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August 15 2012

16:00

Nissan GT Academy: Ein kurzer Besuch

Neulich hatte ich die Gelegenheit, die Nissan GT Academy in Silverstone zu besuchen. Und viel Spaß dabei.

Die GT Academy sollte eigentlich mittlerweile jedem bekannt sein. Nicht nur wegen der permanenten Werbung auf allen Sendern, sondern auch, weil die ganze Aktion tatsächlich schon etwas gebracht hat. Die Idee ist, einen Gamer von der Konsole zu zerren und nach einem ziemlich ausgefallenen Auswahlverfahren in einen Rennwagen zu bugisieren. Mit zwei Rennfahrern hat das schon richtig gut geklappt. Lucas Ordoñez ist so einer, den man kennt, ein weiterer Gewinner, dessen Name man vermutlich in Zukunft ebenfalls noch öfter hören wird, ist Jann Mardenborough, der gerade die britische GT aufmischt. Die beiden anderen Gewinner der letzten Jahre, Bryan Heitkotter und Jordan Tresson sind ebenfalls noch unterwegs, wenn auch nicht ganz so erfolgreich. In diesem Jahr gibt es auch eine reine deutsche Challange. Nach einem Online-Auswahlverfahren durften 12 Fahrer ins Renncamp nach Silverstone, wo sie am ersten Morgen dann auch gleich zünftig geweckt wurden.

Nissan hatte ein Team der britischen SAS vor Ort, was allerdings nicht bei jedem Teilnehmer Glückgefühle auslöste. Was man angesichts der Bilder irgendwie nach vollziehen kann.

Doch es ging ja mehr um Sport und darum, einen Wagen schnell am Limit zu bewegen. Ich war für zwei Tage vor Ort und konnte einige Herausforderungen live verfolgen. Darunter war die sehr amüsante Idee einer Verfolgungsjagd. Die Teilnehmer bekamen einen Nissan GT-R und mussten auf der winkeligen Strecke des Stowe Circuit (liegt innerhalb des Silverstone Circiut) vor einem Nissan Juke-R flüchten. Im Juke saß allerdings Nick Heidfeld am Steuer, neben ihm Smudo, der zu seinem großen Spaß ein auf der Motorhaube montierte Paintball-Gun bedienen durfte. Ziel war es, nicht getroffen zu werden, was den meisten Fahrern nicht gelang.

Es folgten noch weitere Auswahlverfahren, darunter ein Rennen mit Leichtflugzeugen (!), Drift-Challenge und noch viel mehr. Als Juroren fungierten: Nick Heidfeld, Sabine Schmitz, Smudo und Peter Terting.

Damit den Journalisten nicht langweilig wurde, mussten die auch ran. Erst gab es einen Drift-Kurs mit einem dafür umgebauten 370 Z, was großen Spaß machte. Danke an der Stelle auch noch mal an Ferrari und die Instruktoren aus dem letzten Jahr. Die Lernergebnisse aus dem F458 konnte ich auf dem Parkplatz in Silverstone gut gebrauchen.

Danach gab es dann ein paar Runden in einem “normalen” 370 Z auf der Strecke von Stowe. Immer mit Instruktor, was mich dennoch nicht von der Peinlichkeit abhielt, kurz die Wiese zu besuchen (“That was a very nice power oversteer followed by a perfect correction and the unfortune and miserable decision to step on the gas again” O-Ton Instruktor). Anyway… später baute er mein angeknicktes Ego dann mit Worten “Better be quick, make small mistakes and learn, rather then being slow. We don’t want be slow” wieder auf.

Es folgte ein sehr netter Abend, wobei ich das Glück hatte neben Sabine Schmitz und Smudo zu sitzen. Letzteren kenne ich noch von meiner Zeit in der Musikbranche, wir hatten da öfter miteinander zu tun, was dann insgesamt zu einem Schwelgen in Erinnerung führte und etlichen Geschichten aus der VLN, die ich hier aus Gründen der Diskretion mal lieber nicht berichte ;)

Am nächsten Tag folgten dann weitere Challenges für die Teilnehmer der GT Academy und eine längere Ausfahrt für die Journalisten im Nissan GT-R. Die dann nicht in Wiese endete und den Testbericht gibt es drüber bei racingcarz.com.

Von den 12 Teilnehmern setzten sich am Ende dann vier durch: Nick Sepec, Andres Monzon, Peter Pyzere und Patrick Langkau. Die werden dann im Verlaufe des Jahres weiteren Tests unterzogen bis im November dann die Sieger feststehen.

Den Aufwand, den einige Teilnehmer betrieben haben um überhaupt ins Racecamp zu kommen, ist ernorm. Manche haben zwei Jahre lang jeden Tag stundenlang vor der Playstation geübt, um die Online-Challange zu bestehen. Die Fahrer liegen so eng zusammen, dass teilweise Tausendstel über ein Weiterkommen entschieden haben.

Aus der Sicht der Nachwuchsförderung ist das Programm von Nissan und Sony sowieso nur zu begrüßen. Talentierten, aber sponsorlosen Fahrern wird eine große Chance eröffnet, die man sonst nicht haben würde. Für ein paar Glückliche wird da eine Tür aufgestossen, durch die sie sonst nie gehen könnten. Der normale Weg, sich per Kart-Sichtungen für die Förderung bei Red Bull oder einem Hersteller zu qualifizieren, kostet auch schon enorm viel Geld. Für ein gutes Kart und eine Saison werden da schnell hohe sechstellige Summen fällig.

Disclaimer: Ich war auf Einladung von Nissan Deutschland vor Ort, die Flug und Hotel übernommen haben.

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August 25 2011

15:53

Formel Eins: Vorschau Spa 2011

Nach drei Wochen Pause geht die Formel Eins Saison endlich weiter. Doch viel wird sich beim Kräfteverhältniss in der Serie nicht verändert haben.

Spa gehört zu den wenigen Kursen weltweit, bei denen fast jeder mit Zunge schnalzt. Die Traditionsstrecke hat jede Menge Kurven, die alle ihre eigenen Geschichten erzählen, die alle viel erlebt haben und die alle auf ihre Art gefährlich sind. Selbst die eigentlich so harmlose “La Source” Haarnadel kostet jedes etliche Fahrer Nerven und Plätze. Dazu kommt das Wetter in Spa, bzw. das Vorhandensein von Regen. Oder auch nicht. Ganze Heerscharen und Generationen von Meteorologen sind schon an den Regenvoraussagen gescheitert. Die sicherste Variante stammt von einem unbekannten Teamchef und lautet “Stehen die Kühe auf der Weide ist es trocken, sieht man sie nicht mehr, kommt Regen.” Die Fahrer werden andere Sorgen und vor allem keine Zeit für Kühe haben. Alonso will so viele Siege wie möglich, Vettel seinen zweiten WM-Titel und beide McLaren-Piloten wüssten gerne, ob das Auto in Belgien funktioniert.

Die Teams sollten alle in der Sommerpause gewesen sein. So lautet zumindest das “Gentlement Agreement”, denn Strafen gibt es nicht, wenn einer dabei ertappt wird, dass er doch gearbeitet hat. Doch im Grunde hält man sich dran, die Arbeiter waren alle im Urlaub aber was die besser bezahlten Mitarbeiter machen, ist dann wieder eine andere Frage. Dennoch werden die Teams eher mit kleineren Modifikationen nach Spa kommen.

Red Bull reist mit gemischten Gefühlen nach Spa. Einerseits liegt dem RB7 die kurvenreiche Strecke, andererseits sind da die Probleme mit dem Topspeed, die vor allem auf der langen Kemmelgeraden zum tragen kommen. Dafür beschleunigt der Red Bull etwas besser aus der engen La Source und dürfte in Eau Rouge nicht zu schlagen zu sein.

Ferrari ist allerdings in den letzten Rennen dran gewesen. Nicht schneller, aber dran. Seitdem Pat Fry die technische Entwicklung übernommen hat, läuft es bei den Italienern deutlich besser und weitere Fortschritte sind logischerweise nicht auszuschliessen. Alonso rechnet sich nicht ernsthaft mehr den Chancen auf den Titel aus, aber er weiß auch, dass Vettel und Räikkönen Weltmeister geworden sind, weil sie einfach hartnäckig jeden Sieg und jeden Punkt eingesammelt haben. Man weiß ja nie…. Auf der anderen Seite hat Ferrari schon durchblicken lassen, dass man sich langsam auf 2012 konzentriert und der nächstjährige Ferrari etwas revolutionärer werden wird.

Bei McLaren will man die Hoffnung auf einen weiteren Titel nicht aufgeben, zumindest, was Lewis Hamilton angeht. Jenson Button liegt 100 Punkte hinter Vettel, da wird bei noch ausstehenden acht Rennen nichts mehr gehen.Das große Fragezeichen ist aber der Wagen und wie der nun an diesem Wochenende wieder drauf sein wird. Die Briten basteln seit Silverstone an einem neuen Heckflügel, kommen aber nicht so wirklich voran. Sowohl Button, als auch Hamilton haben den Flügel schon drauf gehabt und wieder abmontieren lassen, weil die alte Variante schneller war. Was der McLaren in Spa drauf haben wird, ist schwer zu sagen, weil es auch vom Wetter abhängen wird. Sollte es regnen, dürfte es wieder eine Hamilton-Show geben.

Wenig Sorgen wird sich Mercedes machen, denn sie liegen in Sachen Speed im Nirvana zwischen McLaren und Renault. Einzig die in den letzten Rennen aufmüpfig gewordenen Force India muss man abwehren, was sich auch nicht als die leichte Aufgabe heraus gesellt, wie man es vielleicht annehmen möchte. Ein schnelles Rennauto wird aus dem MGP02 auch nicht mehr, aber angesichts des kolportierten Budgets der Deutschen, ist das Ergebnis angeblich gar nicht so verwunderlich. Michael Schumacher feiert am Wochenende sein 20jähriges “Bühnenjubiläum” in der F1, was sky und RTL sicher hier und da (sprich alle 3 Minuten) erwähnen werden. Vielleicht kann er auf seiner Hausstrecke auch Rosberg mal wieder hinter sich lassen.

Renault hat sich entschlossen, den feuerspeienden Frontauspuff bis zum Ende des Jahres im Wagen zu lassen. Vermutlich, weil ein Umbau zu teuer ist und den Wagen auch nicht weiter voran bringt. Während an der Front dann schon mal Klarheit herrscht, ist es in Sachen Fahrerbesetzung eher nebelverhangen. Etwas chaotisch isst die Lage bei den Fahrern. Bruno Senna ersetzt Nick Heidfeld in Spa, allerdings hat sich Renault nicht dazu geäußert, ob das nur für den belgischen Grand Prix gilt, oder ein längerer Einsatz werden soll. Eigentlich würde ein Einsatz von Senna in Monza in 14 Tagen mehr Sinn machen, denn die Strecke ist nicht so fordernd für jemanden, der den Wagen nicht kennt. Das Renault in Spa auf Heidfeld verzichtet, spricht wohl eher dafür, dass man ihn gar nicht mehr einsetzen möchte. Ein klassischer Zug, wie in ihn von Renault kennt, allerdings hat Heidfeld auch nicht die Erwartungen erfüllt.

Um die letzten Punkte werden sich Force India und Sauber balgen, während Toro Rosso vermutlich dieses Mal nicht ganz so gut aufgestellt ist. Dafür fehlt ihnen einfach der Speed. Williams schleppt tonnenweise Neuteile an die Strecke, man bastelt weiter am Heck des Wagens. Bringen wird das auch nichts, dafür ist der Abstand zu den ersten zehn Plätzen zu groß. Noch weiter hinten wird Lotus wieder das Tempo vorgeben und Vrigin vor HRT liegen.

In Sachen Wetter kann man, wie oben schon angedeutet, wenig sagen. Der Freitag soll eher nass werden, dass Wochenende könnte dann aber trockener werden. Aber wie gesagt – immer schön nach der Kuh schauen.
Ich bin am Freitag vor Ort, mal sehen, was ich an Liveeindrücken rüberschicken kann, und ich freue mich ganz besonders darauf, dass ich John Surtees treffen werde.

Als kleinen Teaser gibt es hier schon mal eine schönes Video von Shell, wo Surtees und Alonso ihre Spa-Versionen vergleichen.

Ein paar Daten zum Rennen:

Spa Francorchamps – 7.004 kilometres. Race distance – 44 laps = 308.052 kilometres. 19 corners in total. Average speed 238km/h.

Aerodynamic setup – Med-low downforce. Top speed 322km/h (with Drag Reduction System active on rear wing) – 312km/h without.

Full throttle – 80% of the lap (high). Total fuel needed for race distance – 150 kilos (high). Fuel consumption – 3.35kg per lap (high)

Time spent braking: 14% of lap. Number of brake zones – 6. Brake wear- Low.

Loss time for a Pit stop = 18 seconds (average)
Total time needed for pit stop: 22 seconds

Fuel effect (cost in lap time per 10kg of fuel carried): 0.38 seconds (high)

Pirelli tyre choice for Spa: Soft (yellow markings) and medium (white markings).

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August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht austauscht, hat vermutlich nur etwas damit zu tun, dass man keinen brauchbaren Ersatz findet.

4. Mercedes
Da hat man mehr erwartet. So einfach kann man die Saison von Mercedes zusammenfassen. Ross Brawn ist mit dem MGP02 schon wieder ein eher nur mittelprächtiger Entwurf gelungen, dazu kommt, dass das offensichtlich schmale Budget kaum Verbesserungen zulässt. Zumindest von außen macht der Mercedes den Eindruck, als würde er sich kaum verändern. Man kann eine lange Liste von Gründen aufführen, warum der Wagen nicht läuft (langer Radstand, schlechte Kühlung, schlechter Diffusor, zu wenig Grip vorne), aber am Ende stimmt halt das gesamte Paket nicht. Als Hoffnungsschimmer muss man aber auch sagen, dass es dem Team gelungen ist den Abstand nach vorne während der Saison deutlich zu verringern. Es waren mal 2 Sekunden, in den letzten Rennen waren dann noch rund 1.3 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass die anderen auch schneller geworden sind, ist das ein gutes Ergebnis.
Die Fahrer blieben beide blass. Schumacher hatte Lichtblicke aber noch mehr Tiefpunkte, Nico Rosberg konnte mich bisher auch nicht wirklich überzeugen, aber das mag am Chassis liegen. Insgesamt macht das Team leider nicht den Eindruck, als könne man 2011 den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

5. Renault
Auch Renault hat sich mit dem nach vorne gelegten Auspuff was hübsches ausgedacht, aber die Saison war eigentlich mit den Unfall von Kubica schon vorbei. Man hatte dem Polen den R27 auf den Leib geschneidert und als er weg war, hatte man den Salat. Dazu kam, dass die Idee, den gesamten Unterboden anzublasen, in der Realität nicht wirklich ausreichend funktioniert. Man hat mit einem “normalen” Auspuff experimentiert, aber die Konzeption des Wagens passt nicht dazu. Intern gab es auch jede Menge Ärger, denn sehr viele Mitarbeiter aus der Entwicklung sind in den letzten 12 Monaten gegangen. Eric Boullier hat einen eigenwilligen Führungsstil, wie man so hört. Die Verpflichtung von Nick Heidfeld war die richtige Entscheidung, aber der Deutsche konnte nicht wirklich überzeugen. Seine Quali-Schwäche ist in der heutigen F1 ein gravierender Nachteil und die Niederlagen gegen Petrov nicht schön. Der Russe wiederum fährt eine erstaunlich stabile Saison, aber ich bin mir sicher – würde Kubica im Wagen sitzen, sähe die Sache anders aus. Renault wird die zweite Hälfte der Saison damit verbringen, viele Neuteile für 2012 und Fahrer auszuprobieren. Grosjean gilt als einer, der Heidfeld noch in diesem Jahr ersetzen könnte.

6. Sauber
Der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist vermutlich das Beste, was die Schweizer erreichen können. Die Top 3 sind nicht zu bekommen, Mercedes einen Schritt besser und Renault durchaus erreichbar in einigen Rennen. Und doch bin ich etwas enttäuscht. Immerhin fährt Sauber mit dem kompletten Ferrari-Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) und mit James Key hat man einen jener Designer bekommen, der zu den Besten seiner Generation zählt. Dazu hat man mit Kamui Kobayashi und dem erstaunlich schnellen Perez ein gutes Fahrerteam. Aber der diesjährige Sauber läuft nicht so gut, ihm fehlt vor allem der heiß angeblasene Diffusor, den man nicht baute, nachdem die FIA ihn zunächst verbieten wollte. Also wird man versuchen die Saison mit Stil zu Ende zu bringen und der sechste Platz ist drin, wäre da nicht das aufstrebende Force India Team.
Kamui Kobayashi hat in diesem Jahr mal wieder viel Spaß gemacht und ich hätte ihn 2012 schon gerne in einem Top Team gesehen, aber da ist ja kein Platz. 2013 könnte das anders aussehen, wenn er seine Fehleranfälligkeit noch etwas reduziert. Sergio Perez ist eine der Überraschungen in diesem Jahr. Auch wenn er nicht immer mit Kobayashi mithalten kann, da könnte ein interessantes Talent heranreifen.

7. Force India
Die Inder liefern eine durchwachsene Saison ab, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet sind. Auch hat Vijay Mallya in den letzten 18 Monate das komplette Entwicklungsteam umbauen müssen, von daher sind die guten und vor allem besser werdende schon eine kleine Überraschung. Das hat aber auch mit den Fahrern zu tun, die nach einigen Schwächen zu Beginn des Jahres, eine starke Leistung zeigen. Sutil ist nach einem unschönen Start endlich wieder auf seinem normalen Niveau angekommen, Paul di Resta liefert für seine erste Saison sehr gute Ergebnisse ab und steht vermutlich auf der Long List einiger Teamchefs. Das Problem bei Force India ist halt, dass ihnen gegen Ende des Jahre die Ressourcen ausgehen, weil man am neuen Wagen arbeitet. Aber noch haben sie durchaus eine Chance auch Sauber abzufangen, aber die ist wirklich nur sehr schmal.

8. Toro Rosso
Das B-Team von Red Bull steht zwar in Sachen Design auf eigenen Beinen, hängt aber weiter am Tropf von Red Bull. Und so richtig gut läuft es in diesem Jahr wirklich nicht. Der erste eigene Entwurf eines F1-Chassis hat vielversprechende Ansätze, aber mehr eben auch nicht. Normalerweise sollte man auf dem Niveau von Force India unterwegs sein, was im Rennen auch gelingt. Aber in der Quali liegt man doch ein gutes Stück zurück. Die Punkte hat man bisher über die Strategie und die saubere Fahrweise der Piloten holen können.
Wobei mich bisher weder Sebastian Buemi noch Jamie Alguersuari wirklich überzeugen konnten. Buemi ist der bessere Mann in der Qualifikation und sieht auch im Rennen oft besser aus. Aber die Unterschiede im Rennen sind eher marginal. Klar dürfte sein, dass einer im Winter wird gehen müssen. Vielleicht auch beide, wenn man neben Daniel Ricciardo noch einen weiteren Mann findet.

9. Williams
Sicherlich die Enttäuschung des Jahres. Der FW33, dessen Konzept auf dem Papier interessant ausschaut, ist ein totaler Flop. Und zwar ein Flop von derartigen Ausmaßen, dass man sich fragt, warum das niemanden vorher aufgefallen. Patrick Head, Adam Parr und Frank Williams haben dann das einzig richtige gemacht und schnell Konsequenzen gezogen. Sam Michael und große Teile der Entwicklung mussten gehen, man hat sich mit Mike Coughlin einen durchaus interessanten Mann geholt, der in der Lage ist, einen sehr schnellen und zuverlässigen Wagen zu bauen. Auch der Deal mit Renault bringt Williams in die richtige Richtung, auch wenn der Cosworth offenbar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Barrichello macht seinen Job, wirkt aber lustlos, Maldonado überrascht immer mal wieder mit einer guten, versackt aber dann im Rennen. Die 4 Punkte, die Williams hat (letztes Jahr um die Zeit waren es 40), sagen eigentlich schon alles.

10. Lotus
Für mich die zweite Enttäuschung des Jahres. Es war klar, dass man im zweiten Jahr keine Bäume würde ausreißen können, aber im Grunde ist der Abstand noch vorne zwar kleiner geworden, aber nicht so weit, dass man zumindest mit Williams mithalten könnte. Dabei hat Lotus sehr viel Geld in die Hand genommen, darunter auch für die Renault-Motoren. Auffallend ist, dass beide Wagen sehr mit technischen Problemen ausfallen, bei Kovalainen waren das immerhin 5 Ausfälle und damit ist er in diesem Jahr der Spitzenreiter auf dieser Liste. Da gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der eigenen Fabrik, denn der Renault-Motor ist ja in anderen Teams stabil. Allerdings – Lotus fehlt der “hot blown diffusor” und KERS, wenn das kommt, ist man vielleicht in der Lage Q2 zu erreichen.
Zu Trulli und Kovalainen kann man wenig sagen. Der Finne macht den besseren Eindruck in diesem Jahr, die besseren Rennergebnisse hat aber Trulli. Tony Fernandes hat angedeutet, dass man Trulli evtl. behalten könnte. Wenn ich ihm einen Rat geben müsste, würde ich schauen, dass ich jemanden wie Hülkenberg ins Team hole.

11. HRT
Ja, in der Wertung liegt HRT wieder vor Virgin, weil Liuzzi mal ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Was soll man sagen – das Wunder ist eigentlich, dass das Team noch fährt, was man Colin Kolles zu verdanken hat, der die Wagen in seiner Firma nahe Ingolstadt vorbereitet. Spanisch war an dem Team nur der Besitzer, der aber gewechselt hat. Mit der Investmentfirma kommt Geld, aber bei der momentan schwierigen Wirtschaftslage muss man da vorsichtig sein. Dass HRT nicht voran kommt liegt auch am alten, kaum veränderten Dallara Chassis, das nächstes Jahr dann wohl endgültig ausgetauscht wird. In Sachen Fahrer – Luizzi macht seinen Job, Karthikeyan fiel nicht weiter auf und sein Nachfolger, Daniel Ricciardo konnte bisher nicht überzeugen, aber dem muss man sicher noch etwas Zeit geben.

12. Virgin
Die Briten stehen am Ende der Wertung, was ihrer tatsächlichen Leistung vermutlich nicht ganz entspricht. Auch Virgin hat die technische Abteilung umgekrempelt. Nick Wirth ist raus (auch wenn man die F1-Abteilung von Wirth gekauft hat) und ab 2012 arbeitet man eng mit McLaren zusammen, was dem Team sicher etwas bringen wird. Aber dieses Jahr kann man abhaken. Interessant ist, dass man Timo Glock für weitere drei Jahre verlängert hat, aber offen darüber spricht, dass D’Ambrosio wohl 2012 nicht weiterfahren wird. Man sucht offenbar einen Fahrer aus dem Mittelfeld. Das könnte ein Ex-Toro Rosso Mann werden, aber auch die diversen Ersatzfahrer wird man sich anschauen.

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July 28 2011

14:54

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2011

Bevor sich die Formel Eins in die Sommerpause verabschiedet, steht der Klassiker auf dem Hungaroring noch mal auf dem Programm. Das Rennen könnte interessant werden.

Nach dem teilweise sensationell spannenden Rennen am Nürburgring, wird man die Erwartungen für den GP in Ungarn etwas zurückschrauben müssen. Die Strecke ist nicht gerade für extrem spannenden Rennen bekannt, obwohl sie in der Vergangenheit immer mal wieder gute Rennen lieferte. Aber wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten wird auch in diesem Jahr mal wieder sehr viel über die Strategie laufen. Da passt es recht gut ins Bild, dass Pirelli am Wochenende die Kombination “Soft” und “Supersoft” an die Strecke schleppt. Die waren bisher in Monaco und in Kanada im Einsatz, aber in Montreal regnete es und Monaco ist in Sachen Reifenabrieb keine Referenz. Da es zu dem recht warm werden soll, könnte das Rennen einige Überraschungen bieten.

Ferrari wird die Mischungen dankbar auf die F150 ziehen. Denn der Wagen geht mit den härteren Mischungen nicht so gut, dafür aber umso besser mit den weichen Reifen. Dazu kommt, dass der Ferrari bekanntermaßen schonend mit den Reifen umgeht, über einen langen Stint also konstant schnelle Rundenzeiten liefert, ohne einen heftigen “Drop-Off” zu haben. Das hilft Ferrari dabei, eine flexible Strategie zu entwicklen, die man eh nach Startplatz und Verkehr auf der Strecke dann umsetzen kann.

Red Bull dürfte die weichen Reifen auch gelassen betrachten. Bisher kam der RB7 mit allen Mischungen hervorragend aus, auch wenn der Verschleiß auf der Hinterachse mit weichen Reifen etwas höher ist. Spannend dürfte die Frage sein, ob Vettel sein Mini-Tief vom letzten Wochenende überwunden hat, oder ob es Webber wieder gelingt, zumindest in der Quali, vor seinem Konkurrenten zu stehen. Überhaupt macht Red Bull aber den Eindruck, als sei man im Moment schon eher daran interessiert, den WM-Titel abzusichern. In beiden Wertungen führt man mit weitem Abstand. Zwar ist ja auch erst gerade Halbzeit, aber es ist wohl unrealistisch, dass Red Bull aus den Top 5 fällt.

Hinter McLaren steht in Ungarn mal wieder ein großes Fragezeichen. Deren Form war, auch begründet durch das Mapping-Chaos, in den letzten Rennen dann eher schwankend. Ich rechne nicht damit, dass sie ihren Sieg vom Nürburgring wiederholen können, da der McLaren die weichen Reifen nicht so sehr mag. Hier ist der erhöhte Abrieb das Problem, meist sind Hamilton und Button recht flott an der Box. Da man auch kaum in einer Woche großartig neue Teile an den Wagen bringen wird, wird sich da auch nichts tun. Ein Kandidat fürs Podium sind sie aber allemal.

Für eine kleine Überraschung könnte Mercedes sorgen. Der Wagen ist zwar grundsätzlich immer noch zu langsam, aber wie der Ferrari mag der MGP02 eher die weichen Reifen und sein kurzer Radstand sollte in Ungarn helfen. Ich kann da allerdings auch komplett falsch liegen, denn in Monaco hatte ich das Team auch weiter vorne auf der Rechnung, um dann sehen zu müssen, dass gar nichts ging. Mercedes hat in den letzten Rennen aber den Rückstand nach vorne etwas verkürzen können, was ein gutes Zeichen ist. Aber alles, was vor P5 liegt, wäre eine kleine Überraschung.

Hinter Mercedes ist es eng geworden. Renault, Force India, Sauber und auch Toro Rosso liegen nicht weit auseinander. Bei Renault hängt der Haussegen sowieso schief. Eric Boullier ist unzufrieden mit Nick Heidfeld und spekuliert öffentlich herum, dass Romain Grosjean ja auch kein schlechter Fahrer sei. Gleichzeitig wird das Team immer noch umstrukturiert und viele Angestellten werden “gegangen”. Das ist in sofern ungewöhnlich, als dass der Renault zum Start der Saison ja relativ gut ging, dann aber absackte. Es kann also nicht an der grundsätzlichen Entwicklung des mutig designten Wagens gelegen haben, sondern eher an der Weiterentwicklung. Und wenn man dann Leute entlässt, wirft das ein merkwürdiges Bild auf das Team.

Force India ist in diesem Jahr etwas unter dem Aufmerksamkeitsradar geblieben, sieht man mal von einem zeitweise schwächelnden Sutil ab. Der hat sich aber wieder gefangen und seinen Teamkollegen auch wieder im Griff. Man muss Vijay Mallya und seinen kleinen, sehr jungen Team, schon Respekt zollen, dass es ihnen gelingt, den Wagen auch in der Saison weiter zu verbessern.

Das ist Sauber, bisher, nicht so gut gelungen. Nachdem man zunächst recht zuverlässig in die Punkte kam, ist es für das Team ein wenig bergab gegangen. Ich hatte das Gefühl, dass Sauber sich in der Entwicklung einen falschen Pfad begeben hat, aber es liegt wohl eher daran, dass man keinen “hot blown diffsor” im Auto hat, während Force India da nachrüsten konnte. Vor dem Rennen hat man aber bekannt gegeben, dass man auch 2012 mit Kobayahsi und Perez starten wird. Die Entscheidung wird dem Team gut tun.

Williams und Toro Rosso bilden weiter das Schlusslicht des hinteren Mittelfeld. Bei Toro Rosso mag es am Geld liegen, dass man nicht so schnell entwickeln kann und daran, dass man praktisch erst im zweiten Jahr eine eigene Aero-Abteilung hat. Bei Williams ist es der verkorkste FW33, an dem man offenbar noch so viele Teile erneuern kann, ohne das sich was tut. Mittlerweile testet man schon Bauteile für 2012.

HRT, Lotus und Virgin schenke ich mir jetzt mal, da wird es keine Neuigkeiten geben.

Das Rennen auf den Hungaroring ist lang, immerhin fährt man auf dem 4.3 Kilometer langem Kurs 70 Runden. Beansprucht werden vor allem die Reifen und die Bremsen, da man hier durchaus bis zu 300 km/h schnell wird. In Sachen Strategie wird das eine Rolle spielen, ebenso aber auch die Frage, wie viel Sprit man ins Auto packt. Normalerweise verliert man rund 0,3 Zehntel auf eine Runde, da lohnt es sich also, etwas knapper zu kalkulieren. Safety Cars sind auch immer so eine Sache, die in Ungarn schnell mal passieren können.

Das Wetter wird im Moment als “gemischt” angezeigt. Am Freitag soll es regnen, danach steigt die Temperatur auf bis zu 28 Grad. Für Sonntag ist die Prognose noch nicht so ganz eindeutig, der Regen könnte eine Rolle spielen.

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July 27 2011

06:16

Newshappen vom 27.07.2011

// Für Nick Heidfeld wird die Luft bei Renault eng. Nachdem der Deutsche auch in diesem Jahr seine Quali-Schwäche nicht in den Griff bekommen hat und Vitaly Petrow zumindest auf Augenhöhe mit ihm unterwegs ist, sucht man bei Renault wohl nach Alternativen. Die erste Option ist Robert Kubica, aber ob der überhaupt noch mal wird fahren können, ist eine andere Frage. Um Topfahrer ins Team zu holen, fehlt es dann wieder an Performance. Aber man überlegt wohl, Heidfeld zu ersetzen. Der erste Warnschuss könnte sein, dass in Ungarn Bruno Senna den Wagen von Heidfeld im ersten Training fahren wird. Niemand glaubt, dass Senna schneller als Heidfeld ist, aber vermutlich geht es Renault im Moment schon nicht mehr allein um Punkte, sondern darum, ob es Fahrer gibt, die gutes Feedback liefern. Ganz oben auf der Liste von Renault steht aber offenbar Romain Grosjean. Das kommt nicht ganz unerwartet, hätte Renault, obwohl nicht mehr Mehrheitsbesitzer im Team, gerne einen Franzosen im Cockpit. Gerüchteweise könnte Grosjean nach Monza im Renault Platz nehmen, aber auch nur dann, wenn er den GP2-Titel gewinnen sollte.

// Berrnie Ecclestone hat die Tage zugegeben, dass er dem ehemaligen Top-Manager der Bayrischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Euro bezahlt hat. Allerdings gibt es unterschiedliche Aussagen darüber, weswegen er soviel Geld auf den Tisch gelegt hat. Gerhard Gribkowsky behauptet wohl, dass Ecclestone ihn bestochen hat, der Engländer spricht von Erpressung. Angeblich habe Gribkowsky ihm damit gedroht, dass er Informationen an die Behörden weitergeben könnte, die Eccelstone Probleme bei den Steuerbehörden machen könnten. Diese Anschuldigungen, so Ecclestone, seien gelogen, aber er habe nicht Jahre vor dem Gericht verbringen wollen, um Recht zu bekommen. Nun ja, kann man glauben, muss man aber nicht. Bei Gordon Mccabe gibt es eine schöne Zusammenfassung der hektischen Wochen um den Verkauf der SLEC, der damaligen Holding der F1. Das hartnäckigste Gerücht bzgl. der Zahlungen lautet im übrigen, dass Ecclestone die Summe gezahlt habe, damit die BLB ihre Anteile an die CVC verkauft und nicht an einen anderen, Bernie nicht genehmen Interessenten.

// Weil es etwas untergegangen ist: Timo Glock hat bei Virgin um drei Jahre verlängert. Das kam etwas überraschend, aber offenbar war ihm auch klar, dass er im Moment aus der Ecke, in der er steckt, nicht raus kommt. Glock setzt viel auf den Deal mit McLaren, den Virgin nun geschlossen hat.

// Diskussionen gibt es auch bei Lotus, wo Karun Chandok am Wochenende Trulli ersetzt hatte, und dabei nicht so wirklich überzeugen konnte. Lotus beeilte sich mitzuteilen, dass man mit Trulli über eine Vertragsverlängerung verhandeln würde, aber nach der ganzen Aufbauarbeit des Teams wird es wohl auch mal Zeit, dass man evtl. neue Fahrer einsetzt. Trulli wirkt in diesem Jahr schwach und verliert auch in Quali gegen Kovalainen, was ungewöhnlich ist. Die Frage ist aber, wen Lotus nehmen kann? Da bietet sich eigentlich nur ein Nachwuchsfahrer mit viel Talent an (Hülkenberg?)

// Jeff Burton bekommt einen Crew Chief. Luke Lambert ersetzt Todd Berrier. Richard Childress musste wohl reagieren, weil Burton in den Punkte nur auf Platz 25 zu finden ist. Etwas ungewöhnlich ist die Umbesetzung schon, denn Lambert ist gerade einmal 28 Jahre alt und damit etwas jung für einen Crew Chief. Berrier bleibt vorerst im Team.

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July 24 2011

20:15

Formel Eins: Analyse Deutschland GP 2011

Ein grandioses Rennen im ersten Teil, ein starker McLaren und ein schwächelnder Red Bull sorgten für einen der abwechslungsreichsten Grand Prix der Saison.

Man kann nicht sagen, dass man bei Red Bull nach dem Rennen lange Gesichter machte, denn Platz 3 und 4 ist wahrlich kein schlechtes Ergebnis. Aber leichte Sorgenfalten konnte man bei Christian Horner schon sehen. Zu deutlich waren die Probleme, die Red Bull im Rennen hatte, vor allem, was den Drop Off der Pirelli Reifen in den letzten Runden eines Stints angeht. Auffallend war auch mal wieder, der merkwürdige Unterschied zwischen der Quali-Performance und dem Speed im Rennen des RB7. Auch wenn der am Ring etwas kleiner ausfiel, als das sonst der Fall war und Vettel mal nicht auf Pole fahren konnte, scheint der RB7 in der Quali immer noch einen kleinen Vorteil zu haben. Aber wenn das dazu führt, dass Ferrari, McLaren und Red Bull auf Augenhöhe kämpfen können, dann sind das keine schlechten Aussichten für den Rest der Saison. Die Unterschiede zwischen den drei Top Teams sind im Rennen marginal, aber auf eine lange Distanz doch sichtbar. Drei unterschiedliche Konzepte und doch liegt man gleichauf.

Die erste Hälfte des Grand Prix am Nürburgring kann man nur mit dem Wort “Sensationell” beschreiben. Drei Topfahrer in drei verschiedenen Autos, die um die Spitze kämpfen – was will man mehr. Was Webber, Alonso und Hamilton da vorne zeigten, war Motorsport auf allerhöchsten Niveau. Einen solchen Dreikampf um die Spitze sieht man selten, dabei blieben alle Drei fair und ließen sich genügend Platz. Und man sah auch, dass zu diesem Zeitpunkt im Rennen die drei Fabrikate absolut gleich schnell waren, was auch dadurch schon klar wurde, dass alle drei Fahrer für einen Moment an der Spitze liegen konnten. Alonso ließ sich zeitweise etwas hinter Webber fallen, blieb aber immer in dessen Reichweite und schonte dabei etwas seine Reifen. Doch vor den Stopps gelang es ihm, die Lücke wieder zu zufahren. Das lag aber auch daran, dass Webber gegen Ende des ersten Stints und zweiten Stints offenbar Probleme mit den weichen Reifen hatte, die schnell abbauten.

Das mag dann auch erklären, warum er im zweiten Teil des Rennens, als er auf P3 lag, plötzlich bis zu 8 Sekunden zurückfiel. Wegen des drohenden Regens musste man den zweiten Stint länger fahren, da ein zusätzlicher Wechsel das Rennen zerstört hätte. Red Bull schickte Webber offenbar die Meldung, dass er es ruhiger angehen lassen muss, sollten seine Reifen etwas länger durchhalten, doch der Abstand wurde dann etwas zu groß.

Alonso und Ferrari planten wohl im letzten Drittel des Rennens etwas ähnliches. Der Ferrari gilt als reifenschonend, vor allem bei den kalten Asphalttemperaturen. Da Hamilton vorne irgendwann auf die härtere Medium-Mischung wechseln musste, und die im Training rund eine Sekunde langsamer als die “Soft” waren, rechnete man wohl so, dass man den McLaren mit schnellen Runden am Schluss auskontern konnte. Aber zwei Dinge passten dann für Alonso am Ende nicht: Zum einen waren seine Reifen auch nicht die Besten, zum anderen hatte sich soviel Gummi aufgebaut, dass die Medium-Mischung schneller Grip fand, als man dachte. Hamilton war schon nach einer Runde im ersten Sektor 0,5 Sekunden schneller, als Alonso.

Von Vettel war im Rennen nicht viel zu sehen. Er verlor, wie Webber, am Start eine Position und steckte in einer schlechten Ausgangslage. Zwar gelang es ihm auf P3 vorzufahren, aber Alonso schnappte sich den Deutschen dann doch wieder. Erstaunlicherweise kam er mit dem Red Bull am gesamten Wochenende nicht so gut zu recht, wie sonst. Webber schlug ihn in der Quali, im Rennen schien er mit der Abstimmung zu hadern. Ein selbst verschuldeter Dreher beendete dann seine Siegchancen endgültig und er konnte nur noch mit Massa um P4 kämpfen. Zwar hielt Massa den Weltmeister im Rennen auch auf, aber die 47 Sekunden Rückstand am Ende sind dann doch recht deutlich. Während des Rennens forderte ihn die Box, die hinteren Bremsen zu entlasten, was sicher kein Vorteil war, seine Rundenzeiten wurden aber auch dann nicht besser, als sich das Bremsproblem mysteriöserweise wieder verabschiedete. Kein gutes Wochenende von Vettel, aber in Sachen WM-Vorsprung hat er nicht viel verloren.

Bei Mercedes konnte man mal wieder sehen, wo das Team steht. Gegen Ferrari hat man keine Chance, McLaren ist auch weit weg. Wäre Sutil nicht so ein grandioses Rennen gefahren, hätte man mal wieder die Positionen P6 und P7 eingenommen, was dem Leistungsstand auch entspricht. In der Quali hat den Abstand nach vorne etwas reduzieren können, da sind es jetzt noch rund eine bis 1.2 Sekunden. Was schon deutlich besser ist, als zu Beginn der Saison. Das spiegelt sich auch bei den schnellsten Rennrunden wieder, wo man rund 1.3 Sekunden langsamer ist. Man hat einen Schritt nach vorne gemacht, aber es reicht eben noch nicht ganz. Man müsste noch rund 0,7 bis eine Sekunde finden, um in Reichweite des Podiums zu kommen, was keine leichte Aufgabe ist.

Der Aufwärtstrend von Schumacher setzte sich am Ring fort. Zwar ist seine Quali-Performance immer noch schlecht, aber im Rennen läuft dafür um so besser. Wäre der Dreher nicht gewesen, hätte er vielleicht seinen Teamkollegen schlagen können, aber auch so lief es für ihn gut. Es scheint fast so, als ob Schumacher so langsam seine volle Leistung im Wagen wieder abrufen kann, was ein gutes Zeichen für 2012 ist. Rosberg hatte ein teilweise zähes Rennen. Er steckte in vielen Zweikämpfen, was in einige Zeit gekostet hat, aber an Sutil kam er komischerweise nie richtig ran. Dessen Zweistopp-Strategie war interessant, bedeutete aber auch, dass er die weiche Mischung lange fahren musste, ohne viel Zeit zu verlieren. Er kam dann auch etwas früher an die Box um die Medium-Reifen zu nehmen, profitierte dann aber offenbar wie Hamilton auch davon, dass genug Gummi auf der Bahn war und der Nachteil der härteren Mischung verblasste.

Die letzten Punkte holten dann der erstaunliche Kobayashi, den ich wirklich 2012 gerne in einem Top Team sehen würde, und Petrov, der den Renault nach einigem Zweikämpfen im Rennen auf P10 stellen konnte, was ein feines Ergebnis ist. Vielleicht wäre noch P9 drin gewesen, aber man darf nicht vergessen, dass Button ausgefallen ist, der sich vor ihm ins Ziel gekommen wäre. Renault kämpft im Moment nur um die Punkte-Krümel, selbst Force India scheint auf dem Niveau der Franzosen angekommen zu sein. Nick Heidfeld hatte ein schlechtes Wochenende. Mal wieder in Q2 hängen geblieben, dann eine Kollision am Start mit Di Resta. Die hätte dem Deutschen eine Durchfahrtsstrafe eingebracht, doch dann schob ihn Buemi auf Gras. Der Schweizer bekommt dafür im nächsten Rennen +5 in der Startaufstellung. Beide Toro Rosso waren am Ring nicht gut unterwegs und kamen nicht mal in die Nähe der Punkte.

Die interessante Zusammenfassung des Rennens und der Leistungsdichte an der Spitze lieferte nach dem Rennen Fernando Alonso bei der BBC ab. Er meinte, dass der Ferrari in drei Rennen, mit drei unterschiedlichen Wetterverhältnissen und mit drei Mapping-Einstellungen in der Lage war, um den Sieg zu fahren. Das mache deutlich, dass man konstant vorne mitfahren kann. Allerdings: Man braucht auch McLaren, die den Red Bulls die Punkte wegnehmen müssen, will man in der WM noch was reißen. McLaren wird das umgekehrt genauso sehen. Und so lange sich beide Teams die Punkte nehmen, kann Vettel beruhigt sein. Immerhin hat er in der WM noch 77 Punkte Vorsprung.

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Germany F1_Nuerburgring_2011_1 F1_Nuerburgring_2011_2 F1_Nuerburgring_2011_3 F1_Nuerburgring_2011_4 F1_Nuerburgring_2011_5 Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race Day, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. F1_Nuerburgring_2011_10 F1_Nuerburgring_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Germany Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Germany German F1 Grand Prix - Race German F1 Grand Prix - Race German F1 Grand Prix - Race German F1 Grand Prix - Practice German F1 Grand Prix - Race F1_Nuerburgring_2011_20 F1_Nuerburgring_2011_21 F1_Nuerburgring_2011_22 F1_Nuerburgring_2011_23 F1_Nuerburgring_2011_24 F1_Nuerburgring_2011_25 F1_Nuerburgring_2011_26 F1_Nuerburgring_2011_27 F1_Nuerburgring_2011_28

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June 23 2011

15:35

Formel Eins: Vorschau Valencia 2011

Die Formel Eins macht zum zweiten Mal Halt in Spanien, dieses Mal in Valencia. Das Rennen dürfte dank der Pirelli auch etwas besser als sonst werden. Außerdem hat sich in den letzten Tag viel hinter den Kulissen getan.

Die FIA hatte es angedroht, nun hat sie es auch umgesetzt. Das “Engine Mapping” in der ECU ist verboten. Was genau hatten die Team gemacht? Die Standardelektronik (ECU) bietet allen Hersteller einen gewissen Spielraum für ihre Programmierung. Das muss ja auch so sein, da die Motoren unterschiedliche “Mapping” fahren. Das sind die Programme, mit denen man zum Beispiel den Verbrauch oder den Zündzeitpunkt verändern kann. Innerhalb dieses Mappings kann man auch mit dem elektronischen Gaspedal spielen. Renault und Red Bull waren die ersten, die die bei hohen Drehzahlen mit einigem Wumms ausgestoßenen Abgase nutzten, um den Diffusor auch dann anzublasen, wenn der Fahrer in einer Kurve vom Gas gehen muss. Der Fahrer bremst vielleicht, die Motordrehzahl bleibt aber oben und so bekommt man mehr Abtrieb. Und genau das ist schon ab Valencia verboten.

Im nächsten Schritt werden dann ab dem Rennen in Silverstone die sogenannten “heiß” angeblasenen Diffusor verboten. Die Abgase dürfen also nicht mehr durch den Diffusor oder den Unterboden in Richtung Diffusor geleitet werden, was vor allem Red Bull und Renault treffen sollte. Aber auch Ferrari, McLaren, Mercedes, Sauber und Williams hatten in den letzten Monaten das System adaptiert. Für alle Teams bedeutet dies, dass sie ihre Abgasführung und ihre Unterböden zumindest ab England komplett neu gestalten müssen. Ein ziemlicher Aufwand und vor allem hinterlässt es einige Fragen, was die Performance der Teams ab dem britischen GP angeht.

In Valencia sollte die alte Hackordung noch gelten, zumal der Kurs wenig schnelle Kurve bietet, die einen angeblasenen Diffusor bevorteilen. Dennoch hilft das Verbot des Mapping vor allem den kleinen Teams, darunter Williams, denn Cosworth hat das bisher nicht im Angebot gehabt.

Weiter vorne wird Red Bull weiter dominieren, aber McLaren ist nicht mehr weit weg. Das Rennen in Kanada und vor allem die Quali, verzerrte wegen des Wetters den Stand der Dinge ein wenig, von daher ist es schwer zu sagen, wie nahe McLaren wirklich dran ist. Da wird man abwarten müssen. McLaren machte jedenfalls einen starken Eindruck, das gilt auch für die letzten Rennen in Valencia.

Bei Ferrari bin ich mir weiterhin nicht sicher, wo die eigentlich genau stehen. In Kanada hat man mit Pech ein besseres Ergebnis verpasst, aber auch hier gilt, dass das Wetter einiges verzerrt hat. In Valencia könnte den Italienern entgegen kommen, dass es sehr heiss werden soll, am Renntag bis zu und gar mehr als 30 Grad. Dem Ferrari scheinen höhere Temperaturen zu besser zu liegen, dazu kommt, dass Pirelli am Wochenende die Mischungen Medium/Soft anrollt. Medium klingt spannend und eigentlich gut für Ferrari, aber beim “neuen” Reifen handelt es sich um die alte “hart” Komponente von Pirelli. Und die lag dem F150 nun mal überhauüt nicht.

Von Mercedes erwarte ich eigentlich nicht sonderlich viel. Bisher zeigte man eine durchwachsene Leistung und man kann froh sein, wenn man mit Ferrari mithalten kann. Großer Gegener in der WM ist aber nicht Ferrari, Red Bull oder McLaren, sondern Renault, die punktemäßig mit den Stuttgartern auf Augenhöhe liegen. Das ist dann schon etwas ernüchternd, liegt das Budget von Renault doch wohl deutlich unter dem von Mercedes. Die Augen werden sich vermutlich in Valencia wieder auf Michael Schumacher richten. Dessen Rennen in Montreal zeigte mal wieder einen Schumacher in guter Form, aber ob das ein “one off” war, oder Schumacher auch ohne Regen seine alte Form gefunden hat, wird sich noch erweisen müssen.

Bei Renault hängt der Haussegen immer noch schief. Es gibt erstaunlich viele Umbesetzungen in der Führungsspitze und Nick Heidfeld steht deutlich in der Kritik. In Kanada zeigte er erst ein gutes Rennen, dass er dann aber durch den Felher hinter Kobayasgi wegwarf. Da hätte ein Podium drin sein können. Gleichzeitig verstärken sich die Gerüchte, dass das Team mit dem Geld etwas knapp ist. Angeblich wartet Motorenlieferant Renault auf eine zweistellige Summe und bei der Group Lotus weiß man nicht so recht, was man machen soll. Die Woche tauchten schon Gerüchte auf, dass Bruno Senna mit seinem Sponsorgeldern Nick Heidfeld ersetzen könnte, die aber vermutlich doch etwas aus der Luft gegriffen sind.

Immerhin scheint es so, dass Renault sich nun auch etwas vom Mittelfeld abgesetzt hat. Sauber machte in den letzten Rennen nicht den Eindruck, als könne man bei der Entwicklungsgeschwindigkeit der “Großen” mithalten. Die Schweizer sind aber immer noch schneller als Force India, deren jungen Designerteam sich aber offenbar so langsam findet. Der Wagen ist besser geworden, die Ergebnisse sind allerdings noch nicht da. Vor allem nicht bei Adrian Sutil, der in diesem Jahr sogar ein wenig im Schatten von Newcomer Paul di Resta steht. Hinzu kommt, dass es jetzt wohl doch einen Anzeige gegen Sutil wegen der Prügelei in Shanghai geben wird. Vijay Mallya hat sich bisher nicht klar dazu geäußert, was er im Falle eine Anklageerhebung machen möchte. Sutil weiterfahren lassen? Oder doch lieber Hülkenberg mal ranlassen und Sutil so lange parken, wie er rechtliche Probleme hat?

Weiter hinten gibt es wenig Neuigkeiten, von daher lassen ich die mal weg. Deutlich interessanter ist dagegen, was sich hinter den Kulissen tut. Denn offenbar rebellieren die Teams gegen die von Max Mosley und Jean Todt angestrebte Lösung, einen Vierzylinder-Turbo ab 2013 in der F1 einzusetzen. Das Datum hat man schon mal auf 2014 verschoben und offenbar haben die Teams zusammen mit der Technischen Arbeitsgruppe der FIA beschlossen, dass man lieber auf einen V6-Turbo mit 1.6 Liter Hubraum setzen möchte. Das ist auch eine “Lex Ferrari” die mit dem Vier-Zylinder einfach nicht glücklich werden, weil der sich nicht verkaufen lässt. Man darf davon ausgehen, das die V6-Lösung kommen wird.

DRS gibt es auch wieder in Valencia und zwar wieder in zwei Zonen mit einem Messpunkt. Der Messpunkt ist vor T8. Die erste DRS-Zone reicht von Mitte T11 bis zum ersten Anbremspunkt, dann wieder nach T14 bis zum nächsten Anbremspunkt.

Zum Schluss noch ein sehr kurze Einschätzung von Cara Tredget, Shell Technology Manager bei Ferrari, zum Thema Sprit in Valencia. Eine längere Audio-Einschätzung folgt vielleicht noch, da warte ich auf die Freigabe.


Cara Tredget looks ahead to the European GP</a> <i>von aa<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">racingblog_tv

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June 09 2011

14:24

Formel Eins: Vorschau GP Kanada 2011

Die Rennen in Kanada gehörten in den letzten Jahren schon immer zu den Besten im Kalender. Mit zwei DRS-Zonen und den Pirelli Reifen wird das in diesem Jahr nicht anders sein.

Neben dem kleinen Rennen in Le Mans, gibt es auch noch ein Formel Eins Rennen in Kanada. Die Strecke in Montreal ist bekannt. Sie besteht mehr oder weniger aus langen Geraden und einigen Schikanen, die allerdings sehr eng sind. Dazu kommt, dass bei der Planung der Strecke das Wort “Auslaufzone” irgendwie vergessen hat. Die Wagen erreichen zwar mehrfach die 300 km/h Grenze, müssen dabei aber zwischen zwei Mauern durchpfeilen. Dass das schon mal schlecht ausgehen kann, hat man 2007 gesehen, als Robert Kubica seinen BMW an einer, mittlerweile entfernten, Mauer in seine Kohlefaserbestandteile zerlegt. Mit einer überholfreudigeren Formel Eins in diesem Jahr, wird die Sache nicht leichter. Dazu kommt, dass es an der Spitze in diesem Jahr wieder eng werden könnte.

Natürlich gelten die Red Bull und Sebastian Vettel als Favoriten in Kanada und wer soll sie schlagen? Mark Webber ist es vermutlich nicht. Zwar geht es etwas aufwärts mit seinen Leistungen, aber er kommt noch immer nicht so wirklich mit den Pirelli Reifen klar. Die Konkurrenz wird wohl eher aus dem Lager McLaren kommen, wo man sich in Kanada sehr viel ausrechnet. Der Wagen ist schnell und so lange keine schnellen Kurven im Weg sind, kann man den Vorteil der Mercedes-Motoren besser ausspielen.

Denn der Red Bull RB7 generiert so viel Abtrieb, dass er eine schlechte Höchstgeschwindigkeit, was sich in Kanada selten wirklich gut ist. Aber gleichzeitig bietet der Abtrieb selbst in den engen Schikanen durchaus einen Vorteil. Zum einen kann man einen Tick später bremsen, zum anderen kommt man aus der Kurve einfach besser raus und hat so beim rausbeschleunigen genau den kleinen Vorteil, der reicht, um selbst mit einem Geschwindigkeitsnachteil auf der Geraden vorne zu bleiben.

McLaren sieht hier einen Vorteil, vor allem im Rennen. Ihr Wagen ist etwas schneller auf der Geraden, dazu kommen die beiden DRS Zonen, mit denen die FIA in Kanada experimentiert. [Wo die sein werden trage ich nach]. Man vermutet, dass man damit in der Lage sein sollte, Red Bull besser unter Druck zu setzen. Ich bin da noch etwas skeptisch. Red Bull war in Australien schnell, sie werden es auch in Kanada sein.

Ferrari hat Kanada schon abgeschrieben. Der Wagen passt hinten und vorne nicht, man bemüht sich gerade dem F150 etwas mehr Abtrieb beizubringen. Das bedeutet zwar, dass man in Sachen Topspeed vorne mit dabei sein wird, aber die reicht halt nicht aus, um Rennen zu gewinnen. Bei den Italienern ist die Stimmung etwas gedrückt und nach der Ablösung von Aldo Costa steht man zu dem vor größeren Umstrukturierungen. Offiziell hat man den WM-Titel nicht abgeschrieben, dafür ist die Saison auch noch zu lang, aber die Chancen sind doch sehr schmal geworden und man kann nur hoffen, dass man den Wagen so gut hinbekommt, dass man wieder um Siege fahren kann. Immerhin schleppt man etliche Updates mit über den Atlantik, mal sehen, was sie wieder bringen.

Davon weit entfernt scheint Mercedes, deren Form in diesem Jahr sehr wechselhaft war. In Spanien lief es eigentlich nicht schlecht, da hatte man auch wenig Pech, dass es für ein besseres Resultat nicht reichte. Aber der Abstand in der Qualifikation liegt weiterhin bei rund einer Sekunde und wird sich in den letzten zwei Wochen auch nicht reduziert haben. Der Anspruch von Mercedes muss der sein, dass man zumindest mit den Ferrari auf Augenhöhe liegt, was in Kanada durchaus der Fall sein könnte. Interessant wird auch sein, ob Schumacher seine in den letzten zwei Rennen ansteigende Form in Kanada wird bestätigen können.

Die Wundertüte des Jahres kommt aus dem Hause Renault. Mal geht der Wagen wie die Hölle, mal versinkt er im tiefen Mittelfeld. Eric Boullier ließ in einen Interview nach dem Rennen in Monaco durchblicken, dass er vor allem mit den Quali-Leistungen von Nick Heidfeld alles andere als zufrieden ist. Wenn ein Teamchef in der Presse sagt, dass sich ein Fahrer steigern muss, kann man sich vorstellen, wie Stimmung im Team ist. Die Rennpace von Heidfeld stimmt immer noch, aber seine Quali-Schwäche ist weiter vorhanden. Petrov fährt ihm zwar nicht um die Ohren, aber allein, dass man zeitgleich ist, passt Renault nicht, die durch Kubica gewohnt sind, dass der Nummer Eins Fahrer immer ein paar Zehntel schneller ist (und sein sollte). Derweil gibt es auch mal wieder Gerüchte, dass Renault in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Da Group Lotus den Gerichtsstreit mit Team Lotus verloren hat und den Namen “Lotus” nur als Sponsor, nicht aber für das Chassis verwenden darf, ist die gesamte Idee eines “Lotus Team”, dass Proton und Lotus-Autos verkaufen soll, hinfällig. Gleichzeitig gibt es unbestätigte Gerüchte, dass das Team Renault F1 (den Motorenhersteller) jede Menge Geld schuldet. Die Situation scheint also nicht gerade schön.

Zumal von hinten weitere Team drängen. Vor allem Sauber, deren Wagen bisher auf den schnellen Geraden immer ganz vorne war, sieht nach einem Team aus, dass nun regelmäßig in die Top 10 fahren kann. Sergio Perez ist nach seinem heftigen Abflug in Monaco wieder auf den Beinen, Kobayashi sollte die Strecke in Kanada auch besser liegen. Von den Schweizern kann also einiges erwarten und ich wäre nicht überrascht, sie am Ende sehr weit vorne zu finden.

Einen Aufwärtstrend gibt es auch von Toro Rosso zu vermelden, die besser wieder etwas aussehen. Beim Nachwuchsteam von Red Bull hat man neben dem eher schwachen Saisonstart vor allem mit dem Problem zu kämpfen, dass man gerne Daniel Riccardo ins Team heben würde. Dafür müsste man entweder Alguersuari oder Buemi aussetzen lassen, was nicht leicht ist, denn beide liefern keine schlechte Rennen ab. Dem Spanier fehlen allerdings bisher WM-Punkte, was sich als Argument für Red Bull herausstellen könnte. Ein Zeichen, dass Ricciardo demnächst in einem Rennen zu sehen könnte, ist die Ankündigung von Toro Rosso, dass man den Australier für Buemi im ersten freien Training einsetzen wird.

Den Rest des Feldes lasse ich mal weg, da wird man eh nicht viel Überraschungen erleben.

Deutlich interessanter als das Hinterfeld ist die Situation um den Bahrain GP. Vor einer Woche beschloss die FIA, dass das Rennen stattfinden soll, sogar ein Termin wurde genannt. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los, Fahrer wie Mark Webber machten deutlich, dass sie von der Entscheidung nichts halten würden. Dann feuerte Max Mosley aus dem Hinterhalt, als er meinte, dass die FIA ohne die Team gar nichts beschliessen könne. Dienstag räusperte sich die FOTA und meinte, man wolle zwar grundsätzlich fahren, aber nicht am 30.10., also bekleckerte man sich auch nicht gerade mit Ruhm. Mittwoch meinte Bernie Ecclestone zu jedem, der ihn darauf ansprach, dass der GP in Bahrain sowieso nicht stattfinden würde. Die Kehrtwendung geht wohl darauf zurück, dass etliche Sponsoren wohl meinten, dass sie auf gar keinen Fall in Bahrain an der Strecke oder auf einem Wagen zu sein wollen. Darunter gehörte wohl auch CNN, die auf dem Lotus werben und vermutlich nicht glücklich sind, wenn ihr Logo in Bahrain in einem F1 Rennen zu sehen ist, während draussen Anderson Cooper mal wieder Verletzte versorgt.

Die FIA hat sich gerade bis auf die Knochen blamiert. Der geleakte Report von einem Besuch in Bahrain, ist ein Witz. Wenn man ihn liest merkt man schon, dass man sich von den Behörden hat einwickeln lassen. Statt eine unabhängige Menschenrechts-Gruppe wie “Reporter ohne Grenzen” mit auf die Reise zu nehmen, schickt man den Vizepräsidenten der FIA, dem ich nichts Böses unterstellen möchte, aber der vermutlich nicht wirklich die geeignete Person für so einen Auftrag ist. Die FIA sollte schleunigst versuchen, sich aus dem PR-Desaster zu winden. Ein klares Wort von Jean Todt wär da die richtige Reaktion. Der ist in Le Mans, verweigert aber wohl sämtliche Fragen zu dem Thema zu beantworten.

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June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

May 25 2011

09:26

Formel Eins: Der James Allen Strategiereport – Spanien

Der diesjährige GP von Spanien wurde allgemein als einer der Besten betrachtet, was viel mit der Strategie zu tun hatte, was dazu führte, dass zu einen intensiven Kampf um die Führung im letzten Renndrittel kam.

Man konnte sehen, wie Polesitter Mark Webber auf P4 zurück fiel, Fernando Alonso, der Führende aus der ersten Runde, kam mit einer Runde Rückstand auf P5 ins Ziel und Jenson Button rettete dank einer mutigen Strategie einen Podiumsplatz. Auf dem Papier sah es so aus, als würde die Drei-Stopp-Strategie mit neuen Reifen rund 4 Sekunden schneller sein, als ein Rennen mit 4 Stopps. Aber die wenigsten Fahrer hatten den Luxus über mehrere neue Reifensätze zu verfügen, die meisten hatten höchstens einen Satz neuer Reifen. Mit alten Reifen schien die Vier-Stopp-Strategie rund 10 Sekunden schneller zu sein. Also konnte man nicht viel tun, was dazu führte, dass man viele Fahrer unterschiedliche Dinge ausprobieren sah, die am Ende aber wenig brachten, sieht man mal von Button ab.

Die meisten Fahrer und Ingenieure stimmten überein, dass der harte Reifen deutlich langsamer als die weiche Mischung war. Im freien Training betrug der Abstand zwischen beiden Mischungen rund 2 Sekunden, nachdem der Track das Gummi angenommen hatte, reduzierte sich der Abstand auf eine Sekunde. Also würden die Stints auf den harten Reifen Nachteile bringen. Die Fahrer wollten so lange wie möglich wie den weichen Reifen unterwegs sein.

Aber die Abnutzung der weichen Reifen war so groß, dass einige Fahrer, wie Alonso und Webber schon bei Halbzeit drei Stopps hinter sich hatten, was bedeutete, dass sie die zweite Hälfte des Rennens auf harten Reifen verbringen mussten.

Die Wichtigkeit neuer Reifen
Mal wieder konnte man deutlich sehen, wie groß der Unterschied durch die neuen Reifen war. Man konnte eine Posititionsveränderungen dank des “Undercuts” Manövers, wenn ein Verfolger eine Runde vor dem Führenden stoppt um ihn zu überholen.

Sebastian Vettel nutze den Undercut um an Fernando Alonso vorbei zu kommen. Vettel stoppte früh in Runde 18 und seine Out-Lap war deutlich schneller als die Runde von Alonso, und als der eine Runde später stoppte, ging Vettel in Führung. Es war war wichtig für Vettel an Alonso vorbei zu kommen, denn von hinten nahte Lewis Hamilton als Herausforderer, denn er war auf etwas längeren Stints unterwegs und seine Reifen waren vier Runden frischer als jene von Vettel.

Weil Vettel so früh in Runde 18 gestoppt hatte und weil er an Alonso vorbei ging, konnte er auch nach dem dritten Stopp in Runde 34/35 vor Hamilton bleiben, als die Fahrer auf die harten Reifen wechselten. Man konnte schon oft beobachten, dass Red Bull dazu tendiert eher früher zu stoppen, bevor Reifen an Performance verlieren und dies ist auch die Basis ihrer Strategie. Dagegen ist McLaren dazu bereicht, etwas längere Stints zu fahren, was sie wiederum sehr nah an Red Bull bringt. Weil sie in Spanien ein paar Runden länger draussen blieben, konnten die Fahrer in der “clean air” bleiben. Dagegen verhaute Red Bull das Rennen von Mark Webber, weil sie im Verkehr raus schickten, nach dem er in Runde 10 das erste Mal gestoppt hatte.

Eine deutliches Beispiel, wie viel die neuen Reifen bringen, war Nick Heidfeld, der das Rennen wegen seines angekokelten Wagens am Samstag nur als letzter starten konnte und am Ende, dank der vielen neuen weichen Reifensätze, fast noch beide Mercedes in P7 und P6 geschnappt hätte. Renault setzte auf die Strategie, die Mark Webber in China und Kamui Kobayashi in der Türkei angewandt hatten. Das wird allerdings in Monaco nicht so gut funktionieren, weil der Verkehr zu stark ist.

Hätte Hamilton mittels Strategie Vettel schlagen können?

Einige Analysten sind der Meinung, dass Hamilton Vettel beim dritten Stopp hätte schlagen können, wenn er auf seinen weichen Reifen ein, zwei Runden länger draussen geblieben wäre. Die Zeitenanalyse zeigt aber, dass Vettel auf seiner In/Out Lap zwei Sekunden schneller als Hamilton war. Die Stopp-Zeiten waren fast identisch, aber den Unterschied machte die Vettels erste fliegende Runde auf den harten Reifen die 1.28.563 schnell war. Hamilton kam mit seinen abgenagten weichen Reifen nur auf eine 1.30min, also konnte Vettel bei dem Tempo gar nicht überholen.

Aber im Vergleich zwischen McLaren und Ferrari wusste man bei den Briten, dass Hamiltons Rundenzeiten selbst dann besser waren, wenn er auf gebrauchten Reifen unterwegs war. Also schonte man die Reifen und konzentrierte sich auf das Ende des zweiten Stints. Die gebrauchten weichen Reifen bei Hamilton waren in den Runden 19 bis 21 schneller, als die von Alonso.

Die weichen Reifen von Hamilton bauten mit ca. 0.1625 sek/Runde im ersten Stint ab. Aber McLaren war in der Rennabstimmung und auf den weichen Reifen rund 0.5 Sekunden schneller als Alonso. also lohnte sich auch der längere Stint.

Wie Webbers Strategie daneben ging
Mark Webber startete von der Pole Position und hatte eine Chance auf den Sieg, der seine Saison endlich in Schwung bringen sollte. Aber am Ende wurde er nur vierter. Wie konnte das passieren?

Webbers Strategie ging nach hinten los, als er beim Start von Alonso und Vettel kassiert wurde. Webbers Starts sind dieses Jahr ein Problem. In 5 Rennen hat er 10 Plätze verloren, also im Schnitt 2 pro Rennen.

Der Platzverlust gegenüber Vettel verschärfte sein Problem, weil Vettel dadurch als erster in Runde 9 an die Box kommen konnte, während Webber eine Runde warten musste. Als er wieder auf die Strecke kam, steckte er hinter Petrow und Button, was Hamilton erlaubte an ihm vorbei zu gehen, als der eine Runde später an die Box kam.

Nach dem zweiten Stopp ind Runde 19 stand er vor dem Problem, dass er nicht an Alonso vorbei kam. Zu dem Zeitpunkt lag er zunächst 4 Sekunden, daraus wurden dann aber 11 Sekuden in den nächsten 10 Runden. Er kam dann in Runde 29sehr früh an die Box und er hatte den taktischen Vorteil hinter Alonso zu stecken, also konnte er Ferrari überraschen, in dem plötzlich zu Box abbiegen würde.

Aber diese Überraschung klappte nicht, da Ferrari sie kommen sah und Alonso zeitgleich rein holte. Dr. Helmut Marko bezichtige Ferrari daraufhin, dass diese den Boxenfunk von Red Bull abhören würde, was die einzige Möglichkeit gewesen sei, hinter die Taktik zu kommen, aber Ferrari hat das bestritten.

Es war die richtige Idee vor Alonso rein zu kommen. Aber gleichzeitig gab man eine Menge auf, weil Webber mit seinem einzigen, komplett neuen Reifensatz unterwegs war und damit nur 10 Runden drehte. Man hätte locker noch 5 oder 6 Runden fahren können (so wie es in dem Stint auch Vettel gemacht hat). Es führte am Ende dazu, dass Webber sein Podium an Button verlor.

Aus der Sicht von Ferrari hatte man die Weichen sehr schnell verbraucht, um die Strategie der anderen nach zu ahmen. Als Result davon hatte Alonso 37 Runden vor dem Ende keine weichen Reifen mehr. Zum Vergleich: Hamilton konnte sechs Runden länger mit seinen Reifen fahren, Button nahm die harte Mischung, als noch 18 Runden zu fahren waren.

Jenson Button – Von P10 aufs Podium mit drei Stopps

Jenson Button hatten einen miserablen Start. Von P5 los gefahren beendete er die erste Runde auf P10 um sich dann Buemi zu schnappen. McLaren entschied sich für eine Drei-Stopp-Strategie und Button schaffte es mit seinem gebrauchten weichen Reifen bis zu Runde 14 zu kommen. Das war dass ideale Fenster für seine Strategie, auch wenn ihn seine 4 Extra-Runden rund 8 Sekunden kosteten. Aber genau dies war die Basis für die erfolgreiche Strategie, mit Reifen, die immer neuer waren, als die seiner Konkurrenten, seinen Vorteil zu wahren. Er kam beim seinem zweiten Stopp sieben Runden später rein als seine Rivalen und sogar 13 Runden später bei seinem dritten Stopp.

Der späte erste Stopp brachte ihn auf P6, vor Massa, Rosberg und Schumacher, der wiederum Zeit hinter Petrov verloren hatte. Er schaffte 16 Runden auf seinen weichen Reifen, also duetlich mehr als die 10, die Webber zur Verfügung hatte.

Weil er seine Stints so verlängern konnte, ohne viel Zeit zu verlieren, konnte er zur gleichen Zeit wie Webber auf die harten Reifen wechseln, ohne von ihm angegriffen zu werden. Außerdem war McLaren mit den harten Reifen schneller und so konnte er seinen dritten Platz absichern.

March 27 2011

21:00

Formel Eins: Analyse GP Australien 2011

Sebastian Vettel startet in die neue Saison, wie er die alte beendet hat: Mit einem Sieg. Seine Dominanz in Australien war überragend, aber das galt nur seinen Red Bull. Beide Sauber wurden nach dem Rennen disqualifiziert.

Das erste Rennen einer neuen Saison ist immer etwas Besonderes, auch wenn es nicht gerade zu den besten Läufen gehört. So war es auch in Australien, denn an der Spitze gab es nicht mal am Start die Frage, wer auf den ersten Platz liegt. Sebastian Vettel kam direkt gut weg und während sich hinter ihm der Verkehr staute. Im Grunde kam Vettel nur einmal kurz unter Druck, als Hamilton hinter ihm nach 10 Runden leicht aufholte, und die Lücke auf 2.5 Sekunden schließen konnte. Doch nach den ersten Stopps hatte Vettel schnell seinen 10 Sekunden Vorsprung, den er bis zum Schluss verwaltete. Das bemerkenswerte an Vettels Start war aber der Umstand, dass Red Bull KERS schon am Freitag ausgebaute hatte, weil das System Probleme machte. Vettel hatte seine Pole und sein Rennen also ohne KERS gewonnen, was ja immerhin bis zu 3 Zehntel pro Runde bringen kann. Für Red Bull lief es aber nicht nur gut, denn Mark Webber kämpfte mit einem Wagen, der bei weiten nicht so gut ging. Richtig Ärger gab es für Sauber nach dem Rennen.

Bei der technischen Kontrolle stellten die Kommissare fest, dass etwas mit beiden Heckflügeln nicht stimmte. Das obere flache Segment muss eine möglichst flache und gerade Fläche haben, die nicht mehr als 100mm abweichen darf. Grund dafür ist, dass man jegliche Version eines F-Schacht verbieten möchte. Ist der Flügel nach innen gebogen, kann man diesen Effekt vor hervorrufen. Gemessen wird die Abmessung mit einem Ball-ähnlichen Gerät. Offenbar war die Abweichung außerhalb der Toleranz, wie groß wurde allerdings nicht gesagt. Sauber schleppte noch drei weitere Heckflügel Versionen zur Abnahme, die dann alle in Ordnung waren. Das half aber nichts, der siebte Platz von Perez wurde ebenso aberkannt, wie der achte von Kobayashi. Das ist bedauerlich, denn Sauber zeigte ein erstaunlich gutes Rennen. Der C30 lief richtig gut, dazu ging er offenbar sehr sanft mit den Reifen um. Während die Konkurrenz meist dreimal an die Box kam, stoppte Perez nur einmal. Kobayashi war auf einer Zwei-Stopp-Strategie, die ihm hinter Perez warf.

Interessant ist dabei ein Blick auf die Rundenzeiten (pdf). Perez kam in Runde 23 rein und nahm dann die harte Mischung. Seine Rundenzeiten pendelten zunächst um die 1.31, mit leerer werdenden Tank fielen die Zeiten auf 1.30. Schaut man sich dagegen die Zeiten von Alonso, der dreimal stoppte, sehen die Zeiten von Sauber noch besser aus. Alonso stoppte das zweite Mal in Runde 27 und fuhr dann bis in Runde 42. In der Zeit Schaffte er tiefe 1.30er Zeiten. Nach dem dritten Stopp fielen die Zeiten auf Mitte 1.29 min. Das sind zwar Zeiten die teilweise bis zu einer Sekunde schneller waren, als die von Perez, aber durch den Stopp verliert man rund 20 Sekunden, also war Perez am Ende nicht viel langsamer. Das ist ein erstaunliches Ergebnis, und selbst wenn Sauber die beiden Plätze aus Australien verlieren sollte, mit denen muss in den ersten Wochen der Saison rechnen. Sauber hat noch nicht endgültig entschieden, ob man gegen die Disqualifikation Protest einlegen wird.

Die zweite positive Überraschung kam von McLaren. Die Briten hatten den MP4-26 in den letzten Wochen noch umgebaut und einen neuen Unterboden plus eine neue, nicht so komplizierte Auspuffanlage eingebaut. Das hat sich ausgezahlt, denn McLaren war wenigstens ansatzweise in der Lage, vorne mitzumischen. Die Ferrari hatte man locker im Griff, was man vor allem sah, als Button gegen Massa kämpfte. Die gute Leistung von McLaren ist zumindest ein Hoffnungsschimmer für die kommenden Rennen.

Ferrari kämpfte, aber der Wagen war einfach zu langsam. Sowohl Massa als auch Alonso prügelten den F150 um den Kurs, aber es half nichts. Man kam nicht richtig nach vorne, nur am Ende gelang es Alonso fast noch Petrov zu schnappen, der mit zwei Stopps unterwegs war und das letzte in Runde 36 stoppte. Seine Reifen waren also etwas älter, als die von Alonso und der Ferrari konnte aufschließen. Allerdings kontrollierte Petrov den Abstand einigermaßen und stoppte so den Vorwärtsdrang des Spaniers, der sich am Ende mit Platz vier begnügen musste. Massa wurde nur siebter. Ferrari zeigte sich angesichts des dann doch großen Rückstand überrascht und einigermaßen ratlos. Man geht aber davon aus, dass die Sache in Malaysia anders aussehen wird, da dem F150 die schnellen Kurven in Australien gefehlt haben.

Das Alonso nicht an Petrov ran kam, unterstreicht den guten Eindruck, den Renault im Winter hinterlassen hat. Der Russe fuhr ein sehr sauberes, unauffälliges aber schnelles Rennen. Er hielt sich auch aus allen Zweikämpfen heraus und fuhr sein eigenes Rennen, das ihm am Ende auf Platz 3 spülte. Das war aber kein Glück, sondern sauber selbst erfahren. Und selten hat man einen Fahrer so glücklich auf dem Podium gesehen. Seinen Pokal hielt er selbst noch eine Stunde nach dem Rennen bei den Interviews in der Hand. Miserabel lief es dagegen bei Nick Heidfeld. In der Quali blieb er auf Platz 18 hängen, katapultierte sich aber mit einem guten Start auf 12. Im Gedränge bekam er allerdings einen Schlag auf die rechte Seite, was seinen Seitenkasten die Motorabdeckung beschädigte. Die empfindliche Aerodynamik quittierte dies mit schlechten Rundenzeiten und Heidfeld blieb weiter unter den Möglichkeiten, die der Renault bietet.

Noch schlechter lief es für Mercedes. Schumacher kam gut weg und lag hinter Rosberg, als er einem Toro Rosso einen Schlag auf das rechte Hinterrad bekam. Der Pirelli gab daraufhin auf, offenbar war auch die Aufhängung beschädigt, so dass er in die Box fuhr. Rosberg kam auch nur bis Runde 25, als ihn ein ziemlich übermotivierter Rubens Barrichello abschoss. Das Manöver sah schon komisch aus und passte so gar nicht zu dem erfahrenen Barrichello, der sich zu dem Zeitpunkt mit Boxenstopp schon auf Platz acht vorgefahren hatte. Nach dem Rennen gab der Brasilianer zu Protokoll, dass er Rosberg gar nicht überholen wollte, dieser einfach zu früh gebremst hätte. Das könnte dann schon die Ausrede des Jahres gewesen sein, denn Barrichello traf Rosberg mitten am Scheitelpunkt. Da Maldonado mit einem nicht näher beschriebenen technischen Problem ausgefallen war, musste Williams ohne Punkte abreisen. Aber die Performance des Williams war zumindest nicht schlecht.

Weiter hinten blieb man eng zusammen. Force India zeigte eine sehr gute Rennpace, vor allem di Resta sah in einem ersten Rennen nicht schlecht aus. Er blieb an Sutil dran und ließ diesen sogar zweimal passieren, weil man unterschiedliche Strategien gewählt hatte. Dank der der Disqualifikation der Sauber rutschte man sogar auf Platz neun und zehn vor, eventuell geht es sogar noch einen Platz nach vorne. Denn nach dem Rennen zeigten Fernsehbilder, das Sebastian Buemi bei seinem Überholmanöver an Sutil mit allen vier Rädern die Strecke verlassen hatte. Das passierte nach Turn 4 auf dem Parkplatz und die FIA-Regeln sind da sehr eindeutig: Wer die mit allen vier Rädern hinter der gelben Linie ist, verschafft sich einen Vorteil. Vettel passierte zwar ähnliches als er Button überholte, aber er rutschte an der gleichen Stelle über die Linie, als er an Button schon vorbei war. Force India hat gegen Buemi Protest eingelegt, zur Stunde gab es da keine Entscheidung.

Am Ende war es also Vettel, der locker und verdient gewinnen konnte, denn er hat am Wochenende bis auf die schnellste Runde alle Tabellen angeführt. Warum es bei Mark Webber nicht lief, bleibt ein Rätsel. Adrian Newey meinte nach dem Rennen, man habe bei Webber eine zu große, einseitige Abnutzung der Reifen festgestellt, was auf eine falsche Abstimmung hinweist. Aber was genau los war, wusste Webber, der komplett frustriert war, auch nicht sagen. Er habe alles gegeben, der Abstand sei einfach nicht normal, er habe nicht mal die Ferrari halten können. Angesichts der totalen Dominanz von Vettel und dem Umstand, dass Webber im Rennen auf Augenhöhe seine Rundenzeiten drehen kann, wird wohl irgendwas am Wagen falsch gewesen sein.

Überrascht hat mich im Rennen, wie oft Red Bull, McLaren und Ferrari stoppen mussten. Gerade von Ferrari hatte ich nach den Tests erwartet, dass sie weniger Probleme mit den Reifen haben, aber das war nicht der Fall. Bei Red Bull sah es auch nicht so gut aus. Vettel klagte schon nach 10 Runden über nachlassende Hinterreifen und er hatte nicht mal KERS an Bord. Vielleicht war der Reifenverschleiß ein Grund, warum Red Bull das System aus dem Wagen verbannt hat. Der hohe Verschleiß der drei Top Teams dürfte vor allem beim nächsten Rennen in Malaysia interessant werden. Doch ist der Asphalt aggressiver und die Temperaturen dürften auch 15 Grad höher sein. Da Pirelli die gleichen Mischungen nach Malaysia bringt, kann man sich vermutlich jetzt schon auf eine Boxenstopporgie freuen. Man wird aber abwarten müssen, ob zum Beispiel Ferrari die Reifen bei hohen Temperaturen besser schont als Red Bull.

Ein paar Worte noch zur Übertragung von sky. Ich habe die Vorberichterstattung nicht komplett gesehen, aber die Nachberichterstattung war eine Katastrophe. Ein wenig Schumacher, ein wenig Rosberg, ein wenig Sutil dazu drei Worte von Hülkenberg und Norbert Haug. Fertig war die Laube. sky beklagt sich, dass man keine neuen Zuschauer mit der Formel Eins anlocken kann aber wenn man die Nachberichterstattung sieht, dann fragt man sich, warum jemand 35 Euro dafür im Monat ausgeben sollte. Kaum Interviews, keine wirkliche Analyse und außer Haug hatte man niemanden exklusiv im Interview. Was vermutlich daran liegt, dass sky nur mit zwei eigenen Kameras nach Australien geflogen ist. Dagegen feuerte die BBC mal wieder aus allen Rohren und hatte die übliche Besetzung am Start, die wie gewohnt gut und selbstsicher unterwegs war. sky wirkte dagegen wie ein Fan, der hinter dem Zaun seine Stars bewundert. Die eigentliche Kommentierung des Rennens durch Schulz/Surer war wie immer sehr gut, da gab es nichts auszusetzen. Aber sky kann sich nicht alleine auf diese beiden Zugpferde verlassen und den Rest vernachlässigen. So gewinnt man keine Kunden.

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Bilder: FerrariF1, SauberF1, Renault, Team Lotus, McLaren, Red Bull/Gepa, STR/Gepa, Virgin, HRT, Williams, Mercedes, Force India

March 23 2011

16:16

Formel Eins: Vorschau 2011 – Die Fahrer

Die Anzahl der Fahrer, die in diesem Jahr Weltmeister werden können, scheint auf den ersten Blick kaum überschaubar. Doch es gibt einige Variablen, die den Kreis der Anwärter doch etwas einschränken.

Für die Fahrer gibt es in diesem Jahr viel Arbeit im Cockpit. Der zu erwartende hohe Reifenverschleiß wird den Fahrer mehr Eingriffe in die Strategie geben, denn der merkt zu erst, wenn die Reifen abbauen. Eine Runde mehr oder weniger draußen wird über den Sieg entscheiden. Dazu kommt, dass der massive Drop off der Reifen jenen Fahrern einen Vorteil verschafft, die sehr reifenschonend unterwegs sind. Ebenfalls neu ist, dass man mit dem Heckflügel spielen kann, dafür aber noch mehr Knöpfe im Cockpit bedienen muss. Das mag nicht jeder Fahrer. All diese Komponenten könnten für Überraschungen in der Saison 2011 sorgen.

Die Reihenfolge habe ich nach meiner Team Rangliste vorgenommen.

1. Sebastian Vettel
Der Weltmeister ist der Gejagte in diesem Jahr und ich bin gespannt, wie Vettel mit den neuen Voraussetzungen umgehen wird. Als Jäger hat man es ja immer etwas leichter, auf der anderen Seiten hat Vettel nicht mehr den Druck den man hat, wenn man seinen Titel noch nicht hat. Fahrerisch dürfte es Vettel nach dem letzten Jahr nicht mehr an Erfahrung fehlen, der etwas reduzierte Druck sollte dafür sorgen, dass ihm keine Fehler mehr unterlaufen wie in Spa oder in der Türkei. Seine Ungeduld wird er aber dennoch nicht abgelegt haben. Vettel könnte der erste Fahrer seit Alonso sein, der seinen Titel verteidigen kann.

2. Mark Webber
Die spannende Frage wird sein: Hat Webber den Verlust der WM im letzten Jahr verkraftet? Immerhin stand er bis zum GP in Korea vorne und hatte alle Chancen auf den Titel, den er dann mit seinem Fahrfehler verlor. Auch in der internen Hackordnung bei Red Bull dürfte Webber eingebüßt haben. Ob sein Selbstbewusstsein das wirklich alles unbeschadet überstanden hat? Ich kann es mir kaum vorstellen. Er könnte in diesem Jahr jedoch den Vorteil haben, dass er unter Umständen etwas reifenschonender unterwegs ist, als der aggressivere Vettel. Ich denke, dass Webber wie im letzten lange um den Titel fahren wird, aber irgendwie habe ich den Glauben verloren, dass seinen Titel noch holen kann.

3. Fernando Alonso
Keine Saison, ohne das man Alonso nicht zu den WM-Favoriten zählen darf. Wie man im letzten Jahr gesehen hat, kann der Spanier selbst dann im Rennen bleiben, wenn sein Wagen nicht gerade gut geht. Die desaströse Fehlentscheidung von Abu Dhabi wird er verdaut habe, seine Lust, dieses Jahr Weltmeister zu werden, dürfte durch die knappe Niederlage nur gestiegen sein. Alonso ist von allen WM-Anwärtern wohl der kompletteste Fahrer. Er ist schnell, intelligent, hat Erfahrung und kann blitzschnell Entscheidungen treffen. Er dürfte mittlerweile das Ferrari-Team hinter sich haben, die ihm den Wagen so bauen, wie er das haben will. Für mich ist der Spanier, neben Vettel, der heißeste Anwärter auf den Titel.

4. Felippe Massa
Es ist ja oft geschrieben worden, dass Massa nach seinem Unfall einfach nicht mehr derselbe ist. In der Tat war seine letzte Saison ja teilweise von einigen Tiefpunkten geprägt, und ich sehe auch nicht, dass er 2011 besser da stehen wird. In Sachen Fahrintelligenz habe ich einfach den Eindruck, dass er Alonso nicht das Wasser reichen kann. Ihm fehlt manchmal die Übersicht und die in diesem Jahr wird der Druck auf die Fahrer noch größer. Massa dürfte sich schnell wieder in der Rolle der Nummer “1b” wieder finden, der dafür sorgen soll, dass er den Gegner von Alonso die Punkte weg nimmt. Überraschungen sind bei Massa nicht ausgeschlossen, aber um WM-Titel sehe ich ihn nicht fahren. Könnte auch sein letztes Jahr bei Ferrari sein.

5. Nick Heidfeld
Die Umstände sind traurig, aber eine größere Chance hat ein Formel Eins Fahrer in den letzten Jahren wohl kaum bekommen. Der neue Renault ist wohl ein Wagen, der auf jeden Fall für eine Top 5 Platzierung gut ist, vielleicht sogar ein Podium. Siege werden schwer, da wird der Zufall mithelfen müssen. Oder Heidfeld, dessen größter Pluspunkt in diesem Jahr seine sehr konstante und reifenschonende Fahrweise ist. Was ihm bei Sauber den Platz gekostet hat, nämlich die harten Bridgestone Reifen nicht auf Temperatur zu bekommen, könnte dieses Jahr sein Vorteil sein. Seine Achillesferse ist und bleibt aber die schnelle Runde in der Qualifikation. Auch bei seinem Kurzeinsatz im Sauber letztes Jahr, wurde er von Kobayashi regelmäßig in der Quali gebügelt. Doch ein gutes Quali-Ergebnis ist halt extrem wichtig, denn wenn man im Mittelfeld steckt, belastet man seine Reifen mehr. Aber es wäre doch schön, wenn dem Deutschen endlich mal sein erster Sieg gelingt.

6. Vitaly Petrov
Es ist gut, dass Renault dem Russen eine weitere Saison gönnt. Er hat im letzten Jahr hin und wieder durchaus gezeigt, dass er an guten Tagen ein souveräner Punktelieferant ist, aber seine Formschwankungen waren halt leider auch immens. Großen Druck hat er 2011 aber nicht, auch wenn Bruno Senna im Team ist. Doch wer glaubt schon, dass Senna schneller als Petrov ist? Renault wird vom Russen verlangen, dass er regelmäßig in die Punkte kommt, damit man den dritten Platz in der Team-WM sichern kann. Mehr wird aber nicht drin sein.

7. Michael Schumacher
Es gibt in diesem Jahr kaum einen anderen Fahrer, auf dessen Leistung ich mehr gespannt bin. Hat Schumacher noch das Zeug, gegen Vettel & Co antreten zu können. Natürlich hängt viel von seinem Einsatzwagen ab, aber immerhin hat er ein Jahr lang mit Ross Brawn arbeiten können und es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass er den W02 auch nach seinen Wünschen hat bauen lassen. Die Tests zeigten schon, dass er mit dem neuen Wagen besser klar kommt, seine Zeiten waren auf Anhieb schneller, als die von Rosberg, der sich zunächst schwer tat. Der WM-Titel wird nicht drin sein, aber Schumacher wird von sich mindestens ein Podium erwarten. Siege werden schwer, aber ausgeschlossen sind die nicht, wenn alles gut läuft. Je besser die Saison läuft, desto mehr Motivation dürfte der Ex-Meister bekommen. Wenn es gar nicht gut läuft, könnte das seine letzte Saison sein.

8. Nico Rosberg
Egal, mit welchem Beobachter man auch spricht, die meisten halten Rosberg für einen der schnellsten Fahrer im Feld. Angesichts dessen, was Rosberg im letzten Jahr mit dem W01 angestellt hat, kann man dem durchaus folgen, auch wenn Rosberg meist eher unauffällig unterwegs war. Die Messlatte dürfte in diesem Jahr wieder Schumacher sein, aber vom Gefühl wird das 2011 nicht ganz so einfach werden. Aber unterschätzten sollte man Rosberg nicht, auch wenn er in der Beliebtheitsskala nicht wirklich weit vorne zu finden ist. Es fällt mir auch ein wenig schwer ihn für 2011 einzuschätzen, aber wenn es richtig gut läuft, dann traue ich ihm Platz 3 in der WM durchaus zu.

9. Lewis Hamilton
Das wird eine zähe Saison für den Weltmeister von 2008. Man braucht kein Prophet zu sein um zu wissen, dass er sich schwer tun wird. Schuld werden die Pirellis sein, die mal so gar nicht zu seinem extrem aggressiven Fahrstil passen. Dazu kommt, dass der McLaren zumindest im Moment noch eine mittelgroße Baustelle ist. Das alles spricht nicht für Hamilton, der zwar ultraschnell ist, aber eben auch sehr ungeduldig fährt. Man darf ihn zwar nie unterschätzen, aber der WM-Titel ist in diesem Jahr weit weg.

10. Jenson Button
Wäre der neue McLaren nicht so unberechenbar, Button wäre mich der Geheimtipp in diesem Jahr. Button ist ein genialer Stratege, seine Übersicht im Rennen ist immer da und er kann alleine strategische Entscheidungen treffen, weil ihm das Team vertraut. Dazu kommt, dass er bekanntermaßen die Reifen schont und er so langsam ja nun auch nicht ist. All diese Eigenschaften machen ihn eigentlich zu einem Top-Favoriten. Wenn es McLaren gelingt, den Wagen schnell an die Spitze zu bringen, dann muss man mit Button in jedem Fall rechnen. Selbst, wenn McLaren erst spät in Form kommt, wird Button jemand sein, der einige Siege einfahren kann.

11. Rubens Barrichello
Den absoluten Topspeed hat Rubens nicht mehr, was man ja schon gegen Ende der letzten Saison sehen konnte, als Hülkenberg deutlich besser wurde. Aber mit seinen fast 300 Grand Prix macht ihm auch keiner mehr was vor. Vielleicht sehen wir die letzte Saison von Barrichello in der Formel Eins, vielleicht gelingt ihm aber auch das Kunststück, dass er den durchaus schnellen FW33 regelmäßig weit nach vorne tragen kann. Ein Sieg wäre ihm und dem Team ja mal zu gönnen, aber das dürfte ein Traum bleiben. Viel wichtiger dürfte sein, dass Barrichello die nötigen Punkte für die Team-WM sammelt, damit Williams Platz 5 oder 6 erobern kann.

12. Pastor Maldonado
Das Maldonado überhaupt in der Formel Eins untergekommen ist, hat er seinen Sponsoren zu verdanken. Und einer sehr schlecht besetzten GP2 Meisterschaft im letzten Jahr. So richtig hat er mir in der GP2 nie gefallen, es fehlte in all den Jahren immer wieder der Speed. Bei den Tests in diesem Winter sah die Sache durchaus nicht schlecht aus, aber ich bin weiterhin skeptisch. Das Niveau in der F1 ist hoch, ob Maldonado da mithalten kann, finde ich zumindest schwer zu beantworten. Ihm fehlen Erfahrung und meiner Meinung nach auch der Speed. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

13. Kamui Kobayashi
Das der Japaner ein echtes Highlight in der F1 ist, hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Aber dieses Jahr wird nicht leicht für ihn, denn bisher hat auch immer davon profitiert, dass er erfahrene Teamkollegen hat. Jetzt ist er quasi der Teamleader, was vielleicht etwas früh in seiner Karriere ist. Den Speed hat er, das ist klar, aber hat er schon die Erfahrung, die es braucht? Es wird ein interessantes Jahr für Kobayashi, denn er wer es in der Konstellation schafft, regelmäßig in die Punkte zu kommen, dann dürfte das Interesse an ihm seitens der anderen Teams groß werden.

14. Sergio Perez
So richtig überzeugt war ich bisher von Perez in all den kleinen Klassen nicht, auch wenn er in der GP2 schon etliche Rennen gezeigt hat, die richtig gut waren. Aber ist er schon für die Formel Eins bereit? In den Tests machte er einen guten Eindruck. Er war nicht nur schnell, sondern auch konstant und hielt den Reifenverschleiß in Grenzen. Von den neuen Fahrern könnte Perez die größte Überraschung sein. Es wird ihm helfen, dass Peter Sauber jede Menge Erfahrung mit jungen und schnellen Talenten hat.

15. Sebastian Buemi
Für den Schweizer dürfte die Saison 2011 zu einer “Go-or-go-home” Saison werden. Das Toro Rosso in Sachen Nachwuchs ein “Durchlauferhitzer” ist, sollte bekannt sein. Dazu kommt aber auch, dass Red Bull vermutlich ab 2012 einen Nachfolger für Mark Webber sucht und Buemi war ja lange ein Kandidat. Er zeigte auch durchaus gute Rennen, leider waren seine Ergebnisse nicht sonderlich konstant. Ich kann Buemi schwer einschätzen, aber er macht mir nicht den Eindruck, als könne er sich wirklich bei Red Bull durchsetzen. Immerhin scheint er in diesem Jahr einen besseren Wagen zur Verfügung zu haben, als das noch im letzten Jahr der Fall war. Das wird den Druck aber nur noch weiter erhöhen.

16. Jaime Alguersuari
Der Spanier hat mich im letzten Jahr erst enttäuscht, doch gegen Ende der Saison besserte sich mein Bild von ihm. Man darf nicht vergessen, dass er praktisch direkt aus der britischen F3 in die F1 gewechselt ist und man da ziemlich viel von ihm verlangt hat. Zumindest gegen Ende der letzten Saison machte er auf mich einen starken Eindruck, da auch seine Quali-Schwäche etwas abnahm. Ich gehe eigentlich davon aus, dass Alguersuari die Saison bei Toro Rosso überleben wird.

17. Adrian Sutil
Ein weiteres Jahr für Sutil bei Force India und gut ist das nicht. So schnell Sutil an guten Tagen sein kann, so langsam ist er an schlechten. Er hat sich in den letzten Jahren, trotz eines durchaus guten Wagens, bei den großen Team nicht gerade aufgezwungen und das sagt dann eigentlich eigentlich schon alles. In diesem Jahr wird er wohl noch weniger die Chance haben sich auszuzeichnen, weil der neue Force India bei den Tests keinen allzu guten Eindruck gemacht. Dieses Jahr sollte dann auch wirklich langsam sein letztes Jahr bei den Indern sein. Wenn es ihm nicht gelingt für 2012 ein gutes Team zu finden, wird er es wohl schwer haben. Und das bekommt er auch nur, wenn er mal eine konstante Saison hinlegt.

18. Paul di Resta
Ein unbeschriebenes Blatt in der Formel Eins. In der F3 Euro machte einen guten Eindruck, in der DTM war er ja auch nicht langsam. Aber die F1 ist dann doch eine andere Hausnummer und schon bei den Tests machte er auf mich keinen guten Eindruck. Der Einsatz von di Resta ist von Mercedes gewünscht, die vermutlich dafür die Motoren umsonst hergeben, aber ob das Force India hilft? Man kann von Liuzzi halten, was man will, aber zuverlässig war er. Und Force India benötigt in diesem Jahr jeden Punkt. Das wird also schwer für di Resta, zu mal Nico Hülkenberg als Freitagsfahrer eine echte Gefahr ist.

19. Jarno Trulli
Das Trulli immer noch fährt, ist ja die eigentliche Sensation. Seine Schwächen (wenig Rennspeed) sind ebenso bekannt wie seine Stärken (sensationell auf eine Runde), daher hat es mich schon ein wenig gewundert, dass Tony Fernandes den Italiener noch einmal verpflichtet hat. Vermutlich möchte man einfach Stabilität im Team und in der Entwicklung des Wagens haben. Mir ist im letzten Jahr aber schon aufgefallen, dass Trulli im Rennen meist nicht gut unterwegs war. Vielleicht ändert sich das, wenn er mit dem neuen Lotus weiter vorne mitmischen kann und seine Motivation steigt. Ich bin mir aber sicher, dass es seine letzte Saison in der F1 ist.

20. Heikki Kovalainen
Seine Weiterverpflichtung ist wohl ebenfalls darauf zurückzuführen, dass man bei Lotus in Ruhe weiterentwickeln möchte. So viel schlechter als Trulli ist der Finne nicht, aber Highlights kann er auch nur selten setzen. Kovalainen ist ein guter Durchschnittsmann, der wenig Fehler macht und auch dann nicht nervös wird, wenn er unter Druck ist. Sollte Trulli Ende der Saison gehen, kann ich mir gut vorstellen, dass man den Finnen eine weitere Saison behält.

21. Timo Glock
Das wird eine weitere Saison zum Vergessen für den Deutschen. Der neue Virgin macht keinen guten Eindruck, dazu kommt, dass Lotus als Messlatte auch weg fällt, weil die einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Glock sollte sehen, dass er sich in diesem Jahr gut aus der Affäre zieht, vielleicht kann er ja dann 2012 Trulli bei Lotus ersetzen.

22. Jerome d’ Ambrosio
Ein Pay-Fahrer, daraus macht man bei Virgin auch kein Geheimnis. Dabei ist d’ Ambrosio aber nicht zu unterschätzen, denn seine Einsätze in der Renault Serie und in der GP2 waren durchaus so, dass man auf ihn aufmerksam wurde. Aber ebenso wie Glock wird er sich schwer tun im Virgin sein Talent zu zeigen. Immerhin kann er relativ druckfrei Erfahrungen sammeln und sich vielleicht mit ein paar guten Rennen für bessere Teams empfehlen.

23. Vitantonio Liuzzi
Nach seinem, wie ich finde, nicht gerechtfertigten Abgang bei Force India, blieb Luizzi nicht viel übrig, als bei HRT anzudocken. Dort wird ihm nichts anderes übrig bleiben, als seinen Teamkollegen möglichst weit und lässig auf Distanz zu halten. Dass ihm das gelingen wird, dürfte niemanden überraschen. Liuzzi ist in den letzten Jahren nach unten durch gereicht worden. Der Einsatz im HRT mag nicht seinem Talent entsprechen, auf der anderen Seite hat er sich in allen anderen Teams nicht durchsetzen können.

24. Narain Karthikeyan
Noch ein Pay-Fahrer, der dem notorisch klammen HRT-Team den indischen Industriegiganten Tata als Sponsor mitgebracht hat. Karthikeyan hat einiges an Erfahrung auf dem Buckel, immerhin hat er von der F3, der F1, Le Mans und NASCAR so ziemlich alles gefahren, was schnell ist. Er ist also nicht so schlecht, wie ihn manche beschreiben, aber es besteht kaum ein Zweifel, dass er das Schlusslicht der diesjährigen Saison sein wird.

February 16 2011

18:28

Formel Eins: Heidfeld fährt 2011 für Renault

Nicht überraschend, auch wenn es etwas länger als gedacht gedauert hat, aber heute hat Renault Nick Heidfeld für 2011 bestätigt.

Er wurde schon kurz nach dem Unfall von Robert Kubica als dessen Nachfolger bei Renault hoch gehandelt und ein Ein-Tages-Einsatz am letzten Samstag verlief auch gut. Eine Verpflichtung schien also nur eine Formsache, zu mal Bruno Senna, der eine weitere Option für Renault darstellte, schon früh per Twitter klar stellte, dass er wohl kaum Chancen haben werde. Am Montag tauchten aber Gerüchte auf, dass Renault eventuell noch Liuzzi und de la Rosa testen könnte. Doch das machte wenig Sinn, denn Renault steht mit der Entwicklung des R31 noch am Anfang und durch den Ausfall von Kubica hat man mindestens zwei wichtige Testtage verloren. Weitere Tests mit anderen Fahrern in Barcelona hätten dem Team nicht geholfen. Es gibt aber noch einen interessanten Nebenaspekt der Meldung.

Denn sowohl Heidfeld, als auch Renault vermeiden jede Aussage über die Länge des Vertrags. Klar ist, dass man er wohl zunächst nicht länger als ein Jahr laufen wird, aber es gibt auch keine Aussage in der Richtung “Nick ist in diesem Jahr unser Fahrer, bis Robert wieder einsatzfähig ist.”. Das muss nichts bedeuten, aber aufgefallen ist es mir schon.

Heidfeld erhält damit die vermutlich nun wirklich letzte Chance seines Lebens in der Formel Eins. Er galt lange als einer der schnellsten Fahrer, doch bei Williams-BMW lief es nicht so gut. Als BMW dann Sauber kaufte nahm man Heidfeld mit, doch auch hier gelang ihm nicht der Durchbruch. 2009 hatte er massive Probleme und wurde von Kubica regelmäßig geschlagen. Der Pole deckte auch die Schwäche von Heidfeld auf, die in der Quali lag. Dem Deutschen fehlten regelmäßig ein paar wichtige Zehntel, dafür hat er aber den besseren Rennspeed. Die Niederlagen gegen Kubica senkten seinen Marktwert derartig, dass er 2010 kein Cockpit ergatterte. Erst als Peter Sauber de la Rosa nach Hause schickte, konnte er wieder fahren. Gegen Kobayashi sah seine Bilanz in den Rennen (Singapur, Japan, Korea, Brasilien, Abu Dhabi) so aus:

Quali: Nur einmal schneller (Japan)
Rennen: Nur einmal vor Kobayashi (Abu Dhabi)

Nun ist der Vergleich nicht ganz fair, denn Heidfeld kam erst am Ende der Saison, kannte den Wagen nicht und hatte wenig Zeit sich ein zu gewöhnen. Aber seine vermeintliche Schwäche in der Qualifikation wird sicher etwas sein, auf das man achten muss. Denn in diesem Jahr wird es im vorderen Mittelfeld richtig eng.

Ob Renault mit ihrem neuen, sehr innovativen Konzept, in der Lage ist Ferrari und Red Bull zu ärgern, wird man sehen müssen. Sollte man Heidfeld das dafür nötige Material liefern und er sich regelmäßig in den Top 6 qualifizieren kann, dann kann ich mir gut vorstellen, dass er viel und regelmäßig Punkte sammeln wird. Aber das wird man erst ab Bahrain sehen.

Renault Presseerklärung

Lotus Renault GP is pleased to announce that Nick Heidfeld has joined the team, taking over driving duties from the injured Robert Kubica, starting at this week’s test session in Barcelona.

The 33-year-old German is one of the most experienced drivers in Formula 1 having started 172 races over the last 11 seasons. He will race alongside Vitaly Petrov when the season gets underway in Bahrain on 13 March.

Nick Heidfeld: “I would have liked to come back to Formula 1 in different circumstances, but I’m proud to have been given this chance. Everything has happened so quickly, but I’ve been very impressed by what I have seen so far in terms of the facilities and the dedication of the people at Enstone. I really enjoyed the test last week in Jerez and I’ve already settled in well with the guys at the track. I have a good feeling for the car, which is quite innovative. I’m extremely motivated and can’t wait for the season to begin.”

Eric Boullier: “The team has been through a very difficult couple of weeks and we had to react quickly. We gave Nick a chance in Jerez last week and he really impressed us. He’s quick, experienced and is very strong technically with his feedback and understanding of the car. We always said the priority was to have an experienced driver in the car and we feel he is the ideal man for the job. We are pleased to welcome Nick to the team and look forward to a strong start to the season with him and Vitaly in Bahrain.”

Barcelona test session
The driving schedule for the upcoming Barcelona test (18-21 February) is as follows:

• Friday morning: Nick and Vitaly for pit-stop practice
• Friday afternoon: Vitaly
• Saturday: Nick
• Sunday: Vitaly
• Monday: Nick

07:42

Ferner liefen: Die Newshappen

Die “Tage des Zorns” sind auch im Motorsport angekommen. In Bahrain, wo in drei Wochen der Saisonauftakt der Formel 1 steigen soll (und am Wochenende ein Rennen der GP2 Asia) finden derzeit massive Demonstrationen statt, ein paar Hintergründe dazu gibt es hier und hier. Mindestens zwei Tote und zahlreiche Verletzte hat es in den vergangenen Tagen schon gegeben. Ohne jetzt auf die moralische Frage eingehen zu wollen, ob man in einem solchen Staat unbedingt fahren sollte – die für die kommende Zeit geplanten Veranstaltungen könnten jedenfalls gefährdet sein. Einige GP2 Asia Fahrer sind offenbar bereits in Bahrain angekommen, und haben die Proteste miterlebt. “Yesterday it was really bad here in bahrein. There where a lot of people protesting, even we could not leave the hotel!!” twittert etwa Barwa-Addax Pilot Guido van der Garde, der auch gleich ein Foto vom massiven Polizeiaufgebot rund um die Rennstrecke liefert. Luiz Razia und Team Air Asia melden, dass bis Dienstagabend auch die Autos noch nicht an der Strecke angekommen waren – mittlerweile sind sie aber wohl eingetroffen. Auch Bernie Ecclestone hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Er möchte nun ein Gespräch mit der Leitfigur des Grand Prix, Kronprinz Salman ibn Hamad ibn Isa Al Chalifa (der gleichzeitig auch Verteidigungsminister des Landes ist) abwarten, den er bisher aber noch nicht erreicht hat (“He is a bit busy, as you can imagine“). Sorgen um den Grand Prix hat er allerdings auch jetzt schon – vor allem, weil er fürchtet, Demonstranten könnten das Rennen als Bühne nutzen, um internationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Angst dürfte nicht ganz unbegründet sind. ”There’ll be lots of journalists, a lot of people looking and [the government] will react in a stupid manner as they have done, and that will be bloody, but will be more publicised,” hat etwa Menschrechtsaktivist Nabeel Rajab gegenüber der Zeitung Arabian Business angekündigt. (Vorsicht)

# Keine großen Neuigkeiten von Robert Kubica. Der Pole soll heute ein vermutlich letztes Mal operiert werden. Zu Beginn der Woche verschreckte ein polnischer Sender die Fans mit der Meldung, dass es Kubica angeblich schlechter gehen würde. Das war eine Ente und der Sender verlor auch seine Drehgenehmigung in der Klinik. So schlecht kann es Kubica nicht gehen, Rubens Barrichello vermeldete per Twitter, dass er von seinem Fahrerkollegen aus dem Hospital raus angerufen wurde. (Don)

# Eigentlich galt Nick Heidfeld nach seinem guten Test bei Renault als gesetzt, doch die Ankündigung der Verpflichtung lässt auf sich warten. Offenbar zögert Renault noch etwas, und am überlegt, ob man nicht doch Liuzzi und/oder de la Rosa ausprobiert. Der Spanier wird in Barcelona sein, was genau er da macht, hat er aber nicht verraten. Derweil soll sich Kubica für eine Verpflichtung von Liuzzi ausgesprochen haben. Mit Heidfeld kam der Pole nicht so wirklich gut klar, daher ist das vielleicht nicht verwunderlich. (Don)

# Pirelli hat die Reifenmischungen für die ersten vier Rennen (Bahrain, Australien, Malaysia, China) bekannt gegeben. Man wird “Hart” und “Soft” an die Rennstrecken bringen und erwartet zwei Boxenstopps. (Don)

# Fast zeitgleich mit der Nennliste zu den 24H von Le Mans wurde nun auch die Entry List für die 12H von Sebring veröffentlicht. In der LMP1 werden sich jeweils 2 Audi R15++ und 2 Peugeot 908 um den Sieg duellieren. Im Gegensatz zu Peugeot welche mit dem neuen Wagen fahren, wird Audi auf eine nochmals weiterentwickelte Variante des R15 setzen. Man darf davon ausgehen dass hier Motor, Getriebe sowie die restliche Technik größtenteils aus dem R18 kommen, man aber anscheinend nicht dasd Potential des Wagens aufzeigen will und somit noch die Silhouette des R15+ drüber legt. Oreca wird mit einem 908 HDI FAP antreten und sich somit mit den Wagen von Highcroft und Rebellion, sowie dem Aston Martin von Muscle Milk, welche hier von Lucas Luhr unterstützt werden, messen.
Drayson Racing fehlt (noch?) in der Entry List, hat aber auf seiner Facebook-Seite kurz verlauten lassen, dass man die ALMS bestreiten werde.
Wieder extrem gut besetzt ist die GT2, mit 2xM3 GT2, 3xCorvette GT2 (2x Werkseinsatz + 1Labre), 1xAston Martin Vantage, 2x Jaguar, 2xFord GT, 1x Lambo sowie den ganzen Ferrari F458 und F430 aus dem Jahre 2010 sowie diversen Porsche welche unter anderem von Flying Lizard, Proton, Falken eingesetzt werden. Dies verspricht wieder ein richtig schönes Hauen und Stechen. (Flo aus N)

Laut SRO haben sich neun Teams mit 18 Fahrzeugen für die GT1-WM-Saison 2011 beworben. Eine detaillierte Liste gibt es noch nicht, aber die Teams selbst haben schon einige Infos preisgegeben. Hexis und Young Driver werden wie 2010 für Aston Martin starten, Sumo Power und JR Motorsports, die beide zum selben Stall gehören, mit dem Nissan-GTR, MarcVDS und ein Satellitenteam mit dem Ford GT, außerdem wird Lamborghini mit vier Wagen vertreten sein. Die FIA prüft nun die Bewerbungen, danach wird die Liste veröffentlicht. Stephane Ratel hofft derweil noch auf ein weiteres Team, beharrt aber auf der bisherigen Linie, dass pro Marke mindestens vier Wagen und pro Team zwei Wagen am Start sein müssen. Interessant ist also die Frage, ob das neunte Team weitere Fahrzeuge einer der bereits genannten Marken einsetzt oder ob ein zehntes Team notwendig ist, damit Ratels Bedingung erfüllt ist und beide überhaupt an den Start gehen können. Der Verlust gegenüber der Saison 2010 wird also vier bis sechs Fahrzeuge betragen, auch Meister Vitaphone ist wohl raus. (Stefan)

# VLN/24H Nürburgring: VW hat vergangene Woche angekündigt mit einem neuen Wagen an mind. 3 Rennen der VLN sowie beim 24H Rennen am Nürburgring teilnehmen zu wollen. Dies ist aber nicht der Scirocco sondern ein komplett neu aufgebauter VW Golf24. Dieser wird von einem 2,5L Fünfzylinder Turbo angetrieben und soll laut offiziellen Aussagen an die 440 PS als max. Output leisten. Das Interessante an diesem Wagen ist jedoch, dass er einen Allradantrieb haben soll und somit auch etwas schwerer sein soll. Angeblich soll er 1250 kg auf die Wagen bringen und man darf gespannt sein ob man damit in der SP4T starten will wie der verwandte Audi TT RS von Raeder oder ob man nicht doch den Weg in die E1-XP Kategorie wählen wird. (Flo aus N)

# In der Auseinandersetzung zwischen Mike Frison und MEDIINVEST hat es eine neue Stellungnahme von MEDINNVEST gegeben. Darin bedauern sie die Schließung des Forums und weisen auf eine Podiumsdiskussion hin, welche am 17.02 um 18:00 im Gläsernen Studio von Nürburgring.tv stattfinden soll und auch per Livestream übertragen wird.
Passend dazu hat Mike Frison auch ein Update veröffentlicht indem er auf ein Gesprächsangebot seitens des Nürburgrings verweist und mehrere Reaktionen aufzählt.

February 12 2011

17:13

Formel Eins: Jerez Test Tag 3

Das Hauptinteresse galt heute erneut Renault, wo Nick Heidfeld seine Chance bekam und genutzt hat. Aber auch bei Mercedes lief es wieder gut.

Es sicher keine leichte Situation für Nick Heidfeld. Im Winter kein Cockpit bekommen, quasi aufs Abstellgleis geschoben, und nun soll er den Ersatzmann von Kubica geben, mit dem er lange zusammen gefahren ist. Wohl fühlt sich in so einem Moment vermutlich keiner, aber auf der anderen Seite ist es natürlich eine Chance für Heidfeld. Es könnte sein, dass er wie Jenson Button nach vielen Jahren endlich in einem Wagen sitzt, der den Eindruck macht zu besseren in diesem Jahr zu gehören. Noch hat er das Cockpit nicht sicher, Renault testet morgen noch Senna, aber heute schaffte der Deutsche die Bestzeit des Tages und die zweitschnellste Zeit der gesamten Testwoche. Besser kann man sich wohl nicht empfehlen.

Heidfelds Tag begann mit Anpassungen im Cockpit und vielen Systemtests. Renault hatte erst für den Nachmittag Long Runs angekündigt, was logisch ist, denn Heidfeld kennt den Wagen ja nicht und musste erste eine für ihn passende Abstimmung finden. Am Nachmittag folgten verschiedene Long Runs, aber auch ein relativ kurzer Stint mit acht Runden, in denen er dann gleich in der ersten Runde die beste Zeit des Tages hinlegt. Danach fielen seine Zeiten wieder, was dafür sprechen könnte, dass er Super Softs drauf hatte. Das ist schon ein starkes Statement, aber ich bin mir sicher, dass Renault morgen Senna die gleiche Chance geben wird. Dennoch sind seine Chance auf das Cockpit mit Sicherheit sehr groß, da Eric Boullier schon klar gestellt hat, das man einen erfahrenen Piloten sucht.

Die anderen Team spulten ihr Programm ab, große Überraschungen gab es nicht. Autosport postete im Chat einen Vergleich zwischen Alonso und Schumacher, die ähnlichen Long Runs unterwegs waren.

Alonso
26.3, 26.3, 26.4, 26.3, 26.5, 26.4, 26.9, 26.8, 26.7, 30.0, 27.1, 27.4, 27.6, 27.8, 28.9

Schumacher
26.5, 26.5, 27.2, 27.3, 27.2, 27.2, 27.4, 27.4, 27.5, 27.8, 28.2, 28.5, 28.6, 32.3

Wie immer gilt: Man weiß nicht, welche Reifen drauf waren und ob die gebraucht oder neu waren. Ebenso fehlt die Info über den Tankinhalt. Die sehr konstanten Zeiten von Schumacher können auch dafür sprechen, dass man schauen wollte, wie der Reifen sich auf einem konstanten Run entwickelt. Grundsätzlich verstärken sich aber zwei Eindrücke: Der Mercedes ist nicht schlecht, aber es fehlen ein paar Zehntel auf Ferrari. Die wiederum scheinen ein starkes Paket zu haben.

Bei Red Bull verfolgte man heute ein eigenes Programm, schnelle Zeiten waren nicht zu sehen. Die Zeiten der Long Runs waren aber wohl im Bereich von Ferrari. Red Bull mauert im Moment ein wenig bei den Zeiten, was man aber gewohnt ist. Den echten Speed wird man vermutlich erst in Bahrain in Q2 sehen, wenn man Vettel und Webber von der Leine lässt.

Ähnliches gilt für McLaren, die weiterhin solide Zeiten liefern, aber nichts, was einen die Augenbraue hochziehen lässt. Auch hier gilt die Erfahrung, dass das nicht ungewöhnlich für die Briten ist, die das bei den Tests schon immer so gemacht haben.

Ein Lebenszeichen gab es von Lotus, die konstant gute Zeiten im Mittelfeld fahren konnten. Der neue Wagen leidet zwar noch unter Kinderkrankheiten, ist aber mit Sicherheit ein großer Schritt nach vorne. Sollten die Zeiten echt sein, ist man irgendwo im Mittelfeld angekommen, was schon ein großer Erfolg wäre. Vorgenommen hat man sich ja, dass man regelmäßig die erste Quali-Hürde überspringt um vielleicht mit Glück mal einen Punkt ergattert.

Bei Virgin scheint man davon noch etwas entfernt zu sein. Der Wagen, der eine Evolution des letztjährigen Modell ist, kommt nicht so richtig in Schwung, die Zeiten sind bescheiden. Dazu kämpft man auch mit technischen Problemen, was die Sache ja nicht leichter macht.

Ebenfalls weiterhin nicht sonderlich flott unterwegs ist Williams. Nun muss man bei denen auch immer vorsichtig sein, weil Williams meist bei den Tests lange mit vollen Tanks unterwegs ist und sich um die grundsätzliche Abstimmung kümmert. Gestern schnallte man diverse Sensoren auf den Wagen, die vor allem den Luftfluss an der Front messen sollte. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es dort Probleme gibt. Der sehr eigenwillig gezeichnete Wagen braucht wohl noch etwas Zeit.

Morgen ist der letzte Testtag in Jerez.

1 Heidfeld Renault 1m20.361s
2 Alonso Ferrari 1m20.493s +0.132
3 Schumacher Mercedes 1m21.054s +0.693
4 Hamilton McLaren 1m21.099s +0.738
5 Kobayashi Sauber 1m21.242s +0.881
6 Vettel Red Bull 1m21.574s +1.213
7 Buemi Toro Rosso 1m21.681s +1.320
8 Kovalainen Lotus 1m21.711s +1.350
9 Barrichello Williams 1m22.227s +1.866
10 Di Resta Force India 1m22.945s +2.584
11 D’Ambrosio Virgin 1m25.471s +5.110

5438114393_b325e3e102_b 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing e5d087e7 19f1bc4e F1 Testing in Jerez - Day One F1 Testing in Jerez - Day One F1 Testing in Jerez - Day One 180893_10150150036888465_292309963464_8118129_3150083_n 179998_10150150036908465_292309963464_8118130_6337314_n Formula One World Championship Formula One World Championship 755973348-322211122011 755973362-5750211122011 902413566-495171222011 110176tst 110172tst 110170tst

Bilder: Ferrari, Mercedes, Red Bull, Lotus, Williams, Force India. Heidfeld Foto per CC-Lizenz von f1photo.org.

February 11 2011

20:12

Formel Eins: Jerez Test Tag 2

Am heutigen Tag gab es einigen Schrott und eine überraschende Bestzeit von Mercedes. Doch die war vielleicht gar nicht so gut, wie ein ausführlicher Vergleich zeigt.

Die Saison hat noch nicht angefangen, da steht Mercedes schon in der Kritik. Gerüchte aus dem Fahrerlager wollen von einem Wagen erfahren haben, der sich zwar gut fahren lässt, aber leider zu langsam ist. Doch heute fuhr Schumacher dann plötzlich die schnellste Zeit und konnte sogar nachlegen, als Massa ihm die Bestzeit kurzfristig abnahm. Das führte zu allgemeinen Erstaunen und der Frage, ob man vielleicht eine “Vorstandszeit” gefahren ist. Mercedes und Schumacher bestreiten das, und in dem Fall glaube ich ihnen auch. Sowohl Ross Brawn als auch Mercedes sind nicht bekannt dafür, mit solchen Zeiten zu hantieren, zu mal sie auch nichts bringen würden. Aber dennoch muss man die Bestzeit vorsichtig bewerten.

Schumacher hatte, laut eigener Aussage, bei seinen schnellsten Runden die “Super-Soft” Mischung aufgezogen. Die haben zwar auch andere Teams genutzt, das Prilli die Reifen aber noch nicht kennzeichnet weiß man halt nicht, wer sie wann drauf geschraubt hat. Auffällig ist aber, dass die Zeiten von Schumacher immer in der ersten Runde eines Stints gefahren wurden, und seine weiteren Zeiten danach stark abfielen. Dazu sollte man auch erwähnen, dass Mercedes mit KERS unterwegs war, wie das bei den anderen Teams war, weiß man nicht. Hier mal ein Vergleich der langen und mittleren Stints nach Rundenzeiten, die ich aus dem wunderbaren Chat von Autosport.com … ähm… entliehen habe. Ich kann die Investition der 2.50 Euro nur wärmstens empfehlen. Bei den Zeiten immer eine 1. … min denken, das sind keine Sektorenzeiten.

Massa:
Long. 26.2, 26.1, 26.4, 26.9, 26.5, 26.8, 27.0, 27.0, 27.2, 27.4, 28.2, 28.7, 29.3
Mid. 22.2, 21.9, 22.4, 22.7, 22.7, 22.5, 22.5, 22.7

Webber:
Long. 25.3, 25.4, 25.1, 24.8, 24.8, 24.4, 24.5, 24.9, 28.5, 24.3, 24.2, 24.0, 24.4, 24.2, 25.4, 25.0, 25.3, 25.9, 26.7
Mid. 24.3, 23.8, 23.6, 23.6, 23.4, 23.5, 23.5, 23.5, 24.1, 28.2, 23.6, 23.9

Schumacher:
Long. 24.9, 23.4, 33.6, 23.6, 23.6, 23.9, 24.1, 24.1, 24.1, 24.2, 24.3, 24.9, 24.7, 25.3, 25.6, 26.4, 26.5, 26.3, 27.6
Mid. 20.3, 21.3, 22.0, 22.6, 22.9, 23.8, 24.2, 24.2, 24.1, 24.6

Heute morgen fuhr Schumacher:
21.4, 22.1, 23.0, 23.0, 23.5, 23.8, 24.3, 24.8, 25.4, 25.5

Zum Vergleich Webber gestern:
25.1, 24.3, 23.8, 23.7, 23.5, 23.5, 23.4, 23.1, 23.0, 23.9, 23.1, 23.2, 26.6, 23.0, 23.3, 23.5, 24.1, 24.7.

Aufschlussreich sind die langen Stints. Massa war offenbar mit einem randvoll getankten Auto unterwegs, bei Webber war der Tank mindestens halbvoll. Schumacher war zunächst auf seinem langen Stint schneller als Webber, was dafür sprechen könnte, dass er leichter war. Dagegen spricht allerdings, dass seine Zeiten gegen Ende massiv einbrachen, während die von Webber sehr stabil blieben. Das könnte auch darauf hindeuten, dass der Mercedes ein Problem mit dem Verschleiss der Reifen an der Hinterachse hat, bzw. der Red Bull einfach schonender mit dem Gummi umgeht. Ferrari wiederum hat heute nicht versucht, auf Zeitenjagd zu gehen.

Von Button gibt es leider keine solche Aufstellung, aber der neue McLaren fährt zumindest auf Anhieb vorne mit und sowohl Team als auch Fahrer zeigten sich heute sehr optimistisch.

Renault beließ es wie gestern bei Systemtests. Man hat nach dem Ausfall von Kubica offenbar das Programm umgestellt und hat Petrov mehr oder weniger nur Aero- und Reifentests fahren lassen. Im Grunde sammelt man Basisinformationen. Vielleicht wartet man da auf Nick Heidfeld, der morgen in den Wagen steigen soll.

Pech hatten Sauber und Williams. Der neue FW33 scheint ein nicht unkomplizierter Wagen zu sein, was das Heck angeht. Da hat es nicht geholfen, das Maldonado das Auto in einen Reifenstapel gefeuert hat und man den gesamten Nachmittag verlor. Etwas ähnliches passierte auch Sergio Perez, der bei Sauber die Vorderradaufhängung demolierte. Für beide war der Tag damit gelaufen, was für die Teams ernorm ärgerlich ist. Jede Testrunde zählt schließlich.

Auch bei Lotus war man frustriert. Man hatte man wieder mit technischen Problemen zu kämpfen und konnte am Nachmittag nicht fahren, weil man erst mal Ersatzteile aus England einfliegen lassen muss. Der Lotus scheint nicht schlecht zu gehen, zickt aber auch kräftig rum, so das sehr viel Testzeit verloren geht. Das Testtelegramm sah dann auch dementsprechend bescheiden aus:

0900 – 0902: Run 1, Installation lap
0901 – 0944: Cockpit adjustments / general system checks
0944 – 0950: Run 2, 3 laps
0950 – 1008: Session red flagged
1008 – 1032: Run 3, 12 laps
1032 – 1058: Rear camber change
1058 – 1116: Run 4, 12 laps
1116 – 1221: Change tyre compouds – soft to medium
1221 – 1232: Run 5, 7 laps
1216 – 1259: 2nd rear camber change
1259 – 1305: Run 6, 5 laps
1313 – 1700: Mechanical fault ends session – spare parts to rectify issue arrive from factory 11/02

Nur zum Vergleich: Massa und Schumacher kamen auf mehr als 100 problemlose Runden.

Zum Schluss die guten Nachrichten: Robert Kubica geht offenbar bedeutend besser. Er hat, über seinen Manager, der Gezetta dello Sport ein Interview gegeben, dass die Autosport in Teilen übernommen hat. Unser Leser und regelmäßige Kommentator ethone war so nett, das zu übersetzen. Ich zitiere mal die wichtigsten Passagen:

“Ich will zur Rennstrecke stärker zurückkommen als jemals zuvor, weil du nach solchen Unfällen nicht mehr derselbe bist wie vorher, du wirst besser.
Das ist mir schon 2007 passier, nach dem Unfall in Kanada. Ich musste für ein Rennen aussetzen und als ich zurück kam war ich besser.”

[...]

Die Finger funktionieren, ich kann sie spüren und der Arm funktioniert auch. Aber ich habe noch weitere Operationen, letztlich weiß ich erst danach woran ich bin.
Mir tut Leid was passiert ist. Es hätte nicht passieren sollen. Ich weiß gar nicht was passiert ist, ich kann mich an nichts mehr über den Unfall selbst erinnern. Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und alles wurde mir von meinem Manager, Daniele Morelli, der seit Sonntag hier ist, erklärt.

[...]

Ich fahre besser in der Formel 1 weil ich viele Rallies gefahren bin letztes Jahr. Rallies helfen deiner Konzentration, besonders weil es kaum noch Testtage in der Formel 1 gibt. Leistung in der Formel 1 kommt aus einer Reihe an Details.
Rallies zu fahren hat es mir erlaubt an bestimmten meiner Aspekte zu arbeiten wo es noch Verbesserungspotential gibt. Das ist wichtig in einer Saison mit 20 Rennen.”

Morelli: “Als er hier [im Krankenhaus] ankam hatte er nur noch einen Liter Blut. ‘Ruf die Eltern des Jungen an’ haben mir die Ärzte am Sonntag nachmittag gesagt. Mir ist es kalt den Rücken heruntergelaufen.”

Wir wünschen weiterhin gute Besserung!

1 Schumacher Mercedes 1m20.352s
2 Massa Ferrari 1m20.413s +0.061
3 Button McLaren 1m21.009s +0.657
4 Alguersuari Toro Rosso 1m21.214s +0.862
5 Webber Red Bull 1m21.613s +1.261
6 Sutil Force India 1m21.780s +1.428
7 Perez Sauber 1m21.857s +1.505
8 Glock Virgin 1m22.208s +1.856
9 Petrov Renault 1m22.493s +2.141
10 Maldonado Williams 1m22.591s +2.239
11 Trulli Lotus 1m23.216s +2.864

665311281-55081122011 4a401a6e 5776d5df 5ce74652 69608526 239611692 238953351 Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship 665311281-175681122011 665311281-235481122011 110132tst

February 10 2011

17:18

Formel Eins: Jerez Test Tag 1

Vier Tage werden die Teams in Jerez testen. Und neben Renault scheint ein weiteres Team Probleme zu haben.

Robert Kubica geht es weiter besser. Heute konnte er die Intensivstation verlassen, allerdings nur kurz, denn am Freitag soll er ein weiteres Mal operiert werden. Dabei werden das Bein, der Ellbogen und die Schulter in Angriff genommen. Seiner Hand geht es wohl gut, laut Klinik kann er alle fünf Finger leicht bewegen. Wenn alles gut läuft, wird er in 10 Tagen das Hospital verlassen können und per Hubschrauber in eine Klinik transportiert, in der seine weiteren Verletzungen versorgt werden. Die guten Nachrichten erlauben Renault auch sich darauf zu konzentrieren, wer der Ersatzmann von Kubica werden soll. Die besten Chancen hat wohl Nick Heidfeld.

Der Deutsche wird am Samstag und eventuell am Sonntag zusammen mit Bruno Senna testen. Schon nach dem Test könnte eine Entscheidung fallen. Laut den Gerüchten aus Jerez scheint Heidfeld so gut wie sicher den Platz zu bekommen. Sollte er beim Test am Wochenende nicht komplett aus dem Rahmen fallen und zu langsam sein, oder ihm der Wagen komplett nicht liegt, wird er wohl offiziell das Cockpit besetzen, bis Kubica zurückkommt. Senna werden aber durchaus Chancen eingeräumt, Heidfeld noch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dafür müsste er allerdings deutlich schneller als Heidfeld sein, was keiner erwartet. Für Renault ist es wichtig, dass man schnell eine Entscheidung trifft. In vier Wochen ist Saisonstart und bis dahin wird der Ersatzpilot wenig Zeit haben, den Wagen auf seine Bedürfnisse abzustimmen, dazu muss der R31 noch weiter entwickelt werden. Es gibt also viel zu tun.

Aber nicht nur Renault hat Probleme, sondern offenbar auch Mercedes. Die Zeiten aus Valencia waren schon eher mittelmäßig, am ersten Tag in Jerez sah es nicht besser aus. Rosberg musste den Wagen zwischendurch abstellen, kam aber wieder schnell zurück. Größere Sorgenfalten dürfte der Blick auf die Rundenzeiten verursachen. Autosport postete heute Rundezeiten aus den Longruns, und die sahen nicht gut aus. Im Schnitt war man 1.5 bis 2 Sekunden langsamer als Mark Webber, der ebenfalls auf einem Long-Run unterwegs war. Natürlich kann man nicht wissen, ob der Tank des Mercedes voll war, aber aus dem Mercedes Lager sickerte inoffiziell durch, dass man mit dem Speed nicht ganz zufrieden sei. Der Wagen liegt besser und ist hat keine Probleme mit den Reifen, aber es fehlt wohl einfach Speed. Es kann natürlich auch sein, Ross Brawn komplett mauert und noch was aus dem Köcher zieht, aber im Grunde ist das seine Sache nicht.

Die eher bescheidenen Zeiten müssen nicht bedeuten, dass der W02 grundsätzlich zu langsam ist. Es kann auch daran liegen, dass man noch nicht das beste Setup gefunden hat. Eine kleine Änderung, und schon kann die Sache anders aussehen. Man wird die Woche und den Test in Barcelona abwarten müssen, aber sagen wir mal so – andere Teams scheinen weniger Probleme zu haben. Das gilt im übrigen nicht für Williams. Der neue Wagen hat noch Kinderkrankheiten, heute war der Heckflügel samt seiner komplizierten Aufhängung. Die war wohl defekt und nicht leicht zu reparieren, was das Team fast den gesamten Testtag gekostet hat. Obwohl der FW33 nicht langsam ist, scheint die sehr extreme Herangehensweise in Sachen Heck doch noch etliche Probleme zu verursachen.

Massa war heute am schnellsten, Webber hatte allerdings etwas Abstand. Dennoch fällt es auch, dass die beiden Teams mal wieder vorne liegen. Dazu kommt, dass beide absolut keine Probleme mit der Technik hatten. Ferrari hatte zu dem heute die Lacher auf ihrer Seite. Unverständlicherweise hatte man sich eine Klage von Ford eingefangen, die in der Benennung des Ferrari F150 eine Markenrechtsverletzung sehen wollten, da sie einen Pick Up anbieten, der ebenfalls F150 heißt. Man antwortete mit einer amüsanten Presseerklärung, um klar zu stellen, dass man weder einen Pick Up baut, noch vor hat, den Formel Eins in Serienproduktion zu geben.

“On the subject of the name of the new Ferrari Formula 1 car, the Maranello company wishes to point out that it has sent a letter of reply to Ford, underlining the fact that the F150 designation (used as the abbreviated version of the complete name, which is Ferrari F150th Italia) never has, nor ever will be used as the name of a commercially available product – indeed there will definitely not be a production run of single-seaters.”

Zu dem soll der Wagen schon immer den Namen “F150th Italia” getragen haben, “F150″ sei nur eine Verkürzung gewesen. Netter Konter, auf eine selten dämliche Aktion von Ford.

Die anderen Teams, vor allem Force India, Virgin und McLaren hatten heute ihre Wagen zum ersten Mal auf der Strecke. Force India beließ es mehr oder weniger bei Systemtests und kam erst gegen Ende der Session auf gute Zeiten, Glock im Virgin testete ebenfalls erst einmal vorsichtig. Für McLaren lief der Test wohl gut, immerhin kann man schon recht früh auf rechte gute Zeiten. Spekuliert wurde sehr viel darüber, wo der Auspuff am MP4-28 denn nun sitzt. Im Moment vermutet man, dass der Auslass im T-Träger unter dem Cockpit sitzt, also dort, wo die Luft unter dem Auto geteilt wird. Komplett bestätigt ist aber noch nicht.

Morgen geht es dann weiter in Jerez und die Zeiten von Mercedes wird man sich sehr genau ansehen.

1 Massa Ferrari 1m20.709s
2 Perez Sauber 1m21.483s +0.774
3 Webber Red Bull 1m21.522s +0.813
4 Ricciardo Toro Rosso 1m21.755s +1.046
5 Hamilton McLaren 1m21.914s +1.205
6 Alguersuari Toro Rosso 1m22.689s +1.980
7 Sutil Force India 1m23.472s +2.763
8 Petrov Renault 1m23.504s +2.795
9 Rosberg Mercedes 1m23.963s +3.254
10 Trulli Lotus 1m24.458s +3.749
11 Glock Virgin 1m25.086s +4.377
12 Maldonado Williams 1m34.968s

Interessant ist, was Team Lotus so an Infos raus rückt. Die geben einen detaillierten Überblick über einen Testtag:

0900 – 0902: Run 1, Installation lap
0902 – 0946: System / temperature checks / bleed brakes
0946 – 0957: Run 2, 7 laps
0957 – 1026: General setup changes / brake blanking increased
1026 – 1048: Run 3, 13 laps – successful DRS tests
1048 – 1102: 2nd increase of brake blanking
1102 – 1114: Run 4, 7 laps
1114 – 1203: Ride height / camber changes
1203 – 1216: Run 5, 7 laps
1216 – 1259: Ride height / camber changes
1259 – 1313: Run 6, 8 laps
1313 – 1400: Lunch
1400 – 1632: System changes / fault rectification
1632 – 1638: Run 7, 4 laps
1638 – 1647: Ride height change
1647 – 1659: Run 8, 7 laps

F1 Testing in Jerez - Previews 2011 Formula One Testing F1 Testing in Jerez - Previews F1 Testing in Jerez - Previews 182048_10150149017193465_292309963464_8104103_5808790_n 180321_10150149017238465_292309963464_8104104_6848848_n 168029_10150148944803465_292309963464_8103024_660045_n Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship 110096tst 110116tst

Bilder: Ferrari, Team Lotus, Red Bull, Force India
Kleine Anmerkung: Sauber und McLaren haben bisher nicht ein Foto von den Tests veröffentlicht. Weder McLaren noch Sauber haben auf meine Anfragen reagiert. Ich suche gerade nach einer Lösung auf anderem Weg an Bilder zu kommen.

February 09 2011

21:29

Formel Eins: Renault in der Klemme

Nach dem schrecklichen Unfall von Robert Kubica gehen die Spekulationen los, wer ihn bei Renault ersetzen soll.

Das Lotus-Renault steckt in einer schwierigen Lage. Man hat mit dem R31 ein offenbar gutes Auto, aber der Wagen, mit seinen extravaganen Lösungen bei Auspuff, Kühlung und Aerodynamik braucht auf jeden Fall noch viel Entwicklungszeit. Doch selbst im erweiterten Kader findet sich niemand, der Kubica ersetzen könnte. Petrov hat keine Erfahrung, Senna ist zwar als erster Ersatzfahrer genannt, aber auch ihm fehlt das Wissen, wie man einen neuen Rennwagen entwickelt. Grosjean ist ohne jeden Zweifel schneller als Senna, hat aber ein Jahr aussetzen müssen und in Sachen Entwicklung ist er sicher auch nicht sonderlich erfahren. Renault hat sich zwar einen bemerkenswert großen Stall von Ersatzfahrern aufgebaut, aber die Piloten sind zum Teil nur als Testfahrer gedacht, zu jung oder zu unerfahren. Senna und Grosjean hat man auch eher engangiert, um Vitaly Petrov Feuer unterm Hintern zu machen. Bleibt die Lösung, einen neuen Piloten zu engagieren.

Eric Boullier wird nichts anderes übrig bleiben, als sich auf dem Markt umzusehen. Dabei gibt es allerdings nur zwei logische Ersatzfahrer für Kubica.

Nick Heidfeld
Trotz guter Ergebnisse bei Sauber wurde er zugunsten von Sergio Perez fallen gelassen und sucht ein Team. Offenbar gab es keine vernünftigen Angebote, bzw. keine Anfragen. Er gilt als guter Entwickler, hat aber Schwächen in der so wichtigen Qualifikation. Dafür stimmt sein Speed im Rennen und er gilt als jemand, der so reifenschonend unterwegs ist, was angesichts der in diesem Jahr schneller zerfallenden Pirellis ein Vorteil sein wird. Meiner Meinung nach der im Moment beste Ersatz für Kubica.

Pedro de la Rosa
So schlecht, wie man ihn letztes Jahr teilweise eingeschätzt hat, war er nicht. Er wirkte aber in der Saison nach der langen Rennpause etwas eingerostet, und Kobayashi stahl ihm mehrfach die Show. Ein umsichtiger Pilot, dazu einer, der den Wagen nicht an jeder Ecke weg wirft. Also ein guter Punktelieferant. Sein Plus: Seit dem Oktober testet er für Pirelli die Reifen, kennt also die unterschiedlichen Mischungen bestens. Allerdings ist dieser Wissensvorteil sicher schnell aufgebraucht.

Vitantonio Liuzzi
Seit seinem Rauswurf bei Force India zu haben. Er scheint überraschenderweise bei Renault durchaus ein ernsthafter Kandidat zu sein, wenn man die Gerüchteküche so hört. An seinen guten Tagen hat er Top Ten Format, doch die sind ja eher selten, daher würde es mich wundern, wenn man ihn verpflichten würde.

Kimi Räikkönen
Der Name fällt tatsächlich in Medienkreise, aber halte ich für völlig ausgeschlossen. Zum einen gab es im Dezember dieses merkwürdige PR-Geschacher zwischen Renault und seinen Management, zum anderen hat er vermutlich schlicht und ergreifend keine Lust. Zu dem gilt er nicht das guter Entwickler und hat ebenfalls das Problem, dass er ein Jahr Pause hinter sich hat. Sicher, ein hochmotivierter Räikkönen in einem guten Wagen ist vermutlich ein Siegkandidat, aber wer glaubt ehrlich, dass sich Räikkönen dazu noch einmal aufraffen möchte?

Wie man es dreht und wendet – Heidfeld scheint die logische Alternative zu sein, wenn man die Saison nicht komplett abschreiben möchte. Immerhin hat man einige Millionen in den neuen Wagen investiert. Auf der anderen Seite könnte Renault auch das Risiko gehen und es mit Grosjean oder Senna versuchen. Kubica kann man eh nicht ersetzen, schon gar nicht dessen Fähigkeit auf einer schnellen Runde den Wagen komplett auszuquetschen. Aber vielleicht überrascht ja Grosjean, in dem er seine Chance nutzt und seinen sicher vorhandenen Speed umsetzt.

Klar ist, dass die Entscheidung schnell fallen muss, die Testwochen der Formel Eins gehen schon am Donnerstag weiter.

December 12 2010

08:32

F1 Saisonrückblick: Die Fahrer

Wie in jedem Jahr gibt es auch 2010 einen zweiteiligen Saisonrückblick, den nach Fahrern und Teams aufgeteilt ist. Teil Eins: Die Fahrer.

Die Liste der Fahrer, denen zu Beginn der Saison Chancen auf den WM-Titel zugesprochen wurde, war eigentlich recht übersichtlich. Doch tatsächlich entwickelte sich die Saison auf einem viel höheren Niveau, als man das erwartet hatte. Weil viele WM-Aspiranten patzten, erweiterte sich der Kreis der Kandidaten zeitweise auf sechs Mann. Die Menge an Fahr- und Strategiefehlern war erstaunlich hoch. Manche sagen, dass das nicht gerade für das Niveau des im Grunde recht jungen Fahrerfeldes spricht. Ich bin eher der Meinung, dass der Druck dieses Jahr erstaunlich in den Top Teams sehr hoch war. Zum einen lag das an den Teamduellen (Red Bull, McLaren Mercedes) zum anderen lag das Feld sehr eng beieinander, was zu meist spannenden Rennen führte. Nicht schlecht für eine Saison, von der man nicht viel erwartet hatte. In diesem Jahr gab es einige Fahrer, die die Erwartungen erfüllten, aber auch etliche, die nicht überzeugen konnten. Die folgende Aufstellung richtet sich nach der WM-Wertung.

1. Sebastian Vettel
Wenn man am Ende einer Saison Weltmeister ist, dann hat man alles richtig gemacht. Aber ähnlich wie bei Lewis Hamilton 2008, ist beim Vettel noch deutlich Luft nach oben, was seine fahrerischen Qualitäten angeht. Und das allein sollte seinen Gegnern schlechte Laune machen. Ein bekanntes Problem bei Vettel ist seine oftmals zu stürmische Fahrweise. Seine Unfälle mit Webber in der Türkei und Button in Spa waren zwei deutliche Zeichen. Eigentlich hatte man erwartet, dass Vettel nach den Unfällen im Vorjahr (Kubica in Australien) etwas ruhiger sei, aber der Druck im Red Bull Team führte dann unter anderem auch wieder dazu, dass Vettel hier und da etwas hektisch wurde. Eine weitere Sache, die man Vettel vor allem in den britischen Medien ankreidet, ist der Umstand, dass er bisher auf der Strecke nicht wirklich gezeigt hat, dass er überholen kann. Tatsächlich ist das aber Quatsch, denn in Silverstone zeigte er sehr wohl, dass er keine Kompromisse macht. Seine Manöver gegen Adrian Sutil machte das mehr als deutlich. Seine Stärke liegt vor allem in der Quali, wo er meiner Meinung nach im Moment kaum zu schlagen ist. Bekannt ist, dass Webber ja nun auch nicht gerade einschläft, die Messlatte ist also gegeben.

2. Fernando Alonso
Dass der Spanier mit einem zeitweise völlig unterlegenen Ferrari bis zum letzten Rennen um die Meisterschaft fahren konnte, sagt eigentlich schon alles über ihn aus. Egal, in welchem Wagen er sitzt, man darf ihn nie abschreiben. Seine Stärken haben sich in den letzten Jahren, vielleicht auch durch die eher demotivierenden Jahre bei Renault, etwas abgeschliffen, aber sie sind immer noch da. Egal ob eine schnelle Runde, oder eine konsequente Hatz auf einen Sieg. Wenn Alonso eine Chance wittert, dann ist er da. Etwas überraschend waren dieses Jahr seine Aussetzer. Der Fehlstart in China mag technisch bedingt gewesen sein, seine Abflüge in Monaco und Spa waren es jedoch nicht. Diese Fehler haben mich überrascht, auf der anderen Seite zeigten sie auch, dass ein so scheinbar kontrollierter Alonso seine Nerven auch nicht immer im Griff hat. 2011 wird man ihn vermutlich noch stärker sehen. Massa hat er zum 1b abgekanzelt und Ferrari wird den Wagen und das Team weiter um Alonso herum bauen.

3. Mark Webber
So ein bisschen ist Webber 2010 ja “Meister der Herzen”. Nicht, weil er die bessere Performance hatte, aber dem seit 10 Jahren mehr oder weniger chronisch erfolglosen Australier hätte man den Titel ebenso gegönnt, wie man das im letzten Jahr bei Jenson Button getan hat. Im Gegensatz zu Vettel hat sich Webber durch die Hinterstube der Formel Eins arbeiten müssen, auch wenn er bei Williams dann einiges an Leistung vermissen ließ. Dass er in der ersten Saisonhälfte Vettel teilweise im Griff hatte, ist schon sehr bemerkenswert und ich hatte das so nicht erwartet. Webber fehlten am Ende aber zwei Dinge zum Titel. Zum waren seine Leistungen in der Quali vor allem am Saisonende zu schwankend, zum anderen machte er seinen Fehler zum schlechtesten Zeitpunkt. Jeder Fahrer hatte 2010 mal einen Aussetzer, doch im drittletzten Rennen sollte man ihn nicht haben. Ob er 2011 noch mal die Motivation aufbringen wird?

4. Lewis Hamilton
Seit dem der Brite in der Formel Eins ist, hat er in jeder Saison für Furore gesorgt. Seine meist ziemlich kompromisslose Fahrweise hat sich in den 4 Saisons, in denen er nun schon unterwegs ist, nicht geändert. Für ihn gilt, was ich auch über Alonso geschrieben habe. In diesem Jahr schien er mir aber nicht immer auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu sein. Er machte keinen großen Fehler, fiel aber in vielen Rennen nicht weiter auf. Eine seiner Schwächen scheint im Moment die Fähigkeit zu sein, im richtigen Moment die richtige strategische Entscheidung zu treffen. Jenson Button hat ihn da teilweise vorgeführt. Auch war sein Speed im Rennen nicht immer ganz so, wie man das erwarten würde. Mir fehlte da teilweise der richtige Biss, auch wenn er bis zum letzten Rennen um die WM fahren konnte.

5. Jenson Button
Für mich die Überraschung des Jahres. Jeder hatte damit gerechnet, dass Hamilton ihn demütigen würde, aber davon war wenig zu sehen. Zwar hat Button immer noch die schwächere Qualifikation, aber im Rennen sieht die Sache dann wieder völlig anders aus. Seine Konstanz über die Distanz ist bemerkenswert und so gut, dass er damit seinen Ingenieuren erlaubt, ein wenig mit der Strategie zu spielen. Während Hamilton meist einen Peak im Rennen hat, bleibt Button bis zum Schluss auf einem Niveau. Hamilton dürfte überrascht gewesen sein, ebenso wie der Rest der Welt, mich eingeschlossen. Neben seiner Quali-Schwäche ist im diesem Jahr aber auch wieder aufgefallen, dass es Rennen gibt, in denen er scheinbar lustlos unterwegs ist (Italien/Deutschland). Button wird sehen müssen, dass er die drei Zehntel, die Hamilton in der Quali vorne ist, 2011 aufholen kann. Mit den stabileren Vorderreifen von Pirelli stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

6. Felippe Massa
Mal wieder die tragische Figur des Jahres, aber auch mal wieder eine typische Massa-Saison. So richtig in Schwung ist er nie gekommen, nachdem man ihm den Sieg in Hockenheim geklaut hat, hat seine Psyche vermutlich einen kleinen Knick bekommen. Viele meinen, dass er den Unfall aus dem letzten Jahr nicht gut verkraftet hat, aber vermutlich ist es so, dass er sein altes Niveau wieder erreicht hat, nur ist Alonso halt ein anderes Kaliber. Es gibt Strecken, da ist Massa dran, auf anderen hat er keine Chance. Das er in diesem Jahr nur auf Platz 6 gekommen ist, hat sicher etwas mit der Strategie von Ferrari zu tun, aber es ist ihm auch nicht gelungen sich in eine Position zu manövrieren, die Ferrari die Entscheidung schwerer gemacht hätte. Anders gesagt: Er ist zu langsam gewesen und das in allen Belangen. Das wird 2011 auch nicht anders sein.

7. Nico Rosberg
Neben Button vermutlich der Fahrer, den man am meisten unterschätzt. Die Häme (“Britney”) die er so kassieren muss, dazu seine, auf den ersten Blick, bescheidenden Ergebnisse, verführen dazu, dass man ihn nicht ernst nimmt. Ich bin da anderer Meinung. Er hat, trotz aller kleinen Psychospielchen, Schumacher in diesem Jahr locker im Griff gehabt, er hat kaum Fehler gemacht und ohne ihn wäre das Comeback von Mercedes in der Formel Eins desaströs gewesen. Intern gilt Rosberg als einer der besten Qualifier, manche setzten ihn auf das Podest von Vettel und Hamilton. Richtige Schwächen sind schwer zu finden, denn der Rennspeed des Mercedes war nun nicht gerade dafür geeignet, dass er sich auszeichnen konnte. Im direkten Duell mit Schumacher hat jedenfalls auch im Rennen nicht verloren. Bleibt hat die Frage: Ist Rosberg so gut, weil Schumacher so schlecht ist?

8. Robert Kubica
Auch in diesem Jahr bin ich aus dem Polen mal wieder nicht schlau geworden. Im Grunde ist er schnell, sein Quali-Speed ist mit dem eher lahmen Renault schon bemerkenswert gut. Auch seine Konstanz im Rennen ist auffallend hoch. Aber so richtig, so durch und durch, hat er mich bis heute nicht überzeugt. Irgendetwas fehlt mir bei ihm, ich kann es nicht genau benennen. Nun ist der Renault auch in diesem Jahr nicht der Wagen gewesen, mit dem man gut überholen konnte, aber auch in den Jahren zu vor fand ich seine Leistung im Rennen immer etwas blass. Vielleicht vertue ich mich, deswegen hätte ich es gern gesehen, wenn Kubica bei McLaren oder Ferrari angedockt hätte. 2011 bleibt er aber bei Renault, und vermutlich wird es dort so weiter gehen, wie in diesem Jahr.

9. Michael Schumacher
Dass Schumacher nicht ins Auto steigt und alles in Grund und Boden fährt, war schon vor der Saison klar. Zu lang war die Pause, zu schlecht war der Mercedes schon bei den Testfahrten. Erstaunlich war es aber, dass der Ex-Meister im Laufe der Saison seinen Rückstand auf Rosberg nicht verkürzen konnte. Mal waren es 5, mal waren es 3 Zehntel, aber in dem Bereich blieb bis fast zum Ende der Saison. Interessanterweise wurde er just ab dem Moment besser, an dem Mercedes den Wagen nicht mehr weiter entwickelte. Und da zeigte sich dann, was Schumacher braucht: Viel Zeit zum Testen, viel Zeit, um den Wagen auf sich einzustellen. Wenn ihm aber der Wagen eh schon nicht passt und wenn dann dazu jede Woche noch viele Updates kommen, schwimmt er offenbar ein wenig. Das ist einerseits etwas erstaunlich, denn seine Erfahrung sollte das ja ausgleichen, andererseits hat er bei Ferrari ja immer bis zum Umfallen testen können, was er jetzt nicht mehr darf. Ich bin extrem gespannt, wie das 2011 ausgehen wird.

10. Rubens Barrichello
Der alte Mann und die Formel Eins. Was soll man zu Barrichello noch sagen. Irgendwie würde etwas fehlen, wenn er nicht dabei wäre und seine Leistungen zeigen, dass er immer genug Speed für gute Ergebnisse hat. Hülkenberg hatte er während der gesamten Saison im Griff, sein technischer Input dürfte auch dazu beigetragen haben, dass das Team in diesem Jahr nicht wie üblich ab Saisonmitte im Nirwana verschwunden ist. Also noch mal 20 Rennen mehr für den Brasilianer.

11. Adrian Sutil
Sutil ist, wie viele F1 Piloten, sehr wechselhaft, was seine Leistungen angeht. Mal ist er sensationell unterwegs (Silverstone), mal nimmt er alles mit, was nicht rechtzeitig aus dem Weg fahren kann (Korea). Er wird immer mal wieder mit einem Top-Team in Zusammenhang gebracht, aber wirklich aufdrängen tut er sich nicht. Gleichzeitig ist sein Problem aber, dass er mittlerweile schon zu lange bei Force India und deren Vorgängern ist. Es wäre mal an der Zeit, dass er in einem anderen Team zeigt, was ihn auszeichnet, aber offenbar gibt es da für ihn keine lockenden Angebote. In diesem Jahr hat er sicher unter der fehlenden Entwicklung des Wagens gelitten, aber vor allem am Saisonende zeigte ihm Liuzzi hier und da sein Heck, was ja schon etwas überraschend ist. Die Rolle des Teamleaders steht Sutil zudem auch nicht so wirklich. Will er wirklich was erreichen, muss er sehen, dass er mehr zeigt, als das, was er 2010 abgeliefert hat.

12. Kamui Kobayashi
Der Mann, der von außen betrachtet, kaum über Lenkrad schauen kann, hat in diesem Jahr den meisten Spaß abgeliefert. Seine sensationellen und knochentrockenen Überholaktionen haben die Fans mehr als einmal vor Freude in die Hände klatschen lassen. Und das alles in einem Sauber, der nicht wirklich gerade auf der Höhe der Zeit war. Und seine beiden Teamkollegen, de la Rosa und Heidfeld, hat er relativ eindeutig übertrumpft. Kein Zweifel, Peter Sauber hat da den vermutlich besten japanischen F1 Piloten, den es jemals gegeben hat. Seine Schwächen sind bekannt: hier und da etwas optimistisch, mangelnde Erfahrung. Wenn es ihm gelingt, das abzustellen, ohne den Speed zu verlieren, dann werden wir noch viel Spaß mit ihm haben.

13. Vitaly Petrov
Wenn in dieser Saison irgendwann mal in einem Sektor “Gelb” gezeigt wurde, lag man mit dem Tipp “Senna oder Petrov” nie schlecht. Der Russe zeigte in etwa das, was man von ihm schon aus der GP2 gewohnt war. Ein paar brauchbare Rennen, ein, zwei Highlights, den Rest der Zeit stand er neben der Strecke oder fiel nicht weiter auf. Eine echte Steigerung konnte man bei Petrov nicht sehen, auch wenn die letzten Rennen von ihm schon etwas besser liefen. Während man aber zum Beispiel bei Hülkenberg eine steile Lernkurve sehen konnte, fiel die beim Russen deutlich flacher aus. So richtig empfohlen hat er sich für eine weitere Saison bei Renault, die ja nun jeden Punkt brauchen, nicht wirklich. Auf der anderen Seite: Wenn er im nächsten Jahr etwas konstanter unterwegs sein sollte, ist er zumindest ein Kandidat für Punkte.

14. Nico Hülkenberg
Zäher Start, sensationelles Ende. Die Entwicklung, die zwischen beiden Polen liegt, konnte man beim Deutschen in diesem Jahr sehr gut beobachten. Zu Beginn ging gar nichts, weder in der Quali, noch im Rennen, doch im Laufe der Saison steigerte er sich in beiden Punkten. Seine Pole in Brasilien entstand mit etwas Glück, aber fahren muss man so was ja auch erst einmal. “The Hulk” ist ein mir als kluger Pilot aufgefallen. Wenig Fehler, allerdings manchmal etwas Probleme im Rennen. Er fährt vorausschauend und die Dinge, die ihm Barrichello beigebracht hat, dürften nicht geschadet haben. Umso bedauerlicher, dass Williams ihn mit Maldonado ersetzt, denn Hülkenberg bleibt dann nur die Rolle als Testfahrer bei Mercedes oder ein Platz bei Virgin, bestenfalls Force India.

15. Vitantonio Liuzzi
Meine Meinung über ihn hat sich seit seiner Zeit bei Toro Rosso eigentlich nie geändert. Er ist nicht sonderlich schnell, es fehlt ihm vor allem in der Qualifikation an Speed. Im Rennen fällt er selten auf, meist schwimmt er im Rennen nur so mit. Überholmanöver? Auffallende Rennen? Ich kann mich an keins erinnern. Sein sechster Platz in Korea war immerhin mal ein Lichtblick, den er aber der Ausfallorgie zu verdanken hatte. Kein Fahrer, den ich 2011 vermissen würde.

16. Sebastian Buemi
Es ist nicht leicht die Leistung des Schweizers zu beurteilen, da sein Team in diesem Jahr keinen guten Eindruck gemacht hat. Nominell war er besser als der Kollege Alguersuari, aber richtig aufgedrängt hat er sich in diesem Jahr auch nicht. Anders gesagt: Dafür, dass er schon seine zweite Saison gefahren hat, blieb er erstaunlich blass. Da wird 2011 deutlich mehr kommen müssen.

17. Pedro de la Rosa
Der Spanier war sicher gehandicapt durch den schlechten Wagen, den er zur Verfügung hatte. Auf der anderen Seite fand ich es doch erstaunlich, dass er nach seiner sehr langen Pause als Einsatzfahrer von Anfang an so gut unterwegs war. Zwar konnte er Kobayashi nicht übertrumpfen, aber fiel auch nicht ab. Die Performance im Rennen ließ aber zu wünschen übrig und auch als der C29 besser lief, steigerte sich de la Rosa nicht. Seine Auswechslung war vertretbar, aber es gab deutlich schlechtere Piloten in diesem Jahr.

18. Nick Heidfeld
Nach fast einem Jahr Pause wieder in einen Wagen zu steigen war sicher nicht leicht, zumal er bei Mercedes kaum gefahren ist. Dass er gleich auf das Niveau von Kobayashi kommen konnte musste man erwarten, leider war die Zeit bei Sauber zu kurz, um zu sehen, ob er hätte mehr leisten können. Für Heidfeld neigt sich die Zeit in der F1 dem Ende zu. Er hat die Ansprüche, die man an ihn gestellt hat, nie erfüllt, dazu drängen eine ganze Menge neuer Leute in die Serie. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass er in einem LMP eine gute Figur machen kann. Seine Stärken liegen im Rennen und in der Distanz, also eigentlich perfekt für Langstreckenrennen.

19. Jami Alguersuari
Für den Spanier gilt im Prinzip das, was auch für Buemi gilt: Schwer einzuschätzen. Vom Gefühl her halte ich Alguersuari für den schnelleren der beiden, aber wirklich unterstützt hat er mein Gefühl nicht. Auch hier gilt, dass man die Saison 2011 abwarten muss. Ich traue ihm aber mehr zu, als er bisher gezeigt hat. Das Toro Rosso mit Ricciardo einen schnellen Mann verpflichtet hat, der in allen Freitagssessions unterwegs sein wird, dürfte die Sache interessant machen.

20. Heikki Kovalainen
Nach dem Rauswurf bei McLaren, wo er Hamilton nur hinterher fahren konnte, war klar, dass er eben nicht zu den allerschnellsten im Feld gehört. Trulli, nun auch nicht mehr der Jüngste, schlug ihn 2010 regelmäßig in der Qualifikation, im Rennen lagen beide allerdings oft gleichauf. Das Kovalainen noch eine Saison bei Lotus dranhängen darf ist etwas überraschend, ich hatte damit gerechnet, dass Fernandes sich für jemanden der Kategorie Heidfeld entscheiden würde. Kovalainen bleibt ein guter Mittelklasse Pilot.

21. Jarno Trulli
Sein Problem ist weiterhin der Speed über eine gesamte Renndistanz. Im Training ist er weiter einer Besten, im Rennen fehlt ihm dann oft die Konstanz. Das fällt im Lotus nicht ganz so sehr auf wie noch bei Renault oder Toyota, aber auffallend ist es doch. Lotus hält an ihm fest, weil er in der Lage ist, den Wagen in der Quali wie eine Zitrone auszupressen, was ihn vielleicht mal in Q2 und mit viel Glück in Richtung Punkte bringen könnte.

22. Karun Chandok
Der vermutlich mit Abstand witzigste und charmanteste Pilot im Paddock. Leider auch einer langsamsten. Immerhin, dass sollte nicht untergehen, hatte er Bruno Senna so gut im Griff, dass er, obwohl seit dem GP von Deutschland nicht mehr im Einsatz, wegen der besseren Plätze noch vor Senna in der WM liegt. Er hätte schon eine weitere Saison verdient, vielleicht würde die wachsende Erfahrung auch dafür sorgen, dass sich seine Grundschnelligkeit verbessern würde.

23. Bruno Senna
Um es klar zu sagen: Senna ist nicht gleich Senna. Der Neffe hatte weder in der britischen F3 noch in der GP2 auch nur ansatzweise das Talent, das sein Onkel hatte. Und er wird in diesem Leben auch nicht mehr schneller werden.

24. Luca di Grassi
Der hat mich in diesem Jahr ehrlich gesagt enttäuscht. Ich habe ihn auf Grund seiner guten GP2 Ergebnisse für jemanden gehalten, der mehr drauf hat. Aber Timo Glock, dessen Speed man auch nur schwer einschätzen kann, hat ihm klar die Grenzen aufgezeigt. Weder im Rennen, noch in der Quali konnte di Grassi zeigen, dass er mehr drauf hat. Vermutlich wird er durch D’Ambrosio ersetzt.

25. Timo Glock
Sein rätselhafter Wechsel zu Virgin macht es schwer ihn einzuschätzen. Bekannt ist, dass er in der Quali Schwächen hat, seine Rennen aber immer sehr gut waren. In diesem Jahr hatte man den Eindruck, dass es genau umgekehrt war. In der Quali gut, im Rennen selten vor den Lotus. Er hat sich im Moment bei Virgin fest gefahren und wird dort zeigen müssen, was er kann.

26. Sakon Yamamoto
Immerhin war der Japaner, der aus dem Nichts bei HRT auftauchte, nicht so langsam, wie befürchtet. In der Quali machte er Senna sogar das Leben ein wenig schwer, im Rennen war die Sache dann klar. Positiv fiel mir nur auf, dass er, trotz mangelnder Erfahrung und einem bockigen HRT, selten von der Strecke flog.

27. Christian Klien
Wenn er im Auto saß, war er schneller als Senna, Chandok oder Yamamoto, was allerdings nicht wirklich ein Gradmesser ist. Dass er nicht langsam fährt, ist bekannt, nur wie gut er wirklich ist, kann man mangels Vergleich keiner sagen. Besser als Glock oder Kovalainen? Vielleicht. Besser als Kobayashi oder Hülkenberg? Wohl eher nicht.

November 17 2010

07:42

Ferner liefen: Die Newshappen

# Mal wieder Chaos bei HRT. Seit Monaten wurde gemunkelt, dass das Deutsch-Spanische Team einen Deal mit Toyota abschließt. Die sitzen immer noch auf zwei fahrbereiten Chassis, die man angeblich über das Jahr auch weiter entwickelt hat. Diese Chassis sollten die Basis für das nächstjährige Auto von HRT werden. Leicht verschnupft hat Toyota den Deal aber am Montag aufgekündigt. Grund: HRT ist wohl seinen finanziellen Pflichten nicht nach gekommen. Für das Team ist das ein schwerer Schlag, denn man besitzt weder einen eigenen Fertigung, noch einen Designabteilung. Geoff Willis fungiert nur als Berater, die technische Unterstützung kommt aus der Werkstatt von Colin Kolles in Deutschland. Aus der hohlen Hand wird man kein Chassis zaubern können, um noch jetzt rechtzeitig einen Wagen für 2011 fertig zu bekommen, ist es eigentlich schon zu spät. Auf Twitter kursierte das Gerücht, dass die Chancen für einen Einsatz der HRT in 2011 50:50 stünden. Eine Lösung für HRT wäre wohl nur Lola, die angeblich zumindest Entwürfe haben, mit denen man ein Chassis bauen könnte. Karun Chandock schaut sich, nach eigenem Bekunden, nach einem anderen Team um. Don

# Sebastian Vettel befindet sich immer noch auf einer ausgedehnten Feiertour, die aber Freitag schon wieder zu Ende ist, denn dann gehen die Pirelli-Tests in Abu Dhabi los. Am Montag war er im Red Bull Sender “Servus TV” zusammen mit Christian Horner, Adrian Newey und Mark Webber zu Gast. Letzter sah immer noch nicht wirklich glücklich aus, erwähnte aber, dass es noch am Sonntag zwischen ihm und Vettel ein klärendes Gespräch gegeben habe. Auffallend war auch, wie oft Newey und Horner erwähnten, wie wichtig die Leistung von Webber in diesem Jahr gewesen sei. Nach dem Pirelli Test ist im übrigen für dieses Jahr wirklich Schluss mit dem Fahrbetrieb. Die nächsten Tests gibt es erst wieder im Februar. Don

# Adrian Sutil rechnet damit, dass er 2011 bei Force India blieben wird. Offenbar hat Renault zumindest ihm abgesagt. Unklar ist, wer das zweite Cockpit bei den Indern besetzen wird. Luizzi hat sich nicht zwingend empfohlen, dazu kommt, dass Mercedes gerne Paul di Resta oder Gary Paffett unterbringen würde. Nick Heidfeld werden aber ebenfalls Chancen zugerechnet, dafür hat er einfach zu viel Erfahrung. Völlig unklar ist, was nun Nico Hülkenberg macht. Der ist seinen Sitz bei Williams bekanntermaßen los, und viele Möglichkeiten hat er nicht mehr. Sein Manager Willi Weber spricht angeblich mit “vier Teams”, wer das ist, kann man sich denken. Eine Variante wäre, dass man versucht Hülki Lotus (also dem diesjärigen Lotus) unterzubringen. Da gilt Trulli als gesetzt, Kovalainen ist noch nicht bestätigt. Don

# Vielleicht steht aber auch anderswo noch eine Überraschung ins Haus: Formel Renault 3.5-Meister Mikhail Aleshin hat sich anlässlich seines Auftritts bei den Young Driver Tests am Dienstag in Abu Dhabi ziemlich selbstbewusst gegeben. Angeblich ist der Russe nah dran, ein Renncockpit für die kommenden Saison zu ergattern. Verliert am Ende Vitaly Petrov trotz starker Leistung beim letzten Saisonrennen seinen Platz bei Renault ausgerechnet an einen anderen Russen – oder möchte Marussia einen Landsmann zum neuen Partner Virgin Racing lotsen? Vorsicht

# Dale Earnhardt jr. ist ja so bisschen der FC Köln unter den NASCAR Piloten. Beliebt, aber leider erfolglos. Am Talent mag es liegen, aber vermutlich auch am Crew Chief. Junior und Lance McGrew, ein Hendrick Eigengewächs aus der zweiten Reihe, kommen nicht wirklich gut miteinander aus, dazu kommt, dass manche Calls von McGrew nicht wirklich gut waren. Man rechnet schon länger damit, dass Rick Hendrick seinem Fahrer noch eine letzte Chance und damit einen neuen Crew Chief geben möchte. Darüber soll aber, so Twittergerüchte, erst im Dezember entschieden werden. Don

# In Daytona hat man mittlerweile die neue Asphaltdecke fertig, und Goodyear hat die ersten Tests für Dezember angekündigt. Don

# In der VLN wird es tatsächlich ein 12 Stunden Rennen geben. Der MSC Ruhrblitz Bochum, der die Sache veranstaltet, hat den Termin am 10. September 2011 bestätigt. Don

# In der WTCC gibt es schon einen Meister. Am grünen Tisch hat Chevrolet gegen BMW gewonnen, denen die Punkte aus Okayama aberkannt wurden. Hintergrund ist der Einsatz eines sequentiellen Getriebes im BMW, das angeblich so von der FIA nie homologiert worden ist. Ich gehe morgen in der Macau Vorschau darauf genauer ein. Das “Glückwunsch, Yvan Muller”, geht mir noch etwas schwer von den Lippen. Don

# Am Sonntagvormittag gibts an F1-Wochenende auch künftig zweimal was zu sehen (sofern denn jemand überträgt) – der Porsche Supercup hat seinen Vertrag mit der Formel 1 bis 2013 verlängert. Vorsicht

# Flying Lizard, die in diesem Jahr, sagen wir mal, geschäftliche Probleme hatten, wollen 2011 wieder mit zwei Wagen in der ALMS antreten. Don

# In der IRL hat Justin Wilson bei Dreyer & Reinbold verlängert. Gleichzeitig mehren sich Gerüchte, die Graham Rahal in einem dritten Wagen bei Ganassi sehen, aber da gibt es noch nichts Konkretes. Don

# Derzeit leider noch auf der Straße sitzt Tony Kanaan. In der vergangenen Woche wurde der Brasilianer mit einem NASCAR Truck-Cockpit im Team von Kyle Busch in Verbindung gebracht – wo man gerüchteweise übrigens auch mit Dan Wheldon verhandeln soll. Aber auch eine Verpflichtung für Gil de Ferrans Indycar-Team scheint im Raum zu stehen – sofern Kanaan in Brasilien die nötigen Sponsorgelder auftreiben kann.  Vorsicht

# Das Saisonfinale der Indycars könnte nach langem Hin und Her nun doch in Las Vegas stattfinden. In diese Richtung deutet zumindest die Tatsache, dass Penske und Ganassi am vergangenen Dienstag dort Reifentests für Firestone durchgeführt haben. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, als Datum für das Rennen wird der 16. Oktober kolportiertVorsicht

# Auch das zwischenzeitlich abgesagte Rennen in Edmonton könnte möglicherweise nun doch stattfinden. Meldungen sprechen davon, dass Promoterfirma  ”Octane” an einem Deal arbeitet, demnach nicht nun die IRL 2011 in die kanadische Stadt zurückkehrt, sondern ab 2012 auch die NASCAR Nationwide dort fährt. Vorsicht

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