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June 24 2013

15:18

24H von Le Mans: Die Analyse 2013

Es war ein Rennen in Le Mans, das alles hatte. Spannung, wechselhafte Bedingungen und großartige Zweikämpfe. Überschattet wurde dies alles aber durch den Tod von Allan Simonsen.

Le Mans 2013Es ist nie leicht eine Analyse zu schreiben, wenn in einem Rennen ein Fahrer sein Leben gelassen hat. Wir haben Allan Simonsen in einem Nachruf gewürdigt. In diesem Artikel wird es daher um das Rennen und um die Sicherheitsprobleme in Le Mans gehen. Über die muss geredet werden, denn die vielen Zwischenfälle mit den Leitplanken machen deutlich, dass etwas passieren muss. Das Rennen selber war wirklich sehr spannend, was aber nicht nur an Toyota lag. Die Audi dominierten zwar das Geschehen, hatten in diesem Jahr aber auch etwas Pech.

LMP1

Der Abstand zwischen Audi und Toyota, der sich in den Trainings- und Qualifikationsläufen angedeutet hatte, sorgte im Audi-Lager für Sorgenfalten. Eigentlich hätte man ja froh sein können, war man doch um die drei Sekunden schneller, als die Japaner. Aber man traute den Braten nicht. “Kann mir keiner sagen, dass die in diesem Jahr langsamer sind, als im letzten Jahr” hieß es aus dem Audi-Lager. Man vermutete, dass Toyota schwer gemauert hatte und erst im Rennen die wahre Form zeigen würde. Und in der Tat – in den ersten Runden musste man sich verwundert die Augen reiben, denn schnell schoben sich die #7 und #8 hinter den Audi mit der #1. Sollten die Toyota etwa dazu in der Lage sein, den Speed der Audi R18 zu halten?

Tatsächlich hatte Toyota etwas gemauert, aber nicht allzu viel. Man fuhr im Rennen etwas flotter als gedacht, blieb aber im Schnitt immer 1.5 bis 2 Sekunden hinter den Audi so lange es trocken war. Das Bild änderte sich allerdings gewaltig, wenn die Strecke feucht wurde. In Mischbedingungen und bei abtrocknender Strecke waren die Toyota deutlich schneller. Das konnte man gut in der vorletzten Regenphase sehen. Beginnend mit Rundenzeiten um die vier Minuten, konnte beide Toyota teilweise bis zu sechs Sekunden schneller fahren. Erst als die die Strecke trockener wurde und die Zeiten unter 3:40min fielen.

Es gab zwei Gründe für den merkwürdigen Performanceverlust der R18. Zum einen brauchte man etwas Zeit, um die Vorderreifen auf Temperatur zu bekommen, zum anderen kam man nicht so gut mit den neuen von Michelin entwickelten Intermediates klar. Die haben kein Profil mehr, sondern bestehen aus einer besonders weichen Mischung, was angeblich mehr bringen soll. Die Teams waren da allgemein etwas skeptisch, eingesetzt wurden die neuen Intermediates bei den Top-Teams nur selten, wenn man Radio Le Mans glauben kann, die versucht haben über die Reifenwechsel Buch zu führen.

Die Toyota konnten also immer dann etwas Zeit gut machen, wenn es regnete. Doch es gab, aus der Sicht der Japaner, einfach zu wenig kurzzeitige Schauer. In der Nacht blieb es, von einem Schauer um etwa halb vier abgesehen, trocken, was aus Sicherheitsaspekten zu begrüßen war.

Toyota konnte den Druck auf die Audi aufrecht erhalten, weil man etwas schneller als gedacht war und dennoch ein bis zwei Runden mehr fahren konnte. Allerdings gelang auch den Audi bei regennasser Straße ein Stint von 11 Runden, was die Analysten dann wieder überraschte. Dennoch hatte Audi die Sache bis zum Abend im Griff. Doch im Verlauf des Rennens hatte man gleich zweimal Pech. Erst versagte beim Vorjahressieger die Lichtmaschine, was einen 45minütigen Reparaturstopp nötig machte. Damit war die #1 aus dem Rennen. Bei der #3 gab es auch Probleme. Nach einer leichten Berührung mit einem Konkurrenten löste sich ein rechter Hinterreifen ausgerechnet vor dem Dunlop-Bogen. Zwar konnte Lucas di Grassi den Wagen um den Kurs schleppen, man verlor dabei aber 1.5 Runden auf beide Toyota.

Dass das Rennen enger als gedacht war, zeigt auch die Gesamtzeit, die die Wagen an der Box verbracht haben. Die #2 stand 34mal an der Box und verbrachte dort 47 Minuten, da waren ein paar ungeplante Reifenwechsel wegen des Wetters dabei. Die #3 und die #8, die am Ende Platz 2 erreichte, standen beide 30mal an der Box. Bei der #3 waren es am Ende 46 Minuten, bei der #8 43 Minuten. Der Unterschied betrug also gerade Mal eine gewonnene Runde, allerdings ist das Bild wegen der vielen Safety-Car Phasen und der wechselnden Bedingungen etwas verschoben.

Sicher scheint nur, dass die Toyota kaum eine Chance auf den Gesamtsieg hatte. Wäre es trocken geblieben, wäre der Abstand noch größer ausgefallen. Ob die Audi ohne Probleme den dritten Platz hätten halten können, ist schwer zu sagen. Es wäre zumindest sehr eng geworden. Jedenfalls waren die Japaner am Ende etwas schneller, als man vorher dachte, was dem Rennen die nötige Würze gab. Bemerkenswert ist auch, dass die Toyota fast ohne Probleme unterwegs waren. Die #7 stand einmal kurz neben der Strecke, offenbar mit einem Problem an der Elektrik, das sich aber von Zauberhand selbst löste. Die #8 hatte eine langsame Runde, weil man sich beim Sprit verkalkuliert hatte und man im Schongang an die Box kommen musste. Ansonsten hielt zu Überraschung aller die Technik durch. Immerhin war das erst das zweite Outing des 2013er Autos. Dass Lapierre dann den Wagen am Sonntagmorgen Eingangs der Porsche-Kurven versenkte war dann Pech. Ob der dritte Platz möglich gewesen wäre, ist schwer zu sagen, die #3 lag nur knapp eine Runde zurück.

Am Ende hat Audi verdient gewonnen. Tom Kristensen, Allan McNish und der Loic Duval fuhren ein fehlerloses Rennen und es hat besonders nach dem Unfall von Simonsen gut getan, seinen Landsmann Kristensen auf dem Podium stehen zu sehen.

Rebellion hatte ein schlechtes Wochenende in Le Mans. Die sonst wie ein Uhrwerk laufenden Lola-Coupés mit den Toyota-Motoren hatte unterschiedliche Probleme. Bei der #12 versagte das Getriebe. Grund dafür war vermutlich, dass er Wagen im Rennen regelrechte Bocksprünge machte, wie Neel Jani nach dem Rennen berichtete. Der Wagen wippte auf der Vorderachse so stark, dass er vom Gas gehen musste, wie er Motorsport-Total sagte. Man stellte den Wagen dann ab und schickte ihn nur am Ende auf eine letzte Runde. Die #13 lief besser, dann rutschte Andrea Belicchi am Sonntagmorgen auf feuchter Strasse in die Leitplanken. Dabei brach er sich mehrere Rippen auf der linken Seite. Dass er das Auto so überhaupt an die Box bringen konnte, ist schon ein kleines Wunder.

Bei Strakka lief es dagegen wie am Schnürchen. Zwar machte der Honda-Motor mit einem zu niedrigen Wasserdruck Sorgen, aber der Motor hielt durch. Somit ist Strakka in diesem Jahr etwas überraschend das beste Team hinter den Herstellern.

LMP2

Auch in der LMP2 gab es Überraschungen. Die Teams, die als Favoriten gehandelt wurden, Pecom, Jota, TDS, hatten allesamt Probleme. Die Morgan-Nissan von Oak liefen dagegen komplett fehlerlos. Es war bekannt, dass die Morgan zu den schnellsten LMP2 gehören, was Oliver Pla in der #24 mit seiner Pole untermauerte, aber gleichzeitig waren die Oak bisher auch technisch sehr anfällig. Daher wetteten die meisten auf die erfahrenen Teams aus dem Hause Pecom oder Jota.

Die ersten Stunden in der LMP2 waren auch extrem eng. Die #24 setzte sich an die Spitze, gefolgt von dem überraschend starken KCMG Morgan Nissan und Zytek von Jota. Von hinten hatte sich der zweite Oak (#35) schon ran geschlichen. Dahinter lauerte der Pecom. Thiriet/TDS, Murphy, G-Drive – sie alle waren schon einer Stunde im Mittelfeld verschwunden, oder hatten die ersten technischen Probleme.

In den ersten fünf Stunden änderte sich das Bild vorne nicht. Nachdem der Jota, der kurzzeitig vorne lag, mit einem Defekt eine Runde verloren hatte, setzten sich die Oak an die Spitze. Der G-Drive mit der #26 und der Thiriet tauchten am Abend in der Verfolgung auf. In der Dämmerung verlor der als stärker eingeschätzte und zu diesem Zeitpunkt auch führende Oak-Morgan mit der #24 jedoch einige Zeit und Positionen, als David Heinemeier-Hansson den Wagen in den Porsche-Kurven in die Leitplanken setzte. Da man eine Doppelführung inne hatte, konnte die #35 jedoch nahtlos übernehmen.

Nach 12 Stunden hatte sich immer noch kein klares Bild an der Spitze geformt. Die Oak blieben immer in der Spitzengruppe, es gesellte sich der überraschend stark fahrende Greaves mit Mardenborough, Ordonez und Krumm hinzu. Der Pecom-Oreca hatte mittlerweile schon drei Runden Rückstand und war damit raus aus der Entscheidung.

Weitere vier Stunden später waren die beiden Oak nach starker Fahrt von Pla und Brundle in der #24 wieder an der Spitze beisammen. Die #35 hatte knapp 30 Sekunden Vorsprung vor dem Schwesterauto, dahinter lag der Greaves-Zytek, allerdings schon mit einer Runde Rückstand. Ebenfalls noch im Rennen war der Thiriet, der in diesem Jahr aber im Kampf um die Spitze nicht eingreifen konnte. Zum einen war die Fahrerbesetzung nicht so stark, zum anderen hatte man kleinere technische Probleme. Am Ende verlor man das Auto in einem Regenschauer durch einen Unfall.

Nach 20 Stunden hatte sich die #35 mit Pla, Gonzales und Plowman eine Runde Vorsprung vor der #24 erarbeitet. Eng war es noch um P3, wo der G-Drive mit Rusinov, Martin und Conway gegen den Greaves kämpfte. Der Rest des Feldes war abgeschlagen.

Am Ende gewannen die #35 vor der #24 und dem G-Drive mit der #26, der sich mit knapp einer Minute Vorsprung vor dem Greaves ins Ziel rettete.

Es war ein spannendes Rennen in der LMP2, auch wenn es an der Spitze wenig Bewegung gab. Aber dahinter wurde lange hart um die Plätze gekämpft. Vor allem in der Nacht lagen die Plätze 4 bis 7 sehr eng beieinander.

Die Lotus hatten Pech. Die #31 verlor man schon nach 17 Runden wegen es Kabelbrand im Cockpit, die #32 zeigte dafür eine sehr gute Leistung. Man kämpfte lange im vorderen Mittelfeld, bis auch bei diesem Wagen – auf Klassen-Platz 9 liegend – die Technik versagte.

Einen bösen Abflug hatte der HVM Status Wagen mit Mowlem/Burgess/Hirschi. Ausgangs der letzten Porsche-Kurve verlor Burgess den Wagen und schlug hart in die Betonmauer ein. Der Wagen wurde regelrecht zerrissen, die Hinterachse lag am Ende neben dem Auto. Glücklicherweise passierte dem Fahrer nichts.

Für Ärger sorgte der DKR-Wagen mit Porta/Raffin/Brandala. Zum einen war man sehr langsam unterwegs, zum anderen stand man das ein oder andere Mal ziemlich im Weg rum. Bei Radio Le Mans forderte man sogar, das Team aus dem Rennen zu nehmen. Ebenfalls oft neben der Strecke war der Delta-ADR, dessen Dreherorgie nach sieben Stunden beendet war. Der Gulf Racing Wagen kam gerade mal 22 Runden weit.

GTE-Pro

Hier war die Sache mehr als eng und von Anfang an war ein Kampf zwischen den Porsche (#91, #92) und den Aston Martin. Während des gesamten Rennens wechselte die Führung so oft, dass man kaum zählen konnte. Die drei Aston (#97, #98, #99) wechselten sich in der Führung ab, wobei man vor allem Bruno Senna in der #99 erwähnen sollte. Der ehemalige F1-Fahrer war sehr stark unterwegs und teilweise die schnellsten Rundenzeiten im Team. Das ganze war eher ein 24 Stunden-Sprintrennen zwischen beiden Teams.

Aber es war nicht das Rennen der Aston Martin. Am Sonntagmorgen erwischte es die #98 mit einem kapitalen Motorschaden. Wenig später flog Frédéric Makowiecki böse nach der ersten Schikane ab. Auf feuchter Strecke kam er mit einem Rad auf eine weiße Linie, der Wagen schoss nach links und schlug ungebremst in die Leitplanke. Das sah böse aus, der Franzose konnte aber unverletzt dem Wrack entsteigen. Damit blieb nur noch die #97 mit Dumbreck/Mücke/Turner, die zeitweise nur 8 Sekunden (!) zurücklagen. Durch die unterschiedlichen Boxenstrategien war es unmöglich, hier einen Sieger vorher zu sagen. Erst in der letzten Stunde des Rennens klärte sich das Bild. Nach einem kurzen Schauer setzte Aston alles auf eine Karte und wechselte auf Regenreifen, während der Porsche mit #92 auf Slicks weiterfuhr. Im ersten Moment dachte man, dass das der entscheidende Stopp war und Manthey ein Fehler unterlaufen war. Doch der Schauer hielt nur wenige Minuten, die Entscheidung von Aston war am Ende die Falsche. Zu allem Überfluss verlor man den zweiten Platz auch noch an den zweiten Porsche, weil man hinter das falsche Safety Car rutschte. Logischerweise war man bei Aston Martin Racing tief enttäuscht, man wollte einen Sieg für den verstorbenen Allan Simonsen holen.

Überhaupt nichts zu melden hatten die Ferrari und die Corvette. Im Corvette Lager war man überrascht, wie schnell es in der GTE-Pro zuging. In der Tat verlor man rund 2 Sekunden pro Runde auf die Aston und die Porsche. Man war logischerweise enttäuscht, gab aber auch an, dass die CR6 nun mal Ende ihrer Entwicklung sei und man nicht mehr rausholen konnte. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass man die Corvette halt nicht in Europa fahren lässt. Somit fehlen Vergleichswerte zu den anderen Teams. Einfach aus den USA anreisen und mal ebenso Le Mans gewinnen geht nicht mehr. Man wird sich für das nächste Jahr etwas anderen überlegen müssen.

Zu den Ferrari kann ich wenig sagen. Man war einfach zu langsam. Offensichtlich hat die FIA in diesem Jahr die BoP sehr zu ungunsten der F458 ausgelegt. Beide Ferrari liefen, bis auf kleinere Zwischenfälle, komplett fehlerlos, dennoch fehlten am Ende drei, bzw. vier Runden auf den Sieger.

Für die Viper war ein “Lehrjahr”. Dem Auto fehlte der Topspeed und in Sachen Verbrauch sah es auch nicht so doll aus. Das war zu erwarten, aber immerhin kamen beide Wagen ins Ziel. Letzter wurde der JMW Ferrari.

Am Ende holte Porsche also einen Doppelsieg. Das war überraschend und vermutlich der guten Mauertaktik von Olaf Manthey geschuldet, denn in den bisherigen Rennen war Porsche weit, weit von den Zeiten der Aston entfernt. Man darf auch nicht vergessen, dass die Briten 20kg mehr im Wagen hatten, als noch zu Beginn der Saison.

GTE-Am

Die GTE-Am wird immer etwas stiefmütterlich behandelt, dieses Jahr gab es aber mal ein paar Bilder mehr. Schuld daran war Patrick Dempsey, der in Frankreich offenbar kurz vor der Heiligsprechung steht. In seiner Box war derartig viel los, dass Dempsey zeitweise verärgert ins Motorhome wanderte. Dafür lief sein Wagen aber extrem gut. Ich gestehe doch etwas überrascht gewesen zu sein, den Porsche von ihm lange in Führung zu sehen. Er wechselte sich dabei mit dem zweiten Proton (#88) und dem IMSA Porsche (#76) in der 2011er Konfiguration ab. Dempsey hatte eine echte Chance auf den Rennsieg, wurde aber in der Nacht irgendwann von einem LMP2 abgeschossen und gedreht. Dempsey brauchte sehr lange, bis der Wagen wieder lief. Am Ende fehlten ihm dann tatsächlich nur ein paar Sekunden auf Platz 3.

Nachdem die #88 sich mehrfach ins Kiesbett verabschiedet hatte, übernahm der IMSA Porsche die Führung und konnte diese auch durch die Nacht bis zum Ziel halten. Die Paarung Narac, Bourrey, Vernay holte den Klassensieg. Wobei man sagen muss, dass Bourret auf eine Fahrzeit von vier Stunden kam. Die anderen 20 Stunden (!) teilten sich Narac und Vernay.

Immer auf der Lauer lagen die beiden AF Corse Ferrari. Aber auch in der GTE-Am fehlten den Ferrari einiges an Zeit. Das ist insofern erstaunlich, weil dort ja mit den 2012er Wagen gefahren wird. Und im letzten Jahr hatte Ferrari in der Pro Klasse den Gesamtsieg geholt. Auch hier dürfte die BoP Schuld sein.

Sicherheit in Le Mans:

Wenn ein Fahrer stirbt, muss man Fragen stellen. Warum Allan Simonsen sterben musste, das werden die FIA, der ACO, Aston Martin Racing und auch die französischen Behörden ermitteln. Letztere haben sich eingeschaltet, weil der Unfall auf einer öffentlichen Straße stattfand.

Die erste Frage wird der ACO beantworten müssen. Warum stehen ausgangs Tetre Rouge keine Reifenstapel? Es ist nicht das erste Mal, dass dort jemand abgeflogen ist. Und wie ein Foto zeigt, stehen die Bäume direkt hinter den Leitplanken. Vermutlich hat die Leitplanke die Wucht des Aufpralls nicht genügend abfangen können. Reifenstapel hätten hier vermutlich ein Leben retten können, aber das Problem ist, dass die Hunaudières-Gerade direkt nach dem Rennen wieder für den normalen Verkehr geöffnet werden muss. Der Abbau von Reifenstapeln würde dies verzögern. Die Frage muss aber erlaubt sein, ob es nicht möglich ist, eine Stunde mit der Öffnung zu warten, wenn damit die Sicherheit der Fahrer erhöht wird.

Auffallend war aber, dass die Leitplanken besonders oft repariert werden mussten. Es gab etliche harte Einschläge, die zum Glück keine schlimmen Folgen hatten. Aber der ACO muss sich die Frage stellen, ob die teilweise alten Leitplanken noch den modernen Sicherheitsstandards entsprechen. Ärgerlich ist auch, dass es in den Porsche-Kurven nur blankes Beton als Absperrung gibt. Der ACO investiert jedes Jahr viel Geld im Bereich Start/Ziel in neue Gebäude und andere Dinge. Es wäre an der Zeit, dass man in den Porsche Kurven eine Art “Safer Barrier” installiert.

Grundsätzlich ist die Strecke in Le Mans eine Ausnahme im Rennkalender. Die Hunaudières-Gerade ist durch die Schikanen entschärft, in Mulsanne und Arnage hat man mehr Auslaufzonen geschaffen. Sorgen macht man sich aber immer um die Mulsanne-Gerade und die anscließende Gerade bis Indianapolis. Hier passen gerade zwei Wagen nebeneinander und das bei den hohen Geschwindigkeiten.

Le Mans ist keine Tilke-Strecke mit riesigen Auslaufzonen. Das macht auch ihren Reiz aus, so unsinnig das nach einem tödlichen Unfall auch klingen mag. Alle wissen, dass die Fahrer in Le Mans stärker gefährdet sind, als auf anderen Strecken in Europa. Es gab in Le Mans dieses Jahr zwölf Safety-Car Phasen. Das ist nicht nur ein neuer Rekord, sondern sogar eine Vedoppelung des alten Maximums. Die Menge der Unterbrechungen lag auch daran, dass die Rennleitung nach dem tödlichen Unfall besonders vorsichtig reagierte und auf lokale Gelbphasen weitestgehend verzichtete. Hier kann man ihnen keinen Vorwurf machen.

Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen für nächstes Jahr die Sicherheit an der Strecke weiter erhöhen.

Übertragung
Kann ich nichts zu sagen, ich war ja an der Strecke. Aber ein sehr, sehr großes Dankeschön geht auch in diesem Jahr wieder an Radio Le Mans. Ich hatte mit für 10 Euro ein kleines Radio gekauft, dank eigener Kopfhörer konnte ich dann 24 Stunden lang den Rennverlauf auch dann verfolgen, wenn ich nicht an der Strecke oder in der Nähe eines Bildschirms war. Wie jedes Jahr war die Übertragung von RLM hochemotional. Besonders das Ende der Übertragung konnte einem die Tränen in die Augen treiben. Le Mans ohne John Hindhaugh, Paul Trussers, Nick Damon, Jeremy Shaw und all die anderen ist einfach nicht vorstellbar.

Infos:

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June 20 2013

16:00

24 Stunden von Le Mans: Vorschau – Die LMP2

Schon im letzten Jahr war die LMP2-Klasse stark besetzt und bot ein einigermaßen spannendes Rennen. Dieses Jahr platzt die Klasse aus allen Nähten – nur der Vorjahressieger fehlt.

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Quelle: Nissan Europe

Eigentlich ist es nie so wirklich ein gutes Zeichen, wenn der Titelverteidiger nicht mehr antritt. Bei der LMP2 trifft das nicht zu: Peter Barrons Starworks-Team musste seine Pläne ändern, weil Sponsor und Gentleman Driver Enzo Potolicchio „sein eigenes Ding“ machen wollte und nun mit 8 Star Motorsports in der GTE-Am antritt. Doch mit 22 Teilnehmern könnte die LMP2 auch ein eigenständiges Rennen fahren und sich damit durchaus sehen lassen – vor allem, da wie schon 2012 zwei Drittel des Feldes Chancen auf einen Podiumsplatz haben. Die Kostendeckelung funktioniert und so treffen die zahlreichen Teams aus WEC und ELMS aufeinander; aus der ALMS, wo nur wenige LMP2 starten, ist nur Level 5 Racing dabei.

Leider bietet die Klasse nicht ganz die Vielfalt, die wünschenswert wäre: 15 der 22 Wagen haben sich dem tollen Kundensport-Programm von Nissan anvertraut und setzen deren aus der Super GT abgeleitetes V8-Aggregat ein, hinzu kommen sechs Judd-Motoren und leider nur noch ein HPD/Honda, auch wenn dieser sich im Vorjahr als stark erwiesen hat. Möglicherweise liegt das Problem darin, dass das Programm von Beginn an (damals noch als Acura) sehr US-zentriert war und mit Strakka (jetzt LMP1 mit Honda) lediglich ein europäisches Team jemals den LMP2-HPD einsetzte. Bei den Chassis herrscht etwas mehr Abwechslung und so ergeben sich zahlreiche Kombinationen. An der Balance of Performance wurde nicht mehr geschraubt – wie in der zweiten Saisonhälfte des vergangenen Jahres sind die Kunden aller drei Motoren-Marken mit der Ausgangseinstufung unterwegs.

Die LMP2 ist leider die einzige Klasse, in der es noch einen echten Wettbewerb zwischen Reifenherstellern gibt (von dem einsamen JMW-Ferrari auf Dunlops in der GTE-Pro mal abgesehen). Im Gegensatz zu allen anderen Klassen hat hier Dunlop die Oberhand – zumindest zahlmäßig, mit 18 Wagen; nur vier Starter sind auf Michelins unterwegs. Doch zumindest zwei davon sollten in der Lage sein, um den Klassensieg mitzukämpfen – und damit nun zur Team-Vorschau, die ich nach meiner Performance-Einschätzung gliedere, um einen Überblick über die zahlreichen Fahrzeuge zu geben.

Die Favoriten

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Das AF Corse-Partnerteam Pecom Racing (#49) hat im Laufe der Saison 2012 endlich den Durchbruch geschafft, für den es das Potential schon von Beginn an hatte. Der dritte Platz in Le Mans im Vorjahr gegen ein schon starkes LMP2-Feld markierte die Wende. Den ersten Sieg gab es jedoch erst in Bahrain, als erstmals Peugeot-Flüchtling Nicolas Minassian den vorherigen Stammfahrer Soheil Ayari ersetzte. Mit Minassian ist das Team um Finanzier Luis Perez-Companc und Pierre Kaffer noch stärker geworden und dürfte in diesem Jahr als eines von zwei Michelin-bereiften Teams um den Klassensieg mitfahren.

Das zweite Michelin-Team ist Level 5 Racing (#33), für die es schon 2011 zum dritten Rang in der Klasse reichte, 2012 folgte ein DNF. Dieses Jahr ist das Team, das Scott Tucker aus seinen zwielichtigen Kreditgeschäften aufgebaut hat, leider als einziges mit einem HPD (Chassis + Motor) unterwegs, was nach dem Sieg von Starworks gegen die Nissan-Armada im Vorjahr erstaunlich ist. Mit Marino Franchitti und IndyCar-Ass Ryan Briscoe hat sich Tucker zwei sehr starke Co-Piloten gesichert.

Die Dunlop-bereiften Top-Teams sind allerdings von den Fahrern her noch einmal stärker einzuschätzen, allen voran die #24 von OAK Racing mit Olivier Pla, David Heinemeier-Hansson und Alex Brundle. Pla ist einer der schnellste Prototypen-Piloten überhaupt und Programmierer Heinemeier-Hansson hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem der besten Amateure entwickelt. Das auf dem alten Pescarolo 01 basierende OAK-Chassis, immer noch als Morgan gebrandet, war schon immer sehr schnell in Le Mans, allerdings mangelte es zu oft an der Standfestigkeit. Wenn dieses Manko ausgemerzt werden kann, ist die #24 für mich DER Top-Favorit.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Knapp dahinter folgt Jota Sport mit dem #38 Zytek-Nissan. Geschäftsmann und Geldgeber Simon Dolan hat sich in den letzten Jahren ebenfalls zu einem soliden, jedoch gelegentlich übermütigen Herrenfahrer entwickelt (wie sich z.B. im Vorjahr beim ELMS-Lauf in Donington zeigte); seinen langjährigen Partner Simon Dolan hat er verloren, stattdessen bestreitet er die 24 Stunden mit Ex-Audi-Werksfahrer Lucas Luhr und Formel-Youngster Oliver Turvey.

Knapp dahinter…

Nicht ganz so stark wie die #24, aber ebenfalls zu den sehr guten Autos in der Klasse gehört der #35 Morgan-Nissan von OAK Racing. Von Bertrand Baguette, Martin Plowman und Ricardo Gonzalez kann man ein solide Rennen erwarten, das sie aufs Podium bringen könnte.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Thiriet by TDS Racing (#46) wäre eigentlich noch weiter oben in meiner Liste zu finden – jedoch muss das französische Team auf den früheren Stammfahrer Mathias Beche verzichten, der „nebenher“ auch noch in der WEC für Rebellion fährt, was bei Überschneidungen – also in Silverstone und in Le Mans – den Vorrang vor seinem LMP2-Engagement hat. Stattdessen wird Tiefkühlkost-Lieferanten-Sohn Pierre Thiriet von Ludovic Badey und Maxime Martin unterstützt. Bei Badey habe ich so meine Zweifel – der Franzose hat viel Erfahrung, aber wenig Erfolge vorzuweisen, im Vorjahr war er für das schwache Gulf Racing Middle East-Team unterwegs. Maxime Martin jedoch ist einer der aktuell stärksten jungen GT-Piloten, was er am Nürburgring wieder einmal unter Beweis stellte; und auch in einem LMP hat er schon Erfahrung gesammelt: 2011 mit Kronos Racing in der LMP1, 2012 mit OAK in der LMP2, beide Male reichte es zum siebten Klassenrang. Wenn Badey konstant fährt und Thiriet und Martin die meiste Zeit hinterm Steuer sitzen, ist mit diesem Team zu rechnen.

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Quelle: ACO

Die beiden Oreca-Nissan #25 (Delta-ADR) und #26 (G-Drive Racing) sind zwar unter unterschiedlichen Namen genannt, jedoch handelt es sich hier prinzipiell um das Delta-ADR-Team, das sich im Debutjahr 2012 nur Starworks geschlagen geben musste; neu dabei ist Roman Rusinov aus Russland mit G-Driver-Geld. Rusinov unterstützte im Vorjahr das Signatech-Nissan-Team und ist ein guter Gentleman Driver. Mit den beiden Monoposto-Piloten Mike Conway und John Martin bildet er ein noch stärkeres Trio als Graves/Nakano/Hamilton im Schwesterauto es sind. Schwer einzuschätzen ist hier der junge Brite Archie Hamilton, dessen Großvater vor 60 Jahren die 24h von Le Mans gewann.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Auch Signatech ist weiterhin dabei, zwar noch mit Nissan-Motor, aber nicht mehr mit Nissan-Sponsorship. Stattdessen tat sich das Team von Philippe Sinault mit der Renault-Sportmarke Alpine zusammen, die wieder mehr im Motorsport tätig werden möchten. Zwar ist das Chassis als Alpine A450 genannt, doch es handelt sich um einen der vielen Oreca 03. Für Signatech Alpine am Steuer sitzen Nelson Panciatici, Pierre Ragues und Tristan Gommendy. Auch wenn 2012 und bisher 2013 wenig rund lief für Signatech, sollte man das Team im Auge behalten.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Greaves Motorsport, das LMP2-Siegerteam von 2011, ist auch wieder mit zwei Zytek-Nissan dabei. In der #42 sitzen die Nissan GT Academy-Gewinner Jann Mardenborough und Lucas Ordonez, wobei der erstgenannte schwer einzuschätzen ist: Im Vorjahr holte er beinahe den Titel in der British GT, warf dann aber im letzten Rennen den Wagen weg. Beide werden unterstützt vom starken Michael Krumm. Die #41 startet nicht im Greaves-üblichen Weiß-Rot, sondern in den grellen Farben von Caterham, die in Zukunft auch verstärkt in die LMP2 einsteigen wollen. Die Besetzung dieses Wagens ist mit Tom Kimber-Smith, Eric Lux und US-Youngster Alexander Rossi durchmischt, könnte aber für ein Top-Ergebnis gut sein, wenn Rossi nicht übermütig wird.

Murphy Prototypes um den irischen Industriellen Greg Murphy ist eines der sympathischsten Teams auf dem Grid, allerdings oft vom Pech verfolgt. So schied der Oreca-Nissan (an dem das Team festhält) 2012 in Führung liegend in der Nacht mit einem Defekt aus. Der flotte Kiwi Brendon Hartley ist dabei geblieben; leider hat man aber Jody Firth und Warren Hughes verloren, stattdessen stoßen der 61jährige US-Amerikaner Mark Patterson (bekannt aus dem GT3-Team United Autosport) und Karun Chandhok dazu, der in der F1 vermutlich unter Wert geschlagen wurde, aber sich in den Sportwagen nach einem schwierigen Jahr mit JRM auch noch beweisen muss. Hier könnte eine der Tücken liegen: Allen drei Fahrern sind Fehler zuzutrauen; wenn sie diese nicht machen, ist viel möglich.

Geheimtipps fürs Podium

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Zwei „Dark Horses“, die überraschen könnten, und beide kommen aus der Schweiz. Race Performance mit dem einzigen Oreca, der keinen Nissan, sondern einen Judd-Motor im Heck hat, ist ein Team, das immer unter dem Radar fliegt, um dann beim Fallen der Zielflagge in der Top-5-Region aufzutauchen. Mit Jeroen Bleekemolen hat das Team einen starken Gaststarter anheuern können, Patrick Niederhauser ist dagegen ein Kollege jüngeren Baujahrs und Stammpilot ist Michel Frey.

JOURNEE TEST - 24 heures du mans 2013

Quelle: ACO

Neu dabei ist das ELMS-Team Morand Racing mit einem Morgan Judd. Die Besatzung mit Natacha Gachnang, Franck Mailleux und Olivier Lombard ist flott und sehr ausgeglichen. Knackpunkt ist bei neuen Teams aber stets, ob sie die Technik in den Griff bekommen. Gelingt ihnen das, können sie überraschen.

Das „echte“ Mittelfeld

Da so viele Wagen Chancen auf den Sieg oder wenigstens auf einen Podiumsplatz haben, ist das tatsächliche Mittelfeld – also solche Teams, die gut sind, aber keine Chance auf die Spitze haben – sehr klein.

HVM Status Grand Prix (#30) wollte eigentlich die WEC bestreiten, ist aufgrund von Geldmangel aber bisher nur beim ELMS-Lauf in Imola angetreten. Dort lief es auch nicht besonders. Besonders beeindrucken konnte die Kombination aus Lola-Coupé und Judd-Motor auch im Vorjahr nicht. Mit Johnny Mowlem und Jonathan Hirschi hat man sich die beiden Le-Mans-erfahrenen Ex-Lotus-Entwicklungsfahrer schnappen können, unterstützt vom Kanadier Tony Burgess, der lange in der ALMS unterwegs war.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Im dritten Auto von OAK Racing (#45) sitzt Teambesitzer Jacques Nicolet, unterstützt durch Jean-Marc Merlin, der sich bisher hauptsächlich im historischen Motorsport bewegte, und Philippe Mondolot, dem mehrfachen Meister der französischen VdeV-Serie. Ein klassisches Gentlemen-Driver-Lineup, das im flotten Morgan-Nissan sauber durchs Rennen kommen könnte, aber keine Chancen auf einen Top-Platz hat. Dieser Morgan-Nissan ist eines der diesjährigen Art Car, die Hommage an 90 Jahre Le Mans vom Künstler Fernando Costa sieht jedoch reichlich wild aus.

Die chinesischen Neueinsteiger von KCMG sind das vierte Michelin-Team und setzen einen Morgan-Nissan ein, außerdem bekommen sie technische Unterstützung von Oak, die das Morgan-Chassis entwickelt haben. Eigentlich lieferte das Team beim bisher einzigen Rennen in Silverstone eine recht gute Performance ab, aber über 24 Stunden rechne ich eher mit einer unauffälligen Fahrt im Mittelfeld. Die Fahrer sind Alexandre Imperatori, Ho-Pin Tung und Matthew Howson.

Ohne Chance…

Quelle: ACO

Quelle: ACO

…dürften leider in diesem Jahr noch die beiden Lotus T128 sein. Zwar sind beide gut besetzt – die #31 mit Weeda/Rossiter/Bouchut, aber leider ohne den bisher starken Vitantonio Liuzzi, und die #32 mit Holzer/Kraihamer/Charouz, doch der Wagen ist einfach noch zu neu, um mit den seit Jahren erprobten Modellen mithalten zu können. Der Wagen wirkt etwas klobiger, weil seine Cockpit-Maße schon dem LMP1-Reglement für 2014 entsprechen, denn der T128 soll zukünftig auch in der Top-Klasse eingesetzt werden. Für den Mut ist das Kolles/Kodewa-Team zu beglückwünschen, der neue Wagen sieht auch nicht schlecht aus; hoffentlich übernehmen sie sich nicht und gehen einen Schritt nach dem anderen. Update: Zumindest finanziell scheint man sich übernommen zu haben, denn am Mittwochabend wurden Teile der Wagen mit der Verfügung eines französischen Gerichts aufgrund ausgebliebener Zahlungen konfisziert. Ausgang unklar…

Boutsen Ginion Racing konnte leider nie an das starke Debütjahr 2011 anknüpfen, als sie mit Kraihamer/de Crem um Siege mitfuhren, auch wenn die Technik ihnen den Erfolg damals verwehrte. Dennoch ist das Team um den Ex-F1-Piloten Thierry Boutsen dem Oreca-Nissan treu geblieben. Als Fahrer sind die beiden Formula-Le-Mans- bzw. LMP-Challenge-Piloten Thomas Dragoneau und Matt Downs am Start, hinzu kommt der unbekannte und zweifelhafte Rodin Younessi. Viel dürfte so nicht zu holen sein.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Das gilt auch für das luxemburgische Team DKR Engineering. Olivier Porta hat 2004 schon einmal ein LMP2-Podium in Le Mans geholt; mit seinen Herrenfahrer-Kollegen Raffin und Brandela ist er im einzigen offenen Lola unterwegs, der seit Einführung der Kostenbegrenzung in der LMP2 Rennen bestritten hat, aber schnell von Pecom entsorgt und ersetzt wurde. Viel ist mit diesem Wagen und dieser Besetzung nicht zu holen, wie sich auch am Testtag zeigte.

Bleibt zu guter Letzt Gulf Racing Middle East (ohne Gulf-Logos auf dem Wagen), von denen genausowenig zu erwarten ist wie im Vorjahr: Fabien Giroix, Keiko Ihara und Philippe Haezebrouck sind allesamt als Silber-Piloten klassifiziert, sind diesem Status jedoch bisher nicht wirklich gerecht geworden. Bleiben sie auf der Straße und hält der Wagen, ist – optimistisch betrachtet – ein Mittelfeld-Platz drin, mehr nicht.

Bereits am Montag gab es hier im Blog die Vorschau auf die Top-Klasse, die LMP1. Am Mittwoch folgte der Blick auf die GTE-Klassen. Wer sich für die Geschichte der 24h von Le Mans sowie des Circuit de la Sarthe interessiert, kann diese hier nachlesen.

Alle wichtigen und praktischen Informationen zum Rennen, wie TV-Zeiten und Spotter Guide, sind außerdem in unserem Forum zusammengestellt. Dort gibt es – wie im Vorjahr – auch wieder ein Tippspiel zum 24 Stunden-Rennen (Teilnahmeschluss ist Samstag um 15 Uhr).

 

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August 27 2012

14:08

WEC: Analyse Silverstone 2012

Audi gewinnt zwar in Silverstone, aber das Ergebnis sah knapper aus, als man erwartet hatte. Aber hat Audi alle Karten auf den Tisch gelegt?

© FIA WEC

Audi gewinnt, Toyota kann sich mit einem Wagen zwischen die beiden R18 schieben und das Rennen war bis in die letzte Stunde richtig spannend. Eigentlich können alle zufrieden sein. Die Hersteller, die Piloten und die Zuschauer, die ein gutes und abwechslungsreiches Rennen gesehen haben. Doch ein paar offene Fragen bleiben am Ende doch. Warum hat Toyota einen derartig hohen Verbrauch? Und haben die Audi eine sehr konservative Strategie eingeschlagen, ohne den R18 wirklich auszuquetschen? Auch in der LMP2 ging es spannend zu, wenn auch nicht so, wie man erwartet hatte.

Audi vs Toyota

Vom Start weg übernahm der Audi mit Tréluyer, Fässler und Lotterer das Kommando an der Spitze. Alex Wurz schob sich nach der ersten Kurve von auf den zweiten Platz und sprengte die Audi-Phalanx. Doch in den ersten Runden konnten sich die Le Mans Sieger leicht von Wurz absetzen. Der Vorsprung betrug teilweise mehr als sechs Sekunden, doch gegen der Verkehr sorgte dafür, dass Wurz schnell wieder im Heck des R18 klebte. Es gelang ihm sogar die Führung zu übernehmen und sich leicht vom e-tron abzusetzen. Der R18 Ultra konnte den Speed der beiden Führenden derweil nicht mitgehen. Die Vermutung lag schon in diesem Moment nahe, dass der Ultra, der mit Kristensen und McNish besetzt war, eine andere Stratege einschlagen würde.

Ab Runde 25 hatte man die ersten Boxenstopps erwartet und hier sollte sich dann das weitere Rennen entscheiden. Doch zur Überraschung aller kam Alex Wurz schon Ende Runde 22 an die Box und musste sich neuen Sprit holen. Die Audi blieben im ersten Stint 5, bzw 6 Runden (Ultra) länger draussen. Dazu kam, dass die Standzeit des Toyota ca. 5 bis 7 Sekunden länger war, als bei beiden R18. Vielleicht wollte Toyota ja auch Nummer Sicher gehen, erster Check in einem bislang extrem schnellen Rennen. Doch als die zweiten Stopps anstanden wiederholte sich das Spiel. Der Toyota kam pünktlich wie die japanische Eisenbahn nach 44 Runden an die Box, die erst um Runde 53 und später. Und so zog sich das dann auch über das gesamte Rennen. 23 Runden für den Toyota, 26 Runden für den e-tron, 27 Runden für den Ultra. Man konnte sich ausrechnen, dass am Ende ein Stopp mehr für die Toyota auf dem Papier stehen würden. Tatsächlich waren es sogar zwei. Bei den sieben Stopps der #1 ist eine Stopp & Go dabei.

Spätestens nach dem zweiten Stopp wusste Audi also, wie Sache laufen würde, man konnte sich auf eine schnelle Pace einlassen, musste aber nicht all zu sehr drücken. Auffällig ist dabei, dass die #1 ihre schnellste Runde (1.44.5min) schon in Runde 2 drehte, also mit vollen Tanks. Im späteren Verlauf des Rennens drehte nur der Ultra auf (1.44.6 min), als dieser wegen eines platten Reifen einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegen musste. Der Toyota fuhr seine schnellste Runde (1.44.0 min) in Runde 139, eine Runde vor Ende des Stints.

Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass Audi nicht volles Risiko gegangen ist, sonst wären die Zeiten deutlich unter 1.44 gelandet. Allerdings stellt sich die Frage, was dann mit dem Verbrauch und dem Reifenverschleiss gewesen wäre. Wie schon in Le Mans konnte man beobachten, dass der e-tron zwar zu Beginn eines Stints den Vorsprung halten, bzw. ausbauen konnte, ihn gegen Ende des Stints aber verlor. Je leichter der Toyota wurde, desto schneller wurde er auch, gleichzeitig schien beim Audi der Speed wegzugehen. Doch der Eindruck täuscht ein wenig.

Die Stintzeiten des e-tron sahen meist so aus (Runde 28 bis Runde 54)

46.6, 47.5, 46.3, 48.5, 46.4, 50.4, 47.7, 47.2, 47.8, 46.7, 46.3, 46.3, 47.0, 47.9, 46.8, 50.2, 47.9, 47.1, 48.2, 47.2, 48.6, 48.7, 46.7, 47.9, 48.2

Toyota (Runde 24 bis 22)

47.9, 47.4, 45.3, 44.8, 47.1, 47.2, 46.8, 46.4, 47.6, 48.6, 45.4, 46.1, 46.4, 46.0, 47.4, 45.2, 46.7, 46.5, 47.1, 47.0, 46.4

Einige Schwankungen sind dem Überrundungsverkehr geschuldet, aber es wird deutlich, wie das Rennen lief. Toyota holte konstant Zeit auf, aber viel zu wenig, um sich den Vorsprung heraus fahren zu können, den man gebraucht hätte. Zu dem verteilten sich Glück und Pech gleichermaßen. Der e-tron bekam eine Durchfahrtsstrafe, weil einen Ferrari abgeschossen hatte, Toyota hatte während der zweiten SC-Phase Pech, dass man hinter dem zweiten Safety-Car hing und nicht hinter dem Führenden. So verlor man ein paar Sekunden, wäre es anders gelaufen, hätte man fast 40 Sekunden gut gemacht. Aber selbst das hätte das Ergebnis des Rennens nicht verändert. Toytoa war schnell, aber Standzeiten und Effizienz vernichteten alle Siegchancen. Dass man am Ende auf P2 landen konnte, war auch noch Glück. Der Ultra hatte sich nach seinem zweiten Stopp einen platten Reifen hinten rechts eingefangen und musste noch mal rein. Beim Stopp verlor man ca. 30 Sekunden man lag am Ende aber nur 18 Sekunden hinter dem Toyota, dem wiederum 55 Sekunden auf den e-tron fehlten.

Dennoch: Man darf nicht vergessen, dass das erst das zweite Rennen des Toyota TS030 war und Toyota sowieso dieses Jahr eigentlich gar nicht voll mitfahren wollte. Dazu fehlte der zweite Wagen, mit dem man eventuell die Strategie hätte aufteilen können. Bei den beiden Asien Rennen in Fuji und Shanghai werden wohl zwei Toyota an den Start gehen. Gerade in Fuji könnte das Rennen dann deutlich anders aussehen. Toyota muss dringend am Verbrauch des Wagens arbeiten, aber es ist leichter, einen schnellen Wagen effizient zu machen. Tatsache ist, dass man an Audi dran ist.

Sonstige LMP1

Auch das Rennen hinter den beiden Top Teams gestaltete sich extrem spannend. Die beiden Rebellion Lola übernahmen zunächst die Spitze. Der Strakka HPD blieb aber auf Tuchfühlung, nur der JRM HPD hatte mal wieder Pech. In der ersten Runde kam man sich mit dem Greaves LMP2 der Brundle Familie ins Gehege und fiel gleich 40 Sekunden zurück. Aber alle Fahrzeuge blieben während des Rennens innerhalb von einer Runde. Der nominell stärkste Rebellion mit der #12 und der Besetzung Jani/Prost konnte sich auf Platz 4 behaupten, bekam aber später eine Stopp and Go, weil man mit einem Krohn Ferrari kollidiert war. Den Unfall kann man auch genau anders herum sehen, aber seis drum. Damit ging das Schwesterauto in Führung, das mit Belicchi/Primat besetzt war. Im letzten Stint holte Danny Watts im Strakka dann plötzlich mächtig auf und radierte einen Rückstand von 16 Sekunden aus. In der letzten Runde lag Watts hinter dem Rebellion, konnte aber keinen Überholvorgang mehr setzen. Am Ende trennten Watts ganze 0,6 Sekunden vom Rebellion. Dahinter lag der zweite Rebellion vor dem JRM.

LMP2

In der Quali lagen 10 LMP2 innerhalb von einer Sekunde und es versprach ein spannendes Rennen zu werden. Tatsächlich wechselte die Führung sehr häufig. Das favorisierte OAK Morgan-Nissan Team mit der #35 und der Besetzung Kraihammer, Heinermeier-Hanson und Baguette fiel jedoch früh mit Problemem am Anlaser zurück. Auch der zweite OAK mit Nicolet, Lahaye und Pla hatte Pech. Man war gerade an der Box, als die zweite SC-Phase fiel und musste dann an der roten Ampel warten, bis das halbe Feld vorbei gezogen war.

Probleme hatte auch das Team von Murphy Motorsport. Erst platzte ein Reifen, dann gab es Probleme mit dem Motor, was das Team weit zurück warf. Bei Greaves sah es mit dem Glück nicht besser aus. Der Brundle Wagen fiel wegen einer Kollision schon in der ersten Runde weit zurück, später ereilte die Mannschaft eine Stopp and Go.

Wie erwartet, war das Starworks Team mit Dalziel, Sarratin und Potolicchio extrem stark unterwegs. Die Mannschaft lag eine gute zeitlang in Führung, wurde aber ebenfalls von der SC-Phase auf dem falschen Fuss erwischt. Man musste sich erneut durch das halbe Feld kämpfen. Im Verlauf des Rennens kristallisierte sich dann etwas überraschend das ADR-Delta Team auf einem Oreca-Nissan als stärktes Team heraus. Die Besetzung Martin, Charout und Graves hielt sich zu dem aus allen Scharmützeln heraus und konnte vor allem im letzten Stint, als der Starworks Wagen auf P2 lag und Druck machte, das Tempo mitgehen. Am Ende gewann man mit 5 Sekunden Vorsprung. Auf Platz 3 landete der zweite Signatech-Nissan mit Panciatici, Ragues und Rusinov, die während des Rennens einen starken Eindruck hinterliessen. Jota und Pecom waren nicht ganz so stark wie erwartet.

GTE-Pro

Die Pro-Kategorie sah in den ersten Runden einen sehr heftigen Zweikampf zwischen dem AF Corse (Fisichella/Bruni) und dem Felbermayr Porsche (Lieb/Lietz). Doch auch hier war schon nach dem ersten Stint die Musik raus. Der RSR konnte zwar das Tempo des Ferrari F458 mithalten und sich an die Spitze setzen, doch dann kamen die Boxenstopps. Der Porsche musste in Runde 29 an die Box, der Ferrari kam erst ganze 5 Runden später. Das ist, bei ähnlichen Konzepten in der Serie, schon ziemlich erstaunlich. Der Porsche ist zwar so schnell wie der F458, beim Verbrauch sieht die Sache aber deutlich anders aus. Was Porsche nicht gefallen wird. Die Spannung war dann vollends raus, als der RSR einen Schaden an der Hinterradaufhängung hatte und rundenlang in der Box stand. Damit war der Sieg des AF-Corse zemtiert. Etwas überraschend konnte sich der JMW-Ferrari auf P2 festsetzen.

Der Aston Martin war nicht ganz so stark, wie man das erwarten konnte, zu dem musste auch deutlich früher an die Box, als die Ferrari. Stefan Mücke prügelte den Wagen im letzten Stint aber um den Kurs und nahm dann den zweiten AF Corse mit Bertolini/Beretta auf P3 ins Visier. In der letzten Kurve der letzten Runde gingen beide nebeneinander in die Bremszone. Leider konnte man nicht genau sehen, was dann passierte, aber plötzlich steckte der Ferrari im Kies. Ob es eine Berührung gab, oder Bertolini den Wagen selber weg geworfen hat, wurde nicht klar. Einen Protest gab es jedenfalls nicht. Bitter für Bertolini: Auch beim 6 Stunden Rennen muss man über die Ziellinie fahren. Da man ca. 100 Meter vor der Linie im Kies steckte wurde man als “nicht gewertet” klassifiziert.

GTE-Am

Wegen der vielen Ereignisse in den anderen Klassen habe ich die Am-Kategorie nur so halb verfolgt. Bilder gab es auch kaum zu sehen. Um die Spitze stritten sich die meiste Zeit der Felbermayr Porsche und der AF-Corse-Waltrip Wagen. Wie in der Pro-Klasse konnte sich der Ferrari wegen der längeren Stints am Ende durchsetzen. Auf Platz 3 landere der Krohn Ferrari.

Es stehen noch vier Rennen der WEC auf dem Programm, als nächstes folgen die 6 Stunden von Sao Paulo am 15. September. Die vorläufige Entry-List nennt 30 Autos, was etwas weniger als in Silverstone ist. Da scheuen einige britische LMP2 Teams die weite Reise, was verständlich ist. Das Duell Audi vs. Toyota wird auf dem engen Kurs in Sao Paulo vermutlich nicht ganz so dramatisch ausfallen, wie in England. Die Piste ist Sachen Verbrauch keine gute Angelegenheit für die Japaner.

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August 23 2012

13:29

WEC: Vorschau Silverstone 2012

Nach zwei Monaten Pause meldet sich die WEC zurück. Das Rennen in Silverstone dürfte sehr interessante Kämpfe in den beiden Prototypenklassen bieten.

Das Hauptinteresse dürfte beim 6-Stunden-Rennen in Silverstone auf dem Kampf zwischen Toyota und Audi liegen. In Le Mans zeigten die Japaner, dass sie, je nach Reifenwahl, durchaus in der Lage sind, die Audi unter Druck zu setzen. In den vergangenen zwei Monaten hat man den Hybrid-Benziner weiter entwickelt und die versucht, die in Le Mans gefundenen Schwachpunkte zu eliminieren. Wenn man dem Twitteraccout von Alex Wurz folgt, konnte man schon lesen, dass Toyota vor allem in Sachen Hybrid-Antriebsstrang und Aerodynamik gearbeitet hat. Natürlich wird Toyota nicht mit einer neuen Aerodynamik in Silverstone aufwarten, aber Änderungen soll es schon geben. Die dürften auch nötig sein, denn Audi hatte bisher die Nase vorn.

LMP1

Der R18 war zwar auf der Geraden in Le Mans einen Tick langsamer als die Toyota, holte die Zeit aber vor allem in den Porsche-Kurven. Jenes lange Geschlängel, dass der berühmt-berüchtigen Passage Maggotts, Becketts, Chapel ja sehr ähnlich ist. Dazu kommt noch Stowe und die Kombination Brooklands/Luffield, die dem R18 liegen sollte. Natürlich war Audi in der Zwischenzeit auch nicht untätig und hat vor allem am e-tron R18 geschraubt. Wie üblich bekommt man aber nur tiefstes Schweigen zu hören, wenn man nach Änderungen fragt.

Bei Audi werden die Le Mans Sieger André Lotterer, Benoit Tréluyer, Marcel Fässler den e-tron steuern, während Kristensen und McNish sich das Cockpit im Ultra teilen. Dindo Capello hat sich ja aus dem Prototypen-Sport zurückgezogen, einen dritten Fahrer hat Audi für den Wagen nicht benannt. Toyota rückt mit nur einem Wagen an, der von Alexander Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima pilotiert wird. Der Einsatz nur eines Wagens schmälert die Chancen natürlich, zumal dem Auto immer noch Testkilometer fehlen und kleinere Schäden schnell mal auftreten können. Aber immerhin hat man in Le Mans die nun in Silverstone anstehende 6-Stunden Distanz fehlerfrei durch gehalten. Spannend wird es also in jedem Fall, auch die Vorteile klar bei Audi liegen.

Hinter den drei Favoriten wird vor allem das Rebellion-Team auf Fehler hoffen. Das Lola B12 mit dem Toyotamotor machte in Le Mans einen bärenstarken Eindruck, auch (oder vielleicht gerade weil) das Team die Entwicklung mittlerweile selber voran treibt und eigene Kohlefaserteile für das Lola-Chassis fertigt. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen. In Wagen mit der #12 sitzen Nicolas Prost und Neel Jani, in der #13 Andrea Belicchi und Harold Primat. Nick Heidfeld ist nicht im Einsatz, der Vertrag sah nur einen Einsatz in Le Mans vor. Er meinte mir gegenüber neulich bei einem Treffen am Rande der GT-Academy, dass er durchaus Interesse habe, 2013 Vollzeit in der WEC anzutreten. Wenn denn das Team stimmt.

Leicht wird es Rebellion aber nicht haben, denn gleich zwei der schnellen HPD starten an diesem Wochenende. Strakka setzt auf die Kombination Nick Leventis, Danny Watts und Jonny Kane, JRM, die in Le Mans vom Pech gebeutelt waren, schickt David Brabham, Peter Dumbreck und Karun Chandhok ins Rennen. Dem HPD liegt Silverstone, die Rebellion Mannschaft wird sich strecken müssen. Es wird sich also lohnen, auch mal einen Blick hinter die Audi und Toyota zu werfen, immerhin geht es um einen möglichen dritten Platz, wenn einer der Favoriten schwächelt.

LMP2

Spaß dürfte auch die LMP2 bereiten, die sich in diesem Jahr als “die” Klasse des Prototypen-Sports entwickelt hat. Gute Teams, hervorragende Fahrer und Abstände, wie man sie sonst nur aus den GT-Klassen kennt. Hier einen Sieger vorher zusagen ist eher schwer und da die Klasse mit 15 Startern recht voll ist, konzentriere ich mich mal auf diejenigen, die ich als Favoriten im Blick habe.

Als erstes wären da die beiden OAK Morgan-Nissan zu vermelden, die in allen bisherigen Rennen der europäischen Serie sehr, sehr schnell waren. In der #24 sitzen Jacques Nicolet, Matthieu Lahaye und Olivier Pla, der schnellere Wagen scheint mir aber die #35 zu sein, wo Bertrand Baguette, David Heinemeier Hansson und Dominik Kraihamer auf einen Sieg aus sind. Im Status GP Auto werden Alexander Sims, Julien Jousse und Maxime Jousse ins Lenkrad greifen, allerdings zeigte sich der Status wegen seines Judd-Motors eher anfällig. Leistung hat der Judd ja, aber es hapert an Standfestigkeit, weswegen man in Silverstone auch nur diesen einen Motor in einem LMP2 findet. Die Jungs von Pecom Racing dürften auch ein Wort um den Sieg mitreden dürfen (Luis Perez Companc, Pierre Kaffer, Soheil Ayari), aber ebenso die ebenfalls auf einem Oreca-Nissan antretenden Iren von Murphy Motorsport mit Brendon Hartley, Warren Hughes und Jody Firth. Die sind in diesem Jahr schon mehrfach an einem Sieg vorbei geschrammt.

Die Le Mans Sieger von Starworks Motorsport treten ebenfalls an, dabei sind Enzo Potolicchio, Ryan Dalziel und Stéphane Sarrazin. Nach dem großartigen Erfolg gilt Starworks mit dem HPD ARX-03b-Honda natürlich auch in Silverstone zu den ganz großen Favoriten. Nicht vergessen darf man aber auch Greaves Motorsport, die weiter auf den Zytek-Nissan setzten. Im Wagen mit der #42 sitzen Alex Brundle, Martin Brundle und Lucas Ordonez, die nominell stärker sein sollten als die #41 mit Christian Zugel, Ricardo Gonzalez und Elton Julian. Nicht vergessen sollte man Jota, ebenfalls im Zytek, mit Simon Dolan, Sam Hancock und dem sehr schnellen Nicolas Minassian. Zu guter Letzt will ich noch Lotus nennen, die wie Status auf das Lola B12/80 Chassis setzen. In der #31 sitzen Thomas Holzer, Mirco Schultis und Luca Moro, interessanter ist die Besetzung in der #32 wo Kevin Weeda, James Rossiter und zum ersten Mal Vitantonio Liuzzi sitzen werden. Für den Sieg kommen aber beide Lotus wohl eher nicht Frage.

Wie man sieht, ist das Staraufgebot in der LMP2 auch nicht schlechter, als in der LMP1. Da die Regie aber meist dazu neigt, die Führenden zu zeigen, muss man die LMP2 per Twitter und Livetiming im Blick behalten.

GTE-Pro

Die GTE-Klasse ist mit insgesamt 13 Autos gar nicht so schlecht besetzt, aber nur 5 davon finden sich der Pro-Kategorie. Und davon sind dann allein drei Ferrari F458, von denen wiederum zwei von AF Corse kommen. In der #51 sitzen Giancarlo Fisichella und Gianmaria Bruni, der #71 wie gewohnt Andrea Bertolini und Olivier Beretta. Der dritte Ferrari kommt wie immer von JMW mit James Walker und Jonny Cocker. Porsche ist nur durch Felbermayr-Proton vertreten, die den neuen RSR mit Richard Lietz und Marc Lieb besetzen. Der neue Wagen kommt so langsam in Schwung, zumindest kann man dein Eindruck bekommen, wenn man sich die ALMS anschaut, aber herrschen ja andere “BoP” Gesetze. Ich bin skeptisch, was die Chancen des 911er auf der sehr schnellen Strecke in Silverstone angeht.

Für eine Überraschung könnte da eher der Aston Martin sorgen, der zu dem mit Stefan Mücke, Adrian Fernandez und
Darren Turner extrem gut besetzt ist. Weil der ACO dem Aston Martin einige Waiver zugebilligt hat (Heckflügel, Luftmengenbegrenzer) ist der Vantage ziemlich schnell unterwegs und könnte in England die Phalanx der Ferrari durchaus unter Druck setzen. Die 458 haben sich zudem in diesem Jahr hier und da anfällig gezeigt, was in der Klasse ebenfalls die Spannung erhöhen sollte. Aber alles andere als ein Sieg eines Ferrari wäre eine Überraschung.

GTE-AM
Die AM-Klasse lässt sich wegen der vielen Gentleman-Driver nur schwer vorhersagen. Die Klasse zeigte in Le Mans aber ein fantastisches Rennen, dass sich erst in der letzten Runde entschied. Auf dem Schirm für den Sieg habe ich in Silverstone den JMW-Avila Porsche mit Joël Camathias, Markus Palttala und Paul Daniels neben dem Krohn Ferrari mit Tracy Krohn, Niclas Jönsson und Michele Rugolo. Die Labre-Corvette mit Patrick Bornhauser, Julien Canal und Fernando Rees sollte man auch nicht unterschätzen.

Auch hier empfiehlt sich ein Blick ins Livetiming zu Twitter, wenn man die Klasse verfolgen möchte.

Übertragung:
MotorsTV überträgt, ebenso mit ein paar Einblendungen Eurosport 2. Einen Livestream sollte es auf der offiziellen Seite des ACO geben, war zumindest angekündigt. Wir reichen den im Chat usw. noch nach. Radio Le Mans liefert den Kommentar und ich plane den Tag ebenfalls per Liveblog zu begleiten. Da die BTCC aber parallel unterwegs ist, muss ich sehen, wie ich das aufteile. Bitte auf kurzfristige Ankündigungen im Chat und bei Twitter achten!

Den Spotterguide gibt es schon, auch hier vor dem Rennen die aktuelle Version besorgen!

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October 05 2011

11:40

ALMS/ILMC: Analyse Petit Le Mans

Ein wirklich schönes Rennen war es nicht, auch wenn es an der Spitze der meisten Klassen zumindest zeitweise eng zuging. Am Ende setzte Peugeot seine Siegesserie bei Rennen abseits der 24h von Le Mans fort.

Das große Rennen an der Sarthe ging 2010 und 2011 an Audi – alles andere gewann in den letzten Jahren Peugeot. Das ist schon kurios, zumal in diesem Jahr beide Werke mit ihren neuen Autos erstmals vom Grundspeed und vom Entwicklungsstand her auf Augenhöhe sind. War der Audi R15 dem alten 908 Hdi-FAP noch klar unterlegen, waren in diesem Jahr alle Rennen sehr ausgeglichen, und so auch das Petit Le Mans. Beide hätten das Rennen gewinnen können, doch irgendwann kam es, wie es kommen musste: der Überrundungsverkehr beendete das Duell jäh – und verhalf Peugeot zur – wohlverdienten! – vorzeitigen Meisterschaft in der ILMC.

Das Petit Le Mans wurde geprägt vom für die kurze Strecke zu großen Feld: diese Kombination brachte massive Verkehrsprobleme, viele kleine Hakler und Zwischenfälle, Reifenschäden durch Teile auf der Strecke und ähnliches mit sich. Glücklicherweise blieben schwerere Unfälle, wie im Freien Training zwischen David Murry und David Ducote (der zur Vorsicht ins Krankenhaus eingeliefert wurde, aber soweit okay ist), dabei aus.

Überrundungen gehören zum Handwerk eines Prototypen-Piloten, aber bei einem so großen Feld wie diesem und den hohen Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den sechs Klassen sowie der geringeren Beschleunigung der neuen LMP1-Generation hat sich dieses Handwerk verändert. War es bisher meist Allan McNish, der mit kompromisslosen Manövern überzeugen konnte, scheinen die neuen Bedingungen eine etwas behutsamere Fahrweise, mehr Vor- und Rücksicht zu erfordern. Hinzu kommt die schlechte Sicht in den geschlossenen LMPs, die vermutlich maßgeblich zur Rennentscheidung beigetragen hat.

Doch schon das erste Renndrittel wurde von fünf Gelbphasen zerrissen; ein brennener Jaguar, Zwischenfälle mit Challenge-Fahrzeugen, aber auch Ausrutscher von Rebellion und Dyson waren die Gründe. Überhaupt gab es auch für einige frühe Probleme für Top-Teams: nicht nur der MuscleMilk-Lola-Aston Martin und einer der Werks-Corvettes erwischte es, sondern auch den #7-Peugeot, bei dem mit Sebastien Bourdais am Steuer das Getriebe versagte, und den Audi mit der #2, der nach diversen Berührungen mit langsameren Fahrzeugen mehrfach im Paddock repariert werden musste.

Die vielen Cautions führten zu unterschiedlichen Stopp-Strategien, so führten einige Zeit lang der Oreca-Peugeot und der Werks-Aston Martin, doch das war im Endeffekt bedeutungslos. Erst nach dem fünften Restart in Runde 127 konnte dieses Petit Le Mans so etwas wie Endurance-Charakter entwickeln. In der folgenden, gut 100 Runden langen Grünphase ging es dann richtig zur Sache, auch wenn es dem verbliebenen Audi nie gelang, dem #8-Peugeot die Führung abzuluchsen, der einen Vierfachstint auf einem Reifensatz fuhr. Die Zweikämpfe, soweit der Verkehr sie zuließ, waren sehenswert, z.B. dieser zwischen Montagny und Dumas:

Doch irgendwann kam es zur bereits angesprochenen überrundungs-bedingten Rennentscheidung: ausgangs der Kurve 7, der langsamsten Ecke der Strecke, liefen die beiden auf einen GTC-Porsche des TRG-Teams auf. Franck Montagny scherte weit nach rechts aus, um vorbeizugehen, richtete den Wagen aber danach wieder auf die Rückkehr zur Ideallinie für den folgenden Linksknick aus. Was er nicht ahnte: Romain Dumas versuchte auf deutlich engerer Linie am Porsche vorbeizugehen und sah anscheinend eine Chance, auch noch den Peugeot zu schnappen, der durch die weitere Linie die Tür für ihn geöffnet zu haben schien und der wegen des Überrundungsmanövers nicht voll hatte beschleunigen können.

Als Montagny also wieder in Richtung Ideallinie herüberzog, reagierte Dumas, vor dem sich die Lücke plötzlich schloss, und zuckte ebenfalls nach links – doch da er noch nicht ganz am Porsche vorbei war traf er dessen Front mit seinem hinteren linken Kotflügel und bog abrupt in die Mauer ab. Dumas passierte nichts, doch der R18 war dahin. Und sofort wurde über die Schuldfrage gestritten…

Dumas meldete sofort an die Box, Montagny habe ihn abgedrängt; die TV-Kommentatoren von Eurosport sahen einen Fehler des Franzosen in Audi-Diensten. Meiner Meinung nach ist das Ganze ein Rennunfall, wie er nunmal leider passieren kann, wenn eifrig kämpfenden Fahrern an einer ungünstigen Streckenpassage ein Überrundeter im Weg steht: Dumas Überholversuch war sehr gewagt, aber auch Montagny weite Linie und das folgende Zurücksteuern auf die Ideallinie waren nicht ganz astrein. Bei letzterem stellt sich auch die Frage, ob er den Audi wegen der schlechten Übersichtlichkeit der geschlossenen Prototypen nicht sehen konnte oder ob er nicht in den Spiegel schaute, weil er nicht mit ihm rechnete.

Außerdem zeigt sich wieder einmal die Problematik der kleinere Motoren: den LMPs fehlt die massive Beschleunigung der letzten Jahre, entsprechend werden Überrundungsmanöver schwieriger und dauern länger, vor allem, wenn sie – wie hier – nach einer langsamen Kurve stattfinden. Ändern wird sich an diesen Rahmenbedingungen so schnell nichts, also müssen die Piloten ihre Fahrweise anpassen. Und das trifft eben in diesem Fall auf Montagny wie auch auf Dumas zu.

Das Rennen war damit entschieden, der Peugeot mit Montagny/Sarrazin/Wurz gewann 100 Runden später als einzig verbliebener Werk-Diesel mit fünf Runden Vorsprung vor dem 2010er-Oreca-Peugeot. Eine weitere Runde zurück folgten Klien/Fernandez/Primat, die zeigten, dass der Lola-Aston Martin immer noch ein toller Langstrecken-Prototyp ist. Dass Aston Martin das radikale Projekt AMR-One wagte, anstatt auf einer guten Basis wie diesem Wagen aufzubauen, scheint im Nachhinein noch absurder, als es das vorher schon tat.

Der Audi-Totalausfall jedenfalls beschert Peugeot schon vor dem ILMC-Saisonfinale in Zhuhai sowohl mit dem Titelgewinn sowohl in der Hersteller- als auch in der Teamwertung. Verdient ist die Titelverteidigung allemal, doch ist und bleibt sie nur ein schwacher Trost für die verlorenen 24h von Le Mans. Mit dem offiziellen FIA-WM-Status dürfte die Bedeutung der Meisterschaft 2012 etwas steigen, doch das große Ziel von Peugeot wird es sein, nach 2009 noch einmal das „große“ Le Mans zu gewinnen, nicht nur das „kleine“ in Georgia.

Die LMP2 war wie seit Einführung des Kostenbegrenzungs- und Pro/Am-Reglements gewohnt von technischen Problemen geprägt und wurde, wie erwartet, zugunsten des Teams entschieden, das mit den wenigsten davon über die Distanz kommt. Dass das am Ende Level 5 mit Scott Tucker, Joao Barbosa und Christophe Bouchut ist, ist ebenso überraschend wie erfreulich. Überraschend, weil der HPD ARX-01g erst sein zweites Rennen überhaupt bestritt und die 1000 Meilen zuverlässig abspulte, erfreulich, weil der Sieg bei einem großen Rennen vor heimischem Publikum schön für Tucker und sein US-Team ist und all den Aufwand des Aufstiegs in die LMP2 und des Chassis-Wechsels während der Saison rechtfertigt.

Ebenso groß dürfte die Freude bei United Autosports gewesen sein, beim Debüt im Le Mans-Motorsport vor heimischem Publikum gleich Rang 2 in der Klasse einzufahren, wenn auch mit acht Runden Rückstand auf den Level5-HPD, da es während der zweiten SC-Phase zu einem Auffahrunfall kam und der Diffusor des Pescarolo ersetzt werden musste. Danach lief alles problemlos für Brown, Patterson und Johannson und sie schafften zehn Runden mehr als der von Problemen mit der Servolenkung geplagte Signatech-Oreca-Nissan, der das Podium komplettierte und damit den Titel ohne einen einzigen Rennsieg (!) holt.

Die GT-Klasse lieferte, was man mittlerweile seit einigen Jahren gewohnt ist: zahlreiche spannende Zweikämpfe. An der Spitze jedoch stellte sich im Laufe des Rennens der AF Corse-Ferrari mit Fisichella/Bruni/Kaffer als klar beste Kombination heraus, die schließlich auch gewann. In den knapp 80 Runden vor der späten letzten Gelbphase fuhr das Trio über 30 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger heraus, und auch dieses letzte Safety Car brachte das Team nicht um den verdienten Sieg.

Die BMW-Konkurrenz litt wieder einmal unter den Reifenproblemen, diesmal waren es vor allem diverse Reifenschäden, die die beiden M3 GT zurückwarfen. Da dieses Schicksal auch noch einige andere Wagen traf, kann man die Schäden wohl auf Teile auf der Fahrbahn zurückführen. Jedenfalls konnte am Ende nur die #55 mit Auberlen/Werner/Farfus um Rang 2 kämpfen, wurde dann jedoch von Jörg Bergmeister im Flying Lizard-Porsche in der Doppelrechts Turn 6/7 außenherum im Überrundungsverkehr überholt – ein a

September 29 2011

14:09

ILMC/ALMS: Vorschau Petit Le Mans

Nachdem das LMS-Saisonfinale in Estoril am vergangenen Wochenende mangels Fernsehbildern völlig unterging, steht nun mit der Kombination aus Saisonfinale der ALMS und vorletztem ILMC-Lauf das letzte echte Highlight der Sportwagen-Saison an.

Das Petit Le Mans bildet mit den 12h von Sebring die Eck- und Höhepunkte der ALMS-Saison, die beiden Events sind außerdem die am besten besuchten. Im letzten Jahr sollen es am Wochenende über 124.000 Zuschauer gewesen sein, mehr als je zuvor bei diesem Rennen, mit dem Don Panoz 1998 den Le Mans-Sport wieder zurück in die USA brachte und den Grundstein für die ALMS legte. Das diesjährige Feld, das tatsächlich die Unterbringungsmöglichkeiten der Strecke sprengt, dürfte auch wieder für ein volles Haus sorgen. An der Spitze duellieren sich wieder einmal Audi und Peugeot, aber auch die 25 GTE-Fahrzeuge dürften beim Rennen in die Dunkelheit auf der grandiosen Road Atlanta in den Hügeln von Georgia für viel Spektakel sorgen.

Der Zuschauerrekord zeigt natürlich auch, wie wichtig das Rennen für die ALMS ist – doch nach wie vor ist weder entschieden, wie die ALMS im nächsten Jahr aussehen wird (Gerüchte besagen, dass Überbleibsel aus der LMS das LMP1-Feld in der ALMS verstärken könnten), noch ist der Kalender der Sportwagen-WM bekannt, die ja auch in den USA antreten möchte. Aber es wird wohl eher darauf hinauslaufen, dass das Petit Le Mans nicht Teil der WEC wird.

Im Vorjahr war es anfangs eng zwischen beiden Herstellern, bis dann Lotterer einen Ausrutscher mit Folgen hatte und Capello ein kurioses Problem mit seinem Helm hatte, sodass Peugeot gewann. Auch im Jahr davor waren es dir Franzosen, die zum Zeitpunkt des Regen-bedingten Abbruchs vorn lagen. 2008 gewann zuletzt Audi, nachdem Pirro, Capello und McNish, die mit zwei Runden Rückstand gestartet waren, sich in einer aamericanlemans.com/live</a>. Ob auch – wie in Silverstone – wieder ein Stream auf lemans.org laufen wird, kann ich nicht versprechen, aber es wäre durchaus möglich. Im ALMS-Stream kann man sich auch die Quali am Freitagabend um 20:40 anschauen. Alle weiteren Services, Timing, Zeitplan, Spotter Guide, gibt es wie immer im ALMS a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Race Hub.

PS: Mit dem Petit Le Mans bin ich dann jetzt auch zwei Jahre beim Racingblog, die Vorschau fürs 2009er Rennen, das ja dann leider ins Wasser fiel, war mein erster Beitrag. Danke an alle Leser, an Don und die anderen Kollegen für all den Spaß, den wir hier zusammen auf der Seite haben! Und damit wünsche ich euch viel Spaß bei einem meiner persönlichen Highlights des Motorsport-Jahres!

(Bilder: ALMS, ILMC, Ferrari)

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September 13 2011

15:52

LMS: Analyse Silverstone 2011

Audi gewinnt die 24 H von Le Mans, aber Peugeot gewinnt alle anderen Rennen. Wie kommt das? In der GT-Klasse kann Ferrari seinen ersten Titel feiern.

Es war schon erstaunlich, was man in Silverstone sehen konnte. Audi und Peugeot lagen in einem 6-Stunden-Rennen fast die gesamte Zeit Kopf-an-Kopf, man schenkte sich nichts. In den vielen Stunden, mit Boxenstopps und Fahrerwechseln, gab es unzählige Überholmanöver und kaum eine Zeit, in der ein Team sich zurücklehnen konnte. Den Zuschauern bot sich ein faszinierendes und vor allem spannendes Rennen, das am Ende Peugeot dann doch deutlich für sich entscheiden konnte. In der GT-Pro war die Sache klarer. Der Ferrari von AF Corso konnte sich relativ leicht durchsetzen. Dafür ging es hinter den Italienern richtig nett zur Sache.

LMP1

Peugeot hatte in der Quali, wie man es schon fast gewöhnt ist, die Pole erreicht. Auf eine Runde ist der 908 weiterhin das Maß der Dinge, was Audi, wie man selber zugibt, durchaus ärgert. Im Rennen sieht die Sache dann aber wieder etwas anders aus. Peugeot kann den Vorteil im Rennen aber nicht umsetzen, Audi ist dann wieder dran. Im Grunde ist man gleich schnell, die Abstände im Rennen ergeben sich durch die unterschiedliche Qualität der Piloten und ihrem Umgang mit dem Verkehr. So schwankte der Abstand zwischen den Führenden meist zwischen wenigen und Null Sekunden.

Dabei mussten beide Teams ziemlich früh einen herben Rückschlag einstecken. Franck Montagny versenkte die #8 nach einer Berührung mit einem FLM in einem Reifenstapel, was ihn 8 Runden kostete. Leider wurde auch die die #2 von Alan McNish zurück geworfen, da es hier eine Berührung mit einem Ferrari von JMW gab. Damit blieben nur die #7 mit einem sehr gut aufgelegten Sebastian Bourdais und die #1 mit einem nicht weniger aggressiven Marcel Fässeler am Steuer des R18. Die beiden jagten sich um den umgebauten Kurs von Silverstone, als ginge es um den Sieg in Le Mans. Es war faszinierend. Doch leider wurde das Rennen einem spannenden Finish beraubt, als der Audi von einem anderen Fahrzeug so unglücklich am Heck getroffen wurde, dass man die Heckpartie wechseln müsste. Das reichte dem Peugeot um eine Runde Vorsprung heraus zu fahren.

Warum nur gelingt es Audi, ein 24 H Rennen zu gewinnen, aber in allen anderen Rennen zieht man den Kürzeren? In Silverstone hatten die Deutschen eine Menge Pech, waren aber auch nicht in der Lage, Peugeot auf Distanz zu halten. Der Audi hat mit seinem Konzept des maximalen Abtriebs Vorteile in den schnellen Kurven, doch man leidet auch darunter, dass man wegen des Abtriebs an Höchstgeschwindigkeit verliert. Wie in Le Mans, war der 908 auf den Geraden etwas schneller, als der R18. Bei Audi steht man deswegen durchaus unter Druck. Seitens des Vorstandes war schon vor dem Rennen in Le Mans angeblich zu hören, dass man in Le Mans erwarten würde, dass der R18 den Peugeot aus eigener Kraft, also über den Speed wird schlagen können. Was auch gelang, aber auf den “Kurzstrecken” kann der R18 seine Vorteile nicht ausnutzen.

Bei den Nicht-Diesel konnte sich der OAK Pescarolo-Judd mit Oliver Pla und Alexendre Premat durchsetzen. Weil die #8 und die #2 schwächelten, konnte man sogar den letzten Podiumsplatz ereichen. Das war aber durchaus knapp, denn der Rebellion Racing Lola-Toyota setzte den OAK-Wagen mächtig unter Druck. Wenig Glück hatte mal wieder Aston-Martin, die mit 2009er Modell angetreten waren, nachdem der diesjährige Wagen eine völlige und rettunglose Katastrophe ist.

LMP2
Besser kann es für Greaves Motorsport in diesem Jahr eigentlich nicht mehr laufen. Man hat in Belgien, Imola und in Le Mans gewonnen. Das Rennen in Silverstone lief allerdings auch nicht so ruhig ab, wie man sich das gewünscht hatte. Der Boutsen Energy Racing Oreca Nissan konnte den Zyktek von Greaves die Führung abjagen, allerdings konnte man sich nur kurz an der Spitze halten. Kleinere Probleme und ein Batteriewechsel machten den Weg wieder für Greaves frei.

GTE-Pro
In der GT Klasse gab es ein nettes Duell zwischen den Ferrari von AF Corse und beiden BMW. Die hatten in der Quali die Nase vorne, aber im Rennen ging es nicht richtig vorwärts. Beide BMW wurden von Reifenproblemen geplagt, die am Ende den Sieg kosteten. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Ferrari den F458 nach nur einem Jahr so weit entwickelt hat, dass sie in der GT-Klasse nur durch die BoP einzubremsen sind. Der Wage ist fast allen Belangen überlegen: Abtrieb, Speed, Reifenverschleiss und mittlerweile stimmt auch die Standfestigkeit. Der ACO wird sich da für 2012 etwas ausdenken müssen. Den Sieg holte die Kombination Bruni/Vilander, die vor einem weiteren F458 mit der Besetzung Ortelli/Makowiecki ins Ziel kamen. Platz 3 ging etwas überraschend an einen Porsche. Der Felbermayer Wagen mit Lieb/Lietz. Der beste BMW mit Alzen/Priaulx kam immerhin auf P4 ins Ziel. Wobei mal wieder Uwe Alzen, der als Gaststarter mit an Bord war, eine besonders gute Figur machte. AF Corse hat den Titel in der GTE-Pro damit sicher.

Das nächste und letzte Rennen der Saison ist schon in knapp 14 Tagen in Estoril.

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August 22 2011

06:46

ALMS: Fotofinish in Road America

Gleich in zwei Klassen gab es ein extrem spannendes Finish beim ALMS Rennen auf dem Kurs von Road America. Aber auch die oft kritisierte LMPC Klasse überraschte.

Groß ist das Starterfeld der LMP-Klassen in der ALMS ja nicht gerade, aber das reicht dennoch um spannende Rennen zu produzieren. Die Eigenart der US-Serien, das Feld gegen Ende des Rennens mal wieder zusammen zu führen, sorgt halt auch dafür, dass die Rennen am Ende immer wieder extrem eng sind. In der LMP1 prügeln sich regelmäßig der Dyson Lola mit Smith/Dyson und der Muscle-Milk Aston mit Graf/Luhr am Steuer um den Sieg. Dank der BoP sind beide Wagen ungefähr gleich auf und der alte Aston Martin mit 12 Zylinder zeigt, zu welchen Leistungen er noch in der Lage ist. Kein Wunder, dass er Aston selber ihn jetzt wieder ausgegraben hat und auch in der LMS einsetzen wird. Dennoch wurde es ein hartes Rennen für die deutschen Fahrer.

Schon in den ersten Kurven wurde klar, dass das kein einfaches Rennen für den Aston Martin wird, der sich die Pole geholt hatte. Doch nach drei Kurven war man die Führung schon wieder los. Steven Kane im zweiten Dyson-Lola schien seine Dunlop-Reifen schneller auf Temperatur bekommen zu haben und stach in T3 innen durch. Kane konnte seine Führung auch bis zur ersten Gelbphase nach wenigen Runden verteidigen und der Restart zeigte dann wieder ein ähnliches Bild. Zunächst spielte Klaus Graf das überlegende Drehmoment seines Wagens aus, doch Kane konterte wieder in T3 und ging erneut in Führung. Kane konnte den Vorsprung auf Graf sogar leicht ausbauen, was allerdings vermutlich auch etwas damit zu tun hatte, dass Klaus Graf in seinen ersten Stint auch etwas spritsparender unterwegs war, denn der 6 Liter Motor des Aston braucht dann doch etwas mehr, als die 2-Liter Mazda Maschine im Dyson.

Das Rennen plätscherte lange ein wenig vor sich hin, auch wenn es an der Box von Muscle Milk beim ersten Stopp jede Menge Aufregung gab, als am Benzineinlass beim Tanken ein kleines Feuer entstand. Steven Kane konnte in seinem Dopplestint die Führung locker verteidigen und übergab dann an seinen Partner Humaid al Masaood übergab. Doch der zerlegte den Lola dann in Führung liegend so dass der Aston dann in Führung ging.

Diese verteidigte die Mannschaft dann auch, auch wenn Chris Dyson von hinten teilweise ordentlich Druck machte. So richtig in Schwung kam das Duell jedoch in den letzten 45 Minuten, als man während der letzten Caution zusammen an die Box kam. Der Aston hatte aber nur noch gebrauchte Reifen, während der Dyson auf frischen Pneus unterwegs war. Es entwickelte sich ein enges, hartes aber immer faires Duell zwischen beiden auch in der Meisterschaft führenden Teams. In der letzten Runde hing Dyson mit seinem Lola im Zentimeterabstand hinter dem Aston und suchte seine Chance. Gleichzeitig hatte man bei Mucsle Milk Sorgen, dass der Sprit mal wieder ausgehen würde. So wie im letzten Jahr, als man zwei Kurven vor Schluss den sicher geglaubten Sieg abgeben musste, weil der Tank von Klaus Graf trocken war. Doch dieses Mal reichte es für den Aston und er gewann mit gerade mal einem Zehntel Vorsprung vor dem Lola-Mazda.

GT
In der GT-Klasse gab es die üblichen Raufereien zwischen den BMW, Corvette und Ferrari. Zunächst hatten die Corvette die Nase vorne, allerdings nur sehr knapp vor den BMW, die im Laufe des Rennens dann die Oberhand gewannen. Wie eng es zugeht konnte man nach einer Stunde sehen, als Toni Vilander um F458 und Oliver Gavin in der Corvette sich nach einem Boxenstopp in der ersten Kurve nicht einig waren und beide sich fast drehten. . Was dem BMW mit Bill Auberlen erlaubte in Führung zu gehen.

Etwas als sonst sah man von den Porsche, die immerhin mal wieder um einen Podiumsplatz kämpfen konnten. Der Flying Lizard 911er mit Jörg Bergmeister und Patrick Long lag bis weniger Minuten vor Schluss auf Platz 3, musste sich aber am Ende doch mit P4 begnügen, weil der heranstürmenden zweiten BMW nicht aufhalten konnte. Mehr war für Porsche nicht zu holen, an einen Sieg war eh nicht zu denken, auch wenn man etwas dichter dran war.

Während die Corvette vorne gegen Ende des Rennens mal wieder Probleme hatten, entwickelte sich ein schöner Kampf zwischen beiden BMW und dem Ferrari F458 von Risi Competizione. Offenbar hat man bei Ferrari in den letzten Wochen jene Leistung gefunden, die man bisher vermisst hatte. Ferrari selber hatte zugestanden, dass der Motor noch nicht die Leistung bringt, die man sich erhofft, und man einige Wochen hinter dem Zeitplan hängt. Das Problem scheint sich erledigt zu haben, denn nach der letzten Caution rang der Ferrari den BMW mit Dirk Werner nieder und erarbeitete sich auch noch eine gemütliche Führung von knapp 9 Sekunden, was in der engen GT-Klasse ja nicht gerade wenig ist. Wenn man bedenkt, dass der F458 gerade seine erste richtige Saison fährt, kann man sich vorstellen, was da im nächsten Jahr noch kommen wird. BMW und Chevrolet werden sich warm anziehen müssen, ob Porsche mit dem neuen GTR, der im Moment getestet wird, wieder um Siege kämpfen kann, wird man sehen müssen.

LMPC

In der LMPC gewann der PR1/Mathiasen Motorsport Wagen mit Butch Leitzinger und Rudy Junco Jr. am Steuer. Das war nicht gerade überraschend, die Endposition des Wagens jedoch schon. Weil in der P1 und P2 mal wieder wenig Wagen unterwegs waren, die dann auch noch Probleme hatten, gelang es dem LMPC einen beeindruckenden dritten Platz in der Gesamtwertung einzufahren.

Dabei war der Sieg von Leitzinger/Junco in der Klasse lange gar nicht so sicher. Denn das Team der #63 Genoa Racing übte lange massiv Druck aus, und konnte ein ums andere Mal auch die Führung in der Klasse erlangen. Erst nach der letzten Caution setzte sich Junco ab und konnte den Sieg festzurren.

GTC
Die GTC zeigte auch mal wieder ein spannendes Rennen, aber die letzte Runde toppte dann doch alles. Jeroen Bleekemolen lag in der letzten Runde auf P3, schappte sich aber zunächst den zweitplatzierten um dann zwei Kurven vor Schluss den Führenden zu überholen. Der rächte sich mit einem kleinen Stupser in der letzten Kurve, doch der Niederländer konnte trotz eines schleichenden Plattfuss noch den Sieg holen.

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July 25 2011

15:48

ALMS: Analyse Mosport 2011

Ein überaus dominanter Aston Martin und wie immer enge Kämpfe in den GT-Klassen erbrachte das Rennen in Mosport, das aber dennoch eher langweilig war.

Man muss mal deutlich sagen: Die ALMS hat ein Problem und das geht tiefer, als es der Serie lieb sein kann. Das gestrige Rennen der LMPs zeigte das nur allzu deutlich. Denn vorne konnte der Muscle Milk Aston Martin machen was er wollte – es gab einfach keine Konkurrenz. So schön der Sieg von Lucas Luhr und Klaus Graf aus deutscher Sicht auch sein mag, sportlich ist fast wertlos. Der Aston, immerhin basierend auf dem 2009er Modell, war derartig überlegen, dass das Rennen eigentlich nach drei Runden schon gelaufen war. Pro Runde knöpfte man der einzigen ernstzunehmenden Konkurrenz, dem Dyson Lola-Mazda, teilweise 3 Sekunden ab. Und das auf einer Strecke, auf der Rundenzeiten um die 1.10 min gefahren werden. Selbst ein Rundenverlust half da nicht weiter.

Vor der ersten Gelbphase nach ca. 30 Minuten, lag der Aston Martin derart locker in Front, dass er schon in den Schongang schalten konnte. Doch dann “verpasste” die Rennleitung den Führenden, als man die Boxengasse aufmachte. Bei Muscle Milk war man sich sicher, dass das kein Versehen war, schon gar nicht auf der kurzen Strecke und bei der ALMS, die für ihre länglichen Gelbphasen selbst bei Nichtigkeiten bekannt ist. Man hätte also noch eine Runde warten können, bis man die Boxengasse öffnet, damit alle LMP1 gleichzeitig reinkommen konnten. So tuckerte der Aston noch ein paar weitere Runden rum, bis er endlich zu seinem Stopp durfte und verlor dabei fast eine Runde. Doch das half dann auch nichts, denn Luhr und Graf prügelten den Aston dann vehement um den Kurs und schnappten sich den Dyson dann eine Stunde vor Schluss ohne Probleme. Am Ende hatten sie dann wieder einen beruhigenden Vorsprung. Bemerkenswert dabei ist dann noch, dass die schnellste Runde vom Lola gefahren wurde. Der Aston musste nicht mal an seine Grenzen gehen, sondern nur konstant schneller sein.

Die ALMS müsste den Aston von Greg Pickett heftig einbremsen, damit der Rest überhaupt eine Chance hat. Aber welcher Rest wäre das? Neben dem Dyson gab es in Mosport nur noch den Dyson-Oryx Lola mit Al Masaood, der zwei Runden Rückstand hatte.

Immerhin ging es in den GT-Klassen dafür um so heftiger zur Sache. Dort schienen die BMW die Sache zunächst im Griff zu haben, aber so deutlich, wie in den Rennen zuvor, war es dann auf der Strecke doch nicht. Der Ferrari F458 von Risi mit der übliche Fahrerkombi Melo/Vilander, setzte den BMW zu. In Reichweite blieb auch die Corvette von Gavin/Magnussen. Doch die BMW wurden im Rennen ordentlich gerupft. Erst erwischte es den Polesitter Joey Hand, als ihn sein Team etwas zu früh los ließ und er mit dem Risi Ferrari in der Box fast kollidierte. Das führte dann zu einer Stop and Go. Im weiteren Verlauf des Rennens erwischte es dann den zweiten BMW mit Aubelen/Werner. Aber Werner hatte eine vermeidbare Kollision mit dem führenden Porsche der GTC. Eine kleine Unachtsamkeit von Werner, die ihm ebenfalls eine Stop/Go Strafe einbrachte. Das spülte dann die Corvette von Magnussen nach vorne, die mehr oder weniger kampflos in den letzten Runden das Rennen nach Hause fahren konnten.

In der GTC war es bis zu letzten Kurve spannend. Nachdem Dirk Werner den Führenden Pumpelley abgeschossen hatte, führte des Kollege von Moltke das Feld an. Erst in der letzten Runde, auf der letzten Geraden konnte Pumpelley wieder die Spitze übernehmen, obwohl sich Moltke mit Händen und Füssen wehrte.

In der LMPC feierten Gunnar Jeannette und Ricardo Gonzalez ihren zweiten Klassensieg in diesem Jahr. Leider sah man davon in der Übertragung von ESPN wenig bis gar nichts, allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Sieger glatte zwei Runden Vorsprung hatten.

Ein eher zähes Rennen war das in Mosport, einer Strecke, die zwar viel Traditon hat, aber in Sachen Sicherheit eh etwas zurückgeblieben ist. Die hübschen, weißen Mauern am Rand haben nicht mal Reifenstapel, geschweige denn eine “Safer Wall”. Bei den Geschwindigkeiten eigentlich absurd. Vielleicht wird es ja in Zukunft besser, denn Ron Fellows ist nun Teilhaber der Strecke.

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July 22 2011

16:00

ALMS: Vorschau Mosport

Die ALMS tritt mit einem leicht gewachsenen Feld ihren jährlichen Ausflug nach Kanada an – zum großartigen Mosport International Raceway. Aber auch hinter den Kulissen geht es turbulent zu…

Viel tut sich im Moment hinter den Kulissen, die großen aktuellen Probleme der ALMS sind bekannt und offensichtlich: zum einen ist das jetzt schon kleine Prototypen-Feld der ehemals für diesen Sport so wichtigen Serie unwürdig, vor allem aber wird die WEC im nächsten Jahr weitere Teams, vermutlich auch einige der GT-Werksteams, auf die internationale Bühne locken. Es könnte das Ende der ALMS sein, wie wir sie jetzt kennen. Gerüchtelt wird in alle möglichen Richtungen: zurück zu einer LMP-Klasse wie 2010, die Addition einer Delta Wing-Klasse irgendwann später, Verzicht auf Prototypen zugunsten einer reinen GT-Serie, Reglements-Öffnung für mehr GT-Fahrzeugtypen, Verbindung mit dem ACO beibehalten oder kappen… wir werden abwarten müssen, wohin</a> die Reise geht.<span id=">

Vielleicht lässt sich damit auch die etwas kryptische aamericanlemans.com</a> nutzen, der auch die Quali live zeigt. Dort gibt es auch den a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Race Hub mit Links zu allen weiteren wichtigen Infos und Services.

(Foto: ALMS)

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June 14 2011

16:00

Analyse: 24 Stunden von Le Mans – Eng wars…

…und das mehr als einmal. Im knappsten Finish seit 1969 schlug Audi die Dauerkontrahenten aus dem Hause Peugeot ein weiteres Mal, entkam aber zuvor nur knapp einer Katastrophe.

An die 79. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans wird man sich noch lange erinnern – einerseits wegen des Zieleinlaufs, in dem der #2-Audi von Andre Lotterer, Benoit Treluyer und Marcel Fässler den Peugeot von Simon Pagenaud, Pedro Lamy und Sebastien Bourdais um etwa 15 Sekunden schlug, nachdem die beiden sich stundenlang ein hartes Duell geliefert hatten; daneben aber auch wegen der beiden äußert heftigen Unfälle, in die die beiden anderen Audi R18 verwickelt waren, und bei denen es nur wie durch ein Wunder keine ernsthaft Verletzten gab. Die Unfälle machen den Sieg des einzigen verbliebenen Audis noch einmal emotionaler, andererseits sorgen sie für viel Gesprächsstoff, dazu später mehr. Denn so schockierend die Bilder waren, so grandios war der Kampf zwischen Audi und Peugeot bei diesem fünften Aufeinandertreffen.

Schon das Qualifying war vielversprechend: immer wieder unterboten sich die beiden Werke, am Ende brachte Benoit Trelyuers 3’25:738, die er am Ende eines 21-ründigen Test-Stints gefahren hatte, die erste Pole Position für Audi seit 2006, als Peugeot noch nicht mit dabei war. Ebenso bemerkenswert: Alle sechs Werks-Turbodiesel lagen innerhalb von 0,534 Sekunden; zum Vergleich: in den beiden vergangenen Jahren war allein der Abstand zwischen Pole und zweitem Startplatz größer!

Was das Qualifying versprach, hielt die Startphase des Rennens: keiner der beiden Hersteller konnte sich absetzen, es bildete sich ein Paket aus sechs Autos, das um die Strecke flog – doch nach nichtmal einer Stunde gab es den ersten Schock: der in Führung liegende #1-Audi war ausgangs der Dunlop-Schikane von der Ideallinie abgekommen, Allan McNish in der #3 fuhr vorbei und wollte im folgenden Rechtsbogen gleich noch den Luxury-Ferrari von Anthony Beltoise mit kassieren, der jedoch sah den zweiten Audi nicht, zog auf die Ideallinie und traf McNish. Beide rutschen durchs Kiesbett, wobei der leichterer Audi kaum gebremst wurde, in die mit Reifenstapeln gesicherte Leitplanke einschlug und durch die Luft gewirbelt wurde. Unzählige Carbon-Einzelteile und auch Reifen lösten sich und flogen auf die dahinter stehenden Fotografen zu, von denen jedoch wie durch ein Wunder keiner schwer verletzt wurde. Von einem Beinbruch und einem kaputten Handy war im Nachhinein die Rede, ein Wunder bei a

June 06 2011

17:43

Vorschau: 24 Stunden von Le Mans – LMP2 und GTE-Am

Es ist wieder einmal soweit: die 24 Stunden von Le Mans, eines der größten und historisch bedeutendsten Rennen des Jahres steht kurz bevor. Der erste Teil der dreiteiligen Vorschau behandelt die neu formierten Privatiers-Klassen.

Die ersten zwei Rennen der Triple Crown of Motorsport (oder auch „Grand Slam“ genannt) sind absolviert – der Grand Prix von Monaco und das Indy 500. Beide waren in diesem Jahr höchst spektakulär und bis zum Ende spannend und das könnte auch für die 24 Stunden, den Höhepunkt der Sportwagen-Saison, gelten. Peugeot und Audi werden um den Gesamtsieg kämpfen, BMW, Corvette, Ferrari und Porsche um den Titel unter den GT-Fahrzeugen, auf diesen liegt selbstverständlich das Hauptaugenmerk. Doch mit LMP2 und GTE-Am sind noch zwei weitere Klassen am Start, die man nicht unbeachtet lassen sollte.

Dazu gleich mehr, zunächst einige allgemeine Infos: das 24h-Rennen findet am Wochenende auf dem traditionsreichen Circuit de la Sarthe statt: 13,629km lang ist die Bahn und führt überwiegend über öffentliche Straßen. Seit der Eröffnung 1923 hat es eine ganze Reihe Veränderungen gegeben, vor allem zugunsten der Sicherheit, wie etwa die zwei Schikanen auf der langen Hunaudières-Geraden (im Englischen üblicherweise Mulsanne Straight genannt). Dennoch bleibt die Bahn einzigartig im Motorsportkalender. Eine Runde mit Audi-Pilot Allan McNish sieht so aus:

Über 200.000 Zuschauer werden am Rennwochenende vor Ort sein, neben Franzosen stets viele Briten, in den letzten Jahren auch dänischen Kristensen-Fans und natürlich Deutsche, die v.a. Audi, Porsche und BMW unterstützen. Viele Millionen mehr werden an den Fernsehern dabei sein, denn Eurosport überträgt das gesamte Rennen sowie alle Trainings- und Qualifying-Sessions in voller Länge live, wenn auch große Teile auf dem Bezahlsender Eurosport 2.

Weitere Services und Hilfsmittel, um jede Minute des Events aufzusaugen, sind Radio Le Mans</a>, die wie immer live berichten (englischsprachig), die <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">offizielle Seite des ACO mit News und Live-Timing oder den Tracker von Thomas Baekdal</a> mit Timing, Twitter und anderen Diensten, auch für unterwegs. Den a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Spotter Guide von Alan Blackmore sollte man auch immer in Griff- oder Klickweite haben. Und wie im letzten Jahr werden wir hier im Racingblog wieder in aller Ausführlichkeit berichten, mit Liveblog für die kompletten 24 Stunden sowie voraussichtlich auch einige der Quali-Einheiten.

LMP2

Die LMP2 tritt in diesem Jahr in ihrem neuen Gewand als reine Privatiers-Klasse an: die aktuellen Fahrzeuge von Oreca und Lola sind unter der neuen Kostenbegrenzungs-Regel entstanden, die Motoren von Nissan, Honda und Judd sind serienbasiert und ebenfalls mit Maximal-Kaufpreis reglementiert. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren, als in der kleinen Kategorie auch quasi-Werkseinsätze von Porsche und Honda/Acura gefahren wurden, ist das ein deutlicher Schritt „zurück“ – allerdings ein vom ACO gewollter.

Das Problem: mit der neuen alten Philosophie kehren auch die Zuverlässigkeits-Mängel zurück in die Klasse. In Spa kamen die meisten Fahrzeuge zwar recht gut über die 6h-Distanz, doch in Le Castellet und vor allem in Sebring wurde das doch deutlich. Anders als in den vergangenen Jahren wird also der Klassensieg voraussichtlich an das Team gehen, das die wenigste Zeit in der Garage verbringt. Wer das sein könnte, ist schwer zu sagen, haben doch bisher alle mal ihre Problemchen gehabt – und ein 24h-Rennen hat noch keiner der neuen Motoren durchstehen müssen.

Unter den drei zum Einsatz kommenden Antriebsaggregaten – zur Auswahl hatten die Teams noch einige mehr – hat sich bisher der Nissan-V8-Saugmotor als die schnellste Wahl präsentiert. Eingesetzt wird dieser von drei Teams; an der Spitze dieser Liste steht Signatech-Nissan, die auch die ILMC bestreiten und in dieser Wertung bisher beide Läufe gewannen, auch wenn sie noch in keinem Rennen tatsächlich den Klassensieg einfuhren. Der interessanteste der drei Piloten ist sicherlich Lucas Ordonez, der über die Nissan GT Academy in den letzten Jahren vom Playstation-Gran Turismo-Piloten zum echten Rennfahrer ausgebildet wurde und nun an der Seite von Soheil Ayari und Franck Mailleux seinen ersten Einsatz beim größten Sportwagen-Rennen der Welt feiern kann.

Zwei LMS-Teams, die wie Signatech auf die Kombination aus Oreca 03-Chassis und Nissan-Motor setzen, fehlen leider in Le Mans: TDS Racing und Boutsen Energy – letztere standen einige Zeit auf der Reserveliste, haben aber schlussendlich zurückgezogen. Denn das Chassis des Teams sowie der junge Österreicher Dominik Kraihammer kommen trotzdem zum Einsatz, und zwar im Oreca-Werksteam. Eigentlich sollte es ja keine Werkseinsätze geben, doch – wie Radio Le Mans spekuliert – kam hier wohl die enge Verbindung zwischen ACO und Oreca zum Tragen. Kraihammer wird sich den Wagen mit Ex-Audi-Mann Alex Premat und Sänger und GT-Pilot David Halliday teilen, der die 24h zum vierten Mal in Angriff nimmt.

Den dritten Nissan bringt Greaves Motorsport (ehemals Bruichladdich) aufs Grid, verpackt in einem Zytek-Chassis. Der Wagen gehört wohl der Familie von Karim Ojjeh, der auch am Steuer des Wagens sitzen wird. Tom Kimber-Smith ist der Profi im Lineup dieses Teams, er hat bereits einen Klassensieg in Le Mans auf dem Konto, 2006 mit dem Team LNT in der GT2. Der dritte Mann ist frisch hinzugekommen: Olivier Lombard, bisher für Hope Polevision Racing in der Formula Le Mans unterwegs, ersetzt Gary Chalandon, der in Spa Probleme mit dem Auto hatte und kurzfristig aussortiert wurde.

Beide Konkurrenz-Motoren, der 2,0l-V6-Turbo von Honda Performance Development, dessen Leistung der ACO vor Saisonbeginn zu stark beschränkt hatte, sowie der Judd-V8-Sauger auf Basis eines BMW-Serienmotors, sind inzwischen über die neue Balance of Performance-Regelung neu eingestuft worden. Sie dürfen einen Air Restrictor mit etwas vergrößerter Öffnung einbauen. Aber auch hier gibt es ein Problem: die Kosten müssen die Teams selbst tragen, und die Setup-Arbeit etwa vom Testtag ist damit überarbeitungswürdig, um es vorsichtig zu formulieren. Wie viel das also im Endeffekt bringt, ist fraglich.

Die Honda scheinen nun einigermaßen konkurrenzfähig zu sein, allen voran die beiden Teams mit HPD-Komplettpaket, also dem ARX01d-Chassis und dem HPD-Motor. Von diesem hat jedoch Strakka Racing, die schon im Vorjahr die 24h gewannen, bisher die deutlich bessere Saison: sowohl in Le Castellet als auch in Spa konnten die beiden äußerst schnellen Profis Danny Watts und Johnny Kane sowie ihr Kollege Nick Leventis, der sich aber inzwischen zu einem recht konstanten und weniger fehleranfälligen Amateuer-Fahrer entwickelt hat, jeweils den dritten Platz erreichen.

Ray Mallock Ltd., immerhin LMS-Champions des Vorjahres, hatten bisher noch kein Glück mit ihrem neuen HPD-Paket. Nach dem schwachen Auftakt in Le Castellet kam es im freien Training in Spa zu einem schweren Unfall mit einem der Werks-Peugeots, der Wagen war ein Totalschaden. Ein Ersatzchassis musste beschafft und der Wagen komplett neu aufgebaut werden – das ist der Mannschaft aus Wellingborough, Northamptonshire aber anscheinend gelungen und so können Mike Newton und Tommy Erdos, beide zusammen seit 2004 für das Team unterwegs, sowie Ex-Stig Ben Collins in Le Mans versuchen, endlich den Durchbruch mit dem neuen Auto zu schaffen. Ob das mit dem neuen Chassis schaffbar ist, wird sich wohl erst im Rennen zeigen. Jedenfalls sollte das Team aber genug Erfahrung haben, mit eventuell auftretenden Defekten gut fertig zu werden und allein das könnte schon viel wert sein.

Der dritte Honda-Motor steckt im einzigen neuen Lola-Coupé, eingesetzt vom US-Team Level 5 Motorsports. Besitzer und Fahrer ist Scott Tucker, seine Co-Piloten sind der in Europa wohlbekannte Christophe Bouchut sowie der Portugiese Joao Barbosa, der sich jenseits des Atlantiks in der Grand Am einigen Ruhm erfahren hat, u.a. als Sieger der 24 Stunden von Daytona 2010 als Teamkollege von Mike Rockenfeller. In der ALMS fährt das Team ohne Gegner, bei den bisherigen ILMC-Auftritten hatten sie wenige Glück, in Spa verunfallte Bouchut nach Aufhängungsbruch in der Eau Rouge.

Bleiben noch die Judd-BMW-motorisierten Team, fünf Fahrzeuge an der Zahl. Zwei davon (wie gewohnt mit Pescarolo-Chassis) bringt OAK Racing an den Start, wobei besonders der zweite Wagen, die #49, mit einem interessanten Piloten-Mix besetzt ist: Ex-F1-Pilot Shinji Nakano, der schon viermal die 24h gestartet, aber nicht beendet hat, der zwanzigjährige Boutsen Energy-Stammpilot Nicolas de Crem und der Renault-F1-Tester Jan Charouz, 2009 bereits einmal Vierter in Le Mans mit Aston Martin, teilen sich dieses Cockpit. Die #35 kommt dagegen mit Andrea Barlesi und den beiden Franzose Frédéric da Rocha und Patrice Lafargue (einer der wenigen Bronze-Piloten im Prototypen-Feld) etwas blass daher und sorgte auch beiden den bisher bestrittenen Rennen nicht gerade für Aufsehen.

Eine Chance auf den Klassensieg dürfte sich auch Pecom Racing, Ableger des AF Corse-Rennstalls, die auch Unterstützung in der Boxengasse bieten, ausrechnen: mit Pierre Kaffer und den beiden argentinischen Ex-Rallye-Piloten Luis Perez-Companc und Matias Russo ist der Lola B11/40 nicht schlecht besetzt. In Le Castellet reichte es gleich beim Debüt zum zweiten Rang, doch in Spa erlebte das Team ein eher düsteres Wochenende. Dem offenen Lola scheint es an Höchstgeschwindigkeit zu mangeln, bei beiden Läufen gehörte der Wagen zu den Langsamsten in der Radarfalle. Sollte das nicht nur Setup-bedingt, sondern ein grundsätzliches Problem gewesen sein, wird dieser Wagen es an der Sarthe jedoch sehr schwer haben.

Das Schweizer Race Performance-Team, bereits 2010 als 56. Team für Le Mans nachträglich eingeladen, tritt mit einem Oreca-Judd sowie den Fahrern Michel Frey, Ralph Meichtry und Marc Rostan an. Wie der zweite OAK-Wagen blieb auch diese Mannschaft bisher eher unter dem Radar und wird auch bei den 24h eher nicht um den Sieg mitfahren.

Bleibt noch der Extrême Limite-Norma, ebenfalls mit Judd-Motor. Das Chassis wurde bereits 2010 von Pegasus Racing in Le Mans eingesetzt, verunfallte damals aber früh ohne eigenes Verschulden. Zu den schnellsten Autos gehört der Wagen sicher nicht, doch Fabian Rosier konnte wenigstens in den Qualifyings in Spa und Le Castellet annehmbare Zeiten aus ihm herauskitzeln. Für einen Podiumsplatz in Le Mans müssten aber wohl schon Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen.

Bleibt als Fazit: klare Favoriten gibt es nicht, vor allem weil die Zuverlässigkeit eine so große Rolle spielen wird. Es lassen sich bestenfalls einige Wagen ausschließen, die eher nicht um die vorderen Plätze kämpfen werden (Extreme Limite, Race Performance, OAK #35); dazu würde ich leider auch hinter RML und Level 5 ein mehr oder weniger dickes Fragezeichen setzen. Zwischen den übrigen Teams ist so ziemlich jedes Ergebnis denkbar.

GTE-Am

Die GTE-Am ist eine neu eingeführte Klasse, in der sich überwiegend Amateurfahrer in mindestens ein Jahr alten Autos messen dürfen – im Grunde keine schlechte Idee: Gentlemen Driver gehören nach Le Mans, sie sind es, die den Geist dieses Rennens ausmachen, wenn sie mit Leib und Seele ums bloße Ankommen kämpfen. Mit der neuen (Unter-)Kategorie schafft ihnen der ACO ein eigenes, bezahlbares Spielfeld aus der in den letzten Jahren immer stärker und professioneller gewordenen GT2-Klasse heraus.

Das ist aber gleichzeitig auch ihr Nachteil: ausgemusterte Autos mit überwiegend wenig bekannten Fahrern (um es leicht überspitzt zu sagen) sind keine besonders attraktive Kombination für Außenstehende; entsprechend steht die Kategorie klar im Schatten der GTE-Pro. Auch im Gegensatz zur GT1, die sie quasi ersetzt, mangelt es ihr an Eigenständigkeit. Dennoch: die Privatiers können nun unter sich um einen Klassensieg kämpfen und das werden sie auch mit viel Herz tun.

Zehn Fahrzeuge sind für Le Mans eingeladen worden, zwei davon werden vom GT1-Sieger des Vorjahres, Larbre Competition eingesetzt: zum einen die bereits angesprochene Corvette, die 2010 noch vom Werksteam eingesetzt wurde, mit den Fahrern Patrick Bornhauser, Julien Canal und Gabriele Gardel; die beiden letzteren gehörten zur siegreichen Saleen-Besatzung. Die Corvette bestreitet die ganze LMS, einmalig setzt Larbre in Le Mans noch einen Porsche mit Christophe Bourret, Pascal Gibon und Jean-Philippe Belloc ein. Die beiden Fahrzeuge waren am Testtag die schnellsten der GTE-Am (die Corvette allerdings mit den Werksfahrern).

Weitere Porsche kommen von Felbermayr Proton (Horst Felbermayr Jr./Horst Felbermayr Sr./Christian Ried) und Flying Lizard, die diesmal zwei Einladungen bekamen. Deren Auto (mit speziellem Design, dazu mehr in der GTE-Pro-Vorschau) könnte auch zu den stärkeren in der Klasse gehören, immerhin sind mit Darren Law und Spencer Pumpelly zwei Profis an Teambesitzer Seth Neimans Seite.

Porsche hat also in dieser Klasse eine echte Siegchance, dafür müssen sie sich allerdings gegen die vier Ferrari durchsetzen, die ihnen wie in der GTE-Pro zahlmäßig überlegen sind. Auch was die Qualität angeht, sind viele wohlbekannte Amateurs- bzw. Semiprofi-Namen dabei.

AF Corse setzt einen F430 für Pierguiseppe Perazzini, Marco Cioci und Sean Paul Breslin ein, CRS Racing einen für Pierre Ehret, Roger Wills und Shaun Lynn. Aus den USA kommt ILMC-Teilnehmer Tracy Krohn mit seinem giftgrünen F430 und den Co-Piloten Nicolas Jönsson und Michele Rugolo. Und JMB Racing, die vor einigen Jahren schon einmal GT2 fuhren, dieses Jahr allerdings die Formula Le Mans bestreiten, treten mit Manuel Rodrigues, Jean-Marc Menahem sowie Nicolas Marroc, der eigentlich für den Hope-Hybrid-Prototypen gemeldet war, dort aber ersetzt wurde, an.

Die Außenseiter in der Klasse sind klar der Robertson-Ford GT (das bisher wenig erfolgreiche Modell von US-Tuner Doran) mit David und Andrea Robertson (der einzigen Frau im Feld) sowie David Murry und der Gulf Middle East-Aston Martin Vantage mit Giroix/Wainwright/Goethe – für die Fahrer mag ein Traum in Erfüllung gehen, vor allem den Robertsons wäre ein erflogreiches Rennen nach vielen Jahren in der ALMS sehr zu gönnen, aber für den Rennausgang werden sie wohl eher keine Rolle spielen.

Apropos: Sechs Fahrzeuge aus drei Teams werden dieses Jahr insgesamt den Gulf-Farben an den Start gehen, keines davon wird voraussichtlich eine Chance auf einen Klassensieg haben – eine traurige Entwicklung dieser legendären Lackierung, die der grandiosen Historie nicht gerecht wird. Masse ist eben nicht gleich Klasse. Zustande gekommen ist dies wohl, weil die unterschiedlichen Sektionen des restrukturierten Gulf-Konzerns ihre Sponsoren-Aktivitäten selbst auswählen können.

GTE-Am und LMP2 werden nicht die Klassen sein, auf denen das Hauptaugenmerk liegen wird, dennoch werden die vielen Teams hart um Siege, Podien, oder eben nur ums bloße Überqueren der Ziellinie nach 24 Stunden kämpfen. Das gehört zu Le Mans, daher sollte man diese Klassen bei all den spannenden Kämpfen unter den Vollprofi-Mannschaften nicht aus den Augen verlieren.

Die weiteren Vorschauen zur LMP1 und GTE-Pro folgen am Mittwoch bzw. Donnerstag.

(Bild-Quelle: ACO)

 

April 04 2011

16:00

LMS/F3 Euro: Analyse Le Castellet

Es war ein schwieriges Rennen für die LMS, der den Organisatoren einiges Kopfzerbrechen bereiten sollte. Dennoch war es zumindest zeitweise spannend und mit dem Comeback-Sieg von Henry Pescarolo dominiert am Ende doch eine positive Geschichte den Saisonauftakt. Im Rahmenprogramm startete außerdem die F3-Euroserie in die neue Saison.

Schon am Start zum sechsstündigen LMS-Lauf ging alles schief. Bei schönstem südfranzösischem Frühlingswetter formierte sich das Feld zum fliegenden Start, die Ampel schaltete auf Grün, die Fahrer ab der zweiten Startreihe beschleunigten… und bremsten schnellstmöglich wieder. Denn – was nur die Piloten in der ersten Startreihe klar sehen konnten – das Safety Car war nicht in die Boxengasse abgebogen. Zwar machte der Pilot des Führungsfahrzeuges ob der hinter ihm beschleunigenden Wagen noch schnell einen Schlenker in Richtung Fahrbahnrand, doch da hatte das Unglück schon seinen Lauf genommen.

In einem Ziehharmonika-Effekt wurde das Feld sofort wieder zusammengestaucht, in der Mitte des GT-Feldes wurde der Platz knapp und Porsches schossen quer über die Fahrbahn – nur Porsches. Verschwörungstheoretiker und gescheiterte Drehbuchautoren hätten es kaum schlechter schreiben können: alle drei GTE-Pro-911er waren außer Gefecht gesetzt. Die Wagen von Felbermayr Proton und Prospeed standen havariert am Straßenrand, der von IMSA Performance Matmut schaffte es gerade noch, sich in die Box zu retten, und auch deren zweites (Amateuer-)Fahrzeug musste zur Reparatur. In Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Jota Sport-Aston Martin als einziger Nicht-Porsche.

Es gab noch keine offizielle Erklärung zu diesem erschreckenden Vorfall, der an Unprofessionalität beinahe an das WTCC-Rennen in Pau heranreicht, als das Safety Car Franz Engstler abräumte. Doch es scheint, als habe man aus irgendwelchen Gründen noch eine weitere Einführungsrunde drehen wollen, was aber wenigstens dem Ampel-Verantwortlichen nicht mitgeteilt wurde. Es scheint entlastend für den Safety Car-Fahrer zu sein, dass die ganze Zeit über die Posten entlang der Start/Ziel-Geraden konstant die gelben Flaggen weiter schwenkten. Doch schlussendlich dürfen solche Kommunikationsprobleme einfach nicht auftreten. Eine saubere Auf- und offene Erklärung sind nun Pflicht für die Offiziellen.

Den ersten Schritt in Richtung Schadensbegrenzung haben sie bereits getan: nach Diskussionen am Sonntagabend wird es nun anscheinend (eine offizielle Bestätigung steht noch aus) für die GTE-Teams die Möglichkeit geben, ein Saisonresultat zu streichen. Das macht in einer nur fünf Rennen umfassenden Meisterschaft natürlich eigentlich keinen Sinn, ist aber im Lichte dieses Vorfalls eine sinnvolle Lösung, denn sonst wären alle Porsche ohne eigene Schuld beinahe chancenlos im Titelkampf, ebens wegen der Kürze der Meisterschaft.

Zurück zum weiteren Rennverlauf: Dass in der Folge dieses Ereignisses vier Ferrari auf den ersten vier Plätzen der GTE-Pro-Klasse landeten, scheint wenig verwunderlich, jedoch war der Weg dorthin nicht so unspektakulär, wie sich vermuten ließe. Zunächst war es ein Vierkampf zwischen den zwei F458 von AF Corse sowie denen von JMW und Farnbacher, und auch der Young Driver-Aston Martin Vantage war knapp dahinter oder auch mal dazwischen. Dann verabschiedete sich der erste AF Corse-Wagen mit Vilander und Melo für einige Zeit in die Box, die übrigen drei stritten sich weiter um die Führung.

Dabei zeigte sich auch wieder einmal, wie gut die Hankook-Reifen im Vergleich zu den Michelins und Dunlops sind. Gegen Ende der Stints waren Dominik Farnbacher und Allan Simonsen meist schneller und konnten auch einige Male auf der Strecke die Führung vom rutschenden Fisichella/Bruni-Ferrari erkämpfen. Eine einminütige Stop&Go-Strafe für den Farnbacher-Ferrari aufgrund zu vieler Mechaniker beim Boxenstopp wurde durch eine Safety Car-Phase wieder wettgemacht, doch schließlich zwang ein Defekt das Team zu einem längeren Boxenhalt, der etwa sieben Runden kostete.

Auch Gianmaria Bruni hatte noch mit Kinderkrankheiten des F458 zu kämpfen, als ihm auf der langen Geraden die Elektronik einen Streich spielte und er den Wagen am Straßenrand neu starten musste. Etwa eine Minute ging verloren, mehrere Konkurrenten zogen vorbei, und doch war es dieses Auto, das in der Schlussphase gegen den gelben JMW-Ferrari um den Sieg kämpfte. Aufgrund eines schnelleren Boxenstopps hatte Fisichella seinen Konkurrenten Rob Bell knapp überholt und hielt ihn zunächst erfolgreich knapp hinter sich.

Doch etwa vierzig Minuten vor Schluss schnappte sich Bell Fisichella eingangs der ersten Kurve, La Verriere. Statt zu kontern, ging Fisichella am Ende der Runde zu einem weiteren Stopp in die Box; dabei ist unklar, ob es irgendwelche Probleme gab oder warum man sich sonst für den vollen Service mit Fahrerwechsel entschied, a

April 01 2011

16:01

LMS: Saisonauftakt in Le Castellet

Auch ohne die in die ILMC abgewanderten Teams sollte die Le Mans Series im Jahre 2011 spannend werden. Die meisten Klassen scheinen stark und ausgeglichen besetzt zu sein, nur in der LMP2 werfen Test- und Trainingszeiten die Frage auf, ob der ACO nicht bei der Einstufung daneben gegriffen hat. Mit der SPEED EuroSeries gibt es außerdem eine neue Support-Serie.

Der Circuit Paul Ricard nahe dem Örtchen Le Castellet in Südfrankreich ist ein guter Ort für den Saisonauftakt der europäischen Le Mans-Serie. Das Wetter ist dort in Südfrankreich um diese Jahreszeit schon angenehm warm und die Strecke teilt einige Charakteristika mit dem Circuit de la Sarthe, in den letzten Tagen fuhr dort auch Peugeot einen Ausdauer-Test mit dem neuen 908. Aber es ist überhaupt schön, dass dort nach jahrelangem Dasein als reine Teststrecke wieder „große“ Rennen gefahren werden. Gelegentlich als eine der frühen Retortenstrecken verunglimpft hat die Bahn</a> doch ihren Reiz – nicht nur, aber auch wegen der 1,9 km langen Mistral-Geraden, die die LMS ohne unterbrechende Schikane fährt. Auch Kurven wie die ultraschnelle Signes und die langgezogene Le Beausset (beide nach nahe gelegenen Ortschaften benannt) sowie einige langsame Ecken machen die Strecke anspruchsvoll.<span id=">

Patrick Peter äußerte kürzlich den Wunsch, die LMS 2012 komplett getrennt von der ILMC auszutragen, da sonst „seine“ Privat-Teams zu sehr hinter den dominierenden Werksteams zurückstehen müssten. Andererseits dürfte die LMS auch davon profitieren, einige bekannte Markennamen am Start zu haben. So dürfte es der Serie nicht abträglich sein, dass beim Saisonauftakt der neue Aston Martin AMR-ONE sein Renndebüt gibt, denn dieser Wagen hat bereits einiges an Interesse generiert.

Bis zum Saisonauftakt war der neue LMP1-Bolide noch nicht rennfertig gewesen, daher der verspätete Einstieg. Dass die Mannen aus Banbury diesen Wagen überhaupt in relativ kurzer Zeit vom Zeichenbrett (bzw. CFD-Computer) auf die Strecke bringen konnten, hat man unter anderem der Technik des a

October 05 2010

16:00

ALMS: Analyse Petit Le Mans 2010

In Silverstone hatte Audi eine deftige Niederlage gegen Peugeot einstecken müssen. Beim Abschlussrennen der ALMS in Road Atlanta konnte man aber lange dagegen halten.

Das Petit Le Mans hat mittlerweile eine richtige Tradition. Zum Ende der Prototypen-Saison treffen sich noch einmal alle in den USA um den letzten Sieg der Saison auszufahren. Die Strecke ist etwas kurz, aber durchaus sehr anspruchsvoll, vor allem die “Esses”, diese geschwungenen bergab/bergauf Kurven haben es in sich. Da der Vollgasanteil auf der Strecke relativ hoch ist, galten die Peugeot von Anfang an als Favoriten. Die haben dem 908 auch mittlerweile den Defektteufel ausgetrieben, der sie noch in Le Mans heimgesucht hat, indem sie die Titan-Pleuelstangen gegen welche aus Stahl eingetauscht haben. Erstaunlicherweise war Audi im Rennen aber längst nicht so unterlegen, wie man zunächst dachte. Bis zur siebten Stunde des Rennens war der Kampf um den Sieg offen. In der GT2 entschied sich alles erst in der letzten Runde.


LMP1
In der Quali hatten beide Peugeot die Audi R15 hinter sich gelassen, doch schon am Start zeigt mal wieder McNish, das ein Rennen eben etwas anderes ist. Schnell schnappte er sich Montagny und hetzte Marc Gene hinter her, der sich aber leicht absetzen konnten. Zwei Runden später schnappte sich auch Montagny wieder den zweiten Platz. Hinter McNish hatte sich zunächst der sehr schnelle Intersport Lola mit dem bärenstarken AER Motor festgesetzt, während es Marcel Fässler etwas ruhiger anging. Nach 20 Minuten gab es die erste Gelbphase, die Peugeot dazu nutzte, Marc Gene reinzuholen, während Montagny draußen blieb. Offenbar wollte man die Strategie schon früh aufteilen, um mehr Optionen zu haben. Audi beließ erst einmal beide Fahrer draußen, die dann auch die Spitze übernahmen. Erstaunlicherweise konnten sich die Audis zweitweise vorne ganz leicht absetzen. Normalerweise pendelte der Abstand zwischen den Top Teams immer zwischen 2 und 10 Sekunden, aber zwischenzeitlich wurde es zu viel, als dass man davon ausgehen konnte, dass Peugeot den Abstand nur kontrollierte. Vor allem der zweite Peugeot drohte bei einem Abstand von mehr als 50 Sekunden fast eine Überrundung, da die Rundenzeiten in Road Atlanta ja nur 70 bis 75 Sekunden betragen. Es sah also gut aus für Audi.

Doch dann kam die dritte Stunde und während eines Überrundungsvorgangs kam Andre Lotterer von der Ideallinie in den Esses ab. Auf der schmutzigen Spur in den Esses konnte er den R15 nicht mehr halten und blieb mit dem Splitter an einem Curb hängen. Die ganze Front zersplitterte, dazu der Unterboden. Damit war ein Audi schon aus dem Spitzenkampf raus, auch wenn er nach einer länglichen Reparaturzeit wieder auf die Strecke ging.

In der Folgezeit tat sich vorne nicht viel und beide Werkswagen hielten, je nach Boxenstopp die Führung. Erstaunlich blieb aber die Tatsache, dass der R15 auch auf der Distanz mit den 908 mithalten konnte, und nicht, wie befürchtet, von der Pace der Peugeot nieder gemacht wurde. Zwischenzeitlich hatten die Franzosen die zunächst gesplittete Taktik wieder aufgehoben und so drehten alle drei Führungsfahrzeuge ihre Runden.

Das änderte sich erst in Stunde 6 bei einer weiteren Caution. Audi kam zum Stopp rein, Peugeot ließ aber beide Wagen draußen und hielt damit die Spitze. Und plötzlich gasten beide 908 richtig an und bauten den Vorsprung aus. Dazu kam, dass etliche Caution folgten, die es Peugeot erlaubten wieder “in sequenze” mit dem Stopp des übriggebliebenen Audi zu gehen. Damit war die Sache dann tatsächlich entschieden. In den letzten zwei Stunden zogen die 908 an der Spitze weg und Audi blieb am Ende nur der dritte Platz. Auch wenn es auf den ersten Blick nach einem mutigen Manöver von Peugeot aussah, am Ende konnte man gewinnen, weil Audi mangels eines zweiten Wagens in Reichweite zur Spitze, die Strategieoptionen ausgingen. Man konnte daran auch schön sehen, warum man eigentlich bei einem Langstreckenrennen noch einen dritten Wagen braucht.

Der Rest der LMP1 Wagen hatte natürlich keine Chance. Der Lola seiner Lordschaft litt unter dem Problem, dass der eigentlich eingeplante Emanuele Pirro im Training einen so heftigen Abflug hatte, dass die Ärzte ihm einen Start im Rennen verboten hatten. Also mussten sich Lord Drayson und der arme Johnny Cocker das Cockpit teilen, wobei Cocker gefühlt 8 der 9 Stunden unterwegs war. Familie Fields mit dem Intersport Lola mühte sich redlich, und erstaunlicherweise hielt man lange den vierten Platz. Dabei musste man sich gegen Ende des Rennens, als der Lola ein paar Schwächen zeigte, mit dem Highcroft ARX der LMP2 auseinandersetzen, der auf der Langstrecke mal wieder ein sein Tempo bewies. Zwar hatte der ARX in den letzten Rennen der ALMS mit Problemen zu kämpfen, aber in der reinen LMP2 Klassifizierung nach ACO-Regeln sah die Sache anders aus. Einziger Gegner in der LMP2 wäre vielleicht noch der Porsche RS Spyder gewesen, doch kämpfte vom Start weg mit massiven Elektrik Problemen, die dazu führten, dass der Motor im gesamten Rennen nur auf sieben Zylindern lief. Das man es dennoch auf den zweiten Platz in der Klasse schaffte, ist schon fast so etwas wie ein Sieg. Pech hatte der Dyson Lola/Mazda, der Mitte des Rennens in der Box verschwand und nicht mehr auftauchte. Auch der orangefarbene Autocon Lola musste schon früh die Segel streichen. So erlangte der unauffällig fahrenden, schon betagte Pescarolo P01 mit dem Judd-Motor den dritten Platz in der LMP1.

In der LMPC ging es hoch her, aber vor allem, weil alle (!) Orecas mit massiven Problemen zu kämpfen hatte. Die gesamte Klasse löste sich nach und nach komplett auf. Zwar kamen alle ins Ziel, aber vier der LMPC landeten in der Wertung noch hinter den GTC-Porsche. Nur der Oreca mit u.a. Marco Werner am Steuer kam fast durch, am Ende konnte der aber auch noch fahren, weil man alle Runden literweise Öl in den Motor kippte. Allerdings muss man fairerweise hinzufügen, dass der Oreca auch nicht für 10 Stunden Rennen gebaut ist.

GT-Klasse
Was für ein Rennen in der GT2. Egal, was für Ideen man mit der Klasse auch hat – einfach vergessen. Die Balance of Performance Einstellungen der ALMS stimmen haargenau, wie man schon die ganze Saison sehen konnte, nur beim BMW könnte man vielleicht noch etwas nachjustieren, aber angesichts der Tatsache, dass es den Münchner trotz des fehlenden Top Speed gelang, die Konstrukteurs-Meisterschaft zu gewinnen, wird die Konkurrenz das anders sehen.

Aber was soll man zu einem knapp 10 Stunden Rennen sagen, in dem sich sechs Wagen von drei Herstellern über die gesamte Zeit im Sekundenabstand um den Kurs hetzen? Es war Wahnsinn, was die beiden Risi-Ferrari, beide Corvette, ein BMW und ein Porsche da ablieferten. Die Positionen wechselten derartig oft und schnell, dass man nicht mehr hinterher kam, teilweise lag man zu Dritt nebeneinander auf der Geraden, ein vierter Konkurrent dann noch im Windschatten. Es war atemberaubend, was die GT2-Teams da zeigten, vor allem auch an der Box, wo alle Teams fehlerlos arbeiteten. Nur Risi hatte Pech mit beiden Wagen. Die #62 mit Bruni/Vilander hatte früh im Rennen einen Strafstopp, weil den Ford GT unsanft von der Strecke geschubst hatte. Einen weiteren Strafstopp kassieren unglücklicherweise Fisichella/Melo/Salo, die dann leider nicht mehr nach vorne kamen. Immer dabei, aber eher zurückhaltend unterwegs war der Flying Lizard Porsche mit Bergmeister/Long, die den Wagen aber auch unbedingt ins Ziel bringen musste, damit sie die Meisterschaft gewinnen konnten. Dementsprechend hielten sie sich aus allen Scharmützeln raus.

Richtig rund ging es in der GT aber erst in der letzten Runde. Nachdem sich das Feld in den letzten 100 Minuten des Rennens ein wenig auseinander gezogen hatte, brach in den letzten 15 Minuten plötzlich das Chaos los. Seit der letzten Caution war schon einige Zeit ins Land gezogen und offenbar mussten alle noch einmal an die Box. Ein schneller Splash & Dash war also angesagt und das Klassement purzelte wild durcheinander. Irgendwie schaffte es der Ferarri mit Bruni am Steuer vorne zu bleiben, aber in der letzten Runde, auf der letzten Geraden, ca. 500 Meter vor der Zielflagge, ging ihm der Sprit aus. Oliver Gavin in der Corvette holte sich so den Sieg und weil der zweite BMW sich auf Platz vier ins Ziel schleppte, konnten die Münchner auch die Konstrukteurs-Meisterschaft holen. Bei den Fahrern gewann allerdings Bruni die Meisterschaft.

BMW hatte etwas Pech, weil man den nominell schnelleren Wagen mit Müller/Hand/Priaulx schon früh verlor, weil sich an der Box der Anlasser verabschiedete. Auch die beiden Ford GT verschwanden schnell nach hinten, wobei man sagen muss, dass die #04 zweimal ohne eigenes Verschulden in die Wiese geschickt wurde. Die beiden Jaguar waren schon vor innerhalb der ersten Rennhälfte verschwunden, der durchaus mit Interesse erwartete neue Panoz Abruzi tauchte gar nicht erst auf, weil er nicht fertig geworden war.

Und dann war da noch der Porsche 911 Hybrid, der ab 2011 ja die komplette Saison fahren wird. Die ALMS hatte den Wagen ohne Beschränkung an den Start gelassen, ihn dafür aber listigerweise in eine eigene Klasse gesteckt. So fuhr er mehr oder weniger außer Konkurrenz. Leider hatte er schon zu Beginn des Rennens zwei Reifenschäden vorne links und fiel schnell drei Runden zurück, von denen man nur eine aufholen konnte. Es wäre schön gewesen, den Hybrid im Kampf der GT2 zu sehen, aber er zeigte von den Rundenzeiten schon mal, dass da im nächsten Jahr einiges gehen wird. Immerhin hielt die Technik auch durch.

Es war also ein regelrecht dramatisches Rennen, was da stattgefunden hatte, und wie immer bewies das Petit Le Mans, dass es ein würdiger Abschluss der Saison ist und das Langstreckenrennen eben ihre eigenen Gesetze haben.

Für die Saison 2011 gibt es wohl auch einige Neuigkeiten, die aber noch nicht komplett bestätigt sind.

- Es ist noch nicht klar, ob Audi und Peugeot die gesamte ALMS-Saison bestreiten werden, oder ob man nur die Rennen im Rahmen der inoffiziellen Weltmeisterschaft (Le Mans International Cup) fahren wird. Laut Speed sucht Audi für den Einsatz des R18 Partner in den USA und ganz oben auf der Liste steht wohl das Highcroft Team. Ob das aber passiert, ist eine andere Sache.

- Aston Martin wird seine neuen LMP1 wohl nur in der LMS starten lassen.

- Ebenfalls ungeklärt ist die Frage, ob BMW mit dem M3 weiterhin antreten wird. Die Entscheidung richtet sich ja nach dem Einsatz in der DTM. Der gewonnene Titel könnte allerdings für einen Verbleib in der ALMS sprechen.

- Ferrari wird den neuen 458 in der GT2 an den Start bringen.

- West Racing wird mit zwei Lamborghini Gallardo die GT2 bevölkern.

- Für die GTC gibt es Überlegungen der ALMS die Serie für andere Hersteller zu öffnen. Bisher ist es eine reine Porsche Meisterschaft, aber offenbar gibt es Gespräche zwischen der Serie und Audi, den R8 GT3 in die Serie zu bringen.

- Kalender 2011
19.03 Sebring 12 Stunden
16.04 Long Beach 100 Minuten
09.07 Lime Rock Park 2:45 Stunden
31.07 Mosport 2:45 Stunden
06.08 Mid-Ohio 2:45 Stunden
21.08 Road America 2:45 Stunden
03.09 Baltimore 2:45 Stunden
17.09 Laguna Seca 6 Stunden
15.10 Road Atlanta 1.000 Meilen

Auffällig ist die lange Pause zwischen den Rennen in Long Beach und Lime Rock. Aber da nimmt man Rücksicht auf den LMS-Kalender, da im Mai sowohl die 1000km von Spa, als auch die wieder eingeführten Testtermine in Le Mans sind.

Das war es dann in diesem Jahr schon mit der ALMS, deren Saison gefühlt immer etwas zu kurz ist. Ein weiteres Rennen später in der Saison wäre schön, aber immerhin hat man das Petit Le Mans 2011 schon auf Mitte Oktober gelegt.

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September 30 2010

17:38

ALMS: Vorschau Petit Le Mans 2010

Am Saisonende steht wie immer ein weiteres Highlight der Prototypen an. Das 10 Stunden Rennen Road Atlanta wird noch einmal zum großen Schlagabstausch zwischen Audi und Peugeot.

Zunächst ein Wort zur Verfügbarkeit der Livebilder vom Rennen. Wie gestern schon geschrieben, hat Kabel Deutschland MotorsTV etwas überraschend aus dem Programm genommen. Auch die Franzosen waren verblüfft, wie man aus der Stellungnahme lesen kann. Kabel Deutschland Kunden haben leider keine Möglichkeit das Rennen zu sehen, es sei denn, sie begeben sich im Netz auf die Suche nach einem verfügbaren Stream. SpeedTV selber zeigt das Rennen leider nicht auf der Webseite, man wird also im trüben fischen müssen. Wir geben uns Mühe im Chat auf den ein oder anderen Stream hinzuweisen. Unity Media, Hansenet und T-Home Kunden sind von dem Problem nicht betroffen. Was mit Kabel BW ist, kann ich leider nicht sagen. Wir werden uns hier bemühen, ein Liveblog auf die Beine zu stellen. Ich bin allerdings bis Samstagmittag in Oschersleben, daher könnte es etwas knapp werden. Ansonsten empfehle ich die Kombination Radio Le Mans und Livetiming. Aber jetzt zum Rennen.


LMP1

Audi und Peugeot haben richtig groß aufgefahren. Die Ingolstädter haben zwei Wagen über den Atlantik geschifft und treten in Bestbesetzung an. Startnummer #7 wird von den “All-Stars” Kristensen, Capello und MacNish bewegt, in der #8 sitzen die nicht unerfahrenen Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer. Der Einsatz von Lotterer ist eine kleine Überraschung, aber der Deutsche verdient sein Geld ja höchsterfolgreich in der Japan GT und bringt viel Erfahrung mit. Die Besetzung deutet auch an, das sich bei Audi für 2011 eine Menge tun wird. Klar ist, dass Audi für den R18 in den USA zwei Partner sucht. Das Highcroft Team steht da wohl ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen. Auch wird man werksseitig 2011 in der LMS antreten. Der Einsatz in beiden Serien bedeutet, dass man jede Menge Fahrer braucht, was auch erklärt, warum man so viele Audi-Piloten in anderen Wagen einsetzt. Der R15+ kommt mit jener leicht veränderten Aerodynamik, die man schon Silverstone auf den Wagen geschnallt hatte. Angeblich werkeln unter der Haube schon sehr viele Teile des R18. Man will nicht noch einmal den Fehler begehen, einen mehr oder weniger im Renneinsatz ungetesten Wagen nach Le Mans zu schleppen. Klar ist aber auch, dass man den Peugeot auch in den USA vermutlich unterlegen ist.

Die Franzosen setzten auch zwei Wagen ein. #07 ist mit Marc Gene, Alexander Wurz und Anthony Davidson besetzt, in der #08 wechseln sich Pedro Lamy, Franck Montagny und Stephane Sarrazin ab. Nominell gesehen hat Peugeot also das stärkere zweite Auto. Den Wagen hat Peugeot nicht verändert, beim Motor setzt man aber, wie schon in Silverstone, lieber wieder auf Stahlpleuel, statt auf die Titan-Variante, die in Le Mans so katastrophal versagt hat. Die beiden 908 erleben ihren letzten Einsatz und sind klare Favoriten. In den bisherigen Testsessions lagen sie aber nicht so deutlich vorne, wie man das vielleicht erwarten würde. Kann aber sein, dass die 908 bisher nur mit vollen Tanks auf die Reise geschickt wurden.

Die normalerweise in der ALMS startenden Teams werden sich wohl nur um den Platz “best of the rest” streiten können. Netterweise liegen die gemeldeten Teams in diesem Jahr aber schön eng zusammen, so dass man hier einen spannenden Kampf erwarten kann. Der sehr schnelle, leider aber auch etwas anfällige Intersport Lola zeigte in den ersten Sessions, dass er jede Menge Speed hat. John Fields hielt den Abstand auf die Werksteams immerhin bei rund 2 Sekunden. Auch der Porsche RS Spyder vom Muscle Milk Team ist mit Klaus Graf, Sascha Maasen und Lucas Luhr nicht nur erstklassig besetzt, sondern auch schnell unterwegs. Die Deutschen dürften die Fahrer sein, die es zu schlagen gilt, wenn man Platz 5 in der LMP1 erreichen möchte.

Das Team seiner Lordschaft Drayson ist natürlich auch dabei und wie üblich muss der erstaunlich schnelle Johnny Cocker die Kohlen aus dem Feuer holen. Der Lord hat sich für das Petit Le Mans allerdings mit dem Ex-Audi-Mann Emanuele Pirro verstärkt und wird seine eigene Einsatz wohl auf ein Minimum beschränken, was den Chancen des Teams sicher nicht abträglich ist.

Highcroft ist wie immer mit dem Ex-Acura am Start, doch in den letzten Rennen schien der Mannschaft etwas der Speed ausgegangen zu sein. Der Vorteil des ARX ist seine Standfestigkeit und sein etwas besserer Spirtverbrauch verglichen mit dem sehr durstigen Intersport und dem Porsche. Hier könnte man über die Distanz also eine Menge erreichen, auch wenn man nicht den Topspeed mitgehen kann. Chancenlos ist wohl die Familie Dyson mit dem Lola/Mazda. Der Motor geht gut, hat aber auch Verbrauchsprobleme. Auch der grell-orange Autcon Lola wird nur schwerlich die Zielflagge sehen.

Die Meisterschaft in der LMP-Klasse der ALMS ist aber so gut wie entscheiden. David Brabham und Simon Pagenaud führen mit 152 Punkten vor Klaus Graf mit 136 Zählern. Der kann eigentlich nur Meister werden, wenn der ARX einen Komplettausfall erlebt. Was aber natürlich in einem 10 Stundenrennen immer möglich ist.

GT-Klasse
Wie üblich dürfte der heftigste Kampf in der GT-Klasse ausgefochten werden. In der Meisterschaft führen Bergmeister/Long mit 139 Punkten vor Gianmarina Bruni, der 117 Punkte sammeln konnte. Auch hier ist die Meisterschaft dann entscheiden, wenn Bergmeister/Long das Rennen in den Punkten beenden können. Die beiden Risi-Ferrari waren bisher recht flott unterwegs und die Paarung Bruni/Vilander ist ja auch nicht die schlechteste. Aber beim den Konkurrenten vom Flying Lizard Team weiß man ja auch, wie man eine Meisterschaft gewinnt. Ein wenig überraschend ist der (mögliche) Gewinn für Porsche schon, denn von der reinen Geschwindigkeit müsste man den Ferrari und der Corvette unterlegen sein. Dass Porsche es immer wieder schafft, den 911er so schnell zu bekommen, ist auch eines dieser Wunder.

Allerdings hat man in diesem Jahr auch oft vom Pech der Konkurrenz profitiert. Und vermutlich davon, dass die Veranstalter die BMW M3 GTR schwer eingebremst haben. Zusätzlich kam der Umstand, das sich die Corvette in ihrem ersten Jahr in der GT2 mit dem neuen “kleinen” V8 schwerer getan haben, als man erwarten konnte. Trotz der bekannt zuverlässigen Crew mit Gavin/Magnussen und O’Connell/Beretta, sind die Chevys aus Detroit nicht so richtig in Schwung gekommen. Das würde man zum Saisonende natürlich gerne anders machen, aber bisher haben die Corvette nicht ein Eindruck gemacht, als könnten sie noch einen Sieg einfahren.

BMW hat zwei GTR am Start. Die sind mit Auberlen, Millner, Werner und Hand, Müller, Priaulx besetzt. Vor allem die zweite Besetzung mit der Startnummer #90 sollte man im Auge behalten, denn da sitzen die schnelleren Piloten am Steuer. BMW hat sich ja noch nicht entschieden, ob man den wunderschönen GTR auch 2011 wieder ins Rennen schickt, aber wenn sie das machen, würde ich gerne öfter eine solche Besetzung sehen. Nichts gegen Bill Auberlen und Millner, aber die allerschnellsten sind sie nicht.

Das “dark horse” in der GT-Klasse ist ohne Zweifel der Porsche 911 Hybrid, den die ALMS ohne jede Einbremsung an den Start gelassen hat. Bei den 24 Stunden vom Nürburgring hatte man dem Porsche aus Angst ja noch 30 Kilo ins Auto gepackt, was die Rundenzeiten auf der langen Strecke arg nach unten drückte. Nach dem Ausfall der meisten Favoriten stoppte allerdings erst ein ärgerlicher, kleiner Materialfehler im Getriebe die Siegesfahrt. In der ALMS muss sich der Hybrid allerdings nicht mit Fahrzeugen rumschlagen, die mehrheitlich dem GT3 Regelement entsprechen, sondern mit echten, lang erprobten GT2 Wagen. Da ist in der Klasse selbst nach 12 Stunden Rennen noch um Zehntel geht, wird es der Werksporsche nicht leicht haben. Das zusätzliche Gewicht, dass der Hybrid halt so mitbringt, drückt auf den Spritverbrauch und den Reifenverschleiss. Bisher humpelte der 911er aus Stuttgart auch dem Feld hinterher, aber das kann auch daran liegen, dass man aus Angst vor einer kurzfristigen Entscheidung in Sachen Gewichtserhöhung die Karten lieber nicht aufdeckt. Vermutlich wird man erst im Rennen sehen, was der Hybrid so drauf hat. Ich rechne nicht mit einem Sieg, aber schon damit, dass er für Wirbel sorgen wird.

Nicht unerwähnt sollten folgende Wagen bleiben

- Die Familie Robertson ist mit dem Ford GT natürlich auch wieder dabei und steht im Weg rum. Sie setzten sogar einen zweiten GT ein, der u.a. von Boris Said gefahren wird.

- Sein Debüt feiert der skurille Panoz Abruzi, der allerdings bisher noch keine Runde gedreht hat. Wird wohl ein kurzes Vergnügen.

- Der Jaguar hat sich in diesem Jahr vor allem damit ausgezeichnet, dass er nicht hinter her kam. Das hat Paul Gentilozzi nicht daran gehindert, für das Petit Le Mans einen zweiten Wagen anzumelden.

Die LMPC und Porsche Cup Gruppen schenke ich mir jetzt mal.

Das Rennen geht um 17.00 Uhr los und sollte so gegen 3.00 Uhr zu Ende sein. Wenn es nicht, wie im letzten Jahr, wieder aus Eimern schüttet und man das Rennen verkürzt.

Unbedingt ausdrucken sollte man sich den Spotterguide.
031022285225 031022292032 031022284524 031022281519 031022280918 031022280417 031022275415 031022274914 031020232404 October 29, 2010, Atlanta, GA, USA Petit LeMan ©2010, Walt Kuhn, USA alms_10_plm

August 31 2010

16:07

ALMS: Analyse Mosport 2010

Das Wort “chaotisch” passte zwar nicht auf das Rennen, wohl aber auf die Übertragung von Speed und die Auswürfelung des Endergebnis.

Nach dem sensationellen Rennen der ALMS in Road America folgte mit Mosport ein Kurs, der in der Vergangenheit schon des öfteren für knappe Ergebnisse gut war. Die Strecke ist zwar, gelinde gesagt, in einem miserablen Zustand, aber weil es ein Höchstgeschwindigkeitskurs ist, spielt der Spritverbrach eine große Rolle. Je nach dem, wie die Cautions fallen, kann es am Ende richtig eng werden. Das wurde es gestern aber nicht, stattdessen brach nach einem heftigen Abflug eines Porsche aus der GTC-Klasse das Chaos aus. Richtig genervt war ich von Speed, die während des Rennens komplett den Überblick verloren und alle 10 Minuten eine Werbepause einlegten.


Dabei begann das Rennen unter guten Vorzeichen. Es hatte die letzten Tage nicht geregnet, so dass die Auslaufzonen, die ausschließlich aus Gras bestehen, immerhin auch etwas sicherer waren. Mosport ist in Sachen Sicherheit nicht wirklich ganz weit vorne finden. Obwohl man am Ende der langen Gegengeraden eine Höchstgeschwindigkeit von rund 190 mph (LMP) bzw. 155 mph (GT) erreicht, und auch Turn 2 nicht gerade langsam ist, sind die Auslaufzonen arg begrenzt. Wer abfliegt, zerstört sich unweigerlich den Wagen. Die teilweise etwas sehr alt aussehenden Leitplanken sollten dann später auch noch getestet werden.

Zunächst ging nach dem Start Romain Dumas im RS Spyder von Cytosport in Führung. Der Porsche auf niedrigen Abtrieb getrimmt, damit auf den langen Geraden gegen die deutlich stärkeren Prototypen von Autocon und Dyson eine Chance hatte. Weil man aber in der Quali gepatzt hatte, starteten John Field im Intersport Lola AER und Burgess im Autocon relativ weit hinten und mussten sich erstmal an David Brabham im Highcroft ARX vorbei mogeln. Der ehemalige Acura war mit dem Le Mans Aero-Kit unterwegs, das allerdings nicht wirklich auf die Strecke passte. Brabham beklagte später, dass man zu wenig Abtrieb habe, und in den wenigen, aber schnellen Kurven den Vorteil des höheren Topspeeds wieder verlieren wurde. Zumal die Höchstgeschwindigkeit auch nicht viel brachte, auf der Geraden gingen sowohl der Dyson-Lola als auch Field im Lola-AER spielend an dem ARX vorbei.

Dumas konnte sich lange vorne halten und einen Vorsprung von 12 Sekunden halten, aber es war klar, dass irgendwann einen Caution kommen musste. Danach würde es für den Spyder eng werden. Doch bevor es soweit war, ging das große Sterben in der LMP los. Fields stellte den Lola schon bald an der Box ab, weil die Kupplung ihren Geist aufgegeben hatte, der Lola-Mazda von Dyson hatte eine Begegnung mit einer Corvette, bei der ein leichter Schaden an der Hinterachse auftrat. Dazu kam, dass der Autocon Lola merkwürdig indisponiert war und während des Rennens keine Rolle spielte. Der Wagen seiner Lordschaft war ebenfalls von Defekten geplagt und hatte nie eine Chance. Ein guttimter Boxenstopp und eine passende Caution führten dann dazu, dass der Porsche fast eine Runde Vorsprung auf den ARX hatte auch nicht mehr abgab. Der Sieg war also schnell klar.

So langweilig es in der LMP Klasse war, so spannend war es mal wieder bei den GTs. Vorne weg fuhr zunächst das Duo Long/Bergmeister auf dem Flying Lizard Porsche GT3 RSR. Der lieferte sich aber ein sehenswertes Duell mit dem Corvette von Oliver Gavin und später stieß der übrig gebliebene Risi F430 mit Villander/Bruni am Steuer hinzu. Pierre Kaffer war nicht am Start, der hatte den zweiten Risi im Training nachhaltig in die Mauer gesetzt. Die BMWs hatten einen gemischten Tag. Joey Hand hielt sich in seinem Stint auf Platz 3, danach übergab er den Wagen an Jörg Müller. Der wurde allerdings vom Ford GT der Familie Robertson in den Esses geschnitten. Die Wagen berührten sich, der M3 steig sogar auf und schaufelte auf seinem Weg Richtung Kiesbett noch die halbe Botanik auf die Strecke. Eine längliche Caution war die Folge. Der zweite BMW mit Milner/Auberlen hielt sich wacker, war aber chancenlos.

Der Kampf in der GT-Klasse wurde gerade so richtig nett, als das Rennen unterbrochen wurde. Cocker im Drayson hatte im Verkehr auf der Gegengerade eine Lücke unterschätzt und den Porsche mit der Startnummer 48 gerammt. Luke Hines war komplett chancenlos, der GTC-Porsche bog mitten auf der Geraden scharf nach links und zerschellte fürchterlich in der Leitplanke. (Vorladen lassen, Bericht geht erst ab 0:30 los)

So einen massiven Einschlag habe ich lange nicht mehr gesehen. Die Leitplanken aber dabei ihren Zweck erfüllt. Weil sie teilweise aus der Verankerung gerissen wurden, haben sie weit genug nach gegeben, damit sich die Energie abbauen konnte. Die Gefahr bestand aber, dass der Porsche die Leitplanken durchbrochen hätte und in den Wald abgeflogen wäre. Aber auch so ist es ein Wunder, dass er nicht mehr getroffen wurde, obwohl mitten in den Verkehr zurück flog.

Das Rennen war nach Unfall vorbei. Die Verantwortlichen hielten zwar die Uhr an, aber der Schaden an der Begrenzung war so groß, dass man das Rennen nicht mehr starten konnte. Eine vernünftige Entscheidung, auch wenn es ein gutes Rennen zu früh beendet hatte.

Und dann begann das große Rätselraten, wer denn nun die GT-Klasse gewonnnen hatte. Der Speedticker zeigte Bergmeister vor Villander und Milner, das Livetiming der ALMS zeigte ein komplett anderes Ergebnis. Mittlerweile hat die ALMS das aber wieder korrigiert, offenbar war das Web-Livetiming nicht auf dem neusten Stand.

Die “as live” Übertragung von Speed war aber dennoch eine Katastrophe. Keine Ahnung, woran das lag, aber die Kommentatoren war völlig von der Rolle, der Regisseur ebenso. Man verpasste reihenweise die Boxenstopps, wusste nicht mehr, wo die einzelnen Wagen lagen. Das der Dyson mit der Corvette aneinander geraten war, hatte man nicht im Bild ebenso verpasste man sämtliche (!) Überholmanöver von Villander im Ferrari, der von Platz 11 gestartet war. Während zeitweise, wegen einer anderen Strategie, Milner vorne lag, war man bei Speed überzeugt, dass Bergmeister führen würde. Kann aber sein, dass die auch die Probleme mit den Livetiming vor Ort hatten. Die vielen, alle 10 Minuten kommenden, Werbepausen, machten die Übertragung auch nicht besser. Jedenfalls war es eine Katastrophe, man musste sich die Reihenfolge irgendwie selbst zusammenbasteln.

Die ALMS macht jetzt erst einmal eine Pause. Das nächste Rennen ist erst das Petit Le Mans, Anfang Oktober.
030721473435 030721463126 030721461423 030721451913 030721451312 030721443403 030721442902 mosport2 mosport

August 19 2010

16:00

Sportwagen-Vorschau: LMS in Budapest, ALMS in Elkhart Lake

Dank einer grandiosen organisatorischen Leistung von IMSA und ACO werden am Sonntagabend Le Mans-Sportwagen beiderseits des Atlantiks gleichzeitig unterwegs sein.

Zunächst zur europäischen Le Mans-Serie. Die hat sich dieses Jahr einen Termin auf dem Hungaroring gesichert, einer Strecke, die aus der Formel 1 für ihre vielen Kurven und wenigen Geraden und die daraus resultierende Überholproblematik bekannt ist. Sportwagen sind da zwar etwas weniger empfindlich als die Monoposto-Königsklasse, dennoch dürfte das enge Layout das Rennen entscheidend beeinflussen, und zwar beim Überrunden. Für alle Fahrzeuge, zu Überrundende und Überrundende, wird das ein langer, anstrengender Abend, der viel Geduld erfordert. Zumal der Hungaroring ja auch nicht wenig anspruchsvoll ist.

Ja, richtig: Abend. Wie schon in der Algarve vor einigen Wochen fährt man wieder in die Dunkelheit hinein, Start wird um 18 Uhr sein, die Zieleinfahrt sollte entsprechend zwischen 21:30 und 22 Uhr anstehen. Eurosport wird auch leider wieder nur diese halbe Stunde übertragen.

Am Start sind 38 Fahrzeuge, Kruse-Schiller Motorsport hat heute abgesagt; offizielle Begründung: zwei der Stammfahrer sind nicht verfügbar. Es gibt allerdings die aamericanlemans.com/live</a> gestreamt. Alles Weitere zur ALMS gibt es im <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Race Hub, das LMS-Timing findet sich auf

July 09 2010

16:00

Vorschau: ALMS in Salt Lake City

Nicht der Anzahl der Rennen nach, aber gefühlt beginnt an diesem Wochenende die zweite Saisonhälfte der ALMS im Miller Motorsports Park nahe Salt Lake City. Ex-F1-Prominenz ist dabei auch am Start.

Gefühlt deswegen, weil sich die Saison in ALMS und LMS am besten in eine Prä- und eine Post-Le Mans-Hälfte teilen lässt. Die europäische Le Mans Serie läuft nächste Woche mit vergleichsweise dünnem Feld in Portimao auf, das US-Pendant ist mit weitgehend unveränderter Teilnehmerliste eine Woche früher dran.

Aus dem kleinen Prototypen-Feld sind drei Mannschaften in Le Mans dabei gewesen: Highcroft Racing dürfte es etwas wurmen, dass man dem Schwester-HPD von Strakka trotz starkem Fahrertrio und viel Erfahrung unterlegen war, auch bevor man am Sonntagvormittag mit technischen Problemen weiter zurückfiel. Ob man in Utah wieder zu den Top-Favoriten auf den Gesamtsieg zählt, ist aufgrund der besonderen Streckenbedingungen unklar, doch dazu später mehr.

Drayson Racing hat die Zielankunft in le Mans, obwohl man nicht gewertet wurde, fast wie einen Sieg gefeiert. Wenn die Distanz etwas länger wird, machen gerne mal Teile des Antriebsstranges oder des Motorenumfeldes Probleme, das war auch schon in Sebring und Laguna Seca so. Und das, obwohl das Judd-Triebwerk ja eigentlich erprobt ist und als recht zuverlässig gilt. Hält das V10-Aggregat, könnte auch für diese Mannschaft eine Top-Platzierung drin sein, denn die leidet an diesem Wochenende unter einer Schwächung, die eher eine Stärkung ist: a  

March 19 2010

14:24

ALMS: Vorschau auf die 12 Stunden von Sebring (inkl. Twitter-Übersicht)

Seit 1999 wird der Langstreckenklassiker in Zentralflorida unter dem Banner der American Le Mans Series ausgetragen. Das ändert sich zwar 2010 nicht, aber eine kleine Revolution gibt es durch das geänderte Klassenspektrum trotzdem. Und die ist auch dringend nötig, sonst wäre die Startaufstellung ziemlich kurz.

2009 war das Feld mit 25 teilnehmenden Fahrzeugen eines der kleinsten in der Geschichte des Traditionsrennens (das Rennen war trotzdem sehr sehenswert!) und dieses Problem zog sich durch die gesamte daran anschließende Saison, sodass Serienchef Scott Atherton Maßnahmen ergriff: noch im Laufe des Jahres wurde die GT Challenge (GTC)-Kategorie, in der mit einheitlichen Porsche 911 GT3 Cup gefahren wird, etabliert; für 2010 wurde gegen Saisonende – da bei den Prototypen-Entries auch kein zahlmäßiger Zuwachs abzusehen war – die Einführung der LMP Challenge (LMPC)-Klasse für 2010 angekündigt. Dort kommen nun die von Oreca gebauten Formula Le Mans (FLM)-Fahrzeuge zum Einsatz, die auch für Privatteams preiswert zu erstehen und einzusetzen sind. Ein Teil des Geistes des Sportwagenrennsports mag damit verloren gehen, aber für die ALMS war der Schritt notwendig und absolut richtig, um sich gegen die Konkurrenz, namentlich die GrandAm Rolex Sports Car Series , zu behaupten.

In Sebring haben wir noch einmal die Ausnahmesituation, dass nach ACO-Regeln gefahren wird LMP1 und LMP2 als getrennte Klassen antreten; ansonsten wäre das Rennen als Test für Le Mans unbrauchbar und Peugeot und Aston Martin wären möglicherweise nicht angetreten. Für den Großteil der übrigen ALMS-Saison werden diese zu einer gemeinsamen LMP-Kategorie zusammengefasst und durch entsprechende Leistungs-, Gewichts- und Aerodynamik-Regulationen entsprechend angeglichen. Dass die ALMS das hinbekommen kann (besser als FIA und ACO bisher die Diesel-Frage lösen konnten), hat man bereits in vergangenen Jahren bewiesen, als die Penske-Porsche regelmäßig gegen die Audi R10 um Gesamtsiege gekämpft haben.

Und auf einer ähnlichen Frage liegt das Hauptaugenmerk dieses Wochenendes: wie hat der ACO den neuesten Versuch der Angleichung von Diesel- und Benziner-Prototypen hinbekommen? Man hat über den Winter neue Größen für die Luft-Restriktoren beider Motorvarianten, und für die Diesel zusätzlich noch ein höheres Gewicht und eine geringere Turboaufladung festgesetzt, sodass die Ottomotor-Fahrzeuge nun einen PS- und Gewichts-Vorteil gegenüber der selbstzündenden Konkurrenz haben. Ob das ausreicht, um beide auf ein Niveau zu bringen, wird sich möglicherweise in Sebring zeigen.

Die Vergleichsbasis ist dort aber leider sehr klein, denn die große Prototypen-Klasse wird nur aus fünf Fahrzeugen bestehen, da Audi leider aufgrund eines Peugeot-Protestes gegen deren Plan, mit einem Interims-Modell in die USA zu kommen, nicht antreten darf. Somit testet Audi seinen R15plus einsam an den Tagen nach dem Rennen und in der LMP1 bleiben für das echte Event nur Peugeot mit zwei überarbeiteten 908 (die damit auch in ihr viertes Jahr starten), Aston Martin mit einem ihrer Halb-Lola/Halb-Eigenbau-Modelle, Drayson Racing mit einem Lola B09/60 und das kleine Privatteam Autocon Motorsports mit einem Lola-AER, die aber wohl kaum konkurrenzfähig sein werden. Intersport Racing hat seine Einschreibung zurückgezogen, nachdem Jon Field bei den Tests einen verheerenden Unfall hatte, der vom Chassis nicht viel übrig ließ und den der Fahrer nur mit viel Glück völlig unverletzt überstand – in einer der schnelleren Passagen der Strecke war die hintere Radaufhängung des Lola gebrochen. Anstatt mit einem Ersatzchassis anzutreten, konzentriert sich das Team nun auf den Einsatz in der LMP Challenge-Klasse, in der man als zweites Standbein neben dem mäßig erfolgreichen P1-Einsatz ebenfalls einen Wagen einsetzt.

Peugeot hat die Fahrertrios Gené/Wurz/Davidson und Lamy/Bourdais/Minassian nach Sebring geschickt, Aston Martin entsendet den Deutschen Stefan Mücke und den Schweizer Harold Primat in die Neue Welt und reaktiviert Adrian Fernandez, der durch den teilweisen Rückzug von Acura – die beiden 2009 erfolgreichen Acura ARX-02 wurden eingestampft, man beschränkt sich nun auf ein weiterentwickeltes LMP2-Fahrzeug –  sein Cockpit verloren hat. Hinzu kommt Drayson Racing, die als dritten Mann neben Jonathan Cocker und Paul Drayson den frühverrenteten ehemaligen Audi-Star (fünf Le Mans-Siege) Emanuele Pirro zurückzuholen; das ist ebenfalls eine spannende Kombination, da gerade Cocker 2009 in Okayama (Pole, zwei schnellste Runden, P4 im zweiten Rennen) bewiesen hat, dass er durchaus ein schneller Fahrer ist und gut mit dem Prototypen umgehen kann und Pirro eine große Hilfe für das Team sein dürfte, was das Verstehen, Abstimmen und Weiterentwickeln des Fahrzeugs angeht. Außerdem tritt das Team des britischen Wissenschaftsministers im Zuge seiner Green Racing-Programmatik nun auch mit dem neuen Auto (Debüt war das Petit Le Mans 2009) mit zellulosischem E85, einem Biokraftstoff der zweiten Generation an.

Die ALMS hat außerdem – wie ich es bereits zu Beginn des Jahres gefordert (und gehofft) hatte – die Liste der erlaubten Kraftstoffe um einen weitere Biokraftstoff ergänzt: Isobutanol, eine Art des Biokraftstoffs Butanol. Während Ethanol nur 60% der Energie einer gleichen Menge Benzin liefert, erreicht Butanol immerhin 80%. Außerdem kann ein Fahrzeug zu 100% mit Butanol betankt werden, was bei Ethanol nicht möglich ist. Ein wichtiger Fortschritt also, entsprechend werden dem Kraftstoff große Zukunftschancen eingeräumt. Der Biosprit wird von Dyson Racing eingesetzt, die vom Produzenten dieses Kraftstoffs, BP gesponsert werden. Man fuhr bereits beim Petit Le Mans 2009 einen de facto-Klassensieg mit Butanol im Tank ein, damals jedoch noch außerhalb der offiziellen Wertung.

In der kleinen Prototypen-Klasse ist jeder Teilnehmer von vornherein auf dem Podium – denn es gibt leider nur drei. Diese sind aber auch alle drei mögliche Siegkandidaten. Neben dem bereits angesprochenen Dyson-Lola-Mazda (Dyson/Smith/Meyrick) sind dies der einzige verbleibende Acura mit der Fahrerkombination David Brabham, Simon Pagenaud und Marino Franchitti und der aus deutscher Sicht beachtenswerte Cytosport/Muskle Milk-Porsche RS Spyder mi Teambesitzer Greg Pickett und den beiden Deutschen Klaus Graf und Sascha Maaßen. Trotz der dünnen Besetzung könnte dieser Dreikampf überaus spannend werden, wenn die Teams es ohne größere technische Probleme über die Distanz kommen.

Am stärksten besetzt ist, wie bereits 2009, die GT2 – und zwar auch qualitativ hochklassig! Zu den Favoriten gehören hier die zwei Werks-Corvettes(Magnussen/O’Connell/Garcia und Beretta/Gavon/Collard), die beiden von Rahal/Letterman eingesetzten BMW M3 (Müller/Hand/Priaulx und Auberlen/Milner/Werner), der Flying Lizard-Porsche 911 mit Bergmeister/Long/Lieb am Steuer und der von Melo/Bruni/Kaffer pilotierte Risi-Ferrari 430. Risi und Flying Lizard setzen jeweils noch ein zweites Auto ein, die schätze ich aber von den Fahrerkombinationen (Krohn/Jonsson/van de Poele bzw. Law/Neiman/Lietz) tendentiell ein wenig schwächer ein.

Spannend wird es sein, zu sehen, wie sich die neuen Teams schlagen: Extreme Motorsports tritt mit zwei in Tequila Patron-Farben – die lassen 2010 wirklich einiges an Sponsorengeld n die ALMS fließen: offizieller Seriensponsor und fünf Autos in Sebring! – lackierten Ferrari 430 an (Sharp/van Overbeek/Farnbacher und Brown/Cosmo/Barbosa) und Jaguar wagt mit dem neuen XKRS den zweiten Renneinsatz (Gentilozzi/Goossens/Dalziel). Den Falken Tire-Porsche mit Sellers/Henzler/Pilet sollte man auch nicht unterschätzen, während der Robertson Racing-Ford GT (Robertson/Robertson/McMurry) wohl wie immer eher als hübsch anzusehender Feldfüller einzustufen ist. Der PTG Panoz Esperante mit Dominik Farnbacher, der 2009 an guten Tagen um die Podiumsplätze mitkämpfen konnte (zweimal Dritter, zweimal Vierter), ist leider nicht mehr dabei.

Einige klangvolle Namen sind auch in den Challenge-Klassen zu finden, sowohl unter den Teams als auch unter den Fahrern. In der Prototypen-Challenge sind das vor allem der letztjährige IndyLights-Champion J.R. Hildebrand und der Sebring-Sieger von 1992 und 1993 Andy Wallace, die zusammen mit Tom Sutherland für Genoa Racing antreten;  IndyCar-Fahrer Ryan Hunter-Reay teilt sich das Cockpit des Level 5 Motorsports-Oreca mit Scott Tucker und James Gue; das Schwesterauto steuern Christophe Bouchut, Le Mans-Sieger von 1993 und aktuell FIA-GT-Fahrer, Mark Wilkins und Scott Tucker, der somit einen Doppeleinsatz vor sich hat. Die Primetime Race Group, die bis letztes Jahr wenig erfolgreich eine GT2-Viper eingesetzt hat, versucht sich ebenfalls in der neuen Einheitsklasse, Fahrer sind Joel Feinberg und Kyle Marcelli. Für das Field-Familienteam Intersport steigen Pagerey/Wong/Ducote hinters Lenkrad und für das im Training sehr schnelle Green Earth Team Gunnar die drei unbekannten Piloten Zugel/Jeanette/Julian.

The Racer’s Group, kurz TRG, ist aus der NASCAR und den GrandAm-Serien bekannt und setzt nun auch in der ALMS-GT Challenge einen u.a. von Andy Lally pilotierten Porsche ein. Ein anderes GrandAm-Team, Alex Job Racing, die auch schon früher ein erfolgreiches GT-Team in der ALMS waren, kehrt gleich mit drei Fahrzeugen in der Challenge-Kategorie zurück. Luis Diaz, Leh Keen und Butch Leitzinger gehören hier zu den bekannteren Piloten, auch wenn im ersten Training das Fahrzeug mit Sweedler/Kapudjia/Lueders Klassenschnellster war. Sieben Fahrzeuge stellt die GTC insgesamt und füllt somit das Feld auf insgesamt 34 Fahrzeuge auf.

In den Nachmittags-Trainings am Donnerstag lagen die Peugeot vorn, knapp gefolgt vom Drayson-Team, einige Sekunden dahinter der Aston Martin. Im Nachttraining betrug der Vorsprung der Franzosen über 2,5 Sekunden auf den Aston Martin, über drei auf den Besten der LMP2, den Acura, und sogar über vier Sekunden auf den Drayson-Lola.  Nun weiß man natürlich nicht, wer seine schnellste Runde mit wie viel Sprit im Tank gefahren hat, aber es scheint so, als seien die überarbeiteten Diesel-Peugeots an diesem Wochen Ende doch wieder das Maß der Dinge. In der GT2 lagen in allen drei Trainings am Donnerstag jeweils beide BMW vorn, an der Klassenspitze lagen jeweils fünf bis sechs Teams innerhalb einer Sekunde.

Nach der ausführlichen Analyse des Starterfeldes noch kurz zur Rennstrecke: der Sebring International Raceway ist ein traditioneller Kurs auf einem ehemaligen Militärflughafen in Zentralflorida. Seit 1950 werden dort Rennen gefahren, ursprünglich auch auf den Rollbahnen, doch im Laufe der Zeit wurde die Rennstrecke immer wieder modifiziert. Die am längsten bestehende Variante (1952-1982) war mit 5,2 Meilen deutlich länger als die aktuelle, hatte dafür aber weniger Kurven, nämlich zwölf. Die heutige Streckenführung ist 3,7 Meilen, also knapp sechs Kilometer, lang, die Kurvenzählung kann variieren, je nachdem, wie viele der zahlreichen Knicke man einrechnet – offizielle gilt die Zahl 17.

Schnell ist die Strecke trotzdem, auf einen Rundenschnitt von knapp 126 Meilen pro Stunde kamen die Peugeot im Training. Auf dem irrsinnig schnellen MoSport Circuit liegt der Rundenrekord bei 138 mph, in Le Mans mit seinen langen Geraden sind es ca. 154 mph. Spektakulär sind vor allem die schnellen Turns am Anfang und am Ende der Runde, letztere ist unter dem Namen „Sunset Bend“ bekannt. Eine heftige Bodenwelle kurz nach der Mitte dieser 180°-Kehre versetzt den Fahrern hier gern mal das Auto und führt zu Drehern oder fehlendem Speed auf der Start/Ziel-Geraden. Das ist allerdings nicht die einzige Bodenwelle, die Rennstrecke, die zum Teil immer noch über die Betonplatten der alten Rollbahnen führt, ist allgemein in einem sehr schlechten Zustand und könnte eine Neuasphaltierung (zumindest der asphaltierten Abschnitte) dringend gebrauchen – auch wenn sie dann, ähnlich wie Daytona, zunächst ein wenig an Charakter einbüßen würde. Wie „bumpy“ und wieviel Flickwerk es ist, lässt sich gut aus diesem Onboard-Video ersehen:

Beim Peugeot mit der #08 musste am Donnerstag das Monococque ausgetauscht werden, da ein Riss gefunden wurde, für den als Ursache die Bodenwellen vermutet werden. Neben einer Neuasphaltierung (die irgendwann einmal kommen muss, wenn nicht dieses Jahr, dann in einigen Jahren) wäre in möglichst naher Zukunft auch ein allgemeines Sicherheitsupdate angebracht, wenn man bedenkt, dass etwa an der Stelle, an der Jon Field seinen schrecklichen Testunfall hatte, lediglich eine niedrige Leitplanke, aber kein Zaun oder sonstige Vorkehrungen zum Schutz von Fahrern oder Fans waren.

Zum Zeitplan: die Qualifikation findet heute um 01:50 pm Eastern Time, also 18:50 deutscher Zeit statt, aufgeteilt in zwei Sessions: zunächst bekommen die beiden GT-Klassen 25 Minuten Streckenzeit, nach einer kurzen Pause werden dann alle Prototypen um 19:20 Uhr für ebenfalls 25 Minuten auf die Strecke gelassen. Die gesamte Qualifikation gibt es 18:45 Uhr im offiziellen Livestream zu sehen. Das Rennen startet am Samstag um 15:30 Uhr deutscher Zeit und geht entsprechend bis 03:30 in der Nacht zum Sonntag. Da die Wettervorhersage ausgesprochen gut ist (sonnig, >20°C, o% Regenwahrscheinlichkeit), sollten wir dieses Mal auch wieder ein Rennen über die volle Distanz sehen, nachdem das letzte Endurance-Rennen der ALMS auf der Road Atlanta wegen des sintflutartigen Regens vorzeitig abgebrochen werden musste. MotorsTV überträgt von 15 Uhr an live, vermutlich mit einer deutschen und einer englischen Tonspur, auf der vermutlich/hoffentlich der Radio Le Mans-Kommentar übernommen wird. Wer gern bewegte Bilder sehen möchte, aber MotorsTV nicht abonniert hat, kann in der Zeit von 18-20 Uhr auf den erneut auf den SpeedTV-Stream zurückgreifen, der für diese zwei Stunden angeboten wird, in denen Speed das Rennen nicht im US-Fernsehen überträgt.

Und damit komme ich nun zum Rundum-sorglos-Paket mit all dem Rüstzeug, das man – im Optimalfall neben MotorsTV – für ein solches Ausdauer-Rennen braucht:

Den Motorsport-Fans, die nicht über MotorsTV verfügen, sei – wie immer – Radio Le Mans empfohlen. Im Zusammenspiel mit dem Live Timing und kann man das Rennen dann auch ohne Bilder genießen. Ein Verfolgen der entsprechenden Twitter-Accounts macht das Ganze noch einmal informativer, neben dem offiziellen @almsnotes und dem stets gut aufgelegten Team von Radio Le Mans‘ Midweek Motorsports twittern auch eine ganze Reihe von Teams und Fahrern; hier eine Übersicht, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt (falls jemand noch auf weitere stößt, könnt ihr die gern in den Kommentaren ergänzen):

LMP1:

LMP2:

GT2:

LMPC:

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