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November 16 2013

19:29

Super Formula: Yamamoto gewinnt Titel im Suzuka-Thriller

Besser hätte es nicht einmal Hitchcock schreiben können: Das Finale der japanischen Super Formula in Suzuka bot alles an Dramatik, was sich der geneigte Motorsport-Fan nur hätte wünschen können: Regen, viele Zweikämpfe und eine Titelentscheidung, die bis zur letzten Sekunde spannend war. Am Ende gelang Naoki Yamamoto die Sensation: Er gewann die Meisterschaft in Japans höchster Formel-Serie.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto ChampionAnders als bei seinem Suzuka-Triumph in der Super GT im August dieses Jahres flossen Naoki Yamamoto vergangenen Sonntag nicht die Freudentränen unkontrolliert über die Wangen. Mussten sie aber auch nicht, denn auch so war sofort jedem klar, wie sehr er sich über den bislang größten Erfolg seiner noch jungen Karriere freute. Dem erst 25-jährigen Japaner gelang vergangenen Sonntag die Sensation: er ist der neue Super-Formula-Champion. Die Prämisse zum Showdown auf dem legendären Suzuka Circuit war spannend und ungewohnt zugleich: Weil Tabellenführer André Lotterer aufgrund einer Terminüberschneidung mit der WEC in China nicht in Suzuka starten konnte, kämpfte Naoki Yamamoto quasi in einer Art Fernduell gegen den 13 Punkte betragenen Vorsprung des Deutschen.

Hierfür hatte der Rookie des Jahres 2010 gleich zwei Sprintrennen über jeweils 20 sowie 28 Runden Zeit. Den ersten immens wichtigen Schritt ging Yamamoto allerdings bereits am Samstag. In der wichtigen Qualifikation sicherte er sich mit einem neuen Rundenrekord die Pole-Position für beide Läufe, was ihm jeweils einen Bonuspunkt einbrachte. Damit schrumpfte der Vorsprung Lotterers auf elf Zähler. Aufgrund des wie auch bereits in den vergangenen beiden Jahren veränderten Rennformats fürs Finale, wurden die erreichbaren Punkte selbstredend halbiert. Um den Sieg jedoch etwas stärker zu belohnen, gab es für jenen drei Bonuspunkte, womit der jeweilige Sieger ganze acht Zähler erhielt. Die beiden Pole-Positions im Sack musste Naoki Yamamoto in den beiden Läufen somit mindestens einmal gewinnen sowie den dritten Platz erreichen. Und genau dies tat der Mugen-Pilot auch: Im strömenden Regen gewann er Lauf Eins; im packenden Herzschlagfinale des zweiten Laufes erzielte er den Bronzerang. Damit zog er zwar Punktgleich (37 Zähler) mit André Lotterer, gewann gemäß des Reglements jedoch die Meisterschaft.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Team MugenDer Hintergrund: Anders als in europäischen oder amerikanischen Rennserien wie beispielsweise der Formel Eins, IndyCar oder WTCC, zählt in der Super Formula bei Punktgleichstand nicht die Anzahl der errungenen Siege. Dies ist ein Punkt, den ich in meiner Vorschau zunächst unterschlagen hatte, mich im Laufe des Rennwochenendes jedoch wieder erinnerte. Stattdessen zählt in solch einer „Tie-Breaker-Situation“ die höchste Anzahl an errungenen Punkten an einem Rennwochenende. Dies umschließt selbstredend auch den Bonuspunkt für die Pole-Position. Weil das Finale, trotz der Aufteilung in zwei Sprintläufe, in der Akkumulation als ein einziges Rennen zählt (offiziell als Round 7), ist die maximale Punkteausbeutung für einen Fahrer (18 Punkte), im Vergleich zu den anderen Meisterschaftsläufen (maximal 11 Punkte inklusive Bonuspunkt für die Pole-Position), deutlich höher. Im Direktvergleich schlug Naoki Yamamoto mit seinen 13 erzielten Zählern somit André Lotterer, dessen Maximalausbeute vom dritten Saisonrennen auf dem Fuji Speedway lediglich elf Punkte betrug. Entsprechend enttäuscht dürfte der extra aus China angeflogene Lotterer (das WEC-Rennen fand bereits am Samstag statt) gewesen sein, schließlich verlor er bereits 2004 im Tie-Breaker gegen den Nordiren Richard Lyons die Meisterschaft. Damals allerdings noch unter einem anderen RegleSuper Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Celebrationment.

André Lotterer fuhr mit gleich zwei Siegen in Autopolis sowie Fuji eine starke Saison. Konstant schnell und nahezu fehlerlos nagte lediglich die nicht ganz so starke Qualifying-Performance an seinem Gesamtbild. Ein Umstand, der sich durch das komplette Petronas Team Tom’s zog, schließlich musste auch Kazuki Nakajima in den Qualifikationen Federn lassen, was ihm im Sportsland Sugo auch letztlich aus dem Titelkampf eliminierte. Nichtsdestotrotz darf André Lotterer als der „kompletteste“ Fahrer der gesamten Saison bezeichnet werden. Dass es am Ende nicht ganz zum Titel reichte war wohl auch seiner zweimaligen Nichtteilnahme geschuldet. Denn bereits zum Saisonstart musste Ersatzmann (und Super-GT-Pilot an der Seite von Kazuki Nakajima) James Rossiter für den durch sein WEC-Engagement verhinderten Audi-Werksfahrer ins Cockpit steigen. Ähnlich erging es auch Loic Duval, der beide Male von Andrea Caldarelli ersetzt wurde, und mathematisch ebenfalls noch Chancen auf den Titel gehabt hätte. So aber blieb Naoki Yamamoto der einzig verbliebende Fahrer im Titelrennen. 13 Punkte Rückstand, zwei Sprintläufe und viel Drama. Das Super-Formula-Saisonfinale erinnerte an jenes der Formel Eins 2008, und übertraf an Spannung sogar jenes aus dem vergangenen Jahr sowie der Debütsaison der einst Formula Nippon genannten Rennserie im Jahr 1996. Damals eroberte Ralf Schumacher im strömenden Regen am Fuji Speedway die Krone des japanischen Formel-Sports, obwohl er aufgrund eines Unfalls ausfiel. Doch Schumacher behielt Glück im Unglück: Kazuyoshi Hoshino schied in Führung liegend aufgrund eines technischen Defekts aus; Schumachers Teamkollege Naoki Hattori erlaubte sich im Zweikampf einen immensen Fehler – und beendete seine Titelträume im Kies. Ein bisschen Glück hatte Naoki Yamamoto am vergangenen Wochenende ebenfalls. Doch auch dieses gewisse Quäntchen Fortüne zählt bekanntlich zum Sport dazu.

 

Rennen 1

Super Formula Suzuka 2013 Race 1 StartAus der vor dem Rennwochenende ausgesprochenen Wetterprognose von lediglich vereinzelt kleineren Regenschauern zum ersten Sprintrennen, wurde am Samstagabend eine 90%ige Wahrscheinlichkeit auf zumindest einen nassen Lauf. Und pünktlich wie der japanische Eisenbahnverkehr goss es fünf Minuten vor Rennbeginn strömend auf den Suzuka Circuit hinunter. Bei Bedingungen in denen die Formel Eins wohl den Start komplett verzögern würde, verzichtete die Super Formula sogar auf einen etwaigen Safety-Car-Start. Naoki Yamamoto kam am besten vom Fleck und holte einige Meter Vorsprung vor Takashi Kogure heraus, der seinen Teamkollegen Daisuke Nakajima überholte. Dahinter krachte es: Ausgehend einer kleinen Berührung mit Tsugio Matsuda rutschte Yuji Kunimoto auf das Gras an der Innenseite von Kurve Eins. Dort verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und rutschte dabei kollidierend mit Kazuki Nakajima auf die Strecke zurück. Dies löste eine Kettenreaktion im hinteren Feld aus, wo Andrea Caldarelli mit Koudai Tsukakoshi zusammenprallte. Für alle vier Fahrer war das Rennen damit in der ersten Kurve beendet. Da die Streckenposten die Wracks schnell bargen, konnte das Rennen ohne eine Safety-Car-Unterbrechung fortgesetzt werden.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa Ryo Hirakawa

Noch in der ersten Runde fuhr Naoki Yamamoto einen kleinen Vorsprung auf Takashi Kogure heraus, verlor beim Anbremsen auf die letzte Schikane vor Start/Ziel jedoch die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mugen-Pilot verhinderte zwar einen Dreher, musste allerdings Kogure ziehen lassen. Letzterer hatte aber erneut das Pech an seinen Sohlen kleben und steuerte bereits eine Runde später die Box aufgrund eines technischen Defekts an der Benzinversorgung an. Damit war der Weg für Naoki Yamamoto offen. Die Schrecksekunde aus der ersten Runde verdaut legte der junge Japaner ein Mordstempo vor. Mit einer schnellen Runde nach der anderen vergrößerte er seinen Vorsprung auf Daisuke Nakjima sowie Joao Paulo de Oliveira nach zehn Runden auf bereits 7,4 Sekunden. Derweil werkelten die Mechaniker bei Nakajima Racing am Boliden von Takashi Kogure, der im neunten Umlauf nicht nur das Rennen erneut aufnahm, drei Runden später sogar die bis dahin schnellste Runde in den Asphalt brannte. Ohne den technischen Defekt wäre es somit wohl zu einem hitzigen Duell zwischen ihm und Naoki Yamamoto gekommen. Während Yamamoto an der Spitze zur Halbzeit etwas an Fahrt herausnahm, kämpfte sich im Hintergrund dessen Teamkollege Takuma Sato durchs Feld. Etwas unbeobachtet von den Kameras büßte der IndyCar-Pilot am Start gleich mehrere Positionen ein, erkämpfte sich am Ende jedoch einen respektablen neunten Platz.

Super Formula Suzuka 2013 Ryo HirakawaEin wahres Feuerwerk feuerte Rookie Ryo Hirakawa ab. Von Startplatz Elf aus kommend schwamm das junge Talent mit seinem gelben Boliden über den Suzuka Circuit auf den sechsten Rang. Höhepunkt dieser Glanzfahrt dürfte unweigerlich das mehrere Runden andauernde Duell gegen Takuya Izawa gewesen sein. Der Vize-Champ von 2012 griff tief in die Trickkiste, um sich vor Hirakawa zu halten. In der zwölften Runde zog Ryo Hirakawa zwar mit Hilfe des Overtake-Buttons in der Löffelkuve an Izawa vorbei, überschoss jene jedoch. Da allerdings auch Izawa leicht ins Aus rutschte, nutzte Hirakawa die Gelegenheit und beschleunigte den Dandelion-Fahrer neben der Strecke aus. Die Rennleitung hatte nichts zu bemängeln, weshalb Hirakawa die Position behalten durfte. Er setzte sich nicht nur gleich mehrere Sekunden von seinem Kontrahenten ab, in Runde 17 fuhr er mit 1:54.078 zudem die schnellste Zeit des Rennens. Damit unterstrich Ryo Hirakawa erneut sein Talent. Für Takuya Izawa ging es hingegen weiter nach hinten. Profitierend von dem Zweikampf schlossen James Rossiter sowie Hironobu Yasuda auf, die ebenfalls am mit seinem Wagen sowie den Bedingungen kämpfenden Izawa vorbei gingen – am Ende wurde er enttäuschender Zehnter.Super Formula Suzuka 2013 Race 1 Podium

Nach 20 Runden gab es auf dem Podium gleich zwei Premieren zu feiern: Zum einen gewann Naoki Yamamoto sein allererstes Super-Formula-Rennen, zum anderen bejubelte Daisuke Nakajima mit Rang Zwei seine erste Podiumsplatzierung. Der Bronzerang ging an Joao Paulo de Oliveira, der hinterher von einem sehr instabilen Wagen sprach. Bereits vor der Ausfahrt aufs Grid ließ Naoki Yamamoto eine kleine Setup-Änderung vornehmen, die sich rückblickend betrachtend als goldrichtig herausstellte.

November 11 2013

07:13

WEC: Analyse 6H Shanghai 2013 – Toyota macht Druck

Toyota überraschte, Audi zitterte, es brannte bei Labre und in der GTE Pro gewann der Sieger mit weniger als eine Sekunde Vorsprung. Doch die größten Gewinner der WEC kamen nur auf Platz 3.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232Audi hatte vor dem Start in Shanghai Zweifel, was den Sieg anging, denn die Strecke passt dem R18 nicht so gut. Zum einen hat sie etliche sehr langsame Ecken und da Audi sein Hybrid-System erst ab 120 km/h nutzen darf, hatte Toyota schon mal einen Vorsprung. Zum anderen machte man sich um die Reifen Sorgen. Der R18 verbraucht die Michelin-Reifen etwas schneller als der TS030, also muss man sie häufiger wechseln, was wiederum 25 Sekunden mehr Zeit an der Box kostet. Das es schwierig werden würde, war den Ingolstädtern also vorher klar, überrascht war man aber doch, wie schnell die Toyota waren.

Dabei hatte Toyota den Start in Shanghai gar nicht geplant. Aber weil das Rennen in Fuji buchstäblich ins Wasser gefallen war und man sehen wollte, wo man mit den Entwicklungen nun steht, entschloss man sich kurzfristig für den Einsatz in China und hat vorsichtshalber auch gleich Bahrain noch mit auf die Startliste geschrieben.

In der Quali zeigten die Japaner schon mal, dass sie in Sachen Speed den Audi Paroli bieten konnten. Die Startaufstellung war hübsch durchgemischt, mit der #7 (Wurz/Lapierre) vor dem Audi mit der #1 (Lotterer/Treluyer/Fässler), dem zweiten Toyota #8 (Davidson/Buemi/Sarrazin) und der #2 von Audi mit McNish/Duval/Kristensen. Für letztere war die Ausgangssituation im Rennen komplett anders. Sie mussten den vierten Platz belegen, um sich den Weltmeistertitel zu sichern.

Dementsprechend ging es vorne auch los. Die #2 hielt sich aus allem raus, während die #8 in Führung ging und sich relativ leicht vom Audi mit #2 absetzte. Der musste nach ein paar Runden auch noch den zweiten Toyota passieren lassen und verlor an Boden.

Wer gedacht hatte, das Toyota hier nur ein Feuerwerk abbrennt, sah sich im Verlauf des Rennens, das ohne Unterbrechung blieb, getäuscht. Es zeigte sich, dass die Toyota das Tempo halten konnten und konsequent schneller waren als die Audi. Tatsächlich nahm man nach knapp zwei Stunden sogar etwas Speed raus, denn zu diesem Zeitpunkt hatte man die Audi kurz vor einer Überrundung. Dabei konnten die Toyota auf zwei Ebenen überraschen. Zum einen war man auf der Strecke schneller, zum anderen blieb man in der gleichen Stoppsequenz wie die Audi und man hat es geschafft, den Stopp genauso lang zu gestalten wie die Audi. Der Vorteil der Toyota lag nicht mal darin, dass sie die Michelin nur bei jedem zweiten Stopp wechseln konnten. Das ging aufgrund des sehr rauen Asphalt in China nicht. Toyota fuhr den großen Vorsprung also nur raus, weil man tatsächlich schneller war.

Doch das Glück war Audi mal wieder hold. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens brach beim führenden Toyota mit #8 ein Teil der vorderen rechten Aufhängung, womit das Rennen beendet war. Die #7 stolperte über zwei schlechte Reifensätze. Nach vier Stunden musste Lapierre wegen eines schleichenden Plattfuss kurz nach seinem Stopp wieder an die Box. Beim letzten Stopp erwischte Alex Wurz einen nicht passenden Satz und er verlor sukzessive Zeit auf den drängelnden Fässler, der ihn dann 30 Minuten vor Schluss überholen konnte und dem Toyota auch noch 15 Sekunden in den letzten Runden abnahm. Die Enttäuschung bei Toyota war sichtlich groß, auf der anderen Seite hat man zum ersten Mal in diesem Jahr gezeigt, dass man schneller als der R18 war.

Am Ende jubelte also wieder Audi. Der Sieg war hart erkämpft und dementsprechend verdient. Noch ausgelassener feierten Alan McNish, Tom Kristensen und Loic Duval, die sich mit dem dritten Platz die Fahrer-WM sichern konnten. Es ist der erste WM-Titel für alle drei Fahrer und vor allem Kristensen und McNish haben sich diesen mehr als verdient. Schön, dass die „Alt-Herren-Riege“ gegen Ende ihrer Karriere noch mal einen solchen Titel holen konnte.

LMP2

In der kleinen Prototypklasse gab es eine erneute Auflage des Zweikampfes zwischen dem G-Drive Oreca und beiden OAK Wagen. Dieses Mal konnten sich die Dauersieger Rusinov/Martin/Conway aber nicht wie sonst mit ihrem G-Drive an die Spitze setzen und diese bis zum Ende halten. Der Oreca lief dieses Mal nicht so gut, stattdessen sah man sich durch den OAK mit Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle an der Spitze unter Druck gesetzt. Immer in Schlagdistanz blieben Baguette/Gonzales/Plowman im zweiten OAK.

Es entwickelte sich ein zumindest auf dem Timingscreen spannendes Rennen, dass man allerdings in den TV-Bildern nur selten gezeigt bekam. Nach vier Stunden hatten sich Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle gerade mal 17 Sekunden Vorsprung vor Rusinov/Martin/Conway herausgefahren. Die Entscheidung fiel dann im Verkehr und an der Box. Der G-Drive hatte am Ende etwas bessere Rundenzeiten und die etwas bessere Strategie, sodass man sich in der letzten Stunde dann absetzen und den Sieg für sich beanspruchen konnte. Auf P3 landete der zweite OAK mit Baguette/Gonzales/Plowman.

Der Rest des Feldes hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Die Pecom-Mannschaft fiel nach vier Stunden Rennzeit aus, was für lange Gesichter sorgte. Aber bei Pecom war die Stimmung am Wochenende eh nicht gut, nachdem das Team bekannt gegeben hatte, dass man 2014 auf die WEC verzichten muss. Zum einen sind es die Kosten, zum anderen hat Teambesitzer Luis Perez Companc die USCC als möglichen Ersatz im Auge.

Bei Greaves lief es mal wieder schleppend, während die Lotus doch etwas überraschend langsam waren. Hatte das Team zumindest in Austin noch eine ansteigende Form gezeigt, fiel man in China wieder weit zurück. Ein Wagen fiel nach der Hälfte des Rennens aus, der andere hatte am Schluss fünf Runden Rückstand.

In der Fahrer-WM sieht es nach einem Sieg für Baguette/Plowman/Gonzales aus, die 15 Punkte Vorsprung auf Pla/Heinermeier-Hanson/Brundle haben. Allerdings darf man sich beim letzten Rennen in Bahrain keinen Ausfall erlauben bzw. man muss auf P3 kommen, sollten die Teamkollegen das Rennen gewinnen. Die G-Drive Mannschaft Rusinov/Martin/Conway liegt 22,5 Punkte zurück. Da müssten beide OAK schon aufallen und sie das Rennen gewinnen, um die Meisterschaft noch zu holen. Schuld daran ist der Ausfall beim Rennen in Le Mans, der das Team viele Punkte gekostet hat.

GTE Pro

Und weiter ging es mit der Auseinandersetzung zwischen Ferrari und Aston Martin mit gelegentlicher Beteiligung von Porsche. Das Manthey-Team kämpfte in Shanghai mit dem Asphalt. Die Reifen des neuen 991 RSR waren so schnell hinüber, dass man nicht mal die geplante Stintlänge durchhalten konnte. Das warf die Manthey-Truppe zu Beginn dann etwas zurück, aber man hielt zumindest Kontakt zur Spitze.

Dort hatte sich zunächst der AF Corse Ferrari mit Kobayashi/Vilander die Spitze gesichert, aber denkbar knapp vor dem Aston Martin mit Turner/Mücke am Steuer. Dahinter folgten Fisichella/Bruni vor dem nächsten Aston mit Senna/Lamy/Stanaway. Erst danach folgten die Porsche mit den genannten Problemen.

Im Verlauf des Rennens änderte sich das Bild und die Aston schoben sich mehr und mehr nach vorne. Grund dafür war mal wieder auch der verkleinerte Tank der Ferrari, die in Sachen Stintlänge nicht so ganz mithalten konnten. Das spülte dann die Aston nach vorne, die sich im Verlauf der letzten Stunde ein packendes Duell um den Sieg lieferten. Im letzten Stint lagen Stefan Mücke und Bruno Senna innerhalb von einer Sekunde und dieser Abstand blieb auch bis zum Zieldurchlauf bestehen.

Schlechter lief es am Ende für beide AF Corse. Die Ferrari verloren bei kühler werdender Strecke immer mehr an Grip und sahen sich durch den Porsche mit Bergmeister/Pilet am Steuer unter Druck gesetzt. In einem sehenswerten Zweikampf bügelte die Porsche-Mannschaft dann die Ferrari nieder. Die kämpften allerdings wirklich mit stumpfen Waffen, da ihnen jeglicher Grip fehlte.

GTE Am

Der „Dänenbomber“ mit Nygaard/Poulsen/Thiim sah mal wieder wie der sichere Sieger aus, doch nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens war dann plötzlich Feierabend. Die Elektronik streikte und Thiim musste den Wagen mitten auf der Strecke abstellen. Damit rutschte der Porsche mit Narac/Vernay/Paltalla an die ersten Stelle, der sich allerdings nicht vom 8Star Ferrari mit Potolicchio/Agus/Rigon absetzen konnten. Im Gegensatz zu den AF Corse in der Pro-Kategorie wurde der 8Star Ferrari aber im Verlaufe des Rennen besser. Die IMSA-Mannschaft kämpfte zudem mit kleineren technischen Problemen, sodass sich der Ferrari am Ende den Sieg holen konnte.

Doch die Glückspilze des Rennen kamen aus dem Labre-Team. Beim letzten Boxenstopp, ca. 50 Minuten vor Ende des Rennens, entzündete sich plötzlich die gesamte (!) Tankanlage. Ein sehr dramatisches Bild zeugt davon, wie groß das Feuer war. Im Fernsehen sah man davon nur das Ende, da hatten alle benachbarten Teams (Lotus, Aston, Porsche und andere) schon die Feuerlöscher gezückt und das Feuer erstickt. Die im Bild zu sehenden Mechaniker sind alle ok, niemand hat Verbrennungen oder Rauchvergiftungen erlitten, laut der FIA konnten alle untersuchten Teammitglieder das Streckenhospital nach einem kurzen Check wieder verlassen. Das zeigt auch, wie gut die feuerfesten Anzüge geworden sind. Und wie wichtig es ist, dass in einer Boxengasse alle einen tragen müssen.

Es war jetzt kein wirklich umwerfendes Rennen der WEC, aber es war aus strategischer Sicht durchaus spannend zu betrachten. Das letzte Rennen der Saison und damit auch der „alten“ LMP1 findet am 30.11. in Bahrain statt.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-401 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-399 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-308 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-297 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-258 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-176 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-159 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-100 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-092 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232

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November 08 2013

22:48

Super Formula: Vorschau Round 7 Suzuka

Das Saisonfinale der Super Formula ist ein ungewöhnliches Fernduell: Während Tabellenführer André Lotterer für Audi in der WEC in Shanghai antritt, versucht der verbleibende Titelkandidat Naoki Yamamoto, ihm in Suzuka die Meisterschaft streitig zu machen.

Super Formula Suzuka 2013 GridSolch eine Ausgangslage hatte sich der zweifache Le-Mans-Sieger André Lotterer wohl zu Beginn des Jahres nicht ausgerechnet: Obwohl er aufgrund seines Engagements bei Audi in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nicht am Saisonauftakt wie auch am Finale in Suzuka teilnehmen konnte, führt er mit insgesamt 37 Punkten unangefochten die Meisterschaft an. „Für mich heißt es einfach nur, viele Punkte zu sammeln“, erklärte er nach seinem Sieg Anfang Juni in Autopolis. Und dies tat der Duisburger auch: Neben dem Sieg in Kyūshū gewann er auch auf dem Fuji Speedway; in Motegi sowie im Sportsland Sugo eroberte er jeweils den zweiten Rang. Von den Patzern der direkten Konkurrenz profitierend ist Lotterer 2013 somit nicht nur der schnellste Pilot, sondern vor allem auch der konstanteste gewesen.

Zu viele Fehler erlaubten sich seine Rivalen. So gewann der letztjährige Vize-Champion Takuya Izawa zwar den Auftakt in Suzuka, schrieb im weiteren Saisonverlauf allerdings gleich drei Nullrunden – allesamt ausgelöst durch eigene Fehler oder unglückliche Kollisionen wie zuletzt in Sugo mit Takashi Kogure. Nicht besser verlief es für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima, der lediglich in Motegi obsiegte und ansonsten mit zwei Nullrunden sowie einem fünften Platz zum Auftakt und einem schwachen achten Rang am Fuße des Fuji enttäuschte. Es war nicht unbedingt sein Jahr, auch wenn es mit gleich zwei Erfolgen in der Super GT deutlich besser für den ehemaligen Formel-1-Piloten lief. Ähnlich holprig war es für Joao Paulo de Oliveira. Der Champion von 2010 wurde vor der Saison zurecht als heißer Titelkandidat gehandelt, schaffte es in diesem Jahr bislang allerdings noch nicht aufs Podest. Ähnlich Nakajima wurden die Titelhoffnungen des Brasilianers endgültig begraben, als er aufgrund eines glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Unfalls mit Rookie Ryo Hirakawa ausfiel.

Super Formula Sugo 2013 Loic Duval Andre LottererÜberhaupt dürfte das vergangene Rennen im Sportsland Sugo zu einem der besten, wenn nicht sogar zu dem besten in Japans höchster Formel-Serie gekürt werden. Zerfleddert durch vier Safety-Car-Phasen duellierten sich die beiden Audi-Kollegen André Lotterer und Loic Duval, der in diesem Jahr erstmals die 24 Stunden von Le Mans gewann, bis zur letzten Sekunde. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,041 Sekunden – das knappste Finish der Super Formula. Für Duval (Champion 2009) war es der erste Sieg seit 2010, für Team LeMans sogar der Erste seit 2003. Wie auch Lotterer ist der Franzose an diesem Woche im Dienste von Audi in China unterwegs, weshalb er trotz sieben Punkten Rückstand nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen kann. Ersetzt wird er wie schon zum Saisonauftakt vom Italiener Andrea Caldarelli; bei Petronas Tom’s steigt James Rossiter ins Cockpit. Der Brite ersetzte Lotterer bereits zum Saisonstart und ist ansonsten mit Kazuki Nakajima für Petronas Tom’s in der Super GT unterwegs. Rossiters Hauptaufgabe wird es sein, so viele Punkte wie möglich für die Team-Wertung zu ergattern. In dieser führt Petronas Tom’s (51 Punkte) nämlich mit 15 Zählern vor Kygnus Sunoco LeMans (36 Punkte). Entsprechend hoch dürfte demnach auch der Druck auf Ryo Hirakawa und Andrea Caldarelli sein.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die bereits im Frühjahr dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer Acht sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt zu Ehren des 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin und natürlich die schnelle 130R entzücken Fans und Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus

September 28 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 6 Sugo

Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause begibt sich die Super Formula an diesem Wochenende im Sportsland Sugo in ihre vorletzte Saisonstation. André Lotterer kann am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft gewinnen; Takuma Sato steigt in das zweite Cockpit bei Mugen.

Super Formula Sugo 2012 StartDas Unmögliche möglich machen. Vor dem Saisonstart hatte eigentlich keiner so richtig daran geglaubt, dass André Lotterer zwei Rennen vor Saisonschluss der Hauptanwärter auf den Titel sein würde. Selbst Lotterer gab sich zu Beginn des Jahres eher vorsichtig, sprach lediglich davon so viele Punkte wie möglich sammeln zu wollen. Der Hintergrund: Wie auch Loic Duval konnte der deutsche Audi-Werksfahrer aufgrund seines WEC-Engagements nicht am Saisonstart teilnehmen. Da sich auch das Super-Formula-Finale in Suzuka mit dem China-Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft überschneidet, werden sowohl Lotterer wie auch Duval nicht in Suzuka antreten. Weil der Saisonabschluss in diesem Jahr erneut in zwei Sprintrennen aufgeteilt ist, entgehen ihnen somit 18 mögliche Punkte – jeweils 8 für den Rennsieg + jeweils ein weiterer Punkt für die Pole-Positionen.Super Formula Fuji 2013 Andre Lotterer Kazuki Nakajima

Der zweite Titelgewinn für Lotterer nach 2011 (damals noch unter dem Namen Formula Nippon) scheint somit denkbar schwer, gar unmöglich. Gleich zu seinem persönlichen Saisonstart beim zweiten Rennen in Autopolis bewies der Duisburger allerdings erneut seine Klasse, als er neben der Pole-Position auch den Rennsieg einfuhr. Das Unmögliche möglich machen. Dies erscheint nach der Absage des Rennens in Inje (Korea) für den zweifachen Le-Mans-Sieger in noch weitere Ferne gerückt zu sein, schließlich entgingen ihm so etwaige Punkte, mit denen er sich weiter von der direkten Konkurrenz hätte absetzen können. Diese stellte sich im bisherigen Saisonverlauf häufiger selbst das Bein, weshalb zum sowieso sehr konstanten Speed Lotterers auch noch das gewisse Quäntchen Glück hinzukam. Der Deutsche führt in der Meisterschaft derzeit mit 29 Punkten vor Loic Duval (20 Punkte), der aufgrund des Audi-Engagements chancenlos auf den Titel ist. Der erste direkte Konkurrent ist Naoki Yamamoto mit 18 Zählern. Zwar schaffte der Mugen-Pilot bislang noch nicht den Schritt in die Mitte des Podests, beendete dafür aber alle Rennen in den Punkten. Die erste Enttäuschung geschah zuletzt auf dem Twin Ring Motegi, als Yamamoto in eine Kollision mit Takuya Izawa verwickelt war und lediglich einen Zähler mit nach Hause nahm. Letzterer schien nach seinem Sieg beim Auftakt in Suzuka als einer der Hauptanwärter auf den Titel. So wirklich hold wollte das Glück mit dem letztjährigen Vize-Champion allerdings nicht sein. In Autopolis blieb er nach einer Kollision wie auch in Motegi punktlos; in Fuji erreichte er lediglich einen etwas enttäuschenden fünften Rang. Dementsprechend findet sich Izawa nur auf dem sechsten Tabellenplatz (15 Punkte) mit 14 Zählern Rückstand auf Lotterer wieder.

Ebenfalls enttäuschend verlief die bisherige Saison für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima. In Suzuka kam er mit Platz Fünf nicht so wirklich in Schwung. In Autopolis blieb er nach der Kollision mit Takashi Kogure sowie Takuya Izawa punktlos; in Fuji staubte er lediglich ein mageres Pünktchen ab. Erst auf dem Twin Ring Motegi bewies Nakajima seine alten Qualitäten und sicherte sich neben der Pole-Position auch seinen ersten Saisonsieg. Dank dem Pech der direkten Konkurrenz (Ausfall Izawa, Joao Paulo de Oliveira kam nicht in Fahrt, Defekthexe schlug erneut bei Tsugio Matsuda zu) katapultierte dieser Triumph ihn auf den dritten Tabellenrang (16 Punkte), punktgleich mit dem Brasilianer Joao Paulo de Oliveira. Mathematisch gesehen haben noch ganze acht Fahrer eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet darf vor Sugo aber wohl der „Cut“ nach Takuya Izawa, mitunter auch erst nach Tsugio Matsuda (Platz Sieben, 12 Punkte) gemacht werden. Letzterer müsste bei einem möglichen Sieg in Sugo auf das Pech der Anderen hoffen, um sich in eine entsprechende Position für das Saisonfinale zu manövrieren.

Super Formula Suzuka 2013 Takuya IzawaDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737 km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt zwölf Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht in den Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchsvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet. Das Sportsland Sugo lässt sich somit als eine „typisch japanische“ Rennstrecke bezeichnen. Wunderschön in die Natur eingebettet, mit vielen schwungvollen Kurven sowie Steigungen.

Im folgendem eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima mit dem Mugen CR-Z GT aus der GT300-Klasse der Super GT vom letzten Jahr, da es leider kein entsprechendes Super-Formula-On-Board-Material gibt:

Im letzten Jahr reüssierte Takuya Izawa im strömenden Regen vor Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi wechselte zu Beginn des Jahres zurück zu seinem alten Team HP Real Racing, für das er auch in der Super GT antritt. Seine Chancen auf eine Wiederholung des Podiums sind, zumindest im trockenen, deshalb eher gering. Zwar holt Tsukakoshi das Maximum aus dem Wagen heraus. Die Mittel von HP Real Racing sind jedoch deutlich limitierter als jene von Petronas Team Tom’s, Lenovo Team Impul oder Docomo Team Dandelion Racing, weshalb der 26-jährige Japaner maximal um die letzten Punkteränge kämpfen kann. Anders als im vergangenen Jahr soll sich die Region um Sendai laut der aktuellen Wetterberichte an diesem Wochenende für die Jahreszeit ungewöhnlich warm präsentieren. Bei rund 24 Grad besteht lediglich eine geringe Chance auf vereinzelte, isolierte Regenschauer. Dass dies nicht viel zu bedeuten hat, musste unter anderem die Super GT im Juli dieses Jahres erfahren, als sich die Wetterfront zum Rennende schlagartig änderte und füSuper Formula Autopolis 2013 Joao Paulo de Oliveirar ein wenig Chaos auf der Strecke sorgte.

Das Hauptaugenmerk wird selbstredend auf der Zuspitzung des Titelkampfes liegen. Wird André Lotterer das Unmögliche möglich machen und sich zum zweiten Mal vorzeitig die Super-Formula-Krone aufsetzen? Neben einem Sieg (am besten auch noch mit dem Bonuspunkt für Pole-Position) benötigt der Duisburger das entsprechende Quäntchen Glück und Patzer der Konkurrenz. Versimpelt ausgedrückt benötigt Lotterer mindestens 19 Punkte Vorsprung nach dem Rennen in Sugo auf seine Kontrahenten. Dann wäre er trotz Nicht-Teilnahme am Finale in Suzuka uneinholbar. An dieser Stelle könnten nun mehrere Szenarien durchgerechnet werden, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Selbst wenn Lotterer nicht die benötigen 19 Punkte herausfahren würde (bei 18 Punkten könnte es noch zum Punktgleichstand in Suzuka kommen, wodurch der Direktvergleich bei den Anzahl der Siegen, zweiten Plätzen usw. herangezogen würde), müssen die anderen Fahrer auf den entsprechenden Positionen beim Finale ins Ziel kommen. Mit anderen Worten: Trotz der Nicht-Teilnahme in Suzuka kann André Lotterer am 10. November zum neuen Super-Formula-Meister und somit dem ersten Champion unter dem neuen Seriennamen gekürt werden. Ob dies im Sinne der JRP ist, einen Champion zu küren der nicht vor Ort ist, sei mal dahingestellt. Subjektiv gesehen hätte es Lotterer auf jeden Fall verdient, schließlich ist er dieses Jahr der wohl kompletteste und vor allem auch konstanteste Pilot im Feld. Persönlich gesehen hoffe ich, dass die Meisterschaftsentscheidung nach Suzuka vertagt wird, einfach um die entsprechende Spannung beim Saisonfinale zu haben.

Super Formula Sugo 2012 Takuma SatoWeitere mediale Aufmerksamkeit wird Takuma Sato erhalten, der nach seinem Gaststart beim Saisonstart erneut ins zweite Cockpit an der Seite von Naoki Yamamoto bei Mugen klettern wird. Sato gewann dieses Jahr als erster Japaner überhaupt ein Rennen der amerikanischen IndyCar Series beim Prestige-Rennen in Long Beach und feierte just in Sugo letztes Jahr sein Super-Formula-Debüt. Sato wird außerdem am Finale in Suzuka sowie am JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup Mitte November teilnehmen.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nichts geändert, womit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. Der japanische Sender J Sports 3 überträgt ab 7:30 Uhr deutscher Zeit live. Der Start zum 68-Runden-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 8:00 Uhr.

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August 10 2013

19:40

Super Formula: Premierensieg für Nakajima in Motegi

Der Titelverteidiger ist zurück: Am vergangenen Sonntag meldete sich Kazuki Nakajima mit seinem allerersten Sieg auf dem Twin Ring Motegi eindrucksvoll in Meisterschaftskampf zurück. In einem für Motegi typisch statischen, zu Beginn aber sehr wilden Rennen, verdrängte Nakajima seinen Teamkollegen André Lotterer sowie den Franzosen Loic Duval auf die weiteren Podiumsplätze.

Super Formula Motegi 2013 StartDen Grundstein für seinen Erfolg legte Kazuki Nakajma bereits in der Qualifikation am Samstag. Diese wurde, anders als bei den bisherigen Rennen in diesem Jahr, nicht im normalerweise üblichen, dreiteiligen KO-Format ausgetragen. Stattdessen gab es eine einzige, 20-minütige Session mit allen Fahrern. Die acht schnellsten Fahrer qualifizierten sich dabei für das anschließende Einzelzeitfahren. In diesem „Special Stage“ genannten zweiten Teil brannte Kazuki Nakajima mit 1:32.839 eine Fabelzeit in den Asphalt. Da das Überholen aufgrund der Streckencharakteristik des Twin Ring Motegi nur schwer möglich ist, war die erste Pole-Position des Jahres für den Titelverteidiger Gold wert. Loic Duval positionierte seinen gelben Boliden auf dem zweiten Rang. Joao Paulo de Oliveira fuhr die drittschnellste Zeit und ließ damit Yuji Kunimoto sowie André Lotterer auf den Plätzen Vier und Fünf hinter sich.

Für Kunimoto war es nach Fuji (Startplatz Zwei) erneut ein hervorragendes Qualifying. Ähnlich dem Lauf auf dem Fuji Speedway konnte der Cerumo-Pilot im Rennen allerdings nicht ganz den Speed seiner direkten Konkurrenten mitgehen. Am Ende reichte es dennoch für einen für ihn sowie das Team guten sechsten Platz. Aufgrund der wenigen Überholmöglichen war bereits im Vorfeld war klar, dass Kazuki Nakajima das Startduell gegen Duval gewinnen müsse, um seine Chancen auf den Rennsieg zu wahren. Bereits im ersten Freien Training kristallisierte sich nämlich heraus, dass erneut die Top-Favoriten (Lotterer, Duval sowie JP de Oliveira) den Ton angeben würden. In der morgendlichen Trainingseinheit am Sonntag hatten die Fahrer jedoch mit veränderten Streckenbedingungen zu kämpfen. Nakajima verriet im Sieger-Interview nach dem Rennen beispielsweise, dass er mit der Balance seines Wagens überhaupt nicht zufrieden war und einige wichtige Änderungen vorgenommen wurden. Ähnliche Aussagen trafen auch André Lotterer sowie Loic Duval. Joao Paulo de Oliveira hatte hingegen mit anderen Problemen zu kämpfen: Aufgrund eines technischen Defekts musste der Brasilianer relativ früh seinen Impul-Boliden abstellen, womit ihm wertvolle Trainingszeit verloren ging.

Super Formula Motegi 2013Eine wilde Startphase des 52-Runden-Rennens war vorprogrammiert, als pünktlich beim Kommando zum Anlassen der Motoren — angesagt durch den ehemaligen, schwedischen Formel-1-Fahrer Stefan Johansson — sich der Himmel über dem „Zwillingsring“ öffnete und es leicht zu regnen anfing. Da zu diesem Zeitpunkt keine Reifenwechsel auf dem Grid erlaubt waren, konnte kein Team das Risiko eingehen, um eventuell mit Intermediate-Reifen zu starten. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch klar, dass wenn die Regenintensität nicht zunehmen würde, die Strecke bei 32 Grad Asphalttemperatur nur minimal nass und relativ schnell wieder abtrocknen würde. Für die Fahrer bedeutete dies eine wilde wie auch rutschige Anfangsphase auf Slicks – eine Aufgabe die sie bereits im letzten Jahr am Fuji Speedway sowie vor wenigen Monaten in Autopolis bewältigt hatten. Bei solchen Bedingungen glänzen insbesondere André Lotterer sowie Loic Duval heraus. Duval war es beispielsweise, der trotz des Regens beim zweiten Saisonrennen in Autopolis auf Slicks startete und nach wenigen Runden das Feld anführte, weil seine Konkurrenten wieder von den Intermediates auf die Trockenreifen umrüsten mussten.Super Formula Motegi 2013 Andre Lotterer 2

Einen besonders guten Start legte André Lotterer hin. Der Champion von 2011 krallte sich bereits in der ersten Kurve Yuji Kunimoto und legte sich anschließend Joao Paulo de Oliveira sowie Loic Duval zurecht. Letzteren überholte der Duisburger gleich in der dritten Kurve, als Duval aufgrund des Regens leicht ins Rutschen geriet. Die Chance nutzt auch Joao Paulo de Oliveira. Sein Triumph über den Franzosen hielt allerdings nur kurz an, als dieser nach der ersten Unterführung konterte. Dahinter entbrannte ein Zweikampf zwischen dem Meisterschaftsdritten Naoki Yamamoto sowie Takuya Izawa. Yamamoto konnte zwar vor Izawa bleiben, kam allerdngs bei der Anfahrt auf die drittletzte Kurve leicht ins Rutschen, weshalb der Vize-Champion des vergangenen Jahres innen durchschlüpfte. Yamamoto gab allerdings nicht auf und blies direkt bei der Anfahrt auf die vorletzte Kurve zum Angriff, wo es zur Berührung zwischen den Beiden kam. Das Ende vom Lied: Izawa rutschte mit einem verbogenen Heckflügel ins Kiesbett während Naoki Yamamoto trotz Beschädigung weiterfahren konnte. Am Ende reichte es für den Mugen-Fahrer lediglich für den achten und damit letzten Punkterang. Für Takuya Izawa war es nach Autopolis hingegen der zweite, unverschuldete Ausfall in diesem Jahr. Die Kollision zwischen den Beiden kann als Rennunfall abgestempelt werden. Izawa ließ innen eine kleine Lücke offen, in die Yamamoto trotz dass er dahinter war leicht hineinstich. Hinzu kam die nasse Fahrbahn. Für Izawa ist es jedoch besonders ärgerlich. Denn mit dem zweiten „Nuller“ in diesem Jahr rücken seine Meisterschaftsambitionen weiter in die Ferne. Für Yamamoto war es nach dem vierten Platz in Suzuka sowie zwei dritten Plätzen in Autopolis und Fuji das schlechteste Resultat in dieser Saison.

Während vorne André Lotterer den Führenden Kazuki Nakajima jagte, ereignete sich in der vierten Runde im hinteren Feld eine erneute Karambolage. Beim Anbremsen auf die erste Unterführung verlor Koki Saga die Kontrolle über seinen Boliden, wodurch er mit Hironobu Yasuda kollidierte. Ähnlich dem Yamamoto/Izawa-Vorfall konnte Saga trotz Beschädigung weiterfahren, während für Yasuda das Rennen im Kiesbett endete. Auch bei diesem Zwischenfall kann von einem Rennunfall gesprochen werden. Besonders ärgerlich: Saga hatte zu diesem Zeitpunkt ganze sieben Positionen gut gemacht, was für ihn und sein Hinterbänkler-Team zu einem der besten Ergebnisse hätte münden können. Einen weiteren Zwischenfall gab es zwischen dem zweiten Mugen-Piloten Takashi Kobayashi und Kohei Hirate, bei dem sich Hirate im Getümmel der Startphase den Frontflügel leicht beschädigte und anschließend im zwölften Umlauf letztlich austauschen ließ.

Super Formula Motegi 2013 Ryo HirakawaAn der Spitze jagte Lotterer hingegen weiterhin seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima. Der Deutsche schien mit den feuchten Streckenbedingungen deutlich besser zurechtzukommen, während Nakajima sichtliche Mühen hatte, den Abstand nicht unter eine Sekunde fallen zu lassen. Loic Duval befand sich direkt hinter den beiden Tom’s-Fahrzeugen, während Joao Paulo de Oliveira relativ früh bereits nicht den Speed der Top-3 gehen und diese dementsprechend ziehen lassen musste. So schnell der wenige Regen auch kam, so schnell verschwand er auch wieder. Ab der zehnten Runde war die Strecke zudem komplett abgetrocknet, wodurch sich Nakajima erstmals etwas von Lotterer absetzte. Eine ausgezeichnete Anfangsphase legte Rookie Ryo Hirakawa hin. Der letztjährige japanische Formel-3-Meister war nach seinem 13. Startplatz in der Qualifikation sichtlich enttäuscht, katapultierte sich in den ersten Runden aber bereits auf die siebte Position. Auf dieser sollte er das Rennen dann auch letztlich beenden. Damit bestätigte Hirakawa sein bisher bestes Saisonergebnis (ebenfalls Rang Sieben in Autopolis). Gleichzeitig bedeutet dies, dass er, abgesehen von Fuji, bei bisher jedem Rennen in dieser Saison punkten konnte. Das große Talent des 19-jährigen Japaners scheint auch im Ausland bereits Anklang gefunden zu haben. IndyCar-Teambesitzer Dale Coyne bestätigte vor kurzem, dass es Pläne gäbe, Hirakawa einen IndyCar-Test am 21. August in Sonoma zu ermöglichen. Tatsächlich könnte Hirakawa sogar schon eine Woche später, am 25. August, sein USA-Renndebüt auf der kalifornischen Rennstrecke geben. Eigentlich war an jenem Wochenende das Super-Formula-Rennen in Inje, Südkorea geplant. Da dieses aber bekanntlich abgesagt wurde (

August 03 2013

11:00

Super Formula: Vorschau Round 4 Motegi

An diesem Wochenende findet der vierte Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Twin Ring Motegi statt. Die letzte Woche verkündete Absage des Auslandsrennens in Inje, Korea, lässt das Renngeschehen allerdings ein wenig in den Hintergrund rücken. Ich habe in den letzten Tagen intensiv Recherche betrieben, um die möglichen Gründe hierfür zu erörtern.

Super Formula Motegi 2012 StartEs lässt sich aus der Pressemitteilung der Japan Race Promotion (JRP), den Verantwortlichen für die Super Formula, herauslesen, dass die Absage des sich seit 2011 in Planung befindlichen Auslandsrennens auf der neuen Strecke in Inje, Südkorea, schwer fiel. Ursprünglich als fünfter Meisterschaftslauf am 25. August geplant, flog das Rennen nur knapp einen Monat vor der Durchführung aus dem Kalender. In der Pressemitteilung erklärt die JRP, dass die Durchführung des Events aufgrund mehrerer organisatorischer Änderungen sehr schwer geworden wäre. Der erst letzte Woche getätigte organisatorische Wandel sorgte letztlich für den Wunsch seitens des Inje Speedium, das Rennen abzusagen. Ein Wunsch, den die JRP in Betracht aller Beteiligten, Fans und Sponsoren schweren Herzens annahm. Ich habe in den letzten Tagen intensiv Recherche betrieben, um die möglichen Gründe für diese Absage zu finden sowie diese zu erörtern. Mit dem Thema allein könnte man mehrere Artikel füllen, weshalb ich mich im folgendem, um nicht den Rahmen zu sprengen, auf das Wesentliche konzentriere.

Einer der Hauptgründe ist das große Durcheinander sowie Interessenkonflikt zwischen dem koreanischen Automobilverband KAA, dem Inje Speedium (nebst dessen Interessenvertretern wie unter anderem der Korea Research Foundation, KRF) und den Organisatoren des koreanischen Formel-1-Grand-Prix und somit auch den Betreibern der GP-Strecke in Yeongnam. Letztere vertreten die Meinung, dass der Betrieb von zwei Strecken mit internationalen Rennveranstaltungen eine horrende Kostenverschwendung sei. Die Angst, die sich wohl hinter dieser Aussage versteckt, ist aller Wahrscheinlichkeit mit dem etwaigen Verlust des Formel-1-Rennens verbunden. Würde sich die „Königsklasse“ aus Yeongnam entfernen, würde dies den Interessenwert der Strecke am internationalen Markt senken. Wobei man sich hierbei selbstredend die Frage stellen darf, ob der Kurs fernab der städtischen Zivilisation in irgendeiner „Sumpfgegend“ in der „irgendwann“ eine kleine Stadt mitsamt Hochhäusern entstehen sollte, jemals irgendeinen Stellenwert im internationalen Motorsport hatte. Die Super GT wollte dieses Jahr Anfang Mai ein Einladungsrennen in Yeongnam austragen, das aufgrund von Unstimmigkeiten mit den koreanischen Organisatoren ebenfalls kurzfristig abgesagt wurde. Auf der Pressekonferenz am vergangenen Sonntag im Sportsland Sugo hat Masaaki Bandoh (Chairman der GTA) allerdings verkündet, 2014 ein Rennen in Südkorea (sowie eines in Thailand) auszutragen. Der Standort stehe allerdings noch nicht fest und soll zu einem späteren Zeitpunkt benannt werden. Selbstredend wirft dies natürlich die Möglichkeit eines Gastspiels auf dem nicht nur fahrerisch interessanteren, sondern auch von der Infrastruktur besser liegenden Kurs in Inje auf.

Innerhalb dieses InteressenkonSuper Formula Fuji 2013 Joao Paulo de Oliveiraflikts wird den Verantwortlichen des Inje Speedium kein anständiges Marketing sowie Management vorgeworfen. Erkennbar ist dies an der Fehlkalkulation mit der Buchung des koreanischen Multitalents und Idols Jang Keun-suk, der als Marketinginstrument für die Eröffnung der Strecke beim Rennen der japanischen Super Taikyu Series fungierte. Der Schauspieler, Sänger und Model bekam für sein Konzert im Rahmen des Events sowie weiteren PR-Aktivitäten eine Milliarde Won (rund 670.000 Euro). Eine Investition, die sich nicht auszahlte. Obwohl keine offiziellen Zahlen veröffentlicht wurden, lässt sich an den Bildern und Aufnahmen erkennen, dass die Besucher am ersten Rennwochenende des Inje Speedium per Handschlag begrüßt werden konnten. Man wirft dem Management respektive Marketing des Inje Speedium daher Unwirtschaftlichkeit vor; es sei sprichwörtlich Geld aus dem Fenster geworfen worden. Dadurch erhärtete sich nicht nur die Anspannung zwischen den Verantwortlichen, sondern warf das Inje Speedium zusätzlich in ein wirtschaftliches Problem.

Ein weiteres Problem stellt die Baustelle rund um die Anlage dar. Zwar ist der eigentliche Kurs fertiggestellt, der Anlage fehlt es aber noch an der nötigen Infrastruktur. Das moderne Hotel für private sowie geschäftliche Gäste ist beispielsweise noch nicht komplett fertiggestellt. Reservierungen sind momentan etwa nur telefonisch möglich. Zudem besteht noch kein Netz für die TV-Kameras und somit TV-Übertragungen, wodurch das Super-Formula-Rennen nicht hätte ins japanische Fernsehen übertragen werden können. Des Weiteren benötigt die Strecke die noch immer zugesagte „Grade 2“-Lizenz der FIA. Diese wird mindestens benötigt, um ein Rennen der Super Formula auszutragen. Zwar wurde diese Lizenz der JPR bereits im Vorfeld „praktisch“ zugesagt, die entsprechende Genehmigung respektive die Unterzeichnung seitens der FIA sowie des koreanischen Automobilverbandes stehen jedoch weiterhin noch aus.Super Formula Fuji 2013 Kazuki Nakajima Kohei Hirate

Man kann den Betreibern des Inje Speedium sowie der JRP nicht vorwerfen, die Planungen für das Rennen überstürzt vorgenommen zu haben. Wie bereits eingangs erwähnt, befanden sich beide Parteien seit 2011 in vielen Gesprächen. Bei Präsentationen, unter anderem auf der “Osaka Auto Messe”, bewarben die Koreaner das Rennen in Japan. Zusätzlich erwarb das Strecken-eigene Rennteam ein FN09-Chassis, um mit einem koreanischen Fahrer beim Heimspiel einen Gastauftritt in Japans wichtigster und höchster Formel-Serien zu geben. Freilich lediglich als PR-Stunt. Denn die „gecasteten“ Fahrer hatten allesamt keine Formel-Erfahrung (beim „Casting“ saßen sie erstmals in einem Formel-3-Wagen) und wären in dem nochmals schnelleren Super-Formula-Boliden absolut chancenlos gewesen. Nach außen hin wirkte das Rennen somit als sicher. Tatsächlich gab es intern aber bereits vor der Eröffnung mitsamt dem Gastspiel der Super Taikyu viele organisatorische Wandlungen. Japanische Insider berichten, dass die JRP einen starken „Systemwechsel“ mit der Umbenennung der Strecke von Inje Autopia in Inje Speedium verzeichnete.

Der von Alan Wilson (u.a. Barber Motorsports Park, USA) entworfene und schön in die Natur eingebettete Kurs besitzt ein hübsches wie auch flüssiges Layout mitsamt einiger Höhenunterschiede. Es wäre schade, wenn der Kurs so kurz nach seiner Eröffnung zur Geisterstrecke im internationalen Motorsport mutieren würde. Es bleibt somit zu hoffen, dass die angesprochenen Konflikte beseitigt werden können. Ob es die Super Formula im kommenden Jahr allerdings noch mal in Inje probieren wird, ist fraglich. In der Pressemitteilung erklärte die JRP lediglich, dass die Austragung zukünftiger, internationaler Rennen erst diskutiert werden muss. Nicht vergessen darf man dabei aber, dass es das feste Ziel der Serie war, nach dem Namenswechsel von Formula Nippon in Super Formula im asiatischen Raum zu expandieren. Für dieses Jahr ist Japans höchste Formelserie jedoch in einer Zwickmühle. Denn nach der Absage des Korea-Rennens finden heuer lediglich sechs der sieben geplanten Meisterschaftsläufe statt. Ob es ein kurzfristiges Ersatzrennen geben wird, hielt die JRP in ihrer Pressemitteilung ebenfalls offen. Für den Lauf in Inje wurde der zweite Termin am Twin Ring Motegi in diesem Jahr gestrichen. Und an just diesem Ort trägt die Super Formula am Sonntag ihr viertes Saisonrennen aus. Eventuell verkündet die JRP dann auch die Entscheidung über ein mögliches, kurzfristig eingeschobenes Ersatzrennen. Ein Blick auf den Terminkalender des Twin Ring Motegi offenbart jedenfalls, dass die Strecke am Wochenende des 25. August zumindest frei wäre.

Super Formula Motegi 2012Weltweit ist der Twin Ring Motegi eine einzigartige Rennstrecke, da er anders als die Strecken in den USA einen separaten Oval- sowie Straßenkurs enthält, ohne dabei Kompromisse bei der Streckenführung einzugehen. Gebaut wurde der gesamte Komplex 1997 von Honda, mit dem Ziel, die CART nach Japan zu holen und das eigene Wissen im Bereich des amerikanischen Open-Wheel-Sports zu erweitern. Trotz der zwei „Zwillingsstrecken“ ist es allerdings nicht möglich, gleichzeitig zwei Rennen auszutragen, da sich der 4,8 km lange Straßenkurs die Boxengasse wie auch Haupttribüne mit dem 2,493 km langen Super Speedway teilt. Zusätzlich werden beide Kurse jeweils in anderer Richtung gefahren. Neben der CART und später der IndyCar fuhr 1998 auch der NASCAR Sprint Cup (damals noch Winston Cup) ein Einladungsrennen auf dem Oval. Das Coca-Cola 500 gewann damals Mike Skinner für Richard Childress Racing. In die NASCAR-Geschichte ging das Rennen allerdings aufgrund der Tatsache ein, dass es zum einen das erste (und einzige) Oval-Rennen der NASCAR in Japan war und zum anderen, weil Dale Earnhardt sowie sein Sohn Dale Earnhardt jr. das erste Mal zusammen in einem Rennen fuhren. Dass letzte Oval-Rennen der IndyCar fand 2010 statt. Beim Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurde der Super Speedway leider sehr stark beschädigt. Da die IndyCar bereits davor beschlossen hatte, nach 2011 aus wirtschaftlichen Gründen vorerst keine Rennen mehr im Land der aufgehenden Sonne auszutragen, beschloss der Streckenbetreiber, das Oval nicht zu reparieren. Das letzte IndyCar-Rennen fand deshalb erstmals auf dem Straßenkurs statt, welches Scott Dixon für Chip Ganassi Racing gewann. In Europa ist der Kurs insbesondere durch den dort seit 2004 jährlich ausgetragenen Japan Grand Prix der MotoGP bekannt.

Der Straßenkurs des Twin Ring Motegi fällt für japanische Verhältnisse aufgrund seines flachen Höhenprofils eher untypisch aus. Zudem besitzt die Strecke mit ihren 14 Kurven einen Stop-and-Go-Charakter mit lediglich einer leichten Erhöhung in der Haarnadelkurve. Interessant ist die Tatsache, dass der Straßenkurs zwei Unterführungen besitzt, mit der ersten auf der kleinen Geraden zwischen Kurve 4 und 5. An dieser Stelle verlassen die Fahrer quasi unter Turn 3 des Ovals den inneren Teil der Anlage; auf der Geraden nach Kurve 11 (zwischen Turn 1 und 2 des Ovals) gelangen sie durch die zweite Unterführung – das Ganze wirkt wie die Unterführung nach der Degner vor der Haarnadel in Suzuka – wieder in den inneren Teil hinein. Dies ist nur aufgrund der Einzigartigkeit der kompletten Anlage möglich und stellt somit gleichzeitig die Besonderheit der Strecke dar.

Aus Mangel an Super-Formula-Onboard-Material im folgendem eine Onboard-Runde mit Ryo Michigami im Rockstar Dome NSX (Super GT) aus dem Jahr 2009:

Unglücklicherweise sorgt aber genau diese Einzigartigkeit der Strecke für einige Probleme für die Zuschauer vor Ort. Zum einen sitzen sie beispielsweise auf der Haupttribüne zu weit von der Start- und Zielgeraden entfernt, zudem blockiert das Oval die Sicht auf einige Kurven der Strecke, weshalb viele größere Monitore zum Verfolgen des Geschehens benötigt werden. Abseits der Haupttribünen sind die Sitze auf wenige Stellen im inneren Teil des Ovals und an der Gegengeraden des Straßenkurses limitiert. Zu allem Übel besitzt die Strecke keine besonders gute Infrastruktur. Motegi (Tochigi-Präfektur) selbst ist mit lediglich 16.403 Einwohnern (Stand 2005) und einer Gesamtfläche von 172,71km² eine relativ kleine Stadt. Zwar ist die Strecke mit dem Auto nur rund 6 km von der Innenstadt entfernt, dennoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Hotel direkt an der Strecke, quasi inexistent. Des Weiteren besitzt die Strecke lediglich zwei zweispurige Straßenzufahrten, was bei Großveranstaltungen für regelmäßige Verkehrsstaus sorgt. Die Anfahrt mit dem Zug gestaltet sich ebenfalls schwierig, weil die zwei großen regionalen Zuggesellschaften JR East und Tobu Railway den Bahnhof in Motegi nicht direkt anfahren. Pläne für eine Schnelltrasse für den Shinkansen gibt es ebenfalls nicht.

Super Formula Autopolis 2013 Naoki YamamotoAuch an diesem Wochenende jagt das Super-Formula-Feld erneut André Lotterer. Der Duisburger gewann die beiden letzten Rennen in Autopolis und Fuji und führt trotz der Nicht-Teilnahme beim Saisonstart in Suzuka die Meisterschaft mit 21 Punkten an. Grund hierfür ist unter anderem das schlechte Abschneiden der direkten Meisterschaftskonkurrenten. Suzuka-Sieger Takuya Izawa sah in Autopolis wegen eines von Kazuki Nakajima ausgelösten Unfalls nicht die Zielflagge. In Fuji wurde der letztjährige Vizemeister zudem nur Fünfter. Dementsprechend verlor Izawa (15 Punkte) auch den zweiten Rang in der Tabelle an Naoki Yamamoto, dessen Formkurve seit Saisonstart mit einem vierten und zwei dritten Plätzen weiter nach oben zeigt. Mit 17 Zählern ist der Mugen-Fahrer somit der derzeit ärgste Verfolger von Lotterer. Letzterer sicherte sich beim letzten Rennen mit dem dritten Sieg in Folge auf dem Fuji Speedway den Hattrick. Schlechtes Omen für die Konkurrenz: Auch auf dem Twin Ring Motegi ist der Deutsche verdammt flink unterwegs. Im letzten Jahr triumphierte Lotterer dort bereits zum vierten Mal. Lotterer und Motegi, das passt einfach. Schließlich klettere er just an diesem Ort 2004 das allererste Mal auf die Mitte des Podiums in der damals noch JGTC genannten Super GT.

Lotterers ärgster Konkurrent könnte am Wochenende Joao Paulo de Oliveira werden. Der Brasilianer vergab seine sehr guten Siegchancen in Fuji aufgrund eines Frühstartes mitsamt darauffolgender Durchfahrsstrafe, manövrierte seinen Impul-Boliden aber in einer absolut sehenswerten Aufholjagd noch auf den sechsten Platz. Im vergangenen Jahr duellierte sich JP de Oliveira mit Lotterer bis in die letzte Runde, den Zweikampf entschied der Deutsche letztlich mit 0,6 Sekunden Vorsprung für sich. Beim zweiten Motegi-Auftritt im Sommer hatte der Brasilianer hingegen die Nase vorn. Der Sieg brachte ihn damals zurück in den Meisterschaftskampf. Ein ähnliches Ergebnis muss der Brasilianer auch am Sonntag erzielen, wenn er am Ende des Jahres im Titelkampf noch ein Wörtchen mitreden möchte. Aufgrund seines suboptimalen Saisonstarts liegt Joao Paulo de Oliveira mit 11 Punkten derzeit nur auf dem sechsten Gesamtrang. Ähnliches gilt auch für Kazuki Nakajima. Nach drei katastrophalen Saisonrennen (Fünfter in Suzuka, Ausfall in Autopolis, Achter in Fuji) befindet sich der Titelverteidiger aus dem Hause Petronas Tom’s mit fünf mageren Pünktchen nur auf dem neunten Rang. Ein Sieg ist für den Japaner deshalb absolute Pflicht.

Super Formula Fuji 2013 Koudai Tsukakoshi Ryo Hirakawa Hideki MutohEin weiterer Favorit auf den Rennsieg am Sonntag ist Loic Duval. Der Franzose gewann dank einer sehr gewagten Strategie fast das durch Nebel kurz vor Schluss abgebrochene Rennen. Auf dem Fuji Speedway war der diesjährige Sieger der 24 Stunden von Le Mans ebenfalls auf Siegeskurs, erhielt aufgrund einer Unachtsamkeit einer seiner Mechaniker beim Boxenstopp allerdings eine Durchfahrtsstrafe, die ihn auf den vierten Platz zurückwarf. In der Hektik beim Reifenwechsel hatte der Mechaniker nicht wie von den Regeln gefordert den gewechselten Reifen flach auf den Boden gelegt, sondern ihn beim Hinlegen zu stark auf den Boden geworfen, wodurch er wieder vom Boden absprang. Duvals derzeitige Leistung ist jedoch mit jener aus seinem Meisterschaftsjahr 2009 zu vergleichen. Ausgebremst wurde der Franzose in den letzten beiden Rennen (in Suzuka nahm wie er Lotterer aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht teil) lediglich durch Pech. In der Tabelle liegt Duval mit 14 Zählern derzeit auf dem vierten Rang. Wie auch André Lotterer wird Loic Duval beim letzten Saisonlauf in Suzuka (bestehend aus zwei Sprintrennen) aufgrund eines WEC-Rennens jedoch fehlen, weshalb es für ihn dieses Jahr lediglich um mögliche Rennsiege und Punkte für das Team geht. Lotterer könnte mit seiner aktuellen Dominanz (und Pech der Konkurrenz) hingegen das Unmögliche doch noch möglich machen. Die Chancen hierfür sind allerdings sehr gering, denn Lotterer würde hierfür mindestens 16 Punkte Vorsprung nach dem vorletzten Rennen im Sportsland Sugo benötigen. Sollte es keinen Ersatz für das abgesagte Korea-Rennen geben, schwinden diese geringen Chancen sogar noch mehr.

Kein gutes Rennen in Fuji erlebte Ryo Hirakawa. Mit Position 11 erreichte der talentierte Rookie  erstmals nicht in die Punkteränge in diesem Jahr. Pech hatten hingegen Tsugio Matsuda sowie Takashi Kogure. Letzterer war in den Startunfall zwischen Koki Saga und Richard Bradley verwickelt, weshalb er mit seinem ondulierten Boliden lediglich den 14. Platz erreichte. Kogure startete stark in die Saison, wurde danach aber vom Pech verfolgt. Ähnliches gilt für Tsugio Matsuda, dessen sehr gewagte Strategie beim vergangenen Rennen nicht aufging. Die durch den Startunfall ausgelöste Safety-Car-Phase nutzte Matsuda zum vorzeitigen Reifenwechsel sowie Nachfüllen des Tankinhalts. Nachdem das restliche Feld nach Rennhalbzeit zum Service abbog, fand sich der Champion von 2007 und 2008 in der Führung wieder. Mit stark abgefahrenen Reifen sowie dem Versuch so viel Benzin wie nur möglich zu sparen, musste er jedoch Lotterer passieren lassen. Drei Runden vor Schluss ging ihm komfortable auf Position Zwei liegend dann letztlich doch noch das Benzin aus. Tsugio Matsuda ist alledings auch in Motegi ein weiterer Kandidat auf die Top-Positionen.

Super Formula Motegi 2011 Takuya IzawaEin wichtiger Schlüsselfaktor wird die Qualifikation am Samstag sein. Das Überholen ist auf dem Twin Ring Motegi nur schwer möglich, weshalb eine gute Startposition ausschlaggebend ist. Anders als bei den bisherigen Saisonläufen wird das Qualifying aber nicht im dreiteiligen KO-Format ausgetragen. Stattdessen gibt es eine einzige, 20-minütige Session mit allen Fahrern. Die acht schnellsten Fahrer qualifizieren sich dabei für das anschließende Einzelzeitfahren, Special Stage genannt. Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad (gefühlt eher 33 bis 35 dank der Schwüle) beträgt die Regenwahrscheinlichkeit lediglich 20%.

TV-Zeiten Motegi

An der derzeitigen TV-Situation hat sich wenig überraschend nichts geändert. Wer das Rennen außerhalb Japans sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgreifen. J Sports 3 geht um 7:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung. Der Start zum 52-Runden-Rennen erfolgt um 8:15 Uhr.

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July 13 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 3 Fuji

Die Regenzeit ist vorbei und der schwüle Hochsommer hat Japan fest im Griff. Mensch und Maschine werden somit beim dritten Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Fuji Speedway gefordert werden. Bereits im Vorfeld hat der erste Shakedown des neuen SF14-Boliden für kommendes Jahr für Aufsehen gesorgt.

Super Formula Fuji 2011 Kazuki NakajimaDer japanische Hochsommer ist schwül, erstickend, erdrückend und einfach nur heiß. Temperaturen um die 30-39 Grad sind Alltag. So heiß und unerträglich es manchmal aber auch sein mag, der japanische Sommer bringt auch viele schöne Bilder. Beispielsweise die gern gesehenen Feuerwerke, oder aber die vielen größeren sowie kleineren Sommerfeste in den Städten, zu denen so manche Japanerin auch gerne einen modischen Yukata anzieht. Es hilft bei der Ablenkung und gleichzeitigen Abkühlung von der Hitze. Für die Räumlichkeiten, etwa bei der Arbeit oder gar zu Hause, zählt eine Klimaanlage aber noch immer zu den wichtigsten Überlebensutensilien des japanischen Sommers. Diese fehlt den Piloten der Super Formula selbstredend, wenn auch die Frischluftzufuhr bei einem Monoposti ohne dem fehlenden Dach immerhin ein bisschen gewährleistet ist.

Über 30 Grad waren es auch am MittSuper Formula SF14 Fuji Shakedownwoch, als die Super Formula erstmals den neuen Wagen von Dallara für nächstes Jahr vorstellte. Jeweils ein Modell des SF14 mit Toyota und Honda Motoren standen zum Premieren-Shakedown bereit. Die Ehre der beiden ersten Testfahrer erhielten der letztjährige Champion Kazuki Nakajima (Toyota) sowie Vizemeister Takuya Izawa (Honda). Der Shakedown war für die Fans öffentlich zugänglich, weshalb sich ein paar auf der Haupttribüne des Fuji Speedway versammelten, um die ersten Runden von Nakajima und Izawa im neuen SF14 zu bewundern. Der erste Eindruck war durchaus positiv, auch wenn sich beide erst an das Fahrverhalten des neuen Boliden gewöhnen mussten. Grund hierfür sind vor allem die neuen 2,0l 4-Zylinder Reihen-Turbo-Motoren, die ab der kommenden Saison zum Einsatz kommen werden. Das Beschleunigungsverhalten sei laut Takuya Izawa beispielsweise komplett anderes. Ganz frei von Problemen war der Shakedown nicht: Am Mittwochvormittag konnte zunächst nur Nakajima die ersten Runden drehen, bei denen er zweimal aufgrund von Elektronik- und Getriebeproblemen stehenblieb. Die ersten Kinderkrankheiten wurden allerdings zum Nachmittag hin ausgebessert, wodurch beide Fahrer genügend Runden abspulten. Zwar spielen Zeiten bei einem Shakedown keine große Rolle, dennoch bestätigte Kazuki Nakajima am Donnerstag mit 1:24.778 (Top-Speed 304.397 km/h), dass der neue Bolide von Dallara schneller als das Vorgängermodell von Swift Engineering ist. Zum Vergleich: 2012 fuhr Nakajima in Fuji im Qualifying mit 1:25.907 die schnellste Rundenzeit.

Es war der Wunsch der JRP (Japan Race Promotion) an Dallara, den Wagen flinker und schneller zu machen. Hierfür wurde unter anderem das Gewicht um ganze 60kg auf 650kg reduziert. Auffallend sind der aggressive Heckflügel sowie die kleine Finne. Interessantes Detail am Rande: Tsugio Matsuda, der die Testfahren am Donnerstag besucht hatte, fiel auf, dass ein paar Runden ohne den oberen Flap des Heckflügels getätigt wurden. Der SF14 besitzt eine Gesamtlänge von 5268mm sowie eine Breite von 1900mm respektive eine Höhe von 950mm. Der Radstand beträgt 3165mm. Die Bremsen sind wie auch beim aktuellen Wagen aus Carbon; das Getriebe ist ein 6-Gang-Schaltwhippen-System von Ricardo und Zytek. Der Motor für das eigens von Toyota und Honda entwickelte System-E, ein KERS-ähnliches Hybrid-System, welches in der Zukunft unter anderem den derzeitigen Overtake-Button ersetzen soll, beim Shakedown aber noch nicht montiert war, wird im übrigen ebenfalls von Zytek entwickelt. Auch 2014 werden die Einheitsreifen von Bridgestone verwendet werden. Dallara entwickelte den Wagen entsprechend der FIA-Sicherheitsrichtlinien aus dem Jahr 2010. Wie bereits erwähnt werden ab dem kommenden Jahr 2,0l 4-Zylinder Turbo-Reihen-Motoren von Toyota und Honda in der Super Formula zum Einsatz kommen. Dies entspricht dem gleichen Motorenreglement, welches auch die Super GT ab 2014 nutzen wird. Die Aggregate besitzen eine Direkteinspritzung und liefern eine Leistung von 550 PS und 2000cc. Das Gesamtgewicht beträgt 85kg. Offizielles Videomaterial gibt es seitens der JRP leider noch nicht. Die japanischen Kollegen von AutoSport Web haben jedoch ein kleines Video in der Boxengasse aufgenommen, in dem man auch einen ersten Eindruck vom Sound der neuen Turbo-Aggregate erhält.

Wie bereits häufiger erwähnt, ist der aktuelle Super-Formula-Bolide der nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübscheste Formel-Wagen. Einen Schönheitspreis wird der SF14 von Dallara sicherlich nicht bekommen. Hässlich ist das neue „Baby“ der Super Formula allerdings auch nicht geworden. Bereits während der Konzeptphase hatte Dallara ihre Erfahrungen in der GP2, Formel 3 oder IndyCar nicht verschwiegen. Entsprechend ist das Resultat: Eine Mischung aus GP2 sowie des derzeitigen Super-Formula-Wagens von Swift Engineering. So Einzigartig wie der FN09 ist der SF14 gewiss nicht. Doch das ist wohl auch das Einzige, was ich persönlich an Dallaras Kreation zu kritisieren habe. Sollte der Wagen allerdings das halten, was die Italiener versprechen, dann sind dies Kritikpunkte, mit denen ich mehr als gut leben kann. Um alle etwaigen Kinderkrankheiten und dergleichen zu beseitigen, wird die JRP und Dallara den Wagen in den kommenden Monaten weiterhin ausführlich testen. Die Termine hierfür sind: Twin Ring Motegi (31.07-01.08.13), Suzuka Circuit (11.09-12.09.13), Sportsland Sugo (30.09-01.10.13), Suzuka Circuit (07.11-08.11.13). Über Neuigkeiten von den Testfahrten werde ich selbstverständlich in den entsprechenden Artikeln berichten.

Bei all dem Wirbel um den neuen Wagen darf natürlich nicht vergessen werden, dass an diesem Wochenende der dritte Saisonlauf am Fuße des Fuji stattfindet. Wer meine Berichterstattung über die beiden wichtigsten und größten japanischen Rennserien Super GT sowie Super Formula verfolgt, dürfte mit der direkt am bekanntesten Wahrzeichen Nippons gelegenen Haus- und Teststrecke von Totoyta vertraut sein. Dennoch die an dieser Stelle obligatorische Streckenvorstellung.

Super Formula Fuji 2012 Loic DuvalDer Fuji Speedway ist durch die Formel 1 in den 70er Jahren, insbesondere aber durch die beiden Grand Prix in den Jahren 2007 und 2008, bekannt. Der Kurs wurde extra für die Rückkehr der Königsklasse von Herman Tielke umgebaut und an die Sicherheitsstandards angepasst. Im Gegensatz zu anderen Strecken, hat er die Strecke mit der längsten Geraden (1,5km) im kompletten Super-Formula-Kalender aber nicht „vertielkt“, wenn auch die Abstinenz einiger Kiesbetten sowie die nahezu fast vollständige Eliminierung des „Bankings“ in einigen Bereichen der Strecke sehr bedauerlich ist. Der Kurs selbst liegt in der Shizuoka-Präfektur, nahe des kleinen Städtchens Oyama und nicht weit von der Großstadt Fuji-chi (übersetzt einfach nur Fuji oder Fuji City) direkt am Fuße des Fuji-san, sprich man hat nicht nur von der Rennstrecke einen malerischen Blick auf das bekannteste Naturwahrzeichen des Landes. Doch wie artikuliert man eigentlich denn Ort des Geschehens? Ich habe im letzten Jahr, auch im Rahmen der WEC, auf einer deutschen Sportwagen-Seite häufiger vom Rennen „in Oyama […]“ gelesen. Dass kann verwirren, wie ich anhand von einigen Kommentaren sah, die sich verwundert darüber äußerten, lediglich Okayama zu kennen. Fährt man denn nun in Fuji, oder in Oyama? Oyama als Austragungsort respektive Austragungsstadt zu wählen ist irreführend, auch wenn das kleine Städtchen nur wenige Autominuten vom Fuji Speedway entfernt liegt. In Japan selbst spricht man lediglich vom Rennen „in Fuji“, was letztlich wohl auch die richtige Wortwahl ist. Oyama ist relativ unbekannt, weshalb von denen in der Umgebung liegenden Städten die Großstadt Fuji-shi, von der man ebenfalls einen wunderschönen Blick auf den Fuji-san hat, am ehesten nennt. Oyama selbst taucht bei einem Blick in die Wikipedia sowie in die Postanschrift des Fuji Speedway auf. Die Japaner lieben es zudem, Wörter abzukürzen, oder neue Komposita als Abkürzung zweier Wörter zu bilden. Der Fuji selbst gilt bei den Japanern als heiliger Ort. Und weil der Kurs direkt am Fuße dieses heiligen Ortes liegt, wird entweder vom Rennen auf dem Fuji Speedway, oder in der Abkürzung vom Rennen in Fuji gesprochen. Denn letztlich betrachtet man den Kurs als Teil eines Ganzen, als Teil von Fuji. Als Teil von Stadt (Fuji-shi), Land (Fuji-san, der heilige Berg, der gleichzeitig auch ein Vulkan ist, aber auch als Teil der über den Ortschaften stehenden Shizuoka-Präfektur) sowie Fluss (Fujikawa, der Fluss von der Präfektur Yamanashi bis nach Shizuoka fließt). Kompliziert? Vielleicht. Unnötig in der Erklärung? Bleibt jedem selbst überlassen. Wikipedia-Recherche/-Forschung/-Wissen ist halt schneller…

Die Strecke hat nach der Neueröffnung im Jahr 2005 eine Gesamtlänge von 4.563 km und insgesamt 16 Kurven. Nicht alle dieser Kurven tragen hingegen einen Namen. Nicht nur aufgrund der langen Start- und Zielgeraden, auf der Spitzengeschwindigkeiten von rund 300 km/h erreicht werden, gilt der Kurs als flink. Die Strecke beinhaltet zum Ende hin auch einige mittelschnelle und langsame Kurven. Die Super Formula fährt die auch von der Super GT genutzten Variante, sprich mit der S-Kurve nach der Dunlop-Kurve. Aufgrund fehelendem Super-Formula-Onboard-Material Im folgendem eine Onboard-Runde aus der Super GT mit André Lotterer aus dem Jahr 2009:

Die Höchstgeschwindigkeit ist einer der Schlüssel zum Erfolg in Fuji. Den Toyota-Aggregaten wird deshalb ein kleiner Vorteil gegenüber den Honda-Motoren nachgesagt. Tatsächlich waren seit 2010  lediglich Toyota-Maschinen siegreich. Der Dominator der letzten Jahre war dabei André Lotterer, der nach seinen Siegen in 2011 sowie 2012 in diesem Jahr nach dem Hattrick greift. Die Chancen des Duisburgers stehen gut. Seine gute Form bewies er unter anderem beim letzten Lauf in Autopolis Anfang Juni, als er bei schwierigen Bedingungen den mit einer besseren Strategie unterwegs gewesenen Loic Duval überrumpelte und sich nach der Pole-Position so auch den Rennsieg sicherte. Lotterers Stärke war deshalb überraschend, da er, wie auch Duval, den Saisonstart in Suzuka aufgrund des Audi-Engagements in der WEC auslassen musste. Im letzten Jahr war Lotterer zudem beim nicht zur Meisterschaft gehörenden JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup siegreich, wurde am Ende aber nachträglich aufgrund eines zu schmalen Unterbodens disqualifiziert. Den Sieg erbte damals Takuya Izawa, der auch den Auftakt zur diesjährigen Saison in Suzuka gewann.

Super Formula Suzuka 2013 Tsugio Matsuda 2In Autopolis lief es für den Dandelion-Fahrer hingegen nicht sonderlich gut. Mit den schwierigen halbnassen sowie nebeligen Bedingungen kämpfend, fand sein Rennen ein frühes Ende, als Titelverteidiger Kazuki Nakajima in einem etwas unüberlegten Manöver nicht nur ihn, sondern in einer Kettenreaktion auch sich selbst sowie unter anderem Takashi Kogure aus dem Rennen nahm. Der Unfall hatte einen direkten Einfluss auf die Meisterschaft, denn sowohl der zu diesem Zeitpunkt Tabellen-führende Takuya Izawa sowie der dritte der Meisterschaft, Takashi Kogure, gingen in Autopolis leer aus. Dadurch entstand das Kuriosum, dass derzeit Tsugio Matsuda (12 Punkte) mit seinem zweiten Platz in Suzuka sowie einem fünften Rang in Autopolis die Meisterschaft anführt. Einen Punkt dahinter befindet sich nach dem perfekten Autopolis-Wochenende bereits André Lotterer. Der Deutsche dürfte allerdings nur sehr unwahrscheinliche Chancen auf den Titel haben. Denn neben dem verpassten Saisonstart wird er, wie auch Loic Duval, den Saisonabschluss in Suzuka aufgrund ihres WEC-Engagements auslassen müssen. Da das Finale wie auch im letzten Jahr bekanntlich aus zwei Sprintrennen besteht, gehen beiden somit viele wertvolle Meisterschaftspunkte verloren. Punktgleich mit Lotterer auf Rang 3 und 4 befindet sich derzeit Takuya Izawa und Naoki Yamamoto. Letzterer ist mit dem vierten Platz in Suzuka sowie dem Bronzerang in Autopolis deutlich besser als noch letztes Jahr in die Saison gestartet. Einen etwas suboptimalen Saisonstart hatten hingegen Joao Paulo de Oliveira (Position 6 mit 6 Punkten) sowie Kazuki Nakajima (Platz 8 mit 3 Punkten). Insbesondere Nakjima hat einen Sieg auf dem Fuji Speedway bitter nötig, um nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Sollte der ehemalige Formel-1-Pilot zu seiner alten Form zurückfinden, zählt er zusammen mit seinem Teamkollegen Lotterer, mit er sich im letzten Jahr auf Slick-Reifen ein sehenswertes und stets faires Duell auf dem halb-nassen, halb-trockenen Fuji Speedway lieferte, sowie Joao Paulo de Oliviera, Tsugio Matsuda, Takuya Izawa und Loic Duval zu den Hauptfavoriten auf den Sieg am Sonntag. Letzterer gewann auf Toyotas Haus- und Teststrecke übrigens zuletzt im Jahr 2009.Super Formula Fuji 2012 Yuji Kunimoto

Zu den schwarzen Schafen gehört unter anderem Takashi Kogure. Dem Nakajima-Racing-Piloten wäre ohne die technischen Probleme beim Saisonauftakt in Suzuka fast die Sensation geglückt, weshalb auf ihn ein besonderes Auge geworfen werden muss. Kogure wirkt in diesem Jahr wie ausgewechselt, weshalb er trotz des Nullers in Autopolis nach wie vor zu den Geheimfavoriten auf den Titel zählt. Für zumindest einen Podestplatz dürfte auch Naoki Yamamoto gut sein, der das Momentum aus dem vierten Platz aus Suzuka sowie dem dritten Rang in Autopolis nach Fuji mitnimmt. Ebenfalls im Auge behalten muss man Ryo Hirakawa. Der von den japanischen Medien schon als neues Supertalent gefeierte Rookie beendete die ersten beiden Rennen auf dem achten respektive siebten Platz. Er fiel nicht nur bei den offiziellen Testfahrten zu Beginn des Jahres positiv auf, sondern pilotiert auch jenen Wagen, mit dem Kazuya Oshima im vergangenen Jahr in Fuji Dritter wurde. Mit Mischbedingungen wie 2012 ist in diesem Jahr bei über sehr schwülen 32 Grad Außentemperatur hingegen nicht zu rechnen – laut aktueller Wetterprognose gibt es nur sehr minimale Chancen auf vereinzelte, kleinere Regenschauer. Insgesamt 55 Runden (250.965km) stehen auf dem Programm.

TV-Zeiten Fuji

An der aktuellen TV-Situation hat sich selbstredend nichts verändert. Wer das Rennen sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet zurückgreifen. J Sports 3 überträgt am Sonntagmorgen ab 7 Uhr deutscher Zeit live. Der Rennstart erfolgt bereits 15 Minuten später um 7:15 Uhr.

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June 24 2013

15:18

24H von Le Mans: Die Analyse 2013

Es war ein Rennen in Le Mans, das alles hatte. Spannung, wechselhafte Bedingungen und großartige Zweikämpfe. Überschattet wurde dies alles aber durch den Tod von Allan Simonsen.

Le Mans 2013Es ist nie leicht eine Analyse zu schreiben, wenn in einem Rennen ein Fahrer sein Leben gelassen hat. Wir haben Allan Simonsen in einem Nachruf gewürdigt. In diesem Artikel wird es daher um das Rennen und um die Sicherheitsprobleme in Le Mans gehen. Über die muss geredet werden, denn die vielen Zwischenfälle mit den Leitplanken machen deutlich, dass etwas passieren muss. Das Rennen selber war wirklich sehr spannend, was aber nicht nur an Toyota lag. Die Audi dominierten zwar das Geschehen, hatten in diesem Jahr aber auch etwas Pech.

LMP1

Der Abstand zwischen Audi und Toyota, der sich in den Trainings- und Qualifikationsläufen angedeutet hatte, sorgte im Audi-Lager für Sorgenfalten. Eigentlich hätte man ja froh sein können, war man doch um die drei Sekunden schneller, als die Japaner. Aber man traute den Braten nicht. “Kann mir keiner sagen, dass die in diesem Jahr langsamer sind, als im letzten Jahr” hieß es aus dem Audi-Lager. Man vermutete, dass Toyota schwer gemauert hatte und erst im Rennen die wahre Form zeigen würde. Und in der Tat – in den ersten Runden musste man sich verwundert die Augen reiben, denn schnell schoben sich die #7 und #8 hinter den Audi mit der #1. Sollten die Toyota etwa dazu in der Lage sein, den Speed der Audi R18 zu halten?

Tatsächlich hatte Toyota etwas gemauert, aber nicht allzu viel. Man fuhr im Rennen etwas flotter als gedacht, blieb aber im Schnitt immer 1.5 bis 2 Sekunden hinter den Audi so lange es trocken war. Das Bild änderte sich allerdings gewaltig, wenn die Strecke feucht wurde. In Mischbedingungen und bei abtrocknender Strecke waren die Toyota deutlich schneller. Das konnte man gut in der vorletzten Regenphase sehen. Beginnend mit Rundenzeiten um die vier Minuten, konnte beide Toyota teilweise bis zu sechs Sekunden schneller fahren. Erst als die die Strecke trockener wurde und die Zeiten unter 3:40min fielen.

Es gab zwei Gründe für den merkwürdigen Performanceverlust der R18. Zum einen brauchte man etwas Zeit, um die Vorderreifen auf Temperatur zu bekommen, zum anderen kam man nicht so gut mit den neuen von Michelin entwickelten Intermediates klar. Die haben kein Profil mehr, sondern bestehen aus einer besonders weichen Mischung, was angeblich mehr bringen soll. Die Teams waren da allgemein etwas skeptisch, eingesetzt wurden die neuen Intermediates bei den Top-Teams nur selten, wenn man Radio Le Mans glauben kann, die versucht haben über die Reifenwechsel Buch zu führen.

Die Toyota konnten also immer dann etwas Zeit gut machen, wenn es regnete. Doch es gab, aus der Sicht der Japaner, einfach zu wenig kurzzeitige Schauer. In der Nacht blieb es, von einem Schauer um etwa halb vier abgesehen, trocken, was aus Sicherheitsaspekten zu begrüßen war.

Toyota konnte den Druck auf die Audi aufrecht erhalten, weil man etwas schneller als gedacht war und dennoch ein bis zwei Runden mehr fahren konnte. Allerdings gelang auch den Audi bei regennasser Straße ein Stint von 11 Runden, was die Analysten dann wieder überraschte. Dennoch hatte Audi die Sache bis zum Abend im Griff. Doch im Verlauf des Rennens hatte man gleich zweimal Pech. Erst versagte beim Vorjahressieger die Lichtmaschine, was einen 45minütigen Reparaturstopp nötig machte. Damit war die #1 aus dem Rennen. Bei der #3 gab es auch Probleme. Nach einer leichten Berührung mit einem Konkurrenten löste sich ein rechter Hinterreifen ausgerechnet vor dem Dunlop-Bogen. Zwar konnte Lucas di Grassi den Wagen um den Kurs schleppen, man verlor dabei aber 1.5 Runden auf beide Toyota.

Dass das Rennen enger als gedacht war, zeigt auch die Gesamtzeit, die die Wagen an der Box verbracht haben. Die #2 stand 34mal an der Box und verbrachte dort 47 Minuten, da waren ein paar ungeplante Reifenwechsel wegen des Wetters dabei. Die #3 und die #8, die am Ende Platz 2 erreichte, standen beide 30mal an der Box. Bei der #3 waren es am Ende 46 Minuten, bei der #8 43 Minuten. Der Unterschied betrug also gerade Mal eine gewonnene Runde, allerdings ist das Bild wegen der vielen Safety-Car Phasen und der wechselnden Bedingungen etwas verschoben.

Sicher scheint nur, dass die Toyota kaum eine Chance auf den Gesamtsieg hatte. Wäre es trocken geblieben, wäre der Abstand noch größer ausgefallen. Ob die Audi ohne Probleme den dritten Platz hätten halten können, ist schwer zu sagen. Es wäre zumindest sehr eng geworden. Jedenfalls waren die Japaner am Ende etwas schneller, als man vorher dachte, was dem Rennen die nötige Würze gab. Bemerkenswert ist auch, dass die Toyota fast ohne Probleme unterwegs waren. Die #7 stand einmal kurz neben der Strecke, offenbar mit einem Problem an der Elektrik, das sich aber von Zauberhand selbst löste. Die #8 hatte eine langsame Runde, weil man sich beim Sprit verkalkuliert hatte und man im Schongang an die Box kommen musste. Ansonsten hielt zu Überraschung aller die Technik durch. Immerhin war das erst das zweite Outing des 2013er Autos. Dass Lapierre dann den Wagen am Sonntagmorgen Eingangs der Porsche-Kurven versenkte war dann Pech. Ob der dritte Platz möglich gewesen wäre, ist schwer zu sagen, die #3 lag nur knapp eine Runde zurück.

Am Ende hat Audi verdient gewonnen. Tom Kristensen, Allan McNish und der Loic Duval fuhren ein fehlerloses Rennen und es hat besonders nach dem Unfall von Simonsen gut getan, seinen Landsmann Kristensen auf dem Podium stehen zu sehen.

Rebellion hatte ein schlechtes Wochenende in Le Mans. Die sonst wie ein Uhrwerk laufenden Lola-Coupés mit den Toyota-Motoren hatte unterschiedliche Probleme. Bei der #12 versagte das Getriebe. Grund dafür war vermutlich, dass er Wagen im Rennen regelrechte Bocksprünge machte, wie Neel Jani nach dem Rennen berichtete. Der Wagen wippte auf der Vorderachse so stark, dass er vom Gas gehen musste, wie er Motorsport-Total sagte. Man stellte den Wagen dann ab und schickte ihn nur am Ende auf eine letzte Runde. Die #13 lief besser, dann rutschte Andrea Belicchi am Sonntagmorgen auf feuchter Strasse in die Leitplanken. Dabei brach er sich mehrere Rippen auf der linken Seite. Dass er das Auto so überhaupt an die Box bringen konnte, ist schon ein kleines Wunder.

Bei Strakka lief es dagegen wie am Schnürchen. Zwar machte der Honda-Motor mit einem zu niedrigen Wasserdruck Sorgen, aber der Motor hielt durch. Somit ist Strakka in diesem Jahr etwas überraschend das beste Team hinter den Herstellern.

LMP2

Auch in der LMP2 gab es Überraschungen. Die Teams, die als Favoriten gehandelt wurden, Pecom, Jota, TDS, hatten allesamt Probleme. Die Morgan-Nissan von Oak liefen dagegen komplett fehlerlos. Es war bekannt, dass die Morgan zu den schnellsten LMP2 gehören, was Oliver Pla in der #24 mit seiner Pole untermauerte, aber gleichzeitig waren die Oak bisher auch technisch sehr anfällig. Daher wetteten die meisten auf die erfahrenen Teams aus dem Hause Pecom oder Jota.

Die ersten Stunden in der LMP2 waren auch extrem eng. Die #24 setzte sich an die Spitze, gefolgt von dem überraschend starken KCMG Morgan Nissan und Zytek von Jota. Von hinten hatte sich der zweite Oak (#35) schon ran geschlichen. Dahinter lauerte der Pecom. Thiriet/TDS, Murphy, G-Drive – sie alle waren schon einer Stunde im Mittelfeld verschwunden, oder hatten die ersten technischen Probleme.

In den ersten fünf Stunden änderte sich das Bild vorne nicht. Nachdem der Jota, der kurzzeitig vorne lag, mit einem Defekt eine Runde verloren hatte, setzten sich die Oak an die Spitze. Der G-Drive mit der #26 und der Thiriet tauchten am Abend in der Verfolgung auf. In der Dämmerung verlor der als stärker eingeschätzte und zu diesem Zeitpunkt auch führende Oak-Morgan mit der #24 jedoch einige Zeit und Positionen, als David Heinemeier-Hansson den Wagen in den Porsche-Kurven in die Leitplanken setzte. Da man eine Doppelführung inne hatte, konnte die #35 jedoch nahtlos übernehmen.

Nach 12 Stunden hatte sich immer noch kein klares Bild an der Spitze geformt. Die Oak blieben immer in der Spitzengruppe, es gesellte sich der überraschend stark fahrende Greaves mit Mardenborough, Ordonez und Krumm hinzu. Der Pecom-Oreca hatte mittlerweile schon drei Runden Rückstand und war damit raus aus der Entscheidung.

Weitere vier Stunden später waren die beiden Oak nach starker Fahrt von Pla und Brundle in der #24 wieder an der Spitze beisammen. Die #35 hatte knapp 30 Sekunden Vorsprung vor dem Schwesterauto, dahinter lag der Greaves-Zytek, allerdings schon mit einer Runde Rückstand. Ebenfalls noch im Rennen war der Thiriet, der in diesem Jahr aber im Kampf um die Spitze nicht eingreifen konnte. Zum einen war die Fahrerbesetzung nicht so stark, zum anderen hatte man kleinere technische Probleme. Am Ende verlor man das Auto in einem Regenschauer durch einen Unfall.

Nach 20 Stunden hatte sich die #35 mit Pla, Gonzales und Plowman eine Runde Vorsprung vor der #24 erarbeitet. Eng war es noch um P3, wo der G-Drive mit Rusinov, Martin und Conway gegen den Greaves kämpfte. Der Rest des Feldes war abgeschlagen.

Am Ende gewannen die #35 vor der #24 und dem G-Drive mit der #26, der sich mit knapp einer Minute Vorsprung vor dem Greaves ins Ziel rettete.

Es war ein spannendes Rennen in der LMP2, auch wenn es an der Spitze wenig Bewegung gab. Aber dahinter wurde lange hart um die Plätze gekämpft. Vor allem in der Nacht lagen die Plätze 4 bis 7 sehr eng beieinander.

Die Lotus hatten Pech. Die #31 verlor man schon nach 17 Runden wegen es Kabelbrand im Cockpit, die #32 zeigte dafür eine sehr gute Leistung. Man kämpfte lange im vorderen Mittelfeld, bis auch bei diesem Wagen – auf Klassen-Platz 9 liegend – die Technik versagte.

Einen bösen Abflug hatte der HVM Status Wagen mit Mowlem/Burgess/Hirschi. Ausgangs der letzten Porsche-Kurve verlor Burgess den Wagen und schlug hart in die Betonmauer ein. Der Wagen wurde regelrecht zerrissen, die Hinterachse lag am Ende neben dem Auto. Glücklicherweise passierte dem Fahrer nichts.

Für Ärger sorgte der DKR-Wagen mit Porta/Raffin/Brandala. Zum einen war man sehr langsam unterwegs, zum anderen stand man das ein oder andere Mal ziemlich im Weg rum. Bei Radio Le Mans forderte man sogar, das Team aus dem Rennen zu nehmen. Ebenfalls oft neben der Strecke war der Delta-ADR, dessen Dreherorgie nach sieben Stunden beendet war. Der Gulf Racing Wagen kam gerade mal 22 Runden weit.

GTE-Pro

Hier war die Sache mehr als eng und von Anfang an war ein Kampf zwischen den Porsche (#91, #92) und den Aston Martin. Während des gesamten Rennens wechselte die Führung so oft, dass man kaum zählen konnte. Die drei Aston (#97, #98, #99) wechselten sich in der Führung ab, wobei man vor allem Bruno Senna in der #99 erwähnen sollte. Der ehemalige F1-Fahrer war sehr stark unterwegs und teilweise die schnellsten Rundenzeiten im Team. Das ganze war eher ein 24 Stunden-Sprintrennen zwischen beiden Teams.

Aber es war nicht das Rennen der Aston Martin. Am Sonntagmorgen erwischte es die #98 mit einem kapitalen Motorschaden. Wenig später flog Frédéric Makowiecki böse nach der ersten Schikane ab. Auf feuchter Strecke kam er mit einem Rad auf eine weiße Linie, der Wagen schoss nach links und schlug ungebremst in die Leitplanke. Das sah böse aus, der Franzose konnte aber unverletzt dem Wrack entsteigen. Damit blieb nur noch die #97 mit Dumbreck/Mücke/Turner, die zeitweise nur 8 Sekunden (!) zurücklagen. Durch die unterschiedlichen Boxenstrategien war es unmöglich, hier einen Sieger vorher zu sagen. Erst in der letzten Stunde des Rennens klärte sich das Bild. Nach einem kurzen Schauer setzte Aston alles auf eine Karte und wechselte auf Regenreifen, während der Porsche mit #92 auf Slicks weiterfuhr. Im ersten Moment dachte man, dass das der entscheidende Stopp war und Manthey ein Fehler unterlaufen war. Doch der Schauer hielt nur wenige Minuten, die Entscheidung von Aston war am Ende die Falsche. Zu allem Überfluss verlor man den zweiten Platz auch noch an den zweiten Porsche, weil man hinter das falsche Safety Car rutschte. Logischerweise war man bei Aston Martin Racing tief enttäuscht, man wollte einen Sieg für den verstorbenen Allan Simonsen holen.

Überhaupt nichts zu melden hatten die Ferrari und die Corvette. Im Corvette Lager war man überrascht, wie schnell es in der GTE-Pro zuging. In der Tat verlor man rund 2 Sekunden pro Runde auf die Aston und die Porsche. Man war logischerweise enttäuscht, gab aber auch an, dass die CR6 nun mal Ende ihrer Entwicklung sei und man nicht mehr rausholen konnte. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass man die Corvette halt nicht in Europa fahren lässt. Somit fehlen Vergleichswerte zu den anderen Teams. Einfach aus den USA anreisen und mal ebenso Le Mans gewinnen geht nicht mehr. Man wird sich für das nächste Jahr etwas anderen überlegen müssen.

Zu den Ferrari kann ich wenig sagen. Man war einfach zu langsam. Offensichtlich hat die FIA in diesem Jahr die BoP sehr zu ungunsten der F458 ausgelegt. Beide Ferrari liefen, bis auf kleinere Zwischenfälle, komplett fehlerlos, dennoch fehlten am Ende drei, bzw. vier Runden auf den Sieger.

Für die Viper war ein “Lehrjahr”. Dem Auto fehlte der Topspeed und in Sachen Verbrauch sah es auch nicht so doll aus. Das war zu erwarten, aber immerhin kamen beide Wagen ins Ziel. Letzter wurde der JMW Ferrari.

Am Ende holte Porsche also einen Doppelsieg. Das war überraschend und vermutlich der guten Mauertaktik von Olaf Manthey geschuldet, denn in den bisherigen Rennen war Porsche weit, weit von den Zeiten der Aston entfernt. Man darf auch nicht vergessen, dass die Briten 20kg mehr im Wagen hatten, als noch zu Beginn der Saison.

GTE-Am

Die GTE-Am wird immer etwas stiefmütterlich behandelt, dieses Jahr gab es aber mal ein paar Bilder mehr. Schuld daran war Patrick Dempsey, der in Frankreich offenbar kurz vor der Heiligsprechung steht. In seiner Box war derartig viel los, dass Dempsey zeitweise verärgert ins Motorhome wanderte. Dafür lief sein Wagen aber extrem gut. Ich gestehe doch etwas überrascht gewesen zu sein, den Porsche von ihm lange in Führung zu sehen. Er wechselte sich dabei mit dem zweiten Proton (#88) und dem IMSA Porsche (#76) in der 2011er Konfiguration ab. Dempsey hatte eine echte Chance auf den Rennsieg, wurde aber in der Nacht irgendwann von einem LMP2 abgeschossen und gedreht. Dempsey brauchte sehr lange, bis der Wagen wieder lief. Am Ende fehlten ihm dann tatsächlich nur ein paar Sekunden auf Platz 3.

Nachdem die #88 sich mehrfach ins Kiesbett verabschiedet hatte, übernahm der IMSA Porsche die Führung und konnte diese auch durch die Nacht bis zum Ziel halten. Die Paarung Narac, Bourrey, Vernay holte den Klassensieg. Wobei man sagen muss, dass Bourret auf eine Fahrzeit von vier Stunden kam. Die anderen 20 Stunden (!) teilten sich Narac und Vernay.

Immer auf der Lauer lagen die beiden AF Corse Ferrari. Aber auch in der GTE-Am fehlten den Ferrari einiges an Zeit. Das ist insofern erstaunlich, weil dort ja mit den 2012er Wagen gefahren wird. Und im letzten Jahr hatte Ferrari in der Pro Klasse den Gesamtsieg geholt. Auch hier dürfte die BoP Schuld sein.

Sicherheit in Le Mans:

Wenn ein Fahrer stirbt, muss man Fragen stellen. Warum Allan Simonsen sterben musste, das werden die FIA, der ACO, Aston Martin Racing und auch die französischen Behörden ermitteln. Letztere haben sich eingeschaltet, weil der Unfall auf einer öffentlichen Straße stattfand.

Die erste Frage wird der ACO beantworten müssen. Warum stehen ausgangs Tetre Rouge keine Reifenstapel? Es ist nicht das erste Mal, dass dort jemand abgeflogen ist. Und wie ein Foto zeigt, stehen die Bäume direkt hinter den Leitplanken. Vermutlich hat die Leitplanke die Wucht des Aufpralls nicht genügend abfangen können. Reifenstapel hätten hier vermutlich ein Leben retten können, aber das Problem ist, dass die Hunaudières-Gerade direkt nach dem Rennen wieder für den normalen Verkehr geöffnet werden muss. Der Abbau von Reifenstapeln würde dies verzögern. Die Frage muss aber erlaubt sein, ob es nicht möglich ist, eine Stunde mit der Öffnung zu warten, wenn damit die Sicherheit der Fahrer erhöht wird.

Auffallend war aber, dass die Leitplanken besonders oft repariert werden mussten. Es gab etliche harte Einschläge, die zum Glück keine schlimmen Folgen hatten. Aber der ACO muss sich die Frage stellen, ob die teilweise alten Leitplanken noch den modernen Sicherheitsstandards entsprechen. Ärgerlich ist auch, dass es in den Porsche-Kurven nur blankes Beton als Absperrung gibt. Der ACO investiert jedes Jahr viel Geld im Bereich Start/Ziel in neue Gebäude und andere Dinge. Es wäre an der Zeit, dass man in den Porsche Kurven eine Art “Safer Barrier” installiert.

Grundsätzlich ist die Strecke in Le Mans eine Ausnahme im Rennkalender. Die Hunaudières-Gerade ist durch die Schikanen entschärft, in Mulsanne und Arnage hat man mehr Auslaufzonen geschaffen. Sorgen macht man sich aber immer um die Mulsanne-Gerade und die anscließende Gerade bis Indianapolis. Hier passen gerade zwei Wagen nebeneinander und das bei den hohen Geschwindigkeiten.

Le Mans ist keine Tilke-Strecke mit riesigen Auslaufzonen. Das macht auch ihren Reiz aus, so unsinnig das nach einem tödlichen Unfall auch klingen mag. Alle wissen, dass die Fahrer in Le Mans stärker gefährdet sind, als auf anderen Strecken in Europa. Es gab in Le Mans dieses Jahr zwölf Safety-Car Phasen. Das ist nicht nur ein neuer Rekord, sondern sogar eine Vedoppelung des alten Maximums. Die Menge der Unterbrechungen lag auch daran, dass die Rennleitung nach dem tödlichen Unfall besonders vorsichtig reagierte und auf lokale Gelbphasen weitestgehend verzichtete. Hier kann man ihnen keinen Vorwurf machen.

Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen für nächstes Jahr die Sicherheit an der Strecke weiter erhöhen.

Übertragung
Kann ich nichts zu sagen, ich war ja an der Strecke. Aber ein sehr, sehr großes Dankeschön geht auch in diesem Jahr wieder an Radio Le Mans. Ich hatte mit für 10 Euro ein kleines Radio gekauft, dank eigener Kopfhörer konnte ich dann 24 Stunden lang den Rennverlauf auch dann verfolgen, wenn ich nicht an der Strecke oder in der Nähe eines Bildschirms war. Wie jedes Jahr war die Übertragung von RLM hochemotional. Besonders das Ende der Übertragung konnte einem die Tränen in die Augen treiben. Le Mans ohne John Hindhaugh, Paul Trussers, Nick Damon, Jeremy Shaw und all die anderen ist einfach nicht vorstellbar.

Infos:

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April 13 2013

19:00

Super Formula Saisonvorschau 2013

Die Formula Nippon heißt ab diesem Jahr Super Formula. Der Namenswechsel liegt der neuen Strategie zugrunde, in Asien zu expandieren. Der Saisonstart erfolgt dieses Wochenende in Suzuka. Oft kopiert, in der Qualität aber unerreicht, wird der Racingblog auch diesem Jahr wieder ausführlich über Japans wichtigste und höchste Formel-Serie berichten.

Super Formula Round 0 Suzuka 2013 Start 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Böse Zungen könnten behaupten, dass durch den Namenswechsel von Formula Nippon auf Super Formula Raider nun einfach Twix heißen würde. Betrachtet man auch lediglich dieses Jahr, so könnte man dieser Aussage auch fast schon zustimmen. Allerdings eben auch nur fast. Denn hinter dem neuen Namen steckt die komplett neue Strategie der Serie. Ähnlich der Super GT möchte die JRP (Japan Race Promotion) mit ihrer Formel-Serie auf dem asiatischen Markt expandieren. Hierfür benötigt man nicht nur einen etwas „neutraleren“ Namen, sondern als FIA-sanktionierte Serie auch den Segen des Motorsport-Weltverbandes. Und genauer dieser untersagt, dass eine nationale Rennserie als solche ein Championat austrägt, wenn sie in mehr als zwei Ländern unterwegs ist. Durch die Expandierung erhofft man sich, einen ähnlichen Stellenwert wie die Formel 1 oder IndyCar in Asien zu erhalten.

Vom ursprünglich kompletten Namen „All-Japan Championship Formula Nippon“ taufte man sich somit in „Japanese Championship Super Formula“ um. Manch europäischem Motorsport-Fan mag sicherlich eine gewisse Namensähnlichkeit zur Superleague Formula auffallen, tatsächlich ist der Name allerdings an die Super GT, die populärste Rennserie in Japan angelehnt. Auch diese nannte sich 2005 aus genau den gleichen Gründen in den heute bekannten Namen um. Mit dem Namenswechsel endet die Ära der Formula Nippon, die 1996 als komplett neue Rennserie und Nachfolgeserie der japanischen Formel 3000 (Japanese Formula 3000) gegründet wurde . Die Vergangenheit der Rennserie geht selbstredend viel weiter, bis ins Jahr 1973, zurück, als Motoharu Kurosawa erster All-Japan-Formula-2000-Meister wurde. Jene Statistiken aus der Vergangenheit werden inoffiziell miteingerechnet, offiziell beschränkt sich die JRP hingegen auf die Ergebnisse seit 1996. Würde man beispielsweise den Rekordmeister aller Jahre bestimmen wollen, so müsste man, unter Einberechnung der kompletten Vergangenheit, die japanische Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino nennen. Der heutige Impul-Teamchef gewann, abgesehen vom Formula-Nippon-Zeitalter, unter jedem Reglement insgesamt sieben Meisterschaften (1975, 1977, 1978, 1987, 1990, 1993). An zweiter Stelle müsste eine weitere Legende genannt werden: Satoru Nakajima war insgesamt fünfmal erfolgreich (1981, 1982, 1984, 1985, 1986). Dem Vater von Kazuki und Daisuke Nakajima gelang zudem als einziger drei Titel hintereinander zu gewinnen. Beschränkt man sich hingegen lediglich auf das Zeitalter der Formula Nippon, sprich ab 1996, so würde die Wahl des Rekord-Champions auf Satoshi Motoyama fallen, der insgesamt viermal siegreich war (1998, 2001, 2003, 2005). Das Kunststück mehrere Titel hintereinander zu gewinnen gelang in dieser Zeit hingegen lediglich Tsugio Matsuda (2007 und 2008).

Super Formula Logo 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Wie dem letztlich auch sei: Vom Wechsel von Formula Nippon auf Super Formula handelt es sich lediglich um einen Namenswechsel und nicht um eine komplette neue, respektive Nachfolgerserie! Das Ganze ist schon fast mit der der Namensänderung der Indy Racing League auf IndyCar Series zu vergleichen. Letzter Champion unter dem alten Namen wurde Kazuki Nakajima. Der Tom’s-Fahrer sicherte sich in seinem erst zweiten Jahr in der Serie in einem packenden wie auch unglaublich spannenden Finale den Titel. Der Sieger am Ende dieses Jahres darf sich hingegen nicht nur erster Super-Formula-Meister nennen, sondern auch der letzte Champion mit dem alten Wagen sein. Im nächsten Jahr wird die Super Formula nämlich den neuen Einheitswagen von Dallara einsetzen.

Die Wahl auf den italienischen Hersteller, der unter anderem auch die Chassis für die IZOD IndyCar Series und GP2 baut, wurde im letzten Jahr kurz vor dem Saisonfinale in Suzuka bekanntgegeben. Wie das japanische Magazin Auto Sport allerdings berichtete, fiel die Wahl des neuen Herstellers zunächst allerdings nicht auf die Italiener, sondern die JMIA (Japan Motor-Racing Industry Association), die unter anderem das Chassis für die Japanese Formula 4 herstellen. Nach Angaben des Magazins hat sich die JRP zunächst für die JMIA entschieden, da diese ein gutes Konzept, sogar ohne Anzahlung für die Entwicklungskosten, auf den Tisch legten. Ein sehr kritischer Kommentar, insbesondere gegenüber der Zukunft und Expandierungspläne der JRP, von Minoru Hayashi (Chairman der JMIA) im Juni 2012  auf der Webseite der JMIA, hat allerdings wiederum viele Mitglieder, die zuvor noch die JMIA unterstützen, verärgert. Zusammen mit den Team-Besitzern entschloss sich die JRP auf einer nicht-öffentlich zugänglichen Konferenz dann letztlich für Dallara. Super Formula Saisonvorschau 2013

Am 25. März 2013 präsentierte die Japan Race Promotion auf einer Pressekonferenz dann endlich die ersten Bilder des neuen Boliden. Auffallend ist, dass sich Dallara stark den Monoposti aus der Formel 1 oder GP2 orientiert. So besitzt der SF14 beispielsweise eine leicht gekrümmte Nase. Des Weiteren ist die Heckfinne auffallend, aber auch der aggressive Heckflügel. Zu gefallen wissen auch die geschwungenen Seitenkästen. Bereits im Vorfeld gab Dallara bekannt, dass man das Know-How aus den anderen Rennserien auf das klare Konzept der JRP übertragen möchte. Das Ergebnis wirkt, im Gegensatz zum FN09 – dem nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübschesten Formel-Wagen) von Swift Engineering (auch bekannt als Swift 017.n) nicht mehr ganz so einzigartig, aber dennoch hübsch. Genaue technische Details wollten Dallara und die JRP noch nicht verraten, außer das der Wagen 650kg schwer sein wird. Mit diesen sollte aber zum Shakedown des Wagens im Sommer zu rechnen sein. Nach den ersten Proberunden von Kazuki Nakajima und Takuya Izawa im Simulator in Italien soll der Wagen schneller als der aktuelle FN09 sein. Nakajima lobte zudem die Ansprechbarkeit des Boliden, dass er, zumindest im Simulator, sofort das Feedback spürte und seine Rundenzeiten systematisch verbessern konnte. Er könne es jedenfalls kaum noch erwarten, bis er endlich im fertigen Wagen sitzen kann.

 Super Formula Saisonvorschau 2013Durch die höhere Geschwindigkeit wird die Super Formula noch näher an den Speed der aktuellen Formel 1 heran. Zum Vergleich: 2012 betrug die 107%-Regel in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan 1:38.471 Minuten. Im gleichen Jahr stellte die Formula Nippon in Suzuka einen neuen, Serien-internen Rundenrekord von 1:38.700 auf, der in diesem Jahr aufgrund neuer Einheitsreifen von Bridgestone von gleich sieben Fahrern in der Qualifikation gebrochen werden konnte. Den neuen Rundenrekord stellte Takuya Izawa mit einer 1:38.217 auf. Dadurch unterstreicht die Super Formula erneut, keine Nachwuchsserie, sondern etwas komplett Eigenständiges wie beispielsweise die IZOD IndyCar Series zu sein! Beim Motorenreglement wird die Super Formula erneut Hand in Hand mit der Super GT gehen. Die Aggregate von Toyota und Honda werden 2,0-Liter 4-Zylinder Turbo-Reihemotoren sein und insgesamt 550 PS sowie 700Nm-Drehmoment besitzen. 50 weitere PS werden durch das KERS-ähnliche „System E“ möglich sein, an dem Toyota und Honda seit einigen Jahren entwickeln. System E soll das derzeitige, fünfmal für jeweils fünf Sekunden aktivierbare Boost-System des aktuellen Wagens ersetzen.

All dies ist selbstredend Zukunftsmusik, von der wir in diesem Jahr aber sicherlich, spätestens zum Shakedown des neuen Wagens im Sommer, häufiger berichten werden.

 

Änderungen und der Rennkalender 2013

Eine große Änderung in diesem Jahr betrifft die Vereinheitlichung des Qualifikationssystems. 2012 wurde je nach Rennen zwischen einer Kombination aus regulärer Qualifikation sowie einem anschließenden Einzelzeitfahren der besten zehn Fahrer sowie  dem aus der Formel 1 bekannten Knock-Out-Format gewechselt. In diesem Jahr wird hingegen das Knock-Out-Format bei allen Rennen zum Einsatz kommen. Nach dem ersten, 20-minütigen Qualifikationssegment scheiden die Platzierungen von 15 bis 19 aus. Für das dritte Qualifikationssegment qualifizieren sich hingegen die acht besten Fahrer aus Q2. Beide Segmente sind jeweils sieben Minuten lang. Eine weitere Änderung betrifft den neuen Einheitsreifen von Bridgestone. Der japanische Hersteller hat für dieses Jahr eine neue Reifenmischung entwickelt, die mehr Grip besitzt und folglich schnellere Rundenzeiten zulässt. Die Folge: Bereits zur Qualifikation zum Saisonstart in Suzuka unterboten sieben Fahrer den erstSuper Formula 2013 Kazuki Nakajima 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013 im letzten Jahr aufgestellten Rundenrekord von 1:38.700. Am schnellsten auf den neuen Pneus war Takuya Izawa, der wie bereits erwähnt eine 1:38.217 auf den Asphalt brannte. Über die Lebensdauer der neuen Reifen steht hingegen noch ein großes Fragezeichen. Laut Angaben von Bridgestone sollen die Pneus nicht schneller als im letzten Jahr abbauen. Letztlich wird man aber wohl die ersten zwei Rennen abwarten müssen, um dies beurteilen zu können. Die Fahrer sind jedenfalls vom Grip-Gewinn begeistert.

Der diesjährige Rennkalender bietet ein ähnliches Bild wie im letzten Jahr. Passend zur neuen Strategie der Serie wird die Super Formula 2013 allerdings ihr Debüt in Südkorea feiern. Anders als die Super GT geht es allerdings nicht auf den Korea International Circuit in Yeongnam, sondern auf den komplett neuen Autopia Circuit in Inje. Die Veranstalter unterschrieben mit der JRP einen mehrjährigen Vertrag, welcher das Rennen zum festen Bestandteil des zukünftigen Super-Formula-Kalender werden lässt. Ziel der Veranstalter ist es, den Motorsport und dabei insbesondere Formel-Sport in Korea bekannter und populärer zu machen. Nach der Formel 1 wäre die Super Formula somit die zweite große Formel-Serie im Land. Für die Super Formula ist es nicht das erste Auslandsrennen: Bereits 2004 trug man einen Lauf auf dem Sepang Circuit in Malaysia aus. Damals gewann André Lotterer vor Naoki Hattori und Juichi Wakisaka.

Der Saisonstart erfolgt traditionell an diesem Wochenende in Suzuka. Anschließend begibt sich die Super Formula leider in eine fast zweimonatige Pause, wohl auch bedingt durch Terminkollisionen mit der Super GT. Erst am 2. Juni geht es in Autopolis (Kyushu) weiter. Es folgen der Fuji Speedway, der Twin Ring Motegi, der Autopia Circuit in Inje (Korea), ehe es am Ende der Saison ins Sportsland Sugo sowie zum erneuten Finale in Suzuka geht. Den großen, nicht zur Meisterschaft-gehörenden Saisonabschluss mit der Super GT wird beim JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup vom 15. bis 17. November auf dem Fuji Speedway zelebriert. Abgesehen von beiden Läufen in Suzuka beträgt die Renndistanz jeweils 250km. Zum Saisonstart wird man hingegen ganze 300km (oder 296,157km, wenn man es wirklich genau nimmt), sprich 51 Runden absolvieren – nur zwei Runden weniger als die Formel 1! Zum Saisonabschluss setzt man hingegen wieder auf das aus dem letzten Jahr bekannte „Zwei-Sprintrennen-Format“ über 20 respektive 28 Runden. Insbesondere das zweite Sprintrennen bot einiges an Spannung, da die Meisterschaftsführung mehrmals zwischen den fünf verbliebenen Titelkontrahenten wechselte.

Der Kalender für 2013:

13.04-14.04:   Suzuka Circuit
01.06-02.06:   Autopolis
13.07-14.07    Fuji Speedway
03.08-04.08:   Twin Ring Motegi
24.08-25.08:   Inje (Korea)
28.09-29.09:   Sportsland Sugo
09.11-10.11:   Suzuka Circuit
15.11-17.11:   JAF Grand Prix Fuji Speedway (gehört nicht zur Meisterschaft)

 

Teams und Fahrer 2013

 

Petronas Team Tom’s (Toyota)
#1 Kazuki Nakajima
#2 André Lotterer
#2* James Rossiter (ersetzt Lotterer beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2012 Kazuki Nakajima 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr konnte sich in einem packenden wie auch spannenden Saisonfinale Kazuki Nakajima den Titel sichern. So überlegen wie sein Teamkollege André Lotterer im Jahr 2011 war der Ex-Williams-F1-Pilot hingegen nicht: 2011 gewann Lotterer sechs von sieben Läufen. Ausgerechnet das Rennen in Autopolis gewann letztlich Nakajima, weil Lotterer aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht daran teilnehmen konnte. Von dieser Überlegenheit war 2012 nichts mehr zu spüren. Zwar war Nakajima beim Saisonauftakt in Suzuka siegreich. Es sollte allerdings bis zum allerletzten Lauf dauern, bis er sich erneut auf die Mitte des Podests stellen konnte. Grund hierfür war die schwindende Dominanz von Tom’s sowie die deutlich gestärkte Konkurrenz in Form von Tsukakoshi, Izawa sowie Joao Paulo de Oliveira. Lotterer selbst gewann im letzten Jahr immerhin zwei Läufe (Motegi im Frühjahr sowie Fuji), schrieb dafür aber auch zwei Nuller. Zwar gelang es Tom’s am Ende den Fahrermeister zu Stellen, die Team-Wertung musste man hingegen Docomo Team Dandelion Racing überlassen. Grund hierfür waren neben Fahrfehlern auch einige kleinere, technische Defekte. Auch die diesjährige Saison sollte für Petronas Team Tom’s nicht einfach werden: Bei beiden Testfahrten in Suzuka sowie auf dem Fuji Speedway bewegte man sich lediglich im Mittelfeld. Selbstredend gilt Kazuki Nakajima dennoch als heißer Titelanwärter. Sein Teamkollege André Lotterer sollte hingegen keine allzu realistischen Chancen auf den Titel haben. Aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi wird der Duisburger sowohl beim Saisonstart wie auch beim Saisonfinale in Suzuka fehlen. Es ist dennoch erfreulich, dass der 2-fache Le-Mans-Sieger doch noch eine weitere Saison in seiner Wahlheimat Japan fahren wird, nachdem er sich Ende letzten Jahres darüber noch nicht ganz sicher war. Lotterers große Fanbase im Land der aufgehenden Sonne wird sich darüber freuen. Bei beiden Suzuka-Rennen wird Lotterer vom 29-jährigen Briten James Rossiter ersetzt, der bereits Testfahrten für Force India in der Formel 1 absolvierte und Teamkollege von Kazuki Nakajima bei Tom’s in der Super GT ist.

 

Kondo Racing (Toyota)
#3 Hironobu Yasuda

Super Formula 2012 Hironobu Yasuda 2 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Team-Besitzer Masahiko Kondo (von mir auch gerne als „der Mann mit der besten Frisur im Fahrerlager” genannt) ist eine Art Multitalent. Der in Japan bekannte Sänger, Schauspieler und Komponist ging mit seinem Team erstmals im Jahr 2000 an den Start. Es sollte ganze acht Jahre dauern, bis Joao Paulo de Oliveria Masahiko Kondo in Fuji den bis dato einzigen Sieg des Teams spendierte. Mit insgesamt 44 Punkten in der Team-Wertung schob sich Kondo Racing 2008 vor namenhafte Mannschaften wie Impul. Kondo Racing ist ein stark antizipiertes Team, dessen Durchbruch seit der Saison 2008 vorausgesagt wird, nach dem Weggang von de Oliveira zu Impul aber dieser Erwartungshaltung etwas zurückblieb. Im letzten Jahr verpflichtete man den Rookie Hironobu Yasuda, der sich in Serien wie der japanischen Formel 3 bereits einen Namen machte und seit 2010 auch für Kondo Racing in der Super GT unterwegs ist. In diesem Jahr ist dort sein Teamkollege übrigens Michael Krumm. Yasuda blieb im letzten Jahr punktlos. Sein bestes Resultat war ein neunter Platz in Motegi sowie zum Saisonfinale in Suzuka, womit er nur knapp Meisterschaftspunkte verpasste. Während der Testfahrten in Suzuka machte der 29-jährige Japaner eine solide Figur.

 

Kygnus Sunoco Team LeMans (Toyota)

#7 Ryo Hirakawa
#8 Loic Duval
#8* Andrea Caldarelli (ersetzt Duval beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2013 Ryo Hirakawa 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr traten Team LeMans sowie deren Schwester-Team Kygnus Sonoco aufgrund vertraglicher Probleme noch getrennt an. In diesem Jahr ist das Team endlich vereint, was der Koordination sowie der Stärkung der Mannschaft sicherlich zu Gute kommen sollte. Nach einem Jahr Pause feierte im letzten Jahr der Champion von 2009, Loic Duval, seine Comeback bei Kygnus Sunoco. Bedingt durch seine Fähigkeiten sowie seinem Wissen gelang es dem Franzosen, genau die richtige und auch von mir prophezeite Entwicklungsarbeit zu leisten. Das Ergebnis: Ein dritter Platz in Autoplis sowie der zweite Rang beim Finale in Suzuka. Die Saison beendete Duval mit 25 Zählern auf Rang 6. Die Früchte dieser Aufbauarbeit sollte der Franzose auch in diesem Jahr ernten können. Wie auch Lotterer sind seine Meisterschaftschancen aber eher unrealistisch, denn auch er wird beim Auftakt sowie Finale aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi fehlen. Bei diesen zwei Rennen wird er deshalb vom Italiener Andrea Caldarelli ersetzt, der relativ erfolglos und ohne Punkte 2011 bei Kondo Racing fuhr. Caldrelli ist außerdem für KeePer Tom’s in der Super GT unterwegs. Die komplette Medienaufmerksamkeit wird hingegen der von den japanischen Medien schon als neuer Superstar gefeierte Ryo Hirakawa bekommen. Der erst 19-jährige Japaner ist nicht nur der jüngste Starter im Feld, sondern blickt auch auf eine sehr erfolgreiche, vergangene Saison zurück. Hirakawa gewann neben der japanischen Formel 3 auch den Porsche Carrera Cup Japan und sicherte sich den Vizetitel in der Formula Challenge Japan. Gleich bei seinem ersten Einsatz während der Testfahrten in Suzuka machte der in Hiroshima geborene Japaner mit Gesamtrang 2 auf sich aufmerksam, weshalb ich Podiumsplätze in seiner Rookie-Saison für nicht unwahrscheinlich halte. Hirakawa ersetzt Kazuya Oshima, der im letzten Jahr fast das Rennen auf dem Fuji Speedway gewann.

 

HP Real Racing (Honda)

#10 Koudai Tsukakoshi
#11 Yuhki Nakayama

Super Formula 2013 Koudai Tsukakoshi 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013HP Real Racing ist ebenfalls ein sehr junges Team. 2007 ging man erstmals mit Teams in der Super GT sowie der japanischen Formel 3 an den Start, ehe man 2009 zusammen mit der Einführung des FN09 auch in der Formula Nippon mit Koudai Tsukakoshi am Steuer startete. Die Ergebnisse waren für ein neues Team solide, 2011 war hingegen ein Katastrophenjahr. Nachdem Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing abgeworben wurde, pokerte HP Real Racing mit dem jungen Talent Takashi Kobayashi, der 2010 die Japanese Formula 3 mit sechs Siegen gewann. Kobayashi blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück und wurde mit null Meisterschaftspunkten noch mitten in der Saison durch Hideki Mutoh ersetzt, der allerdings ebenfalls keine Punkte für das Team einfahren konnte. Tuskakoshis Super-GT-Teamkollegen Toshihiro Kaneishi gelangen im letzten Jahr zwei Meisterschaftszähler. In diesem Jahr kehrt Koudai Tsukakoshi hingegen wieder zu seinem alten Team zurück. Der Vizemeister vom letzten Jahr bringt nicht nur neue Erfahrung sowie gewonnenes Wissen von Docomo Team Dandelion Racing, sondern auch eine ordentliche Ladung Motivation mit. Tsukakoshi gelang in Autopolis letztes Jahr sein erster Karrieresieg in Japans höchster Formel-Serie; am Ende fehlten lediglich drei Zähler zum Titelgewinn. Beachten muss man allerdings, dass HP Real Racing nicht Docomo Team Dandelion Racing ist, weshalb Top-5-Resultate für 26-jährigen Japaner machbar, aber nicht einfach werden. Persönlich kann ich den Wechsel von Tsukakoshi nicht ganz nachvollziehen. Allerdings ist er für Real Racing an der Seite von Toshihiro Kaneishi auch in der Super GT unterwegs, was das Ganze zumindest etwas sinniger erscheinen lässt. In diesem Jahr wird HP Real Racing zudem erstmals dauerhaft einen zweiten Wagen einsetzen. Yuhki Nakayama sammelte bereites bei zwei Gastspielen in Fuji sowie Motegi im letzten Jahr erste Erfahrungen im Team sowie mit dem Boliden.

 

Team Mugen (Honda)
#15* Takuma Sato (nur ausgewählte Rennen)
#15* Takashi Kobayashi (nur ausgewählte Rennen)
#16 Naoki Yamamoto

Super Formula 2013 Takuma Sato 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Mugen ist Honda-Fans ein Begriff. Tatsächlich gehört das seit 2010 in der Super Formula befindliche Team, bis auf den Namen und die Nähe zur Honda-Familie aber nicht Mugen selbst, wohl auch weil es den Namen Mugen in seiner ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Nach einem Steuerskandal im Jahr 2003 ging Mugen Konkurs und trägt seit 2004 den Namen M-Tec. Im Debütjahr ging das damalige Team Motul Mugen mit Yuji Ide an den Start, der allerdings nur einen Punkt erzielte. 2011 Jahr warb man den Nakajima-Racing-Fahrer Naoki Yamamoto ab, der auch gleich in der ersten Qualfikation des Jahres in Suzuka mit einer Fabelzeit die Pole Position einstrich, im Rennen allerdings leer ausging. Der zweite Höhepunkt war Yamamotos fünfter Platz in Autopolis; das Jahr beendete man mit lediglich fünf Punkten auf dem Konto. Im letzten Jahr lief es für Yamamoto etwas schlechter: Zwar überzeugte er bei den Testfahrten in Suzuka, konnte am Ende der Saison allerdings nur zwei siebte Plätze in Suzuka sowie Motegi vorweisen. Insbesondere an seiner Konstanz muss Yamamoto arbeiten. Besonders erfreulich für die japanischen Fans: Auch in diesem Jahr wird Takuma Sato vereinzelte Gastspiele in der Super Formula geben, das erste gleich zum Saisonstart in Suzuka. Bereits im letzten Jahr nahm der IndyCar-Fahrer an den letzten beiden Rennen sowie beim JAF Grand Prix teil und kam nach eigener Aussage von Rennen zu Rennen immer besser mit dem Auto zurecht. Dass diesjährigen Einladungsrennen, offiziell als Round 0 bezeichnet, im Rahmen des Suzuka Fan Appreciation Day, gewann Sato nach Abbruch, nachdem sechs Fahrzeuge sich ausgangs der 130R verkeilten und eine Massenkarambolage auslösten. An wie vielen Rennen Sato in diesem Jahr letztlich teilnehmen wird ist noch nicht bekannt. Vergleicht man die Termine mit dem IndyCar-Kalender, wären Einsätze beim Finale in Suzuka sowie dem JAF Grand Prix möglich. Eine Terminüberschneidung zum Rennen im Sportsland Sugo gibt es zwar nicht, zu diesem Zeitpunkt befindet sich die IndyCar-Saison in den USA allerdings im Endspurt. Über die möglichen Einsätze von Takashi Kobayashi, der den zweiten Honda CR-Z von ARTA in der GT300 der Super GT pilotiert, hat sich Team Mugen hingegen noch nicht geäußert.

 

KCMG (Toyota)
#18 Richard Bradley

Super Formula 2012 KCMG 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013KCMG ist das einzige Team der Super Formula, welches nicht seinen Sitz in Japan, sondern in Hong Kong hat. 2008 zum Zweck der Teilnahme an verschiedenen, asiatischen Motorsportserien gegründet, fand KCMG den Weg in die damals noch Formula Nippon genannte Serie. Katsuyaka Hiranaka, erfahrener Formula-Nippon-Fahrer, erzielt für das Team allerdings lediglich zwei siebte Plätze in Autopolis und Motegi. Als  2011 der Schweizer Alexandre Imperatori Hiranaka ersetzt, dieser aber lediglich 2,5 Punkte einstrich, war davon auszugehen, dass KCMG sich wieder aus der Formula Nippon zurückziehen würde. Nach einem anfänglichen Rätselraten tauchte das Team aber dennoch auf der Entry-List mit Ryo Orime auf. Orime beendete die Saison mit null Punkten auf dem vorletzten Platz, was auch der Unterlegenheit des Teams geschuldet ist. In diesem Jahr hat man den Briten mit malaysischer Rennlizenz Richard Bradley verpflichtet. Bradley beendete unter anderem die japanische Formel 3 auf Gesamtrang 4 und nahm an zwei Läufen der europäischen Formel 3 teil. Auch in diesem Jahr sollte man von KCMG nicht allzu viel erwarten.

 

Lenovo Team Impul (Toyota)
#19 Joao Paulo Lima de Olivera
#20 Tsugio Matsuda

Super Formula 2013 Joao Paulo de Oliveira 300x187 Super Formula Saisonvorschau 2013Die auffälligste Änderung bei Team Impul ist der neue Hauptsponsor sowie das veränderte Paintscheme des Wagens. Ansonsten tritt das Team von der japanischen Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino unverändert an. Joao Paulo Oliveira, der die Meisterschaft 2010 gewann und im letzten Jahr trotz Pech und einigen technischen Defekten noch Chancen auf den Titel im letzten Rennen hatte, setzte bereits bei den Testfahrten auf dem Fuji Speedway ein erstes Ausrufezeichen. Damit unterstrich der Brasilianer seine Titelambitionen. Im letzten Jahr feierte Tsugio Matsuda sein Comeback in der Serie. Kurioserweise war es das erste Jahr des Doppelmeisters von 2007 und 2008 im FN09, weshalb er sich übers Jahr verteilt erst an diesen gewöhnen musste. Zum Ende der Saison hin kam Matsuda aber immer besser in Fahrt, verpasste im strömenden Regen von Sugo aufgrund eines technischen Defekts sogar nur knapp das Podium. Die Möglichkeit zum Titelgewinn sah ich aufgrund seiner zu langen Pause im letzten Jahr noch nicht. In diesem Jahr gilt Matsuda hingegen, wie auch sein Teamkollege, als heißer Anwärter auf die Meisterschaft.

 

Nakajima Racing (Honda)

#31 Daisuke Nakajima
#32 Takashi Kogure

Super Formula 2013 Takashi Kogure 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Nakajima Racing war neben Ryo Hirakawa die Überraschung bei den Tests in Suzuka. Zumindest in Form von Takashi Kogure. Der bei den japanischen Fans sehr beliebte Honda-Pilot mag zwar gerne über sein Ziel hinausschießen, wirkt in diesem Jahr aber wie ausgewechselt. Sein Sieg beim Saisonauftakt der Super GT am vergangenen Wochenende in Okayama unterstreicht dies. Kogure ist in Super Formula seit 2003 dabei, konnte trotz sieben Siegen und insgesamt 15 Pole Positions allerdings noch keinen Titel in ihr erringen. Zwar gilt das Team von Satoru Nakajima seit einigen Jahren nicht mehr zu den stärksten Mannschaften, Kogure könnte dieses Jahr dennoch für die eine kleine Überraschung sorgen. Eine etwaige Teilnahme am Titelkampf halte ich persönlich zwar für unwahrscheinlich, mögliche Podestplätze oder gar Siege hingegen für realistisch. Sein Teamkollege Daisuke Nakajima scheint, wenn man die Testergebnisse als Indikator herziehen möchte, genau dort weiterzumachen, wo er letztes Jahr aufgehört hat: im Mittelfeld. Im letzten Jahr war Kazukis jüngerer Brüder teilweise etwas schneller als Kogure. Sofern dieser aber seine bisherig gute Leistung konstant übers Jahr durchziehen kann, sollte das Team-interne Duell zu Gunsten von Takashi Kogure ausfallen.

 

P.MU/Cerumo Inging (Toyota)

#38 Kohei Hirate
#39 Yuji Kunimoto

Super Formula 2012 Yuji Kunimoto 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Hinter dem auf den ersten Blick unaussprechlichen Namen verbirgt sich ein Zusammenschluss der beiden Teams Cerumo Inging und Motorsport. Im Gegensatz zur Super GT, wo Cerumo ein relativ erfolgreiches Team ist, fährt man dem Erfolg in der Super Formula hinterher. 2008 fusionierte Cerumo aufgrund von Sponsorenschwund mit dem sich seit 2006 in der Super Formula befindlichen Team Motorsport, die aus der japanischen Formel 3 aufgestiegen sind. Mit zwei Teams und drei Autos war das Debütjahr für dieses Joint-Venture gleichzeitig auch das Erfolgreichste, anschließend fiel man aufgrund finanzieller Probleme und fehlenden Sponsoren ab, was ebenfalls im Einsatz von lediglich einem Auto resultiere. 2012 setzte man erstmals wieder mit Kohei Hirate (fährt ebenfalls für Cerumo in der Super GT) sowie Yuji Kunimoto zwei Fahrzeuge ein. Kunimoto debütierte vorletztes Jahr als amtierender japanischer F3-Champion und hatte dementsprechend den Rummel der Presse um sich. Aufgrund des nicht konkurrenzfähigen Wagens blieben mögliche Achtungserfolge allerdings aus. Das Engagement von Kohei Hirate im letzten Jahr machte sich bezahlt: Durch sein Know-How und Wissen half er bei der Entwicklung des Wagens und beendete das Jahr mit acht Zählern auf Rand 9. Kunimoto erreichte hingegen nur zwei Pünktchen und musste sich mit Platz 13 begnügen. Teamchef in der Super Formula ist im übrigen Yuji Tachikawa, der zusammen mit Kohei Hirate den Zent Cerumo SC430 in der Super GT pilotiert.

 

Docomo Team Dandelion Racing (Honda)

#40 Takuya Izawa
#41 Hideki Mutoh

Super Formula 2013 Takuya Izawa 2 300x168 Super Formula Saisonvorschau 2013Es klingt fast wie die Geschichte des Aschenputtels: Seit 1999 in der Super Formula, belegte Docomo Team Dandelion Racing meist nur die letzten Plätze des Starterfelds. Es sollte bis zum Jahr 2002 dauern, als man den Nordiren Richard Lyons unter Vertrag nahm, der dem Team noch im selben Jahr die ersten Punkte bescherte und dabei half, den Wagen in die richtige Richtung zu entwickeln. Das Ergebnis: 2004 gewann Lyons mit Dandelion die Meisterschaft. Seitdem ist das Team nicht nur eines der bekanntesten in der Super Formula, es verhalf auch dem Telekommunikationsgiganten Docomo an Popularität zu gewinnen. Seit dem Meisterschaftsgewinn mit Lyons fährt das Team dem nächsten, großen Erfolg allerdings etwas hinterher. Erst die Verpflichtung von Loic Duval im Jahr 2010 brachte etwas Besserung. 2012 hätte das nächste, erfolgreiche Jahr für die Dandelion-Truppe werden können. Zwar verpassten sowohl Koudai Tsukakoshi wie auch Takuya Izawa mit drei Saisonsiegen nur knapp den Fahrertitel. Am Ende jubelte die Mannschaft dennoch, da man die Team-Wertung gewann. Dem Team sowie beiden Fahrern fehlte es am Ende letztlich ein wenig an Konstanz. Izawa, der seit 2009 bei Dandelion ist, gilt auch in diesem Jahr als Titelkandidat und wird beim Saisonstart, wie auch im letzten Jahr, von der Pole Position ins Rennen gehen. Izawas Teamkollege in diesem Jahr ist Hideki Mutoh. Der ehemalige IndyCar-Pilot fuhr bereits in den Jahren 2006 und 2011 in der Super Formula, konnte allerdings lediglich in seinem Debütjahr einen einziges Pünktchen ergattern.

 

Tochigi Le Beausset Motorsports (Toyota)
#62 Koki Saga

Super Formula 2012 Koki Saga 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Le Beausset Motorsports ist ein sehr junges Team, das hauptsächlich in der japanischen Formel 3 unterwegs ist und erst 2011 mit einem Team in die Super Formula aufstieg. Dabei setzte man auf den bereits seit 2005 geförderten Koki Saga. Saga blieb 2011 punktlos und beendete sein Debütjahr auf dem 17. Platz. In seinen insgesamt sechs Jahren in der Japanese Formula 3 Series sowie einigen Ausflügen in die GT300 der Super GT, verbesserte er sich stets von Jahr zu Jahr, von anfangs Platz 13 bis zum Ende hin auf Position 4. Meisterschaftspunkte blieben allerdings auch im letzten Jahr aus, weshalb 2013 ebenfalls nicht sonderlich viel von ihm sowie Tochigi Le Beausset Motorsports, welches zusammen mit KCMG eher das Schlusslicht des Feldes bildet, erwarten sollte.

 

TV-Zeiten Suzuka

 
An der TV-Situation der Super Formula hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert: Außerhalb Japans bleiben die Flachbildfernseher schwarz. In Japan überträgt der Pay-TV-Sender J Sports alle Rennen live; Zusammenfassungen sowie Highlights werden zusätzlich auf BS Fuji ausgestrahlt. Um an Live-Bilder zu kommen, muss sich daher wieder um die mehr oder weniger beliebte Graualternative bemüht werden. Bei der üblichen Quelle werden auch in diesem Jahr wieder alle Rennen live gezeigt. Los geht’s bereits am morgigen Sonntag. J Sports 1 überträgt ab 7 Uhr deutscher Zeit. Der Rennstart erfolgt eine halbe Stunde später um 7:30 Uhr — ideal  als Warm-up zum Großen Preis von China der Formel 1. Aufgrund der längeren Distanz wird sich das Rennende der Super Formula aber aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Start der Formel 1 überschneiden.

 Super Formula Saisonvorschau 2013

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August 12 2012

15:03

Formula Nippon: Joao Paulo de Oliveira meldet sich mit Sieg in Motegi im Meisterschaftskampf zurück

In einem eher statischen Rennen setzte Joao Paulo de Oliviera auf dem Twin Ring Motegi genau den Pflichtsieg um, der vor dem vergangenen Wochenende von ihm verlangt wurde, während die Glanzfahrt seines Teamkollegen Tsugio Matsuda in einem dramatischen Finale hingegen nicht belohnt wurde. Der Meisterschaftskampf spitzt sich derweil weiter zu: In den zwei verbleibenden Rennen haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel.

Fast schon spannender als das eigentliche Rennen war die langersehnte Ankündigung der JRP zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird. Wie angekündigt ließ JRP-Präsident Hiroshi Shirai zusammen mit Fahrervertreter Tsugio Matsuda um 9:50 Uhr Ortszeit die Katze aus dem Sack: Ab 2013 heißt die Rennserie Japanese Championship Super Formula (offizielle Abkürzung SF), wobei das Japanese Championship lediglich zur Langfassung des Namens gehört, ähnlich dem alten Namen: All-Japan Championship Formula Nippon.

Während der geneigte Westler beim neuen Seriennamen sich womöglich an die Superleague Formula erinnert fühlt, ist die minder erfolgreiche Formel-Serie mit der „bahnbrechenden“ und offensichtlich wohlüberlegten Idee Fußball-Mannschaften als Sponsoren der Teams dienen zu lassen, im Land der aufgehenden Sonne selbstredend absolut unbekannt. Oder anders ausgedrückt: Während in Europa eventuell um die 1% der gesamten Bevölkerung den Namen schon mal gehört haben könnten, sind es in Japan vermutlich 0,1% der Bevölkerung. Stattdessen ist der neue Serienname natürlich eine Anlehnung an die Super GT, schließlich schlägt die Formula Nippon / Super Formula mit der Expandierung im asiatischen Raum einen ähnlichen Weg wie die japanische Sportwagen-Serie ein. Ziel ist es, so Hiroshi Shirai, auf Augenhöhe mit der Formel-1-Weltmeisterschaft und der IZOD IndyCar Series im asiatischen Raum zu gelangen, und neben der höchsten, japanischen Formel-Serie auch die höchste Formel-Serie Asiens zu werden. Während die Formel 1 eventuell etwas zu ambitioniert klingt, ist das Greifen nach der IndyCar durchaus realistischer. Natürlich heißt die Expandierung nicht, dass man die eigenen Wurzeln verlassen werde. Man ist und bleibt eine japanische Rennserie, die, ähnlich der Super GT, internationaler im asiatischen Raum agieren möchte, was letztlich auch der Hauptgrund für den Namenswechsel ist. Nach den Regularien des Weltmotorsport-Verbandes FIA darf eine Rennserie, die in mehr als drei Ländern unterwegs ist, nicht mehr als reine, nationale Meisterschaften gelten und muss von der FIA autorisiert werden. Aus diesem Grund hatte sich 2005 auch die JGTC in Super GT umbenannt.

Der Namenswechsel für ab dem 1. Januar 2013 bedeutet bislang allerdings noch, dass Raider nun Twix heißt, denn Änderungen im für das kommende Jahr bereits veröffentlichten, provisorischen Rennkalender – die Genehmigung durch die FIA steht noch aus – gibt es keine. Wie in diesem Jahr wird die Saison in Suzuka eröffnet. Im Anschluss geht es nach Motegi, Autopolis, Fuji, erneut Motegi, Sugo und zum großen Finale wieder nach Suzuka. 2013 kann deshalb wohl als Übergangsjahr bezeichnet werden, wohl auch damit sich die japanischen Fans an den neuen Namen gewöhnen und die JRP die Werbetrommel einmal kräftig umrühren kann. Die großen Änderungen sollen 2014 kommen. Zum einem in Form eines neuen Einheitswagens, der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vom italienischen Hersteller Dallara – entgegen der Angaben der Kollegen aus der schreibenden Zunft, die meine Aussagen paraphrasiert haben, steht eine offizielle Bestätigung seitens der JRP sowie Dallara noch aus! –, zum anderen mit dem (hoffentlich) ersten Auslandsrennen. Realistischster Kandidat hierfür ist die F1-Strecke in Südkorea, wo die Super GT im kommenden Jahr ein Einladungsrennen bestreiten wird. Der Erfolg des Events wird vermutlich ausschlaggebend für die weitere Planung seitens der Japan Race Promotion sein. Weitere Standorte für die Zukunft sind unter anderem Malaysia und China. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben der Formula Nippon, die nach 12 Jahren einen weiteren Schritt in ihrer langen Historie seit 1973 (damals noch Japanese Formula 2) einleiten wird. Ein Schritt, den wir hoffentlich mit Genuss verfolgen dürfen.

Selbstverständlich stand am vergangenen Sonntag auch noch ein 53-Runden langes Rennen auf dem Twin Ring Motegi an. Ein Rennen, dass den Fahrern mit rund 35 Grad Außentemperatur alles abverlangte. Wer nach der Zieldurchfahrt in die verschwitzten und erschöpften Gesichter blickte, erkannte sofort, wie konditionell anstrengend Motorsport doch ist. Die ersten beiden Startreihen waren komplett in der Hand von Impul und Tom’s. Joao Paulo de Oliveira ging von der Pole Position ins Rennen, dahinter sein Teamkollege Tsugio Matsuda, gefolgt von Kazuki Nakajima und André Lotterer. Loic Duval komplettierte die Top 6, während Takuya Izawa mit P9 einen eher suboptimalen Startplatz hatte. Auch der Fast-Sensationssieger von Fuji, Kazuya Oshima, erwischte mit P10 eine eher schlechte Qualifikation, die nicht sein fahrerisches Können oder die Leistung von Team LeMans widerspiegelte. Am Start überholte der leicht besser wegkommende Tsugio Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira, musste sich aber bereits nach einer Kurve wegen leichten Übersteuerns dem Brasilianer aber wieder geschlagen geben. Ironischerweise war genau dieses Manöver der einzige Zeitpunkt im gesamten Rennen, an dem der Champion von 2010 in Bedrängnis geriet. Einen absoluten Raketenstart legte hingegen Koudai Tsukakoshi hin. Wohl wissend, dass ein Podiumsplatz für den immer enger werdenden Meisterschaftskampf essentiell ist, katapultierte sich der Docomo-Fahrer von Startplatz 5 noch vor der ersten Kurve auf P3 vor. Titelverteidiger André Lotterer hatte beim Start zwar mit durchdrehenden Hinterreifen zu kämpfen und verlor deshalb die Position an Tsukakoshi, krallte sich im Gegenzug aber seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima.

Bei Tsukakoshis Vorstoß riss sich der Japaner noch in der ersten Kurve einen kleinen Teil seines Frontflügels am hinteren, linken Ende des Wagens von Tsugio Matsuda ab. Trotz der spürbaren, fehlenden Downforce verteidigte er sich sehr intelligent und mit allen Mitteln bis zum ersten Boxenstopp gegenüber Lotterer (und später Nakajima), was ihm nicht nur viel Lob von der japanischen Presse, sondern auch den Fans einbrachte – zurecht! Ebenfalls noch in der ersten Runde, beim Anbremsen auf Kurve 2, verschätzte sich Koki Saga und krachte in das Heck von Ryo Orime. Beide Fahrer segelten ins Kies, und mussten das Rennen aufgeben. Vorne kontrollierte hingegen Joao Paulo de Oliviera das Rennen und setzte sich von seinen Verfolgern ab. Trotz schnellerer Rundenzeiten konnte der Brasilianer seine Reifen schonen und etwas Benzin sparen. Hinter seinem Teamkollegen Matsuda versuchte André Lotterer, erfolglos, an Koudai Tsukakoshi vorbeizukommen, hinter dem sich ein kleiner Zug mit Nakajima, Duval und den ebenfalls sehr gut gestarteten Takuya Izawa bildete. In der fünften Runde schlich Naoki Yamamoto mit Getriebeproblemen langsam um den Kurs, nachdem bereits kurz nach dem Start der Funk bei ihm ausfiel. Es war kein gutes Wochenende für den Mugen-Fahrer, der bereits in der Qualifikation sich über Probleme beklagte und seinen FN09 nur auf Position 13 qualifizierte. Nach einer längeren Reparaturphase kam Yamamoto mit 18 Runden Rückstand zwar wieder zurück auf die Strecke, wurde am Ende aber nicht mehr in die Liste der gewerteten Piloten (bis Runde 46) aufgenommen. Vielmehr ging es in den letzten Runden wohl darum, Daten zu sammeln und zu schauen, ob der Wagen wieder ordnungsgemäß läuft.

Vorne blieb es derweil hingegen ruhig. De Oliveira setzte sich mit Rundenzeiten zwischen 1:38 sowie 1:39 Minuten von der Konkurrenz ab, während der Abstand zwischen Tsukakoshi und Lotterer stets schwankte. Stellenweise wirkte es so, als ob Tsukakoshi etwas schneller könnte (oder Lotterer mit Absicht etwas langsamer machte), während der Deutsche kurz vor den Boxenstopps sich hingegen wieder bis an den Diffusor des Docomo-Piloten heranrobbte. Im hinteren Feld entwickelte sich hingegen ein Dreikampf um P12 zwischen Toshihiro Kaneishi, Daisuke Nakajima und Yuji Kunimoto. Trotz dass das Überholen mit Formel-Fahrzeugen auf dem Twin Ring Motegi eher zu den schwierigeren Disziplinen gehört, war dieser Dreikampf recht ansehnlich. Würde man anstatt Kampf allerdings „beschnuppern“ schreiben, so wäre dies sicherlich ebenfalls nicht falsch.

In Runde 19 eröffnete Kazuya Oshima die Reihe an Boxenstopps. Ärgerlich: Bei einer schnellen Stoppzeit von lediglich 15 Sekunden würgte Oshima beim losfahren seinen Wagen ab, wodurch er wertvolle Sekunden verlor und letztlich auch aus den Top 10 flog. Passend zu seinem eher schlechten Wochenende und dem Fehler beim Boxenstopp, versagten zehn Runden vor Schluss die Bremsen an seinem Wagen, weshalb er vor der Überführung (zwei Kurven vor Start und Ziel) ins Kies abflog. Glücklicherweise schlug er nirgendwo an und konnte den Wagen langsam gen Box retten. Zwar sind Brems- und Reifenverschleiß in Motegi immer ein besonderes Thema, am vergangenen Wochenende spielten sie bei 35 Außen- und über 52 Grad Asphalttemperatur aber nochmals eine größere Rolle. Alle Fahrer gingen deshalb auf Nummer sicher und wechselten beim Stopp alle vier Reifen. Nachdem in Runde 20 Yuji Kunimoto seine Crew ansteuerte, folgte im 21. Umlauf Takuya Izawa (16,6 Sekunden Stoppzeit). Direkt eine Runde nach ihm folgte Titelverteidiger André Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt erneut im Diffusor von Tsukakoshi klebte und kein vorbeikommen sah. Zwar dauerte der Stopp des Duisburgers mit 17,1 Sekunden etwas länger, dennoch kam er vor Izawa wieder auf die Strecke zurück. Ein entscheidender Faktor, denn nun hatte Lotterer für kurze Zeit freie Bahn. Die Entscheidung von ihm und Team Petronas Tom’s war goldrichtig: Zwei Runden später bog Koudai Tsukakoshi zum Service ab. Trotz dass seine Standzeit mit 16,1 Sekunden genau eine Sekunde schneller als die des Deutschen war, überholte Lotterer ihn aufgrund einer deutlich schnelleren In- und Outlap am Boxenausgang. Wie zu erwarten setzte sich Lotterer im Anschluss direkt vom Japaner ab, der selbstredend noch immer mit der geringeren Downforce aufgrund seines beschädigten Frontflügels zu kämpfen hatte.

Erstaunlich schnell war die Standzeit des Franzosen Loic Duval, der im 24. Umlauf in die Box kam und nach nur 13,6 Sekunden wieder seine Crew verließ. Die schnelle Standzeit blieb allerdings unbelohnt, denn kurz vor der Ausfahrt wurde der Champion von 2009 von Takuya Izawa überholt, der ein starkes Rennen fuhr und seine Pace nach seinem Boxenstopp nochmals erhöhen konnte. Izawas Ziel war der Meisterschaftsführende Kazuki Nakajima, der eine Runde später zum Service abbog und insgesamt 15,8 Sekunden stand. Spannend wurde es dann am Boxenausgang, als Nakajima knapp vor Izawa blieb und sich trotz kalter Reifen gegenüber seinem Landsmann behaupten konnte. Für Nakajima war dies insbesondere deshalb wichtig, weil er sich nach nur wenigen Runden wieder etwas von Izawa absetzen und Druck auf Tsukakoshi ausüben konnte, der womöglich ein Déjà-vu erlebte. Anstatt Lotterer war es nun nämlich der zweite Tom’s-Wagen, der groß in seinem Rückspiegel auftauchte. Trotz aller Bemühungen seitens Nakajimas sollte es bis zum Rennende allerdings kein vorbeikommen des ehemaligen F1-Piloten an Tsukakoshi geben. In der 26. respektive der 27. Runde schlossen Matsuda und de Oliveira die Boxenstopps der Spitzenreiter ab. Auffallend war der längere Stopp von Matsuda, der das gesamte Rennen über langsamer als de Oliveira war, und trotzdem ein paar Liter mehr an Benzin nachfüllen musste.

In Runde 34 machte der Rookie Hironobu Yasuda mit der schnellsten Rennrunde von 1:38.168 auf sich aufmerksam. Es war sein Versuch, noch in die Punkteränge zu gelangen, nachdem er trotz der guten, achten Startposition im Rennen etwas zurückfiel und am Ende mit Kohei Hirate sich um den letzten Punkt stritt. Die Mühen des Kondo-Racing-Piloten blieben allerdings unverdient: Am Ende musste er sich mit weniger als einer Sekunde Abstand Hirate geschlagen geben. Abgesehen vom Kampf um Position 4 zwischen Tsukakoshi und Nakajima war dies das spannendste Duell in der Schlussphase. Zwar machte Lotterer pro Runde ein bisschen Zeit auf Matsuda gut, der Abstand war allerdings zu groß, um ihn unter normalen Umständen noch zu attackieren.

Drei Runden vor Schluss nahm dann das Drama um Tsugio Matsuda seinen Lauf, als er pro Runde mehrere Sekunden verlor und von André Lotterer spielend überholt wurde. Anfangs gingen die japanischen Kommentatoren aufgrund des seltsamen Klangs des Motors von einem Zündungsproblem aus. Wie im aLive-Ticker geschrieben, wirkte es in einer zweiten Theorie, nach erneuten, genaueren hinhören, auf mich allerdings so, als würde Matsuda die Gänge nicht mehr entsprechend einlegen können. Meine Theorie, die kurze Zeit auch später vom J-Sports-Boxenreporter eingeworfen wurde, stellte sich nach Bestätigung seitens Impuls letztlich als richtig heraus. Tsugio Matsuda litt kurz vor Schluss unter einem ähnlichem Getriebeproblem wie Naoki Yamamoto. Zwar versuchte der Japaner, der in diesem Jahr nach dreijähriger Abstinenz sein Comeback feierte, noch mit allen Mitteln (unter anderem mit Zuhilfenahme des Overtake-Buttons) den dritten Platz zu verteidigen, kämpfte letztlich aber mit stumpfen Waffen und musste sich der Konkurrenz geschlagen geben. Am Ende rutschte er sogar bis auf den siebten Platz herab. Sichtlich frustriert stellte er nach Rennende seinen Boliden im Notausgang ab. Es wäre Matsudas bestes Resultat nach seinem Comeback geworden, das am Ende leider unbelohnt blieb. Was bleibt ist aber die Gewissheit, dass er von Rennen zu Rennen immer besser in Schuss kommt.

Für Team Impul wurde es statt dem angepeilten Doppelerfolg somit „lediglich“ der Sieg von Joao Paulo de Oliveira. Team-Besitzer und Legende des japanischen Motorsports Kazuyoshi Hoshino konnte sich trotzdem glücklich schätzen, schließlich meldete sich sein Fahrer durch den dominanten Sieg wieder im Meisterschaftskampf zurück. Und welch Ironie, dass dies just in Motegi geschah, wo Joao Paulo de Oliveira im Jahr 2010 seinen bisher letzten Formula-Nippon-Sieg feierte. Lotterer und Tsukakoshi erbten den zweiten respektive den dritten Platz. Nakajima wurde Vierter; Takuya Izawa fuhr nach einem starken Rennen auf den fünften Platz.

Durch das Getriebeproblem von Tsugio Matsuda ist der zweimalige Champion endgültig aus dem Titelkampf ausgeschieden. Zwar hatte er vor dem Rennen auch nur noch mathematische Chancen, der zweite Platz hätte ihn aber in eine deutlich bessere Position für die letzten beiden Läufe in Sugo und Suzuka gespült. Zudem hätte er den Titelkampf noch ein bisschen mehr durchgewühlt. Aber auch so bleibt die diesjährige Saison eine der spannendsten der letzten Jahre. Kazuki Nakajima führt noch immer mit 34 Punkten die Tabelle an. Bereits einen Punkt hinter ihm ist sein Teamkollege und Titelverteidiger André Lotterer (33 Punkte), der wiederum vier Punkte Vorsprung von Koudai Tsukakoshi (29 Punkte) hat. Einen Punkt dahinter auf Position 4 ist bereits Joao Paulo de Oliveira (28 Punkte). Mit seinen 21 Punkten mag Takuya Izawa auf Position 5 zwar womöglich nur noch rein mathematische Chancen haben, die aber alles andere als fehlerfreie Saison der Konkurrenz hat allerdings bewiesen, dass dieses Jahr wohl alles möglich ist. Hierfür muss er beim nächsten Rennen am 23. September im Sportsland Sugo aber mindestens aufs Podium fahren.

Abschied nimmt das Fahrerlager von Yuhki Nakayama, der sein zweimaliges Gastspiel bei HP Real Racing in der Formula Nippon mit einem 15. Platz in Fuji und einem 14. Platz in Motegi relativ unbeachtet aber ordentlich beendete. Nakayama wird sich jetzt auf die verbleibenden Saisonrennen in der Super GT für Nakajima Racing konzentrieren. Das Fahrerfeld wird trotzdem nicht schrumpfen, denn bereits in Sugo wird der derzeit bei den Fans beliebteste, japanische Rennfahrer Takuma Sato seinen offiziellen Einstand in der Formula Nippon an der Seite von Naoki Yamamoto bei Team Mugen geben. Sato überzeugte mit schnellen Rundenzeiten bereits vor der Saison am ersten, offiziellen Testtag in Suzuka und kämpfte zusammen mit André Lotterer und JP de Oliveira um den Sieg beim verregneten Show-Rennen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits.

 

aaErgebnis Round 5 Twin Ring Motegi

aaAktueller Meisterschaftsstand

fn1205_005 fn1205_012 fn1205_014 fn1205_027 fn1205_028 fn1205_036 fn1205_053 fn1205_059 fn1205_070 fn1205_072 fn1205_084 fn1205_085 fn1205_088 fn1205_092 fn1205_095 fn1205_097 fn1205_098 fn1205_103 fn1205_113 fn1205_115 fn1205_140 fn1205_161 fn1205_176 fn1205_181 fn1205_196 fn1205_197 fn1205_203 fn1205_204 fn1205_205 fn1205_207 fn1205_213 fn1205_215 fn1205_219 fn1205_220

flattr this!

August 05 2012

04:30

RacingblogLIVE – Formula Nippon: Round 5 Motegi

Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich weiter zu: In der Vorschau noch darüber spekuliert, dass Joao Paulo de Oliveira mindestens das Podium, am besten einen Sieg in Motegi erzielen muss, um seine Meisterschaftschancen intakt zu halten, sicherte sich der Brasilianer mit 1:34.588 in der Qualifikation die Pole Position. Lediglich 0.004 Sekunden langsamer war überraschenderweise sein Teamkollege Tsugio Matsuda (1:34.592), der damit sein bisher bestes Quali-Resultat in diesem Jahr erzielte. Der aktuelle Tabellenführer Kazuki Nakajima fuhr mit 1:34.600 nicht unswesentlich langsamer auf Startposition 3; hinter ihm platzierte sich André Lotterer (1:34.712), der im ersten Freien Training noch die bislang schnellste Zeit des Wochenendes fuhr. Die Top 5 wurden von Koudai Tsukakoshi (1:34.722) komplettiert — dem einzigen Honda-Piloten, der es ins dritte Segment der Qualifikation schaffte. Insbesondere Lotterer und Tsukakoshi werden für das 51-Runden-Rennen wohl eine aggresivere Strategie wählen, um das Podium zu erreichen.

Wie angekündigt bieten wir auch zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker an. Zum ersten Mal sogar mit unserem brandneuen, eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System, das uns den nötigen Freiraum gibt, in aller Ausführlichkeit live zu berichten, ohne auf Zeichenbegrenzungen und Co. zu achten. Da das Einfügen des Tickers in einen bestehenden Artikel noch nicht ganz funktioniert, läuft der Live-Ticker derzeit noch ausschließlich über eine aUnterseite, die allerdings auch bequem von unterwegs mit dem Smartphone angesteuert werden kann sowie eine Übersicht aller bestehenden Live-Ticker inklusive Archiv bietet. Dies erlaubt uns eine deutlich höhere Flexibilität, insbesondere bei Großereignisen wie den 24 Stunden von Le Mans. Das Archiv des Live-Tickers werde aufgrund der noch fehlenden Einbettungs-Funktion noch per Hand ich nach dem Rennen in diesen Artikel einfügen; zum live lesen klickt ihr bitte auf den entsprechenden Link nach dem Sprung:

+++ Update: 9:15 Uhr — Der Live-Ticker ist nun zum nachlesen auch zusätzlich in diesem Artikel archiviert! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! +++

 

 

aQualifikations-Ergebnis 

aLive-Ticker

 

RacingblogLIVE
08:55

Das nächste und vorletzte Formula-Nippon-Rennen der Saison findet am 29. September im Sportsland Sugo statt. Ich hoffe euch auch dann wieder begrüßen zu dürfen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit sowie einen schönen Sonntag!

RacingblogLIVE
08:53

Wir haben zwar ein relatives statisches Rennen gesehen, das trotzdem seine Geschichten und Dramen schrieb. JP de Oliveira gewann verdient, während der Meisterschaftskampf sich wie vermutet weiter verdichtete.

RacingblogLIVE
08:50

Nach einer dominierenden Saison von Andre Lotterer im letzten Jahr kann man sich heuer im Spannung in der Meisterschaft nicht beklagen. Die Entscheidung wird erst im letzten Rennen, in Suzuka fallen.

RacingblogLIVE
08:49

Der aktuelle Meisterschaftsstand: Nakajima 34 Punkte, Lotterer 33 Punkte, Tsukakoshi 29 Punkte, Oliveira 28 Punkte, Izawa 21 Punkte.

RacingblogLIVE
08:47

JP de Oliveira spricht von seinem guten Start, bei dem er besonders auf seinen Teamkollegen Tsugio Matsuda achten musste. Als er allerdings vorne blieb, konnte er sich auf seine Pace konzentrieren und Reifen schonen.

RacingblogLIVE
08:46

So, nun gibt’s das, was die Formel 1 sich aus der Formula Nippon abgeschaut hat: Das Sieger-Interview direkt vom Podium.

RacingblogLIVE
08:46

Im Hintergrund macht sich übrigens die Japanische Formel 3 bereit, die das letzte Rennen des Tages bestreiten werden. Im Rahmenprogramm fuhr außerdem der CR-Z Cup sowie die J GP-2 und J GP-3, die Teil der Japanese Superbikes sind.

RacingblogLIVE
08:44

Es ist windig auf dem Podium. Erkennt man nicht nur an den sich leicht hebenden Röcken der hübschen Damen, die die Pokale und Awards bringen, sondern auch den umkippten Preisgeld-Schildchen.

RacingblogLIVE
08:42

Den J Sports Award gibt’s für de Oliveira.

RacingblogLIVE
08:40

Okay, das war eine verkürzte Version der brasilianischen Hymne…

RacingblogLIVE
08:40

Nun aber erst einmal die Siegerehrung. Und die brasilianische Hymne. Für JP de Oliveira ist es übrigens der erste Sieg in dieser Saison und auch der erste Sieg seit seiner Meisterschaftssaison 2010!

RacingblogLIVE
08:39

Bei Matsuda wirkte es auch so, als hätte er die Gänge beim hochschalten nicht sofort reinbekommen. Näheres dazu, dann hoffentlich mit einer Aufklärung seitens Team Impul, in meiner Analyse des Rennens nächste Woche.

RacingblogLIVE
08:37

J Sports 3 zeigt nun die Highlights des Rennens, schön mit passender, instrumentaler Rockmusik unterlegt. So wie es sein soll. Von wegen “Weltuntergang und Co.” vom himmlischen Sender…

RacingblogLIVE
08:36

JP de Oliveira ist fix und fertig. Zeigt nur wie anstrengend das Rennen trotz der bequemen Führung für (Hitze und anstrengender Kurs) für ihn war.

RacingblogLIVE
08:34

Sichtlicht enttäuscht und gefrustet stellt Matsuda seinen Wagen im Notausgang ab. Sehr, sehr bitter. Aus dem Meisterschaftskampf ist er damit quasi raus, auch wenn es vor dem Rennen eigentlich nur noch rein mathematische Chancen waren. Eine so gute Fahrt aber unbelohnt zu beenden ist sehr bitter. Schade, schade.

RacingblogLIVE
08:32

Matsuda ist sogar auf P7 noch zurückgerutscht, noch hinter Loic Duval.

RacingblogLIVE
08:31

Puh, was für drei letzte, dramatische Runden…

RacingblogLIVE
08:31

Derweil geht JP de Oliveira über die ZIellinie und gewinnt!!! Lotterer wird zweiter, Tsukakoshi dritter, Nakajima vierter.

RacingblogLIVE
08:30

Aber keine Chance, beide gehen zwei Kurven später vorbei.

RacingblogLIVE
08:29

Tsukakoshi und Nakajima nun an Matsuda heran. Matsuda drückt den Overtake-Button und verteidigt sich mit allen Mitteln. Wow!!

RacingblogLIVE
08:28

Für mich klang es auch eher nach Fehlzündungen.

RacingblogLIVE
08:27

Fehlzündungen oder bekommt er die Gänge nicht richtig rein? Schwer zu sagen. Tsukakoshi und Nakajima kommen ebenfalls nun von hinten angeschossen. Gegen die wird er sich auch nicht wehren können.

RacingblogLIVE
08:26

Motorenprobleme bei Matsuda. Der japanische Kommentar vermeldet Fehlzündungen. Meine Güte, drei Runden vor Schluss. Man sollte wirklich nie den Tag vor dem Abend loben…

RacingblogLIVE
08:25

Ja was ist denn da passiert? Plötzlich ist Lotterer an Matsuda vorbei!!!

RacingblogLIVE
08:25

HUUUUUUCH!!!

RacingblogLIVE
08:25

Ein sehr kontrolliertes Rennen von Joao Paulo de Oliveira, der bis auf den Start eigentlich zu keiner Zeit in Bedrängnis geriet, seine Führung zu verlieren. Matsuda bestätigte auch im Rennen die sehr gute Pace aus der Qualifikation. Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, wie gut der Champion von 2007 sowie 2008 in seiner Comeback-Saison mit dem Wagen zurecht kommt.

RacingblogLIVE
08:20

Noch 5 Runden!

RacingblogLIVE
08:19

Ich bin ehrlich und möchte da auch keine künstliche Spannung herbeireden: Die Abstände beim besagten Dreikampf sind zwar nicht hoch, aber ich sehe da keinen Angriff von Hirate oder Yasuda. Realistischer ist da schon ein Angriff von Nakajima auf Tsukakoshi. Der Abstand bewegt sich weiterhin bei 0,9 Sekunden.

RacingblogLIVE
08:17

Oshima ist übrigens vor der zweiten Unterführung ins Kies gerutscht, sprich eine Kurve vor der Boxengasseneinfahrt.

RacingblogLIVE
08:16

Was ich vor dem Oshima-Zwischenfall eigentlich schreiben wollte: Das Duell Tsukakoshi-Nakajima ist derzeit das Spannendste auf der Strecke. Dahinter haben wir auf P7 noch einen kleinen Dreikampf zwischen Duval, Hirate und Yasuda. Letzterer hat sich mit einigen flotten Runden an die Beiden herangerobbt.

RacingblogLIVE
08:15

Der Boxenreporter (unser Funker vom Dienst) unterstützt die Bremsproblem-Theorie. Die Bremsen sind aufgrund des Stop-and-Go-Charakters des Twin Ring Motegi ein großes Thema, insbesondere bei solch heißen Temperaturen wie heute.

RacingblogLIVE
08:14

Oshima biegt nun vorwärts in die Box ein. Sehr bitter für ihn und Team LeMans. Vor einer Woche in Sugo noch einen emotionalen Super-GT-Sieg gefeiert und vor rund drei Wochen in Fuji fast den Sensationssieg geschafft.

RacingblogLIVE
08:13

Am baggern war Kazuya Oshima, der sich nun zehn Runden vor Schluss mit sehr langsamer Fahrt wieder in die Box bewegt. Die Kommentatoren tippen auf Bremsprobleme.

RacingblogLIVE
08:12

OOOOH da ist jemand im Kies unterwegs.

RacingblogLIVE
08:11

Kazuki Nakajima übt nun stärker Druck auf Koudai Tsukakoshi aus. Abstand der beiden 11 Runden vor Schluss: 0.766 Sekunden. Ich glaube Tsukakoshi erlebt gerade ein Deja-Vu….

RacingblogLIVE
08:10

Noch 12 Runden. De Oliveira ist derzeit der einzige Fahrer, der konstant hohe 1:38er Zeiten fahren kann, der Rest der Spitzengruppe bewegt sich um 1:39er-Bereich.

RacingblogLIVE
08:09

So spannend die Meisterschaft auch glücklicherweise weiterhin ist, so statisch ist leider das aktuelle Rennen, was allerdings abzusehen war.

RacingblogLIVE
08:08

Das derzeitige Ergebnis würde den Meisterschaftskampf übrigens weiterhin stark zuspitzen. JP de Oliveira macht genau das, von dem ich in meiner Vorschau sprach, während Matsuda mit P2 auch einige Punkte gut machen würde. Nakajima täte, aus seinem Interesse, gut daran, Tsukakoshi zu überholen, der sich wiederum über P4 (den beschädigten Frontflügel nicht vergessen) nicht sonderlich beklagen würde.

RacingblogLIVE
08:05

Runde 37: Naoki Yamamoto kommt nach seinem Antriebproblems zu Beginn des Rennens wieder zurück. Hier geht es wohl eher nur um Daten sammeln und zu testen, ob alles wieder funktioniert.

RacingblogLIVE
08:04

Tsukakoshi muss man an dieser Stelle mal loben: Trotz beschädigten Frontflügel hat er sich lange vor Lotterer gehalten und verteidigt sich nun, bislang erfolgreich, gegenüber Kazuki Nakajima.

RacingblogLIVE
08:03

Blicken wir mal wieder auf die Spitzengruppe: Lotterer holt in winzigen Schritten ein wenig auf Matsuda auf, während es zwischen Tsukakoshi und Nakajima Schwankungen im Abstand zwischen 0,9 bis 1,1 Sekunden gibt.

RacingblogLIVE
08:01

Runde 34: Kogure doch auf 14 zurückgefallen nach seiner Durchfahrtsstrafe, da hatte sich der japanische Kommentator vorhin leicht verrechnet. Kogure ist nun im Duell mit seinem Teamkollegen Daisuke Nakajima.

RacingblogLIVE
07:59

Runde 32: Hrionobu Yasuda denkt sich: Mal das Gaspedal durchdrücken. Neue schnellste Runde des Kondo Racing-Piloten: 1:38.168

RacingblogLIVE
07:58

Runde 32: Matsuda ist 7,5 Sekunden hinter de Oliveira zurück, Lotterer 14,759, Tsukakoshi und Nakajima 21,5 respektive 22,3, Izawa 25 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:57

Kogure kommt nach seiner Durchfahrtsstrafe auf Position 11 wieder auf die Strecke zurück.

RacingblogLIVE
07:56

Oooooh, Durchfahrtsstrafe für Takashi Kogure. Er hat das Speed Limit in der Boxengasse überschritten. Bitter.

RacingblogLIVE
07:54

Daisuke Nakajima fällt hinter Kazuya Oshima zurück.

RacingblogLIVE
07:54

Runde 30: Yasuda steuert seine Crew an. Wow das dauert, 18,0 Sekunden beträgt die Standzeit. Und das obwohl er weniger Benzin als die Stopper vor ihm benötigt. Daisuke Nakajima war ebenfalls drinnen.

RacingblogLIVE
07:53

Hirate kommt auf P10 wieder heraus, vor Takashi Kogure. Yasuda und Daisuke Nakajima sollte er nach deren Stopps aber wieder automatisch überholen.

RacingblogLIVE
07:52

Runde 29: Hirate kommt zum Service. Die Kameras schwenken leider weg, sah aber nach 4 Reifen aus. Niemand ist wohl so verrückt und wechselt nur 2 Reifen bei dieser Hitze und dem hohen Verschleiß.

RacingblogLIVE
07:52

Kazuki Nakajima erhöht derweil den Druck auf Tsukakoshi.

RacingblogLIVE
07:51

Runde 28: Stopp unbereinigt führt derzeit Hirate vor Yasuka, de Oliveira, Daisuke Nakajima, Matsuda und Lotterer. Hirate, Yasuda und Nakajima der Jüngere müssen selbstverständlich in den kommenden Runden zum Service.

RacingblogLIVE
07:50

Auffallend war bei den Stopps die längere Standzeit von beiden Tom’s-Fahrern sowie Matsuda, im Vergleich zu etwa Duval oder Tsukakoshi. Ein Hinweis auf einen höheren Spritverbrauch respektive etwas mehr Benzinsparen bei Duval und Tsukakoshi? Im Falle von Duval hat es allerdings nichts gebracht: Er ist hinter Izawa auf P7 zurückgefallen.

RacingblogLIVE
07:49

De Oliveira kommt mit einer halben Geraden Vorsprung vor Matsuda wieder raus.

RacingblogLIVE
07:48

4 neue Reifen, Benzin. Standzeit: 15,6 Sekunden. Wow.

RacingblogLIVE
07:48

Runde 27: Nun kommt auch Oliveira in die Box.

RacingblogLIVE
07:47

Runde 26: Wie angekündigt kommt Tsugio Matsuda in die Box. 4 Reifen und Benzin, 16,4 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:46

Izawa nun natürlich mit den wärmeren Reifen als Nakajima, sieht aber nicht danach aus, als ob er ihn angreifen könnte.

RacingblogLIVE
07:46

Nakajima steht 15,8 Sekunden, Benzin und 4 Reifen. Er kommt vor Izawa wieder raus! Das war wichtig für Nakajima!

RacingblogLIVE
07:45

Bei Impul macht man sich laut dem Boxenreporter auch bereit, nächste Runde kommt wohl Matsuda.

RacingblogLIVE
07:45

Runde 25: Kazuki Nakajima kommt zum Service.

RacingblogLIVE
07:44

Aiaiaiai, aber Duval fällt hinter Izawa zurück. Das ist nun überraschend. Izawa mit einer schnellen und konstanten Pace.

RacingblogLIVE
07:44

Für Duval geht es gegen Nakajima. Auch er bekommt Benzin und vier neue Reifen. 13,6 Sekunden… WOW! Das ist schnell!

RacingblogLIVE
07:43

Runde 24: Duval kommt in die Box.

RacingblogLIVE
07:43

Lotterer kommt von hinten angeschossen… UND ZIEHT VORBEI! Trotz langsameren Stopp hatte Lotterer eine deutlich schneller In- und Outlap als Tsukakoshi, was nicht sonderlich überraschend ist, war er in den letzten Runden doch deutlich schneller als der Docomo-Fahrer. Er sollte sich nun von Tsukakoshi deutlich absetzen können.

RacingblogLIVE
07:42

Benzin, 4 Pneus. 16,1 Sekunden, 1 Sekunde schneller als Lotterer.

RacingblogLIVE
07:42

Runde 23: Tsukakoshi kommt in die Box. Jetzt wird es spannend…

RacingblogLIVE
07:41

De Oliveira weiterhin stark: Bis auf wenige Ausnahmen fährt er konstant 1:39er Zeiten.

RacingblogLIVE
07:41

Langsamer Stopp: 17,1 Sekunden. Er kommt vor Izawa wieder raus.

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07:40

Und Bingo! Lotterer kommt in der 22. Runde in die Box. Damit versuchen sie ihn wohl an Tsukakoshi vorbeizuschieben.

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07:40

Bei Tom’s steht die Crew auch bereit. Kommt Lotterer oder Nakajima? Würde spontan auf den Deutschen tippen.

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07:39

Deutlich schneller als der Stopp von Kunimoto: 16,6 Sekunden.

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07:39

Auch für ihn gibt es neben Benzin vier frische Pneus.

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07:38

Und da kommt Izawa auch schon (Runde 21).

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07:38

Bei Dandelion steht man derzeit auch für Izawa bereit, vermeldet der Boxenreporter (der Mann mit der schnellen Stimme am Funk!)

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07:37

Runde 20: Der nächste Stopper, Kunimoto. Wechselt alle 4 Reifen und wird natürlich aufgetankt. 19,6 Sekunden.

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07:37

Oshima ist dieses Wochenende, im Gegensatz zum Fuji-Rennen, komplett von der Pace. Bleibt zu hoffen, dass es für ihn und das Team in Sugo wieder besser läuft.

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07:36

Runde 19: Wir haben den ersten Stopper: Kazuya Oshima kommt in die Box… UND WÜRGT AB! Herje… Dabei wirkte der Boxenstopp so schnell mit knapp 15 Sekunden.

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07:34

Lotterer klebt nun förmlich im Diffusor von Tsukakoshi.

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07:34

Runde 18: Oliveira nun 4,4 Sekunden vor Matsuda, Tsukakoshi und Lotterer jeweils rund 14 Sekunden hinter dem Brasilianer.

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07:32

Lap 17: Nun wird es richtig, richtig spannend zwischen Tsukakoshi und Lottere — Abstand auf 0,9 Sekunden geschrumpft. Lotterer hat derzeit deutlich mehr Downforce als Tsukakoshi.

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07:29

Runde 15: Lotterer robbt sich ieder an Tsukakoshi heran. 1,360 Sekunden der Abstand nun.

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07:27

Wenn die Sonne nicht eben zu stark geblendet hat, hat Kazuki Nakajima bereits zweimal seinen Overtake-Button gedrückt.

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07:26

Kaum spricht man vom Teufel, findet Tsukakoshi wieder seine Pace: Abstand in Runde 13 wieder auf 2,1 Sekunden angewachsen. Waren wohl einfach zwei schlechte Runden von ihm.

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07:24

Lotterer konnte sich nun auch ein wenig von Nakajima absetzen, der knapp 2 Sekunden hinter dem Titelverteidiger ist.

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07:23

Tsukakoshis Pace steigt etwas an, scheint ihn der Frontflügel nun doch etwas zu stark zu behindern? Lotterer robbt sich Runde für Runde an ihn heran. Abstand in Runde 12 nur noch 1,792 Sekunden!

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07:22

Runde 11: Tsukakoshi auf 3 knapp 8,5 Sekunden hinter de Oliveira, Lotterer auf 4 10,4 Sekunden.

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07:21

Die Rundenzeiten von de Oliveira sind angestiegen. Bis Runde 6 fuhr er noch 1:38er Zeiten, mittlerweile sind diese aber auf 1:39 angestiegen. Das ist ungefähr genauso schnell wie Matsuda, sprich sein Vordrang ist etwas gestoppt. Abstand in Runde 11: 3.447 Sekunden.

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07:20

Besagtes dreier Päärchen befindet sich aber dafür, jetzt in Runde 10, in einer Art Dreikampf. Wobei Kampf noch etwas nett ausgedrückt ist, sie beschnuppern sich eher.

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07:19

Ich hatte mich übrigens vorhin verschaut (schlechte Augen in der Früh…): Hinter Kaneishi und dem jüngeren Nakajima war natürlich Kunimoto, Hirate ist derzeit auf 8 und verteidigt sich gegen Takashi Kogure.

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07:17

Der leicht beschädigte Frontflügel scheint Tsukakoshi nicht allzu stark zu behindern. Er findet sich 6 Sekunden hinter de Oliveira.

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07:15

Runde 7: Oliveira gibt weiterhin Gas: Abstand zu Matsuda mittlerweile auf 3 Sekunden angewachsen, Lotterer 10 Sekunden zurück.

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07:15

Um Platz 12 entbrennt in Runde 6 derweil ein Kampf zwischen Toshihiro Kaneishi und Daisuke Nakajima. Dahinter ist gleich Kohei Hirate auf 14.

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07:13

Die japanischen Kommentatoren hören ein Motorproblem heraus, nachdem es sich auch anhört.

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07:12

Naoki Yamamoto ist langsam unterwegs.

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07:12

Runde 5: Matsuda ist 2 Sekunden hinter de Oliveira, Tsukakoshi 4 und Lotterer 6. Hinter dem Duisurger staut es sich ein bisschen mit Nakajima, Duval und Izawa.

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07:11

Es wirkt ein bisschen so als könnte Lotterer nicht die Pace von Tsukakoshi gehen, der wiederum etwas Zeit auf die beiden Impul-Fahrzeuge verliert.

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07:10

Ahhh, kaum gemeckert, schon folgt die Aufklärung: Orime wurde von Saga beim Anbremsen auf die zweite Kurve am Heck getroffen.

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07:09

Beide Fahrzeuge stehen auch noch immer im Aus und werden gerade abgeschleppt.

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07:08

Leider wird bei der Wiederholung von J Sports 3 nicht der Unfall von Orime und Saga gezeigt, sah aber so aus, als hätte Orime seinen Dreher ins Kiesbett alleine verursacht. Saga wurde anschließend etwas blockiert.

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07:07

Oh, Tsukakoshi hat eine leichte Beschädigung vom Frontflügel. Vorne rechts (von uns aus gesehen links) fehlt ein kleines Stück. Seine Pace scheint es derzeit aber nicht zu beeinflussen.

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07:06

Die Top 6 nach der ersten Runde: Oliveira, Matsuda, Tsukakoshi, Lotterer, Nakajima, Duval.

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07:05

Pardon, das mit Matsuda hatte ich falsch gesehen und mich auf den japanischen Kommentar verlassen, der Matsuda ebenfalls in Front gesehen hat. Oliveira konnte sich aber doch noch mal verteidigen und führt das Rennen an.

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07:05

Was für ein Raketenstart von Koudai Tsukakoshi, von 5 auf 3. Lotterer hat zwar Nakajima überholt, bleibt allerdings auf 4.

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07:04

Und Unfall im Hintergrund. Müsste Orime mit Saga gewesen sein.

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07:03

Sehr guter Start von Tsukakosh!!!! ZIeht gleich auf 3 vor, Matsuda überholt JP de Oliveira.

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07:03

START!!!!!!!!!

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07:03

Fahrzeuge stellen sich nach der Einführungsrunde wieder auf. In wenigen Sekunden geht es los!

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07:00

Insgesamt stehen übrigens 52 Runden auf dem Programm.

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06:59

Die Motoren wurden angelassen

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06:57

Die Nationalhymne wird jetzt von einem Orchester gespielt.

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06:56

Und damit zum Rennen. JP de Oliveira steht auf Pole, Tsugio Matsuda komplettiert die erste Reihe. Dahinter Kazuki Nakajima, Andr� Lotterer, Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi war der einzige von Honda belieferte Fahrer, der Q3 gestern erreichte. Das zweite Freie Training fand unter feuchten Bedingungen statt, jetzt scheint wie zu erwarten war die Sonne. Ich habe noch keine genauen Temperaturen, aber es sollten um die 35 Grad sein.

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06:55

Ziel der Formula Nippon ist es, mit dem neuen Namen die Serie auf einen ähnlichen Level wie die Formel 1 (naja…) sowie die Izod IndyCar Series (schon realistischer) in Asien zu heben.

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06:51

Die große News des Tages: Die JRP gab den neuen Namen der Formula Nippon bekannt, den die Serie ab 2013 tragen wird. Der neue Name lautet: Super Formula. Damit folgt die Formula Nippon der Super GT, die sich 2005 von der JGTC (Japanese GT Champonship) in Super GT umbenannte. Der komplette, japanische Titel der Formula Nippon ab 2013 lautet Japanese Championship Super Formula. Derzeit trägt sie den vollen Titel All-Japan Formula Nippon.

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06:49

Einen wunderschönen Guten Morgen zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon aus Motegi. Dieses Mal mit unserem schicken neuen Live-Ticker, der in kürzester Zeit von zwei flinken Programmieren respektive Designern für uns erstellt wurde. Er ist noch nicht ganz fertig, aber ich habe die Ehre, sozusagen den Shakedown durchzuführen. Der Ticker aktualisiert sich alle 30 Sekunden selbst.

 

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August 04 2012

04:00

Formula Nippon: Vorschau Round 5 Motegi

Für manch einen kaum zu glauben, an diesem Wochenende bestreitet die Formula Nippon aber bereits ihr drittletztes Saisonrennen. Bevor es Ende September und Anfang November nach Sugo respektive Suzuka geht, ist Japans höchste Formel-Serie an diesem Wochenende bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Twin Ring Motegi unterwegs. Neben der erwarteten Zuspitzung im Meisterschaftskampf wird am Sonntag außerdem der neue Name, den die Serie ab 2013 tragen wird, präsentiert.

Eigentlich schon zum dritten Saisonrennen in Autopolis geplant, hat sich die JRP (Japan Race Promotion) etwas mehr Zeit bei der Sichtung der Namensvorschläge gelassen. Wie bereits über die letzten Monate häufiger berichtet, schnürte man um den neuen Seriennamen ein Gewinnspiel, an dem alle mit einem gültigen Führerschein derzeit in Japan residierenden Bürger teilnehmen konnten. Neben VIP-Tickets für die kommende Saison gibt es als Sonderpreis zudem entweder einen Honda CR-Z type α oder einen Toyota 86 grade G zu gewinnen. Während der neue Serienname nach langer Anmeldeprozedur und weiteren, rechtlichen Abwicklungen diesen Sonntag auf einer Pressekonferenz um 9:50 Uhr Ortszeit präsentiert wird, sollen die Gewinner des Gewinnspiels im Rahmen des JAF Grand Prix (16. bis 18. November) verkündet werden.

Grund für die Namensänderung ist die zukünftige Ausrichtung der Serie. Ähnlich der Super GT will die Formula Nippon ebenfalls gen Asien expandieren. Über ein Rennen auf der F1-Strecke in Südkorea wurde bereits Ende 2011 spekuliert, vor dem diesjährigen Saisonbeginn bestätigte JRP-Präsident Hiroshi Shirai zwar diese Pläne, machte sie aber auch unter anderem von der wirtschaftlichen Lage abhängig. Rennen in Malaysia und China seien ebenfalls möglich, fallen selbstredend aber unter die gleichen Entscheidungskriterien. Sollte die Formula Nippon, was anbetracht des Vorhabens sowie den Visionen seitens der JRP wünschenswert wäre, in mindestens drei verschiedenen Ländern fahren, so kann sie laut FIA-Regularien nicht mehr als nationale Rennserie auftreten. Aus diesem Grund musste sich beispielsweise auch die JGTC 2005 in Super GT umbenennen. Für die Formula Nippon selbst bricht zwölf Jahre nach ihrer „Gründung“ (die eigentliche Geschichte geht bis zum ursprünglichen Namen, All-Japan Formula 2000, ins Jahr 1973 zurück) somit ein neues Zeitalter an. Ein Zeitalter, in dem man nicht mehr nur noch Japans höchste, sondern gleichzeitig auch Asiens höchste Formel-Serie werden möchte. Aus diesem Grund verabschiedet sich die Serie 2014 auch vom aktuellen FN09-Wagen.

Wie passend zum vorangegangenen Lauf in Fuji bekannt wurde, wird der neue Bolide von Dallara gebaut werden. Diesbezüglich hatten sich die Team-Chefs zusammen mit den JRP-Vorsitzenden in einem bislang noch nicht näher kommentieren Meeting zur Abstimmung kurz nach dem Rennen in Fuji getroffen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dem Design-Vorschlag von Dallara zugestimmt wurde. Bleibt zu hoffen, dass Dallara einen ähnlichen hübschen Wagen wie den FN09 von Swift bauen wird. Bislang ist lediglich bekannt, dass es neben einem neuen Bremssystem auch selbstredend eine neue Aerodynamik geben wird. Bezüglich der Motorenfrage gibt es hingegen keine neuen Informationen. Ursprünglich waren 2,0l Motoren mit Hybrid-Antrieb mitsamt System E, einem KERS-ähnlichen System, das sich seit einiger Zeit in der Entwicklung befindet und nicht zur Konzeption des FN09 passt, angedacht. Die gleichen Motoren wollten Honda und Toyota ab 2014 auch in der Super GT einsetzen. Wegen den Unklarheiten zur DTM-Super-GT-Kooperation wird sich diese Entscheidung aber wohl so lange hinauszögern, bis diesbezüglich Klarheit besteht.

Dies Alles ist aber natürlich noch Zukunftsmusik. Zwar wird der neue Serienname vor dem Rennen von Hiroshi Shirai und Tsugio Matsuda als Fahrervertreter der Presse präsentiert, das Hauptaugenmerk liegt aber selbstverständlich auf dem fünften Saisonlauf. Erneut geht es auf den Twin Ring Motegi, wo die Fahrer, anders als noch zum zweiten Saisonlauf im Mai, mit den heißen Sommertemperaturen um die 30-32 Grad (mitsamt relativ hoher Luftfeuchtigkeit) zu kämpfen haben werden. Vereinzelte, kleine Regengüsse sind zwar angekündigt, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer als noch vor knapp drei Wochen in Fuji. Die heißen Temperaturen erhöhen selbstredend auch den Materialverschleiß. Insbesondere die Bremsen müssen aufgrund der Stop-and-Go-Charakteristik der Strecke geschont werden, aber auch der Reifenverschleiß kann bei den hohen Asphalttemperaturen eine entscheidende Rolle spielen. Ein weiteres Schlüsselelement wird selbstredend auch die Qualifikation sein, da Überholen auf dem Twin Ring Motegi nicht zu den einfachsten Disziplinen gehört. Dies betrifft insbesondere André Lotterer, der in den letzten beiden Rennen jeweils keine guten Startplätze erzielte. Die Qualifikation wird wie bereits im Mai in der Special Stage, dem Einzelzeitfahren nach der regulären Qualifikation zur Festlegung Reihenfolge, ausgetragen.

Da ich bereits ausführlich über den Kurs und sein Umfeld in meiner Vorschau im Mai berichtet habe – und das Umschreiben der zwei Absätze folglich Irrsinnig und nicht dem Prinzip der „Nachhaltigkeit“ entsprechen würde – übernehme ich im folgendem besagte Beschreibung. Nach dem eingebetteten Video folgen noch ein paar Worte zum Rennen sowie der Ausstrahlungszeit.

Weltweit ist der Twin Ring Motegi eine einzigartige Rennstrecke, da er anders als die Strecken in den USA einen separaten Oval- sowie Straßenkurs enthält, ohne dabei Kompromisse bei der Streckenführung einzugehen. Gebaut wurde der gesamte Komplex 1997 von Honda, mit dem Ziel die CART  nach Japan zu holen und das eigene Wissen im Bereich des amerikanischen Open-Wheel-Sports zu erweitern. Trotz der zwei „Zwillingsstrecken“ ist es allerdings  nicht möglich, gleichzeitig zwei Rennen auszutragen, da sich der 4,8km lange Straßenkurs die Boxengasse wie auch Haupttribüne mit dem 2,493km langen Super Speedway teilt. Zusätzlich werden beide Kurse jeweils in einem jeweils anderem Uhrzeigersinn gefahren. Neben der CART und später der IndyCar fuhr 1998 auch der NASCAR Sprint Cup (damals noch Winston Cup) ein Einladungsrennen auf dem Oval. Das Coca-Cola 500 gewann damals Mike Skinner für Richard Childress Racing. In die NASCAR-Geschichte ging das Rennen allerdings aufgrund der Tatsache ein, dass es zum einen das erste (und einzige) Oval-Rennen der NASCAR in Japan war und zum anderen, weil Dale Earnhardt sr. sowie sein Sohn Dale Earnhardt jr. das erste Mal zusammen in einem Rennen fuhren. Das letzte Oval-Rennen der IndyCar fand 2010 statt. Nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurde der Super Speedway leider sehr stark beschädigt. Da die IndyCar bereits davor beschlossen hatte, nach 2011 aus wirtschaftlichen Gründen vorerst keine Rennen mehr im Land der aufgehenden Sonne auszutragen, beschloss der Streckenbetreiber, das Oval nicht zu reparieren. Das letzte IndyCar-Rennen fand deshalb erstmals auf dem Straßenkurs statt, welches Scott Dixon für Chip Ganassi Racing gewann. In Europa ist der Kurs insbesondere durch den dort seit 2004 jährlich ausgetragenen Japan Grand Prix der MotoGP bekannt; die Super GT wird auch heuer ihr Saisonfinale in Motegi austragen. Kurze Randnotiz: Beim IndyCar-Auftritt 2011 auf dem Straßenkurs des Twin Ring Motegi erzielte Scott Dixon mit 1:38.391 die Pole Position. Zwar mag der Vergleich des alten Dallara-IndyCars mit dem FN09 der Formula Nippon unfair wirken, im gleichen Jahr erzielten bei beiden Auftritten im Juni und Oktober jeweils Joao Paulo de Oliveira sowie André Lotterer mit 1:35.012 respektive 1:32.989 die Pole Position.

Der Straßenkurs des Twin Ring Motegi fällt für japanische Verhältnisse aufgrund seines flachen Höhenprofils eher untypisch aus. Zudem besitzt die Strecke mit seinen 14 Kurven einen Stop-and-Go-Charakter mit lediglich einer leichten Erhöhung in der Haarnadelkurve. Interessant ist die Tatsache, dass der Straßenkurs zwei Unterführungen besitzt, mit der ersten auf der kleinen Geraden zwischen Kurve 4 und 5. An dieser Stelle verlassen die Fahrer quasi unter Turn 3 des Ovals den inneren Teil der Anlage; auf der Geraden nach Kurve 11 (zwischen Turn 1 und 2 des Ovals) gelangen sie durch die zweite Unterführung – das ganze wirkt wie die Unterführung nach der Degner vor der Haarnadel in Suzuka – wieder in den inneren Teil hinein. Dies ist nur aufgrund der Einzigartigkeit der kompletten Anlage möglich und stellt somit gleichzeitig die Besonderheit der Strecke dar. Im folgendem ein Onboard-Video von André Lotterer aus der Reihe „Driver’s Eye“ des japanischen Fernsehens:

Unglücklicherweise sorgt aber genau diese Einzigartigkeit der Strecke für einige Probleme für die Zuschauer vor Ort. Zum einen sitzen sie beispielsweise auf der Haupttribüne zu weit von der Start- und Zielgeraden entfernt, zudem blockiert das Oval die Sicht auf einige Kurven der Strecke, weshalb viele, größere Monitore zum Verfolgen des Geschehens benötigt werden. Abseits der Haupttribünen sind die Sitze auf wenige Stellen im inneren Teil des Ovals sowie der Gegengerade des Straßenkurses limitiert. Zu allem übel besitzt die Strecke keine besonders gute Infrastruktur. Motegi (Tochigi-Präfektur) selbst ist mit lediglich 16.403 Einwohnern (Stand 2005) und einer Gesamtfläche von 172,71km² eine relativ kleine Stadt. Zwar ist die Strecke mit dem Auto nur rund 6km von der Innenstadt entfernt, dennoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Hotel direkt an der Strecke, quasi inexistent. Zu allem übel besitzt die Strecke lediglich zwei zweispurige Straßenzufahrten, was bei Großveranstaltungen mitunter für regelmäßige Verkehrsstaus sorgt. Die Anfahrt mit dem Zug gestaltet sich ebenfalls als schwierig, weil die zwei großen, regionalen Zuggesellschaften JR East sowie Tobu Railway den Bahnhof in Motegi nicht direkt anfahren. Pläne für eine Schnelltrasse für den Shinkansen gibt es ebenfalls nicht.

Nicht nur wegen seines beeindruckenden Rennens vor rund drei Wochen in Fuji ist André Lotterer der absolute Geheimfavorit auf den Sieg in Motegi. Der Duisburger gewann auch bereits im Mai den ersten Formula-Nippon-Auftritt in diesem Jahr in Motegi. Mit insgesamt vier Siegen ist Lotterer der Rekordhalter aller derzeitig amtierenden Formula-Nippon-Piloten auf der Strecke. Lotterer und der Twin Ring, das passt einfach, schließlich gewann er dort im Jahr 2004 auch sein erstes Super GT (damals noch JGTC) Rennen mit Nakajima Racing. Nach einem etwas holprigen Saisonstart in Suzuka und einem unglücklichen aber nichts desto trotz katastrophalen Wochenendes in Autopolis, hat sich der amtierende Champion auf vier Punkte an seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima (29 Punkte) herangepirscht. Der Japaner gab zwei Runden vor Schluss in Fuji die Führung an André Lotterer ab, verlor aufgrund des Bonus-Punktes für die Pole Position aber nur einen Zähler in der Meisterschaft auf ihn – fleißig ernährt sich das Eichhörnchen. Nach einem dritten Platz im Mai-Rennen wittert der Tom’s-Pilot nach Suzuka seinen zweiten Saisonsieg, weiß aber, dass auch ein zweiter Platz auf Lotterers Paradestrecke gewiss kein Beinbruch wäre, sofern er wie in Fuji sich die Pole Position sichert. Zwei Punkte hinter Lotterer ist Autopolis-Gewinner Koudai Tsukakoshi (23 Punkte). Der Docomo-Dandelion-Fahrer, der in Tochigi-Präfektur aufgewachsen ist und somit ein Heimrennen hat, hatte in Fuji einen Nuller geschrieben, nachdem er zum Rennstart wertvolle Positionen verlor und ein unglückliches Händchen beim Regenreifenpoker bewies. Er sowie sein Teamkollege Takuya Izawa (17 Punkte) sind die heißesten Anwärter für einen Honda-Sieg auf deren eigener Strecke. Hinter beiden Fahrern steht nach wie vor allerdings ein großes Fragezeichen, da es abseits des Autopolis-Rennens (und stellenweise zum Saisonauftakt in Suzuka) es dem Team nicht gelang, den guten Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In diesem Jahr etwas unauffallend wirkt Joao Paulo Oliveira (17 Punkte), und das obwohl der Brasilianer, abgesehen von seinem Ausfall in Autopolis, gute bis sehr gute Rennen ablieferte. Bestes Resultat war just im Mai in Motegi, als er sich nur André Lotterer geschlagen geben musste. Für de Oliveira wird es allerdings wichtig sein, mindestens aufs Podium, wenn nicht sogar zum Sieg zu fahren, wenn er seine mathematischen Meisterschaftschancen intakt halten möchte. Gleiches gilt auch für de Oliveiras Teamkollegen Tsugio Matsuda (13 Punkte) sowie Kazuya Oshima (15 Punkte). Letzterer hatte in Fuji unter schwierigen Mischbedingungen, verursacht durch Platzregen, fast einen Überraschungssieg gelandet, musste sich am Ende aber doch beiden Tom’s-Fahrern geschlagen geben. Oshima sollte nach dem letzten Sonntag erzielten, beeindruckenden ersten Sieg für Team Eneos LeMans in der Super GT seit neun Jahren besonders motiviert sein, dennoch ist davon auszugehen, dass er wie auch Matsuda um die Meisterschaft kein Wörtchen mehr mitreden werden. Hierfür waren, trotz einiger guter Rennen, die restlichen Ergebnisse in diesem Jahr etwas zu schwankend. Dennoch ist ein Aufwärtstrend beim Traditionsteam LeMans zu erkennen. Ähnliches gilt für Tsugio Matsuda, der nach drei Jahren in diesem Jahr sein Comeback in der Serie gab.

 

TV-Zeiten Motegi

Wie gehabt muss erneut aufgrund fehlender, internationaler TV-Partner, auf die nicht beliebte Graualternative zurückgegriffen werden. Die Qualifikation findet kurze Zeit nach Erscheinen dieses Artikels am Samstag statt. J Sports 3 geht am Sonntag um 6:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung; das Rennen startet 30 Minuten später um 7 Uhr, dieses Mal sogar unverschlüsselt im japanischen Fernsehen. Wie zu jedem Formula-Nippon-Rennen werden wir auch dieses Mal, sofern die Technik hoffentlich nicht streikt, unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker anbieten. Dieses Mal sogar zum allerersten Mal mit einem eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System. Der Live-Ticker startet am Sonntag um 6:45 Uhr.

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July 21 2012

18:29

Formula Nippon: Lotterer gewinnt im Regen von Fuji

Es war nicht nur das mit Abstand beste Formula-Nippon-Rennen der diesjährigen Saison, sondern auch eines der besten Rennen des amtierenden Meisters André Lotterer. Unter schwierigen Mischbedingungen gewann der Duisburger am vergangenen Sonntag von Startplatz 8 kommend sein zweites Saison- und damit sein insgesamt viertes Karriererennen auf dem Fuji International Speedway. Fast hätte es allerdings einen Überraschungssieger gegeben.

Vereinzelte Regenschauer waren für das Rennwochenende in Fuji in der Shizuoka-Präfektur angekündigt – und die japanische Regensaison hat erneut nicht enttäuscht. Passend zum ersten Qualifikations-Segment hatte sich erneut der Himmel über der Rennstrecke am Fuße des Fuji-san geöffnet. Die wenigen Tropfen sorgten dafür, dass Takuya Izawa sich Eingangs der Start- und Zielgeraden drehte und seinen Boliden abstellen musste. Das Ende vom Lied: Der 18. und letzte Startplatz. Ein Kuriosum in Q2: Auf Platz 9 schaffte André Lotterer nicht den Sprung ins dritte Segment.

Sichtlich frustriert und überrascht, rätselte der Deutsche über eine urplötzliche schlechte Balance des Wagens, obwohl er zuvor in Q1 wie auch im ersten Freien Training noch die beste respektive die zweitschnellste Zeit fuhr. Über Twitter munkelte er etwas deplatziert formuliert über einen schlechten Reifensatz, nahm diese Aussage im Anschluss aber wieder unkommentiert zurück. Nach dem mysteriösen Aufhängungsschaden in Sugo das zweite Mysterium, das bei den Tom’s-Mechanikern wohl für einige Stirnfalten sorgen dürfte. Lotterer startete dann letztlich doch noch von Position 8, weil Kohei Hirate aufgrund des irregulären Überfahrens der weißen Boxenausfahrtslinie um drei Plätze nach hinten versetzt wurde. Nachdem sich erneut die Regenwolken über dem Fuji Speedway zu Beginn des dritten Qualifikationssegments verdichtete, entschloss sich Kazuki Nakajima zum einzig richtigen: Sofort eine schnelle Runde setzen. Seine Einsatzbereitschaft ging auf, denn die Pole-Zeit von 1:36.694 konnte keiner der Konkurrenten bei einer immer nasser werdenden Strecke mehr schlagen. Mit ihm in Startreihe eins gesellte sich erfreulicherweise Kazuya Oshima (1:38.674); der zu diesem Zeitpunkt noch Meisterschaftsführende Koudai Tsukakoshi (1:40.034) sowie Yuji Kunimoto (1:40.252) und Tsugio Matsuda (1:40.495) rundeten die Top 5 ab. Matsuda war damit schneller als sein Impul-Kollege Joao Paulo de Oliveira, der auf P6 direkt hinter ihm ins Rennen ging.

Bereits am Sonntagmorgen begrüßte der Himmel über Fuji die Fahrer mit starken Winden und erneutem Regen. Unter diesen Bedingungen fuhr André Lotterer vor Tsugio Matsuda im zweiten Freien Training die schnellste Runde. Zum Rennstart um 14 Uhr Ortszeit war es zwar trocken, in den höheren Lagen der hügeligen Landschaft war allerdings eine kleine Nebelbildung zu beobachten. Und wie hätte es auch nicht anders sein sollen, fing es wenige Sekunden nach der Pre-Race-Zeremonie mitsamt Nationalhymne zu tröpfeln an, allerdings nicht so stark und vor allem auch nicht über die ganze Strecke verteilt, dass die Rennleitung das Rennen zum Wet Race hätte deklarieren müssen. Außerhalb der Top 10 auf P12 startend entschied sich lediglich Hironobu Yasuda zu einem gewagten Poker. In letzter Sekunde ließ der Kondo-Racing-Fahrer sich Regenreifen von seinen Mechanikern aufziehen, in der Hoffnung auf eine höhere Intensität des Regens. Bereits in der Einführungsrunde war aufgrund der noch sehr geringen Feuchte zu erkennen, dass diese gewagte Strategie nicht aufgehen sollte.

Bei schwülen 26 Grad Außen- sowie 33 Grad Asphalttemperatur wurde das Rennen gestartet. Kazuki Nakajima konnte seine Pole Position nicht bis in die erste Kurve retten, stattdessen wurde der Suzuka-Sieger, auch bedingt durch leicht durchdrehende Hinterreifen, von Kazuya Oshima kassiert. Im Hintergrund legte André Lotterer einen sagenhaften Raketenstart hin. Bereits nach der Coca-Cola-Kurve war der Titelverteidiger bis auf Position 4 hinter Yuji Kunimoto vorgefahren. Koudai Tsukakoshi wurde dabei von seinem dritten Startplatz auf Position 6 zurückgereicht; auch Matsuda wurde von Teamkollegen de Oliveira noch in der ersten Kurve überholt. In der ersten Runde besonders auffallend waren die teilweise rutschenden Autos. Einige Fahrer hatten aufgrund der noch kalten Slick-Reifen in Kombination mit der leicht feuchten Strecke in einigen Abschnitten sichtliche Mühe, ihren FN09 auf dem Kurs zu halten. Nach dem ersten Umlauf versuchte Kazuki Nakajima mit Hilfe des Zusatz-Boosts sowie des Windschattens an Oshima in Kurve 1 vorbeizugehen, verbremste sich allerdings, weshalb der Team-LeMans-Fahrer wieder vorbeischlüpfte. Im Hintergrund griff Lotterer erfolgreich auf der äußeren Linie nach Kunimoto, der im Anschluss auch noch vom Brasilianer Joao Paulo de Oliveira überholt wurde. Völlig von der Rolle war in der Anfangsphase Koudai Tsukakoshi, der nach dem Rennen sich über Balance-Probleme beklagte. Nach dem miserablen Start wurde er in Runde 5 auch noch von Tsugio Matsuda überholt und damit zwischenzeitlich auf P7 verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt musste auch Hironobu Yasuda einsehen, dass der Poker mit den Regenreifen nicht aufging, als nach nur fünf Runden die Spitze des Feldes hinter ihm auftauchte und der Nieselregen fürs erste aufhörte. Während vorne Oshima das Feld kontrollierte und sogar Nakajima leicht abhängen konnte, der wiederum den zu diesem Zeitpunkt sichtlich schnelleren Lotterer aufhielt, gab es im mittleren sowie hinteren Feld einige nette Zweikämpfe zu beobachten.

Vom letzten Platz aus startete Takuya Izawa seine Aufholjagd. In Runde 6 übernahm der zweite Dandelion-Pilot bereits Position 12 von Daisuke Nakajima, der in der Qualifikation mit Startplatz 7 eigentlich noch eine gute Ausgangsposition hatte. Für Kazukis jüngeren Bruder im Team des Vaters sollte es erneut kein sonderlich erfolgreiches Rennen werden. Am Ende sprang lediglich Platz 11 heraus, womit er wenigstens seine bisherige Leistung seit Motegi (P10) und Autopolis (P11) bestätigte. Nach Startplatz 7 hatte er und das Team sich aber sicherlich etwas mehr erhofft, zudem wurde er von seinem am Ende auf Position 10 ins Ziel kommenden Teamkollegen Takashi Kogure überholt, der von Platz 13 ins Rennen ging. Lichtblick für Nakajima Racing ist allerdings, dass man nach dem katastrophalen Saisonstart in Suzuka eine gewisse Konstanz gefunden hat. Qualifikations-Ergebnisse wie der siebte Startplatz von Daisuke Nakajima in Fuji zeigen außerdem, dass Potential nach vorne vorhanden ist, was fehlt ist lediglich die Umsetzung des Speeds im Rennen. Ein Problem, mit dem auch weiterhin noch Docomo Dandelion Racing zu kämpfen hat. Während Izawa durch eigenes Verschulden zu Beginn des Rennens immerhin eine ansehnliche Aufholjagd hinlegte (bis auf P9), verlor in der zweiten Hälfte des Rennens dennoch wieder an Speed. Am Ende reichte es nur für P13. Teamkollege Tsukakoshi stellte seinen Boliden in der Qualifikation immerhin in die zweite Startreihe, fiel allerdings beim Rennstart zurück. Ähnliches war auch in Suzuka und Motegi passiert, lediglich in Autopolis hatten es beide Fahrer geschafft, ihren Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In Runde 7 nahm der Regen erneut zu, was zu einem leichten Anstieg der Rundenzeiten um rund eine Sekunde sorgte. So fuhr Oshima beispielsweise noch in Runde 4 um die 1:29, während er drei Runden später die 4,563 km lange Strecke eine Sekunde langsamer umrundete. Ab diesem Zeitpunkt war besonders Sektor 3, hier vor allem die Dunlop-Kurve, sowie die Start- und Zielgerade vom Regen betroffen. Beim Anbremsen auf besagte Dunlop-Kurve hatte sich Yuji Kunimoto fast gedreht, konnte den Wagen aber noch abfangen. Kurz davor wurde er von Tsugio Matsuda in einem hübschen Slipstream-Manöver in Kurve 1 überholt. In den kommenden Runden nahm die Intensität des Regens weiter zu, weshalb einige Teams anfingen, über den Wechsel auf Regenreifen nachzudenken. Dagegen sprach allerdings, dass es sich bei diesem Niederschlag erneut um einen kurzen, kleinen Platzregenschauer um Sektor 3 herum handelte, von dem man nicht wusste, wie lange er anhalten würde. Besser mit den Bedingungen klarkommend griff in Runde 13 Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira an, während die Rundenzeiten im Feld zwischen 1:33 und 1:36 anstiegen. Zu diesem Zeitpunkt war auch Oshima deutlich schneller und konnte sich bis zu drei Sekunden von Kazuki Nakajima absetzen. Interessant zu beobachten waren die unterschiedlichen Stärken der beiden Tom’s-Piloten. Während Lotterer in Sektor 1 und 3 deutlich schneller als sein Teamkollege konnte, setzte sich dieser wiederum in Sektor 2 wieder leicht von ihm ab. Dennoch war zu erkennen, dass Lotterer spürbar schneller als Nakajima war.

Bedingt durch die stets wechselnden Bedingungen, waren es jene Rundenzeiten, die sich alle paar Runden veränderten. Als nach dem erneuten, kurzen Schauer es nur noch in der Dunlop-Kurve leicht feucht war, holte Nakajima wieder auf bis zu zwei Sekunden auf den führenden Oshima auf. Auch Joao Paulo de Oliveira konnte diese Phase nutzen, um seinen Teamkollegen abzuschütteln und sogar Zeit auf André Lotterer gewinnen. Aber wie hätte es auch anders sein sollen, entschieden die Regenwolken sich über der Strecke in Runde 26 endgültig zu entleeren, erneut allerdings mit einem fiesen Platzregen, der abermals insbesondere Sektor 3 sowie Teile des ersten Sektors unter Wasser setzte. Erstaunlicherweise entschloss sich niemand zum sofortigen Reifenwechsel, vermutlich weil alle Teams mit nur einem kurzen, dieses Mal aber heftigeren Platzschauer rechneten. Als zwei Runden später aber auch der komplette zweite Sektor an Nässe gewann, entschloss sich Naoki Yamamoto als erster des Feldes zum Wechsel auf die Regenreifen. In Runde 29 folgten ihm Kunimoto und Tsukakoshi. Letzterer hatte mit seinem Team wohl nach der katastrophalen ersten Rennhälfte auf einen längeren Schauer gehofft und damit alles auf eine Karte gesetzt, um doch noch einige Plätze wieder gut zumachen. Abseits der Kameras flog Joao Paulo de Oliveira von der Strecke, konnte aber nach dieser Schrecksekunde wieder weiterfahren, wurde dabei aber von seinem Teamkollegen Tsugio Matsuda überholt. Trotz der hohen Intensität des Regens entschlossen sich lediglich Yamamoto, Tsukakoshi und Kunimoto zum Reifenwechsel; der Rest des Feldes blieb auf den Slicks. Umso erstaunlicher, dass neben dem Dreher von de Oliveira und später auch noch Izawa in Runde 34, die Fahrer ihre Boliden auf der Strecke halten konnten. Auf Slicks wohlgemerkt. Ein Fakt, den man nicht häufig genug erwähnen kann. Ein Grund hierfür könnte laut der späteren Interview-Aussage Lotterers sein, dass die Asphalttemperatur trotz des Regens sich konstant zwischen 31-33 Grad befand und deshalb die Slick-Reifen, die zwar kein Wasser aufnehmen können, nie stark abkühlten. Der Ground-Effect des Boliden könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Letztlich waren es aber die Fahrer, die filigran ihre Boliden über das Wasser steuerten. Zu diesem Zeitpunkt machten auch beide Tom’s-Piloten wieder weiter Boden auf Oshima gut.

Die Rechnung mit den Regenreifen der Wechsler schien anfangs aufzugehen – Tsukakoshi fuhr beispielsweise auf Anhieb rund vier Sekunden schneller als der führende Oshima. Das ausharren der Anderen machte sich allerdings dann doch bezahlt: Keine zehn Runden später schien auf Start/Ziel zum ersten Mal während des gesamten Rennens die Sonne leicht durch; der Regen wurde weniger und die einzelnen Sektoren trockneten langsam wieder ab, wobei der zweite Sektor und dritte Sektor, insbesondere die Passage ab der 300 R, weiterhin die trickreichsten darstellten. Mit dem langsamen abtrocknen der Strecke verlor Nakajima um die 1,8 Sekunden auf den kontrollierend fahrenden Oshima, während André Lotterer wiederum wertvolle Sekunden auf seinen Teamkollegen verlor. Mit dem Erreichen des 38. Umlaufs betrug dieser aufgrund eines temporären Antriebdefekts ganze 5,8 Sekunden. Der Duisburger erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Rennen, dass das Problem ohne Vorwarnung auftrat und er deshalb besonders auf der Zielgeraden Zeit verlor. In der Hoffnung auf Besserung, versuchte er deshalb Benzin und Reifen zu sparen. Im Vorfeld wurde bereits darüber spekuliert, ob nach der diesjährigen Regeländerung (kleinerer Tank, Abschaffung der zwei Pflichtreifenwechsel) es aufgrund des geringeren Verbrauchs in Fuji eventuell möglich wäre, ohne Boxenstopp durchzufahren. Die Regenschauer hätten diese Theorie weiter unterstützen können, in der 40. von 55 Runden eröffnete Kazuki Nakajima aber dann doch mit dem zweimaligen Gaststarter Yuhki Nakayama, der ein sauberes aber bis auf ein gewonnenes Duell mit Ryo Orime, der später im Rennen durch einen Dreher ausfiel, unauffälliges Rennen fuhr und 15. wurde, die Reihe an Boxenstopps. Beide kamen lediglich zu einem wie die Japaner es nennen „Splash & Go“, sprich einem „Splash & Dash“ hinein – die Reifen wurden nicht gewechselt.

Eine Runde später tat es ihnen Kazuya Oshima gleich. Auch er ließ sich nur für den Schlusssprint betanken und verzichtete auf neue Pneus. Nach 11,5 Sekunden und damit 0,4 Sekunden schneller als Nakajima, verließ er wieder seine Mannschaft. Dennoch reichte es nicht, um vor dem ehemaligen F1-Piloten wieder auf die Strecke zu kommen. Nakajima zauberte, wohl wissend seiner Chance, zwei schnelle In- respektive Outlaps auf den Asphalt, was ihn letztlich die nötigen Zehntelsekunden für den Führungswechsel brachte. Noch eine Runde später steuerte Lotterer den Service an. Wenig überraschend entschied auch er sich lediglich zum Auftanken. Das jeweils eine Runde längere fahren als seine beiden, direkten Konkurrenten machte sich für den Titelverteidiger bezahlt: Er verkleinerte die ehemals 5,8 Sekunden Rückstand auf nicht ganze drei Sekunden. Ein weiterer, nennenswerter Stopper war Joao Paulo de Oliveira, der zwar nur 9 Sekunden bei seiner Mannschaft verbrachte, für den es nach seinem Dreher und einem wohl daraus resultierenden Pace-Verlustes am Ende nur für Position 6 reichte. Das Wochenende hatte sich der Brasilianer, der letzte Woche Freitag seinen 31. Geburtstag feierte, etwas anders vorgestellt. Schwacher Trost: Mit 1:29.031 fuhr er die schnellste Runde des Rennens.

Nach den Stopps der Anderen befanden sich Kunimoto und Tsukakoshi auf der nun nur noch im dritten Sektor leicht feuchten Strecke zwar auf den Plätzen 4 und 5, verloren aufgrund ihrer Regenreifen aber mehrere Sekunden pro Runde auf den Rest des Feldes. Von hinten rückten Matsuda und Duval an. Letzterer hatte ebenfalls keinen guten Start, konnte sich aber durch seinen Renn-Speed und eine intelligente Fahrweise, besonders während der vereinzelten Regenschauer, wieder nach vorne arbeiten. Die beiden Champions von 2007/08 und 2009 befanden sich im direkten Kampf, weshalb der Franzose in der Dunlop-Kurve das Zögern seitens Matsuda, der seinen Angriff auf den sich nicht wehrenden Tsukakoshi abbrach, zu überholen, was Matsuda aber zu verteidigen wusste. Beide gingen am Dandelion-Fahrer im nächsten Umlauf in Turn 1 vorbei; Kunimoto war anschließend in der gleichen Runde in der Dunlop-Kurve fällig. Das sehenswerte Duell zwischen dem Japaner und dem Franzosen war damit aber noch nicht zu Ende. Ohne Zusatz-Boost verteidigte sich Matsuda geschickt den Angriffen Duvals, indem er ihm in Kurve 1 lediglich die äußere Linie frei machte und ihn so beim Beschleunigen verhungern ließ. Unbeobachtet der Kameras krallte sich kurz vor Schluss Duval aber dann doch noch Matsuda. Beide beendeten ihre starken Rennen auf den Plätzen 4 und 5. Zuvor, in der 48. Runde, entfachte eder Kampf zwischen Oshima und Lotterer, dessen Antriebsprobleme sich nach eigener Aussage nach dem Boxenstopp wieder verschwanden.

In Suzuka fand der Duisburger keinen Weg am Japaner vorbei, in Fuji trieb er ihn hingegen zu Beginn der 50. Runde in Kurve 1 in einen Fehler. Mit Hilfe des Zusatz-Boosts zog er im Windschatten neben Oshima, der sich wiederum in Kurve 1 verbremste und so Lotterer Position 2 überließ. Vier Runden vor Schluss betrug der Abstand zwischen beiden Tom’s-Fahrern nur noch rund zwei Sekunden. Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt schnellster Mann auf der Strecke war, schloss in nicht mal zwei Runden auf seinen Teamkollegen Nakajima auf. In einem packenden Duell begann Kazuki Nakajima in Kurve 13 einen kleinen Fehler, was Lotterer ermöglichte sich neben ihn zu setzen und außen in der darauffolgenden Haarnadelkurve in einem starken Manöver zu überholen – und das zwei Runden vor Schluss! Die Führung gab Lotterer dann in der letzten Runde, trotz sichtlicher Anstrengungen seitens Nakajimas, nicht mehr ab.

Nakajima nahm es nach dem Rennen gelassen und sportlich, letztlich musste er eingestehen, dass sein Teamkollege an diesem Wochenende schneller war, auch wenn er sich bis zwei Runden vor Schluss gut verteidigen konnte. Eine ähnliche Aussage traf auch Kazuya Oshima, der selbstredend etwas enttäusch darüber war, dass ihm der Überraschungserfolg nicht glückte. Ohne parteiisch zu werden, hätte ich mich persönlich ebenfalls sehr über einen Erfolg Oshimas und des Traditionsteams LeMans gefreut, gab es schließlich auch schon lange nicht mehr. Platz 3 ist aber eine mehr als tolle und vor allem verdiente Leistung, die auch den Aufwärtstrend des Teams unterstreicht. Für Lotterer war es nach Motegi der zweite Erfolg in dieser Saison und insgesamt der vierte Karrieresieg auf dem Fuji International Speedway. Damit ist er weiterhin Rekordhalter auf der nach Suzuka bekanntesten Strecke Japans aller derzeitig fahrender Formula-Nippon-Piloten. Saisonlauf 5 findet am 05. August 2012 auf dem Twin Ring Motegi statt, wo Lotterer ebenfalls Rekordhalter aller derzeitig aktiven Fahrer ist.

Bedingt durch die Nullrunde von Koudai Tsukakoshi – Punkte gibt es nur bis Position 8 – verlor der Dandelion-Fahrer seine Tabellenführung an Kazuki Nakajima, der nun mit 29 Zählern vor André Lotterer (25 Punkte) und Tsukakoshi (23 Punkte) die Meisterschaft anführt. Entschieden ist drei Rennen vor Schluss – es folgen nach Motegi noch Sugo und Suzuka – noch nichts, auch wenn Joao Paulo de Oliveira und Takuya Izawa mit jeweils 17 Punkten wohl nur noch mathematische Chancen auf die Meisterschaft haben dürften. So überraschend und ereignisreich die Saison allerdings ist, würde ein alles auf den Kopf stellendes Motegi-Rennen einen auch nicht mehr weiter verwundern. Der heiße und schwüle Sommer hält nämlich auch noch im August weiter an.

 

aErgebnis Round 4 Fuji Speedway

aMeisterschaftsstand nach Round 4

 

+++ Breaking News +++

Zwar gab es in Fuji, anders als gehofft, doch noch keine Informationen zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird, dafür ist dem Cover der am 23. Juli 2012 in Japan erscheinenden Motorsport-Zeitschrift a„Racing News formula“ zu entnehmen, dass Dallara die Zusage bekommen hat, den ab 2014 zum Einsatz kommenden, neuen Einheitswagen zu bauen. Des Weiteren wird es nach Angaben des Covers ein neues Bremssystem, Getriebe sowie eine neue Aerodynamik geben.  Sobald es weitere Infos gibt, findet ihr diese nicht nur in der Motegi-Vorschau Anfang August, sondern auch über Twitter respektive in unseren Newshappen.

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