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May 22 2013

14:25

Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2013

Das traditionelle Leitplankenstreicheln in Monaco steht auf Programm. Die Formel Eins begibt sich also ins VIP-Ghetto und muss dort auch einige Probleme hinter den Kulissen aussortieren.

monNach dem etwas zerstückeltem Grand Prix von Spanien, stehen die Reifen weiter in der Kritik. Und das Chaos um die Pirellis ist noch größer geworden. Kurz vor Pfingsten hatte der italienischer Reifenhersteller angekündigt, dass man für das Rennen in Kanada neue Reifen mitbringen werde. Zwar werde man die Konstruktion der Reifen beibehalten, diese aber mit den Mischungen aus 2012 bestücken. Lotus und Ferrari waren nicht erfreut. Eric Boullier verglich den Schritt damit, dass man die Pause in einem Fußballspiel vorverlegen würde, weil die andere Mannschaft nicht mehr kann. Ferrari rechnete derweil akribisch vor, dass Vettel bei seinem Sieg im letzten Jahr in Spanien auch vier die Box besucht habe. Ohne dass sich Red Bull danach über die Reifen beschwert habe.

Die FIA mischte sich dann am Montag in die Diskussion ein, und wies darauf hin, dass man laut Regularien die Reifenmischungen innerhalb einer Saison nur dann ändern könnte, wenn alle Teams dem zustimmen würden. Was getrost vergessen kann. Pirelli kündigte daraufhin an, dass man die Mischungen “anpassen” würde. Dies vor allem, um Reifenschäden wie in Spanien zu vermeiden. Tatsächlich hatte sich zweimal die Lauffläche des Reifen gelöst, etwas, was man in Kanada nicht sehen will. Aus diesen Gründen will man die Mischungen aus dem letzten Jahr mit denen aus diesem Jahr aufpeppen. Klar ist, dass Pirelli in diesem Jahr etwas zu weit gegangen ist, was die Haltbarkeit der Reifen angeht. Zurecht weisen die Italiener aber darauf hin, dass man die Tests nur mit einem alten Renault aus dem Jahr 2010 fahren darf. Nicht mal einen HRT aus dem letzten Jahr durfte man kaufen. Doch die Aerodynamik hat sich bekanntermaßen massiv geändert, durch den Coanda-Auspuff ist der Abtrieb vor allem im Heck größer geworden. Dafür hat man durch die angehobene Nase Antrieb an der Vorderachse verloren. Zudem ist die Aufhängungsgeometrie bei den meisten Wagen eine völlig andere. Pirelli würde gerne einen neueren Wagen haben, dagegen sperren sich aber die Teams. Eine verkorkste Situation für alle, denn neue Mischungen lassen sich nur in den Trainings am Freitag testen, doch da ist die Zeit knapp. Man darf in diesem Zusammenhang auch gespannt sein, wie sich die Entscheidung für den Reifenlieferanten in der nächsten Saison entscheiden wird. Michelin hat schon abgewunken, aber es gibt vermutlich aus Fernost den ein oder anderen Hersteller, der viel Geld für ein Engagement zahlen würde.

Auch ansonsten war die Woche viel los in der Formel Eins. McLaren gab bekannt, dass man ab 2015 wieder mit Honda-Motoren antreten wird. Eine Rückkehr von Honda hatte sich über den Winter angekündigt, der Zeitpunkt ist aber interessant. Denn Mercedes wird McLaren 2014 noch mit dem neuen Motor ausstatten, also dürfte McLaren viele interessante Daten zu Honda mitnehmen. Wehren kann sich Mercedes da nur schwer, zu mal es für McLaren noch eine weitere Quelle in Form von Force India gibt, die 2014 wohl auch auf den Mercedes-Motor setzen werden. Mit den Indern verbindet McLaren seit Jahren eine technische Zusammenarbeit. Die Rückkehr von Honda ist sicher ein gutes Zeichen für die Formel Eins und könnte weitere Hersteller aus Asien anziehen.

Bei Mercedes gibt es auch Neuigkeiten. Das schlecht gehüteste Geheimnis seit Dezember ist endlich offiziell bestätigt. Paddy Lowe wird nach seinem Weggang von McLaren zum deutschen Formel Eins Team wechseln und die immer größer werdende Management-Riege erweitern. Er wird als “Executive Technical Director” eingestellt und neben Toto Wolff gestellt. Das ist insofern delikat, als dass Ross Brawn eigentlich der technische Direktor war/ist und die Entwicklung des Wagens unter seiner Kontrolle hat. Die Rede ist, dass Brawn schleichend entmachtet wird, wenn man es böse sehen möchte. Eine andere Lesart ist, dass man bei Mercedes ähnliche Strukturen wie bei Ferrari einführen möchte. Dort hat Pat Fry eine ähnliche Stellung inne, während Stefano Domenicalli gesamte Teamführung innehat. Was ja gut funktioniert, wie man in diesem Jahr sieht. Wie allerdings die hochrangige Riege von Designern (Aldo Costa, Geoff Willis, Bob Bell, John Owen und Jock Clear) damit klarkommen, dass Paddy Lowe nun das Sagen hat, ist wieder eine andere Frage. So “All-Star-Teams” können funktionieren, es kann aber auch schief gehen.

Kommen wir aber mal zum Rennen am Wochenende, denn dort gilt Mercedes als Top-Favorit. Das liegt vor allem an der guten Quali-Performance der Silberpfeile und in Monaco steht man halt gerne in der ersten Reihe, wenn man gewinnen möchte. Überholen ist ja nicht so leicht rund um den Hafen.

Die Frage ist dann mal wieder, wie Mercedes mit den Reifen klarkommt. Pirelli bringt die Mischungen “Soft” und “Supersoft” an die Strecke. Was angesichts der Performance der Reifen mutig klingt. Aber Monaco ist jetzt auch nicht besonders hart zu den Reifen, schnelle Kurven fehlen ebenfalls. In Australien hielten die weichen Reifen rund 10 Runden, das dürfte in Monaco also deutlich länger gehen. Dazu aber im Strategie-Teil weiter unten noch etwas mehr.

Aerodynamik spielt in Monaco keine allzu große Rolle, eher die Frage, wie man aus den vielen engen Kurven raus kommt. Das spricht durchaus für die Red Bull, die in diesem Gebiet gut aufgestellt sind. Auf der anderen Seite sah man auf langsamen Streckenteilen nicht so gut aus, in diesem Jahr. Aber das ist schwer zu beurteilen, weil Red Bull ja den RB9 auch weiterentwickelt hat. Die Frage wird sein, wie sie mit den sehr weichen klar kommen, was bisher nicht ihre Stärke war.

Für Lotus und Ferrari wird es ebenfalls kein einfaches Rennen. In der Qualifikation fehlt beiden Zeit und in Monaco können beide Teams nicht mehr ihre Stärke über die Longruns ausspielen, weil man immer Verkehr steckt. Sich über die Strategie nach vorne zu arbeiten, ist vermutlich die einzige Lösung, aber das wird schwer.

Monaco war auch schon immer ein Rennen, in dem ein kleines Team überraschen konnte. Force India zeigte in diesem Jahr eine sehr gute Leistung, wenn man ein wenig mutig ist, könnte man ihnen zutrauen, dass sich Richtung Top 5 bewegen könnten. Dafür müsste aber auch mal die Pechsträhne von Adrian Sutil aufhören. Toro Rosso zeigte ebenso wie Sauber eine aufsteigende Tendenz, aber für Monaco und vor allem mit diesen Reifen braucht viel Erfahrung, was beiden Piloten noch etwas fehlt. Beide Teams rücken aber McLaren auf die Pelle, deren Form für das kommende Rennen nur schwer einzuschätzen ist. Der komplette Umbau des Wagens hat dem Team nur wenig geholfen, was auch daran liegen kann, dass man den mehr oder weniger neuen Wagen erst mal verstehen muss. Die Rennen sind im Grunde erweiterte Testläufe.

Der Rest wird sich um die letzten Plätze balgen.

Strategie

Kniffelig. Man verliert in Monaco viel Zeit beim Boxenstopp und vor allem fällt man bei einem frühen Stopp ins langsame Mittelfeld, in dem vermutlich einige auch mit der härteren Mischung unterwegs sein werden und dementsprechend spät stoppen. Will man in der Quali aber vorne sein, muss man die “Supersoft” aufziehen, die bei vorsichtiger Betrachtung vielleicht 20 Runden halten werden. Eine Ein-Stopp-Strategie ist auch schwer, da müsste man die “Supersoft” schon bis Runde 27 tragen und die “Soft” müssten dann 50 Runden halten, was noch keiner ausprobiert hat. Dazu kommt der Drop-Off, der bei beiden Mischungen sehr groß ist. Zwei Stopps scheinen also die Lösung zu sein, aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Das lässt sich in Monaco sehr schwer vorhersagen, zumal ein Safety Car, das schnell mal draußen ist, die gesamte Strategie wieder zunichte machen kann.

Lotus könnte ein Team sein, dass auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen könnte. Die “Supersoft” müsste man dann aber mindestens 5 Runden länger fahren und darauf hoffen, dass man sich schnell an die Spitze setzt. Das ist möglich, wenn Räikkönen in den ersten beiden Reihen landet.

Interessant wird es hinter den ersten beide Reihen sein. Vorne wird man für den ersten Stint auf “Supersoft” setzen, dahinter könnten Teams wie Force India oder McLaren einen besseren Startplatz für die “Soft” eintauschen. Vielleicht überraschen aber auch alle Teams und verzichten genau aus diesem Grund auf die “Supersoft”, weil die Angst, dass der Reifen zu schnell eingeht und man dann im Mittelfeld steckt, einfach zu groß ist.

Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen. In Australien hat man gesehen, dass die Teams, die in den letzten Runden auf die “Supersoft” gesetzt hatten, plötzlich Probleme bekamen, weil die Reifen Graining zeigten. Das resultierte wohl auch aus der gelegten Gummispur der “Soft”. Die Brösel, die man sich auf den Reifen fuhr, halfen dem Handling nicht wirklich.

Das Wetter soll gut sein, mit Regen ist in Monaco wegen der Lage am Meer aber immer mal zu rechnen.

Und nicht vergessen: Die Trainings sind in Monaco traditionell am Donnerstag, nicht am Freitag!

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June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

May 30 2011

06:18

Formel Eins: Analyse GP Monaco 2011

Ein wirklich sehr gutes Rennen lieferte die Formel Eins in Monaco ab. Es hatte wirklich alles: Strategie, Dramen und Spannend, aber leider auch eine unschöne Schrecksekunde.

Sebastian Vettel ist ein Glückspilz und jemand, der seit Fernando Alonso der erste Fahrer sein könnte, der seinen Titel verteidigen könnte. Denn wer fünf von sechs Rennen gewinnt und in dem anderen Rennen zweiter wird, der hat hält alle Trümpfe in der Hand. Dabei hatte man nach den freien Session, in denen Red Bull nicht gut aussah, schon gehofft, dass der aerodynamisch anspruchsvolle RB7 vielleicht auf der langsamen Strecke in Monaco etwas schwächeln könnte, da er seine guten Abtriebswerte nicht umsetzen kann. Aber in der Quali sah es dann doch wieder anders aus, als Vettel der Konkurrenz eine Zeit um die Ohren haute, die niemand schlagen konnte. Das hatte auch mit dem, glücklicherweise, glimpflich ausgegangenen Chrash von Sergio Perez zu tun, weil McLaren bei Hamilton auf eine falsche Quali-Strategie gesetzt hatte, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass niemand die Zeit hätte schlagen können. Zum Können von Vettel gesellte sich im Rennen dann auch noch jede Menge Glück, denn beim Boxenstopp machte sein Team einen großen Fehler und doch das Richtige.

Das Rennen war teilweise regelrecht chaotisch, weil sich erst spät die Strategien heraus kristallisierten, die dann aber wegen der Unterbrechungen über den Haufen geworfen wurden. Schon vor dem Start war klar, dass vor allem einige Hinterbänkler auf eine riskante Ein-Stopp-Strategie setzen würden. Die logische Alternative hieß eigentlich 3 Stopps, weil die Supersoft bis zu 1.5 Sekunden pro Runde mehr brachten, wenn man denn freie Fahrt hatte. Gleichzeitig konnte man aber nicht riskieren, die harten Reifen (Medium) zu lange drauf zu lassen, auch wenn Ferrari und Red Bull mit einem 30 Runden Stint experimentiert hatten.

Der Start lief erstaunlich reibungslos, sieht man mal von Michael Schumacher ab, dessen Wagen laut seiner Aussage beim Start plötzlich in den “Anti-Stall” geriet. Damit die ausgelöst wird, muss die Drehzahl in den Keller fallen, also hat Schumacher entweder die Kupplung zu schnell kommen lassen, oder mit der Startkupplung stimmte generell etwas nicht. Ich vermute eher letzteres, denn die Starts von Schumacher waren in diesem Jahr immer gut. Der Ex-Weltmeister fiel auf P10 zurück, schnappte sich aber in einem sehenswerten Manöver vor der Loews Lewis Hamilton, der einfach nicht aufgepasst hatte. Schumacher machte sich auf, Petrov zu überholen, doch dann brachen plötzlich seine Hinterreifen ein. Er meldete Graining und konnte rundenlang nur mit Mühe Hamilton hinter sich halten, der dabei viel Zeit verlor. Als der Brite endlich vorbei ging kam Schumacher dann an die Box und versank im Hinterfeld. Nicht viel besser erging es Rosberg, der ebenfalls Richtung P18 verschwand und sich im Rennen nie mehr in Szene setzen konnte. Schumacher hatte zudem einen Kabelbrand in der Airbox, was seinen Renntag dann endgültig versaute. Ich war über die miserable Pace der Mercedes ehrlich überrascht, denn deren kurzer Radstand sollte eigentlich in Monaco ein Vorteil sein. Statt dessen zeigte sich mal wieder, dass der MGP02 im Renntrimm ca. 1 bis 1.5 Sekunden langsamer als Red Bull, McLaren und Ferrari ist.

Vorne konnte sich Vettel zunächst absetzen, aber dann gingen auch bei ihm die Reifen ein und sein Vorsprung blieb bei rund 4 Sekunden auf Button, der wiederum Alonso vor sich hatte. Derweil wütete Hamilton weiter durchs Feld und legte sich mit Massa an, der eindeutig langsamer war.

Mit den ersten Boxenstopps kam Bewegung in die Spitze. Alonso kam früh, schaffte aber den Undercut nicht, Vettel kam in Runde 19 und hier ereignete sich dann ein Fehler. Geplant war, dass Vettel mit den Supersoft einen weitern 20 Runden Stint fahren sollte, damit seinen Vorsprung evtl. noch etwas ausbauen kann. Durch einen Fehler in der Boxenkommunikation entschied man sich aber die Medium-Reifen zu nehmen und schraubte sie drauf. Die Entscheidung war so knapp, dass die Reifen noch nicht mal komplett fertig waren, als Vettel stand. Doch der Fehler sollte sich am Ende als Glücksgriff erweisen.

In Runde 34 räumte Hamilton Massa zunächst in der Loews ab, als er ein sehr optimistisches Überholmanöver startete. Die Teile flogen, beide fuhren weiter und nebeneinander in den Tunnel. Dort kam Massa auf die schmutzige Spur und legte den Ferrari in die Wand. Das Safety Car kam raus. Jetzt wäre die ideale Gelegenheit gewesen, Vettel wieder rein zu holen, man entschied sich aber dagegen, während der Rest hinter ihm wechselte. Red Bull hatte genug Zeit zu reagieren, keine Ahnung, warum man ihm zu dem Zeitpunkt nicht rein geholt hat, um ihm zumindest neue Medium zu geben. Auf der anderen Seite waren die Medium ja noch frisch, vermutlich spekulierte man auf eine weitere SC-Phase.

Nach dem Restart blieb dann vorn alles beim Alten. Vettel führte, konnte sich aber nicht richtig von Alonso lösen. Button war auf einer Dreistopp-Strategie, klemmte aber hinter Alonso und wartete ab. Richtig bunt wurde es dahinter, denn durch das Wechselchaos lag plötzlich Adrian Sutil auf P4, gefolgt von Kobayahsi und Webber, bei dem der ersten Stopp nicht funktioniert hatte. Dahinter sammelte sich dann eine bunte Truppe mit Petrov, dem sehr erstaunlichen Maldonado und Hamilton, dessen Halskrause auf doppelte Größe angeschwollen war, nachdem die Rennleitung sein Manöver gegen Massa mit einer Durchfahrtsstrafe belegt hatte. Der Brite feuerte seinen McLaren dann wieder durchs Feld, lag aber auf P8.

Das Rennen blieb aber auch in der sonst eher ruhigen mittleren Phase sehr spannend, weil sich ab P4 zwischen Sutil, Kobayashi und Webber ein schöner Dreikampf entwickelte, dahinter lauerte Maldonado mit etwas Abstand.

Klar war aber, dass die durch den Boxenfehler von Red Bull erzwungene Strategie in die Hose zu gehen drohte. Die Reifen von Alonso waren jetzt auch nicht die frischesten, aber 15 Runden jünger als die von Vettel. Und von hinten raste Button auf ganz frischen Reifen ran, der einen 15 Sekunden Rückstand in wenigen Runden pulverisierte und Alonso im Genick hing. 10 Runden vor Schluss sah alles nach einem großartigen Finish aus. Vettel war auf seinen alten Reifen ein “sitting duck”, Alonso hatte aber Probleme beim rausbeschleunigen und kam nicht nah genug an Vettel ran. Dahinter wartete Button, der locker hätte eine Sekunde schneller fahren können, und schaute sich an, was die beiden da vor ihm machten. Intelligent wie Button ist, griff er Alonso nicht sofort an, denn das hätte wiederum Zeit gekostet und Vettel wäre weg gewesen. Als er dann 7 Runden vor Schluss mehr Druck machte, liefen die Drei auf eine riesige Kampfgruppe auf.

Zuvor hatte Kobayashi endlich Sutil geschnappt, in dem er ihn allerdings etwas unsanft vor der Loews zur Seite gedrückt hatte, wo für der Japaner nach dem Rennen noch verwarnt wurde. Sutil hatte daraufhin einen Reifenschaden und hielt den Betrieb auf, der aus Maldonado, Hamilton, Petrov, Alguersuari und den drei Führenden bestand. Nach der Tabac-Kurve rutschte Sutil in die Leitplanken und rodelte über die Strecke. Maldonado kam noch vorbei, Hamilton bremste vorsichtshalber, was zu einer Kettenreaktion führte. Alguersuari fuhr Hamilton ins Heck, Petrov erwischte den Toro Rosso und er knallte im stumpfen Winkel in die Leitplanken. Der Unfall sah gar nicht heftig aus, aber Petrov blieb sitzen und beklagte sich über Schmerzen in den Beinen. Er musste geborgen werden und das Rennen wurde unterbrochen. Am Ende stellte sich raus, dass Petrovs Beine zwar eingeklemmt waren, es gebrochen hatte er sich glücklicherweise nichts.

Die rote Flagge war die Rettung für Vettel, dessen Reifen sieben Runden vor Schluss komplett fertig waren. Ob Alonso vorbei gekommen wäre, ist eine andere Frage, auch was Button gemacht hätte. Aber ein kleiner Rutscher von Vettel, und die Sache wäre für Alonso ausgegangen.

So konnte man in der Unterbrechung die Reifen wechseln, was laut Regeln erlaubt ist. Ein wenig unverständlich ist das schon, in anderen Serien darf man erst wieder an den Wagen arbeiten, wenn “Rot” aufgehoben ist. Auf der anderen Seite: Auf kalten, abgefahrenen Reifen zu starten ist auch ein Sicherheitsrisiko, gerade in Monaco. Damit konnte aber Vettel bequem die Reifen wechseln und auf Supersoft gehen, womit die Sache dann klar war. Immerhin konnte Alonso mit P2 das beste Ergebnis für Ferrari in diesem Jahr einfahren.

Hamilton war allerdings noch nicht so ganz fertig mit sich, dem Rennen und der Konkurrenz. Er hing nach dem sehr ruhigen Restart, als noch fünf Runden zu fahren waren, hinter dem wirklich sehr gut fahrenden Maldonado fest, der P5 inne hatte. Aber der McLaren Pilot räumte den Williams vor St.Devote einfach ab. Er war nicht mal auf gleicher Höhe und zog innen rein. Schade für Maldonado und Williams, die immerhin noch Barrichello auf P10 brachten. Hamilton bekam für die Aktion nach dem Rennen noch eine 20 Sekunden Strafe aufgebrummt, die aber nichts mehr am Ergebnis änderte.

Doch der Weltmeister von 2008 war immer noch nicht fertig mit sich und der Welt und in einem bemerkenswerten Interview bei der BBC nannte er die Fahrer, die ihm, seiner Meinung nach, im Weg gestanden hatte, “stupid” und meinte, wohl im Scherz, dass man ihn vielleich wegen seiner Hautfarbe so oft zu den Kommissaren bitten würde. Ein Transskrip des Interviews hat Adam Cooper. Hamilton entschuldigte sich später bei der FIA für seine Aussagen. Aber irgendeiner sollte ihm vielleicht mal einen Klaps auf den Hinterkopf geben. Nicht wegen des schlechten Witzes, sondern wegen seiner unsportlichen Aussagen gegenüber den Kollegen.

Schnell ein Blick auf die anderen Teams

- Renault hatte ein desaströses Wochenende, denn dem Wagen lag die Strecke überhaupt nicht. Warum man mal gut, dann wieder unterirdisch schlecht ist, kann man auch nicht sagen, aber der R31 ist mal wieder so eine Wundertüte. Petrov schaffte es bis zu seinem Unfall in die Punkte, Heifeld kam immerhin auf P8.

- Force India hatte eine fantastische Strategie die Sutil auf P4 brachte, bis von Kobayashi mit Bande überholt wurde. Trotz Reifenschadens kam Sutil auf P7 nach Hause, was wichtige Punkte sind. Di Resta hatte Sutil in der Quali zwar mal wieder geschlagen, erlaubte sich dann aber viele Fehler im Rennen.

- Toro Rosso blieb unauffällig und langsam. Buemi holte sich dann noch P9.

- Lotus war nicht schlecht unterwegs, warum man allerdings nicht wie Sauber auf eine Ein-Stopp-Strategie gesetzt hatte, war etwas rätselhaft.

- HRT schaffte es nicht allzu sehr im Weg zu stehen und brachte beide Wagen ins Ziel

- Bei Virgin fiel Glock aus, und D’Ambrosio schaffte es vor den HRT zu bleiben.

Red Bull schwimmt im Moment nicht nur auf einer Erfolgswelle, sondern hat auch unverschämtes Glück. Hätte man nicht Fehler beim Stopp gemacht, Vettel hätte gegen Alonso verloren. Fragt sich halt, wann das Glück aufgebraucht ist und der Fehlerteufel mal zuschlägt. Aber selbst wenn – Vettel hat 58 Punkte Vorsprung auf Hamilton, auf Alonso sind es schon 74 Punkte. Aber es sind noch 13 (mit Bahrain evtl. 14) Rennen zu fahren, da kann noch viel passieren.

Das nächste Rennen ist in Kanada. Die Strecke in Montreal ist der von Adelaide Melbourne nicht unähnlich und dort gewann Vettel überlegen. Allerdings war McLaren im März noch mit einem halbfertigen Auto unterwegs, dessen Aerodynamik nicht fertig war. Das könnte dann in 14 Tagen anders aussehen, zumal KERS in Montreal eine sehr große Rolle spielen wird, was bisher der Schwachpunkt von Red Bull ist.

Monaco F1 Grand Prix - Race GP MONACO F1/2011 GP MONACO F1/2011 F1_Monaco_2011_3 F1_Monaco_2011_4 F1_Monaco_2011_5 F1_Monaco_2011_6 F1_Monaco_2011_7 Formula One World Championship, Rd 6,  Monaco Grand Prix, Race, Monte-Carlo, Monaco, Sunday 29 May 2011. Formula One World Championship, Rd 6,  Monaco Grand Prix, Race, Monte-Carlo, Monaco, Sunday 29 May 2011. Formula One World Championship, Rd 6,  Monaco Grand Prix, Race, Monte-Carlo, Monaco, Sunday 29 May 2011. Formula One World Championship, Rd 6,  Monaco Grand Prix, Race, Monte-Carlo, Monaco, Sunday 29 May 2011. F1_Monaco_2011_12 F1_Monaco_2011_13 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Monaco Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Monaco Monaco F1 Grand Prix - Practice Monaco F1 Grand Prix - Previews F1_Monaco_2011_19 F1_Monaco_2011_20 F1_Monaco_2011_21 F1_Monaco_2011_22 F1_Monaco_2011_23 F1_Monaco_2011_24 F1_Monaco_2011_25 F1_Monaco_2011_26 2011 Monaco Grand Prix F1_Monaco_2011_28 F1_Monaco_2011_29 F1_Monaco_2011_30

May 29 2011

11:45

Formel Eins: GP Monaco 2011 Liveblog

Das Rennen der Formel Eins des Jahres findet in Monte Carlo statt. Nach den schweren Unfällen von Sergio Perez und Nico Rosberg muss man mal wieder die Luft anhalten, und hoffen, dass alles gut geht.

78 Runden lang wird es heute in Monaco um die Häuser gehen, also jede Menge Stress. Und das obwohl Monaco von der gefahrenen Kilometermenge das kürzeste Rennen des Jahres ist. Auf der Pole steht Vettel, der damit richtig gut Chancen auf den Sieg hat. Aber nur den Start zu gewinnen wird nicht reichen. Dass das Safety Car raus kommen wird, ist mehr als wahrscheinlich, was das Rennen sehr unberechenbar macht. Auch der Reifenverschleiss dürfte eine Rolle spielen, allerdings nicht so sehr, wie man erwartet hat. Die Supersoft halten dann doch länger, als man zunächst erwartet hat, mit den Medium kann man sogar wagen, das mehr als 30 Runden zu fahren. Einige Teams spekulieren auf eine Ein-Stopp-Strategie, aber je nach dem, wie das SC raus kommt, wird man wohl zweimal an die Box kommen. Jedenfalls wird sehr spannend werden und vielleicht gelingt dem ein oder anderem ja auch eine Überraschung. Mit dabei sind auch die HRT, die in der Quali zwar keine Zeit gefahren haben, aber dennoch starten dürfen. Die Überrunden werden auch wieder so eine Sache werden, die über Sieg und Niederlagen entscheiden können.

Formel Eins: GP Monaco 2011 Liveblog

May 26 2011

15:58

GP2 & Formel Renault 3.5: Vorschau Monaco

Die ersten Rennen in den zwei wichtigsten Nachwuchsserien sind geschlagen, zaghafte Trends scheinen sich abzuzeichnen. Am Wochenende fahren beide in Monaco.

Die GP2 hat die Rennen in der Türkei und in Barcelona hinter sich, die Formel Renault 3.5 sogar bereits drei Wochenenden in Aragon, Spa und Monza. Klare Favoriten gibt es in beiden Serien noch nicht – wer vorne dabei sein wird, scheint aber mittlerweile klar. Fest steht außerdem: 2011 ist eine gute Nachwuchs-Saison. Freilich, ein paar Geheimtipps haben enttäuscht, nur manche haben ihre Vorschusslorbeen bestätigt. Aber in beiden Serien gibt es gleich eine Reihe von Fahrern, die bald auch für die Formel 1 interessant werden könnten.

GP2

In der GP2 war es bisher eher eine Saison der Überraschungen: Weder Ferrari-Junior Jules Bianchi, noch Sauber-Tester Esteban Gutierrez oder Ex-Renault Pilot Romain Grosjean konnten bisher so richtig überzeugen.

Ganz unbekannt sind die Piloten an der Tabellenspitze aber auch nicht: Der Führende, Guido van der Garde ist schon länger im Umfeld der Formel 1 unterwegs – etwa als Testpilot für Super Aguri und Spyker. 2008 war der Niederländer Meister der Formel Renault 3.5. In der GP2 hat er sich bislang nicht so glänzend in Szene gesetzt, in dieser Saison könnte er den Durchbruch aber endlich schaffen.

Auf Rang zwei findet sich derzeit Sam Bird – der Brite hat sich schon 2010 als schneller und überholfreudiger Pilot erwiesen, und hat heuer die konstantesten guten Leistungen gezeigt. Im vergangenen Jahr durfte er beim F1-Juniortest einen Mercedes pilotieren, und konnte auch in dieser Funktion sein Talent beweisen. Man darf gespannt sein, wie er sich im weiteren Laufe der Saison entwickelt – gut vorstellbar, dass man ihm in nächster Zeit auch in der F1 wiederfinden könnte.

Dahinter lauern mit Charles Pic und Romain Grosjean gleich zwei Franzosen: Beide haben zweifelsfrei Talent, vor allem Grosjean stieg bei seinem Auftritt in der Königsklasse sehr unglücklich aus. Will heißen: Er hat sicher mehr Talent, als er in der halben Saison an der Seite von Fernando Alonso und unter der Regie Flavio Briatores zeigen konnte. Theoretisch steht ihm der Weg von Timo Glock (GP2-Champ und dann zurück in die F1) offen – praktisch könnte er aber durchaus auch so enden, wie Giorgio Pantano.

Ansonsten konnten sich bisher in Szene setzen: Dani Clos (Meisterschaft: Rang 6), der sich in Barcelona sowohl durch eine etwas eigenwillige Interpretation der Safety Car Regeln (die erstaunlicherweise nicht bestraft wurde) als auch durch ein gutes zweites Rennen ins Rampenlicht fuhr. Und Fabio Leimer (7), der in Barcelona zwei tolle Rennen zeigte, und als Lohn den Sieg im Sprintlauf holte.

Von den beiden deutschen Fahrern war bisher weniger zu sehen: Christian Vietoris war in Istanbul eher mager unterwegs, verunfallte dann im zweiten Rennen, und trat in Barcelona wegen der gesundheitlichen Folgen dieses Crashes erst gar nicht an. Angesichts der Tatsache, dass er ein Wochenende zuvor (!) in Zandvoort in der DTM trotz der Crashfolgen schon am Start war, könnte man seine Motivation für die GP2 Saison doch etwas hinterfragen. Kevin Mirocha (zuvor in der deutschen und europäischen F3 sowie der Formel Rnault 2.0 NEC unterwegs) war zwar wegen reger Teilnahme an Zweikämpfen oft im TV zu sehen, konnte allerdings auch noch keine Topleistungen zeigen.

Formel Renault 3.5

Medial steht die Serie trotz guter Liveübertragung bei Eurosport noch immer im Schatten der GP2. Sie hat in den vergangenen Jahren aber bewiesen, dass sie sich hinter dem großen Konkurrenten nicht zu verstecken braucht: Zumindest was die Spitze des Feldes betrifft war die Serie zuletzt ähnlich gut bestückt wie die GP2 – nicht zuletzt auch deswegen, weil Red Bull die etwas günstigeren Preise nützt, um dort seine Juniorpiloten auf größere Aufgaben vorzubereiten.

So auch heuer. Und mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne hat der österreichische Getränkehersteller endlich wieder Piloten unter Vertrag, deren Leitungen Großes versprechen. Anfangs der Saison wurde Ricciardo, Vizemeister des Vorjahres und Star der F1-Juniortests im vergangenen Herbst, als großer Tipp auf die Meisterschaftskrone gehandelt. In den bisherigen Rennen hat sich der britische F3 Champion Vergne allerdings als mindestens ebenbürtig erwiesen – wenn auch Ricciardo heuer nicht mehr alles gibt, und den Saisonauftakt wegen seiner Verpflichtungen als Toro Rosso-Tester sogar auslassen musste.

Ersthafte Chancen auf den Titel haben neben den beiden aber noch mindestens drei weitere Piloten: US-Hoffnung Alexander Rossi, Robert Wickens und der Este Kevin Korjus, im vergangenen Jahr Meister der Formel Renault 2.0.

Alex Rossi hatte vor allem in Aragon ein tolles Wochenende, danach war nicht mehr so ganz konstant unterwegs. In Monaco konnte er allerdings im vergangenen Jahr bei seinem einzigen Saisoneinsatz in der Formel Renault 3.5 mächtig beeindrucken – auch, wenn er wenige Runden vor Schluss nahe Casino in die Leitplanken abflog. Wenn er diese Leistung heuer wiederholen kann, dann ist von ihm sicher so einiges zu erwarten.

Formel Renault 3.5, A1GP, F3 Euro, Formel 2, britische F3, Formel Atlantic, GP3 – und jetzt wieder Formel Renault 3.5: Robert Wickens war in seiner langen Juniorkarriere schon in allen erdenklichen Serien unterwegs. Gemeinsam ist allen diesen Auftritten ein Mangel an Konstanz – und die Tatsache, dass er an guten Tagen richtig schnell unterwegs ist. Die fehlende Beständigkeit mag sich zum Teil auch aus seiner Zeit als Red Bull Junior erklären – wer an jedem Wochenende von Dr. Marko in ein wieder anderes Auto gesetzt wird, kann sich eben nie richtig auf eine Serie einstellen. So manches Talent ist an diesen Anforderungen schon gescheitert – siehe etwa den ebenfalls in der Formel Renault 3.5 fahrenden Brendon Hartley. Ohne Red Bull Sponsorship war Wickens 2010 zweiter der GP3 – und ist in diesem Jahr in der Formel Renault wieder richtig schnell unterwegs. In Monza kam zuletzt allerindgs wieder die mangelnde Konstanz zum Vorschein. Wenn er es schafft, dieses Problem in den Griff zu bekommen, dann ist mit dem Kanader aber gewiss zu rechnen. Andernfalls droht dem 22-jährigen der Ruf des ewigen Talents.

Bleibt noch Kevin Korjus: Dass der Este bereits bei seinen ersten Auftritten in der Formel Renault 3.5 so schnell unterwegs ist, spricht für sein Talent. Einen Sieg im erst zweiten Rennen in Aragon hätte wohl kaum jemand erwartet. Nun aber einen Titel in der Premirensaison zu erhoffen, wäre vielleicht doch etwas vermessen. Im Laufe der kommenden Jahre ist mit Korjus aber womöglich auch in höheren Aufgaben zu rechnen.

Schade: Nachdem die Formel Renault 3.5 mit einer Reihe von tollen Strecken begonnen hat, wird mit dem Spaß nun bald Schluss sein – im weiteren Verlauf der Saison winken (immerhin) der Nürburgring und Silverstone – aber auch die garantierten Langweiler am Hungaroring, in Le Castellet und Barcelona. Trost: Immerhin sind die Kurse für die Fahrer anspruchsvoll – und wenn es bei einem Rennen (so wie etwa beim Finale 2010 in Barcelona) regnen sollte, dann kann es trotzdem spannende Läufe geben. Das Niveau und die Anzahl der Spitzenpiloten versprechen allemal eine interessante Saison.

Am Wochenende im TV

Achtung: Die GP2 fährt ihr erstes Monaco-Rennen traditionsgemäß schon am Freitag (11:10 Uhr), Lauf 2 folgt dann nach dem Formel 1 Qualifying am Samstagnachmittag (16:05 Uhr). Beide Läufe werden wie immer live auf sky sport 2 (bzw. sky sport 1 HD) übertragen. Außerdem zeigt auch der via Hotbird frei empfangbare rai sport 2 die Rennen (wie immer bei den italienischen Sendern möchte ich aber keine Garantie dafür übernehmen, dass es für die Übertragung nicht ein Satelliten-Blackout gibt).

Die Formel Renault 3.5 fährt in Monaco nur ein Rennen, das findet aber dafür in direkter zeitlicher Nähe zum F1-Lauf statt: Am Sonnatg um 11:00 Uhr. Eurosport 2 ist live dabei, für Free TV-Zuseher gibt es um 23:00 eine Zusammenfassung auf Eurosport Deutschland (und um 22:30 auf Eurosport HD).

May 25 2011

16:35

Formel Eins: Vorschau GP Monaco 2011

Das Highlight der Formel Eins Saison ist in diesem gleichzeitig ein Rennen, dessen Ausgang man so gar nicht vorhersagen kann.

Nach dem Rennen in Spanien rauchten auf Grund der unterschiedlichen Strategien der Teams noch die Köpfe, aber noch mehr Hirnschmalz wird man benötigen, wenn es diese Woche nach Monte Carlo geht. Der traditionelle Grand Prix passt eigentlich nicht mehr in die moderne Zeit. Zu eng, und doch zu schnell, keine Überholmöglichkeit, eine wahnwitzige Boxengassenausfahrt und das in diesem Jahr alles mit DRS und KERS. Dazu kommt, dass Pirelli in die Kiste mit der Aufschrift “Wenn schon, denn schon” gegriffen hat, und in Monaco zum ersten Mal in diesem Jahr Reifen der Marke “Medium” und “Super Soft” verteilen wird. Die “Medium” sollten kein Problem darstellt, bei den “Super Soft” sieht es anders aus. Die sollen, so Pirelli, so um die 10 Runden halten, was bei 78 Runden Fahrzeit kein Spaß sein wird.

So schnell die “Super Soft” auch sein werden – selbst wenn man im Rennen noch drei frische Sätze hat, werden die nicht reichen. Die Teams könnten also geneigt sein, die Wagen auf die “Medium” Variante abzustimmen, die im Rennen dann sehr lange durchhalten wird. Das wird interessante Strategien erleben, weil die Quali wieder etwas anderes verlangen könnte. Dazu später noch etwas mehr. KERS spielt in Monaco keine große Rolle, allein weil die Geraden zu kurz sind und der Vordermann, wenn er will, schön blocken kann. DRS ist, zum Unmut einiger, erlaubt, allerdings hat die FIA den Einsatz des klappbaren Heckflügels auch im Training im Tunnel verboten. Die DRS Zone im Rennen wird die Start/Zielgerade sein, wobei der Abstand nach der Ausfahrt vom Schwimmbad (T16) gemessen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass DRS in Monaco überhaupt etwas bringt. Wie man in Spanien und auf anderen Kursen gesehen hat, braucht es ein paar Sekunden, bis sich der Windschatten vernünftig aufbaut und bis dahin muss man vor St.Devote schon wieder in die Eisen.

Auf die Zusatzsysteme wird man sich also nicht verlassen können, also müssen die Fahrer, bzw. die Wagen ran. Red Bull sollte auch hier klarer Favorit sein, aber ausgerechnet in Monaco könnte ein Team auftauchen, dass man vielleicht nicht so auf der Rechnung hat: Mercedes. Deren Wagen hat den mit Abstand kürzesten Radstand aller Teams, was in den engen Ecken einiges bringen wird. Man kann den Wagen leichter übersteuerend auslegen, während der lange Radstand der anderen Wagen die Konkurrenz eher dazu zwingt, etwas untersteuernd zu sein, was in Monaco nicht so wirklich gerne haben möchte. Der Motor von Mercedes ist stark genug, vielleicht sieht man ja eine Überraschung.

Dennoch gelten Vettel und Webber als die logischen Siegerkandidaten, so groß war der Abstand in Spanien und in den anderen Rennen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man bei Red Bull in Monaco auch auf KERS zumindest im Rennen komplett verzichten wird, einfach auch, damit man eine Gefahrenquelle für einen Ausfall ausschalten kann. Sollte die Performace der Bullen wieder so überlegen sein, braucht man es eh nicht, da man vorne sein wird.

Natürlich werden die Reifen und die sich daraus ergebende Strategie eine große Rolle spielen. Es ist nicht vorher zu sagen, wer mit den “Medium” und wer mit den “Super Soft” Reifen gut umgehen kann. Drei Stopps scheinen in diesem Jahr die Regel zu sein, aber in Monaco haben schon viele mit anderen Strategien gespielt. Ein früher erster Stopp ist auf der Strecke nicht empfehlenswert, denn sollte sich einer aus dem Mittelfeld dazu entscheiden vielleicht nur zwei Stopps zu machen, hängt man evtl. hinter einem Rivalen, der einem wichtige Zeit kosten wird. Es wird wichtig sein, dass man sehr genau beobachtet, was die Konkurrenz so macht und wo die wenigen Lücken auf der Strasse sind.

Doch entscheidend wird in Monaco wie in jedem Jahr der Samstag sein. Wer die Qualifikation versaut, kann sein Rennen schon vergessen. Im Grunde ist alles ab P6 bei einem normalen Rennverlauf nicht mehr für einen Sieg gut, was auch die Strategie mit einspielen wird. Stimmt man den Wagen auf die “Medium” ab und riskiert etwas weiter hinten zu stehen, dafür aber mit längeren Stints die Kollegen stehen zu lassen. Oder geht man bei der Abstimmung auf die “Super Soft” und setzt alles auf die eine schnelle Runde in der Quali um möglichst weit vorne zu stehen, auch mit dem Risiko, dass man früher rein muss? Man wird am Donnerstag und Samstagmorgen sicher einige Varianten versuchen, das Ergebnis wird spannend sein.

In Monaco fährt allerdings auch immer die Unsicherheit mit, was Unfälle und den Einsatz des Safety Car angeht. Kommt das raus, dauert es meist, bis die Strecke wieder frei gegeben ist, was in dem Fall dann für all jene sein, wird mit den “Super Soft” gut umgehen können. Es gibt also eine Menge Unsicherheiten, was das Rennen angeht, aber das macht Monaco ja auch in jedem Jahr immer wieder aus.

Nicht vergessen! Die freien Trainings sind am Donnerstag! Freitag fährt dafür die GP2.

May 19 2010

16:30

Formelserien: Wieder viele Überraschungen

Die Monaco-Bilanz: Zwei muntere Rennen bei der GP2 – aber die Favoriten stehen sich immer noch selbst im Weg. In der WSbR konnte sich Daniel Ricciardo dafür endlich durchsetzen. Und die SLF bot abermals feines Racing. Schade, dass ihr auch am kommenden Wochenende keiner zusehen wird.

Es hätte schlechter kommen können: Immerhin neun Punkte nimmt Jules Bianchi von den beiden Rennen in Monaco mit, nur zwei weniger als der neue Meisterschaftsleader Sergio Pérez. Der Franzose bot vor allem im Sprintrennen eine tolle kämpferische Leistung und ließ seine Klasse aufblitzen – aber einmal Platz vier und einmal Rang drei sind trotzdem noch nicht das, was man sich vom Meisterschaftskandidaten Nr. 1 erwartet hätte. Auch von den anderen Favoriten konnten in Monaco fast keiner überzeugen: Sam Bird nimmt einen einzigen Punkt aus dem Fürstentum nach Hause mit, Charles Pic und Christian Vietoris gingen überhaupt leer aus. Dafür gab es wieder einige Überraschungen.

Schon zum zweiten Mal nach Barcelona fuhr der im vergangenen Jahr meist unauffällige Dani Clos im Hauptrennen auf das Podium – und seinem Teamkollegen Vietoris um die Ohren. Lohn ist der vorläufig dritte Platz in der Meisterschaft. Wenn er so weitermacht, sind auch Siege in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Jerome D’Ambrosio hat zwar auch in der Vergangenheit öfter mal seine Klasse aufblitzen lassen, Platz 1 im Sprintrennen kam trotzem etwas unerwartet. Die Überraschung des Wochenendes war aber Johnny Cecotto, Jr. Der junge Venezuelaner war im vergangenen Jahr in Monza im Regen schon einmal richtig gut unterwegs, crashte dann aber ins Aus. Sonst konnte er bisher nicht so ganz überzeugen – umso beeindruckender, wie er in Monaco von Startplatz neun auf Rang vier vorgefahren ist.

Als einziger aus dem erweiterten Favoritenkreis wirklich überzeugen konnte bisher Sergio Pérez. Schon beim Hauptrennen in Barcelona wäre der Mexikaner ohne technische Probleme zum Sieg gefahen, in Monaco hat es jetzt funktioniert. Die Meisterschaftsführung ist fürs erste völlig verdient – mal sehen, wie es beim nächsten Rennen dann weitergeht. Das ist (natürlich) wieder im Rahmen der Formel 1 – in zwei Wochen auf der legendären Traditionstrecke von Istanbul.

WSbR

Fast schon prophetisch war das (an diese Wochenende einzige) Rennen der WSbR am Sonntagvormittag: Ganz oben am Siegertreppchen stand ein Australier in den Farben von Red Bull. Nach zwei eher verkorksten Meetings in Aragón und Spa konnte sich Red Bull-Talent Daniel Ricciardo erstmals auch im Rennen durchsetzen. Und wie: Das, was der Red Bull-Junior von Start bis Ziel zeigte, sah ziemlich souverän aus, und lässt erahnen, wieso viele Beobachter so große Stücke auf ihn halten. Auch seinen Teamkollegen und potentiellen F1-Cockpit-Konkurrenten Brendon Hartley hatte Ricciardo in Monaco wieder deutlich im Griff – auch, wenn Hartley anders als in den vergangenen Wochen diesmal wieder eine sehr anständige Leistung gezeigt hat.

Eine große Überraschung gab es dann aber auch bei der WSbR: Bei seinem allerersten Rennwochenende in einem Renault 3.5 Auto konnte sich Alexander Rossi auf Platz fünf qualifizieren. Auch im Rennen konnte der erst 18-jährige Kalifornier gut mit der Spitze mithalten. Schade, dass der Lauf dann doch in den Leitplanken ein Ende fand – wegen der geringen Erfahrung ist das aber verzeihlich.

In der Meisterschaft führt auch nach Monte Carlo noch Mikhail Aleshin. Das scheint nach je einem Sieg in Aragón und Spa und einem zweiten Platz in Monaco auch sehr gerechtfertigt. Dritter ist Sten Pentus, der im Fürstentum eine eher diskrete Leitung gezeigt hat, und auf Platz 6 ins Ziel fuhr.

Jetzt gibts bei der WSbR erstmal Pause: Das nächste Rennwochenende findet erst in drei Wochen in tschechischen Brno statt.

Superleague Formula

Es ist und belibt ein Jammer. So viel machen die Organisatoren der Superleague Formula richtig: Tolle Autos, namhafte Fahrer, eine feine TV-Übertragung (wenn auch hierzulande nur noch via Stream), spannende Rennen und abwechslungesreiche Strecken. Außerdem eine attraktive Präsentation – und ein Seriensponsor (die angolanische Staats-Ölgesellschaft Sonangol), der zwar vielleicht nicht unglaublich potent sein mag, aber alles versucht, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren. Trotzdem findet die Serie hierzulande fast völlig unter dem Radar statt. Das hat mehrere Gründe: Erstens braucht sich niemand, der ein Formelrennen zeitgleich mit dem GP von Monaco durchführt wundern, wenn er gegen die Königsklasse den Kürzeren zieht. Immerhin waren diesmal ein paar Fans an der Strecke vor Ort, sogar ein bengalisches Feuer war zu sehen. Trotzdem: Diese Terminplanung steht in einer Reihe mit der (gütig verworfenen) Idee, am Tag des WM-Finales einen Lauf der Fußball-Rennserie in Oschersleben durchzuführen.

Die gute Nachricht ist: Das ist ein Problem, das sich relativ einfach beheben lässt. Man muss einfach aus Erfahrung lernen, und beim nächsten Mal etwas behutsamer planen. Zweitens krankt die Serie aber leider auch anderswo – und dieses Problem wird sich nicht so leicht beheben lassen. Denn die eigenartige Mischung aus Fußball und Rennsport schlägt einfach nicht ein. Auch, wenn die SLF in Südeuropa und Lateinamerika wohl mehr Fans gefunden hat – ich habe bis jetzt niemanden, wirklich niemanden sagen hören, dass er sich die Serie deswegen ansieht, weil dort Fußballklubs mitfahren. Oft aber das Gegenteil. Ein paar Dinge könnte man aber auch hier schnell ändern: So wie in ihren führen Rennen auch die A1GP setzt die Superleague noch zu starr auf das Konzept. Es würde sicherlich helfen, wenn man in den Einblendungen und im TV-Kommentar auch ohne Spotters-Guide mitverfolgen könnte, welcher Fahrer denn nun für welchen Klub fährt.

Und dann gibt es aktuell noch ein neues Problem: Serienpräsident Alex Andreu hat seine Funktionen zurückgelegt, wie die Printausgabe von Autosport berichtet. Andreu behält zwar demnach eine Anteile an der Serie – eine besonders gute Nachricht für die SLF ist aber auch das wohl nicht.

Das alles ist, wie gesagt, schade: Denn was den Sport an sich betrifft, braucht sie die Superleague nicht zu verstecken. Die beiden Rennen in Assen waren beide äußerst ansehnlich, vor allem in Lauf zwei gab es ein paar sehr spektakuläre Überholmanöver zu bewundern. Der “komplette” Reverse-Grid, der bei der SLF zum Einsatz kommt ist zwar sportlich gesehen ziemlich unfair – aber er produziert eben auch spannende Rennen. Was den Leistungsstand betrifft, lässt sich nach zwei Rennen schonmal das Folgende sagen: Craig Dolby scheint mit dem SLF-Boliden richtig gut zurecht zu kommen. Nach einem tollen Lauf in Silverstone konnte der junge Brite diesmal zwar nicht gewinnen – seine Fahrt von Platz zwölf zu Rang zwei im zweiten Rennen war aber trotzdem äußerst sehenswert. Völlig verdient fahren Dolby und die Tottenham Hotspurs damit auch als Tabellenführer zum nächsten Rennen. Auf Platz zwei der Tabelle hat sich die Kombination aus Max Wissel und dem FC Basel halten können – auch, wenn die Vorstellung in Assen nicht ganz so überzeugend war, wie jene von Silverstone. Dahinter folgen Flamengo (Franck Perera in Assen und Duncan Tappy in Silverstone) und der AC Milan mit Yelmer Buurman. Fünfter ist Assen-Gesamtsieger Davide Rigon (RSC Anderlecht).

Weiter geht es mit der SLF schon am kommenden Wochenende in Magny Cours. Verfolgen können wird man die Läufe wohl wieder nur im offiziellen Stream. Aber wie gesagt: Wer gütig über das Konzept hinwegsehen kann, der sollte vielleicht auch einen zweiten Blick riskieren. Die Rennen sind es wirklich meist wert.

Formel 2

Eine ungute Fortsetzungsserie hat die Formel 2 im Programm. Nach Marrakesch geht es nun auch die nächste Strecke, die für Juniorklassen nur begrenzte Tauglichkeit hat: Monza. Das Autodromo Nazionale ist zwar sicherheitstechnisch um Welten besser, als der Kurs im Marokko. Und mit der F2 dort zu fahren, ist wohl vertretbar – andere Serien (etwas GP2 und GP3) machen es schließlich auch. Aber die Speeds sind trotzdem hoch – und wenn jemand abfliegt, dann sind die Leitplanken (und – im Horrorfall – der Wald) schnell da.

Dass die Serie nicht mal ein Jahr nach dem tragischen Tod eines jungen Fahrers mit stolzgeschwellter Brust auf ihrer Homepage berichtet, wie viele User sich das Videos von Teixeiras Horrorcrash auf Youtube angesehen haben, macht leider auch nicht den besten Eindruck.

Trotzdem: Sofern alles gut geht, sollten uns in Monza nach den Langweilern von Silverstone und dem Chaos von Marokko wieder einmal zwei spannendere Läufe bevorstehen. Denn immerhin kann im königlichen Park sogar die Formel 1 überholen – also wird wohl auch die F2 ein paar Manöver liefern. Als Meisterschaftsleader geht Phillip Eng ins dritte Rennwochenende, dahinter folgen Rookie Dean Stoneman, Jolyon Palmer und Will Bratt.

F3 Euroseries

Neuland beitritt am Wochenende die F3 Euroseries. Im Rahmen der DTM geht die Juniorklasse erstmals in Valencia an den Start. Eine Teilnehmerliste gibt es leider noch nicht, momentan deutet aber nichts darauf hin, dass am Wochenende mehr als die 13 für die gesamte Meisterschaft gemeldeten Piloten antreten werden. Vom tatsächlichen Teilnehmerstand wird man sich wieder an beiden Renntagen live auf n-tv ein Bild machen können.

Nach zwei Rennwochenenden führt Comeback-Mann Eduardo Mortara die Meisterschaft an,  nur einen Punkt dahinter liegt Marco Wittmann. Mit etwas Respaktabstand folgt auf Rang drei der hoch eingeschätzte Roberto Mehri.

Auto GP

Und dann gibts am Wochenende noch das zweite Rennen der AutoGP. Mangels Motors TV konnte ich leider bisher keine bewegten Bilder von der Serie sehen – daher gibt’s hier auch keine Einschätzung von Serie und Fahrern. Die Ausgangssituation vor dem Wochenende: Luca Filippi führt punktglich mit Eduardo Piscopo in der Tabelle, gefolgt von Vladimir Arabadziev.

Kabelkunden dürfen sich auch dieses Mal auf ausführliche Berichterstattung freuen: Motors TV überträgt Samstag und Sonntag beide Rennen – allerdings nicht live, sondern am späteren Nachmittag als Aufzeichnung.

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May 11 2010

06:30

Formelserien: GP2/GP3 Analyse, WSbR/SLF Vorschau

Der Saisonauftakt bei der GP2 ist vorbei, ein erster Leistungsstand einschätzbar. Die GP3 hatte eine pannenfreie Premiere und lieferte zwei passable Rennen. Das kommende Wochenende steht dann ganz im Zeichen des GP von Monaco, in dessen Rahmenprogramm sich GP2 und WSbR treffen. Und dann geht auch noch die SLF in Assen an den Start.

Die Macher der (mutmaßlich) still verschiedenen International Formula Master müssen sich am vergangenen Wochenende ziemlich bestätigt gefühlt haben. Nicht nur, dass das neue GP3 Auto dem IFM-Wagen deutlich ähnlich sieht – in den Rennen haben auch an beiden Tagen Fahrer gewonnen, die im vergangenen Jahr noch in der seligen Rennserie unterwegs waren. Und dann konnte IFM-Meiser Fabio Leimer auch noch das Sprintrennen der GP2 für sich entscheiden. Die großen Favoriten hatten in der Parade-Nachwuchsklasse dafür zum Teil noch ein paar Probleme. Umso besser für die Zuseher: Die Aufholjagden der ART-Piloten, allen voran des famosen Sam Bird sorgten dann zumindest für zwei Barcelona-untypisch spannende Rennen.

GP2

Nach der Qualifikation hatte alles noch so ausgesehen, wie viele Kenner vermutet hatten: Jules Bianchi auf der Pole, Sergio Pérez auf Startplatz zwei. Direkt dahinter der zweite ART mit Sam Bird – und auf Platz vier Christian Vietoris. Doch dann kam die kollisionträchtige Kurve eins dazwischen: Eine Kollision zwischen Bianchi und Vietoris nahm beide Heisporne aus dem Rennen, und zwang auch Sam Bird zu einem Ausweichmanöver, das ihn ins Mittelfeld zurückwarf. Der vierte im Bunde, Sergio Pérez, konnte die Führung zwar bis zu Boxenstopp halten, hatte dann aber auch Pech: Probleme beim Boxenstop warfen den Mexikaner auf Rang vier zurück. Nutznießer war Charles Pic, der die Führung übernahm, und sie auch bis zur Zielflagge nicht wieder hergab. Fraglos eine gute – und vor allem fehlerfreie – Leistung des Franzosen. Ohne die Ausrutscher der vier anderen Piloten hätte er aber wohl dennoch nicht gewonnen.

Ähnliches gilt auch für den Sieg Fabio Leimers im Sprintrennen. Schon klar: Eine fehlerfreie Leistung. Wer in der GP2 gewinnt, der hat es auch verdient. Trotzdem: Der schnellste Fahrer war Leimer in beiden Rennen nicht – der Sieg im Sprintrennen von der Reverse-Grid Pole aus schmeichelt seiner Leistung in Barcelona dann doch ein wenig. Immerhin hat der Schweizer aber in seinem allerersten GP2-Rennen gezeigt, dass er an der Spitze mitfahren kann – und dass er auch die Nerven hat, einen Rennsieg nach Hause zu bringen. Mal sehen, was Leimer in den kommenden Rennen zeigen kann.

An der Einschätzung des Kräfteverhältnisses hat das Wochenende trotzdem nicht viel geändert: Jules Bianchi ist wohl weiterhin der Mann, den es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Ähnlich wie schon in der GP2 Asia gibt es nur einen Gegner, dem dieses Kunststück wirklich zuzutrauen ist: Jules Bianchi. Wenn der Franzose sein unbestrittenes Talent auch in Siege und Meisterschaften umsetzten will, dann muss er eben lernen, seinen Speed auch in Ergebnisse umzumünzen. Ein ähnliches Problem scheint auch Christian Vietoris aus der GP2 Asia mitgenommen zu haben: Schnell, aber im entscheidenen Moment noch etwas zu ungestüm. Auch dem dritten im Bunde, Sam Bird, könnte seine Fahrweise noch zum Verhängnis werden. Der Brite war an seinem Zurückfallen im Hauptrennen zwar weitgehend unschuldig, und zeigte dann eine atemberaubende Aufholjagd. Aber: Ein wenig so, wie Juan Pablo Montoya in seinen frühen Formel 1-Jahren, scheint auch Bird einer jener Fahrer zu sein, die glauben, ein angeborenes Recht darauf zu haben, dass alle anderen auf die Seite fahren, wenn sie zum Überholen ansetzen. Das sieht spektakulär aus, und schafft unter den Fans viele Freunde. So wie Montoya wird aber auch Bird, sofern er so weitermacht, feststellen müssen, dass dieses Verhalten nicht dazu beiträgt, Meisterschaften zu gewinnen.

Weiter geht’s bei der GP2 bereits am kommenden Wochenende beim Klassiker in Monaco. Das Hauptrennen dort findet bereits am F1-freien Freitag (!) statt, das Sprintrennen am Samstag nach der F1-Qualifikation.

GP3

Eine gelungene Premiere hat in Barcelona die GP3 hingelegt. Die Standfestigkeit der neuen Rennwagen war beeindruckend – das eifrige Testen und die lange Vorbereitungszeit hat sich gelohnt. Die Rennen selbst waren auch ganz in Ordnung, wenn auch Barcelona-typisch nach turbulenten Startphasen zum Teil etwas ruhig. Dass es in beiden Rennen allerdings Kollisionen auf der Start/Zielgeraden gab, beunruhigt dann doch ein wenig. Diesen Trend sollten die Herren Fahrer schnell wieder abstellen, denn wenn ein Feld von 30 Fahrzeugen auf ein Auto zuschießt, das sich gerade wieder auf die Strecke zurückdreht, dann kann das schnell auch weniger harmlos ausgehen, als dies zum Glück in Barcelona noch der Fall war.

Zum Sportlichen: Das erste Rennen konnte der norwegische IFM-Alumni Pål Verhaug nach einer ansprechenden Fahrt für sich entscheiden, Zweiter wurde F2-Vizechampion Robert Wickens vor Esteban Guiterrez aus Mexiko. Auch das Sprintrennen ging an einen Zögling der IFM: “Rookie of the Year” Alexander Rossi konnte den Lauf von der Reverse-Grid-Pole aus gewinnen, dahinter landeten Lucas Foresti und wiederum Guiterrez.

In Monaco ist die GP3 nicht zu Gast – was bei einem Feld von 30 heißblütigen Youngstern eine kluge Entscheidung ist, von der sich andere Nachwuchsserien (etwas die Formel 2) durchaus eine Scheibe abschneiden könnten. Die nächsten Läufe finden in drei Wochen bei F1 Grand Prix von Istanbul statt.

WSbR

An den Start gehen wird in Monaco dafür traditionsgemäß die World Series by Renault. Ähnlich wie in der GP2 leiden die Favoriten auch in der Talentschmiede des französisches Autokonzerns am Problem, ihren Speed im Rennen nicht in Ergebnisse ummünzen zu können: Daniel Ricciardo hatte sich im Motorland Aragon noch achtbar aus der Affäre gezogen – in Spa belief sich die Ausbeute des Australiers aber nur mehr auf einen mageren fünften Platz in Rennen 1. Immerhin reicht das noch für den zweiten Tabellenrang. Teamollege Brendon Hartley ist nach zwei von sieben Veranstaltungen gar nur auf Platz acht der Meisterschaft. Das alles ist aber nichts gegen die Probleme, die Esteban Guerreri plagen: Der Argentinier konnte zwar das zweite Rennen in Spa mit einer überzeugenden Leistung für sich entscheiden – in Monaco wird er aber wegen Geldmangels trotzdem nicht mehr im WSbR Cockpit sitzen. Ersetzen wird ihn dort GP3-Rennsieger Alexander Rossi für den der erste Auftritt im schnellen WSbR Boliden ausgerechnet in Monte Carlo zu einer echten Talentprobe werden wird.

Anders als sonst werden in Monaco nicht zwei, sondern nur ein Rennen des WSbR gefahren. Das findet dafür aber am Sonntagvormittag vor dem Grand Prix statt, und wird ab 11:00Uhr live auf Eurosport übertragen.

Superleague Formula

Die Terminplanung der SLF bleibt fragwürdig: Nach mehr als einmonatiger Pause ausgerechnet am Monaco-Wochenende  an die Strecke zurückzukehren, garantiert eigentlich, dass sich nur wenige Motorsportfans zur Fußball-Rennserie verirren werden. Das ist allerdings schade, denn in Silverstone hat die Superleague wieder einmal zwei durchaus interessante Rennen geboten, die Lust darauf gemacht hätten, sich auch den zweiten Saisonauftritt in Assen anzusehen.

Dort wird sich zeigen, ob Craig Dolby seine feine Leistung aus Silverstone (Kollege Stefan Tegethoff hat berichtet) wiederholen kann. Nach einem vierten und einem ersten Platz liegt der Wagen der Tottenham Hotspurs in der Meisterschaft mit 92 Punkten vor dem FC Porto (Álvaro Parente) und dem FC Basel (mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer) in Führung.

Und wer weiß: Sofern sich das Rennen der Formel 1 nach 30 Minuten als Langweiler der Bahrain-Klasse entpuppen sollte, könnte es sich ja vielleicht doch lohnen, ab 14:30 mit einem Auge auf den Computerbildschrim zu schielen. Auch am kommenden Wochenende werden  die Läufe der SLF nämlich wieder live im offiziellen Stream übertragen, kommentieren soll dort angeblich Ben Edwards. Am Fernseher herumzuzappen wird dagegen wohl nicht zum gewünschten Erfolg führen: Bisher deutet nichts darauf hin, dass die SLF nach dem Aus auf Eurosport einen neuen TV-Partner im deutschen Sprachraum gefunden haben könnte.

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