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March 05 2012

11:30

TV Rechte 2012: Wer zeigt was?

Die Motorsport Saison 2012 beginnt langsam wieder Fahrt aufzunehmen, und daher gibt es wie die letzten Jahr schon eine Vorschau vom Racingblog, wo es welche Rennserie zu sehen gibt.

Auch 2012 gibt es wieder einiges an Motorsport im Fernsehen zu sehen, bei den übertragenden Sendern hat sich nicht viel geändert. Die Situation der Internet-Streams ist dagegen in Bewegung. So gibt es dieses Jahr wohl zum ersten mal die V8 Supercars Live als Stream ohne “Geoblock” in Deutschland zu sehen. Bei den zwei größten Motorsportserien der Welt sieht es leider anders aus. Bei der Formel1 gibt es wie die letzten Jahre schon keinen offiziellen Stream, sondern nur ein Livetiming für registrierte User der Internet Seite. Auch bei der NASCAR sieht es nicht besser aus. Dort besitzt der Turner-Konzern sämtliche Internet Rechte für 2012. Und der machte bisher keine Anstalten, Rennen im Internet zu streamen (abgesehen von den Rennen auf TNT, die es dann im Racebuddy aus 10 verschieden Perspektiven gibt). Hoffen kann man allerdings auf das nächste Jahr: Anfang Februar hat die NASCAR die gesamten Online Rechte samt Livestreaming-Möglichkeiten ab 2013 von Turner zurückgekauft.

Insgesamt lässt sich allerdings feststellen, dass immer mehr Serien ihr Produkt auch übers Internet via offiziellen Livestreams und Interviews verbreiten. Zum Beispiel die oben erwähnte V8 Supercars oder die BTCC. Andere Serien übertragen sogar teilweise die ganzen Racedays samt Rahmenserien im Internet, etwa die ADAC GT Wochenende (abgesehen von den “Hauptrennen” der GT Masters) und die FFSA GT (Französische GT3 Meisterschaft). Als interessant lässt sich zudem sehen, dass vor allem der ACO wohl gemerkt hat, welche Möglichkeiten das Internet bietet. So wurden letztes Jahr die ALMS (American Le Mans Series) und die WEC (World Endurance Championship) komplett live gestreamt. Manche Dinge werden sich wohl nie ändern, und so gibt es auch dieses Jahr wieder keinen (legalen) Stream von MotorsTV – schade, da mal dieses Jahr einige interessante Serien überträgt.

Die folgende Übersicht ist nach den vorhanden Infos vom 4. März , wird allerdings im Laufe der Saison erweitert bzw geupdate wenn es neue Informationen gibt. Kleiner Hinweis: Eurosport zeigt sein Programm sowohl live, als auch on demand über den Eurosportplayer.

Eine generelle Übersicht der Streams haben wir auch zusammen gestellt.

Formelserien

F1 – sky/RTL
Sky hat den Vertrag wie schon letztes Jahr wieder um 1 Jahr verlängert, und zeigt alle Trainings, Qualifikationen und Rennen. Die Vorberichte und Nachberichte für die Rennen wird aus dem Sky Sport News Studio kommen. Zudem sind Jacques Schulz , Marc Surer und Tanja Bauer vor Ort. sky HD Kunden, die ein iPad haben, können die F1 wohl auch live über die skyGo Applikation schauen.
Bei RTL wird die Übertragung so ähnlich aussehen wie schon die letzten Jahre. Das heißt: FP3, Qualifikation, Rennen.
Die Freitags-Trainings wird es nach aktuellem Informationsstand nicht im Free TV geben, da Sport 1 aus der Übertragung aussteigt.

GP2 – sky
Alle Rennen der GP2 Meisterschaft werden live auf Sky übetragen

GP3 – Euro(2)
Die Rennen der GP3 werden wie letztes Jahr schon auf Eurosport (2) live oder mit delay gezeigt.

Formel Renault 3.5 – Euro(2)
Auch die Formel Renault 3.5 gibt es wieder auf Eurosport (2) live oder As-live zu sehen.

Auto GP World Series – Euro(2)
Eurosport (2) überträgt dieses Jahr alle Rennen der AutoGP live.

F2- MotorsTV, Stream
Die Formel 2 gibt es auch dieses Jahr wieder Live auf MotorTV. Zudem sollte es einen offiziellen Stream auf formulatwo.com geben.

F3 Euro – n-tv (?)
Bis jetzt gibt es keine Infos ob n-tv auch dieses Jahr wieder die Formel 3 Euro Series überträgt. Allerdings darf man darauf hoffen, nachdem der Sender die letzten Jahre sogar die Formel 3 Rennen aus Macao gezeigt hat. Sollte n-tv einsteigen, werden die Rennen auch auf deren Homepage gestreamt.

European F3 Open – MotorsTV / Stream (?)
Alle Rennen gibt es wohl Live oder Re-Live auf MotorsTV. Im vergangenen Jahr hat man die Läufe außerdem im Stream unter www.livestream.com/f3open gezeigt.

US-Racing

NASCAR Sprint Cup – Motorvision/ServusTV 
11 Rennen (Daytona+Chase) werden dieses Jahr live auf Motorvision gezeigt. Zudem überlegt man, weitere ausgewählte Rennen live zeigen. Von den restlichen Rennen wird es ausführliche Zusammenfassungen geben.
ServusTV zeigt dieses Jahr auch wieder den Sprint Cup als Zusammenfassung immer Montags gegen 23 Uhr. Zudem plant man wohl einige Rennen live zu übertragen, hierbei dürfte es sich wohl um Nachtrennen handeln. Bestätigt ist das aber noch nicht.

NASCAR Nationwide Series – MotorsTV
MotorsTV plant dieses Jahr alle Rennen live oder As-Live zuzeigen.

Indycar
Die Indycar Series wird es wahrscheinlich auch 2012 nicht im Deutschen Fernsehen geben. Auch die Chancen auf ein Livestream sind eher gering.

Tourenwagen

WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird alle Rennen + Qualifying auf Eurosport und Eurosport2 (live) zeigen.

BTCC – itv4
Die BTCC wird dieses Jahr samt kompletten Raceday wieder auf ITV4 gezeigt. Zudem gibt es einen legalen Stream, der allerdings mit “Geoblock” versehen ist.

DTM – ARD
Nicht neues.

GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Die SRO Serien werden wie letztes Jahr schon komplett im Internet übertragen und danach VoD gestellt. Inwiefern es eine Übertragung der GT1 WM bei Sport1(+) gibt, steht noch nicht fest. Allerdings ist noch nichts im TV Plan von Sport1 eingetragen, sodass man von einer Nicht-Übertragung ausgehen muss. Den Stream findet man auf der jeweiligen Homepage der Serien.

ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 weiter an der ADAC GT Masters fest, die Rennen werden jetzt allerdings um 12:15 erst gestartet. Ob die Rahmenrennen (so wie 2011) wieder via Internet-Stream versendet werden, ist derzeit noch ungewiss.

VLN – Sport1 (Zusammenfassungen)
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.

Porsche Supercup – Sky/Euro2
Sky überträgt die Serie auch 2012. Sollte auch bei Eurosport(2) zu sehen sein.

Porsche Cup – Sport1(+)?
Sport1(+) dürfte wohl wieder die Rennen des Porsche Carrera Cup zeigen. Zudem sollte es einen Livestream geben.

Scirocco Cup – MotorsTV/Sport1(+)
Läuft auf MotorsTV. Auch auf Sport1(+) eventuell zu sehen. Außerdem hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das auch dieses Jahr wieder da sein könnte.

V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt) / Livestream
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt, der Rest mit delay (1 Tag – 1 Woche). Zudem gibt es einen Livestream unter www.v8supercars.com.au, auf dem auch einige der Rahmenrennen zu sehen sind.

Superstar Serie – MotorsTV
Die interessante und gut besetzte italienische Serie läuft live auf MotorsTV.

International GT Open – MotorsTV
Die Rennen der Südeuropäisch geprägten Meisterschaft gibt es wieder auf MotorsTV und mit offiziellem Livestream (www.gtopen.tv) dieses Jahr zu sehen.

GT Sprint – MotorsTV
Die Rennen der GT Sprint (fährt zusammen mit der Superstars Serie) gibt es dieses Jahr wieder Live auf MotorsTV.

Ferrari Challenge Europa – MotorsTV
Live auf MotorsTV

Prototypen

WEC – Euro2
Eurosport(2) überträgt die Rennen wohl dieses Jahr wieder. In welchem Umfang die Rennen übertragen werden steht noch nicht fest. Zudem könnte es wieder einen Live Stream geben.

LMS – MotorsTV 
Die LMS läuft dieses Jahr auf MotorsTV, zudem soll es einen Livestream geben. Inwiefern Radio Le Mans von den Rennen berichtet, steht noch nicht fest.

24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden live bei Eurosport.

ALMS – MotorsTV
MotorsTV wird auch dieses Jahr wieder die meisten Rennen der ALMS live zeigen. Zudem gibt es die Rennen, die man nicht live zeigt As-Live. Auch wieder geplant: Ein guter Livestream auf der Homepage der Serie mit dem Kommentar der Jungs von Radio Le Mans.

GrandAm – MotorsTV
Die Rennen der GrandAm gibt es dieses Jahr auf MotorsTV fals Speed auch live überträgt. Ansonsten gibt es die Rennen mit delay.

Japan

Super GT
Die überaus interessante Super GT wird man leider auch dieses Jahr allenfalls über einen Stream aus den unendlichen Rändern des Internets verfolgen könnnen.

Formel Nippon
Auch die Formel Nippon wird es wohl nicht auf legalem Wege zu sehen geben.

Argentinien

Turismo Carretera / TRV6 / TC2000
Die höchste argentinische Rennklasse gibt es 2012 via (offenbar) offiziellem Stream auf justin.tv/tcarretera. Ebenfalls einen Livestream gibt es zur Silhouetten-Serie TRV6 (unter trv6.com.ar). Die Qualität beider Streamingangebote liegt allerdings, wie man so schön sagt, im Auge des Betrachters. Die vermutlich beste Tourenwagenserie Südamerikas, die TC2000, wird wird wohl leider auch weiterhin keinen offiziellen Stream bereitstellen.

flattr this!

July 08 2011

11:00

ALMS: Vorschau Lime Rock

Nach fast drei Monaten Pause startet die American Le Mans Series am Samstag (!) in ihre Serie von Sommer-Sprintrennen im Norden des Kontinents. Als erstes ist Lime Rock Park an der Reihe.

Der kleine Kurs in der nordwestlichen Ecke Connecticuts wurde 2008 umgebaut, ist aber immer noch einzigartig – einerseits durch die Länge von nur knapp zweieinhalb Kilometern, zum Anderen gibt es keine einzige Tribüne, die zahlreichen Zuschauer sitzen auf den Grashängen im Inneren der Strecke, tatsächlich ist die Strecke sehr wichtig für die ALMS, da sie den Markt im Nordosten abdeckt (dieses Jahr kommt noch Baltimore hinzu). Fahrerisch ist die Strecke durch den letzten Umbau etwas „gewöhnlicher“ geworden, denn die zwei neuen Schikanen entschärfen zwar gefährliche Streckenabschnitte, doch zerstören sie auch den Fluss. Aber: in diesem Jahr wird die ALMS an der “West Bend” wieder die zügigere traditionelle Streckenführung anstelle der hakeligen Rechts-Links-Schikane nutzen – damit wird auch die letzte Kurve wieder zu einer echten Herausforderung. Nur für die “Uphill”-Passage ist mangels Auslauf die Schikane ein Muss. Für die Fahrer</a> ist Lime Rock so oder so nach wie vor etwas Besonderes, für manche die härteste Strecke des Kalenders.<span id=">

Die erwähnte(n) Schikane(n) sollen auch das Überholen und Überrunden vereinfachen, Zwischenfälle sind trotzdem keine Seltenheit. Allzu problematisch sollte das für die ALMS in diesem Jahr allerdings nicht sein, denn die Anzahl der Prototypen ist wie gewohnt gering, und das obwohl die LMP1 seit dem letzten Rennen in Long Beach Mitte April um 50% gewachsen ist. Denn der arabische Geschäftsmann Humaid Al-Masaood wird mit deinem Team HMR, das er nun Oryx Racing nennt, ein quasi-Joint Venture mit Dyson Racing eingehen. Er und Steven Kane werden einen zweiten Dyson-Lola-Mazda unter dem Namen „Dyson Oryx Racing“ pilotieren.  HMR- (bzw. nun Oryx-)Mechaniker betreuen den Wagen im Dyson-Shop in Poughkeepsie, das Geld wird wohl größtenteils aus Abu Dhabi stammen, denn weitere Sponsoren gibt es außer Mazda/Lola/Dunlop auf dem Coupé nicht.

Ob die beiden Fahrer aber so schnell sein werden wie die namensgebende Antilope, ist fraglich: der Nordire Kane ist zuletzt Tourenwagen in der BTCC gefahren, Al-Masaood selbst bisher nur GT4 und ein paar Radical Cup-Rennen in Arabien. In Le Castellet haben sie die beiden zudem mit einem HMR-Ligier zwei Rennen der SPEED Euroseries gemeinsam bestritten, ein fünfter und ein zwölfter Rang waren das Ergebnis. Zumindest werden sie etwas Eingewöhnungszeit benötigen.

Die Dyson-Temkollegen Chris Dyson und Guy Smith liegen derweil in der Meisterschaft deutlich vorn, mit 46 Punkten gegenüber den 20 des MuscleMilk-Teams. Deren Aston Martin wird in Lime Rock und wohl auch bei den folgenden Rennen von Klaus Graf und Lucas Luhr pilotiert, Teambesitzer und Gentleman Driver Greg Pickett tritt zunächst mal in den Hintergrund, denn mit zwei Profis am Steuer ist die Chance, Dyson noch einzuholen, natürlich deutlich größer. Deren wendiger kleiner 4 Zylinder-Turbo-Lola dürfte aber in Lime Rock – was außerdem deren Heimrennen ist! – im Vorteil sein gegenüber dem großen V12-Aston Martin. Dass die IMSA auch die Balance of Performance-Änderungen des ACO übernommen hat, dürfte hier keinen großen Unterschied machen; beide Teams haben die Wahl zwischen einem leicht vergrößerten Restriktor oder 10kg weniger Gewicht, zudem wird der Tankvorgang beschleunigt, was aber nicht weiter relevant ist, da es ja für die reinen ALMS-Läufe an Diesel-Konkurrenz mangelt.

Toll bestückt ist im Gegensatz zu den Prototypen-Klassen wie üblich die GT-Kategorie. Die je zwei Corvettes und BMWs dürften die Top-Favoriten sein: Corvette wird nach dem Le Mans-Sieg mit einigem „Momentum“ in den ALMS-Sommer gehen, BMW muss im Grunde nur aufhören, sich selbst zu schlagen, um an die Top-Leistungen aus dem Frühjahr anzuknüpfen. In der ALMS-Meisterschaft liegen Joey Hand und Dirk Müller mit 14 bzw. 19 Punkten Vorsprung vor den beiden Corvette-Duos an der Spitze; auch in der Teamwertung steht es 50:39 für die Münchner. Ein wesentlicher Unterschied: die BMWs werden mit E85 an den Start gehen, die Werks-Corvettes, einstmals die Pioniere des Zellulose-basierten E85 in der ALMS, sind auf E10 zurückgewechselt, das eine höhere Energieeffizienz und damit bessere Verbrauchswerte aufweist.

Jaime Melo und Toni Vilander werden versuchen, den ersten ALMS-Sieg für den neuen Ferrari F458 zu holen, in Imola klappte das ja am vergangenen Wochenende bereits sehr gut mit etwas Hilfe von BMW. Jörg Bergmeister und Patrick Long werden versuchen, den in diesem Jahr schwächelnden Porsche 911 an die Spitze zu bringen, was aber nicht einfach wird, aber die beiden Piloten gehören zur absoluten Spitze.

Die übrigen Teams werden sich eher um das Mittelfeld balgen. Vielleicht ist für Scott Sharps Extreme Motorsport-Ferraris mal ein gutes Ergebnis drin, verdient hätten sie es. Das gleiche gilt für die Robertsons, die mit ihrem Doran-Ford GT zwar durch Ausdauer in Le Mans ein Podium erzielen konnten, aber nicht den Speed haben, das aus eigener Kraft in der ALMS zu wiederholen. Auch der zweite Wagen der Mannschaft aus Braselton wird in Lime Rock starten, Piloten sind David Murry und Anthony Lazzaro.

Mit Sascha Maassen (Paul Miller Racing), Wolf Henzler (Falken Tire) und Marco Holzer (zweites Flying Lizard-Auto) gibt es noch drei weitere starke deutsche Porsche-Piloten, deren Teamkollegen allerdings auch nicht stark genug für Siegfahrten sind. Aber: für Überraschungen ist Lime Rock immer gut, denn Zwischenfälle sind dort keine Seltenheit, auch zwischen GT-Fahrzeugen, denn Geraden zum Überholen sind Mangelware, und auch die neuen Kurven haben das nur marginal geändert.

Drei Prototypen und 14 GT-Fahrzeuge gehen also an den Start – Hinzu kommen sechs LMPC- und sieben GTC-Fahrzeuge. Bei den Einheits-Prototypen setzt Intersport nun ein zweites Fahrzeug für Jon Field und James Kovacic ein. Die Meisterschaft wird von den beiden Core Autosport-Wagen angeführt, Jeannette/Gonzalez vor Bennett/Montecalvo. Tabellenführer und Favoriten bei den GT3-Porsches sind Pappas/Faulkner für Black Swan Racing.

Silberstreif am Horizont: für den nächsten Lauf in MoSport sind einige Comebacks geplant. Nicht nur Scott Tuckers Level 5-Team, das an diesem Wochenende noch aussetzen muss, da es logistisch schwierig ist, alles aus Imola nach Connecticut zu verfrachten, wird wieder dabei sein, sondern auch Autocon wird mit einem Isobutanol-LMP1 antreten; in der GT-Klasse füllen der West Racing-Lamborghini und der optisch zweifelhafte Panoz Abbruzzi die Startaufstellung – beide keine Siegkandidaten, aber sie bringen noch mehr Abwechslung ins Feld.

Gute Nachrichten gibt es für alle europäischen Fans, die MotorsTV empfangen. Sie müssen für die übrigen ALMS-Läufe nicht mehr im offiziellen Webstream verfolgen (den es aber für alle anderen weiterhin geben dürfte), sondern können die anstehenden Rennen, mit Ausnahme des zur ILMC gehörigen Petit Le Mans, für das die Rechte bei Eurosport liegen, live im Fernsehen verfolgen. Rennstart ist um 20:05 deutscher Zeit am Samstagabend (!), die Übertragung beginnt um 19:50 Uhr. Live-Timing und alles, was man sonst noch so braucht, bietet die ALMS zusammengefasst im a

Tags: ALMS MotorsTV

April 01 2011

16:01

LMS: Saisonauftakt in Le Castellet

Auch ohne die in die ILMC abgewanderten Teams sollte die Le Mans Series im Jahre 2011 spannend werden. Die meisten Klassen scheinen stark und ausgeglichen besetzt zu sein, nur in der LMP2 werfen Test- und Trainingszeiten die Frage auf, ob der ACO nicht bei der Einstufung daneben gegriffen hat. Mit der SPEED EuroSeries gibt es außerdem eine neue Support-Serie.

Der Circuit Paul Ricard nahe dem Örtchen Le Castellet in Südfrankreich ist ein guter Ort für den Saisonauftakt der europäischen Le Mans-Serie. Das Wetter ist dort in Südfrankreich um diese Jahreszeit schon angenehm warm und die Strecke teilt einige Charakteristika mit dem Circuit de la Sarthe, in den letzten Tagen fuhr dort auch Peugeot einen Ausdauer-Test mit dem neuen 908. Aber es ist überhaupt schön, dass dort nach jahrelangem Dasein als reine Teststrecke wieder „große“ Rennen gefahren werden. Gelegentlich als eine der frühen Retortenstrecken verunglimpft hat die Bahn</a> doch ihren Reiz – nicht nur, aber auch wegen der 1,9 km langen Mistral-Geraden, die die LMS ohne unterbrechende Schikane fährt. Auch Kurven wie die ultraschnelle Signes und die langgezogene Le Beausset (beide nach nahe gelegenen Ortschaften benannt) sowie einige langsame Ecken machen die Strecke anspruchsvoll.<span id=">

Patrick Peter äußerte kürzlich den Wunsch, die LMS 2012 komplett getrennt von der ILMC auszutragen, da sonst „seine“ Privat-Teams zu sehr hinter den dominierenden Werksteams zurückstehen müssten. Andererseits dürfte die LMS auch davon profitieren, einige bekannte Markennamen am Start zu haben. So dürfte es der Serie nicht abträglich sein, dass beim Saisonauftakt der neue Aston Martin AMR-ONE sein Renndebüt gibt, denn dieser Wagen hat bereits einiges an Interesse generiert.

Bis zum Saisonauftakt war der neue LMP1-Bolide noch nicht rennfertig gewesen, daher der verspätete Einstieg. Dass die Mannen aus Banbury diesen Wagen überhaupt in relativ kurzer Zeit vom Zeichenbrett (bzw. CFD-Computer) auf die Strecke bringen konnten, hat man unter anderem der Technik des a

January 14 2011

09:30

TV Rechte 2011: Was wird wo gezeigt?

Wer in diesem Jahr viel Motorsport sehen möchte, der kommt um eine gute Internetleitung nicht herum. Die Zahl der Streams steigt, einige Serien sind ohne Rechner überhaupt nicht mehr zu sehen.

Es gibt auch 2011 viel Motorsport im Fernsehen zu sehen, aber einige Serien bekommt man weiterhin nur um Netz. Das gilt vor allem für die US-Serien, wobei sich die Lage etwas entspannt. Denn so wie es im Moment ausssieht, wird die ALMS ab 2011 ihre Rennen komplett live auf der eigenen Webseite zeigen. Düster sieht es aber weiterhin bei der NASCAR aus. Die NASCAR selber würde gerne die Rennen, vor allem für das internationale Publikum, gerne im Netz zeigen. ESPN und TNT ziehen schon mit aber FOX stellt sich quer. Der Grund: FOX ist der einzige Sender, der nicht allein per Kabel übertragen wird, sondern auch über die sogenannten “Affiliates” vertrieben wird. Und denen will FOX nicht die Zuschauer und damit die regionalen Werbeeinnahmen wegnehmen. Die NASCAR steckt da in einer Zwickmühle. Zum einen ist FOX, zusammen mit Speed, einer der wichtigsten Partner, andererseits laufen die Verträge noch bis Ende 2015 und so lange will man wohl nicht warten, bis man im Netz präsent ist. Das gilt auch für die sportlich zwar gute, ansonsten aber vor sich hinschwächelnde GrandAm Serie. Warum man die nicht per SpeedTV im Netz zeigt, ist nicht nachvollziehbar.

Ohne Rechner geht in diesem Jahr immer weniger. Die Streams werden mehr und laufen teilweise parallel zu den TV-Übertragungen. Einige Serien bieten sogar einen “On-Demand” Service an, aber das ist eher noch selten. Grundsätzlich ist die Tendenz aber zu erkennen, dass man das Netz als Verbreitungsplattform nicht ignorieren kann. Die Menge und die Qualität der Streams nimmt zu, es gibt immer weniger Serien, die völlig darauf verzichten. Dazu kommt, dass man Geo-IP-Blocking mittlerweile relativ einfach umgehen kann.

Verwunderlich ist aber weiterhin, dass MotorsTV das Internet komplett ignoriert. Die Webseite war schon immer eine Baustelle, der Youtube Kanal beitet nur Fitzel des Programms. Nachdem Kabel Deutschland den Sender aus dem Programmangebot genommen hat, sieht es mit der Verbreitung nicht so doll aus. Zwar ist Motors in England relativ stark, aber es würde Sinn machen, wenn man ein kostenpflichtes Abo-Modell für einen Stream anbieten würde. Warum da bei MotorsTV in dieser Richtung nichts passiert, ist mir ein Rätsel. Für die von MotorsTV übertragenden Serien dürfte die Netzrechte nicht allzu teuer sein, zudem hätte man die Chance sich vor allem für internationale Serien als zuverlässiger Verbreiter zu etablieren.

Interessant ist aber auch, dass die meisten Serien ihr internationales Potential bisher brach liegen lassen. Die Grand Am hatte ich erwähnt, aber auch teilweise hochklassig besetzte europäische Serien gehören dazu. Gemeint sind unter anderem die BTCC und die britische F3. Vor allem letztere ist gerade dabei eine, eine Chance zu verpassen. Die letzten Meister haben es allesamt in die F1 geschafft, die Qualität der Rennen ist enorm, die Konkurrenz hoch, dazu kommt der klassische britische Touch der Serie. Vermarktet wird sie mittlerweile von SRO, die ja auch die FIA GT organisieren, und die wohl auch für die weitere internationalisierung der britischen F3 zuständig sind. Im Moment gibt es nicht mal eine Liveübertragung der Rennen irgendwo im Fernsehen, MotorsTV strahlt eine Zusammenfassung mit ein bis zwei Wochen Verspätung aus. Das kann es ja nun nicht sein, wenn man gegen die F3 Euro usw. antreten möchte. Ein Stream wäre hier besonders dringend zu empfehlen.

Die folgende Übersicht hat noch ein paar Lücken, ich ergänze den Eintrag, sobald ich die Infos habe.

Formelserien
F1 – sky/RTL
sky hat den Vertrag mit der F1 nach viel Hin und Her um ein Jahr verlängert. Grund für die kurze Vertragslaufzeit: Bei RTL laufen die Rechte Ende 2011 aus, beide Sender müssen dann neuverhandeln. sky erhofft sich, dass man Exklusivpartner bei HD/3D werden wird, plus weitere Kameraperspektiven usw.

GP2 – sky
Weiter bei sky.

GP3 – Euro?
Lief 2010 auf Eurosport, habe aber keine Antwort, ob das auch 2011 so sein wird.

Formel Renault 3.5 – Euro
Sollte weiter auf Euro laufen.

Auto GP – Euro
Neu bei Eurosport, weil sie im Rahmen der WTCC die F2 ersetzt.

F2- MotorsTV, Stream
Die F2 wandert zu MotorsTV, wird alle Rennen aber auch als Livestream auf der eigenen Webseite anbieten. Ob es auch On-Demand sein wird, ist nicht bekannt. Ob sich Serienorganisator Dr. Jonathan Palmer damit einen Gefallen getan, bleibt abzuwarten. Hauptgrund für seinen Rückzug aus der WTCC sind wohl die unregelmäßigen Startzeiten der Serie, die Europosrt immer wieder dem Programm anpasst und vor allem im Sommer wild zwischen allen Sendern hin und her schiebt.

F3 Euro – n-tv
Bleibt bei n-tv, die letztes Jahr einen guten Job gemacht haben.

SLF – Stream
Hier bleibt es beim Stream auf der Webseite.

Tourenwagen
WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird die Startzeiten wieder dem Programm anpassen.

BTCC – itv4
Bleibt die nächsten Jahre auch dort, einen legalen Stream gibt es nicht. Wobei man abwarten muss, ob itv4 eventuell auf der Webseite was zeigt. Das könnte man mit einem britischen VPN dann sehen.

DTM – ARD
Nicht neues.

GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Ob Sport 1 die GT1-Übertragung fortsetzt ist mir nicht bekannt. Kann auch sein, dass es zu Sport1+ weiter geschoben wird. Die Streams laufen aber weiter, von daher ist es egal. Die GT3-EM wird außerdem live auf MotorsTV gesendet. Ob die dreistündigen Rennen der neuen GT Endurance Series von FIA und SRO im TV zu sehen sein werden, oder ob es wie bei den beiden anderen internationalen GT-Serien auch hier einen Stream geben wird, ist noch unbekannt.

ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 an der ADAC GT ein weiteres Jahr fest.

VLN – ??
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.

Porsche Supercup – sky/Euro
sky überträgt die Serie auch 2011. Sollte auch bei Eurosport zu sehen sein.

Porsche Cup – ??
Sport1, Motorvision?

Scirocco Cup – ??
Sport 1? Motorvision? Auf jeden Fall hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das dieses Jahr wieder da sein sollte.

V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt)
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt. Muss man auch abwarten, wie sich das bei MotorsTV entwickelt. Ohne eigenen Stream macht das bei denen langsam keinen Sinn mehr.

Prototypen
LMS – Euro
Vermutlich gibt es wieder die zerstückelte Berichterstattung auf Europsort. Einen Livestream scheint es auch in diesem Jahr nicht zu geben, was mir immer noch ein Rätsel ist. Bleibt Radio Le Mans.

24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden bei Eurosport.

USA
NASCAR – ??
ServusTV verhandelt mit der NASCAR über eine Verlängerung der Rechte. Es bleibt aber bei der Zusammenfassung am Montag. Gerüchteweise könnte das Daytona 500 live bei Servus laufen, weil die Amis das als Paket verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das stimmt, liegt aber bei unter 10%.

ALMS – Stream?
Es herrscht immer noch eine leichte Verwirrung darüber, ob die ALMS nun alle ihre Rennen live über die eigene Webseite streamt oder doch “nur” on-demand. Wenn es stimmt, wäre das natürlich toll. Das Angebot auf espn3.com soll nur ein Zusatz für die Amis sein. Die Rennen laufen in den USA nur noch teilweise live, der Rest zeitversetzt und zurechtgestutzt oder gar in dem 2010 erprobten “Doku-Drama”-Format, aber immer über ABC/ESPN. SpeedTV ist raus. Über die internationale Verbreitung hat man noch nichts gesagt. Laut Midweek Motorsport ist Radio Le Mans auch noch in Verhandlungen, allerdings ist man ziemlich sicher, dass man wieder dabei ist.

GrandAm – ??
Da wird man auf einen Stream von SpeedTV zurückgreifen müssen.

IRL – Stream
Die IRL streamt auch in diesem Jahr fast alle Rennen. Ausgenommen ist das Indy 500, das muss man sich woanders “besorgen”.

September 29 2010

20:54

TV-Rechte: MotorsTV weg bei Kabel Deutschland

Motorsport Fans haben es in Deutschland nicht leicht. Jetzt ist auch noch MotorsTV bei Kabel Deutschland aus dem Programm geflogen.

Seit Mittwochabend leuchtet den Kunden des Kabel Deutschland “Premium Paket” ein hässliches gelbes Schild entgegen, wenn sie auf MotorsTV schalten. Auf dem steht nur lapidar, dass der Sender ab sofort nicht mehr Bestandteil des Programmpaket von Kabel Deutschland ist. Weg ist auch ESPN Classic, was Motorsport Fans aber eher verkraften werden. Für beide Sender wird KD demnächst FOX und Sport1+ ausstrahlen. Der Verlust von MotorsTV ist ziemlich herb, denn es gibt keine Möglichkeit, den Sender über Satellit oder per Stream ins Haus zu holen. Damit fallen für die Fans viele Motorsportserien weg, die man nur auf MotorsTV sehen konnte. Darunter sind:

- ALMS
- V8 Supercars
- diverse GT-Serien, darunter die Liveübertragung der GT3 Europameisterschaft
- Britische F3
- Auto GP
- WRC

All diese Serien sind auf legalem Weg im Austrahlungsgebiet von KD nicht mehr zu empfangen. Nur die Kunden von Unity Media und T-Home können weiterhin MotorsTV sehen.

Interessant auch, dass Kabel Deutschland in schon fast stalinistischer Manier zwei Sender einfach abschaltet, ohne die Kunden wenigstens ein paar Tage vorher per Laufband zu informieren. Per Post wäre es auch gegangen, immerhin landet bei mir alle paar Wochen ein dämlicher Spambrief ein Brief in Sachen Kundenwerbung und Internetanschluss von Kabel Deutschland im Briefkasten. Wenn für so einen Unsinn Geld da ist, könnte man ja auch nebenbei ankündigen, was sich für die Kunden ändert.

Bedauerlicherweise werden Rennsportfans damit weiter ins Netz und auf die Suche nach mehr oder weniger legalen Streams geschickt. Ich habe sowohl Kabel Deutschland, als auch MotorsTV um eine Stellungnahme gebeten.

March 19 2010

14:24

ALMS: Vorschau auf die 12 Stunden von Sebring (inkl. Twitter-Übersicht)

Seit 1999 wird der Langstreckenklassiker in Zentralflorida unter dem Banner der American Le Mans Series ausgetragen. Das ändert sich zwar 2010 nicht, aber eine kleine Revolution gibt es durch das geänderte Klassenspektrum trotzdem. Und die ist auch dringend nötig, sonst wäre die Startaufstellung ziemlich kurz.

2009 war das Feld mit 25 teilnehmenden Fahrzeugen eines der kleinsten in der Geschichte des Traditionsrennens (das Rennen war trotzdem sehr sehenswert!) und dieses Problem zog sich durch die gesamte daran anschließende Saison, sodass Serienchef Scott Atherton Maßnahmen ergriff: noch im Laufe des Jahres wurde die GT Challenge (GTC)-Kategorie, in der mit einheitlichen Porsche 911 GT3 Cup gefahren wird, etabliert; für 2010 wurde gegen Saisonende – da bei den Prototypen-Entries auch kein zahlmäßiger Zuwachs abzusehen war – die Einführung der LMP Challenge (LMPC)-Klasse für 2010 angekündigt. Dort kommen nun die von Oreca gebauten Formula Le Mans (FLM)-Fahrzeuge zum Einsatz, die auch für Privatteams preiswert zu erstehen und einzusetzen sind. Ein Teil des Geistes des Sportwagenrennsports mag damit verloren gehen, aber für die ALMS war der Schritt notwendig und absolut richtig, um sich gegen die Konkurrenz, namentlich die GrandAm Rolex Sports Car Series , zu behaupten.

In Sebring haben wir noch einmal die Ausnahmesituation, dass nach ACO-Regeln gefahren wird LMP1 und LMP2 als getrennte Klassen antreten; ansonsten wäre das Rennen als Test für Le Mans unbrauchbar und Peugeot und Aston Martin wären möglicherweise nicht angetreten. Für den Großteil der übrigen ALMS-Saison werden diese zu einer gemeinsamen LMP-Kategorie zusammengefasst und durch entsprechende Leistungs-, Gewichts- und Aerodynamik-Regulationen entsprechend angeglichen. Dass die ALMS das hinbekommen kann (besser als FIA und ACO bisher die Diesel-Frage lösen konnten), hat man bereits in vergangenen Jahren bewiesen, als die Penske-Porsche regelmäßig gegen die Audi R10 um Gesamtsiege gekämpft haben.

Und auf einer ähnlichen Frage liegt das Hauptaugenmerk dieses Wochenendes: wie hat der ACO den neuesten Versuch der Angleichung von Diesel- und Benziner-Prototypen hinbekommen? Man hat über den Winter neue Größen für die Luft-Restriktoren beider Motorvarianten, und für die Diesel zusätzlich noch ein höheres Gewicht und eine geringere Turboaufladung festgesetzt, sodass die Ottomotor-Fahrzeuge nun einen PS- und Gewichts-Vorteil gegenüber der selbstzündenden Konkurrenz haben. Ob das ausreicht, um beide auf ein Niveau zu bringen, wird sich möglicherweise in Sebring zeigen.

Die Vergleichsbasis ist dort aber leider sehr klein, denn die große Prototypen-Klasse wird nur aus fünf Fahrzeugen bestehen, da Audi leider aufgrund eines Peugeot-Protestes gegen deren Plan, mit einem Interims-Modell in die USA zu kommen, nicht antreten darf. Somit testet Audi seinen R15plus einsam an den Tagen nach dem Rennen und in der LMP1 bleiben für das echte Event nur Peugeot mit zwei überarbeiteten 908 (die damit auch in ihr viertes Jahr starten), Aston Martin mit einem ihrer Halb-Lola/Halb-Eigenbau-Modelle, Drayson Racing mit einem Lola B09/60 und das kleine Privatteam Autocon Motorsports mit einem Lola-AER, die aber wohl kaum konkurrenzfähig sein werden. Intersport Racing hat seine Einschreibung zurückgezogen, nachdem Jon Field bei den Tests einen verheerenden Unfall hatte, der vom Chassis nicht viel übrig ließ und den der Fahrer nur mit viel Glück völlig unverletzt überstand – in einer der schnelleren Passagen der Strecke war die hintere Radaufhängung des Lola gebrochen. Anstatt mit einem Ersatzchassis anzutreten, konzentriert sich das Team nun auf den Einsatz in der LMP Challenge-Klasse, in der man als zweites Standbein neben dem mäßig erfolgreichen P1-Einsatz ebenfalls einen Wagen einsetzt.

Peugeot hat die Fahrertrios Gené/Wurz/Davidson und Lamy/Bourdais/Minassian nach Sebring geschickt, Aston Martin entsendet den Deutschen Stefan Mücke und den Schweizer Harold Primat in die Neue Welt und reaktiviert Adrian Fernandez, der durch den teilweisen Rückzug von Acura – die beiden 2009 erfolgreichen Acura ARX-02 wurden eingestampft, man beschränkt sich nun auf ein weiterentwickeltes LMP2-Fahrzeug –  sein Cockpit verloren hat. Hinzu kommt Drayson Racing, die als dritten Mann neben Jonathan Cocker und Paul Drayson den frühverrenteten ehemaligen Audi-Star (fünf Le Mans-Siege) Emanuele Pirro zurückzuholen; das ist ebenfalls eine spannende Kombination, da gerade Cocker 2009 in Okayama (Pole, zwei schnellste Runden, P4 im zweiten Rennen) bewiesen hat, dass er durchaus ein schneller Fahrer ist und gut mit dem Prototypen umgehen kann und Pirro eine große Hilfe für das Team sein dürfte, was das Verstehen, Abstimmen und Weiterentwickeln des Fahrzeugs angeht. Außerdem tritt das Team des britischen Wissenschaftsministers im Zuge seiner Green Racing-Programmatik nun auch mit dem neuen Auto (Debüt war das Petit Le Mans 2009) mit zellulosischem E85, einem Biokraftstoff der zweiten Generation an.

Die ALMS hat außerdem – wie ich es bereits zu Beginn des Jahres gefordert (und gehofft) hatte – die Liste der erlaubten Kraftstoffe um einen weitere Biokraftstoff ergänzt: Isobutanol, eine Art des Biokraftstoffs Butanol. Während Ethanol nur 60% der Energie einer gleichen Menge Benzin liefert, erreicht Butanol immerhin 80%. Außerdem kann ein Fahrzeug zu 100% mit Butanol betankt werden, was bei Ethanol nicht möglich ist. Ein wichtiger Fortschritt also, entsprechend werden dem Kraftstoff große Zukunftschancen eingeräumt. Der Biosprit wird von Dyson Racing eingesetzt, die vom Produzenten dieses Kraftstoffs, BP gesponsert werden. Man fuhr bereits beim Petit Le Mans 2009 einen de facto-Klassensieg mit Butanol im Tank ein, damals jedoch noch außerhalb der offiziellen Wertung.

In der kleinen Prototypen-Klasse ist jeder Teilnehmer von vornherein auf dem Podium – denn es gibt leider nur drei. Diese sind aber auch alle drei mögliche Siegkandidaten. Neben dem bereits angesprochenen Dyson-Lola-Mazda (Dyson/Smith/Meyrick) sind dies der einzige verbleibende Acura mit der Fahrerkombination David Brabham, Simon Pagenaud und Marino Franchitti und der aus deutscher Sicht beachtenswerte Cytosport/Muskle Milk-Porsche RS Spyder mi Teambesitzer Greg Pickett und den beiden Deutschen Klaus Graf und Sascha Maaßen. Trotz der dünnen Besetzung könnte dieser Dreikampf überaus spannend werden, wenn die Teams es ohne größere technische Probleme über die Distanz kommen.

Am stärksten besetzt ist, wie bereits 2009, die GT2 – und zwar auch qualitativ hochklassig! Zu den Favoriten gehören hier die zwei Werks-Corvettes(Magnussen/O’Connell/Garcia und Beretta/Gavon/Collard), die beiden von Rahal/Letterman eingesetzten BMW M3 (Müller/Hand/Priaulx und Auberlen/Milner/Werner), der Flying Lizard-Porsche 911 mit Bergmeister/Long/Lieb am Steuer und der von Melo/Bruni/Kaffer pilotierte Risi-Ferrari 430. Risi und Flying Lizard setzen jeweils noch ein zweites Auto ein, die schätze ich aber von den Fahrerkombinationen (Krohn/Jonsson/van de Poele bzw. Law/Neiman/Lietz) tendentiell ein wenig schwächer ein.

Spannend wird es sein, zu sehen, wie sich die neuen Teams schlagen: Extreme Motorsports tritt mit zwei in Tequila Patron-Farben – die lassen 2010 wirklich einiges an Sponsorengeld n die ALMS fließen: offizieller Seriensponsor und fünf Autos in Sebring! – lackierten Ferrari 430 an (Sharp/van Overbeek/Farnbacher und Brown/Cosmo/Barbosa) und Jaguar wagt mit dem neuen XKRS den zweiten Renneinsatz (Gentilozzi/Goossens/Dalziel). Den Falken Tire-Porsche mit Sellers/Henzler/Pilet sollte man auch nicht unterschätzen, während der Robertson Racing-Ford GT (Robertson/Robertson/McMurry) wohl wie immer eher als hübsch anzusehender Feldfüller einzustufen ist. Der PTG Panoz Esperante mit Dominik Farnbacher, der 2009 an guten Tagen um die Podiumsplätze mitkämpfen konnte (zweimal Dritter, zweimal Vierter), ist leider nicht mehr dabei.

Einige klangvolle Namen sind auch in den Challenge-Klassen zu finden, sowohl unter den Teams als auch unter den Fahrern. In der Prototypen-Challenge sind das vor allem der letztjährige IndyLights-Champion J.R. Hildebrand und der Sebring-Sieger von 1992 und 1993 Andy Wallace, die zusammen mit Tom Sutherland für Genoa Racing antreten;  IndyCar-Fahrer Ryan Hunter-Reay teilt sich das Cockpit des Level 5 Motorsports-Oreca mit Scott Tucker und James Gue; das Schwesterauto steuern Christophe Bouchut, Le Mans-Sieger von 1993 und aktuell FIA-GT-Fahrer, Mark Wilkins und Scott Tucker, der somit einen Doppeleinsatz vor sich hat. Die Primetime Race Group, die bis letztes Jahr wenig erfolgreich eine GT2-Viper eingesetzt hat, versucht sich ebenfalls in der neuen Einheitsklasse, Fahrer sind Joel Feinberg und Kyle Marcelli. Für das Field-Familienteam Intersport steigen Pagerey/Wong/Ducote hinters Lenkrad und für das im Training sehr schnelle Green Earth Team Gunnar die drei unbekannten Piloten Zugel/Jeanette/Julian.

The Racer’s Group, kurz TRG, ist aus der NASCAR und den GrandAm-Serien bekannt und setzt nun auch in der ALMS-GT Challenge einen u.a. von Andy Lally pilotierten Porsche ein. Ein anderes GrandAm-Team, Alex Job Racing, die auch schon früher ein erfolgreiches GT-Team in der ALMS waren, kehrt gleich mit drei Fahrzeugen in der Challenge-Kategorie zurück. Luis Diaz, Leh Keen und Butch Leitzinger gehören hier zu den bekannteren Piloten, auch wenn im ersten Training das Fahrzeug mit Sweedler/Kapudjia/Lueders Klassenschnellster war. Sieben Fahrzeuge stellt die GTC insgesamt und füllt somit das Feld auf insgesamt 34 Fahrzeuge auf.

In den Nachmittags-Trainings am Donnerstag lagen die Peugeot vorn, knapp gefolgt vom Drayson-Team, einige Sekunden dahinter der Aston Martin. Im Nachttraining betrug der Vorsprung der Franzosen über 2,5 Sekunden auf den Aston Martin, über drei auf den Besten der LMP2, den Acura, und sogar über vier Sekunden auf den Drayson-Lola.  Nun weiß man natürlich nicht, wer seine schnellste Runde mit wie viel Sprit im Tank gefahren hat, aber es scheint so, als seien die überarbeiteten Diesel-Peugeots an diesem Wochen Ende doch wieder das Maß der Dinge. In der GT2 lagen in allen drei Trainings am Donnerstag jeweils beide BMW vorn, an der Klassenspitze lagen jeweils fünf bis sechs Teams innerhalb einer Sekunde.

Nach der ausführlichen Analyse des Starterfeldes noch kurz zur Rennstrecke: der Sebring International Raceway ist ein traditioneller Kurs auf einem ehemaligen Militärflughafen in Zentralflorida. Seit 1950 werden dort Rennen gefahren, ursprünglich auch auf den Rollbahnen, doch im Laufe der Zeit wurde die Rennstrecke immer wieder modifiziert. Die am längsten bestehende Variante (1952-1982) war mit 5,2 Meilen deutlich länger als die aktuelle, hatte dafür aber weniger Kurven, nämlich zwölf. Die heutige Streckenführung ist 3,7 Meilen, also knapp sechs Kilometer, lang, die Kurvenzählung kann variieren, je nachdem, wie viele der zahlreichen Knicke man einrechnet – offizielle gilt die Zahl 17.

Schnell ist die Strecke trotzdem, auf einen Rundenschnitt von knapp 126 Meilen pro Stunde kamen die Peugeot im Training. Auf dem irrsinnig schnellen MoSport Circuit liegt der Rundenrekord bei 138 mph, in Le Mans mit seinen langen Geraden sind es ca. 154 mph. Spektakulär sind vor allem die schnellen Turns am Anfang und am Ende der Runde, letztere ist unter dem Namen „Sunset Bend“ bekannt. Eine heftige Bodenwelle kurz nach der Mitte dieser 180°-Kehre versetzt den Fahrern hier gern mal das Auto und führt zu Drehern oder fehlendem Speed auf der Start/Ziel-Geraden. Das ist allerdings nicht die einzige Bodenwelle, die Rennstrecke, die zum Teil immer noch über die Betonplatten der alten Rollbahnen führt, ist allgemein in einem sehr schlechten Zustand und könnte eine Neuasphaltierung (zumindest der asphaltierten Abschnitte) dringend gebrauchen – auch wenn sie dann, ähnlich wie Daytona, zunächst ein wenig an Charakter einbüßen würde. Wie „bumpy“ und wieviel Flickwerk es ist, lässt sich gut aus diesem Onboard-Video ersehen:

Beim Peugeot mit der #08 musste am Donnerstag das Monococque ausgetauscht werden, da ein Riss gefunden wurde, für den als Ursache die Bodenwellen vermutet werden. Neben einer Neuasphaltierung (die irgendwann einmal kommen muss, wenn nicht dieses Jahr, dann in einigen Jahren) wäre in möglichst naher Zukunft auch ein allgemeines Sicherheitsupdate angebracht, wenn man bedenkt, dass etwa an der Stelle, an der Jon Field seinen schrecklichen Testunfall hatte, lediglich eine niedrige Leitplanke, aber kein Zaun oder sonstige Vorkehrungen zum Schutz von Fahrern oder Fans waren.

Zum Zeitplan: die Qualifikation findet heute um 01:50 pm Eastern Time, also 18:50 deutscher Zeit statt, aufgeteilt in zwei Sessions: zunächst bekommen die beiden GT-Klassen 25 Minuten Streckenzeit, nach einer kurzen Pause werden dann alle Prototypen um 19:20 Uhr für ebenfalls 25 Minuten auf die Strecke gelassen. Die gesamte Qualifikation gibt es 18:45 Uhr im offiziellen Livestream zu sehen. Das Rennen startet am Samstag um 15:30 Uhr deutscher Zeit und geht entsprechend bis 03:30 in der Nacht zum Sonntag. Da die Wettervorhersage ausgesprochen gut ist (sonnig, >20°C, o% Regenwahrscheinlichkeit), sollten wir dieses Mal auch wieder ein Rennen über die volle Distanz sehen, nachdem das letzte Endurance-Rennen der ALMS auf der Road Atlanta wegen des sintflutartigen Regens vorzeitig abgebrochen werden musste. MotorsTV überträgt von 15 Uhr an live, vermutlich mit einer deutschen und einer englischen Tonspur, auf der vermutlich/hoffentlich der Radio Le Mans-Kommentar übernommen wird. Wer gern bewegte Bilder sehen möchte, aber MotorsTV nicht abonniert hat, kann in der Zeit von 18-20 Uhr auf den erneut auf den SpeedTV-Stream zurückgreifen, der für diese zwei Stunden angeboten wird, in denen Speed das Rennen nicht im US-Fernsehen überträgt.

Und damit komme ich nun zum Rundum-sorglos-Paket mit all dem Rüstzeug, das man – im Optimalfall neben MotorsTV – für ein solches Ausdauer-Rennen braucht:

Den Motorsport-Fans, die nicht über MotorsTV verfügen, sei – wie immer – Radio Le Mans empfohlen. Im Zusammenspiel mit dem Live Timing und kann man das Rennen dann auch ohne Bilder genießen. Ein Verfolgen der entsprechenden Twitter-Accounts macht das Ganze noch einmal informativer, neben dem offiziellen @almsnotes und dem stets gut aufgelegten Team von Radio Le Mans‘ Midweek Motorsports twittern auch eine ganze Reihe von Teams und Fahrern; hier eine Übersicht, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt (falls jemand noch auf weitere stößt, könnt ihr die gern in den Kommentaren ergänzen):

LMP1:

LMP2:

GT2:

LMPC:

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December 01 2009

14:47

Sportwagen-Saisonrückblick, Teil 1: Die American Le Mans Series 2009

Die American Le Mans Series hat das wohl schwierigste Jahr ihrer mittlerweile elfjährigen Existenz hinter sich und sie hat es überstanden. Ursächlich für die Probleme war die Wirtschaftskrise, die die Saison 2009 zu einer des Übergangs und der Veränderungen machte: 2010 wird die ALMS eine andere Serie sein.

No. 16Gegen Ende des letzten Jahres hatte man große Träume für die 2009er-Saison: beim drittletzten Saisonrennen in Detroit verkündete Acura seinen Ein- bzw. Aufstieg in die LMP1-Klasse mit den zwei Teams von Gil de Ferran und Duncan Dayton (Patron Highcroft Racing). Man wollte gegen die neun Jahre währende Audi-Dominanz aufbegehren, wollte ernsthaft um den Titel mitfahren. Mit einem Benziner gegen die übermächtigen Diesel würde das zwar schwierig werden, dessen war man sich bewusst, aber einen Versuch war es wert. Am gleichen Wochenende kündigte auch Corsa Motorsports seinen Einstieg für die Saison 2010 mit einem Hybrid-Auto der Kombination Ginetta-Zytek. Alles schien gut.

Schlechte Nachrichten

Dann kamen die Hiobsbotschaften: zunächst aus dem Hause Chevrolet, wo man schon im September zugab, die kultigen GT1-Corvettes nach dem nächsten 24 Stunden-Rennen von Le Mans einmotten zu wollen, und schließlich im Dezember aus Deutschland: Audi werde sein Sportwagen-Programm 2009 mit dem brandneuen R15 auf die 24 Stunden von Le Mans konzentrieren und weder an der europäischen noch an der amerikanischen Le Mans-Serie auf Vollzeit-Basis teilnehmen. Angesichts der schlimmen Lage der Automobilkonzerne eine finanziell nachvollziehbare Entscheidung, sportlich aber denkbar schlecht, denn so würde man das neue Modell kaum im Renneinsatz erproben können. Und auch Acura war nicht gerade erfreut, denn ohne Gegner wird der Marketing-Effekt von LMP1-Siegen doch deutlich reduziert, auch wenn man stattdessen dann konkurrenzlos dominieren würde.

Doch damit noch nicht genug, denn auch Automobil-Tycoon Roger Penske hatte noch zwei schlechte Nachrichten: zum einen wurde das ALMS-Projekt der Kombination Porsche & Penske nach vier erfolgreichen Jahren mit dem RS Spyder beendet und man würde stattdessen 2010 in der deutlich günstigeren Grand Am Rolex Sports Car Series antreten, zum anderen müsste die von Penske veranstaltete Detroit Sports Car Challenge auf dem Belle Isle-Straßenkurs aus finanziellen Gründen gestrichen werden. 

Letzteres wog nicht allzu schwer, da man noch ausreichend wichtigere Rennen auf beliebteren Strecken hatte, aber der Ausstieg von Porsche führte zu dem großen Problem, dass nun auch die zweite Prototypen-Klasse fast ihre gesamte Spannung und Bedeutung verlor. Übrig blieben dort nur noch der Lowe’s-Fernandez-Acura (auch Andretti-Green Racing war ausgestiegen) und die zwei Dyson-Teams, die allerdings nach zwei Jahren mit dem Porsche RS Spyder neue Lola-Coupés, neue Mazda-Motoren und mit BP auch einen neuen Hauptsponsor bekamen.

Damit hatte man also nun drei (von vier) Klassen, die irgendwo zwischen tot und halbtot lagen. Gute Nachrichten gab es nur für die GT2: BMW würde in Kooperation mit Rahal-Letterman Racing zwei werksunterstützte M3-GT2 über den Atlantik schicken und Corvette nach dem Ende der GT1-Ära zwei werksunterstützte GT2-Modelle einsetzen. Der Verlust des Tafel Racing-Ferraris sowie einiger Part Time-Teams konnte so durch mehr Marken und mehr Wettbewerb mehr als kompensiert werden.

Sebring!

Nach dem politiklastigen Winter begann dann aber schließlich die Saison mit einem der klassischen Saisonhighlights der Sportwagen-Szene, den 12 Stunden von Sebring. 27 Teams erschienen zur 57. Ausgabe des Rennens, 15 davon aus dem GT2-Bereich,von denen leider eines, das VICI-Team, mangels Sponsor nach der Quali wieder abreisen musste, womit „Strietzel“ Stuck und sein Sohn um einen gemeinsamen Einsatz (mit Nicky Pastorelli) gebracht wurden. Auf Pole stand überraschend einer der Acura: man hatte über den Winter viel getüftelt und war auf die Idee gekommen, auch an der Vorderachse Hinterreifen zu montieren, was wegen der größeren Maße zu mehr mechanischem Grip und so mehr Kurvengeschwindigkeit führen sollte. Dass das gegen die Audi R15, die ihren ersten Renneinsatz absolvierten, und die ebenfalls angereisten weiter verbesserten Peugeot 908 wohl aber doch nicht ausreichen würde, wurde schnell klar: schon am Anfang der zweiten Runde waren beide Audi sowie einer der Peugeot (der zweite startete aus der Boxengasse) vorbeigezogen. Und so entwickelte sich in der LMP1-Klasse ein Rennen, das die 12 Stunden von Sebring 2009 zu dem für mich besten Rennen dieser gesamten Motorsportsaison macht (elf der zwölf Stunden habe ich live gesehen und ich bereue die eine verpasste Stunde!): zwei technologisch hochentwickelte Autos mit sehr unterschiedlichen Konzepten (offener Wagen vs. Coupé, Luftführung durchs Autos vs. übers Auto, V10 vs. V12), die sich trotz aller Unterschiede über den gesamten halben Tag hinweg ein spannendes, enges Duell lieferten. Auf die näheren Details will ich an dieser Stelle gar nicht mehr eingehen, da empfehle ich Dons Analyse von damals sowie Youtube, hier einer der vielen Zweikämpfe:

Am Ende gewann Audi mit Capello/McNish/Kristensen, weil der Peugeot von Montagny/Sarrazin/Bourdais etwa eine Stunde vor Schluss auf Grund eines Reifendefekts eine Verschiebung der Taktik in Kauf nehmen musste und so am Ende um die Länge dieses einen Stops verlor.

Schwierige Zeiten

Nach der Abreise von Peugeot, Audi und Co. begann dann der schwierigste Abschnitt der Saison. Über die Rennen kann ich gar nicht allzu viel berichten, weil ich sie nur in Ausschnitten gesehen habe. Grund dafür: auch MotorsTV geriet anscheinend in finanzielle Probleme und übertrug alle Rennen außer Sebring und dem Petit Le Mans nur als gekürzte Aufzeichnung mit einer Woche Verspätung. Ich will das nicht übermäßig kritisieren, bei einem Sender der Größenordnung muss man sicherlich in den schwierigen Zeiten jeden Cent zweimal umdrehen, aber erfreulich war das natürlich trotzdem nicht. Die Übertragungen und der Kommentar waren aber durchaus sehenswert, man holte sich auch mal aktuelle deutsche ALMS-Fahrer als Experten, z.B. Wolf Henzler, was natürlich erst durch die einwöchige Verzögerung überhaupt möglich war und einige interessante Insider-Ansichten brachte.

Aber, wie gesagt, nicht nur das europäische Fernsehen hatte es schwer, auch die Serie selbst. In St. Petersburg waren gar nur 17 Autos am Start (je drei mal LMP1 und 2, der Rest GT2), in Long Beach auch nur vier mehr. In der LMP1 duellierten sich jeweils die Acura (wobei jeder einmal gewinnen durfte), in der GT1 die beiden Corvette, in der LMP2 dominierte der einzelne Acura durch Zuverlässigkeit und etwas höheren Speed und die GT2 war zu Saisonbeginn noch vollständig in der Hand der Flying Lizard-Kombo Long/Bergmeister. Ergo: allzu spannend war es mit so wenigen Autos an der Spitze und so ziemlich fest verteilten Siegerpodesten nicht, also hatte man ein Problem. Und ihren Lieblingssatz mit den „four classes of cars in one race“ konnten die US-Kommentatoren auch nicht mehr aufsagen, sodass dringend etwas getan werden musste.

Darum rief ALMS-Chef Scott Atherton kurzerhand die „ALMS Challenge Class“ für Profi- und Amateur-Fahrer aus dem GT3-Pokal der IMSA ins Leben. Bei fünf der letzten sieben Rennen der Serie, angefangen in Salt Lake City, sollten jeweils einige Porsche 997 GT3 Cup mit ausreichend qualifizierten (also im Cup selbst erfolgreichen) Piloten antreten dürfen. Die Reise nach Kanada ersparte man den Teams aus Kostengründen, und auch beim Petit Le Mans verzichtete man auf diese Klasse, da dort genügend andere Fahrzeuge vorhanden waren. Selbstverständlich lag der Fokus weiterhin auf den drei höheren Klassen, aber dennoch ist die Challenge-Klasse als nette Bereicherung anzusehen; dass Porsche-Markenpokale interessante Rennen bieten können, wissen wir auch aus Europa und so gab es dank der neuen Kategorie das eine oder andere Duell auf der Strecke zu sehen und in den langen Rennen ließen sich immer wieder ein paar freie Minuten für dafür finden. Den Titel errangen nach Siegen in drei der fünf Rennen Martin und Melanie Snow. Ein wenig ironisch ist dabei, dass man die neue Klasse zunächst als Sprungbrett für die junge Sportwagen-Fahrergeneration anpries, zu denen diese beiden sicherlich nicht mehr gehören (nicht dass ich da Frau Snow zu nahe treten möchte, so was macht man ja nicht, aber immerhin haben die beiden bereits 1999 zusammen mit Patrick Huisman im eigenen Team die 12 Stunden von Sebring in der GTS-Klasse gewonnen). Die beiden sind aber ein sehr sympathisches Rennfahrer-Ehepaar und passen gut in die doch recht familiäre ALMS.

Das änderte aber nichts daran, dass es in den höheren Klassen vorerst recht eintönig blieb. In Long Beach, Salt Lake City, Lime Rock und Mid-Ohio gewannen jeweils de Ferran Motorsports in der LMP1, Fernandez in der LMP2 und Flying Lizard in der GT2. Einzige Ausnahme: in Lime Rock holte die Dyson-Kombo Franchitti/Leitzinger den ersten Sieg für das Team mit dem neuen Lola-Mazda. Und weil der Shop des Teams im nur 50 km entfernten Poughkeepsie, NY ist, war es auch noch ein sehr emotionaler Heimsieg. Und den ersten professionellen Sieg hat das Team auch auf der Bahn nahe Lakeville, CT gefeiert, und zwar 1985. Schöne Geschichte also. Auch schön: der Corsa Motorsports Ginetta-Zytek und Mowlem/Johansson am Steuer erreichte bei seinem ersten Einsatz mit Hybrid-Antrieb auch gleich das erste Podium. Man sollte zwar das ganzen Jahr über noch mit Problemen zu  kämpfen haben, das Auto mit der schweren Hybrid-Technik an Bord richtig abzustimmen, aber in Lime Rock reichte es, um mit sieben Runden hinter den beiden Acura, aber fünf Runden vor dem Dyson-LMP2 ins Ziel zu kommen.

Die zweite Saisonhälfte: es wird bunter…

Beim nächsten Rennen auf dem Mid-Ohio Sports Car Course wurde die LMP2-Klasse durch ein erfreuliches Comeback bereichert: das des Cytosport-Teams von Greg Pickett, der einen „alten“ Porsche RS Spyder des Dyson-Teams erstanden hatte und den Schwarzwälder Klaus Graf als Co-Piloten einsetzte. Man hätte auch gleich beim ersten Rennen den Klassensieg holen können, wenn nicht das Fernandez-Team seinen Boxenstopp in der letzten Gelbphase so kurz gehalten hätte, dass man sich eine ganze Runde Vorsprung erschlich. Da genau das gleiche auch noch einmal beim folgenden Rennen in Elkhart Lake passierte und den beiden BMW früh einen ungefährdeten Doppelsieg garantierte, wurden die Safety Car-Regeln entsprechend geändert. Der Sieg der Münchner war aber trotzdem gerechtfertigt, denn nachdem man die erste Saisonhälfte überwiegend für Test und Entwicklung genutzt hatte, wollte man nun angreifen und dominierte das gesamte Wochenende in Wisconsin. In der LMP1 gewannen zur Abwechslung auch mal wieder Brabham/Sharp für Highcroft, die Meisterschaft blieb spannend.

Auch auf der grandiosen Strecke von MoSport bei Toronto gewannen wieder Highcroft und Fernadez (nach Motorproblemen bei Dyson) ihre Klassen, derweil wurde es in der GT2 noch ein Stück interessanter: dieses Mal waren es nicht die Porsches und BMWs, die um den Sieg fuhren, sondern die beiden neuen Corvette und der Risi-Ferrari, der sich bisher meist dezent im Hintergrund gehalten hatte. Nach einem hartem Duell behielten schließlich O’Connell/Magnussen die Oberhand und fuhren um wenige Zehntelsekunden den ersten Sieg für ihren neuen GT2-Wagen ein.  

Dann sollte mit dem Petit Le Mans das zweite Highlight der Saison folgen. Audi, Peugeot und Oreca reisten mit ihren Prototypen aus Europa an, das Team vom britischen Minister und Lord Paul Drayson (dessen vor einigen Jahren bewilligtes Wappen übrigens ein goldenes Lenkrad enthält)  präsentierte nach einigen Jahren in der GT2 stolz seinen neuen LMP1-Lola (in British Racing Green und mit Union Jack, für mich neben dem Gulf-Aston Martin das schönste Auto der Saison). Das Rennen fiel aber leider den Unwettern zum Opfer, die die Region schon die ganzen Woche vor dem Rennen verwüstet hatten. Die Folge war ein Abbruch nach 184 der geplanten 394 Runden und ein Doppelsieg für Peugeot, der aber nicht das wahre Kräfteverhältnis widerspiegelte: der Audi von McNish/Capello lag fast das gesamte Rennen über in Führung, fiel jedoch dem Regenchaos in den letzten Runden zum Opfer. Außerdem hatte es Allan McNish fertiggebracht, sich in einer der sich ab Runden 120 häufenden Gelbphasen von der Strecke zu drehen, wodurch er die Führung verlor. Den Rennbericht dazu gibt es hier  zu lesen. Mit Platz 6 für den Highcroft-Acura gegenüber einem abgeschlagenen 24. Rang für de Ferran war auch das Titelrennen endgültig zugunsten von Highcroft (Brabham/Sharp) entschieden; de Ferran (de Ferran(Pagenaud) hatte sich in dem ansonsten engen Duell nie von dem Ausfall beim ersten Rennen in Sebring erholen können. In der LMP2-Klasse war schon längst alles klar, den Titel holte der Fernandez-Acura (Fernandez/Diaz). In der GT2 bedürfte es eines Wunders, damit der Risi-Ferrari (Salo/Melo) im letzten Rennen noch den Flying Lizard-Porsche (Bergmeister/Long) überholen könnte.

Unter diesen Voraussetzungen bildete das 4 Stunden-Rennen in Laguna Seca den Schlussakt der Saison. Das Rennen war vielmehr eine Feier der Karriere des Gil de Ferran, der bereits zur Saisonmitte das Ende seiner aktiven Karriere angekündigt hatte. In einem schneeweißen Auto holte der Indy 500-Sieger von 2003 nun noch einmal Pole und Sieg. Das angesprochene Wunder in der GT2 blieb aus, aber es ging noch ein letztes Mal hoch her: Bergmeister und Magnussen duellierten sich rundenlang um den Klassensieg, Magnussen überholte zwischenzeitlich durch die Boxenausfahrt, wurde von der Rennleitung aber zu Recht zurückgepfiffen, und versuchte schließlich in der letzten Kurve, Bergmeister mit einem leichten Stoß ins Heck von der Ideallinie zu räumen. Der ließ sich das aber nicht gefallen und drängte den Dänen auf Start/Ziel in die Mauer, was in einem heftigen Abflug resultierte. Ein unschönes und sicher diskussionswürdiges Saisonende. Bergmeisters Trotz-Aktion war übertrieben, andererseits bin ich auch überhaupt kein Freund von solchen Manövern wie dem von Magnussen in der letzten Kurve…  

Damit war diese schwierige Saison vorbei und man hat sie den Umständen entsprechend gut überstanden. An die großartigen Jahre 2007 und 2008 konnte man aufgrund mangelnder Konkurrenz in den Prototypen-Klassen nicht ganz anknüpfen, aber man hat sich wacker geschlagen und die richtigen Entscheidungen getroffen.

Ausblick

Da die Verantwortlichen verständlicherweise nicht die Erwartung haben, dass nächstes Jahr wieder deutlich mehr Teams mit Prototypen vor der Tür der Organisatoren stehen, hat man sich, ausgehend vom 2009 eingeführten Porsche Challenge Cup, ein neues Konzept für die Serie überlegt, das 2010 in Kraft treten wird: Die Klassen LMP1 und LMP2 werden zu einer Prototypen-Klasse zusammengelegt, durch verschiedene Regeln ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis hergestellt. Die Jahre 2007 und 2008 haben bereits gezeigt, dass das kein Problem sein sollte, denn der Porsche RS Spyder konnte in dieser Zeit häufig gegen die großen Prototypen von Audi um den Gesamtsieg kämpfen. Als zweithöchste Klasse führt man die „LMP Challenge Class“ ein: dort sollen die für die Formula Le Mans von Oreca entwickelten Einheits-Prototypen gegeneinander antreten. Ausgerüstet mit einem GM-V8-Aggregat sollen Privatteams kostengünstig in die Serie einsteigen können. Die bisherige GT2 wird zur GT-Klasse umgelabelt und die 2009 eingeführte Challenge-Kategorie weiterbestehen und sogar ausgebaut. Die Entwicklung dürfte die richtige für die ALMS sein, auch wenn ich in der ALMS lieber auf Einheitsautos, vor allem im Bereich der Prototypen, verzichten würde.

Überarbeitet wurde aber nicht nur das Klassen-Reglement, sondern auch der Kalender. Dabei ist leider wieder ein Rennen rausgefallen, und zwar St. Petersburg. Möglicherweise passte den ALMS-Organisatoren der Termin nicht, für den die IndyCar Series ihr St. Pete- Wochenende angesetzt hat (man ist dort ja zusammen gefahren), denn der liegt nur eine Woche nach dem Saisonauftakt in Sebring. Da aber St. Petersburg an der Tampa Bay nur etwa 100 Meilen von Sebring entfernt liegt, sollte der Transport ja eigentlich kein Problem sein. Möglicherweise hat man das Rennen auch einfach wegen des mangelnden Interesses der Teams in der vergangenen Saison gestrichen. St. Pete hat schließlich nicht die Tradition und somit den großen Namen wie der Long Beach Grand Prix, den man als zweites Rennen weiterhin im Kalender behält. Somit hat man sich in den letzten drei Jahren jeweils eher unfreiwillig von drei Stadtkursen verabschiedet: 2008 Houston, 2009 Belle Isle und 2010 St. Petersburg. Über den Verlust von Rennen an sich bin ich natürlich enttäuscht, um diese drei im speziellen nicht, da ich Sprintrennen von LMPs auf engen Stadtkursen nicht viel abgewinnen kann (auch wenn ich den St. Pete-Kurs gern mag).

Dann folgt die wichtigste Fahrplan-Änderung: Laguna Seca wird in den Mai vorgezogen und auf sechs Stunden verlängert. Damit gibt man der Serie eine dritte Endurance-Säule neben Sebring und dem Petit Le Mans und lockt vielleicht noch mal das ein oder andere Team an, das für die 24 Stunden von Le Mans testen möchte. Dem dürfte allerdings entgegenstehen, dass der Kurs an der US-Westküste so ziemlich gar nichts mit der französischen Bahn gemein hat. Jedenfalls dürfte es aber wieder ein nettes Rennen werden. Der Rest bleibt unverändert: erst der anspruchsvolle Kurs der neueren Generation nahe Salt Lake City (der aber terminlich auch hinter Le Mans in den Juli gerutscht ist), dann Lime Rock, Mid-Ohio, Road America, MoSport und passenderweise als Saisonabschluss Ausgabe #13 vom Petit Le Mans – hoffentlich dann mit besserem Wetter. Der ALMS-Kalender bleibt somit einer der interessantesten in der ganzen Motorsport-Welt und wir dürfen uns hoffentlich auf eine spannende und interessante Saison 2010 gefasst machen.

Teil 2 des Sportwagen-Saisonrückblicks wird sich mit den 24 Stunden von Le Mans, der europäischen und der asiatische Le Mans-Serien beschäftigen, Teil 3 mit der „Michelin Green X Challenge“ und den Bemühungen um grünem Motorsport im Sportwagenbereich.

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