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February 04 2014

10:27

USCC: Das Problem mit der BoP

Die neue US-Serie USCC ist zwar erst ein Rennen alt, aber der Ärger hinter den Kulissen ist mächtig groß. Vor allem die LMP2-Teams machen sich Sorgen.

IMG_6895Als Grand-Am und ALMS bekannt gaben, dass man die Daytona Prototypen (DP) und die LMP2 gegeneinander antreten lassen würde, war die Skepsis sofort groß. Das Konzept der DP ist steinalt. Ein Rohrrahmen, ein starker Motor, wenig Aerodynamik, wenig teure Technik wie Carbon-Bremsen. Die LMP2 sind das genaue Gegenteil. Viel Aerodynamik, viel europäische Standardtechnik und vor allem: weniger Gewicht. Die DP wiegen 1032kg, die LMP2 900kg. Was folgte war ein wildes Massaker im Bereich „Balance of Performance“.

Die ersten Testergebnisse machten klar, was alle vermuteten: Die LMP2 fuhren Kreise um die DP. Also besserte die USCC nach. Man verpasste den DP einen Splitter vorne und einen Diffusor hinten. Dazu Carbon-Bremsen und knapp 60 PS mehr Leistung. Gleichzeitig schraubte man das Gewicht der P2 um 60kg nach oben. Greg Pickett, Besitzer von Muscle Milk Racing, und Rob Hill, der Teammanager von Extreme Speed, waren genervt, denn wo soll man in einem Prototyp 60 kg Blei verstauen?

Zudem kamen die Ideen der USCC offenbar aus der hohlen Hand. Man hatte zum Beispiel nicht bedacht, was die aerodynamischen Änderungen mit den DP anstellen würden. Das Ergebnis im November: Es kam zu Reifenplatzern, weil man Continental keine genauen Werte in Sachen Abtrieb geben konnte und, was besonders schlimm war, die DP hoben bei den Unfällen ab.

Continental war einigermaßen erschrocken, reagierte aber schnell. Weil man sich schon gedacht hatte, dass die theoretischen Werte der USCC nicht stimmen, hatte man einen Reifen mit stabileren Seitenwänden in der Entwicklung. „Die USCC hatte uns gesagt, dass die DP ca. 500 Pfund mehr Abtrieb haben würden. Am Ende waren es aber 1000 Pfund,“ merkte ein Conti-Mitarbeitet in Daytona an. Wo das Problem gelegen habe, könne man ja auch gut daran sehen, dass die kaum langsameren, mit großer aerodynamischer Effizienz ausgelegten LMP2 keinerlei Probleme mit den Reifen hatten, hieß es bei Conti. Die würden die Last einfach besser über das gesamte Fahrzeug verteilen.

Also drehte die USCC an der Performanceschraube und gab den Teams einen etwas verbesserten Diffusor. Doch der verursacht weiterhin das Problem, dass die DP zu viel Abrieb auf der Hinterachse generieren. Die Teams kompensieren das mit einem flachen Flügel, was wiederum den Topspeed erhöht.

IMG_7279In Daytona gab es daher zwei Bereiche, in denen die DP den LMP2 überlegen waren: Topspeed und Beschleunigung. Die Überlegenheit in Sachen Motorleistung konnte man ausgangs der Haarnadeln sehen, als die DP mal schnell 20, 30 Meter an Abstand gewinnen konnten – und das und die höhere Endgeschwindigkeit reichte den DP um rund 1.5 Sekunden pro Runde schneller zu sein.

Seitens der LMP2-Teams war man frustriert, man hatte so nie eine Chance auf den Sieg. Nicht wenige sprachen hinter vorgehaltener Hand allerdings auch davon, dass die USCC beim (in Sachen Prestige) wichtigsten Rennen des Jahres, keinen LMP2 gewinnen sehen wollte. General Motors und Ford stecken eine Menge Geld in die Entwicklung der Motoren und in die Serie. Da liegt der Gedanke nahe, dass da sanfter Druck ausgeübt wurde, um die DP zu bevorteilen.

Allerdings warf man seitens der DP-Teams ein, das Daytona eine Ausnahme sei. Man sei weiterhin chancenlos gegen die LMP2, wenn in Sebring mit unveränderter BoP gestartet wird. Tatsächlich sprechen ein paar Zahlen für die LMP2: Weniger Gewicht bedeutet auf einer kurvenreichen Strecke Vorteile beim Verbrauch, beim Reifen- und beim Bremsverschleiß. Da der Topspeed in Sebring keine Rolle spielt und die P2 flinker durch die engen Kurvenkombinationen kommen, sollte der Vorteil massiv sein.

Auch bei Conti rechnet man damit, dass die LMP2 in Sebring den DP um die Ohren fahren werden. Eine Ahnung, die auch die DP-Teams beschleicht. Chip Ganassi sagte in Daytona vor Journalisten, dass man darüber nachdenken müsse, wie man die DP auf Strecken wie Sebring näher an die P2 heran bringen kann. Denn sonst würden die Rennen keinen Sinn machen.

IMG_7868Was bedeutet, dass man weiter an der BoP schrauben wird. Doch so langsam gehen der USCC die Ideen aus. Man kann, so Rob Hill von Extreme Speed, die Aerodynamik eines P2 nicht einfach beschneiden. Wenn man den Heckflügel schmaler macht, greift man in die gesamte Luftströmung des Hecks ein. Das Auto wird instabil und damit gefährlich. Genauso wenig kann man aber bei den DP noch mehr machen. Das gesamte Konzept der DP basiert auf völlig anderen Ideen und Vorgaben. Ideen, die ja durchaus funktionieren, immerhin waren die Abstände zwischen den Teams in den letzten Jahren auch nach 24 Stunden meist extrem eng.

Die Offiziellen der USCC, die zum großen Teil aus der Grand-Am kommen, waren es nach NASCAR-Manier gewohnt, mit einfachen Mitteln Chancengleichheit herzustellen. Das geht aber nicht mit den LMP2. Und man kann die DP auch nicht nach Belieben aufbohren.

Die Situation in der USCC ist nicht einfach. Weder für die Teams, noch für die Offiziellen, die versuchen müssen, etwas sehr eckiges in etwas sehr rundes zu bekommen. Man wird Sebring abwarten müssen, doch bei Muscle Milk ist man schon recht skeptisch. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, dass die USCC die DP bevorzugen würde, meinte Greg Pickett, dass er diese Einschätzung nicht teilen würde. Um zwei Sätze später zu sagen, er habe sich schon gewundert, warum Starworks in die LMPC und nicht die P2 gewandert sei. Jetzt habe er so eine Ahnung, was die Gründe angeht.

Im Moment wirken die LMP2 wie ein Störfaktor in der USCC. Sie passen nicht ins Konzept. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass 2016 der neue Datytona Prototyp kommen wird, bis dahin wird man versuchen, so über die Runden zu kommen. Fast alle Klassen funktionieren, die GTLM, die GTD, LMPC. Nur in der höchsten Klasse sieht es nicht gut aus. Wenn die LMP2 aber nicht funktioniert, dann wird die Klasse sehr schnell uninteressant, auch für mögliche Teilnehmer aus Europa. Dabei will die IMSA genau das Gegenteil, allein um den ACO einen Gefallen zu tun. Das Interesse des ACO an der Serie hält sich im übrigen in Grenzen. In Daytona wurde kein ACO-Funktionär gesichtet.

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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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July 23 2013

05:33

ELMS/ALMS: Spielberg und Mosport 2013

Die beiden Prototypen-Serien fuhren am Wochenende ihre Rennen und dies mit teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen, was die Spannung angeht.

ELMS Red Bull Ring 2013Die ELMS gastierte am Red Bull Ring und das sollte auf dem Papier eigentlich ein gutes Rennen garantieren. Die Abstände in der LMP2 waren bisher klein, es kamen etliche Teams für den Sieg in Frage. Die langen Geraden in Spielberg sollten eigentlich dafür sorgen, dass sich das Feld nicht auseinanderzieht. Dachte man. Doch offensichtlich setzt in der LMP2 in der Saisonhälfte nach dem 24H Rennen in Le Mans bei einigen Teams das große Sparen ein. Greaves verzichtete auf den Start komplett, bei vielen anderen Teams sah man Paydriver am Steuer. Das verzerrte das Bild etwas und spülte jene nach vorne, die sich den Luxus von zwei Topfahrern erlauben können.

Vom Start weg lag das Jota-Team vorne und Oliver Turvey konnte sich als bald einen kleinen Vorsprung rausfahren. Dahinter kämpften zunächst der Murphy Prototypes mit Jonathan Hirschi und der Thiriet mit dem ins Team zurück gekehrten Mathias Beche. In Lauerstellung lag der Morand mit Franck Mallieux. Die vier lagen im ersten Stint durchaus eng zusammen und lieferten sich ein schönes Duell. Was Turvey vorne aber weitere Sekunden schenkte.

Doch die ersten Boxenstopps warfen das Feld mächtig durcheinander. Zuerst erwischte es mal wieder die Truppe aus Irland. Der Murphy-Oreca sprang nach dem Stopp nicht an und wurde sogar in die Box geschoben. Dort stellte man den Tod des Startermotors fest, ersetzte diesen, was aber 17 Runden kostete. Als nächsten erwischte es den Führenden, den Jota. Turvey war zu schnell am Boxeneingang und musste für eine 30 Sekunden Stopp & Go noch mal rein, lag aber nicht aussichtlos auf P4. Nachdem er an Simon Dolan übergeben hatte, drehte dieser sich allerdings, und verlor an den Anschluss an die Spitzengruppe.

In dem ganzen Gewühl hatte die Mannschaft von Thiriet am schnellsten gearbeitet und den Wagen damit in Führung gebracht. Hinter ihm drückte der Race Peformance Wagen aufs Tempo, aber Michel Frey versenkte seinen Einsatzwagen in einem Kiesbett und verlor viel Zeit. Somit beruhigte sich der Kampf um die Spitze nachdrücklich.

ELMS Red Bull Ring 2013Ein sensationelles Rennen fuhr der Sigantech Alpine mit Nelson Panciatici und Pierres Ragues. Eigentlich stand der Wagen auf der Pole, aber weil die beste Zeit unter Gelb gefahren wurde, wurde er ans Ende des Feldes verbannt. Nach dem letzten Boxenstopp lag der Alpine schon auf P2 und hatte nur 22 Sekunden Rückstand. Doch Pierre Thiriet konterte die Angriffe, und sicherte so einen weiteren Sieg für sein Team. Auf P3 landete der Monrand, P4 holte sich der Jota.

In der GTE stand der Proton Porsche auf der Pole, wurde aber schnell von JMW und den beiden RAM-Ferrari überholt. Matt Griffin setzte sich im RAM F458 an der Spitze fest. Und sollte dort auch bleiben. Weil der sich der zweite RAM mit dem JMW einen heftigen Kampf lieferte, konnte Griffin seinVorsprung auf fast eine Minute ausbauen. Sein Teamkollege Johnny Mowlem hatte kein Problem, den Sieg nach Hause zu fahren. Der JMW mit Andrea Bertolini und Joel Camathias landete am Ende auf P2, der zweite RAM mit Jannette/Montecalvo kam auf P3.

Alle Ergebnisse als pdf

Es war ein teilweise etwas zähes Rennen am Red Bull Ring, das aber immer wieder ein paar Highlights hatte. Nicht hilfreich war leider dieses Mal der Kommentar von Radio Le Mans. Nick Damon und sein Kollege waren teilweise sehr abgelenkt und brachten wenig Schwung ins Rennen. Die ELMS macht mal wieder eine längere Pause, weiter geht es am 14.09. in Ungarn.

ALMS

Die ALMS machte Halt auf dem ebenso schönen, wie schnellen und gefährlichen Kurs in Mosport/Kanada. Man hat die Anlage unter der Regentschaft von Ron Fellows zwar schon deutlich verbessert, die teilweise fehlenden Zäune hinter den altersschwachen Leitplanken sind allerdings weiter ein Ärgernis. Schwere Unfälle blieben jedoch aus.

In der P1 war die Sache schon vor dem Start klar. Da der Rebellion nicht mehr dabei ist und Dyson seinen schnellen Wagen mit Guy Smith und Chris Dyson zurück gezogen hat, steht der Muscle Milk HPD ohne Konkurrenz da. Klaus Graf fuhr einen flotten ersten Stint, Luhr erledigte den Rest und meinte nach dem Rennen, dass es recht entspannt gewesen sei. Für eine ebenso kurze wie bemerkenswerte Überraschung sorgte der Delta-Wing, der in der ersten Runde auf P2 stürmte und richtig gute Rundenzeiten hinlegte. Doch der Spaß war noch vor dem ersten Boxenstopp vorbei, als man den Wagen mal wieder mit einem Defekt am Motor in die Garage schob. Schade, der Delta Wing könnte mit einem vernünftigen Motor mehr. Elan ist es bis heute nicht gelungen, den Motor auch nur ansatzweise standfest zu machen. Vielleicht hätte man doch RML fragen sollen.

Der zweite Dyson mit den Pay-Drivern Tony Burgess und Chris McMurry war verhältnismäßig häufig im Bild zu sehen, was allerdings daran lag, dass man den vier LMP2 im Weg stand. Immerhin konnte man so auch mal sehen, was ein guter Fahrer ausmacht. Burgess bremste deutlich früher, nahm weniger Speed durch die Kurve mit und wartete auch beim Herausbeschleunigen etwas länger, als die beiden LMP2 von Extrem Motorsport und Level5, die sich hinter ihm in einem innigen Zweikampf befanden. Normalerweise müsste der Dyson P1 schnell genug sein, um die P2 weit hinter sich zu halten, in diesem Fall zogen die HPD aber nach und nach alle am Lola-Mazda vorbei.

Immerhin lieferten sich in der LMP2 der Level 5 mit Scott Tucker/Marino Franchitti und der Extreme Motorsport mit Scott Sharp und Guy Cosmo ein starkes Gefecht. Auch nachdem man den Dyson endlich hinter sich gelassen hatte, klebten beide Fahrzeuge aneinander und fuhren mehr oder weniger ein Sprintrennen aus. Zwischenzeitlich mischte sich auch mal kurz der zweite Level 5 Wagen ein, vor allem wenn Mike Conway am Steuer saß, der für den verletzten Ryan Briscoe eingesprungen war. Bis in die letzte Runde dauerte das Gefecht an, bis auf der letzten Geraden hatte Scott Sharp noch die Chance an Franchitti vorbei zu gehen. Doch dann schob sich der Muscle Milk zwischen beide Fahrzeuge und während der Level 5 noch eine weitere Runde drehen konnte, wurde des Extrem Motorsport HPD hinter dem Muscle Milk abgewunken. So kam am Ende dann eine Runde Rückstand auf den Zeitlisten zusammen.

In der GT-Klasse gab es einen sensationellen Zweikampf zwischen den Corvette und den Vipern, der sich ebenfalls über das gesamte Rennen hinzog. Die Viper mit Jonathan Bomarito und Kuno Wittmer am Steuer hatte etwas überraschend die Pole erobert. Da sieht man mal, wie unterschiedlich die BoPs in den USA sind. Während die Viper in Le Mans gegen die Corvette keine Chance hatte, liegt man in der ALMS auf Augenhöhe. Aber wenn die BoP so gute Rennen liefert, dann soll das wegen mir halt so sein. Die Spitze wechselte zwischen den vier Werkswagen oft hin und hier, gegen Ende konnten sich dann die Corvette mit Thommy Milner/Oliver Gavin und die Viper mit Dominik Farnbacher/Marc Goossens vom Rest des Feldes absetzen. Die Viper war auf der Geraden einen bisschen schneller, die Corvette am Kurvenausgang, wo es Milner immer wieder gelang, die paar Meter zu gewinnen, die die Viper hinter ihm halten konnte. Beide Fahrer probierten wirklich alles, doch beide Fahrer und ihr Fahrzeuge waren so gleich stark, dass keiner profitieren konnte. Ein wirklich atemberaubendes Finish, in dem sich die Corvette dann durchsetzen konnte. Der Pole-Sitter landete auf P3, dahinter die zweite Corvette. Erst danach folgten die beiden BMW Z4, die in Mosport ebenso zu melden hatten, wie die ja schon fast notorisch unterlegenen Porsche.

Ergebnisse, wieder als pdf.

Ein wirklich gutes Rennen der ALMS, die auf der Zielgeraden ihrer Existenz noch mal zeigt, was sie ausgemacht hat. Was die GT-Klasse angeht muss man sich aber keine Gedanken machen. In der ab 2014 startenden Nachfolgerserie USCR wird man GT3 Fahrzeuge zulassen, was das Feld noch mal stärker machen sollte.

Nächstes Rennen der ALMS ist schon am 11.08 in Road Atlanta.

(Nur ELMS Fotos, von der ALMS waren zeitnah mal wieder keine Pressefotos zu haben)

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September 03 2012

14:28

ALMS: Bericht Baltimore 2012 & Ende der ALMS?

Ein ungewöhnliches Rennen der ALMS sahen die Zuschauer in Baltimore. Mittlerweile verdichten sich auch Gerüchte, dass die ALMS bald Geschichte ist.

Wie schon in der Vorschau befürchtet, war Baltimore keine gute Strecke für die Prototypen. Zu eng, zu wellig, zu eckig. Vor allem die LMP1 tat sich schwer und zu dem waren Muscle Milk und beide Dyson Wagen von Problemen gebeutelt, die sie weit zurückfallen ließen. Und so kam es dann zu dem seltenen Ergebnis, dass ein LMP2 Wagen den Sieg einfahren konnte. Das auch diese Klasse nicht von Schwierigkeiten verschont blieb zeigt der dritte Platz auf dem Podium, der von einem LMPC-Team erreicht werden konnte. Immerhin: Das Rennen war recht spannend und in der GT-Klasse ging es ordentlich zur Sache.

Das Rennen hatte eigentlich wie immer angefangen: Das Muscle Milk Team ging in Führung und baute diese auch rasch aus. Dahinter platzierte sich Chris Dyson, der allerdings unter massiven Druck vom LMP2 Wagen des Conquest-Teams stand. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie der Morgan-Nissan den Dyson-Lola vor sich herschob. Ähnliche Bilder sah man teilweise zwischen GT und LMPC Wagen, die auf dem Kurs in Baltimore kaum von der Stelle kamen. Doch der Tag für Conquest verlief unglücklich. Erst handelte man sich eine 60 Sekunden Stopp & Go ein, weil David Heinemeier-Hanson sich etwas ruppig am Dyson-Lola vorbei geschoben hatte, später forderte der wellige Kurs seinen Tribut in Form einer gebrochenen Aufhängung. Über die Strafe gegen Conquest wurde viel diskutiert, denn eigentlich war der LMP2 Wagen klar schneller und Eingangs Turn 1 auch schon deutlich neben dem Dyson. Dennoch sah die Rennleitung ein Vergehen, obwohl die Berührung keinerlei Schäden an beiden Wagen verursachte. Damit war dann zumindest der Weg für beide Level 5 Wagen an der Spitze der LMP2 frei.

Doch es sollte noch besser für Scott Tucker laufen. Erst verabschiedete sich vorne der Muscle Milk Wagen mit einem Getriebeproblem, dass den HPD etliche Runden an der Box aufhielt. Dann verabschiedeten sich auch noch beide Dyson mit Problemen von der Spitze. Zwar konnten alle LMP1 das Rennen beenden, aber die Platzierung sagt schon alles. Chris Dyson landete auf P23, Muscle Milk einen Rang dahinter. Der zweite Dyson mit Eric Lux und Michael Marsal erreichte immerhin P13. So konnte Level 5 nach dem ALMS Klassensieg in Sebring den zweiten Gesamtsieg einfahren. Das es ein Doppelsieg wurde, erfreute die Mannschaft um so mehr.

Die GT-Klasse war wie erwartet hart umkämpft, am Ende konnte sich der Falken Porsche mit Wolf Henzler und Bryan Sellers vor der Corvette mit Gavin/Millner durchsetzen. Auf P3 kam der Ferrari von Extrem Sport mit Scott Sharp und Johannes van Overbeek ins Ziel. Das die Porsche auf Grund ihrer Gewichtsverteilung in Baltimore einen Vorteil haben würde, war vor dem Rennen klar, man hatte jedoch allgemein auf das Flying Lizard Team mit Bergmeister/Long gesetzt. Die kamen innerhalb der Zwei-Stunden-Distanz nie so recht an die Spitzengruppe ran. Der Falken Porsche dominierte das Rennen die meiste Zeit, auch wenn die Corvette in Schlagdistanz blieben. Oliver Gavin berichtete nach dem Rennen, dass man vor allem in Sachen Traktion nicht mithalten konnte. Abgeschlagen blieben die BMW, die auf der Strecke nicht zurechtkamen.

ALMS vs. GrandAm

Das Rennen war angesichts der kursierende Gerüchte fast nur eine Nebensache. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass die ALMS und GrandAm kurz vor einem Zusammenschluss stehen. Mehr noch: Gerüchte besagen, dass Don Panoz, dem die ALMS gehört, die gesamte Serie, inkl. aller Verträge mit den Strecken usw. an die GrandAm verkauft haben soll. Startschuss für die neue, gemeinsame Serie soll 2014 sein.

Es gibt seit Jahren Gerüchte, dass ALMS und GrandAm gemeinsame Sachen machen wollen. Der Prototypen-Sport hat in den USA wenig Freunde, der ALMS ist es nie richtig gelungen die LMP1 in den USA zu verankern. Seit dem Rückzug von Audi darbt die Serie in der obersten Klasse mehr oder weniger vor sich hin. Die Grundidee, eine vom ACO sanktionierte und mit den ACO-Regeln ausgestattete Serie in den USA zu etablieren, damit mehr US-Teams und Hersteller sich auch in Le Mans engagieren, ist nie richtig aufgegangen. Das lag zum einen an den Kosten, zum anderen an der Dominanz von Audi in den frühen Jahren. Panoz musste in den letzten Jahren die Regeln des ACO immer mehr aufweichen, damit überhaupt noch Starter in der LMP1 anwesend waren. Was wiederum den ACO verärgerte und für weitere Probleme sorgte.

Erstaunlich ist es allerdings, dass die LMP2 in den USA nicht richtig Fuss fassen konnte. Analog zur ELMS hätten eigentlich genügend Teams das Geld für die Klasse, die dank der Kostenbegrenzung auch kaum teurer ist, als die GT-Klasse. Doch Teams wie Starworks, die in Le Mans und in der ELMS einen LMP2 einsetzen, fahren lieber in der GrandAm. Dabei scheint die ALMS mit einer starken LMP2 Klasse durchaus überlebensfähig, die P1-Prototypen braucht man nicht wirklich.

Zum Jahr 2014 gibt es ein neues Regelement des ACO in allen Klassen, das wird der ALMS den Todesstoß versetzt haben. Schon jetzt mangelt es in der P1 an Mitstreitern, es ist nicht mal klar, was 2013 mit der Klasse passieren wird. Durch die Pleite von Lola gehen Dyson die Ersatzteile aus. Er wird 2013 wohl kaum noch auf das Lola-Chassis setzen können, dass zusammen mit dem Mazda-Motor dem HPD-Honda auch klar unterlegen ist. Nach unseren Informationen ist es aber so, dass die ALMS für 2013 noch einen Vertrag mit dem ACO und eine weitere Saison fahren könnte.

Der GrandAm geht es eigentlich auch nicht besser. Das Starterfeld in der DP-Klasse ist aber deutlich größer, die GT-300 Klasse meist gut gefüllt. Zuschauer sind aber eher Mangelware, die Übertragungen laufen, wenn es sie live gibt, auf Speed, deren Reichweite auch begrenzt ist. Aber hinter der GrandAm steht die NASCAR, die die Serie vor ein paar Jahren gekauft haben. Da ist also genug Geld vorhanden.

Die Frage ist nun, wie es weiter geht. Am Mittwoch wird es eine Pressekonferenz geben, auf der der Merger und die weitere Vorgehensweise bekanntgegeben werden soll. Die Vermutung ist, dass die LMP-Klassen verschwinden, was die Teams dann machen, ist unklar, zu mal Dempsey Racing gerade aufsteigen wollte. Völlig unklar ist, wie man mit den GT-Klassen umgehen möchte. Die Reglements von GrandAm und ALMS sind grundverschieden, eine Anpassung ist so leicht nicht. Entweder müsste man eine BoP einrichten, oder eigene Klassen.

Auch was mit den Events passiert ist nicht klar. Die 12 Stunden von Sebring bilden das größte Fragezeichen, weil sie in diesem Jahr auch zur WEC gehörten. WEC vs. GrandAm? Schwer vorstellbar. Auch das Petit Le Mans in Gefahr, allein schon aus Namensrechtlichen Gründen. Wenn der ACO seine Sanktionierung stoppt, dürfte auch der Name des Rennens wegfallen.

Was auch immer passieren wird: Wir halten Euch natürlich hier auf dem laufenden.

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August 29 2012

09:11

ALMS: Vorschau Baltimore 2012

Auf dem Stadtkurs von Baltimore startet die nächste Runde der ALMS. Wegen des besonderen Charakters der Strecke, wird es vor allem in der GT-Klasse wieder richtig spannend.

Baltimore als “rund zu fahren” zu bezeichnen, wäre eine massive Übertreibung. Der Kurs ist eng, hat unzählige 90 Grad-Kurven und die lange Gerade hat man aus Sicherheitsgründen 2011 mit einer eckigen Schikane versehen. Fahrerisch ist der Kurs ein Albtraum, man kommt kaum in einen Rhythmus, was vor allem die Prototypen beim Überrunden erfreuen wird. Oder anders gesagt: Es gibt bessere Stadtkurse als den in Baltimore. Aber die Sache hat auch ihre guten Seiten. Die Strecke ist kurz und vor allem in der GT-Klasse wird das Feld sehr eng zusammen bleiben. Grund genug, sich das Rennen anzuschauen.

Für die LMP-Klassen wird das Rennen eher schwierig. Die Strecke ist vor allem in den Anbremszonen wellig, auf den kurzen Geraden geht es aber. Schwieriger wird es allerdings, die Prototypen durch die engen Gassen zu zirkeln. Daher wundert es auch nicht, dass sowohl die P1 als auch die P2 nur mit den üblichen Verdächtigen besetzt sind. Das Muscle Milk Team und beide Dyson in der P1, der Conquest Wagen und ein Level 5 Auto in der P2. Dempsey Racing verzichtet wohl auf einen Einsatz, was nachvollziehbar ist. So ein Chassis ist in Baltimore schnell zerstört. Die Rollenverteilung ist zu dem auch klar. In der P1 wird der Muscle Milk seine Vorherrschaft weiter zementieren und die Dyson in Schach halten. In der P2 wird es eng zwischen dem Conquest und dem Level 5, hier wage ich mal keine Prognose. Da hängt vieles an der Strategie und wie man durch den Verkehr kommt.

Dafür ist die GT-Klasse richtig gut besetzt. Vier Porsche, zwei BMW, zwei Corvette, zwei Ferrari, zwei Viper und ein Lotus werden die Strassen unsicher machen. Im Gegensatz zu den Prototypen kann man sich in der GT-Klasse beim Überholen auch mal anlehnen, was einen Versuch schon mal eher möglich macht. Aber schwer ist es dennoch. Die Porsche sollten wegen ihrer Gewichtsverteilung in Baltimore einen Vorteil haben, zu mal Flying Lizard schon gezeigt hat, dass man den neuen RSR in den Griff bekommen konnte. Die BMW, im letzten Rennen überraschend mal wieder auf dem Siegertreppchen schätze ich auch stark ein. Die Corvette werden sich auf dem Stadtkurs etwas schwer tun, ebenso die Ferrari, wobei vor allem das Team mit Van Overbeek/Sharp Chancen auf die Top 3 haben könnte. Das wird aber schwer für das Extrem Motorsport-Team. Mein Tipp wäre Bergmeister/Long vor einem BMW und einer Corvette.

In der GTC gehen nur sechs Wagen an den Start, klare Favoriten sind hier MacNeil/Bleekemolen und LeSaffre/Faulkner. Dazu starten noch sieben Wagen der LMPC, die beim Überrunden das Salz in der Supper werden sollten. Der Speed zwischen den GT und den LMPC ist auf einem Stadtkurs nicht so unterschiedlich, das dürfte den ein oder anderen Stau geben.

Da Baltimore ein Double-Header mit der IndyCar ist, findet das Rennen der ALMS schon am Samstag statt. Wie eng es in Baltimore ist, kann man schön auf diesem Video sehen.

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August 20 2012

15:49

ALMS: Road America 2012

Die Rennen in Road America waren schon immer für knappe Finishes bekannt. Aber am Wochenende hat die ALMS den knappsten Zieleinlauf in ihrer Geschichte erlebt.

Das Vier-Stunden-Rennen in Road America begann in der LMP1 eigentlich so, wie alle Rennen in diesem Jahr. Der Muscle Milk HPD mit Luhr/Graf stand auf der Pole und dies auch mit der bei weitem besten Zeit. Die Lola B12 von Dyson konnten auf der knapp sieben Kilometer langen Strecke nicht mithalten, und stellten sich hinten an. Die erste Stunde verlief dann auch relativ unspektakulär. Das Team von Greg Pickett hatte die Sache im Griff und führte mit deutlichem Abstand. Doch dann brach ein Kühlschlauch am Honda-Motor und Lucas Luhr musste die Box ansteuern. Die Crrew schraubte wie verrückt, doch am Ende lag der HPD vier Runden zurück. Was folgte, war eine furiose Aufholjagd, die auch das wahre Potential des Wagens zeigte.

Lucas Luhr und Klaus Graf fuhren reihenweise Rundenbestzeiten und knallten um den Kurs, als seinen sie in der Qualifikation. Das Tempo konnte der Dyson vorne nicht mitgehen, also verließ man sich auf ein gutes Durchschnittstempo und eine konservative Strategie, die dem Team möglichst viele Optionen offen hielt. Es war teilweise geradezu nervenaufreibend, was Luhr und Graf mit dem HPD anstellten und so arbeiteten sie sich Runde um Runde weiter nach vorne. Dazu kamen dann zwei SC-Phasen, die dem Mucsle Milk Team halfen, den Rückstand zu verkürzen. Vor allem die letzte Unterbrechung rund 20 Minuten vor Schluss war ein Segen für das Team. Denn erst jetzt konnte sie aufschließen und tatsächlich bestand noch Aussicht auf den Sieg. Der HPD robbte sich immer weiter an den Lola heran, die letzten Runden waren dann geradezu Wahnsinn.

Dank You Tube gibt es die letzte Phase des Rennens komplett zu sehen. 20 Minuten, die sich lohnen!

Auffallend war, dass der Dyson-Lola sich in den letzten Runden relativ gut vor dem HPD-Honda halten konnte. Luhr versuchte alles und war besonders im engen Infield etwas besser, aber am Kurvenausgang schien der Lola ein paar Vorteile zu haben. Guy Smith fuhr dabei ein grandioses Finish und positionierte den Lola immer so, dass Luhr mit einem Rempler vorbei gekommen wäre. Der Deutsche blieb aber fair und so ging der Sieg in diesem Jahr zum ersten Mal an den Dyson und das mit einem Vorsprung von gerade einmal 83 Tausendstel.

In der LMP2 gab es den gewohnten Zweikampf zwischen dem Conquest Morgan-Nissan, der von Martin Plowman und David Heinermeier-Hanson pilotiert wurde, und beiden Level 5 HPD-Honda, wo sich Scott Tucker die Cockpits mit Luis Diaz und Christophe Bouchut teilte. Tucker/Bouchut waren eigentlich die schnellere Variante, aber beide HPD hatten im Rennen mit massiven Problemen zu kämpfen. Bouchut hatte sich bei einer Berührung einen kleinen Schaden an der linken Hinterradaufhängung zugezogen und stand deswegen länger an der Box. Auch beim zweiten HDP gab es Probleme mit starken Vibrationen, weswegen beide Autos mir 2 bzw. 3 Runden Rückstand hinter dem Conquest Wagen gewertet wurden. Für Scott Tucker also ein Tag zum Abhaken.

In der GT-Klasse ging es wie üblich recht bunt zur Sache. Die beiden Flying Lizard Porsche erwiesen sich auf der Strecke als die besten Fahrzeuge, knapp gefolgt von der Corvette. Aber beim Rennen in der GT-Klasse ging es vor allem um die richtige Strategie. Überraschenderweise konnten die BMW an diesem Wochenende mal richtig mithalten. Mir ist nicht bekannt, ob die BMW in Sachen BoP etwas mehr Dampf bekommen haben, oder ob das Rahal-Letterman-Team einfach noch etwas gefunden hat. Jedenfalls blieben die M3s in Schlagdistanz und somit auch gefährlich. Eine Chance gegen die Porsche hatte man in Sachen Speed nicht, aber man setzte auf eine etwas verschobene Strategie, was das Rennen in der GT-Klasse dann teilweise auch etwas unübersichtlich machte. Wie auch in der LMP1 entschied sich der Sieg nach der letzten SC-Phase. Die kam für die Porsche außerordentlich ungünstig, so dass plötzlich die BMW wieder vorne waren. In den letzten Runden schob sich der 911er mit Bergmeister/Long zwar wieder ran, aber er konnte den Abstand nicht so weit verkleinern, dass man hätte überholen können. Auf P3 landete das Duo Overbeeck/Sharp mit dem Ferrari.

Mal abgesehen vom spannenden Finish hatte das Rennen in vier Stunden durchaus seine Längen. Die Aufholjagd von Luhr/Graf sorgte erst in der letzten Stunde für so etwas wie Spannung an der Spitze. Aber so ist das bei Langstreckenrennen halt oft.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen auf dem Stadtkurs von Baltimore. Es folgen dann noch ein Rennen in Virgina (15.9) und das Petit Le Mans (20.10).

Anmerkung: Es gibt leider keine Bilder, weil die ALMS es auch nach zwei Tage nach dem Rennen nicht schafft, Material hochzuladen. Dem Meisterschaftstand hat man auch noch nicht aktualisiert.

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August 02 2012

06:34

ALMS: Vorschau Mid-Ohio 2012

Nach der Highspeed-Strecke von Mosport, folgt mit Mid-Ohio ein etwas abwechslungsreicherer Kurs für die ALMS. In der LMP1 wird das aber keine Änderung bewirken.

Der HPD von Muscle Milk ist dieses Jahr wohl nicht zu schlagen. Lucas Luhr und Klaus Graf fahren nicht nur fehlerfrei, das Chassis scheint, zumindest in der ALMS, der Konkurrenz auch überlegen zu sein. Obwohl der Lola B12 in Le Mans die HPD deutlich hinter sich halten konnte, hat das Dyson-Team in den USA kaum eine Chance. Das mag daran liegen, dass der Lola nicht mehr weiterentwickelt wird, es mag aber auch mit dem Mazda-Motor zusammenhängen, dem vielleicht gegenüber dem vom Rebellion in Europa verwendeten Toyota etwas Leistung fehlt. Jedenfalls sollten Luhr/Graf auch in Mid-Ohio die Nase vorn haben. Richtig eng wird es dagegen wieder sicher bei den LMP2 und GTs.

Die Meldeliste in der LMP2 sieht aber (Stand 25.07) nicht allzu vollgepackt aus. Dempsy Racing kommt mit einem Lola B12, der den oft kritisierten Judd-Motor im Heck hat und vermutlich daher im Rennen keine Rolle spielen wird. Den Sieg werden das schon in Mosport siegreiche Conquest Team (Morgan/Nissan) mit Plowman und Heinermeier-Hansson und der Level 5 HPD-Honda mit Tucker/Bouchut unter sich ausmachen. Level 5 hat mal wieder zwei Wagen gemeldet, beide mit Tucker am Steuer. Wie in den letzten Rennen wird man sich dann zum Rennen für einen Einsatzwagen entscheiden. Es ist natürlich schade, dass in der ALMS auch die LMP2 deutlich schwächelt. Wenn sieht, was für fantastische Rennen die LMP2 in der ELMS in diesem Jahr gezeigt hat, wären mehr Nennungen wünschenswert.

In der GT geht es deutlich lebhafter zu. Insgesamt haben sich 13 Teams angemeldet, darunter auch der erwartete Lotus Evora, der von Alex Job Racing eingesetzt wird. Am Steuer sitzen Bill Sweedler und der eher bekannte Townsend Bell. Um den Sieg wird der Lotus nicht mitfahren, aber es ist schön, eine weitere Marke in der Meisterschaft zu sehen.

Brandneu sind die beiden Dodge Viper, die SRT Motorsports gemeldet sind. Der quasi Werkseinsatz der neuen Viper wurde lange erwartet, die ersten Rennen, die man in diesem Jahr fährt, dienen aber wohl eher, dem Wagen die Kinderkrankheiten auszutreiben. Das Fahrer Lineup zeigt aber schon, dass Dodge es ernst meint mit dem Angriff. In der #91 sitzen Kuno Wittmer und Dominik Farnbacher, die #93 wird von Marc Goossens und Tommy Kendal pilotiert. Auch hier kann man davon ausgehen, dass die Viper noch nicht um den Sieg fahren wird, eine starke Bereicherung sind sie aber allemal.

Um den Sieg werden wohl wieder Flying Lizard, die Corvette und der Extreme Motorsport F458 kämpfen. Bei den BMW bin ich mir unsicher, da ich auch noch keine neue BoP-Daten habe. In Mosport erreichte man einen dritten Platz, dies aber erst nach der Disqualifikation des zunächst siegreichen Flying Lizard Porsche. Wirklich eingreifen konnte das Rahal-Letterman Auto während des gesamten Rennens nicht. Der Kurs in Mid-Ohio ist aber etwas kurvenreicher, die M3 könnten also wieder weiter vorne liegen.

Wenn denn da nicht die sehr starken Corvette und die zwei Porsche wären. Der neue RSR scheint sich, nach einiger Entwicklungszeit, doch noch als guter Entwicklungsschritt herausstellen. Lange Geraden mag der in die Breite gegangene Porsche nicht, davon gibt es in Ohio auch nicht allzuviel. Der enge mittlere Bereich der Strecke sollte dem Porsche gut liegen. Flying Lizard tritt wie immer mit Bergmeister/Long und Neiman/Holzer an. Dazu kommt noch der Falken Porsche mit Henzler/Sellers, die aber nicht so stark einzuschätzen sind.

Dazu kommen noch die zwei Ferrari von Extreme Motorsport. Den ersten Sieg haben Sharp/Overbeek nun in der Tasche, dass sollte genügend Motivation für das kommende Rennen geben. Im Gegensatz zu Europa sind die Ferrari in der ALMS nicht ganz so stark eingestuft, ein weiterer Sieg wäre demnach eine Überraschung. Eng wird es vorne aber in jeden Fall.

Dazu kommen dann noch 8 Wagen in der LMPC und drei Porsche aus der GTC, die weiter vor sich hinschrumpft und an Attraktivität verliert.

Das Rennen ist schon Samstag, da man einen Double-Header mit den IndyCars fährt. Aus Zeitgründen kommt die Analyse dann mit etwas Verspätung gegen Ende der nächsten Woche, da ich am Wochenende nicht da bin und das Rennen erst einmal nachschauen muss.

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July 24 2012

06:20

ALMS: Bericht Mosport 2012

Während in der LMP1 der Muscle Milk Wagen nicht zu stoppen war, ging es in der LMP2 und der GT-Klasse richtig zur Sache. Und das auch nach dem Rennen.

Die Strecke in Mosport ist ja eigentlich ein kleiner Witz. Zumindest in Sachen Sicherheit. Mauern und altersschwache Leitplanken säumen die teilweise nicht gerade breite Strecke, die gleichzeitig eine der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglicht. Mit einem Le Mans Prototypen zu fahren, ist etwas wahnsinnig, denn ein Abflug ist meist immer sehr heftig. Immerhin benahmen sich die Piloten in Mosport dieses Mal und es gab nur kleinere Unfälle. Überhaupt lief das Rennen eher ruhig ab, auch wenn es in den einzelnen Klassen teilweise hoch her ging. Und auch der Sieger hatte einen ereignisreichen Nachmittag in Kanada.

LMP1

Zwar hatten Klaus Graf und Lucas Luhr den HPD von Muscle Milk auf die Pole gestellt, doch den Start gewann der Dyson-Lola. Jedenfalls kurzzeitig, denn die Wiederholung zeigte, dass Dyson etwas optimistisch vor der grünen Flagge aufs Gas gegangen war. Die Folge war ein freundlicher Funkspruch der Rennleitung, dass man den HPD bitte doch wieder nach vorne lassen sollte. Danach war es für die beiden deutschen Piloten ein eher einseitiges Rennen. Der Lola konnte das Tempo der Führenden nicht mitgehen und fiel sukzessive zurück. Spannung kam dann in der LMP1 noch mal auf, als man erst Probleme mit dem Getriebe bekam, die sich aber durch einen Reset der Elektronik wieder beheben liessen und als man eine Stop & Go Bestrafung kassierte. Bei der Arbeit am HPD waren zu viele Mechaniker am Wagen und wie in Le Mans auch, resultiert daraus dann eine Strafe. Am Ende lagen Graf/Luhr 10 Sekunden vor dem Dyson-Lola-Mazda, was knapper klingt, als es am Ende tatsächlich war. Es war der vierte Sieg in Folge für das Team, die die Meisterschaft vermutlich schon in der Tasche haben.

LMP2

Da ging es in der LMP2 doch deutlich enger zur Sache. Martin Plowman und David Heinemeier Hansson hatten mit ihrem schnellen Morgan-Nissan mal wieder die Nase vorne, mussten sich aber heftigster Angriffe vom Level 5 Motorsports HPD ARX-03b mit Christoph Bouchut und Scott Tucker erwehren. Im Grunde langen beide Wagen während des gesamten Rennens eng zusammen und gaben sich auch in Sachen Strafen die Hand. Zuerst erwischte es den Morgan, weil Hansson unter Gelb überholt hatte. Doch dann patzte Bouchut gleich zwei mal. Erst ließ er sich mit überhöhter Geschwindigkeit in der Box erwischen, dann übertrieb es beim letzten Restart 12 Minuten vor Schluss. Die Rennleitung hatte vor dem Rennen darauf hingewiesen, dass man die Boxenausfahrtslinie auch von der Strecke aus nicht kreuzen sollte. Aber genau das machte Bouchut in einer zugegebenermaßen etwas unübersichtlichen Rennsituation nach dem Restart. Somit kassierte er erneut eine Stop & Go, was den Sieg für den Morgan zementierte. Erstaunlich: Beiden Wagen gelang das Kunststück mit dem P1 in einer Runde zu bleiben.

GT

In der gut besetzten GT-Klasse ging es wie gewohnt bis zum Schluss extrem eng zu. Die beiden Corvette gaben zunächst den Ton an, doch das Team verlor schnell den Wagen von Gavin/Milner, die mit einem Getriebeschaden ausrollten und erst nach langer Reparaturzeit wieder ins Rennen geschickt werden konnte. Hinter der Corvette mit Magnussen/Gracia am Steuer lagen der Flying Lizard Porsche mit Bergmeister/Long und der Extreme Speed Motorsport Ferrari 458 mit Scott Sharp und Johannes van Overbeck. Die beide Rahal BMWs konnten nur am Anfang mithalten, verloren im Verlauf des Rennens aber den Kontakt zur Spitze. Es zeigt sich, dass der M3 am Ende seiner Entwicklung ist und der Umstieg auf den Z4 für 2013 eine gute Entscheidung darstellt.
Zur Mitte des Rennens übernahm der Porsche dann die Führung vor der Corvette, was einigermaßen überraschend war. Bergmeister und Long konnten die Führung sogar ausbauen und zeigten, dass im 2012er RSR noch einiges an Potential steckt. Die späte Gelbphase ärgerte das Team dann, man konnte aber auch auf der langen Gerade vorne bleiben und sich der Angriffe der Corvette erwehren. In der letzten Runde verstärkte Magnussen seine Bemühungen und attackierte wild. Dabei achtete er aber nicht auf den Ferrari hinter ihm und Overbeck nutzte eine winzige Lücke aus, um sich an der Corvette vorbei zu rempeln.
Nach dem Rennen wurde die Freude bei Extrem Motorsport noch größer. Denn der siegreiche Flying Lizard Porsche fiel bei der technischen Abnahme durch den sogenannten “Stall-Test”. Dabei wird der Lufteinlass der Motors abgedeckt, so dass der Motor eigentlich ausgehen musste. Was er aber nicht tat und das deutet wiederum darauf hin, dass der Motor unerlaubterweise an anderer Stelle mehr Luft und damit mehr Leistung bekommt. Damit siegte dann der Ferrari vor der übrig gebliebenen Corvette und dem BMW mit Joey Hand/Dirk Müller am Steuer.

LMPC/GTC

Sechs Wagen starteten in der LMP2, nur 4 in der GTC, wobei der Porsche von LaSaffre/Faulkner in einen Crash verwickelt wurde. Die drei verbliebenen GTC lieferten sich ein von den Kameras dann leider nicht oft gezeigten Dreikampf, den Gudia/Pumpelly mit nur eine Sekunde Vorsprung für sich entscheiden konnten. In der PC dominierten mal wieder Junquiera/Drissi, die mit einer Runde Vorsprung gewannen.

Es war, vor allem wegen der GT und LMP2 Klasse, ein gutes Rennen. Etwas nervig war der Stream, bei dem die Kommentarspur teilweise ausfiel oder nicht synchron lief. Man kann schon froh sein, dass man die Bilder des Rennens in Europa sehen kann, aber ohne Kommentar ist es dann doch etwas beschwerlich.

Nächstes Rennen der ALMS ist schon in 14 Tagen in Mid-Ohio.
Anmerkung: Die Bilder stammen vom vorletzten Rennen in Lime Rock. Die ALMS war nicht in der Lage, aktuelle Bilder bis Montagabend zur Verfügung zu stellen.

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