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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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May 19 2010

16:30

Formelserien: Wieder viele Überraschungen

Die Monaco-Bilanz: Zwei muntere Rennen bei der GP2 – aber die Favoriten stehen sich immer noch selbst im Weg. In der WSbR konnte sich Daniel Ricciardo dafür endlich durchsetzen. Und die SLF bot abermals feines Racing. Schade, dass ihr auch am kommenden Wochenende keiner zusehen wird.

Es hätte schlechter kommen können: Immerhin neun Punkte nimmt Jules Bianchi von den beiden Rennen in Monaco mit, nur zwei weniger als der neue Meisterschaftsleader Sergio Pérez. Der Franzose bot vor allem im Sprintrennen eine tolle kämpferische Leistung und ließ seine Klasse aufblitzen – aber einmal Platz vier und einmal Rang drei sind trotzdem noch nicht das, was man sich vom Meisterschaftskandidaten Nr. 1 erwartet hätte. Auch von den anderen Favoriten konnten in Monaco fast keiner überzeugen: Sam Bird nimmt einen einzigen Punkt aus dem Fürstentum nach Hause mit, Charles Pic und Christian Vietoris gingen überhaupt leer aus. Dafür gab es wieder einige Überraschungen.

Schon zum zweiten Mal nach Barcelona fuhr der im vergangenen Jahr meist unauffällige Dani Clos im Hauptrennen auf das Podium – und seinem Teamkollegen Vietoris um die Ohren. Lohn ist der vorläufig dritte Platz in der Meisterschaft. Wenn er so weitermacht, sind auch Siege in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Jerome D’Ambrosio hat zwar auch in der Vergangenheit öfter mal seine Klasse aufblitzen lassen, Platz 1 im Sprintrennen kam trotzem etwas unerwartet. Die Überraschung des Wochenendes war aber Johnny Cecotto, Jr. Der junge Venezuelaner war im vergangenen Jahr in Monza im Regen schon einmal richtig gut unterwegs, crashte dann aber ins Aus. Sonst konnte er bisher nicht so ganz überzeugen – umso beeindruckender, wie er in Monaco von Startplatz neun auf Rang vier vorgefahren ist.

Als einziger aus dem erweiterten Favoritenkreis wirklich überzeugen konnte bisher Sergio Pérez. Schon beim Hauptrennen in Barcelona wäre der Mexikaner ohne technische Probleme zum Sieg gefahen, in Monaco hat es jetzt funktioniert. Die Meisterschaftsführung ist fürs erste völlig verdient – mal sehen, wie es beim nächsten Rennen dann weitergeht. Das ist (natürlich) wieder im Rahmen der Formel 1 – in zwei Wochen auf der legendären Traditionstrecke von Istanbul.

WSbR

Fast schon prophetisch war das (an diese Wochenende einzige) Rennen der WSbR am Sonntagvormittag: Ganz oben am Siegertreppchen stand ein Australier in den Farben von Red Bull. Nach zwei eher verkorksten Meetings in Aragón und Spa konnte sich Red Bull-Talent Daniel Ricciardo erstmals auch im Rennen durchsetzen. Und wie: Das, was der Red Bull-Junior von Start bis Ziel zeigte, sah ziemlich souverän aus, und lässt erahnen, wieso viele Beobachter so große Stücke auf ihn halten. Auch seinen Teamkollegen und potentiellen F1-Cockpit-Konkurrenten Brendon Hartley hatte Ricciardo in Monaco wieder deutlich im Griff – auch, wenn Hartley anders als in den vergangenen Wochen diesmal wieder eine sehr anständige Leistung gezeigt hat.

Eine große Überraschung gab es dann aber auch bei der WSbR: Bei seinem allerersten Rennwochenende in einem Renault 3.5 Auto konnte sich Alexander Rossi auf Platz fünf qualifizieren. Auch im Rennen konnte der erst 18-jährige Kalifornier gut mit der Spitze mithalten. Schade, dass der Lauf dann doch in den Leitplanken ein Ende fand – wegen der geringen Erfahrung ist das aber verzeihlich.

In der Meisterschaft führt auch nach Monte Carlo noch Mikhail Aleshin. Das scheint nach je einem Sieg in Aragón und Spa und einem zweiten Platz in Monaco auch sehr gerechtfertigt. Dritter ist Sten Pentus, der im Fürstentum eine eher diskrete Leitung gezeigt hat, und auf Platz 6 ins Ziel fuhr.

Jetzt gibts bei der WSbR erstmal Pause: Das nächste Rennwochenende findet erst in drei Wochen in tschechischen Brno statt.

Superleague Formula

Es ist und belibt ein Jammer. So viel machen die Organisatoren der Superleague Formula richtig: Tolle Autos, namhafte Fahrer, eine feine TV-Übertragung (wenn auch hierzulande nur noch via Stream), spannende Rennen und abwechslungesreiche Strecken. Außerdem eine attraktive Präsentation – und ein Seriensponsor (die angolanische Staats-Ölgesellschaft Sonangol), der zwar vielleicht nicht unglaublich potent sein mag, aber alles versucht, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren. Trotzdem findet die Serie hierzulande fast völlig unter dem Radar statt. Das hat mehrere Gründe: Erstens braucht sich niemand, der ein Formelrennen zeitgleich mit dem GP von Monaco durchführt wundern, wenn er gegen die Königsklasse den Kürzeren zieht. Immerhin waren diesmal ein paar Fans an der Strecke vor Ort, sogar ein bengalisches Feuer war zu sehen. Trotzdem: Diese Terminplanung steht in einer Reihe mit der (gütig verworfenen) Idee, am Tag des WM-Finales einen Lauf der Fußball-Rennserie in Oschersleben durchzuführen.

Die gute Nachricht ist: Das ist ein Problem, das sich relativ einfach beheben lässt. Man muss einfach aus Erfahrung lernen, und beim nächsten Mal etwas behutsamer planen. Zweitens krankt die Serie aber leider auch anderswo – und dieses Problem wird sich nicht so leicht beheben lassen. Denn die eigenartige Mischung aus Fußball und Rennsport schlägt einfach nicht ein. Auch, wenn die SLF in Südeuropa und Lateinamerika wohl mehr Fans gefunden hat – ich habe bis jetzt niemanden, wirklich niemanden sagen hören, dass er sich die Serie deswegen ansieht, weil dort Fußballklubs mitfahren. Oft aber das Gegenteil. Ein paar Dinge könnte man aber auch hier schnell ändern: So wie in ihren führen Rennen auch die A1GP setzt die Superleague noch zu starr auf das Konzept. Es würde sicherlich helfen, wenn man in den Einblendungen und im TV-Kommentar auch ohne Spotters-Guide mitverfolgen könnte, welcher Fahrer denn nun für welchen Klub fährt.

Und dann gibt es aktuell noch ein neues Problem: Serienpräsident Alex Andreu hat seine Funktionen zurückgelegt, wie die Printausgabe von Autosport berichtet. Andreu behält zwar demnach eine Anteile an der Serie – eine besonders gute Nachricht für die SLF ist aber auch das wohl nicht.

Das alles ist, wie gesagt, schade: Denn was den Sport an sich betrifft, braucht sie die Superleague nicht zu verstecken. Die beiden Rennen in Assen waren beide äußerst ansehnlich, vor allem in Lauf zwei gab es ein paar sehr spektakuläre Überholmanöver zu bewundern. Der “komplette” Reverse-Grid, der bei der SLF zum Einsatz kommt ist zwar sportlich gesehen ziemlich unfair – aber er produziert eben auch spannende Rennen. Was den Leistungsstand betrifft, lässt sich nach zwei Rennen schonmal das Folgende sagen: Craig Dolby scheint mit dem SLF-Boliden richtig gut zurecht zu kommen. Nach einem tollen Lauf in Silverstone konnte der junge Brite diesmal zwar nicht gewinnen – seine Fahrt von Platz zwölf zu Rang zwei im zweiten Rennen war aber trotzdem äußerst sehenswert. Völlig verdient fahren Dolby und die Tottenham Hotspurs damit auch als Tabellenführer zum nächsten Rennen. Auf Platz zwei der Tabelle hat sich die Kombination aus Max Wissel und dem FC Basel halten können – auch, wenn die Vorstellung in Assen nicht ganz so überzeugend war, wie jene von Silverstone. Dahinter folgen Flamengo (Franck Perera in Assen und Duncan Tappy in Silverstone) und der AC Milan mit Yelmer Buurman. Fünfter ist Assen-Gesamtsieger Davide Rigon (RSC Anderlecht).

Weiter geht es mit der SLF schon am kommenden Wochenende in Magny Cours. Verfolgen können wird man die Läufe wohl wieder nur im offiziellen Stream. Aber wie gesagt: Wer gütig über das Konzept hinwegsehen kann, der sollte vielleicht auch einen zweiten Blick riskieren. Die Rennen sind es wirklich meist wert.

Formel 2

Eine ungute Fortsetzungsserie hat die Formel 2 im Programm. Nach Marrakesch geht es nun auch die nächste Strecke, die für Juniorklassen nur begrenzte Tauglichkeit hat: Monza. Das Autodromo Nazionale ist zwar sicherheitstechnisch um Welten besser, als der Kurs im Marokko. Und mit der F2 dort zu fahren, ist wohl vertretbar – andere Serien (etwas GP2 und GP3) machen es schließlich auch. Aber die Speeds sind trotzdem hoch – und wenn jemand abfliegt, dann sind die Leitplanken (und – im Horrorfall – der Wald) schnell da.

Dass die Serie nicht mal ein Jahr nach dem tragischen Tod eines jungen Fahrers mit stolzgeschwellter Brust auf ihrer Homepage berichtet, wie viele User sich das Videos von Teixeiras Horrorcrash auf Youtube angesehen haben, macht leider auch nicht den besten Eindruck.

Trotzdem: Sofern alles gut geht, sollten uns in Monza nach den Langweilern von Silverstone und dem Chaos von Marokko wieder einmal zwei spannendere Läufe bevorstehen. Denn immerhin kann im königlichen Park sogar die Formel 1 überholen – also wird wohl auch die F2 ein paar Manöver liefern. Als Meisterschaftsleader geht Phillip Eng ins dritte Rennwochenende, dahinter folgen Rookie Dean Stoneman, Jolyon Palmer und Will Bratt.

F3 Euroseries

Neuland beitritt am Wochenende die F3 Euroseries. Im Rahmen der DTM geht die Juniorklasse erstmals in Valencia an den Start. Eine Teilnehmerliste gibt es leider noch nicht, momentan deutet aber nichts darauf hin, dass am Wochenende mehr als die 13 für die gesamte Meisterschaft gemeldeten Piloten antreten werden. Vom tatsächlichen Teilnehmerstand wird man sich wieder an beiden Renntagen live auf n-tv ein Bild machen können.

Nach zwei Rennwochenenden führt Comeback-Mann Eduardo Mortara die Meisterschaft an,  nur einen Punkt dahinter liegt Marco Wittmann. Mit etwas Respaktabstand folgt auf Rang drei der hoch eingeschätzte Roberto Mehri.

Auto GP

Und dann gibts am Wochenende noch das zweite Rennen der AutoGP. Mangels Motors TV konnte ich leider bisher keine bewegten Bilder von der Serie sehen – daher gibt’s hier auch keine Einschätzung von Serie und Fahrern. Die Ausgangssituation vor dem Wochenende: Luca Filippi führt punktglich mit Eduardo Piscopo in der Tabelle, gefolgt von Vladimir Arabadziev.

Kabelkunden dürfen sich auch dieses Mal auf ausführliche Berichterstattung freuen: Motors TV überträgt Samstag und Sonntag beide Rennen – allerdings nicht live, sondern am späteren Nachmittag als Aufzeichnung.

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May 06 2010

06:30

GP2/GP3: Saisonvorschau

Es ist das gewohnte Bild: Traditionell spät beginnt am kommenden Wochenende die GP2 Saison 2010. Ungewohnt: Erstmals wird in Spanien auch die neue GP3 Serie an den Start gehen.

Niko Hülkenberg, Vitaly Petrov, Kamui Kobayashi, Lucas di Grassi und Karun Chadhok: Ganze fünf Fahrer aus der GP2 Saison 2009 haben heuer den Sprung in die Königsklasse geschafft. Im kommenden Jahr werden es zwar mangels finanzschwacher neuer Teams vielleicht etwas weniger sein – der eine oder andere zukünftige F1-Pilot ist sicher aber auch diesmal dabei. Manche der Heißsporne haben schon jetzt Förderverträge mit Formel 1 Teams – andere stechen durch ihr Talent aus der Masser heraus. Aber auch in der neuen GP3 Saison gehen ein paar Junioren an den Start, von denen man wohl noch hören wird.

In der GP2 gibt es eigentlich immer einen Fahrer, der schon zu Jahresbeginn Topfavorit auf den Titel ist. 2006 hat es Lewis Hamilton geschafft, 2007 Timo Glock; 2008 scheiterte Bruno Senna nur knapp an Giorgio Pantano. Im vergangenen Jahr sprach alles für einen Zweikampf zwischen Romain Grosjean und Niko Hülkenberg – und den hätte es auch gegeben, wäre Grosjean nicht mitten in der Saison zum karrieremordenden Renault-Abenteuer abkommandiert worden. In dieser Saison heißt der große Favorit Jules Bianchi. Der Franzose lieferte 2009 eine Traumsaison in der Europäischen F3 ab, und wurde propt in den Förderkader von Ferrari aufgenommen. In der GP2 Asia zeigt er schnelle Runden und schöne Zweikämpfe. Wenn es darum ging, die Schnelligkeit in Resultate umzumünzen hatte er allerdings noch ein paar Schwächen. Wenn er die jetzt in den Griff bekommt, ist wohl diesmal er der Mann, den es zu schlagen gilt.

Wenn nicht, dann gibt es aber auch in dieser Saison ein paar Kandidaten, die dankend die Siege abstauben werden. Aus deutscher Sicht steht auf dieser Liste Christian Vietoris ganz oben. Der 21-jährige Gerolsteiner hat ein gutes Management im Rücken, und in der Vergangenheit ein paar sehr respektable Ergebnisse gezeigt. Restlos überzeugen konnte er bisher aber nicht – mal sehen, ob sich das mit wachsender Reife in diesem Jahr ändert. Gemischtes Programm gibt es im Kader der Mannschaft von DAMS, die diesmal unter dem Namen “Renault F1 Junior Team” an den Start geht. Über großes Talent verfügt sicher Jérôme d’Ambrosio – aber auch hier ist unklar, ob es wirklich für ganz vorne reicht. Sein Teamkollege ist in dieser Saison Ho-Pin Tung: Der Chinese mag zwar für internationale Sponsoren und eine Ausweitung des Publikumskreises sorgen. Dass er darüber hinaus auch konstant gute Ergebnisse einfahren kann, hat er bei seinen GP2 Auftritten seit 2007 bisher nicht unter Beweis stellen können.

Ein “Make or Break”-Jahr dürfte 2010 auch für eine Reihe weiterer Piloten werden: Das ist zuallererst Sergio Pérez. Für den Mexikaner sprechen seine Auftritte in der britischen Formel 3 im Jahr 2008, als er mit den Red Bull Junioren Brendon Hartley und Jaime Alguersuari um den Titel kämpfte. Seine Saison 2009 in der GP2 war dagegen verbesserungswürdig. Dann wären da noch Fabio Leimer und Josef Král: Die beiden haben im vergangenen Jahr noch in der International Formula Master um Siege gekämpft. Das alleine ist zwar wegen der geringen Leistungsdichte in der  maroden Juniorserie noch kein Qualitätsausweis – ihre Leistungen in der GP2 Asia waren aber teils recht ansehnlich. In Monaco wird uns wohl wieder Pastor Maldonado überraschen: Der Venezuelaner, der auch mit einem Stammplatz bei Sauber in Verbindung gebracht wird ist ein echter Spezialist für den Stadtkurs, hat dort schon zweimal gewonnen, und war einmal Zweiter. Wenn er sein reichhaltiges Sponsorenbudget rechtfertigen will, muss er 2010 aber auch auf anderen Rennstrecken seine Klasse aufblitzen lassen. Seine Leistungen bei den Testfahrten waren schon mal vielversprechend.

Sonst noch zu beachten: Giedo van der Garde, der im vergangenen Jahr mit drei Siegen einen sehr passablen Einstand hat; Marcus Ericcsson, der in der GP2 Asia zwar nicht überzeugt hat, sehrwohl aber bei seinem Formel 1 Test im Herbst; GP2 Asia Meister Davide Valsecchi; Der WBbR-Dritte Charles Pic. Und die beiden Briten Sam Bird und Oliver Turvey.

Insgesamt ist die Leistungsdichte in der GP2 also in diesem Jahr mal wieder ganz besonders hoch – wer sich in diesem Haifischbecken durchsetzen kann, der hat sich einen Platz in der Formel 1 redlich verdient. Organisatorisch hat sich bei der GP2 indes wenig geändert: Durango konnte sich die Teilnahme nicht mehr leisten, weshalb in Barcelona nur 24 Autos an den Start gehen werden. Die Serie fährt wieder im Rahmenprogramm aller europäischer Formel 1 Rennen, und darüber hinaus bei einer Stand Alone Veranstaltung in Portimão. Neu: Das letzte Rennen findet in diesem Jahr nicht mehr in Monza statt, sondern beim Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi – Ob es sportlichen Sinn macht, nach einer zweimonatigen Pause dort das Finale auszutragen, sei mal dahingestellt. Immerhin können die Autos dann gleich dort bleiben: Die GP2 Asia fährt ohnehin vermutlich wieder in den Emiraten und die Hauptserie braucht die Wagen nicht mehr. Denn 2011 wird die GP2 mit einem neuen Chassis an den Start gehen.

GP3

Auch unter den 30 Fahrern, die in der neu geschaffenen “dritten Liga”  an den Start gehen, sind einige Namen, die man schon mal wo gehört hat: US-Hoffnung Alexander Rossi und der Brite James Jakes waren im Winter schon in der GP2 Asia unterwegs – Rossi konnte dabei ein paar recht ansehnliche Rennen abliefern. Robert Wickens konnte vor drei Jahren in der A1GP zwei dritte Plätze und einen grandiosen Sieg im Regen von Easter Creek herausfahren, war im vergangenen Jahr in der Formel 2 aber etwas unkonstant unterwegs – zum Vizetitel hat es zwar trotzdem gericht, die Unterstützung von Red Bull ging allerdings verloren. In dieser Saison wird Wickens wohl endgültig beweisen müssen, was er kann.

Ebenfalls aus der Formel 2 in die GP3 ab/auf/umgestiegen sind Ferrari-Protegé Mirko Bortolotti und der Deutsche Tobias Hegewald. Sonst noch zu beachten: Der Mexikaner Esteban Guiterrez, der in der Formel 3 eher mittelmäßig unterwegs war, bei den letzten GP3 Tests mit drei von vier Session-Bestzeiten allerdings zu überzeugen wusste. Außerdem James Jakes und Renger van der Zande sowie die Formula Master Piloten Pål Varhaug aus Norwegen und Simon Trummer aus der Schweiz.

Etwas ungewohnt ist die Teamsstruktur in der GP3: Statt wie in anderen Klassen nur zwei Wagen setzt jedes Team hier gleich drei Boliden ein – wodurch sich die ungewöhnlich hohe Starterzahl von 30 Piloten erklärt. Altbekannt ist dagegen der Austragungsmodus: Zwei Rennen mit einer Maximaldauer von 30 Minuten (die maximale Renndistanz konnte ich leider nicht eruieren) am Samstag und Sonntag, die Startaufstellung für Rennen 2 wird durch einen Reverse Grid der ersten Acht aus Rennen 1 ermittelt. Wie bei der GP2 gibt es deswegen mehr Punkte für das erste Rennen – außerdem gibt es noch Zähler für die Pole Position sowie in beiden Rennen für die schnellste Runde. Wenn man der Serienhomepage glauben darf, dann verwendet die GP3 auch in dieser Saison das alte FIA Punktesystem mit 10 Zählern für den Sieger, 8 für den Zweiten, usw.

Die Läufe finden im Rahmen aller Europarennen der Formel 1 statt, in Monaco geht die GP3 allerdings nicht an den Start. Dafür begleitet sie die “große Schwester” GP2 im Juni nach Portimão.

Im TV

Die GP2 wird man im deutschen Sprachraum wie gewohnt über sky verfolgen können, die GP3 leider  nicht. Was eine Live-Übertragung der neuen Serie anbelangt, ist derzeit noch nichts bekannt – und mit zunehmend knapper werdender Zeit sieht die Sache immer düsterer aus. Ausführliche Zusammenfassungen der Rennwochenenden wird es allerdings auf Motors TV geben.

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