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June 20 2013

16:00

24 Stunden von Le Mans: Vorschau – Die LMP2

Schon im letzten Jahr war die LMP2-Klasse stark besetzt und bot ein einigermaßen spannendes Rennen. Dieses Jahr platzt die Klasse aus allen Nähten – nur der Vorjahressieger fehlt.

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Quelle: Nissan Europe

Eigentlich ist es nie so wirklich ein gutes Zeichen, wenn der Titelverteidiger nicht mehr antritt. Bei der LMP2 trifft das nicht zu: Peter Barrons Starworks-Team musste seine Pläne ändern, weil Sponsor und Gentleman Driver Enzo Potolicchio „sein eigenes Ding“ machen wollte und nun mit 8 Star Motorsports in der GTE-Am antritt. Doch mit 22 Teilnehmern könnte die LMP2 auch ein eigenständiges Rennen fahren und sich damit durchaus sehen lassen – vor allem, da wie schon 2012 zwei Drittel des Feldes Chancen auf einen Podiumsplatz haben. Die Kostendeckelung funktioniert und so treffen die zahlreichen Teams aus WEC und ELMS aufeinander; aus der ALMS, wo nur wenige LMP2 starten, ist nur Level 5 Racing dabei.

Leider bietet die Klasse nicht ganz die Vielfalt, die wünschenswert wäre: 15 der 22 Wagen haben sich dem tollen Kundensport-Programm von Nissan anvertraut und setzen deren aus der Super GT abgeleitetes V8-Aggregat ein, hinzu kommen sechs Judd-Motoren und leider nur noch ein HPD/Honda, auch wenn dieser sich im Vorjahr als stark erwiesen hat. Möglicherweise liegt das Problem darin, dass das Programm von Beginn an (damals noch als Acura) sehr US-zentriert war und mit Strakka (jetzt LMP1 mit Honda) lediglich ein europäisches Team jemals den LMP2-HPD einsetzte. Bei den Chassis herrscht etwas mehr Abwechslung und so ergeben sich zahlreiche Kombinationen. An der Balance of Performance wurde nicht mehr geschraubt – wie in der zweiten Saisonhälfte des vergangenen Jahres sind die Kunden aller drei Motoren-Marken mit der Ausgangseinstufung unterwegs.

Die LMP2 ist leider die einzige Klasse, in der es noch einen echten Wettbewerb zwischen Reifenherstellern gibt (von dem einsamen JMW-Ferrari auf Dunlops in der GTE-Pro mal abgesehen). Im Gegensatz zu allen anderen Klassen hat hier Dunlop die Oberhand – zumindest zahlmäßig, mit 18 Wagen; nur vier Starter sind auf Michelins unterwegs. Doch zumindest zwei davon sollten in der Lage sein, um den Klassensieg mitzukämpfen – und damit nun zur Team-Vorschau, die ich nach meiner Performance-Einschätzung gliedere, um einen Überblick über die zahlreichen Fahrzeuge zu geben.

Die Favoriten

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Das AF Corse-Partnerteam Pecom Racing (#49) hat im Laufe der Saison 2012 endlich den Durchbruch geschafft, für den es das Potential schon von Beginn an hatte. Der dritte Platz in Le Mans im Vorjahr gegen ein schon starkes LMP2-Feld markierte die Wende. Den ersten Sieg gab es jedoch erst in Bahrain, als erstmals Peugeot-Flüchtling Nicolas Minassian den vorherigen Stammfahrer Soheil Ayari ersetzte. Mit Minassian ist das Team um Finanzier Luis Perez-Companc und Pierre Kaffer noch stärker geworden und dürfte in diesem Jahr als eines von zwei Michelin-bereiften Teams um den Klassensieg mitfahren.

Das zweite Michelin-Team ist Level 5 Racing (#33), für die es schon 2011 zum dritten Rang in der Klasse reichte, 2012 folgte ein DNF. Dieses Jahr ist das Team, das Scott Tucker aus seinen zwielichtigen Kreditgeschäften aufgebaut hat, leider als einziges mit einem HPD (Chassis + Motor) unterwegs, was nach dem Sieg von Starworks gegen die Nissan-Armada im Vorjahr erstaunlich ist. Mit Marino Franchitti und IndyCar-Ass Ryan Briscoe hat sich Tucker zwei sehr starke Co-Piloten gesichert.

Die Dunlop-bereiften Top-Teams sind allerdings von den Fahrern her noch einmal stärker einzuschätzen, allen voran die #24 von OAK Racing mit Olivier Pla, David Heinemeier-Hansson und Alex Brundle. Pla ist einer der schnellste Prototypen-Piloten überhaupt und Programmierer Heinemeier-Hansson hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem der besten Amateure entwickelt. Das auf dem alten Pescarolo 01 basierende OAK-Chassis, immer noch als Morgan gebrandet, war schon immer sehr schnell in Le Mans, allerdings mangelte es zu oft an der Standfestigkeit. Wenn dieses Manko ausgemerzt werden kann, ist die #24 für mich DER Top-Favorit.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Knapp dahinter folgt Jota Sport mit dem #38 Zytek-Nissan. Geschäftsmann und Geldgeber Simon Dolan hat sich in den letzten Jahren ebenfalls zu einem soliden, jedoch gelegentlich übermütigen Herrenfahrer entwickelt (wie sich z.B. im Vorjahr beim ELMS-Lauf in Donington zeigte); seinen langjährigen Partner Simon Dolan hat er verloren, stattdessen bestreitet er die 24 Stunden mit Ex-Audi-Werksfahrer Lucas Luhr und Formel-Youngster Oliver Turvey.

Knapp dahinter…

Nicht ganz so stark wie die #24, aber ebenfalls zu den sehr guten Autos in der Klasse gehört der #35 Morgan-Nissan von OAK Racing. Von Bertrand Baguette, Martin Plowman und Ricardo Gonzalez kann man ein solide Rennen erwarten, das sie aufs Podium bringen könnte.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Thiriet by TDS Racing (#46) wäre eigentlich noch weiter oben in meiner Liste zu finden – jedoch muss das französische Team auf den früheren Stammfahrer Mathias Beche verzichten, der „nebenher“ auch noch in der WEC für Rebellion fährt, was bei Überschneidungen – also in Silverstone und in Le Mans – den Vorrang vor seinem LMP2-Engagement hat. Stattdessen wird Tiefkühlkost-Lieferanten-Sohn Pierre Thiriet von Ludovic Badey und Maxime Martin unterstützt. Bei Badey habe ich so meine Zweifel – der Franzose hat viel Erfahrung, aber wenig Erfolge vorzuweisen, im Vorjahr war er für das schwache Gulf Racing Middle East-Team unterwegs. Maxime Martin jedoch ist einer der aktuell stärksten jungen GT-Piloten, was er am Nürburgring wieder einmal unter Beweis stellte; und auch in einem LMP hat er schon Erfahrung gesammelt: 2011 mit Kronos Racing in der LMP1, 2012 mit OAK in der LMP2, beide Male reichte es zum siebten Klassenrang. Wenn Badey konstant fährt und Thiriet und Martin die meiste Zeit hinterm Steuer sitzen, ist mit diesem Team zu rechnen.

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Quelle: ACO

Die beiden Oreca-Nissan #25 (Delta-ADR) und #26 (G-Drive Racing) sind zwar unter unterschiedlichen Namen genannt, jedoch handelt es sich hier prinzipiell um das Delta-ADR-Team, das sich im Debutjahr 2012 nur Starworks geschlagen geben musste; neu dabei ist Roman Rusinov aus Russland mit G-Driver-Geld. Rusinov unterstützte im Vorjahr das Signatech-Nissan-Team und ist ein guter Gentleman Driver. Mit den beiden Monoposto-Piloten Mike Conway und John Martin bildet er ein noch stärkeres Trio als Graves/Nakano/Hamilton im Schwesterauto es sind. Schwer einzuschätzen ist hier der junge Brite Archie Hamilton, dessen Großvater vor 60 Jahren die 24h von Le Mans gewann.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Auch Signatech ist weiterhin dabei, zwar noch mit Nissan-Motor, aber nicht mehr mit Nissan-Sponsorship. Stattdessen tat sich das Team von Philippe Sinault mit der Renault-Sportmarke Alpine zusammen, die wieder mehr im Motorsport tätig werden möchten. Zwar ist das Chassis als Alpine A450 genannt, doch es handelt sich um einen der vielen Oreca 03. Für Signatech Alpine am Steuer sitzen Nelson Panciatici, Pierre Ragues und Tristan Gommendy. Auch wenn 2012 und bisher 2013 wenig rund lief für Signatech, sollte man das Team im Auge behalten.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Greaves Motorsport, das LMP2-Siegerteam von 2011, ist auch wieder mit zwei Zytek-Nissan dabei. In der #42 sitzen die Nissan GT Academy-Gewinner Jann Mardenborough und Lucas Ordonez, wobei der erstgenannte schwer einzuschätzen ist: Im Vorjahr holte er beinahe den Titel in der British GT, warf dann aber im letzten Rennen den Wagen weg. Beide werden unterstützt vom starken Michael Krumm. Die #41 startet nicht im Greaves-üblichen Weiß-Rot, sondern in den grellen Farben von Caterham, die in Zukunft auch verstärkt in die LMP2 einsteigen wollen. Die Besetzung dieses Wagens ist mit Tom Kimber-Smith, Eric Lux und US-Youngster Alexander Rossi durchmischt, könnte aber für ein Top-Ergebnis gut sein, wenn Rossi nicht übermütig wird.

Murphy Prototypes um den irischen Industriellen Greg Murphy ist eines der sympathischsten Teams auf dem Grid, allerdings oft vom Pech verfolgt. So schied der Oreca-Nissan (an dem das Team festhält) 2012 in Führung liegend in der Nacht mit einem Defekt aus. Der flotte Kiwi Brendon Hartley ist dabei geblieben; leider hat man aber Jody Firth und Warren Hughes verloren, stattdessen stoßen der 61jährige US-Amerikaner Mark Patterson (bekannt aus dem GT3-Team United Autosport) und Karun Chandhok dazu, der in der F1 vermutlich unter Wert geschlagen wurde, aber sich in den Sportwagen nach einem schwierigen Jahr mit JRM auch noch beweisen muss. Hier könnte eine der Tücken liegen: Allen drei Fahrern sind Fehler zuzutrauen; wenn sie diese nicht machen, ist viel möglich.

Geheimtipps fürs Podium

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Zwei „Dark Horses“, die überraschen könnten, und beide kommen aus der Schweiz. Race Performance mit dem einzigen Oreca, der keinen Nissan, sondern einen Judd-Motor im Heck hat, ist ein Team, das immer unter dem Radar fliegt, um dann beim Fallen der Zielflagge in der Top-5-Region aufzutauchen. Mit Jeroen Bleekemolen hat das Team einen starken Gaststarter anheuern können, Patrick Niederhauser ist dagegen ein Kollege jüngeren Baujahrs und Stammpilot ist Michel Frey.

JOURNEE TEST - 24 heures du mans 2013

Quelle: ACO

Neu dabei ist das ELMS-Team Morand Racing mit einem Morgan Judd. Die Besatzung mit Natacha Gachnang, Franck Mailleux und Olivier Lombard ist flott und sehr ausgeglichen. Knackpunkt ist bei neuen Teams aber stets, ob sie die Technik in den Griff bekommen. Gelingt ihnen das, können sie überraschen.

Das „echte“ Mittelfeld

Da so viele Wagen Chancen auf den Sieg oder wenigstens auf einen Podiumsplatz haben, ist das tatsächliche Mittelfeld – also solche Teams, die gut sind, aber keine Chance auf die Spitze haben – sehr klein.

HVM Status Grand Prix (#30) wollte eigentlich die WEC bestreiten, ist aufgrund von Geldmangel aber bisher nur beim ELMS-Lauf in Imola angetreten. Dort lief es auch nicht besonders. Besonders beeindrucken konnte die Kombination aus Lola-Coupé und Judd-Motor auch im Vorjahr nicht. Mit Johnny Mowlem und Jonathan Hirschi hat man sich die beiden Le-Mans-erfahrenen Ex-Lotus-Entwicklungsfahrer schnappen können, unterstützt vom Kanadier Tony Burgess, der lange in der ALMS unterwegs war.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Im dritten Auto von OAK Racing (#45) sitzt Teambesitzer Jacques Nicolet, unterstützt durch Jean-Marc Merlin, der sich bisher hauptsächlich im historischen Motorsport bewegte, und Philippe Mondolot, dem mehrfachen Meister der französischen VdeV-Serie. Ein klassisches Gentlemen-Driver-Lineup, das im flotten Morgan-Nissan sauber durchs Rennen kommen könnte, aber keine Chancen auf einen Top-Platz hat. Dieser Morgan-Nissan ist eines der diesjährigen Art Car, die Hommage an 90 Jahre Le Mans vom Künstler Fernando Costa sieht jedoch reichlich wild aus.

Die chinesischen Neueinsteiger von KCMG sind das vierte Michelin-Team und setzen einen Morgan-Nissan ein, außerdem bekommen sie technische Unterstützung von Oak, die das Morgan-Chassis entwickelt haben. Eigentlich lieferte das Team beim bisher einzigen Rennen in Silverstone eine recht gute Performance ab, aber über 24 Stunden rechne ich eher mit einer unauffälligen Fahrt im Mittelfeld. Die Fahrer sind Alexandre Imperatori, Ho-Pin Tung und Matthew Howson.

Ohne Chance…

Quelle: ACO

Quelle: ACO

…dürften leider in diesem Jahr noch die beiden Lotus T128 sein. Zwar sind beide gut besetzt – die #31 mit Weeda/Rossiter/Bouchut, aber leider ohne den bisher starken Vitantonio Liuzzi, und die #32 mit Holzer/Kraihamer/Charouz, doch der Wagen ist einfach noch zu neu, um mit den seit Jahren erprobten Modellen mithalten zu können. Der Wagen wirkt etwas klobiger, weil seine Cockpit-Maße schon dem LMP1-Reglement für 2014 entsprechen, denn der T128 soll zukünftig auch in der Top-Klasse eingesetzt werden. Für den Mut ist das Kolles/Kodewa-Team zu beglückwünschen, der neue Wagen sieht auch nicht schlecht aus; hoffentlich übernehmen sie sich nicht und gehen einen Schritt nach dem anderen. Update: Zumindest finanziell scheint man sich übernommen zu haben, denn am Mittwochabend wurden Teile der Wagen mit der Verfügung eines französischen Gerichts aufgrund ausgebliebener Zahlungen konfisziert. Ausgang unklar…

Boutsen Ginion Racing konnte leider nie an das starke Debütjahr 2011 anknüpfen, als sie mit Kraihamer/de Crem um Siege mitfuhren, auch wenn die Technik ihnen den Erfolg damals verwehrte. Dennoch ist das Team um den Ex-F1-Piloten Thierry Boutsen dem Oreca-Nissan treu geblieben. Als Fahrer sind die beiden Formula-Le-Mans- bzw. LMP-Challenge-Piloten Thomas Dragoneau und Matt Downs am Start, hinzu kommt der unbekannte und zweifelhafte Rodin Younessi. Viel dürfte so nicht zu holen sein.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Das gilt auch für das luxemburgische Team DKR Engineering. Olivier Porta hat 2004 schon einmal ein LMP2-Podium in Le Mans geholt; mit seinen Herrenfahrer-Kollegen Raffin und Brandela ist er im einzigen offenen Lola unterwegs, der seit Einführung der Kostenbegrenzung in der LMP2 Rennen bestritten hat, aber schnell von Pecom entsorgt und ersetzt wurde. Viel ist mit diesem Wagen und dieser Besetzung nicht zu holen, wie sich auch am Testtag zeigte.

Bleibt zu guter Letzt Gulf Racing Middle East (ohne Gulf-Logos auf dem Wagen), von denen genausowenig zu erwarten ist wie im Vorjahr: Fabien Giroix, Keiko Ihara und Philippe Haezebrouck sind allesamt als Silber-Piloten klassifiziert, sind diesem Status jedoch bisher nicht wirklich gerecht geworden. Bleiben sie auf der Straße und hält der Wagen, ist – optimistisch betrachtet – ein Mittelfeld-Platz drin, mehr nicht.

Bereits am Montag gab es hier im Blog die Vorschau auf die Top-Klasse, die LMP1. Am Mittwoch folgte der Blick auf die GTE-Klassen. Wer sich für die Geschichte der 24h von Le Mans sowie des Circuit de la Sarthe interessiert, kann diese hier nachlesen.

Alle wichtigen und praktischen Informationen zum Rennen, wie TV-Zeiten und Spotter Guide, sind außerdem in unserem Forum zusammengestellt. Dort gibt es – wie im Vorjahr – auch wieder ein Tippspiel zum 24 Stunden-Rennen (Teilnahmeschluss ist Samstag um 15 Uhr).

 

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May 21 2013

05:14

24H Rennen: Kurzanalyse Nürburgring 2013

Ein wirkliches 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war es dieses Jahr ja nicht, aber es gab viel Abwechslung an der Spitze. Der Regen spielte beim Ausgang eine entscheidende Rolle.

Aston Martin Nuerburgring 2013Zunächst sei kurz vermerkt, dass dies nur eine Kurzanalyse der Spitzengruppe ist. Eine genauere Betrachtung des Rennens folgt in den nächsten Tagen, wenn Flo und Gok vom Ring zurück sind und Zeit haben, ihre Geschichte zu schreiben. Daher bitte ich um Nachsicht, wenn ich nicht in die Klassen einsteige.
Bei bestem Wetter startete am Sonntag pünktlich um 17.00 Uhr das diesjährige 24H-Rennen am Nürburgring. Die Top40 Quali hatte schon ein paar Überraschungen parat gehalten. Dass die Audis schnell sein würden, hatte man erwartet, dass aber der Aston Martin mit der #007 um ein Haar die Pole erobert hätte, war dann schon eine kleine Überraschung. Ebenso erstaunlich war die eher schwache Performance der beiden Manthey Porsche, die mit Werksfahrern erstklassig besetzt waren. Doch beide Ergebnisse hatten mit dem Wetter zu tun.

Schon beim Start war klar, dass es irgendwann im Laufe der Nacht regnen würde. Einige Vorhersagen sprachen sogar von einem Unwetter mit Hagel und Gewitter, das jedoch ausblieb. Aston Martin Pilot Pedro Lamy zeigte sich beim Start schon recht skeptisch. Man sei im Trockenen schnell, im Nassen jedoch nicht. Man habe keine Abstimmung gefunden, die für Regen wirklich geeignet sei. Auch die Audi-Mannschaft schaute eher sorgenvoll zum Himmel. Der R18 mit seinem Mittelmotor ist im Regen eher schwierig zu fahren, wie alle Piloten einmütig durchblicken ließen. Entspannte Gesichter sah man bei Porsche, denn die eher mauen Rundenzeiten basierten auf einer Mischabstimmung, die der alte Nordschleifen-Fuchs Olaf Manthey ausgetüftelt hatte.

In den ersten, trockenen Stunden, nahm das Rennen den Verlauf aus der Top40 Qualifikation. Frank Stippler fuhr im Stuck-Audi sensationelle Zeiten, konnte sich aber nicht vom Aston Martin absetzen. Auch die #3, der Audi R8 mit Biela, Joens, Ludwig, Rusinov von Phoenix, klemmte sich an die Spitzengruppe. Der Aston übernahm dann die Führung und fuhr sich einen kleinen Vorsprung heraus. Doch schon nach einer knappen Stunde konnte man sehen, dass der Vorsprung auch bitter nötig war. Die R8 konnten mindestens eine Runde länger draußen bleiben, was sich im Verlauf des Rennens summiert hätte, denn ein Stopp kostet am Ring locker zwei Minuten.

Die beiden Werks-Porsche hatten zunächst das Nachsehen und verloren schon in den ersten Stunden massig viel Zeit. Weder hatten sie die Rundenzeiten, noch konnten sie über die Stintlänge etwas ausrichten. Wer geglaubt hatte, dass Manthey mal wieder hübsch geblufft hatte, sah sich zunächst enttäuscht.

Richtig miserabel lief es dagegen für die beiden Schubert BMW Z4. Gleich in den ersten Runden kam es zu einem unglücklichen Zwischenfall, als Uwe Alzen seiner Teamkollegin Claudia Hürtgen in einer Intervention-Zone, die hinter einer Kuppe lag, ins Heck krachte. Beide schafften es an die Box, doch die #19 konnte nicht mehr repariert werden. Pech vor allem für Augusto Farfus, der auf dem Wagen gemeldet war, und extra aus Brands Hatch an den Ring geflogen war. Der zweite Schubert BMW stand auch lange, und ging mit knapp zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke.

Das Bild an der Spitze änderte sich in den ersten Stunden kaum. Die Audi hetzten den Aston, die SLS hielten sich zurück, gleichzeitig den Abstand unter Kontrolle, während die Manthey Wagen weiter zurückfielen und gar mit einer Überrundung rechnen mussten.

Die Rettung kam dann so gegen 21.00 Uhr, als die ersten Regentropfen fielen. Die Situation war, wie meist am Ring, undurchsichtig. Zunächst war es auf der Döttinger Höhe und bei Start/Ziel nass, der Rest der Strecke blieb trocken. Das führte zu kniffligen Entscheidungen in Sachen Slicks vs. Regenreifen. Der Aston Martin erwischte es dann perfekt. Gerade, als es richtig anfing zu schütten, kam er an die Box und nahm sich Regenreifen. Fast gleichzeitig fuhren die Manthey Porsche auf Slicks weiter, ebenso einige R18. Nachdem sich das Wechselchaos gelichtet hatte, sah man den Aston immer noch vor den Audi und den ersten SLS.

Nachdem die Porsche dann endlich an der Box waren, ging es allerdings zur Sache. Die Mischabstimmung machte sich nun bezahlt und beide Wagen schnitten im Gleichschritt durchs Feld. Innerhalb einer knappen Stunde reduzierten sie ihren Rückstand von knapp 7 Minuten auf unter 10 Sekunden auf den Aston. Die Audi vielen hingegen zurück und mussten beide Rowe und den Black Falcon SLS mit Schneider, Bleekemolen, Edwards, Thiim passieren lassen. Noch noch weiter hinten nahten die beiden Marc VDS BMW Z4, die man bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig auf dem Schirm hatte. Die lagen ebenfalls gut eine Runde zurück, hatten aber wohl auch auf eine Regenabstimmung gesetzt.

Die Strategie von Olaf Manthey wäre auch beinahe aufgegangen, wenn der Regen nicht so stark geworden wäre. Die Fahrer berichteten von massivem Aquaplaning auf der Döttinger Höhe, dazu kam Nebel im Bereich Pflanzgarten. Das führte dann um 22.42 Uhr zu einer roten Flagge und der Unterbrechung des Rennens. Die Rennleitung hatte zu dem ein Einsehen mit vielen kleinen Teams, die ihren Wagen im Regen an etlichen Leitplanken onduliert hatten, und hob die Parc Fermé Bestimmungen auf. Man konnte also an den Autos arbeiten, was aber den Vorteil von Manthey zunichte machte. Aus dem SLS-Lager hörte man dann gegen Ende des Rennens, dass die veränderte Abstimmung einiges gebracht habe.

Die Unterbrechung dauerte dann sehr lange. Der Regen fiel kräftig und der Rennleiter wollte die Piloten zu Recht nicht gefährden. Selbst nach Sonnenaufgang stand die Strecke noch mächtig unter Wasser, so dass der Restart erst am Montagmorgen um 08.20 Uhr erfolgte. Immerhin blieben so noch etwas mehr als acht Stunden Rennzeit.

Der Restart erfolgte immer noch unter schlechten Bedingungen und sah zunächst die Audi vorne. Der Aston fiel mit schlechten Rundenzeiten schnell zurück, aber auch die R8 konnten die Spitze nicht für sich beanspruchen. Beide Rowe SLS und der Black Falcon mit Bernd Schneider schoben sich nachdrücklich an die Spitze. Vor allem der Mercedes von Black Falcon setzte sich im Verlauf des Vormittags mit guten Rundenzeiten von beiden Markenkollegen ab.

Die beiden Manthey Porsche konnten ihre Dominanz vom Vorabend nicht mehr zeigen. Das lag sicher daran, dass die Konkurrenz in Sachen Abstimmung über Nacht nachgezogen hatte, aber auch an der BoP, die die Porsche offenbar weiter einbremst. Es ist bezeichnend, dass der beste Porsche auf P7 ins Ziel kam und aus der SP7 stammte (Manthey). Im Rennen wurden die Porsche teilweise von kleineren Problemen geplagt. So brachen beim “Frikadelli Porsche” zwei Stoßdämpfer, der “Dicke” von Manthey hatte ebenfalls kleinere Probleme.

Besser lief es am Vormittag für die verbliebenen BMW. Der Schubert-BMW mit Adorf, Hürtgen, Klingmann, Tomczyk holte eine Runde Rückstand auf und brannte sehr gute Rundenzeiten in den Asphalt. Noch besser lief es für den Marc VDS Z4 mit Martin, Piccini, Buurman, Göransson. Vor allem Maxime Martine zauberte Zeiten, die der Konkurrenz den Atem raubten. Sowohl am späten Abend als auch am Vormittag und Nachmittag war man teilweise 40 Sekunden schneller, als der Rest. Das wurde am Nachmittag zwar weniger, aber rund 15 Sekunden pro Runde reichten dem Team um beide Rowe SLS abzufangen. Wäre das Rennen durch die Nacht gegangen, der Z4 wäre nur schwer zu schlagen gewesen. So sah BMW das Rennen mit einem lachenden und weinenden Auge, denn am Ende fehlten nur 2.39min auf den siegreichen SLS von Black Falcon.

Die Dominanz der SLS, die am späten Sonntagabend mit dem einsetzenden Regen begann, war schon sehr beeindruckend. Der SLS war auf der Geraden das schnellste Auto und schien auch in den technisch anspruchsvollen Passagen kaum Schwächen zu haben. Weder die Reifen noch der Verbrauch spielten eine Rolle. Bernd Schneider hat zusammen mit seinem Team nun auch zum ersten Mal das 24H-Rennen gewonnen.

Ergebnis gesamt (pdf)
Ergebnis nach Klassen (pdf)

TV-Übertragung

Sport1 machte mit Hans-Peter Kohl und Eric Engesser einen sehr guten Job. Kohl war jederzeit auf der Höhe des Geschehens und warf auch einen Blick in die kleinen Klassen. Schade ist weiterhin, dass Sport1 nicht den Zweitsender Sport 1+ weiter nutzt. Der wurde nur von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr am Sonntag eingesetzt. Um 20.00, nach nur drei Stunden, war Schluss mit der Übertragung, die erst wieder am nächsten Morgen einsetzte. Und auch am Sonntag unterbrach man für 2 Stunden, um eine Aufzeichnung zu zeigen, ohne Sport1+ einzusetzen. Das ist ein wenig schade, auf der anderen Seite bot man einen 24H Livestream an und mit Radio Le Mans wurde man auch gut versorgt.

Vielleicht würde Sport1 ja mehr zeigen, wenn man nach Einbruch der Dunkelheit mehr Bilder senden könnte. Aber bekanntermaßen dürfen die Helikopter, die auch als Relaisstation für die Onboard und stationären Kameras auf der Nordschleife dienen, nach 22.00 Uhr nicht fliegen. Man müsste ein Glasfaserkabel und die dazu nötige Technik mit Verteilern und Verstärkern um die Nordschleife legen, was angesichts der Topografie des Rings keine leichte Sache ist. Und Geld hat man dafür auch nicht, der Ring soll ja verkauft werden.

SAVE_THE_RING_blackDer Verkauf des Nürburgrings stand auch oft im Fokus der Berichterstattung von Sport1. Die Redaktion und die Journalisten vor Ort waren offenbar klar gegen einen Verkauf und stellten jedem Fahrer und Teamchef die dementsprechenden Fragen. Die Stimmung war dementsprechend gegen einen Verkauf, auch wenn sich einige Teamchefs und Fahrer sehr diplomatisch äußerten. Sport1 servierte das Thema so oft, dass man gar nicht anders konnte, als es es wahrzunehmen.

Ein Wort noch zum Schluss. Ich war von Anfang an skeptisch, was die Verlegung des Starts auf den Sonntag angeht. Was sollte das bringen, denn die meisten Fans mussten wegen der Arbeit und weiten Rückfahrt sowieso am Montagmittag los. Die leer gefegten Zeltplätze gegen Mittag sprachen dann auch Bände. Das Pfingstwochenende zu nutzen ist sicher eine gute Idee gewesen, aber man hätte das Rennen besser Samstag starten sollen. Das wäre vor allem den Fans entgegen gekommen.
Am Ende steht aber wieder ein schönes 24H-Rennen, das dann eher ein 14H-Rennen war. Aber das tat der Stimmung offenbar keinen Abbruch. Immerhin konnte man so mal eine Nacht schlafen, was der Party-Stimmung nach dem Rennen sicher zu Gute kam. Besonders positiv ist, dass das Rennen trotz des schlechten Wetters von wirklich schweren Unfällen verschont wurde. Freuen wir uns also auf das nächste Jahr.

Michael Ammermueller / Frank Stippler / Ferdinand Stuck / Johannes Stuck (Phoenix Racing, Audi R8 LMS ultra, Startnummer 4) Laurens Vanthoor / Edward Sandstroem / Christopher Mies / Christopher Haase (Belgian Audi Club Team WRT, Audi R8 LMS ultra, Frank Biela / Christer Joens / Luca Ludwig / Roman Rusinov (G-Drive Racing by Phoenix, Audi R8 LMS ultra, Startnummer 3), 41. ADAC Zurich 24h- Georg Weiss / Oliver Kainz / Michael Jacobs / Jochen Krumbach (Wochenspiegel Team Manthey, Porsche 911 GT3 RSR, Startnummer 12)Georg Weiss / Oliver Kainz / Michael Jacobs / Jochen Krumbach (Wochenspiegel Team Manthey, Porsche 911 GT3 RSR, Startnummer 12) Bernd Schneider / Jeroen Bleekemolen / Sean Edwards / Nicki Thiim (Black Falcon, Mercedes-Benz SLS GT3, Startnummer 9) Richard Westbrook / Emmanuel Collard / Mike Stursberg / Hans Guido Riegel (Haribo Racing Team, Porsche 911 GT3 R, Startnummer 8), Michael Ammermueller / Frank Stippler / Ferdinand Stuck / Johannes Stuck (Phoenix Racing, Audi R8 LMS ultra, Startnummer 4) Klaus Graf / Thomas Jaeger / Jan Seyffarth / Nico Bastian (ROWE Racing, Mercedes-Benz SLS GT3, Startnummer 22) Darren Turner / Stefan Muecke / Allan Simonsen / Pedro Lamy (Aston Martin Racing, Aston Martin Vantage GT3, Startnummer 7), Marc Lieb / Roman Dumas / Lucas Luhr / Timo Bernhard (Manthey Racing, Porsche 911 GT3 RSR Wolf Henzler / Peter Dumbreck / Martin Ragginger / Sebastian Asch (Falken Motorsport, Porsche 911 GT3 R Darren Turner / Stefan Muecke / Allan Simonsen / Pedro Lamy (Aston Martin Racing, Aston Martin Vantage GT3 24h-Rennen Nuerburgring Nordschleife Nissan BMW Z4 VLN Mercedes SLS VLN Porsche GT3 VLN Audi R8 VLN

Bilder: ADAC Nordrhein

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August 19 2011

06:00

GT3-EM: Vorschau Slovakiaring

Eine echte Premiere erlebt an diesem Wochenende die GT3-EM, denn sie fährt hier ihren vorletzten Lauf auf dem neu erbauten 5,9 km langen Slovakiaring.

Ursprünglich hätte diese Lauf allerdings dort nicht stattfinden sollen, sondern auf der Strecke im russischen Smolensk. Diese Strecke, welche im Westen Russlands gelegen ist hätte ein gemeinsames Rennwochenende aus der Superleague Formula und eben jener GT3-EM bekommen, hätten die Veranstalter nach offiziellen Statements, die Strecke rechtzeitig fertig gestellt. Inoffiziell dürften wohl aber vor allem auch die hohen Transportkosten eine Rolle gespielt haben, so dass eben beide Serien ihren jeweiligen Auftritt dort abgesagt haben. Die Superleague hat keinen Ersatz gefunden, während die SRO auf dem ebenfalls kürzlich erbauten Slovakiaring aufmerksam wurde und dort nun ihre Rennen austragen wird. Offziell will man es wohl 2012 nochmals versuchen, ob daraus dann etwas wird steht allerdings in den Sternen.

Der Slovakiaring wurde von 2008 bis 2009 erbaut und war bisher nicht in bekannten GT oder Formel-Serien vertreten, dies kann sich aber unter Umständen in den nächsten Jahren ändern, obwohl die Kapazitäten mit bis 10.000 Zusehern etwas dürftig ausfallen, aber für GT3-EM und Superleague Formula dürfte es wohl (leider locker) reichen, obwohl beide gute Rennen liefern, welche auf bis zu 6 verschiedenen Varianten ausgetragen werden können.

Die GT3-EM geht hierbei gleich in die vollen und fährt nicht eine der kürzeren Varianten, sondern mit fast 6 km gleich die längste Möglichkeit. Eine Runde beginnt auf der knapp 900m langen Start-Ziel Geraden, welche in einer mittelschnellen 90 Grad rechts mündet und wohl eine gute Überholmöglichkeit bieten dürfte. Dann geht es wieder auf eine Gerade und eine sehr schnelle Rechts, welche nochmals von einer 180 Grad Rechtskurve gefolgt wird, welche aber wieder langsamer zu durchfahren sein dürfte. Nun beginnt das Infield der Strecke mit zwei leichten schnelleren Knicken nach links und rechts, welche kurz darauf vor einer weiteren mittelschnellen 180 Grad Rechtskurve gefolgt wird. Nun folgen 4 Linkskurven, wobei die erste wieder ein Knick ist und direkt in eine sehr enge Haarnadel mündet. Von dort geht es nach einer kurzen Geraden durch eine schnellere Links auf eine weitere langsame Haarnadel zu.

Diese Stelle dürfte wohl für Ausbremsmanöver ideal geeignet sein, aber man muss aufpassen, denn direkt nach der Haarnadel folgt eine weitere sehr enge Rechtskurve, welche den Gegnern Möglichkeiten zum kontern geben kann, wenn man mehr Schwung aus der Kurve mitnehmen kann, denn nun geht es auf die 2. längste Gerade, nämlich der Gegengeraden. Diese mündet dann in eine mittelschnelle Rechtskurve, welche aber auf dem ersten Blick wohl 2 Scheitelpunkte haben dürfte, denn sie bis zum Scheitel enger wird und dann sich immer mehr öffnet. Somit dürften hier mehrere Linien möglich sein um entweder direkt den vor einem fahrenden zu überholen, oder sich in Position zu bringen um den Gegner dann am Ende der dann folgenden Start-Ziel Geraden überholen zu können. Einen schönen Überblick über die Rennstrecke findet man hier: http://www.slovakiaring.sk/parametre-okruhu-de-DE/

Die dies natürlich eine komplett neue Strecke ist und Vergleiche somit fehlen, macht es dass einem natürlich schwer irgendwelche Favoriten herauszufinden, aber ich werde es mal versuchen.
Da der Kurs über einige schnelle und mittelschnelle Kurven und weniger über sehr lange Geraden mit größeren Höhenunterschieden, dürfte dies vor allem den Wagen mit mehr Downforce zu gute kommen.

An 1. Stelle möchte ich dabei die Z4 GT3 nennen, welche sowohl in Portimao als auch in Silverstone, also Strecken mit einer ähnlichen Charakteristik sehr gut abschneiden konnten und in Spa mit den vielen schnellen und mittelschnellen Kurven ging das Auto auch nach der Neueinstufung immer noch sehr gut und konnte dabei den 2. Platz erreichen. So werden an diesem Wochenende wieder 4 Z4 von Schuberth und Faster Racing mit den bekannten 4 starken Besatzungen an den Start gehen. Ganz oben würde ich dabei vor allem das Duo Claudia Hürtgen und Csaba Walter sowie ihre Teamkollegen Edward Sandström und Abdulaziz Al Faisal welche momentan den 3. Platz der Meisterschaft belegen. Beide Teams haben zu dem den Vorteil in Paul Ricard beim letzten Lauf nicht unter den Top3 gewessen zu sein, wodurch sie in R1 keine extra Sekunden an der Box stehen bleiben müssen.

Selbiges gilt auch für die beiden niederländischen Duos Hoevert Vos und
Jeroen den Boer sowie für Nick Catsburg und Harrie Kolen in ihren Faster Z4 GT3, welche die Plätze 5 und 8 in der Meisterschaft belegen.

In die gleiche Kategorie dürfte wohl auch der F458 Italia fallen, welchem der Kurs genauso gut liegen dürfte wie den Kollegen mit ihren bayuwarischen Gefährten, was sicherlich auch die aktuellen führenden in der Meisterschaft Federico Leo und Francesco Castellacci von AF Corse hoffen werden. Beide treten auch in ihrem 1. Lauf ohne Strafzeiten an, was somit gute Chancen auf einen Podestplatz gleichkommen dürfte. Ihre Teamkollenge Daniel Brown und Glyn Geddie dürften ihnen dabei aber sicher nicht in die Quere kommen, ebenso wie die 2 Ferrari von Mtech Motorsport, mit dem Duo Jan Denis und Zdeno Mikulasko, welche ihr Heimspiel feiern dürfen.

Viel eher werden wohl die Audi R8 von Belgian Audi Club und Sainteloc Racing ein Wörtchen vorne mitreden wollen. Vor allem die zweitplatzierten in der Meischertschaft, Enzo Ide und Gregory Fanchi werden versuchen die Spitze zu übernehmen, denn es steht nach den Läufen auf dem Slovakiaring nur noch ein 1 Wochenende aus! Allerdings müssen die beiden im 1. Rennen 5 sek. länger in der Box stehen bleiben, da sie beim 2. Lauf in Paul Ricard den 3. Platz belegten. Als 2. stärksten Audi würde ich allerdings den Wagen von Sainteloc Racing einschätzen, welcher von keinem geringeren als dem 2. platzierten im ADAC GT Masters, Dino Lunardi und dem Franzosen
Jerome Demay gesteuert wird.

Weniger stark würde ich allerdings die Porsche einschätzen. Klar haben die GT3 R einen deutlichen Aufwärtstrend in Sachen Performance in den GT3 Serien zu verzeichnen und mit Paul von Splunteren und Maxime Soulet hat man im Hause Prospeed Competition auch ein starkes Duo, welche sogar den letzten Lauf in Paul Ricard gewinnen konnten, allerdings rächt sich dies nun in satten 15 Sekunden, welche man beim Stop länger brauchen muss und man somit kaum Chancen auf das Podest haben dürfte. Wenn für die beiden also etwas zu holen ist, dann eher in Lauf 2 am Sonntag.

Selbiges gilt auch für den aus der GT1-WM und Le Mans bekannten Maxime Martin und Gael Lesoudier auf ihrem LMP MOTORSPORT Aston Martin, allerdings müssen beide 10 Sekunden länger stehen bleiben. Der 2. Platz in Paul Ricard sei dank. Allerdings wird mit ihnen wohl vor allem am Sonntag zu rechnen sein, denn in Silverstone konnte man einen 2. und einen 3. Platz herausfahren.

Einen Wagen welchen mal immer auf der Rechnung haben sollte, ist aber der Gallardo LP600 von Reiter, da er wohl das beste Allround-GT3 Auto ist und es kaum Strecken gibt wo er nicht funktioniert. So wird man hier vor allem auf die Sieger der 1. Läufe von Paul Ricard und Navarra gespannt sein dürfen, nämlich auf Prinz Albert von Thurn und Taxis und dem Österreicher Nikolaus Mayr-Melnhof. Richtig, genau jener Pilot, welcher bei den 24H von Spa das Kunststück fertig schaffte den Gallardo in der Bus Stop bei der Anfahrt zu den Boxen auf den Seitenspiegel zu legen. Da das Auto danach allerdings komplett neu aufgebaut werden musste, konnte der Prinz beim letzten Lauf zum GT Masters nicht starten und er steigt somit erst am Samstag wieder ins Cockpit. Zu gute kommen den beiden schnellen, aber leider auch nicht immer ganz fehlerfreien Piloten ( was hier bei allerdings für Nikolaus Mayr-Melnhof gilt) dass man im 1. Rennen keine Strafsekunden hat und sich Prinz Albert in den letzten Jahren zu einem sehr guten GT3 Fahrer entwickelt hat.
Als Dark Horses würde ich vll. Noch die beiden andere Piloten von Reiter auf der Liste haben, denn Anton Kiaba und Stefan Rosina dürften bei ihrem Heimrennen besonders motiviert zu Werke gehen – aber hoffentlich nicht zu übermotiviert.

Das gilt natürlich für alle, besonders aber auch für die führenden in der Meisterschaft und solche, welche es noch werden wollen, denn nach diesem Wochenende steht nur noch das Saisonfinale 2 Monate später in Zandvoort auf dem Programm und Fehler darf man sich dabei kaum mehr leisten.
Zum Schluss noch, möchte ich die aktuelle Entry-List, verlinken, sowie der Hinweiß, dass das Rennen auf der offizielen Homepage gestreamt wird und auch wohl wieder bei racingblog.de zu sehen sein wird. Hoffentlich geht der Stream von Daily Motion aber ohne Probleme, denn es dürften spannende Rennen werden, welche am Samstag um 14.45 und Sonntag um 11.15 Uhr starten.

Unter Woche wurden derweil noch die Teams genannt, welche je 2 McLaren GT3 gekauft haben und dann ab 2012 einsetzen werden. Dies wären ASM Team, Andrew Tate, Apex Motorsport, Boutsen Energy Racing/Ginion GroupGulf Racing, J.A.S. Motorsport, Klaas Hummel, Leon Price, Von Ryan Racing und als deutsches Team Dörr Motorsport welche den Wagen wohl in der VLN und beim 24H Rennen vom Nürburgring einsetzen werden.

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