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February 17 2014

06:30

October 25 2013

07:00

NASCAR: Vorschau Martinsville Oktober 2013

Inzwischen sollten alle Patienten mit dem “Talladega-Finish-Syndrom” von ihrem Arzt behandelt und wieder zu Hause angekommen sein. Somit ist jetzt alles angerichtet für die siebte Ausgabe im Meisterschaftsduell zwischen Jimmie Johnson und Matt Kenseth auf dem Martinsville Speedway.

GHRS 500_checker rec_SM 500_4-3-13Mit nur 0,526 Meilen Länge stellt der Martinsville Speedway in Virginia die kürzeste Strecke im Kalender des Sprint Cups da. Zur kurzen Streckendistanz gesellt sich noch eine magere Kurvenüberhöhung von 12° und schon ist alles bereit für einige “bump ‘n’ run”-Action. Sein Material schonen und sich aus brenzligen Situationen raushalten, das schaffen traditionell Denny Hamlin und Jimmie Johnson hier am besten. Da Hamlin diese Saison allerdings nicht wirklich in Vollbesitz seiner Kräfte ist, bleibt eigentlich nur Johnson als großer Favorit für den Sieg übrig. Sein Meisterschaftsrivale Matt Kenseth hat hingegen nie wirklich in Martinsville auf sich aufmerksam machen können. Doch besonders nach dem letzten Rennen in Talladega muss er versuchen, den Abstand auf Johnson in der Meisterschaft möglichst gering zu halten, was schwer genug sein sollte. Denn Johnson konnte bereits das Frühjahrsrennen gewinnen und sicherte sich zudem in den letzten neun Herbstrennen fünfmal den Sieg.

Während wir die ganze Zeit nur über Johnson und Kenseth als Meisterschaftskandidaten sprechen, stellt sich die Frage, ob vielleicht noch ein anderer Pilot der lachende Dritte sein kann? Um es kurz zu machen: Höchstwahrscheinlich nicht. Aktuell führt Jimmie Johnson die Meisterschaft mit vier Punkten Vorsprung vor Matt Kenseth an und danach kommt eine gefühlte Ewigkeit nichts. Erst 26 Zähler hinter Johnson finden sich Kyle Busch und Kevin Harvick wieder. Kyle hatte seine Meisterschaftschancen in Kansas sprichwörtlich in Rauch aufgelöst. Und 26 Punkte auf Johnson aufzuholen, dürfte selbst für ihn ein Ding der Unmöglichkeit sein, sofern die #48 keinen Defekt erleidet. Doch selbst wenn die #48 Federn lässt, ist immer noch Kenseth in Lauerstellung. Es müsste schon ein Wunder geschehen, wenn Busch oder Harvick noch eine reale Chance auf den Titel haben sollen. Zusätzlich zur #18 und #29 kann man auch dem dreizehnten Chaser Jeff Gordon noch gewisse Restchancen auf den Titel einräumen. Mit bereits 34 Punkten Rückstand auf Johnson ist das aber eher eine mathematische statt echten Chance. Alle die hinter Gordon kommen, besitzen definitiv keine Möglichkeit mehr auf die Meisterschaft, da Dale Earnhardt Jr. auf Platz sechs hinter Gordon bereits 52 Punkte Rückstand auf den Führenden hat. Hinter ihm reihen sich Greg Biffle, Clint Bowyer, Kurt Busch, Carl Edwards, Ryan Newman, Joey Logano und der glücklose Kasey Kahne ein. Bester Nicht-Chaser ist Jamie McMurray mit 919 Punkten.

Beim Blick auf die 43 Fahrer umfassende Entry List fallen folgende Änderungen ins Auge: Der Toyota von Swan Racing mit der #30 wird dieses Mal von Cole Whitt pilotiert. Im Ford mit der #32 nimmt Martinsville-Spezialist Ken Shrader Platz. Aric Almirola wird dieses Wochenende hingegen nicht wie gewohnt in der #43, sondern – als Ehrung für den ab 2014 Hall of Famer Maurice Petty  – in der #41 an den Start gehen. Kyle Larson tritt nach seinem fulminanten Debüt in Charlotte zum zweiten Mal im Phoenix-Chevy mit der #51 an. Die #55 von MWR wird ab diesem Rennen für den Rest der Saison von Elliot Sadler übernommen, da bei Brian Vickers vor knapp zwei Wochen ein kleines Blutgerinnsel in der rechten Wade gefunden wurde. Auch wieder dabei ist das kleine Team der Leavine-Family mit der #95 und Reed Sorenson am Steuer.

Unter der Woche gab es zwei wichtige Neuigkeiten, die ich hier mal kurz zusammenfassen werde:

- Um das Racing auf Intermediate-Ovalen wieder enger zu gestalten, untersucht die NASCAR aktuell Optionen, um dies für die Saison 2014 umzusetzen. Nach den Testfahrten vom 14. Oktober in Charlotte wurde unter der Woche die Aerodynamik der Autos im Windkanal genauer untersucht. Für die nächste Saison ist bisher angedacht, die minimale Fahrzeughöhe aus den Regeln zu streichen und vielleicht die Spoiler an den Autos etwas zu vergrößern.

- Todd Parrot, der am Mitte Oktober durch den NASCAR-Drogentest gefallen war, wurde als Crew Chief der #43 von Richard Petty Motorsports entlassen. Als Übergangslösung wird Greg Ebert sein Amt übernehmen, während Parrot an dem “road to recovery program” der NASCAR teilnimmt.

Zum Abschluss gibt es nun wie gewohnt noch die aktuellen Tabellen der Fahrer- und Owner-Wertung. Das Goody’s Headache Relief Shot 500 auf dem Martinsville Speedway wird auf ESPN und bei MotorvisionTV zu sehen sein. Anbei noch die genauen TV-Zeiten für das kommende Wochenende:

Freitag, 25.10.2013
15:00 Uhr Trucks Practice, Fox Sports 1
16:30 Uhr Trucks Final Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, Fox Sports 1
23:00 Uhr Trucks Qualifying, Fox Sports 2

Samstag, 26.10.2013
18:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 1
19:30 Uhr Trucks Rennen (Kroger 200), Fox Sports 1 (Green Flag: 19:46 Uhr)

Sonntag, 27.10.2013
18:00 Uhr Sprint Cup Rennen (Goody’s Headache Relief Shot 500), ESPN & MotorvsionTV (Green Flag: 18:43 Uhr)

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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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September 20 2013

07:00

NASCAR: Vorschau New Hampshire September 2013

Nach dem unfreiwilligen Nachtrennen von Chicagoland geht es diese Woche weiter auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon. Als Meisterschaftsführender reist Matt Kenseth nach Neuengland. Für Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano ist hingegen der Chase schon gelaufen, bevor er überhaupt begonnen hat.

sylvania_300_10New Hampshire Motor Speedway, waren wir dort nicht erst? Stimmt! Vor gut zwei Monaten gewann hier Brian Vickers das Camping World RV Sales 301. Dieses Wochenende steht das Sylvania 300 auf dem eine Meile langen Oval in Loudon auf dem Programmplan. Die Strecke ist vor allem bekannt für ihre Lage mitten in der Natur und die sehr geringe Kurvenüberhöhung von maximal 7°. Das Vorjahresrennen konnte Denny Hamlin für sich entscheiden, der dieses Jahr aber höchstwahrscheinlich nicht um den Sieg mitfahren wird. Diesen werden voraussichtlich andere Fahrer wie zum Beispiel Clint Bowyer, Jimmie Johnson, Ryan Newman und Kurt Busch unter sich ausmachen, die hier jeweils bereits zwei Mal gewinnen konnten.

Wie auch letzte Woche dreht sich wieder mal alles um den Chase. Es kam zwar kein weiterer Fahrer hinzu, allerdings sorgte das erste Rennen der Playoff-Runde bereits für einige Turbulenzen in der Gesamtwertung. Fangen wir zuerst mit den positiven Dingen an: Matt Kenseth konnte durch seinen bereits sechsten Saisonsieg die Führungsposition in der Tabelle behalten. Ihm folgt sein Teamkollegen Kyle Busch mit acht Punkten Rückstand. Weitere drei Punkte dahinter befindet sich der große Favorit auf den Titel, Jimmie Johnson, der sich wiederum vier Punkte vor Kevin Harvick platziert. Mit acht Punkten Rückstand auf Harvick beginnt das Mittelfeld mit Edwards, Kurt Busch, Gordon, Newman, Bowyer, Kahne und Biffle. Die beiden Letztgenannten befinden sich bereits 31 Punkte hinter der Spitze. Diese Ausgangsposition für die verbleibenden neun Rennen um die NASCAR-Trophäe scheint schon nicht optimal zu sein, doch es gibt Fahrer, denen erging es in Joilet noch schlechter: Joey Logano und Dale Earnhardt Jr. mussten das Rennen auf dem Chicagoland Speedway aufgrund von Motorschäden aufgeben und fallen damit weit in der Gesamtwertung zurück. Mit nun 52 respektive 53 Punkten Rückstand auf Matt Kenseth sind jegliche Meisterschaftschancen, sofern sie je vorhanden waren, bereits verflogen.

Doch genug über den Chase gesprochen, kommen wir zurück zum Sylvania 300 und werfen wir erstmal einen Blick auf die Entry List. Insgesamt haben sich 43 Teams für das Wochenende in Loudon gemeldet. Das heißt, dass sich jedes Team bereits vor dem Qualifying für das Rennen qualifiziert hat. In den Fahrzeugbesetzungen hat sich wenig verändert, so findet sich im in der #30 von Swan Racing dieses Wochenende Kevin Swindell wieder, im JTG-Toyota mit der #47 sitzt in Loudon Bobby Labonte und Michael McDowell übernimmt die #51 von Justin Allgaier. Die #95 von Leavine wird dieses Mal von Scott Riggs und der Ford von Phil Parsons Racing mit der #98 von Johnny Sauter pilotiert.

Unterdessen gibt es natürlich auch wieder ein paar Neuigkeiten zu vermelden. Zu allererst: Juan Pablo Montoya wird nächstes Jahr nicht mehr in der NASCAR fahren! Er wechselt wieder zurück zu den IndyCars, allerdings zu Penske. Er tritt damit in direkter Konkurrenz zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Chip Ganassi an. Ohne Montoya geht es also in die nächste Saison, an deren Terminplan mit Hochdruck gearbeitet wird. Ich fasse mal kurz zusammen, welche Gerüchte aktuell über den Kalender für das nächste Jahr durch das Fahrerlager schwirren:
- Homestead könnte seinen Platz als finales Rennen der Saison verlieren, als Ersatz ist Phoenix vorgesehen.
- Sonoma könnte in den Chase aufrücken.
- Road America könnte zum Sprint-Cup-Kalender hinzu stoßen.
- Dover könnte durch das Rennen in Elkhart Lake sein Rennen im Frühjahr verlieren.
- Darlington bekommt vielleicht das Southern 500 am Labor Day wieder zurück.
Wie ihr merkt, ist das alles noch sehr theoretisch. Ich zumindest würde es begrüßen, den Sprint Cup endlich auch in Elkhart Lake zu sehen. Auch von der Verschiebung von Sonoma in den Chase bin ich sehr angetan und erst Recht davon, das Southern 500 wieder am Labor Day abzuhalten. Hingegen wäre die Verschiebung von Homestead und der Ausfall eines Dover-Rennens aus meiner Schicht schade, da die Rennen in Phoenix nie von großer Spannung geprägt waren und ich Dover als Strecke einfach sehr ansprechend finde. Ende September sollten wir schlauer sein, wenn voraussichtlich der Kalender für die nächste Saison veröffentlicht wird.

Doch nicht nur der Sprint Cup machte in den letzten Tage Schlagzeilen, auch in der Nationwide Series gibt es eine Neuigkeit zu vermelden: Der Titelsponsor “Nationwide Mutual Insurance Company” wird sich nach der Saison 2014 zurückziehen und sein Marketing-Programm auf den Sprint Cup konzentrieren. Wie die bisherige Nationwide und ehemalige Busch Series ab 2015 heißen wird, ist bis jetzt noch unklar, doch unser Racingblog-Experte Flo aus N hat bereits einen passenden Namen parat: “The Nascar Heluva Good Sour Cream Dips and Quaker State Series, presented by Crown Royal and powered by Big Machine Records”. Ob sich dieser Name durchsetzen würde, ist fraglich, aber zumindest steht er vielen anderen Namen amerikanischer Sportevents in Nichts nach. Man erinnere sich nur an die Bezeichnung des diesjährigen Brickyard 400.

Das waren aber noch nicht alle News, die es in den letzten Tagen zu vermelden gab. Am Donnerstag ließ NAPA, der Sponsor der #56 von Michael Waltrip Racing, eine Bombe platzen. NAPA wird zum Saisonende die Zusammenarbeit mit MWR beenden. Grund für diese Entscheidung sind die Vorkommnisse von Richmond. Folgende Meldung wurde von NAPA über die eigene Facebook-Seite veröffentlicht: ”After thorough consideration, NAPA has made the difficult decision to end its sponsorship arrangement with Michael Waltrip Racing effective December 31, 2013. NAPA believes in fair play and does not condone actions such as those that led to the penalties assessed by NASCAR. We remain supportive of the millions of NASCAR fans and will evaluate our future position in motorsports.”

Zum Abschluss gibt es nun wie gewohnt noch die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung. Das Rennen des Sprint Cups in Loudon auf dem New Hampshire wird diese Woche auf ESPN übertragen. Für die deutschen Zuschauer ist zudem auch wieder MotorvisionTV live dabei, wie auch in den letzten verbleibenden Rennen der Saison. In der folgenden Auflistung seht ihr, wie sich der TV-Zeitplan für das kommende Wochenende gestaltet:

Freitag, 20.09.2013
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, Fox Sports 1

Samstag, 21.09.2013
15:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
17:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
18:00 Uhr Whelen Modified Rennen, Fox Sports 2

Sonntag, 22.09.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Kentucky 300, Kentucky), ESPN News (Green Flag: 01:46 Uhr)
18:00 Uhr K&N Pro Rennen (Greenville), Fox Sports 1
20:00 Uhr Sprint Cup Rennen (Sylvania 300), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 20:15 Uhr)

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September 13 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2013 Analyse Chase-Debakel 2013

Endlich ist es soweit: Auf dem Chicagoland Speedway eröffnet die NASCAR am Wochenende den Chase! Doch wer fährt mit? Immerhin stehen mittlerweile circa elf Fahrer ziemlich fest, doch mindestens ein Teilnehmer wackelt noch. Nach dem MWR-Skandal wird nun auch Penske Racing bezichtigt, illegale Absprachen getroffen zu haben.

helton_pembertonEs hätte alles so schön werden können: Ich hatte eigentlich geplant, eine nette kleine Vorstellung aller Chase-Fahrer zu bringen. Jeder Pilot wäre neben seinem Konterfei von mir auf Herz und Nieren bezüglich seiner Meisterschaftstauglichkeit untersucht worden. Leider kenne ich bis heute (Stand: Donnerstagabend vor dem ersten Playoff-Rennen in Chicagoland) nicht die komplette Liste aller Teilnehmer. Für den Fall, dass jemand die letzten fünf Tage in einer Hütte im tiefsten Wald verbracht und sich eher um den nächsten Fisch auf dem Teller gesorgt hat, gibt es erstmal eine Zusammenfassung des ganzen Dramas. Ich werde mich dabei auch bemühen, keine altgriechischen Sagen zu referenzieren. Begonnen hat der Schlamassel nur wenige Runden vor dem Ende des Rennens in Richmond, welches die NASCAR zu diesem Zeitpunkt – im Nachhinein betrachtet – einfach hätte abbrechen sollen.

Aber wer konnte schon ahnen, dass Clint Bowyer mit seinem sehr seltsamen Dreher den Urknall für einen großen Skandal liefern sollte. In diesem Moment befanden sich Ryan Newman und Jeff Gordon auf Chase-Kurs. Newman wollte mit einem Sieg die zweite Wildcard und damit sein Chase-Ticket lösen, während Gordon einen glücklosen Joey Logano mit zwei Runden Abstand hinter sich halten konnte und damit sogar über die punktbesten Zehn qualifiziert war. Martin Truex Jr. schien trotz Top-10-Resultat chancenlos, noch in die Playoffs zu gelangen, da sein einziger Saisonsieg gegen deren zwei von Newman und Kasey Kahne nichts wert gewesen wäre. Als einzige Chance für Truex blieb eine Wende an der Spitze und prompt drehte sich Teamkollege Bowyer, zeitlich akkurat passend, von der Strecke.

Im Endeffekt führte dieser Vorfall dazu, dass weder Ryan Newman das Rennen gewann, noch Jeff Gordon in den Chase einzog, während Joey Logano noch einige Plätze gewann und seinerseits Ticket #10 löste. Damit öffnete sich die Wildcard-Situation für Martin Truex Jr., weil Gordon natürlich keinen Rennsieg aufweisen konnte. Trotz Punktgleichheit mit Newman, der ebenfalls einen Saisonerfolg auf seinem Konto wusste, landete schließlich Truex bei sehr schlechter – wenn nicht sogar schlechtester – Ausgangssituation in den Playoffs. Ausschlaggebend war hier am Ende ein zweiter Platz (aus Texas), den Truex mehr eingefahren hatte als Newman. So weit, so gut, doch nun kam ESPN ins Spiel.

Nachdem die Kommentatoren des TV-Senders sich ob des spannenden Finales beruhigt hatten, fand jemand die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Clint Bowyer und seinem Spotter, setzte das Interview mit Dale Earnhardt Jr. nach dem Rennen dazu, verquirlte das Ganze und stellte es bei 200 °C in den Ofen. Bowyer habe seinen Dreher absichtlich eingeleitet, hieß es plötzlich und die unschuldigen Opfer Ryan Newman und Jeff Gordon konnten in ihrer ersten Niedergeschlagenheit noch gar nicht ahnen, welcher Tsunami sich damit in rasender Geschwindigkeit auf die NASCAR zubewegte. Da ich das Rennen erst mit einem Tag Verzögerung gesehen habe, kann ich leider nicht sagen, wie sehr Twitter in diesem Moment explodierte.

Der Schneeball vergrößerte sich auf seinem Weg den Abhang hinunter schnell und stetig, denn bereits am nächsten Tag sahen sich die NASCAR-Offiziellen das Renngeschehen unter dem Mikroskop an und es kamen weitere Unregelmäßigkeiten zum Vorschein. Auch der dritte MWR-Teamkollege im Bunde, Brian Vickers, war in den Skandal verstrickt, da er von seinem Spotter und Team-Manager Ty Norris zu einem unplanmäßigen und unsinnigen Boxenstopp während der letzten drei Runden unter grüner Flagge aufgefordert wurde. Passenderweise verblieb er dann ebenso wie Clint Bowyer ganze zwei Runden in seinem Pitstall, was Joey Logano zwei Positionen einbrachte, mit denen er Jeff Gordon aus den Top 10 in der Meisterschaft kegeln konnte, was wiederum die zweite Wildcard für Martin Truex Jr. in Reichweite brachte.

Da der Funkverkehr der #55 ziemlich eindeutig war, überführte NASCAR das gesamte Waltrip-Team der illegalen Absprache und wies ihnen nach, das Rennen manipuliert zu haben. Es wurden hohe Strafen ausgesprochen, so bekamen alle drei Teams jeweils 50 Fahrer- sowie Owner-Punkte abgezogen, während die jeweiligen Crew-Chiefs bis zum Jahresende auf Bewährung an den Wagen arbeiten müssen. Am schlimmsten erwischte es den Initiator Ty Norris, der nun auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde, während Michael Waltrip Racing als Organisation mit einer Geldbuße in Höhe von 300.000 US-Dollar noch recht günstig davonkam. Das Urteil brachte dann jedoch ein Novum: Zum ersten Mal in der Geschichte des Chase änderte man das Teilnehmerfeld nachträglich!

Da sich die Punktabzüge auf die Regular-Season bezogen, rutschte Martin Truex Jr. hinter Ryan Newman ab, der sich mit später Genugtuung die zweite Wildcard sicherte. Laut Jeff Gordon war damit die Gerechtigkeit fast wiederhergestellt, jedoch war die Bestrafung seiner (und auch meiner) Meinung nach nur sehr halbherzig. Eigentlich gehört für uns auch Clint Bowyer aus dem Chase geworfen, doch die Offiziellen konnten ihm trotz der sehr merkwürdigen Konversation am Funk und des einzigartigen Drehers keinen Vorsatz ankreiden. Somit blieb es dabei und die Welt diskutiert seitdem, womit der Schaden im Prinzip angerichtet war. Dass mal alle Welt über die NASCAR reden würde, hat sich die Organisation sicherlich auch anders vorgestellt. Solche Gespräche führen wir nämlich normalerweise, wenn die DTM mal wieder kräftig zugelangt hat.

Doch damit nicht genug, denn am Donnerstag tat sich das nächste Loch im Boden auf. Nun steht plötzlich Penske Racing mit Joey Logano am Pranger. Denen wirft man vor, den Markenkollegen David Gilliland im Front-Row-Ford beiseite gebeten zu haben, um dringend benötigte Punkte zu sammeln. Jeff Gordon wittert unterdessen natürlich schon Morgenluft, weil die Offiziellen sich nun auch diese Anschuldigungen ganz genau ansehen. Wie sich die Situation aufklärt bzw. aufgeklärt hat, wisst ihr womöglich schon beim Lesen dieses Artikels, da der NASCAR meiner Meinung nach nicht mehr viel Zeit verbleibt. Am Freitag geht der Fahrbetrieb in Chicagoland los und dann sollten eigentlich alle zwölf Variablen zweifelsfrei bestimmt sein.

Fraglich ist, wie sich das Urteil (oder vielleicht die Urteile?) auf die Zukunft auswirken werden. Muss nun jedes kleine Überholmanöver auf dem Weg zum Sieg untersucht werden? Muss die NASCAR – wie von Jimmie Johnson vorgeschlagen – bei unklaren Situationen einen Timeout (unter roter Flagge) ähnlich wie beim Football einführen? NEIN, bitte bloß das nicht! Man sollte den ganzen Trubel wirklich nicht überbewerten. Klar hat die Teamorder so kurz vor dem Chase überhandgenommen und natürlich war der (meiner Meinung nach klar absichtliche) Dreher von Clint Bowyer totaler Mist. Deswegen aber jetzt den Weltuntergang zu wittern? Ich weiß ja nicht. Wenn man sich in Zukunft einfach darauf beschränkt, dass man einen Teamkollegen gerne vorbeilassen kann, wenn er diesen einen Punkt benötigt und direkt hinter einem fährt, dann hat wohl keiner etwas dagegen.

Achso: Wen die nicht vorhandene Streckenvorstellung für das Wochenende gestört hat, der darf sich gerne in unserem Artikel zum Chicagoland Speedway seine gewünschte Informationsdosis abholen. Außerdem lege ich euch den Podcast vom gestrigen Donnerstag ans Herz, in dem wir uns ausführlich mit der Situation beschäftigt (wenn auch ohne die neuesten Logano-Erkenntnisse) und auch eine Bewertung der Chase-Favoriten abgegeben haben. Ihr verpasst also trotz meiner Zusammenfassung des Geschehens auf epischer Breite kein Stück vom Randgeschehen, zu dem der Chase und das Rennen am Sonntag ja mehr oder weniger verkommen sind. Und weil dies leider leider leider passiert ist, sehe ich nur einen Ausweg: In bester Pofalla’scher Manier erkläre ich die Diskussion über die Vorkommnisse von Richmond für beendet! In diesem Sinne: Lasset den Chase beginnen…

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den (momentan nicht ganz) aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 13.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, FOX Sports 1
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, FOX Sports 1
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, FOX Sports 1
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, FOX Sports 2
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (EnjoyIllinois.com 225), FOX Sports 1 ab 2 Uhr

Samstag, 14.09.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 2
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 2
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2 / Motors TV

Sonntag, 15.09.

20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / Motorvision TV ab 19 Uhr

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September 11 2013

22:47

Racingblog Podcast: Ausgabe vom 12.09.2013

Der wöchentliche Podcast von Racingblog-Team. Im Stream, im Download und bei iTunes.

Der Skandal um Michael Waltrip Racing beschäftigt nicht nur die NASCAR sondern auch uns. Hat man MWR richtig betraft? Warum wurde Clint Bowyer nicht bestraft? Daher nimmt die NASCAR diese Woche einen großen Teil des Podcast ein. In der zweiten Hälfte geht es um die Verpflichtung von Kimi Räikkönen von Ferrari. (Podcast wurde am Dienstag aufgenommen, daher einige “vielleicht” ;) ) Thomas und Felix werfen einen Blick auf das erste Langstreckenrennen des Jahres der V8 Supercars und am Schluss gibt es die Vorschau auf Wochenende in etwas komprimierter Form.

Hier der Link zu den Funksprüchen zwischen MWR und seinen Fahrern, über die wir im Podcast reden.

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Dauer: ca. 120 Minuten

00:00:00 NASCAR
00:54:00 F1
01:29:00 V8 Supercars
01:41:00 DTM/GT Masters/BTCC/ELMS

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September 10 2013

08:00

NASCAR: Analyse Richmond September 2013

Die Chase-Teilnehmer stehen fest, doch der Weg dorthin war nicht nur turbulent, sondern wird in den nächsten Tagen noch für einigen Diskussionsstoff sorgen. Im Fokus stehen der Sieger Carl Edwards und vor allem Michael Waltrip Racing in Person von Clint Bowyer.

Federated Auto Parts 400Das Rennen in Richmond stand ganz im Zeichen des Chase. Ständig wechselten die Positionen und somit auch die Chase-Teilnehmer. Als alles entschieden schien, wurde durch ein späte Caution nochmal alles über den Haufen geworfen. Doch dazu später mehr. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rennen hatte sich Jeff Gordon im Qualifying gesichert, als er sich mit Streckenrekord die Pole Position holte. Jimmie Johnson verpasste unterdessen nicht nur das Qualifying, sondern auch sämtliche Practice-Sessions, denn er wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater, als Lydia Norriss das Licht der Welt erblickte. Ohne eine einzige gedrehte Runde ging Johnson als 43. ins Rennen. Dieses startete sehr diszipliniert und Gordon konnte in den ersten 49 Runden die Spitzenposition verteidigen. Dann ging allerdings Brad Keselowski an ihm vorbei, der wie auch Gordon einen Sieg bitter nötig gehabt hätte. Einige Runden nachdem Keselowski die Führung übernommen hatte, war er sie auch schon wieder los, denn Kurt Busch konnte durch sein auf Long Runs abgestimmtes Auto an ihm vorbeiziehen.

Nach den ersten Boxenstopps unter grün kam schließlich in Runde 136 die erste Caution heraus. Grund war – wie sollte es anders sein – Debris in Kurve drei. Bei den Stopps unter gelb fiel Kurt Busch durch Probleme beim Wechseln des linken Hinterrades von Platz eins auf sechs zurück. Die Führung hatte nun Jamie McMurray inne, allerdings nicht lange. Direkt beim Restart wurde er von Brad Keselowski geschnappt, der anschließend einsam seine Runden um die Konkurrenz drehte. Dies war dann in Runde 207 vorbei, denn David Stremme drehte sich eigenverschuldet in Kurve vier. Nach den Boxenstopps fand sich Kurt Busch wieder an der Spitze, vor Keselowski. Als es in Runde 215 weiter ging, kam es noch zu einem Kuriosum, als Jamie McMurray bei der Anfahrt auf Kurve eins frontal eine gefüllte Wasserflasche traf und diese mehrere Meter in die Luft geschleudert wurde. Es wurde zwar kein Auto nennenswert beschädigt, allerdings fragt man sich, wie diese “Debris” übersehen werden konnte und warum der Restart nicht noch um eine Runde verschoben wurde. Normalerweise sieht die NASCAR ja jedes Staubkorn auf der Strecke, diesmal allerdings nicht mal eine Wasserflasche.

Ungeachtet dessen setzte sich Brad Keselowski in Front, vor Kurt Busch. Während Keselowski vorne weg fuhr, musste Jimmie Johnson sein Auto aufgrund von technischen Problemen in die Garage stellen. Johnson fuhr kurz zuvor schon mit Rundenrückstand dem Feld hinterher und erwischte wie schon in den letzten Wochen ein grauenhaftes Rennwochenende. Auch sein Hendrick-Teamkollege Jeff Gordon in der #24 musste wenig später ungeplant die Box aufsuchen und kam mit zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Doch mit vier frischen Reifen konnte er sich schnell zumindest wieder um eine Runde zurückrunden. Dann kam auch noch ein bisschen Glück hinzu, als in Runde 267 wegen Debris auf der Gegengeraden erneut gelb geschwenkt wurde. Somit war Gordon durch den “Lucky Dog” wieder in der Führungsrunde. An der Spitze fand sich unterdessen Clint Bowyer wieder. Dieser konnte sich recht schnell absetzen, da hinter ihm der Kampf um die zweite Position zwischen Kevin Harvick, Brad Keselowski und Kurt Busch ausgetragen wurde. Besonders Harvick und Keselowski rieben sich einige Runden aneinander auf, bis Harvick die #2 in Kurve vier etwas beiseite schob und den zweiten Platz eroberte. Keselowski fiel danach immer weiter zurück und konnte nicht mehr an seine Leistung vom Anfang des Rennens anknüpfen. Die Titelverteidigung war nun Geschichte.

58 Runden vor Schluss, gerade als die Boxenstopps unter grün absolviert wurden, sorgte Jimmie Johnson für Aufsehen. Durch einen geplatzten Vorderreifen verursachte er die dritte Caution des Abends. Sein Teamkollege Jeff Gordon hatte zum wiederholten Male Glück, denn gerade als er seine Box aufsuchte, kam die gelbe Flagge. Erneut durfte er sich mit Hilfe des “Lucky Dogs” zurückrunden. Die Turbulenzen wusste Carl Edwards am besten für sich zu nutzen und lag beim Restart auf Position eins vor Paul Menard. In den letzten Runden sollte sich jedoch ein anderer Name aufdrängen: Ryan Newman. Er kämpfte sich durchs Feld und übernahm zehn Runden vor Schluss sogar die Führung. Hätte er das Rennen gewonnen, hätte er sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Chase-Teilnahme gesichert – hätte. Denn acht Runden vor Schluss wurde zum vierten und letzten Mal in diesem Rennen die gelbe Flagge geschwenkt. Der Auslöser war Clint Bowyer in der #15, der sich in Kurve vier drehte. Bowyer behauptete nach dem Rennen, dass er von Dale Earnhardt Jr. getroffen wurde, doch dieser verneinte dies. Nach Aussage von Junior hatte sich Bowyer auf eigenartige Weise selbst gedreht. Nun kann man sich dabei denken, was man will, aber seinen Teamkollegen Martin Truex Jr. brachte Bowyer damit wieder ins Rennen um die letzte Wildcard.

Doch als ob das noch nicht genug Zündstoff gewesen wäre, setzte Carl Edwards beim Restart noch einen drauf. Nachdem er sich durch einen guten Boxenstopp die zweite Position hinter Paul Menard geholt hatte, schnappte er sich beim Restart gleich noch Menard, aber vor der Start-/Ziellinie. Menard kam durch seine alten linken Reifen schlecht weg und wurde bis zur Linie von Edwards bereits abgehängt. Ob die NASCAR auch zu diesem Vorfall Untersuchungen anstellen wird, ist bisher unbekannt. So sicherte sich Edwards schließlich seinen zweiten Saisonsieg. Zweiter wurde Kurt Busch, der damit eine kleine Sensation schaffte. Er zieht als erster Fahrer überhaupt mit einem Ein-Auto-Team in den Chase ein. Hinter ihm platzierte sich Ryan Newman, der kurz vor Schluss noch geführt hatte. Dies sollte allerdings nicht für den Chaseeinzug reichen, denn bis zur Nacht von Montag auf Dienstag war Truex durch seinen siebten Platz im Rennen im Chase. Doch dann gab die NASCAR die Ergebnisse der Untersuchung gegen Michael Waltrip Racing bekannt. Allen drei Sprint-Cup-Teams von MWR werden 50 Punkte in der Fahrer- und Ownerwertung abgezogen. Dies bedeutet, dass Truex aus dem Chase fällt und Newman nun doch drin ist. Zusätzlich wurden auch die drei Crew Chiefs der einzelnen Teams bis zum 31. Dezember diesen Jahres unter Beobachtung gesetzt. MWR wird zudem noch mit einer Geldstrafe von 300.000$ sanktioniert und der Spotter der #55 und General Manager von MWR – Ty Norris – wird auf unbestimmte Zeit suspendiert. Für Bowyer hat der Punkteabzug keine Auswirkung auf den Chase, da diese Strafe auf die Wertung der ersten 26 Rennen wirkt. Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse findet ihr hier.

Doch nicht nur im Kampf um die Wildcards war es knapp, auch die letzten Plätze der Top Ten waren stark umkämpft. Kurt Busch und Greg Biffle konnten durch solide Ergebnis relativ sicher den Chase-Einzug klar machen. Knapp wurde es hingegen für Joey Logano. Er setzte sich mit nur einem Punkt Vorsprung vor Jeff Gordon auf Platz zehn. Gordon ist damit nicht im Chase, nachdem er sich im Vorjahr noch knapp qualifizieren konnte. Ebenfalls nicht geschafft hat es der Vorjahresmeister Brad Keselowski, der sich nach dem Rennen in der Gesamtwertung sogar hinter Jamie McMurray wiederfindet. Als Führender geht Matt Kenseth in den Chase, der sich durch seine fünf Saisonsiege 15 Bonuspunkte sichern konnte. Im folgen mit einem Abstand von drei Punkten von Kyle Busch und Jimmie Johnson. Der Meister der ersten 26 Rennen – Carl Edwards – startet mit bereits neun Punkten Rückstand auf Kenseth in die Jagd um den Meisterschaftstitel. Nächste Woche läutet die NASCAR mit dem Rennen auf dem Chicagoland Speedway den Chase ein.

Neben dem Chase hat sich auch auf dem Fahrermarkt wieder etwas getan. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass Ryan Newman nächste Saison wie erwartet zu Richard Childress Racing wechseln wird. Hier übernimmt er die #31 von Jeff Burton. Dieser wiederum ist aktuell bei Swan Racing für die #30 im Gespräch.

Zum Abschluss gibt es heute nicht nur die Punktestände der Fahrer- und Ownerwertung sondern zusätzlich noch die Meisterschaftstabelle der Fahrer mit der es in den Chase geht.

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00:24

NASCAR: MWR für Manipulation bestraft – Newman im Chase

Die NASCAR hat auf den Skandal von Richmond reagiert. Das Team von Michael Waltrip wurde hart bestraft, Truex jr. ist aus dem Chase geflogen, Ryan Newman ist dagegen drin.

Federated Auto Parts 400Die Bombe platzte um 02.00 Uhr deutscher Zeit. Mit nur einer Stunde Vorankündgung berief die die NASCAR eine Pressekonferenz ein, deren Inhalt in der Geschichte der NASCAR einmalig ist. Man änderte das Rennergebnis von Richmond in dem man allen MWR-Piloten 50 Punkte aberkannte. Damit fiel Martin Truex jr. aus dem Chase und Ryan Newman ist aufgrund der besseren Punktzahl wieder im Chase drin. Zusätzlich brummte die NASCAR MWR eine Strafe von 300.000 Dollar auf und sperrte den General Manager von MWR, Ty Norris, auf unbestimmte Zeit und stellte alle Crew Chiefs unter Bewährung bis Ende des Jahres.

Beim letzten Rennen vor dem Chase ergab sich die Situation, dass MWR wohl die Chance sah, Martin Truex jr. in den Chase zu bugsieren. Die NASCAR ist überzeugt, dass man Clint Bowyer verschlüsselt mitteilte, einen Dreher zu verursachen. Zu diesem Zeitpunkt, 8 Runden vor Schluss, führte Ryan Newman, der mit einem Sieg im Chase gewesen wäre. Nach dem Restart verlor Newman die Führung, gleichzeitig holte MWR Vickers an die Box, damit Truex jr. einen weiteren Platz gewinnen konnte. Newman wurde nur dritter, Truex jr. schlug Newman im Rennen um den letzten Platz um einen Punkt. Schon am Sonntag kündigte die NASCAR an, dass man das Rennen untersuchen würde. Am Montagabend US-Zeit folgte dann die Antwort mit den oben genannten Strafen.

Die Erklärung im Wortlaut:

NASCAR has issued penalties to Michael Waltrip Racing following the sanctioning body’s review of Saturday’s race at Richmond International Raceway.

MWR was found to have violated Section 12-4 (Actions detrimental to stock car racing). As a result, MWR’s three teams in the NASCAR Sprint Cup Series (No. 15, 55, 56) have been penalized with the loss of 50 championship driver and 50 championship owner points, respectively.

These point penalties are assessed following the season’s 26th regular season race and not after the seeding for the Chase for the NASCAR Sprint Cup. Therefore, the point total for the No. 56 car driven by Martin Truex Jr. is reduced to 691, putting him in 17th position and eliminating him from the second Wild Card berth for the Chase field. Ryan Newman, driver of the No. 39 car, now moves up into the Chase as the second Wild Card participant.

NASCAR has also fined the MWR organization $300,000 and indefinitely suspended Ty Norris, MWR Executive Vice President/General Manager and spotter for the No. 55 car, for violating Section 12-4. The three crew chiefs – Brian Pattie (No. 15), Scott Miller (No. 55) and Chad Johnston (No. 56) – have all been placed on NASCAR probation until Dec. 31.

“Based upon our review of Saturday night’s race at Richmond, it is our determination that the MWR organization attempted to manipulate the outcome of the race,” said Robin Pemberton, NASCAR vice president of competition. “As the sport’s sanctioning body, it is our responsibility to ensure there is a fair and level playing field for all of our competitors and this action today reflects our commitment to that.”

Reaktionen:

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August 20 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan August 2013

Michigan offenbarte sich als Taktik-Klassiker, bei dem es am Ende auf den richtigen Benzinverbrauch ankam. Viele Piloten mauserten sich im Verlauf zu Siegkandidaten, doch nach 200 Runden stand dann wieder der Polesitter Joey Logano ganz vorne und fuhr in die Victory-Lane – auch weil andere Hochkaräter patzten.

289369Mit seinem ersten Saisonsieg brachte sich Joey Logano recht überraschend für die Chase-Qualifikation in Stellung. Bei den Wildcards hat er nun ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und um die Top10 herum bewegen sich ja auch schon einige andere Fahrer mit nur einem einzigen Jahreserfolg. Das Endergebnis von Michigan sorgte somit nicht gerade für Klärung auf den Playoff-Positionen, denn Platz 8 und 15 trennen immer noch nur 31 Punkte. Unterdessen bekommen die Piloten von Hendrick Motorsports – mit Ausnahme von Jimmie Johnson – so langsam schlechte Karten, weil der Top-Rennstall der NASCAR sich am Wochenende ähnlich wie bei der ersten Michigan-Ausgabe im diesem Jahr ein Volldebakel lieferte. Einzig Kasey Kahne konnte zum Schluss konstant in die Top10 vordringen.

Der Tag startete erst einmal unglaublich zäh und Jeff Gluck traf es mit seinem Tweet wohl am besten: Der besagte sinngemäß, das Rennen fühle sich an, als ob jemand nach den ersten Kilometern einer längeren gemeinsamen Autofahrt schon zum ersten Mal aufs Klo müsse. Selten so gelacht! In den ersten 17 Runden brachten es die Sprint-Cup-Asse auch mal direkt auf drei Cautions. Zuerst drehte sich Clint Bowyer in Turn 4, danach crashte David Reutimann in Turn 2. Umlauf 14 brachte anschließend einen Dreher von Tony Stewarts Ersatzmann Austin Dillon, welcher dabei noch den unbeteiligten JJ Yeley abräumte.

Als endlich etwas Ruhe ins Rennen kam, zeigten Jimmie Johnson, Kurt Busch und auch der Michigan-Spezi Dale Earnhardt Jr an der Spitze ihr Können. Nun begann jedoch die Hendrick-Farce mit einem Motorschaden bei Jimmie Johnson. Die #48 war schon recht früh einmal an der Box, um ein Problem am Motor checken zu lassen. Nach einem erneuten Aufenthalt bei der Pitcrew drohte aber das Chevrolet-Aggregat mit einem Generalstreik und so musste Johnson seinen Wagen mit nur noch sieben Zylindern in der Garage abstellen. Ganz so schlimm ist dies für den fünfmaligen Meister aber nicht, denn immerhin hat er bereits sein Chase-Ticket für dieses Jahr gelöst.

Auch für seinen Teamkollegen Dale Earnhardt Jr lief es in der Folge nicht besser: Am Sonntag erwiesen sich die Goodyear-Reifen wieder einmal nicht als sonderlich belastbar. Es stellt sich hier die Frage, ob die Pneus des Einheitsherstellers wie im Juni-Rennen mit den hohen Geschwindigkeiten zu kämpfen hatten oder ob die Teams mit sehr optimistischen Sturzwerten an den Start gegangen waren. Jedenfalls erwischte es in Runde 136 Juniors rechten Vorderreifen in Turn 2, was ihn direkt in die Mauer beförderte. Für seine Chase-Ambitionen war dies sicherlich ein erheblicher Dämpfer, auch wenn er weiterhin mit einem Polster von 20 Punkten auf den Cut die siebte Platzierung in der Meisterschaft belegt. Earnhardt darf sich solche Ausfälle wie in Watkins Glen oder Michigan echt nicht noch einmal leisten.

Zu diesem Zeitpunkt begann die entscheidende Phase des Rennens, welche Joey Logano nach dem Restart der Earnhardt-Caution in Führung sah. Dort hielt er sich auch über die nächste Gelbphase in Runde 150 hinweg, welche Bobby Labonte durch seinen Dreher in Turn 4 auslöste. Für das Schließen des Benzinfensters war es allerdings an dieser Stelle noch zu früh, da die Teams mit maximal 40 Umläufen für einen Fuelrun rechneten. Als Kyle Busch nur wenige Runden später schließlich Caution #8 von 9 auslöste, war der Restverbrauch bis zur Zielflagge in realistischen Reichweite gerückt. Bis auf Brad Keselowski, Mark Martin, David Ragan und Aric Almirola holten sich alle Piloten an der Spitze ihren finalen Splash ab. Hinter dem Quartett sortierten sich Joey Logano und Kevin Harvick ein. Damit war der Benzinkrimi quasi eröffnet.

Weil Kyle Busch sich in Runde 174 erneut drehte, bekamen die Pokerspieler eine letzte Gelegenheit, ganz sicher zu gehen. Mark Martin wagte jedoch einen All-in und blieb auf der Strecke. Beim finalen Restart lieferte er sich ein tolles Three-Wide-Duell mit Kevin Harvick und Joey Logano, wobei er seine Führung behalten konnte. Die Rechnung konnte aber nicht hinhauen und so rollte Martin erstaunliche drei Runden vor dem Ende des Rennens ohne Benzin aus. Dass er es bis dahin geschafft hatte, war schon eine erstaunliche Einsparleistung, immerhin hatte er seinen Verbrauch auf 47 Umläufe mit einem Tank gestreckt. Glücklicher aber verdienter Abstauber war daraufhin natürlich Joey Logano, der sogar noch genügend Sprit für seine Siegerdonuts an Bord der #22 wissen konnte.

Hinter Joey Logano sortierten sich Kevin Harvick und ein erneut stark auffahrender Kurt Busch ein. Busch hatte mit seinen 43 Führungsrunden wieder einmal wirklich ernsthafte Chancen auf den ersten Saisonsieg. Die Top5 komplettierten Paul Menard und Clint Bowyer. Ein Top10-Ergebnis sicherten sich Marcos Ambrose, Kasey Kahne, Jeff Burton, Greg Biffle und Carl Edwards. Generell fiel dabei auf, dass am Ende diejenigen Piloten vorne landeten, welche das unauffälligste Rennen fuhren. Juan Pablo Montoya legte einen soliden Nachmittag auf den Asphalt und wurde Elfter vor Brad Keselowski.

Bei Hendrick Motorsports überraschte übrigens auch Jeff Gordon mit einem unterirdischen Rennen. Er hielt sich zwar aus allem Ärger raus, verlor aber gerade bei den Restarts immer wieder massiv an Boden und landete somit trotz vorheriger Kampfansage nur auf Rang 17. So wird das in diesem Jahr nichts mit dem Chase für den viermaligen NASCAR-Meister. Debakel-Farce²!

Die Aufarbeitung der Punktetabelle überlasse ich meinem Kollegen Steffen für die Bristol-Vorschau am Freitag, da dieser Artikel sich bereits der magischen, selbstgesteckten 1000-Wörter-Grenze nähert und Steffen sicher ohnehin darauf eingehen wird. Daher schauen wir an dieser Stelle noch kurz auf die jüngsten, interessanten Neuigkeiten aus dem Sprint Cup:

- Am Montagabend wurde bestätigt, dass Mark Martin für den Rest der Saison bei Stewart-Haas Racing unterkommen wird, um den verletzten Tony Stewart zu ersetzen. Bis auf Talladega, wo Austin Dillon am Steuer sitzen soll, pilotiert Martin die #14 dann also bis einschließlich Homestead.

- Die Lücke bei Michael Waltrip Racing schließt derweil Brian Vickers, der damit einen prima Einstand für seine beiden folgenden Vollzeitsaisons in der #55 geben kann. Auch hier ergibt sich für Talladega eine Ausnahme: Michael Waltrip bestreitet nicht zuletzt aufgrund von Sponsorenverpflichtungen das letzte Restrictor-Plate-Rennen der Saison in seinem eigenen Team.

Und noch ein großes, echt dickes Gerücht: Kurt Busch soll ein Angebot von Stewart-Haas Racing auf dem Tisch liegen haben, 2014 einen vierten (!) SHR-Chevrolet zu fahren. Mitbesitzer Gene Haas würde den Einsatz von Busch sogar komplett aus eigener Tasche bezahlen – bei kolportierten 20 Millionen US-Dollar pro Saison in einem Top-Team natürlich wahrlich kein Pappenstiel. Ärgern dürfte das Ryan Newman, dem man zuvor gesagt hatte, ein viertes Auto wäre nicht drin.

Unterdessen wird in den USA übrigens auch so langsam meine Idee eines gemeinsamen Einsatzes von Mark Martin und Kyle Larson in der #42 von Earnhardt-Ganassi Racing aufgegriffen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Notiz am Rande: Diverse (auch überspitzte) Äußerungen (z. B. “Debakel-Farce²”) sind in meiner Analyse dieses Mal eher als Satire anzusehen. Die Gründe dafür dürften bekannt sein!

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October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

July 12 2010

16:00

NASCAR: Analyse Chicagoland Juli 2010

Auf dem Chicagoland Speedway wurde nach Daytona das zweite Märchen in dieser Saison geschrieben. Jimmie Johnson dominierte zunächst und fiel nach einem Dreher zurück. Dafür ergriff David Reutimann die Chance und holte sich seinen ersten selbst herausgefahrenen Cup-Sieg.

Das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag war sicher nicht das spektakulärste, kann aber dennoch als eines der schönsten in letzter Zeit bezeichnet werden. Da wurde endlich mal wieder eine Geschichte geschrieben, wie sie traumhafter nicht sein kann: David Reutimann gewann im letzten Jahr das prestigeträchtige Coca-Cola 600 in Charlotte. Jedoch kam dieser Sieg nicht aus eigener Kraft zu Stande, sondern der Wettergott sorgte gemeinsam mit einem riskanten Strategiespiel für Reutimanns ersten Sprint-Cup-Sieg. Lange musste er sich, wie er selbst zugab, fragen lassen, ob er denn auch aus eigener Kraft gewinnen könne. In Chicago war es dann endlich soweit:

Zunächst verabschiedete sich Jimmie Johnson gegen Rennmitte nach einigen der bei ihm so seltenen Fehler aus der Spitzengruppe. Damit war der Weg für Mr. „I love Love“ frei, denn weder Jeff Gordon noch Carl Edwards konnten das Märchen verhindern – sogar NASCAR hielt die Füße still und verzichtete in den letzten Runden nach einer langen Grünphase auf mysteriöse Debris-Cautions. Mike Helton gratulierte dem Sieger sogar anschließend in der „victory lane“. Hätten Jeff Gordon oder Carl Edwards wenige Runden vor Schluss geführt, dann bin ich mir sicher, dass irgendwo ein Staubkörnchen von den Offiziellen gefunden worden wäre, um das Feld für ein spannendes Finale zusammenzuführen. Die Reutimannsche Cinderella-Story war nun aber freilich genug Spannung am Ende des Rennens.

Dann folgten mit der Siegeszeremonie samt vorangegangenem „burnout“ Szenen, in denen alle Beteiligten ihren Emotionen freien Lauf ließen. Die „donut“-Versuche des nun zweifachen Cup-Siegers wirkten durch die überschwängliche Freude lange nicht so professionell wie die der alten „victory lane“-Hasen, während Crew Chief Rodney Childers einfach nur sprachlos war und beinahe in Tränen ausbrach. Auch David Reutimann selbst musste beim Siegerinterview zunächst inne halten und realisieren, was ihm da gerade gelang. Es war wirklich wunderschön anzuschauen, wie sonst so medial-abgeklärte Menschen aus der eigentlich routinemäßigen Sponsor-Huldigung ausbrechen und wirklich echte Freude zeigen. Zuletzt gesehen habe ich das beim Daytona 500, als Jamie McMurray zuerst ehrfürchtig den Rasen des Infields küsste, um danach gegen die Tränen zu kämpfen. Es war zwar schon sein vierter Cup-Sieg, aber er hatte gerade das Daytona 500 gewonnen.

Das ist es, warum wir alle den Motorsport lieben und schauen. Das sind die Geschichten, welche heutzutage leider viel zu selten geschrieben werden. Mich freut es für David Reutimann und Rodney Childers, der laut seinem siegreichen Piloten mit einer Top-Strategie die Wende gebracht habe. Ebenso gönne ich es Michael Waltrip Racing, das nach dem schweren Start 2007 nun endlich in Reichweite der Top-Teams vom Schlage eines Hendrick, Gibbs oder Roush angekommen ist. Viel schöner hätte es nur noch werden können, wenn der Teamchef auch im Bild zu sehen gewesen wäre und sein Bruder Darrell Waltrip das Rennen an Kyle Pettys Stelle kommentiert hätte. Dann wären sicher noch ein paar mehr Tränen geflossen. Zwar habe ich MWR in der Vorschau vor dem Wochenende als Geheimtipp ausgewiesen, ein Sieg wäre mir aber nicht in den Sinn gekommen. Ich dachte eigentlich mehr an die Top5/Top10. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten! … auch dafür dass wir TNT nun wieder los sind.

Klarer Favorit war für mich eigentlich Jimmie Johnson, der auch sofort in Führung ging

Wer stand wirklich auf meiner Siegerliste? Beim Tippspiel war Jimmie Johnson mein klarer Favorit und am Ende führte er ja auch die meisten Runden. Ohne zwei Fehler wäre das Rennen vielleicht ganz anders ausgegangen. Schon in der ersten Runde war der Pole-Mann Jamie McMurray nämlich seine Führung an Johnson losgeworden. Eine kurze Gelbphase nach dem Mauerkontakt von David Stremme änderte nicht viel an der Reihenfolge in der Spitzengruppe. Jimmie Johnson führte vor dem ebenfalls stark agierenden MWR-Fahrer Martin Truex Jr, Jamie McMurray, Greg Biffle und… David Reutimann. Kurz vor Runde 100 war es dann Zeit für die ersten Boxenstopps unter grüner Flagge, bei denen Johnson das erste von zwei Missgeschicken passierte: Beim Anbremsen der „pit lane“ sorgte eine ungünstige Einstellung der Bremsbalance in Kombination mit einem spendablen Bremsfuß für einen wilden Slide an der Einfahrt vorbei.

Circa sechs Sekunden dürfte diese Aktion den viermaligen Meister gekostet haben, der erneut beschleunigen musste, um seine Boxencrew in der nächsten Runde zu beehren. All das hielt die #48 aber keineswegs auf, in Runde 129 war Johnson bereits an der Spitze zurück und griff Jamie McMurray auf der Innenseite an – währenddessen fanden findige NASCAR-Offizielle Trümmer in Turn 2. Bei den folgenden Boxenstopps etwa zur Rennhalbzeit holten sich etliche Fahrer zusätzlich zu vier neuen Reifen und Benzin auch umfangreiche Chassis-Verstellungen und Luftdruck-Veränderungen ab. Jimmie Johnson schienen die „adjustments“ nicht geholfen zu haben, denn schon beim Restart geriet er mit Martin Truex Jr aneinander und drehte sich ins Infield. Truex hatte die #48 allerdings nicht berührt und auch sein Spotter konnte im Anschluss keine Kratzer an der #56 erkennen.

Johnson nutzte die Gelbphase, welche er ausgelöst hatte, um seinen Kühlergrill säubern und den Zustand des Splitters überprüfen zu lassen. Im Zuge dessen fiel er auf Platz 24 zurück und konnte sich davon nicht mehr erholen. In Runde 140 führte Jamie McMurray das Feld beim Restart an, hatte aber offensichtlich nicht das Auto für „long runs“. 26 Umläufe später zogen erst Jeff Gordon und später auch David Reutimann am Polesitter vorbei. Vor der folgenden Gelbphase in Runde 180 trat Jimmie Johnson noch einmal in Erscheinung, als er mit seinem Wagen die Mauer streifte und ein nötig gewordener Reifenwechsel den Kalifornier auf Rang 33 mit Rundenrückstand zurückwarf. Hinterher stellte sich heraus, dass die #48 diesen Umstand einem schleichenden Plattfuß zu verdanken hatte: Jimmie Johnson im Pech – äußerst ungewöhnlich!

Die erwähnte Caution löste Bill Elliott aus, der sich ohne Fremdeinwirkung auf der Strecke drehte und etliche Sekunden später von Robby Gordon „ge-T-boned“ wurde. Was die Aktion des Driver-Owners sollte, ist mir nach wie vor rätselhaft: Alle umliegenden Fahrer hatten bereits ihr Tempo verringert und wählten den Apron für eine sichere Passage des immer noch seitwärts rutschenden Wracks von Elliott. Als die #21 fast zum Stillstand gekommen war, rauschte plötzlich Gordon unmerkbar verlangsamt auf der oberen Linie heran und versenkte seinen Camry mit ordentlichem Getöse in Elliotts Beifahrertür.

Zwar war Robby Gordon hinterher schlauer und wusste zu berichten, dass beide Teams eigentlich finanziell nicht gerade in der Lage dazu seien, ihre Autos ohne größere Konsequenzen in Schrott verwandeln zu können. Jedoch bleibt damit unerklärt, warum er noch auf dem Gas stand, während alle anderen Fahrer für die Caution verlangsamt hatten. Die späte Notbremsung inklusive stehender Reifen machte den Einschlag vermutlich auch nicht mehr weicher für beide Piloten. Gordon muss sich nun fragen lassen, ob er noch das nötige Sicherheitsdenken hat, um weiterhin im Cup zu fahren. Es kann nicht sein, dass er da so spät bremst und seine Gesundheit und die von Bill Elliott fahrlässig aufs Spiel setzt. Hat vielleicht sein Spotter gepennt?

Die entscheidende Phase dominierte Reutimann nach einem kurzen Jeff-Gordon-Gastspiel

In Runde 189 begann dann die entscheidende Phase des Rennens, nachdem alle Fahrer zum vorletzten Mal die Boxengasse ansteuerten. Jeff Gordon führte das Feld beim Restart an, gefolgt von Clint Bowyer, Jamie McMurray, David Reutimann und Carl Edwards. Klar war zu diesem Zeitpunkt: Bis zum Ende in Runde 267 würde man nicht durchfahren können, ein weiterer Boxenstopp würde noch zu absolvieren sein. In Umlauf 213 zeigte sich die zuvor gelobte Abstimmungsarbeit von Rodney Childers, denn David Reutimann war von Platz 4 an Jeff Gordon vorbei in Führung gestürmt. Den Platz an der Sonne musste er nur noch einmal bei den letzten Stopps unter grüner Flagge abgeben, bevor er endlich seinen ersten selbst herausgefahrenen Sieg einstreichen konnte. Carl Edwards zog zwar noch an Gordon vorbei und sicherte sich einen zweiten Rang, Reutimann war zu diesem Zeitpunkt allerdings zu weit enteilt und konnte trotz Vibrationen den Abstand noch vergrößern.

Die Top10 komplettierten Clint Bowyer, Jamie McMurray, Kasey Kahne, Jeff Burton, Denny Hamlin, Tony Stewart und Paul Menard – Martin Truex Jr landete am Ende auf Platz 11. Juan Pablo Montoya war zunächst lange Zeit auf Top10-Kurs, bekam aber Probleme mit dem Wagen. Glücklicherweise konnte er die Reparaturpausen in die Gelbphasen legen, sodass er keine Runde verlor und das Rennen auf Rang 16 beendete. Jimmie Johnson arbeitete sich mit einer Runde Rückstand noch bis auf Platz 25 vor. Farblos blieben Mark Martin (15.), der momentan mit einer kleinen Formkrise zu kämpfen hat, Kyle Busch (17.), Dale Earnhardt (23.) und Kurt Busch (26.). Busch kam mit dem Handling seiner blauen #2 zeitweise gar nicht zurecht, was die Crew zu ungewöhnlichen Maßnahmen verleitete: ein kompletter Tausch der vorderen Stoßdämpfer.

Ganz schlecht lief es für Kevin Harvick (34.) und Greg Biffle (35.): Der Meisterschaftsführende Harvick musste mit einer defekten Benzinpumpe vorzeitig die Garage ansteuern, konnte nach einer Reparaturpause aber wenigstens Schadenbegrenzung betreiben. Biffle gelang das leider nicht, denn sein explodierter Ford-Motor (übrigens der neue FR9, den seit Daytona alle Ford-Teams fahren) besaß nur noch Schrottwert. Die meisten Runden führten die vier größten Siegkandidaten Jimmie Johnson (92), Jamie McMurray (72), David Reutimann (52) und Jeff Gordon (47). Carl Edwards konnte zwei Umläufe an der Spitze des Feldes bleiben, Clint Bowyer und Juan Pablo Montoya jeweils eine Runde.

Harvick führt noch in der Punktetabelle, Earnhardt Jr muss erneut Anlauf für den Chase nehmen

In der Meisterschaftswertung, die auf der NASCAR-Media-Seite noch nicht grafisch aufbereitet zur Verfügung stand, führt nach wie vor Kevin Harvick, allerdings nur noch mit 103 Punkten vor Jeff Gordon und Jimmie Johnson (-188). Denny Hamlin (-203) zog an Kurt Busch (-221) vorbei, hinter dem sein Bruder Kyle lauert (-257). Jeff Burton (-280) konnte einen Rang von Matt Kenseth (-299) gewinnen, bevor Tony Stewart (-356) unverändert auf Platz 9 rangiert. Die beiden Fords von Carl Edwards (-400) und Greg Biffle (-453) liegen schon mehr als 400 Punkte hinter Harvick. Neu in den Top12 ist nach seinem Top5-Ergebnis Clint Bowyer (-459), der Dale Earnhardt Jr (-474/-15) wieder rausgekegelt hat. Innerhalb von 100 Punkten verfolgen außer Junior noch Mark Martin (-22), David Reutimann (-96) und Ryan Newman (-99) den Chase.

Bei den „owner points“ hat sich die Situation etwas beruhigt, denn wer nun nicht raus aus den oder gerne rein in die Top35 möchte, der muss schon mehr als 100 Punkte verwalten:
32. #7 Robby Gordon (Robby Gordon) +173 Punkte
33. #34 Bob Jenkins (Kevin Conway) +132 Punkte
34. #71 Kevin Buckler (Landon Cassill) +128 Punkte
35. #37 Doug Yates (David Gilliland) +108 Punkte
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36. #26 Bill Jenkins (David Stremme) -108 Punkte
37. #38 Doug Yates (Travis Kvapil) -156 Punkte

Am nächsten Wochenende findet ausnahmsweise mal kein Cup-Rennen statt, ich melde mich deshalb in alter Frische für die Indianapolis-Vorschau eine Woche drauf zurück. Trotzdem kann NASCAR geschaut werden, denn Nationwide Series und die Trucks sind gemeinsam auf dem Gateway International Raceway in Madison, Illinois unterwegs. Das 1,25-Meilen-Oval mit zwei unterschiedlich großen Turns liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Bundesstaates Illinois von Chicago aus gesehen. Turn 1 & 2 haben 11° Banking und erinnern an den New Hampshire Motor Speedway, während Turn 3 & 4 mit 9° überhöht dem Phoenix International Raceway nachempfunden sind. Außerdem unterscheiden sich die Kurvenradien, was der Strecke eine Ei-Form ähnlich Darlington verleiht; der Besitzer ist Dover Motorsports. Die Trucks fahren in der Nacht von Freitag auf Samstag ab 2:30 Uhr auf SPEED. Die Nationwide Series ist eine Nacht später ab 1 Uhr auf ESPN2 zu sehen.

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