird er wohl das kommende Monat pausieren müssen, und somit zumindest in Ungarn nicht am Start sein können. Fast schon ein Glück, dass jetzt die lange Sommerpause folgt, in der er sich vielleicht ein wenig erholen kann.

Womöglich auch nicht in Ungarn dabei: James Jakes. Der Brite kollidierte so unglücklich mit dem US-Amerikaner Josf Newgarden, dass er sich dabei Bänder im rechten Arm verletzte. Ob er am kommenden Wochenende Rennen fahren darf, werde die Ärzte erst in den kommenden Tagen beschließen.

Zum Sportlichen: Am Samstag holte sich Robert Wickens, bekannt aus Film, Fernsehen, A1 GP und Formel 2 (vor allem, um nicht zu sagen “ausschließlich” aber den beiden letzteren), einen relativ ungefährdeten Sieg, der ihn in der Meitschaft wieder einigermaßen souverän auf den kurzfristig verlorenen zweiten Platz zurückholte. Am Sonntag siegte dann wieder Saisondominator Esteban Gutierrez – und zwar in fast noch souveränerer Weise.

Drei Runden vor Schluss der GP3-Premierensaison führt also der Mexikaner nun mit 64 Punkten vor dem zweitplatzierten Robert Wickens, der bereits einen veritablem Rückstand von 30 Punkten hat – und folglich die Hälfte aller noch ausstehenden Rennen bei gleichzeitigem Ausfall von Gutierrez gewinnen müsste, nur um auf die Tabellenführung aufzuschließen. Dahinter folgen Alexander Rossi (26) und der beste Deutschsprachige im Feld, der Schweizer Nico Müller (23).

Eurosport 2 bringt am Wochenende – wie mittlerweile gewohnt – Lauf eins As-Live am Sonntag um 9:00Uhr, eine halbe Stunde später folgt dann die Liveübertragung des zweiten Rennens.

Formel 2

Nachdem es in Brands Hatch noch reichlich Spannung der völlig falschen Art gegeben hatte, kehrt die Formel 2 nun wieder auf einen weniger gefährlichen Kurs zurück. Im Rahmen der WTCC begeht man am kommenden Wochenende im tschechischen Brünn den Beginn des letzten Saisondrittels.

Und überraschenderweise wird es in der Meitschaft jetzt doch nochmal spannend. Denn Jolyon Palmer hat fast den gesamten Vorsprung auf seinen britischen Landsmann Dean Stoneman eingebüßt. 186 zu 181 steht es in der Tabelle, bei der Menge an noch zu erreichenden Punkten also quasi eine Pattsituation.

An dritter Stelle liegt nach dem Sieg in Brands Hatch nun wieder der Salzburger Phillip Eng, der allerdings mit 114 Punkten schon ein veritables Wunder brauchen würde, um die beiden in der Meitschaft noch einzuholen.

Rennen eins gibts am Samstag um 13:00Uhr live auf Eurosport Intl., Lauf zwei am Sontag um 15:45 ebenfalls live auf ESP2.

Superleague Formula

Da ist man gerade froh, dass die Formel 2 Rennen in Brands Hatch diesmal problemlos absolviert sind, da macht sich schon eine noch schnellere Serie bereit, dieses gefährliche Abenteuer zu begehen. Die Superleague Formula fährt am kommenden Wochenende erstmals auf dem GP Kurs der Strecke in der englischen Grafschaft Kent.

Nach einem glücklosen Wochenende für Craig Dolby und Tottenham Hotspur im belgischen Zolder ist in der Meisterschaft wieder alles offen – der AC Milan (Yelmer Buurman) hat sogar erstmals die Führung übernommen. Mit je etwa 40 Punkten Rückstand haben dahinter auch der RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (Max Wissel) noch sehr solide Siegchancen. Immerhin sind ja erst sechs von vermutlich 12 Rennen absolviert.

Zumindest der zehnte Saisonlauf, jener im innermongloischen Ordos, wurde mittlerweile auch mittels Pressemitteilung der SLF offiziell bestätigt. Das elfte Rennen hat zwar bereits einen Termin (eine Woche nach Ordos) und ein Austragungsland (ebenfalls China) – eine Strecke steht aber noch nicht fest. Klar ist dagegen: Das Saisonfinale findet Ende Oktober auf der brandneuen Strecke im spanischen Navarra statt.

Ein paar Neuigkeiten von der Fahrerfront gibt es auch noch: Franck Montagny wird in Brands Hatch wieder ins Cockpit des Girodins de Bordeaux-Wagens zurückkehren. Jaap van Lagens Gastspiel in diesem Auto in Zolder war also eher eine einmalige Geglegenheit – auf die Resultate kann der 33-jährige Niederländer, der zuletzt 2007 im Formelauto gesessen ist dennoch stolz sein. Andy Soucek wird – wie schon in Zolder – wieder am Steuer des Wagens von Sporting Lissabon sitzen, wo zuvor der Spanier Borja Garica gewerkt hatte. Ein 18. Auto wird es in England auch wieder geben: Olympique Lyonnais kehrt nach einem Aussetzer in Zolder wieder in die SLF zurück – allerdings nicht mehr mit Sébastien Bourdais am Steuern, sondern mit dessen Landsmann Franck Perera.

Zu sehen gibt es das alles wieder exklusiv (will heißen: ohne TV-Vertrag) im offiziellen Stream auf superleagueformula.com.

July 14 2010

16:21

Formelserien: Zwei Analysen und zwei Vorschauen

Langsam wachsen der GP3 Hand und Fuß – die Rennen in Silverstone waren erstmals richtig spannend. Dafür ziemlich lapp: Die GP2. Am Wochenende stehen dann Superleague Formula und F2 auf dem Programm.

Ziemlich gemischte Kost gab es am Wochenende bei den beiden großen Nachwuchsserien iin Silverstone. Das GP2-Hauptrennen war eher von der langatmigen Sorte, der Sprint am Sonntag war zwar dann etwas interessanter, aber für GP2-Verhältnisse auch nicht gerade nervenaufreibend. Viel spannender waren allerdings die Läufe der GP3, die sich immer mehr zu einer Serie mausert, bei deren Rennen man gerne den TV anwirft. Am kommenden Wochenende stehen dann schon wieder zwei Formelserien auf dem Programm: Die Superleague Formula beendet in Zolder ihre erste Saisonhälfte – und die Formel 2 kehrt fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Tragödie um Henry Surtees nach Brands Hatch zurück.

GP2

Wie schon gesagt: Eher dröge, diese GP2 in Silverstone. Vor allem das Hauptrennen glich in unangenehmer Weise anderen Samstags-Vorstellungen in dieser Saison. Will heißen: Nach dem Start war nicht mehr viel los, weil alle auf die Boxenstopps gewartet haben. Und nach dem Stops hatte sich das Feld dann endgültig sortiert.

Immerhin hat Meisterschaftsleader Pastor Maldonado bewiesen, dass er auch ohne Pech und Unvermögen der Konkurrenz gewinnen kann. Der Sieg am Silverstone-Samstag schien nach dem Start (bei dem er Jules Bianchi überholte) nie in Gefahr. Am Sonntag konnte er sich immerhin von Position acht auf vier vorfahren. Eine tolle Vorstellung vom Venezolaner, der nun schon 19 Punkte Vorsprung auf den Meisteschaftszweiten Dani Clos, und ganze 25 auf den drittplatzierten Bianchi hat. Nur einen Punkt dahinter liegt Sergio Pérez, der ebenfalls ein gutes Wochenende hatte, und den Sieg im Sprintrennen einfahren konnte.

Weniger toll war wieder mal die Leistung von Christian Vietoris. Den sechsten Platz am Samstag muss man angesichts der bisherigen Saison wohl schon fast als Erfolg werten. Platz 10 am Sonntag, als er von der dritten Startposition losfuhr, lässt sich nicht mehr so einfach schönreden. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass Vietoris am Sonntag wohl auch ein technisches Problem am Auto hatte. Trotzdem: Teamkollege Dani Clos liegt in der Meisterschaft auf Platz 2 – Vietoris nun auf 16. Ein paar Highlights in der zweiten Saisonhälfte würde dem deutschen Nachwuchspiloten sicher gut tun – zumindest am Talent sollte es ja eigentlich nicht mangeln.

Ein kleiner Hinweis noch zu den Bildern: Die GP2 hat jetzt ein paar offizielle Pressebilder des Autos für 2011-2013 veröffentlicht. Besonders schön finde ich die Kiste ja immer noch nicht – aber wenn sich jemand selbst ein Bild machen will: Ich habe ein paar davon unten an diesen Artikel gehängt.

GP3

In der GP3 zeigt weiterhin Esteban Gutierrez, dass Pérez nicht Mexikos einzige Hoffnung auf den ersten Formel 1 Piloten seit Héctor Rebaque 1981 ist. Der 19-jährige Formel BMW Meister des vergangenen Jahres drückt der ersten Saison der neuen Nachwuchsserie so richtig seinen Stempel auf: Zur Saisonhalbzeit hat er mit 52 Meisterschaftspunkten exakt doppelt so viele Zähler wie der zweitplatzierte Alexander Rossi (für Rechenfaule: 26).

Langeweile kommt in der GP3 trotzdem nicht auf: Fast in jeder Runde gibt es irgendeinen Zweikampf zwischen den 30 Nachwuchspiloten. Was am Anfang noch etwas unübersichtlich schien, beginnt mit zunehmender Vertrautheit mit der Serie so richtig Spaß zu machen. Das hat auch Europsort erkannt, die am vergangenen Wochenende erstmals beide Läufe live übertragen haben. Schade, dass man in einenhalb Wochen wohl wieder dazu zurückkehrt, nur das Sonntagsrennen live zu zeigen. Ein weiterer Wehrmutstropfen rund um die TV-Übertragung: Die internationale FOM-Regie wirkt so, als würde man die GP3-Rennen eher uninteressiert nebenbei übertragen. Positionswechsel werden nicht immer aufgelöst, vor allem ist wesentlich seltener als bei F1 und GP2 ein Leaderboard im Bild – was es gerade bei einer neuen Serie wohl so manchem Fan erschwert, das Chaos auf der Strecke richtig einzuordnen.

Aus deutschsprachiger Perspektive erfreulich: Der Schweizer Nico Müller hat sich in der Serie nach seinem Sieg in Valencia und konstanten Leistungen in Silverstone nun auf den dritten Tabellenplatz geschoben. Weniger konnten bisher leider der Deutsche Tobias Hegewald, der Schweizer Simon Trummer, Austro-Italiener Mirko Bortolotti und Patrick Reiterer aus Südtirol überzeugen, die lediglich auf den Rängen 15, 17, 21 und 30 liegen.

Bortolotti gab im zweiten Silverstone-Rennen, in dem er lange auf Platz drei lag, immerhin ein Lebenszeichen von sich. Am Ende wurde aber aus der Punkteplatzierung doch nichts, weil er für ein unfaires und gefährliches Manöver an Esteban Gutierrez völlig zu Recht nach dem Rennen mit einer 20-Sekunden-Strafe belegt wurde.

Superleague Formula

Die SLF beendet am kommenden Wochenende ihre erste Saisonhälfte in Zolder – und damit auf dem einzigen Kurs, auf dem sie bisher in allen drei Jahren ihres Bestehens unterwegs war. 2008 haben hier Liverpool (Adrian Valles) und Beijing Guoan (Davide Rigon) gewonnen, im vergangenen Jahr Tottenham Hotspur (Craig Dolby) und Al-Ain (Esteban Guerrieri). Wieso man ausgerechnet in Zolder bisher immer unterwegs war? Womöglich liegt es daran, dass es sich um das Heimrennen des derzeitigen Tabellenvierten RSC Anderlecht handelt. Außerdem ist mit Azerti Motorsport (Anderlecht und Corinthians) auch ein belgisches Team in der Serie vertreten.

Das ist also die Plus-Seite. Auf der Minus-Seite: Die Strecke ist, wie die Formel 2 erst vor ein paar Wochen wieder einmal bewiesen hat, für Formel-Rennen nur begrenzt geeignet und nicht ganz ungefährlich. Aber immerhin: Die SLF hat noch fast überall spannende Läufe hinbekommen – vielleicht dürften wir ja auch in Belgien auf eine Fortsetzung dieser Serie hoffen.

In der Tabelle führt nach wie vor Tottenham Hotspur (Craig Dolby), deren Vorsprung auf den AC Milan (Yelmer Buurman) allerdings nach einer schwachen Vorstellung auf dem Nürburgring etwas geschmolzen ist. An dritter Stelle liegt der FC Basel, dessen Auto von Deutschen Max Wissel gefahren wird.

Insgesamt werden in Zolder diesmal nur 17 der sonst 18 SLF-Boliden an den Start gehen: Sebastian Bourdais wird nicht nach Zolder reisen, weil sein LRS Formula Team Setup-Probleme am Wagen entdeckt hat, die sich wohl nicht rechtzeitig bis zum kommenden Wochenende lösen lassen.

Neuigkeiten gibt es von der Superleague Formula an einer anderen Front: Vergangene Woche hat die Serie ohne weiteren Kommentar ihren Online-Kalender für die laufenden Saison aktualisiert. Dort tauchen jetzt zwischen dem Lauf Ende September in Portimão und dem Saisonfinale in Navarra zwei Rennen in China auf. Die erste der beiden Meisterschaftsrunden wird am 2. und 3. Oktober am nagelneuen Ordos International Circuit in der inneren Mongloei stattfinden, der Austragungsort der zweiten China-Veranstaltung ist zur Stunde noch offen. Mehr dazu in den aktuellen Newshappen.

Eine Liveübertragung im TV scheint es auch diesmal wieder nicht zu geben – nicht völlig auszuschließen ist allerdings, dass die Rennen noch kurzfristig im Programm von Bloomberg auftauchen. Ansonsten wird man sich wieder mit dem (ausgezeichneten) Gratis-Stream auf der Serienhomepage begnügen müssen.

Formel 2

Bleibt noch die Formel 2, die an diesem Wochenende nach Brands Hatch zurückkehrt, wo am 19. Juni 2009 Henry Surtees beim Sonntagsrennen der Serie tödlich verunglückt ist. Der tragische Unfall hat damals für heftige Diskussionen um die Sicherheit in der Budget-Nachwuchsserie gesorgt, die bis heute nicht alle befriedigend gelöst sind.

Ein Kritikpunkt war damals, dass die Reifen nur ungenügend an den Autos fixiert seien. Hier scheint es wohl Verbesserungen gegeben zu haben, wie der Marrakesch-Unfall von Ricardo Teixeira zeigt – dort sind trotz des heftigen Einschlages alle Reifen am Auto geblieben.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Auswahl der Strecken. Und da hat sich, meiner Meinung nach, zu wenig getan. Marrakesch, Monza und Zolder sind für eine so schnelle Nachwuchsformel mit zum Teil sehr unerfahrenen Piloten sicher nicht ideal. Und in Brands Hatch geht man in diesem Jahr eben auch wieder an den Start. Angeblich sollen dort zwar ein paar Verbesserungen des Auslaufs vorgenommen worden sein – das Grundproblem, dass die Strecke einfach für Monoposti nicht mehr zeitgemäß ist, hat man damit aber wohl kaum gelöst. Bleibt zu hoffen, dass in die Evalutation der neuen Sicherheitsmaßnahmen nicht die Tatsache eingeflossen ist, dass die Strecke der Betreiberfirma MotorSport Vision gehört. Jener Firma im Besitz von Jonathan Palmer also, die im Auftrag der FIA auch die Formel 2 Meisterschaft betreibt.

Noch kurz zum Sportlichen: Beim Test in Brands Hatch am Dienstag hatte einmal mehr Meisterschaftsleader Jolyon Palmer die Nase vorn. Will Bratt und Dean Stoneman auf den Plätzen zwei und drei vervollständigten das britische Führungstrio. Auch die Meisterschaft dürfte auf ein britisches Duell hinauslaufen. Dort führt Jolyon Palmer mit 182 Punkten vor Dean Stoneman (156). Der Abstand zu Platz drei (Phillip Eng, 88) ist bereits schier unüberwindbar.

Übertragen werden die beiden Rennen wie immer live auf Eurosport: Lauf eins Samstag, 12:30 auf ESP Intl., Rennen zwei am Sonntag, 13:45 auf ESP2.

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