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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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October 08 2013

16:00

IndyCar: Analyse The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Scott Dixon war der große Gewinner des Double-Headers in Houston, auch weil Helio Castroneves unter massiven technischen Problemen litt. Überschattet wurde das Wochenende aber von einem schweren Unfall Dario Franchittis im zweiten Rennen.

Scott Dixon (C) IndyCar Media/Chris Owens

Scott Dixon
(C) IndyCar Media/Chris Owens

Mit jeweils einem Getriebeschaden pro Rennen hatte Helio Castroneves ein schwarzes Wochenende. Durch den Sieg im Rennen am Samstag und Platz 2 am Sonntag konnte Scott Dixon den Rückstand von 49 Punkten in der Meisterschaft auf Castroneves in einen Vorsprung von 21 Punkten umwandeln. So richtig freuen konnte er sich aber nicht, da sein Teamkollege in einen schweren Unfall in der letzten Runde verwickelt war.

Takuma Sato verlor in der schnellen Kurve 5 die Kontrolle über seinen Dallara und Dario Franchitti wollte außen herum ausweichen. Er stieg aber über Satos Wagen auf und zerschellte am Zaun. Während Sato und, der ebenfalls noch aufgefahrene EJ Viso, langsam eigenständig aussteigen konnten, blieb Franchitti in seinen Wrack sitzen. Der Unfall erinnerte an die Unfälle von Kenny Bräck oder auch Dan Weldon. Auch durchdrangen wieder diverse Teile den Zaun und verletzten einige Zuschauer, zum Glück aber nicht schwer. Nach langen Minuten des Bangens überbrachte Chip Ganassi erste positive Nachrichten. Franchitti war bei Bewusstsein und klagte über Schmerzen in Rücken und Beinen. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Wirbel, eine Fraktur des rechten Knöchels sowie eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Wir wünschen sowohl Franchitti als auch den verletzten Zuschauern eine schnelle und vollständige Genesung.

Rennen 1

Podium Rennen 1 (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium Rennen 1
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Stehende Starts und die IndyCar werden keine Freunde mehr. Der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil bei Charlie Kimball die Kupplung versagte und der Motor so abgewürgt wurde. Kimball konnte das Rennen zwar aufnehmen, hatte aber bei jedem Boxenstopp Probleme beim Anfahren. Beim zweiten Start blieb James Hinchcliffe stehen und Ed Carpenter konnte ihm nicht mehr ganz ausweichen. Er touchierte Hinchcliffe zum Glück nur leicht, für beide aber war das Rennen beendet. Takuma Sato, der die Qualifikation gewonnen hatte, fuhr über ein Trümmerteil und musste unter Gelb mit einem schleichenden Plattfuß an die Box.

In Runde 9 wurde dann das Rennen endlich freigegeben mit Will Power vor Scott Dixon. Beide konnten sich von Simon Pagenaud und Simona de Silvestro absetzten. Ab Platz 3 blieb das Feld aber dicht beisammen. Mit den ersten Boxenstopps konnte sich Dixon an Power vorbei schieben. Der Neuseeländer war zum einen eine Runde früher in der Box, zum anderen gab es Probleme mit dem Wagenheber bei Power.

Nach dieser ersten Serie der Stopps drehte sich Dario Franchitti im Hinterfeld und sorgte so für die dritte Caution. Am Ende kam der Schotte nur auf Platz 15 ins Ziel. Beim Restart in Runde 43 hatte Simon Pagenaud auf Platz 3 Probleme und verlor drei Plätze an den sehr gut aufgelegten Luca Fillippi, Sebastien Bourdais und Simona de Silvestro. In Runde 61 absolvierten de Silvestro und Pagenaud ihren zweiten und letzten Boxenstopp, da sie in der Gruppe hinter Fillippi festhingen. In Runde 64 musste Oriol Servia seinen Wagen in Kurve 4 mit Getriebeschaden abstellen, als gerade Scott Dixon in der Box war. Die folgende Caution war natürlich ein großer Glücksfall für alle, die ihren letzten Stopp bereits absolviert hatten.

Beim Restart konnte sich Simona de Silvestro in einem schönen Manöver an Pagenaud vorbei schieben und den Platz direkt hinter Scott Dixon sichern. Auch Justin Wilson konnte am Franzosen vorbei, der immer Probleme mit der Lage seines Autos mit kälteren Reifen nach den Gelbphasen hatte. Auch die letzten Cautions und Restarts änderten nichts mehr an dieser Reihenfolge.

Vollkommen verdient gewann Scott Dixon sein viertes Rennen in dieser Saison. Dahinter sicherte sich Simona de Silvestro ihre erste Podiumsplatzierung vor Justin Wilson und Simon Pagenaud. Ein sehr gutes Rennen zeigten auch Josef Newgarden, James Jakes und Graham Rahal auf den folgenden Plätzen. Mit Platz 8 zeigte Sebastien Bourdais wieder ein gute Leistung. Auf Platz 9 folgte mit EJ Viso der erste Fahrer von Andretti Autosport vor Luca Fillippi, der Will Power auf der Strecke überholen konnte.

Trotz der Probleme mit der Kupplung konnte sich Charlie Kimball noch auf Platz 11 ins Ziel retten. Durch die unglückliche Caution und dem Boxenstopp in Runde 64 bzw. 73 fiel Will Power ins Hinterfeld und konnte sich nicht mehr über Platz 12 hinaus verbessern. Marco Andretti hatte große Handlingsprobleme und kam nie wirklich auf gute Zeiten. Auf Platz 13 war er aber schon der letzte Fahrer in der Führungsrunde.

Noch viel größere Probleme hatten Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay. Bei beiden, wie auch bei Oriol Servia, gab es Schäden am Getriebe. In fantastischen acht Minuten konnte man bei Penske Racing das Getriebe wechseln und mit insgesamt zehn Runden Rückstand kam der Führende in der Meisterschaft noch auf Platz 18 ins Ziel. Mit dem Sieg von Scott Dixon hatte er aber nur noch acht Punkte Vorsprung. Platz 20 für Ryan Hunter-Reay beendete natürlich alle seine Träume von einer Titelverteidigung. Bei ihm war Benzin beim Tankvorgang ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer wurde zwar schnell gelöscht, hatte aber das Datenkabel zum Getriebe beschädigt.

Tony Kanaan, der im nächsten Jahr für Chip Ganassi fahren wird, schied mit einem Defekt an den Bremsen aus. Takuma Sato und Mike Conway sorgten mit Fahrfehlern und Mauerkontakt für zwei der letzten drei Cautions in den Runden 72 und 88. Diese letzte Caution führte auch zum Rennende unter Gelb.

Das ganze Ergebnis von Rennen 1 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Rennen 2

Podium Rennen 2 (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Podium Rennen 2
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Aufgrund starker Regenfälle musste die Qualifikation am Vormittag abgesagt werden. Die Startaufstellung wurde gemäß der Owner-Points vor dem Houston-Wochenende erstellt. Traditionell wurde der erste Startversuch wieder abgebrochen, da diesmal Takuma Sato seinen Startplatz nicht gefunden hatte. Den zweiten Versuch gewann Helio Castroneves vor Scott Dixon und Simon Pagenaud. Ab Runde 2 beklagte sich Dixon darüber, dass Castroneves Öl aus seinem Getriebe verlieren würde. Es zeichnete sich also der nächste Getriebeschaden am Penske mit der Nummer 3 ab und in Runde 10 musste der Brasilianer seinen Dallara abstellen. Diesmal war das Getriebegehäuse bei einem heftigen Aufsetzten in Kurve 1 gebrochen. Die Reparatur dauerte erheblich länger als am Samstag und am Ende stand nur Platz 23 zu Buche.

Will Power konnte sich von Startplatz 9 schnell nach vorne auf Platz 2 hinter Scott Dixon schieben. Beide waren, wie am Samstag, das Maß der Dinge und konnten sich schnell vom Feld absetzten. Ein Crash von Luca Fillippi führte zu vierten Caution ab Runde 28, die alle Spitzenfahrer für den ersten Boxenstopp nutzten. Tony Kanaan löste mit einem Fahrfehler in Runde 33 die nächste Caution aus und in Folge des Restarts konnte sich Power an Dixon vorbei schieben.

Weder die zweite Runde der Boxenstopps, noch die Gelbphasen sechs bis acht änderten etwas an Situation an der Spitze. Dixon kam zwar mehrfach nahe an Power heran, zu einem ernsthaften Angriff kam es aber nicht. Der Neuseeländer konnte und wollte natürlich nicht seine gute Position in der Meisterschaft gefährden. Will Power konnte sich so den zweiten Saisonsieg sichern und half damit auch seinem Teamkollegen.

Mit Platz 3 hat James Hinchcliffe nochmal gezeigt, dass er auch im nächsten Jahr in einem Topteam fahren sollte. Dasselbe gilt für Justin Wilson mit seiner vierten Top-4-Platzierung in Folge. Und auch Sebastien Bourdais setzte seine Serie von guten Platzierungen auf Platz 5 fort. Es ist schon erstaunlich, welchen großen Schritt er mit seinem Dragon Racing Team gemacht hat.

Simon Pagenaud hatte am Sonntag bei kühleren Temperaturen deutlich mehr mit dem Handling seines Dallaras zu kämpfen. Schon am Samstag verlor er mit kälteren Reifen bei den Restarts jeweils Plätze. Durch Platz 6 hat auch er keine Chancen mehr auf den Meistertitel. Mit einem guten Rennen und Platz 7 brachte sich auch Oriol Servia ins Gespräch für einen Stammplatz im nächsten Jahr.

Nach den Kupplungsproblemen am Samstag konnte sich Charlie Kimball am Sonntag immerhin Platz 8 sichern. Abgesehen von Scott Dixon lief es beim Team von Chip Ganassi aber in Houston nicht rund. Auch Dario Franchitti lag vor seinem Unfall nur auf Platz 11. Leicht enttäuscht dürfte auch Mike Conway aus Houston abreisen. Die Plätze 11 und 9 entsprechen nicht seinem wahren Leistungsvermögen, vor allem im Vergleich zu seinem Teamkollegen Justin Wilson.

Den letzten Platz in den Top 10 sicherte sich Simona de Silvestro. Mit einem haarsträubenden Manöver beförderte sie schon in Runde 2 Tristan Vautier und Graham Rahal in die Mauer von Kurve 8. Diese Aktion wurde vollkommen zu recht mit einer Drive-Through-Penalty bestraft. Ihr Opfer Vautier kam direkt hinter ihr auf Platz 11 ins Ziel. Beide profitierten dabei natürlich vom Unfall von Sato, Franchitti und Viso, die ansonsten vor ihnen ins Ziel gekommen wären.

Auf Platz 12 und damit wieder die üblichen fünf bis zehnPlätze hinter Bourdais kam Sebastian Saavedra ins Ziel. Nach seinem sehr guten fünften Platz am Samstag lief es für Josef Newgarden am Sonntag nicht mehr so gut. In Runde 73 drehte er Marco Andretti um, der nach Frühstart und entsprechender Strafe im ganzen Rennen im Hinterfeld fuhr. Auch Newgarden wurde für „Avoidable Contact“ mit einer Drive-Through-Penalty bestraft.

Auf den Plätzen 14 bis 16 wurden die verunfallten Sato, Franchitti und Viso gewertet. Es folgten die beiden Rahal Lettermann Lanigan Piloten James Jakes und Graham Rahal. Beide waren, wie auch Luca Fillippi und Marco Andretti, in diverse Zwischenfälle verwickelt. Ryan Hunter-Reay hatte wieder Probleme mit seinem Getriebe und rollte mit kaum Vortrieb in Runde 33 in die Box. Mit 37 Runden Rückstand kam Helio Castroneves auf Platz 23 ins Ziel. Hinter ihm wurde nur noch Tony Kanaan gewertet.

Das ganze Ergebnis von Rennen 2 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt nun Scott Dixon mit 23 Punkten vor Helio Castroneves. Nur noch zwischen diesen beiden Piloten wird in Fontana die Meisterschaft entschieden. Mit dem Sieg und Platz 2 hat sich Scott Dixon natürlich auch die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt-Straßenkursfahrer der Saison gesichert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das große Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana findet am 19. Oktober (bzw. für uns am Morgen des 20. Oktobers) statt.

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October 04 2013

15:00

IndyCar: Vorschau The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Nach fünf Wochen Pause, in der sich hoffentlich die Gemüter ein wenig beruhigt haben, finden die beiden letzten Straßenrennen der IndyCar-Saison in Houston statt. Die Augen werden sich vor allem auf Helio Castroneves und seine Verfolger in der Meisterschaftswertung richten.

Helio Castroneves in Baltimore (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Helio Castroneves in Baltimore
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Durch eine strittige Strafe in Sonoma und einen diskussionswürdigen Unfall mit Will Power in Baltimore büßte Scott Dixon viele Punkte auf Helio Castroneves ein. Aktuell liegt er 49 Punkte hinter dem Brasilianer, der seit seinem Sieg in Texas die Meisterschaftswertung anführt. Bei einem Rennen kann man – bei 24 Teilnehmern – maximal 47 Punkte aufholen und nach dem Double-Header in Houston steht nur noch das Finale in Fontana auf dem Programm. Insgesamt hat Castroneves also gute Chancen, seinen ersten Meistertitel zu gewinnen.

Das Double-Header-Format hingegen sollte Scott Dixon noch einmal Mut geben. Bei den vier Double-Header-Rennen in diesem Jahr konnte sich der Neuseeländer immer in den Top 5 platzieren, in Toronto gab es sogar zwei Siege. Das ergibt eine durchschnittliche Zielankunft auf Position 2,5. Helio Castroneves durchschnittliche Platzierung ist mit 5,25 aber nur geringfügig schlechter. Wir können uns also auf einen spannenden Zweikampf freuen.

Nur wenn Helio Castroneves sich ein komplett schwarzes Wochenende leisten sollte, könnten auch noch Simon Pagenaud und die beiden Andretti-Autosport-Piloten Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay in den Meisterschaftskampf eingreifen. Vor allem Pagenaud wird als exzellenter Pilot auf Stadtkursen alles daran setzten, die Entscheidung noch enger werden zu lassen.

Neben eventuell der Meisterschaft wird auf jeden Fall die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt/Straßenkurs-Fahrer der Saison vergeben. In dieser Wertung führt Dixon mit elf Punkten vor Castroneves. Es folgen mit geringem Abstand Pagenaud, Andretti und Dario Franchitti. Wie in den Jahren zuvor bei Will Power, könnte sich der Verlierer der Meisterschaft also wieder mit der Mario Andretti Trophy trösten müssen.

Strecke

Der Grand Prix in Houston findet zum ersten Mal im Rahmen der IndyCar Series statt. Man nutzt aber eine Streckenführung im Reliant Park, die schon die Champ Car World Series in den Jahren 2006 und 2007 befuhr. Beide Rennen gewann damals übrigens Sebastien Bourdais für Newman/Haas Racing. Mit 1,7 Meilen (2,7 km) ist die Strecke sehr kurz und bei zehn Kurven trägt selbst die längste Gerade diesen Namen fast zu Unrecht. Die Start-Ziel-Gerade an der Reliant Arena mündet in einen leichten Linksknick. Eine Links-Rechts-Schikane führt zur ersten 90° Linkskurve. Kurve 4, eine Spitzkehre, endet in eine lange Rechtskurve um den Reliant Dome herum. Es folgen vier der üblichen 90° Stadtkurs-Kurven. Kurve 7 ist wenigsten etwas weiter. Ein Linksknick bringt die Fahrer schon wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade.

Überholen war mit den Champ Cars fast unmöglich und dank der Kürze der Strecke steckte der Führende schnell im Überrundungsverkehr fest. Zu allem Überfluss versucht die IndyCar es beim ersten Rennen wieder mit einem stehenden Start. Dallara wird sich also über viele Aufträge freuen können.

Favoriten

Die Fahrer, die um Meisterschaft und Mario Andretti Trophy kämpfen, werden auch in den Straßen von Houston vorne zu finden sein. Wobei Helio Castroneves auf Sicherheit fahren kann und seine Verfolger schon gewinnen müssen. Dies ist am ehesten Scott Dixon und Simon Pagenaud zuzutrauen, die drei der vier Double-Header-Stadtrennen gewinnen konnten.

In den letzten Jahren war Will Power der beste Fahrer auf Stadt- und Straßenkursen. In diesem Jahr lief es nicht rund und erst in den letzten Rennen konnte er seine Qualitäten wieder nachweisen. Auch in Houston sollte man ihn auf dem Zettel haben. Immerhin kennt er die Strecke und konnte 2007 auch die Qualifikation gewinnen.

Ganz vergessen darf man Andretti Autosport auch nicht, die bis Pocono eigentlich das beste Team waren. Diese Position mussten sie aber an Chip Ganassi Racing abgeben, sodass man auch Dario Franchitti und Charlie Kimball zum engeren Favoritenkreis zählen muss. Auf James Hinchcliffe sollte man aber genau achten, der in den Straßen von St. Peterburg und Sao Paulo gewinnen konnte und für nächstes Jahr noch kein Cockpit hat.

Auf der Suche nach einem Platz für 2014 ist Tony Kanaan wahrscheinlich nicht mehr. Es deutet vieles darauf hin, dass er für Chip Ganassi fahren wird. Abgesehen von seinem Sieg beim Indy 500 fährt er eine unterdurchschnittliche Saison. Gerade auf Stadtkursen stehen nur zwei Top-10-Ergebnisse zu Buche. Besser lief es für seine Teamkollegin Simona de Silvestro auch nicht, sodass es auch ein Problem vom ganzen Team sein kann. Immerhin zeigte die Formkurve der Schweizerin zuletzt mit den Plätzen 11, 9 und 5 deutlich nach oben.

Dies gilt auch Sebastien Bourdais, der in den letzten fünf Rennen dreimal das Podium erreichen konnte. Für Houston, immerhin hat er dort schon zweimal gewonnen, ist er sicherlich einer der aussichtsreichsten Außenseiter. Sein Teamkollege Sebastian Saavedra wird sich wie üblich fünf bis zehn Plätze hinter Bourdais platzieren.

Zu den Außenseitern darf man Justin Wilson eigentlich nicht mehr zählen. Er fährt zwar für das kleine Team von Dale Coyne, aber Platz 6 in der Meisterschaft, noch vor Dario Franchitti und James Hinchcliffe, ist sicher kein Zufall. Zu konstant ist Wilson in diesem Jahr. Nur zweimal konnte er sich nicht in den Top 15 platzieren. Sein Teamkollege an diesem Wochenende ist wieder Mike Conway. Der Engländer ist natürlich, nach seinem Sieg in Detroit und Top-7-Ergebnissen bei seinen weiteren Einsätzen für Dale Coyne, ein sicherer Kandidat für ein Top-10-Ergebnis.

Bei Panther Racing übernimmt wieder Oriol Servia das Steuer der Nummer 4. Für Dreyer & Reinbold Racing hat er in Long Beach und Sao Paulo zwei sehr gute Platzierungen in den Top 10 geholt. Bei seinem Unfall im ersten Rennen in Toronto hat er sich leider verletzt, sodass er zum zweiten nicht mehr antreten konnte. Da er auch noch auf der Suche nach einem freien Cockpit für 2014 ist, wird er alles für ein gutes Ergebnis geben.

Für Graham Rahal und James Jakes dürfte es wieder ein zähes Wochenende werden. Bei Rahal Lettermann Lanigan Racing fuhr man die meiste Zeit deutlich der Konkurrenz hinterher. Dragon Racing hat mit Bourdais aber zuletzt gezeigt, dass es plötzlich den Schritt nach vorne geben kann. Unter normalen Umständen sind Plätze in den Top 15 für Rahal und Jakes schon das maximal Erreichbare.

Einen, besser noch zwei bis drei Schritte nach vorne sollte auch Takuma Sato machen. Er ist eigentlich zu schnell für die ständigen Platzierungen außerhalb der Top 20. Um eine Platzierung innerhalb der Top 20 geht es auch für Ed Carpenter. So gut wie er auf Ovalen unterwegs ist, so schlecht macht er seinen Job auf Straßen- und Stadtkursen. Für sein eigenes Team wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn er sich das Cockpit mit einem anderen Fahrer wie zum Beispiel Mike Conway teilen würde.

Zeitplan

Freitag

11:30 am EST (17:30 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:05 pm EST (22:05 MESZ) – 5:15 pm Qualifikation Race 1

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 12:15 pm Qualifikation Race 2
1:30 pm EST (19:30 MESZ) – 2:30 pm Rennen Indy Lights

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network; Sport 1 US
3:40 pm EST (21:40 MESZ) IndyCar Series Race 1, 90 Runden

Sonntag

9:45 am EST (15:15 MESZ) – 9:15 am Warm Up

12:00 pm EST (18:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network
12:00 pm EST (18:00 MESZ) – 1:00 pm Rennen Indy Lights as-live
1:30 pm EST (19:40 MESZ) IndyCar Series Race 2, 90 Runden

Rennen 2 am Sonntag wird aufgrund der NFL nicht live bei Sport 1 US gezeigt. Am Montag kann man sich aber ab 14:00 Uhr Rennen 1 und ab 16:30 Uhr auch Rennen 2 as-live bei Sport 1 US ansehen.

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August 06 2013

16:00

IndyCar: Analyse Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Die IndyCar Series hat sich mit einem richtig interessanten Rennen – ohne eine einzige Gelbphase – beim deutschen Fernsehzuschauer zurückgemeldet. Es gewann Charlie Kimball, der mit seinem ersten Sieg überhaupt die Dominanz von Chip Ganassi Racing fortsetzte.

(c) IndyCar Media/Chris Jones

(c) IndyCar Media/Chris Jones

Nach den drei Siegen von Scott Dixon mag ein weiterer Sieg für Chip Ganassi Racing nicht sonderlich überraschend wirken, aber mit Charlie Kimball hatte vor dem Rennen keiner gerechnet. Der Brite war zwar schon häufiger gut unterwegs, aber so das letzte Quäntchen zum Sieg schien ihm immer zu fehlen. In Mid-Ohio lieferte er aber ein blitzsauberes Rennen ab. Im entscheidenden Moment zeigte er die nötige Aggressivität und überholte in Runde 73 Simon Pagenaud für die Führung. Sowohl Kimball als auch Pagenaud müssen sich aber auch bei ihren Teams bedanken, da diese die richtige Strategie für das Rennen gewählt hatten.

Charlie Kimball war von Platz 5 gestartet und konnte sich früh an Marco Andretti vorbei auf Platz 4 schieben. Den hielt er bis zu seinem ersten Stopp in Runde 19. Bei Chip Ganassi setzte man also auf eine 3-Stopp-Strategie, vielleicht auch als Test für Scott Dixon und Dario Franchitti. Als dann in Runde 30 die meisten anderen Fahrer ihren ersten Stopp absolvierten, ging Kimball in Führung und konnte dort in der sauberen Luft sehr schnelle Runden fahren. Simon Pagenaud startete von Platz 9 und besuchte in Runde 25 zum ersten Mal die Box. In Runde 30 fuhren die Führenden an die Box und kamen genau vor und hinter Pagenaud wieder auf die Strecke. Mit seinen aufgewärmten Reifen konnte sich Pagenaud aber in einem engen Manöver direkt an Ryan Hunter-Reay vorbei schieben und lag damit auf Position 2 hinter Kimball.

Auf Platz 3 musste dann Ryan Hunter-Reay auf seiner 2-Stopp-Strategie sowohl mit den Reifen als auch mit dem Benzin haushalten. Kimball und Pagenaud nutzten die freie Fahrt und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus, sodass sie auch nach ihren nächsten Stopps in den Runden 41 (Kimball) und 47 (Pagenaud) die Führung behalten konnten. Charlie Kimball absolvierte in Runde 65 seinen letzten Boxenstopp, blieb danach aber hinter dem zur Überrundung anstehenden EJ Viso hängen und verlor so viel Zeit. Als Pagenaud dann in Runde 73 nach seinem letzten Stopp aus der Box kam, konnte er sich zwischen Viso und Kimball schieben. Kimball nutzte aber den Vorteil der wärmeren Reifen und überholte Pagenaud für die Führung. Die letzten 17 Runden fuhr er dann ungefährdet zum Sieg.

Für seine Teamkollegen Scott Dixon und Dario Franchitti wählte man bei Chip Ganassi hingegen die falsche Strategie. Beide begannen auf einer 2-Stopp-Strategie und einem ersten Stopp in Runde 29 bzw. 30. Als man dann bemerkte, dass man hinter Ryan Hunter-Reay und Will Power viel Zeit auf Kimball und Pagenaud verlor, holte man Franchitti in Runde 44 und Dixon in Runde 48 wieder an die Box. Mit dem letzten Stopp in Runde 69 konnte man Franchitti immerhin noch auf Platz 3 nach vorne bringen. Dixon hingen steckte auch nach seinem Stopp in Runde 66 im Verkehr fest und kam nur auf Platz 7 ins Ziel. Das ist ein recht enttäuschendes Ergebnis, auch weil sich Helio Castroneves von Startplatz 14 kommend noch vor ihm platzieren konnte.

Helio Castroneves konnte in den ersten Runden schon vier Plätze gut machen und als es nicht weiter nach vorne ging, absolvierte er in Runde 16 seinen ersten Boxenstopp. Diese aggressive 3-Stopp-Strategie zahlte sich auch für ihn aus. In den letzten Runden wurde es hinter ihm im Kampf um Platz 6 zwar richtig eng, aber er konnte sich gegen Justin Wilson, Scott Dixon und Marco Andretti behaupten. Mit diesem Platz konnte er natürlich auch die Führung in der Meisterschaft behalten. Will Power war von Startplatz 2 ins Rennen gegangen, aber mit der langsameren 2-Stopp-Strategie musste er Kimball, Pagenaud und Franchitti ziehen lassen. Am Ende blieb nur Platz 4.

Bei Andretti Autosport hatte man Probleme sowohl mit der Strategie als auch mit dem Speed der Wagen. Ryan Hunter-Reay ging von der Pole ins Rennen und man setzte auf die 2-Stopp-Strategie. Beim letzten Stopp gab es auch noch Probleme beim Ansetzten des Tankstutzens, weil Hunter-Reay ein wenig zu weit von der Boxenmauer stehen geblieben war, und so verlor er auch noch einen Platz an Will Power. So konnte er sich nur 2,5 Sekunden vor Helio Castroneves auf Platz 5 ins Ziel retten. Marco Andretti war als einziger in der Spitzengruppe auf den langsameren schwarzen Reifen gestartet und verlor in den ersten 14 Runden fünf Plätze an die Fahrer mit den schnelleren roten Reifen. Mit seinem ersten Stopp in Runde 16 war er auf derselben Strategie wie Castroneves und lieferte sich mit diesem auch ein spannendes Duell über die ganze Renndistanz. Am Ende verlor er aber noch zwei Plätze an Dixon und Justin Wilson und kam nur auf Platz 9 ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe hatten mit der Balance ihrer Wagen zu kämpfen. Auch über die 3-Stopp-Strategie konnten sie sich nur wenig nach vorne arbeiten und beendeten das Rennen auf den Plätzen 10 für Hinchcliffe und 17 für Viso.

Beide Fahrer für Dale Coyne lieferten ein eher unauffälliges Rennen ab. Justin Wilson blieb konstant in den Top 10 und überholte dann Marco Andretti in Runde 84 in einem spektakulären Manöver für Platz 8, den er auch bis zum Rennende hielt. James Davidson, der sein erstes IndyCar-Rennen überhaupt bestritt, konnte sich von Startplatz 16 um einen Platz bis zum Rennende verbessern. Er schlug damit immerhin EJ Viso, Graham Rahal und Takuma Sato. Er hat sich auf jeden Fall für weitere Einsätze empfohlen.

Das gilt auch für Luca Filippi, der zum ersten Mal für Barracuda Racing an den Start ging. Nach einem Unfall in der Qualifikation wurden ihm die beiden besten Zeiten gestrichen und er musste von Platz 24 starten. In den ersten drei Runden konnte er aber direkt Ed Carpenter, Graham Rahal und Josef Newgarden überholen. Insgesamt war er sehr gut unterwegs und kam auf Platz 16 ins Ziel. Der Ovalspezialist Ed Carpenter kam nie wirklich mit dem Kurs zurecht und platzierte sich am Ende auf Platz 20. Gleiches gilt auch für Josef Newgarden, der sogar noch drei Plätze schlechter war.

Simona de Silvestro ging von Startplatz 9 ins Rennen und blieb auch während des Rennens in dieser Region. Sie konnte am Ende nicht ganz mit der Gruppe hinter Castroneves mithalten und kam auf Platz 11 ins Ziel. Nach einigen sehr schlechten Ergebnissen im Juni war es immerhin die vierte Top-15-Platzierung in Folge. Tony Kanaan hatte größere Probleme mit der Abstimmung und konnte sich von Startplatz 19 nur langsam verbessern. Nach seinem letzten Stopp in Runde 65 löste sich ein Rad und er musste seinen KV Technology Dallara an der Strecke abstellen.

Die Fahrer von Dragon Racing und Rahal Lettermann Lanigan Racing bewegten sich leider auch wieder in den bekannten Regionen. Sebastien Bourdais und James Jakes hatten auf den Plätzen 12 und 13 wenigstens ein wenig Sichtkontakt zu den Top 10. Für ihre Teamkollegen lief es hingegen überhaupt nicht. Vor allem für Graham Rahal ist Platz 18, hinter den Rookies Davidson und Filippi, eine Enttäuschung. Platz 19 für Sebastian Saavedra ist auch nicht besser zu bewerten.

Zu den großen Enttäuschungen zählt auch Takuma Sato auf Platz 22. Ohne Unfall oder sichtbaren technischen Defekt ist das schon eine recht blamable Vorstellung des Japaners. Ab dem Rennen in Iowa stehen nun die Plätze 23, 22, 24, 20 und nun 22 zu Buche. Von dem starken Saisonstart mit dem Sieg in Long Beach und Platz 2 in Sao Paulo ist nicht mehr viel übrig.

Das komplette Ergebnis vom Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (453 Punkte) vor Scott Dixon (422), der an diesem Wochenende keine Punkte gutmachen konnte. Auf Platz 3 folgt Titelverteidiger Ryan Hunter-Reay (388) mit schon 65 Punkten Rückstand. Bei noch fünf Rennen wird es für ihn schwer und er muss auf einen Ausfall von Castroneves hoffen. Der ist aber extrem gut und konstant unterwegs. Ähnlich konstant ist auch Marco Andretti (377) auf Platz 4 in dieser Saison. Es folgen Simon Pagenaud (350) und Dario Franchitti (342). Auf den Plätzen 7 und 8 liegen punktgleich James Hinchcliffe und Charlie Kimball mit 325 Punkten. Die Top 10 komplettieren Justin Wilson (320) und Tony Kanaan (313).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Der Kalender der IndyCar Series bleibt unregelmäßig und so geht es erst am 25. August in Sonoma weiter.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

milwaukee_12

Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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June 11 2013

11:15

IndyCar: Analyse Firestone 550

Helio Castroneves gewann deutlich überlegen das Nachtrennen in Fort Worth. Er bewies damit, dass Penske Racing doch noch gewinnen kann und dass er ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft der IndyCar Series ist.

Helio Castroneves  (C) John Cote/IndyCar Media

Helio Castroneves
(C) John Cote/IndyCar Media

Wie schon beim Indy 500 zeigten sich die IndyCar-Fahrer in Texas sehr diszipliniert. Auch wenn die Starts bzw. die Restarts noch ausbaufähig sind, kamen sie ohne Unfall über die 220 Runden. Diese Entwicklung ist sehr positiv, auch wenn einigen „Fans“ sicher die „Action“ fehlt. Da aber in Fort Worth im Gegensatz zu Indianapolis die engen Windschattenduelle, vor allem um die Spitze, fehlten, waren die 550 km eine eher zähe Angelegenheit. Die Kommentatoren und die Regie von ABC hatten auch nicht ihren besten Tag, sodass Zuschauen keine absolute Freude war. Immerhin waren die Tribünen am Texas Motor Speedway sehr ordentlich gefüllt.

Um das Pack-Racing zu verhindern, wurde wie schon im Vorjahr der aerodynamische Abtrieb stark vermindert. Umso wichtiger wurde so natürlich die mechanische Haftung der Reifen. Firestone hatten auf Wunsch der IndyCar Reifen geliefert, die im Laufe des Stintes deutlich an Haftung verloren. Mit neuen Reifen konnten die Fahrer ohne Probleme 5 mph pro Runde schneller fahren. Der schonende Umgang mit den Reifen stellte sich als einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg von Helio Castroneves heraus. Sein Haftungsverlust zum Ende des Stintes war deutlich geringer als bei seinen Konkurrenten.

Neben den Reifen waren die Abstimmung der Wagen und natürlich die Fähigkeit der Fahrer entscheidend für schnelle Rundenzeiten. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Geschwindigkeit der einzelnen Wagen. An der Spitze legten die Andretti Autosport Dallara von Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay sowie die Penske Racing Dallara von Helio Castroneves und Will Power ein sehr hohes Tempo vor. In Runde 31 wurde schon Graham Rahal überrundet, obwohl eine frühe Gelbphase, ausgelöst durch einen Motorschaden bei Pippa Mann, erst in Runde 13 endete. Schnell folgten ihm Sebastian Saavedra, Oriol Servia, Simon Pagenaud.

Mitten in die erste Runde der Boxenstopps fiel die zweite Gelbphase als Scott Dixon nach seinem Boxenstopp nicht beschleunigen konnte und in Turn 4 seinen Wagen abstellen musste. Unter Grün verlor man mindestens eine Runde auf die Spitzenreiter bei einem Boxenstopp. Dadurch, dass nun einige Fahrer unter Gelb stoppten, konnten sich viele auch nicht mehr zurückrunden. Zum Restart in Runde 62 waren nur noch die Top 14 in der Führungsrunde. Da die IndyCar das Feld unter Gelb nicht sortiert, wie z.b. die NASCAR, waren überrundete Fahrer mitten unter den Top 14 und Charlie Kimball konnte sich so auch zurückrunden. Die Spitze übernahm Ryan Hunter-Reay vor Marco Andretti und Helio Castroneves. Im Mittelfeld gab es einige enge Kämpfe, meist aber zwischen Autos in unterschiedlichen Runden.

Ab Runde 90 verschlechterte sich das Fahrverhalten von Hunter-Reays Dallara deutlich durch abbauende Reifen und in Runde 94 musste er einen frühen dritten Stopp einlegen. In der Folge sah man sehr gut den Faktor, den neue Reifen ausmachten. Hunter-Reay schnitt durch das Feld und konnte sich in Runde 108 zurückrunden. In Runde 112 drehte sich Oriol Servia in Turn 1 und löste so die letzte Gelbphase aus. Wieder fiel sie mitten in die Runde der Boxenstopps. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Top 7, bestehend aus Helio Castroneves, Justin Wilson, EJ Viso, Ed Carpenter, Will Power, Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay in der Führungsrunde. Da aber alle geschlossen in Runde 116/117 in die Box fuhren, konnten sich einige Fahrer, unter anderem Simona de Silvestro, eine Runde zurückholen.

Simona de Silvestro hatte ein sehr bewegtes Rennen. Durch einen Motorwechsel musste sie von Platz 22 starten, konnte sich aber durch sehr schnelle Runden bis zur zweiten Gelbphase auf Platz 16 verbessern. Durch die Problematik mit den Boxenstopps verlor sie dann aber eine Runde, blieb aber deutlich Schnellste unter den überrundeten Fahrern. In der unübersichtlichen Situation um Runde 116/117 überholte Simona de Silvestro das Pace Car und musste nach dem Restart eine 30-Sekunden-Strafe absitzen. Mit drei Runden Rückstand und Platz 22 nahm sie das Rennen wieder auf. Mit extrem schnellen und konstanten Runden, nur Helio Castroneves war in der Regel ähnlich schnell unterwegs, konnte sie sich am Ende Platz 16 mit nur zwei Runden Rückstand sichern. Ohne das Pech mit Motorenwechsel und dem Rundenverlust während der zweiten Gelbphase sowie den Fehler mit dem Überholens des Pace Cars wäre ein absolutes Top-Ergebnis drin gewesen, vergleichbar mit Toni Kanaan, der Platz 3 holte.

Während Simona de Silvestro ihr eigenes Rennen unbemerkt bestritt, entschied sich vorne das eigentliche Rennen. Helio Castroneves konnte sich problemlos von Will Power und Ryan Hunter-Reay absetzten. Je tiefer die Sonne sank und damit auch die Temperatur der Strecke, umso besser wurde das Fahrverhalten von Castroneves Penske Dallara. Er nutzte dabei nicht die von den anderen Piloten favorisierte unterste oder die mittlere Linie, sondern fuhr erheblich höher durch die Kurven. Da Castroneves auch sehr schonend mit den Reifen umging, konnte er ohne Probleme auf eine Strategie mit nur einem weiteren Stopp setzten. Dieser Strategie folgten Will Power, Dario Franchitti, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe aus der Spitzengruppe. Marco Andretti und Toni Kanaan waren die Topfahrer der Gruppe, die auf zwei weitere Stopps setzten. Für beide sollte sich diese aggressive Strategie auszahlen. Beim letzten Restart in Runde 122 lagen sie noch auf den Plätzen 8 und 9. Bis zum Ziel konnten sie sich auf Platz 3 (Toni Kanaan) und Platz 5 (Marco Andretti) verbessern. Ein Angriff auf Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay war dann aber nicht mehr möglich. Nur die Top 5, mit Ed Carpenter auf Platz 4, konnten die volle Renndistanz von 228 Runden bzw. 550 km beenden. Das restliche Feld hatte mindesten eine Runde Rückstand.

Auf Platz 6 kam Dario Franchitti im besten Honda vor Will Power und Josef Newgarden ins Ziel. Newgarden hat sich im kleinen Team von Sarah Fisher zu einem guten, konstanten Fahrer entwickelt. Das war immerhin schon seine vierte Top-10-Platzierung in diesem Jahr. Die Top 10 in Texas schlossen die beiden restlichen Fahrer von Andretti Autosport James Hinchcliffe und EJ Viso ab. Auf Platz 11 folgte Takuma Sato, der bis zur Rennmitte noch gut in den Top 10 gelegen hatte. Mit kühler werdender Strecke kam er dann aber nicht mehr so gut zurecht. Letzter Pilot mit nur einer Runde Rückstand war James Jakes. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Marco Andretti und Toni Kanaan, absolvierte seinen letzten Stopp aber deutlich später. Für ihn zahlte sich diese Strategie nicht aus und von Platz 4 zum Zeitpunkt des Stopps fiel er noch auf Platz 12 zurück. Immerhin war er so noch deutlich besser als ein Teamkollege Graham Rahal. Dieser kam vom Beginn an nicht mit Strecke und Wagen zurecht und beendete mit fünf Runden Rückstand das Rennen auf Platz 21. Nur Alex Tagliani war, vor den ausgefallenen Scott Dixon und Pippa Mann, noch schlechter.

Nach dem guten Wochenende in Detroit waren die Fahrer von Sam Schmidt in Fort Worth deutlich unauffälliger unterwegs. Simon Pagenaud wurde auf Platz 13 und Tristan Vautier, der sein erstes Rennen auf einem so stark überhöhten Oval fuhr, auf Platz 18 gewertet. Sebastian Saavedra konnte sich mit Platz 14 zwar erheblich vor seinen Kollegen Sebastien Bourdais auf Platz 20 fahren, aber man muss sich schon fragen, ob Katherine Legge nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Besonders positiv sind beide Dragon Racing Piloten in diesem Jahr noch nicht aufgefallen. Mit Platz 15 dürfte Justin Wilson nicht ganz zufrieden sein. Zeitweise lag er in den Top 5, aber auch er kämpfte später mit der sich veränderten Strecke.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt nun Helio Castroneves (256 Punkte) mit 22 Punkten Vorsprung auf Marco Andretti (237). Vorjahresmeister Ryan Hunter-Reay (232) liegt auf Platz 3 vor Indy-500-Sieger Toni Kanaan (195). Dahinter folgen punktgleich Simon Pagenaud und Takuma Sato mit jeweils 194 Punkten und einem Sieg. Noch ohne Sieg in dieser Saison belegen Scott Dixon (193) und Justin Wilson (184) die Plätze 7 und 8. Der zweimalige Sieger James Hinchcliffe liegt nur auf Platz 9 (176) vor Dario Franchitti (168).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das Rennen hatte Samstag ein Overnight-Rating von 1.1 auf ABC. Abgesehen vom tragischen Saisonfinale 2011 in Las Vegas war das das beste Rating für ein Rennen der IndyCar auf ABC seit dem Saisonauftakt in St. Petersburg 2011. Eigentlich könnte man dies positiv sehen, wenn die 1.1 nicht ein absolute katastrophaler Wert für Sportübertragungen zur Prime Time wären. Zum Vergleich hatten NBC mit einem NHL Playoff Spiel (Kings, Blackhawks) ein Rating von 2.9 und Fox (regionale MLB-Spiele) sogar 3.2. Die beiden Detroit Rennen jeweils am frühen Nachmittag hatten ein endgültiges Rating von 0.6 (Samstag) und 0.7 (Sonntag). Das dürften die letzten rund 900.000 treusten Fans der IndyCar Series in den USA sein, die sich wirklich jedes Rennen anschauen. Auf eine ähnliche Quote kommt ja auch NBC Sports regelmäßig, das aber natürlich nicht über die Verbreitung eines großen Networks wie ABC verfügt.

Am nächsten Sonntag steht schon das Rennen auf der Milwaukee Mile auf dem IndyCar-Programm.

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August 06 2012

13:08

IndyCar: Jetzt kommt Dixon

Das IndyCar Finale entwickelt sich zu einem regelrechten Krimi. Nun greift auch noch Scott Dixon nach der Meisterschaft.

Das Rennen in Mid-Ohio wird nicht als Klassiker in die Renngeschichte eingehen, sorgte aber dafür, dass die Meisterschaft richtig spannend wird. Das liegt vor allem an Scott Dixon, der nach einem tadellosen Rennen endlich mal wieder einen Sieg für das Ganassi-Team einfahren konnte. Dabei sah es lange so aus, als ob Will Power das Rennen gewinnen konnte, doch dann patzte man beim letzten Boxenstopp. Richtig miserabel lief es für Ryan Hunter-Ray und Helio Castroneves, die beide nur um Hinterfeld unterwegs waren. RHR musste am Ende sogar den Wagen komplett abstellen.

Schon in der Qualifikation zeigte Ganassi, dass man die anfänglichen Probleme in der Saison scheinbar überwunden hat. Dario Franchitti prügelte den Ganassi-Honda auf P2 und wurde nur knapp von Will Power geschlagen. Dahinter überzeugte erneut Simon Pagenaud im Sam Schmidt Auto. Dixon startete von P5, RHR lag auf P8. Helio Castroneves hatte doppeltes Pech. Im Training hatte er sich bei einem Unfall an der Hand verletzt, dazu kam dann noch ein Motorwechsel, der ihn dann von P23 starten ließ.

Im Rennen tauchte Helio dann auch nicht mehr wirklich auf. Ob es an der Handverletzung lag, oder an einem schlecht abgestimmten Auto wurde nicht klar, aber mehr als P16 war am Ende nicht drin. Dabei reihte er sich sogar noch hinter Giorgio Pantano ein, der für Charlie Kimball im Ganassi saß. Pantano fuhr kein schlechtes Rennen, war jederzeit schnell und verbesserte sich von P24 auf P14. Die gute Fahrt dürfte einigen Teamchefs aufgefallen sein und vielleicht schafft der Italiener ja nächstes Jahr den Sprung in die IndyCar. Zu wünschen wäre es dem ehemaligen GP2-Meister allemal.

Vorne hielt Will Power die Konkurrenz zunächst locker in Schach. Teilweise betrug sein Vorsprung über 3 Sekunden, aber das Rennen bestimmte nicht allein die Geschwindigkeit. Die Renndistanz war gerade so ausgelegt, dass man mit zwei Stopps würde durchfahren können. Eine Drei-Stopp-Strategie war möglich, auf dem Papier wegen der langen Standzeiten in der IndyCar aber langsamer. Die Spitzengruppe beschloss unisono aufs Spritsparen zu setzen, was das Rennen dann leider sehr eintönig machte. Ryan Hunter-Ray sah im ersten Drittel schon früh seine Felle, bzw. Will Power wegschwimmen, und funkte verzweifelt an die Box, ob es nicht ein wenig schneller gehen würde. Die Antwort lautete immer “No” und den Push-To-Pass durfte er auch nicht einsetzen. Was er aber dennoch tat. Die Sorgen von RHR waren nicht unbegründet, denn er steckte in einer Kampfgruppe um P8 herum. Während Newgarden und Co fröhlich Gas gaben, musste RHR irgendwie seine Position verteidigen. Das zeigte sich in einer Situation, als in einem Kampf mit Newgarden und Patano geriert und unverschuldet in die Wiese geschickt wurde.

In Runde 54 gingen die Probleme dann richtig los, denn der Motor wollte nicht mehr so wirklich. Der Chevy-Motor hatte nur das Rennen aus Edmonton auf dem Buckel, stellte aber nach und nach seinen Dienst ein. RHR krebste um P22 herum, drei Runden vor Schluss musste er den Wagen komplett einstellen. Einen Nuller im Titelkampf kann man nun wirklich gebrauchen.

Vorne hatte sich mittlerweile Scott Dixon auf P2 gekämpft. Weniger mit Überholmanöver, auch bei ihm waren es späte Stopps, die ihn an der Konkurrenz vorbei schleusten. Zum letzten Stopp kamen dann beide Fahrer gleichzeitig. Dixon hatte die Box vor Power, konnte also gerade an seine Crew heranfahren, während Power um Dixon herum musste. Beim Stopp an der Penske-Box klemmte dann der Tankstutzen für einen Sekundenbruchteil. Der kleine Bogen und der Tankstutzen reichten Dixon, um die Führung zu übernehmen, die er bis zum Ziel nicht mehr abgab.

Hinter Dixon und Power landete Simon Pagenaud, der mal wieder ein sauberes Rennen hinlegte. Wirklich eingreifen konnte vorne nicht, zu dem hatte er Sebastian Bourdais im Nacken, der endlich mal wieder ein gutes Rennen zeigte. Pagenaud und Bourdais kämpften bis zu letzten Runde, aber auch hier spielte der Spritverbrauch bei beiden eine wichtige Rolle. Auf P5 kam James Hinchcliff, gefolgt von Tony Kanaan, der es mit einer Drei-Stopp-Strategie versuchte.

Für die Meisterschaft war das Ergebnis richtig gut. Der Stand:

Will Power: 379
Hunter-Ray: 374
Castoneves: 353
Scott Dixon: 351

Drei Rennen stehen noch auf dem Programm, alle mit einer unterschiedlichen Charakteristik: Zunächst geht es nach Sonoma, es folgt der Stadtkurs von Baltimore und am Ende steht das 500 Meilen Rennen in Fontana. Auf dem Papier gibt es da keinen Favoriten. Power hat auf den Ovalen immer noch mal Schwächen, da sollten Dixon und Helio besser sein, die aber etwas viel Abstand haben. Klar ist auf jeden Fall: Einen Ausfall kann sich keiner der vier Titel-Aspiranten leisten.

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June 08 2011

14:00

Vorschau: 24h von Le Mans, Teil II – Die LMP1

Zum fünften Mal treffen Audi und Peugeot in Le Mans aufeinander – viermal siegte Audi. Wer in diesem Jahr die Nase vorn haben wird, ist kaum vorherzusagen.

Gefühlt dauert der Kampf der beiden Werke schon eine kleine Ewigkeit an, doch es ist tatsächlich erst fünf Jahre her, dass Peugeot mit dem 908 Hdi-FAP einen echten Herausforderer für die schon lange dominierenden Audis an die Sarthe brachte. Die Ingolstädter hatten ein Jahr zuvor mit dem R10 TDI bereits die Diesel-Ära eingeläutet, die bis heute andauert. Im ersten Jahr konnte sich Audi noch problemlos gegen die aufbegehrenden Franzosen wehren, doch seit 2008 hatte Peugeot stets das schnellere Auto. Weder der R10, noch der R15 und der R15+ konnten mithalten. Dennoch konnte Audi 2008 – durch Konstanz im Regen – und 2010 – durch Zuverlässigkeit – siegen. Entsprechend trägt ein Audi die #1 und das Sieger-Trio sitzt unverändert am Steuer: Timo Bernhard, Romain Dumas und Mike Rockenfeller.

Zum ersten Mal treten in diesem Jahr sowohl Audi als auch Peugeot mit einem neuen Auto an. Offensichtlich wird beim Betrachten der beiden Wagen vor allem Eines: Audi war mutiger. Peugeot dagegen musste stets betonen, dass der Wagen „komplett neu“ sei, denn dem 908 (auch beim Namen hat sich wenig geändert) ähnelt seinem Vorgänger äußerlich stark. Doch warum sollte man auch ein gutes Konzept komplett über den Haufen werfen?

Audi dagegen blieb nichts anderes übrig als sich ein neues Konzept einfallen zu lassen. Das neue Reglement, das kleinere Motoren vorschreibt, macht aerodynamische Effizient bedeutender als je zuvor, entsprechend musste Dr. Wolfgang Ulrich von seinem heißgeliebten „Roadster“ nach zehn Jahren Abschied nehmen.

Mit dem Coupé und dem neuen (äußerst leisen) 3,7l V6-Turbodiesel und erstmalig einem Sechsgang-Getriebe handelt es sich tatsächlich um ein völlig neues Auto. Die interessanten Ideen stecken dabei im Detail: der Motor hat mit 120° einen sehr großen Bankwinkel, in dem der Turbolader untergebracht ist, sodass sich ein kompaktes Paket ergibt, dass auch nur über einen Auspuff samt Partikelfilter verfügt. Leichtbau ist die PR-Message von Audi, nachdem man jahrelang vor allem den TDI-Motor beworben hat.

Überraschenderweise hat Audi vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass man aus Effizienzgründen auch auf eine Klimaanlage verzichtet und stattdessen die vorgeschriebene Maximaltemperatur von 32°C durch geschickte Belüftung und reflektierendes Dach (wie bei Peugeot) erreichen will. Fotos des Motorraums zeigen auch Kühlleitungen, die von der Cockpitrückwand auszugehen scheinen; ich (als Laie) könnte mir vorstellen, dass man hier die warme Abluft aus dem Cockpit nutzt, um Komponenten zu kühlen und sich so weitere Einlässe im Heckbereich zu sparen. Weitere Analysen zu diesem Thema (sowie zu anderen Fahrzeugen) gibt es aRadio Le Mans</a>, die wie immer live berichten (englischsprachig), die <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">offizielle Seite des ACO mit News und Live-Timing oder denTracker von Thomas Baekdal</a> mit Timing, Twitter und anderen Diensten, auch für unterwegs. Den a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Spotter Guide von Alan Blackmore sollte man auch immer in Griff- oder Klickweite haben. Und wie im letzten Jahr werden wir hier im Racingblog wieder in aller Ausführlichkeit berichten, mit Liveblog für die kompletten 24 Stunden sowie voraussichtlich auch einige der Quali-Einheiten.

Außerdem bieten die drei Werksteams von Audi</a>, <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Peugeot und

April 08 2011

16:52

IndyCar: Vorschau Grand Prix of Alabama

Nach dem etwas chaotischen Auftaktrennen in St. Petersburg fährt die IndyCar Series am kommenden Wochenende ihr zweites Saisonrennen. Und dabei sind noch einmal einige neue Gesichter am Start.

Erst zum zweiten Mal wagt sich die IndyCar Series heuer ins NASCAR-Land Alabama vor – und trotzdem wirkt der Barber Motorsports Park schon wie ein alter Bekannter. Das liegt nicht nur an den vielen Testkilometern, die Fahrer und Teams dort über den Winter abgespult haben. Die Strecke ist auch ungewöhnlich pittoresk gelegen und zudem in eine gepflegte Parklandschaft mit prägnanten Spinnen-Statuen eingebettet. Solche kleinen Details bleiben eben in Erinnerung. Leider helfen sie aber nicht dabei, das äußerst öde Rennen zu vergessen, das die Serie im vergangenen Jahr dort abgeliefert hat. Denn so schön die Strecke auch gelegen ist – eine offensichtliche Überholstelle sucht man leider vergebens. Vielleicht tragen aber die neuen Regeln rund um den Double File Restart auf der ersten “echten” Rennstrecke der Saison dazu bei, dass es diesmal etwas spannender wird.

Für Spektakel könnte außerdem ein weiterer Faktor sorgen: Ganze acht der 26 Starter waren bisher noch nicht im Rennen auf dem Barber Motorsport Park unterwegs. Für zwei, nämlich James Hinchcliffe und ChampCar und ALMS-Pilot Simon Pagenaud ist es überhaupt der erste Auftritt in der Serie.

Der Kanadier Hinchcliffe hat vergangene Woche nach langer Suche endlich einen Sponsor gefunden, und ist für das gesamte Jahr 2011 (außer Sao Paulo und, gegebenenfalls, Motegi) bei Newman/Haas untergekommen. Bei den Tests vor der Saison war Hichcliffe in Alabama schon ziemlich fix unterwegs, er könnte also womöglich für eine Überrschung sorgen.

Ziemlich kurzfristig und aus nicht ganz so freudigen Gründen ist mit Simon Pagenaud ein weiterer IndyCar Rookie dabei. Der französische Sieger des ChampCar Rennens von Edmonton 2006 ersetzt die nach ihrem Handgelenks-Bruch noch fahrunfähige Ana Beatriz bei Dreyer & Reinbold. Bis zum nächsten Rennen sollte Beatriz dann aber wieder fit sein – für Pagenaud wird es also vorerst beim einmaligen Einsatz bleiben. Teamkollege Justin Wilson, der sich ebenfalls das Handgelenk gebrochen hatte, wird mit einer Schiene an den Start gehen.

Gute Nachrichten gibt es auch aus dem Lager von Paul Tracy: Der Kanadier ist zwar beim Rennen in Alabama noch nicht dabei – er hat es aber immerhin geschafft, einen Deal über ein paar Rennen in der Saison 2011 abzuschließen. Tracy wird bei den Läufen in Long Beach, Texas, Toronto, Edmonton und Sonoma in einem Wagen des ohne Gil de Ferran wiederstandenen Dragon-Teams Platz nehmen.

Auch bei den sonstigen Startern muss man sich auf teils etwas geänderte Farben gefasst machen. So wird Vorjahressieher Helio Castroneves mit blau-roten Sponsorenaufklebern an den Start gehen, Meister Dario Franchitti überhaupt in einem blauen Wagen. Ryan Briscoe ist derweil in Penske-Gelb unterwegs. Eine vollständige Aufstellung der Wagen gibt es wie immer im Spotters-Guide auf indycar.com (Achtung, .pdf).

Bei der Performance der einzelnen Teams und Fahrer dürfte sich seit St. Petersburg wohl wenig geändert haben – Penske und Ganassi (zumindest deren A-Team) werden aller Voraussicht nach auch in Alabama den Ton angeben. Der Lauf vor zwei Wochen hat aber gezeigt, wie schnell Favoriten auch mal aus dem Rennen fliegen können. Die Voraussetzungen dafür stehen dank winkeligem Kurs sich am Sonntag wieder gut. Und sofern das passiert, sind Überrschungen nicht ausgeschlossen. Vor allem KV Racing hat mit Kanaan (und auch Sato) gezeigt, dass man der Spitze näher gekommen ist. Und wer weiß – vielleicht ist ja Simona de Silvestro wieder so gut in Form wie in St. Pete.

Die Strecke im Barber Motorsports Park wurde erst im Jahr 2003 gebaut, und ist damit eine der neuesten Rundstrecken in den USA. Ursprünglich war sie hauptsächlich für Testzwecke und private Ausfahrten von reichen Sportwagenbesitzern gedacht – was man dem Layout auch immer noch ein wenig ansieht. Letztendlich hat Besitzer George Barber die Baupläne aber immer wieder erweitert, so dass nun auch AMA Superbikes, Grand Am und eben die IndyCars dort an den Start gehen können. Der Kurs verfügt sogar über eine Grade T1-Lizenz der FIA, die Formel 1 Testfahrten erlaubt. Hintergrund: Das gescheiterte USF1 Team wollte hier seine ersten Proberunden absolvieren.

Namen hat man den Kurven leider trotzdem nicht gegeben, so dass die folgende Streckenbeschreibung mit den Turn-Nummern auskommen muss. Das ist besonders deswegen schade, weil die schnelle und flüssige Berg- und Talbahn fast nur aus Kurven besteht. Ähnlich wie zum Beispiel in Adria handelt es sich um einen Kurs, bei dem ganz offensichtlich möglichst viel Strecke auf einem kleinen Grundstück untergebracht werden sollte.

Nach der relativ kurzen Start- und Zielgeraden geht es auf die erste Kurve zu – eine schnelle Linkskurve (Turn 1), die zudem noch bergab geht. Außerdem ist die Ecke ziemlich eng, weswegen man im vergangenen Jahr den Rennstart auf die Gegengerade gelegt hatte. (Wie man heuer mit den Double File Restarts operiert, bleibt abzuwarten.) Direkt darauf folgt eine ziemlich langgezogene, fast schon Karussell-artige Rechtskurve (Turn 2 und 3), die aufmacht und danach auf eine kurze Gerade mündet. Nach nur etwa 350 Metern folgt schon die nächste 180-Grad Linkskehre (Turn 5) – keine guten Voraussetzungen für Windschatten-Duelle. Wenn sich der Vordermann aber ausgangs Turn 3 vertut, dann kann man hier trotzdem mit etwas Risiko einen Überholversuch starten. Ähnliches gilt für die Turns 7 und 8, die auf eine weitere kurze Gerade folgen. Turn 7 ist eine geradeaus druchfahrbare Bergabschikane, Turn 8 eine ebenfalls steil bergab führende enge Rechtskurve. Die einzige potenziell längere Gerade des Kurses wird dann durch die mittelschnelle Links-Rechts Kombination aus Turn 9 und 10 geteilt. Der zweite Teil dieser Gerade wurde im vergangenen Jahr als Ersatz-Startlinie verwendet. Er mündet in einen mittelschnellen links, reeeeechts, links, bergauf-bergab Komplex, der fahrerisch sicher spaßig ist, aber ebenfalls kaum Überholchancen eröffnet.

Zum Mitschauen hier die Onboard-Runde aus 2010 mit Scott Dixon:

Nach der eher mittelprächtig produzierten ABC/ESPN-Übertragung aus St. Petersburg ist der Lauf in Alabama das erste Saisonrennen für die Mannschaft von Versus. Im vergangenen Jahr hatte sich diese vor allem dadurch ausgezeichnet, dass man zwar bei den Übertragungen einen ordentlichen Job machte, dass die Quoten aber im kaum wahrnehmbaren Bereich lagen. Insofern ist das Rennen im Barber Motorsports Park nach den erfreulichen Quoten-Zuwächsen aus St. Pete der erste richtige Test dafür, ob die PR-Maßnahmen aus dem Winter auch wirklich mehr Fans vor den Bildschirm locken können.

Im deutschsprachigen Raum gibt es leider auch weiterhin keinen Sender, der die Serie überträgt. Auch bei der Problematik rund um die Abschaltung des offiziellen Streams hat sich bislang nichts verändert. Trotz offensichtlicher Bemühungen der IndyCar Spitze rund um CEO Randy Bernard ist es noch nicht gelungen, ein passendes Online-Angebot für jene Märkte zu errichten, in denen es keine TV-Übertragungen gibt. Bleibt also wieder nur die Suche in den Unteifen des Internets. Immerhin: Die NASCAR fährt ihr Texas-Rennen schon Samstagnacht, es gibt also zumindest keine Terminkollision.

(Foto: INDYCAR)

February 23 2011

07:07

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der Formel 1 Lauf in Barcelona könnte im Jahr 2012 zum letzten Mal stattfinden. Zwar geht der Vertrag der Rennstrecke mit der FOM noch bis 2016 – der katalanische Regierungspräsident Artur Mas hat allerdings gegenüber der Tageszeitung El País erklärt, dass die Finanzierung nur noch für die nächsten zwei Rennen gesichert sei. Damit steht neben dem Lauf in Valencia, der angeblich Probleme hat, der Formel 1 die Startgelder zu überweisen auch das zweite Rennen in Spanien auf der Kippe. (Vorsicht)

# Das Finale der IndyCar Saison 2011 wird am 16. Oktober am Las Vegas Motor Speedway stattfinden. Das haben die Veranstalter, wie allgemein erwartet, auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend bekanntgegeben. Überraschend ist dagegen das Konzept für das 200 Runden-Rennen: Die INDYCAR schreibt nämlich ein Preisgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar aus, das ausbezahlt wird, sofern ein Fahrer aus einer anderen Serie den Lauf gewinnen sollte. Welche Piloten man für dieses All-Star Konzept gewinnen will, ist allerdings ungewiss. Der Sprint Cup fährt am 15. Oktober in Charlotte ein Chase-Rennen. Es scheint also eher unwahrscheinlich, dass sich einer der großen NASCAR-Stars den Start in Las Vegas antut. Immerhin sollten zum Finale 2011 etwas mehr Fans vor Ort sein: Denn die ersten 80.000 Besitzer eines beliebigen IndyCar Tickets für 2011, die sich bei den Organisatoren melden erhalten gratis Eintritt zum Rennen in Las Vegas. (Vorsicht)

# Jules Bianchi hat die Meisterkrone in der GP2 Asia errungen. Das scheint im Moment zumindest sehr wahrscheinlich. Denn mit der Absage/Verschiebung des Formel 1-Rennens in Bahrain ist nun klar, dass dort auch die GP2 Asia nicht fahren wird. Weil der mäßig üppige Kalender dieser Serie nur drei Veranstaltungen umfasst, wäre der Franzose nach nur einem Lauf in Abu Dhabi Champion 2011. Ganz fix ist das aber bisher noch nicht: Eine Ersatzveranstaltung für zumindest eines der beiden Wochenenden steht nämlich noch im Raum – die GP2 Asia hält sich zur Zeit noch bedeckt. (Vorsicht)

# Die WTCC nähert sich langsam dem Start der neuen Saison, und das Fahrerfeld beginnt Formen anzunehmen. Team Engstler hat schon vor einiger Zeit die Verpflichtung von Kristian Poulsen, Marchy Lee und Engstler selbst bekannt gegeben, diese Woche waren Sunred und Proteam dran. Sunred wird 2011 mit sechs Wagen starten: Wieder dabei ist Gabriele Tarquini, der sich mit dem russischen Rennfahrer Aleksei Dudukalo die Sponsorenunterstützung von Lukoil teilen wird. Tiago Monteiro, Michel Nykjaer und Pepe Oriola werden in den Farben von Sunred Engineering antreten, Fredy Barth für SEAT Swiss Racing. Der Marokkaner Mehdi Bennani greift für Proteam ins Lenkrad, wo Fabio Fabiani und GP2-Veteran Javier Villa seine Teamkollegen sein werden. Eine Auflistung aller schon bekannten Fahrer (Stand Montag 21. 2.) gibt es in der provisorischen Entry-List bei den Kollegen von touringcartimes.com (Vorsicht)

# Neuigkeiten gibt es auch zu den Strecken: In Suzuka wird die WTCC, wie aus der Streckengrafik auf fiawtcc.com hervorgeht, auf der Kurzanbindung antreten. Das ist einerseits sinnvoll, denn die gesamte Strecke wäre für die Tourenwagen vielleicht wirklich etwas zu lang gewesen. Andererseits besteht der aktuelle Entwurf nur noch aus den Esses und der Zielgeraden. Das ist einerseits mit etwa 2 Kilometern dann etwas gar kurz, und verspricht auch nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten. Aber da gelten bei den Tourenwagen ja ohnehin andere Gesetze – ob es die richtige Entscheidung war, wird wohl erst das Rennen im Oktober zeigen. Ganz andere Probleme gibt es in Marokko – dort könnte nämlich das ganze Rennen wegen “finanzieller Probleme” vor der kurzfristigen Absage stehen. (Vorsicht)

# Und damit nochmal zur IndyCar Series, wo sich auch das Transferkarussell weiterhin fleißig dreht: So soll Simon Pagenaud, 2007 sehr ordentlich in der ChampCar Serie unterwegs, und im vergangenen Jahr für den ALMS-Erfolg des Highcroft Teams mitverantwortlich über einen Vollzeit-Vertrag für 2011 verhandeln. Wie er speedtv.com verraten hat, ist er mit mehreren Teams in verheißungsvollen Gesprächen. Um welche Mannschaften es sich dabei genau handelt, wollte er allerdings nicht verraten. Nur soviel: Highcroft, denen man für 2012 ebenfalls IndyCar-Ambitionen nachsagt ist nicht darunter. (Vorsicht)

# Twitter-Gerüchte sprechen außerdem davon, dass Oriol Servia bei Newman-Haas untergekommen sein soll. (Vorsicht)

# Und Sam Schmidt Racing hat bestätigt, dass man 2011 in Texas, Kentucky und Las Vegas mit dem neuseeländischen Indy Lights Veteran (und Meister 2005) Wade Cunningham an den Start gehen wird. (Vorsicht)

# Die amerikanische Tochter des deutschen DHL Konzerns wird zukünftig Hauptsponsor von Ryan Hunter Reays Auto. Zusätzlich wird man als Nebensponsor von Mike Conway auftreten. (Flo aus N)

# Das Indy 500 wirft seine Schatten voraus. Im kommenden Jahr werden sie allerdings etwas kürzer sein. Denn die IndyCar Series gab bekannt dass man die Startzeit um eine Stunde von Ein auf Zwölf Uhr vorverlegen will. (Flo aus N)

# Auch in der DTM werden im kommenden Jahr einige Cockpits neu besetzt: Audi hat in der vergangenen Woche die Verpflichtungen von Formel 3 Euroseries-Meister Edoardo Mortara, des ehemaligen GP2 und A1GP Piloten Felipe Albuquerque (zuletzt in der italienischen GT Meisterschaft unterwegs) und der schweizer Formula Master und GT1-Pilotin Rahel Frey bekanntgegeben. (Vorsicht)

# Die GP3 Series ist seit gestern ebenfalls um einen Fahrer reicher: Der erst sechzehnjährige Neuseeländer Mitch Evans wird in der kommenden Saison ein Auto des Arden Teams pilotieren. (Vorsicht)

# Gute Neuigkeiten für GT1-Fans: Die Sportwagenserie wird auch im kommenden Jahr wieder live auf Sport 1 zu sehen sein – zumindest dann, wenn man der Programmvorschau auf der Homepage des Senders glauben schenken darf. (Vorsicht)

# Und die Superleague Formula hat in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass man im Laufe der kommenden Tage die (Renn-)Teams für die kommenden Saison bekannt geben will. Angeblich haben 14 Mannschaften Interesse gezeigt. Da die SLF aber mit maximal 20 Autos an den Start gehen will, und jedes Team zumindest zwei Autos einsetzen muss, werden wohl einige außen vor bleiben. Interessanter als diese Ankündigung war aber eine Bemerkung von Serienchef Robin Webb am Rande der Pressemeldung, wonach die SLF “fünf Überseerennen auf vier verschiedenen Kontinenten” abhalten will. Geht man davon aus, dass zwei dieser Veranstaltungen in China stattfinden werden, bleiben noch drei weitere Austragungsorte übrig. Eines davon soll, wie berichtet, angeblich in Taupo, Neuseeland stattfinden. Über die Austragungsorte der anderen beiden Läufe gibt es bisher noch nicht einmal Gerüchte. Daher setze ich selbst eines in die Welt: Ein Lauf in Südamerika, wo ja gleich mehrere in der Serie vertretene (Fußball)-Teams herkommen würde sich gewiss anbieten. (Vorsicht)

# Auch in “Ferner liefen” noch unter “ferner liefen”: Der Inder Armaan Ebrahim wird auch in der kommenden Saison wieder in der Formel 2 antreten. Viel interessanter ist das schon die (meines Wissens nach) erste Onboard-Runde vom neuen Snetterton 300 Circuit, die vor ein paar Tagen ebenfalls auf der Homepage der Serie gepostet wurde. (Vorsicht)

# Verdächtig ruhig ist es in den vergangenen Wochen um die angeblich geplante A10 World Series geworden. Die verheißungsvollen aber inhaltsarmen Updates auf der Serienhomepage sind schon vor einigen Wochen verstummt, seither gab es keine neuen Meldungen mehr. Die Fanseite A10 GPGrid will nun immerhin von angeblichen Insidern ein Update bekommen haben: Die Pläne für die Serie sind demnach ungebrochen, die Verhandlungen rund um die Hinterlassenschaften der A1GP ziehen sich aber stärker als geplant in die Länge. (Vorsicht)

November 05 2010

17:30

ILMC: Asian Le Mans Series in Zhuhai

Die Le Mans-Sportwagen feiern an diesem Wochenende ihren Saisonabschluss, und gleichzeitig das Finale der ersten Ausgabe des International Le Mans Cup, mit einem 1000km-Rennen im chinesischen Zhuhai.

So richtig zum Feiern zumute ist einem aber nicht, wenn man sich mit dem anstehenden Rennwochenende befasst. Weder ist der Zhuhai International Circuit eine besonders interessante – oder gar charismatische – Rennstrecke, noch ist die Teilnehmerliste besonders voll. 23 Fahrzeuge stehen auf der Entry List. Zwischenzeitlich kursierten zwar auch mal die Zahlen 24 und 27, aber in den Ergebnislisten der ersten beiden Trainings stehen nun auch jeweils nur 23 Namen, von denen aber noch nicht einmal alle die Strecke gesehen haben. Das sind jedenfalls nur etwa halb so viele, wie bei den beiden vorangegangenen ILMC-Läufen und für eine Sportwagen-Serie mit vier Klassen schon wenig.

Vier Klassen? Nein, stimmt auch nicht. Um überhaupt auf über 20 Fahrzeuge zu kommen, musste man auf ganze sieben (!) Klassen aufstocken. Und in dreien davon fährt gar jeweils nur ein Fahrzeug! Am Ende des Tages werden – um es mal ganz überspitzt darzustellen – nur neun der 23 Teilnehmer nicht von sich behaupten können, auf dem Podium gestanden zu haben. Beim Petit Le Mans gab es zwar auch sechs Klassen, jedoch waren diese deutlich besser besetzt und ergaben sich aus der Ausnahmesituation der diesjährigen ALMS-Struktur.

Natürlich ist es auch begrüßenswert, dass der ACO Flexibilität zeigt, um ein ansprechendes Feld zu bieten, einige lokale Teams aufzunehmen und den auch die Hybrid-Porsche unterzubringen, ohne ihn in die GT2 zu packen, in die er beim aktuellen Reglement nicht gehört. Trotzdem sind sieben Klassen bei so wenigen Startern eine sehr starke Verwässerung des sportlichen Werts und wenn man Ausdauerrennen nach Le Mans-Art und -Reglement langfristig in Asien etablieren möchte (was bisher ja mehrfach schiefgegangen ist), dann muss man für nächstes Jahr mehr „ernsthafte“ ILMC-Teilnehmer rekrutieren.

Aber in diesem Jahr liegt das Augenmerk in dieser neuen Meisterschaft noch allein auf der LMP1 und der GT2 und die beiden Klassen sind mit sechs bzw. acht Teilnehmern auch entsprechend passabel besetzt. Und damit zum sportlichen Teil.

Wieder einmal heißt es Peugeot gegen Audi. Jeder Hersteller hat zwei seiner Fahrzeuge zu ihrem letzten Aufgalopp mitgebracht, aber der Kampf wird sich wohl nur auf den Rennsieg beschränken, denn der Gesamtsieg in der Herstellerwertung der der drei Rennen umfassenden ILMC ist Peugeot nach zwei Doppelsiegen nicht mehr zu nehmen.

Sebastièn Bourdais und Simon Pagenaud waren in den ersten beiden Trainingseinheiten, von denen eine sprichwörtlich nasser war als die andere, die Schnellsten, einmal sechs Zehntel, einmal vier Hundertstel vor Tom Kristensen und Allan McNish. Am Samstag soll es ebenfalls regnen, die Vorhersage für den Rennsonntag ist aber bisher trocken. Peugeot dürfte aber wohl wieder Favorit sein, der 908 ist einfach ein zu gutes Auto, das der R15 (auch in der plus-Variante) so gut wie nie aus eigener Kraft schlagen konnte (was den Speed angeht). Ob der Zhuhai Circuit einem der beiden Konkurrenten entgegenkommt, ist schwer zu sagen, denn weder der Peugeot noch der Audi sind für eine solche Strecke mit vielen langsamen Ecken konstruiert worden. Abstimmungsdaten fehlen entsprechend auch.

Drayson Racing (als einziges privates Prototypen-Team, das die ganze ILMC bestreitet, auch um Lord Drayson „grüne“ Botschaft weiter zu verbreiten) und eine Mannschaft der Tokay University sind die weiteren LMP1-Starter, wobei der Courage-Oreca von letzteren bisher noch keine Runde gedreht hat.

Die GT2 ist mit acht Startern am stärksten besetzt und hier ist auch der Kampf um die ILMC-Krone noch offen. Die Team-Wertung kann man vernachlässigen, da beim Petit Le Mans die entsprechenden US-Teams von Porsche (Flying Lizard), Ferrari (Risi) und BMW (Rahal-Letterman) am Start waren und nun wieder, wie in Silverstone, die europäischen Teams Felbermayr Proton, AF Corse und Schnitzer. Die Italiener liegen jedenfalls in der Konstrukteurswertung mit 81 Punkten nur neun Zähler vor den Schwaben. Bei 25 Punkten für den Klassensieg ist hier noch alles offen. BMW mit 44 Punkten ist allerdings schon zu weit zurück.

Der Vorteil auf Seiten von Porsche ist allerdings, dass man drei Fahrzeuge am Start hat (zwei mal Felbermayr, einmal Prospeed), während nur nur zwei Ferrari dabei sind – einmal AF Corse und einmal CRS. Und mit dem Prospeed-Team ist nach dem starken zweiten Platz in Silverstone auch zu rechnen, zum Ende der schwierigen Debutsaison ist man endlich in der LMS angekommen.

Die Trainingsergebnisse waren bunt durchmischt, einzige Konstanten war jeweils der weit abgeschlagene Lamborghini vom Gulf Team First und der in der Box verbliebenen Jaguar. Einmal lagen Lieb/Lietz für Porsche vorn, das andere Mal Bruni/Vilander/Melo im Ferrari. Wie immer sei gesagt: es dürfte spannend werden!

Und dann sind da noch die vier weiteren Klassen: OAK Racing ist der einzige LMP2-Starter, Hope Polevision hat als einziges Formula Le Mans-Team die weite Reise auch sich genommen (mir liegt da ein „Warum auch immer…!?“ auf der Zunge). In der GT1 startet neben dem Larbre-Saleen, für den das vermutlich der letzte Auftritt nach langer und verdienter Karriere sein wird, noch der JLOC-Lamborghini Murcielago, der schon beim Petit Le Mans dabei sein wollte, aber nicht war. Für Larbre sitzt unter anderem übrigens Pedro Lamy am Steuer. Dass der Hybrid-Neunelfer dabei ist, und zwar in seiner eigenen „GT Experimental“-Klasse, ist (vor allem aus Marketinggründen für die Le Mans-Serien, aber natürlich auch für Porsche) gut und richtig. Das ALMS-Duo Jörg Bergmeister und Patrick Long übernimmt das Steuer dieses Wagens.

Und dann hat man noch eine GT Challenge-Klasse hinzugefügt, nach dem Vorbild der ALMS mit GT3-Fahrzeugen, allerdings ohne Porsches. Stattdessen sind ein Aston Martin DBRS9 des „Team Hong Kong Racing“ und drei Audi R8 LMS zu bestaunen, von denen einer von KK Racing, ebenfalls aus Hong Kong, eingesetzt wird und zwei von United Autosports stammen, die 2010 die europäische GT3-Meisterschaft mit diesen Fahrzeugen bestritten haben. Mit Danny Watts beschäftigt man auch einen amtierenden Le Mans-Champion. Und Alex Yoong im KK Performance-Audi ist dem Motorsport-begeisterten Europäer auch geläufig.

Bleibt die Frage, ob nicht auch Audi bei der Einführung dieser Klasse seine Finger im Spiel gehabt hat, da um seinen Straßensportwagen in Asien präsentieren zu können… Denn ansonsten fischt der ACO damit natürlich auch im Wasser der SRO/FIA-GT-Serien, zu denen man ja in letzter Zeit ein angespanntes Verhältnis hatte. Und ob man mittelfristig GT3s als vierte Klasse nach Le Mans holen und so den Konflikt weiter verschlimmern will, würde ich vorerst noch bezweifeln…

Gefahren wird auf dem Zhuhai International Circuit, quasi „um die Ecke“ von der ehemaligen portugiesischen Enklave Macau. Der Kurs wurde 1996 erbaut und war bis zur Errichtung der Formel 1-Strecke von Shanghai der einzige „große“ (internationale) Rennkurs in China. FIA GT und A1GP fuhren Rennen dort, Läufe der F1 und der ChampCar waren mal geplant, fanden aber nie statt.

Die Strecke besteht im Wesentlichen aus Geraden, die durch enge Kehren miteinander verbunden sind. Das was man gern Hermann Tilke vorwirft, wurde hier in Reinkultur praktiziert. Das sollte allerdings das Überrunden einfacher machen, wobei das bei nur 23 Fahrzeugen auf der Strecke bei diesem Lauf kein so großes Problem darstellen sollte wie bei anderen Rennen der Le Mans-Serien.

Die Strecke selbst ist kein allzu großes Einschalt-Argument. Ebenso das dünne Starterfeld. Die zu erwartenden Kämpfe zwischen Peugeot und Audi sowie Porsche, Ferrari und BMW dürften es allerdings sehr wohl sein. Außerdem wird aber die TV-Coverage dem Event angemessen sein, Eurosport überträgt die Schlussphase von 9 bis 11 am Sonntagmorgen live, Langschläfer und Langstrecken-Genießer verzichten aber darauf und schauen sich die Aufzeichnung des gesamten Rennens von 12 Uhr bis 18:30 Uhr auf MotorsTV an (sofern man den Sender empfängt, natürlich, was ja für viele nicht mehr gilt).

September 30 2010

17:38

ALMS: Vorschau Petit Le Mans 2010

Am Saisonende steht wie immer ein weiteres Highlight der Prototypen an. Das 10 Stunden Rennen Road Atlanta wird noch einmal zum großen Schlagabstausch zwischen Audi und Peugeot.

Zunächst ein Wort zur Verfügbarkeit der Livebilder vom Rennen. Wie gestern schon geschrieben, hat Kabel Deutschland MotorsTV etwas überraschend aus dem Programm genommen. Auch die Franzosen waren verblüfft, wie man aus der Stellungnahme lesen kann. Kabel Deutschland Kunden haben leider keine Möglichkeit das Rennen zu sehen, es sei denn, sie begeben sich im Netz auf die Suche nach einem verfügbaren Stream. SpeedTV selber zeigt das Rennen leider nicht auf der Webseite, man wird also im trüben fischen müssen. Wir geben uns Mühe im Chat auf den ein oder anderen Stream hinzuweisen. Unity Media, Hansenet und T-Home Kunden sind von dem Problem nicht betroffen. Was mit Kabel BW ist, kann ich leider nicht sagen. Wir werden uns hier bemühen, ein Liveblog auf die Beine zu stellen. Ich bin allerdings bis Samstagmittag in Oschersleben, daher könnte es etwas knapp werden. Ansonsten empfehle ich die Kombination Radio Le Mans und Livetiming. Aber jetzt zum Rennen.


LMP1

Audi und Peugeot haben richtig groß aufgefahren. Die Ingolstädter haben zwei Wagen über den Atlantik geschifft und treten in Bestbesetzung an. Startnummer #7 wird von den “All-Stars” Kristensen, Capello und MacNish bewegt, in der #8 sitzen die nicht unerfahrenen Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer. Der Einsatz von Lotterer ist eine kleine Überraschung, aber der Deutsche verdient sein Geld ja höchsterfolgreich in der Japan GT und bringt viel Erfahrung mit. Die Besetzung deutet auch an, das sich bei Audi für 2011 eine Menge tun wird. Klar ist, dass Audi für den R18 in den USA zwei Partner sucht. Das Highcroft Team steht da wohl ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen. Auch wird man werksseitig 2011 in der LMS antreten. Der Einsatz in beiden Serien bedeutet, dass man jede Menge Fahrer braucht, was auch erklärt, warum man so viele Audi-Piloten in anderen Wagen einsetzt. Der R15+ kommt mit jener leicht veränderten Aerodynamik, die man schon Silverstone auf den Wagen geschnallt hatte. Angeblich werkeln unter der Haube schon sehr viele Teile des R18. Man will nicht noch einmal den Fehler begehen, einen mehr oder weniger im Renneinsatz ungetesten Wagen nach Le Mans zu schleppen. Klar ist aber auch, dass man den Peugeot auch in den USA vermutlich unterlegen ist.

Die Franzosen setzten auch zwei Wagen ein. #07 ist mit Marc Gene, Alexander Wurz und Anthony Davidson besetzt, in der #08 wechseln sich Pedro Lamy, Franck Montagny und Stephane Sarrazin ab. Nominell gesehen hat Peugeot also das stärkere zweite Auto. Den Wagen hat Peugeot nicht verändert, beim Motor setzt man aber, wie schon in Silverstone, lieber wieder auf Stahlpleuel, statt auf die Titan-Variante, die in Le Mans so katastrophal versagt hat. Die beiden 908 erleben ihren letzten Einsatz und sind klare Favoriten. In den bisherigen Testsessions lagen sie aber nicht so deutlich vorne, wie man das vielleicht erwarten würde. Kann aber sein, dass die 908 bisher nur mit vollen Tanks auf die Reise geschickt wurden.

Die normalerweise in der ALMS startenden Teams werden sich wohl nur um den Platz “best of the rest” streiten können. Netterweise liegen die gemeldeten Teams in diesem Jahr aber schön eng zusammen, so dass man hier einen spannenden Kampf erwarten kann. Der sehr schnelle, leider aber auch etwas anfällige Intersport Lola zeigte in den ersten Sessions, dass er jede Menge Speed hat. John Fields hielt den Abstand auf die Werksteams immerhin bei rund 2 Sekunden. Auch der Porsche RS Spyder vom Muscle Milk Team ist mit Klaus Graf, Sascha Maasen und Lucas Luhr nicht nur erstklassig besetzt, sondern auch schnell unterwegs. Die Deutschen dürften die Fahrer sein, die es zu schlagen gilt, wenn man Platz 5 in der LMP1 erreichen möchte.

Das Team seiner Lordschaft Drayson ist natürlich auch dabei und wie üblich muss der erstaunlich schnelle Johnny Cocker die Kohlen aus dem Feuer holen. Der Lord hat sich für das Petit Le Mans allerdings mit dem Ex-Audi-Mann Emanuele Pirro verstärkt und wird seine eigene Einsatz wohl auf ein Minimum beschränken, was den Chancen des Teams sicher nicht abträglich ist.

Highcroft ist wie immer mit dem Ex-Acura am Start, doch in den letzten Rennen schien der Mannschaft etwas der Speed ausgegangen zu sein. Der Vorteil des ARX ist seine Standfestigkeit und sein etwas besserer Spirtverbrauch verglichen mit dem sehr durstigen Intersport und dem Porsche. Hier könnte man über die Distanz also eine Menge erreichen, auch wenn man nicht den Topspeed mitgehen kann. Chancenlos ist wohl die Familie Dyson mit dem Lola/Mazda. Der Motor geht gut, hat aber auch Verbrauchsprobleme. Auch der grell-orange Autcon Lola wird nur schwerlich die Zielflagge sehen.

Die Meisterschaft in der LMP-Klasse der ALMS ist aber so gut wie entscheiden. David Brabham und Simon Pagenaud führen mit 152 Punkten vor Klaus Graf mit 136 Zählern. Der kann eigentlich nur Meister werden, wenn der ARX einen Komplettausfall erlebt. Was aber natürlich in einem 10 Stundenrennen immer möglich ist.

GT-Klasse
Wie üblich dürfte der heftigste Kampf in der GT-Klasse ausgefochten werden. In der Meisterschaft führen Bergmeister/Long mit 139 Punkten vor Gianmarina Bruni, der 117 Punkte sammeln konnte. Auch hier ist die Meisterschaft dann entscheiden, wenn Bergmeister/Long das Rennen in den Punkten beenden können. Die beiden Risi-Ferrari waren bisher recht flott unterwegs und die Paarung Bruni/Vilander ist ja auch nicht die schlechteste. Aber beim den Konkurrenten vom Flying Lizard Team weiß man ja auch, wie man eine Meisterschaft gewinnt. Ein wenig überraschend ist der (mögliche) Gewinn für Porsche schon, denn von der reinen Geschwindigkeit müsste man den Ferrari und der Corvette unterlegen sein. Dass Porsche es immer wieder schafft, den 911er so schnell zu bekommen, ist auch eines dieser Wunder.

Allerdings hat man in diesem Jahr auch oft vom Pech der Konkurrenz profitiert. Und vermutlich davon, dass die Veranstalter die BMW M3 GTR schwer eingebremst haben. Zusätzlich kam der Umstand, das sich die Corvette in ihrem ersten Jahr in der GT2 mit dem neuen “kleinen” V8 schwerer getan haben, als man erwarten konnte. Trotz der bekannt zuverlässigen Crew mit Gavin/Magnussen und O’Connell/Beretta, sind die Chevys aus Detroit nicht so richtig in Schwung gekommen. Das würde man zum Saisonende natürlich gerne anders machen, aber bisher haben die Corvette nicht ein Eindruck gemacht, als könnten sie noch einen Sieg einfahren.

BMW hat zwei GTR am Start. Die sind mit Auberlen, Millner, Werner und Hand, Müller, Priaulx besetzt. Vor allem die zweite Besetzung mit der Startnummer #90 sollte man im Auge behalten, denn da sitzen die schnelleren Piloten am Steuer. BMW hat sich ja noch nicht entschieden, ob man den wunderschönen GTR auch 2011 wieder ins Rennen schickt, aber wenn sie das machen, würde ich gerne öfter eine solche Besetzung sehen. Nichts gegen Bill Auberlen und Millner, aber die allerschnellsten sind sie nicht.

Das “dark horse” in der GT-Klasse ist ohne Zweifel der Porsche 911 Hybrid, den die ALMS ohne jede Einbremsung an den Start gelassen hat. Bei den 24 Stunden vom Nürburgring hatte man dem Porsche aus Angst ja noch 30 Kilo ins Auto gepackt, was die Rundenzeiten auf der langen Strecke arg nach unten drückte. Nach dem Ausfall der meisten Favoriten stoppte allerdings erst ein ärgerlicher, kleiner Materialfehler im Getriebe die Siegesfahrt. In der ALMS muss sich der Hybrid allerdings nicht mit Fahrzeugen rumschlagen, die mehrheitlich dem GT3 Regelement entsprechen, sondern mit echten, lang erprobten GT2 Wagen. Da ist in der Klasse selbst nach 12 Stunden Rennen noch um Zehntel geht, wird es der Werksporsche nicht leicht haben. Das zusätzliche Gewicht, dass der Hybrid halt so mitbringt, drückt auf den Spritverbrauch und den Reifenverschleiss. Bisher humpelte der 911er aus Stuttgart auch dem Feld hinterher, aber das kann auch daran liegen, dass man aus Angst vor einer kurzfristigen Entscheidung in Sachen Gewichtserhöhung die Karten lieber nicht aufdeckt. Vermutlich wird man erst im Rennen sehen, was der Hybrid so drauf hat. Ich rechne nicht mit einem Sieg, aber schon damit, dass er für Wirbel sorgen wird.

Nicht unerwähnt sollten folgende Wagen bleiben

- Die Familie Robertson ist mit dem Ford GT natürlich auch wieder dabei und steht im Weg rum. Sie setzten sogar einen zweiten GT ein, der u.a. von Boris Said gefahren wird.

- Sein Debüt feiert der skurille Panoz Abruzi, der allerdings bisher noch keine Runde gedreht hat. Wird wohl ein kurzes Vergnügen.

- Der Jaguar hat sich in diesem Jahr vor allem damit ausgezeichnet, dass er nicht hinter her kam. Das hat Paul Gentilozzi nicht daran gehindert, für das Petit Le Mans einen zweiten Wagen anzumelden.

Die LMPC und Porsche Cup Gruppen schenke ich mir jetzt mal.

Das Rennen geht um 17.00 Uhr los und sollte so gegen 3.00 Uhr zu Ende sein. Wenn es nicht, wie im letzten Jahr, wieder aus Eimern schüttet und man das Rennen verkürzt.

Unbedingt ausdrucken sollte man sich den Spotterguide.
031022285225 031022292032 031022284524 031022281519 031022280918 031022280417 031022275415 031022274914 031020232404 October 29, 2010, Atlanta, GA, USA Petit LeMan ©2010, Walt Kuhn, USA alms_10_plm

July 13 2010

10:00

Analyse: ALMS in Salt Lake City

Fast hätte es am Sonntag in Utah für den ersten Sieg des Drayson-Teams gereicht – aber am Ende waren es das Bekenntnis zum Green Racing und ein starker Simon Pagenaud, die das verhinderten.

Vielleicht ist es besser so: es wäre schon traurig gewesen, wenn die britisch-amerikanische Drayson-Mannschaft ausgerechnet in dem Rennen seinen ersten Sieg eingefahren hätte, in dem der Lord selbst wegen einer Fußverletzung nur von der Seitenlinie aus zuschauen konnte. Die 24 Stunden von Le Mans scheinen dem Team viel Erfahrung mit dem Lola B09/60 eingebracht zu haben: Jonny Cocker und Rückkehrer Emanuele Pirro hatten die Trainingssessions dominiert und schienen auch auf dem Weg zur ersten Pole für das Team seit dem Asian Le Mans-Series-Event in Okayama im letzten Herbst zu sein, als am Samstagnachmittag das erste Mal Simon Pagenaud dazwischenfunkte und Cockers Zeit aus dem Nichts um eine gute halbe Sekunde unterbot.

Am Sonntag war es dann, wie erwartet, der turbogeladene Jon Field, der am Start an die Spitze stürmte und diese so lange behauptete, wie seine Dunlop-Reifen es zuließen. Das waren, auch durch Gelbphasen bedingt, lange 14 Runden, dann übernahm der junge Jonny Cocker in der Doppelrechts „Right Hook“ – „Knock Out“ die Spitze.

Durch einen schnellen Boxenstopp in der dritten und letzten Safety Car-Phase übernahm in Runde 31 erstmals der Highcroft-HPD die Führung, die ihm Jon Field beim Restart wieder abjagte. Dieses Mal hielt er sich allerdings nur vier Runden lang vorn, dann begann das Duell der mittlerweile „eingewechselten“ Pirro und Pagenaud. Letzterer führte zunächst, bis sich dann der Italiener mit einem ähnlich geschickten Überraschungsmanöver wie in Sebring im Verkehr zwischen „Knock Out“ und „Witchcraft“ an Pagenaud vorbeischob. Bis zu den Boxenstopps konnte er gut acht Sekunden Vorsprung herausfahren, doch das sollte nicht reichen.

Bereits etwa 50 Minuten vor Rennende musste der Drayson-Lola Judd zum zweiten und letzten Stopp abbiegen: das Team nutzt – wie beispielsweise auch die Corvettes – den E85-Sprit aus ca. 85% zellulosischem Ethanol mit nur 15% Benzin. Da Ethanol eine geringere Energiedichte hat, ist entsprechend der Verbrauch höher, ergo muss man früher zur Box und dort auch länger stehen, um die nötige Menge E85 nachzuladen.

Das sollte Pirro zum Verhängnis werden. Während er nach langem Stopp ein schweres Fahrzeug um den Kurs schleppte, konnte sein französischer Konkurrent mit leichter werdendem Auto noch fast zwanzig Minuten lang schnelle Runden drehen – und kam so nach seinem Stopp mit gut 12 Sekunden wieder auf die Bahn.

Diesen Vorsprung konnte Pirro nicht mehr aufholen. Er fuhr zwar mit 1’36.291 die schnellste Rennrunde, doch Pagenaud konnte stets kontern und vergrößerte den Vorsprung bis zur schwarz-weiß-karierten Flagge auf 20 Sekunden. Ein überzeugender Sieg für Highcroft Racing, aber ein ebenso überzeugender zwieter Platz für das Drayson-Team. Dritte wurden Greg Pickett und Klaus Graf mit einer weiteren Minute Rückstand. Für die Fields reichte es nach einem Reifenschaden mit folgendem Crash noch zum vierten Rang, da Autocon und Dyson mit technischen Probleme zurück- bzw. ausfielen.

Für Drayson gab es dann noch als Trostpreis zum zweiten Mal nach dem besagten Asian Le Mans-Series-Event 2009 den Sieg in der Green Challenge für die beste Energieeffizienz. Der kleine Sieg dürfte für diese Mannschaft zwar mehr zählen als für die meisten anderen, einen Rennsieg wiegt er aber nicht auf. Aber  das Team hat gezeigt, dass es mit den „Großen“ der ALMS (also v.a. dem Highcroft-HPD) mithalten kann.

Mithalten und Schlagen sind allerdings zwei paar Schuhe und Highcroft ist wie in den letzten Jahren kaum zu schlagen: zu stark die Fahrer Brabham und Pagenaud – der mal wieder bewies, warum er zurecht auch von Peugeot ins 908-Lineup genommen wurde –, zu schnell und zuverlässig das Fahrzeug. Zu Recht führen sie die Meisterschaft mit 91 Punkten an, nun deutlicher als zuvor, nach wie vor vor dem MuscleMilk-Porsche (80); Dyson (60) ist nach dem Ausfall schon weiter abgeschlagen.

In der Gran Tourismo ging es etwas ruhiger zu als erwartet: Gianmaria Bruni und Jaime Melo behielten  die meiste Zeit die Oberhand, Auberlen und Milner im BMW hatten spätestens ab Rennmitte keine Chance mehr gegen den Risi-Ferrari. Einzig um Platz 3 war es wirklich spannend, Magnussen und O’Connell in der verbliebenen Corvette (die Teamkollegen waren früh mit Treibstoffdruck-Problemen einige Runden zurückgefallen) schlugen in diesem engen Duell Müller und Hand im zweiten BMW.

Erst dahinter kamen die bis dahin die Meisterschaft Anführenden Bergmeister und Long ins Ziel. Zwei Reifenschäden machten eine bessere Platzierung unmöglich, allein der fünfte Rang ist unter diesen unglücklichen Umständen schon ein Erfolg. Dennoch liegt man in der Gesamtwertung nun zwei Punkte hinter Bruni/Melo, aber 10 bzw. 11 vor den beiden BMW-Teams, die aber aufgrund der starken Performance mit beiden Autos die Teamwertung anführen.

Für Toni Vilander und Giancarlo Fisichella reichte es beim ersten – und hoffentlich nicht letzten – Rennen im engen GT-Feld der ALMS nur zu Rang 6. Ein Start vom Ende des Feldes und eine Durchfahrtsstrafe für vermeidbaren Kontakt verhinderten ein besseres Ergebnis. Für die siebtplatzierten Speed/van Overbeek im Extreme Speed-Ferrari F430 blieben nach der Pole nur die schnellste Rennrunde, die Teamkollegen holten den GT-Green Challenge-Sieg, wie Drayson Racing mit E85 im Tank.

Die ersten zwei Plätze der LMP-Challenge-Klasse räumten wieder einmal Bouchut/Tucker für Level 5 vor Jeanette/Zugel im Green Earth Team Gunnar-Oreca ab. Überraschend stark dahinter auf Rang 3: Alex Figge mit Teamkollege Hyatt bei seinem ersten Auftritt in dieser Klasse.

In der GT-Challenge gab es früh Tumult: im siebten Umlauf gerieten einige Fahrzeuge aneinander, dabei erwischte es vor allem die starken Alex Job Racing-Porsche von Sweedler/Kapudija und Diaz/Gonzalez. Gewinnen konnte ungefährdet erneut das Black Swan-Team mit Timothy Pappas und Jeroen Bleekemolen – ein schwacher Trost am Abend des verlorenen WM-Finales, der aber in den Niederlanden selbst dürfte das kaum jemanden interessiert haben. Dahinter kabbelten sich Gonzalez/Leizinger (Alex Job) und Richard/Lally (The Racers Group), eigentlich mit dem besseren Ende für den ehemaligen Dyson-Prototypen-Piloten Butch Leizinger – doch mit der nachträglichen Disqualifikation wegen unzulässiger Bodenfreiheit war das schwarze Wochenende für Alex Job Racing perfekt. Richard/Lally und Rosriguez/Bieker (Werks II) rücken entsprechend vor.

Der nächste Lauf der American Le Mans Series steht bereits in zwei Wochen an. Von der langen und modernen Bahn in der Wüste von Utah geht es dann in die bewaldeten Hügel der nördlichen Ostküste: im  traditionsreichen Lime Rock Park nahe Lakeville, Connecticut wird das Heimrennen von Dyson Racing (Poughkeepsie, NY) sowie Duncan Daytons Highcroft-Mannschaft (Danbury, CT) ausgetragen – ob es dort ein Duell dieser beiden geben wird…?

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