Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

July 05 2011

16:00

Sportwagen-Analyse: LMS/ILMC in Imola, GT1/GT3 in Navarra

Dominanz war das Thema des Wochenendes. Audi war chancenlos gegen Peugeot und die versammelte GT1-Konkurrenz hatte den All-Inkl.com-Lamborghinis nichts zu erwidern…

Nach den unfallträchtigen Rennwochenenden in Spa und Le Mans will ich erstmal eines voranstellen: die 6 Stunden von Imola gingen ohne schweren Unfall, ja sogar ohne irgendeinen nennenswerten Crash zu Ende, auch das Safety Car kam nicht ein einziges Mal zum Einsatz. Zwar war es das ein oder andere Mal wieder eng beim Überrunden, doch alle konnten sich einigermaßen im Zaum halten. So konnte sich über die LMS-Standarddistanz ein interessantes Rennen ohne Unterbrechungen oder Gelbphasen-bedingte Verschiebungen entwickeln. Und so zeigte sich schon früh: mit den beiden Peugeot 908 würden die Audi R18 nicht mithalten können. Imola ist eine relativ einzigartige Erscheinung im ILMC-Kalender, am ehesten noch mit Zhuhai zu vergleichen, mit vorrangig langsamen Kurven (bzw. Schikanen im Falle von Imola), verbunden durch Geraden. Damit scheint der Peugeot deutlich besser klarzukommen als der neue Audi R18.

So konnte der zwar im flotteren Mittelsektor (mit Piratella und Acque Minerale) punkten, doch auf den übrigen zwei Dritteln der Strecke waren die Franzosen im Vorteil, u.a. auch mit 6-8 km/h höherem Tospeed. Außerdem verstopfte die über die Renndauer zunehmende Menge an Gummiabrieb und Schmutz die Kühllufteinlässe der Vorderbremsen. Das führte zu Überhitzungsproblemen, wegen denen die Ingolstädter auch von der optimalen Bremsbalance abweichen mussten. Hinzu kamen die Temperaturen von bis zu 36°C waren ein Fall, für den Audi noch nicht ausreichend auf der Strecke testen konnte. Dass Peugeot Stints von bis zu 33 Runden fahren konnte, während die Audis konstant alle 30 Runden nachtankten, ist interessant, aber war an diesem Sonntag nicht rennentscheidend.

Konnten die Audi in der ersten Dreiviertelstunde noch gut mithalten, setzten sich die Peugeots dann allerdings ab der ersten Boxenstopp-Runde konstant ab; auch zwei schleichende Plattfüße etwa eine Stunde vor Schluss, die eine Änderung des Stopp-Rhythmus erforderten, änderten nichts mehr, dass am Ende etwa anderthalb Runden Vorsprung zu Buche standen: Sebastien Bourdais und Anthony Davidson siegten nach astreiner Performance vor Montagny/Sarrazin; Fässler/Bernhard hielten ihre Kollegen McNish/Kristensen im Kampf um den letzten Podiumsplatz hinter sich. Auch in beiden ILMC-Gesamtwertungen (Team- und Marken-Pokal) liegen die Franzosen nun klar vorn, auch wenn bei noch drei ausstehenden Rennen noch nichts entschieden ist.

Auch der Pescarolo-Judd des Pescarolo-Teams tat sich mit dieser Strecke schwer, so absolvierten die beiden Rebellion-Lola-Toyotas die Distanz diesmal ohne Probleme als beste Benziner, mit Belicchi/Boullion 17 Sekunden vor Jani/Prost. In der LMS-Gesamtwertung (a

June 30 2011

16:00

Sportwagen-Vorschau: ILMC/LMS in Imola, GT1 & GT3 in Navarra

Viel Sportwagen-Motorsport gibt’s am kommenden Wochenende zu sehen, darunter auch die Fortsetzung des Duells Audi vs. Peugeot; nach Le Mans richtet sich nun das Hauptaugenmerk auf die Meisterschaftstitel.

Drei Wochen nach den 24 Stunden von Le Mans geht der Intercontinental Le Mans Cup in seine nächste Runde, wie bei allen Europa-Rennen gemeinsam mit der Le Mans Series. Das wird sich im nächsten Jahr wohl ändern, wenn die ILMC zur FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft wird und Patrick Peters LMS wieder separat laufen soll.  Dieses eine Mal jedoch (und dabei wird es wohl bleiben, denn Spa und Silverstone sind die wahrscheinlichere Wahl als europäische WEC-Läufe) treten beide Serien gemeinsam mit entsprechend großem Feld auf dem vor einigen Jahren renovierten Kurs vor den Toren von Imola an.

Leider dürfte die Kombination aus dem großen Feld mit fünf Klassen und der durch den Umbau eher gefährlicher gewordenen Strecke alles andere als eine optimale Kombination sein. Gerade solche Knicke, wie es sie auf der langen und schnellen Start/Ziel-Passage mehrfach gibt, haben sich bei den vergangenen ILMC-Events als Gefahrenherde beim Überrunden herausgestellt.

Entscheidend dürfte sein, dass die Fahrer der verschiedenen Kategorien im Briefing Absprachen treffen, an die sich auch alle halten; das gilt insbesondere für die Fahrer der schnelleren Prototypen, von denen einige ihre Herangehensweise ändern und mehr Rücksicht nehmen müssen. Einige der Audi-Fahrer haben in Le Mans die Schuld für die schweren Unfälle auf die GT-Piloten und Amateure geschoben, doch vor allem sie selbst und ihre LMP1-Kollegen müssen Verantwortung übernehmen und im Zweifelsfall auch mal zurückstecken.

Das Teilnehmer-Limit für den italienischen Kurs liegt bei 53 Fahrzeugen, und ursprünglich schien es, als müsse man einige FLM-Teams ausladen. Doch in der vergangenen Woche hagelte es – auch prominente – Absagen. Dass Guess Racing (Grund: angeblich Elektrikprobleme) und Aston Martin (Grund: der AMR-One ;-)) wieder absagen würde, war abzusehen. Hinzu kommen jedoch auch noch Oreca, die ihren Peugeot 908 nach Le Mans erst wieder ordentlich aufbauen müssen; Quifel-ASM, die nach zwei Motorschäden in Folge lieber am Zytek-Aggregat arbeiten wollen; Hope Racing mit dem noch nicht ganz ausgereiften Hybrid-LMP1; und auch der in Le Mans verunfallte Gulf-Aston Martin Vantage wurde zurückgezogen.

Besonders bei Oreca ist die Absage überraschend, hätte das Team doch durchaus noch Chancen auf die Team-Meisterschaft in der ILMC gehabt. Vorn liegen in der Wertung allerdings das Audi Sport Team Joest und Peugeot Sport Total, und zwar denkbar knapp mit 50 zu 49 Punkten – allerdings: in der Herstellerwertung ist der Stand umgekehrt: Peugeot (103) deutlich vor Audi (69), die bislang in jedem Lauf weniger Punkte sammelten. Für Peugeot dürfte es besonders wichtig sein, beide Titel zu holen, um nach der erneuten Niederlage bei den 24h wenigstens etwas vorzuweisen zu können. Möglich wäre natürlich bei dem Titelgewirr, das leider auch in der zukünftigen WM bleibt, eine Meisterschaft für beide Konkurrenten…

Bernhard/Fässler und Kristensen/McNish fahren die beiden komplett neuen Audi R18 (der Le Mans-Siegerwagen kommt ins Museum), Bourdais/Davidson und Montagny/Sarrazin die Peugeots. Ein eventueller Vorteil für eines der beiden Werke ist schwer zu ermitteln. Peugeot wird sicher nicht mit einer strikt auf geringen Luftwiderstand getrimmten Abstimmung à la Le Mans ins Rennen gehen, entsprechend werden Verbrauchs- und Topspeed-Vorteil sowie der Nachteil in schnellen Passagen kleiner sein. Dennoch bleibt der 908 ein zum Übersteuern neigendes Fahrzeug mit schmalerem Performance-Fenster, wie die Fahrer inzwischen erklärt haben. Auch Audi wird auf ein Setup für mehr Downforce setzen. Heiß soll es am Sonntag nicht werden (es sind auch Schauer zu erwarten), also sollte auch die Klimaanlagen-lose Cockpitbelüftung nicht an ihre Grenzen stoßen.

Pescarolo und Rebellion werden sich um Sieg und Tabellenführung bei den Benzinern streiten, die Franzosen scheinen hier im Vorteil zu sein. In der LMP2 ist noch alles drin: in der LMS liegt Strakka trotz des schwachen Motors in Lauf 1 vorn (hier zählt ja Le Mans selbst nicht zur Meisterschaft), dahinter liegen allerdings noch neun weitere Teams innerhalb von zehn Punkten. Bei den drei ILMC-Teams dieser Klasse führt Signatech-Nissan mit 18 Punkten vor Level 5 und Oak Racing. Ein Favorit auf den Klassensieg in Imola ist schwer zu benennen, aber die Nissans dürften wieder leicht im Vorteil sein, besonders Strakka ist aber auch stets immer für ein Podium gut.

In der GTE-Pro streiten sich AF Corse (53 Punkte) und BMW (49) um den Team-Titel, Lotus arbeitet noch am neuen Wagen und Luxury Racing fehlen trotz guter Rennen die Ergebnisse. In der Hersteller-Wertung jagen BMW und Ferrari (je 72 Punkte) allerdings Corvette, die nach dem Le Mans-Sieg mit 84 Zählern vorn liegen – der Vorsprung dürfte allerdings wieder schmelzen, denn die Werks-Corvettes treten nur in den US-Runden an und die Larbre-Amateur-Corvette allein kann kaum ausreichend Punkte holen, um die Führung zu halten.

Porsche liegt bereits deutlich zurück, der 911 GT3 RSR kann mit den neuen Modellen der Konkurrenz nicht mehr ganz mithalten, wie die bisherigen Rennen zeigten. Auch in der LMS liegen die Ferrari-Teams AF Corse, Hankook-Farnbacher und JMW deutlich vorn. Beim Ferrari-Heimspiel in Imola dürften die Teams mit den F458 auch wieder stark einzuschätzen sein, und das nicht nur wegen des Heimvorteils. Auch die Haltbarkeit sollte über die Distanz von 6 Stunden ein kleineres Problem sein als über 24. Allerdings wird sich BMW wohl jetzt auch nicht mehr zurückhalten, anders als in Spa, als man wohl einer BoP-Neueinstufung entgehen wollte. Entsprechend dürfte die mit 14 Autos gut besetzte GTE-Pro-Klasse diesmal ein spannenderes Rennen bieten als beim letzten gemeinsamen ILMC/LMS-Lauf.

GT1-WM – Navarra

Die mit ILMC und LMS konkurrierenden Ratel-GT-Serien werden zum zweiten Mal nahe Los Arcos in der nordspanischen Region Navarra an den Start gehen. Der noch a

October 28 2010

06:18

SLF: Knappe Entscheidung in Navarra

Mit einem extrem spannenden Rennen hat sich die Superleague Formula nach ihrer zweiten Saison in die Winterpause verabschiedet. Am Ende war Davide Rigon der glückliche Sieger – und Craig Dolby ein tragischer Held.

Nur zwei Punkte trennten Craig Dolby und Tottenham Hotspur am Ende vom Meistertitel in der Superleague Formula – und von einer Million Euro in Preisgeld. Zur Illustration: Wenn man annimmt, dass die 699 Punkte von Meister Rigon und dem RSC Anderlecht der Distanz von der Erde zum Mond entsprächen, dann wären die beiden Punkte ein Abstand von nur etwa 1000 Kilometern – das ist nur wenig mehr als der Weg von Flensburg nach München. Oder etwas simpler ausgedrückt: Das, was sich am Wochenende in Navarra abgespielt hat, war unglaublich packender Motorsport. Dass es gar so spannend war, ist aber auch dem Rennformat zuzuschreiben, das enge Entscheidungen begünstigt. Bleibt zu hoffen, dass wir die SLF im kommenden Jahr wiedersehen werden.

Der erste LAuf verlief noch vergleichweise harmlos: John Martin im Auto von Beijing Gouan schnappte sich am Start die Führung von Davide Rigon und kontrollierte in Folge das Rennen. Der Italiener fuhr dahinter seinen zweiten Platz vor Craig Dolby ins Ziel, und baute damit seine Meisterschaftsführung ein wenig aus.

Gar nicht toll lief es derweil für die anderen Titelaspiranten: Max Wissel hatte ein recht passables Rennen mit zahlreichen Überholmanövern, Platz sechs reichte aber nicht, um die Meisterschaft noch offen zu halten. Yelmer Buurman, der schon vor dem Navarra-Wochenende nur noch theoretische Chancen gehabt hatte, landete noch einen Platz weiter hinten auf Rang sieben. Und Ben Hanley gab mit Rang zwölf im Olympiacos-Wagen ebenfalls alle Chancen aus der Hand.

Wer aber geglaubt hatte, dass die Meitschaftsentscheidung dadurch weniger spannend würde, der lag kräftig daneben. Denn in Rennen zwei zündete der eigentlich Erkältungs-gechwächte Craig Dolby den Turbo: Vom drittletzten Startplatz fuhr er zunächst mit sehenswerten Überholmanövern bis auf Rang fünf nach vorne, dann holte er sich in der vorletzten Runde auch noch den vierten Platz von Maxi Cortes. Und weil Davide Rigon nur bis auf Rang elf vorfahren konnte, reichte das gerade noch, um die Entscheidung bis ins Superfinale offen zu halten.

In Zahlen lautete die Ausgangslage für das letzte Finale des Jahres: Rigon mit vier Punkten Vorsprung auf Dolby. Insgesamt gibt es in einem Superfinale der SLF sechs Punkte zu gewinnen, der Zweitplatzierte erhälf fünf Punkte, der Dritte vier, usw. Wenn Dolby das Rennen gewinnen würde, müsste Rigon also mindestens den fünften Platz einfahren, um trotzdem Meister zu werden – denn bei Punktegleichheit würde den Italiener sein Vorsprung an Rennsiegen den Titel retten.

Und einige Zeit lang sah es wirklich so aus, als ob genau dieser Fall eintreten würde: Dolby hatte sich an die Spitze des Feldes gefahren, Rigon runderte auf Rang fünf über die Strecke. Schließlich wurde aber doch klar, dass Rigon den vorletzten Rang halten könnte – und dann bugsierte Dolbys Teamkollege John Martin den Briten auch noch mit einem reichlich rüden Manöver auf Platz zwei. Wenn man bedenkt, dass im Falle des Titelgewinns der Mannschaft ein Preisgeld von einer Million Euro gewunken hätte, kann man sich nur wundern, dass der Australier das durfte. Sofern er also nicht einfach gegen die Anweisungen seines Teams gehandelt hat: Meine Verneigung vor so viel Sportsgeist von Alan Docking Racing/Alpha Motorsport.

Das gleiche gilt auch für Craig Dolby. Nach dem Rennen rang der Brite zwar mit den Tränen, meinte aber trotzdem: “I tried my hardest and hopefully I’ll be back next year. Congratulations to Davide. Right now it hurts though“. So sehen faire Verlierer aus – da könnten sich so manche Gestalten in anderen Serien eine Scheibe abschneiden.

Womit ich nicht sagen will, dass Davide Rigon der Titel nicht zu gönnen ist. Im Gegenteil: Der Italiener hat zum zweiten Mal nach 2008 bewiesen, dass er mit den SLF-Boliden einfach großartig zurecht kommt. Und dass jetzt wohl endlich genug Geld für seine Hochzeit vorhanden ist, ist ebenfalls ein nettes Detail.

Nachdem es im Trubel um die Meisterschaft fast untergegangen ist, noch schnell ein paar Worte zum zweiten Rennen: Da haben sich nämlich zwei weitere Talente mal wieder für höhere Weihen empfohlen. Zum einen ist da Sieger Alvaro Parente (FC Porto). Der Portugiese war in der seligen A1GP prima unterwegs und zeigte auch in der GP2 2008 bis 2010 anständige, wenn auch etwas unkonstante Leitungen. Im Winter sah es eine Zeit lang so aus, als wäre er Testfahrer bei Virgin F1 – das hat sich mangels Sponsorzahlungen aber wohl zerschlagen. Und hätte ihm wohl auch nicht wirklich weitergeholfen.
Und dass ich den Rennzweiten, Esteban Guerrieri (PSV Eindhoven) für einen schändlich vernachlässigten Rohdiamanten halte, ist sowieso weithin bekannt.

Bleibt die Frage: Wie geht es mit der Superleague Formula im kommenden Jahr weiter? Gerüchte über Zahlungsprobleme machten zuletzt in Beijing die Runde. Insgesamt ist abgesehen vom Sponsoring durch die staatliche angolische Ölgesellschaft Sonangol keine offensichtliche Einnahmequelle zu erkennen. TV-Verträge gibt es kaum – und wo doch, da scheinen sie eher von der SLF bezahlt, als umgekehrt. Auch die Zuschauerzahlen waren nicht überall berauschend – bei den letzten drei Saisonrennen in China und Navarra waren die Ränge aber immerhin gut gefüllt. Vielleicht möchte man sich ja auch für das kommende Jahr überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, etwas öfter mit der GT1 gemeinsame Sache zu machen. Verdient hätte es sich die Serie allemal, 2011 eine weitere Saison erleben zu dürfen.

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl