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October 20 2013

09:49

BTCC: Analyse Brands Hatch GP

Andrew Jordan ist der BTCC-Champion 2013. Am letzten Wochenende gingen die drei letzten BTCC-Rennen des Jahres über die regennasse Bühne des altehrwürdigen GP Circuits von Brands Hatch.

hi_10461_53ca34 bzw. 35 Punkte Vorsprung auf die Markenkollegen Neal und Shedden ließen die Sache vor dem Saisonfinale zunächst recht sicher für Jordan erscheinen. Ein bärenstark auftretender Jason Plato, der den von mir vor kurzem als „Schönwetterauto“ abgestempelten MG zu zwei souveränen Siegen im strömenden Regen navigierte und der erste Ausfall für Jordan in diesem Jahr, der ihn ausgerechnet im zweiten Rennen des Tages traf, in dem er den Sack eigentlich schon hätte zu machen können, ließen die ganze Situation dann doch noch mal äußerst spannend werden und die Meisterschaft bis zum letzten Rennen der Saison offen bleiben.

hi_10439_1ec1Doch gehen wir etwas chronologisch vor. Die Qualifying-Stärke, die die MG in den letzten Rennen gezeigt hatten, konnten Plato und Tordoff auch in Brands Hatch, das sich am Samstag noch in bestem sonnigen Herbstwetter zeigte, ausspielen und sich souverän Reihe eins sichern. Die weiteren Positionen der Meisterschaftsaspiranten: Andrew Jordan und Gordon Shedden qualifizierten sich direkt dahinter in Reihe zwei auf den Positionen drei und vier. Colin Turkington mit allerdings nur noch sehr theoretischen Meisterschaftschancen fuhr seinen BMW auf Startplatz sechs. Fehlte also nur noch Matt Neal. Aber für den Dynamics-Piloten lief so ziemlich alles schief. Ohnehin gehandicapt durch einen gebrochenen Finger (Karate-Training …), der zwei Operationen vor Brands Hatch erforderlich machte, zerstörte er seinen Honda bei einem heftigen Unfall im Qualifying ausgangs Paddock Hill Bend. Ergebnis: Ein kaputtes Fahrzeug, das den Mechanikern eine lange Nacht bereitete, und ein sichtlich durchgeschüttelter Matt Neal, der letztendlich nur von Startplatz 16 ins erste Rennen gehen konnte.

hi_10440_cd94Erwähnenswert ist abseits des Meisterschaftsgeschehens noch: Der fünfte Startplatz für den im Qualifying wieder einmal sehr starken Adam Morgan, Startplatz sieben für Tom Onslow-Cole als bester Ford und der großartige zehnte Platz für Jake Hill im zweiten Rob Austin-Audi, der hier in Brands Hatch zum ersten Mal in einem NGTC-Auto saß und zu seinem erst zweiten BTCC-Rennen antrat. Die Platzierung bedeutet nicht nur eine auf Anhieb bessere Leistung als sie Will Bratt als Full-Time-Kraft das ganze Jahr über im Audi gezeigt hatte, sondern auch einen Startplatz zwei Positionen besser als Teamchef Rob Austin.

hi_10459_cf4bTrotz des strömenden Regens, der über den gesamten Rennsontag anhalten sollte, ging Rennen eins relativ unspektakulär über die Bühne. Jason Plato setzte die Pole Position in einen Start-Ziel-Sieg um. Dahinter konnte sich Shedden an Tordoff vorbei arbeiten und sich den zweiten Platz sichern. Andrew Jordan ließ in einer eher defensiven Fahrt Tom Onslow-Cole passieren und kam auf Platz fünf ins Ziel. Punkte sichern ohne im Regen unnötiges Risiko einzugehen lautete seine Herangehensweise. Eine bärenstarke Fahrt zeigte dahinter Matt Neal, der sich mit gebrochenem Finger im gerade wieder aufgebauten Honda bis auf Platz sechs nach vorne arbeiten konnte. Für Colin Turkington waren die letzten Chancen auf die Meisterschaft dagegen bereits nach der ersten Kurve dahin. Ausgangs von Paddock Hill verabschiedete sich der Meister des Jahres 2009 in einen Dreher und wurde ausgerechnet von seinem Teamkollegen Nick Foster frontal auf die Hörner genommen. Turkingtons Ausfall bedeutete zugleich den zweiten Independent-Titel in Folge für Andrew Jordan. Angesichts des Kampfes um die Gesamtwertung war dieser Erfolg aber nur schmückendes Beiwerk für den Eurotech-Piloten.

hi_10452_c326Im zweiten Rennen kam dann das große Drama. Mit einer weiteren soliden Fahrt in die Punkteränge hätte Jordan schon alles klar machen können. Aber wie das meistens so ist, wenn man sich in der „danger zone“ (O-Ton Tim Harvey) im Mittelfeld aufhält und es auch noch in Strömen regnet, kommt ganz schnell alles ganz anders. Das Drama begann bereits am Start, als Jordan hinter Rob Collard auf Platz sieben zurückfiel. Zwischen dem vor ihm liegenden BMW und Verfolger Matt Neal dahinter eingeklemmt fand sich Jordan im dichten Verkehr wieder. In Runde zwei setzte dann Áron Smith hinter Matt Neal fahrend ausgangs Graham Hill Bend zu einem Doppelüberholmanöver der beiden Honda an. Jordan, der kein Risiko eingehen wollte, ließ den Ford von Smith passieren. Ungünstigerweise versuchte Smith dann vor Surtees auch noch den BMW von Collard zu überholen, was zu einer Kollison führte und den WSR-Piloten in einen Dreher brachte. Jordan versuchte dem unmittelbar vor ihm kreiselnden BMW auszuweichen, wurde dabei aber unglücklicherweise von Matt Neal am linken Hinterrad getroffen.

hi_10445_239fEine gebrochene Aufhängung und der erste Ausfall des Jahres waren die bittere Folge. Dass auch Matt Neal weit zurück fiel und letztendlich wegen eines Feuers im Motorraum die Zielflagge nicht sehen sollte, war sicherlich nur ein schwacher Trost, denn der Champion des Jahres 2011 war ohnehin aus dem Meisterschaftsrennen raus. Stattdessen brachte sich Jason Plato mit einem weiteren Sieg völlig überraschend zurück in den Kampf um die Meisterschaft. Damit hatte vor Brands Hatch sicherlich niemand gerechnet, aber der dreifache BTCC-Champion hatte mit nur noch 15 Punkten Rückstand auf einmal realistische Titelchancen (bestärkt dadurch, dass Jordan das dritte Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen musste). Außerdem noch mit im Titelrennen war der amtierende Champion Gordon Shedden, der es nach einem brachialen Quersteher am Start im zweiten Rennen auf Platz sieben geschafft hatte. Der Schotte hatte vor Lauf drei 20 Punkte Rückstand und musste, um seinen Titel zu verteidigen, siegen, während Jordan keine Punkte holen durfte.

Und weil diese ganze Situation noch nicht spannend genug war, zog BTCC-Direktor Alan Gow ausgerechnet Shedden auf die Pole Position für das dritte Rennen. Die Ausgangslage bot somit folgendes Bild: Shedden mit 20 Punkten Rückstand auf der Pole Position und mit der Mission zum Siegen. Plato mit 15 Punkten Rückstand auf Startplatz sieben und mit dem bisher großartig gehenden MG ebenfalls zum Siegen oder mindestens Platz zwei verpflichtet. Und Tabellenführer Jordan in der letzten Startreihe mit der Aufgabe, im Regen möglichst rasch nach vorne zu kommen und so viele Punkte zu retten wie möglich. Shedden wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan gleichzeitig keine Punkte holt. Plato wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan nicht über Rang zwölf hinaus kommt.

hi_10448_95cbDie ersten Rennrunden waren folglich vor allem davon bestimmt, zu schauen, auf welcher Position Jordan mittlerweile liegt. Und eines Meisters würdig arbeitete sich Jordan sukzessive durchs Feld, machte Position um Position gut und profitierte dabei auch von einigen Ausfällen und Ausrutschern. Bereits nach fünf Runden lag er so weit in den Punkterängen, dass der Titel so gut wie sicher schien. Letztendlich konnte er bis auf Rang neun vorfahren und kam damit sogar noch einen Platz vor Jason Plato ins Ziel, für den es in diesem Rennen mit vollem Zusatzballast überhaupt nicht lief.

hi_10465_0f43 An der Spitze siegte Shedden, auch wenn er sich zeitweise des bärenstarken Jack Goff im Gilham-Vauxhall erwehren musste, der mit Rang zwei sein bestes Saisonresultat einfuhr und dem Team von Tony Gilham somit noch ein Podium zum Saisonabschluss bescherte. Immerhin brachte der Sieg dem amtierenden Champion Shedden noch die Vizemeisterschaft ein – nur sieben Punkte hinter Jordan. Platz drei in der Meisterschaft ging an Jason Plato mit 17 Punkten Rückstand. Für Matt Neal, der bis zu seinem katastrophalen Wochenende in Rockingham weite Teile der Saison geführt hatte, reichte es letztendlich – auch wegen eines mageren 14. Platzes im dritten Rennen – nur zu Meisterschaftsrang vier. Dahinter schaffte Colin Turkington in der Debutsaison des neuen NGTC-BMW einen insgesamt respektablen fünften Platz in der Meisterschaft.

hi_10468_7785aHier alle Endstände des Jahres (pdf).</a></p> <p>a<a href=" http:="" target="\">Und hier alle Gesamtergebnisse des Wochenendes.

Brands Hatch war meiner Meinung nach ein würdiges Saisonfinale einer sehr interessanten BTCC-Saison, bei der es bis zum letzten Rennen spannend blieb. Und Andrew Jordan ist ein mehr als verdienter Champion des Jahres 2013. Nicht nur, dass sich der Youngster ohnehin zu einem der schnellsten und besten Piloten im Feld entwickelt hat und eine tolle Konstanz über den gesamten Saisonverlauf gezeigt hat; der Erfolg zeigt auch, dass ein professionell geführtes Privatteam in der Lage ist, den Titel zu holen. Der Erfolg des Eurotech-Teams rund um den Teamboss und ehemaligen BTCC- und Sportwagenpiloten Mike Jordan erinnert ein wenig an die Zeit, als das Halfors-/Dynamics Team mit den privat eingesetzten Honda Integra die Werksteams ärgern konnte und mit Matt Neal zwei Meisterschaften in den 2000er-Jahren einfuhr.

Was sonst noch war

Einige Dinge, die im Kampf um die Meisterschaft etwas untergingen, sollen nicht unerwähnt bleiben:
hi_10446_840bShaun Hollamby brachte den guten alten Golf des AmD-Tuning Teams zu einer letzten Ausfahrt nach Brands Hatch. Eigentlich hatte man sich ja einen der ehemaligen S2000-Civics zugelegt, um James Kaye noch den Kampf um den Titel in der Jack-Sears-Trophy zu ermöglichen. Eine Verletzung Kayes zur Mitte der Saison und die dominante Siegesserie von Lea Wood machten dem Plan aber einen Strich durch die Rechnung. Und so klemmte sich Teamboss Shaun Hollamby für das Finale noch mal selbst hinter das Steuer des VW. Und auch wenn der Golf über das gesamte Wochenende zu den langsamsten Autos im Feld gehörte, konnte Hollamby sich im ersten Rennen am Sonntag begünstigt durch glückliche Umstände den Sieg in der mit nur noch drei Autos besetzten Jack Sears Trophy holen. Die Konkurrenten Wood und Griffin waren im strömenden Regen in Dreher verstrickt und so gab es zum Abschied noch mal einen Pokal für den Golf. Die weiteren Siege des Tages sicherte sich dann standesgemäß Lea Wood, der bereits seit Rockingham als Meister in der Jack Sears Trophy feststeht. Wie es im nächsten Jahr mit der Trophy weitergeht, bleibt abzuwarten. Wood wird sicherlich in ein NGTC-Auto wechseln wollen und ob sich überhaupt noch genügend S2000-Autos finden, darf als fraglich gelten.

hi_10467_f0e6Die Leistung der Fords war am Brands-Hatch-Wochenende konstant gut. Tom Onslow-Cole sicherte sich im ersten Rennen den vierten Platz und die Teamkollegen Mat Jackson und Áron Smith kamen sowohl im zweiten als auch im dritten Rennen auf die Plätze drei beziehungsweise fünf. Zwar bleibt die Performance der Ford in diesem Jahr unterm Strich klar enttäuschend und deutlich hinter den Erwartungen des Teams zurück, Brands Hatch bedeutete aber immerhin einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss. Hervorzuheben ist dabei außerdem Áron Smith, der sein Auto im freien Training – ähnlich wie Matt Neal im Qualifying – ausgangs Paddock Hill vehement in die Leitplanke warf und so heftig einschlug, dass es ihn aushebelte und auf die Seite warf. Auto kaputt und Fahrer ordentlich durchgeschüttelt waren neben einem Startplatz am Ende des Feldes die Ergebnisse. Gemessen daran war Smith‘ Leistung in den drei Rennen sehr respektabel.

Und 2014?

Zum Abschluss noch ein paar bestätigte Fahrer-Team-Fahrzeugkombinationen für die kommende Saison. Ein detaillierterer Bericht hierzu wird noch folgen:

- Team Dynamics hat kurz nach dem Saisonfinale bekannt gegeben, dass man für 2014 komplett neue Fahrzeuge entwickeln wird. Fest steht, dass es wieder Hondas sein werden und man weiterhin als Werksteam für die japanische Marke auftreten wird. Ein Modellwechsel ist allerdings gut möglich (Accord?). Im nächsten Monat will man konkretere Pläne vorstellen. Ob das neue Fahrzeug dann nur bei Dynamics zum Einsatz kommt oder man es auch dem Eurotech-Team zur Verfügung stellt, bleibt abzuwarten.

- Welch und Austin haben ihr Engagement in der BTCC 2014 bestätigt. Bei Welch wird man wohl außerdem einen komplett neuen Proton Persona aufbauen und will insgesamt zwei Wagen einsetzen. Austin hat bisher nur einen Audi A4 bestätigt, für den zweiten wird wohl wieder ein zahlungskräftiger Fahrer gesucht werden müssen.

- Neu im Feld sehen wir wahrscheinlich das Rotek-Team rund um US-Boy Rob Holland. Nachdem man die Ex-Arena Motorsport Ford Focus aus der WTCC gekauft hatte, diese aber dann doch nicht einsetzte, plant man für 2014 einen Einstieg in die BTCC mit zwei selbst entwickelten Audi A3. Unterstützung kommt hier von Tony Gilham, der ja irgendwie überall gerne mitmischt ;)

- Bereits beim letzten Mal erwähnt hatte ich, dass die Cicely-Mannschaft eine Mercedes A-Klasse für 2014 entwickelt. Bisher lauten die Pläne nur für ein Einwagen-Team mit Adam Morgan als Fahrer. Hier drücke ich sehr die Daumen, dass es mit der Fahrzeugentwicklung klappt, denn eine weitere Marke, noch dazu ein Mercedes, wäre eine tolle Bereicherung für die BTCC.

- Weitere Bereicherung werden wohl auch zwei Renault Megane bieten, die derzeit in der Entwicklung sind. Hier ist allerdings noch unklar, welches Team die Megane einsetzen wird. Das Projekt wurde vom Ingenieur Philip Morgan angestoßen, der die Autos bauen lassen möchte und sie einem Team für den Einsatz dann zur Verfügung stellt. Klingt alles noch etwas nebulös, aber wir werden sehen …

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October 11 2013

09:00

BTCC: Rückblick Rockingham und Silverstone und Vorschau auf das Finale in Brands Hatch

Die BTCC steht vor ihrem finalen Rennwochenende in Brands Hatch. Beste Chancen auf den Titel hat Honda-Pilot Andrew Jordan, der in der Meisterschaft recht komfortabel vor den Markenkollegen Matt Neal und Gordon Shedden führt.

hi_10325_a770Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Titel in diesem Jahr wieder an einen Honda-Piloten gehen wird. Die besten Nicht-Hondas in der Meisterschaft sind Colin Turkington auf Platz vier und Jason Plato auf Platz fünf, die aber mit 48 bzw. 49 Punkten Rückstand nur noch sehr theoretische Chancen haben dürften. Und auch für die Werkshonda von Neal und Shedden wird es schwer werden, ihren Markenkollegen im privat eingesetzten Honda des Pirtek-Teams noch abzufangen: 34 Punkte Vorsprung hat Jordan auf Neal und 35 auf Shedden. Mit einem Sieg im ersten Rennen, ohne dass Neal und Shedden das Podest erreichen, könnte Jordan schon alles klar machen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die beiden Dynamcis-Piloten als Meister der letzten beiden Jahre den Titel kampflos hergeben werden. Sie werden volle Attacke gehen, während Jordan wohl vor allem auf sicheres Ankommen und Punkte setzen wird. Und mit der Vorhersagbarkeit von BTCC-Rennen ist das ja ohnehin so eine Sache …

Die gute Ausgangslage vor dem Finale verdankt Jordan vor allem zwei überzeugenden Vorstellungen bei den beiden letzten Läufen in Rockingham und Silverstone. Gleichzeitig strauchelten die Konkurrenten und legten Nuller oder Platzierungen am Ende der Punkteränge hin – vor allem Matt Neal verlor in Rockingham so seine Führung in der Meisterschaft. Da die Analysen der beiden letzten Rennwochenenden aus Zeitgründen ausfallen mussten, starten wir also mal einen kleinen Rückblick:

Rückblick Rockingham

hi_10380_c154Vor Rockingham führte noch Matt Neal die Meisterschaft mit knappen sechs Punkten Vorsprung vor Andrew Jordan an. Dahinter lauerten mit einigem Abstand Shedden und Turkington. Jason Plato schien schon zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen zu haben. Gleichwohl sah das Qualifying in Rockingham zunächst ein Wiedererstarken der MG, die sich recht überlegen die erste Startreihe sichern konnten. Jordan kam auf Startplatz vier, gefolgt von Shedden auf Platz fünf. Neal konnte seinen mit vollem Ballast bepackten Honda dagegen nur für Startplatz sieben qualifizieren. Eine positive Überraschung war der dritte Startplatz von Rob Austin im Audi, der die gute Leistung aus Knockhill mit nach Rockingham nehmen konnte.

Alle Ambitionen der MG auf ein gutes Resultat hatten sich am Rennsonntag dann aber erledigt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und sich die Strecke bei frischen 10 Grad Außentemperatur in bestem englischen Wetter präsentierte. Dass der MG ein „Schönwetterauto“ ist, das bei ungünstigen Streckenbedingungen schnell in Handlingprobleme gerät, hatte sich schon einige Male in der Saison gezeigt und sollte sich auch diesmal bestätigen. Jordan schnappte sich die drei vor ihm startenden Fahrzeuge (beide MG und Austins Audi) bereits am Start und kam als Führender aus der ersten Runde zurück.

hi_10323_0be3Ein Unfall im hinteren Teil des Feldes machte dann zunächst eine längere Safety-Car-Phase notwendig. Nach dem Restart in Runde sieben verabschiedete sich plötzlich Matt Neal auf der nassen Piste in einen Dreher und fiel ans Ende des Feldes zurück. Somit also der erste Vorteil für Jordan. Hinter dem Pirtek-Piloten konnte sich nach dem Restart Gordon Shedden zunächst an Jason Plato vorbei auf Rang zwei schieben, geriet gegen Ende des Rennens aber unter Druck von Mat Jackson und Rob Austin, die ihre Reifen auf optimale Betriebstemperaturen gebracht hatten und mit schellen Rundenzeiten von hinten kommend durch das Feld pflügten. Jackson war von Position zwölf gestartet, konnte sich in der ersten Runde bereits auf Rang sechs vorarbeiten und nach der Safety-Car-Phase weitere Positionen gutmachen. Austin hatte am Start mit Grip-Problemen zu kämpfen und fiel zunächst ans Ende der Top Ten; konnte dann aber Boden gutmachen und wurde im Laufe des Rennens immer schneller. Nachdem Jackson Shedden bereits in Runde 14 überholen konnte, schaffte der Audi-Pilot ein sehenswertes Manöver gegen den Schotten in der letzten Kurve der letzten Runde und sicherte sich somit den verbleibenden Platz auf dem Podium. Shedden blieb nur der vierte Rang, gefolgt von Plato und Turkington. Neal kam letztendlich nur auf Rang 14 ins Ziel und verlor somit erstmals die Führung in der Meisterschaft.

hi_10319_819fZum zweiten Rennen präsentierte sich Rockingham zwar nach wie vor kalt und windig, aber immerhin war es jetzt trocken. Rob Austin nutzte den nun vorhandenen Grip optimal und katapultierte sich beim Start dank Heckantrieb an die Spitze, wo er in der Folge ein mehr oder weniger einsames Rennen fuhr und völlig souverän seinen ersten BTCC-Sieg feiern konnte. Für den Publikumsliebling, der sein Auto in Eigenregie vorbereitet und einsetzt und immer mit viel Herzblut dabei ist, auf jeden Fall ein verdienter Erfolg und gleichzeitig der erste Audi-Sieg in der BTCC seit Frank Biela 1997.

hi_10334_c3d4Nicht so optimal lief es dagegen diesmal für Andrew Jordan, der sichtlich unter dem jetzt vollen Zusatzballast zu leiden hatte und im Laufe des Rennens bis auf Rang acht zurückfiel. Allerdings verabschiedete sich Matt Neal in Runde zehn in einem kuriosen – aber nicht zusammenhängenden – Doppelausritt mit Rob Collard aus dem Rennen und musste seinen Honda mit Fehlzündungen abstellen. Trotz eines mittelmäßigen achten Platzes bedeutete der Nuller von Neal den zweiten Vorteil für Andrew Jordan an diesem Wochenende. Gefährlicher wurden in diesem Rennen dagegen Shedden und Turkington, die das Podium hinter Rob Austin komplettierten und somit einige wichtige Zähler sammeln konnten. Shedden hatte in der ersten Rennhälfte noch mit sehr schnellen Rundenzeiten versucht, Jagd auf den führenden Audi zu machen, wurde dann aber wie fast alle frontangetriebenen Fahrzeuge zur Rennhalbzeit von stark abbauenden Reifen gebremst. Es zeigte sich, dass das Streckenlayout von Rockingham in Verbindung mit den niedrigen Außentemperaturen besonders reifenfressend für die Frontriebler ist.

hi_10332_8abbSehr erfreulich für Jordan war dann die Auslosung für die Startaufstellung des dritten Rennens, die ihn auf die Pole Position beförderte. Der erste Startplatz in Verbindung mit einem jetzt von Zusatzballast befreiten Auto bedeuteten somit den dritten Vorteil für den Pirtek-Piloten. Und diesen nutze er auch in bester Manier und sicherte sich seinen zweiten Sieg an diesem Tag. Spannend wurde die an sich souveräne Vorstellung Jordans nur noch mal gegen Rennende, als das Einbrechen der Fronttriebler auch vor ihm nicht Halt machte und er pro Runde eine ganze Sekunde auf den Zweitplatzierten Colin Turkington verlor. Letztendlich reichte es aber, auch dank eines Verbremsers, den Turkington in der letzten Runde hinlegte. Das Podium komplettierte diesmal Jason Plato, gefolgt vom erneut starken Mat Jackson und Gordon Shedden. Mat Neal schaffte es auf Rang sechs und fuhr damit seine einzige Top-Ten-Platzierung an diesem Wochenende ein.

In der Meisterschaft führte nach Rockingham also Andrew Jordan mit 30 Punkten Vorsprung vor Gordon Shedden und 33 Punkten vor Colin Turkington. Matt Neal war nach seinem katastrophalen Rennsonntag plötzlich nur noch vierter mit 34 Punkten Abstand zur Spitze. Gerade die Konstanz, die ihm im bisherigen Saisonverlauf die Meisterschaftsführung eingebracht hatte, war Neal diesmal abhanden gekommen und warf ihn in eine ungünstige Ausgangslage zurück.

hi_10340_a615Nicht vergessen werden darf übrigens noch, dass in Rockingham auch schon der erste Meister des Jahres gekürt werden konnte: Lea Wood sicherte sich mit drei weiteren Siegen an diesem Wochenende vorzeitig den Titel in der Jack Sears Trophy für die Fahrzeuge nach S2000-Reglement. Für den Vauxhall-Piloten sicherlich ein verdienter Erfolg und eine klare Empfehlung, sich nächstes Jahr in einem NGTC-Auto präsentieren zu dürfen.

Rückblick Silverstone

hi_10387_040eAn sich war Silverstone eine optimale Station, um noch mal mehr Spannung in die Meisterschaft zu bringen: Gewohntermaßen kommt die Traditionsstrecke mit ihren schnellen Kurven und langen Geraden den Honda nicht gerade entgegen. Im Qualifying sicherten sich dann auch erneut die MG wie schon in Rockingham die erste Startreihe. Die Honda dagegen strauchelten tatsächlich: Matt Neal, der zusätzlich von einem gebrochenen Finger gehandicapt war, kam als bester Honda nur auf Startplatz neun. Andrew Jordan qualifizierte sich dahinter auf Rang zehn und für Gordon Shedden reichte es nur zu einem enttäuschenden 15. Platz. Besser lief es für BMW-Pilot Colin Turkington, der seine letzten Meisterschaftschancen wahren wollte und sich hinter den MG und dem starken Dave Newsham auf Startplatz vier qualifizierte.

hi_10373_d597Anders als in Rockingham konnten die MG diesmal bei strahlendem Sonnenschein ihre gute Qualifying-Leistung ins Rennen mitnehmen und fuhren einen recht überlegenen Doppelsieg ein. Nur beim Start kamen sich Plato und der etwas besser startende Tordoff leicht in die Quere, was es Colin Turkington kurzzeitig erlaubte, sich auf Position zwei vorzuschieben. Eine beeindruckende Fahrt zeigte von weiter hinten kommend Matt Neal, der im Laufe des Rennens Position um Position gutmachte und sich am Ende den dritten Platz sichern konnte. Dahinter platzierten sich Turkington, Collard und Jordan. Shedden schaffte es dagegen nur auf Platz 11, einen Platz vor Rockingham-Sieger Rob Austin. Matt Neal dürfte nach einigen in diesem Rennen gutgemachten Zählern also erst mal wieder Morgenluft gewittert haben.

hi_10406_ba56Aber bereits im zweiten Rennen drehte sich das Blatt wieder. Sollte Andrew Jordan tatsächlich Meister werden, wird man wohl zwangsläufig an diese Vorstellung zurückdenken müssen, die er im zweiten Silverstone-Rennen gezeigt hat – auch wenn es letztendlich nur der zweite Platz hinter einem mit dem Messer zwischen den Zähnen fahrenden Jason Plato werden sollte. Etwas überraschend wählte Jordan vor dem Rennen nämlich die weichere Reifenmischung. Ein Poker, der sich jedoch auszahlen sollte

Beim Start gelang es Colin Turkington diesmal erfolgreich, die MG auseinanderzudrängen und sich auf Platz zwei zu schieben. Ein Unfall zwischen Wrathall, Austin, Onslow-Cole, Bratt und Scott verursachte dann eine längere Safety-Car-Phase. Nach dem Restart in Runde sieben begann Jordan dann seine Reise durch das Feld: Zunächst schnappte er sich Matt Neal und konnte drei Runden später auch an Colin Turkington, der zwischenzeitlich wieder hinter Tordoff zurückgefallen war, vorbeigehen. Eine weitere Runde später war in einem sehenswerten Manöver dann auch Tordoff fällig und Jordan war auf einmal Zweiter. Während er sich in den nächsten Runden immer weiter an den führenden Plato ranrobbte, musste sich Konkurrent Neal des heftigen Drucks der hinter ihm fahrenden Jackson, Newsham und Shedden erwehren.

hi_10405_70a8Ab Runde 17 war Jordan dann an Plato dran und konnte ihn nach einigen erfolglosen Versuchen in Runde 20 erstmals überholen. Plato konterte jedoch unter Inkaufnahme einigen Lackaustauschs erfolgreich und in der Folge entwickelte sich ein sehenswerter Kampf zwischen beiden, zu dem sich gegen Rennende auch noch Aron Smith im Motorbase-Ford gesellte. Er hatte die gleiche Reifenstrategie wie Jordan gewählt und war in ähnlicher Manier durch das Feld gepflügt wie der Honda-Pilot. In dieser Dreiergruppe musste Jordan nun darauf achten, nicht noch von Smith überholt zu werden, während er weiterhin Attacken auf Plato setzte. Letztendlich konnte Plato seine Führung erfolgreich verteidigen und sicherte sich seinen insgesamt 80. BTCC-Sieg. Jordan und Smith komplettierten das Podium gefolgt von Sam Tordoff auf Platz vier. Die weiteren Meisterschaftsaspiranten Turkington, Neal und Shedden folgten auf den Rängen fünf, sechs und sieben. Auch wenn Jordan dieses Rennen nicht gewonnen hat, war die Vorstellung, die er hier zeigte, eindrucksvoll und taktisch klug zugleich und sicherte ihm ein gutes Punktepolster auf seine Konkurrenten in der Meisterschaft.

Um das Drehbuch im Meisterschaftskampf perfekt zu machen, wurde für das dritte Rennen des Tages dann Matt Neal auf die Pole Position gelost. Der Dynamics-Pilot und der ebenfalls noch Meisterschaftschencen habende Colin Turkington bildeten somit die erste Startreihe für das letzte Rennen des Tages. Beim Start konnte Turkington zunächst die Führung übernehmen und sah eine Weile wie der sichere Sieger aus. Neal geriet dagegen in den ersten Runden unter erheblichen Druck von Tordoff und kollidierte schließlich unnötigerweise mit dem MG-Piloten, als beide sich gegenseitig keinen Platz ließen. Tordoff drehte es von der Strecke und Neal verlor zwei Positionen an den dahinter pushenden Aron Smith und Teamkollege Shedden, der nach dem Start Andrew Jordan überholt hatte.

hi_10411_6521Im weiteren Rennverlauf konnte Shedden sich an Mat Jackson vorbei auf Rang zwei schieben und den führenden Turkington unter Druck setzen. Nachdem zur Rennmitte eine herrenlose Stoßstange auf Start-Ziel eine Safety-Car-Phase notwendig gemacht hatte, kam Turkington beim Restart schlecht weg und musste Shedden und Smith in Copse ziehen lassen. Einige Runden später schaffte es auch Matt Neal am BMW vorbei. Doch damit nicht genug für Turkington: Kurze Zeit später geriet er mit Mat Jackson in Copse aneinander und musste das Rennen mit gebrochener Aufhängung beenden – wichtige Punkte und die letzten realistischen Chancen im Meisterschaftskampf waren somit futsch. Es gewann also etwas überraschend Gordon Shedden vor dem erneut starken Aron Smith und Teamkollege Matt Neal. Andrew Jordan, der sich zeitweise des stark pushenden Jason Plato erwehren musste, betrieb mit einem fünften Platz Schadenbegrenzung gegenüber den besser platzierten Markenkollegen und reiste – auch ohne Sieg – als Favorit auf den Titel aus Silverstone ab.

Somit ergab sich also die eingangs geschilderte Ausgangslage in der Meisterschaft bevor am kommenden Wochenende der Meister in Brands Hatch gekürt wird. Gefahren wird auf dem 3,908 Kilometer langen GP-Circuit. Da die Wettervorhersagen very british sind, spare ich mir jetzt das Auspicken von Favoriten für die Siege. Nur so viel: Wenn es regnet, gehen die MG wieder unter. Und ein Auge sollte man auf Rob Austin haben, dessen Audi das Streckenlayout entgegen kommen dürfte.

Ansonsten kann man davon ausgegehen, dass Neal und Shedden nichts unversucht lassen werden, Jordan den Titel streitig zu machen, während Jordan wohl vor allem auf Sicherheit fahren wird. So gut die Chancen für den Pirtek-Piloten auch sein mögen, so schnell kann ein einziger Ausfall die ganze Situation schmerzhaft spannend werden lassen.

Wir dürfen uns auf jeden Fall auf ein spannendes Finale freuen!

 

Notiz am Rande

merc

Das Bild stammt vom Facebookprofil von Cicey-Racing (https://www.facebook.com/ciceleyracing)

Adam Morgan uns sein Cicely-Team haben angekündigt, für die nächste Saison eine selbst entwickelte NGTC-Version der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start zu bringen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre das mit einer weiteren Marke im Feld nicht nur eine Bereicherung für die BTCC, sondern auch ein weiterer deutlicher Pluspunkt für das NGTC-Reglement und die damit verbundenen Ambitionen. Ich drücke jedenfall die Daumen.

September 14 2013

10:33

BTCC: Vorschau Rockingham

Morgen startet die BTCC zu ihrem drittletzten Rennwochenende auf dem Rockingham Motor Speedway. Und es ist im Kampf um die Meisterschaft schlichtweg spannend.

hi_9098_e982Matt Neal führt nach wie vor die Meisterschaft mit aktuell 293 Punkten an. Nur noch sechs Punkte dahinter lauert aber Markenkollege Andrew Jordan. 27 Punkte Rückstand hat auf Platz drei der amtierende Champion Gordon Shedden und „The man on the move“ Colin Turkington hat auf Platz vier mit 30 Punkten Rückstand ebenfalls noch beste Chancen, um in der Meisterschaft ein Wort mitzureden. Jason Plato ist seit seinem blassen Knockhill-Wochenende mit 54 Punkten Rückstand dagegen erst mal mehr oder weniger raus aus der Titelentscheidung. Aber man soll ja niemals nie sagen …

Die Ausgangslage an der Spitze der Tabelle ist also definitiv vielversprechend. Neal darf sich keinen Fehler erlauben und muss auf Konstanz setzen, um seinen Vorsprung zu verteidigen. Gleichzeitig darf er sich nicht von Jordan schlagen lassen. Ein einziger Fehler von Neal und/oder Jordan kann Shedden und Turkington näher an die Spitze bringen. Wir dürfen also gespannt sein, wer als Tabellenführer aus Rockingham abreist und ob nach dem Wochenende noch immer vier Fahrer als Meisterschaftskandidaten in Frage kommen. Ein einziges Nullresultat kann jedem der Favoriten ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

592px-Rockingham_Motor_Speedway_-_Road_course.svg

Wikipedia Commons, Author Will Pittenger

Rockingham ist die modernste aller britischen Rennstrecken (sieht man einmal von der Snetterton-Erweiterung ab). Wie vielleicht bekannt, wurde das Oval in Northhamptonshire einst ähnlich wie der Lausitzring für die Indy Car gebaut. Nach zwei Auftritten in den Jahhren 2001 und 2002 verabschiedete sich die Indy Car, die in dieser Zeit ihre Krisenjahre einläutete, dann aber wieder und ward fortan nicht mehr gesehen. Die BTCC fährt freilich nicht auf dem ungewöhnlich geformten 1,5 Meilen-Oval, sondern auf dem „International Super Sports Car Circuit“, den man der Strecke beim Bau des Ovals als Infield verpasste.

Dafür dass diese 3,12 Kilometer lange Streckenvariante der Infield-Circuit eines Ovals ist, ist sie meiner Meinung nach doch recht abwechslungsreich und herausfordernd. Spannend – und gewissermaßen eigentlich auch ganz schön gefährlich – ist unter anderem, dass man Turn 1 des Ovals komplett mitnimmt und hier mit dem Gasfuß am Bodenblech durch brettert. Dieser Umstand macht Rockingham auch recht selektiv. Dem kurvenreichen Infield steht das lange Vollgasstück über Start-Ziel, Turn 1 und die anschließende Gerade gegenüber. Topspeed, Bremsen und Handling sind hier die entscheidenden Faktoren und die Autos sind nicht gerade leicht abzustimmen.

Ich sehe Turkington mit dem BMW hier leicht im Vorteil. Zum einen befindet man sich bei West Surrey ja ohnehin auf dem aufsteigenden Ast und zum anderen schätze ich, dass man mittlerweile über eines der besten Fahrwerke im BTCC-Feld verfügt. Und geradeaus zählt der BMW ja sowieso nicht zu den langsamsten. Dazu kommt die gute Traktion des Fahrzeugs, die vor allem beim Herausbeschleunigen im Infield entscheidend sein kann.

Gleichwohl könnten hier auch die MG wieder mal ein ernsteres Wörtchen mitreden. Snetterton, wo der MG zuletzt tonangebend war, kommt der Charakteristik von Rockingham sehr nahe und im letzten Jahr sicherte sich Jason Plato im ersten Rennen bei trockenen Bedingungen einen überlegenen Sieg. Auch wenn der MG in Rockingham mal wieder vorne mitmischen sollte, dürfte das Eingreifen in die Meisterschaft wie oben beschrieben schwer bis unmöglich sein und nur über reihenweise Fehler der anderen führen.

hi_9096_c765Die Honda sind nie zu unterschätzen und werden auf jeden Fall vorne mitfahren. Letztes Jahr läutete Gordon Shedden hier in den beiden verregenten Rennen seine Fahrt zum Titel ein. Im Infield der Strecke werden Neal, Shedden und Jordan die Handling-Stärken des Civic ausspielen können – auf den Geraden könnte jedoch der fehlende Top Speed für Frust sorgen. Außerdem sollte beachtet werden, dass die drei Honda-Piloten als Erstplatzierte in der Meisterschaft die schwersten Autos im Feld sind und vor allem beim Herausbeschleunigen auf das lange Vollgasstück unter dem Zusatzgewicht leiden dürften.

 

Was war sonst noch?

Tom Onslow Cole (GBR) Volkswagen Passat CCDer fröhliche Cockpittausch geht auch vor Rockingham in eine neue Runde. Auslöser war erneut das Team von Tony Gilham. Erste Meldung war, dass Tom Onslow-Cole überraschenderweise nicht die letzten drei Rennen für das Team bestreitet. Als Grund wurde

August 21 2013

14:00

BTCC: Vorschau Knockhill

Auf geht’s nach Schottland! Am kommenden Wochenende startet die BTCC in Knockhill zu ihren nächsten drei Rennen.

hi_8972_bae4Mit nur noch vier ausstehenden Events geht auf der schottischen Rennstrecke nicht nur die Meisterschaft allmählich in ihre heiße Phase – Knockhill ist auch sonst ein echtes Highlight im Kalender. Die Strecke gehört mit gerade einmal 2,003 Kilometern Länge zwar zu den kürzesten (nur der Indy-Crcuit von Brands Hatch ist noch kürzer), aber der Spruch „in der Kürze liegt die Würze“ passt geradezu perfekt auf Knockhill. Auf den gut zwei Kilometern bietet der Kurs eigentlich alles, was das Racer-Herz höher schlagen lässt: Es geht bergauf und bergab, über blinde Kuppen, durch schnelle und mittelschnelle Kurven.

Highlight der Strecke ist sicherlich die John R. Weir Chicane: Nach der schnellen bergab führenden Rechts-Links-Kombination nach Start-Ziel geht es zunächst durch den Scotsman Corner und anschließend durch den schnellen Rechtsknick Butcher’s recht steil bergauf in Richtung Schikane. Der Scheitelpunkt zum Einlenken befindet sich dabei direkt auf einer Kuppe und nachdem man den Linksknick der Schikane hinter sich gebracht hat, geht es direkt wieder rechts rum über einen hohen Randstein. Wer hier zum ersten Mal fährt, erlebt angesichts der nicht einsehbaren Scheitelpunkte und der spontanen Richtunsgänderung sicherlich eine große Überraschung. Wegen der recht hohen Randsteine sieht man hier auch reihenweise Fahrzeuge auf zwei Rädern in gesunder Schieflage durch die Schikane fahren. Für Fotografen ist die John R. Weir Chicane daher ein echter Hot Spot im BTCC-Kalender.

Nach der Schikane geht es durch die schnelle Clark’s Corner und über die Gegengerade in Richtung der auf Start-Ziel zurück führenden Real Radio Hairpin, die die beste Stelle zum Überholen in Knockhill ist.


Größere Kartenansicht

Favoriten für das Wochenende könnten die BMW sein, wobei ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen möchte. Im letzten Jahr gingen zwei Siege an Rob Collard im mittlerweile außer Dienst gestellten S2000-BMW. Allerdings sollte man das nicht als Anhaltspunkt dafür nehmen, dass die neuen NGTC-BMW genauso gut gehen. Vielmehr kommt Knockhill mit seiner Charakteristik den Strecken recht nahe, auf denen die BMW bisher gut aussahen. Aber ebenso gut könnten die Honda und MG den Ton angeben. Knockhill ist einfach schwer prognostizierbar und auch das unberechenbare schottische Wetter könnte dazu führen, dass sich alle Vorhersagen ohnehin erledigen.

Ein Auge sollte man auf jeden Fall auf Andrew Jordan und Gordon Shedden haben. Jordan wird alles daran setzen, weiter Boden auf Matt Neal in der Meisterschaft gutzumachen. Gleiches gilt für Shedden, der ebenfalls in Schlagdistanz zu Neal ist und als Schotte in Knockhill nicht nur sein Heimrennen bestreitet, sondern nebenbei auch noch in der Streckenverwaltung arbeitet.

News

Das fröhliche Wechselspiel in den Cockpits von Gilham Racing findet in Knockhill seine Fortsetzung. Knapp ein Jahr nach seinem letzten BTCC-Einsatz werden wir den sympathischen Paul O’Neil in einem der Vauuxhall Insignias des Teams sehen. An sich ein Deal, von dem beide Seiten profitieren: O’Neil, der sich in dieser Saison bisher als TV-Experte verdient gemacht hat, kann endlich mal wieder Rennen fahren und Gilham hat einen Fahrer im Vauxhall, der auf viel Rennerfahrung in der BTCC zurückblicken und interessantes Feedback zum Fahrzeug geben kann. Laut Gilham kann man sich auch eine längere Partnerschaft mit O’Neil vorstellen. Der Knockhill-Deal gilt aber erst mal nur für dieses Rennen.

Und auch im zweiten Insignia sehen wir ein neues Gesicht. Der 23 jährige Schotte Kieran Gallagaher wird am Wochenende sein BTCC-Debüt geben. Auch dieser Deal gilt zunächst nur für Knockhill. Raus aus den Insignias sind damit Rob Holland und Jack Goff. Holland wird dieses Jahr wohl kein BTCC-Rennen mehr bestreiten, plant aber einen Neueinstieg für die gesamte Saison 2014. Goff hingegen ist erst mal nur für Knockhill ohne Auto, wird aber die letzten drei Saisonstationen wieder dabei sein.

Und noch ein schottischer Youngster wird sein BTCC-Debüt am Wochenende feiern. Der gerade einmal 16 (!) Jahre alte Aiden Moffat wird in Knockhill und für den Rest der Saison den Chevrolet Cruze von M247-Racing pilotieren und damit Joe Girling ersetzen.

So, das war es mit der Vorschau. Morgen steig ich in ein Flugzeug nach Edinburgh und hoffe, euch dann ein paar persönliche Eindrücke aus Knockhill mitbringen zu können :)

 

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August 10 2013

11:37

BTCC: Analyse Snetterton

Die Rennen der BTCC in Snetterton boten einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag mit viel Lackaustausch und drei verschiedenen Siegern in den drei Rennen. Angesichts der Dominanz der MG im Qualifying war das so nicht unbedingt zu erwarten.

hi_10172_a009Bereits in den freien Trainigssessions bestätigen die MG mit Bestzeiten die gute Form, die sie bereits Mitte Juli bei den Reifentests in Snetterton gezeigt hatten. Im Qualifying sicherte sich dann Sam Tordoff die erste Pole Position seiner Karriere vor Teamkollege Jason Plato. Dass Tordoffs Pole-Zeit dabei gut eine Sekunde schneller war, als die beste Qualifying-Zeit des letzten Jahres unterstrich nicht nur die gute Form der MG in Snetterton, sondern zeigt auch den Sprung, den die NGTC-Fahrzeuge in Sachen Leistung in den letzten Monaten gemacht haben. Insbesondere bei den Top Teams wurde viel entwickelt, was es mittlerweile kleineren Teams, wie Rob Austin Racing oder Frank Wrathalls Dynojet-Team schwer macht, mit der Spitze mitzuhalten – letztes Jahr gehörten beide genannten noch zu den Siegkandidaten, während in diesem Jahr nur wenig nach vorne zu gehen scheint.

hi_10153_dd2aZurück zum Qualifying: Hinter den MG platzierten sich die Honda von Shedden und Jordan, gefolgt von Colin Turkington im BMW. Alle Verfolger in der Meisterschaft (siehe Vorschau zur zweiten Saisonhälfte) waren damit auf den vorderen Rängen platziert. Der Meisterschaftsführende Matt Neal patze dagegen im Qualifying. Beeinträchtigt durch volles Zusatzgewicht, mangelnden Turbo-Boost und einem nicht näher beschriebenen technischen Problem langte es für den Dynamics-Fahrer nur zu Startplatz elf. Neal zeigte sich anschließend angefressen und wetterte gegen die Beschneidung der Honda durch deutlich geringeren Ladedruck als die Konkurrenten.

Tatsächlich ist es so, dass die BTCC vor allem über die Anpassung des Ladedrucks bei den NGTC-Autos eine BoP vornimmt. Und es ist ja kein Geheimnis, dass der Civic mutmaßlich das schnellste Auto im Feld ist und folglich am meisten unter einer solchen Begrenzung leidet. Neal beklagte vor allem, dass ihm auf den Geraden bis zu sechs mph Höchstgeschwindigkeit fehlten und er damit gegen andere Autos schlicht machtlos sei. Im Rennen hab ich versucht das zu verfolgen und tatsächlich kämpfte Neal auf den Gerade oft mit stumpfen Waffen; vor ihm fahrende Fahrzeuge konnten sich mühelos mehrere Wagenlängen absetzen. Gleichwohl waren diese Unterschiede in der Geschwindigkeit bei den Honda von Shedden und Jordan nicht so eklatant. Auch deren Civics gehörten zwar nicht zu den schnellsten Fahrzeugen wenn es geradeaus ging, aber Shedden konnte nichtdestotrotz auf den Geraden sogar Angriffe aus dem Windschatten setzen. Die Diskussion ist spannend und es bleibt abzuwarten in welche Richtung sie führt.

hi_10146_dc18Eine gute Leistung im Qualifying zeigten übrigens Áron Smith, Adam Morgan, Jack Goff, Dave Newsham und Dan Welch, die sich hinter den genannten Meisterschaftsanwärtern die Startplätze sechs bis zehn sichern konnten. Insbesondere Áron Smith sechster Platz ist dabei erwähnenswert, da er diesen mit nur einer gezeiteten Runde zustande brachte und im nächsten Versuch seinen Ford ausgangs der ersten Kurve nachhaltig verschrottete. Glücklicherweise blieb Smith trotz des recht starken Impacts, der das Auto sogar kurz in die Luft beförderte, unverletzte und auch sein Fahrzeug konnte bis zum Rennstart repariert werden.

Hervorzuheben ist außerdem noch die gute Leistung von Jack Goff im Vauxhall Insigina, der mit Platz acht sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis herausfuhr und damit auch schneller war, als Tom Onslow-Cole im (mutmaßlich schnelleren) VW CC des Teams (14.). Schnellster S2000-Pilot war Lea Wood auf Position 22. Die gesamten Qualifying-Ergebnisse können

August 03 2013

06:00

BTCC: Vorschau Snetterton und Ausblick zweite Saisonhälfte

Morgen kehrt die BTCC mit den Rennen in Snetterton aus ihrer Sommerpause zurück und startet in die zweite Saisonhälfte. Eine gute Gelegenheit also, nicht nur auf die Rennen 16, 17 und 18 des diesjährigen Kalanders vorauszuschauen, sondern auch einen Blick auf den Kampf in der Meisterschaft zu werfen.

Aktuell führt Matt Neal mit 224 Punkten vor Andrew Jordan mit 205. Es folgen Gordon Shedden und Jason Plato mit jeweils 188 Punkten sowie Colin Turkington mit 184. Es kann als ziemlich sicher gelten, dass die Meisterschaft unter den fünf genannten Fahrern entschieden wird. Die nachfolgenden Piloten Tordoff, Morgan, J. Smith, und Onslow Cole haben allerhöchstens noch rein rechnerisch krasse Außenseiterchancen. Alle weiteren Stände in der Meisterschaft können a

June 26 2013

07:00

BTCC: Analyse Croft 2013

Die Rennen der BTCC in Croft am letzten Wochenende sahen glänzend aufgelegte BMW. Wird aus dem Zweikampf Honda gegen MG nun ein Dreikampf?

hi_10041_b5bdNach der Honda-Dominanz in Thruxton und den wiedererstarkten MG in Oulton Park muss man nun wohl für Croft (fast) perfekte BMW-Festspiele konstatieren. Zwei Siege und ein zweiter Platz für Speerspitze Colin Turkington brachten der West-Surrey-Truppe endlich den erhofften Erfolg mit dem neu entwickelten Fahrzeug. Und obwohl die Strecke in Yorkshire mit ihren klangwollen Kurvennamen wie Clervaux, Sunny In und Sunny Out sowie der langsamsten und engsten Haarnadel im BTCC-Kalender vom Layout her ein gutes Pflaster für Hecktriebler ist, konnte mit dieser Leistung im Vorfeld doch eigentlich niemand so richtig rechnen. Bei aller Euphorie angesichts der gut gehenden BMW sollte nicht vergessen werden, dass sich Matt Neal in Croft rechtzeitig vor Saisonhalbzeit als heißester Meisterschaftskandidat etabliert hat. Konstant gute Platzierungen und ein Sieg im dritten Rennen zeigen, dass Neal genau dann da zu sein scheint, wenn andere straucheln.

Aber bevor es jetzt weiter in die Analyse geht, soll auch hier kurz darauf eingegangen werden, dass natürlich auch das BTCC-Wochenende in Croft nicht von dem tragischen Unfall in Le Mans unberührt blieb. Allan Simonsen war als GT-Profi und Weltenbummler seit 2008 auch regelmäßig in der britischen GT-Serie aktiv und dementsprechend kein Unbekannter in der sehr familiär aufgebauten Motorsportszene in Großbritannien. Entsprechend schockiert und tief betroffen zeigten sich viele Leute im BTCC-Paddock angesichts der schlimmen Nachricht aus Frankreich – sei es in Form zahlreicher Beileidsbekundungen auf Twitter und Co. oder in diversen Interviews rund um die BTCC-Berichterstattung der Rennen in Croft.

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von Wikipedia Commons, Author: Will Pittenger

Croft also, und damit zurück zum motorsportlichen Geschehen. Da ich die Vorschau diesmal nicht geschafft hab, hier noch mal kurz die wichtigsten News im Vorfeld des Croft-Wochenendes: 1. Eine Absage gab es (wieder mal …) von Andy Neate und dessen IP Tech-Racing Team. Nachdem man schon auf das Debüt in Donington und Oulton Park verzichtet hatte, kam auch diesmal wieder eine Absage in letzter Minute wegen nicht auszusortierender technischer Probleme. Man muss sich mittlerweile wirklich fragen, ob wir den NGTC-Chevrolet Cruze noch jemals in einem Rennen sehen werden. Es ist ja schön und gut, dass Neate das Auto perfekt vorbereitet haben will, aber so langsam wird die ganze Sache doch etwas zermürbend. Immerhin hat er ja auch schon schicke Sponsorenaufkleber auf dem Auto, nur fahren tut es halt nicht … 2. Stattdessen neu in der diesjährigen Saison dürfen wir Michael Caine begrüßen, seines Zeichens British GT-Champion 2012 und auch in der BTCC kein Unbekannter. Er pilotiert wie bereits vor der Saison verkündet einen dritten nach NGTC-Reglement aufgebauten Motorbase-Ford Focus an der Seite von Mat Jackson, Aron Smith und S2000-Pilot Liam Griffin. 3. Liam Griffin: Der konnte an diesem Wochenende leider nicht und wurde durch den Youngster Jake Hill ersetzt, der damit in Croft sein Debüt in der BTCC gab.

hi_10043_24bfDie BMW-Vorstellung in Croft begann bereits im Qualifying. Etwas überraschend sicherte sich Colin Turkington da schon die Pole Position in einem Last-Minute-Run. Er profitierte dabei von einer Roten Flagge wegen eines Unfalls von Joe Girling (der dann wegen des zerstörten Autos auch nicht am Rennen teilnehmen konnte) kurz vor Schluss der Session. In den hektischen Schlussminuten setzen zunächst Jason Plato und die Honda von Neal, Shedden und Jordan die Bestzeiten (alle drei landeten am Ende innerhalb von nur 15 Zehntelsekunden), bevor Turkington dann in seiner zweiten gezeiteten Runde die Bestzeit hinlegte. Angesichts dessen, dass Turkington die ersten zehn Minuten des Qualifyings zunächst mit Problemen am Antriebsstrang aussetzen musste, ein mehr als tolles Ergebnis. Die generell gute BMW-Form unterstrich Rob Collard mit Startplatz sechs hinter Plato und den Honda. Komplettiert wurden die Top Ten von Frank Wrathall, Sam Tordoff, Tom Onslow-Cole und Adam Morgan. Bester 2000-Pilot wurde Lea Wood auf Position 22 knapp für BTCC-Debütant Jake Hill. Wenig zu sehen war im Qualifying mal wieder von den Ford. Mat Jackson wurde als bester Motorbase-Fahrer 11., Aron Smith kam nur auf P16, noch einen Platz schlechter als Saisondebütant Michael Caine. Noch schlechter waren (auch mal wieder leider) nur die Audi mit den Plätzen 18 (Austin) und 19 (Bratt).

aHier das komplette Qualifying-Ergebnis.

Zum Start von Rennen eins überraschte die West Surrey-Truppe dann zunächst einmal damit, dass alle BMW geschlossen auf den Soft-Reifen starteten. Überraschend war dies vor allem deshalb, weil die bislang übliche Herangehensweise der vorne in der Startaufstellung platzierten Fahrer war, in den ersten beiden Renne die harten Reifen zu verwenden und den schwer einzuschätzenden weichen Reifensatz erst im dritten Rennen aufzuziehen. Dass die BMW sich ganz gut mit den Softs vertragen, war ja bereits seit Turkingtons recht überlegenem Sieg in Donington klar. Dort setze er sich aber gegen eine mehrheitlich ebenfalls weich bereifte Konkurrenz durch, in Croft starteten die anderen Fahrer rund um die BMW auf harten Reifen. Anscheinend hat man die Einser beim Test vor Croft vor allem in Sachen Reifennutzung weiterentwickelt und neue Aufschlüsse erhalten.

hi_10051_39bdIm Rennen sollte sich diese Herangehensweise jedenfalls nicht zu einem Nachteil erweisen. Beim Start kam Turkington wie erwartet dank Heckantrieb gut weg und bog als Führender in die Rechtskurve von Clervaux. Der Rest seines Rennens gestaltete sich dann langweilig und ist kurz erzählt: Einsam seine Kreise ziehend setzte er seine Pole in einen sauberen Start-Ziel-Sieg mit einem für BTCC-Verhältnisse sehr großen Vorsprung von 9,3 Sekunden um. Dahinter komplettierten die Dynamics-Fahrer Neal und Shedden das Podium. Neal hatte Plato bereits am Start überholt und Shedden hatte es in Runde zwei mit reichlich Lackaustausch vorbei an dem im Rennen wenig überzeugenden MG geschafft.

hi_10057_624bRob Collard als in der Startaufstellung zweitbester BMW kam am Start ebenfalls gut weg und bog Seite an Seite mit Plato in die erste Kurve ein. In der anschließenden Schikane kollidierten beide aber, was den Pechvogel der Saison Collard in einen Dreher brachte und etliche Positionen zurückwarf. Deutlich besser lief es dagegen für den dritten BMW von Nick Foster, der sich zunächst beim Start auf Position acht vorfahren konnte und in der Folge ein furioses Rennen hinlegte. Nacheinander schnappte er sich zunächst Wrathall, Tordoff und Jordan und machte dann ab Rennhalbzeit Jagd auf den Viertplatzierten Plato. In Runde elf war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und konnte diesen einige Kurven später in der langgezogenen Hawthorn-Kurve innen überholen. Sofort setzte er sich ab und lag am Ende des Rennens mit weiterhin schnellen Rundenzeiten nur noch rund fünf Sekunden hinter den Honda. Für Gentleman-Driver Foster auf jeden Fall ein tolles Resultat und fast so sensationell wie die Tatsache, dass die BMW über die gesamte Renndistanz konstant gute Rundenzeiten auf den weichen Reifen hinlegten, die meist auch noch schneller waren als die vom Rest des Feldes.

Plato wurde letztendlich geschlagener Fünfter, was angesichts von Startplatz zwei und einem zumindest im Qualifying sehr schnellen Auto sicherlich eine Enttäuschung war. Auf den Rängen sechs und sieben folgten Tordoff und Jordan. Dahinter kam eine bunte, über fast die gesamte Renndistanz bestehende Kampfgruppe, die vor allem von dem nach seinem Dreher nach vorne stürmenden Rob Collard aufgemischt wurde, ins Ziel. Achter und damit bester dieser Gruppe wurde letztendlich Michael Caine in seinem ersten BTCC-Rennen in diesem Jahr gefolgt von Collard, Tom Onslow-Cole, Adam Morgan und Jeff Smith. In der Jack Sears-Trophy gewann überraschend Rookie und Griffin-Ersatzmann Jake Hill im Ford Focus auf Gesamtrang 19.

aHier das komplette Rennergebnis von Lauf 1.

Kurz vorm Start zum zweiten Lauf setzte dann passenderweise erst mal leichter Regen ein. Konstant nass wurde es aber nicht, womit interessante Bedingungen entstanden. Beide MG sowie Michael Caine entschlossen sich kurzfristig auf Regenreifen zu wechseln, während alle anderen auf Slicks blieben. Während der Einführungsrunde schien der Poker der MG zunächst aufzugehen, da der Regen stärker wurde. Andrew Jordan überlegte beispielsweise sogar während des obligatorischen Interviews mit den ITV-Kommentatoren während der Einführungsrunde noch ganz offen, ob es nicht besser wäre in die Boxengasse abzubiegen und sich Regenreifen abzuholen. Ganz ähnliche Gedankenspiele dürften die anderen Piloten unternommen haben. Letztendlich wechselte aber niemand mehr und alle starteten auf den zuvor gewählten Reifen.

Turkington kam zunächst wieder gewohnt gut weg und ging abermals als Führender in die erste Kurve. Dahinter spielte Nick Foster Rakete und zog an beiden Honda vorbei auf P2 hinter seinen Teamkollegen. Beim Kamerausschnitt auf die nach den ersten Kurven folgende Gerade fehlte er aber plötzlich und war hinter Jeff Smith ans Ende der Top Ten zurückgefallen – was genau passiert war, wurde durch Kamerabilder nicht aufgeklärt. Statt Foster tauchten auf einmal beide regenbereiften MG formatfüllend hinter Turkington auf und übernahmen noch vor Tower Hill die Führung. In den nächsten Runden konnten sich Plato und Tordoff auf der nassen Strecke schnell absetzen und einige Positionen weiter hinten gaste auch Michael Caine mit seinen Regenpneus ordentlich an.

Spätestens ab Runde drei trocknete die Strecke dann aber zunehmend ab und weiterer Regen ließ trotz wahrscheinlich unzähliger geistig vorgenommener Regentänze von Jason Plato auf sich warten. Recht schnell konnte Turkington wieder zu den MG aufschließen und mühelos die Führung zurückerobern. Plato und Tordoff waren chancenlos gegen die Slick-bereiften Konkurrenten, wurden letztendlich sogar überrundet und kamen nur auf den Positionen 20 und 21 ins Ziel.

croftHinter dem mit nun 45 Kilo Zusatzballast fahrenden Turkington machte dann über die restliche Renndistanz Gordon Shedden ordentlich Druck, konnte aber keine erfolgreiche Attacke starten. Turkington holte somit seinen zweiten Sieg in Croft und den dritten in dieser Saison. Auf Platz drei mit etwas Abstand zum Führungsduo lag nach einigen Runden Tom Onslow-Cole, der sich in der nassen Anfangsphase nach vorne gefahren und zwischen die Dynamics-Honda geschoben hatte. Er beendete ein relativ einsames und kontrolliertes Rennen mit einem sehr guten Podium-Resultat. Mit einigem Abstand zu TOC folgte eine Kampfgruppe mit Neal, Collard, Jordan, Foster und Morgan. Hier drehte in der zweiten Rennhälfte vor allem Collard auf, der zunächst seinen Teamkollegen Foster überholen konnte und dann stetig Druck auf Jordan ausübte, der wiederum Neal im Kofferraum hing. Eine Attacke zu Beginn der letzten Runde scheiterte zunächst, aber in der langsamen Haarnadel vor Start-Ziel konnte der bisher vom Pech verfolgte Collard noch eine erfolgreiche Schlussattacke auf den Honda setzen und sich Platz fünf sichern. Komplettiert wurden die Top Ten hinter der angesprochenen Kampfgruppe von Jeff Smith und Dave Newsham.

War Colin Turkingtons Sieg im ersten Lauf vor allem wegen dem konstanten Speed auf weichen Reifen eindrucksvoll, so war es jetzt die kontrollierte Fahrt mit vollem Zusatzballast, die einen den Hut ziehen ließ.

hi_10090_d365Ein äußerst spannendes Rennen innerhalb des Rennens, das zum Glück auch von den Kameras eingefangen wurde, spielte sich in der Jack Sears Trophy ab. Hier lag David Nye im Ford zunächst knapp vor Jake Hill und duellierte sich mit diesem über die gesamte erste Rennhälfte. Später stieß dann noch Trophy-Leader Lea Wood in seinem Vauxhall dazu, womit ein schöner Dreikampf entstanden war, in dem sich keiner der beteiligten Fahrer einen Fehler erlauben durfte (zur Erinnerung: In der Jack Sears-Trophy zählt am Ende der Saison nur die Gesamtzahl der erreichten Siege). Letztendlich gewann Nye knapp vor Wood, der den Focus von Hill noch in der letzten Kurve attackieren konnte und mit diesem parallel über die Ziellinie fuhr.

aHier das komplette Ergebnis vom dritten Rennen.

Witzigerweise wurde der Draw für die Startaufstellung von Rennen drei diesmal nicht von irgendeinem Offiziellen oder einer zufällig anwesenden Berühmtheit vorgenommen, sondern von Doppelsieger Colin Turkington. Ich stelle mir ein solches Szenario, bei dem der siegreiche Fahrer Losfee für die Startaufstellung des folgenden Rennens spielt und alle Konkurrenten das Okay finden, gerade in der DTM vor und lasse es besser direkt wieder … Turkington förderte aus der schwarzen Urne jedenfalls die Kugel mit der acht hervor, was Adam Morgan auf die Pole Position brachte.

Alle nun denkbaren Gedankenspiele über Vor- und Nachteile der noch zu fahrenden Reifensätze wurden dann jedoch durch einen regelrechten Wolkenbruch zunichte gemacht, der bereits beim Ginetta-Rennen zu einem Rennabbruch geführt hatte. Regen in Yorkshire scheint ähnlich wie Regen in den Tropen zu sein und somit war die Strecke zum Start vom Rennen diesmal richtig nass. Regenreifen bei allen Fahrern waren die einzig logische Wahl und meiner Meinung nach hätte man angesichts der Wassermassen auch ruhig einen Start hinter dem Safety Car rechtfertigen können – vor Tower Hill Bend flossen beispielsweise zwei kleine Bäche über die Strecke.

hi_10096_126fDa Regen in England aber nicht selten ist und die Rennleitung darauf zu vertrauen schien, dass sich alle Beteiligten ausreichend mit nassen Fahrbahnbedingungen auskennen, wurde also normal gestartet. Nick Foster übernahm somit gleich beim Start die Führung von Adam Morgan, dahinter folgten Collard und Neal und dann eine riesige Gischtwand, in der man nichts mehr erkennen konnte. Rasch schob sich Matt Neal an Collard und Morgan vorbei und konnte kurz danach auch die Führung von Foster übernehmen. Adam Morgan verabschiedete sich unterdessen in Sunny In mit einem Ausflug ins Grüne aus der Spitzengruppe und musste das Rennen kurz danach durch einen weiteren Unfall komplett aufgeben. Rob Collard verschwand dann irgendwo in den Regenwolken und stattdessen setzte sich Colin Turkington hinter seinem Teamkollegen Foster auf Rang drei fest. Generell waren die ersten Runden von vielen Ausrutschern, Drehern und Kollisionen geprägt und es war schwer, den Überblick zu behalten. Hinter Turkington folgten Andrew Jordan, Gordon Shedden und Dave Newsham und dann kam lange nichts. In Runde vier konnte Turkington dann seinen Teamkollegen Foster in einem waghalsigen Manöver in den ultraschnellen Jim Clark Esses überholen und Jagd auf den führenden Neal machen, um sein Wochenende mit einem Hattrick zu krönen.

hi_10052_d419Foster hatte unterdessen deutliche Probleme mit den Bedingungen und fiel in der Folge immer weiter zurück. Gegen Rennhalbzeit tauchten dann die MG von Plato und Tordoff in den Top Ten auf und schwammen – diesmal absolut richtig bereift – immer weiter nach vorne. Vorne setzte sich das Spitzentrio aus Neal, Turkington und Jordan unterdessen etwas ab und obwohl alle konstant gute Rundenzeiten drehten, konnte keiner in nennenswerte Schlagdistanz zum jeweiligen Vordermann kommen. In der letzten Runde machte es Matt Neal dann aber selber noch mal spannend, als er zwei Ausflüge auf der regennassen Piste hinlegte, von denen mindestens der zweite böse hätte ins Auge gehen können. Letztendlich gewann Neal das Rennen aber vor Turkington und Jordan. Es folgten Shedden, Newsham und im Parallelflug die MG von Plato und Tordoff. Nick Foster wurde noch Achter, gefolgt von Aron Smith und Jeff Smith.

Verglichen zum ersten Rennen ging es in der Jack Sears Trophy diesmal außerordentlich eintönig zu. Lea Wood gewann mit über einer Runde Vorsprung, weil sich die Konkurrenten irgendwie durch Ausfälle oder längere Aufenthalte in den Auslaufzonen (und Kornfeldern) rund um die Strecke selber geschlagen hatten. Wood führt damit in der Trophy nun mit sechs „cups“ gegenüber deren vier für den in Croft abwesenden Liam Griffin.

aHier das Ergebnis vom dritten Rennen.

In der Gesamtwertung führt wie schon vor Croft Matt Neal mit 224 Punkten vor Andrew Jordan mit 204. Punktgleich mit 188 Punkten auf Rang drei liegen nun Gordon Shedden und Jason Plato, für den die Nullnummer im zweiten Rennen sicherlich äußerst schmerzhaft war. Nur vier Punkte dahinter und somit in Schlagdistanz zur Spitzengruppe folgt nun nach der tollen Vorstellung in Croft Colin Turkingto. Wie eingangs bereits gesagt, könnte aus dem Zweikampf der Marken nun ein Dreikampf geworden sein, sollten die BMW weiterhin so gut gehen. Gleichwohl ist der Vorsprung, den Neal in die zweite Saisonhälfte mitnimmt, schon äußerst komfortabel. Ähnliches gilt nicht nur für Andrew Jordans Vorsprung auf Rang zwei gegenüber den nachfolgenden Rängen, sondern vor allem auch für seinen Vorsprung als Führender in der Independent-Wertung, wo sein nächster Verfolger ebenfalls Turkington ist.

Die weiteren Platzierungen in der Meisterschaft können ahier (PDF) eingesehen werden.

Das war es dann auch mit der ersten Saisonhälfte der BTCC. Es folgt eine sechswöchige Sommerpause bevor es dann am 4. August in Snetterton weiter geht.

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June 08 2013

06:00

BTCC: Stand der Dinge und Vorschau Oulton Park

Nach über einem Monat Pause startet die BTCC an diesem Wochenende auf der malerischen und anspruchsvollen Rennstrecke von Oulton Park zu ihrer vierten Saisonstation. Ein guter Zeitpunkt also, um einmal durch das Feld zu spazieren und sich die bisherigen Leistungen einzelner Teams und Fahrer zu vergegenwärtigen

hi_8541_a818Favoriten für Oulton Park, wie auch für den weiteren Saisonverlauf und den Kampf um den Meisterschaftstitel sind natürlich die Honda vom Team Dynamics und Eurotech. Die Leistung, die man in den ersten neun Saisonrennen und insbesondere bei der letzten Station in Thruxton gezeigt hat, ist insgesamt beeindruckend. Mindestens ebenso interessant wie die Frage, welcher der Verfolger die Honda ernsthaft gefährden könnte (s. dazu weiter unten) ist die Frage, welcher Honda-Fahrer letztendlich als der stärkster und als heißester Kandidat auf den Titel einzuschätzen ist. Nicht wenige sind davon überzeugt, dass es Andrew Jordan sein wird, der am Ende der Saison die beiden etablierteren Dynamics-Piloten Shedden und Neal schlagen wird. Tatsächlich zeigt der junge Eurotech-Fahrer außerordentlich gute Leistungen. Dass oft er es ist, der den Civic unterm Strich am schnellsten pilotieren kann, zeigt er vor allem in der Qualifikation. In den Rennen ist es dann meist weniger die fehlenden Erfahrung, die ihm im letzten Jahr noch das eine oder andere Top-Resultat kostete, als vielmehr ganz einfach Pech, das ihn immer mal wieder einholt (so zum Beispiel der Reifenplatzer in Thruxton). Gut möglich also, dass Jordan zum Ende der Saison seine Markenkollegen schlagen kann. Die Independent-Wertung führt er erwartungsgemäß an und in der Gesamtwertung liegt er auf Platz zwei nur 13 Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden Matt Neal.

Sam Tordoff (GBR) MG KX Momentum Racing MG6

Ernsthaftester Honda-Verfolger sind nach wie vor die MG von KX Momentum Racing. Gleichwohl muss man hier festhalten, dass die Formkurve seit dem sehr guten Saisonauftakt etwas nach unten zu zeigen scheint. Mit vollem Zusatzballast beladen war Plato in Donington nur schwer siegfähig und auch in Thruxton lag der Speed der MG deutlich hinter denen der Honda. Oulton Park wird hier mit einem komplett anderen Anforderungsprofil als Thruxton ein guter Indikator sein, um die Stärke der MG gegenüber den Honda einschätzen zu können. Gut möglich, dass der in dieser Saison fahrwerkstechnisch stark verbesserte MG hier wieder ganz vorne mitmischen kann.

hi_9715_a542Auf die Frage, ob die MG über die gesamte weitere Saison eine konstant auf Augenhöhe fahrende Konkurrenz für die Honda darstellen können, ist ebenso schwer eine Antwort zu geben wie darauf, welche anderen Verfolger sich noch an der Spitze etablieren können. Die West Surrey-BMW kommen, sieht man mal von Turkingtons Sieg in Donington ab, nicht so recht in Schwung. Insbesondere Rob Collard und Einser scheinen sich nicht gut zu verstehen und sind bisher eine echte Enttäuschung. Hoffnung gibt vielleicht ein Testtag, den man letzte Woche in Brands Hatch eingelegt hat und der – anach Aussagen des Teams – sehr gut verlief. In Oulton Park könnte man zudem von den Vorteilen des Heckantriebs profitieren (siehe zu den Anforderungen der Strecke weiter unten), sodass das eine oder andere Top-Resultat möglich ist.

Mat Jackson (GBR) Airwaves Racing Ford FocusNoch düsterer als bei West Surrey sieht es innerhalb der Top-Teams nur noch bei Motorbase Performance aus. Aus den bisherigen Rennen konnte eigentlich kein einziges wirklich gutes Resultat, das den Ansprüchen des Teams genügen würde, eingefahren werden. Den Ford Focus von Aaron Smith und Mat Jackson mangelt es trotz einiger absolvierter Testfahrten sowohl an Zuverlässigkeit als auch an Speed. Auch zwischen Thruxton und Oulton Park hat man wieder reichlich Testkilometer abgespult. Ob es was gebracht hat, wird sich zeigen. Fertiggestellt hat man mittlerweile einen adritten NGTC-Ford Focus, der mit Michael Caine am Steuer an einem der Rennwochenenden nach Oulton Park debütieren soll. Ob es sinnvoll ist, Arbeit in ein drittes Auto zu stecken, wenn die beiden ersten schon nicht optimal laufen, sei mal dahin gestellt. Laut Caine hat man an seinem Auto vor allem andere Setup-Varianten ausprobiert und Back-to-Back-Tests gefahren.

Rob Austin (GBR) WIX Racing Audi A4Ähnlich pessimistisch muss man leider auch die Leistung von Rob Austins Audi-Mannschaft einschätzen. War der Speed des A4 beim Saisonauftakt noch geradezu sensationell, verschwand Austin in den nächsten Saisonrennen nahezu von der Bildfläche und kam sowohl in der Qualifikation als auch in den Rennen über Mittelfeldplatzierungen außerhalb der Top-Ten nicht hinaus. Von seinem Teamkollegen Will Bratt war, abgesehen von einigen Ausrutschern, ebenso wenig zu sehen. aLaut Austin passte Thruxton so gar nicht zum Auto und er ist zuversichtlich, dass er in Oulton Park, das einem Hecktriebler sehr entgegenkommt, wieder vorne mitfahren kann. Ähnliches hatte der sympathische Owner-Driver aber auch schon vor Donington und Thruxton erklärt – mit den bekannt schlechten Resultaten …

Adam Morgan (GBR) Ciceley Racing Toyota AvensisErnsthaftere Konkurrenz als die BMW, Ford und Audi dürften dagegen vor allem die Toyota darstellen. Adam Morgan und – mit einigen Abstrichen aufgrund von Defekten und Ausrutschern – auch Frank Wrathall zeigten in den bisherigen Rennen gute Leistungen. Morgan ist aufgrund einer sehr schönen Konstanz nicht nur Zweitplatzierter in der Independent-Wertung, sondern liegt in der Gesamtwertung als bester Nicht-Honda und Nicht-MG zudem auf Rang Sieben. Der Avensis ist mittlerweile ein ausgereiftes Auto und kann durchaus siegfähig sein. Als Nachteil erweist sich hier meiner Meinung nach nur, dass es kein klares Toyota-Top-Team gibt, das – ähnlich wie es Dynamics mit den Honda macht – die Entwicklung des Autos zentral vorantreibt. Sowohl Wrathalls Dynojet-Team als auch Morgans Cicely-Mannschaft sind Einzelkämpfer mit kleinem Budget. Und Speedworks, die immerhin zwei Toyota einsetzen und eigentlich über das meiste Know-How mit dem Auto verfügen sollten, Dave Newsham (GBR) Speedworks Motorsport Toyota Avensisscheint es nach wie vor an der entscheidenden Professionalität zu mangeln. Im Vergleich zu den familiengeführten Teams von Wrathall und Morgan fällt man jedenfalls auch dieses Jahr deutlich ab, obwohl man mit Dave Newsham mindestens einen sehr guten Fahrer hat, der als Überraschungsmann der letzten Saison seine Siegfähigkeit bereits unter Beweis stellen konnte.

Tom Onslow Cole (GBR) Volkswagen Passat CCDeutlich mehr als die vorgenannten Teams und Fahrzeuge muss man dagegen wohl den VW CC vom Team HARD auf der Rechnung haben. Die Leistung, die das Team und Fahrer Tom Onslow-Cole in Thruxton mit zwei Podiumsplatzierungen und einem Independent-Sieg zeigte, war mehr als überraschend und macht Lust auf mehr. Mit seinem langen Radstand hatte der CC in Thruxton sicherlich einen gewissen Vorteil, gleichwohl sollte man nicht vergessen, dass der Wagen auch in Donington schon sehr gut ging und zudem immer noch an Übergewicht leidet. Oulton Park dürfte also auch für den CC ein guter Gradmesser für die tatsächliche Leistungsfähigkeit sein. Das höhere Gewicht könnte sich bei den vielen Bremspunkten und den darauf folgenden Beschleunigungsstücken, wo es auf Traktion ankommt, jedenfalls problematisch auswirken. Geht der CC trotzdem gut und mischt vorne mit, steht endgültig fest, dass Tony Gilhams Team ein fantastisches Auto gebaut hat. Teamintern deutlich schlechter sind die beiden Vauxhall Insignia zu werten. Ob die mangelnde Performance hier am Auto, an den beiden unerfahrenen Fahrern oder an beidem liegt, ist schwer zu sagen. Glaubt man Tony Gilham kann es eigentlich nicht das Auto sein, denn erstaunlicherweise sollen die Insignia und der CC bis auf das Bodywork vom grundsätzlichen Aufbau her vollkommen identische Fahrzeuge sein. Das würde ich mir dann sehr gerne mal aus der Nähe anschauenJack Goff (GBR) Vauxhall Insignia, da ich meine, dass sich Insignia und CC als Fahrzeuge von zwei verschiedenen Herstellern (!) doch in einigen wesentlichen Punkten unterscheiden dürften. Aussichten auf Verbesserung bei den Insignia sehe ich jedenfalls eher pessimistisch, da sich das Team, angestachelt durch die Erfolge mit dem VW, wohl vor allem auf diesen konzentrieren wird und ja zudem noch mit dem Aufbau des zweiten Fahrzeugs für Howard Fuller beschäftigt ist.

hi_9908_30a0Neu im Feld werden wir in Oulton Park wohl endlich Andy Neate mit dem von seinem eigenen Team eingesetzten Chevrolet Cruze sehen. Zur Erinnerung: Nachdem sich die Fertigstellung des nagelneu aufgebauten Autos verzögert hatte, ließ man zunächst den Saisonauftakt aus und verzichtete schließlich auch auf die Rennen in Donington und Thruxton. Neate wollte das Auto zunächst umfassend durchtesten, bevor man es zu einem Rennen schickt. Eine komplett andere Herangehensweise also, als es beispielswiese das Team von Tony Gilham gemacht hat, die mit dem neuen CC aus der Werkstatt heraus quasi direkt in die Qualifikation für das erste Saisonrennen gegangen sind. Mit dem Cruze wird das BTCC-Feld jedenfalls um ein weiteres NTGC-Fahrzeug bereichert. Update: Wegen technischer Probleme wird es auch dieses Wochenende nichts mit dem Debüt. Dieses soll nun beim nächsten Rennwochenende am 23.6. in Croft stattfinden (aaweitere Infos hier). Bei der Gelegenheit stellt sich die Frage, wo eigentlich der angekündigte andere NGTC-Cruze abgeblieben ist, den einst RML vor dem Rückzug aus der Meisterschaft noch entwickelt hatte und der dieses Jahr eigentlich von BTC Racing eingesetzt werden sollte. Von diesem Projekt hat man seit dem Saisonstart irgendwie nie wieder was gehört …

Lea Wood (GBR) Vauxhall VectraDer Vollständigkeit halber soll noch kurz auf die Jack-Sears-Trophy für Fahrzeuge nach S2000-Reglement eingegangen werden. Hierfür gibt es ja keine Punktewertung, sondern es zählen einzig die Siege, sogenannte „cups“, die ein Fahrer einfährt. Gemessen daran, dass es vor der Saison noch so aussah, als würde der Titel eine mehr oder weniger klare Angelegenheit für Lea Wood in seinem Ex-Tripple Eight-Vauxhall Vectra, geht es hier doch ziemlich spannend zu. Auch aufgrund von viel Pech für Wood in den ersten Saisonrennen liegen er und Ford-Pilot Liam Griffin mit jeweils drei „cups“ gleichauf. Eine sehr gute Leistung zeigte bislang auch Tourenwagen-Haudegen James Kaye mit zwei „cups“ im AmD-Tuning-Golf. Allerdings wird er Oulton Park wegen beruflicher Verpflichtungen auslassen müssen. Ersetzt wird er vom Meisterschaftsführenden im britischen VW Cup Aaron Mason. Generell geht der Kampf um die Jack-Sears-Trophy in der medialen Berichterstattung leider etwas unter. Im TV ist von den meist sehr engen Kämpfen in der Regel nur dann etwas zu sehen, wenn es kracht und selbst auf der BTCC-Website fehlt bei den Meisterschaftsständen eigentlich jede Information über den Stand in der Trophy. Dafür dass man die Trophy mit viel Tamtam angekündigt hatte ist das sehr schade.

Vorschau Oulton Park

Wie ich schon das eine oder andere Mal angemerkt habe, können britische Rennstrecken ja so schön sein. Und Oulton Park ist dafür ein Paradebeispiel: Durch eine hübsche Parklandschaft schlängelt sich der Kurs in der Grafschaft Ceshire über leicht gewellte Hügel und stellt mit schwer einsehbaren mittelschnellen Kurven neben aller Ästhetik auch ein besonders hohes Anforderungsniveau an die Fahrer. Man sagt, um herauszufinden, was ein Fahrer tatsächlich drauf hat, soll man ihn einmal nach Oulton Park schicken. Neben der Strecke selbst macht auch der Zuschauerzuspruch Oulton Park zu einem Highlight im BTCC-Kalender. Als einzige Strecke im Westen von England und aufgrund der Nähe zu den Metropolen Manchester und Liverpool pilgern alljährlich je nach Wetter zwischen 30.000 und 40.000 Zuschauer an die Strecke und machen das Event regelmäßig zu einem der am besten besuchten im ganzen Jahr.


Größere Kartenansicht

Die BTCC fährt ihre drei Rennen traditionell auf den 3,616 Kilometer langen Island-Circuit von Oulton Park. Vom Start kommend geht es zunächst nach rechts in die leicht zumachende und am Ausgang etwas abfallende Old Hall Corner (hier stand einst das namensgebende Herrenhaus Oulton Estate). Über The Avenue geht es bergab in die langgezogene Linkskurve Cascades. Hier ist gewohntermaßen viel los, da die Kurve mit ihrem leichten Gefälle nicht nur anspruchsvoll ist, sondern wegen unterschiedlich möglicher Linien auch immer wieder zu Überholmanövern einlädt. Gegen Ende macht die Kurve zudem etwas zu, während man als Fahrer dazu verleitet ist, möglichst früh ans Gas zu gehen, um Schwung für die nächste Gerade mit zu nehmen. Ausflüge über den Randstein ins Gras sind meist die Folge.

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Grafik von Wikipedia Commons, Autor: Will Pittenger

Am See entlang geht es anschließend auf die Haarnadelkurve vor Island Bend zu. Die längere Streckenvariante würde hier weiter geradeaus und nach der schnellen Island Bend noch einen weiteren Bogen am See entlang fahren, die BTCC biegt jedoch nach rechts über die Haarnadel zur Kurzanbindung ab. Dabei bietet die leicht bergauf führende Haarnadel eine der besten Überholstellen auf der Strecke, an der in den letzten Jahren regelmäßig viel Action geboten wurde. Ausgangs der Haarnadel heißt es dann wieder früh ans Gas gehen und sauber auf die nächste Gerade hinaus beschleunigen. Über die Kuppe bei Hilltop geht es in Richtung der ehemaligen aTV-Planer entnehmen.

Und, ach ja, Thema Reifen: Spare ich mir und verweise dazu mal auf aeinen Artikel auf bttc.net, der sich mit dem leicht nervigen Thema Option-Tyre beschäftigt und die bisherige Performance der beiden Reifenmischungen ganz gut zusammenfasst.

 

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April 02 2013

16:00

BTCC: Analyse Brands Hatch

Die BTCC startete am Osterwochenende mit drei Sprintrennen auf dem Indy-Circuit von Brands Hatch in die Saison 2013. Mann des Wochenendes war Jason Plato, der zwei Siege und die Führung in der Meisterschaft einfahren konnte.

hi 9586 b5c5 300x200 BTCC: Analyse Brands HatchDas bestimmende Thema am Wochenende war jedoch zunächst die Kälte. Zwar blieb der Himmel Samstag und Sonntag meist klar, aber Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und immer wieder leicht einsetzender Schneefall machten nicht nur Teams, Fahrern und Zuschauern zu schaffen, sondern vor allem auch den Reifen, die schwer auf Temperatur zu bringen waren. Das winterliche Osterwetter führte auch dazu, dass man nach dem Wochenende nur bedingt eine Antwort auf die eigentlich sehr interessante Frage, wie sich der neu eingeführte, weichere Option-Tyre auf die Performance auswirkt, bekommen konnte. Grundsätzlich schien er für die meisten Fahrer eher ein Nachteil zu sein, da er nicht zu einem signifikant höheren Tempo führte, sondern ganz im Gegenteil trotz der niedrigen Temperaturen nach einigen Runden schnell abbaute.

Doch beginnen wir am Anfang. Im Qualifying konnte sich Andrew Jordan die Pole Position für Rennen 1 sichern. Dabei begann das Zeittraining gleich mal in bester BTCC-Manier und die Probleme mit den niedrigen Reifentemperaturen wurden schnell offensichtlich. Zunächst drehte sich Jeff Smith in seinem Pirtek-Honda gleich bei der Ausfahrt aus der Boxengasse den Hang bei Paddock-Hill hinunter. Kurz darauf erwichte es auch BTCC-Rückkehrer Colin Turkington ausgangs Druids. Dieser blieb nach einem halben Dreher so unglücklich auf der Ideallinie stehen, dass Jack Goff ihn im gerade erst neu aufgebauten Vauxhall-Insignia breitseits erwischte. Folge waren zwei zerstörte Autos und eine rote Flagge zum Aufräumen. Anschließend purzelten die Zeiten recht rasch, wobei sich vor allem die Dynamics-Honda und Andrew Jordan im Pirtek-Honda an der Spitze des Zeitenboards abwechselten. Als dann zur Mitte des Qualifyings Schneefall einsetze und die Strecke feucht werden ließ, war die Messe schnell gelesen. Keiner konnte sich mehr verbessern und Jordan behielt die Bestzeit. Auf P2 kam Champion Gordon Shedden, gefolgt von Jason Plato, Mat Neal und Sam Tordoff. Drei Hondas und beide MGs in den Top5 schien bereits eine Ansage an die Kräfteverhältnisse für die BTCC-Saison 2013 zu sein und sollte sich auch später im Rennen bestätigen lassen. Auch Jeff Smith im zweiten Pirtek-Honda fuhr stark und erreichte mit P8 ebenfalls die Top10. Dave Newsham auf P6 und Adam Morgan auf P10 unterstrichen die bereits in den freien Trainings angedeutete, gute Leistung der Toyota. Frank Wrathall im Dynojet-Toyota hätte hier ebenso gut mitmischen können, bekam aber seine Zeiten gestrichen, weil er bei der Inspektion mit einer falschen Fahrzeughöhe auffiel – ein Problem, das am Rennsonntag noch weitere Opfer fordern sollte. Eine großartige Leistung zeigte Rob Austin in seinem Audi auf P7. Ebenso überraschend war Nick Foster als bester BMW auf P9, der damit schneller als Teamkollege Rob Collard auf P13 war. Enttäuschend dagegen war die Leistung der Motorbase-Ford, die außerhalb der Top10 blieben und auf die Plätze 12 (Mat Jackson) und 14 (Aron Smith) kamen. Bester Super 2000-Fahrer war Lea Wood im Vauxhall Vectra auf Position 16. Direkt dahinter qualifizierte sich Tom Onslow-Cole im Volkswagen CC. Dessen Leistung mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die Spitze ist insofern erwähnenswert, als dass man den neu aufgebauten CC erst am Samstag-Morgen an die Strecke gebracht und ohne jeglichen Testkilometer aus dem Hänger heraus in die Boxengasse geschoben hatte.

hi 9536 c455 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9566 ef85 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9562 3a2f 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9564 24c5 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch

Schneefall gab es dann zum Start von Rennen 1 zwar nicht, aber trotzdem blieb es bitterkalt. Einzig Rob Austin, Rob Collard, Adam Morgan und Colin Turkington entschieden sich vor dem Start für den weicheren Option-Tyre. Bei Austin schien diese Idee zunächst auch aufzugehen. Mit einem Raketenstart beförderte er sich von Startplatz 7 kommend noch vor der ersten Kurve auf Position 2. Dahinter läutete Champion Gordon Shedden seine BTCC-Saison mit einem ordentlichen Quersteher ausgangs Paddock Hill Bend ein, der zwar glimpflich ausging, aber dazu führte, dass sein Teamkollge Matt Neal ausweichen musste und dabei leicht mit dem Toyota von Dave Newsham aneinander geriet. In der Folge zeigte sich bei Neal Rauchentwicklung am rechten Hinterrad und auch Newsham musste einige Runden später sein Auto mit einem Folgeschaden abstellen.

Ende der ersten Runde konnte Rob Austin mit seinen weicheren Reifen dann erfolgreich den führenden Jordan angreifen, der dabei leicht neben die Ideallinie geriet und auch Jason Plato vorbei lassen musste. In der zweiten Runde löste Rookie James Cole eine Safety-Car-Phase aus, als er seinen Insignia im Kiesbett parkte. Der Restart erfolgte in Runde 7 und schnell konnte sich ein Führungstrio aus Rob Austin, Jason Plato und Andrew Jordan absetzen. Dahinter folgten Matt Neal, Sam Tordoff, Gordon Shedden, Mat Jackson, Jeff Smith und der vom letzten Startplatz heranstürmende Frank Wrathall. In Runde 14 hatten sich die Hoffnungen auf den ersten Sieg für Rob Austin allerdings erledigt, als seine Option-Tyres plötzlich signifikant einbrachen und er zunächst Plato und später auch Jordan ziehen lassen musste, die sich in der Folge auch beide von ihm absetzen konnten. Am Ende der Top 10 konnte der ebenfalls auf den weichen Reifen gestartete Adam Morgan auch nicht besonders auftrumpfen, sondern war vor allem mit dem Haushalten des Reifenverschleiß beschäftigt.

In Runde 16 kamen dann etwas überraschend beide Dynamic-Hondas in die Box. Matt Neal ließ seinen Schaden, den er durch die Kollision in der ersten Runde erlitten hatte, beheben und bei Gordon Shedden hatte sich kurz zuvor Gras vor dem Kühler gesammelt, als er bei dem Versuch seinen Teamkollegen auf der Start-Ziel-Gerade zu überholen, ausweichen musste. Beide Honda verloren in der Folge eine Runde und kamen auf den enttäuschenden Plätzen 19 (Shedden) und 21 (Neal) ins Ziel. Ein ähnliches Problem wie Shedden hatte auch Mat Jackson, der in seinem Ford in die Top 10 vorgefahren war, als in Runde 21 plötzlich sein Motor ausging, weil der Kühler durch Gras verstopft war.

An der Spitze des Feldes holte unterdessen Andrew Jordan immer weiter auf den führenden Plato auf. In der letzten Runde war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen Angriff versuchen würde. Dieser kam dann pünktlich in der letzten Kurve und hätte beinahe mit einem Eklat geendet. Plato hatte die Einfahrt in Clearways nicht ganz sauber erwischt und Jordan sah auf der Innenseite eine Lücke, die Plato aber sofort schloss. Jordan knallte dem MG dadurch auf das rechte Hinterrad und beide rodelten im Parallelflug ins Kiesbett. Wundersamerweise kamen beide aber sofort wieder aus diesem heraus und stürmten Staub hinter sich her ziehend noch vor dem an dritter Stelle liegenden Rob Austin in Richtung Ziellinie. Dahinter kamen die stark fahrenden Tordoff und Smith vor dem vom letzten Startplatz aus gestarteten Frank Wrathall ins Ziel. Es folgten Adam Morgan (Toyota), Colin Turkington (BMW), Aron Smith (Ford) und Ollie Jackson (Toyota). Der Sieg in der Jack Sears Trophy ging überraschenderweise an James Kaye im VW Golf. Den Punkt für die schnellste Rennrunde gewann Rob Austin, der zumindest in den ersten Runden als seine weichen Reifen noch frisch waren, sehr gute Rundenzeiten hinlegen konnte. Interessanterweise gab es nach dem Rennen im Parc Ferme keine bösen Worte zwischen Plato und Jordan wegen des Vorfalls in der letzten Kurve. Beide lachten und zeigten gute Laune über diesen „racing incident“. Da haben wir Jason Plato nach ähnlichen Vorfällen auch schon ganz anders gesehen …

aHier das gesamte Rennergebnis.

hi 9576 e236 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9572 15bf 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9556 2a15 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9578 d569 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch

Für Rennen 2 entschieden sich mit Sam Tordoff, Ollie Jackson, Dan Welch und Will Bratt wieder nur vier Fahrer für die weichere Reifenmischung. Beim Start kam Rob Austin dank seines Heckantriebs erneut gut weg, schnappte sich Jordan und bog Seite an Seite mit Polesitter Plato in Paddock Hill Bend ein. Auch Colin Turkington kam mit dem West Surrey-BMW gut weg, konnte die beiden Toyota von Morgan und Wrathall überholen und auf P5 vorfahren. Wrathall wollte das aber nicht so recht auf sich sitzen lassen und setzte sich in Runde zwei eingangs von Paddock Hill etwas zu optimistisch neben Turkington, was dem BMW-Mann einen spektakulären Ausflug ins Kiesbett einbrachte. Einige Meter später versenkte Ollie Jackson seinen Speedworks-Toyota bei der Einfuhrt zu Druids in die Leitplanken. Damit spielten drei der vier auf den weichen Reifen gestarteten Piloten schon keine Rolle mehr; Will Bratt musste seinen Audi bereits nach der Einführungsrunde mit einem Problem abstellen.

Nach einigen Runden tauchten die von weit hinten gestarteten Shedden, Neal und Mat Jackson bereits in den Top10 hinter dem letzten weichbereiften Auto von Tordoff auf. Vorne drehte Plato einsam seine Kreise, während um Platz zwei ein Kampf zwischen Rob Austin, Andrew Jordan und Frank Wrathall entbrannte. In Runde 7 konnte Jordan den Audi überholen und in Runde 9 versuchte es auch Wrathall, was jedoch in einer Kollision in Druids endete, die Austin das Rennen kostete und Wrathall einige Positionen zurück warf. Shedden, der zwischenzeitlich Tordoff überholt hatte, war damit plötzlich Dritter. Es folgten Jeff Smith, Wrathall, Tordoff, Neal, Mat Jackson, Morgan und Welch, der aber in der Folge weit zurückfiel, weil er in seinem Proton nur noch den sechsten Gang zur Verfügung hatte.

Während Plato seinen Vorsprung an der Spitze weiter ausbaute, konnte sich Matt Neal den MG von Tordoff schnappen und in der Folge Druck auf Wrathall ausüben. In Runde 20 löste David Nye dann durch eine Kollision mit dem Seat von Warren Scott in deren Folge er im Kiesbett strandete eine Safety-Car-Phase aus. Diese kam kurz vor Rennende natürlich ziemlich ungünstig für Jason Plato, der dadurch seinen Vorsprung einbüßte und mit Jordan, Shedden und Smith eine kleine Honda-Armada in seinem Rückspiegel hatte. Beim Restart zwei Runden vor Schluss behauptete er aber seine Position, während es dahinter zur dritten Kollison mit Beteiligung von Frank Wrathall kam. Diesmal kollidierte er mit Mat Neal vor Druids, wurde dabei aber selbst ins Kiesbett befördert während der Honda weiter fahren konnte. Auch wenn der Toyota an genau derselben ungünstigen Stelle stehen blieb wie kurz zuvor der Ford von David Nye, entschied sich die Rennleitung dieses Mal aus unerklärbaren Gründen gegen ein Safety Car. In der letzten Runde versuchten beide Dynamics-Honda noch mal Druck auf die vor ihnen fahrenden Markenkollegen Jordan beziehungsweise Smith auszuüben, blieben aber erfolglos.

Plato siegte somit auch in Rennen 2 und das diesmal mit dem vollem Zusatzballast von 45 kg. Seine herausragende Leistung wird noch dadurch unterstrichen, dass er auch die schnellste Rennrunde drehte. Es folgten die Honda von Jordan, Shedden, Smith und Neal. Komplettiert wurden die Top10 von Mat Jackson, Adam Morgan, Colin Turkington, Dave Nesham und Nick Foster. In der Jack Sears Trophy gewann diesmal Liam Griffin im Ford Focus knapp vor dem erneut stark fahrenden James Kaye.

Champion Gordon Shedden konnte sich nach dem Rennen jedoch nicht lange über seinen Podiumsplatz freuen. Bei der Nachkontrolle wurde bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und seine Resultate wurden gestrichen. Damit waren nicht nur die Punkte für Platz drei weg, sondern auch ein guter Startplatz für das letzte Rennen. Auch Frank Wrathall bekam nach dem Rennen Post von der Rennleitung. Wegen des Abschuss von Rob Austin belegte man ihn mit einer Geldstrafe und drei Strafpunkte auf seine Lizenz. Persönlich regelten Wrathall und Austin die Sache übrigens schnell und unkompliziert. Wrathall entschuldigte sich und Austin sah die Situation als ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass er im letzten Jahr Dan Welch an gleicher Stelle aus dem Rennen befördert hatte. Britischer Sportsgeist halt.

aHier das komplette Rennergebnis

hi 9587 59b4 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9586 b5c5 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9585 649a 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9577 285f 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch

Der Draw für die Startaufstellung für Rennen 3 beförderte zunächst den Siebtplatzierten Adam Morgan im Toyota auf die Pole Position. Durch die Disqualifikation Sheddens rückte er im Rennergebnis jedoch auf Rang sechs vor und Mat Jackson erbte die Pole. Bis auf die acht schon auf den weichen Reifen gestarteten Fahrer, mussten für dieses Rennen alle übrigen NGTC-Piloten den Option-Tyre aufziehen. Beim Start konnte Jackson seine Führung zunächst behaupten. Dahinter machte Colin Turkington nach einer leichten Kollision mit Jason Plato erneut Bekanntschaft mit dem Kiesbett in Paddock Hill Bend.

Zum Ende der ersten Runde konnte sich dann Mat Neal in Clearways an Morgan vorbei auf P2 vorschieben. Kurz darauf knallte des dann heftig: Dave Newsham drehte sich mit seinem Toyota in Paddock Hill und räumte dabei Rob Austins Audi ab, der sich bei voller Fahrt zur Innenseite wegdrehte und vehement mit der Fahrerseite in die Streckenbegrenzung einschlug. Der Audi war danach ein Totalschaden. Glücklicherweise konnte Austin unverletzt aussteigen und begutachtete direkt den Schaden am gerade neu aufgebauten Auto. Leider verpennte ITV4 nach der folgenden Safety-Car-Phase den Restart. Mat Jackson konnte jedoch erst einmal seine Führung behalten, wurde dann vor Graham Hill-Bend jedoch plötzlich langsam und musste Neal, Plato und Morgan vorbeiziehen lassen. Im weiteren Rennverlauf hatte es der Ford immer wieder mit Motoraussetzern zu tun, wodurch ein mögliches gutes Resultat vernichtet wurde. Jackson wurde nach der guten Ausgangslage mit der Pole-Position am Ende nur enttäuschender Zehnter.

Gordon Shedden war unterdessen vom letzten Startplatz aus gestartet schon Siebter und machte Jagd auf Jeff Smith und Sam Tordoff. Der MG-Pilot konnte unterdessen mit seinen harten Reifen in Runde 17 an Andrew Jordan vorbeigehen und danach auf seinen Teamkollegen Plato aufholen, den er letztendlich ebenfalls überholen konnte und damit Dritter hinter Adam Morgan war. Plato war mit den weicheren Reifen in Kombination mit dem Zusatzballast an die Grenzen der Fahrbarkeit gestoßen und hatte keine Chance auf ein weiteres Podium. Kurz darauf überholte auch Shedden Smith und Plato und schloss im Windschatten Tordoffs immer weiter zum Toyota von Morgan auf.

Mat Neal führte unterdessen mit einem gesunden Vorsprung von rund zwei Sekunden. Dahinter griff dann in Runde 25 Tordoff Morgan ausgangs Clearways an, was beide Piloten neben die Ideallinie kommen ließ und Shedden erlaubte, an beiden vorbeizugehen. Bis zum Rennende konnte der Schotte dann noch zu seinem führenden Teamkollegen aufschließen, diesen jedoch nicht mehr überholen. Rennen 3 endete mit einem Dynamics-Doppelsieg, gefolgt von den sehr gut fahrenden Sam Tordoff und Adam Morgan, der sein erstes Podium nur knapp verpasste. Jason Plato wurde nach seinen beiden Siegen Fünfter. Dahinter platzierten sich Jordan, Jeff Smith, Wrathall und Turkington. Der Sieg in der Jack Sears-Trophy ging zunächst an Lea Wood, der in den beiden ersten Rennen noch technische Probleme gehabt hatte. Bei der Nachkontrolle wurde aber auch bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und so erbte Liam Griffin den Sieg.

aHier die Resultate von Rennen 3

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Insgesamt scheinen die MG sehr stark zu sein. Insbesondere mit den harten Reifen funktionieren sie sehr gut, wofür Platos Sieg mit vollem Ballast in Rennen 2 und Tordoffs Fahrt aufs Podium in Rennen 3 sprechen. Das Vorhaben, insbesondere das Fahrwerk und die Reifennutzung über den Winter zu verbessern, scheint also gefruchtet zu haben. Ebenfalls sehr stark sind wie erwartet die Honda von Dynamics. Nachdem die Probleme in Rennen 1 und Sheddens ärgerliche Disqualifikation in Rennen 2 noch gute Resultate verhindert haben, zeigte sich mit dem Doppelsieg in Rennen 3, bei dem Shedden von ganz hinten aufs Podium fuhr, dass mit den Hondas auch weiterhin zu rechnen sein muss. Ebenfalls stark sind die Hondas von Eurotech. Dass Andrew Jordan schnell ist, war eigentlich klar, aber beeindruckend waren auch die drei guten Resultate von Jeff Smith, die ich ihm so nicht zugetraut hätte.

Arbeit gibt es dagegen noch bei West Surrey. Die BMWs scheinen noch an einigen Kinderkrankheiten zu leiden. Rob Collard erlebte mit drei Ausfällen ein Wochenende zum Vergessen. Mehrere technische Probleme, darunter ein mysteriöses Leck im Wasserkreislauf, brachten ihm kein einziges zählbares Resultat ein. Dass die Ausgangsbasis des BMW aber nicht schlecht ist, konnte Colin Turkington zeigen, der im ersten Rennen vom letzten Startplatz auf P8 vorfuhr und bessere Resultate in den anderen Rennen nur dadurch verpasste, weil er jeweils unsanft von der Strecke befördert wurde.

Ziemlich enttäuschend ist die Performance der Ford Focus von Motorbase. Technische Probleme und kaum zählbare Resultate dürften das Team vor einen großen Berg Arbeit stehen lassen. Aron Smith konnte in Rennen 1 und Mat Jackson in Rennen 2 und 3 zwar in die Top10 fahren, beide wirkten aber dennoch blass und von der guten Leistung, die der Focus zum Ende der letzten Saison gezeigt hat, ist wenig zu sehen.

Erwartungsgemäß gut lief dagegen der Toyota von Frank Wrathall, der bessere Resultate nur durch seine ungestüme Fahrweise zunichte gemacht hat. Etwas überraschend ist der vom Cicely-Team eingesetzte Toyota von Adam Morgan das ganze Wochenende besser unterwegs gewesen, als die beiden Avensis von Speedworks. Morgan war das ganze Wochenende, egal ob in den Trainings oder in den Rennen, unter den Top 10 zu finden und ist sicherlich die größte Überraschung des Saisonauftakts.

Sehr gut war auch die Leistung von Rob Austin. Ein starkes Qualifying wurde von einem Podium in Rennen 1 gekrönt. Weitere mögliche gute Resultate wurden dann nur wegen des Abschusses durch Wrathall in Rennen 2 und den schweren Unfall in Rennen 3 nicht möglich. Enttäuschend war dagegen Will Bratt im zweiten Audi, der nicht annähernd an die Leistung seines Teamkollegen und Chefs heran kam.

Sehr enttäuschend sind auch die Fahrzeuge von Tony Gilham Racing. Die Insignias sind im Vergleich zu den anderen NGTC-Fahrzeugen erschreckend langsam und konnten überhaupt keine Akzente setzen. Lichtblick und ein Teilerfolg ist aber immerhin das Debüt des selber entwickelten Volkswagen CC. Dafür dass das Team das Auto erst in der Nacht zu Samstag fertig gestellt hat und ohne Testkilometer in die freien Trainings ging, sind Platz 14, 16 und nur ein Ausfall gar keine schlechten Resultate.

In der Jack-Sears-Trophy machte James Kaye im mittlerweile etwas betagten VM Golf von AmD-Tuning eine besonders gute Figur und sicherte sich einen Sieg. Liam Griffin als einer der Favoriten auf den Trophy-Titel war in Rennen 2 und 3 erfolgreich. Lea Woods Wochenende war dagegen nach technischen Problemen und der Disqualifikation in Rennen 3 zum Vergessen. Ganz ordentlich unterwegs war auch David Nye im Welch-Ford Focus, der in Rennen 3 bis zu einem Fahrfehler kurz vor Schluss in der Jack Sears-Trophy in Führung lag.

Erwähnenswert ist vielleicht noch M247-Racing, die einen S2000-Cruze einsetzen. Nachdem kurz vor dem Start zu Rennen 1 plötzlich eine Antriebswelle brach, stellte man überrascht fest, dass man auch kein Ersatzteil dabei hatte. Ein Start in Rennen 2 war damit nicht möglich, aber eine Delegation des Teams machte sich auf den Weg, um eine neue Antriebswelle zu besorgen. Diese traf dann eine halbe Stunde vor dem Start zu Rennen 3 tatsächlich ein, wurde in Windeseile eingebaut und Joe Girling konnte schließlich doch noch in seine Saison starten. Im Rennen wurde man zwar Letzter, kam aber immerhin ins Ziel. Die ganze Situation war dabei wunderbar über Twitter zu verfolgen, wo das Team immer wieder neue Zwischenberichte über den Stand bei der Suche nach einer Antriebswelle lieferte.

Eine genauere Analyse über die Reifensituation spare ich mir jetzt. Erstens sind eindeutige Aussagen wegen der niedrigen Temperaturen am Wochenende schwierig und zweitens sind drei Rennen, in denen selbst die Teams eher rätselten als dass sie mit den Reifen eine klare Strategie verfolgten, noch zu wenig, um klare Erkenntnisse zu bieten. Grundsätzlich stellte sich der weichere Reifen in Brands Hatch aber eher als Nachteil heraus. Das Einbrechen bei Rob Austin in Rennen 1 und die starke Leistung von Tordoff und Morgan in Rennen 3, als fast alle anderen Konkurrenten die weichen Reifen fuhren, sprechen zumindest dafür.

Das nächste Rennen findet am 21. April in Donington statt. Gefahren wird auf dem 3,149 Kilometer langem National Circuit. Hier ein paar Infos zur Strecke mit Streckenplan und den Siegern der vergangenen Jahre. Falls ich Zeit finde und sich bis dahin noch einige Neuigkeiten ergeben, wird es noch mal eine kurze separate Vorschau geben. Falls irgendwelche Fragen sind, könnt ihr diese auch gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht kann ich im nächsten Beitrag dazu Antworten liefern.

Zum Abschluss ahier noch der Link zu den aktuellen Ständen in der Meisterschaft.

 

 BTCC: Analyse Brands Hatch

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March 29 2013

09:50

BTCC: Saisonvorschau 2013

Am kommenden Wochenende startet die britische Tourenwagenmeisterschaft in ihre 56. Saison. Ein Rekordstarterfeld von 32 eingeschriebenen Fahrzeugen und eine hohe Markenvielfalt mit 15 verschiedenen Fahrzeugmodellen von 11 Herstellern versprechen Tourenwagen-Action pur.

hi 9533 a888 300x200 BTCC: Saisonvorschau 2013Los geht es für die BTCC traditionsgemäß auf dem alterwürdigen Kurs von Brands Hatch. Champion Gordon Shedden und das Honda Team Dynamics möchten 2013 ihre drei Meistertitel in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung verteidigen. Auch wenn man im Rückblick auf 2012 eine leichte Honda-Dominanz konstatieren könnte, sah die Saison doch ein spannendes Finish zwischen Shedden, dessen Teamkollegen Mat Neal und MG-Speerspitze Jason Plato, das der Schotte erst im vorletzten Rennen für sich entscheiden konnte. Auch Andrew Jordan im privat eingesetzten Honda sowie BMW-Mann Rob Collard lagen lange Zeit weit vorne im Gesamtklassement und kämpften gleichzeitig um den Titel in der Independent-Wertung, die Jordan letztlich gewinnen konnte. Für 2013 haben die Verfolger ihre Fahrzeuge noch einmal gründlich überarbeitet oder – wie im Falle des 1er-BMW vom West Surrey Team – komplett neue Fahrzeuge entwickelt. Mit Colin Turkington kehrt außerdem der Meister des Jahres 2009 in die BTCC zurück. Die Weichen für eine spannende Saison scheinen also gestellt zu sein.

Was ist neu 2013?
Die wichtigste Neuerung für 2013 ist die Aufhebung der Angleichung von NGTC- und Super 2000-Fahrzeugen. Zur Erinnerung: Seit 2004 waren nach dem von der FIA sanktionierten Super 2000-Reglement aufgebaute Fahrzeuge in der BTCC startberechtigt. Aufgrund der immer mehr ausuferenden Kosten für die S2000er und um eine größere Markenvielfalt entstehen zu lassen, entschied sich die BTCC für 2010 ein neues technisches Reglement namens NGTC (Next GenerationTouring Car) einzuführen. Die drei letzten Saisons waren als Übergangsjahre gedacht, in denen versucht wurde, die vorhandenen S2000- und die neuen NGTC-Fahrzeuge von der Performance her anzupassen und so ein homogenes Starterfeld zu schaffen. In diesem Zeitraum sind nach und nach immer mehr Teams in das NGTC-Reglement gewechselt und haben entsprechende Fahrzeuge aufgebaut. 2012 gewann dann mit dem vom Team Dynamics entwickelten Honda Civic erstmals ein reines NGTC-Fahrzeug sowohl ein Rennen als auch letztendlich den Meistertitel.
2013 werden die alten Super 2000-Fahrzeuge zwar noch startberechtigt sein, durch eine Anhebung des Turboladedrucks bei den NGTC-Autos ist es jedoch wahrscheinlich, dass sie im Kampf um die vorderen Plätze keine Rolle mehr spielen werden. Dabei ist außerdem zu beachten, dass die Unterscheidung in NGTC und S2000 eigentlich nur noch für das Fahrzeug-Chassis gilt, denn mittlerweile verwenden alle S2000er einen 2 Liter-NGTC-Turbomotor, der dann aber mit weniger Ladedruck als bei den reinen NGTC-Autos auskommen muss.
Für die letzten Super 2000er gibt es ab dieser Saison eine eigene Wertung, die sogenannte Jack Sears Trophy – benannt nach dem ersten BTCC-Champion. Wer am Ende der Saison die meisten S2000-Siege eingefahren hat, sprich die besten Einzelresultate in einem Super 2000-Auto, gewinnt die Trophy.

Eine weitere Neuerung betrifft die Reifen. Dunlop bleibt zwar Alleinausrüster der Serie und stellt pro Fahrzeug insgesamt 12 (bzw. für den Saisonauftakt 16) neue Trockenreifen für ein Rennwochenende zur Verfügung;  ein Reifensatz ist ab dieser Saison jedoch eine weichere Reifenmischung – ein sogenannter Option-Tyre – und muss von jedem Fahrer in einem der drei Rennen pro Wochenende verwendet werden. Die Entscheidung, in welchem Rennen man den Option-Tyre fahren möchte, muss noch vor der Qualifikation festgelegt werden und wird bei dem entsprechenden Rennen für die Zuschauer kenntlich gemacht. Bis zur Startaufstellung eines Rennens bleibt es letztlich aber geheim, welche Reifenmischung gewählt wurde.
Welchen Effekt diese Regelung hat und ob sie die tatsächlichen Kräfteverhältnisse nicht zu stark verwässert, bleibt abzuwarten. Ebenso unklar ist bislang die Regelung für den Fall, dass das Rennen, in dem sich ein Fahrer für den Option-Tyre entschieden hat, als Wet-Race deklariert ist (werde hierfür das technische Reglement noch mal genauer studieren).
In diesem Zusammenhang ist auch neu, dass bei feuchten Bedingungen nun keine gemischten Bereifungen mehr erlaubt sind, also bspw. keine Slicks an der Vorderachse und Regenreifen an der Hinterachse.

Kalender und Rennformat
Nicht neues gibt es dagegen beim Kalender. Die Saison besteht aus denselben zehn Rennwochenenden wie in den letzten Jahren mit dem Saisonauftakt und -abschluss in Brands Hatch und der typischen Tournee über die wundervollen britischen Rennstrecken im Laufe des Jahres. Hier ein Überblick:

1. 31. März Brands Hatch (Indy Circuit) 2. 21. April Donington 3. 5. Mai Thruxton 4. 9. Juni Oulton Park 5. 23. Juni Croft 6. 4. August Snetterton 7. 25. August Knockhill 8. 15. September Rockingham 9. 29. September Silverstone 10. 13. Oktober Brands Hatch (GP Circuit)

Pro Veranstaltung werden wie gewohnt drei Sprintrennen gefahren, wodurch sich insgesamt 30 Saisonrennen ergeben. Gestartet wird jeweils stehend. Die Startaufstellung für Rennen 1 ergibt sich aus der Qualifikation am Samstag, die für Rennen 2 aus dem Ergebnis von Rennen 1 und die für Rennen 3 aus dem berühmten „Draw“. Hierbei wird ein Fahrer, der in Rennen 2 auf den Plätzen 6 bis 10 ins Ziel gekommen ist, gelost und auf die Pole gesetzt. Alle in Rennen 2 vor ihm platzierten Fahrer werden nun in umgekehrter Reihenfolge auf die nachfolgenden Startplätze gesetzt und alle nach ihm platzierten Fahrer bilden die restlichen Plätze der Startaufstellung. Das ist jetzt für jemanden, der das noch nicht gesehen hat, vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen, aber bevor ich mich jetzt in endlosen Beispielen verrenne, rate ich, sich das einfach mal anzuschauen, da es an sich sehr einfach ist.

Punkte für die Gesamtwertung gibt es pro Rennen für die ersten 15 Fahrer nach folgendem Schema:

1. 20 Punkte, 2. 17 Punkte, 3. 15 Punkte, 4. 13 Punkte, 5. 11 Pubkte, 6. 10 Punkte, 7. 9 Punkte, 8. 8 Punkte, 9. 7 Punkte, 10. 6 Punkte, 11. 5 Punkte, 12. 4 Punkte, 13. 3 Punkte, 14. 2 Punkte, 15. 1 Punkt

Zusätzlich gibt es jeweils einen Zusatzpunkt für die Pole-Position in Rennen 1 (also den schnellsten der Qualifikation), die schnellste Rennrunde pro Rennen und eine Führungsrunde pro Rennen.
Für die Independent-Wertung, in der eigentlich alle Fahrer bis auf Neal und Shedden vom Team Dynamics und Plato und Tordoff vom KX Momentum Racing starten, gilt die gleiche Punktewertung für jedes Rennen, allerdings werden hier keine Zusatzpunkte vergeben. Gleichzeitig sind natürlich alle Independent-Piloten auch für die Gesamtwertung punkteberechtigt.
Für die neu hinzugekommene Jack-Sears-Trophy für Super 2000-Fahrzeuge gibt es keine separate Punktewertung. Hier zählen nur die „Siege“ (im BTCC-Sprachgebrauch “cups”), die ein Fahrer erreicht. Wer am Ende der Saison die meisten “cups” und somit die besten Einzelresultate eines Super 2000-Autos eingefahren hat, gewinnt die Trophy.
Neben Punkten gibt es für die fünf besten Fahrer in einem Rennen auch noch ordentlich Gewicht ins Auto – quasi die negative Kehrseite des Erfolgs. Für Rennen 2 an einem Wochenende muss Zusatzgewicht auf Basis der Ergebnisse aus Rennen 1 eingeladen werden und für Rennen 3 auf Basis der Ergebnisse von Rennen 2. Dabei werden die ersten fünf Fahrer mit folgenden Gewichten belastet: 45 kg, 36 kg, 27 kg, 18 kg und 9 kg. Alle weiteren Plätze müssen nichts einladen. Dabei ist zu beachten, dass die Gewichtsregelung jeweils nur für das nächste Rennen gilt und sich nicht aufaddieren kann. Wer also Gewicht für einen Sieg eingeladen bekommt, muss dieses auch nur im nächsten Rennen fahren. Kommt er dort nicht in die Top-5, fährt er im folgenden Rennen wieder ohne Gewicht, kommt er dagegen bspw. auf Platz 4 ins Ziel, muss er im folgenden Rennen nur noch das Gewicht für Platz 4 mitschleppen. Für das Zeittraining und das erste Rennen eines Wochenendes gilt der Zusatzballast außerdem nicht auf Basis des vorangegangenen Rennergebnisses, sondern auf Grundlage der ersten fünf Positionen in der Meisterschaft.

Teams und Fahrer
Es folgt nun ein kleiner Durchgang durch das Feld der bisher eingeschriebenen Teams und Fahrer. Bei den Teamnamen ist jeweils der offizielle Entry-Name angegeben, in Klammern steht dann, sofern abweichend, der eigentliche Name des Teams. „Constructor“ und „Independent“ bezieht sich darauf, ob das Team Punkte im Kampf um die Herstellerwertung sammelt oder um die Independent-Titel fährt. Hinter dem eingesetzten Fahrzeugtyp ist vermerkt, ob es nach NGTC- oder Super 2000-Reglement aufgebaut ist. Hierbei ist zu beachten, dass alle S2000-Fahrzeuge auch einen NGTC-Motor benutzen. Einen kurzen tabellarischen Überblick über alle Entrys findet man außerdem hier.

Honda Yuasa Racing (Team Dynamics) – Constructor
Honda Civic (NGTC) – # 1Gordon Shedden, #2 Matt Neal
Wohl das Team, das es zu schlagen gilt. Es war schon beeindruckend und zugleich ein Zeugnis für die Professionalität des von Matt Neals Vater geführten Teams, wie man letztes Jahr auf Anhieb mit dem neu entwickelten Civic siegfähig war. Interessant war auch das teaminterne Duelle zwischen Shedden und Neal, das 2013 sicherlich seine Fortsetzung finden wird. Für einige überraschend war es am Ende der Saison dann der von allen im Team nur „Flash“ genannte sympathische Schotte, der den Meistertitel erringen konnte und nicht der dreifache Champion und Vorjahresmeister Matt Neal. Über den Winter hat man sich vor allem auf die Verbesserung des an sich schon sehr guten Autos in allen Bereichen konzentriert.

MG KX Momentum Racing (Triple 8 Race Engineering) – Constructor
MG6 GT (NGTC) – #88 Sam Tordoff, #99 Jason Plato
War der neue Civic vom Team Dynamics schon beeindruckend, so war die Performance des MG eine echte Sensation. Das Auto hatte man vor der letzten Saison in Windeseile zusammengeschraubt und ohne größere Tests zum ersten Rennwochenende gebracht, wo Jason Plato dann gleich eines der Rennen gewinnen konnte. Zwar zeigten sich im weiteren Saisonverlauf einige Unausgereiftheiten, die Plato letztendlich wohl auch den Titel gekostet haben dürften, jedoch war man bis zum vorletzten Saisonrennen mit im Kampf um die Meisterschaft – und das obwohl man 2012 eigentlich als Lernjahr mit dem neuen Auto deklariert hatte. Für 2013 wurde das Auto komplett überarbeitet. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Fahrwerk mit dem man im letzten Jahr besonders bei Regen einige Probleme hatte. Jason Platos Qualitäten als Fahrer sind über jeden Zweifel erhaben. Das Tourenwagen-Ass ist mit allen Wassern gewaschen und will 2013 zu seinem dritten BTCC-Titel greifen. Neu im Team ist der 23-jährige Sam Tordoff, der 2012 im britischen Porsche Cup Gesamtdritter wurde und Jason Plato in der von ihm betreuten Nachwuchssichtung „KX-Academy“ auffiel. Zu Tordoffs Qualitäten sagte Plato in gewohnt englischer Manier: „He ist going to be a pain in the arse.“

Pirtek Racing (Eurotech Racing) – Independent
Honda Civic (NGTC) – #55 Jeff Smith, #77 Andrew Jordan
Der Independendent-Meister von 2012 will in diesem Jahr endlich nach dem Gesamttitel greifen. Angesichts des Fortschritts aus dem vergangenen Jahr und dem immer schneller werdenden Andrew Jordan scheint auch eigentlich nichts dagegen zu sprechen. Die Autos kommen vom Team Dynamcis und Jordan hat letztes Jahr gezeigt, dass wenn alles glatt geht, er mindestens auf Augenhöhe mit Shedden und Neal mitfahren kann. Zweiter Fahrer im Team ist wieder Jeff Smith, dessen Leistung im Vergleich zu Jordan stark abfällt.

ebay Motors (West Surrey Racing Team) – Independent
BMW 125i M-Sport – #5 Rob Collard, #18 Nick Foster, #29 Colin Turkington
Hier dürfen wir gespannt sein. Nachdem man im letzten Jahr noch das betagte S2000-Chassis des aus der WTCC hinlänglich bekannten 320si mit einem NGTC-Motor eingesetzt hat, setzt man dieses Jahr auf ein reines NGTC-Fahrzeug. Basis hierfür ist die 1er-Reihe von BMW. Das Fahrzeug wurde in den letzten Monaten komplett neu entwickelt, sieht meiner Meinung nach einfach nur geil aus und rückte Anfang März erstmals zum Testen aus. Bei den Media-Day-Tests konnte man immerhin die zehntbeste Zeit erringen. Das Driver-Lineup hat sich im Vergleich zum letzten Jahr noch mal verbessert. Rob Collards Qualitäten als Tourenwagenfahrer sind zweifelsfrei bewiesen und mit Colin Turkington kehrt der Meister des Jahres 2009 zum Team zurück. Dritter Fahrer ist Nick Foster, den man eher als Gentleman-Driver ansehen kann, der aber ebenso in der Lage ist, regelmäßig in die Top10 zu fahren.

Airwaves Racing + Addison Lee Motorbase (Motorbase Performance) – Independent
Ford Focus ST Mk. III (NGTC) + Ford Focus ST Mk. II (S2000) – #7 Mat Jackson, #8 Árón Smith, #66 Liam Griffin, #4 tba
Mit neuem und altem Sponsor möchte die Ford-Speerspitze im Feld die tolle Performance des neu entwickelten NGTC-Focus weiter ausbauen. Das Auto debütierte im Laufe der vergangenen Saison in Snetterton und beeindruckte nicht nur durch sein martialisches Aussehen, sondern auch dadurch, dass es auf Anhieb schnell war. Dieses Jahr werden erstmals zwei Mk. III-Focus an den Start geschickt und von Routinier Mat Jackson und Youngster Aron Smith, der letztes Jahr beim Saisonfinale seinen ersten Sieg feiern konnte, pilotiert. Ein drittes NGTC-Auto könnte im Laufe der Saison für den zweiten Team-Entry antreten. Möglicher Fahrer hierfür ist Michael Caine. Vom ersten Rennen an wird außerdem Liam Griffin einen der alten S2000-Focus des Teams fahren und damit ins Rennen um die Jack Sears-Trophy gehen.

Dynojet Racing – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #11 Frank Wrathall
Dynojet und Frank Wrathall gehörten mit zu den ersten, die vor drei Jahren ein NGTC-Fahrzeug einsetzten und überraschten damals von Anfang an mit guten Resultaten in ihrem orangefarbenen Avensis. Seitdem zeigt die Lern- und Erfolgskurve stetig weiter nach oben und wurde letztes Jahr mit einem Sieg gekrönt. Für 2013 hat man mit der bisher gesammelten Erfahrung ein nagelneues Auto aufgebaut.

WIX Racing (Rob Austin Racing) – Independent
Audi A4 (NGTC) – #13 Rob Austin, #14 Will Bratt
Auch Rob Austin gehörte mit seinem eigenen Team zu den ersten, die ein NGTC-Auto an den Start gebracht haben. Mittlerweile geht man in die dritte Saison und möchte die guten Resultate, die man in den letzten Jahren schlaglichtartig immer wieder zeigte, endlich in Siege überführen. Die Chancen dafür stehen eigentlich nicht schlecht. Das Auto ist mittlerweile ausgereift und – noch wichtiger – endlich hat man einen Sponsor gefunden, wodurch die Saison für beide Autos erstmals  durchfinanziert zu sein scheint. Zweiter Stammfahrer ist Will Bratt, der bereits letztes Jahr bei einigen Rennen zum Einsatz kam.

Speedworks Motorsport – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #17 Dave Newsham, #48 Ollie Jackson
Ähnlich wie Dynojet besitzt auch Speedworks eine Menge Erfahrung mit dem NGTC-Toyota. Bislang verkaufte man sich aber meist unter Wert, da das Driver-Lineup in den letzten Jahren nicht zu den besten gehörte. 2012 waren Rookie Adam Morgan und Gentleman-Driver Tony Hughes die Stammpiloten. Morgan konnte immer mal wieder in die hinteren Top-10 fahren, aber Hughes ging regelmäßig unter. Wie gut das Auto tatsächlich ist, zeigte Paul O’Neil zur Saisonmitte, als er Hughes in einigen Rennen vertrat und in Knockhill das Podium nur knapp verfehlte. Mit Dave Newsham stößt dieses Jahr der Überraschungsmann des Vorjahres zum Team. Der Schotte hat seinen Speed mehrfach unter Beweis gestellt und konnte mit einem S2000-Vauxhall Vectra zwei Gesamtsiege einfahren. Hier darf man also gespannt sein. Zweiter Fahrer ist Ollie Jackson, der im Vorjahr noch im Golf von AmD-Tuning unterwegs war.

PPCGB.com/Kraftwerk Racing + RCIB Insurance Racing (Tony Gilham Racing) – Independent
VW CC (NGTC) + Vauxhall Insignia (NGTC) – #6 Tom Onslow-Cole, #22 Howard Fuller/Robb Holland, #20 James Cole, #31 Jack Goff
Einen kunterbunten Haufen gibt es dieses Jahr beim Team von Tony Gilham, das letztes Jahr noch unter dem Namen Team HARD antrat und vor allem mit einem pinkfarbenen Auto auffiel. Die Mannschaft, die zu Beginn der letzten Saison zunächst einen einzigen Honda Civic an den Start brachte, geht dieses Jahr gleich mit zwei Team-Entrys und vier Fahrzeugen in die Saison. Zum Einsatz kommen dabei zwei in Zusammenarbeit mit RML entwickelte Volkswagen CC und zwei Vauxhall Insignias, die man Thorney Motorsport zum Ende der letzten Saison abgekauft hat. Die beiden letzteren wurden komplett revidiert und werden von den Rookies James Cole und Jack Goff pilotiert. Für einen der VW konnte man Routinier Tom Onslow-Cole gewinnen, der letztes Jahr im West Surrey-BMW Gesamt-Sechster wurde. Ein Fragezeichen muss man aber dennoch machen, da die CC bislang noch niemand gesehen hat und das eine Auto, das man für Brands-Hatch einsetzen möchte, allerhöchstens auf den letzten Drücker und ohne Testkilometer fertig wird. Das zweite Auto ist ohnehin noch im Grundaufbau und wird erst im Laufe der Saison debütieren. Dieses soll dann abwechselnd von Howard Fuller und dem US-Amerikaner Robb Holland gefahren werden. Klingt also alles ein wenig nach rollendem Testlabor – vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass auch der Neuaufbau der Vauxhalls letzte Woche noch immer nicht abgeschlossen war. Immerhin hat man sich dagegen entschieden, auch noch den alten S2000-Civic, den man noch in der Garage stehen hat, einzusetzen.

Welch Motorsport – Independent
Proton Persona (NGTC) + Ford Focus Mk. II (S2000) – #10 Daniel Welch, #12 David Nye
Vermehrung gibt es auch bei Welch, das dieses Jahr statt einem zwei Autos an den Start bringen wird. Zum Einsatz kommt dabei aber nicht ein zweiter NGTC-Proton, sondern ein S2000-Ford Focus aus alten Motorbase-Beständen. Dieser wird vom 55-jährigen Rookie (!) David Nye gefahren, der damit in den Kampf um die Jack Sears-Trophy eingreifen möchte. Im Proton sitzt weiterhin Teamchef Dan Welch, der sich das Ziel gesetzt hat, regelmäßig in die vorderen Punkterängen zu fahren.

AmDTuning.com (Essex) – Independent
Volkswagen Golf (S2000)/Vauxhall Astra (NGTC) – #15 James Kaye
Das Team von Shaun Hollamby startet zunächst mit dem bekannten VW Golf in die Saison. Im Laufe des Jahres möchte man aber auf einen oder zwei Vauxhall Astra wechseln, die momentan nach NGTC-Reglement vom Team entwickelt werden. Nachdem Ollie Jackson das Team verlassen hat, sitzt dieses Jahr der 49-jährige James Kaye im Golf. Irgendwie ist auch noch der dritte ehemalige Motorbase-S2000-Ford Focus bei AmD gelandet (den ersten setzt Motorbase selbst für Liam Griffin ein, den zweiten hat Welch gekauft). Diesen möchte man gerne ebenfalls einsetzen, sobald jemand mit dem nötigen Kleingeld um die Ecke kommt. Alles etwas konfus also.

BTC Racing – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC) – #28 Chris Stockton
Mit BTC kehrt ein Team zurück, das bis 2008 in der BTCC aktiv war und damals Lexus und Seats eingesetzt hat. Für 2013 hat man einen der NGTC-Chevrolet Cruze bekommen, die ursprünglich von RML für die Saison 2012 aufgebaut worden waren, dann aber wegen des Rückzugs aus der Meisterschaft nie zum Einsatz kamen. Interessant ist, dass die Basis für das Fahrzeug nicht die Saloon-Variante (Stufenheck) des Cruze ist, wie man sie auch aus der WTCC kennt, sondern der Hatchback (Fließheck).

Team Club 44 (IP Tech Race Engineering) – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC), #44 Andy Neate, #tba
Andy Neate, der letztes Jahr noch Teamkollege von Jason Plato bei MG KX Momentum war, tritt dieses Jahr mit einem eigenen Team an. Zum Einsatz kommt dabei eine eigens entwickelte NGTC-Variante des Chevrolet Cruze, die anders als die Hatchback-Ausführung von BTC-Racing, auf dem Saloon-Model basiert. In Brands-Hatch wird man den neuen Chevy aber noch nicht sehen, da man das Auto frühestens für die zweite Saisonstation in Donington fertig bekommt. Neate, der von einem „long term project“ spricht, möchte das Auto nach schlechten Erfahrungen mit seinem MG aus dem Vorjahr nicht halbfertig an den Start bringen. Im Laufe der Saison soll zudem ein weiterer Cruze aufgebaut und eingesetzt werden.

Ciceley-Racing – Independent
Toyota Avensis – #33 Adam Morgan
Der von der BTCC zum besten Rookie des letzten Jahres gekürte Engländer bleibt zwar dem Auto treu, mit dem er letztes Jahr fuhr, wechselt aber von Speedworks zu seinem eigenen familiengeführten Team, das vorher im Ginetta Cup unterwegs war, wo Morgan 2011 auch den Meistertitel erringen konnte. Der zum Einsatz kommende Avensis ist ein ehemaliger Dynojet-Toyota. Bei den Tests letzte Woche beeindruckte Morgan mit sehr schnellen Zeiten.

Wheel Heaven/Houseman Racing (Wood Racing) – Independent
Vauxhall Vectra (S2000) – #43 Lea Wood
Der klassische Privatier fuhr zunächst einige Testfahrten für Speedworks in deren NGTC-Toyota, entschied sich dann aber doch dafür, eine weitere Saison im von seinem eigenen Team eingesetzten Vauxhall Vectra zu bestreiten. Damit setzt Wood den letzten verblieben S2000-Vectra im Feld ein. Sein Ziel ist ganz klar die Jack Sears Trophy, um dann im nächsten Jahr vielleicht auf ein NGTC-Auto zu wechseln.

Team BMR Restart – Independent
Seat Leon (S2000) – #39 Warren Scott
Das Team des ehemaligen Motorradrennfahrers Warren Scott steigt neu in die Serie ein und betrachtet die Saison mit einem S2000-Auto als Lernjahr, um dann im nächsten Jahr auf ein NGTC-Auto zu wechseln. Damit ist dieses Jahr immerhin noch einer der in den letzten Jahren so zahlreich vertretenen Leons aktiv.

M247 Racing (Finesse Motorsport/Tech-Speed Motorsport) – Independent
Chevrolet Cruze LT (S2000) – #90 Joe Girling
Hier sind die Teamstrukturen etwas unklar, da das Auto laut einigen Meldungen mal von dem aus der Britcar bekannten Team Finesse-Motorsport und mal von dem ehemaligen BTCC-Team Tech-Speed Motorsport eingesetzt wird. Zum Einsatz kommt jedenfalls ein alter S2000-Cruze von Tech-Speed, der zuletzt 2011 in der Meisterschaft gefahren wurde. Joe Girling möchte in den Kampf um die Jack Sears-Trophy einsteigen.

Vorschau Brands Hatch
Der Saisonauftakt findet am kommenden Wochenende in Brands Hatch statt. Über die Traditionsstrecke braucht man wohl nicht viel sagen – jede einzelne Kurve könnte hier abendfüllende Racing-Geschichten erzählen. Gefahren wird auf dem knapp zwei Kilometer kurzen Indy-Circuit, der – zumindest mit der BTCC – gewohntermaßen viel Spektakel verspricht. Einige Informationen zur Strecke findet man
hier. Im letzten Jahr siegte in Rennen 1 etwas überraschend Rob Collard mit dem betagten BMW 320si, nachdem sich – ebenfalls überraschend – Dave Newsham die Pole gesichert hatte. In Rennen 2 konnte Matt Neal im Honda den ersten Sieg für ein NGTC-Auto einfahren und in Rennen 3 siegte dann zur Verblüffung aller Jason Plato im gerade erst fertig gebauten MG.
Vor dem ersten Rennen einen klaren Favoriten zu benennen ist schwer, da erst mal die Performance der einzelnen Teams und Fahrer im Rennen beobachtet werden muss. Immer auf der Rechnung sollte man die Hondas, die MGs und die Motorbase-Fords haben, aber auch auf die BMWs von West Surrey und die Toyota von Speedworks und Dynojet sollte man ein Auge werfen. Bei den Testfahrten letzte Woche in Donington erreichte Andrew Jordan im Pirtek-Honda die schnellste Zeit, gefolgt von Jason Plato im MG und Gordon Shedden im Dynamics-Honda. Dahinter tauchten mit Adam Morgan und Dave Newsham bereits die ersten Toyota auf. Bester Ford war Aron Smith auf Position 8 und bester BMW Colin Turkington auf Position 10.

TV-Empfang
Stellt sich nach all der großen Vorrede nun nur noch die Frage: „Wie kann ich mir den ganzen Spaß denn angucken?“  Tja, hier wird es leider etwas kompliziert. In Großbritannien überträgt ITV 4 den gesamten Rennsontag im frei empfangbaren TV live. Wer eine Satellitenschüssel besitzt und diese zufällig auf 28.2° Ost ausgerichtet hat, ist klar im Vorteil, kann sich entspannt zurücklehnen und Tourenwagen-Action vom Feinsten genießen – sollte das übrigens jemand, der in meinem Umfeld wohnt, haben, wird er mein neuer bester Freund und ich bring zu jedem Rennen Kuchen mit ;).
Eine Alternative ist die ITV-Website, auf der der gesamte Rennsontag im Player gestreamt wird. Hier stellt sich aber das Problem, dass der ITV-Player für Leute außerhalb von UK mit einem Geoblock versehen ist. Dieser lässt sich allerdings auf verschiedene Weise umgehen. Halbwegs legal geht es aber nur in der Bezahlvariante. Google hilft hier weiter. Ansonsten bieten sich natürlich auch die diversen anderen hinlänglich bekannten Streamingdienste an.
Wer auf live verzichten kann, kann sich in den endlosen Weiten des Internets auch nach Downloads der Rennen umsehen. Live ist es jedoch schöner und man kommt in den großartigen Genuss von stundenlanger Rennaction, denn zwischen den einzelnen BTCC-Rennen findet das umfangreiche Rahmenprogramm, u.a. bestehend aus Porsche-Cup, Ginetta-Cup, Renault Clio-Cup und Formel Ford, statt.

So, das war mein erster Beitrag für den Racingblog. Ich hoffe, er hat gefallen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Melde mich dann nächste Woche mit der Analyse aus Brands Hatch.

hi 9526 50b8 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9528 af2c 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9511 6a01 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9515 6de8 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9532 7db0 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9508 3491 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013

 

 BTCC: Saisonvorschau 2013

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August 09 2012

13:11

BTCC: Vorschau Snetterton 2012

Nach einer langen Sommerpause kehrt die britische Tourenwagenserie zurück auf die Rennstrecke. Auf dem Programm steht die Strecke von Snetterton.

Viel hat sich in der Pause der BTCC nicht getan. Der obligatorische Sommertest brachte wenig neue Erkenntnisse, außer dass die Honda weiter den Ton angeben und die MG knapp dahinter liegen. Erstaunlich war in dieser Saison bisher, dass die BMW von West Surrey Racing derartig gut liefen, während die Ford scheinbar keine Chance haben. Analog zur WTCC, haben die Focus auch in der BTCC so ihre Probleme. Das wird auf der im letzten Jahr umgebauten Strecke von Snetterton auch nicht anders aussehen. Aus der reinen Highspeed-Strecke ist ein richtiger Rennkurs geworden, der die Rennwagen auch in Sachen Abstimmung stärker fordert.

Allein aus diesem Grund sollte Honda auch in Snetterton wieder den Ton angeben. Beim Civic stimmt im Moment alles: Topspeed, schnelle Kurven, mittelschnelle Kurven. Nur auf engen Kursen leiden die Honda etwas unter erhöhtem Reifenverschleiss und müssen dann sehen, dass sie die BMW abschütteln können. Matt Neal und Gordon Shedden liegen im Moment in der Meisterschaft gleich auf, aber bisher machte Shedden in dieser Saison einen etwas konstanteren Eindruck. Auf manchen Strecken kam Neal auch nicht an seinem Kollegen und Freund vorbei, so dass Shedden durchaus ein Titelkandidat ist. Team Dynamics ist auch bekannt dafür, dass man die Fahrer von der Leine lässt – auch wenn der Teambesitzer der Vater von Matt Neal ist.

Jason Plato liegt mit 30 Punkten in der Meisterschaft zurück und sieht seine Chancen auf einen erneuten Titel eher kritisch. Der MG hat immer noch Kinderkrankheiten, besonders im Bereich der Elektronik. Das Plato bei all den Ausfällen in diesem Jahr überhaupt noch so weit vorne zu finden ist, grenz an ein kleines Wunder. Wenn der MG passt, dann geht er infernalisch gut, aber es fehlen doch noch ein paar Zeitspäne auf die Honda, die die fast zweimonatige Pause vermutlich auch genutzt haben um den Wagen zu verbessern. Außer Plato, Neal und Shedden fährt niemand mehr um die britische Meisterschaft.

Einen deutlichen Sprung nach vorne hat auch das Pirtek Racing Team gemacht, die ihre Honda ja von Team Dynamics bekommen und quasi ein Filialteam sind. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in Sachen Abstimmung hat vor allem Andrew Jordan in den letzten Rennen immer wieder gezeigt, dass man um Siege mitfahren kann. Ob man im Zweifel vor dem “Mutter-Team” landen darf, ist dann wieder eine andere Sache. Für Honda ist das erstarkte Pirtek Team ein wichtiger Faktor in der Meisterschaft, den beide können Jason Plato wichtige Punkte wegschnappen.

Die BMW erwarte ich in Snetterton wieder sehr stark, ein Sieg ist, je nach Wetter, kein Ding der Unmöglichkeit. Das Team um Dick Bennetts schafft es immer noch aus dem total veralteten 320si Chassis irgendwo Zeit heraus zu holen. Die Fahrerbelegung mit Rob Collard, Tom Onslow-Cole und dem Privatier Nick Foster ist zudem so gut, dass man regelmäßig in die Top5 fahren kann. Snetterton sollte dem BMW wieder mal liegen.

Ein paar Neuigkeiten gibt es aus dem Hinterfeld zu vermelden. Liam Griffin, Gentleman Fahrer im Redstone/Focus Team, nimmt sich eine kleine Auszeit. Der Besitzer der britischen Taxi-Kette Addisson Lee muss sich wohl etwas mehr um das Geschäft kümmern und hofft, gegen Ende der Saison wieder im Focus zu sitzen. Einen Ersatzfahrer wird es nicht geben, der Wagen ist nur durch Liam Griffin finanziert.

Tony Gilham, bisher im letztjährigen Honda Civic unterwegs, wechslt in ein reines NGTC-Auto und wird das Steuer eines Vauxhall Insignia von Thorney Motorsport übernehmen.

Paul O’Neill, schneller, aber gerade arbeitsloser Rennfahrer, bekommt einen weiteren Einsatz bei Speedworks, wo einen der Toyota Avensis pilotieren wird. Sein letzter Einsatz in Croft lief nicht so richtig gut, auch wenn er zwischendrin etwas von seiner Klasse hatte zeigen können.

Sorgen gibt es noch um das Team von Rob Austin. Der Einsatz des in den letzten Rennen sehr gut aufgestellten Audi A4 ist in Snetterton gesichert, für die weitere Saison sucht man allerdings noch Sponsoren.

Die Rennen starten wie üblich am Sonntag, so gegen 12.15 Uhr. Ich weiß nicht nicht zu 100%, ob ich den ersten Lauf im brandneuen Liveticker schaffen, Lauf 2 und 3 werden da aber auftauchen.

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February 15 2012

10:50

Ferner liefen: Die Newshappen für 15.2.2012

// Lotus expandiert weiter mit seiner Marke und sponsort in diesem Jahr das Motopark Team aus Oscherleben. Lotus steigt damit auch in einer kleinen Klasse ein, um den eigenen Nachwuchs besser fördern zu können. Das sind auch gute Nachrichten für den F3 Cup, der sich im Gegensatz zur F3 Euro Serie immer besser entwickelt. Das sich Lotus für den Cup entschieden hat, dürfte auch Kostengründe haben, zeigt aber, dass die Serie auf dem richtigem Weg ist.

// Beim F1 Lotus Team ist man derweil guter Stimmung. Die Tests letzte Woche haben wohl bessere Ergebnisse eingebracht, als man erwartet hatte. In der Tat waren die Zeiten vor allem bei den Longruns sehr gut, auch fuhr Grosjean eine der schnellsten Zeiten in Jerez. Es gibt weiterhin Gerüchte, dass Lotus über den Winter irgendwas gefunden haben soll, was dem Team einen großen Schritt nach vorne erlaubt. Bei Ferrari ist man bei weitem nicht so optimistisch. Alonso vermeldete, dass seine Bestzeit in Jerez gar nichts wert sei und man immer noch dabei sei, die Abstimmung zu verstehen. Da habe man ca. 20% erreicht, weil der Wagen derartig komplex sein, dass man einfach Zeit benötigen würde. Weitere Einschätzungen gibt es morgen im Racingblog Podcast.

// Keine guten Nachrichten gibt es aus Bahrain. Die Proteste sind in den letzten Wochen wieder etwas heftiger geworden, zum Jahrestag der Proteste hat man am Demonstrationsverbot geschraubt. Gerade in England mehren sich die Stimmen, dass ein F1-Rennen eventuell keine gute Idee sein könnte. Ecclestone hält offiziell am Grand Prix fest.

// Rubens Barrichello steht wohl kurz vor einem Vertragsabschluss mit KV Racing. Er wird nächste Woche erneut testen und Jimmy Vasser vermeldete, dass man “good to go” sei. Offen Fragen betreffen wohl das endgültige Sponsorenpaket und die “Heimatfront”. Barrichello hatte seiner Familie versprochen, dass er keine Oval-Rennen fahren wolle, sieht das jetzt aber wohl etwas anders.

// Ed Carpenter Racing tritt in diesem Jahr mit Chevrolet-Motoren in der IndyCar an.

// Neuigkeiten gibt es auch in Sachen Sponsoren bei der IndyCar. Mit Firestone hat man den Deal um 2 weitere Jahre verlängert, dazu kommen mit Discover Network und Frist Bankcard zwei weitere potente Geldgeber. Etwas ungewöhnlich ist ein weiterer Sponsor: Die Firma “Fuzzy’s Ultra Premium Vodka” darf sich nun “Offizeller Vodka der IndyCar” nennen. Na dann Prost.

// Etwas untergegangen ist die Meldung, dass Sprint Network den Vertrag mit der NASCAR verlängert hat. Man wird bis 2016 weiter Titelsponsor sein.

// Ryan Pemberton, ehemaliger Crew Chief von Brian Vickers bei Red Bull, hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Er wird ab sofort bei Tommy Baldwin Racing für den Wagen von Dave Blaney zuständig sein.

// Tom Onslow-Cole hat in der BTCC bei West Surrey Racing angedockt und wird dort neben Nick Foster und Rob Collard unterwegs sein. WSR setzt wieder auf ein BMW-Chassis, dem aber ein ein NGTC-Motor eingepflanzt wird.

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December 15 2011

10:43

BTCC: Die Saison 2011

Eigentlich war es schon vor der Saison klar, wer in diesem Jahr Meister wird. Aber etliche Regeländerungen sorgten dann doch für eine Entscheidung, die erst im letzten Rennen fiel.

Die Saison 2011 sah in der BTCC eine ziemlich weitreichende Änderung, die allerdings auch für einige Verwirrung sorgen sollte. Die TOCA, die hinter der BTCC steht, hatte in den letzten Jahren eine eigene Nachfolgeklasse für die Fahrzeuge geplant, die nach dem S2000-Reglement der FIA auch in England unterwegs waren. Die Übernahme der S2000 hatte den Vorteil, dass die Hersteller ihre Wagen weltweit einsetzen konnten. Zwar hatte die FIA auch an den Regeln geschraubt und den 1.6 Liter Turbo/Weltmotor eingeführt, aber das reichte der BTCC. Wegen der hohen Kosten der S2000, die oft für dünn besetzte Starterfelde sorgte, entschloss man sich, eine eigene Formel einzuführen. Die NGTC hat ein eigenes Chassis, dass von der TOCA entwickelt wurde, und zum größtenteil ein Einheitschassis für die gesamte Serie ist. Beim Motor entschloss man sich auf einen eigenen 2-Liter-Turbomotor zu setzen. Und genau das führt zu Ärger, nicht nur in der BTCC.

Warum sich die BTCC für einen eigenen Motor entschieden hat, anstatt auf die vorhandenen FIA 1.6 Liter Maschinen zu setzen, ist den meisten immer noch ein Rätsel. Die Entwicklung eines Motors ist so ziemlich das teuerste, was man machen kann, der Griff in die Hersteller-Schublade wäre leichter gewesen. Auf der anderen Seite bietet die TOCA selber den Motor auch kleinen Teams an, und dies wohl zu einem kleinen Preis. So macht man sich natürlich auch von den Herstellern unabhängig. Die BTCC hat da schlechte Erfahrungen gemacht, daher vielleicht auch die Vorsicht. Doch in diesemJahr führte die Umstellung der Regeln zu einigem Chaos. Es gab reine NGTC, Wagen mit S2000 Chassis, aber NGTC-Motor und reine S2000 Teams. Die TOCA versprach, dass man alle Teilnehmer mittels BoP einleveln würde, aber das Unterfangen war schwerer, als gedacht.

In den ersten drei Rennen flogen die S2000/NGTC wie Honda und Ford der Konkurrenz davon. Meister Jason Plato, dessen Chevy 2010 noch das dominierende Auto war, betete nach jedem Rennen mantramäßig runter, dass es so nicht weiter gehen können, das sei ein Witz, ein schlechter dazu, er habe keine Lust mehr. Diese Aussage wiederholte er in Thruxton, Donington, Silverstone und Croft. Was immerhin dafür sorgte, dass die TOCA schrittweise den Ladedruck der gemischten NGTC Fahrzeuge runterdrehte, während der, der reinen NGTC teilweise unangetastet blieb. Das führte dann ab Mitte der Saison zum wundersamen Aufstieg von Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der Rookie ärgerte die Stars vorne mehrfach kräftig, vermutlich auch, weil die TOCA zeigen wollte, dass man mit einem NGTC auch gegen Chevy ankommt.

Ein weiterer Fahrer, der in diesem Jahr für eine Überraschung sorgte, war Mat Jackson im Airwaves Ford Focus. Airwaves Racing hatte von Ford die letztjährigen Focus ST Chassis gekauft und mit einem eigenen NGTC-Motor ausgestattet. Die Kombination funktionierte dann sogar besser, als die es “Quasi-” Werksteams AON von Ford. Die waren mit Chilton als Nummer Eins auf dem Papier gut aufgestellt, aber es ging wenig zusammen. Man war sogar so verzweifelt, dass man Tom Onslow-Cole zurück holte, den man Ende 2010 entlassen hatte. Aber auch das brachte nur wenig. AON war sicher einer der Enttäuschungen in diesem Jahr. Jackson hamsterte dagegen fleissig Punkte und lag zwischenzeitlich sogar mal in Führung. Doch dann kam das Wochenende in Knockhill, wo Jackson ohne Punkte blieb. So kurz vor dem Saisonende war das dass Ende der Titelträume.

Aber schon vor der Saison war klar, dass der Titel ziemlich sicher über Honda zu holen sein müsste. Chevrolet musste schon früh in der Saison feststellen, das man keinen Chance hatte, da konnte Jason Plato noch so laut schimpfen. Es war schon erstaunlich, dass er den Titel-Kampf so lange offen halten konnte. Im Prinzip verlor er den Titel erst beim letzten Rennen in Silverstone, aber gegen die Turbos hatte er keine Chance.

Erstaunlicher war dann schon, wie lange Honda um den Titel bangen musste. Gordon Shedden war Matt Neal in fast allen Rennen ebenbürtig und teilweise sogar besser. Das führte dann zu so kuriosen Unfällen wie in Oulton Park, als Matt Neal seinen Teamkollegen einfach abschoss und beide ins Aus rodelten. Papa Neal, der zufälligerweise auch der Teambesitzer ist, war dementsprechend sauer, der Filius geknickt. Danach ließ er es ruhiger angehen, was aber nicht unbedingt langsamer war. Insgesamt gewann er sieben von 30 Rennen. Bei Shedden waren es sechs Siege, somit hatte Honda auch die meisten Siege in der Saison 2011 eingefahren. Spannenderweise gelangen Jason Plato acht Siege, aber ein paar Ausfälle, vor allem der in Donington, schmälerten seine Titelchancen.

Man muss aber auch sagen, dass Team Dynamics, die die Honda Civic bauen, den Titel auch verdient haben. Sie sind das Wagnis mit dem NGTC-Motor eingegangen und haben, mit Honda im Rücken, viel investiert. Chevrolet hat das nicht gemacht, allerdings hatte RML auch jede Menge mit dem FIA-Motor für die WTCC zu tun, da blieb nur wenig Zeit und Geld für einen NGTC-Motor. Bisher ist auch nicht klar, was Chevrolet in der kommenden Saison machen wird. Honda hatte es leichter und sie haben ihren Vorteil auch genutzt. Das Mat Jackson so lange vorne mit dabei war, dass Plato dennoch mehr Siege holte, war sicher so nicht geplant, aber für die Fans hat es sich gelohnt.

Es war kein schlechtes Jahr für die BTCC, auch wenn die Rangelei hinter den Kulissen und die unterschiedlichen Einstellungen der Fahrzeuge keinen richtig fairen Vergleich zu lassen. Es wäre schöner gewesen, die TOCA hätten allen noch ein Jahr Zeit gegeben, um dann komplett umzustellen. Für 2012 erwartet die Fans ein weiteres Übergangsjahr. Immerhin sollen aber die NGTC offiziell bevorzugt werden. Mehr dazu dann im nächsten März, das erste Rennen 2012 steigt am 1.04.2012 in Brands Hatch-

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October 18 2011

17:32

BTCC: Bericht Finale Silverstone

Mathematisch sah es vor dem letzten Rennen nach einem Dreikampf in der Meisterschaft aus, doch schon im ersten Rennen änderte sich die Lage.

Es war nicht das Wochenende von Jason Plato, dem amtierenden Meister der BTCC. Schon vor dem Rennen auf dem kurzen National Kurs in Silverstone war klar, dass der Cruze nur wenig Chancen haben würde. In der Qualifikation zeigte sich das schon, als Plato nur P7 erreichen konnte. Viel weiter nach vorne würde es nicht gehen, meinte Plato, der relativ frustriert schien, da er gegen die NGTC auf der Geraden keine Chance hatte. Aber dann gab es noch Mat Jackson im privat eingesetzten Focus aus dem letztem Jahr im Airwaves Team. Die hatten sich sogar James Thompson als Verstärkung geholt, der jedoch in der Quali nur auf P16 kam. Das erste Rennen war dann aber sowohl für Jackson, als auch für Thompson und Plato eher eine Katastrophe.

Rennen 1

29 Wagen standen in der Startaufstellung und das konnte ja nicht wirklich gut gehen. Während vorne alle Titelfavoriten gut wegkamen, gerieten weiter hinten Rob Austin, Liam Griffin, Ollie Jackson und Tony Gilham aneinander. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, stand Gilham in der Mauer und Austin humpelte mit einer defekten Aufhängung ins Aus. Leider erwischte es im Getümmel auch James Thompson, der seinen Focus abstellen musste. Nach einer kurzen Safety Car Phase ging es dann wieder los.

Matt Neal hatte sich vorne auf P1 gesetzt, gefolgt von Mat Jackson und Gordon Shedden. Neal schleppte zwar 45 Kilo Ballast mit sich rum, aber Jackson konnte davon nicht profitieren. Auf der Bremse kam er gerade in Luffield immer wieder nah an die Stoßstange des Honda, aber in Sachen Beschleunigung konnte er mit dem Civic nicht mithalten. Selbst im Windschatten kam der Focus nicht näher ran, was Neal das Leben etwas leichter machte. Shedden lag auf P3, ein paar Zehntel hinter Jackson und schaute sich den Kampf an. Vermutlich hoffte er, dass der Focus-Pilot ein verzweifeltes Manöver startete, was aber nicht passierte.

Dahinter lag James Nash, der allerdings schnell den Anschluss an die Top 3 verlor und einen ganzen Schwarm von Fahrzeugen hinter sich hatte was wiederum gut für Jason Plato war, der so immerhin noch die Aussicht auf P4 hatte. Doch nach nicht mal der Hälfte des Rennens platzten in Form des linken Vorderreifen die Titelträume von Plato endgültig. Damit musste er in Rennen 2 von ganz hinten starten und dort sammeln sich die privaten NGTC, die auf der Geraden auch nicht langsam sind. Schulterzuckend meinte Plato nach dem Rennen nur, dass es zwar klar war, aber eben auch frustrierend ist.

Vorne tat sich wenig, Jackson kam nie wirklich in die Position Neal angreifen zu können und ein paar Runden vor Schluss erwischte es auch den Focus. Ein Reifenschaden beendete die Titelträume von Jackson und dampfte somit die Titelentscheidung auf die beiden Honda-Piloten ein.

Im Hinterfeld gab es in einem ansonsten sehr ruhigen Rennen einige nette Zweikämpfe, doch vorne war dann alles klar. Neal gewann vor Shedden, Nash, Cole, MacDowell, Newsham, Jordan, Collard, Neate und Warthall. Die spannende Frage für das zweite Rennen lautet: Wird Shedden noch eine Chance auf den Titel haben?

Rennen 2

Schon vor dem Rennen war klar, dass Jason Plato aus dem Meisterschaftsrennen war, auch wenn er rechnerisch noch Chancen hatte. Auch war es klar, dass Gordon Shedden das Rennen unbedingt würde gewinnen müssen, um Meister zu werden. Und am Start sah die Sache für den Schotten sogar richtig gut aus. Neal kam schlecht weg und wurde von Onslow-Cole geschnappt und für einen Moment war sogar James Nash vor Neal. Derweil lag Shedden in Führung und konnte sich meterweise von Cole absetzen, dessen Rückspiegel allerdings komplett mit dem Honda von Neal ausgefüllt war. Doch der Focus konnte sich vor dem Honda halten.

Weiter hinten tobte Jason Plato durchs Feld. Der Chevy hatte weniger Probleme mit den langsameren NGTC-Fahrzeugen, als man dachte und kam so relativ flott nach vorne. Mit ausgefahrenen Ellenbogen wühlte er sich vom letzten Platz aus nach vorne und kam sogar in die Top Ten, wo sein Vorwärtsdrang dann logischerweise etwas gebremst wurde.

Nachdem Onslow-Cole Eingangs Brooklands quer stand, schnappte sich Neal P2 und machte sich auf die Jagd nach Shedden. Der blieb allerdings auch nach einer SC-Phase vorne. Nick Foster hatte eine kurze Berühung mit Liam Griffin und dabei seine gesamte Front in Einzelteilen auf der Zielgeraden verteilt. Nachdem der Schrott weggeräumt war ging es weiter, allerdings ohne dass es zu großen Veränderungen kam. Nur Plato schnappte sich noch Chilton und landete am Ende auf P7.

Shedden gewann vor Neal, Cole, Newsham, Jordan, Boardmann, Plato, Chilton und MacDowell. Die Ziehung des Reverse Grids ergab dann P9, was MacDowell auf die Pole schob.

Rennen 3

Der Reverse Grid sah dann so aus: MacDowell, Chilton, Plato, Boardman, Jordan, Newsham, Cole, Neal und Shedden. Shedden konnte Meister werden wenn: Er auf P4 landet und Neal nur P9 erreicht. Oder P3 vs P8, P2 vs. P6, P1 vs. P3. Da Neal in Rennen 2 hinter Shedden gelandet war, hatte er auch den leichteren Wagen und er startete einen Platz vor dem Schotten.

Den Start gewann Tom Chilton relativ leicht, weil MacDowell zu viel Wheelspin hatte. Plato schnappte sich P2 und machte sofort Druck, aber auf der Geraden zog der Focus dem Cruze einfach weg. Erstaunlicherweise konnte Plato den Abstand aber lange im Bereich von 0,3 Sekunden halten, so dass Chilton keine Ruhe hatte. Hinter Plato tauschten MacDowell und Boardman die Plätze und für einen Moment sag es so aus, als könne sich der Seat an Plato ranfahren, aber dafür reichte es dann doch nicht.

Neal und Shedden klebten während des Rennens zusammen. Der Schotte hatte sichtbar mit Übersteuern zu kämpfen und kam nie in die Position, Neal zu gefährden. Der klemmte seinerseits hinter Onslow-Cole, kam aber auch nicht vorbei. Das führte dann dazu, dass es am Ende noch mal hektisch wurde, denn von hinten nahten Rob Austin, James Nash und Frank Wrathall. Austin war offenbar wild entschlossen, sich nach vorne zu boxen und machte jede Druck auf Shedden, der ihn schließlich passieren lassen musste. Damit war das Rennen für Shedden endgültig gelaufen, selbst wenn Neal ausfallen würde, hätte seine Punktausbeute nicht ausgereicht, um Meister zu werden. Der A4 von Rob Austin schnappte sich aber noch Matt Neal, so dass die Hondas wieder zusammen lagen. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Meisterschaft gelaufen.

Vorne ging auch nicht mehr viel, da bei Chilton nicht wie erwartet die Vorderreifen nachgaben. Plato ließ es dann auch gut sein und begnügte sich mit dem zweiten Platz.

Das sich das Meisterschaftsrennen auf beide Honda konzentrieren würde, war schon vor dem Wochenende klar und das beide sich nicht gegenseitig ins Auto fahren würden, auch. Im Grunde hat mit Matt Neal der Fahrer gewonnen, der vor der Saison als absoluter Favorit gehandelt wurde. Erstaunlich war höchstens, wie schwer er es hatte, sich gegen Gordon Shedden durch zu setzen. Aber sieben Meisterschaftssiegen ist Neal auch ein würdiger Champion. Und es tut der Serie gut, dass Honda den Titel holen konnte.

Das war es für dieses Jahr mit der BTCC, das nächste Rennen gibt es erst wieder im April 2012. Bisher ist nur klar, dass Honda einen neuen Civic aufbauen wird. Ob das Team Aon mit dem Focus wiederkommt ist ebenso unsicher, wie ein erneuter Start der Cruze, die bekanntermaßen einen neuen Motor bauen müssten, was bisher nicht bestätigt wurde. Der Vertrag von Plato läuft auch nur bis Ende des Jahres. Wir werden News aus der BTCC natürlich auch über die Winterpause berichten.

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September 29 2011

20:46

BTCC: Vorschau Brands Hatch 2011

Die britische Tourenwagenserie biegt auf die Zielgerade in dieser Saison ein. Die Meisterschaft wird nach den überraschenden Ergebnissen in Rockingham allerdings noch nicht entschieden werden können.

Das letzte Rennwochenende in Rockingham brachte ein wenig Bewegung in die Meisterschaft, zum Teil auch deswegen, weil die TOCA mal wieder an der BoP geschraubt hatte. Die neuerliche Reduzierung des Ladedrucks für S2000 Wagen mit einem NGTC-Motor führte zu erstaunlichen Ergebnissen. Die Chevy gingen besser als erwartet, die NGTC liefen gut, während die S2000/NGTCs so ihre Schwierigkeiten hatten. Das führte dazu, dass in der Meisterschaft beide Honda-Piloten nun gleichauf liegen und Jason Plato nur noch 24 Punkte dahinter liegt. Der Rest, darunter leider auch Mat Jackson und James Nash, hat nur noch theoretische Chancen auf den Titel. Doch hinter den Kulissen ist der Ärger über die TOCA groß, und das aus unterschiedlichen Gründen.

Honda, die für 2012 einen reinen NGTC-Wagen angekündigt hatten, ließ durchblicken, dass man bei weiteren Änderungen am Ladedruck nach unten, den NGTC-Motor aus den Fahrzeugen nehmen würde. Stattdessen käme dann wieder der alte S2000 Motor zum Einsatz, da der Turbo so einfach keinen Sinn mehr machen würde. Die erstaunliche Ankündigung ist vermutlich nicht mehr als eine Drohung, um nach außen zu dokumentieren, wie unzufrieden man mit der TOCA ist, aber ein Warnschuss ist es schon.

Auf der anderen Seite ist da Chevrolet, die darauf drängen, dass die TOCA ihre vor der Saison gemachte Versprechung einhält, dass alle Klassen auf einem Leistungsniveau unterwegs sind. Jason Plato hat in diesem mehrfach öffentlich die TOCA dafür kritisiert, dass man genau das nicht machen würde. Gefühlsmäßig liegen Plato und das RML-Team da aber falsch, denn die meiste Änderungen gingen zu Lasten von Honda, Ford und Co.

Was mit Chevrolet 2012 passieren wird, ist noch völlig unklar. Plato kündigte in seiner Kolumne an bei der “Sun” an, dass RML dann mit einem NGTC-Motor um die Ecke kommt, wenn man die Sache finanzieren könnte. Dafür wird es aber langsam Zeit, denn die neue Saison startet schon Anfang April. RML könnte theoretisch auf Basis des 1.6 Liter WTCC-Motor auch einen 2 Liter NGTC bauen, aber der sollte dann so langsam auch mal laufen. Chevrolet hat angekündigt, dass man nächstes Jahr in der STCC antreten wird, die ebenfalls auf den NGTC-Motor setzen, also müsste man eigentlich schon mit dem Bau begonnen haben. Auch die Überschrift des Textes “Time to look to the future” kann man so interpretieren, dass man Plato auch 2012 in der BTCC sehen wird. Das wäre für die Meisterschaft auch nicht unwichtig, denn Plato ist im Moment der einzige international wirklich bekannte Fahrer im Feld.

Die TOCA hat ein großes Interesse daran, dass die reinen S2000 aus dem Feld verschwinden. Die BoP zwischen den Mischwagen (S2000/NGTC) und reinen NGTC zu halten, dürfte deutlich einfacher über das Gewicht zu regeln sein.

Die Rennen in Brands Hatch am Wochenende versprechen jedenfalls interessant zu werden. Bei Honda hat man sich offenbar nicht fest gelegt, ob Shedden oder Matt Neal Meister werden soll, Plato lauert nicht weit dahinter. Alle drei dürften auf der GP-Schleife am Wochenende richtig gute Chancen haben, auch wenn der Cruze leichte Nachteile in den schnellen Passagen haben dürfte. Aber Brands Hatch ist eine Strecke, die Plato extrem gut liegt, also könnte er seine Meisterschaftschancen wahren, vor allem so lange Honda mit sich selbst beschäftigt ist.

Nicht aus den Augen lassen sollte man den Toyota mit Frank Wrathall am Steuer. Die haben einen großen Sprung in den letzten Rennen gemacht und ein Sieg ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Die reinen NGTC kommen so langsam im Schwung, wie man auch beim “Fast” Sieg von Rob Austin in dessen privaten Audi A4 gesehen hat. Um dan A4 rankt sich allerdings das Gerücht, das Audi GB mal einen Blick drauf geworfen haben soll. Die plötzliche Leistungsexplosion des Audi kommt doch etwas sehr überraschend. Man darf gespannt sein, wie der Wagen in Brands Hatch gehen wird.

Es dürfte also eine Menge los. Leider kann ich noch keinen Liveticker für Sonntag versprechen. Da am Vorabend das Petit Le Mans ist, dass ich versuchen werde zu begleiten und sich auf meinem Schreibtisch nach meiner Rückkehr die Arbeit bis zur Decke stapelt, muss ich schauen, ob ich für die BTCC Zeit finde.

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September 15 2011

06:04

BTCC: Vorschau Rockingham 2011

Die BTCC 2011 neigt sich so langsam dem Finale zu, allerdings ist es in der Meisterschaft noch richtig eng.

Ich muss gestehen, dass von allen Strecken in Grossbritannien, die in Rockingham nicht gerade meine Lieblingsstrecke ist. Wie im Fall des Eurospeedway handelt es sich um eine Retortenstrecke, ein Oval, in das man eher so Notfall-artig eine Rundstrecke implementiert hat. Und die ist weder schön noch sonderlich gut. Aber das hat die BTCC auch selten davon abgehalten, gute Rennen abzuliefern. Kernstück der Strecke ist die lange Start/Zielgerade, die die leicht überhöhte erste Kurve beeinhaltet und gefühlt knapp die Hälfte der Strecke ausmacht. Das sind schlechte Nachrichten für alle Fahrer eines reinen S2000 Wagen, wie zum Beispiel Jason Plato, dessen Meisterschaftschancen nach dem Desaster in Knockhill wohl nur noch marginal sind.

Der Chevrolet Cruze wird in Rockingham nicht gut gehen, das kann man jetzt schon vermuten. Es kann zwar sein, dass die TOCA zum Wochenende hin mal wieder an der Ladedruckschraube der NGTC dreht, aber ich vermute mal nicht (Wenn doch, sorry, Text ist ein paar Tage früher enstanden). Wie man selbst auf so kurzen Geraden wie in Knockhill sehen konnte, waren die NGTC einfach eine Klasse für sich. Erschwerend kommt auch in Rockingham hinzu, dass man aus einer engen Kurve auf die Gerade beschleunigt, was den den Drehmoment-Vorteil der Turbos entgegen kommt. Vermutlich wird man die Cruze wieder um Platz 5 sehen, was für die Meisterschaft nicht reichen wird. Zwar darf man Plato nie abschreiben, aber ein Sieg wäre schon ein kleines Wunder.

Schon deutlich eher darf das Honda Team von der Meisterschaft träumen. Gordon Shedden führt mit einem Punkt Vorsprung vor Matt Neal (182 zu 181 Punkte), Mat Jackson hat nach seinem verkorksten Wochenende in Schottland nur 159 Punkte auf dem Konto. Für Team Dynamics könnte sich das Luxus-Problem ergeben, welchen der beiden Fahrer man in Richtung Meisterschaft schieben möchte. Matt Neal, der quasi zum Inventar des Teams gehört, hat ein paar Meistertitel im Rücken, aber Gordon Shedden sieht in diesem Jahr extrem stark aus. Bisher hat man beide Fahrer von der Leine gelassen, man darf gespannt sein, wie lange man das noch macht.

Denn auch wenn Mat Jackson im 2010er Focus vom Airwaves Team nicht gerade zwingend wie ein Titelkandidat aussieht – unterschätzen sollte man ihn in Rockingham nicht. Im Gegensatz zu den vor ihm in der Meisterschaft liegenden Konkurrenten, fährt er ohne jeglichen Ballast, was in Rockingham ein schöner Vorteil sein sollte. Ein Doppelsieg ist durchaus drin, allerdings fehlt Jackson ein starker Partner im Team, der in der Lage ist, Neal und Shedden die Punkte zu klauen. Als Alleinunterhalter wird es Jackson schwer habe, das Team Dynamics aufzuhalten.

Etwas überrascht war ich über die starke Leistung des AON Team mit dem neuen Focus in Knockhill. Zwar zeigte der Wagen immer noch die alten Probleme mit dem Reifenverschleiss auf lange Distanz, aber man war endlich mal wieder konkurrenzfähig. Ein gut aufgelegter Chilton wäre jemand, den Jackson gut gebrauchen könnte.

Auch Frank Warthall mit seinem Toyota Avensis machte in Knockhill eine gute Figur. Schon in den letzten Rennen schob sich das Dynojet Team gerne mal nach vorne, nun scheinen sie die Früchte der Arbeit zu ernten. Die Podiumsplatzierungen beim letzten Rennen waren schon mal ein Erfolgserlebnis, ein Sieg ist durchaus im Bereich des Möglichen, auch wenn vermutlich noch ein Schritt dahin fehlt. Aber weil Rockingham so eine eigenartige Charakteristik hat, könnte die dem Toyota entgegen kommen.

Der Rest des Feldes wird mit dem Ausgang der Rennen nichts zu tun haben, es sei denn, es setzt mal Regen ein. In diesem Jahr sind die Rennen der BTCC von Regen bisher erstaunlich oft verschont geblieben, vielleicht ändert sich das ja auch am nächsten Sonntag. Das würde die Chancen von Plato aber auch nur marginal erhöhen.

Kurz in eigener Sache: Leider muss am Sonntag der Liveticker ausfallen, da ich ausnahmsweise mal unterwegs bin. Auch die Analyse wird vermutlich ausfallen müssen, die liefer ich aber dann in Kurzform mit der nächsten Vorschau für Brands Hatch nach.

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August 31 2011

17:57

BTCC/WTCC: Vorschau Knockhill & Valencia

Mal wieder ein Doppelheader der beiden Tourenwagenserien und damit auch ein schöner Vergleich der Leistungsdichte in beiden Serien.

Die BTTC Saison hat bisher durchaus Anlass zur Freude gegeben. Es gab einige spektakuläre Rennen, andere waren etwas müde. Aber in der Meisterschaft gibt es doch einige Überraschungen. Die befürchtete Dominanz des Honda-Teams ist ausgeblieben, auch weil die TOCA die NGTC-Turbos in im Laufe des Jahres immer wieder eingebremst hat. Nicht zu letzt auch deswegen, weil Chevrolet, bzw. Jason Plato mehrfach deutliche Worte gefunden hat. Man will das RML-Team mit Sicherheit nicht verlieren, also ist man ihnen etwas entgegen gekommen. Profitiert hat davon aber komischerweise nur Chevrolet. Die ebenfalls mit altem S2000-Motor fahrenden BMW sind in diesem Jahr chancenlos. Das wird sich in Schottland auch nicht ändern.

Die 1974 eröffnete Strecke von Knockhill ist ein echtes Unikat. Nur rund 2km lang, bietet sich doch mehr Abwechslung, als mancher Kurs, der in den letzten Jahren in den Boden betoniert wurde. Das liegt zum einen daran, dass man Knockhill schön die sanften Hügel Schottlands eingebettet hat, zum anderen daran, dass es die wenigen Kurven auch stark in sich haben. Turn 1 ist ein perfekter Platz um abzufliegen, die Schikane spektakulär und die letzte Haarnadel immer wieder für ein gewagtes Bremsmanöver gut. Man braucht in Knockhil eher ein kompaktes Autos, aber vor allem eins, was Leistung hat, sonst wird man auf der Bergaufgeraden gnadenlos stehen gelassen.

Die Turbos sollten wegen ihres besseren Drehmoments in Knockhill also einen leichten Vorteil haben, was für die Honda und die Focus von Airwaves spricht. Mat Jackson startet, etwas überraschend, als Führender der Meisterschaft ins Wochenende, was allerdings auch mit dem eher katastrophalen letzten Wochenende von Matt Neal zu tun hat. Der wird die drei Rennen am Wochenende auch mit einem starken Handicap bestreiten müssen, denn er hat sich vor drei Wochen bei einem Sportunfall die rechte Hand gebrochen. Der zweite Honda-Pilot, Gordon Shedden, gibt auch aus diesem Grund sehr zuversichtlich, was seine Meisterschaftschancen angeht. Aber man sollte auch einen angeschlagenen Matt Neal nicht unterschätzen.

Jason Plato wird den Rennen mit gemischten Gefühlen entgegen sehen, denn sein Cruze ist für den teilweise engen Kurs einfach nicht so gut gerüstet. Er wird auf Regen hoffen, was den Leistungsvorteil der Turbos etwas einbremst. Und Regen ist zu der Jahreszeit in Schottland ja eher die Regel, denn die Ausnahme.

Nur noch geringe Chancen auf die Meisterschaft hat James Nash mit seinem betagten Vectra des Triple8 Team. Das hat in den letzten Rennen immer wieder geschwächelt, vermutlich, weil die Leistungsreduzierung des NGTC-Motors den aerodynamisch nun auch nicht mehr vollkommen neuen Wagen eher getroffen hat, als die Honda und Ford.

Es dürften drei spannende Rennen werden, die wir wie immer für jene, die itv4 nicht sehen können auf unserem @racingbloglive Twitteraccount live kommentieren werden.

WTCC – Valencia

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen in die nächste Runde. Die Meisterschaft entwickelt sich zu einem Duell zwischen Rob Huff und Altmeister Yvan Muller, der sich gerne einen weiteren Meisterschaftspokal in den Schrank stellen würde. Und in den letzten Rennen sah auch alles danach aus, dass ihm dies wieder gelingen wird. Huff scheint ein kleines Formtief zu haben, jedenfalls gelang es ihm nicht mehr an Muller vorbei zu kommen und er musste sich mit P2 begnügen. Nur noch Aussenseiterchancen hat Alain Menu, der zwar noch in Reichweite liegt, aber vermutlich darauf hofft, dass seine Kollegen mal Probleme haben oder sich ins Gehege kommen.

Chevrolet baut in Valencia in alle drei Wagen einen neuen Motor ein. Die FIA erlaubt einen straffreien Motorwechsel pro Jahr, der allerdings bis Valencia stattfinden muss. Da die Motoren verplombt sind, kann man sich den Verschleiss nicht richtig anschauen. Und diese Gelegenheit ergreift das RML-Team nun. Ein neuer Motor bedeutet zwar auch wieder etwas mehr Leistung, aber das Risiko, dass etwas schief geht, ist natürlich auch da. Dennoch werden die Cruze auch in Spanien wieder das Maß der Dinge sein.

Volvo sah in den letzten Rennen besser aus, was auch am niedrigen Startgewicht des C30 lag. Doch die FIA hat den Schweden nun 10 Zusatzkilo aufgebrummt, und man darf gespannt sein, wie sich der Volvo damit schlägt. Aber ein deutliches Lebenszeichen von Robert Dahlgren wäre auch mal schön.

Die BMW scheinen ihren Motorprobleme auch in den Griff bekommen zu haben. Der Sieg von Franz Engstler in Oschersleben war ein deutliches Lebenszeichen und es steht zu hoffen, dass BMW auch in Valencia wieder vorne mit dabei ist. Allerdings wird Engstler mit Zusatzgewicht unterwegs sein. Dazu kommt, dass die fahrerisch nicht uninteressante Strecke den BMW in den letzten Jahren nie so recht gepasst hat.

Quasi das “Dark horse” dürfte in Spanien Gabriele Tarquini im Seat sein. Spanischer Wagen in Spanien halt. Der neue Seat-Motor konnte bisher nicht sonderlich überzeugen, auch wenn ein klarer Aufwärtstrend zu sehen ist. In Oschersleben ging vieles schief, das wird Seat nicht zweimal passieren. Und Tarquini ist immer für einen Sieg gut, wenn denn sein Material stimmt.

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August 08 2011

05:31

BTCC: Plato verkürzt den Abstand

Drei interessante Rennen gab es auf dem umgebauten Kurs von Snetterton. Matt Neal hatte dabei ein rabenschwarzes Wochenende.

Der umgebaute Kurs von Snetterton kam bei allen Fahrern sehr gut an, aber wie würde er sich im Rennen schlagen? Das Ergebnis: Nicht schlecht. Es dauerte etwas, bis die Fahrer die Stellen fanden, an denen man sich in der sehr engen Serie an der Konkurrenz vorbeiquetschen konnte. Dazu kommt, dass man etwas knauserig mit den Curbs war. Die sind recht schmal und dahinter ist dann bester britischer Lehmboden. Da muss man noch mal nachbessern und zumindest etwas Teppich verlegen. Aber nach und nach kamen die Piloten mit dem Kurs klar und die Rennen wurden richtig gut. Zumindest für alle, ausser Matt Neal, der ein katastrophales Wochenende erlebte, weil er in den ersten beiden Rennen nicht in die Punkte kam. Schön war aber zu sehen, dass der Dynojet Toyota mit Frank Warthall endlich in Schwung gekommen ist.

Rennen Eins

Und schon in der ersten Kurve gab es dann mächtig viel Ärger. Plato hatte einen guten Start, aber Neal hatten ebenfalls einen guten Start und setzte sich im sehr langen Turn 1 auf der Aussenseite von Plato fest. Doch das konnte einfach nicht gut gehen. Plato hatte innen auch keinen Platz und hielt einfach seine Linie, während Neal nach innen ziehen musste, um nicht auf das Gras zu kommen. Es kam, wie es dann kommen musste – Plato und Neal berührten sich mit dem schlechteren Ende für den Honda. Der drehte sich mitten ins Feld rein aber erstaunlicherweise kamen alle Kollegen um ihn herum. Neal hatte den Wagen abgewürgt und brauchte lange, um ihn wieder zu starten. Damit war auch schon klar, dass Neal damit im zweiten Rennen von ganz hinten starten musste. Neal meinte nach dem Rennen, dass er sich auch nicht ganz sicher sei, ob es ein Rennunfall war, oder ob Plato ihm zu wenig Platz gelassen hat. Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen.

Damit war das Feuer vorne aber dann auch leider raus. Plato war abgesichert durch durch MacDowall, der wiederum Gordon Shedden auf Distanz hielt. Die Reduzierung des Ladedrucks bei den S2000/NGTCs scheint wirklich dem Chevrolet geholfen zu haben. Plato fuhr dann einen ungefährdeten Sieg entgegen.

Hinter den Top 3 entwickelte sich ein nettes Duell zwischen Chilton und dem erstaunlichen Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der dient ja als Versuchsträger und fährt schon nach dem kompletten NGTC-Chassis Reglement. Bisher waren die Toyota nur sehr weit hinten zu finden. Aber offenbar hat Dynojet in der zweimonatigen Pause einiges am Wagen gefunden. Der Toyota lief jedenfalls sensationell gut und konnte auch die Zeiten der Top 3 halten. In einem sehenswerten Zweikampf rang er dann den Ford Focus von Chilton nieder und kam so auf P4. Schön, dass man eine weitere Marke unter den Top 5 sehen kann.

Erstaunlicherweise zog sich das Feld schnell weiter auseinander, vor allem das Mittelfeld fiel weit zurück. Der Abstand zwischen Plato und P10 betrug am Ende satte 26 Sekunden, was schon erstaunlich viel war.

Das Endergebnis sah dann so aus: Plato, MacDowall, Shedden, Warthall, Nash, Jackson, O’Neill, Cole, Chilton, Mewsham, Smith, Jordan, Foster, Byford, Austin, Neate, Griffin, Neal, George, James.

Rennen Zwei

Die Startaufstellung ergab sich aus dem Ergebnis des erstes Rennens. Plato musste aber mit dem maximalen Zusatzgewich von 45kg starten, was man schon am Start bemerkte. Er kam nur zäh los, Shedden, der von P3 kam, war deutlich agiler unterwegs und setzte sich auf der Innenseite für T2 fest. Plato konnte sich zunächst wehren, aber in T2 gab es hinter ihm einen kleinen Stau, der dazu führte, dass Shedden leicht angeschubst wurde, der wiederum Plato anschob. Der kam auf die schmutzige Seite und wurde von Shedden und Nash und Warthall überholt. P4 war aber immer noch ein gutes Ergebnis, zumal er von hinten von MacDowall abgeschirmt wurde. Der Toyota lag damit auf P3 und Warthall versuchte sich an James Nash heran zu fahren, was aber misslang. Nach hinten hatte er zunächst genug Luft.

Matt Neal hatte eine sensationelle erste Runde. Er startete von P18 und lag nach wenigen Kilometern schon auf P10. Aber hier wurde es etwas schwerer mit dem Überholen, aber nach sieben Runden hatte er sich Dave Newsham Seat geschnappt und lang direkt hinter MacDowall auf P6. Als man sich auf eine nettes Duell vorbereiten wollte, fuhr Neal plötzlich an die Box. Der Wagen wurde gecheckt, aber nach 20 Sekunden ging es weiter. Ein Wochenende zum Vergessen für Neal, dessen Vorsprung in der Meisterschaft damit hinüber war.

Vorne ließ Shedden keinen Zweifel an seinem Sieg. Dahinter lag auch James Nash sicher auf P2. Doch beim Dynojet Toyota bahnte sich ein kleines Drama an. Denn plötzlich verlor er viel Zeit und hatte Plato erneut im Genick. Den konnte er zwei Runden abwehren, was aber auch den weiter hinten liegenden Fahrer erlaubte, etwas näher zu kommen. Wrathall musste schließlich beide Cruze passieren lassen, aber es kam noch schlimmer. Er rollte dann mit einem überhitzten Motor aus.

Die einzigen Kämpfe gab es noch um P5, wo Newsham im Seat, O’Neill im 2010er Cruze und Jackson im 2010er Focus sich wenig schenkten. Es war mal wieder britischer Motorsport at its best und am Ende machte Newsham den entscheidenden Fehler und die Konkurrenz ging vorbei.

Am Ende siegte Shedden, vor Nash, Plato, MacD, O’Neill, Jackson, Newsham, Cole, Jordan, Collard, Foster, Chilton, Gilham, Griffin, Wood. Die Auslosung des Reverse Grid ergab dann P7.

Rennen Drei

Einen interessanten Mix gab es im letzten Rennen. Allein die Startaufstellung mit Newsham, Jackson, O’Neill, MacD, Plato, Nash, Shedden, Cole, Jordan, Collard versprach schon viel Spaß. Nicht mehr dabei war leider Frank Warthall mit dem Dnyojet Toyota, dessen Kühler hinüber war und man keinen Ersatz hatte.

Newsham hielt seinen Seat in Front, auch weiter hinten gab es zunächst kaum Veränderungen. Jason Plato und MacDowall bildeten mal wieder ein Tandem und blieben hinter Newsham, Jackson und O’Neill auf den Plätzen 4 und 5. Derweil entwickelte sich vorne ein schöner Kampf zwischen Jackson und Newsham, den der Ford-Pilot aber für sich entscheiden konnte. Der Grund war, dass die Vorderreifen des Seat schnell nachließen und Newsham sich mit einem fürchterlicher Untersteuern beschäftigen musste. So rutschte auch Paul O’Neill durch, der dem Tempo von Jackson nicht folgen konnte. Da Newsham mehr und mehr mit der Abwehr von Jason Plato beschäftigt war, konnte sich O’Neill auf P2 einrichten.

Plato blieb hinter Newsham erstaunlich ruhig, doch das änderte sich gegen Ende des Rennens, als Matt Neal plötzlich auftauchte. Neal hatte sich mal wieder durch das gesamte Feld gekämpft und auch seinen Teamkollegen Gordon Shedden nieder gerungen. Jetzt hing er MacDowall und Plato sah das Unheil kommen. Sein Druck auf Newsham wurde größer, aber der erlaubte sich zunächst keine weiteren Fehler.

Doch das änderte sich dann in den letzten zwei Runden. Als Newsham in der Schikane mal wieder eine weite Linie nehmen musste, setzt sich Plato innen rein und ging vorbei. MacDowell zog gleich mit, aber wenige Kurven später rempelte sich Neal an dem Youngster vorbei. Da war Plato vorne aber schon weg gezogen und MacDowall versuchte Neal weiter unter Druck zu setzten.

Doch es paasierte nichts mehr vorne, nur der arme Dave Newsham fiel mit abgelutschten Reifen noch weiter zurück. Das Ergebnis im letzten Rennen lautete dann: Jackson, O’Neill, Plato, Neal, MacD, Nash, Shedden, Newsham, Foster, Austin, Cole, Collard, Chilton, Jordan, Gilham.

In der Meisterschaft ist man nun sehr eng zusammen gerückt und mit Mat Jackson gibt es einen neuen Führenden im Championat. Jason Plato hat seinen Rückstand um satte 20 Punkte verkürzt und ist nun wieder mitten drin im Meisterschaftskampf.

1 Mat Jackson 158
2 Gordon Shedden 150
3 Matt Neal 148
4 Jason Plato 138
5 James Nash 127

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August 05 2011

15:25

BTCC: Vorschau Snetterton 2011

Die BTCC kommt endlich aus ihrer Sommerpause zurück und wartet direkt mit einer Neuheit auf. Auf dem umgebauten Kurs von Snetterton wird zum ersten Mal ein großes Tourenwagenrennen ausgetragen.

Der ehemalige Flugplatz bestand im Prinzip bisher aus dreieinhalb Geraden und 2 Schikanen, sorgte aber dennoch immer wieder für spektakuläre Rennen. Dr. Jonathan Palmer, dem die Strecke gehört, hat ein wenig Geld in die Hand genommen und den Kurs in den letzten Monaten umbauen lassen. Dabei hat er dankenswerterweise das Grundlayout der Strecke nicht verändert, sondern nur im riesigen Infield eine neue Schleife eingebaut. Die sieht auf den ersten Blick recht fahrbar aus und scheint sich harmonisch in den Streckenverlauf einzufügen. Jason Plato konnte in der Sommerpause ein paar Runden auf dem Kurs drehen und zeigte sich begeistert. Die Strecke sei flüssig, der Charakter von Snetterton nicht zerstört. Ein Video der neuen Strecke und was es sonst so an Neuigkeiten in der BTCC gibt nach dem Klick.

Der neue Streckenteil ist, wie man sehen kann, eher flach geraten, auf den ersten Blick fehlen ein paar Senken. Was die Puristen auch ärgern dürfte: Die enge Schikane vor Start/Ziel ist durch eine simple Linkskurve ersetzt worden. Zwar hatte die alte Schikane nicht gerade das Wort “harmonisch” verdient, aber dafür sorgte sie immer für viel Abwechslung.

Die Saison in der britischen Tourenwagenmeisterschaft ist mal wieder sehr eng. Im Moment führt Matt Neal (140 Punkte) das Championat mit neun Punkten vor dem erstaunlich gutem Mat Jackson im privaten Airwaves Ford Team. Dahinter lauert Gordon Shedden (120) im zweiten Honda. Andrew Jordan liegt mit 111 Punkten auf Platz 4, dahinter folgen dann James Nash (104) vor dem Vorjahresmeister Jason Plato, der nur 100 Punkte hat. Aber an einem Wochenende kann man 52 Punkte erlangen und ein Unfall ist in der ja eher ruppigen Serie keine Seltenheit.

Die TOCA hat auch mal wieder an den BoP-Einstellungen rumgefummelt. Um die das Mittelfeld etwas näher zusammen zu bringen, hat man den S2000 mit dem NGTC Turbomotor den Ladedruck um weitere 0,05 Bar reduziert. Damit bremst man vor allem Honda ein, die schon mehrfach in diesem Jahr eine Leistungsreduzierung hinnehmen mussten. Ausgenommen von der Regelung sind die Teams, die meist weit hinten starten. Also die Toyota, Audis usw. Die sollen so etwas von ihrem doch erheblichen Abstand nach vorne abfeilen können.

Den Chevys und vor allem den BMWs wird das auch gefallen, rücken sie doch auch wenig näher auf. Allerdings ist die Strecke in Snetterton immer noch ultraschnell, die Honda werden auch hier wieder so ihre Vorteile haben.

Sonst hat sich in der Sommerpause wenig getan, wie die Nennliste für das Rennen zeigt.

1 – Jason Plato – Silverline Chevrolet – Chevrolet Cruze LT (S2000)
2 – Matt Neal – Honda Racing Team – Honda Civic (S2000/NGTC)
4 – Tom Onslow-Cole – Arena Motorsport – Ford Focus (S2000/NGTC)
5 – Tom Chilton – Arena Motorsport – Ford Focus (S2000/NGTC)
7 – Mat Jackson – Motorbase Performance – Ford Focus ST (S2000/NGTC)
8 – Rob Collard – West Surrey Racing – BMW 320si (S2000)
11 – Frank Wrathall – Dynojet Racing – Toyota Avensis (NGTC)
13 – Rob Austin – Rob Austin Racing – Audi A4 (NGTC)
14 – James Nash – Triple Eight Race Engineering – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
17 – Dave Newsham – Special Tuning Racing – SEAT León TFSI (S2000/NGTC)
18 – Nick Foster – West Surrey Racing – BMW 320si (S2000)
20 – Alex MacDowall – Silverline Chevrolet – Chevrolet Cruze LT (S2000)
22 – Tom Boardman – Special Tuning Racing – SEAT León TFSI (S2000/NGTC)
28 – John George – Tech-Speed Motorsport – Chevrolet Cruze LT (S2000)
29 – Paul O’Neill – Tech-Speed Motorsport – Chevrolet Cruze LT (S2000)
34 – Tony Gilham – Triple Eight Race Engineering – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
42 – Daniel Welch – Welch Automotive – Proton Gen-2 (NGTC)
43 – Lea Wood – Team Wood Racing – Honda Integra Type-R (BTC)
44 – Andy Neate – Arena Motorsport – Ford Focus (S2000/NGTC)
50 – Tony Hughes – Speedworks Motorsport – Toyota Avensis (NGTC)
52 – Gordon Shedden – Honda Racing Team – Honda Civic (S2000/NGTC)
55 – Jeff Smith – Eurotech Racing – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
66 – Liam Griffin – Motorbase Performance – Ford Focus ST (S2000/NGTC)
77 – Andrew Jordan – Eurotech Racing – Vauxhall Vectra (S2000/NGTC)
78 – Chris James – Team ES Racing – Chevrolet Lacetti (S2000)
99 – Martin Byford – AmD Milltek Racing – Volkswagen Golf (S2000/NGTC)

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June 06 2011

06:46

BTCC: Analyse Oulton Park 2011

Die Rennen in Oulton Park wird man so schnell nicht vergessen. Plato schimpft nach einem Sieg wie ein Rohrspatz und die beiden Führenden schieben sich ins Kiesbett.

Zu Beginn der Saison versprach die TOCA, die die BTCC organisiert, dass in jedem Rennen eine Gleichheit zwischen den S2000 und den NGTC bestehen wird. Das war auch einer Gründe, warum Chevrolet überhaupt angetreten ist, denn hinterher fahren wollte man als Werksteam nicht. Tatsächlich hat die TOCA im ersten Halbjahr schon massiv nachgeregelt. Die Turbos wurden eingebremst, die S2000 leichter gemacht. Geholfen hat es allerdings nur wenig, denn im Rennen konnte man sehen, wie schnell die Honda wirklich sind. Selbst auf den kurzen Geraden in Oulton Park schlüpften die Honda an den Cruze vorbei, als hätten die 50 PS weniger. Plato reagierte nach dem zweiten Rennen in einem Live-Interview mit einer Schimpfkanonade und nannte die Regeln “lächerlich”. Dennoch waren die Rennen mal wieder sehr sehenswert.

Rennen 1

Die Hondas hatten sich die erste Startreihe gesichert, doch vor dem Rennen war die Strecke nass und es nieselte leicht. Die Rennleitung entschied sich relativ spät dazu, ein “wet race” zu erklären, was die Reifenwahl nicht leichter machte. In der BTCC kann an die verschiedenen Reifen mischen, also zum Beispiel vorne Regenreifen und hinten Slick, oder beim Heckantrieb auch umgekehrt. Einige entschieden sich auf komplett auf Slicks zu setzen, während Matt Neal auf Nummer Sicher ging, und nur Regenreifen wählte. Die Startaufstellung sah dann hinter den Honda etwas überraschend Andy Neate im neuen Ford Focus, dahinter lauerte schon Jason Plato.

Der Start ging erstaunlicherweise gut über die Bühne, Neal schnappte sich auf der Außenbahn Shedden, der sich auch nicht sonderlich wehrte. Stattdessen musste sich Shedden mit einem sehr wilden Andy Neate herumschlagen, der seinerseits von Plato unter Druck gesetzt wurde. Der hatte Andy MacDowell als Schutzschild im Nacken und dahinter mischte sich das Feld ordentlich durch.

Nun hörte der Regen aber auf, was vor allem für all jene schlecht war, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatten. Dazu gehörten Neal und Neate, die nun massiv unter Druck kamen. Neal ließ Shedden kampflos durch, dahinter schnappte sich Plato dann Neate. Der neue Focus soll zwar etwas netter zu den Vorderreifen sehen, viel sah man davon aber nicht. Relativ flott versank der Ford dann Mittelfeld, aber er machte es seinen Gegnern nicht leicht.

Neal war offenbar bedacht, so viel Punkte wie möglich einzusammeln und blieb weiter vorsichtig in den Zweikämpfen. Während Shedden vorne mit seiner Misch-Bereifung einen Vorsprung von bis zu 7 Sekunden heraus fuhr, machten es sich beide Cruze auf den Plätzen zwei und drei gemütlich. Da sollte dann auch nichts mehr passieren.

Doch dahinter ging es teilweise wild und unübersichtlich zu. Vor allem James Nash, der von weit hinten hatte starten müssen, schob seinen Vectra durchs Feld und passierte sämtliche Konkurrenten um schließlich auf P4 zu landen. Dahinter ging es allerdings zur Sache, weil die unterschiedlichen Reifenstrategien nun zum tragen kamen. Rob Collard hatte eine Mischbereifung und kämpfte mit Nick Foster, Lea Wood, Matt Neal und Andy Neate. Es entwickelte sich ein enger aber immer fairer Kampf, den Collard dann für sich entscheiden konnte.

Am Ende siegte Shedden vor Plato, Macdowell, Nash, Collard, Foster Wood, Neal, Neate und Andrew Jordan.

Rennen 2

Aus diesem Ergebnis ergab sich dann auch die Startaufstellung für das zweite Rennen. das ebenfalls unter gemischten Bedingungen los ging. Nach dem Start tat sich jedoch nicht viel, nur MacDowell hatte einen miserablen Start und fiel ein paar Positionen zurück. Shedden setzte sich vorne relativ leicht ab, daran konnte auch die erste SC-Phase nichts ändern, die nach einer Runde kam, weil Jeff Smith seinen Vectra schlecht geparkt hatte. Plato dagegen hatte größere Probleme, da er von James Nash massiv unter Druck gesetzt wurde.

Dann wurde der Regen stärker und all jene, die teilweise Slicks aufgezogen hatten, kamen in große Probleme. Dafür tauchten plötzlich Rob Collard und Matt Neal auf, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatten und teilweise 4 Sekunden schneller als der Rest waren. Neal schnappte sich Collard, dann auch Andrew Jordan und gewann innerhalb einer Runde mehrere Plätze. Danach machte er sich auf die Jagd nach James Nash und Jason Plato, die immer noch im Zweikampf steckten. Nash boxte sich Eingangs der letzten Kurve an Nash vorbei, am Ende der Start/Zielgeraden ließ er auch Plato stehen.

Doch das Rennen von Neal sollte noch deutlich aufregender werden. Kaum auf P2 gelandet, verbremste er sich in der Haarnadel und rutschte wieder auf P4 zurück. Doch mit dem völlig überlegenen Honda holte sich innerhalb von einer Runde P2 wieder zurück. Plato ließ er dabei in einem Beschleunigungsduell auf der Gegengeraden einfach stehen, was beim amtierenden Meister für eine dicke Halsschlagader sorgen sollte.

Das Rennen wäre damit gelaufen gewesen, da Shedden vorne 10 Sekunden in Front lag, aber dann stand der 2010er Cruze von John George in Lodge in der Schusslinie. Nach einer erneuten SC-Phase ging es dann noch über drei Runden weiter. Shedden blieb vorne, Neal machte aber Druck und verbremste sich in der Haarnadel. Er berührte Shedden leicht im Heck, der den Wagen jedoch meisterlich abfangen konnte. Doch Neal war offenbar auf einer Mission.

In der letzten Kurve der letzten Runde setzte er sich plötzlich innen neben Shedden und verpasste erneut den Bremspunkt. Neal rutschte einfach geradeaus und schob sich und den Führenden Shedden ins Kiesbett.

So was sieht man auch nur selten und Neal, der ja nun als zweifacher BTCC-Champion kein Anfänger ist, saß minutenlang zusammengesunken im Wagen. Das half aber auch nicht, Jason Plato staubte den Sieg ab.

Der war allerdings überhaupt nicht glücklich, sondern griff im Siegerinterview massiv die TOCA, die Organisatoren der BTCC, an. Es sei ein Witz, so Plato, dass ein Honda auf der Geraden einfach an seinem S2000 Wagen vorbei gehen könne. Das habe nichts mit Chancengleichheit zu tun, es sei lächerlich und dumm. Mal sehen, ob seine Aussagen noch ein Nachspiel haben werden.

Ergebnis: Plato, Nash, Collard, Jordan, MacD, Shedden, O’Neill, Foster, Jackson, Chilton, Wood.

Rennen 3
Die Auslosung des Reverse Grid erbrachte P9 und damit folgende Startaufstellung: Jackson, Foster, O’Neill, Shedden, MacD, Jordan, Nash, Collard, Plato, Chilton, Wood, Austin.

Dieses Mal war die Strecke trocken, allerdings gab es noch etliche nasse Stellen, die gleich in der ersten Runde Paul O’Neill zum Verhängnis wurden. Der wollte vor Druids aussen den zweitplatzierten Nick Foster überholen und kam auf so eine nasse Stelle. Das Ergebnis war ein heftiger Abflug, ein zerstörtes Auto, aber ein Fahrer, der ok war. Da James Nash seinen Vectra ebenfalls in die Botanik geworfen hatte, musste das Safety Car rauskommen.

Das Rennen entwickelte sich aber auch nach dem Restart nicht zu dem “Demolition Derby”, das man normalerweise im letzten Rennen des Tages erwartet. Stattdessen zog sich das Feld unter den Top 3 etwas auseinander. Dahinter sorgten beide West Surrey BMWs mit Foster und Collard für einigen Trubel, weil von hinten Plato und Matt Neal auftauchten. Neal fuhr offenbar mit einem dicken Hals und schnitt durchs Feld. Plato ließ er dank der überlegenen Leistung des Hondas einfach stehen, die BMWs dauerten aber etwas länger, weil die zusammenarbeiteten. Dennoch holte sich Neal schnell P4 und machte sich auf die Jagd nach Andrew Jordan.

Jason Plato blieb hinter den BMW stecken und den Unterschied zwischen dem Honda und dem Chevrolet konnte dabei gut feststellen. Wo Neal einfach auf der Geraden vorbei ging, blieb Plato hinten. Er versuchte es mit einem sehr späten Manöver in Lodge, das natürlich in die Hose ging und ihn aus den Punkten warf.

Neal hatte derweil Jordan eingeholt und setzte den massiv unter Druck. Doch Jordan hat auch einen NGTC Motor unter der Haube, also ging das nicht so leicht wie bei den S2000 Wagen. Der Kampf war eng, aber fair, beide mussten einmal die Schikane auslassen, aber am Ende konnte sich Jordan auf P3 halten. Erstaunlicherweise gelang Mat Jackson ein relaltiv ungefährdeter Sieg, obwohl beide Focus des Airwaves Team am Wochenende völlig von der Rolle waren.

Die turbulenten Rennen in Oulton Park haben dafür gesorgt, dass die Meisterschaftstabelle kräftig durch geschüttelt wurde. Neal führt zwar weiterhin, aber dahinter ist es richtig eng geworden. Die Tabelle gibt es bei der BTCC.

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