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July 04 2013

14:44

Formel Eins: Vorschau GP Deutschland 2013

Die Formel Eins kommt nach Deutschland und die Auseinandersetzung zwischen Red Bull und Mercedes dürfte in die nächste Runde gehen.

nürburgringIn der unendlichen Reifensaga der Formel Eins gibt es am Ring ein neues Kapitel. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit ist es Pirelli gelungen, für den deutschen Grand Prix neue Reifen zu organisieren. Statt des umstrittenen Stahlbands liegt nun ein Kevlarband unter der dünnen Lauffläche. Und für das Rennen in Ungarn gibt es komplett neue Pirelli, die eine Art “Best of” sind. Konstruktion der Reifen aus dem Jahr 2012, die Mischungen aus dem Jahr 2013. Man hofft, dass damit die leidigen Diskussionen aufhören. In der Tat mag man es ja kaum noch hören, was so über die Reifen gesagt wird, aber ich bin mir sehr sicher, dass die neuen Reifen bei einigen Teams wieder für Unzufriedenheit sorgen werden, die man lautstark in Pressemitteilungen verkünden wird.

Am Ring sollten die Reifen allerdings keine große Rolle spielen. Die Strecke geht leidlich gut mit dem Gummi um, Reifenplatzer wie in England stehen nicht zu befürchten, weil die schnellen Kurven fehlen. Die empfindlichen Schultern der Reifen werden nicht so stark belastet wie in Silverstone und dank des Kevlarbandes sollten Delaminierungen nicht mehr auftauchen. Die neue Konstruktion bewirkt auch, dass sich die Reifen nicht mehr ganz so schnell erhitzen, was Mercedes helfen sollte, während Lotus und Ferrari in Probleme kommen könnten. Pirelli hat die Mischungen Medium/Soft im Gepäck.

Die Reifenwahl sollte Mercedes und Red Bull liegen, also dürfte der momentane Zweikampf zwischen beiden Teams in Deutschland fortgesetzt werden. Paradoxerweise hat Mercedes zurzeit die Nase vor Red Bull, wie man in den letzten Rennen, Ausnahme Kanada, ja immer sehen konnte. Der Quali-Speed des W04 sollte auch am Ring ausreichen, um zumindest einen Wagen in die erste Reihe zu bekommen. Mittlerweile ist Mercedes auch verbal zum Angriff übergegangen. Ross Brawn ließ die Woche zum ersten Mal verlauten, dass man eine Chance auf den WM-Titel habe, wobei es da in der Kontrukteurs-WM noch am Besten aussieht. Der Abstand beider Fahrer auf Vettel ist noch etwas groß, da würde man zwischendurch einen weiteren Ausfall von Vettel benötigen oder zumindest ein paar schlechte Ergebnisse.

Das ist von Red Bull am Nürburgring nicht zu erwarten. Die enge Passage des “Haug-Haken” und einige mittelschnelle Passagen liegen dem RB9 sehr gut und er kann am Kurvenausgang seinen Vorteil beim Herausbeschleunigen nutzen. Im Rennen wird es also schwer werden, die Red Bull auf Distanz zu halten, der Sieg könnte also über die Strategie gehen.

Bei Ferrari geht im Moment wenig zusammen. Offenbar ist man nach dem Rennen in Spanien auf der Entwicklungsautobahn irgendwo falsch abgebogen. Der F138 ist eher langsamer als schneller geworden, das gilt vor allem für die so wichtige Quali. Auch in Deutschland wird Ferrari hoffen, dass man mit einem blauen Auge davon kommt.

Selbiges gilt für Lotus, wo überhaupt kein Schritt nach vorne zu sehen ist. Räikkönen meinte nach der Quali in England, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe, im Rennen lief es auch nicht besser. Der Abstand nach vorne ist größer geworden, man kommt nur noch über die Strategie in Podiumsnähe, was man in Silverstone mächtig verhauen hat. Räikkönen soll immer noch sauer sein.

Erstaunlicherweise naht von hinten zudem Force India. Wie die Inder es schaffen, als einziges Mittelfeld-Team die Lücke nach vorne zu schließen, ist schon erstaunlich. Sutil fuhr in England locker um das Podium mit, dass er die Kollegen hinter sich aufgehalten hat, war nicht zu sehen. Auch bei Force India leistete man sich in Silverstone einen taktischen Fehler, was Sutil nach hinten warf. Ein weiteres Indiz dafür, wie gut der Force India ist, war die Fahrt von Paul di Resta, der von ganz hinten in die Punkte fahren konnte. Nebenbei lieferte er sich mit Lewis Hamilton ein packendes Duell auf Augenhöhe. Viel fehlt dem Team nicht in Richtung Podium.

Toro Rosso scheint sich langsam knapp dahinter einzusortieren. Beiden Piloten gelingt es, sich im hinteren Drittel der Top 10 zu etablieren, was schon ein wenig erstaunt. Der Wagen war zu Beginn der Saison nicht gerade konkurrenzfähig in der Quali. Für beide Fahrer geht es nun auch darum, sich für das freie Cockpit bei Red Bull zu bewerben, was zusätzliche Motivation mitbringen dürfte.

Dass die Italiener allerdings so weit zu vorne zu finden sind, hat auch viel mit der katastrophalen Saison von McLaren zu tun. Ich bin mal in die staubigen Niederungen des Archivs eingetaucht und habe geschaut, wann McLaren das letzte Mal so schlecht unterwegs war. Ergebnis: 2009 war so ein Jahr, als man bis zum Rennen Ungarn nur dreimal in Punkte kam. Aber ab Ungarn konnte man immerhin wieder Rennen gewinnen, was dieses Jahr nicht den Eindruck macht. Die letzte Saison ohne Sieg hatte man 2006, die letzte Saison ohne ein Podium war 1980 (!). Und McLaren ist auf einem guten Weg, dies zu wiederholen.

Hinter McLaren liegen noch Sauber und Williams. Bei beiden Teams sieht man auch keine Fortschritte. Bei Sauber weiß man immerhin seit letzter Woche, dass man die Weiterentwicklung des Wagens aus Geldmangel eingestellt hat. Bei Williams wird man den Eindruck nicht los, dass das Team ebenfalls schon das Handtuch geworfen hat und die schmalen Ressourcen lieber auf das Jahr 2014 konzentriert. Was nachvollziehbar ist, denn 2014 stehen alle Teams vor einem Neuanfang und die Hackordnung kann sich komplett neu sortieren.

Bei Caterham halten sich in den letzten Wochen hartnäckig die Gerüchte, dass man Heikki Kovalainen wieder als Einsatzfahrer haben möchte. Die Ergebnisse und das Feedback von van der Garde sind wohl nicht zufriedenstellend, allerdings hat der Niederländer wohl ein starkes Geldpaket im Rücken, mit dem Kovalainen nicht dienen kann.

Um Marussia ist es etwas ruhiger geworden. Der Anfangsschwung ist etwas verflogen, seitdem Caterham den Wagen renoviert hat, hängt man auch wieder hinter ihnen fest. Auch hier ist es wohl das fehlende Geld, das einen weiteren Fortschritt verhindert.

Strategie

Zwei Stopps sind wohl das Mindeste, was wir am Ring sehen werden. Die Boxengasse liegt recht günstig, man verliert wenig Zeit bei der Ein- und Ausfahrt. Es ist schwer vorherzusagen, wie das Kevlarband im Reifen sich auf den Verschleiß auswirken wird. Theoretisch sollte er zurückgehen, was längere Stints möglich machen sollte. Die entscheidende Frage lautet wie immer: “Wie lange halten die Soft durch?” Es ist durchaus denkbar, dass die “Soft” zu einer Drei-Stopp-Strategie führen können, die am Ende auch schneller ist als die Variante “Soft (Start), Hard, Hard”. Da es am Wochenende am Ring hochsommerliche Eifeltemperaturen geben soll (23 Grad, Sonne), könnte ein langer Mittelstint mit den “Hard” eine interessante Variante für eine Zwei-Stopp-Strategie sein. Webber, Hamilton und Alonso haben in Silverstone gezeigt, dass man mit der weichen Variante durchaus am Ende noch durchs Feld räubern kann.

Allerdings ist das mit dem Überholen am Nürburgring so eine Sache. Es gibt zwei DRS-Zonen, einmal die Haztenbachgerade, einmal die Start/Zielgerade. Beide sind gerade so lang genug für das DRS, wobei Spätbremser den Vorteil vor den Schikanen wieder aufholen können. Packt man es in einer der DRS-Zonen nicht, steckt man halt im Verkehr fest bis zur nächsten Runde. Der “Haug-Haken” kostet einen dann viel Zeit.

Überholmanöver könnten am Wochenende also knapp gesät sein, aber ich erwarte einen spannenden Kampf um den Sieg zwischen Red Bull und Mercedes, wo sich eine richtige Rivalität zu entwickeln scheint.

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June 30 2013

18:44

Formel Eins: Analyse GP Silverstone 2013

Im Zentrum der Aufmerksamkeit in Silverstone standen einmal mehr nicht die Fahrer, sondern die Reifen. Immerhin sorgten die Unterbrechungen für ein spannendes Rennen.

Silverstone 2013Nico Rosberg war nach dem Rennen in Silverstone richtig glücklich, und das nicht nur, weil er das Rennen gewonnen hatte. Wie er seinem Fahrerkollegen Mark Webber im Erholungsraum vor der Siegerzeremonie sagte, hatte sich sein Reifen genau in der Runde aufgelöst, als Vettel seinen Wagen mit einem Getriebeschaden abstellen musste. Weil das Safety-Car raus kam, konnte er langsamer an die Box fahren und den Reifen wechseln. Wäre die Unterbrechung nicht gekommen, wäre auch auch Rosberg sein linker Hinterreifen um die Ohren geflogen. Und er hatte noch mehr Glück, dass die Caution auch einen Stopp ermöglichte, ohne dass er die Führung verlor. Das Glück hörte nach dem Rennen auch nicht auf, denn die Rennkommissare bestraften ein Geschwindigkeitsvergehen unter gelber Flagge nur mit einer Verwarnung. Kein Wunder, dass er nach dem Rennen mehr als zufrieden war. Ganz im Gegensatz zu Hamilton, Massa, Vergne, Perez, der FIA und allen Zuschauern, die sich fragten, was genau da eigentlich mit den Reifen passiert ist. Rennleiter Charlie Whiting war jedenfalls kurz davor, das Rennen mit einer roten Flagge zu beenden.

Bevor man das Debakel auf Pirelli schiebt, sollte man vielleicht noch etwas warten. Der Reifenhersteller gibt vor jedem Rennen Infos an die Team, mit welchem Reifendruck und Sturzwerten man fahren sollte. Diese Angaben sind aber nicht verpflichtend. Interessanterweise gibt es einen Screenshot, der zeigt, dass man bei Red Bull nach den Reifenschäden bei Hamilton, Massa und Vergne den Reifendruck um 2 psi angehoben hat. Also sah es auch ein wenig danach aus, als seien die Teams mit einem Reifendruck unterwegs gewesen, der zu niedrig war und dafür sorgte, dass die innere Lauffläche zu sehr unter Druck geriet. Durch die hohen Sturzwerte ist die innere Schulter in Silverstone besonders belastet. Sind also die Teams an dem Desaster schuld, die sich nicht an die Vorgaben von Pirelli gehalten haben?
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Gegenüber sky UK meinte Christian Horner, dass man überrascht gewesen sei, denn man sei mit einem ähnlichen Reifendruck unterwegs gewesen wie in den letzten Jahren. Massa schimpfte, das sei alles inakzeptabel, weil es die Fahrer Gefahren aussetzen würde, Alonso betonte, dass er seit zwölf Jahren in Silverstone fahren würde und noch nie solche Probleme hatte. Bei Pirelli sagte man gar nichts, außer, dass man sich die Reifen würde anschauen müssen. Die FIA bestellte Pirelli derweil für Mittwoch nach Paris ein, wo man in der “Sporting Working Group” ein paar Fragen stellen will. In dieser Gruppe sitzen auch die Teams.

Pirelli steht nach dem Rennen in Silverstone unter Druck, keine Frage. Dass es so schlimm werden musste, ist eine Mischung aus einem Fehler von Pirelli und den der Uneinigkeit der Teams. Pirelli hat sich mit der Konstruktion der Reifen in diesem Jahr vertan. Nachdem die FIA Pirelli in letzten Jahr gebeten hat, die Reifen weniger haltbar zu machen, hat man sich bekanntermaßen für eine neue Konstruktion entschieden. Das neue Stahlband unter der Lauffläche sollte dafür sorgen, dass die Reifen schneller abbauen, weil die Lauffläche heißer wird. Das funktioniert aber nur bedingt und sorgt eben auch für die erstaunlichen Delaminierungen, bei denen sich die gesamte Lauffläche löst. Dass die Reifen sich aber so spektakulär auflösen, ist neu und spricht dafür, dass Pirelli etwas beim Laminierungsprozess in den letzten Rennen verändert hat, was der Reifenhersteller nach dem Rennen aber verneinte.

Bekannt ist das Problem der Delamierung schon seit Bahrain, als sich bei Hamilton zum ersten Mal sichtbar die Lauffläche löste. In Spanien tauchte das Problem auch auf. Pirelli wollte eine neue Konstruktion einführen, in der man das Stahlband gegen ein Kevlarband austauschte, aber das scheiterte am Widerstand von Lotus und Force India. Die Frage ist nun, wie es weiter geht. Mit dem Nürburgring und Ungarn stehen zwei Rennen auf einem mittelschnellen und einem sehr langsamen Kurs an. Im Fahrerlager gibt es wohl Stimmen, die für eine Rückkehr zu den 2012er Reifen plädieren. Das wird aber für das Rennen am Ring nächste Woche nicht möglich sein.

Die Reifen bestimmten also das Rennen und kosteten Lewis Hamilton vermutlich den Sieg. Der hatte sich zu Beginn des Rennens von Vettel frei gefahren und schien den Abstand nach hinten zu kontrollieren. Schon nach wenigen Runden konnte man bei ihm eher konservative Sektorzeiten sehen, er richtete sich dabei nach den Red Bull. Nachdem Vettel die Führung übernommen hatte, handelte er ebenso. Er versuchte, den Abstand auf Rosberg immer bei mindestens drei Sekunden zu halten, was bis zu seinem Getriebeschaden ebenfalls klappte. Rosberg hatte nicht die Mittel, um den Weltmeister einzufangen oder gar unter Druck zu setzen.

Die beiden Safety-Car Phasen würfelten das Feld ordentlich durcheinander und waren ein Segen für Hamilton, Massa und Mark Webber, den Romain Grosjean am Start aus dem Weg gedrückt hatte, nachdem Webber nicht richtig vom Fleck kam. Das SC sorgte dafür, dass die Abstände nach vorne immer wieder eingedampft wurden und man teilweise mit neuen Reifen schnell unterwegs sein konnte. So gelangen den genannten Fahrern bemerkenswerte Aufholjagden, wobei vor allem Webber und Hamilton profitierten.

Hamilton kämpfte sich vom letzten Platz auf P4 vor, was schon allein bemerkenswert ist. Die Fahrt von Webber ist ähnlich sensationell. Er lag nach der ersten Runde auf P15, fuhr den ersten Stint mit einem kaputten Frontflügel, was ihn Zeit kostete. Der Wechsel des Flügelwerks an der Box kostete ebenfalls ein paar Sekunden. Wenn man sich anschaut, dass er in den letzten Runden rund 1,5 Sekunden hinter Rosberg lag, sieht man, wie knapp er an einem Sieg vorbei geschrammt ist. Vermutlich hätten ein oder zwei Runden mehr gereicht und Webber hätte sich Rosberg geschnappt, weil er auf den “Medium” unterwegs war.

Da das Rennen wegen der vielen und langen Unterbrechungen etwas unübersichtlich war, hier ein Blick auf die anderen Fahrer:

Fernando Alonso – Der Spanier hatte bis kurz vor Schluss ein unauffälliges Rennen, weil er hinter Räikkönen und Sutil steckte und sich abseits der Kameras nach vorne arbeitete. Die letzte SC-Phase erwischte ihn und seinen Stopp schlecht, da er auf P8 zurückfiel. Doch mit weichen Reifen gelang ihm ein gutes Comeback und er fuhr noch auf P3 vor. Das war besonders wichtig, weil er durch den Ausfall von Vettel wichtige Punkte aufholen konnte.

Kimi Räikkönen – Hatte ein gutes Rennen, lag auf P2, aber sein Team beging einen taktischen Fehler, als man ihn in der letzten SC-Phase draußen ließ. Der Finne wäre lieber reingekommen und bemerkte dies auch per Funk. Am Ende war er dann chancenlos und fiel auf P5 zurück. Wird Lotus nicht dabei geholfen haben, Räikkönen im Team zu halten.

Felippe Massa – Nach seinem Raketenstart (von P11 auf P5) platzte ihm dann auch ein Reifen und zerstörte sein Rennen. Im Gegensatz zu Webber und Hamilton gelang es ihm aber nicht, weit nach vorne zu fahren. P6 ist dennoch ein akzeptables Ergebnis.

Adrian Sutil – Der Deutsche lag lange auf P3 und hielt die Weltspitze relativ leicht hinter sich. Force India machte den gleichen Fehler wie Lotus und ließ Sutil draußen. Mit den alten harten Reifen hatte er am Ende keine Chance. P7 ist daher fast eine Enttäuschung für das Team.

Daniel Ricciardo – Der Australier stellte den Toro Rosso in der Quali auf P6 und rutschte nach der Disqualifikation von der di Resta auf P5 vor. Am Start hielt er sich zurück, fiel etwas zurück und lieferte sich schöne, saubere Zweikämpfe mit Alonso, Massa und Grosjean. Dürfte sich für das Cockpit bei Red Bull empfohlen haben.

Paul di Resta – Startete von P21 und kam doch auf P9 in die Punkte. Auch er profitierte massiv von den Unterbrechungen. Nebenbei lieferte er sich ein klasse Duell mit Lewis Hamilton.

Nico Hülkenberg – Holte für Sauber einen wichtigen Punkt. Beim Team sieht es gerade nicht gut aus. Monisha Kaltenborn bestätigte in der Schweizer Boulevardzeitung “Blick”, dass das Team finanzielle Probleme habe. Die Situation ist so schlimm, dass man den lahmen C32 nicht weiterentwickeln kann. Kaltenborn sagte zwar, dass man die Saison zu Ende fahren will, aber das muss man auch. Steigt man aus, muss man das TV-Geld der FOM zurückzahlen. Es gibt Berichte, dass Sauber im Moment mit einem russischen Sponsor im Gespräch ist. Die Rede ist von “Gazprom”. Man hatte wohl schon damit gerechnet, dass es zu einem Abschluss kommen würde, aber die Russen zieren sich wohl etwas. Mehr als “Aber wir sind auf gutem Weg” kann die Sauber-Chefin nicht verkünden.

McLaren – Das Team kann froh sein, dass sich die Aufmerksamkeit auf Pirelli konzentriert. Am Ende reichte es für Button nur für P13. Besser nicht lange drüber nachdenken.

Die Reifenprobleme überschatten ein wenig eine andere Erkenntnis des Rennens: Mercedes ist an Red Bull dran oder gar auf Augenhöhe. Viel Unterschied gibt es zwischen beiden Teams nicht mehr. In der Quali ist der Mercedes schneller, im Rennen hängt es davon ab, wer auf P1 liegen kann. Zwar hat Red Bull in Kanada das Rennen noch nach Belieben dominiert, aber eine solche “Stopp & Go” Strecke folgt nur noch mit Monza. Rosberg hat in Monaco gewonnen, also könnte dem Mercedes auch Ungarn liegen. Spa, Suzuka, Korea, Abu Dhabi, und Austin sollten dem Mercedes ebenfalls liegen. In Indien und Sao Paulo könnte es zu heiß sein.

In der Team-WM hat Mercedes P2 erobert und liegt 48 Punkte hinter Red Bull. In der Fahrer-WM sieht es so aus:

Vettel 132
Alonso 111
Räikkönen 98
Hamilton 89
Webber 87
Rosberg 82

In der Fahrer-WM scheint der Abstand von Rosberg und Hamilton schon etwas groß, aber unmöglich ist es nicht, dass beide noch in den Kampf um die Weltmeisterschaft eingreifen können.

Das nächste Rennen findet schon in einer Woche auf dem Nürburgring statt.

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August 08 2012

14:59

VLN: Analyse 6H ADAC Ruhr Pokal

Beim Saisonhöheunkt über 6 Stunden konnte sich ein Mercedes vor 2 Audis durchsetzen, während vor allem ein Team mal wieder einen Tiefschlag einstecken musste.

Das die SLS auf der Nordschleife recht flott unterwegs sind, ist seit letztem Jahr kein Geheimnis mehr, allerdings war die Art und Weise, wie man den Sieg beim Höhepunkt der VLN Saison einfahren ist, doch bemerkenswert. So konnte Thomas Jäger, welcher Alexander Roloff und Jan Seyfarth unterstützte, gleich am Samstag mit einer 8:07 ein Ausrufezeichen setzen und die Pole für das Rennen herausfahren. Am Start konnte man dann auch seine Position behaupten und sich den Angriffen der 3 Audis und des Nadelstreifen GT3R erwehren. Wer nun aber glaubt, dass das Trio Roloff, Jäger und Seyfarth einen ungefährdeten Start-Ziel Sieg einfuhr, der hat Unrecht, denn obwohl man die Führung nur kurz hergab, war es ein enges Rennen, welches keine Fehler verzieh und man auch das nötige Quäntchen Glück auf der Seite haben musste. So entstand der Vorsprung von 55 Sekunden nicht durch ein paar schnelle Runden, in der man mal eben schneller als der Raeder Audi, welcher den 2. Platz belegte, sondern dadurch, dass man Sekunde um Sekunde erkämpfte.

Dies war aber alles andere als leicht, denn auf jenem Audi fuhren mit Frank Biela, Thomas Mutsch und Christian Hohenadel 3 absolute Könner ihres Fach und das der Audi alles andere als langsam ist, hat man schon oft erleben müssen. Um so höher ist daher die Leistung des Teams anzurechnen, dass man diesen Raeder R8 mit gut 1 Minute in Schach halten konnte und auch den 2. R8 von Phoenix Racing mit Luca Ludwig, Christopher Haase und Christer Jöns auf den 3. Platz verweisen konnte. Einen großen Anteil daran hatte auch Alexander Roloff, welcher erneut durch sehr schnelle Rundenzeiten auf sich aufmerksam machte und den Werksfahrern in nichts mehr nachsteht. Im Gegenteil, denn 2 Läufe zuvor konnte er sogar Marc Lieb 2 Runden lang hinter sich halten und den Sieg sichern. Allerdings brauchte man etwas Glück bzw. konnte man Pech zum Beispiel in Form von Reifenschäden gar nicht gebrauchen und hätten jeder Zeit den Triumph zerstören können.

So erwischte es den schnellsten R8 mit Basseng, Rast und Stippler gleich in den ersten Runden, wodurch das Trio in die Box kommen musste und das Rennen erst mit knapp 1 Runde Rückstand wieder aufnehmen konnte. Mit den schnellsten Rundenzeiten und einer 8:11 als absolut schnellster Runde zeigte man dann, dass es sicher ein heiser Kampf mit dem SLS geworden wäre. Aber da es wieder einige Unfälle und Zwischenfälle ohne Einschläge, wie Berührungen und Rempeleien gab, gab es wieder jede Menge Kaltverformungen und somit viele kleine Carbonteile, welche auf der Strecke lagen und für einige Reifenschäden sorgten. So erwischte es Frikadelli Racing GT3 R gleich 2 mal, oder auch der Nadelstreifen GT3 R welche somit viel Zeit verloren haben.

Gerade Manthey hatte ein Wochenende zum vergessen: So begann alles mit einer tollen Nachricht, wonach Timo Bernhard sein Comeback geben würde und in den ersten Runden nachdem Stopp, als Dumas das Steuer an ihm übergab, merkte man ihm seine lange Pause kaum an. Allerdings fand sich das Auto dann gegen Ende des 10. Umlaufes nicht mehr auf dem Zeitentabelle. Der Grund war ein Motorschaden und somit das Aus für das Auto. Zum Glück erwischte es das Auto nicht so schlimm wie das Schwesterfahrzeug aus der SP7: Nachdem der Eigenau GT3 Porsche, auf Basis eines 911 Cups mit breiterem Bodykit und 4l Motor bereits beim 24H Rennen nach ein paar Runden ausschied und beim 5. Lauf einen Totalschaden erlitt, als man in dem heftigen Unfall in der Fuchsröhre bei Tempo 250 involviert war, beschloss man einen 2012er RSR zu ordern, welcher laut Listenpreis fast 600.000€ inkl. MwSt. kostet.

Um diesen neuen RSR auf die Nordschleife abzustimmen, führte man vor dem Wochenende Test und Abstimmungsarbeiten auf der Nordschleife mit Romain Dumas am Steuer durch und da geschah das unglaubliche: Der Wagen fing Feuer und brannte vollständig aus. Dumas konnte sich zwar noch aus dem Auto befreien, wodurch ihm nichts passierte, aber nach dem Eigenbau GT3, ist dies nach nur einem Renneinsatz der 2. Totalschaden für Georg Weiß und Olaf Manthey. Hoffentlich ist der Wagen gut versichert bzw. Porsche zeigt sich kulant, denn gute 900.000€ Schaden innerhalb von nicht mal 2 Rennen ist auch für Georg Weiß alles andere als ein Pappenstiel. Es wäre schade, wenn der Auftritt beim 6. Lauf der einzige mit einem 2012er RSR gewesen wäre, denn ist er doch ne willkommene Abwechslung unter den ganzen 911 Cup Porsche und umgebauten Cups aus der SP7, welche oft auf das GT3 R Bodykit setzen.

Um noch mal auf den Sieger in Form des SLS zurück zu kommen: Oft wird ja viel über die BoP bzw. die damit verbundene Einstufungen geredet und (wie ich es hier betreibe) geschrieben. Allerdings dürfte die starke Performance des SLS hier nicht aufgrund der Einstufung zustande kommen, denn der Audi mit Marc Basseng war sogar nen Ticken schneller, sondern an der sehr guten Mannschaft von Rowe und den Dunlops, welche mittlerweile bei allen Wetterlagen sehr gut funktionieren. So waren bis Ende letzten Jahres die Dunlops ja bei Leibe nicht schlecht, aber wenn es kühler wurde, hatten die Teams und Fahrer, insbesondere die BMW oft Probleme die Reifen auf die Temperatur zu bekommen, wo sie ihren maximalen Grip aufbauen. Dunlop und auch BMW hat sich diesem Problem angenommen und hat so nun für den Z4 nicht nur sehr gute Regenreifen, sondern auch sehr gute Slicks welche überall gut funktionieren. Auch scheinen sie recht robust zu sein, denn im Vergleich zur Konkurrenz hat man hier recht wenige Reifenschäden. Von dieser Arbeit profitiert natürlich dann auch ein Team wie Rowe, wenn also der Wissentransfer im Hause Dunlop stattfindet, denn obwohl die Autos verschieden sind, haben sie gewisse Gemeinsamkeiten. So haben beide den Motor vor dem Fahrer und relativ weit in der Mitte des Autos platziert, sie verfügen über viel Abtrieb und zumindest in der VLN über ein ähnliches Gewicht (1300 vs. 1340kg).

Der einzige Z4 GT3, welcher von Schuberth Motorsport eingesetzt wurde, konnte sich leider nicht platzieren, denn nach 24 Umläufen musste das Team um Claudia Hürtgen das Rennen aufgeben. Das Auto, war aber nicht nur in Sachen Motorensound wieder ein Ohrenschmaus, denn diesmal gabs auch was fürs Auge: Schuberth hat den Z4 zum einen als Homage an den BMW M1, zum anderen aber auch vor dem Hintergrund der finanziellen Situation mit einer „Sag ja zum Ring“ Beklebung foliert.
Ihr Debüt auf der Nordschleife gaben Klaus Bachler und Michael Christensen in einem 911 GT3 von Manthey. Sie teilten sich das Steuer mit Frank Kräling und Marco Schelp und erreichten dabei den 2. Platz in der Klasse SP7. Den Sieg konnte sich erneut Kremer Racing mit gut 3 Minuten Vorsprung sichern, obwohl beide auf Anhieb mit recht flott Zeiten zu überzeugen wussten. Zur Spitze fehlten aber trotzdem fast 7 Sekunden, denn der schnellste Umlauf des Kremer Porsche brachte eine 8:29 als Ergebnis hervor.

Im Kampf um die Meisterschaft scheint eine kleine Vorentscheidung gefallen zu sein, denn das Team von TKS, also Elmar Jurek und Jannik Olivo hat die Klasse Cup3 mit 2 Runden Vorsprung gewonnen und hat nun unter Berücksichtigung eines Streichresultates 57,71 Punkte, was bei 6 Läufen einen Schnitt von exakt 9,618333333333 Punkten entspricht. Sollten die beiden aus den verbleibenden 3 Rennen noch 2 ähnliche Ergbnisse wie bisher einfahren, so wird kaum ein Team oder Fahrer in der Lage sein die beiden abzufangen, denn dafür haben die anderen momentan nicht genügend Punkte bzw. schon teilweiße 3 Streichergenisse eingefahren, wobei nur 2 rausfallen, was gleichbedeutend mit dem Aus im Kampf um die Meisterschaft ist, denn dafür haben Olivo/Jurek bisher zu viele Punkte gesammelt. Mehr dazu gibts aber in der nächsten Vorschau, wenn man 25.08 der 8. Lauf über 4 Stunden stattfindet. Den kompletten Stand in der Meisterschaft gibts hier

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2012, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen

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August 03 2012

15:12

VLN: Vorschau 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen

Am Samstag statet mit dem 6H Rennen der 7. Lauf zur VLN und der Höhepunkt der Saison, welcher die heiße Phase im Kampf um die Meisterschaft einläutet. Dazu gibt Timo Bernhard sein Comeback.

Es war im März dieses Jahres, als Audi in Sebring die beiden neuen R18 getestet hat. Dabei erlitt der Wagen von Timo Bernhard eingangs der schnellen letzten Kurve mit dem Namen Sunset-Bend einen technischen Defekt und Timo verlor die Kontrolle über den Wagen, was einen heftigen Einschlag in die Begrenzungsmauer zur Folge hatte. Die Folgen sind bekannt: mehrere Verletzungen, unter anderem an der Halswirbelsäule und eine Auszeit, die bis jetzt dauerte, waren die Folge. Nach dem sich Timo Anfang Juli vollständig von den Folgen erholt hatte, konnte er mit dem spezifischen Training beginnen, so dass er nun sein lang erwartetes Comeback in einem Rennwagen geben kann. Sein Comeback wird er an der Seite seines langjährigen Teamkollegen, von Penkse, Audi und Manthey geben, nämlich Romain Dumas und Joch Krumbach auf dem Nadelstreifen Porsche von Manthey.

Ein leichtes Unterfangen hat er sich dabei nicht ausgesucht, denn die Konkurrenz ist hart, die Strecke berüchtigt und über 6 Stunden kann viel passieren, zumal wohl wechselhafte Bedingungen vorausgesagt wurden und was wechselhaft in der Eifel bedeutet, dürfte bekannt sein.
Ein Auto, welches bei solchen Verhältnissen in Profihänden schon immer sehr gut war und dies bei den 24H von Spa auch wieder eindrucksvoll unter Beweiß gestellt hat, ist der R8 lms. Hatte man bei trockenen Bedingungen nicht ganz das Tempo der Z4 mitgehen können, so war man im Regen und bei abtrocknenden Verhältnissen quasi unschlagbar. Dazu hat man den Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduzieren können, was in Verbindung mit dem 120 Liter Tank dafür sorgen könnte, dass man bei nassen Bedingungen Stints von 10 Runden fahren könnte. Bei den 24H schaffte man dies 1 mal und da die Variante der VLN gut 1 km kürzer ist sollte das also für 10er Stints reichen – wenn es regnet. Dazu haben Marc Basseng und Frank Stippler beim letzten Lauf einen neuen Rundenrekord über 29 Runden aufgestellt, was sie natürlich dann zu den Topfavoriten für Samstag macht.

Unterstützung erhalten sie hierbei von Christopher Haase. Im 2. Phoenix R8 lms mit der #5 starten dann Luca Ludwig und Rene Rast, während die gewohnte Besatzung rund um Frank Biela im Raeder R8 die Audis komplettiert. Am meisten Konkurrenz sollten sie dabei – neben dem Manthey GT3 R vom Rowe-SLS erhalten, welcher vor 2 Läufen knapp an einem Sieg vorbeigeschrammt ist und beim letzten Lauf trotz Reifenschaden auf den 3. Platz mit ebenfalls 29 Runden nach vorne gefahren. Hierbei erhalten Jan Seyfarth und Alexander Roloff Unterstützung von Mercedes-Fahrer Thomas Jäger. Für Überraschungen könnten die beiden McLaren von Dörr und Gemballa Racing, letztere erhalten nun nach der Auflösung des Vertrages mit Zaakspeed nun Unterstützung von Frikadelli Racing. Bei Gemballa werden Pedro Lamy und Tom Coronel Stammfahrer Sascha Bert unter die Arme greifen, während bei Dörr Motorsport, welche zuletzt erstmalig Führungskilometer sammeln konnten, wieder Arno Klasen, Kai Riemer, Henri Moser und Rudi Adams als Fahrer parat stehen.

Vor allem in der Anfangsphase sollte man hier durchaus für Furore sorgen können, denn mittlerweile wurde das Auto entsprechend weiterentwickelt bzw. hat nun auch McLaren dafür gesorgt, dass das Auto nun in den meisten Gt3 Serien und Strecken mit der Spitze mithalten kann. Dazu konnte man nun die weicheren Federn und Dämpfer sowie mehr Federweg verbauen, was vor allem auf der Nordschleife immens wichtig ist, denn nichts in schlimmer als ein Auto, welches auf den Wellen und Sprüngen permanent aufsetzt und durchschlägt oder unruhig auf der Hinterachse liegt. Ob das aber für das komplette Rennen reicht, wird man abwarten müssen, denn ein Wunder an Zuverlässigkeit war und ist der Wagen bei Leibe nicht und so sind Ausfälle technischer Natur immer noch eher die Regel als die Ausnahme.

Ausfälle und insbesondere Ausfälle technischer Natur, sollten bei den Piloten und Teams, welche noch Chancen auf den Sieg der Meisterschaft haben, denn kaum ein Team hat bislang kein Streichresultat verbuchen müssen. Die jenigen, welche vielleicht noch kein Streichresultat zu Buche stehen haben, wären Norbert Bermes und Marcel Belka von Mathol Racing, welche im 3. Lauf 8,75 Punkte erreichten. Sollten es aber Teams und Piloten, welche in Klassen mit hohen Starterzahlen starten, wie der V6 oder Cup3 allerdings Piloten mit 8 sehr hohen Ergebnissen in die Wertung schaffen, wird man bei Mathol dieses Ergebnis aber als Streichresultat werten müssen, denn bei 15-20 Starter in den entsprechenden Klassen kann man als Sieger oder 2. doch nen Tick mehr Punkte hinter dem Komma holen als in der SP10.

Nach dem 6 Stunden Rennen wird man dann aber wohl mehr erkennen können, denn denn dürften wohl einige Teams mit 2 oder gar 3 schlechten Ergebnissen aus dem Kampf um die Meisterschaft rutschen. Zu sehen gibt’s das alles ab 12.00 Uhr, wenn dann die 3 Gruppen auf die Reise über 6 hoffentlich 6 Stunden gehen und alles ohne Unfälle oder Rote Flaggen bleibt.

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September 28 2011

14:33

VLN: Analyse 8. Saisonlauf + Kampf um die Meisterschaft

Der 8. Lauf zur VLN am Samstag war sicherlich der bisher schnellste Lauf in dieser Saison, was zum einen am sehr schönen Wetter lag, zum anderen aber auch, dass diesmal vergleichsweiße wenig Unfälle passiert sind.

Als Lucas Luhr am um kurz nach 16.00 Uhr die Ziellinie überquerte, standen 28 Runden bzw. ein Schnitt von fast 170 km/h fest, während die schnellste Rennrunde von Rene Rast im Haribo Porsche mit fast 178 km/h absolviert wurde. Neben den perfekten äußeren Bedingungen, trug aber sicher auch der Kampf an der Spitze dazu bei, dass sich dieser Lauf zu einem sehr schnellen entwickelte. So konnte sich der Phoenix Audi mit Frank Stippler die Pole ergattern und diese auch in die Kurve mitnehmen, allerdings war an einen Alleingang an der Spitze gar nicht zu denken, denn da hatte vor allem ein wohl kurzfristig verpflichteter Debütant auf dem Haribo Porsche etwas dagegen, welcher Tags zuvor noch die Freien Training der F1 kommentierte: Rene Rast fuhr zum ersten mal in einem Rennen einen GT3 R auf der Nordschleife und wie!


So konnte er sich bereits auf der ersten Runde auf Platz 2, vor seinem Teamkollegen Lucas Luhr schieben und dachte nicht im Traum daran nun auf ankommen zu fahren. Nein, eingangs Mercedes Arena holte er sich Frank Stippler im Audi und führte nun das Trio an, welches wie entfesselt um den Kurs jagte – permanente Rundenzeiten zwischen 8:13 und 8:20 waren die Folge, und Rene Rast hat dabei dann im 3. Umlauf auch noch die schnellste Runde des Tages in den Asphalt gebrannt: 8:13 ist bei seinem ersten Rennen auf diesem Wagen schon eine Hausnummer! Bis zum 6. Umlauf flogen die 3 Spitzenreiter Stoßstange an Stoßstange über den Kurs, bis Rene Rast etwas früher an die Box kam um nachzutanken.

So übernahm Frank Stippler knapp vor Lucas Luhr die Führung, jedoch hielt diese 2 Runden lang, als dann beide Wagen zu ihren 1. geplanten Stopps an die Box mussten. Hierbei übernahmen Arno Klasen(Manthey) bzw. Christopher Haase (Phoenix R8) die Wagen. Leider konnten an dieser Hatz 2 Wagen nicht teilnehmen, welche sicher aus dem Drei einen Fünfkampf hätten manch können. Zum einen konnte der Mamerow SLS nicht starten, weil man im Training einen stärkeren Unfall hatte und das Auto dadurch zu stark beschädigt war. Selbiges galt auch für den 2. R8 von Phoenix, mit Marc Basseng und Christopher Mies am Steuer. So konnte man im Audi nicht auf die Einführungsrunde gehen und startete daher aus der Box und man durfte eine Aufholjagd des Duos hoffen, welche dann aber nicht passieren sollte.

Nach 9 Runden kam das freiwillige Aus des Wagens, denn die Beschädigungen waren doch stärker und es drohte die Benzinleitung zu reisen, was einen Totalbrand des Wagens zur Folge haben hätte können. So entschied man sich daher aus Sicherheitsgründen den Wagen zurückzuziehen und nichts zu riskieren.
Dadurch dass Rene Rast etwas früher an die Box gekommen ist, musste er auch nicht so viel tanken , was weniger Standzeit bedeutete und er somit mit gut 30 Sekunden Vorsprung wieder die Führung übernehmen konnte und diese bis zur 13. Runde sukszessive auf knapp über 40 Sekunden ausbauen, bevor dann Hans Guido Riegel das Steuer übernahm und somit klar war, dass man diese Tempo nicht halten wird können.

In der Cup3 führte derweil des mir leider nicht bekannten Fahrers mit dem Pseudonym „Rennsemmel“ vor Karl Brinker, welcher die 4 Stunden alleine (!) durchfuhr und dem Duo Elmar Jurek und Jannik Olivo. In der V5, führte derweil das Black Falcon Junior Trio. Das lag zum einen, dass sie konstant die schnellsten Zeiten fuhren, zum anderen auch, dass Mario Merten und Wolf Sylvester nach ihrem Wechsel aus der SP3 zur V5 hier nicht am Start waren. Man hat sich bei den Titelverteidigern entschieden einen BMW 325i in der Klasse darunter, nämlich der V4 einzusetzen um somit Lars Heisel und Markus Schmickler die Punkte streitig zu machen. Diese konnten anfangs auch schneller fahren und führten zu diesem Zeitpunkt die Klasse vor Landgraf und Fübrich an, während Bonk Motorsport auf Platz 3 rangierte, aber immer näher ran kommen konnte. In der SP3T führten derweil auch die Favoriten, nämlich der VW Scirocco mit Emin Akata, Maik Rosenberg und Kristian Krognes, welche auch das schnellste Auto hatten und fast 15 Sekunden pro Runde schneller waren als die Konkurrenten. Somit konnten sie ihre Klasse gewinnen, ebenso wie Black Falcon in der V5. Eine Überaschung gab es allerdings in der SP10/GT4. Dort fiel das klar favorisierte Auto von Mathol Racing mit Wolfgang Weber, Norbert Bermes und Nilsson Rickard nach 9 Umläufen aus, und somit den Weg für Henry Walkenhorst und Rainer Kathan im BMW frei machte.

An der Spitze des Feldes entwickelte sich nun ein Zweikampf, bei welchem Christopher Haase den Vorsprung auf Arno Klasen bzw. dann auf Lucas Luhr stetig auf fast 40 Sekunden ausbauen konnte, denn der R8 LMS war an diesem Tag den Manthey Porsche vom Speed auf jeden Fall ebenbürtig und Haase fuhr richtig stark, denn es ist schon beachtlich, den Vorsprung ausbauen zu können, wenn der Gegner in Form von Arno Klasen Zeiten von bis zu 8:20 fahren konnte und es schien, als hätte der Audi leichte Vorteile, denn nachdem man 2 Runden vor dem Porsche zum Splash and Dash gekommen ist, hat man nur gute 30 Sekunden Rückstand auf den Porsche und dieser kamm dann auch kurz vor Schluss rein und bei einem Zeitverlust von 50-60 Sekunden wäre der R8 in Führung gewessen. Hätte daher, da es Phoenix bzw. Frank Stippler mal wieder schaffte sich selbst ein Bein zu stellen.

Als nämlich der Porsche aus der Box auf die Strecke fuhr, war er nämlich immer noch in Front, da der Audi unterwegs einen Einschlag bzw. eine Feindberührung hatte und auf der linken Seite stärker onduliert war. Dies schlug sich auch in den Zeiten nieder, denn so fuhr man auf einmal 1-2 Minuten pro Runde langsamer als vorher. Bei noch gut 2 Runden, die zu fahren waren, schaffte man es aber noch am Ende mit gut 2:30 min Rückstand auf Lucas Luhr auf Platz 2 ins Ziel zu kommen, während Mike Stursberg, welcher das Steuer dann von Hans Guido Riegel übernahm mit gut 5 Minuten Rückstand ins Ziel rollte. 1 Min dahinter fand sich dann auch der Porsche mit Sabine Schmitz ein, während Pinta Racing endlich mal das Ziel sah und dabei gleich Platz 5 belegen konnte, nachdem man schon so oft in der Saison ausgeschieden war.

Somit konnte Arno Klasen seinen 25. Gesamtsieg feiern und zog damit an Edgar Dören vorbei und befindet sich nun auf Platz 4, der ewigen Bestenliste, welche von Jürgen Alzen, Olaf Manthey und dem ehemaligen Teamkollegen von Olaf Manthey, Ullrich Richter (welcher leider vor gut 10 Jahren beim 6H Rennen tödlich verunglückte) mit je 28 Siegen angeführt wird.

Nachdem in der V5 und in der SP3T die Entscheidungen recht klar und schnell ausgingen, ging es in den Klassen Cup3 und V4 hoch her. In der V4 konnte sich gegen Ende das Duo der Titelverteidiger an den BMW von Heisel und Schmickler ranpirschen und schluss endlich sogar überholen, nachdem die Runden vorher ein beinharter Zweikampf vorausgegangen war. Am Ende waren es gerade einmal 10 Sekunden, die Mario Merten und Wolf Sylvester Vorsprung hatten. Ähnlich knapp ging es in der Cup3 zu. Nachdem Peter Jürgen und sein Kollege „Rennsemmel“ das Tempo nicht ganz halten konnten, wurden sie von Elmar Jurek und Jannik Oliva kassiert, welche sich aber knapp mit 40 Sekunden Rückstand auf Platz 2 zufrieden geben mussten, denn Karl Brinker, führ Mintgen Motorsport fahrend tat wirklich fabelhaftes:

Als einziger Pilot, sas er die kompletten 4 Stunden ohne Pause am Steuer und gewann die Klasse vor den 2 Titelanwärtern, welche aber dennoch aufgrund der Klassenstärke ordentlich punkten konnten. Die SP5, also die Spevials bis 3L Hubraum konnten aber ebenfalls von einem Mitstreiter um die Meisterschaft gewonnen werden, nämlich von Thomas Kappeler, Thomas Gerling und Harald Hennes, welche dann auch die Tabelle nach Addition bisherigen 8 Ergebnisse anführen, was dann wie folgt aussieht:

Pos. Fahrer |Gesamt |1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 1. Thomas Gerling, Thomas Kappeler, Harald Gerling |70,95 |9,29 |9,44 |8,50 |8,13 |9,00 |9,17 |8,13 |9,29 4. Mario Merten, Wolf Sylvester |70,37 |7,50 |9,06 |8,33 |9,64 |9,38 |8,21 |8,75 |9,50 6. Carsten Knechtges, Manuel Metger, Tim Scheerbarth |66,77 |9,62 |9,69 |9,67 |8,93 |0,00 |9,64 |9,58 |9,64 9. Lars Heisel, Markus Schmickler |65,58 |0,00 |9,55 |9,44 |9,58 |9,44 |9,55 |9,62 |8,50 11. Dominik Brinkmann, Stephan Epp |64,20 |0,00 |9,42 |9,32 |9,35 |9,76 |9,38 |8,70 |8,27 19. Wolfgang Weber, Norbert Bermes, Nilsson Rickard |62,13 |9,29 |9,29 |9,00 |9,38 |7,00 |9,00 |9,17 |0,00 24. Elmar Jurek, Jannik Olivo |57,86 |0,00 |9,81 |9,77 |9,78 |9,29 |9,79 |0,00 |9,42 26. Maik Rosenberg |57,71 |9,69 |9,77 |0,00 |9,17 |9,67 |9,69 |0,00 |9,72 27. Christian Krognes |56,63 |9,06 |9,32 |0,00 |9,17 |9,67 |9,69 |0,00 |9,72


Das sind natürlich nicht alle Fahrer, ich habe hier diejenigen herausgepickt, welche noch reelle Chancen auf die Meisterschaft haben. Allerdings ist die Tabelle in dieser Form noch nicht sehr aussagekräftig, daher habe ich das bisher schwächste Ergebnis rot markiert, und nun eine Tabelle erstellt, in der 1 von 2 Streichergebnissen berücksichtig ist, sowie eine Tabelle mit 2 Streichergebnissen und die jeweils die zugehörigen Schnitte, welche man dann mit dem Schnitt von Mario Merten und Wolf Sylvester, welcher 9,6 Punkte war aus dem letzten Jahr vergleichen kann:

Pos. Fahrer Punkte mit 1. Streichergebnis Schnitt 1. Carsten Knechtges, Manuel Metger, Tim Scheerbarth 66,77 9,54 4. Lars Heisel, Markus Schmickler 65,68 9,38 6. Dominik Brinkmann, Stephan Epp 64,20 9,17 8. Mario Merten, Wolf Sylvester 62,87 8,98 10. Thomas Kappeler, Harald Hennes, Thomas Gerling 62,82 8,95 13. Norbert Bermes, Wolfgang Weber, Nilsson Rickard 62,13 8,88 16. Elmar Jurek, Jannik Olivo 57,86 8,27 18. Maik Rosenberg 57,71 8,24 19. Christian Krognes 56,63 8,09


Hier ergibts sich schon ein etwas anderes Bild als vorhin und zeigt auf, wie kompliziert die Situation in der Meisterschaft ist und es daher wohl bis zum letzten Umlauf des letzten Rennens spannend bleiben wird, denn hier haben das Trio von Black Falcon, bzw das Duo aus der V4, nämlich Lars Heisel und Markus Schmickler die Besten Karten, wenn sie ihren Punkteschnitt halten können.
Dafür sind noch mind. ein 1. und 2. Platz in der V4, bzw. 2 1. Plätze in der V5 für das Black Falcon Trio her müssen. Gar nicht so gut sieht es dagegen für Mario Merten und Wolf Sylvester aus, denen hier zusätzlich zu den 7,50 Punkten aus dem 1. Lauf auch noch die Ergebnisse aus den Läufen 3 und 6 zu schaffen machen, weil hier die Mitkonkurrenten fast 1,5 Punkte mehr holen konnten. Probleme anderer Art, hat dahingegen das Trio von Mathol Racing im Kampf um die Meisterschaft: Aufgrund der niedrigen Starterzahlen kommt man selbst bei Siegen kaum über 9,29 Punkte hinaus, wohingegen andere Teams bis 9,81 Punkte gut machen können.

Allerdings sollte man hier bedenken, dass bei Maik Rosenberg, Christian Krognes sowie Elmar Jurek und Jannik Olivo noch ein 2. Salto Nullo in den Ergebnissen steht und dementsprechend den Schnitt nach unten zieht. Allerdings können diese Herren den Titel noch aus eigener Kraft holen, denn sollten diese Fahrer aber ihren Schnitt aus den besten 6 Rennen (also 2 Streichergebnisse eingerechnet) halten können, indem sie jeweils in den letzten Läufen 2 mal ihre Klasse gewinnen, dann wären sie kaum einzuholen, denn hier würden Jurrek/Olivo auf 9,64 Punkte im Schnitt kommen, während Maik Rosenberg auf 9,62 und Christian Krognes auf 9,44 kommt, was insbesondere für den Fall, dass Jurek/Olivo 2 mal die Klasse gewinnen würden dafür sorgen würde, dass das Black Falcon Trio in arge Nöte kommt.

Denn gesetzt diesen Fall, dass die beiden aus der Cup Klasse oder Maik Rosenberg ihre Schnitt halten, müssten die 3 in jedem Rennen 9,64 Punkte holen, was einen Patt mit jeweils 77,12 Punkten ergeben würde. Somit können sogar die Anzahl der Starter in der eigenen Klasse das Zünglein an der Wagge sein, welche dafür sorgen können, ob man das benötigte eine halbe Zehntel nach dem Komma noch bekommt oder nicht.

Christian Krognes dürfte mit seinen 9,44 aber eher kaum Chancen haben, zumal er oft auch mit Maik Rosenberg auf einem Auto sitzt, was bedeutet, dass sie die gleichen Punkte jeweils erhalten. Die nächste Chance dafür wäre am 15. Oktober, wenn der vorletzte Lauf über die Bühne geht.

Ich hoffe ich konnte die Situation im Kampf um die Meisterschaft etwas erklären bzw. verständlich machen. Wenn mir das nicht gelungen ist, bitte ich um Hinweiße in den Kommentaren.

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July 27 2011

15:23

Formel Eins: James Allen Strategiereport – Nürburgring

Beim Rennen zum Grossen Preis auf dem Nürburgring konnte man drei Fahrer in drei verschiedenen Wagen sehen, die fast gleichschnell waren.

Wie der Sieger Lewis Hamilton festgestellt hat, ging es vor allem darum, perfekt zu sein und keine Fehler zu machen. Das galt für die Strategen ebenso, wie für die Boxenmannschaft und die Fahrer. Am Ende basierte der Sieg auf einer außergewöhnlichen Fahrerleistung und einer gut ausbalancierten Strategie. Aber weiter hinten im Feld konnte man einige unterschiedliche Strategien sehen, die das Rennergebnis bestimmten. Vor allem bei Adrian Sutil, der als sechster vor den deutlich schnelleren Mercedes ins Ziel kam.

Die wichtigste Frage für die Strategie in Deutschland war, wie sich die Performce der langsamen Medium Reifen entwicklen würde. Wenn die Differenz zwischen dem “Soft” und dem “Medium” Reifen bei rund 1.5 Sekunden lag, dann waren 2 Stopps angesagt. Wäre die Differenz größer, dann wären drei Stopps die richtige Wahl, wobei der letzte Stint auf den “Medium” Reifen sehr kurz sein würde.

Am Freitag stellte sich raus, dass die Langlebigkeit der Reifen besser war, als erwartet. Also sah die 2-Stopp-Strategie nach einer guten Option aus. Aber der heftige Regen am Samstagabend reinigte die Strecke, und das brachte einige Leute auf die Idee einer 3-Stopp-Strategie, weil man dachte, dass der Kurs wieder sehr “grün” war.

In den Zeiten von Bridgestone hätte dieser Umstand zum bekannten Graining geführt, aber in Deutschland passierte nicht bei den Pirelli-Reifen. Tatsächlich konnte man sehen, dass es weniger Grip gab und die Rundenzeiten langsamer waren, aber das führte auch dazu, dass die Pneus länger hielten und die “grüne” Strecke schadete ihnen nicht.

Der Dreikampf an der Spitze

Man sollte nicht vergessen, dass die selbst die 3-Stopper an der Spitze in Sachen Stintlänge eher ein 2-Stopp-Rennen fuhren. Webber absolvierte zum Beispiel 26 Runden auf seinem dritten Satz weicher Reifen. Man wollte die “Medium” Mischung vermeiden und stoppte so spät wie möglich. Zwei Fahrer gingen noch weiter: Vettel und Massa. Sie kamen erst in der letzten Runde an die Box.

Bei den Führenden gelang es Webber, der seine Pole am Start an Hamilton verloren hatte, bei seinem ersten Stopp in Runde 14 Hamilton per Undercut vom ersten Platz zu verdrängen. Webber lag vor seinem 0,5 Sek. hinter Hamilton, als er an die Box kam. Eine schneller Stopp von Red Bull und zwei sehr schnelle Out-Laps von Webber brachten wieder in Front. Er versuchte einen Vorsprung heraus zu fahren, aber Lewis war schneller in den Sektoren 1 und 3, also wusste Webber, dass es nicht sein Tag werden würde.

Weil er die Reifen zu Beginn des Stints sehr belastet hatte, war seine Pace am Ende des zweiten Stints nicht mehr gut. Er versuchte erneut den Undercut, aber das klappte nicht. Hamilton und Alonso hatten weiche Reifen, die Runden frischer waren, und konnten etwas zulegen, als Webber stoppte. Der Stopp des Australiers war 0,8 Sekunden langsamer als der erste Stop und am Ende war er nur noch auf Platz 3.

Hamilton und Alonso kamen zusammen zum ersten Stopp, aber bei Stopp Nummer 2 kam Hamilton eine Runde früher. Die In-Lap von Alonso war 0,7 Sekunden schneller, als die von Hamilton und seine Boxencrew war 0,4 Sekunden schneller. Interessant war, dass die Outlap von Hamilton auf frischen Reifen nicht schneller war, als die des Spaniers auf gebrauchten Reifen. Das zeigte, dass nicht immer der erste Stopper einen Vorteil haben muss.

Alonso kam nach seinem Stopp auf P1 auf die Strecke, aber der Ferrari bekommt die Reifen nur langsam auf Temperatur, so dass Hamilton den Konkurrenten in Turn 2 überholen konnte. Die Strategie von Ferrari stimmte auf dem Papier, funktioniere aber nicht in der Realität.

Webber hatte den Undercut beim ersten Stopp geschaff, aber ein früher Stopp half weder ihm noch Hamilton beim zweiten Boxenhalt. Das kann man teilweise damit erklären, dass das Gewicht des vollen Tanks im ersten Stint den Reifen schadet, dies aber beim zweiten Stopp nicht mehr der Fall ist und zudem die Pirelli Reifen relativ lang halten.

Als es um den letzten Stopp ging, bei dem man auf die Medium-Mischung wechseln musste, suchte man Hilfe und fand die in Form von Vitaly Petrov und Kamui Kobayashi. Maldonado hatte schon in Runde 35 auf die Medium gewechselt, aber seine Rundenzeiten waren zu wechselhaft. Als Petrov in Runde 46 an die Box kam und persönlich schnellste Sektorenzeiten hinlegt und Kobayahsi schneller als sein Teamkollege war, der noch auf der “Soft” Mischung unterwegs war, wurde es McLaren klar, dass man langsam auf die “Medium” Reifen wechseln sollte.

Webber war zu dem Zeitpunkt aus dem Rennen und lag mit 8 Sekunden Rückstand auf Platz 2 hinter Alonso. McLaren holte Hamilton in Runde 51 rein, aber Ferrari reagierte nicht. Man ließ Alonso zwei weitere Runden draussen, weil man über die eigene Pace auf den Mediums besorgt war. Der Speed von Hamilton war nach seinem letzten Stopp sofort gut, also hatte er den Rennsieg in der Tasche. Webber versuchte etwas länger draussen zu bleiben, aber er lag zu weit zurück und kam nicht mehr ran.

Sutil vs. Rosberg

Ein Highlight des Rennens war die Performance von Force India und Adrian Sutil. Ihm gelang ein perfektes Wochenende und am Ende kam er auf Platz 6, weit vor beiden Mercedes und dem Renault. Er hatte sich auf Platz 8 qualifiziert, 0,8 Sekunden hinter Rosberg. Ihn aus dieser Position zu schlagen, ist schon eine Leistung.

Das Duell Sutil gegen Rosberg war ein gutes Beispiel, wie zwei Boxenstopps besser funktionieren können, als drei. Force India war eines der Teams, bei dem die Simulationen zeigten, dass zwei Stopps besser als drei waren, weil man nicht im Verkehr stecken bleiben konnte und Fehler bei einem zuzsätzlichen Stopp wegfielen.

Sutil stoppte in den Runden 22 und 48, Rosberg kam in den Runden 14, 36 und 53 an die Box. Ihre Rundenzeiten waren im ersten Stint zunächst sehr ähnlich, aber danach hatte Sutil einen Vorteil. Der Mercedes geht mit den Reifen nicht so schonend um und Sutil fuhr eine Lücke von vier Sekunden zu und lag hinter Rosberg, als der zu seinem ersten Stopp kam. Der Mercedes ist, wie man in der Quali sehen konnte, der schnellere Wagen, aber gegen die Reifenabnutzung waren sie machtlos und dem Force India gelang es einen Vorsprung von 10 Sekunden heraus zu fahren.

Sutil überzeugte das gesamte Wochenende und es gelang ihm, die Medium Reifen in den Griff zu bekommen. Er konnte seine Pace auf der härteren Mischung halten und fuhr seine schnellste Rundenzeit neun Runden, nach dem er an der Box war. Anderen Teams fiel es schwerer, die Medium-Mischung in der kalten Umgebung auf Temperatur zu bekommen.

Die richtige Spritmenge

Die Regenwahrscheinlichkeit am Ring hatte einen großen Einfluss auf die Benzinstrategie im Rennen. Eine Menge Strategen füllten etwas weniger Sprit in den Wagen, weil man dachte, dass es regnen würde. Das führte dann wieder dazu, dass viele Fahrer gegen Ende des Rennens Benzin sparen müsste. Und das ist auch der Grund, warum Alonso am Ende um vier Sekunden zurück fiel und er nach der Zieldurchfahrt stehen blieb. Nachdem McLaren den gleichen Fehler bei Hamilton in Silverstone gemacht hatte, war die zumindst etwas klüger geworden.

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July 24 2011

20:15

Formel Eins: Analyse Deutschland GP 2011

Ein grandioses Rennen im ersten Teil, ein starker McLaren und ein schwächelnder Red Bull sorgten für einen der abwechslungsreichsten Grand Prix der Saison.

Man kann nicht sagen, dass man bei Red Bull nach dem Rennen lange Gesichter machte, denn Platz 3 und 4 ist wahrlich kein schlechtes Ergebnis. Aber leichte Sorgenfalten konnte man bei Christian Horner schon sehen. Zu deutlich waren die Probleme, die Red Bull im Rennen hatte, vor allem, was den Drop Off der Pirelli Reifen in den letzten Runden eines Stints angeht. Auffallend war auch mal wieder, der merkwürdige Unterschied zwischen der Quali-Performance und dem Speed im Rennen des RB7. Auch wenn der am Ring etwas kleiner ausfiel, als das sonst der Fall war und Vettel mal nicht auf Pole fahren konnte, scheint der RB7 in der Quali immer noch einen kleinen Vorteil zu haben. Aber wenn das dazu führt, dass Ferrari, McLaren und Red Bull auf Augenhöhe kämpfen können, dann sind das keine schlechten Aussichten für den Rest der Saison. Die Unterschiede zwischen den drei Top Teams sind im Rennen marginal, aber auf eine lange Distanz doch sichtbar. Drei unterschiedliche Konzepte und doch liegt man gleichauf.

Die erste Hälfte des Grand Prix am Nürburgring kann man nur mit dem Wort “Sensationell” beschreiben. Drei Topfahrer in drei verschiedenen Autos, die um die Spitze kämpfen – was will man mehr. Was Webber, Alonso und Hamilton da vorne zeigten, war Motorsport auf allerhöchsten Niveau. Einen solchen Dreikampf um die Spitze sieht man selten, dabei blieben alle Drei fair und ließen sich genügend Platz. Und man sah auch, dass zu diesem Zeitpunkt im Rennen die drei Fabrikate absolut gleich schnell waren, was auch dadurch schon klar wurde, dass alle drei Fahrer für einen Moment an der Spitze liegen konnten. Alonso ließ sich zeitweise etwas hinter Webber fallen, blieb aber immer in dessen Reichweite und schonte dabei etwas seine Reifen. Doch vor den Stopps gelang es ihm, die Lücke wieder zu zufahren. Das lag aber auch daran, dass Webber gegen Ende des ersten Stints und zweiten Stints offenbar Probleme mit den weichen Reifen hatte, die schnell abbauten.

Das mag dann auch erklären, warum er im zweiten Teil des Rennens, als er auf P3 lag, plötzlich bis zu 8 Sekunden zurückfiel. Wegen des drohenden Regens musste man den zweiten Stint länger fahren, da ein zusätzlicher Wechsel das Rennen zerstört hätte. Red Bull schickte Webber offenbar die Meldung, dass er es ruhiger angehen lassen muss, sollten seine Reifen etwas länger durchhalten, doch der Abstand wurde dann etwas zu groß.

Alonso und Ferrari planten wohl im letzten Drittel des Rennens etwas ähnliches. Der Ferrari gilt als reifenschonend, vor allem bei den kalten Asphalttemperaturen. Da Hamilton vorne irgendwann auf die härtere Medium-Mischung wechseln musste, und die im Training rund eine Sekunde langsamer als die “Soft” waren, rechnete man wohl so, dass man den McLaren mit schnellen Runden am Schluss auskontern konnte. Aber zwei Dinge passten dann für Alonso am Ende nicht: Zum einen waren seine Reifen auch nicht die Besten, zum anderen hatte sich soviel Gummi aufgebaut, dass die Medium-Mischung schneller Grip fand, als man dachte. Hamilton war schon nach einer Runde im ersten Sektor 0,5 Sekunden schneller, als Alonso.

Von Vettel war im Rennen nicht viel zu sehen. Er verlor, wie Webber, am Start eine Position und steckte in einer schlechten Ausgangslage. Zwar gelang es ihm auf P3 vorzufahren, aber Alonso schnappte sich den Deutschen dann doch wieder. Erstaunlicherweise kam er mit dem Red Bull am gesamten Wochenende nicht so gut zu recht, wie sonst. Webber schlug ihn in der Quali, im Rennen schien er mit der Abstimmung zu hadern. Ein selbst verschuldeter Dreher beendete dann seine Siegchancen endgültig und er konnte nur noch mit Massa um P4 kämpfen. Zwar hielt Massa den Weltmeister im Rennen auch auf, aber die 47 Sekunden Rückstand am Ende sind dann doch recht deutlich. Während des Rennens forderte ihn die Box, die hinteren Bremsen zu entlasten, was sicher kein Vorteil war, seine Rundenzeiten wurden aber auch dann nicht besser, als sich das Bremsproblem mysteriöserweise wieder verabschiedete. Kein gutes Wochenende von Vettel, aber in Sachen WM-Vorsprung hat er nicht viel verloren.

Bei Mercedes konnte man mal wieder sehen, wo das Team steht. Gegen Ferrari hat man keine Chance, McLaren ist auch weit weg. Wäre Sutil nicht so ein grandioses Rennen gefahren, hätte man mal wieder die Positionen P6 und P7 eingenommen, was dem Leistungsstand auch entspricht. In der Quali hat den Abstand nach vorne etwas reduzieren können, da sind es jetzt noch rund eine bis 1.2 Sekunden. Was schon deutlich besser ist, als zu Beginn der Saison. Das spiegelt sich auch bei den schnellsten Rennrunden wieder, wo man rund 1.3 Sekunden langsamer ist. Man hat einen Schritt nach vorne gemacht, aber es reicht eben noch nicht ganz. Man müsste noch rund 0,7 bis eine Sekunde finden, um in Reichweite des Podiums zu kommen, was keine leichte Aufgabe ist.

Der Aufwärtstrend von Schumacher setzte sich am Ring fort. Zwar ist seine Quali-Performance immer noch schlecht, aber im Rennen läuft dafür um so besser. Wäre der Dreher nicht gewesen, hätte er vielleicht seinen Teamkollegen schlagen können, aber auch so lief es für ihn gut. Es scheint fast so, als ob Schumacher so langsam seine volle Leistung im Wagen wieder abrufen kann, was ein gutes Zeichen für 2012 ist. Rosberg hatte ein teilweise zähes Rennen. Er steckte in vielen Zweikämpfen, was in einige Zeit gekostet hat, aber an Sutil kam er komischerweise nie richtig ran. Dessen Zweistopp-Strategie war interessant, bedeutete aber auch, dass er die weiche Mischung lange fahren musste, ohne viel Zeit zu verlieren. Er kam dann auch etwas früher an die Box um die Medium-Reifen zu nehmen, profitierte dann aber offenbar wie Hamilton auch davon, dass genug Gummi auf der Bahn war und der Nachteil der härteren Mischung verblasste.

Die letzten Punkte holten dann der erstaunliche Kobayashi, den ich wirklich 2012 gerne in einem Top Team sehen würde, und Petrov, der den Renault nach einigem Zweikämpfen im Rennen auf P10 stellen konnte, was ein feines Ergebnis ist. Vielleicht wäre noch P9 drin gewesen, aber man darf nicht vergessen, dass Button ausgefallen ist, der sich vor ihm ins Ziel gekommen wäre. Renault kämpft im Moment nur um die Punkte-Krümel, selbst Force India scheint auf dem Niveau der Franzosen angekommen zu sein. Nick Heidfeld hatte ein schlechtes Wochenende. Mal wieder in Q2 hängen geblieben, dann eine Kollision am Start mit Di Resta. Die hätte dem Deutschen eine Durchfahrtsstrafe eingebracht, doch dann schob ihn Buemi auf Gras. Der Schweizer bekommt dafür im nächsten Rennen +5 in der Startaufstellung. Beide Toro Rosso waren am Ring nicht gut unterwegs und kamen nicht mal in die Nähe der Punkte.

Die interessante Zusammenfassung des Rennens und der Leistungsdichte an der Spitze lieferte nach dem Rennen Fernando Alonso bei der BBC ab. Er meinte, dass der Ferrari in drei Rennen, mit drei unterschiedlichen Wetterverhältnissen und mit drei Mapping-Einstellungen in der Lage war, um den Sieg zu fahren. Das mache deutlich, dass man konstant vorne mitfahren kann. Allerdings: Man braucht auch McLaren, die den Red Bulls die Punkte wegnehmen müssen, will man in der WM noch was reißen. McLaren wird das umgekehrt genauso sehen. Und so lange sich beide Teams die Punkte nehmen, kann Vettel beruhigt sein. Immerhin hat er in der WM noch 77 Punkte Vorsprung.

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Germany F1_Nuerburgring_2011_1 F1_Nuerburgring_2011_2 F1_Nuerburgring_2011_3 F1_Nuerburgring_2011_4 F1_Nuerburgring_2011_5 Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. Formula One World Championship, Rd 10, German Grand Prix, Race Day, Nurburgring, Germany, Sunday 24 July 2011. F1_Nuerburgring_2011_10 F1_Nuerburgring_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Germany Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Germany German F1 Grand Prix - Race German F1 Grand Prix - Race German F1 Grand Prix - Race German F1 Grand Prix - Practice German F1 Grand Prix - Race F1_Nuerburgring_2011_20 F1_Nuerburgring_2011_21 F1_Nuerburgring_2011_22 F1_Nuerburgring_2011_23 F1_Nuerburgring_2011_24 F1_Nuerburgring_2011_25 F1_Nuerburgring_2011_26 F1_Nuerburgring_2011_27 F1_Nuerburgring_2011_28

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July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

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July 20 2011

18:06

Formel Eins: Keine Rennen mehr am Nürburgring?

Der Vertrag zwischen Bernie Ecclestone und dem Nürburgring läuft in diesem Jahr aus. Und die Betreibergesellschaft des Rings hat schon klar gemacht, dass man an einer Verlängerungen nur unter bestimmten Bedingungen interessiert ist.

Die Formel Eins und der Nürburgring – das gehört seit Anbeginn des Motorsports zusammen. Doch schon seit einigen Jahren ist die Beziehung nicht mehr ganz so harmonisch, wie sie einmal war. Das Rennen findet nur noch alle zwei Jahre auf dem Ring statt, die Zuschauerzahlen waren auch schon mal besser und die Betreibergesellschaft stöhnt über die hohen Lizenzgebühren, die man an Eccelstone abtreten muss. Diese Woche veröffentlichte die Nürburgring GmbH eine Pressemitteilung, die klar machte, dass man die Formel Eins nicht um mehr um jeden Preis in der Region halten möchte. Die Chancen, dass die Serie auch in Zukunft in Eifel Halt macht, sind denkbar schlecht. Und das liegt nicht mal allein an der viel gescholtenen Betreibergesellschaft.

Analysiert man die Situation, muss man ein paar Dinge beachten, ohne die das Bild nicht komplett wird.

1. Die Lizenzgebühr für die Formel Eins sind bekanntermaßen hoch und kaum noch zu bezahlen
2. Die Eintrittpreise schrecken viele Zuschauer ab
3. Der Nürburgring muss eine hohe Schuldenlast abbauen

Zunächst einmal die PR-Meldung, die die Nürburgring GmbH diese Woche raus gegeben hat:

Mit dem Formel-1-Rennen 2011 auf dem Nürburgring endet der gegenwärtig geltende Vertrag. Die Nürburgring Automotive GmbH wird mit der Formula One Association/ Herrn Ecclestone über einen Nachfolgevertrag zur Ausrichtung der Formel 1 am Nürburgring verhandeln. Die zurzeit noch geltenden Konditionen erzeugen hohe und nicht mehr hinnehmbare Verluste. Deshalb kann es eine Fortsetzung der großen und legendären Tradition der Formel 1 auf dem Nürburgring nur geben, wenn ein künftiger Vertrag wirtschaftlich und politisch vertretbare Regelungen enthält. Dies zu erreichen sollte ein gemeinsames Interesse von Ecclestone und Nürburgring sein. Dem deutschen Motorsport und seinen Fans wie den Medien wäre damit ein unschätzbarer Dienst erwiesen, dem sich die an den Verhandlungen Beteiligten nicht entziehen dürfen.

Es muss die Frage erlaubt sein, ob nicht auch der Bund bei einem internationalen Ereignis wie der Formel 1 vergleichbare Unterstützung zu Teil werden lässt, wie bei der Fußballweltmeisterschaft oder diversen Olympiabewerbungen.

Zu Punkt 1:

Wie viel Geld es die Streckenbetreiber kostet die Formel Eins fahren zu lassen, ist unbekannt. Tatsache ist, dass Bernie Ecclestone eine Menge Geld dafür verlangt, dass man überhaupt erscheint. Es gibt keine genauen Summen, die genannt werden, aber im letzten Jahr vernahm ich inoffiziell, dass der Hockenheimring eine Summe zwischen 9 und 12 Millionen Dollar auf den Tisch legen musste. Und das war schon die Summe nach den Verhandlungen und einem Entgegenkommen von Ecclestone. Montreal soll vor dem neuen Vertrag um die 22 Millionen Dollar bezahlt haben. Aus Korea hört man, dass über 30 Millionen Dollar bezahlen muss, ähnliches gilt wohl für die arabischen Länder.

Die hohen Gebühren entstehen nicht nur, weil die Formel Eins mal vorbeikommt, sondern auch, weil Ecclestone (nicht ganz zu Unrecht) vorrechnet, was die F1 an Gewinnen dem Land wieder einbringt. Dazu gehören nicht nur Einnahmen aus dem Dienstleistungsbereich (Hotelübernachtungen, Gastronomie usw.) sondern auch der PR-Wert durch die Medienöffentlichkeit. Jeder Bericht, jede Sendeminute kann in einen bestimmten Wert umgerechnet werden. Den bekommt man nicht bar auf die Hand, sondern er dient dazu, den Werbeeffekt zu berechnen. Platt gesagt: Je mehr Menschen am Fernsehen sehen, wie nett es am Ring ist, desto mehr Menschen fahren da auch außerhalb eines F1 Rennens hin. Theoretisch.

Die Lizenzgebühren sind, neben den Einnahmen aus den TV-Rechten, die Haupteinnahmequelle der Formel Eins. Wenn 20 Rennstrecken im Schnitt pro Jahr 15 Millionen Dollar bezahlen, sind das alleine schon mal 300 Millionen Umsatz, ohne dass die Formel Eins etwas dafür muss.

Die Kosten hören für die Veranstalter aber nicht bei den Lizenzgebühren auf. Die komplette Organisation rund um ein Formel Eins Rennen, muss man ja auch noch erbringen. Das fängt beim Parkplatzordner an, umfasst so simple Dinge wie “Schilder anbringen”, Polizei, Feuerwehr usw. Diese Kosten müssen also dazu gerechnet werden und sie dürften mit Sicherheit im hohen einstelligen Millionenbereich liegen.

Das Problem für den Veranstalter ist auch, dass sie keine und nur kaum eigene Sponsorenschilder an der Strecke anbringen dürfen um die Kosten zu refinanzieren. Die gesamte, in den Medien sichtbare, Sponsorenfläche an einer Rennstrecke wird von Bernie Ecclestone vermarktet, nicht von den Veranstaltern.

Man sieht – viele Möglichkeiten bleiben dem Veranstalter nicht, Geld zu verdienen. Was zu Punkt 2 führt.

Hohe Eintrittspreise:

Weil die Veranstalter kaum Refinanzierungsmöglichkeiten haben, müssen sie die Einrittspreise dementsprechend anpassen. Die günstigsten Karten kosten rund 110 Euro, will man die Einfahrt in die erste Kurve sehen, zahlt man (je nach Anbieter) um die 400 Euro. Im Schnitt kommt da ca. 180 Euro raus, was bei ca. 80.000 Zuschauern am Ende 14,4 Millionen Euro macht. Das deckt die Kosten einfach nicht, mehr Geld kann man aber für die Tickets nicht verlangen. Die sonstigen Einnahmen (Parkgebühren, Lizenzgebühren für Gastronomie) werden einiges erbringen, hier gibt es aber keine Zahlen.

Klar ist aber: Mit den Eintrittspreisen alleine kann man die Formel Eins bei den bisherigen Gebühren, die man an Ecclestone abführen muss, kaum aus der Verlustzone kommen.

Zu Punkt 3: Die Schuldenlast des Nürburgring

So sehr ich auch das Projekt “Neuer Nürburgring” in Teilen blödsinnig finde, man darf nicht vergessen, dass der Ring etwas tun musste um für die Formel Eins überhaupt noch attraktiv sein. Das, in die Jahre gekommene, Dorint Hotel und die sicher gut geführten kleinen Hotels in der Nähe entsprechen einfach nicht mehr dem Standard, den die Sponsoren der Serie gewöhnt sind. Seine Gäste stundenlang in Bussen aus Bad Neuenahr durch die Eifel zur Strecke zu schaukeln auch nicht. Andere Rennstrecken haben eine viel bessere Infrastruktur und die ist nun mal wichtig. Ecclestone hat den traditionellen Grossen Preis von Frankreich aus dem Kalender genommen, weil Magny-Cours auf einer Kuhwiese liegt und keinerlei Hotels bietet. Silverstone wäre aus dem Kalender geflogen, hätte Donington nicht Pleite gemacht und wenn man in Silverstone nicht eine neue Boxenanlage gebaut hätte. Die Entscheidung, neue Hotels, Tribünen usw. am Ring zu bauen, war also nicht grundsätzlich falsch.

Doch bekanntermaßen war die Umsetzung suboptimal, jetzt hat der Nürburgring hohe Schulden. Die aber nicht abgetragen werden können, wenn man weiter nichts an einer Veranstaltung verdient.

Ich kann die Nürburgring GmbH in diesem Punkt verstehen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht die Formel Eins am Ring keinen Sinn, wenn man nichts verdient. Das die Region profitiert, ist dann aber wieder eine andere Sache und man muss schon die Frage stellen, ob die GmbH überhaupt eine Entscheidung treffen kann, ohne die Region in die Überlegungen mit einzubeziehen. Hier denkt man aber offenbar etwas egoistisch.

Ein Punkt der PR-Meldung ist zu dem ein kleiner Witz. Wenn man schreibt, dass der Bund oder das Land die Veranstaltung finanziell unterstützen sollte, dann hat man wohl vergessen, dass diese ja schon geschieht. Denn immerhin steht das Land für die Schulden des Baus gerade.

Es ist schwer zu sagen, was passieren wird. Kann sein, dass Ecclestone dem Ring entgegen kommt und die Gebühren senkt. Gleichzeitig gibt es aber sowieso ein Problem im Kalender, da immer mehr Länder ein Rennen haben wollen und diese gerne mehr bezahlen, als der Ring sich das leisten kann (Russland, Indien). Ecclestone braucht den Ring nicht, er hat schon einen Deal mit dem Hockenheimring.

Eine mögliche Variante wäre, dass es ab 2013 zu einigen Änderungen im Kalender kommen wird. Spanien wird ein Rennen verlieren, Spa steht (ebenfalls wegen der hohen Kosten) auf der Kippe. Wenn Spanien den GP von Europa verliert, könnte der im Wechsel zwischen Spa und dem Nürburgring ausgetragen werden. Vorausgesetzt man einigt sich.

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July 06 2011

15:40

ADAC GT Masters: Vorschau Nürburgring 2011

Die GT Masters macht Halt am Nürburgring und die wirklich spannende Frage in diesem Jahr wird sein, ob die Serie schon an die Zuschauerzahlen der DTM ran kommt.

Das GT Master hat in diesem Jahr einen großen Sprung gemacht in Sachen Popularität. Am Sachsenring waren immerhin knapp 45.000 Zuschauer, am Ring dürften es etwas mehr werden. Die kommen allerdings nicht allein wegen der GT Masters, sondern auch, weil der Truck Grand Prix stattfindet. Man muss dem ADAC lassen, dass man immer wieder sehr gute Pakete zusammenschnürt. Am Sachsenring die FIA GT, nun die Trucks. Das schafft gegenüber der DTM einen eindeutigen Mehrwert, deren Rahmenprogramm ja mehr der weniger vom VW-Konzern getragen wird. Auch ansonsten tut sich aber einiges in der Serie, denn am Ring werden sage und schreibe 40 Wagen an den Start gehen.

Während bei der DTM gerade mal 18 Wagen um die Ecken fahren, sieht das Feld bei den GT Masters also deutlich hübscher aus. Allerdings – Masse ist nicht gleich Klasse. Bekanntermaßen ist das Hinterfeld der Serie besonders dicht, während sich vorne die “üblichen Verdächtigen” rumtreiben. Es gibt am Ring ein paar Neuzugänge. Da wäre zum Beispiel eine Dodge Viper vom Grasser Racing Team aus Österreich, gesteuert von Gottfried Grasser und Peter Eber. Chancen auf vordere Plätze hat man mit der betagten Viper allerdings kaum. Neu dabei ist auch das schwedische WestCoast Racing Team, das dem ein oder anderen aus dem Tourenwagenbereich bekannt sein könnte. Die setzen auf einen BMW Z4 und planen auch weitere Einsätze in der Serie.

Doch der prominesteste Neuzugang düfte der Haribo-Porsche aus dem Manthey Team sein. Dort sitzen mit Jochen Krumbach und Philipp Wlazik zwei keine der breiten Masse bekannten Fahrer am Steuer, aber der Einsatz eines Manthey Porsche mit einem prominenten Sponsor dürfte die Veranstalter freuen. Vielleicht ist es Testballon von Manthey/Porsche für 2012, vielleicht nur ein “one off” für das Rennen am Ring. Die bekannten Farben dürften bei den Fans jedenfalls gut ankommen.

Vorne dürften allerdings andere Kandidaten den Ton angeben. In der Meisterschaft führt im Moment der BMW Alpina B6 vom Team Engstler mit Dino Lunardi und Alexandros Margaritis, dem man wirklich mal einen großen Erfolg gönnt. Aber dahinter lauern noch andere und vor allem auf die Kombi Ludwig/Mies sollte man am Ring ein Auge haben. Deren Abt-Audi sollte auf der kurzen Strecke gut gehen, auch wenn die Kurzanbindung nicht gerade für den R8 geschaffen wurde. Dann gibt es da noch die Reiter-Lambos mit den Stuck-Brüdern und den Champions von Thurn und Taxis sowie Philipp Geipel. Doch deren Saison lief bisher alles andere als gut.

Die SLS sehe ich am Ring nicht so richtig vorne. Weder Heico noch Black Flacon scheinen im Moment, trotz hochkarätiger Besetzung in der Lage zu sein, ein Rennen aus eigener Kraft zu kontrollieren. Wie in der VLN leidet der SLS wohl noch etwas unter seinem Gewicht und einer ungünstigen Verteilung des selbigen.

Leichten Ärger um den SLS gibt es im übrigen im Hintergrund. Das Problem sind die Flügeltüren, die zwar schön aussehen, aber eben auch gefährlich sind, wenn der Wagen auf dem Dach liegt. Eigentlich müssen die Türen mit Sprengladungen versehen sein, die man von außen auslösen kann, damit die Streckenposten und der Arzt an den Fahrer kommt. Die Sprengladungen sind auch da, aber inoffiziell heißt es weiter, dass sie nicht aktiviert sind, da man Angst hat, Erschütterungen oder Rempler könnten den Mechanismus während des Rennens auslösen. Einige Teams sehen, nicht ganz zu Unrecht, hier ein Sicherheitsproblem, die SLS-Teams weisen daraufhin, dass die FIA alles abgesegnet hat und Sprengladungen immer aktiv sind. Überprüfen lässt sich das nur schwer, man kann ja nicht vor dem Start verlangen, dass man probeweise eine Tür absprengt.

Erstaunlicherweise fährt die GT Masters am Ring nur die Sprint-Variante. Also Haug-Haken und dann die Abkürzung auf den hinteren Teil der Strecke. Das sieht dann in den Kameras besser aus, weil die Tribünen voller sind, erfahrungsgemäß ist es für die Fans aber teilweise dann schwierig einen brauchbaren Parkplatz in der Nähe zu finden, was bei der langen Schleife kein Problem darstellt. Wie üblich überträgt Kabel Eins die Rennen.

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June 24 2011

05:39

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 2

Nachdem der erste Teil der Vorschau über das Rennen an sich, BMW und Porsche handelte, handelt der 2. Teil nun über Audi, Mercedes, VW und die “Exoten”

Mercedes

Neben Porsche, welche in der Spitzengruppe zahlenmäßig am stärksten vertreten sind, schickt auch Mercedes eine ganze Armada an SLS GT3 ins Rennen. So werden sage und schreibe 9 Flügeltürer im ersten Einsatzjahr das Rennen um den Gesamtsieg aufnehmen.
Das stärkste Kontingent mit stellt hierbei Black Falcon Racing. Das Team welches letztes Jahr noch für den privaten Einsatz von 2 R8 LMS verantwortlich war, bringt heuer 3 SLS an den Start.
So wird die #20 von Ralf Schall, Maik Rosenberg, Hannes Plesse und Andrii Lebend gesteuert. Mit Maik Rosenberg und Ralf Schall hat man 2 zuverlässige und flotte Piloten, welche den Wagen zügig und routiniert über den Ring steuern können, aber bei den anderen 2 habe ich dort doch meine Bedenken.
Die #21 wird von den beiden Breslins, Sean Paul (welcher auch in Le Mans am Start war) und Sean-Patrick Breslin sowie Vimal Mehta und Stephan Rösler pilotiert. Hier dürfte ankommen und ohne Fehler durchkommen das Ziel sein – Wenn der Wagen hält, denn bisher hat der SLS nicht gerade den zuverlässigsten Eindruck gemacht.
Am stärksten wird man aber sicher das 3. Quartett nämlich Thomas Jäger, Kenneth Heyer, Jeroen Bleekemolen und Jan Seyfarth auf der #22 einschätzen dürfen. Von den Fahrern her, wäre man sicher ein Kadidat für die vorderen Plätze im Endklassement, aber dafür muss wie schon angesprochen die Technik erst einmal durchhalten, wobei es aber bei so vielen Startern durchaus möglich ist, dass 2 oder 3 Wagen ohne Probleme durchkommen werden. Von daher wird man hier abwarten müssen wie sich das Rennen entwickeln wird.

Ebenfalls stark besetzt ist die Nummer 25 von Horn Motorsport. Hier werden sich der sehr erfahrene aber auch sehr schnelle Sascha Bert sowie David Horn abwechseln. Eine faustdicke Überraschung gab es allerdings vor ein paar Monaten, als man ankündige sich bei den 24H vom Ring mit „Trommelwirbel“ Stephane Sarrazin http://www.sascha-bert.de/sascha-bert-startet-im-mercedes-sls-amg-gt3-mit-horn-motorsport-in-die-neue-saison/von Peugeot zu verstärken. In der VLN konnte man bisher überzeugen, wenn das Auto keine Mucken von sich gab, allerdings fuhr Stephane bisher nicht in der VLN, was sich vor allem in der Nacht bemerkbar machen sollte. Denn gerade hier braucht man viel Routine und Erfahrung um die Situationen richtig einzuschätzen.

Am stärksten schätze ich daher den SLS mit der Startnummer #30 ein. Hier werden sich Armin Hahne und keine geringeren als Pierre Kaffer sowie einer der schnellsten und besten Nordschleifenfahrer überhaupt und 2009 Fahrer das Jahres Chris Mamerow abwechseln. Dieses Auto von Mamerow Racing, welches vor der Saison von Porsche zu Mercedes gewechselt ist, konnte den 2. Lauf zur VLN von der Spitze weg kontrollieren und einen Sieg einfahren. Man wird diese Fahrer im Kampf um den Gesamtsieg sicher auf der Rechnung haben müssen, allerdings hatte man schon in der VLN über 4 bzw. 6 Stunden technische Probleme und dies kann man beim 24H Rennen natürlich gar nicht brauchen. Von der Zuverlässigkeit schätze ich halt z.b den GT3 RSR von Manthey oder die BMW M 3 GT durchaus ausgereifter ein als den Mercedes, aber wie schon angesprochen könnte es bei der schieren Anzahl an Starter auch gut möglich sein, dass 1 ein oder 2 Wagen ohne Probleme durchkommen können und wenn es ausgerechnet die #30 ist, dürfte einiges möglich sein.

Ein prominent besetzter SLS AMG GT3 wird mit der #32 von Heico Motorsport an den Start gehen. Hier hat man zwar mit Lance David Arnold einen absoluten Toppiloten verpflichten können und auch mit Christopher Brück einen mehr als soliden Mann, allerdings machte Christian Frankenhout in der VLN nicht so eine gute Figur wie seine 2 Kollegen. Ein Fragezeichen wird man wohl auch hinter Alex. Margaritis setzen dürfen. Der frühere DTM Pilot ist zwar im GT Masters mit Dino Lunardi im Alpina BMW sehr erfolgreich unterwegs, wie der Sieg in Zolder bewiesen hat, allerdings ist die Nordschleife doch noch eine andere Strecke als die im GT Masters. Viel wird also davon abhängen, wie gut sich die 2 im Verkehr und in der Nacht schlagen werden und ob eben die schon angesprochene Technik möglichst reibungslos mitspielt. Der Mercedes SLS ist aber wohl sehr angenehm und gutmütig zu fahren, was gerade bei einem 24H Stunden Rennen sehr von Vorteil ist, damit sich der Fahrer auf das fahren und den Verkehr konzentrieren muss, während er das Auto am absoluten Limit bewegt. Allerdings hat er die mit Abstand längste Nase im Feld und dies dürfte gerade beim Überrunden für die Piloten äußerst schwer sein, denn die Sicht nach vorne und zu den Radkästen wird dadurch sehr eingeschränkt sein. Auch dürfte das Thema Spritverbrauch wie bei allen anderen Teilnehmern wichtig sein. In der VLN schwankten die Anzahl der Runden zwischen 8 und vereinzelt 9 Runden. Jedoch ist der Tankinhalt per Reglement um 5 Liter auf 125 gestiegen und die 24H Variante ist um einen Kilometer länger. Wie massiv sich das auswirken kann, habe ich bereits in Teil1 dargestellt, nämlich bis zu gute 4 Sekunde die man pro Runde auf ein Auto mit 10 Runden rausfahren müsste. Sollte z.b die besser eingeschätzten SLS durch die Hatz somit nur 8 Runden fahren könnten, wäre dies aber großer Nachteil im Kampf um die vorderen Postionen.

2 weitere SLS mit den Startnummern #36 und #46 werden noch von Rowe Racing an den Start gebracht. So wird die #36 von den Piloten Marco Schelp, Roland Rehfeld sowie Hupert Haupt und Alexander Roloff pilotiert während hinter der #46 Dominik Schwager, Michael Zehe, Klaus Rader und der Amerikaner Mark Bullit Platz nehmen. Diese 2 Besatzungen sind normal nicht für eine vordere Platzierung im Gesamtklassement gut, was die Geschwindigkeit der Fahrer angeht, obwohl man mit Dominik Schwager einen sehr schnellen und zuverlässigen Piloten hat, schätze ich die #36 etwas ausgeglichener ein als das Schwesterauto. Ein Top 10 könnte möglich sein, denn Erfahrung hat man in diesem Auto sehr wohl, und man wird daher ein 24H Rennen nicht mit biegen und brechen angehen wollen um dann im Laufe des Rennen sich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Allerdings kommt muss auch hier die Technik mitspielen und da schätze ich den SLS einfach noch als zu unausgereift ein, denn im ersten Jahr musste auch Audi Tribut zollen.
Audi

Im 3. Versuch will man mit wieder mit einem Großaufgebot versuchen die Phalanx von Porsche und BMW zu brechen, denn seit 2004 (!) haben nur diese beiden Marken gewonnen. Um dies zu erreichen, hat man den R8 LMS nochmals weiterentwickelt und bringt 4 hochkarätig besetzte Wagen an den Ring, welche alle für einen Gesamtsieg gut sind.
Die #14 von Phoenix Racing wird hierbei von Frank Stippler, Marc Basseng und Le Mans Sieger Marcel Fässler gesteuert. Fehlen wird hier leider Mike Rockenfeller, welcher ursprünglich für dieses Auto vorgesehen war, aber leider in Le Mans diesen fürchterlichen Abflug hatte und noch nicht in der Lage ist ins Cockpit zu steigen. Ersetzt wird er von Andrea Piccini, welcher ursprünglich für den TT RS mit der #126 genannt wurde. Das Schwesterauto wird derweil von Markus Winkelhock, welcher im Vorjahr völlig überraschend 3. wurde sowie Marc Hennerici und Christopher Hasse gesteuert. Auf diesem Wagen ist auch noch Frank Stippler genannt, allerdings wird dieser wohl seine meiste Zeit in der #14 verbringen, nachdem Rocky dort ja nicht starten kann und man mit 2 Fahrern ungern ein solches Rennen angeht.
In Sachen Speed wird man wohl ziemlich sicher mit den Ton angeben können, denn man hat beim 4. Lauf zur VLN die bisher schnellste Rennrunde in diesem Jahr absolvieren können und seitdem keine stärkeren Restriktionen in der BoP erfahren. Im Gegenteil, so darf man nun noch 5 Liter mehr im Tank haben, was dazu führen könnte, dass man im Rennen nicht mehr 9 Runden wie letztes Jahr, sondern womöglich 10 Runden gehen könnte, womit man dem Hybrid-Porsche oder den BMW sicher in nichts nachstehen wird. Und wie wichtig die Reichweite ist, habe ich oben in Teil 1 meiner Vorschau schon mal dargestellt.
Allerdings war Phoenix in der Vergangenheit immer recht erfolgreich darin, sich selbst ein Bein zu stellen wie falsche Reifenwahl, falsche Strategie oder Strafen wegen Überholen unter doppelt Gelb wie beim 10. Lauf 2010.
Sollte man aber keine solche Fehler machen, sind diese 2 Audis allesamt absolute Kandidaten für den Gesamtsieg, denn im 3. Jahr seines bestehen dürfte der R8 LMS mittlerweile auch technisch ausgereift sein um das Rennen durchzustehen.

Selbiges gilt auch für die 2 anderen Wagen von Abt Sportsline. Hier wechseln sich auf der #16 Matthias Ekström, der letztjährige Pole-Inhaber Marco Werner, Christian Abt sowie 2003 Gewinner Timo Scheider ab. Damit steht man den anderen 2 Wagen sicherlich in nichts nach und wird ein 24H Sprintrennen sicher nicht von der konservativen Seite aus angehen, sondern man wird sicher in der Lage sein voll an zugasen.
Das gleiche wird wohl auch das Schwesterauto versuchen mit den aus dem GT-Masters bekannten Fahrer Luca Ludwig, Christopher Mies, Christian Jöns sowie Christian Abt als Springer auf dem Wagen. Dass die 3 jungen sehr schnell sind, haben sie bewiesen, allerdings bleibt hier die Gefahr, dass einer aufgrund der noch eher geringen Erfahrung eventuell mal die Nerven verliert und das Auto in die Leitplanken setzt. Allerdings wird der sehr erfahrene Christian Abt schon dafür sorgen, dass dies nicht passiert und die jungen schnellen Fahrer den Wagen heile lassen.

Dies sind aber nicht die einzigen stark besetzten Audis, denn man hat sich wohl ein Hintertürchen offen gelassen, welches zum einen im trockenen sehr schnell ist, aber sicher gegen Regen nichts einzuwenden hätte.

Die Rede ist vom Audi TT-RS aus der SP4T. Jenes Auto, welches gegen Ende der letzten Saison in der VLN sein Debüt feiern konnte, verfügt über einen 2,5l Reihenfünfzylinder mit Turbolader und Frontantrieb im Gegensatz zu all den anderen heckgetriebenen Wagen. Dies dürfte sich vor allem bei nassen und wechselhaften Bedingungen als Vorteil gegenüber der Konkurrenz herausstellen, denn so war man letztes Jahr beim 9. VLN Lauf in der Lage mit diesem Konzept phasenweise die schnellsten Rundenzeiten zu fahren. Dass man diesen Einsatz sehr ernst nimmt, zeigen auch die Besatzungen, welche man für die 2 TT-RS ausgewählt hat und mit Raeder Motorsport an den Start gebracht werden.
So wird die #125 von Michael Ammermüller, Le Mans Sieger Frank Biela, Jens Klingmann und dem aus der DTM bekannten Martin Tomczyk gesteuert. Das 2. Auto die #126 wird hingegen von dem aus der GT1-WM bekannten Christian Hohenadel sowie Jimmy Johansson und dem DTM-Piloten Miguel Molina bewegt.
Viel wird daher darauf ankommen, wie zuverlässig das Auto ist und wie gut bzw. hier wie schlecht das Wetter während des Rennen ist denn man hat hier gute Fahrer und mit Raeder auch ein sehr gutes Team am Start. In der Klasse wird man sie normal nicht schlagen können, denn dafür dürften sie zu schnell sein, allerdings wird der Ford Focus der FH Köln sicher zur stelle sein, wenn es hier Probleme geben sollte. So war man in der Lage, dem TT-RS in der VLN schon das ein oder andere male zu schlagen, weil man selber keine Probleme hatte.

VW

Ein weiteres Auto welches sicher nichts gegen schlechtes Wetter haben dürfte, wird der VW Golf24H sein. Jener Golf, der von VW für das 24H Rennen aufgebaut wurde, konnte schon in der VLN von sich hören machen. Angetrieben wird das Auto von einem 2,51L Turbomotor und Allradantrieb, womit man in der SP8T start, vermutlich um sich in der SP4T nicht selber Konkurrenz zu machen. Wie schnell der Wagen ist, musste Wolfgang Kaufmann in der VLN erfahren, als er von dem Golf außen um Karussel überholt worden ist. Auch konnte der Wagen den Nadelstreifen Porsche GT3 R Ausgangs Hatzenbach ausbeschleunigen und auch noch Vorsprung herausfahren. Dies alles wohlgemerkt unter trockenen Bedingungen. So darf es nicht verwundern, dass man bei einer Bestzeit von 8:28.9 davon ausgeht, dass der Golf noch lange nicht sein wahres Potential gezeigt hat und dies vermutlich erst beim 24H Rennen tun wird. Auch kann ich die offizielle Leistungsangabe von 440 PS kaum glauben und es würde alles andere als verwundern, sollte da eine 5 vorne dran stehen.
Als Piloten werden auf der #135 Thomas Mutsch, Patrick Simon, Fredrik Ekblom und Edoardo Mortara genannt. Viel dürfte also davon abhängen, wie viel die ersten 2 Piloten fahren werden, denn Ekblom und Motora schätze ich deutlich schwächer als ihre Teamkollegen ein. Sollten Simon und Mutsch den Löwenanteil der Distanz fahren, was auch alles andere als einfach ist, dürfte der Golf doch noch etwas weiter nach vorne fahren können. Eine große Unbekannte stellt allerdings die Zuverlässigkeit des Wagens dar. Immerhin ist eine Leistung von knapp 200 PS pro Liter Hubraum auch sehr materialmordend und mit dem Allradantrieb hat man mehr Komponenten verbaut, welche halt auch kaputt gehen können.

Etwas ausgeglichener besetzt erscheint mir hier der VW Golf mit der #35 und der Besatzung Peter Terting, Nicki Thiim, sowie Rene Rast und Frank Mailleucx. Wichtig wäre für das Team, dass sich Nicki Thiim im Zaun hält und kein Kleinholz produziert, denn von der Geschwindigkeit her wäre nicht der schlechteste auf dem Auto.
Dies dürften auf jeden Fall die 2 VW Golf mit den meisten Chancen haben, denn den Golf mit den Leuten Johnny Herbert, Mark Blundell, Edoardo Mortara und Frank Mailleucx sehe ich nicht der Lage vorne mit zu mischen, da hier allen Piloten viele Kilometer auf der Nordschleife fehlen. Und das wird sich zum einen beim Überrunden, noch mehr in der Nacht bemerkbar machen und erst recht, wenn es zu regnen beginnt.

Die Exoten

Neben all diesen Marken und Wagen gibt es aber auch noch ein paar richtige Exoten für das Rennen, wie man schon alleine auf dem Bild links erkennen kann. Hierbei handelt es sich um den Glickenhaus Ferrari P4/5 Competizione, welchen es nur ein einziges mal auf der Welt gibt. Dieses Auto soll eine Hommage an den alten Ferrari 330 P4 sein, welcher seiner Zeit 1967 einen Doppelsieg für die Roten einfuhr. Der Multi-Milliardär James Glickenhaus wollte diesen Wagen wieder auf der Rennstrecke sehen und entschloss sich daher mit viel Liebe zum Detail und viel viel eigenem Geld diesen Prototyp bauen zu lassen. Die technische Basis, also Motor und Getriebe sowie ein Teil der Elektronik bildet der alte Ferrari F430 nach GT2-Regelement. Der Rest, also das Chassis welches komplett aus Carbon gefertigt ist, Cockpit, Aerodynamik, Fahrwerk, etc. musste alles selber entwickelt werden und dementsprechend groß war auch der Finanzielle und technische Aufwand. Nach dem 24H Rennen soll damit aber nicht Schluss sein, denn James Glickenhaus hat vor diesen Wagen später auch bei anderen Rennen wie den 24H von Le Mans starten zu lassen. Dass man hier allerdings nicht geizt, zeigt auch die Fahrerbesatzung die man angeheuert hat. So werden Mika Salo, Luca Capellari, Nicola Larini und Frabrizio Giovanardi den Wagen mit der #23 aus der E1-XP steuern. Dies sind zwar alles sehr namhafte Piloten, allerdings haben alle 4 bisher trotz der Testläufe kaum Kilometer auf der Nordschleife gesammelt und gerade Giovanardi ist aus der BTCC kommend nicht gerade dafür bekannt besonders schonend mit dem Material um zu gehen. Das Ziel bei diesem Projekt dürfte daher auch vollkommen richtig auf ankommen lauten und den schönen Wagen heile lassen.

Mehr Ambitionen wird man allerdings beim 2. Ferrari haben, nämlich den 2.platzierten des Vorjahres von Farnbacher Racing welche dieses Jahr einen neuen F458 GT2 Italia in der SP8 an den Start bringen. Damit konnte man auch gleich beim 3. Lauf zur VLN über 6 Stunden den Gesamtsieg knapp vor dem Manthey RSR erringen, wohl gleich dem Manthey RSR eine Runde abgezogen wurde, da er unter doppelt Gelb nicht genug vom Gas ging. Trotzdem konnte man mit einer 8:18 die schnellste Rennrunde erzielen, welche auch noch von AF-Corse Fahrer Jaime Melo bei seinem erst 2. Rennen auf der Nordschleife gefahren wurde. Der Ferrari scheint sehr viel Abtrieb zu erzeugen und geht auf sehr schnellen Kurven wie in Spa anscheinend sehr sehr flott, denn beim 6 Stunden Rennen waren die F458 kaum zu schlagen. Die große Schwachstelle dürfte aber vermutlich auch hier die Standfestigkeit sein. So hatte man in Le Mans technische Probleme und musste aufgrund dessen das Rennen vorzeitig beenden und auch die anderen Ferrari erwiesen sich bei diesem Dauerlauf nicht gerade als die Zuverlässigsten. Mit Dominik Farnbacher, Marco Seefried, Allan Simonsen sind 3 Fahrer von der letztjährigen Überschungsmannschaft an Board. Nur der 4. Mann ist nicht mehr Lehman Keen, sondern nun Jaime Melo welcher zwar sicher nochmals ne Ecke schneller ist, aber auch sehr unerfahren auf der Nordschleife und vor allem in der Nacht. Viel wird daher davon abhängen, wie sie ihr Rennen anlegen werden – wobei ich nicht glaube dass man die Hatz vorne mitgehen will, und ob sie die Probleme in den knapp 1,5 Wochen nach Le Mans aussortieren konnten.

Ein anderes Auto, wo Le Mans drin steckt, ist der Lexus LF-A von Gazzoo Racing aus der SP8 mit der #88. Dieses Auto konnte in der VL N bisher positiv überraschen, da man im Winter wohl mehrere Schritte in die richtig Richtung gemacht hat und nun in der Lage war teilweise in der Spitzengruppe mitzufahren bzw. hinten dran zu bleiben was früher nicht möglich war. Auf diesem Auto werden Takayuki Kinoshita, Juichi Wakisaka und der „Man of the race“ der 24H von Le Mans, Andre Lotterer fahren. Das Schwesterauto mit der #87 werden derweil von den 3 Japanern Akira Iida, Hiroaki Ishiura und Kazuya Oshima pilotiert, nachdem man im letzten Jahr mit dem LF-A den 18. Platz erreichen konnte. Sollte man ohne große technische Probleme und Unfälle durchfahren können, so dürfte es dieses Jahr noch ein paar Positionen weiter von vorne gehen. Vor allem Andre Lotterer wird extrem viel Selbstvertrauen und Momentum an den Ring bringen. Hoffentlich geht es für ihn heuer besser als letztes Jahr, als man in seinem Auto bereits nach nur 67 Runden zur Aufgabe gezwungen war.
Ein 3. Auto aus Japan wird der ISF mit der #86 und Akira Iida und Minoru Takaki sein.

Auch 2 bisher unbekannte Fahrzeuge sind die beiden Aston Martin Zagato, welche auch in der SP8 an den Start gehen werden. Dieses Fahrzeug mit der #3, welches erst beim 4. Lauf zur VLN sein Debüt feierte wird hier von Aston Martin Chef Dr. Ullrich Bez, Horst von Saurma und Matthey Marsch gesteuert wird, dürfte aufgrund der kurzen Vorbereitung aber keine Chance auf ein Durchkommen haben. Selbiges gilt für Richard Maedden, Peter Cate und Oliver Mathai im baugleichen Wagen mit der #5.

Auch Freunde der Australischen V8 dürften auf ihre Kosten kommen, denn Mai Rose wird zusammen mit Anthony Alford, Peter Leemhuis und Damien Flack einen Original Holden Commodore aus der Australischen V8 Meisterschaft an den Start bringen. Im Kampf um den Gesamt oder Klassensieg wird man damit zwar keine Chance haben, aber im Kampf um den besten Sound wird man sicher weit vorne sein.

Beenden möchte ich die Vorschau über die Teilnehmer mit einem weiteren Italienischen Auto, welches aber gar nicht so Italienisch ist. Es ist kein Ferrari, sondern der Lamborghini LP600+ von Reiter Engineering. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Meine Vorschau zu den 24H habe ich mit Hans Joachim Stuck begonnen, wie er das erste Rennen gewinnen konnte. Daher möchte ich diese auch mit ihm beenden, denn auf diesem Lambo wird Striezel Stuck mit seinen beiden Söhnen Ferdinand und Johannes Stuck sein letztes Rennen überhaupt bestreiten. Das Team Stuck³, welches Unterstützung von Dennis Rostek erhält, makiert seinen Traum, einmal mit seinen Söhnen ein Rennen zu fahren und gleichzeitig das Ende seiner Karriere. Um den Sieg wird man damit wohl kaum fahren können, denn dafür hat das Auto bisher zu wenig Kilometer auf dem Buckel, aber das Auto wird sicher für viele Tränen sorgen. So oder so.

Der Zeitplan für die Trainings und das Rennen schaut wie folgt aus:

Freitag
16.55 – 18.55 Uhr 2. Zeittraining

Samstag
13.30 – 15.10 Uhr Startaufstellung
16.00 Uhr Start aller 3 Gruppen

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June 22 2011

13:30

Vorschau: 24H vom Nürburgring Teil 1

2 Wochen nach den dramatischen 24H von Le Mans trifft sich die Elite der Sportwagen-, GT- und Langstreckenpiloten am Nürburgring erneut um die Distanz 2 mal gegen die Uhr zu absolvieren. Das Rennen welches 1970 zum ersten mal ausgetragen wurde und von Hans Joachim “Striezel” Stuck auf einem BMW 2002 TI gewonnen wurde hat sich mittlerweile zum wohl 2. wichtigsten 24H Rennen der Welt entwickelt.

Das Rennen, welches damals wirklich noch auf 20832 Meter langen Nordschleife stattfand und noch richtiger Breitensport war, hat sich in den letzten Jahren zu einem prestigeträchtigen Lauf entwickelt, bei dem sich mittlerweile Jahr für Jahr Werksteams um den Sieg streiten.
So treten dieses Jahr Teams von Audi, Porsche, BMW, VW, Mercedes und anderen namhaften Herstellern an um den Gesamtsieg und/oder einen Klassen oder Wertungsgruppensieg zu erringen. Eine solche Dichte an der Spitze hat es wohl bei diesem Rennen noch nicht gegeben.

Wie oben schon angesprochen, wird das Rennen auf dem Nürburgring ausgetragen, jedoch nicht mehr nur alleine auf der Nordschleife, sondern auf der Nordschleife samt GP-Kurs. Man nutzt hier im wesentlichen den Verlauf, welcher aus der F1 oder dem GT Masters bekannt ist, jedoch mit 2 Unterschieden: Zum einen fährt man nicht die Mercedes Arena, sondern nach der Start/Ziel Geraden eine rechts-links Schikane, da der Raum der Mercedes Arena für die etwa 220 Teams und ihr Material benötigt wird. Von dieser Schikane aus, führt eine Gerade hinunter zur bekannten Ford-Kurve, wo man allerdings nicht wie in der VLN gewohnt rechts über die Kurzanbindung fährt, sondern über die Ford-Kurve bis runter zur Dunlopkurve.
Der 2. Unterschied betrifft die Schikane, bevor es auf die Nordschleife geht. Hier fährt man nicht die langsamere Variante der F1, sondern die schnellere Variante bevor man dann auf die Nordschleife abbiegt. In Sachen Klassen orientiert man sich an denen der VLN, bzw. die VLN an den 24H. Allerdings werden hier keine SP und V Klassen unter 1600 ccm sowie die H-Klassen ausgeschrieben und die Cup2 sowie die Cup3 gehen in die SP7 und SP3 auf. Dies führt dazu, dass am Samstag knapp über 210 Wagen das Rennen aufnehmen werden, was heißt, dass bei gleichmäßiger Veteilung alle 120 Meter ein Auto kommt. In Le Mans sind es bei 56 Wagen (oder 54…) 242 Meter, aber ohne die langen Geraden, welche in Le Mans den Löwenanteil ausmachen. Daher ist gerade die Erfahrung sprich die Nordschleifenkilometer der Fahrer ein noch entscheidender Faktor als auf anderen Rennstrecken, wenn die schnellen Wagen durch den dichten Verkehr müssen. Eine Runde mit Sabine Schmitz in ihrem Porsche sieht dann wie folgt aus :

Im absoluten Mittelpunkt des Interesses stehen aber die zahlreichen Fahrer, Teams und ihre Wagen welche hier um den Gesamtsieg kämpfen wollen und diese möchte ich einmal vorstellen:

Die Titelverteidiger

Im letzten Jahr konnte BMW bei seiner Rückkehr an den Ring gleich im ersten Anlauf das 24H Rennen gewinnen. Man wird auch dieses Jahr 2 BMW M3 GT in unveränderten Besetzungen ins Rennen schicken. So wird die Startnummer #1 wie im Vorjahr von Pedro Lamy, Jörg Müller, Augusto Farfus und Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto die Nummer #7, welches nach dem Abflug und der 45 Minuten langen Reparaturpause mit Dirk Adorf, Dirk Müller, Dirk Werner und Andy Priaulx noch auf Platz 7 fahren konnte.
Allerdings wird Andy Priaulx nicht am Steuer der #7 sitzen, da er sich einer Operation unterziehen musste und somit für das Rennen ausfällt. Als Ersatz hat man Pedro Lamy auf dem Wagen genannt, welcher somit als Springer fungieren wird und bei einem Sieg von BMW mit 6 Siegen alleiniger Rekordhalter werden könnte.
Beide Besatzungen halte ich für sehr schnell und erfahren und sind vom Speed her sicher für ein Top 3 Ergebnis gut. Von der Ausgewogenheit, würde ich die #7 etwas besser einschätzen, allerdings hatte die #1 in der VLN die besseren Ergebnisse(1. und 3. Platz gegen einen 2. Platz), wodurch ich alle 2 Wagen auf dem gleichen Niveau sehen würde.
Viel wird davon abhängen, wie schnell der BMW M3 in seiner im Vergleich zum Vorjahr überarbeiteten Version ist. In der VLN schien es so, als hätte man die Karten noch nicht aufgedeckt, wobei das für alle Teams gelten dürfte. Es ist durch das Sandbagging und den überarbeiteten Einstufungen schwer zu voraussagen, wer nun das schnellste Auto hat, aber die M3 GT werden sich hier sicher nicht verstecken müssen. Zu Gute kommen dürfte dem M3 sicher der spätere Termin, denn dadurch sollte es nicht so kalt werden wie letztes Jahr, wo die Dunlop-Reifen nicht so recht auf Temperatur kommen wollten. Allerdings hatte man in Le Mans kleinere technische Probleme welche das Team immer wieder leicht zurückgeworfen haben.
Sollte das Auto aber halten, dann sind beide Wagen absolute Siegkandidaten. Wichtig dürfte auch noch die Reichweite des Wagens sein. Letztes Jahr konnte man mit 100 Liter 9 Runden am Stück fahren, jedoch hat man heuer 50 kg mehr, dafür aber auch 10 Liter mehr Tankvolumen. Dadurch könnte es möglich sein, dass die BMW 10 Runden gehen könnten.

Allerdings werden dies nicht die einzigen BMW sein, welche um eine Topplatzierung vorne mitmischen wollen. So setzen Dörr Motorsport einen und Schuberth gleich 4 weiterentwickelte Z4 GT3 in der SP9 ein.
In der GT3-EM konnte das Auto mit 2 Siegen schon einmal zeigen dass man hier definitiv in die richtige Richtung entwickelt hat. Die größte Frage dürfte hier allerdings die Zuverlässigkeit sein. Letztes Jahr konnte man dank der Beständigkeit die Plätze 4 und 9 holen, allerdings hatte man in der VLN bisher gerade in diesem Punkt massive Probleme. So mussten z.b beim 4. Lauf alle 3 Z4 GT3 von Schuberth vorzeitig die Segel streichen.
Man hat zwar auf der #4 mit Tom Coronel, Jörg Viebahn, Marko Hartung sowie Claudia Hürtgen 4 sehr flotte Piloten, allerdings hat man mit Tom Coronel und Jörg Viebahn zwar schnelle, aber auch sehr temperamentvolle Fahrer am Start und gerade Jörg Viebahn hat in der Vergangenheit den ein oder anderen Unfall verursacht. Daher blicke ich einem Top10 Ergebnis sehr skeptisch gegenüber, auch wenn eine Claudia Hürtgen über alle Zweifel erhaben ist.
Daher schätze ich auch das Auto mit der #76 und Tommy Milner, Fredrik Larsson, Edward Sandström sowie Claudia Hürtgen als stärksten Z4 ein, denn hier fehlen einfach die heißsporne wie ein Jörg Viebahn oder Tom Coronel. Von den Fahrern und vom Speed des Wagen ehr sollte man in der Lage sein in die Top10 fahren zu können, wenn wie schon angesprochen das Auto hält. Man wird zwar sicher fleißig getestet haben, jedoch darf man Zweifel haben ob das Auto die 24H durchhält.
Der 3. Z4 von Schurberth mit der #77 wird derweil von den 3 Norwegern Stian Sorlie, Anders Burchardt, Nils Tronrud sowie dem Amerikaner John Mayes pilotiert. Man ist hier fahrerisch sicher nicht schlecht aufgestellt, aber hier werden doch eingie Sekunden pro Runde auf das Schwesterauto mit der #76 fehlen.

Der 4. Z4 GT3 wird von Dörr Motorsport eingesetzt. Hier hat man sich zu Beginn positiv über die Fortschritte beim Auto geäußert und scheint wohl mit dem Wagen zufrieden sein, was den Speed anbelangt. Mit Rudi Adams und Arno Klasen hat man auf jeden Fall 2 starke Fahrer, der Knackpunkt dürfte allerdings Chris Godwin sein. Man hat mit ihm sicherlich keinen schlechten Fahrer, allerdings dürften sich die fehlenden Kilometer auf der Nordschleife gerade in der Nacht beim überrunden bemerkbar machen.

Bei den GT4 Wagen wird Johannes Scheid mit seinem Team seinen Eifelbliz mit der Besatzung Dennis Rostek, Andreas Simonsen Stefan Landmann und Marathonmann Duncan Huisman den Start bringen. Nachdem man im letzten Jahr kein Auto von Scheid bewundern konnte, bringt man heuer den M3 GT4 an den Start. Man hat zwar auch hier wieder eine sehr sehr schnelle Besatzung, wobei das bei einem 24H nicht alles ist und man zu erst einmal ins Ziel kommen muss. Allderings hat es Johannes Scheid schon immer verstanden wie man ein 24H Rennen richtig angehen muss.

In der Klasse wird man sich vermutlich hauptsächlich mit dem M3 GT4 von Bonk und den von mir als stärksten Wagen der Klasse eingeschätzten, Aston Martin von Mathol Racing (gewann die ersten 4 Läufe der VLN in seiner Klasse der SP10 GT4) duellieren. Dieser M3 GT4 von Bonk mit der #62 wird von Andreas Montmann, Tim Mullen, Adam Chrsitodolou und Phil Quaify gesteuert. So kannte man unter anderem den letzten Lauf in der VLN gewinnen und liegt auch mit Rundenzeiten von knapp über 9 Minuten (auf der etwa 1 km kürzeren VLN-Variante) fast gleichauf mit dem Auto von Scheid und dem Mathol Aston Martin.

Ein weiterer BMW, welcher für eine Position zwischen 15 und 25 gut sein dürfte – wenn der Wagen hält ist der in der SP6 eingesetzt Z4 von Dörr Motorsport. Mit Rundenzeiten von ~8:40 in der VLN und dem schnellen Stefan Aust, Hanspeter Strehler und Uwe Ebertz. Hier wird natürlich viel davon abhängen, ob viele schnellere Wagen ausfallen (wo von ich persöhnlich ausgehen) werden und ob man selber ohne Probleme durchkommt.

Porsche

Der vermutlich stärkste Herausforderer von BMW dürften die Sportwagen aus Weissach sein und dort vor allem die Truppe rund um Olaf Manthey. Immerhin konnte man von 2006 bis 2009 alle 24H Rennen abräumen und auch heuer wird man ein Großaufgebot an den Start bringen um für alles gerüstet zu sein. Dies beginnt beim Sieger des 3. Laufes zur VLN und den 22 Stunden und 15 Minuten Sieger von 2010, dem Hybrid-Porsche. Über den Winter hat man bei Porsche den GT3 R Hybrid deutlich weiterentwickelt. So wiegt er nun 75 kg weniger, hat einer bessere Aero und die Elektromotoren haben mehr Leistung. Dafür musste man aber den Tankinhalt von 120 Liter auf 110 Liter reduzieren und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie BMW mit dem M3 GT oder einem GT3 RSR. Beim 4. Lauf zur VLN hat man mit dem Sieg schon mal angedeutet was dieser Wagen leisten kann. Allerdings wurde man vor dem 24H Rennen durch die BoP nochmals massiv ausgebremst. So hat man dem Hybriden nur noch eine max. Motorleistung von 466 PS auf dem Rollenprüfstand erlaubt, während der normale GT3 R bei gleichen Gewicht 525 PS haben darf.
Pilotiert wird der Porsche von Richard Lietz, Marco Holzer sowie dem ALMS Duo von Flying Lizard, nämlich Jörg Bergmeister und Patrick Long, welcher sein 24H Debut feiern wird. Dies dürfte auch eines der Probleme des Wagen sein. Sicher sind alle 4 Piloten sehr schnell, aber vor allem bei Patrick Long fehlen mir doch noch einige Runden auf der Nordschleife, denn hier ist Erfahrung so wichtig wie sonst nirgends, gerade wenn es ums Überrunden geht, gerade in der Nacht. Ein Knackpunkt dürfte auch die Zuverlässigkeit sein, denn letztes Jahr sind alle namhaften Porsche vorzeitig ausgeschieden, auch wenn der Hybride als letzter die Segel streichen musste.
Sollte man aber ohne Probleme durchkommen, sollte eine Topplatzierung möglich sein.

Als stärkste Besatzung von Porsche und im gesamten Felde würde ich allerdings Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Lucas Luhr einschätzen. Die ersten 3 konnten mit Marcel Tiemann zwischen 2007 und 2009 3 mal hintereinander die 24H gewinnen und man wäre auch heuer wieder mit Marcel gefahren, wäre nicht der Unfall in Imola gewessen. An dieser Stelle möchte ich und das gesamte Blog Marcel alles Gute für die Zukunft und seinem weiteren Genesungsprozess wünschen, damit sein Traum wahr wird und er eines Tages wieder in einem Rennwagen sitzen kann.
Aber mit Lucas Luhr hat man sich einen weiteren Hochkaräter geholt. Man besitzt hier die 2 erfolgreichsten Langstreckenprofis der letzten Jahr mit Bernhard/Dumas, mit Luhr einen 24H Gewinner von 2005 und mit Marc Lieb den schnellsten Piloten aller Starter hier im Felde. Daher ist diese Besatzung mein Siegfavorit. Interesant wird allerdings sein, auf welchem Wagen man fahren wird. Nachdem der GT3 R in diesem Jahr in allen Serien noch nichts reisen konnte und man laut Christian Menzel kaum mehr Luft nach oben habe, während die anderen noch mauern hat man sich bei Manthey entschieden in die Trickkiste zu greifen und hat den guten alten GT3 RSR aus der SP7 hervorgeholt. Diesen hat man beim 6 Stunden-Rennen eingesetzt, wo man fast noch den Ferrari geschlagen hat und auch beim 4. Lauf konnte man damit einen 2. Platz erreichen. Dabei hat man sogar den GT3 R und den RSR gleichzeitig eingesetzt um Vergleiche anstellen zu können.
Offensichtlich ist man sich bei Manthey aber wohl immer noch nicht sicher bzw. will sich beide Optionen offen halten und so hat man sowohl den GT3 R (#11) als auch den RSR (#18) mit allen 4 Fahrern für das Rennen genannt. Immerhin ist der GT3 RSR ein sehr ausgereiftes Auto mit dem man die 3 letzten Siege bei den 24H einfahren konnte und man hat 2009 damit eindrucksvoll bewießen, dass man damit ein 24H Sprintrennen ohne Fehler durchfahren kann. Außerdem konnte man damit bei der VLN 10 Runden am Stück fahren, genauso wie der Hybride. Allerdings ist die Strecke bei den 24H einen Kilometer länger und Marc Lieb sagte nach dem Rennen bei Sport1, dass er etwas Sprit sparen musste. Allerdings könnte man mit einer Reichweite von 9 Runden vermutlich immer noch eine Runde länger fahren als der GT3 R.

Und um zu verdeutlichen, wie wichtig die Reichweite ist, habe ich mal eine folgende Rechnung aufgemacht, welche für alle Fahrzeuge gültig ist: Ausgehend von einer Gesamtdistanz von 155 Runden, welche die Distanz von vor 2 Jahren war, muss man bei einer Reichweite von 10 Runden genau 155- 10 (Startturn) / 10 = 14.5 mal also 15 Stoppen. Bei einem Spritfenster von 9 Runden müsste man hingegen 16 mal an die Box kommen und bei einer Reichweite von nur 8 Runden, wie sie z.b letztes Jahr die GT3 R hatten wären es sogar 18 Stopps. Ausgehend von einer Zeit von 190 Sekunden pro Boxenstopp (144 sek sind durch den Tank-Pilot fix plus An und Abfahrt ) muss also ein Wagen mit einer Reichweite von 9 Runden jede Runde 1,3 Sekunden auf einen 10-Runden Fahrer rausfahren. Bei einer Reichweite von nur 8 Runden, müsste man sogar 3,7 Sekunden jede Runde schneller fahren um den Nachteil wieder egalisieren zu können.

Mich würde es daher auch nicht wundern, wenn der alte Fuchs Olaf Manthey sogar beide Wagen starten lässt und erst dann während des Rennen entscheidet, mit welchen Wagen er das Rennen zu Ende fährt. Allerdings gehe ich davon aus, dass man sich dann für den RSR entscheiden wird.

Dies sind aber nicht die einzigen Porsche. So wird auch dieses Jahr der Haribo Porsche mit der Nummer #8 an den Start gehen. Hier werden die sehr schnellen und erfahrenen Piloten Richard Westbrook, Christian Menzel und Mike Stursberg fahren, allerdings auch der deutlich langsamere Hans Guido Riegel. Es wird daher viel davon abhängen, wie oft Hans-Guido Riegel fahren wird, denn in der Vergangenheit hat er doch immer etliche Sekunden pro Runde auf seine Mitstreiter verloren, und bei einem erwarteten Sprintrennen wird es wohl um jede Sekunde ankommen.

Ein weiterer Porsche von Manthey, welcher auch Aussichtsreich sein dürfte ist der Wochenspiegel Porsche mit der #12. Es wird zwar eher kaum für ganz nach vorne reichen, allerdings hat die Besatzung Jochen Krumbach, Oliver Kainz, Georg Weiß und Michael Jacobs sehr viel Erfahrung und Routine. Man hat zwar mit den ersten 2 auch Fahrer welche den Speed an der Spitze mitgehen könnten, allerdings wird man hier eher nicht gleich alles geben und sich im Laufe des Rennen stetig nach vorne arbeiten, wenn die Topfahrzeuge sich zu Tode hetzen werden. Dazu kommt auch, dass man nicht mit dem etwas anfälligeren GT3 R sondern mit dem SP7 Porsche startet.

Wie wichtig Konstanz, Disziplin und Besonnenheit sind, hat im letzten Jahr Farnbacher demonstriert, als man zwar nicht das schnellste Auto hatte aber man sich durch die Probleme der Konkurrenten immer weiter nach vorne bis auf Platz 2 arbeiten konnte. Eine ähnliche Devise traue ich nicht nur dem WTM-Porsche zu, sondern auch dem Alzen Porsche mit der #31. Mit Jürgen Alzen, Klaus Ludwig, Sascha Bert und Artur Deutgen wird man sicher nicht das Höllen-Tempo der Spitze mitgehen, aber man hat extrem viel Erfahrung und Rountine auf der Nordschleife. So wird man sich sicher in die Top10 fahren können, wenn das Auto hält, aber da wird Jürgen Alzen schon dafür sorgen, dass der Cup S keine Probleme macht.

Selbiges gilt vermutlich auch für das Team Frikadelli Racing von Sabine Schmitz und Klaus Abbelen. So wird man heuer einen GT3 R einsetzen, mit welchen man heuer im 1. Lauf zur VLN Platz 5 und beim letzten Lauf den 2. Gesamtplatz erreichen konnte. Die beiden werden sich das Steuer der #26 mit dem sehr schnellen Niclas Kenntenich sowie dem Bruder von Jörg Bergmeister, Tim Bergmeister teilen. Ich denke nicht, dass man hier ab dem 1. Meter volles Risiko fahren wird, was man mit Sabine Schmitz und Niclas machen könnte, allerdings wissen die 2 Teaminhaber nur zu gut, wie man ein 24H Rennen angehen muss, als man 2008 mit einem 911 Cup den 3. Gesamtrang holen konnte.

Ein weiterer GT3 R wird von Falken Tyres eingesetzt und hier kann durchaus mit einer prominenten Besatzung aufwarten. So werden sich Wolf Henzler, Martin Ragginger, Sebastian Asch und Peter Dumbreck am Steuer der #44 abwechseln. Sicher hat das Team, welches in der Vergangnheit u.a den berühmten Nissan Skyline einsetze eine sehr schnelle Besatzung, aber es gibt hier doch einige mögliche Fehlerquelle, welche ein problemloses durchfahren relativ unwahrscheinlich machen. Zum einen setzt man auch hier auf den GT3 R, welche wie schon angesprochen im letzten Jahr nicht duch Zuverlässigkeit glänzten. Dazu kommen die Falkren Reifen, wo man nicht weiß wie gut die Schluss endlich sind. Sie können sehr gut sein, wie z.b die Hankook Reifen, aber auch nicht so toll.

Erfreulich ist auch, dass das erfolgreichste Deutsche Rennteam der Geschichte, Kremer Racing wieder am Start ist. Nachdem man in dieser Saison wieder mit 2 Porsche 911 Cup am Ring antritt wird man zum 24H Rennen einen nagel neuen GT3 R mit den Fahrern Daniel Schrey, Dirk Leßmeister sowie Adam Osieka und Wolfgang Kaufmann. Man hat sicher schnelle Piloten, die Frage wird allerdings sein, ob man das Rennen ohne Unfall bzw. Defekt über die Bühne bringen kann. Wenn ja, sollte eine Top10 Ankunft im Bereich des möglichen sein.

Abrunden möchte ich die Porsche mit dem Überraschungsteam des bisherigen Saisonverlaufes in der VLN, nämlich Pinta Racing mit der #27 auf ihrem GT3 R. Man hat hier mit Jörg van Ommen, Altfried Heger, Michael Illbruck und dem jungen aber sau schnellen Manuel Lauck eine gute Besatzung, welche Routine und Speed gut vereinigt, allerdings war man bisher eher glücklos unterwegs und musste Aufgrund von Unfällen und Technischen Defekten die Segel immer vorzeitig streichen. Sollte sich das nicht ändern, dann dürfte es für das Team welches teilweiße vorne so erfrischend mitmischen konnte, sehr schwer werden.

Man sollte hier aber nicht vergessen, dass ein Porsche von Manthey in der Regel immer etwas schneller ist als andere Porsche, was unter anderem auch daran liegt, dass Manthey zu den 24H immer Entwicklungsreifen von Michelin bekommen, während die anderen Teams diese nicht haben.

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April 22 2011

13:24

GT Masters: Saisonvorschau & Auftakt in Oschersleben

Wenn man Audi R8, Porsche 911, Mercedes SLS, Corvette Z06, Ferrari F430/458, Lamborghini LP600, Dodge Viper und BMW Alpina B6 hört oder liest, wird man vermutlich sofort denken man wäre auf der IAA in Frankfurt gelandet, es sei denn man befindet sich am Osterwochenende in Oschersleben beim Auftakt der ADAC GT Masters. Denn genau dort gehen all diese Wagen an den Start um die Titelverteidiger Prinz Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox vom Thron zu stoßen.

Die Meisterschaft welche auf dem FIA GT3-Reglement beruht und 2007 ihre ersten Rennen austrug hat sich mittlerweile zu einer festen Größe im Deutschen und Europäischen GT-Sport entwickelt und wird auch seit 2010 Live auf Kabel 1 ausgestrahlt. Dies zeigt auch die Anzahl der Nennungen, welche es Stand Donnerstag auf satte 41 Stück bringt! So viele Wagen haben weder BES, noch GT1-WM oder die GT3-EM vorzuweisen.


Zur neuen Saison hat sich im GT Masters einiges getan, so kommen neue Wagen, neue Teams, neue Fahrer und auch neue Strecken in die Serie. So wird man in diesem Jahr im August erstmals auf dem Red Bull Ring antreten, welches der wiederaufgebaute A1-Ring ist, der in diesen Tagen endlich wieder zum Leben erweckt wird. Außerdem gibt es weitere Abstecher nach Zolder und Assen. Der konkrete Terminkalender sieht dann wie folgt aus:

23.04.- 25.04.2011 Oschersleben (D)
12.05.- 15.05.2011 Sachsenring (D)
10.06.- 12.06.2011 Zolder (B)
08.07.- 10.07.2011 Nürburgring (D)
12.08.- 14.08.2011 Red Bull Ring (A)
02.09.- 04.09.2011 EuroSpeedway (D)
16.09.- 18.09.2011 Assen (NL)
30.09.- 02.10.2011 Hockenheim (D)

Eine weitere Änderung betrifft die Übertragung von Kabel 1. So wird dieses Jahr nicht mehr Rainer Braun die Rennen kommentieren, sondern der aus der VLN und LMS bekannte Fahrer und Kommentator Patrick Simon. So fährt Patrick Simon nicht nur in der FLM in der LMS, sondern kommentiert auch mit Lars Gutsche regelmäßig die Rennen der VLN. Eine kleine Kostprobe gibt es hier

Da es in Laufe der Saison recht häufig vorkommen wird, dass Teams einzelne Rennen auf einmal auslassen werden oder die Fahrerbesatzung öfters ändert, ist diese Vorschau nur unter Vorsicht zu genießen und es kann durchaus sein dass sich einzelne Besetzungen noch sehr kurzfristig ändern.

Beginnen möchte ich die Vorschau mit den Wagen aus dem Hause Porsche

Die meisten Fabrikate bringt dieses Jahr Porsche an den Start. Ganze 10 GT3 R und 1 Cup S werden in Oschersleben an den Start gehen, wobei leider vor allem die 2 GT3 R von Mühlner Motorsport immer noch äußert fraglich sind, denn bisher wurde nur Frank Schmickler auf dem GT3 R mit der Startnummer #6 genannt. Es ist also gut möglich, dass eventuell nur 1 oder gar kein Porsche von Mühlner in der Startaufstellung zu finden ist.

Anders sieht es hingegen bei der vermutlichen Speerspitze der Zuffenhausener aus, nämlich dem Team von a-workx Akrapovic welche 2 GT3 R einsetzen und dabei auf der #10 die beiden Fahrer Sebastian Asch und Michael Ammermüller, welcher Freitagsfahrer bei Red Bull und 2010 Fahrer eines R8 LMS mit Kenneth Heyer war, einsetzen.
Ferner hat auch die Mannschaft von Alfried Heger, HegerSport die Nennung von 2 GT3 R abgegeben, aber man wird nicht hinter dem Einsatz stehen, auch wenn Heger vorne drauf steht. Die Einsätze wurden de facto von Attempto Racing übernommen, denn wenn ein Team rechtzeitig einen Wagen für die Gesamte Saison meldet, werden einem 2/3, also 10.000 € des Nenngeldes rückerstattet. Pilotiert werden die Wagen von Robert Lukas Stefan Wendt (#29), Jürgen Häring, Nicolas Armindo (#30).

Das Teams 9Elf Dutt wird aber vermutlich kaum in den Kampf um die Spitze eingreifen, denn hier konzentriert man sich anscheinend stark auf die Amateur-Wertung. So werden bei 9Elf Dutt die Fahrer Oliver Dutt, Oliver Strasser die #13 steuern während Peter Veen und Uwe Kleen sich am Steuer der Nummero #14 dem einzigen 911 Cup S abwechseln werden.
Selbiges gilt mehr oder weniger auch für das Team FACH AUTO Tech, welche zwar schon dieses Jahr bei den 24H von Dubai am Start waren, aber ihr Augenmerk hier in Richtung der hart umkämpften Amateur-Wertung mit den Duos Daniel Dobitsch, Swen Dolenc in der #15 und Otto Klohs, Jens Richter in der #16.

Komplettiert wird das Feld von Bleekemolen RacePlanet Racing wo sich beim 1. Rennen Ronald van de Laar und Michael Bleekemolen, der jüngere Bruder von Jeroen am Steuer des Porsche mit Nummer 26 abwechseln werden.

Mercedes SLS AMG GT3

An diesem Wochenende wird auch Mercedes mit dem SLS AMG GT3 sein Debüt in jener Serie geben und dabei werden gleich 8 “Sternenkrieger” versuchen, den Titel nach Stuttgart zu holen. für das größte Kontingent wird dabei Heico Motorsport verantwortlich zeichnen, denn sie werden gleich 4 Wagen vorbereiten.
So wird die Startnummer #34 von keinem geringeren als Lance David Arnold, welcher letztes Jahr u.a. den Haribo Porsche steuerte und Andreas Zuber gesteuert, während sich auf dem Schwesterauto mit der #33 der mittlerweile GT-Erfahrene und aus der Champ Car bekannte Andreas Wirth sowie Christiaan Frankenhout aus den Niederlanden abwechseln werden. Die #31 wird von Thomas Holzer und Carsten Tilke, Sohn von Herrman Tilke gesteuert, während der 4. Wagen von den Piloten Dominik Baumann und Harald Proczyk pilotiert werden.

Als 2. Team wird Black Falcon 2 Mercedes an den Start bringen. Das Team welches bisher vor allem in der VLN seine Runden dreht, feiert nun sein Debüt im GT Masters und was für eins. So wird die #21 von keinem geringeren als Jan Seyfarth sowie Oliver Mayer gesteuert und die #20 von seinem Teamkollegen aus der VLN, Kenneht Heyer und Robert Renauer.
Ein weiterer SLS wird von MS Racing, dem Sieger des Porsche Carrera Cup 2009 mit David Sigacev und Dominik Stoll für das Rennen am Osterwochenende gemeldet.

Als 8. SLS fehlt bisher noch der SLS von Mamerow Racing. Das Team, welches nach Unstimmigkeiten mit Porsche im Winter zu Mercedes gewechselt ist und in der VLN am Start ist, hat zwar einen SLS genannt, jedoch sind bisher (Stand: Donnerstagmittag) keine Fahrer zu finden. Vermutlich wird zwar Chris Mamerow einer der Piloten sein, dass aber auch er eben nicht in der Liste auftaucht dürfte allerdings kein gutes Zeichen sein.

Lamborghini

Natürlich darf auch das Fabrikat nicht fehlen, welches letztes Jahr den Meister stellen konnte und diesmal geht ein wahres Großaufgebot von LP600+ an den Start, nachdem Reiter Engineering dem Lambo über den Winter nochmals ein umfangreiches Update spendiert hat.
Zumindest 6 Lambo wurden gemeldet, ob aber auch wirklich alle 6 in Oschersleben am Start sind, hängt vor allem vom Gesundheitszustand von Prinz Albert von Thurn und Taxis ab. Dieser hat ja bekanntlich am letzten Wochenende mit seinem Lambo in Monza bei der Blancpain Endurance Series aufs heftigste abgeflogen wobei er sich anscheinend doch verletzt hat. Denn Albert von T&T wurde in Regensburg mit einer Halskrause gesichtet und es machen doch Gerüchte über eine Verletzung der Halswirbel die Runde. Ob dies dann auch wirklich stimmt, ist zurzeit noch unklar, allerdings gab es bisher auch kein Dementi zu den Gerüchten.

Klar ist bisher nur, dass Reiter zur Zeit kein weiteres Chassis in der neuesten Konfiguration zur Verfügung hat, weshalb man zur Zeit ein Chassis aus dem Jahre 2007 vorbereitet, sollte man sich entscheiden mit 4 Wagen (ob nun mit oder ohne den Prinzen) an den Start zu gehen. Sein Beifahrer für Oschersleben und den Rest der Saison ist allerdings nicht mehr Peter Kox, dieser teil sich die #24 mit Marc A. Hayek, dem Hauptsponsor im Team von Reiter.
So wird für die #1 der schnelle GT-Pilot Phillip Geipel als Co-Fahrer vom Titelverteidiger aus Regensburg genannt.

Die beiden anderen Besatzungen vor Reiter sind zum einen die Söhne von Hans Joachim Stuck, Ferdinand und Johannes Stuck in der #2 und man darf gespannt sein, wie schnell vor allem Ferdinand Stuck sein wird, denn Johannes Stuck hat ja schon u.a in der VLN und bei den 24H bewiesen, dass er ein schneller Mann ist. Diese Einsätze im GT Masters dürften vermutlich aber auch hauptsächlich zur Vorbereitung auf das 24H Rennen dienen, denn dort wird es ein Team Stuck³ geben, bei dem alle 3 Stucks am Steuer eines Lambos sitzen werden.
Im 4. Reiter Lambo mit der Startnummer #25 werden sich der erfahrene Frank Kechele und Tunku Hammam Sulong aus Malaysia abwechseln.

Aber Reiter wird nicht das einzige Team mit den Italienischen Sportwagen sein, denn dieses Jahr erhalten sie Unterstützung vom Team rhino`s Leipert Motorsport welche 2 LP600+ mit David Mengesdorf, Dennis Vollmair in der #11 und Oleg Petrishin aus Russland und Marcel Leipert am Steuer der #12 an den Start bringen werden. Es bleibt abzuwarten wie sich diese beiden Duos schlagen werden.

Corvette

Sicherlich hat Corvette mit für die meisten Schlagzeilen gesorgt, als man bekannt gab, wer der neue Teamkollege von Sven Hannawald sein wird, nachdem Thomas Jäger es eben nicht mehr ist. Denn der neue Teamkollege wird Heinz-Harald Frentzen sein. Heinz Harald Frentzen wird zwar nach den Richtlinien der SRO als A Fahrer eingestuft, jedoch darf bezweifelt werden wie gut er in der GT3-Vette wirklich sein wird. Zum einen hat er in den GT-Fahrzeugen nicht viel bzw. kaum Erfahrung, zum anderen kann ich mich noch gut an seine Einstufungsfahrten zur GT1-WM aus dem letzten Jahr erinnern, nach denen die Nissan komplett falsch eingestuft waren und nicht den Hauch einer Chance hatten.

Die 2. von 4 Corvetten wird von Daniel Keilwitz und Diego Alessi mit der Startnummer #28 pilotiert und dürfte unter Umständen für die eine oder andere Überraschung gut sein, wenn die Einstufung des Fahrzeuges passt. Die 3. Corvette mit der #18 wird von Sven Hannawalds letztjährigen Konkurrenten um die Amateur-Meisterschaft, Toni Sailer pilotiert. Ihm zur Seite stehen wird der Österreicher Phillip Eng, während die 4. Corvette des Teams Callaway Competion vom schweizerischen Duo Hans Hauser und Remo Lips gesteuert wird (#19).

Audi

Nachdem man im letzten Jahr nur knapp den Titel gegen Albert/Kox verloren hatte, sind man heuer wieder auf Revanche und will mit aller Gewalt den Titel holen – Ein anderer Schluss lassen die Fahrerpaarungen kaum zu. So wird die #3 vom letztjährigen Vize-Duo Christopher Mies und Luca Ludwig gesteuert. Das 2. Auto von ABT Sportsline wird hingegen vom bekannten Jens Klingmann und dem einzigen Neuzugang im Team, Christer Jöns von Black Falcon kommend gesteuert.

Aber auch das Team Rosberg ist ebenfalls sehr hochkarätig besetzt, denn so greifen am Steuer des Wagens mit der Startnummer #7 Andreas Simonsen und kein geringerer als GT Masters Champion Christopher Haase ins Volant und auch das Schwesterauto mit #8 wird sicher ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen bzw. können denn hier wechseln sich Stefan Landmann und Porsche Supercup Seiger Rene Rast hinter dem Lenkrad ab.

Neben diesen 4 sehr hochkarätig besetzten Audi R8 LMS, bringt Prosperia Team Brinkmann auch noch einen privat eingesetzten R8 mit den beiden holländischen Piloten Danny van Dongen und Arjan van der Zwaan mit der #39 an den Start.

Die “Exoten”

Es ist ja nicht so, dass hier nur R8, GT3 R und SLS sowie Corvetten um den Titel fahren würden, nein es gibt auch andere Wägen mit durchaus ernstzunehmenden Chancen auf das Podium bzw. auf mögliche Siege.
Zuerst sei hier natürlich der brandneue Ferrari F458 GT3 vom Team Farnbacher Racing genannt. Das Team welches letztes Jahr überraschend die 2 2. Plätze bei den 24H vom Ring und in der LMGT2 in Le Mans gewinnen konnte, wird hier sicher nicht auf ankommen fahren, denn die Besatzung mit Dominik Farnbacher und Niclas Kentenich ist sehr stark. So fuhr Niclas schon früher sehr erfolgreich im GT Masters und ist auch heuer z.b in der VLN für das Team von Sabine Schmitz am Start, während Dominik Farnbacher zu den besten und schnellsten GT Piloten zu zählen ist.

Ein weiterer F458 GT3 tauch in der Liste unter der Nennung Oliver Mayer mit den Fahrern Maximilian Götz und Maximilian Mayer auf, während Kessel Racing einen älteren F430 GT3 Freddy Kremer und Detlef Schmitz unter der Startnummer 50 gemeldet hat. Man kann nur hoffen dass auch beide Ferrari am Samstag in der Startaufstellung auftauchen und nicht noch kurzfristig absagen.

Viele werden sich auch gefragt haben, mit welchen Fahrzeugen aus München heuer zu rechnen ist und die Antwort wird folgende sein: Keine Z4, dafür aber 2 B6 vom Team Engstler. So werden heuer vermutlich keine Z4 GT3 von Schubert an den Start gehen, dafür werden aber 2 weiterentwickelte Alpina B6 vom Team Engstler an den Start gehen. So wird die #40 von Florian Spengler und einem ehemaligen Piloten des 2008 OPC Race Camp, Alexander Plenagl gesteuert werden. Das 2. Auto wird hingegen von Dino Lunardi und einem ehemaligen Tourenwagen Piloten, denn viele vll. noch aus der DTM kennen, Alexandros Margaritis gesteuert, nachdem man ja Andreas Wirth in Richtung Mercedes verloren hat.

Zum Abschluss gibt es noch einen Wagen auf den ich mich persönlich recht freue, nämlich die Vulkan Viper von Mintgen Motorsport. Nachdem es gegen Ende des Jahres um das Team etwas ruhiger wurde, haben sie es geschafft eine GT3 Viper mit Heiko Hammel und keinem geringeren als Sascha Bert vorzubereiten.

Die Rennen am Ostersonntag und am Ostermontag werden wie schon angesprochen von Kabel 1 Live übertragen.

masters-100430-0010 gt_masters-110106-0010 gt_masters-110106-0009 ADAC GT Masters Weekend Oschersleben 09.-11.April 2010 gt_masters-100815-0608 gt_masters-090607-0282 gt_masters-100602-0422 gt_masters-110414-0081

March 31 2011

10:07

VLN: Vorschau und Saisonauftakt 58. ADAC Westfalenfahrt

Nachdem in den letzten Wochen und Monaten der Nürburgring ja bekanntlich nicht gerade durch die Leistungen der Teams und Piloten, welche hier ihre Runden drehen in die Schlagzeilen gekommen ist, wird es nun Zeit dies zu ändern, denn es beginnt endlich wieder die Motorsportsaison am Ring. Nachdem am letzten Samstag und auch inoffiziell am Freitag die offiziellen Test und Einstellfahrten stattgefunden haben nimmt die VLN nun endlich wieder die Nürburgring Nordschleife im Renntempo unter die Räder.

Wenn am Samstag um 12.00 Uhr deutscher Zeit die 1. Startgruppe zur 58. ADAC Westfalenfahrt auf die Reise geschickt wird, beginnt eine vielversprechende Saison mit einigen Neuerungen und sehr interessanten Wagen, Teams und Piloten. Nachdem das diesjährige 24H Rennen vom Nürburgring ja bekanntlich recht spät im Juni über die Bühne geht (23.06 – 26.06), bleibt das natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die VLN. Dies bedeutet im Klartext dass nun bereits 5 Rennen und somit die Hälfte der Saison bereits vor dem Saisonhöhepunkt Ende Juni über die Bühne geht, während die letzten 5 Rennen dann ab Ende Juli bis Ende Oktober gefahren werden. Außerdem gesellt sich neben dem Saisonhighlight der VLN, dem 6H ADAC Ruhr-Pokal Rennen nun ein 2. 6H Rennen in den Kalender, nachdem es ja in der Winterzeit ja sogar danach ausgesehen hat, als würde am 10. September ein 12H Rennen ausgetragen vom MSC Ruhrblitz stattfinden.

Leider ist es aufgrund von diversen Problemen wie angeblichen Ärgernissen mit den Anwohnern nicht dazu gekommen und man hat sich dazu entschieden am 27.08 das ADAC Ruhr Pokal Rennen auszutragen welches über 6 H geht und das 12H Rennen findet somit nicht statt. Der genaue Zeitplan sieht dann wie folgt aus:

02.04.2011 58. ADAC Westfalenfahrt
30.04.2011 36. DMV 4-Stunden-Rennen
14.05.2011 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy
28.05.2011 53. ADAC ACAS H&R-Cup
11.06.2011 51. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen
30.07.2011 34. RCM DMV Grenzlandrennen
27.08.2011 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen
24.09.2011 43. ADAC Barbarossapreis
15.10.2011 35. DMV 250-Meilen-Rennen
29.10.2011 36. DMV Münsterlandpokal

Beendet wird die Saison wie immer mit der Jahresabschlussfeier sowie Siegerehrung der Klassen am 10.12 im Dorinth Hotel.

Aber nicht nur im Kalender hat sich was getan, auch im technischen Reglement gab es Veränderungen. Nachdem ja das Thema downsizing immer mehr in Mode kommt wie etwa in der F1, hat man sich auch in der VLN entschieden diesem Thema Rechnung zu tragen indem man 2 neue Klassen eingeführt hat, nämlich die V1T und die V2T in der Divison der VLN Serienwagen für Straßennahe Wagen bis 1.600 ccm bzw. 2.000 ccm Tubomotoren.

Überhaupt erleben die kleinen Klassen wie die SP3T (Turbomotoren bis 2000ccm) in der sich viele Opel Astra, Seat Leon, Audi TT tummeln oder die SP3 (Sauger bis 2000ccm) einen starken Zuwachs und so gehen alleine in diesen Klassen am Samstag knappe 40 Wagen an den Start (Rechenfehler mal außen vor gelassen ;-)). Auch ist in die SP3 die Renault Clio Cup Klasse eingebettet welche sich regelmäßig über sehr viele Nennungen erfreut und somit wesentlich dazu beiträgt und auch ein Grund war, warum sich Bonk den Titel sichern konnten. Wenn sich die Klassenstärke einigermaßen auf diesen Niveau halten kann dann stehen die Chancen sehr gut dass der diesjährige Meister aus einer dieser Klassen kommen wird.
Dies wird natürlich die Titelverteidiger von Bonk Motorsport sicher sehr freuen, aber gleichzeitig bedeutet dies auch dass man selber kaum Fehler machen darf, denn sonst kann ein direkter Konkurrent wie etwa Raeder Motorsport oder Black Falcon oder ein Team welches in einer der sehr beliebten VLN Serienwagenklassen oft die Nase vorne hat ein gutes Wörtchen um die Meisterschaft mitreden.

Dies ist auch sicher ein Grund warum z.b Derscheid Motorsport, das beständigste Team in der V2 in der Vergangenheit sich nun dazu entschlossen hat mit den Fahrern Rolf Derscheid/Michael Flehmer/Ralph-Peter Moog einen BMW 325i in der deutlich stärker besetzten V4 an den Start zu bringen.
Es ist daher sehr schwierig Favoriten vorherzusagen, da zwar ein jedes 2 Streichresultate besitzt da die besten 8 Ergebnisse in die Jahresgesamtwertung einfließen, aber ein Unfall auf der Nordschleife sehr schnell passieren kann oder dass die Nennungen in der ein oder anderen Klasse nach dem 24H Rennen unter Umständen stark zurückgehen, was eben dazu führt dass man in seiner Klasse nicht mehr so viele Punkte holen kann.
Eine Erklärung über die Klassen sowie das Punktesystem kann man hier nachlesen: http://www.racingblog.de/2010/10/15/vln-vorschau-34-dmv-250-meilen-rennen/
Es fällt aufgrund dessen zwar schwer wirklich treffsichere Voraussagen zu möglichen Jahressiegern zu treffen, aber man darf die Favoriten aus den zahlenmäßig stärksten Klassen schon weiter vorne erwarten. Dies wären somit natürlich wieder Mario Merten/Wolf Sylvester mit der #1 von Bonk Motorsport aus der SP3 (mit Clio Cup). Aus der SP3T wird man daher auch sicher wieder das bekannte Trio von letztem Jahr mit der Startnummer #333 auf ihrem Audi TTS vorne sehen können. Dies wären Elmar Degeener/Christoph Breuer/Jürgen Wohlfarth, von dem Team welches im 1. Lauf leider keinen Audi TT RS aus der SP4T an den Start bringt was meiner Meinung nach sehr schade ist, denn ich wäre sehr gespannt gewesen in wie weit dieses Auto bei sehr wechselhaften regnerischen Bedingungen vorne mitmischen hätte können.
Aber auch das Team Black Falcon welches dieses Jahr mit einem Großaufgebot an den Start geht (dazu mehr dann weiter unten) wird man mit der Startnummer #376 aus der V6 mit dem Trio Volin Oleg/Leisen Phillip/ sowie Sean-Paul Breslin auf einem BMW M3 auf jeden Fall auf der Rechnung haben müssen, nachdem ja letztes Jahr das Trio Leisen/Phillip/Knechtges den Kampf um den Titel gegen Bonk verlor.
Um die Chancen auf einen Sieg aber möglichst hoch zu halten hat man bei Black Falcon neben dem Wagen in der V6 auch einen Wagen in der Serienklasse darunter, der V5 genannt. Auf der Startnummer #396, einem BMW Z4 werden sich Carsten Knechtges/Tim Scheerbarth und Manuel Metzger am Steuer abwechseln.
Mein persönliches Dark Horse wären aber Oliver Jannik und Elmar Jurek auf einem Renault Clio Cup mit der #678, denn haben die beiden doch letztes Jahr schon stark in der Renault Clio Cup Klasse aufgezeigt, dass man hier gewinnen kann und aufgrund der großen Starterzahlen würde das halt immer ordentlich Punkte bedeuten.

Überhaupt spielen die Klassen eigne ganz wichtige Rolle in der Meisterschaft und so gibt es auch zum neuen Jahr hin Teams, welche entweder die Klasse gewechselt haben oder neu in die Meisterschaft und somit in die dazu gehörige Klasse gekommen sind. Ein paar möchte ich davon nun vorstellen:

Das bisher bekannteste und sicher mit am meisten Aufsehen erregendste Projekt welches die VLN bereichert dürfte ohne Zweifel der Ferrari P4/5 von der Scuderia Cameron Glickenhaus sein welcher in der E1-XP genannt wurde. James Glickenhaus hat sich hierbei einen Traum erfüllt und sich einen Nachbau des originalen Ferrari P4/5 bauen lassen welcher hier noch ohne Lackierung im reinen Carbon-Stil antritt. Die Basis für dieses Auto bildet noch der alte Ferrari F430 GT2, wovon unter anderem der Motor übernommen wurde jedoch wird schon beim 1. Blick klar dass hier mächtig eigenentwickelt werden musste, denn dieses Auto ist ein weltweites Unikat ! Dass man damit aber nicht nur optisch auffallen will, zeigt alleine schon die Fahrerpaarung, denn hier werden sich Nicola Larini, Luca Cappellari, Mika Salo und den einigen aus der BTCC bekannten Frabrizio Giovanardi am Steuer abwechseln.

Ein weiteres Team welches nun endlich wieder in gewohnter Manier ist Scheid Motorsport mit seinem Eifelblitz. Nachdem man ja im letzten Jahr aus bekannten Gründen erst wieder am Saisonende mit einem Wagen dank Hilfe von BMW antreten konnte, steht man nun schon beim 1. Rennen in der Nennliste. Als Auto wird wie beim letzten Lauf der BMW M3 GT4 in der Klasse SP10 eingesetzt jedoch nun in seiner standesgemäßen Farbe: Blau. Als Fahrer wird unter anderem Duncan Huisman am Steuer sitzen. Man wird damit zwar sicher nicht um Gesamtsiege mitfahren können, jedoch stellt es doch die beste Wahl für das Team dar, denn der finanzielle Einsatz welche Topteams wie Manthey, Phoenix oder Schnitzer im Kampf um die Gesamtsiege bringen ist für das sympathische Team rund um Johannes Scheid einfach kaum machbar. Aber es erfreut sicher jeden dass dieses Traditionsteam wieder am Start ist und vll. ist man ja für die ein oder andere Überraschung gut wenn das Wetter wechselhaftig ist und Konkurrenten welche auf dem Papier zwar schneller sind, aber Fehler machen.

Ein weiteres sehr prominentes Team was man man in der Nennliste findet ist Kremer Motorsport. Eines der erfolgreichsten Deutschen Motorsport-Teams in den vergangen Jahre/Jahrzehnten tritt nun wieder in der VLN mit 2 Wagen an. Nachdem man jedoch die letzten 15 Jahre nicht ins Geschehen eingreifen konnte, hat man nun endlich wieder die Mittel um wieder anzugreifen. Dass man trotz 15 Jahren Pause aber immer noch das erfolgreichste Amateuer Team in der deutschen Motorsportgeschichte ist zeigt welch außergewöhnliche Leistungen dieses Team in der Vergangenheit abliefern konnte. Der am stärksten eingeschätzt Wagen dürfte der Porsche 911 Cup in der SP7 sein welcher von den sehr erfahrenen Michael Küke und dem Teaminhaber Eberhard A. Baunach um den Ring pilotiert wird. Ein 2. 911 Cup wird in der Cup-Klasse antreten welche auch dieses Jahr wieder hart umkämpft sein wird und auch sicher den ein oder anderen Wagen aus der SP9/7 ärgern wird. Gerade wenn es regnet kann so ein Cup-Porsche in guten Händen und mit guter Strategie für richtig Furore sorgen.

Dazu wird sich ein weiterer Porsche 911 gesellen und zwar einen welchen man auf den 1. Blick dort vll. nicht erwartet hätte, in Anbetracht der starken Werksteams samt Profifahrern aber doch verständnisvollen Schritt getan haben. Die Rede ist vom WTM-Porsche welcher letztes Jahr noch in der SP9 am Start war und nun in der SP7 genannt wird um die Chance auf Klassensiege zu haben. Nachdem Peter Paul-Pietsch nicht mehr ins Volant greifen wird, wird dieser Wagen nun von Oliver Kainz/Georg Weiß/ sowie Michael Jacobs gesteuert.
Dort bekommen sie aber auch von Frikadelli Gesellschaft welche heuer einen 2. Wagen, einen 911 Cup in der SP7 an den Start bringen werden welcher am Samstag von Klaus Abbelen und Florian Fricke über den Ring gesteuert wird, während sich Sabine Schmitz und Niclas Kentennich in der #30 einem Porsche 911 GT3 R in der SP9 abwechseln werden.

Somit sind wir nun in der Top besetzten Klasse, der SP9 angelangt. Hier tummeln sich al die Wagen welche nach FIA GT3 Reglement aufgebaut sind und aktuell am schnellsten sind. Gerade hier wird sich ein richtig schöner Zweikampf um die Gesamtsiege entwickeln, wobei man aber gerade im Vorfeld zu den 24H aber davon ausgehen muss dass hier zum teils massives Sandbagging betrieben wird um nicht vor den 24H noch zusätzliches Gewicht oder einen kleineren Air Restriktor verpasst zu bekommen. Man sollte daher diese Zeiten sowie der anderen Gesamtsiegfähigen wie dem BMW M3 GT2 (E1-XP) oder dem Farnbacher Ferrari F458 nicht für bare Münze nehmen, da man im letzten Jahr hier im Vergleich zu den Rennen nach dem Saisonhöhepunkt um gute 10-15 Sekunden langsamer war. Ähnliches erscheint auch hier möglich, auch wenn alle Wagen per Datalogger und vorgesehener Mindest-PS Zahlen reglementiert sind. In wie weit das aber funktionieren wird wird sich dann zeigen müssen. Beginnen möchte ich bei den Top-Wagen mit der Marke welche 2010 gesamte 9 von 10 Rennen gewinnen konnte:

Porsche 911 GT3 R

Auch heuer werden die Gesamtsiege sicher wieder über die Marke aus Zuffenhausen führen. Alleine Manthey wird wieder mehrere Wagen einsetzen, darunter die Top besetzen Wagen in der SP9 mit dem bekannten “Dicken” #11, wo sich am Samstag Lucas Luhr, Timo Bernhard und der Überaschungsmann des letzten Jahres, Arno Klasen abwechseln werden. Die #8 der Haribo Porsche wird indes hingegen von dem bekannten Christian Menzel sowie Neuzugang Mike Stusberg gesteuert, nachdem Lance David Arnold ja nun bei Heico einen Mercedes SLS AMG GT3 im GT Masters pilotieren wird. Auch auf dem Nadelstreifen(/Wodka)-Porsche bleibt nicht alles beim alten, nachdem Armin Hahne ebenfalls das Lager in Richtung Mercedes verlassen hat, wird die #10 nun vom schnellen Jochen Krumbach sowie Marc Gindorf und Philipp Wlazik gesteuert.
Dies sind aber nicht die einzigen Porsche 911 GT3 R mit Siegchancen, denn auch den Illbruck (welcher offiziel als Pinta Porsche) GT3 R mit der Startnummer #14 mit Michael Illbruck und Manuel Lauck wird man auf jeden Fall zum erweiterten Favoritenkreis zählen müssen, ebenso wie den Falken Porsche mit der #34 welcher von niemand geringerem als Peter Dumbreck und Jörg Bergmeister über den Ring pilotiert wird.
Leider fehlt auf der Liste Mühlner Motorsport nachdem Jörg Bergmeister im Mühlner-Porsche im letzten Rennen das Feld über die ersten Runden anführen konnte, dann aber aufgrund von technischen Problemen erst zurückgeworfen wurde, eher dann später der endgültige Ausfall feststand. Bis jetzt ist der Porsche 911 GT3 R mit 1250kg, 67,7mm Air Restriktor und 100 Liter Tank eingestuft und somit in etwa auf den Niveau des Vorjahres wobei natürlich der kleiner Air Restriktor schon Auswirkungen haben wird, aber wie stark wird abzuwarten sein.

Mercedes SLS AMG GT3

Ein wahres Großaufgebot an siegfähigen Wagen schickt Mercedes in das Rennen. Nicht weniger als 7 (!!!) Wagen wurden von ROWE, Mamerow, Horn und Black Falcon für das Rennen am Samstag genannt und man unterstreicht die Absicht alles zu tun damit beim 24. H Rennen 2011 ein Stern ganz oben auf dem Podest steht. Angeführt wird das Aufgebot des “Kundeneinsatzes” von Black Falcon welche in der Startnummer #2 die 4 Toppiloten Kenneth Heyer, Thomas Jäger, Jan Seyffarth sowie Jeroen Bleekemolen fahren lassen. Unterstützung im Kampf um den Gesamtsieg erhalten sie dabei von der #7 Mamerow Racing wo der Fahrer des Jahres 2009, Chris Mamerow und der vorher angesprochene Armin Hahne hinter dem Volant Platz nehmen werden.
ROWE Racing wird dabei auch unter anderem die #15 mit dem aus der GT1-WM bekannten Dominik Schware/Hubert Paupt sowie Klaus Rader einsetzen.
Als 4. Team komplettiert Horn Racing das Quartett und tritt dabei mit keinem geringeren als Sascha Bert sowie Teameigner David Horn an, man wird abwarten müssen wie sie die oben geannten Paarungen schlagen werden, denn bei den 24H von Dubai war teilweise zwischen den Zeilen zu hören dass man in Sachen Speed noch nicht ganz so zufrieden ist, aber sollte es Probleme geben/gegeben haben wird dem dort sicher mit Hochdruck nachgegangen. Es kann aber auch gut sein dass mögliche Performance Probleme über die Saison hinweg auf einmal um Punkt 15.00 Uhr am 25. Juni verflogen sind wenn die 24H starten ;-). Von daher sollte man die Performance der Wagen wie oben schon einmal angesprochen generell mit Vorsicht genießen. Als Einstufungsergebnisse liegen bis jetzt 1350 kg, 120 Liter und ein noch zu definierender Air Restriktor vor.

Audi R8 LMS

Relativ bescheiden wirkt dagegen das Aufgebot von Audi. Nur 2 R8 LMS sind in der Nennliste für Samstag zu finden, nachdem ja letztes Jahr am Anfang bis zu 4 Wagen direkt von Abt und Phoenix eingesetzt wurden. Auch sind die 2 R8 von Black Falcon nicht mehr am Start da man ja bekanntlich auf Mercedes umgestiegen ist. Dafür haben es die 2 Besatzungen aber def. in sich und man wird Fahrerseitig sicher Chancen auf einen Podestplatz haben. So steuern die #27 Andreas Simonson (bekannt vom Farnbacher Ferrari), Christopher Haase (Mercedes SLS AMG GT3 in der VLN letztes Jahr) sowie Marc Bronzel welche sicher eine starke aber eben komplett neue Paarung bilden. Das Schwesterauto, die #21 wird von Marc Brunstedt und Marc Hennerici pilotiert, vor allem Marc sollte so ziemlich jedem bekannt sein. Auch hier bleibt es abzuwarten wie sich die Audi schlagen werden da Audi dem R8 im Winter sicher wieder ein Upgrade spendiert hat, was sich auch in der Einstufung im Rahmen der BoP zeigt. So muss der R8 nur noch 1300 kg auf die Wage bringen was nochmals 25 kg weniger sind als beim letzten Rennen 2010, darf dafür aber auch nur mehr 110 Liter Tankvolumen besitzen.

Dies war nun eine Übersicht über die Topklasse SP9, jedoch existiert ja auch noch die E1-XP in welcher ja z.b der Ferrari P4/5 genannt wurde. In jeder besagten Klasse sind aber noch 2 andere Wagen gemeldet und da aller guten Dinge zwar 3 sind, aber 4 große Hersteller natürlich noch mehr Spannung versprechen hat auch BMW wieder 2 M3 GT2 für das Rennen am Samstag genannt.

BMW

Auch in diesem Jahr wird man mit dem Team aus München rechnen müssen, hat man sich doch schon frühzeitig in der vergangenen Saison entschieden auch heuer wieder in der VLN starten zu wollen. So hat man 2 überarbeitete BMW M3 nach GT2 Reglement genannt um ein Wörtchen um die Gesamtsiege mitreden zu können. Erkennbar sind die M3 an der leicht überarbeitenden Front wie z.b den geänderten Flaps über den Splitter. Pilotiert werden diese Wagen mit den gleichen Besatzungen wie im Vorjahr. So wird die #42 von Jörg Müller, Augustu Farfus und Nordschleifenverteran Uwe Alzen pilotiert, während das Schwesterauto von Dirk Werner, Dirk Müller und Andy Priaulx gesteuert wird. Es fehlen leider Dirk Adorf sowie Pedro Lamy.

Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Überblick über die etwas älteren aber keinesfalls langsamen Gruppe H Wagen geben, denn hier tauchen echte Sehenswürdigkeiten auf.
Zum einen wäre hier der Porsche dp 935 vom MSC Osnabrück e.V mit den Piloten Michael und Wolfgang Schreyl und der Startnummer #568. Wer nicht weiß welcher Porsche das ist, der kann sich mal hier durch die Trefferliste von Google arbeiten um zu sehen welch historisches Fahrzeug hier an den Start gebracht worden ist.

Ein weiteres historisches und sehr schnelles Auto ist der Mercedes Benz E190 Evo der Gebrüder Schall. Nachdem sie im letzten Lauf zur VLN bereits auf diesem Auto angetreten sind haben sie sich dazu entschlossen mit Hilfe von Black Falcon und Michael Bäder dieses Auto auch heuer wieder einzusetzen. Wer mehr über die Geschichte dieses Autos wissen, will, soll bitte hier (Absatz 5) klicken, denn sonst wird meine Vorschau noch länger ;-)

Leider ist der BMW M1 nicht in der Liste zu finden, ebenso wenig wie Hans Joachim Stuck welcher sein Comeback auf der Nordschleife daher nicht am Samstag feiern wird, ebenso wenig wie seine Söhne Johannes und Ferdinand welche ja im GT Masters auf einem Lamborghini LP600 von Reiter starten.

Das Zeittraining zum Rennen startet am Samstag bereits um 8.30 Uhr und geht wie gewohnt über 90 Minuten bis 10.00 Uhr, ehe dann um 12.00 Uhr die grüne Flagge für die 1. von 3 Startgruppen fallen wird.
Leider gibt es keinen Internetstream, wer jedoch in der Nähe der Nordschleife wohnt kann das Rennen über DVB-T sehen, andere wie ich sind auf das Liveradio mit Lars Gutsch und dem Liveticker samt Livetiming von www.vln.de angewießen.

March 06 2011

08:00

Die WTCC – Hintergründe und Diskussionspunkte

Zum Start dieser Artikelreihe: In ein paar Wochen geht die Rennsaison wieder richtig los. Und damit für uns Fans auch der Stress: Jedes Jahr kommen neue Klassen dazu. Andere Rennformeln sterben aus, oder werden wiederbelebt. Findige Organisatoren mogeln, wie etwa bei der F2, ein wenig bei den Bezeichnungen. Kurz: Auch der größte Petrolhead kann schon mal den Überblick verlieren.
Daher die Idee zu dieser Artikelserie: Hier soll es um die Hintergründe der wichtigsten Rennklassen gehen. Dazu gehören ein paar “historische” Daten – aber auch die Eckpunte zur aktuellen Position in der Motorsportwelt, etwa zur Präsentation in der Medien oder der Vermarktung. Und dann will ich auch noch die wichtigsten Streitfragen beleuchten, mit die mir zur Serie im Gedächtnis sind – Meinungsaustausch in den Kommentaren ist sehr erwünscht. Den Anfang macht heute die WTCC.

Die Anfänge:
1963 wurde die European Touring Car Challenge im Auftrag der FIA ins Leben gerufen. Der Rennkalender bestand unter anderem aus den Traditionsstrecken Nürburgring, Zandvoort, Zolder und Brands Hatch. Das Starterfeld setzte sich aus wahnwitzigen 9 Klassen zusammen, nach Hubraum geordnet. Trotzdem gab es nur einen Gesamtsieger. Dies führte am Ende der ersten Saison zu der kuriosen Situation , dass gleich 5 Fahrer gleich viele Punkte hatten. Die Serie gewann relativ schnell an Popularität und mehr Hersteller und Fahrzeuge kamen hinzu.
In den 70er Jahren wurde die Serie in European Touring Car Championship umbenannt – und hatte wegen der Ölkrisen mit kleineren Starterfeldern zu kämpfen.

Die 80er und 90er:
Anfang der 80er feilte man massiv am Regelwerk, was effektiv den Tod der Serie bedeuten sollte. Es gab nur noch 4 Klassen, die Kosten explodierten und die Rennsieger waren mit Ford, Toyota und BMW immer die Gleichen. 1988 wurde sie Serie eingestellt, nicht jedoch ohne vorher 1987 unter dem Namen World Touring Championship die internationale Expansion zu versuchen. Diese endete jedoch in einem ziemlichen Disaster. Auf Grund der hohen 60.000 $ Meisterschaftsstartgeld gab es nur 15 Fahrzeuge, die um die Punkte fuhren. Dies sollte für lange Zeit die einzige Saison der WTCC bleiben.
Die Idee von einer Tourenwagenweltmeisterswchaft lebte aber natürlich weiter. Von 1993-1995 wurden Einzelevents, die so genannten Touring Car World Cups ausgetragen, jedoch nur auf jeweils einer Strecke pro Jahr und zwar in Monza, Donington und Le Castellet. Die Bestrebungen für eine Tourenwagenweltmeisterschaft wurden immer konkreter und schließlich wurde 1995 die International Touring Car Championship (=ITC) ins Leben gerufen. Diese war im Prinzip eine “Internationalisierung der DTM”, in der die Kosten explodiert waren. Man brauchte also einen “Grund” so hohe Summen auszugeben, folglich gründete man die ITC. Die Rennen wurden mit gleichen Fahrzeugen und Fahrern ausgetragen, die Veranstaltungen im Deutschland brachten Punkte für die DTM, jene im Ausland für die ITC. Als die Verantwortlichen merkten, dass dieses Konzept (besonders im Bezug aufs Marketing) “überraschenderweise” nicht ganz aufging, strich man die DTM-Saison 1996 und es gab nur noch die ITC. Diese bot sehr spannende Rennen, da fast alle Marken gleich stark waren. Auch das Fahrerfeld liest sich beeindruckend: Alten DTM-Hasen wie Hans-Joachim Stuck oder Klaus Ludwig und ehemalige Formel 1-Piloten wie JJ Lehto oder Aguri Suzuki. Außerdem junge Talente vom Schlage eines Juan-Pablo Montoya, Jan Magnussen oder Alex Wurz – vielleicht eines der wenigen Jahre in jüngerer Zeit, in denen der Weg Richtung Formel 1 über eine Tourenwagenklasse geführt hat. Allerdings waren die Eintrittspreise enorm hoch. Desweiteren ging das Wettrüsten auch in der ITC weiter, welche zum damaligen Zeitpunkt wohl weiter entwickelte Autos als die Formel 1 hatte. Die Kosten explodierten in astronomische Höhen. Schließlich war auf für die ITC nach 1996 Schluss.

2000 und heute:
2000 wurde die Italian Superturismo Championship von der FIA zum European Supertouring Cup umbenannt, auch wenn ein Großteil der Rennen noch in Italien und mit italienischen Fahrern stattfand. 2002 folgte die nächste Namensänderung in European Touring Car Championship (ETCC). Hier tritt Eurosport das erste Mal auf den Plan. Diese übertrugen alle Rennen der ETCC live. 2004 wurde von der FIA beschlossen, die ETCC in die World Touring Car Championship umzuwandeln. Diese weitere Internationalisierung war vorher durch außereuropäische Gehversuche der ETCC vorbereitet worden.
2005 wurde die WTCC schließlich das zweite Mal (nach 1987) ausgetragen. Wieder dabei war Eurosport, die die WTCC auch heute noch mitvermarkten und somit mehr als “nur ein TV-Partner” sind, mehr dazu im weiteren Verlauf des Artikels. Die Rennen wurden damals noch zusammen mit der FIA-GT ausgetragen. 2006 wollte Eurosport, die auch diese Serie live übertrugen, die FIA-GT dazu bringen ihre Rennen um 1 Stunde auf 120 Minuten Rennzeit zu verkürzen. Dies lehnte jedoch die SRO, Organisator der FIA-GT ab. Somit gingen FIA-GT und WTCC ab 2006 getrennte Wege. 5 Hersteller waren in der ersten Saison entweder werksseitig oder auf Kundenbasis dabei: SEAT, BMW, Ford, Alfa Romeo und Chevrolet. 2006 stieg Alfa Romeo werksseitig etwas überraschend aus der WTCC aus und lieferte nur noch technische Unterstützung für Privatteams. Um weiterhin wohl etwas präsenter in der Serie zu bleiben, überwies man das Startgeld an die FIA, womit man in der normalen Fahrerwertung fuhr, und nicht in der Independents Trophy. Erwartet worden war hingegen der Ausstieg von Ford nach einer schlechten Saison 2005.

In den folgenden Jahren gab es kurze Gastspiele von Lada und Honda, die jedoch in keinem großen Engagement mündeten. 2010 stieg dann SEAT werksseitig aus, blieb der Serie aber durch umfrangreiche Betreuung der Privatteams erhalten. Auch BMW begann den schrittweisen Rückzug und war 2010 nur noch mit zwei Werks-Autos dabei. Die Privatteams konnten den Verlust an Fahrzeugen aber in Grenzen halten, so dass man im Durchschnitt immer noch mit mindestens 20 Autos antrat.
2011 wird man mit Volvo immerhin einen weiteren Hersteller in die Serie bekommen, und zwar in Form eines 1-Wagen-Teams. Volvo wird eventuell 2012 komplett werksseitig einsteigen. Auch Subaru denkt wohl über einen Einstieg nach, genau so wie Ford, Honda und – über den Umweg einer argentinischen Niederlassung – Toyota.

Vermarktung:
Die Vermarktung und Organisation der WTCC liegt bei der KSO, Kigema Sport Organisation. Diese war von der FIA schon dazu beauftragt worden die ETCC zu vermarkten, den Schritt der KSO nun auch die Vermarktung der WTCC zu übergeben, erscheint logisch. Noch nachvollziehbarer wird der Schritt, wenn man sich die Besitzverhältnisse an der KSO anschaut. Diese gehört zu 60% nämlich Eurosport. Die KSO an sich wiederrum ist eine Tochterfirma SRW Events Ltd (Super Racing Weekend Events), an der der TV-Sender ebenfalls Anteile hält. Als Eursosport 2003 dort einstieg wurde ein Eurosportmann Vorsitzender von SRW Events.
Wie groß das Gewicht des Senders für die Serie ist, zweigt auch das gelegentliche Verschieben der Startzeiten – manchmal sogar kurzfristig , um sie an das aktuelle Liveprogramm anzupassen. Immerhin wird die WTCC so weltweit in 160 Ländern übertragen.
Es ist schon interessant zu sehen, dass die FIA sich so extrem auf einen Partner eingelassen hat. Man ist schon sehr von Eurosport abhängig. Sollten diese sich entscheiden auszusteigen, steht man plötzlich nicht nur ohne TV-Sender, sondern auch ohne Hauptsponsor und Marketingpartner dar. Derzeit scheint das allerdings unwahrscheinlich – wie kürzlich bei allesaußersport.de zu lesen war, verdient Eurosport mit der WTCC nämlich immer noch gutes Geld.

Diskussionspunkte:
Eurosport: Ein so starker Partner bringt natürlich auch Probleme mit sich. Eurosport möchte aus Programmplanungsgründen die WTCC Rennen möglichst gut zwischen anderen Livevents einbinden. Deshalb gibt es kaum einheitliche Startzeiten oder diese werden kurzerhand verschoben. Dies macht es dem Fan nicht gerade einfacher die Serie zu verfolgen. Auch das Abschieben einiger weniger Rennen zu Eurosport 2 ist zumindest in Deutschland alles andere als erfreulich, da nicht jeder das Programm empfängt. Immerhin dieses Problem ist aber großteils auf Deutschland begrenzt, da nur in Eurosport nur hierzulande Free-TV ist. In allen anderen Staaten ist auch “Eurosport 1″ Pay-TV und in diesen Paketen ist meistens Eurosport 2 mit drin. Über die Gefahren eines Ausstiegs von Eurosport hab ich oben schon geschrieben.

Die Rennlänge: Grundsätzlich ist die Idee von 2 kurzen Sprintrennen ja ganz nett. Allerdings möchte dabei nicht wirkliches Rennfeeling aufkommen, weil zum Beispiel keine Strategie erforderlich ist.Die Rennen haben öfters eher “Destructionsprint”-Charakter, was aber auch durchaus ansehbar ist. Da die WTCC es nicht lassen kann auf Strecken wie Marrakesh und Macao zu fahren ist es auch gut möglich, dass 2/3 des Rennens hinter dem Safetycar stattfinden. Es kommt bei Tourenwagenrennen aber so oder so gerne mal zu Safetycarphasen, deshalb wäre schon viel gewonnen, wenn die angesetzte Distanz kopmplett als Rennrunden gefahren wird und Safetycarrunden nicht ab der dritten als Rennrunden zählen würden. Dass die Rennen nicht länger sind liegt aber vermutlich auch an Eurosport, weil sie so viele Liverechte haben, dass die Wochenenden im Programm immer vollkomen überladen sind.

Reglement: Ganz heikles Thema für die Serie. Oft wurden Entscheidungen, wie der Ladedruck der Seats von Rennen zu Rennen auf Grund von Beschwerden der Hersteller geändert. Dies tut weder der Serie noch ihrer Glaubwürdigkeit gut. Aber die Krone setzte man sich selber 2010 auf, als man die Meisterschaft am grünen Tisch entschied. Eine Meisterschaft nicht auf der Rennstrecke zu entscheiden, ist ein absolutes no-go. Wenn man weitere Hersteller in dier Serie locken will, die man dringend braucht, sollte man dort eine konsequente und fanfreundliche Linie einschlagen.

Nur 1 vollständiges Werksteam: Mit Chevrolet ist nur noch ein vollständiges Werksteam in der Serie vertreten. Das ist auf lange Sicht einfach zu wenig, man kann das Feld nicht nur mit Privatfahrern auffüllen. Auch Konkurrenz zu den Chevrolets wäre angebracht, die diese auf Dauer die Serie wohl doch dominieren würden, deswegen braucht man dringend einen Gegner. Außerdem schaden vollere Startferfelder einer Serie nie.

February 16 2011

07:42

Ferner liefen: Die Newshappen

Die “Tage des Zorns” sind auch im Motorsport angekommen. In Bahrain, wo in drei Wochen der Saisonauftakt der Formel 1 steigen soll (und am Wochenende ein Rennen der GP2 Asia) finden derzeit massive Demonstrationen statt, ein paar Hintergründe dazu gibt es hier und hier. Mindestens zwei Tote und zahlreiche Verletzte hat es in den vergangenen Tagen schon gegeben. Ohne jetzt auf die moralische Frage eingehen zu wollen, ob man in einem solchen Staat unbedingt fahren sollte – die für die kommende Zeit geplanten Veranstaltungen könnten jedenfalls gefährdet sein. Einige GP2 Asia Fahrer sind offenbar bereits in Bahrain angekommen, und haben die Proteste miterlebt. “Yesterday it was really bad here in bahrein. There where a lot of people protesting, even we could not leave the hotel!!” twittert etwa Barwa-Addax Pilot Guido van der Garde, der auch gleich ein Foto vom massiven Polizeiaufgebot rund um die Rennstrecke liefert. Luiz Razia und Team Air Asia melden, dass bis Dienstagabend auch die Autos noch nicht an der Strecke angekommen waren – mittlerweile sind sie aber wohl eingetroffen. Auch Bernie Ecclestone hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Er möchte nun ein Gespräch mit der Leitfigur des Grand Prix, Kronprinz Salman ibn Hamad ibn Isa Al Chalifa (der gleichzeitig auch Verteidigungsminister des Landes ist) abwarten, den er bisher aber noch nicht erreicht hat (“He is a bit busy, as you can imagine“). Sorgen um den Grand Prix hat er allerdings auch jetzt schon – vor allem, weil er fürchtet, Demonstranten könnten das Rennen als Bühne nutzen, um internationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Angst dürfte nicht ganz unbegründet sind. ”There’ll be lots of journalists, a lot of people looking and [the government] will react in a stupid manner as they have done, and that will be bloody, but will be more publicised,” hat etwa Menschrechtsaktivist Nabeel Rajab gegenüber der Zeitung Arabian Business angekündigt. (Vorsicht)

# Keine großen Neuigkeiten von Robert Kubica. Der Pole soll heute ein vermutlich letztes Mal operiert werden. Zu Beginn der Woche verschreckte ein polnischer Sender die Fans mit der Meldung, dass es Kubica angeblich schlechter gehen würde. Das war eine Ente und der Sender verlor auch seine Drehgenehmigung in der Klinik. So schlecht kann es Kubica nicht gehen, Rubens Barrichello vermeldete per Twitter, dass er von seinem Fahrerkollegen aus dem Hospital raus angerufen wurde. (Don)

# Eigentlich galt Nick Heidfeld nach seinem guten Test bei Renault als gesetzt, doch die Ankündigung der Verpflichtung lässt auf sich warten. Offenbar zögert Renault noch etwas, und am überlegt, ob man nicht doch Liuzzi und/oder de la Rosa ausprobiert. Der Spanier wird in Barcelona sein, was genau er da macht, hat er aber nicht verraten. Derweil soll sich Kubica für eine Verpflichtung von Liuzzi ausgesprochen haben. Mit Heidfeld kam der Pole nicht so wirklich gut klar, daher ist das vielleicht nicht verwunderlich. (Don)

# Pirelli hat die Reifenmischungen für die ersten vier Rennen (Bahrain, Australien, Malaysia, China) bekannt gegeben. Man wird “Hart” und “Soft” an die Rennstrecken bringen und erwartet zwei Boxenstopps. (Don)

# Fast zeitgleich mit der Nennliste zu den 24H von Le Mans wurde nun auch die Entry List für die 12H von Sebring veröffentlicht. In der LMP1 werden sich jeweils 2 Audi R15++ und 2 Peugeot 908 um den Sieg duellieren. Im Gegensatz zu Peugeot welche mit dem neuen Wagen fahren, wird Audi auf eine nochmals weiterentwickelte Variante des R15 setzen. Man darf davon ausgehen dass hier Motor, Getriebe sowie die restliche Technik größtenteils aus dem R18 kommen, man aber anscheinend nicht dasd Potential des Wagens aufzeigen will und somit noch die Silhouette des R15+ drüber legt. Oreca wird mit einem 908 HDI FAP antreten und sich somit mit den Wagen von Highcroft und Rebellion, sowie dem Aston Martin von Muscle Milk, welche hier von Lucas Luhr unterstützt werden, messen.
Drayson Racing fehlt (noch?) in der Entry List, hat aber auf seiner Facebook-Seite kurz verlauten lassen, dass man die ALMS bestreiten werde.
Wieder extrem gut besetzt ist die GT2, mit 2xM3 GT2, 3xCorvette GT2 (2x Werkseinsatz + 1Labre), 1xAston Martin Vantage, 2x Jaguar, 2xFord GT, 1x Lambo sowie den ganzen Ferrari F458 und F430 aus dem Jahre 2010 sowie diversen Porsche welche unter anderem von Flying Lizard, Proton, Falken eingesetzt werden. Dies verspricht wieder ein richtig schönes Hauen und Stechen. (Flo aus N)

Laut SRO haben sich neun Teams mit 18 Fahrzeugen für die GT1-WM-Saison 2011 beworben. Eine detaillierte Liste gibt es noch nicht, aber die Teams selbst haben schon einige Infos preisgegeben. Hexis und Young Driver werden wie 2010 für Aston Martin starten, Sumo Power und JR Motorsports, die beide zum selben Stall gehören, mit dem Nissan-GTR, MarcVDS und ein Satellitenteam mit dem Ford GT, außerdem wird Lamborghini mit vier Wagen vertreten sein. Die FIA prüft nun die Bewerbungen, danach wird die Liste veröffentlicht. Stephane Ratel hofft derweil noch auf ein weiteres Team, beharrt aber auf der bisherigen Linie, dass pro Marke mindestens vier Wagen und pro Team zwei Wagen am Start sein müssen. Interessant ist also die Frage, ob das neunte Team weitere Fahrzeuge einer der bereits genannten Marken einsetzt oder ob ein zehntes Team notwendig ist, damit Ratels Bedingung erfüllt ist und beide überhaupt an den Start gehen können. Der Verlust gegenüber der Saison 2010 wird also vier bis sechs Fahrzeuge betragen, auch Meister Vitaphone ist wohl raus. (Stefan)

# VLN/24H Nürburgring: VW hat vergangene Woche angekündigt mit einem neuen Wagen an mind. 3 Rennen der VLN sowie beim 24H Rennen am Nürburgring teilnehmen zu wollen. Dies ist aber nicht der Scirocco sondern ein komplett neu aufgebauter VW Golf24. Dieser wird von einem 2,5L Fünfzylinder Turbo angetrieben und soll laut offiziellen Aussagen an die 440 PS als max. Output leisten. Das Interessante an diesem Wagen ist jedoch, dass er einen Allradantrieb haben soll und somit auch etwas schwerer sein soll. Angeblich soll er 1250 kg auf die Wagen bringen und man darf gespannt sein ob man damit in der SP4T starten will wie der verwandte Audi TT RS von Raeder oder ob man nicht doch den Weg in die E1-XP Kategorie wählen wird. (Flo aus N)

# In der Auseinandersetzung zwischen Mike Frison und MEDIINVEST hat es eine neue Stellungnahme von MEDINNVEST gegeben. Darin bedauern sie die Schließung des Forums und weisen auf eine Podiumsdiskussion hin, welche am 17.02 um 18:00 im Gläsernen Studio von Nürburgring.tv stattfinden soll und auch per Livestream übertragen wird.
Passend dazu hat Mike Frison auch ein Update veröffentlicht indem er auf ein Gesprächsangebot seitens des Nürburgrings verweist und mehrere Reaktionen aufzählt.

February 14 2011

08:13

Nürburgring: Fan Forum geschlossen

Seit einigen Monaten schwelt ein Streit zwischen der Betreibergesellschaft des Nürburgrings und vielen Anwohnern der Strecke. Neuestes Highlight: Das Fan-Forum wurde nach einer Abmahnung geschlossen.

In Zusammenhang mit der Schließung des Nürburgring-Forums hat Ulrike Langer (www.mediendigital.de) ein Interview mit dem Foren Betreiber, Mike Frison, geführt. Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, das Interview im Volltext an dieser Stelle zu übernehmen. Vielen Dank!

Was ist passiert?

2007 wurde der Nürburgring umgebaut und wir haben dazu Quellen gesammelt. Seitdem haben wir auch Zeitungsartikel verlinkt und archiviert. Einer dieser Artikel – von der “Eifel-Zeitung”, einem kleinen, rebellischen Blatt – wurde zwischenzeitlich per einstweiliger Verfügung verboten. Das ist an uns vorbei gegangen, und der Artikel stand bei uns noch im Archiv, allerdings seit anderthalb Jahren. Deswegen wurden wir im Januar 2011 abgemahnt, von einer Rechtsanwaltskanzlei in Bonn mit einem Briefkopf fast so groß wie eine ganze Seite. Daraufhin habe ich den Artikel sofort aus dem Forum genommen. Uns liegt ja nicht unbedingt etwas daran, einen anderthalb Jahre alten Artikel vorzuhalten, der auch gar nicht mal so interessant war.

Du bist also der ursprünglichen Aufforderung sofort nachgekommen?

Genau. Ich habe mir einen Anwalt genommen, denn es war für mich das erste Mal, dass ich abgemahnt wurde und habe den Artikel sofort raus genommen. Wir haben aber zugleich auch deutlich gemacht, dass wir uns keiner Schuld bewusst sind, weil wir ja nicht die Verfasser des Artikels sind.

War das schon eine kostenpflichtige Abmahnung?

Ja mit Anwaltskosten und mit einem Streitwert von 40.000 Euro, es wurden also sofort alle Register gezogen. Wenn man sich vorstellt, dass hier der Sportstättenbetreiber mit dem traditionsreichsten Fanforum dieser Sportstätte spricht, dann stimmt da doch etwas nicht.

Warum kam dann jetzt noch der Gerichtsbeschluss?

Ich habe die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet, weil sie meiner Meinung nach so formuliert war, dass ich sie gar nicht unterzeichnen kann. Mir wurde dort verboten “xxx zu verbreiten oder verbreiten zu lassen”. Ich sehe mich als Forenbetreiber aber nicht als Verbreiter irgendwelcher Nachrichten oder Tatsachen. Ein Forum ist keine publizistische Tätigkeit. Ich habe also nicht unterschrieben. Daraufhin haben der neue Betreiber des Nürburgrings und der geschäftsführender Gesellschafter der Mediinvest GmbH, Kai Richter, beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen mich als Forenbetreiber erwirkt.

Warum nimmst Du vorsorglich das gesamte Forum vom Netz?

In der Verfügung, die ja geltendes Recht ist, wird formuliert, dass mir untersagt ist, “xxx zu verbreiten oder verbreiten zu lassen.” Ich kann aber das große Forum jetzt nicht daraufhin untersuchen, ob irgendwo irgendjemand irgendwas in dieser Richtung schreibt. So wie das in der Verfügung formuliert ist, entspräche jeder Foreneintrag einer Verbreitung. Das sehe ich überhaupt nicht so und möchte das natürlich juristisch geklärt haben. Wir werden Widerspruch einlegen. Aber so lange wie der Fall nicht geklärt ist, habe ich vorsichtshalber das Forum vom Netz genommen. Denn die angedrohte Strafe ist ja existenzbedrohend.

Sind die Inhalte des Forums damit verloren?

Nein, es ist nach wie vor alles da. Ich bin auch sehr optimistisch, dass wir den Fall gewinnen werden. Und dann wird das Forum feierlich wieder eröffnet. Aber die Zeit dazwischen ist natürlich verloren.

Wie sind denn die Reaktionen der Fans, also der Forennutzer?

Die sind sehr emotional. Das ist ja nicht mein Forum, sondern ein Forum von 3.500 Leuten, die sich in den letzten Jahren eine richtig schöne gewachsene Community erarbeitet und tolle Aktionen auf die Beine gestellt haben wie zum Beispiel die Wahl zum “Fahrer des Jahres”. Wir haben den Rennsport immer sehr sachlich begleitet. Es ist ein qualitativ hochwertiges Forum. Es gibt nur Anmeldungen unter Realnamen, die alle geprüft sind und es stellt im großen und ganzen die aktive Szene des Nürburgrings dar. Die ist natürlich schockiert, wie der neue Betreiber gegen all diese Leute so massiv vorgehen kann. Die größte Resonanz ist Unverständnis.

Das Forum als Facebook-Gruppe weiterzuführen – wäre das eine Alternative?

Das ist nur temporäre Variante, weil Facebook inzwischen eine große Akzeptanz hat.

Ich meinte das eher juristisch.

Das habe ich auch überlegt. Dann ist nämlich Facebook der Betreiber und wäre derjenige, der etwas verbreitet. Aber ich scheue mich ehrlich gesagt davor, die Leute zu Facebook einzuladen. Man sollte wissen, was man dort tut.

Wie kann man Dich unterstützen?

Die Fangemeinde am Nürburgring zeigt jetzt schon einen tollen Zusammenhalt, der mir auch den Antrieb gibt, weiter zu kämpfen. Mir reicht es schon als Unterstützung, wenn man diesen Fall aufmerksam verfolgt, kommentiert, sich eine Meinung bildet und sich nach seinen Möglichkeiten dafür einsetzt, dass wir Forenbetreiber risikolos unserer Freude nachgehen können. Außerdem habe ich ein Spendenkonto auf der Basis von Schenkungen eingerichtet. So wie ich die Resonanz bei den Motorsportlern sehe, wird das finanzielle Risiko des Gerichtsprozess eher klein sind.
“Immer mit einem Fuß in der Privatinsolvenz”

Kann man bei solchen juristischen Unwägbarkeiten in Deutschland überhaupt noch sinnvoll Foren betreiben?

Man sieht auf jeden Fall, dass die Rechtslandschaft in Deutschland noch schwimmt. Wir Forentreiber machen das in unserer Freizeit aus Enthusiasmus. Der darf aber nicht mit solchen hohen Risiken bestraft werden, die kein Mensch privat eingehen kann. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich habe nicht nur das Forum vom Netz genommen, sondern alle interaktiven Möglichkeiten, die ich auf meiner Seite geboten haben, z.B. auch die Kommentare unter den 60.000 Fotos. Wenn jemand es auf mich abgesehen hat und diesen Fall kennt, der könnte ja anonym die Behauptung aus dem Zeitungsartikel aufstellen und dann heißt es wieder, ich hätte die verbreitet. Ich finde es erschreckend, dass ein Gericht solch einen Beschluss gegenüber einem Forenbetreiber überhaupt fällen kann. Solange das geschieht, stehen wir als Forenbetreiber natürlich immer mit einem Fuß in der Privatinsolvenz. Das darf doch nicht sein!

Das Alarmsigmal wirkt sicherlich nicht nur in die Motorsportszene …

Nein, das betrifft alle Fanforen. Jemand, der über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt und für den in Kooperation mit seinen Anwälten einstweilige Verfügungen zur Tagesordnung zählen, kann ungehindert gegen kleine Blogger und Forenbetreiber vorgehen, die natürlich erst mal völlig gelähmt sind. Das ist fatal für die Meinungsfreiheit und die moderne Kommunikation, die wir in Deutschland gerade erst mit Leben befeuern. Wenn man bei jedem Gang zum Briefkasten befürchten muss, einen bösen Anwaltsbrief zu finden, lässt man lieber die Finger vom Betreiben eines Forums oder man impft seine Mitglieder, bloß keine kritischen Themen zu besprechen. Das hat eigentlich in unserer modernen Welt nichts verloren.

———–

Nun ja, man wird abwarten müssen, wie sich die Sache am Ring weiterentwickelt, aber ich gehe zumindest davon aus, dass man vor allem beim 24H Rennen im Juni eine Menge Plakate sehen wird. Schön wäre es, wenn beide Seite wieder zu einem vernünftigen Gespräch finden würden. Man kann nicht ohne den Investor und der Investor kann nicht ohne die Menschen dort ein vernünftiges Konzept erarbeiten.

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January 24 2011

09:33

Krach am Nürburgring

Rund um den Nürburgring sollte im Moment eigentlich Ruhe herrschen. Ist ja immerhin Winter. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn es bahnt sich ein massiver Konflikt zwischen den Fans und der Betreibergesellschaft an.

Der gute, alte Ring muss seit einigen Jahren eine Menge aushalten. Die Probleme haben eigentlich in den 70er Jahren begonnen, als die Nordschleife aus nachvollziehbaren Sicherheitsgründen die Formel Eins verloren hatte. Ein Neubau war fällig, doch die damals 4.5km lange Strecke war trotz glanzvoller Eröffnung nicht gerade besonders gut gelungen. Langweilig könnte man sagen, fahrerisch eher nicht sehr anspruchsvoll. Das klamme Bundesland wollte offenbar nicht mehr Geld ausgeben, also blieb der “neue Nürburgring” nur ein ungeliebstes Anhängsel der Nordschleife. Die boomte im Laufe der Jahre mehr denn je, nach und nach kamen immer mehr Firmen zum Ring, um ihre Autos oder sonstige Komponenten zu testen. Noch im letzten Jahr schaltete Cadillac im US-Fernsehen einen Spot, der komplett auf der Nordschleife gedreht war, um damit dem Publikum zu zeigen, wie gut ihr Auto angeblich ist. Auch die Grand Prix Schleife hielt sich mit wechselnden Angeboten über Wasser. Zwar konnte sie in den knapp 20 Jahren ihres Bestehens nicht mal ansatzweise den Ruf der Nordschleife erwerben, aber die 2002 hinzugefügte “Mercedes-Arena” (Haug-Haken) war immerhin mal eine vernünftige Umbaumaßnahme. Eigentlich alles gut, oder? Doch dann kam die Nürburgring GmbH auf eine schlechte Idee.

Die Nürburgring GmbH, die als Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Kafitz hatte, beschloss mit einer Mischung aus Landes- und Privatmitteln den Bereich zwischen Dorint-Hotel und Mercedes-Tribüne umzubauen. An sich keine dumme Idee, bestand der doch zu vor aus der “Erlebniswelt”, ein Bauwerk mit dem Betoncharme der 80er Jahre, und dem Parkplatz hinter den Tribünen, in denen man bei schlechten Wetter im Matsch versank. Die Idee wird nicht allein auf dem Mist der alten GmbH gewachsen sein, sondern dürfte auch etwas mit den gewachsenen Ansprüchen der Rennveranstalter, besonders der Formel Eins, zu tun gehabt haben. Bisher gab es am Ring als “vernünftiges” Hotel nur das Dorint, der Rest musste entweder in den familiären Pensionen übernachten, oder nach Bad Neuenahr fahren. Für die wachsende Sponsorenschar vieler Serien eher ungünstig, zu mal gleichzeitig weltweit moderne Strecken entstanden, deren Umfeld deutlich besser war, als die des Rings.

Der Umbau entwickelte sich zum einem Desaster. Die Anwohner wurden offenbar nicht befragt, es entstand eine Anlage, bei deren Ausmaß man schon zu Beginn skeptisch sein musste. Und was sollte man mit dem auf die andere Seite hingeklatschten “Eifel-Dorf” anfangen. Und was soll überhaupt ein künstlich errichtetes “Eifel-Dorf” zwischen all den echten Eifel-Dörfern? Logik war bei der Planung offenbar nur am Rande im Spiel.

Um es klar zu sagen, ich finde die Neubauten teilweise durchaus gut. Die neuen, überdachten Tribünen mit dem direkten Zugang zur Passage und zur Tiefgarage sind gerade bei schlechten Wetter eine gute Anschaffung. Ob es eine Erlebnishalle und ein Eventcenter neben den beiden Hotels und den Ferienwohnungen braucht, ist dann wieder eine andere Frage. Hier wurde eine brauchbare Idee bis zur totalen Unsinnigkeit aufgeblasen, am Ende steht eine Betonlandschaft, die meist leer steht.

Zu den finanziellen Hintergründen des Desasters gibt es mittlerweile einen Roman, ein Sachbuch und einen Untersuchungsauschuss im Landtag. Die Eifelaner waren jedenfalls zu recht sauer. Zum einen, weil die neuen Hotels nebst den Gastronomiebetrieben die Kunden weg lockte, zum anderen, weil hier Geld versenkt wurde, was man auch hätte anders einsetzen können. Am Ende musste ein Finanzminister und Dr. Kafitz gehen. Die alte Nürburgring GmbH (und damit das Land Rheinland-Pfalz) behält zwar 90% der Anteile am Ring, als Verwalter wurde aber die “Nürburgring Automotive GmbH” eingesetzt, die wiederum zu 50% der Lindner Hotel AG und einer Firma namens Mediinvest gehören. Der “Trierische Volksfreund” beschreibt die neue Aufteilung wie folgt:

Die Lindner-Gruppe und Richter übernehmen das Management. Sie verpflichten sich auf 20 Jahre zum Betrieb und haben kein Kündigungsrecht. Sofern sie Gewinne erzielen, führen sie im ersten Jahr 90 Prozent davon als Pacht an die Ring GmbH ab, später 85 Prozent. Ab 2013 ist eine Mindestpachtsumme von 15 Millionen Euro jährlich vereinbart.

So weit zusammen gerafft die Vorgeschichte. Denn seit dem diese Gruppe die Verwaltung übernommen hat, gärt es noch stärker am Ring. Anwohner, Fans und Motorsportler betrachten die Entwicklung kritisch und warnen davor, dass die Betreiber auf dem Weg sind, den Ring wirtschaftlich in den Abgrund zu ziehen. Gleichzeitig wird vor einer wachsenden Kommerzialisierung gewarnt.

Tatsächlich hat die Betreibergesellschaft mit einigen Aktionen schon für Unmut gesorgt. Die Erhöhung der Preise für die Touristenfahrten war erwartet worden, doch sie fiel saftiger aus, als man das gedachte hatte. Statt 22 Euro kostete eine Runde nun 24 Euro, was ja noch geht. Vielfahrer werden allerdings arg abgestraft. 25 Runden kosten statt 390 nun 470 Euro, der Preis der Jahreskarte steigt von 1075 auf satte 1350 Euro. Schmerzvoll, aber noch nachvollziehbar, irgendwie möchten Betreiber und Land ja ihr versenktes Geld zurück haben. Richtig verärgert ist man in der Region aber darüber, dass die Käufer dieser Karten auch noch Verzehrgutscheine für das meist leerstehende “Eifel-Dorf” bekommen. Man wird also gezwungen, den Gutschein zu vergessen, oder in den Restaurationen der Verwalter des Rings zu verbrauchen. Fair ist das gegenüber den Anwohnern, die meist allesamt vom Ring leben nicht.

Weiterer Ärger liegt in der Luft, auch wenn hier sehr vorsichtig mit einer Bewertung sein muss. Mittlerweile haben sich etliche Automobil-Hersteller rund um den Ring angesiedelt, die im sogenannten “Industrie-Pool” zusammen gefasst wurden. Dieser Pool mietet die Strecke für die Testfahrten und zahlt dementsprechend. Angeblich hat der Betreiber nicht nur die Mietpreise deutlich erhöht (das Gerücht lautet 30%), sondern spricht auch nicht mehr mit dem Pool, sondern mit den Herstellern einzeln. Pirelli hat sich wohl schon verabschiedet, weitere Hersteller sind wohl auf der Suche nach Alternativen im Ausland. Dazu kommt ein Bericht des SWR, in dem behauptet wird, dass die Betreiber Mietern der Nordschleife auch vorschreiben möchte, wo sie zu übernachten und zu essen haben (dreimal darf man raten). Und wieder würden die ansässigen Unternehmen leer ausgehen.

Weil das noch nicht ausreicht, gibt es Ärger um die Touristenfahren und Lehrangebote am Ring. Die Firma RSR Nürburgring hat bisher Ausbildungsfahrten auf der Nordschleife angeboten. Der Vertrag ist letztes Jahr ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Der Firma wurde durch die Betreiber angeblich “Hausverbot” erteilt, man darf also auf der Nordschleife nicht mehr unterwegs sein. Nun vermutet man, dass die Betreiber ein eigenes Angebot starten wollen. Sabine Schmitz berichtet im oben verlinkten SWR Beitrag auch, dass die Betreiber gezielt gegen andere externe Anbieter vorgehen. Bestätigt ist das allerdings nicht.

Der Ärger über das neue Management ist jedenfalls ist groß. So groß, dass es mittlerweile bei Facebook eine “Save the Ring” Gruppe gibt, die über 20.000 Unterstützer hat, darunter bekannte Rennfahrer. Die passende Webseite (mit vielen Videos zum Thema) gibt es auch.

Dabei gibt es zwei parallel laufende Interessengruppen. Zum einen die Anwohner, die bisher vom Ring gelebt haben (Hotels, Restaurants usw.) zum anderen jene, die fürchten, dass die Nordschleife zu einem bloßen Spekulationsobjekt verkommt und, analog zur Deutschen Bahn, so lange finanziell ausgepresst wird, bis der Schaden so groß ist, dass er nur noch schwer zu reparieren ist. Damit wären weitere Arbeitsplätze in Gefahr. Gefordert wird, dass das jetzige Management durch Personen ersetzt wird, die sich mit Motorsport auskennen und das die Nordschleife komplett vom “Disney-Projekt neuer Nürburgring” abgekoppelt wird.

Das Problem ist meiner Meinung nach aber nicht so einfach zu lösen. Das die neuen Bauten zu einem überwiegenden Teil komplett überflüssig sind, ändert leider nichts an der Tatsache, dass sie jetzt stehen. Jetzt wird man sehen müssen, wie man sie zumindest so weit finanziert, dass sie sich einigermaßen tragen, oder durch Gewinn an anderer Stelle aufgefangen werden. Ein Abriss des “Eifel-Dorfs” wäre vermutlich keine schlechte Idee, rechnet sich aber wohl nicht. Man wird sich ein Konzept überlegen müssen, wie man all die Bauten besser integrieren kann, Zwangsgutscheine sind jedenfalls keine gute Idee.

Im Moment liegen sich die Gegner in den Haaren. Neuster Höhepunkt ist eine Abmahnung gegen das N-Forum, dass von Mike Frison betrieben wird, der auch hinter der “Save the ring” Aktion steckt. Offenbar hatte jemand im N-Forum den Beitrag einer Zeitung rein kopiert, den die Zeitung nach einer eigenen Abmahnung durch Mediinvest später zurück gezogen hatte. Da man das im Forum logischerweise nicht mitbekommen hat, verblieb der Artikel im Forum und wurde nun seinerseits abgemahnt. Die Abmahnung ist ein schlechtes Zeichen, denn offenbar ist die Stimmung zwischen beiden Seiten vergiftet und wird sich auch so schnell nicht verbessern. Daran ändert auch die Erklärung von Mediinvest zur Abmahnung wohl nichts.

Die Gegner machen jedenfalls im Netz mobil und die ersten Rufe nach einem Boykott machen die Runde. Die Amateur-Motorsportszene ist durch diverse Foren und Blogs gut vernetzt, zu dem ist der Unmut in Richtung der neuen Betreiber groß und man hat geschlossen den Eindruck, dass der Nürburgring den Bach runter geht, wenn man die Betreiber weiter machen lässt.

Die Sache sieht im Moment nicht gut aus. Die Betreiber befinden sich in einer Zwickmühle. Einerseits haben sie ein Großprojekt am Hals, dass sie irgendwie finanzieren müssen. Gleichzeitig werden die Betreiber vom Land unter Druck gesetzt, das seinerseits Gewinne erwartet. Auf der anderen Seite sollten weder das Land noch die Betreiber die Sturheit der Eifelaner und die Emotionen der Fans unterschätzen. Der Konflikt, der im Moment zu eskalieren droht, könnte bei wachsenden Protesten für die Betreiber schlecht ausgehen, denn immerhin ist diesem Jahr auch die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.

November 02 2010

19:10

VLN: Analyse 35. DMV Münsterlandpokal

Als am Samstag der letzte Lauf zur VLN über 4 Stunden anstand, war die Meisterschaft zwar so gut wie entschieden. Das sogenannte Schinkenrennen versprach trotzdem einiges an Spannung, an der das Wetter nicht ganz unschuldig sein würde. Besondere Aufmerksamkeit verdienten natürlich die zahlreichen Comebacker – und die zukünftigen Meister von Bonk Motorsport.

Als das Zeittraining vorüber war, befürchtete man schon einen glatten Durchmarsch für die Porsche-Armada, denn unter den besten 7 befanden sich gleich 6 Porsche 911 GT3 R.
Die Pole hatte “der Dicke” mit der Startnummer #114 und der Besatzung Arno Klasen/Lucas Luhr/Marc Lieb mit einer Zeit von 8:11,149.  Dahinter der 1. Comebacker: Nämlich Mühlner Motorsport, wo Jörg Bergmeister aufzeigte, warum er den Titel in der ALMS geholt hat als er den Porsche nur 1 Sekunde hinter Marc Lieb auf den 2. Startplatz stellte. Auf P3 folgte dann der Wodka-Porsche vom Team Manthey mit der Besatzung Armin Hahne/Marc Gindof/Jochen Krumbach, bevor auf P4 der erste Nicht-Porsche folgte, nämlich der Audi R8 LMS von Phoenix mit der Startnummer #99 und der Besatzung Frank Stippler/Marc Basseng – Striezel Stuck hatte sich ja leider an der Hand verletzt, und muss sein Comeback daher auf das Jahr 2011 verschieben.

Auf den weiteren Plätzen folgte dann der WTM Porsche, gefolgt vom Haribo-Porsche (auf welchem Patrick Long sein Debüt auf der Nordschleife feierte) und dem Firkadelli Früh Kölsch-Porsche, pilotiert von Sabine Schmitz/Klaus Abbelen/Niclas Kentenich. Auf P8 folgte dann die MAOM-Corvette mit dem FIA GT3-EM Champion Christian Hohenadel und Lace David Arnold die sich damit noch knapp vor den beiden SLS AMG GT3 von Mamerow Racing und Black Falcon platzieren konnten. Auf P11 folgte dann der beste BMW Z4 GT3 von Schuberth Motorsport.
Scheid Motorsport landete auf den 46. Platz und war damit genau ein Platz hinter dem Aston Martin V8 Vantage von Mathol Racing in der SP10 Kategorie.

Die Schalls landeten auf den ersten Startplatz der H-Gruppe, und zeigten mit einer 9:10, dass man auch damit noch sehr flott unterwegs sein kann. Sie waren damit noch vor dem BMW M1 von den Heinrichs, die den 2. Startplatz und der H-Gruppe belegten.
Marc Lieb zeigte unterdessen noch auf, dass man auch mit einem SP7 Porsche noch vorne mitmischen kann, und stellte das Auto auf Gesamtstartplatz P19 für das Team Spanno, in welchem auch sein Vater am Steuer sitzt. Genau eine Position davor: Der 911 Cup vom Team Fanrbacher welcher von Dominik Farnbacher (2. Platz beim diesjährigen 24H-Rennen im Ferrari F430 GT2 !), Horst und Mario Farnbacher pilotiert wurde.

Als dann etwas verfrüht um kurz vor 13.00 Uhr die 1 Startgruppe ins Rennen geschickt wurde, entwickelte sich sofort ein sehenswerter Kampf um die Spitzenposition.
Arno Klasen hatte zwar den Start vor Jörg Bergmeister und Armin Hahne gewonnen, jedoch war ersichtlich dass Jörg Bergmeister heiß auf eine gute Platzierung war und drückte daher von der 1. Kurve weg. So ging es mehrmals Rad an Rad über die GP-Strecke wobei sich Arno Klasen noch vor Jörg Bergmeister behaupten konnte, während der Rest realtiv unverändert auch mit auf die Nordschleife abbog.

In der 2. Startgruppe gewann der Audi TT RS den Start erwartungsgemäß deutlich, nachdem er sich mit einer 8:36 auf Gesamtstartplatz 12 schieben konnte und noch im Verlauf des Rennens für Furore sorgen sollte.
In der letzten Startgruppe setzte sich sofort der BMW M1 an die Spitze, da er einfach mehr Leistung als der Rest hat und somit auch als erster auf die Nordschleife abbog während der Mercedes Benz 190 EVO II auf Platz 2 liegend dicht hinter ihm war.

Ein paar Minuten später kam dann auch schon die 1. Startgruppe wieder auf Start und Ziel zurück und es führte der Mühlner Porsche mit einem entfesselnd fahrenden Jörg Bergmeister knapp von dem “Dicken” und Armin Hahne, während der Wochenspiegel-Porsche mit Oliver Kainz den R8 von Frank Stippler überholen konnte.

Leider war das Comeback von Scheid Motorsport ganz und gar nicht vom Glück erfasst, denn der M3 GT4 musste schon nach 1. Runde mit Reifenschaden in die Box geschoben werden, wo er länger repariert werden musste da auch andere Teile in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Jedoch war er dabei nicht der einzige. Denn auch die MAON Corvette hatte Probleme, und Lance David Arnold kam ebenfalls nach 1 Runde an die Box, konnte aber nach einer guten Minute mit neuen Reifen wieder los fahren.

Währenddessen hatte nun auch Frank Stippler seine Reifen auf Temperatur gebracht und drückte massiv auf Oliver Kainz, welchen er zu Beginn der 3. Runde auch dann überholen konnte, und sofort nach dem zweiten Arno Klasen griff, der seine Position aber noch verteidigen konnte obwohl Frank Stippler alles versuchte, auch öfters mal auf dem Gras war und sein Auto nur mit Müh und Not abfangen konnte.
Mit gut 1 Sekunde Vorsprung führte Jörg Bergmeister das Feld an, während die anderen Wagen innerhalb von 1,5 sek um die Positionen kämpften.

Als das Feld dann nach Runde Nr. 4 von Jörg Bergmeister auf Start und Ziel zurück geführt worden ist, trennten den 1. und den 6. des Renen nur 3 Sekunden, wobei Frank Stippler Arno Klasen überholen konnte und beim anbremsen der 1. Kurve Jörg Bergmeister überholen wollte, welcher aber bis zur Nordschleife seine Position mit aller Kraft verteidigen konnte. Die beiden SLS AMG GT3 folgten mit gut 8. Sekunden Rückstand auf den Plätzen, während die MAOM Corvette nochmals an die Box musste und das Rennen gelaufen schien.
Unterdessen war der Audi TT RS welcher als SP4T Auto in der 2. Startgruppe starten musste und somit ein Handicap von guten 2 Minuten hatte auf Position 13 schon vorgefahren!

Generell sollte die 5. Runde eine sehr turbulente Runde werden, da der Scheid M3 endlich wieder auf die Strecke gehen konnte und somit wichtige Kilometer sammeln konnte. An einen Klassensieg und somit einen Schinken, welcher jeder Klassensieger erhält war somit aber nicht mehr zu denken, jedoch zählte von nun an der Olympische Gedanke wie bei so vielen in der VLN, welche das Herz dieser Serie bilden.
Ebenfalls in Runde Nr.5 hatten die führenden in der Meisterschaft, Mario Merten und Wolf Sylvester einen etwas heftigeren Abflug im Bereich Brünnchen, was den Ausfall bedeutete. Die Mannschaft konnte aber nun trotz des Ausfalles zweimal jubeln, denn zum einen war der Fahrer Mario Merten ok, zum anderen bedeutete der Ausfall dass ein Ausschluss aus der Meisterschaft nun unmöglich war und das Team nun der Meister der VLN Saison 2010 war. Hier nochmals Glückwunsch an das beste und beständigste Team dieser Saison.

Am Ende der 6. Runde versuchte es Frank Stippler immer noch irgendwie an Jörg Bergmeister vorbeizukommen, jedoch sollte es ihm auch diesmal nicht gelingen, obwohl beide im Abstand von nur 0,3 Sekunden über Start und Ziel flogen.
Währenddessen kommt der Haribo-Porsche mit Richard Westbrook bereits am Anfang der 6. Runde in die Box, nachdem man mit diesem Auto anscheinend keinen Grip finden konnte und beständig an Zeit verlor. Nach dem Stopp fand man sich auf P. 17 mit mehreren Minuten Abstand zur Spitze wieder, während der Farnbacher Cup 911 auf P11 im Gesamtklassement lag und somit 2. in der Cup-Klasse war, welche die Busch-Brüder anführten.
Nachdem die beiden SLS AMG GT3 in der 5. Runde nicht ganz den Speed der Spitze gehen konnten/wollten, konnte sich die #739 Bernd Schneider/Chris Mamerow wieder bis auf 8 Sekunden an die Spitze ranrobben, während Arno Klasen etwas Boden verlor und das Tempo vorne nicht ganz mitgehen konnte.

Nachdem Frank Stippler und Jörg Bergmeister rundenlang im Abstand von ein paar Zentimeter über den Ring flogen, konnte sich der Fahrer der #99 in der ersten Kurve dem Haug-Haken außen an dem Mühlner-Porsche vorbeipressen und er konnte diese Position auch bis zum Ende der Runde halten, wo dann die ersten planmäßigen Boxenstopps anstanden.

Somit kamen zu Beginn der 8. Runde alles Top-Fahrzeuge an die Box um die Fahrer zu wechseln und Sprit zu tanken. Hier kam die #99 mit Marc Basseng am schnellsten raus, da man weniger Sprit tankte und dafür beim planmäßigen 2. oder 3. Stop länger brauchen würde. Im Mühlner-Porsche welcher nun auf Platz 2 lag, übernahm Tim Bergmeister das Steuer und die #114 (Der Dicke) wurde nun von Lucas Luhr pilotiert, während in der MAOM Corvette nun Christian Hohenadel Platz nahm, während der Mercedes mit der #738 Haase/Jäger sehr lange in der Box blieb und sich somit aus dem Kampf um die Spitzenpositionen verabschiedete und es sollte nicht besser werden. Nachdem man nach dem langen Boxenstopp wieder auf die Strecke zurück konnte, fiel das Auto sofort mit einer sehr langsamen Fahrweiße auf und es war klar, dass man hier einen größeren technischen Defekt hatte, welcher das Aus für den Mercedes bedeutete.

Währenddessen hat sich in Runde 8 Marc Lieb im SP7 Porsche von Spanno nun schon auf P. 3 nach vorne gearbeitet, da der Wagen noch nicht an der Box war. Im nächsten Umlauf war es dann aber so weit: Marc Lieb musste das Steuer aus der Hand geben, worauf im Laufe des Rennens das Auto dann sukzessive nach hinten durchgereicht wurde, da die anderen beiden Fahrer natürlich seinen Speed bei weitem nicht gehen konnten.
Der Audi TT RS ist hingegen auf P.12 und überrascht weiter sehr starken Rundenzeiten von ~8:36, wofür man den Fahrer Christopher Mies, Marc Hennerici und Christopher Breuer echt ein Lob aussprechen muss.

Nachdem in der 9. Runde nur das Überholmanöver von Lucas Luhr gegen Tim Bergmeister war, worauf “der Dicke” nun auf P2, 35 sek. hinter dem R8 lag, sollte es in der 10. Runde doch deutlich turbulenter zu gehen.
Auf einmal kam die Meldung, dass ein Fahrer oder der Teamchef von den Autos mit den Startnummern #112 (Wodka 911 GT3R);#107(Frikadelli);#180;#88 (Haribo Porsche);110 (WTM);708 zur Rennleitung mussten.
Dies deutet normal auf eine Strafe hin und so kam es dann auch wenig später auch. Die #88; #112; #110 erhielten eine Stop & Go Strafe wegen Überholen unter gelber Flagge.

Dies ist absolut zu begrüßen, denn in dieser Saison hat es schon oft Berichte und Kommentare von Fahrer und Streckenposten gegeben, dass gelbe Flaggen und vor allem doppelt gelb geschwenkte Flaggen unzureichend beachtet wurden. Gelb doppelt geschwenkt bedeutet Gefahr, Überholverbot und der Fahrer muss zum anhalten bereit sein und nicht ausgangs der Fuchsröhre mit vollem Tempo im Parralelflug nur ein paar Meter an dem zu bergenden Auto vorbeidonnern.

Da dies oft nicht beachtet wurde, haben sich Fahrer (welche sich an die Flaggen halten und damit oft Zeit verlieren auf die Fahrer, welche sich nicht an die Flaggen hielten) und eben auch Streckenposten immer wieder dafür ausgesprochen dass hier härter durchgegriffen wird.
Die Rennleitung hat daher vor dem Start alle Fahrer informiert dass man nun genauer hinsehen und gegebenenfalls strafen würden. Und das tat man dann eben auch. Und so viel sei gesagt: Es sollten nicht die letzten Strafen sein…
Leider sickerte dann auch die Meldung durch, dass der Mühlner-Porsche, der vorhin noch so stark war, in langsamer Fahrt im Bereich Brünnchen gesichtet wurde, und im Bereich Schwalbenschwanz Flammen aus dem Auto schlugen. Dies war für das Team leider das Aus, nachdem man die Anfangsphase so mitbestimmen konnte.

Nach 13 gefahrenen Runden konnte Lucas Luhr den Abstand auf Marc Basseng etwas reduzieren und war nur noch 28 Sekunden hinter dem Audi, während sich der SLS AMG GT3 #739 langsam aber sich auf den 3. Platz nach vorne arbeiten konnte. Gleichzeitig hatten die anderen Autos (WTM, Wodka Porsche, Haribo Porsche) aufgrund der Strafen deutlich an Boden verloren, und mussten nun fast 3 Minuten Rückstand aufholen.
Zu Beginn der 15. Runde eröffnete dann Marc Basseng den Reigen der nächsten Boxenstopps, während die #114 eine Runde länger fahren konnte. Für Marc Basseng übernahm wieder Frank Stippler.
Jedoch entwickelte sich für #99 eine Hiobsbotschaft, denn auch hier wurde ein Mitglied des Teams zur Rennleitung beordert und man musste davon ausgehen dass bald eine Strafe fällig werden würde.
Eine Runde später kamen dann auch die anderen Autos an die Box und bei der #114 übernahm nun Marc Lieb das Steuer des 911 GT3 R und es war somit klar, dass der Audi R8 auf Marc Lieb Zeit verlieren würde, denn Marc gilt nicht umsonst als schnellster Mann der Nordschleife und diesen Ruf sollte er gerecht werden.
Auf Platz 3 lag immer noch der SLS AMG GT3, wo nun Chirs Mamerow das Steuer übernahm, während sich die MOAM Corvette wieder auf Platz 4 vorfahren konnte, nachdem man Rundenlang die schnellsten Rundenzeiten fahren konnte und nur noch gute 50 sek. hinter dem Mercedes lag.

In der SP10 war der BMW von Scheid derweil auf dem 6. Platz und man konnte nun mit Dirk Adorf nun ohne Probleme seine Runden abspulen, jedoch hatte man durch die lange Reparatur-Phase 2 Runden verloren, so dass ein Sieg in der Klasse natürlich nicht möglich war. Jedoch hat man gezeigt dass man die Zeiten der Spitze absolut gehen kann und man somit sicher weiter vorne landen hätte können.

In der H2 Klasse war der Schall Mercedes derweil auf Platz 2 mit 6:20 Minuten Rückstand auf den BMW M3 von Werner Breuer und Udo Förster. Jedoch war hatte der BMW bald einen Technischen Defekt und verlor fast 2 Runden und man konnte sich somit an die Spitze der Klasse setzen und diese dann auch mit 1 Runde Vorsprung für sich entscheiden.

Erwartungsgemäß konnte Marc Lieb nun auch auf den Audi aufholen, indem er eine 8:14er Zeit nach der anderen raushaute und bis zu 5 Sekunden pro Runde schneller war als der Audi und so überaschte es nicht, dass er gegen Ende der 21 Runde am Heck das Audi klebte.
Nur kam er nicht dazu den Audi zu überholen, da dieser in die Box abbog und seinen letzten Pflichtboxenstopp absolvierte und auf Platz 2 mit guten 2 Minuten Rückstand auf Marc Lieb auf die Strecke zurückkehrte, während der Mercedes SLS AMG GT3 ebenfalls in der Box war und 2 min hinter dem Audi war.
Nun begann aber das Unheil für die Audi Mannschaft. Just als man aus der Boxengasse raus fuhr, begann es auf Start und Ziel sowie in anderen Bereichen wie dem Hatzenbach zu regnen, nachdem die Wolken immer wieder mal dunkler, mal wieder heller wurden.
Für den führenden Porsche kam dies natürlich gelegen, da er in der nächsten Runde eh zum Boxenstopp musste und somit auf Regenreifen wechselte.
Es kam auch der Mercedes sofort zum Reifenwechseln herein, nur der Audi R8 blieb draussen da man auf ein bladiges Ende des Regen hoffte und man somit vll. noch eine Chance auf den Sieg haben würde.
Jedoch eierte Marc Basseng so sehr über den Kurs, dass er eine gute Minute auf die anderen Autos verlor und dann trotzdem an die Box kommen musste um auf Regenreifen zu wechseln, da der Regen stärker wurde.
Nachdem auch der Mercedes anfangs Probleme mit den wechselden Bedingungen hatte und auch Zeit verlor, war der Weg frei für den Porsche.
Jedoch kam sogleich das nächste Ungemach für den Audi R8, da nun die Meldung kam dass die #99 eine Stop & Go Strafe erhält, da auch dieses Auto die Flaggen missachtet hat und somit folgerichtig nochmals reinkommen darf.
Nachdem der Audi dann gegen Ende der 25. Runde die Strafe angetreten hat, war Marc Lieb über 4:40 vorne weg und fuhr einen ungefährdeten Sieg nach Hause, währenddessen Chris Mamerow von der Strafe profitierte und nur noch 6 Sekunden hinter dem Audi war und den 2. Platz erobern wollte und als wäre das nicht genug, fuhr die Corvette im der noch die schnellsten Rundenzeiten und war eine gute Minute hinter den beiden Wagen und man rechnete sich noch Chancen auf das Podest aus.
Mittlerweile haben aber alle Teams auf Regenreifen gewechselt, da es nun fast überall stärker regnet und sich auch die Rundenzeiten der Topautos in einem Bereich von 10 Minuten bewegt haben.

Natürlich lagen vor allem dem Audi TT RS diese Verhältnisse und kann konnte von Pos. 14 noch auf Pos. 12 nach vorne lagen, da man aufgrund des Forderradantriebes im Regen natürlich deutliche Vorteile gegenüber den heckgetriebenen Fahrzeugen der Spitzengruppe hat.

Zu Beginn der 26. und vorletzten machte es sich Marc Lieb vorne gemütlich und fuhr mittlere 10:00er Zeiten, da sein Vorsprung groß genug war, während Chris Mamerow alles versuchte den R8 noch zu kriegen es aber auch in der 27. und letzten Runde nicht schaffte. und auch die MOAM-Corvette konnte nicht mehr eingreifen.

Es gewann somit die #114 mit 4 min Vorsprung vor dem Audi R8 LMS welcher den SLS AMG GT3 mit Chris Mamerow auf Platz 3 verwies und 40 sek. dahinter erreichte die Corvette mit Christian Hohenadel das Ziel, welche mit Platz 4 nach einer tollen Aufholjagd durchaus zufrieden sein kann und einmal mehr zeigte, dass mit diesem Auto in Zukunft sehr wohl zu rechnen sein wird und man Olaf Manthey das Leben durchaus deutlich ungemütlicher machen kann, denn man konnte mehrere Runden (bis Marc Lieb im Porsche das Steuer übernahm) die schnellsten Zeiten fahren.
Platz 5 ging an den Haribo-Porsche, welche auch ein mehr als durchwachsenes Rennen mit 4 Stopps und einer Durchfahrtsstrafe erlebten und daher mit dem Rang auch zufrieden sein können.
In der V5 konnte sich Black Falcon mit Leisen/Böhm/Knechtges den 3. Platz sichern und somit wenigstens den Divisions-Titel in der VLN Serienwagen Klasse holen, nachdem man für das letzte Rennen in eben jene Klasse zurückgewechselt ist.
Der Scheid M3 erreichte schlussendlich mit 3 Runden Rückstand auf Platz 6 in der Klasse das Ziel, welche von Mathol Racing mit einen Doppelsieg und 1 Runde Vorsprung auf die Konkurrenz deutlich gewonnen wurde.
Vielleicht werden einige den Illbruck Porsche nicht wieder gefunden haben. Dies liegt daran, dass er im Training in einem heftigen Unfall mit 2 anderen Fahrzeugen verwickelt war. Dem Fahrer ist anscheinend nichts schlimmes passiert, jedoch ist das Auto ein einziger Totalschaden und ein Start war somit leider ausgeschlossen und das Training musste daher nach 2 Runden unterbrochen werden. Schade um das Team und man kann nur hoffen dass man dieses Team auch 2011 am Ring sehen wird.

Die VLN verabschiedet sich somit in die Winterpause, ist aber trotzdem noch zweimal aktiv. Zum einen wird es einen größeren Stand auf der Essen Motorshow geben. Zum anderen findet am 11.12.2010 im Dorinth Hotel die Siegerehrung der Jahressieger statt, bevor es im Frühjahr des nächsten Jahres wieder mit den Test und Einstellfahrten weitergeht.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 35. DMV Muensterlandpokal

October 15 2010

15:33

VLN: Vorschau 34. DMV 250-Meilen-Rennen

Die beiden letzten Rennen der VLN stehen im Oktober auf dem Plan. Es geht wie immer über die Nordschleife und wie immer ist das Rennen richtig lang. Ein Blick auf die Serie und die Protagonisten

Kurze Vorbemerkung: Die VLN? Im Racingblog? Aber sicher! Die Frage ist eher, warum sie es bisher nicht hier hin geschafft hat. Das hat natürlich etwas damit zu tun, dass man erst einmal einen Autor finden muss, der Lust dazu hat, an dieser Stelle über die VLN zu berichten. Den haben wir aber jetzt gefunden und für die meisten ist es ein alter Bekannter. “Flo aus N” ist aus dem Chat bekannt und dort auch, weil er Samstags immer mal wieder die VLN Rennen tickert. Dankenswerterweise übernimmt er erst einmal für die letzten beiden Rennen der VLN die Berichterstattung, bevor auch die VLN in den Winterschlaf fällt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir die VLN auch 2011 weiter im Programm haben werden. Danke an Flo, dass er die Aufgabe übernommen hat! Don Dahlmann

Am Samstag den 16.10 geht die VLN (Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring) in das vorletzte Rennen der Saison, bevor am 30.10 das Finale steigt. In der Meisterschaftswertung führen 2 Rennen vor Schluss Alexander Böhm/Carsten Knechtges/Leisen Philipp vor Christoph Breuer/Elmar Deegener/Jürgen Wolfahrt, gefolgt von Elmar Jurek. In der besten Ausgangslage befindet sich aber das Duo mit dem Z4 von Bonk Motorsport auf den Plätzen 8 & 9 (Mario Merten und Sylvester Wolf).
Natürlich werden sich jetzt einige denken “hä, wie kann denn das sein?” und “die Fahrer kenne ich ja gar nicht, denn die letzten Rennen wurden von Fahrern wie Timo Bernhard, Lance David Arnold oder Lucas Luhr gewonnen?” Das stimmt auch, jedoch hat die VLN ein sehr einzigartiges Wertungssystem, welches ich mal näher darstellen möchte.

Die VLN ist in 4 Divisionen unterteilt welcher sich wiederum in unzählige Klassen teilen. Das ganze ist dann wie folgt aufgebaut:

Division VLN Serienwagen: Hier fahren Serienwagen, welche einen Überrolkäfig besitzen und einen Sicherheitstank, aber von der Leistung, dem Antriebsstrang und dem Fahrwerk sowie der Karrose dem Serienzustand sehr ähneln und nicht so viele Modifikationen erlaubt. Ziel ist es den Teams einen Einsatz mit möglichst geringen Kosten zu ermöglichen. Die Fahrzeuge selber werden dann nach dem Hubraum in die verschiedenen Klassen eingeteilt, was wie folgt aussieht:

VLN Serienwagen V1 bis 1600 ccm
VLN Serienwagen V2 über 1600 ccm bis 1800 ccm
VLN Serienwagen V3 über 1800 ccm bis 2000 ccm
VLN Serienwagen V4 über 2000 ccm bis 2500 ccm
VLN Serienwagen V5 über 2500 ccm bis 3000 ccm
VLN Serienwagen V6 über 3000 ccm bis 3500 ccm
VLN Serienwagen V D (Diesel) bis 3500 ccm

Division VLN Specials: Dies sind Fahrzeuge welche umfassend modifiziert und umgebaut sind und sich schon optisch von den VLN Serienwagen unterscheiden. Dies umfasst Rennmotoren, Renngetriebe, eine stark veränderte Aerodynamik (Splitter, Heckflügel, Body-Kits, Spoiler). Jedoch darf man hier nicht alles verbauen und die Vorschriften sind für die einzelnen Klassen unterschiedlich. So ist es zum Beispiel nicht erlaubt dass in der Klasse SP7 der Heckflügel über den hintersten Punkt der Karroserie hinaus ragt oder dass man einen Air Restriktor oder Ladedruckbegrenzer einbauen muss.
Die Klassen selber unterteilen sich wie folgt:

VLN Specials 1 bis 1400 ccm
VLN Specials 2 über 1400 ccm bis 1750 ccm
VLN Specials 3 über 1750 ccm bis 2000 ccm
VLN Specials 4 über 2000 ccm bis 2500 ccm
VLN Specials 5 über 2500 ccm bis 3000 ccm
VLN Specials 6 über 3000 ccm bis 3500 ccm
VLN Specials 7 über 3500 ccm bis 4000 ccm
VLN Specials 8 über 4000 ccm bis 6250 ccm
VLN Specials 9 Fahrzeuge mit FIA GT3 Homologierung
VLN Specials 10 Fahrzeuge mit FIA GT4 Homologierung
VLN Specials 11 Alternative Kraftstoffe
VLN Specials 12 Gas- und Hybridfahrzeuge

Daneben gibt es noch Klassen für Fahrzeuge mit Turbomotoren:

VLN Specials 2T bis 1600 ccm mit Turbolader
VLN Specials 3T über 1600 ccm bis 2000 ccm mit Turbolader
VLN Specials 4T über 2000 ccm bis 2500 ccm mit Turbolader
VLN Specials 8T über 2500 ccm bis 4000 ccm mit Turbolader

VLN-D1T (Diesel) über 1750 ccm bis 2000 ccm
VLN-D2T (Diesel) über 2000 ccm bis 2500 ccm
VLN-D3T (Diesel) über 2500 ccm bis 3000 ccm
VLN-D4T (Diesel) über 3000 ccm bis 6000 ccm

Daneben gibt es noch die Sonderklasse E1-XP in welcher Fahrzeuge zugelassen werden die nicht in eine der bestehenden Klassen untergebracht werden können/wollen. Der BMW M3 GT2 fuhr hier die ersten 3 Rennen oder auch der 911 GT3 R Hybrid, sowie der SLS GT3, da dieser noch keine FIA GT3 Homologierung besitzt.

Zusätzlich gibt es 2 Cup-Klassen (Cup-Division), welche zum einen für die Renault Clio Cup ist und die 2te Cup Klasse für die Porsche 911 Cup (Baujahr 2006-2009 sowie Baujahr 2004) gedacht ist.

Damit auch die historischen Fahrzeuge mit den Baujahren 1996 oder älter auch fahren können wie der BMW M1, gibt es noch die H-Division mit ihren Klassen welche sich auch nach dem Hubraum unterscheiden:

Klasse H1 bis 2000ccm
Klasse H2 über 2000 ccm bis 2500 ccm
Klasse H3 über 2500 ccm bis 3000 ccm
Klasse H4 über 3000 ccm bis 6250 ccm

Insgesamt starten somit immer zwischen 170 und 210 Wagen und in jeder Klasse können Klassensiege geholt werden und diese werden mit Punkten vergütet. Dies geschieht aber nicht nach einem gängigen festen Verfahren, sondern errechnet sich aus einer Formel welche die Punkte in Abhängigkeit des Starterfeldes in der Klasse errechnet die wie folgt lautet: 10*(Starter +0,5 – Platzierung)/Starter
Dadurch ergibt sich dann folgende Punkteverteilung:

Das heißt ein Sieg in einer zahlenmässig stark besetzen Klasse ist mehr wert als ein Sieg in einer weniger stark besetzten Klasse.
Da vor allem kleinere Klassen wie die SP3, SP3T oder die V-Klassen, die meisten Starter aufweisen, ergibt es sich dass eben die Sieger aus den kleineren Klassen die meisten Punkte einfahren können. Somit kann Manthey immer die SP9 und den Wertungslauf entscheiden, aber für den Gesamtsieg fahren in der SP9 zu wenig Autos rum um mehr Punkte durch den Sieg holen zu können.

Zu beachten ist jedoch eben auch, dass ein Team 2 Streichresultate hat und somit nur 8 Ergebnisse zählen, was dazu führt, dass Bonk Motorsport der Titel fast nicht mehr zu nehmen ist, wenn sie ihre Klasse die SP3 wieder gewinnen. Aus diesem Grund ist eben auch Black Falcon mit den momentan noch 1. der Gesamtwertung in diese Klasse gewechselt um ihnen dort die Punkte direkt streitig machen zu können.

Interessante und sehenswerte Autos gibt es aber nicht nur in der großen SP9, sondern auch in kleineren Klassen wie den BMW M1 in der H4, sondern auch den SLS GT 3 in der E1-XP, oder den neuen Audi TTRS welcher in der SP4T debütieren wird und natürlich der berühmte Opel Manta.
Aber ich fange mal mit den Favoriten auf den Gesamtsieg an, und das dürften vor allem die beiden top besetzten Porsche 911 GT3 R von Manthey Racing sein. So werden Lance David Arnold/Christian Menzel/Richard Westbrook den Haribo Porsche mit der Startnummer #88 pilotieren, während “Der Dicke” #114 von Timo Bernhard/Lucas Luhr/Arno Klasen(welcher dieses Jahr einen großen Sprung gemacht hat) gesteuert wird.
Daneben gibt es weitere sehr gut besetzte 911 GT3 R, wie den Wochenspiegel Porsche oder den Wodka Porsche mit der starken Besetzung Arne Hahne/Jochen Krumbach/Marc Gindorf.
Frikadelli Racing tritt nicht mit dem GT3 Ran, genauso wie der 911 GT3 R von Mamerow welcher aufgrund diverser Streitigkeiten mit Porsche schon seit ein paar Rennen nicht mehr zum Einsatz kommt wobei Chris Mamerow wieder einen Platz gefunden hat. Dafür fährt das Team um Sabine Schmitz laut Nennliste mit dem betagten 911 GT3 RSR. Das verstehe ich nun aber ehrlich gesagt nicht so ganz…

So aber nun genug über die Porsche geschrieben, es gibt ja vorne noch jede Menge andere gute Autos.
So sollte man auf jeden Fall den Phoenix R8 #99 mit Frank Stippler und Marc Basseng im Auge behalten, welcher nach den der neuen BoP Einstufung durch die VLN 25 Kg ausladen darf, was eine höchst fragwürdige Entscheidung ist, wenn man bendenkt dass mit Einführung der GT3 die 8:30 min als max. Zeit ausgegeben wurden und der Audi im Zeittraining eine 8:09 gefahren ist. Ebenso wie die 3 Z4 GT3, wovon 2 von Schubert Motorsport und 1 von Dörr Motorsport eingesetzt werden. So sitzen auf der #92 keine geringeren als Jörg Müller und Dirk Adorf welche es sicher fliegen lassen werden. Auch sollte man den Dörr Z4 nicht vergessen, braucht sich die Besetzung Rudi Adams/Stefan Aust/Peter Posavac auch nicht gerade verstecken.

Kommen wir nun zum Mercedes SLS GT3 AMG, welcher ja schon beim letzten Lauf sein Debüt feierte und aufgrund fehlender GT3 Homologation in der E1-XP startet.
Ich hab ja schon angedeutet, dass Mamerow nicht mit dem 911 GT3 R startet, denn Mercedes setzt unter ihrem Banner einen von 2 SLS GT3 AMG mit der Startnummer 739 ein, welcher von Chris Mamerow und Bern Schneider gesteuert wird. Der 2. SLS AMG GT3 wird dagegen von Christopher Haase und Thomas Jäger mit der Startnummer 738 gesteuert welcher unter der Nennung von Black Falcon startet. Dort scheint man vor allem mit der Zuverlässigkeit des Audi R8 nicht zufrieden zu sein und überlegt wohl für nächstes Jahr auch auf den SLS GT3 AMG umzusteigen.
Verwunderlich ist der Einsatz von Mamerow auf dem SLS GT3 nicht, denn es gibt ja schon lange anhaltende Gerüchte dass man mit Porsche und ihrer Politik den Teams gegenüber höchst unzufrieden ist und man daher gerne wechseln würde. Mich würde es daher nicht wundern wenn das nicht der letzte Einsatz eines SLS GT3 für sie ist.

Es fehlen leider die beiden Vipers von Mintgen Vulkan (SP9) und von TITUS (SP12), welche sicher noch mehr Abwechslung gebracht hätten ebenso wie die MAOM Corvette mit Christian Hohenadel.

Auch sollte man immer ein Auge auf die Cup-Porsche werfen, denn diese liefern sich oft bis zum Schluss enge Kämpfe und wenn es etwas länger regnet und feucht bleibt sind diese Autos mit einem guten Piloten auch eine sehr Basis um die großen Autos ordentlich zu ärgern und das traue ich auch besonders dem Land Porsche mit der #672 und der Besetzung Dzikevic Andzej/Roland Botor zu und ich freue mich dass Land Motorsport seit geraumer Zeit wieder Rennen auf der Nordschleife fährt.

Ein weiteres Auto wird bei diesem Rennen seine Premiere feiern, nämlich der Audi TT RS, eingesetzt von Raeder Motorsport mit Chrsitoper Mies/Christoph Breuer/Marc Hennerici. Man darf gespannt sein was die Leute, welche damit in der SP4T starten alles erreichen können.

Aber eines der Highlight ist sicher auch der legendäre BMW M1 welcher von Achim und Peter Heinrich gesteuert wird und in der Klasse H4 startet und dabei aber immer noch sehr flott unterwegs ist, was ihre schnellste Runde aus dem letzten Rennen mit einer Zeit von 9:12.194 eindrucksvoll unterstreicht.

Zur Strecke noch kurz was:
Gefahren wird die Variante aus Nordschleife, Mercedes Arena und Kurzanbindung (DTM-Version), bevor es dann kurz vor der Zielkurve der GP-Strecke nach link auf die Norschleife geht.
Diese Variante ist ca. 23,8 km lang und damit gute 20 sek. langsamer als die lange Variante welche beim 24H Rennen befahren wird (“Hacker-Ecke”, Mühlenbachschleife), da mann dort den Platz der Mercedes Arena für das Fahrerlager braucht.
Die Rennen selber sind gewöhnlich über eine Distanz von 4 Stunden angesetzt auch wenn der Namen etwas anderes vermuten lässt, bis auf das ADAC Ruhr-Pokal-Rennen welches 6 Stunden dauert.

Gestartet werden die Rennen immer um 12:00 Uhr nach dem das Zeittraining von 8:30 Uhr bis 10:00 läuft.
VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis punktematrix VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2010, 42. ADAC Barbarossapreis

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