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December 12 2013

07:21

Formel Eins: Rückblick 2013 – Force India

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Motor Racing - Formula One World Championship - United States Grand Prix - Race Day - Austin, USADas kleine britisch-indische Team zeigte 2012 teilweise ganz erstaunliche Leistungen. Vor allem in der ersten Saisonhälfte gelang es Force India, zweimal in die Top 5 vorzudringen, was angesichts der Leistungsdichte an der Spitze schon überraschend war. Es ist insgesamt immer wieder erstaunlich, wie es dem Team gelingt, ohne allzu große Formschwankungen als “best of the rest” unterwegs zu sein. Zwar kann man davon ausgehen, dass das Budget der Inder größer ist als jenes von Sauber oder Toro Rosso, dennoch ist die Konstanz des Teams der Schlüssel zu den Erfolgen auch in diesem Jahr. Doch ganz unproblematisch lief die Saison auch nicht.

Die Änderung der Reifen durch Pirelli machte dem Team ab Ungarn zu schaffen, wie man deutlich an den eingefahrenen Punkten sehen kann. Von den 77 WM-Punkten, die Force India insgesamt erwirtschaftete, sammelte man 59 bis Ungarn. Danach ging für Force India nur noch wenig zusammen. Die neuen, haltbareren Reifen sorgten dafür, dass man die Pneus vor allem in der Qualifikation nicht mehr vernünftig auf Temperatur bekam. Die Folge war ein schwer einzuschätzendes Fahrverhalten. Sutil beklagte sich mehrfach über Über- und Untersteuern in verschiedenen Kurven, was zusätzlich die Reifen stärker belastete. Während es für Force India nach hinten ging, konnte Sauber von der Änderung profitieren.

Ein weiteres oft angesprochenes Problem ist die Entwicklung des Fahrzeugs. Auch Force India musste die Weiterentwicklung gegen Ende der Saison zurückstellen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr viel an Positionen in der WM zu holen. Sauber lag weit zurück, McLaren hatte sich deutlich abgesetzt und konnte in den letzten Rennen weiter zulegen. Dennoch war es ein gutes Jahr für die Inder, die mit einem eher konservativen Wagen an den Start gegangen waren. Diese Herangehensweise zahlte sich aber aus, vor allem weil Williams und McLaren komplett daneben lagen.

Die Fahrerpaarung war in diesem Jahr durchaus interessant. Nach dem Weggang von Hülkenberg holte man, relativ spät im Winter, Adrian Sutil wieder an Bord, der ein Jahr ausgesetzt hatte. Sutil brachte dem Team auch Geld mit, namentlich durch Medion und Capri-Sonne. Überraschend war, wie stark Sutil zu Beginn der Saison war. In den ersten Rennen konnte er sich deutlich besser in Szene setzen als sein Teamkollege Paul di Resta. Das lag aber auch daran, dass das Team Sutil häufiger auf eine aggressive Strategie setze, wie zum Beispiel in Australien, als er lange in den Top 3 unterwegs war. Di Resta setze dagegen auf die konservative Variante, landete damit aber meist direkt hinter seinem Teamkollegen.

Das erstaunliche bei der Betrachtung beider Fahrer ist, dass man Sutil (vielleicht auch weil man die “deutsche” Brille auf hat) stärker einschätzt als den Schotten. Laut den Zahlen stimmt dies aber überhaupt nicht. In der WM hat di Resta 48 Punkte geholt, Sutil nur 29. Da stecken aber auch zwei Ausfälle zu Beginn der Saison hinter, als Force India noch locker in jedem Rennen in die Punkte fahren konnte. Aber auch im Quali-Duell hat di Resta mit 12:7 die Nase vorne. Und warum stehen die Aktien für di Resta dann bei Force India so schlecht?

Zum einen liegt es an seiner mangelnden Entwicklung. Er hatte ein gutes Jahr 2011, 2012 hatte er aber keine Chance gegen Hülkenberg, was seine Chancen auf ein Top-Cockpit schmelzen ließ. Auch in diesem Jahr tat er sich gegen Adrian Sutil sehr schwer. Zu keiner Zeit machte es den Eindruck, dass er den Deutschen nach Belieben schlagen konnte, eher hatte man den Eindruck, dass beide auf einem ähnlichen Niveau unterwegs waren und es manchmal eher Glückssache war, wer die Nase vorne hatte. Und dies, nachdem Sutil ein Jahr ausgesetzt hatte.

Für 2014 hat sich Force India mit Nico Hülkenberg verstärkt, vermutlich stößt Sergio Perez hinzu, der von McLaren mit warmen Worten und vermutlich einer Mitgift empfohlen wurde. Das ist eine sehr respektable Fahrerpaarung und damit hat Vijay Mallya zumindest auf der Fahrerseite alles getan, was ein Team in dieser Position machen kann.

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October 13 2011

11:12

Formel Eins: Vorschau GP Korea

Die WM mag entschieden sein, aber das bedeutet nicht, dass die Sache deswegen unspannend wird. Vor allem in Sachen McLaren vs. Red Bull.

Die Schlappe, die Red Bull in Suzuka einstecken musste, kam schon relativ überraschend. Vielleicht lag es wirklich nur daran, dass dem RB7 in Japan die Reifen nicht passten, vielleicht ist man sehr konservativ an die Sache ran gegangen. Vielleicht ist es aber auch so, dass McLaren einen guten Schritt nach vorne gemacht hat. Die hatten im Laufe der Saison auch nicht immer Glück mit den Reifen, aber offenbar hat man etwas im Bereich der Hinterachse gefunden, dass dem Wagen deutlich geholfen hat. Das Rennen in Korea wird daher schon mal interessant werden, denn wenn McLaren wieder auf Augenhöhe mit Red Bull ist, dann muss man sie schon mal für 2012 sehr ernst nehmen. Denn im nächsten Jahr wird es kaum Regeländerungen geben, die Wagen werden also deutlich enger zusammenrücken. Und in Sachen WM gibt es zumindest noch die Entscheidung, wer Vize-Weltmeister wird.

Natürlich ist Platz 2 in der WM relativ bedeutungslos, aber eine gewisse Signalwirkung hat es eben doch. Im Moment ist es ein Vierkampf zwischen Jenson Button, Fernando Alonso, Mark Webber und Lewis Hamilton, der aber schon etwa abgeschlagen ist. Drei verschiedene Fahrer, aus drei verschiedenen Teams – das ist schon ein schönes Setting. Hätte man gerne für die WM, aber vielleicht kommt das ja nächstes Jahr.

Die besten Chancen scheint im Moment Jenson Button zu haben, der gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt und richtig gut drauf ist. Wer hätte gedacht, dass Button in der Lage sein wird, Lewis Hamilton zu schlagen? Sein diesjähriger Erfolg, bzw. die Probleme von Hamilton, haben sicher etwas mit den Pirelli-Reifen zu tun, aber dennoch muss man den Hut vor Button ziehen, dass er vor allem im Rennen den Speed von Hamilton über die Distanz locker mit gehen kann. Button hat zu dem auch sein Standing im Team deutlich verbessert. Hamilton ist nicht mehr der uneingeschränkte Teamleader. Button ist zumindest gleichberechtigt, viele sehen ihn im Moment auch, vor allem wenn es um die Entwicklung des 2012er Wagen geht, deutlich im Vorteil. Die Designer schätzen seine klaren Rückmeldungen und Ideen, das Team seine ruhige, britische Art. Würde mich nicht wundern, wenn Button im nächsten eine echte Chance auf den WM-Titel hat.

Vorher gibt es allerdings das Rennen in Korea wo sich, den ersten Twitterbildern nach zu urteilen, nicht sonderlich getan hat. Die Strecke ist immer noch verwirrend kurvenreich, rund um den Kurs sieht es weiter aus, wie in einer Baugrube. Offenbar entwickelt sich die angedachte Marina nicht schnell, wie man wollte. Der Geschäftsführer der Anlage ist mittlerweile auch entlassen worden, wegen Veruntreuung, hieß es. Das man alles weg genommen – die Strecke hat trotzdem was, vor allem aus Sicht der Fahrer. Dieses Jahr sollte es am Renntag trocken und warm sein und nicht unbedingt zur Freude aller Teams hat Pirelli die Mischungen “Soft” und “Supersoft” im Gepäck. Das dürfte interessante Strategieansätze geben.

Red Bull war im letzten Jahr zwar stark, aber nicht unbedingt dominant. Webber warf bekanntermaßen seinen sicher geglaubten WM-Titel in den Matsch, Vettel platzte kurz vor Schluss der Motor. Red Bull hat also noch etwas nachzuholen, aber auch McLaren und Ferrari dürften auf der winkeligen Strecke um den Sieg fahren.

Dahinter tut sich vermutlich nicht so viel. Mercedes ist weiter die vierte Kraft, dahinter vermute ich in Korea Renault und Force India.

Bei den Indern hat sich in der Woche einiges getan. Nachdem Vijay Mallya vor ein paar Tagen noch jegliche Verkaufsgerüchte als “Blödsinn” bezeichnet hatte und sogar in einer eilig ausgesendeten PR-Mail klarstellte, dass Force India nicht zum Verkauf steht, hat nun genau das gemacht: Force India teilweise verkauft. Abnehmer ist die Sahara India Pariwar Firma, die 42.5% des Rennstalls für angeblich 100 Millionen Dollar gekauft hat. Der Konzern gehört zu den bekanntesten Firmen in Indien, was auch daran liegt, dass man im Bereich “Cricket” massiv unterwegs ist. Gegründet wurde Sahara erst 1975, angeblich mit einem Kapital von 43 Dollar. Sagt zumindest die Webseite von Sahara. Der Marktwert der Firma beträgt 23 Milliarden Dollar, was ja nicht gerade wenig ist. Im Paddock rätselt man ein wenig darüber, wer denn jetzt bei Force India das Sagen hat. Mallya hält ebenfalls 42.5% und soll auch weiter Teamchef bleiben. Hat er sein Team teilweise verkauft, weil er mehr Geld reinstecken will, oder weil er sich langsam aber sicher aus der Formel Eins zurückziehen möchte? Sahara hat keinerlei Ahnung von der Formel Eins, allerdings viel Know-How in Sachen Sportmarketing. Ich gehe davon aus, dass Mallya sein Team rekapitalisieren möchte um es weiter nach vorne zu bringen. Man kann von Mallya halten, was man will, aber immerhin ist es ihm gelungen aus dem demotivierten Jordan/Midland/Spyker Haufen ein schlagkräftiges Team zu formen, dass im vorderen Mittelfeld mitschwimmt und sogar in der Lage ist, ab und an Mercedes zu ärgern. Dürfte interessant werden, was das zusätzliche Geld aus dem Team macht.

Ansonsten dürfte das Rennen in Korea wenig Überraschungen bieten. Die meisten Teams sind dazu übergegangen, die restlichen Rennen als Test für 2012 zu nutzen. Ferrari hat schon bekannt gegeben, dass der neue Wagen weit fortgeschritten ist, die Updates, die nun noch folgen, sind schon Dinge, die man evtl. 2012 einsetzen will. Das wird bei anderen Teams nicht anders sein.

Die Übertragungszeiten sind wie in Japan, man wird also früh aufstehen müssen.

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July 28 2011

14:54

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2011

Bevor sich die Formel Eins in die Sommerpause verabschiedet, steht der Klassiker auf dem Hungaroring noch mal auf dem Programm. Das Rennen könnte interessant werden.

Nach dem teilweise sensationell spannenden Rennen am Nürburgring, wird man die Erwartungen für den GP in Ungarn etwas zurückschrauben müssen. Die Strecke ist nicht gerade für extrem spannenden Rennen bekannt, obwohl sie in der Vergangenheit immer mal wieder gute Rennen lieferte. Aber wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten wird auch in diesem Jahr mal wieder sehr viel über die Strategie laufen. Da passt es recht gut ins Bild, dass Pirelli am Wochenende die Kombination “Soft” und “Supersoft” an die Strecke schleppt. Die waren bisher in Monaco und in Kanada im Einsatz, aber in Montreal regnete es und Monaco ist in Sachen Reifenabrieb keine Referenz. Da es zu dem recht warm werden soll, könnte das Rennen einige Überraschungen bieten.

Ferrari wird die Mischungen dankbar auf die F150 ziehen. Denn der Wagen geht mit den härteren Mischungen nicht so gut, dafür aber umso besser mit den weichen Reifen. Dazu kommt, dass der Ferrari bekanntermaßen schonend mit den Reifen umgeht, über einen langen Stint also konstant schnelle Rundenzeiten liefert, ohne einen heftigen “Drop-Off” zu haben. Das hilft Ferrari dabei, eine flexible Strategie zu entwicklen, die man eh nach Startplatz und Verkehr auf der Strecke dann umsetzen kann.

Red Bull dürfte die weichen Reifen auch gelassen betrachten. Bisher kam der RB7 mit allen Mischungen hervorragend aus, auch wenn der Verschleiß auf der Hinterachse mit weichen Reifen etwas höher ist. Spannend dürfte die Frage sein, ob Vettel sein Mini-Tief vom letzten Wochenende überwunden hat, oder ob es Webber wieder gelingt, zumindest in der Quali, vor seinem Konkurrenten zu stehen. Überhaupt macht Red Bull aber den Eindruck, als sei man im Moment schon eher daran interessiert, den WM-Titel abzusichern. In beiden Wertungen führt man mit weitem Abstand. Zwar ist ja auch erst gerade Halbzeit, aber es ist wohl unrealistisch, dass Red Bull aus den Top 5 fällt.

Hinter McLaren steht in Ungarn mal wieder ein großes Fragezeichen. Deren Form war, auch begründet durch das Mapping-Chaos, in den letzten Rennen dann eher schwankend. Ich rechne nicht damit, dass sie ihren Sieg vom Nürburgring wiederholen können, da der McLaren die weichen Reifen nicht so sehr mag. Hier ist der erhöhte Abrieb das Problem, meist sind Hamilton und Button recht flott an der Box. Da man auch kaum in einer Woche großartig neue Teile an den Wagen bringen wird, wird sich da auch nichts tun. Ein Kandidat fürs Podium sind sie aber allemal.

Für eine kleine Überraschung könnte Mercedes sorgen. Der Wagen ist zwar grundsätzlich immer noch zu langsam, aber wie der Ferrari mag der MGP02 eher die weichen Reifen und sein kurzer Radstand sollte in Ungarn helfen. Ich kann da allerdings auch komplett falsch liegen, denn in Monaco hatte ich das Team auch weiter vorne auf der Rechnung, um dann sehen zu müssen, dass gar nichts ging. Mercedes hat in den letzten Rennen aber den Rückstand nach vorne etwas verkürzen können, was ein gutes Zeichen ist. Aber alles, was vor P5 liegt, wäre eine kleine Überraschung.

Hinter Mercedes ist es eng geworden. Renault, Force India, Sauber und auch Toro Rosso liegen nicht weit auseinander. Bei Renault hängt der Haussegen sowieso schief. Eric Boullier ist unzufrieden mit Nick Heidfeld und spekuliert öffentlich herum, dass Romain Grosjean ja auch kein schlechter Fahrer sei. Gleichzeitig wird das Team immer noch umstrukturiert und viele Angestellten werden “gegangen”. Das ist in sofern ungewöhnlich, als dass der Renault zum Start der Saison ja relativ gut ging, dann aber absackte. Es kann also nicht an der grundsätzlichen Entwicklung des mutig designten Wagens gelegen haben, sondern eher an der Weiterentwicklung. Und wenn man dann Leute entlässt, wirft das ein merkwürdiges Bild auf das Team.

Force India ist in diesem Jahr etwas unter dem Aufmerksamkeitsradar geblieben, sieht man mal von einem zeitweise schwächelnden Sutil ab. Der hat sich aber wieder gefangen und seinen Teamkollegen auch wieder im Griff. Man muss Vijay Mallya und seinen kleinen, sehr jungen Team, schon Respekt zollen, dass es ihnen gelingt, den Wagen auch in der Saison weiter zu verbessern.

Das ist Sauber, bisher, nicht so gut gelungen. Nachdem man zunächst recht zuverlässig in die Punkte kam, ist es für das Team ein wenig bergab gegangen. Ich hatte das Gefühl, dass Sauber sich in der Entwicklung einen falschen Pfad begeben hat, aber es liegt wohl eher daran, dass man keinen “hot blown diffsor” im Auto hat, während Force India da nachrüsten konnte. Vor dem Rennen hat man aber bekannt gegeben, dass man auch 2012 mit Kobayahsi und Perez starten wird. Die Entscheidung wird dem Team gut tun.

Williams und Toro Rosso bilden weiter das Schlusslicht des hinteren Mittelfeld. Bei Toro Rosso mag es am Geld liegen, dass man nicht so schnell entwickeln kann und daran, dass man praktisch erst im zweiten Jahr eine eigene Aero-Abteilung hat. Bei Williams ist es der verkorkste FW33, an dem man offenbar noch so viele Teile erneuern kann, ohne das sich was tut. Mittlerweile testet man schon Bauteile für 2012.

HRT, Lotus und Virgin schenke ich mir jetzt mal, da wird es keine Neuigkeiten geben.

Das Rennen auf den Hungaroring ist lang, immerhin fährt man auf dem 4.3 Kilometer langem Kurs 70 Runden. Beansprucht werden vor allem die Reifen und die Bremsen, da man hier durchaus bis zu 300 km/h schnell wird. In Sachen Strategie wird das eine Rolle spielen, ebenso aber auch die Frage, wie viel Sprit man ins Auto packt. Normalerweise verliert man rund 0,3 Zehntel auf eine Runde, da lohnt es sich also, etwas knapper zu kalkulieren. Safety Cars sind auch immer so eine Sache, die in Ungarn schnell mal passieren können.

Das Wetter wird im Moment als “gemischt” angezeigt. Am Freitag soll es regnen, danach steigt die Temperatur auf bis zu 28 Grad. Für Sonntag ist die Prognose noch nicht so ganz eindeutig, der Regen könnte eine Rolle spielen.

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June 14 2011

08:31

Formel Eins: Analyse GP Kanada 2011

Das Rennen in Montreal ist immer für viel Abwechslung gut, doch was man Sonntag sehen konnte, war Drama und Rennaction pur.

Im Grunde konnte man das enttäuschte Gesicht von Vettel auf dem Podium verstehen, doch eigentlich hätte er lachen müssen. Mal wieder ein zweiter Platz, dazu hatten sich alle Konkurrenten im Rennen selbst eliminiert, sieht man mal vom Mann ab, der auf dem Podium links neben ihm stand und übers gesamte Gesicht strahlte. Jenson Button war ein unfassbares Rennen gelungen, eines, das in die Geschichte eingehen wird, eines, dass die Karriere von Jenson Button auch in vielen Jahren überstrahlen wird und zu dem er wieder und wieder befragt werden wird: “Jenson, wie war das damals in Kanada?” Ich hab zu Hause meine Bibliothek in Sachen F1-Rennen gewälzt und im Netz geforscht. Aber ich habe niemanden gefunden, der nach zwei Unfällen, einer Durchfahrtsstrafe und sechs Boxenstopps vom letzten Platz im Feld ein Rennen gewinnen konnte. Dass, was Button da geleistet hat, war einfach brillant.

Dabei hatte sein Tag nicht gerade gut angefangen. Die merkwürdige Kollision mit seinem Teamkollegen war da nur die eine Sache. Man gibt Hamilton die Schuld, der, das sieht man auf den Bildern, auch weit davon entfernt war, auf gleicher Höhe zu sein. Button hatte das Recht, eine Linie zu fahren, die auch von allen anderen Fahrer genutzt wurde. Vermutlich rechnete er damit, dass Hamilton die innere Linie wählen würde, und wollte so für die dann folgende Linkskurve wiederum seine Linie abdecken. Hamilton entschied sich aber anders. Ein Rennunfall. Einerseits. Andererseits muss sich Hamilton den Vorwurf gefallen lassen, warum mal wieder davon ausging, dass man ihm freiwillig Platz macht. Das war schon in Monaco zu sehen, wo er sehr aggressiv zu Werke ging, in Kanada war das nicht anders.

Hamilton steht im Moment schwer in der Kritik. Aus dem Paddock sind im Moment viele Gerüchte zu hören, darunter solche, die sagen, dass er bei McLaren nicht mehr sonderlich glücklich ist. Button ist es gelungen, das ehemals reinrassige Hamilton-Team, in dem er eigentlich eine Art “1b” war, mehr und mehr auf seine Seite zu ziehen. Weitere Gerüchte bringen Hamilton mit Red Bull in Verbindung. Er soll am Wochenende in einem langen Gespräch mit Christian Horner gesichtet worden sein und die Idee, dass die Österreicher, mangels eigenen guten Nachwuchs, sich eine Verpflichtung von Hamilton vorstellen könnten, ist sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dazu kommt, dass er und Adrian Newey eine Freundschaft pflegen. Zumindest heizen die Gerüchte die “Silly Season” kräftig an.

Doch zurück zu Button. Der nutzte den Chrash mit Hamilton und die darauf folgende SC-Phase zu einem Boxenbesuch und holte sich Intermediates. Er blieb bis zur Rennunterbrechung um Mittelfeld, erlaubte sich danach aber den Luxus der Durchfahrtsstrafe und viel auf den letzten Platz zurück. Sein Glück war, dass es erneut eine SC-Phase gab. Sein Abstand zu Vettel betrug 30 Runden vor Schluss rund 12 Sekunden, wuchs aber bis Runde 50, als er schon wieder auf Platz 8 lag, auf 27.893 Sekunden an. In Runde 51 kam er zu seinem letzten Stopp, nahm die SuperSoft, fiel aber nicht zurück sondern reduzierte den Abstand zu Vettel, der später kam, auf 19.691 Sekunden in Runde 54. Rund 10 Sekunden vor ihm kämpften derweil Schumacher und Webber um P2. Die 20 Sekunden hätte er vermutlich nicht mehr aufholen können, hätte es nicht in Runde 58 eine weitere SC-Phase gegeben.

Wichtig war auch, dass er nach dem Restart in Runde 60 sehr schnell an Webber und Schumacher vorbei kam. Wäre er hier hängen geblieben, hätte er Vettel nicht mehr einholen können. Die vielen SC-Phasen haben seine Aufholjagd sicher stark unterstützt, aber es bleibt dabei, dass er vom Ende des Feldes bis zur letzten Runde, fast jeden vor ihm fahrenden Piloten überholen konnte. Sein Sieg war begünstigt durch den Fehler von Vettel, als der in der Schikane leicht auf nassen Teil des Asphalts kam und nicht sauber einlenken konnte, aber er war so knapp dran, dass er auf der Geraden vermutlich eh in DRS-Reichweite gewesen wäre.

Aber trotz allem: Ein sensationelles Rennen von Jenson Button.

Ebenfalls richtig gut unterwegs war Michael Schumacher. Ihm und seinen Mercedes kam das schlechte Wetter zu Gute, man hatte eine Mischabstimmung gewählt und auf etwas höhere Abtriebswerte gesetzt. Schumacher schnitt teilweise wie in seinen besten Zeiten durch das Feld, versuchte sich auf P2 liegend beim Restart sogar kurz an Vettel, der ihn aber auskonterte. Aber mit zwei schnellen Wagen hinter sich war er auf P2 einfach eine “sitting duck”. Ohne DRS, nur mit KERS, konnte er sich gegen Webber einigermaßen wehren, aber auf Dauer war klar, dass beide würde passieren lassen müsse. Für einen Moment dachte ich noch, dass der Taktikfuchs Schumacher Webber extra vorbeilassen würde, um ihn in der letzten oder vorletzten Runde mit DRS dann seinerseits auf der Geraden zu holen, aber Webber schaffte sich auf Slicks genug Polster, um genau das zu vermeiden.

Vettel hat das Rennen aber nicht nur wegen seines Fehlers verloren. Der kam überhaupt erst zustande, weil er sich gegen Button wehren musste. Der Weltmeister gab nach dem Rennen offen zu, dass er zwischen durch nicht aggressiv genug unterwegs war, weil kein Risiko eingehen wollte. Offenbar hatte aber auch der Red Bull Kommandostand die heran rollende Gefahr in Form von Button unterschätzt, sonste hätte man ihm früher ein “Push” gefunkt.

Ferrari, die auf der Strecke ohne Hochgeschwindigkeitskurven, erstaunlich gut aussahen, hatte dann ein desaströses Wochenende. Alonso, dessen Rennen eh etwas zäh lief, schmiss Button die Tür zu, als der in einer Schikane schon neben ihm war. Der F150 blieb auf einem Curb hängen und sah etwas traurig aus. Massa, der etwas besser darauf zu sein schien und das Rennen in Runde 20 sogar mal anführte, hatte etwas Pech. Bis Runde 51 lag er bequem auf P3, dann holte er sich neue Reifen und auf seiner Outlap kam ihm Karthikeyan in die Quere. Der Inder blieb beim Überrunden brav auf seiner Spur, nur ging Massa zum Überholen mit Slicks ins Nasse und drehte sich. Der Ferrari-Mann brauchte eine neue Nase und fiel auf P15 zurück, tobte dann aber durchs Feld und holte, auch begünstigt durch die letzte SC-Phase auf dem Zielstrich noch P6 vor Kobayashi. Der Abstand betrug gerade Mal 0,045 Sekunden.

Während Button, Vettel, Webber, Schumacher und Massa zu glänzen wussten, lief es für andere schlecht. Neben Hamilton war das Wochenende auch für Rosberg, Heidfeld und Sutil eher miserabel. Warum Rosberg nicht Schwung kam ist noch nicht bekannt, er blieb blass im Mittelfeld hängen. Für Heidfeld lief es besser, er hielt Petrov endlich mal hinter sich, blieb aber dann an Kobayashi mit dem Frontflügel hängen, als der aus Turn 2 nicht direkt rausbeschleunigte. Ein unter Fahrern üblicher Trick im Apex nicht Gas zu geben, sondern einen winzigen Moment zu warten, damit der andere vom Gas geht und damit Boden verliert. Heidfeld flog dann mit defekten Flügelwerk ab.

Sutil hatte mal wieder ein schlechtes Wochenende. Paul di Resta hatte ihm in der Quali 5 Zehntel aufgebrummt, im Rennen lief es auch nicht besser. Während Sutil im Mittelfeld rumkämpfte konnte di Resta, auch dank besserer Strategie, teilweise bis auf P5 vorfahren, bevor er sich in Runde 42 seinen Flügel an Wagen von Heidfeld zerstörte. Sutil zerdepperte seinen Flügel ebenfalls und stellte den Wagen dann später nach einem Zweikampf verbogen in der Box ab. Für Sutil wird die Luft langsam dünn, denn zum einen sind seine Rennen in diesem eher schlecht, zum anderen düpiert ihn di Resta an fast jedem Wochenende. Wie lange wird es dauern, bis Vijay Mallya dann Nico Hülkenberg mal ausprobiert?

Kurz zu den anderen:

- Mal wieder Lob für Petrov. Der behielt alle Teile am Auto und blieb auch auf der Strecke. P5 ist ein sehr gutes Ergebnis.

- Beide Toro Rosso in den Punkten. Alguesuari auf P8, Buemi auf P10.

- Endlich mal wieder Punkte für Williams, denn Barrichello kam auf P9. Dennoch enttäuscht der FW33 weiter auf der ganzen Linie.

- Etwas mehr hätte ich mir auch von de la Rosa erwartet, der ja für Perez eingesprungen war. Das war sicher knapp, das Auto nicht auf ihn vorbereitet, aber bei dem Chaos nur P12 ist dann doch etwas wenig. Nebenbei: Esteban Guiterrez, der eigentliche Test/Ersatzfahrer von Sauber, tobte auf Twitter in Mexikanisch, dass er nicht nach Kanada eingeladen worden sei. Das löschte er dann wieder und schrieb, immer noch angesäuert “It’s a shame to hear about Montreal, hope “Checo” gets better, but I never received indication to prevent this situation. I was ready..”

- Luizzi schipperte den HRT auf P13. Vor beiden Virgin und Lotus, die wegen technischer Probleme nicht voran kamen.

In der WM sieht es so aus:

Vettel – 161
Button – 101
Webber – 94
Hamilton – 85
Alonso – 69
Massa – 32
Petrov – 31
Heidfeld – 29
Schumacher – 26
Rosberg – 26

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada F1_Kanada_2011_1 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_4 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Qualifying F1_Kanada_2011_7 F1_Kanada_2011_8 F1_Kanada_2011_9 F1_Kanada_2011_10 F1_Kanada_2011_11 Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. F1_Kanada_2011_15 F1_Kanada_2011_16 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Canadian F1 Grand Prix - Qualifying Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_23 F1_Kanada_2011_24 F1_Kanada_2011_25 F1_Kanada_2011_26 F1_Kanada_2011_27 2011 Canadian Grand Prix 2011 Canadian Grand Prix F1_Kanada_2011_30

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January 27 2011

07:43

Force India: Neuer Fahrer und viele Fragen

Seit Wochen wurde spekuliert, seit heute ist es offiziell: Paul di Resta ist neue zweite Mann neben Adrian Sutil, Nico Hülkenberg wird Testfahrer. Ob das eine schlaue Entscheidung war?

Force India hat eine zähe Saison hinter sich. Den Abgang zweier sehr wichtiger Mitglieder es Entwicklungsteam (James Key, Mark Smith) hat man nur schwer verdaut, das letztjährige Chassis war keine Offenbarung, auch wenn es das Team im hinteren Mittelfeld etabliert hat. Natürlich ist es immer noch eine ziemlich gute Leistung, die Vijay Mallya vollbracht, wenn man bedenkt, welche Irrwege (Midland, Spyker), das Team in den Jahren zuvor mitgemacht hat. Heute hat man die neue Fahrerpaarung vorgestellt, und mit Sutil, di Resta und Hülkenberg hat man eine interessante Mannschaft zusammen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Hülkenberg die richtige Entscheidung getroffen hat. Dazu kommt die nicht schöne Art und Weise, wie man Liuzzi vor die Tür gesetzt hat.

Zu Adrian Sutil ist eigentlich alles gesagt. An guten Tagen fährt er auf Top-Niveau, an schlechten eher Kreisklasse. Sein Problem ist die mangelnde Konstanz, die vermutlich auch andere Teams davon abhält ihn zu verpflichten. Paul di Resta muss sich erst einmal beweisen. Seine Testzeiten waren nicht schlecht, allerdings ist er seit seinem F3 Euro Titel kaum noch Monoposto gefahren. Es wird interessant zu sehen sein, wie er sich in die F1 einfügt. Große Sorgen muss sich Sutil zunächst sicher nicht machen, aber am Ende der Saison könnte das anders aussehen.

Nico Hülkenberg ist klar geparkt. Der Mann ist eigentlich viel zu gut für die Rolle eines Test- und Freitagsfahrers. Angeblich hatte Virgin bei ihm angeklopft und ihm ein Cockpit angeboten, was er und sein Management (Willi Weber) aber abgelehnt haben. Diese Entscheidung, wenn es das Angebot denn wirklich gab und es zudem nicht an viel Geld geknüpft war, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Ein Jahr bei Virgin mag erst einmal eher nicht so gut klingen, aber wenn es ihm gelungen wäre, den ja nun auch nicht langsamen Timo Glock in Schach zu halten, wäre das ein Argument für einen weiteren Wechsel gewesen. Zu dem hätte er über die gesamte Saison Erfahrung mit den neuen Pirelli Reifen sammeln können, und genau das wird ihm jetzt fehlen. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Management gleichzeitig einen Deal mit Mercedes geschlossen hat, die wohl an ihm interessiert waren. Der könnte beinhalten, dass di Rest entweder bis zur Saisonmitte oder Saisonende eine bestimmte Punktzahl abliefern muss, sonst bekommt Hülkenberg seinen Platz. Eine weitere Variante ist, dass Schumacher Ende 2011 aufhört und Mercedes entweder di Resta oder Hülkenberg holt. So oder so, ein Platz wäre Hülkenberg sicher.

Wie man aber bei Vitantonio Liuzzi sehen kann, gelten Verträge in der Formel Eins wenig. Liuzzi hat einen gültigen Vertrag für 2011, was selbst Force India nicht bestreitet. Fahren darf er trotzdem nicht. Vermutlich wird es zu einem unschönen Geschacher vor dem FIA Contract Recognition Board kommen, vielleicht hat man Liuzzi aber auch mit Geld beruhigt. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass Mercedes bei der Fahrerbesetzung ein deutliches Wort mit gesprochen hat.

Ein wenig leid tut mir der Italiener schon, aber so richtig überzeugt hat er mich in der Formel Eins nicht. Es hat mich schon gewundert, dass Mallya ihn letztes Jahr eingesetzt hatte, aber vermutlich war Liuzzi günstig zu haben. Er hat aber weder bei Toro Rosso, noch bei Force India gezeigt, dass er sensationell schnell unterwegs wäre. Nur sein Rennen in Korea ist mir in Erinnerung geblieben, allerdings mehr aus dem Grund, weil er als einer der wenigen keine Fehler gemacht hat.

Mallya wird sich den Austausch vom Liuzzi bezahlen lassen. Allerdings nicht mit Geld, sondern mit Know-How. Force India hat im ersten Jahr der Zusammenarbeit mit Mercedes vor allem deswegen profiziert, weil es einen Informationsfluss zwischen McLaren und dem Team gegeben hat. Nachdem Force India personell in diesem Jahr etwas ausgeblutet ist, liegt die Vermutung nahe, dass Mallya von Norbert Haug für den Einsatz von di Resta etwas ähnliches gefordert hat. Die neuen, meist komplizierten, Aerodynamikteile für die diesjährigen Regeln, werden einen gewissen Informationsfluss von Mercedes zu Force India sicher nötig machen. Bemerken dürfte man eine mögliche Zusammenarbeit vor allem gegen Ende der Saison, wenn die kleinen Team aus notorischem Geldmangel normalerweise zurückfallen. Der Deal, dem Liuzzi zum Opfer gefallen ist, könnte also deutlich mehr umfassen, als nur ein Cockpit.

Und was macht Liuzzi jetzt? Er und sein Management sind erstaunlich ruhig geblieben. Es gab keine Indiskretionen oder Gerüchte, die die Runde gemacht haben. Das wildeste Gerücht, dass seit heute die Runde macht, lautet dass er bei HRT andockt. Auf den ersten Blick würde es passen, denn vermutlich kann er Geld mitbringen und er hat vor allem durchaus viel Erfahrung. Auf den zweiten Blick muss man sich aber die Frage stellen, warum Liuzzi sein Schmerzensgeld für eine schmerzvolle Erfahrung bei HRT eintauschen möchte, die dieses Jahre mit Sicherheit wieder Schlusslicht sein werden.

January 26 2011

07:49

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Tage des Australischen Grand Prix in Melbourne könnten gezählt sein. Zumindest wenn es nach Bürgermeister Robert Doyle geht, der am Wochenende in einer Kolumne in der Herald Sun über die hohen Kosten der Veranstaltung geklagt hat. In den 1990er-Jahren habe das Event dem Image der Stadt sehr geholfen.  Nach mehr als 15 Jahren habe sich der Werbewert aber etwas überlebt – die stetig steigenden Zuschusskosten von mittlerweile 70 Millionen australischen Dollar seinen für die Steuerzahler daher nicht mehr tragbar. Ob es sich dabei nun um Verhandlungstaktik handelt, oder um eine ernst gemeinte Ankündigung: In unmittelbarer Gefahr ist das Rennen noch nicht. Den bestehenden Vertrag mit Bernie Ecclestone will die Stadt nämlich auf jeden Fall erfüllen – und der läuft immerhin noch bis 2015. (Vorsicht)

// Bei Force India ist man sich wohl immer noch nicht ganz im Klaren darüber, wer in der kommenden Saison das zweite Auto neben Adrian Sutil pilotieren wird. Autosport (Print-Edition) hat in der vergangenen Woche als fix gemeldet, dass Paul di Resta diese Position übernehmen wird – Joe Saward will derweil aber “verlässlichen Quellen” im Team erfahren haben, dass man noch immer keinen Weg gefunden habe, Vitantonio Liuzzi loszuwerden. Der Italiener scheint nämlich einen erstaunlich wasserfesten Kontrakt für die kommende Saison zu besitzen, und Teameigner Vijay Mallya ist wohl nicht gewillt, den Italiener aus diesem Vertrag herauszukaufen. Jon Noble von Autosport bleibt trotzdem dabei – und kündigt für heute, gegen 4 Uhr Nachmittags eine entsprechende Verlautbarung an. Nachtrag, 26.1., 16:20: Nun ist es offiziell: Paul Di Resta wird das zweite Cockpit neben Sutil erhalten, Hülkenberg wurde als Testfahrer engagiert. (Vorsicht)

// Bei Team Lotus verhandelt man derweil mit Karun Chandhok über ein Engagement als Testfahrer. Ziel des Inders wäre es, 2011 die Abläufe im Team zu lernen, und in der folgenden Saisons dann ein Stammcockpit  zu ergattern. Noch ist allerdings, wie auch Chandhok selbst einräumt, nichts unterschrieben. Bei der Group Lotus, dem ehemaligen Team von Renault, hat man sich derweil für 2011 die testfahrerische Expertise von Fairuz Fauzy gesichert. Pikant: Der Malaysier stand im vergangenen Jahr noch in Diensten der Intimfeinde vom Team Lotus. (Vorsicht)

// Neben dieser Tätigkeit wird Fauzy auch in der GP2 und GP2 Asia an den Start gehen. Und zwar erstaunlicherweise nicht für das mit Lotus verbandelte Team von ART, sondern bei Super Nova Racing(Vorsicht)

//F2 Meister Dean Stoneman wird in der kommenden Saison leider nicht auf der Strecke zu sehen sein. Der Brite, der eigentlich in der Formel Renault 3.5 an den Start gehen sollte, ist an Hodenkrebs erkrankt, und muss daher erstmal aussetzen. Wie man hört wurde die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, so dass es um die Heilungschancen wohl ganz gut bestellt ist. Wir wünschen jedenfalls alles Gute, und hoffen, ihn schon bald wieder auf der Rennstrecke zu sehen! (Vorsicht)

// Zwei weitere Namen aus der GP2. Joylon Palmer, Sohn des Ex-F1 Fahrer Jonathan Palmer hat bei Arden angedockt. Er überspringt die GP3 und versucht sein Glück direkt in der GP2. Ebenfalls in der GP2, dafür aber mit einem bekannteren Namen ausgestattet, ist Romain Grosjean. Der von Renault fast verheizte Nachwuchspilot hat im letzten Jahr in der AutoGP alles in Grund und Boden gefahren und versucht sich jetzt erneut am GP2 Titel, dieses Mal mit DAMS. Seinen ersten Versuch hatte er ja abbrechen müssen, weil er zu Renault gelotst wurde, die Nelson Piquet jr. raus geschmissen hatten.Don

// Seit Dezember schon fix, und jetzt auch offiziell bestätigt: Simona de Silvestro wird auch 2011 eine volle Saison in der IndyCar Series bestreiten. Am Montag hat das HVM-Team den neuen Sponsor “Entergy” (einen Stromanbieter, der sich auf Nuklearenergie spezialisiert hat und neun Kernkraftwerke betreibt) vorgestellt. Noch nicht ganz am Ziel ist derweil James Hinchcliffe – allerdings hat der Kanadier in der vergangenen Woche zum wiederholten Male für Newman/Haas Racing getestet. Und dort wiederum scheint man mit den Leistungen des Teilzeit-TV-Kommentators ziemlich zufrieden zu sein. Fehlt für einen Renneinsatz also nur noch ein passender Sponsorendeal – der derzeit aber wohl noch nicht in trockenen Tüchern ist. (Vorsicht)

// In der Nationwide Serie werden ab 2011 die Punkte anders verteilt. Da sich die Fahrer beim Einschreiben in die Saison entscheiden mussten, in welcher Serie sie punkten wollen, war eine Anpassung nötig geworden. Die Sache wird nicht unkompliziert. Punkte bekommen nur die Fahrer, die sich für die NW gemeldet haben. Fahrer aus dem Sprint Cup, die dort auch Meister werden wollen und das entsprechende Häkchen gesetzt haben, gehen leer aus. Liegen drei Cup-Fahrer auf den ersten Plätzen, bekommt der erste NW-Pilot aber trotzdem nur die Punkte für Platz 4. Die Owner Wertung bleibt jedoch unangetastet, die Cup-Fahrer können also für die Besitzer voll punkten und diesen Titel einfahren. Die NASCAR will so den Nachwuchs stärker fördern, ohne die Sponsoren zu vertreiben. Bedeutet im Umkehr im übrigen auch, dass NW-Fahrer keine Punkte mehr im Cup bekommen. Don

// Der Leiter von Fox Sports hat angemerkt, dass die Rennen der NASCAR durchaus etwas kürzer sein könnten. Alles in allem schwebt ihm ein 4 Stunden Fenster vor. 40 Minuten Vorberichte, 3 Stunden Rennen, 20 Minuten Nachberichte. Die Startzeit der Rennen ist im Moment in den USA am Sonntag um 13.00 Uhr, damit wäre man um 17.00 Uhr fertig. So würde man auch der NFL aus dem Weg gehen, wenn das Rennen mal wieder länger dauert. Allerdings – die wenigsten Rennen kratzen an der vier Stunden Grenze, wenn alles glatt läuft. Meist ist die NASCAR in 180 bzw. 210 Minuten fertig. Dazu kommen die “rain outs”, die man nicht einkalkulieren kann. In den USA wertet man die Aussage von Fox schon mal als Versuch der NASCAR klar zu machen, dass sich bei den Quoten was ändern muss, die seit Jahren langsam aber sicher absinken. Don

// Die Testfahrten der NASCAR letzte Woche in Daytona haben wenig Neuigkeiten erbracht. Die Zeiten kann man getrost vergessen, weil kaum in größeren Paketen gefahren wurde. Die Fahrer haben schon neue Spitznamen für die Strecke “Daydega” oder “Tellatona”. Nach der Neuasphaltierung sind wie befürchtet alle Bumps weg, die Splitter bewegten sich kaum einen Millimeter. Das wird dazu führen, dass man statt zu zweit, zu dritt nebeneinander fahren kann, was auf der engen Strecke sicher spaßig wird. Ein “Big One” ist vorprogrammiert, wie viele Fahrer zu Recht kritisierten. Auffallend ist auch der sehr dunkle Asphalt, der viel Hitze speichert. Die Reifen haben zwar beim Test gehalten, aber wie das im Rennen sein wird, ist eine andere Geschichte. Nicht asphaltiert wurde im übrigen das Infield, was bei den 24H von Daytona am Wochenende sicher zu Problemen führen wird.Don

// Aus der LMS gibt es zwei Meldungen: Zum einen wird Audi mit der 2010er Mannschaft wieder antreten, zum anderen hat BMW zwei M3 GT2 für die ILMC bestätigt. Don

// Porsche hat bestätigt, dass man im Kundenauftrag (also VW) an einem Vierzylinder arbeitet. Die möglichen Konsequenzen aus der Geschichte sind klar, die Gerüchte brauchten dann auch nur ca. 1 Nanosekunde. Offenbar baut man den Motor auch mit Blick auf die Formel Eins. Weswegen sonst sollte Porsche für einen Konzern an einem Vierzylinder basteln, in dem es nun wahrlich nicht an kleinen Vierzylindern mangelt. Don

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Schweinderl