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June 18 2013

16:00

IndyCar: Analyse Milwaukee IndyFest

Wie im Vorjahr sicherte sich auch diesmal Ryan Hunter-Reay den Sieg auf der Milwaukee Mile. Nicht nur Andretti Autosport, sondern die gesamte IndyCar Series lieferte ein fast perfektes Wochenende ab.

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti (C) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Wie schon in Texas spielten die Reifen auch an diesem Wochenende eine wichtige Rolle. Eine Tankfüllung reichte mit etwas Sparen oder einer Gelbphase für etwa 65 Runden. Nach 40 Runden hingegen bauten die Firestone-Reifen deutlich ab. Eine 3-Stopp-Strategie war theoretisch möglich, aber alle Teams schwenkten spätestens beim zweiten Reifenwechsel zur schnelleren 4-Stopp-Strategie um. Diese wurde auch durch die Gelbphasen begünstigt. Simona de Silvestro löste mit einem Fahrfehler die erste Gelbphase schon in Runde 20 aus. Beim Restart in Runde 27 drehte sich Tagliani im hinteren Feld und verlängerte die erste Caution bis Runde 31. Marco Andretti rollte in Runde 97 auf der Gegengeraden aus und die letzte Gelbphase löste dann Ana Beatriz mit einem Dreher in Runde 210 aus. Vor allem die letzte Gelbphase hatte einen entscheidenden Einfluss auf das Rennergebnis.

Der Sieg von Ryan Hunter-Reay war wahrlich keine Überraschung, trotzdem war sein Sieg lange nicht gesichert. Andretti Autosport dominierte alle Trainingssitzungen und auch die Qualifikation. Marco Andretti war immer schnellster und startete auch von Position 1. Seine drei Teamkollegen waren kaum langsamer und nahmen innerhalb der Top 5 das Rennen auf. Die meisten Führungsrunden sicherte sich aber Takuma Sato für AJ Foyt Enterprises und bis zur letzten Caution war er auch auf einem guten Weg, das Rennen zu gewinnen.

Von Position 15 nahm Takuma Sato das Rennen auf und fiel in den ersten Runden bis auf Platz 21 zurück. Die erste Gelbphase nutzte er, wie unter anderem auch Helio Castroneves, Justin Wilson und Dario Franchitti, zum ersten Boxenstopp. Das ganze vordere Feld blieb hingegen draußen und musste ab Runde 64 unter Grün zur Box. So wurde Sato vor Castroneves und Wilson an die Spitze des Feldes gespült. Mit ihren Stopps ab Runde 89 änderte sich das nur kurz, da in der Gelbphase ab Runde 98 das restliche Feld auf eine 4-Stopp-Strategie umschwenkte und stoppte. Abgesehen von den Phasen der Boxenstopps blieben Sato und Castroneves an der Spitze des Feldes. Im Überrundungsverkehr bauten Satos Reifen stärker ab als bei Castroneves und er musste schon in Runde 200 seine Reifen zum letzten Mal wechseln. Die Positionen, die er dabei verlor, konnte er nicht mehr gut machen, da das restliche Spitzenfeld bis zur Gelbphase ab Runde 211 fahren konnte. Mit dem Stopp unter Gelb sparten sie natürlich Zeit und hatten auch noch die besseren Reifen gegenüber Sato. Am Ende blieb für den kleinen Japaner nur Platz 7.

Ryan Hunter-Reay ging von Platz 4 ins Rennen und konnte sich locker hinter Marco Andretti auf Platz 2 halten. Beim ersten Stopp von Marco Andretti verkantete der Tankstutzen und er verlor einige Zeit und Positionen. In Runde 97 blieb er dann auch noch mit einem Elektronikdefekt auf der Gegengeraden liegen. Nach Andrettis Pech war Ryan Hunter-Reay immer der Führende innerhalb der Gruppe der Fahrer auf derselben Strategie. Nach dem letzten Boxenstopp bzw. dem Restart in Runde 220 konnte er sich zügig von Helio Castroneves absetzten. Er war etwas 2 MPH im Rundendurchschnitt schneller als das restliche Feld und fuhr ungefährdet zum Sieg.

Helio Castroneves war lange auf derselben Strategie wie Takuma Sato, konnte aber seinen vorletzten Stint bis Runde 213 verlängern. Wie schon in Texas war das Reifenschonen der Schlüssel zum Erfolg. Mit Platz 2 konnte er auch die Führung in der Meisterschaft verteidigen. Ein richtig gutes Ovalrennen zeigte auch Will Power. Vier Runden vor Ende versuchte er einen Angriff auf seinen Teamkollegen und nicht nur Roger Penske wird in dem Moment die Luft angehalten haben. Power kam mit den linken Reifen auf den Apron und fast hätte er sein und auch Castroneves Rennen beendet. Das war aber nur das letzte einer Vielzahl an engen Duellen im ganzen Feld. Alle blieben aber im fairen Rahmen und insgesamt war es perfektes Ovalracing.

Hinter den beiden Penske Dallara kamen die restlichen Andretti-Autosport-Piloten ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe folgten der Strategie von Ryan Hunter-Reay, waren aber unauffälliger und auch etwas langsamer als ihr Teamkollegen unterwegs. Scott Dixon und Dario Franchitti auf den Plätzen 6 und 8 waren die letzten Fahrer in der Führungsrunde. So ganz Rund läuft es bei Chip Ganassi Racing in diesem Jahr nicht. Auch Platz 17 für Chalie Kimball zeigt dies. Es fehlt nicht nur ein Sieg, sondern vor allem fehlt auch die Konstanz. Neben Ergebnissen in den Top 10 bzw. sogar Top 5 sind auch einige Platzierungen außerhalb der Top 20 zu finden.

Justin Wilson sicherte Dale Coyne Racing mit Platz 9 wieder ein Top-10-Ergebnis. Seine Teamkollegin Ana Beatriz fiel nur durch ihren Mauerkontakt in Runde 210 auf. Ihr fehlt einfach die Fähigkeit, wirklich schnell zu sein, nur die beiden Rahal-Lettermann-Lanigan-Racing-Fahrer Graham Rahal mit Platz 16 und James Jakes mit Platz 18 waren ähnlich langsam unterwegs. Beide hatten aber auch Pech beim ersten Restart in Runde 27, als sich direkt vor ihnen Alex Tagliani drehte. Jakes konnte rechtzeitig bremsen aber Rahal fuhr ihm hinten in den Diffusor und beschädigte seinen Frontflügel. Tagliani schied dann in Runde 146 mit Getriebeschaden aus.

Toni Kanaan bildete den Abschluss der Top 10. Ganz zufrieden dürfte er damit nach den sehr guten Ovalergebnissen in Indianapolis und Texas nicht sein. Noch viel schlechter verlief das Rennen für seine Teamkollegin Simona de Silvestro. Schon in Training und Qualifikation kam sie mit Strecke und Auto nicht zu recht und in Runde 20 drehte sie sich auf Platz 22 liegend in die Mauer. Platz 11 ging an Josef Newgarden vor Simon Pagenaud. Tristan Vautier, Teamkollege von Pagenaud bei Sam Schmidt, schied in Runde 173 mit einem mechanischen defekt aus.

Entgegen meiner Vermutung in der Vorschau sind beide Dragon-Racing-Fahrer zumindest zeitweise sehr positiv aufgefallen. Bis zur ersten Runde der Boxenstopps konnten sich Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra in den Top 10 halten. Bourdais bekam in Runde 52 aber Probleme mit dem Benzindruck und rollte langsam in die Box. Dort überfuhr er den Schlauch zu einem Pressluftschrauber und musste zur Strafe direkt wieder durch die Boxengasse fahren. In Runde 152 musste er dann sein Auto mit defekter Benzinpumpe ganz abstellen. Saavedra rutschte in Runde 202 leicht nach außen in den Dreck neben der Ideallinie und touchierte leicht die Mauer. In Folge konnte er nicht mehr ganz das Tempo mitgehen, doch am Ende blieb mit Platz 13 ein ordentliches Ergebnis.

Mit zwei Runden Rückstand belegten Ed Carpenter und Ryan Briscoe die Plätze 14 und 15. Im ersten Renndrittel fuhr Ed Carpenter lange in den Top 10. Ab Runde 150 hatte er mit einem schleichenden Reifenschaden zu kämpfen und verlor auf dem Weg in die Boxengasse viel Zeit. Ryan Briscoe tauchte hingegen nie weiter vorne auf und profitierte eher von Ausfällen bei seiner Top-15-Platzierung.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (299 Punkte) mit jetzt 16 Punkten Vorsprung auf Ryan Hunter-Reay (283). Mit seinem Ausfall büßt Marco Andretti (249) Platz 2 und viele Punkte ein. Bester Honda-Pilot ist Takuma Sato (223) auf Platz 4 vor Scott Dixon (221). Auf den Plätzen 6 und 7 sind mit jeweils einem Saisonsieg Tony Kanaan (215) und Simon Pagenaud (212) zu finden. Auf den Plätzen 8 bis 10 mit Justin Wilson (207), James Hinchcliffe (206) und Dario Franchitti (192) gab es keine Veränderungen zur Vorwoche. Will Power (188) hat sich zumindest auf Platz 11 verbessert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die Rennen auf den Ovalen von Indianapolis und Texas zeigten, dass es den Motoren von Honda ein wenig an maximaler Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet fehlt. Sie besitzen im Gegenzug aber ein breiteres Drehzahlband. In den Kurven der Milwaukee Mile schalteten die Chevrolet Fahrer in den vierten Gang zurück. Takuma Sato im Honda hingegen konnte im fünften Gang durch die Kurven fahren. Je nach Strecke gleicht dies den Leistungsunterschied aus. Die neun Rennen teilen sich in sechs Chevrolet- und drei Honda-Siege auf. Von den sechs Chevrolet-Siegen gehen aber alleine vier auf das Konto von Andretti Autosport, die sicherlich nicht nur aufgrund des Motors zurzeit das Maß der Dinge sind.

Am nächsten Sonntag findet schon das nächste Ovalrennen mit dem Iowa Corn Indy 250 statt.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

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Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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June 21 2011

16:43

Indycar Milwaukee: Guter Sport, schlecht verkauft

Eine klassische Strecke, viele Überholmanöver und ein interessantes Finish – was will man eigentlich mehr? Die IndyCar Series hat es trotzdem nicht geschafft, Fans auf die Tribünen zu locken. Und ABCs Dauerwerbesendung vertrieb sie von den Schirmen.

Und wieder eine vergebene Chance. Die Milwaukee Mile ist für die IndyCars historischer Grund, noch in den 1990er-Jahren strömten 50.000 Fans am Renntag der CART-Serie an die Strecke. Nach einem Jahr Pause kehrte man heuer wieder zurück. Und wurde von nur etwa 15.000 Besuchern begrüßt. Schade. Nicht zuletzt deswegen, weil das Rennen durchaus sehenswert war. Wenn man denn etwas davon zu sehen bekam. Denn wesentlich öfter als die Action von der Strecke zeigte ABC im Sonntag leider Werbeeinschaltungen. Immerhin: Die Schlussphase gab es ohne Werbeunterbrechung zu sehen. Und die lieferte, trotz eines am Ende ungefährdeten Siegers, noch einmal richtig Spannung. Abseits der Strecke brodeln derweil Spannungen zwischen den Teams.

Auch, wenn sie am Ende doch meist gewinnen – die Dominanz von Penske und Ganassi schien während den letzten Rennen zunehmend in Gefahr zu geraten. Diesmal hätte es fast geklappt: Tony Kanaan konnte an der Spitze mithalten, und lag zeitweise sogar recht komfortabel in Führung. Leider warf er den Wagen 29 Runden von Schluss mit einem Fahrfehler in die Wand, so dass Franchitti schließlich doch wieder ziemlich unbedrängt den Sieg nach Hause fuhr.

Auf Rang zwei landete Graham Rahal, der seinen Aufwärtstrend der vergangenen (Oval-)Rennen mit einem weitern starken Rennen verfestigte. Ebenso beeindruckend war abermals die Performance von Newman/Haas Racing: Oriol Seriva landete unauffällig aber effektiv auf Rang drei, James Hinchcliffe bewies mit Rang sechs erneut, dass er nicht zu Unrecht in der IndyCar Serie unterwegs ist. Besonders beim Spanier scheint es, als müsst nur der letzte Knoten noch platzen – der erste Sieg scheint heuer durchaus in Reichweite.

Auch KV Racing war wieder flott unterwegs: Kanaan hätte fast gewonnen, EJ Viso war konstant in den Top Ten unterwegs, bis auch er den Wagen etwa nach Rennmitte in der Mauer parkte. Auch der dritte im Bunde, Takuma Sato, fuhr zunächst in der Spitzengruppe mit. Bei einem Boxenstopp traf er dann aber einen Reifen (und fast auch noch einen Mechaniker), was die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe quittierte. Dass es trotzdem noch für Rang acht (in der Führungsrunde) reichte, spricht für die Performance von Team und Fahrer.

Etwas unter den Erwartungen: Team Penske. Einzig Powers guter (aber keineswegs überragender) vierter Rang rettete das Wochenende. Helio Castroneves lag zwar zeitweise in Führung – Druckverlust in einem Hinterreifen zwang ihn dann aber in die Box. Der enttäuschende neunte Rang war die Folge. Ryan Briscoe war zwar oft im Bild (weil als einer von wenigen mit einer Onboard-Kamera unterwegs), dass es ohne gröbere Probleme aber nur für Rang elf gereicht hat, ist für den Australier aber gewiss eine weitere Enttäuschung. Fährt er so weiter, ist sein Penske Cockpit für 2012 sicher in beträchtlicher Gefahr.

Die deprimierende Story des Wochenendes lieferte aber einmal mehr Simona de Silvestro. Die Schweizerin flog im Qualifying schon wieder hart in die Wand, und musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. Für den Renntag gab es zwar eine Starterlaubnis – weder das Auto noch (wenn die Fernsehbilder nicht sehr trügen) sie selbst waren aber in wirklich konkurrenzfähiger Rennverfassung. Nach tapferem Startversuch stellte sie den Wagen elf Runden später wieder ab.

Die Meisterschaft beginnt beim nächsten Rennen quasi von neuem. Denn sowohl Will Power als auch Dario Franchitti liegen nach dem Lauf in Milwaukee gleichauf bei 271 Punkten. Mit gehörigem Respektabstand folgt dann auf Rang drei der erstaunliche Oriol Servia (198) denkbar knapp vor Scott Dixon (195) und dem dritten Ganassi in den Top fünf, Graham Rahal (176). In der Ovalwertung führt Franchitti nach drei Läufen mit 117 Zählern von Scott Dixon (111), Power (103), Rahal (94) und Servia (88).

Ein wenig Unbill gab es wieder einmal nach dem Rennen – und in beiden Fällen stand Dario Franchitti im Fokus. Denn ob Niederlage wie in Texas oder Sieg wie in Milwaukee: Kritik im Post-Race Interview scheint bei Franchitti neuerdings zum guten Ton zu gehören. Diesmal war Helio Castroneves dran, bei dem der Schotte Blocking-Manöver im Kampf im Platz eins ortete. In einem anderen Aspekt stand Franchitti selbst in der Kritik: Denn auch der spätere Rennsieger soll bei einem Boxenstopp den Reifen eines Konkurrenzteams (der Penske-Crew von Will Power) berührt haben. Anders als Takuma Sato ereilte den Schotten aber keine Durchfahrtsstrafe – angeblich gab es keine schlüssigen Videobeweise.

Und auch wenn es sie gegeben hätte: Die Chance, sie zu sehen wäre zumindest für den TV-Zuseher verschwindend gering gewesen. Denn Broadcaster ABC behandelte das IndyCar Rennen einmal mehr als Dauerwerbesendung mit kurzen Rennunterbrechungen. Dass man als Network am Ende schnell aus der Übertragung raus muss, und wenig Zeit für Nachberichte hat – verständlich. Wenn aber auch während des Rennens in jeder Sekunde zu merken ist, dass man die IndyCar Serie viel lieber nicht zeigen würde – dann kann das für keinen der Beteiligten eine weise Business-Entscheidung sein. Auch die Zuseher in den USA waren diesmal wohl nicht begeistert: Ein Overnight Rating von nur 0.9 (Erklärung zum US-Ratings-System im Indy 500 Artikel) dürfte wohl weder die Serie, noch Team und Sponsoren, noch ABC nachhaltig begeistern.

Hoffentlich tröstet man sich bei ABC nicht damit, dass auch die Besucherzahlen vor Ort ziemlich enttäschend waren. Nach der Pleite des Milwaukee-Promoters im vergangenen Jahr hat man diesmal einen handverlesenen Veranstalter aus dem Serien-Heimatstaat Indiana mit der Ausrichtung beauftragt. Auch der hatte keinen Erfolg: Nur etwa 15.000 Zuseher waren am Sonntag vor Ort. Eine Rückkehr der Serie an die Traditonsstrecke wollte CEO Randy Bernard zwar am Rande des Rennens noch nicht ausschließen, sie scheint aber zunehmend unwahrscheinlich. Zumal auch, was ja im Grunde erfreulich ist, Strecken wie Elkhart Lake und Chicagoland (die beiden einen ähnlichen Markt bedienen) offenbar gute Chancen haben, 2012 wieder ein IndyCar Rennen austragen zu dürfen.

Vorschau: Iowa

Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2:00 Uhr) steht in Iowa das nächste Rennen auf dem Plan. In früherer Zeit war das progressiv überhöhte Oval eher als Langweiler verschrien. Der Plan, dort mehrere Fahrspuren zu schaffen, schien nicht immer so richtig so funktionieren. 2010 gab es aber zur allgemeinen Überraschung ein ziemlich enges und spannendes Rennen – vielleicht hat man also nun auch in Iowa den richtigen Modus für knappes Racing gefunden. Damals gewann Tony Kanaan, vielleicht schafft ja auch in diesem Jahr ein Außenseiter die Überraschung.

In einer Hinsicht dürfen Fans jedenfalls aufatmen: Statt der desinteressierten Truppe von ABC übernimmt diesmal wieder Versus die Übertragung. Man soll den Sender ja nicht in den Himmel loben, denn auch dort könnte man manches besser machen. Im Vergleich mit ABC ist der Spartenkanal aber geradezu Oscar-verdächtig. Das gilt leider nicht für die Empfangbarkeit im deutschen Sprachraum, wo man auch am kommenden Sonntag wieder auf alternative Quellen angewiesen sein wird.

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Fotos: INDYCAR

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July 28 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

//Die Tinte unter dem Vertrag des US Grand Prix in Texas ist noch kaum trocken, da denkt Bernie Ecclestone schon über ein zweites US-Rennen nach. Nach der schnell verworfenen Idee, im Liberty State Park in Jersey City zu fahren, geht es wohl wieder um ein Rennen im “Garden State” – mit der Skyline der benachbarten New York City im Hintergrund. Herman  Tilke (wer auch sonst?) soll sich diesbezüglich in den letzten Wochen schon vor Ort auf die Suche nach einem passenden Gelände begeben haben. Die gestrige Performance der Austin-Verantwortlichen bei der Pressekonferenz wird ihn wohl darin bestätigt haben, bei möglichen Bietern diesmal etwas genauer hinzusehen.

// Williams wird wahrscheinlich auch 2011 mit Barrichello und Hülkenberg an den Start gehen. Das sagt zumindest Anteilseigner Toto Wolff im Interview mit motorline.cc. Bisher waren über beiden Piloten ein paar Fragezeichen gehangen – über Hülkenberg wegen der teils etwas mangelhaften Leitungen und über Barrchiello trotz guter Ergebnisse wegen seines Alters. Fix ist die Entscheidung aber ohnehin noch nicht, Wolff spricht von “Tendenzen”.

// Bei HRT sieht derweil alles nach einer Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Formel 1-Team von Toyota aus. Die verbleibenden Toyota-Techniker sollen im Auftrag von HRT Arbeiten am aktuellen Wagen durchführen, und dafür den Windkanal in Köln-Marsdorf nutzen. Auch die Tatsache, dass dort nach wie vor ein weitgehend fertiger Toyota für die Saison 2010 herumsteht, dessen Design man verwenden könnte, wird bei HRT sicher für Interesse gesorgt haben.

// Renault hat finanzielle Probleme. Das klingt überraschend, aber mittlerweile hat der Teamchef, Eric Boullier, die Gerüchte, die durch James Allen vor ein paar Tagen aufgebracht wurden, bestätigt. Man hat bei Bernie Ecclestone um einen “Vorschuss” gebeten, damit man die Entwicklung des 2011er Wagens weiter anschieben kann. Der hat die Anfrage aber abgelehnt. Da wundert man sich schon, denn Renault gehört zu 75% der Investmentgesellschaft Genii Capital. Die sollten doch eigentlich genug Geld haben, denkt man, aber offenbar gibt es ein klar vorgegebenes Budget, das dass Team dieses Jahr schon so weit ausgeschöpft hat, dass man nach neuen liquiden Mitteln sucht. Genii will jedenfalls nicht mehr Geld reinstecken. In der Tat hat Renault, nach dem mauen Start bei den Tests, ein erstaunliches Entwicklungstempo vorgelegt, und fast bei jedem Rennen viele neue Teile mit gebracht. Die Hoffnung war wohl auch, das man auf Grund der guten Ergebnisse neue Sponsoren finden würde, aber die Rechnung ist nicht aufgegangen. Damit ist Renault das zweite Team, dass nach Williams in diesem Jahr Geld von Bernie möchte. Man munkelt, dass auch HRT und Force India schon Geld bekommen haben.

// In der Indycar Series gehen die Kalenderspekulationen für die kommende Saison weiter: Edmonton hat, wie bereits berichtet, am Wochenende einen Vertrag für die Jahre 2011 bis 2013 unterzeichnet. Neuer Veranstalter des Rennens ist die Octane Racing Group, die auch das Formel 1-Rennen in Montreal ausrichtet. Ob es Veränderungen an der Strecke geben wird, um die Rennen etwas spannender zu machen, ist noch nicht bekannt. Derweil soll IRL-CEO Randy Bernard wohl mit dem Bundesstaat Wisconsin über eine Förderung für ein Rennen auf der Milwaukee Mile verhandeln. Nötig wären für die Ausrichtung eines Laufes auf der Traditionsstrecke rund 400.000 US$ an Zuschüssen, bisher gibt es keine Zusagen von öffentlicher Stelle.

// Nach BMW soll nun auch Opel an einer Rückkehr in die DTM interessiert sein, wie der Focus unter Berufung auf Motorsport aktuell (Print) berichtet. Demnach soll innerhalb der nächsten zwei Monate eine Entscheidung darüber fallen, ob sich die Rüsselsheimer tatsächlich an der Meisterschaft beteiligen wollen – das wird auch notwenidig sein, immerhin braucht auch der Bau eines geeigneten Autos danach noch so seine Zeit. Klar ist indes schon, dass im Falle einer Teilnehme wohl der Insignia zu Ehren kommen wird.

// In der WTCC hat Promoter Marcello Lotti in der Zwischenzeit bestätigt, dass man 2012 erstmals  in Argentinien und der chinesischen Provinz Guandong an den Start gehen wird – und zwar auf der ehemaligen Formel 1-Strecke in Buenos Aires (auf welchem Layout, ist allerdings unklar) und am brandneuen Guandong International Circuit (Onboard hier). Macao und Marrakesch sollen beide im Kalender bleiben – vor allem über dem marokkanischen Event hängen allerdings noch ein paar Fragezeichen. Die FIA hat den Veranstaltern wohl nach dem Fiasko in diesem Jahr ein Ultimatum gesetzt, wonach sie vor einer Verlängerung des Vertrages ein neues Konzept für die Sicherheit und die Verbesserung der Streckenräumung übermitteln müssen. Angeblich sind im kommenden Jahr gleich 12 Rennen geplant, zwei mehr als in dieser Saison. Es müsste also keines der bestehenden Events seinen Platz wieder abgeben. Ausnahmen: Mexiko ist wohl endgültig weg vom Fenster, Suzuka wird Okayama (ehemals TI Circuit Aida) ersetzen, Portimao wird im Zuge der regulären 2-Jahres-Rotation seinen Platz an Porto abgeben. Und dann ist das noch die Frage, ob Pau wieder auf den Kalender zurückkehrt.

// James Nash, der etwas überraschend Anfang des Jahres in der BTCC bei Triple 8 gelandet war, hat seinen Vertrag bis zum Ende der Saison verlängert bekommen. Obwohl seine Ergebnisse eher so mittelprächtig waren, darf er also weiter den Vorjahres-Astra durch die britische Landschaft schaukeln.

// Währenddessen hat BTCC Ex-Meister Fabrizio Giovanardi in der italienischen Superstar Serie angedockt. Und das bei seinen alten Bekannten von N-Technology, die ja früher in der WTCC mit Alfa unterwegs waren. In der Superstar Serie setzt man einen, ich konnte es selbst kaum glauben, Porsche Panamera ein. Offenbar geht die Kiste gut, denn man gewann gleich das erste Rennen.

// Kasey Kahne wird am Ende der Saison Richard Petty Motorsport verlassen. Wo er nächstes Jahr fahren wird ist noch nicht klar, aber ab 2012 sitzt er in der #5 bei Hendrick Motorsport. Immerhin scheint jetzt klar zu sein, wer sein Nachfolger werden soll: Marcos Ambrose. Der Australier, bisher bei JTG Daugherty unterwegs, die wiederum am Tropf von MWR hängen, hat einige gute Rennen hin gelegt und soll dann ab 2011 im Ford sitzen. Bestätigt ist bisher nur der Abgang von Ambrose, der Wechsel zu RPM ist es noch nicht.

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