Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

August 13 2013

06:15

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2013

Watkins Glen hatte wieder einiges zu bieten und nach 90 Rennrunden konnte sich Kyle Busch – nach einigen vergeblichen Versuchen in den letzten Jahren – als Sieger in die Victory Lane stellen. Top-Favorit Marcos Ambrose erlebte hingegen einen rabenschwarzen Tag und fand sich schließlich in der Mauer wieder.

Cheez-It 355 at The GlenMit insgesamt acht Cautions wusste das Rennen auf “The Glen” dieses Jahr durchaus zu begeistern. Besonders zum Ende hin mehrten sich die Gelbphasen und Kyle Busch konnte sich endlich seinen lang ersehnten Sieg auf dieser Strecke sichern, nachdem er in den Vorjahren immer knapp gescheitert war. Es war bereits der dritte Saisonsieg für den jüngeren der Busch-Brüder und er kann somit – im Gegensatz zum letzten Jahr – sicher für den Chase planen. Die letzte Chance auf denselben hat dagegen Marcos Ambrose verspielt, nachdem er durch eine unglücklich fallende Caution zurückfiel und nach einem Restart in der Mauer landete. Vorher führte er den Großteil des Rennens unangefochten an und schien zum dritten Mal in Folge als Sieger den Rundkurs verlassen zu können. Doch es sollte alles anders kommen.

Beim Start in die 90 Runden startete Ambrose zum ersten Mal auf dieser Strecke von der Pole. Diese konnte er auch sofort umsetzen und sich vom restlichen Feld lösen. Hinter ihm platzierten sich Clint Bowyer und Martin Truex Jr., der das erste Rundkurs-Rennen dieser Saison in Sonoma gewinnen konnte. Bereits in Runde sechs wurde dann zum ersten Mal die gelbe Flagge geschwenkt, weil David Reutimann sein Auto in der vorletzten Kurve abgestellt hatte. Dies sollte Ambrose aber nicht weiter behindern, denn er konnte sich nach dem Fallen der grünen Flagge sofort wieder vom Feld absetzen. Truex hingegen verlor seinen dritten Platz an den starken AJ Allmendinger, der diese Position durch einen Zwischenfall im späteren Rennverlauf leider nicht halten konnte.

Ab der zwölften Runde wurde es dann wieder turbulenter. Den Anfang machte David Gilliland, der in der letzten Kurve die Mauer streifte und kurz darauf seine Box aufsuchen musste. Nur zwei Runden später versuchte Brad Keselowski, sich an Jamie McMurray in der ersten Kurve vorbei zu setzen und verlor beim Anbremsen sein Heck. Er erwischte leicht die rechte Seite des Autos von McMurray. Beide konnten aber ohne Probleme weiter fahren, ohne dass eine gelbe Flagge geschwenkt werden musste. Diese kam eine Runde später durch den zuletzt gut aufgelegten Jeff Gordon. Dieser fuhr ausgangs der Esses wegen seines untersteuernden Autos auf das Gras und drehte sich nach innen, wo er dann in die Mauer einschlug. Nach einer längeren Reparaturpause konnte er mit 23 Runden Rückstand und einer fehlenden Verkleidung an der Front das Rennen wieder aufnehmen und lief am Ende auf Platz 36 ein.

Beim Restart konnte sich Ambrose erneut durch- und absetzen. In Runde 30 suchte er dann zum ersten Mal seine Boxencrew auf und Kevin Harvick übernahm die Führung. Dieser war auf einer anderen Strategie unterwegs und hatte bereits in Runde 16 gestoppt. Dieser Plan sollte allerdings am Ende nicht aufgehen und Harvick überfuhr die Ziellinie schließlich als 13. In Runde 35 war dann das Rennen für Michael McDowell vorbei, der bis dahin überraschend unter den Top 15 fahren konnte. Grund für seinen Ausfall war eine verschobene Hinterachse. McDowell rollte seinen Ford langsam an die Box zurück, was die nächste Gelbphase hervorrief. Während der Gelbphase suchte auch der Zweitplatzierte Ron Fellows seine Box auf, allerdings zum Reifenwechseln und Nachtanken. Dies bescherte Marcos Ambrose wieder den zweiten Platz, direkt hinter Harvick. Dieser wurde direkt nach dem Restart im Inner Loop von Ambrose und dem späteren Sieger Kyle Busch überholt.

Eine Runde nach dem Restart wurde es erneut turbulent in den Esses, als Fellows in Kurve drei Travis Kvapil abräumte. Weiter hinten gerieten zudem Victor Gonzales Jr., Tomy Drissi und Landon Cassill aneinander. Gonzales und Drissi mussten das Rennen aufgeben und verteilten einiges an Flüssigkeiten auf der Strecke. Dies führte zur ersten und auch einzigen roten Flagge des Rennens, um die Aufräumarbeiten ungestört durchziehen zu können, nachdem es zuvor bereits zu einem kleinen Stau hinter dem Pace Car gekommen war. Während der roten Flagge wurden manche Piloten mit Wasserflaschen versorgt – es soll ja Serien geben, bei denen das ein Problem darstellen würde. Nach der 22 Minuten und elf Sekunden dauernden Rotphase bzw. Trinkpause ging es schließlich weiter. Ambrose konnte seine Führung verteidigen und lag weiter vor Kevin Harvick und Kyle Busch.

Unterdessen hatte Max Papis weiter hinten mehr Probleme. Er wurde eingangs des Inner Loops von Greg Biffle gedreht, konnte aber das Rennen ohne größere Probleme wieder aufnehmen. Wenige Runden später machte sich Kyle Busch selbst das Leben schwer, als er am Ausgang des Outer Loops ins Gras kam und einiges des Grüns vor seiner Kühlung aufsammelte. Ein Großteil des Grases konnte er aber kurze Zeit später hinter Jeff Gordon wieder vom Lufteinzug lösen und sein Rennen ungehindert fortsetzen. In Runde 59 ging dem Rennen von AJ Allmendinger dann wortwörtlich die Power aus. AJ rollte langsam und ohne Benzin an seine Box zurück und verlor jede Menge Plätze. Bis dahin lag er auf dem dritten Platz und hatte berechtigte Chancen auf ein Top-5-Ergebnis.

Eine Runde später, gerade als Kyle Busch an der Box stand, wurde erneut die gelbe Flagge geschwenkt, da Aric Almirola im Outer Loop in die Reifenstapel eingeschlagen war. Grund hierfür war ein geplatzter Vorderreifen, der Almirola direkt in die Reifen schickte. Für Ambrose lösten sich damit die letzten Chancen auf den Chase buchstäblich in Rauch auf, denn wegen der Caution fiel er zurück, da er als einer von wenigen Fahrern noch nicht an der Box zum zweiten Stopp war und diesen unter gelb absolvieren musste. Er fand sich beim Restart auf Platz 14 wieder, während Kyle Busch vor Truex das Rennen wieder aufnahm. Brad Keselowski war ebenfalls vorne mit dabei und diese drei Piloten lieferten sich einige packende Kämpfe, bei denen Kyle seine erste Position verteidigen konnte.

Währenddessen hingen Juan Pablo Montoya und Marcos Ambrose hinter Casey Mears fest. Noch weiter hinten im Feld sorgte Boris Said für einen kleinen Zwischenfall, als er beim Anbremsen auf die erste Kurve sein Heck verlor und leicht an den Reifen anschlug. Wenig später drehte sich Jeff Burton, der in der letzten Kurve von Casey Mears aufs Gras geschickt wurde. In beiden Fällen wurde keine Caution ausgelöst. Diese gab es erst kurze Zeit später in Runde 78, weil Travis Kvapil die Lauffläche seines Reifens verlor. Beim Restart wurde es dann erneut turbulent und wieder waren es die Esses. Dieses Mal verlor Kasey Kahne die Kontrolle über sein Auto, weil er von Matt Kenseth einen Schubser bekam. Nachdem Kahne in die Mauer einschlug, kam er wieder auf die Strecke zurück, direkt vor Dale Earnhardt Jr. Der konnte nicht mehr ausweichen und beschädigte sich sein Auto ebenfalls stark. Ein Tag zum Vergessen für Hendrick Motorsports, waren doch mit Gordon, Kahne und Earnhardt drei der vier Hendrick-Piloten in Unfälle verwickelt. Nur Johnson konnte sich mit Platz acht positiv hervorheben.

Nach den Aufräumarbeiten nahm das Rennen in Runde 85 wieder Fahrt auf, aber nicht lange. Marcos Ambrose, der kurz zuvor Probleme an der Hinterachse meldete, hatte in den Esses stark mit seinem Auto zu kämpfen und wurde schließlich von Max Papis am Heck erwischt. Ambrose drehte sich in die Mauer und nahm dabei auch noch Brian Vickers mit. Beide Autos waren zerstört und das Rennen für die Piloten der #9 und der #55 gelaufen. Max Papis machte auf diesem Wege erneut einige Position gut, was seine Crew mit einem “Good job, good job.” honorierte. Am Ende sollte es ein guter 15. Platz für den Ersatzmann von Tony Stewart werden. Besser platzierte sich Kyle Busch, der als Führender den letzten Restart zwei Runden vor Schluss einleitete. In einem engen Kampf konnte er sich schließlich durchsetzen und als Erster vor Brad Keselowski und Martin Truex Jr. die Ziellinie überqueren.

Kyle Busch findet sich nun auf dem fünften Platz in der Tabelle wieder und ist nicht zuletzt wegen seiner drei Siege sicher im Chase. Für Brad Keselowski und Martin Truex Jr. war es ebenfalls ein wichtiger Schritt in Richtung Chase. Beide konnten in der Tabelle vier Positionen gewinnen und finden sich jetzt auf Platz acht bzw. zehn wieder. Truex hat aber nur zwei Punkte Vorsprung auf Kurt Busch und drei Punkte auf Kasey Kahne. Jeff Gordon fällt nach seiner Aufholjagd zuletzt wieder auf Platz 13 zurück und muss nun 15 Punkte aufholen oder zumindest mal einen Sieg einfahren. Weitere Hoffnungen auf den Chase-Einzug können sich auch noch Ryan Newman, Jamie McMurray und Joey Logano machen. Der Kampf um die letzten Plätze für die Playoff-Runde geht nächste Woche in Michigan beim Pure Michigan 400 weiter.

Zum Abschluss nun wie gewohnt das Ergebnis, die Fahrer- und die Owner-Wertung.

Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen Cheez-It 355 at The Glen

1,158 total views, 1,140 views today

The post NASCAR: Analyse Watkins Glen 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

August 09 2013

12:05

NASCAR: Vorschau Watkins Glen 2013

Zwei Mal im Jahr beweisen die Piloten des Sprint Cups, dass sie neben Links- auch Rechtskurven beherrschen. Nach Sonoma im Juni findet das zweite Rundkursrennen wie üblich in Watkins Glen statt, welches im Vorjahr mit einem packenden Finish überzeugen konnte.

cheezit355attheglenWatkins Glen, The Glen, Glen Watkins oder Watkins Glen International: Alles Namen die ein und dieselbe Strecke im Südwesten des US-Bundesstaates New York beschreiben. In den 60er- und 70er Jahren noch Austragungsort von Formel 1-Rennen ist aktuell der NASCAR Sprint Cup das große Highlight des Jahres. Die Oberliga der NASCAR gastierte zum ersten Mal im Jahr 1957 auf der Strecke und sucht diese seit 1986 jedes Jahr auf. Gefahren wird auf einer modifizierten Streckenvariante mit 2,45 Meilen Länge, welche auf der Gegengeraden noch eine Schikane, den Inner Loop, beinhaltet. Insgesamt müssen die Fahrer auf einer Runde acht Kurven bewältigen, davon sind fünf Rechts- und drei Linkskurven. Im letzten Jahr konnte sich Marcos Ambrose zum wiederholten Male den Sieg vor Brad Keselowski sichern. Der Kampf in der letzten Runde zwischen Kyle Busch, Keselowski und Ambrose stellte eines der Highlights des vergangenen NASCAR-Jahres dar. Sollte jemand dieses Finish noch nicht gesehen haben, empfehle ich diesen Zustand schnellsten zu ändern.

Nachdem sich Marcos Ambrose also die letzten beiden Siege auf “The Glen” sichern konnte gilt er natürlich wieder als Top-Favorit für den diesjährigen Lauf. Aber Juan Pablo Montoya muss man ebenfalls immer auf der Rechnung haben, denn auch er konnte hier schon gewinnen. Aber auch die gelernten Oval-Fahrer gilt es zu beachten, schließlich konnte sich Martin Truex Jr. dieses Jahr in Sonoma den lang ersehnten Sieg sichern, der auch den ein oder anderen Racingblogger von seiner Qual erlöste. Neben den genannten Piloten sind auch die Busch-Brüder, Jeff Gordon, Clint Bowyer und wie üblich Jimmie Johnson als Siegkandidaten aufzuzählen, wobei sich Johnson auf einen Rundkurs nie so in den Vordergrund fahren konnte wie in einem Oval.

Watkins Glen wird auch ein wichtiger Bestandteil des Kampfes um den Einzug in den Chase sein, sind es doch nur noch insgesamt fünf Rennen, um sich zu qualifizieren. Seine Chancen verbessert hat Kasey Kahne, da er das letzte Rennen in Pocono für sich entscheiden konnte. Durch seine nun zwei Saisonsiege sollte der Chase-Einzug für ihn keine Hürde mehr darstellen, egal ob er sich über die Punkte oder eine Wildcard qualifiziert. Auch Brad Keselowksi und Kurt Busch sind mit Platz 12 bzw. 13 und nur wenigen Punkten Rückstand auf den Zehntplatzierten Greg Biffle noch im Rennen. Das einzige Problem was beide Fahrer haben ist, dass sie diese Saison noch nicht in der Victory Lane standen. Sollte sich dies nicht in den nächsten Rennen ändern, wird es schwer bis unmöglich werden, den Chase zu erreichen. Rosiger sieht da die Welt für die Wildcard-Inhaber Martin Truex Jr. und Tony Stewart aus, welche diese Saison jeweils einmal einen Sieg einfahren konnten. Letzterer jedoch wird wahrscheinlich seine Wildcard nach dem Rennen abgeben müssen.

Tony Stewart wird nämlich nicht in Watkins Glen starten können. Anfang der Woche erreichte uns die Nachricht, dass er sich sein rechtes Schien- und Wadenbein bei einem Sprint Car-Unfall gebrochen hatte. Wir hoffen auf gute Besserung, aber diese Saison ist für Stewart gelaufen. Er sollte auch nicht den Fehler begehen, zu schnell wieder ins Auto zu steigen. Als schlechtes Beispiel fungiert hier Denny Hamlin, der schon länger mit Rückenschmerzen kämpft, welche durch den Unfall in Fontana und den damit verbundenen Bruch eines Wirbels noch verstärkt wurden. Für Stewart und Hamlin wäre es also sinnvoll, die Verletzungen auszukurieren, um in der nächsten Saison wieder angreifen zu können, denn der Zug in den Chase ist für beide schon längst abgefahren. Generell sollte man aber auch über die Sicherheit der Sprint Cars diskutieren, schließlich war es nicht nur der dritte Unfall mit Stewart innerhalb weniger Wochen, vielmehr musste Jason Leffler in diesem leichten und stark motorisierten Gefährt sein Leben lassen.

Der Blick auf die Entrylist verrät, dass die #14 von Tony Stewart vom alten Haudegen aus Italien in Person von Max Papis pilotiert wird. Der 43-jährige fuhr nicht nur in der Formel 1 und der Champ Car, auch in der höchsten Klasse der NASCAR absolvierte er bereits 35 Rennen. Neben ihn finden sich wie üblich auch weitere Rundkursspezialisten ein. Mit Owen Kelly sehen wir neben Marcos Ambrose einen weiteren Australier der in der #51 von Phoenix Platz nimmt. Auch Brian Keselowski, der “etwas” langsamere und ältere Bruder von Brad, ist wieder in der #52 dabei und wird auch am Rennen teilnehmen, da nur 43 Teams gemeldet sind. Erneut begrüßen dürfen wir Boris Said in der #32 und Ron Fellows in der #33, welche auch in Sonoma am Start waren. Die #98 von Phil Parsons Racing wird diesmal nicht dabei sein, der Fahrer Michael McDowell ist für dieses Wochenende in der #35 gemeldet. AJ Allmendinger wechselt ebenfalls das Cockpit, nachdem er zuletzt in der #51 saß, kehrt er erneut in die #47 zurück. Hingegen nicht auf der Entrylist zu finden ist Joe Nemechek, welcher den Fahrersitz der #87 mit Tomy Drissi tauscht.

Wie gewohnt gibt es nun noch die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die TV-Zeiten für das Wochenende. MotorvisionTV wird nach der Pause letzte Woche wieder live dabei sein.

Freitag 09.08.
18:00 Uhr, Sprint Cup Practice, SPEED
19:30 Uhr, Nationwide Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Practice, SPEED

Samstag, 10.08.
15:30 Uhr, Nationwide Qualifying, ESPN2
17:30 Uhr, Sprint Cup Qualifying, EPSN2
20:15 Uhr, Nationwide Rennen (Zippo 200), ABC (Green Flag: 20:35 Uhr)

Sonntag, 11.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Rennen (Cheez-It 355), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 19:19 Uhr)

294 total views, 288 views today

The post NASCAR: Vorschau Watkins Glen 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

August 15 2012

00:28

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2012

Das Rundkursrennen in Watkins Glen lieferte am Sonntag eines der besten und spannendsten Finishes seit einigen Jahren ab. Ein beinhartes, aber jederzeit faires Duell zwischen Marcos Ambrose und Brad Keselowski sorgte für großen Unterhaltungswert, doch zuvor musste ein sehr dominanter Kyle Busch erst noch das Feld räumen (oder geräumt werden).

Zu Beginn plätscherte das Rennen allerdings eher so vor sich hin: Polesitter Juan Pablo Montoya musste seine Führung bereits nach einer Runde an Kyle Busch abgeben, konnte sich aber auf Platz 2 festsetzen. Etwas später leiteten dann frühe Stops von Ryan Newman (Runde 17), Jimmie Johnson (Runde 19), Marcos Ambrose (Runde 21), Jeff Gordon (Runde 23), Kevin Harvick (Runde 23), Brad Keselowski (Runde 24) und Kasey Kahne (Runde 24) die Strategiespiele ein. Es war eigentlich nur die Frage, ob man die passenden Verbrauchswerte für lediglich zwei Boxenstopps vorweisen konnte. Die vorgenannten Fahrer mussten an dieser Stelle wohl zunächst passen, anders sah es aber beim folgenden Kandidaten aus:

Kyle Busch führte nämlich auf einer mutmaßlichen Zwei-Stop-Strategie immer noch vor Juan Pablo Montoya als Jamie McMurray in den Esses ein Reifen platzte, was in Runde 26 die erste von insgesamt vier Cautions auslöste. Ich möchte nicht ausschließen, dass an der #1 von McMurray bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Aufhängung gebrochen ist, da sich später auch bei anderen Fahrzeugen ähnliche Probleme in dieser Hinsicht zeigen sollten. Die nachfolgend beschriebene Situation zeigt ein solches Beispiel:

Während der Gelbphase fiel nämlich plötzlich der linke Hinterreifen der #51 von Kurt Busch ab, was sich nach einem Interview mit dem Fahrer schnell als mechanischer Fehler herausstellte. Hätte die Pitcrew bei einem Reifenwechsel unter den wachsamen Augen eines NASCAR-Offiziellen eine Radmutter vergessen, wäre vermutlich schnell eingegriffen worden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Busch zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon ein erstes Mal an der Box gewesen ist.

Den Restart gingen Brad Keselowski und Marcos Ambrose in Reihe 1 sowie direkt dahinter das Hendrick-Duo bestehend aus Jimmie Johnson und Jeff Gordon ganz vorne an, da sie während der Caution natürlich nicht noch einmal an die Boxengasse kamen. Der einzige Fahrer, welcher erneut seine Pitcrew ansteuerte, war Kasey Kahne, wobei ich vermute, dass man sich dabei um seine defekte Helmkühlung kümmerte und quasi als Bonus noch einmal nebenbei auftanken konnte.

Kurz nach dem Neustart bekam auch Juan Pablo Montoya Probleme mit seiner Radaufhängung, als der vordere linke Querlenker an seinem Chevrolet brach und den Tag der #42 effektiv beendete. Eine spätere Rückkehr auf die Strecke sollte lediglich noch Platz 33 einbringen, was nach der zweiten Pole-Position in Folge gleich die nächste Enttäuschung im jeweils anschließenden Rennen bedeutete. Die vermehrten mechanischen Probleme in diesem Rennen können möglicherweise auf das zu harte Überfahren der Randsteine und kurze Ausritte darüber hinaus zurückgeführt werden. Einige Aufhängungsteile einzelner Hersteller waren wohl nicht auf eine zu hemdsärmelige Fahrweise ausgelegt.

In Runde 39 wechselte dann die Führung von Brad Keselowski an Marcos Ambrose, welcher sich in Turn 1 am blauen Dodge mit der #2 vorbeischieben konnte. Ambrose vergrößerte den Abstand dann innerhalb einer Runde recht schnell auf fast eine Sekunde und sah zu diesem Zeitpunkt erstmals wie der sichere Sieger aus. Man durfte aber nicht vergessen, dass er im Gegensatz zu Kyle Busch auf einen Boxenstopp mehr setzte und für Busch fielen die Gelbphasen am Sonntag wirklich extrem günstig. Pünktlich zur Halbzeit gab Ambrose dann auch den Platz an der Sonne auf, um seinen zweiten von drei Pitstops zu absolvieren.

Unterdessen entschied man sich bei Brad Keselowski für einen Wechsel zur Zwei-Stopp-Strategie, nachdem zunächst Roger Penske dem Crew-Chief der #2 (Paul Wolfe) einen Besuch abstattete und man während der ersten Gelbphase auch schon so viel Sprit wie möglich zu sparen versuchte. Dieses Vorgehen zahlte sich aus, da Keselowskis Dodge immerhin bis Runde 58 durchhielt und somit knapp zwei Renndrittel mit nur einem Boxenstopp hinter sich gebracht hatte. Gemeinsam mit Keselowski kamen auch noch weitere Piloten zu Besuch, unter anderem Tony Stewart, Clint Bowyer, Greg Biffle sowie Dale Earnhardt Jr, für die es bei noch 32 zu fahrenden Runden eine knappe Angelegenheit zu werden schien. Das bewies Martin Truex Jr, welcher sich bereits einen Umlauf später mit trockenem Tank zur Pitcrew schleppen musste.

Fehlte nur noch Kyle Busch, welcher nach Bad Brads Abstecher erneut die Führung übernahm und somit neben Marcos Ambrose die besten Karten auf den Rennsieg besaß. Busch erwischte natürlich prompt und quasi mit Ankündigung Gelbphase #2 für seinen zweiten und letzten Boxenstopp. Opfer war dieses Mal sein Teamkollege Denny Hamlin, welcher im Outer Loop von seinem Motor verlassen wurde. Dass die abgestellte #11 dabei die komplette einnebelte, störte die Streckenposten erstmal nicht groß, was auch eher kurios wirkte.

Neben Kyle Busch nutzten dann im Vorderfeld auch alle (inkl. Marcos Ambrose) bis auf die gerade erst abgefertigten Piloten die Gelegenheit zum letzten Boxenstopp, da man zu diesem Zeitpunkt recht komfortabel im Benzinfenster für den Rest des Rennens lag – mögliche Verlängerungen natürlich ausgenommen. Nachdem man das Sprit-Problem also quasi abhaken konnte, kam direkt das nächste auf, denn die Kameralinsen rund um die Strecke fingen plötzlich einige Regentropfen ein und auch Pacecar-Fahrer Brett Bodine berichtete von vereinzeltem Niesel.

Dem Restart tat dies aber erstmal keinen Abbruch, jedoch drehten sich in den beiden Runden unmittelbar danach zunächst Kasey Kahne in Turn 1 und kurz darauf Jason Leffler, wobei Letzterer durch seinen Einschlag die dritte Caution des Tages auslöste. Diese Gelbphase zog sich dann über vier Runden etwas hin, weil der Regen an Intensität zunahm. Das gab zumindest auch den letzten Fahrern zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, sich das eventuell noch fehlende Benzin bis zum Ende des Rennens vom Einspritzer abzusparen.

Brett Bodine entschied sich schließlich, die Strecke für den Restart freizugeben und auch die Wettbewerbspiloten hatten offensichtlich keinerlei Problem damit, dem leichten Nieselregen zu trotzen. Brad Keselowski nahm somit das Finale vor Tony Stewart, Clint Bowyer, Kyle Busch und Greg Biffle unter die Räder. Marcos Ambrose war wegen seines dritten Boxenstopps gemeinsam mit u. a. Jimmie Johnson und Jeff Gordon erst dahinter zu finden, hatte sich nach einer Runde aber schon an Busch vorbei auf Platz 3 gearbeitet.

Tony Stewart nahm sich zwei Umläufe später selbst aus der Entscheidung, als er in der letzten Kurve vor Start-und-Ziel seinen Chevrolet völlig unbedrängt aus der Kontrolle verlor und sich in die Boxengasseneinfahrt drehte. Zum Glück vermied er dabei ein ähnliches Desaster wie vor ein paar Jahren, als auch diese mit Sand gefüllten Tonnen von Sam Hornish Jr gesprengt wurden und sich Bobby Labonte ordentlich wehtat. Dieser Crash war übrigens der Grund, warum es in Turn 11 jetzt eine SAFER-Barrier gibt.

Die aus dem Smoke-Incident resultierende vierte und letzte Gelbphase sollte jetzt das meiner Meinung nach spannendste NASCAR-Finish seit einigen Jahren einläuten, welches über 15 Runden angesetzt war. Die Hauptprotagonisten – auch über das Rennen gesehen – in Form von Brad Keselowski, Marcos Ambrose und Kyle Busch waren dazu praktischerweise direkt hinter- bzw. nebeneinander aufgereiht. Busch nutzte den Restart, um innen auf einer dritten Spur an beiden Konkurrenten vorbeizuziehen, was schon ein wahnsinniges Manöver war. Fünf Runden später hatte Ambrose nach einem harten Kampf endlich Keselowski kassiert, was aber Busch seinerseits die Möglichkeit gab, vorne einen Abstand von zwei Sekunden herauszufahren.

Dadurch kam zunächst etwas Ruhe in die Schlussphase, welche nur durch einen Dreher von Dale Earnhardt Jr in Turn 10 sowie dem Überholmanöver von Jimmie Johnson an Greg Biffle (gut für Platz 4) unterbrochen wurde. Diese Ruhe vor dem Sturm war zwei Runden vor Schluss endgültig vorbei, als die Strecke nach und nach unfahrbarer wurde, weil jemand immer mehr feines Öl-Spray auf der Fahrbahn verteilte. Als möglicher Übeltäter wurde nach dem Rennen Bobby Labonte vermutet, gesicherte Informationen gibt es diesbezüglich aber nicht.

Der Vorsprung des – aufgrund der Ölspur sichtlich mit Handling-Problemen kämpfenden – Leaders Kyle Busch war innerhalb einer Runde eingedampft und dass obwohl Marcos Ambrose und Brad Keselowski hinter ihm weiter verbissen um den zweiten Platz kämpften, welchen Keselowski nach einem Fehler von Ambrose im Verlauf der Kombination Inner Loop/Outer Loop zurückerobern konnte.

Im direkten Dreikampf ging es dann in die entscheidende letzte Runde, welche in Turn 1 fast alle Konkurrenten neben der Strecke sah. Kyle Busch wurde am weitesten herausgetragen und verlor in der Anfahrt auf die Esses daher sehr viel Schwung, was Brad Keselowski bergauf die innere Linie öffnete. Busch versuchte zwar noch, diese Lücke zu schließen, doch die #2 befand sich bereits neben ihm. Es kam wie es kommen musste, die #18 trudelte von der Strecke und ein vermutlich sehr angefressener, eigentlich sicherer Sieger musste sich mit Platz 7 begnügen. Das bringt Busch im Kampf um die Wildcards natürlich überhaupt nicht weiter und kostet ihn möglicherweise sogar die Chase-Teilnahme, wer weiß?!

Verblieben also nur noch zwei Streithähne, da Jimmie Johnson sich mittlerweile einen Rückstand von neun Sekunden auf die Spitze eingefangen hatte. Brad Keselowski und Marcos Ambrose lieferten sich auf der ölverschmierten Strecke einen wilden Kampf, der teilweise auch eher neben als auf der Fahrbahn ausgetragen wurde. Nach Turn 10 bumpte sich Ambrose an Keselowski vorbei, welcher sich in Turn 11 brav revanchierte. Dies brachte beide Piloten Kopf-an-Kopf in die allerletzte Kurve, auf der Ambrose schließlich die Innenbahn vorteilhaft für sich nutzen konnte. Worte können dieses Finish eigentlich nur schwer beschreiben, weshalb ich nachfolgend auch noch ein HD-Video davon anfügen möchte. Die letzten beiden Runden starten ab 1m52s:

Für Marcos Ambrose ist das natürlich ein toller Erfolg, immerhin konnte er damit das zweite Rennen in Watkins Glen in Folge für sich entscheiden. Zusätzlich bringt er sich ebenfalls für den Kampf um die beiden Wildcards in Stellung, auch wenn ein zweiter Saisonsieg natürlich unwahrscheinlicher als bei der direkten Konkurrenz erscheint. Aber: In Michigan, wo am nächsten Wochenende gefahren wird, holte er im Juni die Pole-Position, ausschließen sollte man also nichts.

Brad Keselowski gab sich als guter Verlierer und klang in seinem Post-Race-Interview sehr versöhnlich, auch wenn er sichtlich völlig mit Adrenalin zugepumpt war, aber das kann man ihm wohl nicht verübeln. Während die beiden Erst- und Zweitplatzierten übereinstimmend von „tollem Racing“ sprachen, welches man „jede Woche sehen sollte“, gab es von Kyle Busch keinerlei Reaktion mehr, vielleicht war das aber auch besser so. Lediglich sein Crew-Chief Dave Rogers fasste die Enttäuschung des Teams in Worte und überhaupt: wer will schon einen Busch-Bruder nach so einem Rennen interviewen?

Kurz noch zum Rest vom Schützenfest:

- Die Top5 komplettierten hinter Johnson noch Clint Bowyer sowie ein stark auffahrender Sam Hornish Jr, welcher sich mit diesem Ergebnis sicherlich für den Platz im Cockpit der #22 im nächsten Jahr beworben hat.

- Die Top10 vervollständigten sich durch Greg Biffle, Kyle Busch, Matt Kenseth, Regan Smith sowie Martin Truex Jr, somit konnte also auch Roush-Fenway Racing mit Ausnahme von – wieder einmal – Carl Edwards ein solides Rennen abliefern.

- Michael Waltrip Racing und Joe Gibbs Racing zeigten sich in etwa gleichauf, wenn man die Ergebnisse vergleicht: MWR brachte zwei Fahrer in die Top10, während JGR das beste Auto des Rennens stellte. Beide Teams hatten jeweils einen Motorschaden (Denny Hamlin, Brian Vickers) zu verzeichnen.

- Hendrick Motorsports hatte mit viel Pech zu kämpfen, denn nach den Drehern von Kasey Kahne (13.) und Dale Earnhardt Jr (28.) verlor auch Jeff Gordon (21.) sein Auto im Finale und musste ein sicheres Top10-Ergebnis aufgeben. Natürlich hilft ihm keines der beiden Szenarien in Bezug auf die Wildcards, da muss in Michigan noch mehr kommen. Immerhin kann Gordon von sich sagen, dass die Ölspur Schuld an seinem schlechten Finish war.

- Tony Stewart (19.) lieferte bis zu seinem Dreher in die Boxengasse eigentlich ein sehr gutes Rennen ab, wenn man bedenkt, dass er zwischenzeitlich bei einem Pitstop verbotenerweise die Tankkanne mitgehen ließ. Smoke verlor wegen der logischen Durchfahrtsstrafe viele Plätze und kämpfte sich später wieder bis auf Platz 2 nach vorne.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!), auf die Situation im Kampf um die Wildcards werde ich in der Vorschau für Michigan genauer eingehen, denn für heute habe ich meine Lenkzeit schon deutlich überschritten.

2012watkinsglenNSCSfingerlakesambrosevictorylane 2012watkinsglenNSCSfingerlakes355flyover 2012watkinsglenNSCSfingerlakesstartmontoya 2012watkinsglenNSCSfingerlakeskylebuschleads 2012watkinsglenNSCSfingerlakesclintbowyer 2012watkinsglenNSCSfingerlakesjamiemcmurray 2012watkinsglenNSCSfingerlakesdennyhamlin 2012watkinsglenNSCSfingerlakesjuanpablomontoya 2012watkinsglenNSCSfingerlakeskeselowskiambrose1 2012watkinsglenNSCSfingerlakeskylebuschspin 2012watkinsglenNSCSfingerlakeskeselowskiambrose 2012watkinsglenNSCSfingerlakeskeselowskiambrose2 2012watkinsglenNSCSfingerlakesmarcosambrosefinish Finger Lakes 355 at the Glen 2012watkinsglenNSCSfingerlakespettyambrose

flattr this!

August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

May 17 2011

06:35

NASCAR: Analyse Dover Mai 2011

333 Runden lang hatten Jimmie Johnson und Carl Edwards das Feld im Griff, bevor sich zuerst Clint Bowyer und später Matt Kenseth sowie Mark Martin gegen die Dominanz auflehnten. Grip-Veränderungen auf der Strecke machten Strategiespiele möglich, welche die konservativ agierenden Führenden nicht eingehen wollten. Kenseth nahm ihnen daher den Sieg ab!

Das Rennen auf dem Dover International Speedway am Sonntag war nun nicht unbedingt der Brüller, plätscherte es doch mehr als ein Dreiviertel der Renndistanz vor sich hin. 331 Runden lang war so gut wie nichts passiert, während sich Jimmie Johnson und Carl Edwards wie erwartet an der Spitze um die Führung stritten. Kasey Kahne läutete mit einem Mauerkuss Gelbphase #5 und damit die entscheidende Phase des Rennens ein. Die folgenden Boxenstopps brachten dann erstmals Clint Bowyer nach einer Turboabfertigung vor die beiden Favoriten. Das ist jetzt zwar nicht so ungewöhnlich, jedoch war Bowyer in der folgenden Grünphase der erste Pilot des Tages, welcher sich auch länger als ein oder zwei Runden gegen Johnson und Edwards durchsetzen konnte. Allerdings war nach dem Schwenken der grünen Flagge über 60 Runden vor dem Ende klar, dass der Sprit im Tank wohl genau nicht ausreichen würde.

Nach knapp 30 Runden unter Grün sah plötzlich Clint Bowyer wie der sichere Sieger aus, da er mit Clean-Air die Verfolger locker hinter sich halten konnte. Für den letzten Game-Changer des Rennens sorgte dann Juan Pablo Montoya, der schon den ganzen Tag über massive Probleme hatte und sich ohne Fremdverschulden in die Mauer drehte, womit er die sechste und letzte Caution verursachte. Die nun folgenden finalen Pitstops lösten damit zwar alle etwaigen Tankspielereien in Luft auf, doch eine wichtige Frage galt es noch zu beantworten: zwei oder vier neue Reifen?

Während Clint Bowyer, Jimmie Johnson und Carl Edwards als Top3-Piloten natürlich die konservative Spielweise vertraten, gab es zur Überraschung vieler Beobachter einige Piloten, die sich mit zwei neuen Pneus wieder auf die Strecke wagten. So setzten sich unter anderem Matt Kenseth, Dale Earnhardt Jr und Brian Vickers durch diese Taktik vor die Favoriten. Mark Martin löste diese Problematik auf seine Weise und ging einfach gar nicht an die Boxengasse, womit er sich natürlich auch eng am Rande des Tankfensters bewegen sollte. Allerdings stellte sich die Frage, ob er ohne frische Reifen überhaupt länger als eine halbe Runde der lauernden Meute entfliehen können würde.

Die Strategie zahlte sich für einige Fahrer aus, Junior und Jeff Gordon kamen aber leider nicht in diesen Genuss und wurden in den verbleibenden 34 Runden noch von der Konkurrenz aus den Top10 herausgefahren. Besser funktionierten die zwei Reifen ganz vorne in Clean-Air, wo Kenseth schließlich Martin überholte, der sich aber erstaunlicherweise auf den alten Gummis zwei Umläufe in Führung halten konnte. Die Favoriten hatten inzwischen Pech, weil gleich mehrere Piloten auf der Zwei-Reifen-Strategie einen zu großen Puffer zwischen ihnen und dem nun Führenden Matt Kenseth bildeten. Mitten im Verkehr hatten Bowyer, Johnson und Edwards keine Chance mehr und mussten am Ende nach überragender Dominanz mit Plätzen außerhalb der Top5 Vorlieb nehmen, während Kenseth fast ungefährdet seinen zweiten Saisonsieg einfuhr.

Die nachträgliche Analyse der letzten Boxenstopp-Phase lässt den Erfolg der nur zwei neuen Reifen bei der Mischung an sich und ihrer Zusammenarbeit mit der Strecke finden. Nach mehreren Regenschauern Samstag und auch Sonntag gingen die Fahrer um 19:15 Uhr auf eine nahezu grüne Strecke, weswegen auch eine Competition-Caution in Runde 40 notwendig wurde, um den Reifenverschleiß überprüfen zu können. Im Laufe des Rennens verteilte sich das Gummi sehr gut auf der Betonbahn und bildete auf den unteren beiden Spuren einen durchgehenden schwarzen Film. Paradoxerweise erwähnten aber einige Fahrer in den Post-Race-Interviews, dass der viele Abrieb die Strecke eher rutschiger gemacht hätte und eigentlich würde man ja eher das Gegenteil erwarten.

Das führte dann spät im Rennen auch dazu, dass oberhalb der schwarzen Spur eine dritte Lane aufgemacht wurde, um gegen den verstärkten Grip-Verlust anzukämpfen. Was der Abrieb aber auch brachte, war extrem verminderter Reifenverschleiß! Das sorgte im Finale dann schließlich dafür, dass die alten Gummis gegenüber den neuen Pneus keinen größeren Nachteil hatten, weil sie sich nur noch mit dem vorhandenen Gummiabrieb auf der Strecke auseinandersetzen mussten und nicht mehr mit dem Betonbelag an sich.

Zwar versuchte sich Clint Bowyer am Anfang des Rennens in der Competition-Caution ebenfalls an nur zwei neuen Reifen, zu diesem Zeitpunkt war aber noch längst nicht genug Gummi auf der Strecke verteilt. Die Erfahrung aus besagtem Boxenstopp könnte die Favoriten am Ende davon abgehalten haben, ein Wagnis einzugehen. Der Mut einiger anderer Piloten und deren Crew-Chiefs, wie z.B. Kenseth und Vickers, wurde daher dieses Mal belohnt. Sicherlich aber ein Ergebnis besonderer Umstände…

Zu den Ergebnissen ausgewählter Piloten:

- Während Matt Kenseth und Mark Martin als erste beide Fahrer die Zieldurchfahrt unternahmen, komplettierten Marcos Ambrose, Kyle Busch und Brian Vickers die Top5. Ambrose und Vickers fuhren ein fehlerfreies Rennen und wurden für ihre Anstrengungen endlich mal belohnt. Bei Vickers war Dover unterdessen im letzten Jahr der erste Saisonlauf, welchen er wegen seiner Krankheit aussetzen musste. Kyle Busch holte den vierten Rang nach einer fulminanten Aufholjagd (alleine beim letzten Restart überholte er innerhalb einer Runde fünf andere Piloten auf der äußeren Spur) vom Ende des Feldes, nachdem er wegen eines Motorenwechsels von ganz hinten starten musste.

- Die eigentlichen Sieger Clint Bowyer und Carl Edwards landeten nur auf den Plätzen 6 und 7, dahinter liefen Martin Truex, Jimmie Johnson und Kevin Harvick ein. Johnson hatte in Dover zuvor 207 Runden geführt und sich damit den Bonuspunkt in dieser Kategorie verdient. Zufrieden können er und sein Team deshalb aber natürlich nicht sein. Besser lief es da im Endeffekt eher für Richard Childress Racing, die drei ihrer vier Fahrer in die Top11 brachten, welche Jeff Burton komplettierte. Lediglich Paul Menard warf mit einem Mauerkuss in Runde 340 ein besseres Ergebnis für sich und die Truppe weg. Diese Steigerung hatte ich im Vorfeld nicht erwartet.

- Dale Earnhardt Jr, Kurt Busch, Brad Keselowski und David Reutimann lieferten neben Burton solide Resultate innerhalb der Top15 ab, vor allem bei den drei letztgenannten Fahrern ist dies ja schon ein gewaltiger Fortschritt in diesem Jahr. Direkt dahinter verpassten Jeff Gordon und Denny Hamlin einen Einzug in die Top15 knapp, wobei diese Ergebnis-Gefilde allerdings auch nicht ihr Ziel sein dürfen und sollten.

- Enttäuscht haben an diesem Wochenende auch Greg Biffle (19.), Jamie McMurray (20.), Ryan Newman (21.) und abermals Joey Logano, der sich sogar nur auf Rang 27 einfand, nachdem er sich bereits in Runde 20 in den Top10 liegend drehte und früh eine Runde verlor. Davon konnte er sich nicht in der Folge nicht mehr erholen. Ganz schlimm erwischte es Tony Stewart (29.) und Juan Pablo Montoya (32.), welche überhaupt nichts mit dem Handling ihrer Autos anfangen konnten. Beide landeten mindestens fünf Runden hinter der Spitze im Ziel.

- Die Pechvögel des Rennens waren Regan Smith (34.), Kasey Kahne (36.) und AJ Allmendinger (37.). Alle drei Piloten mussten, nachdem sie zuvor konstant innerhalb der Top10 unterwegs waren, schwere Rückschläge hinnehmen. Bei Smith brach knapp 100 Runden vor Schluss die Trackbar, während Kahne etwa zur selben Zeit einen Motorschaden hinnehmen musste. Bei einem Restart kam der Toyota nicht auf Touren, was Kasey zum Zurückschalten provozierte, wobei er die Maschine dann blöderweise überdrehte. Allmendinger traf das gleiche Schicksal wie Kahne, jedoch verabschiedete sich sein Motor kurz vor Halbzeit ohne Eigenverschulden.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 10 2010

09:26

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2010 / News

Nach drei Jahren konnte Juan Pablo Montoya endlich seinen zweiten Sprint-Cup-Sieg feiern. Einziger Wermutstropfen: Watkins Glen ist eben kein Oval, sondern eine Rundstrecke. Für Marcos Ambrose reichte es nach seinem Nationwide-Erfolg wieder nicht für den ersten Cup-Sieg.

Noch am Samstag berief Chip Ganassi beim Team von Juan Pablo Montoya eine Krisensitzung ein. Zu viele Fehler wurden in der Vergangenheit von allen Beteiligten an der #42 gemacht: Neben nicht selbstverschuldeten Ausfällen kam es zu Fehlentscheidungen von Crew Chief Brian Pattie, sowie Fahrfehlern von Montoya. In der Meisterschaft verlor man dadurch wertvollen Boden, der Chase ist in weite Ferne gerückt. Das Machtwort des Teamchefs scheint gefruchtet zu haben, beim Rennen in Watkins Glen lief ausnahmsweise mal alles glatt. 74 von 90 Runden führte der Kolumbianer und gewann das Rennen so auf eine dominante Art und Weise.

Polesitter Carl Edwards war seine Führung bereits nach kurzer Zeit los, denn Jamie McMurray ging mit Teamkollege Montoya im Schlepptau schon in Runde 2 an der #99 vorbei. Wenige Umläufe später kämpfte sich Montoya dann an die Spitze und gab den Platz an der Sonne bis kurz vor Rennhalbzeit nicht mehr ab. Der einzige ernsthafte Gegner der #42, Marcos Ambrose, musste von Platz 11 starten und sich erst mühsam nach vorne kämpfen, bevor er Montoya in Runde 40 dann überholen konnte. Lediglich eine Gelbphase unterbrach zwischenzeitlich diese erste Hälfte des Rennens.

Zwei Runden später kam dann die zweite Caution raus, weil Bobby Labonte auf der Strecke liegen geblieben war. Beim Neustart verschaltete Ambrose sich und musste die Führung noch in der ersten Kurve wieder an Montoya abgeben. Er fiel bis auf Platz 4 hinter Kurt Busch und AJ Allmendinger zurück. Vier Umläufe später hatte er die zweite Position zwar bereits wieder zurückerobert, doch auf die #42 konnte er nur langsam Boden gutmachen.

Nach zwei Dritteln der Renndistanz standen dann Boxenstopps unter grüner Flagge an, direkt gefolgt von einer Caution wegen Trümmerteilen auf der Fahrbahn. Dabei kam es aber zu keinerlei Veränderungen an der Spitze. Beim Restart in Runde 65 begann dann die turbulente und entscheidende Phase, als unter anderem klar wurde, dass nur noch ein weiterer Tankstopp zu absolvieren sein würde. Eine Runde hielt das Glück, bis Boris Said in den „Esses“ von Tony Stewart umgedreht wurde, nachdem der Red-Bull-Gastfahrer zuvor Stewarts #14 bei einem Überholversuch fast von der Strecke schob – ein klassisches Revanchemanöver also.

Fünf Runden später erfolgte der nächste Startversuch, doch auch dieses Mal ging es nicht lange gut: Jimmie Johnson drehte sich und räumte dabei Denny Hamlin mit ab. Hamlin war mit Johnsons Aktion später nicht wirklich zufrieden, was schon rechtzeitig vor dem Chase eine Fehde zwischen den beiden größten Meisterschaftsfavoriten einleiten könnte.

In Runde 75 begann der Schlussspurt über 15 Umläufe, welchen Montoya gefolgt von Ambrose, Kurt Busch, AJ Allmendinger und Jamie McMurray beim Schwenken der grünen Flagge einleitete. Ambrose erwischte wieder keinen optimalen Start und musste die zweite Position kurzzeitig und letztlich ganz und gar an Busch abgeben. Montoya gelang es aber, den Abstand auf seine Verfolger immer weiter anwachsen zu lassen. Auf dem Weg zu seinem zweiten Sprint-Cup-Sieg führte er dabei 74 der 90 Runden und dominierte das Rennen fehlerfrei.

Vom Speed her war die #47 von Marcos Ambrose vielleicht sogar der #42 überlegen, doch der einzige ernsthafte Konkurrent von Montoya erwischte zwei schlechte Restarts und schmiss so einen möglichen Sieg weg. Nach drei aufeinanderfolgenden Nationwide-Series-Siegen in Watkins Glen und dem Pech im Frühsommer in Sonoma hätte sich auch Ambrose am Sonntag ein persönliches Happyend verschaffen können.

Kurt Busch beendete ein sauberes Rennen auf dem zweiten Platz, gefolgt von eben Marcos Ambrose. Ebenfalls unauffällig unterwegs war AJ Allmendinger, der im besten Ford den vierten Rang holte. Damit waren alle vier Hersteller in den Top4 vertreten und der fünfte Platz von Carl Edwards beweist, dass Ford nun endgültig wieder vorne mit dabei ist. Der zweite Wagen von Earnhardt-Ganassi Racing mit Jamie McMurray landete auf Rang 6, gefolgt von Tony Stewart, der damit eine außergewöhnliche Serie von ersten und zweiten Plätzen in Folge beendete. Kyle Busch hatte noch vor dem Start des Rennens massive technische Probleme. Nachdem seine Crew den Wagen wieder flott gemacht hatte, konnte er noch bis auf Platz 8 nach vorne fahren. Jeff Burton und Jeff Gordon komplettierten die Top10. Der Führende in der Meisterschaft Kevin Harvick beendete das Rennen auf Platz 11 und wurde damit seiner unglaublichen Konstanz wieder einmal gerecht.

Nicht so gut lief es bei den oben erwähnten Jimmie Johnson und Denny Hamlin: Während für Hamlin das Rennen nach 70 Runden beendet war, konnte Johnson wenigstens noch am Ende der Führungsrunde Schadensbegrenzung betreiben. Nur zwei Plätze vor ihm kam sein Teamkollege Dale Earnhardt Jr ins Ziel, der über das gesamte Rennen sein Fahrzeughandling nicht in den Griff bekam. Zwar ist Junior kein „road racer“, doch ist Rang 26 für seine Chase-Ambitionen deutlich zu wenig. Greg Biffle, der Sieger des letzten Rennens, erlebte ebenfalls einen sehr schlechten Tag. War er zu Anfang noch in den Top5 zu finden, so verlor er nach einem Restart im letzten Renndrittel sagenhafte 17 Plätze in einer Runde, um am Ende auf Rang 24 abgewinkt zu werden.

In der Fahrerwertung ist es im Kampf um die letzten Chase-Plätze auch wieder etwas enger geworden, weil die bisherige rote Laterne der Top12, Clint Bowyer, nur auf Platz 32 ins Ziel kam. Von seinem Auto brach ein Teil ab, was eine Gelbphase auslöste und für die Mannschaft der #33 eine längere Reparaturpause bedeutet. Der direkte Verfolger Mark Martin witterte daraufhin seine Chance und versprach per Funk, er würde sich „Mühe geben, seinen Wagen nicht zu zerstören“. Platz 19 von Martin war daraufhin natürlich zwar etwas suboptimal, brachte den Routinier aber zurück in die Chase-Ränge. Damit befinden sich nun wieder drei Fahrer innerhalb von 100 Punkten hinter den Top12, siehe Grafik unten. Montoya hat nach seinem Sieg 205 Punkte Rückstand, allerdings dürfte es unmöglich sein, dieses Polster noch zu egalisieren. Bei der #42 wird man sich eher auf weitere Rennsiege konzentrieren, zumal ja auch der erste Oval-Erfolg noch aussteht.

Patrick Carpentier fuhr für Bill Jenkins auf Platz 21 und verkürzte damit den Rückstand der #26 in der Owner-Wertung um einige Zähler, wo jetzt Kevin Conway nur noch 182 Punkte Vorsprung auf Rang 36 hat. Auch Andy Lally brachte der #71 von TRG Motorsports ein paar dringend benötigte Punkte und hievte den Wagen mit einem 18. Platz drei Ränge in der Wertung nach oben.

News

Update: Kurz vor Erscheinen des Artikels wurde aa

August 06 2010

06:30

NASCAR: Vorschau Watkins Glen 2010 / News

Nach dem vielgescholtenen Pocono Raceway wird in dieser Woche auf dem Watkins Glen International gefahren, wo nach Unfällen von Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr 2009 viel für die Sicherheit der Strecke getan wurde. Rundkurs-Action also in Sprint Cup und Nationwide Series.

Vergangenes Jahr gab es ausgangs Turn 5 bzw. 9 (“inner loop”) zwei größere Unfälle in den beiden nationalen Rennserien der NASCAR, welche auch auf Rundkursen unterwegs sind: Jason Leffler stieg im Freien Training der Nationwide Series in die Luft auf</a> und zwei Tage später kam es <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">im Cup-Rennen zu einem ähnlichen Vorfall. Sam Hornish Jr kam in einem Duell mit Kasey Kahne von der Strecke ab und wurde nach einem Einschlag in den äußeren Reifenstapel zurück auf die Strecke geschleudert. Da im Rennbetrieb allerdings mehr Verkehr herrschte, kamen auch nachfolgende Fahrzeug zu Schaden. Jeff Gordon wurde um 90 Grad gedreht, was zu einem ungebremsten Frontaleinschlag in die innere Leitplanke führte. Jetzt aber bitte nicht laut POCONO schreien, denn die Geschwindigkeiten auf der Rundstrecke im Ausgang dieser Kurve sind nicht mit dem Speed von Elliott Sadler auf der langen Geraden von Pocono zu vergleichen. Trotzdem haben die Verantwortlichen in Watkins Glen AJ Allmendinger für 2011 sicher</a>, denn er unterschrieb in dieser Woche einen langjährigen Vertrag mit dem Team. Auch <strong>Sponsor Best Buy</strong> soll angeblich <strong>kurz vor der Verlängerung</strong> stehen. Damit sind nach dem Abgang von Kasey Kahne und der Abkehr von Elliott Sadler, sowie dem möglichen Wechsel von Paul Menard nur zwei Ford bei RPM sicher und wahrscheinlich auch finanziert, denn: <strong>Stanley Tools</strong>, der Sponsor der #19, <strong>hat für 2011 unterschrieben</strong> und ich vermute stark, dass Marcos Ambrose diesen Wagen fahren wird. Er schloss kürzlich eine Rückkehr nach Australien zwar nicht aus, erklärte aber auch, dass er mit der NASCAR a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">noch eine offene Rechnung habe. Mein Tipp für RPM 2011: Nur noch zwei Teams mit eben Allmendinger und Ambrose. Bei dem Schrumpfkurs bleibt nur abzuwarten, wann der Sprint Cup kein volles Starterfeld mehr sieht.

June 22 2010

16:30

NASCAR: Analyse Sonoma 2010

Zwei actionreiche Rennen bot die NASCAR am Wochenende bei den ersten Ausflügen des Jahres auf Rundkursen. Dabei wiesen die Meisterschaftsläufe von Nationwide Series und Sprint Cup erstaunliche Parallelen auf und hatten auf ihre Art quasi jeweils einen „first time“-Sieger.

Zwei Rundkursspezialisten, die fast gewonnen hätten wäre das Pech nicht hinzu gekommen, Dreher teilweise fast im Minutentakt, eine Unterbrechung des Rennens wegen einer Massenkarambolage und am Ende einen Sieger, für den es auf eine bestimmte Art und Weise das erste Mal war. Damit könnten jetzt im Prinzip beide Rennen des Wochenendes gemeint sein, da sich große Teile der Action des Nationwide Rennens bei den Cup-Stars wiederholten. Am Samstag war es Carl Edwards, der das Rennen auf der Road America in Elkhart Lake, Wisconsin gewann und damit den ersten Sieg für Ford in diesem Jahr einstrich. Dabei hätte auch Jacques Villeneuve am Ende in der „victory lane“ landen können, wäre ihm nicht wenige Runden vor Schluss der Motor hochgegangen. Zuvor musste er sich auch mit einem eingedrückten Kotflügel inkl. „tire rub“ auseinandersetzen.

Die turbulente Schlussphase, welche fast keine Runde ohne einen Dreher auf der Strecke sah, wurde nach einer Massenkarambolage in Runde 30 von 50 eingeleitet. Da gleich neun Wagen in diesen Unfall verwickelt waren, dauerten die Aufräumarbeiten einige Zeit, was NASCAR zu einer halbstündigen Unterbrechung des Rennens zwang. Außer Edwards und Villeneuve konnten auch Paul Menard und Brendan Gaughan mit einer Menge Talent aufblitzen, deren „road course“-Talent war mir bisher unbekannt. Weil Brad Keselowski als Dritter abgewinkt wurde, konnte Edwards nicht sonderlich viele Punkte auf den Meisterschaftsführenden aufholen. Keselowskis Vorsprung beträgt nach dem Rennen in Wisconsin und vor dem in New Hampshire nun immer noch gewaltige 272 Punkte. Der Dritte Justin Allgaier konnte nach einem Schaden an der Antriebsachse nur einen 35. Platz ins Ziel bringen. Die Strecke selbst erhielt von den Beteiligten gute Noten.

Das Cup-Rennen kam nach einem vorsichtigen Start dann doch noch richtig in Schwung

Der Sonntag gehörte dann dem Sprint Cup in Sonoma, der auch nicht zu wenig Action bot. Auffällig war aber, dass sich im Gegensatz zum Nationwide Rennen weniger Fahrer mit Drehern von der Strecke verabschiedeten. Das Fahrermaterial in der ersten Liga wartete also mit deutlich mehr Können und Klasse auf. Allerdings gab es auch Ausnahmen, z.B. schob Jeff Gordon gleich drei Konkurrenten während des Rennens auf uncharmante Art und Weise von der Piste. Martin Truex Jr sinnt derweil auf Rache und kommentierte die Szene im Boxenfunk auch nicht gerade familienfreundlich. Auch Brad Keselowski machte sich hier im Chat wohl keine Freunde, als er Mattias Ekström abräumte und ihn womöglich ein Top10/Top15-Ergebnis kostete. Am besten fange ich mit der Analyse aber ganz am Anfang des Rennens an:

Polesitter Kasey Kahne überstand an der Spitze nach dem Start keine komplette Runde und wurde ziemlich schnell von Jimmie Johnson überholt. Johnson kristallisierte sich schnell als einer der beiden Fahrer heraus, die es zu schlagen galt. Der andere Pilot war Marcos Ambrose, der mit Bestzeiten in allen drei Trainingssitzungen auf sich aufmerksam machte. Nur im Qualifying beraubte er sich mit einem Fahrfehler eines besseren Startplatzes und musste vom sechsten Rang ins Rennen gehen. Die erste Caution lies nicht lange auf sich warten, denn nach elf Runden wurden einige Fahrer zu ungeduldig. Eine Kollision beendete das Rennen für Kyle Busch, zwar kam er nach aufwändigen Reparaturen noch einmal zurück auf die Strecke, doch mit Rundenrückstand war maximal Platz 39 drin. Einige Fahrer nutzten diese frühe Gelbphase für erste Abstimmungsarbeiten am Auto, unter anderem Juan Pablo Montoya und Jeff Burton. Die Führenden blieben geschlossen auf der Strecke.

Diese unterschiedlichen Entscheidungen sorgten dann schon für eine Aufteilung der Strategien, weil das Rennen in einen ordentlichen Fluss kam. Ab Runde 27 waren die ersten Stopps unter grüner Flagge angesagt, aber nicht weil das Benzin knapp wurde. Die Reifen verloren auf der Berg- und Talbahn von Sonoma einfach zu schnell an Grip, was einen frühen Wechsel vorteilhaft machte. Beim „cycle-through“ übernahm dann in Runde 35 Tony Stewart kurzzeitig die Führung, bevor er sie zwei Umläufe später an Mattias Ekström abgeben musste. Der Schwede hatte in der ersten Gelbphase nachgetankt und konnte nun einige Führungskilometer sammeln. Da seine Reifen recht schnell nachließen, war Ekström den Platz an der Sonne aber schon in Runde 43 wieder an Jimmie Johnson los.

Denny Hamlin hatte genau wie seine anderen Gibbs-Teamkollegen eine Menge Pech

Einen Umlauf später bekam Denny Hamlin ein mehr oder weniger schlimmes Problem: Weil die Halterungen der Motorhaube versagten, klappte diese gegen die Windschutzscheibe. Hamlin musste unter Anleitung seines Spotters die Runde beenden und im Blindflug die Boxengasse ansteuern, wo sein Team die Haube wieder befestigte. Damit war das Problem gelöst, aber sofort tat sich ein weiteres auf: Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse war Hamlin zu schnell unterwegs und musste prompt noch eine Durchfahrtsstrafe absolvieren. Das alles brachte den Meisterschaftsanwärter so aus dem Konzept, dass am Ende nicht mehr als Platz 34 drin war. In der Punktetabelle kostete Busch und Hamlin das Sonoma-Rennen zwei Ränge, denn Konkurrent Jimmie Johnson konnte sich mit seinem späteren Sieg an beiden Fahrern vorbei auf Platz 2 hinter Kevin Harvick schieben.

Die lange Grünphase hielt derweil bis kurz nach Rennhalbzeit an und NASCAR kam der Dreher von Dave Blaney in Runde 58 vermutlich sehr gelegen, denn Johnson hatte sein Führungspolster mittlerweile auf 13 Sekunden ausbauen können. Der vierfache Meister war von seinem Crew Chief Chad Knaus aufgrund des großen Abstands angewiesen worden, die Reifen zu schonen und Benzin zu sparen, damit die #48 mit zwei Boxenstopps durchfahren könnte. Marcos Ambrose entschloss sich zwischenzeitlich anders und bog nur ein paar Runden zuvor mit einer Drei-Stopp-Strategie in die Boxengasse ab, wohl auch weil die neuen Reifen so gut funktionierten. Boris Said blieb während der Caution auf der Strecke und übernahm die Führung von Johnson, Ekström der weiterhin „out of sequence“ war, lag plötzlich auf Rang vier.

Said konnte die Führung exakt eine Runde lang verteidigen, bevor Marcos Ambrose zur Stelle war und von da an unwiderstehlich auf seinen ersten Cup-Sieg zufuhr. Nun begannen die lustigen fünf Minuten von Jeff Gordon: Zuerst legte er sich in Turn 7a mit Montoya an, was einen weiteren Konkurrenten auf der Außenbahn in einen Dreher zwang. Nur wenige Kurven weiter in Turn 11 räumte Gordon dann Martin Truex Jr ab, weil Ersterer in der Anfahrt der Haarnadelkurve einfach zu spät auf der Bremse war. Kurz danach in Runde 64 drehte sich Brad Keselowski von der Strecke und löste damit Gelbphase Nummer Vier aus. Beim folgenden Restart brach das totale Chaos aus, weil Boris Said einen Rückstau verursachte, der am Ende des Feldes einem Nebelunfall auf der A3 glich. Leider nahm diese Massenkarambolage auch den Rachsüchtigen Truex aus dem Rennen, der Jeff Gordon am liebsten noch vor New Hampshire ein weiteres Mal begegnet wäre.

Während der Aufräumarbeiten hatten die Gemüter ein wenig Zeit, um abzukühlen

Nach 20 Minuten Unterbrechung hatte das Streckenpersonal die Unfallstelle geräumt und gesäubert, sodass Marcos Ambrose in Runde 70 beim Restart das Feld anführen konnte. Schnell war Johnson auf Platz 2 zurück und das Favoritenduo fuhr gemeinsam an der Spitze Runde um Runde ab. Schon sieben Umläufe später begann eine neue Welle von „green flag stops“, die Montoya einleitete. Da noch ca. 30 Runden bis zum Ende des Rennens zu fahren waren, lag man somit nach einem Boxenstopps ab sofort im Benzinfenster, um bis zum Schluss durchzufahren. Auch Johnson und Ambrose nutzten diese Möglichkeit, was dann nacheinander Clint Bowyer und Elliott Sadler und Boris Said beim „cycle-through“ einige Führungsrunden bescherte. Robby Gordon, der spätere Zweitplatzierte, hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt schon still und heimlich in die Top5 gefahren.

Die Sonoma-Pechsträhne von Joe Gibbs Racing setzte dann Joey Logano im dritten JGR-Toyota fort. Montoya nahm den Rookie des Vorjahres aus dem Rennen und wünschte dessen Vater Tom über Funk einen fröhlichen Vatertag – auch nicht unbedingt eine nette Aktion. Loganos Rennen war damit genauso wie das seiner Teamkollegen gelaufen, am Ende kam er auf Rang 33 an. Die dadurch ausgelöste fünfte Caution war in Runde 88 beendet und Boris Said verlor seine Führung recht schnell wieder an Marcos Ambrose und Jimmie Johnson, während er sich selbst mit Brad Keselowski um Platz 3 prügelte. Keselowski fiel nach einigen Kontakten im Feld zurück und war in Runde 92 knapp außerhalb der Top10 bei Mattias Ekström angekommen. In den „Esses“ war der Schwede dann dran, „Bad Brad“ ließ dem Gaststarter keinen Platz und schickte ihn in einen Dreher, der ein gutes Resultat nach einem soliden Rennen leider verhinderte.

Im Finale musste sich Marcos Ambrose nur aufgrund eines Fehlers geschlagen geben

Zum Restart in Runde 95 waren dann die Plätze für den finalen Kampf in den letzten 15 Umläufen bezogen. Marcos Ambrose und Jimmie Johnson gingen als größte Favoriten gemeinsam in Führung, dahinter lauerten Robby Gordon, Greg Biffle und Boris Said. Bis Runde 103 ging alles gut, doch dann verwickelte Keselowski sich erneut in ein Scharmützel. Nach einer Kollision mit David Gilliland gelangten Flüssigkeiten auf die Strecke, welche NASCAR unter Gelb beseitigen wollte. Da niemand sicher war, ob es zu einer, zwei oder gar drei „green-white-checkered“-Verlängerungen kommen würde, begannen einige Fahrer damit, Benzin zu sparen. Für den Führenden Marcos Ambrose sollte sich das als fatal und rennentscheidend entpuppen. Bei der Überfahrt der Ziellinie schaltete er den Motor ab, um im Leerlauf den Wagen rollen zu lassen. Allerdings bekam er selbigen nicht mehr rechtzeitig für die Bergauf-Passage angeschaltet, was die #47 komplett zum Stillstand brachte.

Da die NASCAR-Regeln besagen, dass ein Auto unter Gelb mit der Geschwindigkeit des Pace-Cars mithalten muss, um seine Platzierung zu behalten, war Ambrose durch seinen Stopp die Führung los. Er versuchte zwar, seinen alten Platz wieder einzunehmen, doch NASCAR pfiff den Australier zurück. Durch diesen blöden Zwischenfall konnte Ambrose also seinen ersten Sprint-Cup-Sieg knicken und Jimmie Johnson war an der Spitze Tür und Tor geöffnet, seinerseits seinen ersten Rundkurs-Erfolg einzufahren. Robby Gordon konnte nach dem Restart nicht mehr gegen Johnson auftrumpfen und gab sich zugunsten eines Sprunges in der Owner-Wertung mit dem zweiten Platz zufrieden. Ambrose kam nur auf einem für ihn enttäuschenden sechsten Platz an. Kevin Harvick (3.) und Kasey Kahne (4.) konnten sich in einem unauffälligem Rennen aus allen Reibereien heraushalten und ein Top5-Ergebnis nach Hause bringen. Jeff Gordon komplettierte die Top5.

Die Plätze 7 bis 10 gingen an Greg Biffle, Boris Said, Tony Stewart und Juan Pablo Montoya. Dale Earnhardt Jr erzielte ein für ihn gutes Rundkurs-Ergebnis und konnte mit Rang 11 einige Plätze in der Meisterschaftswertung gutmachen. Die beiden Gaststarter Jan Magnussen und Mattias Ekström kamen auf den Plätzen 12 und 21 ins Ziel und ohne die Verwicklung der #83 in einige Zwischenfälle wäre ein ähnliches Resultat wie das von Magnussen möglich gewesen. Auffällig ist auch, dass die Hersteller-Marken recht gleichmäßig verteilt in den Top10 zu finden sind. Eine Ausnahme bildet nur Dodge, deren bester Vertreter überraschenderweise nicht aus dem Penske-Lager kommt, das einen rabenschwarzen Tag erwischte. JJ Yeley im unterfinanzierten Whitney-Dodge kam auf Platz 26 ins Ziel, noch vor Kurt Busch und Co.

In der Meisterschaft haben sich Jimmie Johnson, Robby Gordon und die #26 verbessert

An der Verteilung der Chase-Plätze änderte sich eine Woche vor dem Start des „Race to the Chase“ nichts, nur die Reihenfolge wurde etwas durcheinander geworfen. Jimmie Johnson ist nach seinem Sieg wieder Zweiter und holte gleich vier Positionen auf. Da Kevin Harvick mit seinem dritten Platz einen sehr guten Punktetag hatte, konnte er seinen Vorsprung in der Meisterschaft ausbauen. Die Gibbs-Piloten fielen etwas zurück, sollten aber in New Hampshire wieder voll mit dabei sein. Mit Dale Earnhardt Jr, Clint Bowyer und Ryan Newman haben wohl nur noch drei Fahrer eine wirklich ernsthafte Chance, sich einen Platz im Chase zu sichern. Alle Fahrer ab Platz 16, wie z.B. Jamie McMurray, Joey Logano, Kasey Kahne, Martin Truex Jr und Juan Pablo Montoya liegen mehr als 100 Punkte hinter Rang 12 und besitzen nun höchstens noch Außenseiterchancen.

Viel bewegt hat sich dagegen in den Top35 der Owner-Wertung: Robby Gordon und Boris Said haben mit zwei hervorragenden Resultaten viel Boden gewonnen. Die #7 ist nun sogar an Bobby Labonte vorbeigezogen und hat mit 39 Punkten einen halbwegs soliden Stand. In New Hampshire wird Gordon allerdings nicht fahren und auch die Vertretung PJ Jones darf wegen Sponsorenmangel nur einen „start&park“-Einsatz durchführen, damit bleibt es also knapp für Robby Gordon. Die #26 wird nun wieder von David Stremme gefahren und steht kurz vor einem garantierten Startplatz. Boris Saids achter Platz in Sonoma brachte das Auto von Latitude 43 an Travis Kvapil vorbei. Außerdem mischen Bobby Labonte und Front Row Motorsports freudig mit: Die #71 liegt nur noch knapp in den Top35, während Kvapil schon 90 Punkte Rückstand aufzuholen hat.

Die Qualität des Rennens haben wir sicher nicht der Berichterstattung von TNT zu verdanken

Das Rennen war mal wieder eines der besseren in letzter Zeit und hatte es wirklich in sich. Zwar hatten viele der Dreher und Zwischenfälle nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun, aber um eine Aussage aus dem Chat sinngemäß zu zitieren: „Es ist doch auch mal schön, wenn sich die Siegesanwärter nicht reihenweise nacheinander verabschieden.“ Leider ist das nun aber doch ein Mal passiert und kostete dem „Sieger der Herzen“ Marcos Ambrose den großen Triumph, um es mit einer bekannten deutschen Floskel auszudrücken. Ambrose war im Nachhinein a  

June 18 2010

07:30

NASCAR: Vorschau Sonoma 2010

An diesem Wochenende fährt die NASCAR wieder Rechtskurven: Der Cup ist auf dem Infineon Raceway in Sonoma, Kalifornien unterwegs und auch die Nationwide Series schnuppert „road course“-Luft, allerdings auf der Road America in Wisconsin; spaßig für die Doppelstarter.

Nun kommt wieder eines dieser Wochenenden auf das wir Europäer uns besonders freuen, denn Cup und Nationwide Series fahren gemeinsam nur fünf Rundstreckenrennen pro Saison, bei insgesamt 71 kombinierten Saisonläufen ist das eine Quote von gerade einmal 7%. Wieder werten gast-startende „road course ringer“ das Feld qualitativ auf, zudem sind einige Überraschungen möglich. Allerdings ist das Klischee der Rundstreckenspezialisten mittlerweile fast überfällig: Da die Leistungsdichte in den letzten Jahren deutlich angewachsen ist, braucht man eben selbst als „road course ringer“ ein vernünftiges Auto. Die Oval-Fahrer seien auf den „road courses“ mittlerweile konkurrenzfähig, so hört man seit einiger Zeit die Spatzen von den Dächern pfeifen.

Trotzdem hat man einige große Namen dabei und auch drei Europäer werden versuchen, sich ihren Weg ins Rennen zu bahnen. Dazu aber später mehr, zunächst gibt es einen Überblick über die Strecken: Die Nationwide Series fährt in Elkhart Lake, Wisconsin auf der Road America, die eher den Sportwagen- und ALMS-Fans bekannt sein dürfte, aber auch die ChampCars waren bis zu ihrer Beerdigung Ende2007/Anfang 2008 dort 26 Jahre lang unterwegs (außer 2005). Das neue Nationwide-Rennen kam eher zufällig zu Stande: Zwar trug der Cup 1956 schon einmal ein Rennen auf der Strecke aus, doch wäre die Milwaukee Mile bzw. deren Promoter nicht Pleite gegangen, hätte NASCAR nie nach einem Ersatzprogramm für dieses Wochenende suchen müssen. Den Sprint Cup verschlägt es an diesem Wochenende nach Sonoma, Kalifornien und zur dortigen Strecke habe ich etwas umfangreicher recherchiert. Da dies hier meine erste Vorschau für Sonoma ist, kommt die a  

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl