Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

September 13 2013

14:29

ELMS: Vorschau Ungarn 2013

Die dann doch recht kurze ELMS-Saison biegt schon auf die Zielgerade ein. Und es könnte eine Vorentscheidung in der Meisterschaft fallen.

ELMSNur fünf Rennen umfasst die ELMS-Saison, drei sind mit Silverstone, Imola und Red Bull Ring schon Geschichte. Es folgt nun das Rennen am Hungaroring, das man mit gemischten Gefühlen erwarten darf. Denn die Strecke drängt sich jetzt nicht gerade mit dem Wort “geeignet” für die LMP2-Boliden auf. Zu kurz, zu eng und vor allem gibt es kaum Überholmöglichkeiten. Wenn sich die F1 mit KERS und DRS schon schwer tut, wie sollen die LMP2 überholen können, die mehr oder weniger alle gleich schnell sind? Eine Entscheidung, wie das Wochenende laufen könnte, wird also schon in der Qualifikation fallen. Für die GTs eignet sich der Kurs dagegen hervorragend.

In der LMP2 gehen die üblichen Verdächtigen an den Start. Als Top-Favorit muss der Führende in der Meisterschaft, Pierre Thiriet (68 Punkte) gelten, der mal wieder zusammen mit Mathias Beche an den Start geht. Das erprobte Duo hat die letzten beiden Rennen in der ELMS gewonnen, aber weil Beche das erste Rennen in Silverstone auslassen musste, führt Thiriet die Meisterschaft alleine an. Der Oreaca-Nissan wird auch in Ungarn nur schwer zu schlagen sein, wenn man denn die Quali hinbekommt.

17 Punkte hinter Thiriet liegt das Signatech-Alpine-Duo Pierre Ragues und Nelson Panciatici. Das in diesem Jahr unter dem “Alpine”-Markennamen startende Signature Team ist ja nun ein alter Bekannter in vielen Rennserien und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man die Mannschaft von Philippe Sinault ganz vorne finden kann. Zu verdanken haben sie die Position einer konstanten Leistung, bei allen drei Rennen kamen sie ins Ziel, bei den letzten beiden jeweils auf Platz 2.

Das extrem starke Jota-Team lauert mit 40 Punkten auf Platz 3 der Meisterschaft und die Chancen, den Titel noch holen zu können, sind zumindest nicht völlig weg. Sie brauchen ein schlechtes Ergebnis von Thiriet, vor allem aber dürfen sie sich keine Ausfälle wie in Imola erlauben. Ebenfalls 40 Punkte haben Michel Frey und Patric Niederhauser vom schweizer Raceperformance Team. Allerdings waren die letzten beiden Rennen eher schwierig für das kleine Team und die Konkurrenz von Alpine und Morand Racing ist nicht gerade klein. Dort muss Natacha Gachnang dieses Wochenende auf ihren üblichen Kollegen Franck Mailleux verzichten. Stattdessen wird der frühere F1-Fahrer Christian Klien sein Debüt geben. Ich bin gespannt, wie der Österreicher sich schlagen wird.

Nicht vergessen sollte man die Freunde von Murphy Motorsport, die in diesem Jahr wirklich vom Pech verfolgt werden. Brandon Hartley zeigt immer wieder, was er und das Chassis können. Wenn es keine technischen Probleme gibt. Und wenn Hartley das Auto nicht neben die Strecke setzt. Es dürfte den Iren aber nicht leicht fallen, auf das Podium zu kommen, da Jonathan Hirschi als zweiter Mann bekanntermaßen nicht ganz so schnell ist und auf dem technisch anspruchsvollen Kurs in Ungarn viel Zeit verlieren dürfte.

Fehlen noch Boutsen Ginion Racing, die mit drei Paydrivern unterwegs sind, und das neue SMP-Team aus Russland, dessen Besetzung man nicht unterschätzen sollte. Maurizio Mediani ist der Leiter der “Clienti Corsi”-Fahrerausbildung bei Ferrari und fährt auch alle neuen GTs Probe. Sergey Zlobin war mal Testfahrer bei Minardi und später für BMS Scuderia Italia in der FIA GT ziemlich unerfolgreich unterwegs. Er dürfte also eher der Schwachpunkt sein. Aber das SMP Team sollte man nicht unterschätzen, in der GTC haben sie schon überrascht.

GTE
Same procedure… Fünf Ferrari gegen drei Porsche. Letztere sind aber in Ungarn nicht chancenlos, da das Layout der Strecke die Hecktriebler durchaus bevorteilt. Allerdings dürfte es auch in Ungarn schwer sein, die dominierenden Ferrari von Ram Racing zu schlagen. Das Team hat in dieser Saison bisher zwei Rennen gewonnen, genauer gesagt die Fahrerpaarung Johnny Mowlem und Matt Griffin, und führt in der Meisterschaft mit 70 Punkten vor den Ram-Racing-Kollegen Frank Montecalvo und Gunnar Jeannette, die 45 Zähler auf dem Konto haben. Dahinter liegt, etwas erstaunlich, dass JMW Team mit Andrea Bertolini und Joël Camathias. AF Corse folgt erst dahinter, was aber auch daran liegt, dass man in der ELMS eher Gentleman Driver an den Start gehen lässt.

Immerhin, einen Porsche Sieg gab es schon 2013. Christian Ried und Gianluca Roda konnten mit dem Proton Porsche das erste Rennen in Silverstone gewinnen. In Ungarn nehmen neben Ried auch Nick Tandy und Klaus Bachler Platz, die Chancen stehen so schlecht also nicht. Auch die beide anderen Porsche sind gut besetzt. Bei Prospeed teilen sich Emmanuel Collard und François Perrodo das Cockpit, im IMSA Porsche werden Jean-Karl Vernay und Patrice Milesi Platz nehmen.

GTC
Wieder eine Phalanx von Ferrari, die da auf die Zuschauer wartet. Den Z4 von Ecurie Ecosse kann man getrost vergessen, der wird nichts mit dem Sieg zu tun haben. Wäre da nicht der Gallardo von Peter Kox, könnte man fast auf einen Ferrari-Sieg wetten. Aber der Lamborghini ist nicht zu unterschätzen, wie er in Imola gezeigt hat. Zumindest so lange, wie Peter Kox am Steuer sitzt und der Wagen hält. Wie üblich sind in der GTC viele Gentleman Driver im Einsatz, was die Sache etwas schwer vorhersehbar macht.

Das Rennen startet schon am Samstag um 16:00 Uhr und wird über drei Stunden gehen. Es gibt wie üblich einen Stream.

752 total views, 264 views today

The post ELMS: Vorschau Ungarn 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

June 16 2013

10:05

Bericht: Die 26. Alpenrallye

Vor einigen Tagen fand rund um Kitzbühel die 26. Alpenrallye statt. Wir waren nicht nur vor Ort, sondern sind auch einen Tag mitgefahren.

Alpenrallye 2013Ein freies Wochenende, schönes Wetter, ein grandioses Alpenpanorama und dazu jede Menge schöner Oldtimer. Das ist eine Kombination, der man nur schwer widerstehen kann. Die Alpenrallye gehört schon lange zu den großen Oldtimer-Veranstaltungen in Europa. Selbst aus den USA reisen die Teilnehmer an, um ein Wochenende lang ihre historischen Fahrzeuge durch die Berge zu prügeln. Dieses Jahr hatten die Organisatoren allerdings große Sorgen. Die galt nicht eventuell liegen gebliebenen Fahrzeugen, sondern dem Wetter. Bekanntermaßen hatte es in den Tagen zuvor im Alpenraum heftig geregnet. Ganze Ortschaften wurden überflutet, mehrere Straßen wurden einfach weggespült. Die Rallyestrecke musste daher mehrfach geändert werden, ganze Teile konnten einfach nicht befahren werden. Dass es den Organisatoren am Ende dennoch gelang, eine anspruchsvolle und spannende Fahrroute zu finden, freute nicht nur die Teilnehmer, sondern auch viele Zuschauer am Rande der Strecke. Erwähnenswert: Die Teilnehmer und die Sponsoren spendeten den Flutopfern eine sechsstellige Summe.

Ein Besuch bei einer Oldtimer-Veranstaltung macht einen zumeist erst einmal etwas sprachlos. Da sind einfach zu viele wunderschöne und seltene Autos, die man auf einen Haufen sehen kann. Schön ist, dass die Parkplätze in Kitzbühel und an allen Zwischenstationen offen waren. Die Zuschauer können zwischen den Wagen flanieren und viele Fahrer beantworten geduldig interessierte Fragen. Und was für Autos man sehen kann!

Facel Vega FV3 1957

Facel Vega FV3 1957

Da ist zum Beispiel der extrem seltene Facel Vega FV3. Die französische Marke gab es als Hersteller zwischen 1954 und 1964 und in dieser Zeit stellte man nur ein paar Hundert Wagen her. Die Luxusautos waren für die damalige Zeit unfassbar teuer, was die geringen Stückzahlen auch erklärt. Unter der Haube arbeitet ein V8 aus dem Hause Chevrolet, der dem Wagen einen schönen bollernden Sound verpasst. Und natürlich etwas durstig ist, besonders, wenn es den Berg hoch geht. In Deutschland fahren vielleicht noch drei Autos über die Straßen, der Rest steht in Museen und abgemeldet in Garagen. Der Wagen hielt die Rallye auch gut durch, ganz im Gegensatz zu manch anderen Fahrzeugen. Dazu kamen Bentley aus den 30er Jahren, teilweise in bemerkenswert gutem Zustand, die von ihren Besitzern im wahrsten Sinne des Wortes über die Landstraßen geprügelt wurden. Die Vorbeifahrt eines Bentley gleicht einer Urgewalt, der man für ein paar Sekunden ausgesetzt ist. Nicht weniger imposant waren die Mercedes 300 SL, die alten Ferrari und der seltene Porsche 904 Carrera, der nach meinem Geschmack den besten Sound hatte.

Lamborghini 350 GT

Lamborghini 350 GT

Ebenfalls vor Ort war ein extrem seltener Lamborghini 350 GT. Der erste jemals von Lamborghini hergestellte Wagen hat einen 12-Zylinder, der aus heutiger Sicht bescheidene 280 PS leistet. Dafür beschleunigt der Wagen dank nur 1200 kg Leergewicht in unter 7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht ca. 250 km/h. Der Lamborghini hatte wohl auch das ausgefallenste Servicefahrzeug dabei, für den Fall, dass mal was defekt ist. Ein Experte von Lamborghini selbst fuhr die gesamte Zeit in einem Gallardo hinter dem roten Schmuckstück her. Kein Wunder, vom 350 GT wurden gerade mal 120 Stück gebaut, wie viele davon noch unterwegs sind, ist selbst Lamborghini nicht bekannt. Man rechnet damit, dass ein Wagen noch in irgendwelchen Sammlungen steht, auf der Straße sieht man ihn jedenfalls nicht mehr.

Aber ich war ja nicht nur zum Spaß da. Volkswagen Classic, die ein Sponsor der Rallye sind, hatte ebenfalls einige seltene Fahrzeuge am Start. Da war zum Beispiel der VW Käfer “Mille Miglia”, Baujahr 1956 und von VW liebevoll aufgebaut und getunt. Die 75 PS sorgten für jede Menge Vortrieb und breites Grinsen bei den Fahrern. Noch etwas schneller war der VW Käfer “Theo Decker”. Vom ehemaligen VW-Tuner Decker selber aufgebaut, leistet der 2-Liter-Motor satte 135 PS. VW gibt den Topspeed mit “Na ja, so um 200 km/h” an und ein Techniker berichtete von offenen Mündern anderer Autofahrer, wenn der Käfer auf der Autobahn bei Tempo 160 den Blinker setzt. Dazu kamen noch zwei wunderschöne Karmann Ghia, ein nachgebauter “Herbie” Käfer, zwei Porsche 914, ein Buggy und ein VW Scirocco aus dem Jahr 1977.

Und genau in diesem Scirocco hatte ich die Gelegenheit, einen Tag an der Rallye teilzunehmen. Als Beifahrer, denn einer muss ja das Roadbook lesen (dazu gleich mehr). Auf dem Fahrersitz nahm der erfahrene Oldtimer-Pilot Kay MacKenneth Platz, der seit Jahren mit seiner Seite Classic Car TV eine feste Größe in der Oldtimer-Szene ist.

VW Scirocco LS 1977

VW Scirocco LS 1977

Der Scirocco LS war zwar 36 Jahre alt, hatte aber original nur 1500 km auf dem Tacho. Wie konnte denn so was passieren? Der Wagen ist ein Zufallsfund. Er stand bei Karmann in Osnabrück mehr oder weniger im Keller, und als VW den insolventen Hersteller komplett übernahm, fand man tatsächlich den unbenutzten Wagen. Ein Ölwechsel später und der Wagen wurde auf die Straße geschickt. Mit den 1500km war der Motor noch nicht so richtig eingefahren, dennoch machten die 75 PS richtig viel Spaß, wie ich bei einer eigenen kleinen Ausfahrt selber feststellen konnte. Die Beschleunigung ist gut, der Motor braucht, wie früher üblich, etwas mehr Drehzahlen, um lebendig zu werden. Aufpassen muss man dann beim Bremsen. Seit Jahren ist man gewohnt, dass die Bremsen bei einem modernen Auto selbst bei niedrigem Pedaldruck kräftig zupacken. Das ist bei älteren Autos natürlich nicht so. Will man stark abbremsen, muss man dann auch heftig aufs Pedal steigen. Die Straßenlage des Scirocco ist dann wieder als sehr modern zu bezeichnen. Neutral, wenig Untersteuern… so macht ein fast 40 Jahre altes Auto richtig Spaß. Kay MacKenneth war nach drei Tagen so begeistert, dass er schon mit einem Kauf liebäugelte.

Aber so eine Rallye will ja auch gefahren werden und damit man den rechten Weg nicht verlässt, gibt es das Roadbook, das mehr oder weniger genaue Angaben macht, wo und wann man abzubiegen hat. Meine Roadbook-Lesefähigkeiten waren zunächst etwas eingerostet, aber nach ein paar Kilometern ging es dann doch. Nicht ganz ohne Stolz darf ich dann auch vermelden, dass wir uns nicht einmal verfahren haben ;)

Zu einer Rallye gehören natürlich auch Abendveranstaltungen. Am zweiten Abend ging es auf die “Rübezahlalm” in Ellmau, die Hans-Joachim Stuck gehört. Die Aussicht ist atemberaubend, ebenso das Essen. Danach konnte man den Berg eigentlich bequem runterrollen, VW hatte aber netterweise Shuttles bereitgestellt, die die Rückfahrt etwas bequemer gestalteten. Stuck selbst fuhr die Rallye in einem privaten Golf I GTI mit und hatte sichtlich Spaß an der Sache.

Am Ende gab es viele Sieger in den unterschiedlichen Klassen, aber die meisten Fahrer genossen einfach die schönen Landstraßen und Aussichten. Die gesammelten Ergebnisse gibt es hier, ebenso eine Starterliste.

Es folgt nun eine große Galerie. Ich habe mich bemüht, in den Bildunterschriften das Fahrzeug nebst Baujahr aufzulisten. Viel Spaß dabei, ich hatte ihn bei der Alpenrallye auf jeden Fall.
(Ich musste wegen der vielen Bilder diese zu Flickr auslagern, WordPress mag es nicht, wenn man mehr als 50 Bilder anzeigen lassen will. Ein Klick auf ein Bild öffnet das Album auf Flickr. Das funktioniert leider nicht mit iPad/iPhone, weil die Slideshow in Flash ist. Für Mobilnutzer hier der Link zum Flickr-Album. Vielleicht finde ich noch eine andere Lösung.)

Hinweis: VW hat die Reise- und Hotelkosten übernommen und mir die Fahrt im Scirocco ermöglicht.

780 total views, 780 views today

The post Bericht: Die 26. Alpenrallye appeared first on Racingblog.

flattr this!

July 18 2011

16:00

GT1-WM & GT3-EM: Analyse Le Castellet

Nissan und Aston Martin stritten sich in der GT1 beim Rennwochende in Südfrankreich um die Podiumsplätze, in der GT3 siegten Lamborghini und Porsche. Mit kontroversen Zwischenfällen konnten beide Serien aufwarten…

Michael Krumm und Lucas Luhr im JR Motorsport-Nissan GT-R gewannen die beiden einstündigen Läufe auf dem Circuit Paul Ricard, die einzig echte Konkurrenz aus dem Hause Young Driver AMR konnten die beiden Deutschen dabei durchgehend im Zaum halten – im Quali-Rennen wurden Enge/Müller mit 8 Sekunden Rückstand Zweite; im Hauptrennen war es enger, hier mussten sich Mücke/Turner nur um knapp eine Sekunde geschlagen geben. Diese beiden Marken waren auch für den Großteil der Rennaction zuständig, denn hier gab es einige sehenswerte Duelle, vor allem jeweils in der zweiten Rennhälfte, nach den Fahrerwechseln, die ja immer das Kräfteverhältnis etwas ändern.

So zeigte z.B. Jamie Campbell-Walter ein sehenswertes Überholmanöver gegen Frédéric Makowiecki außenherum in der schnellen Signes-Kurve am Ende der langen Geraden. Auch im zweiten Rennen zeigten Campbell-Walter und Brabham eine tolle Leistung, erbten schließlich den vierten Rang, weil Markenkollege Dumbreck wenige Runden vor Schluss mit Aufhängungsschaden ausschied.

Dumbrecks Teamkollege Westbrook hatte die mit Rang 2 tolle Ausgangsposition schon im ersten Lauf verzockt, als er nach dem Stopp in den ersten Runden die Reifen auf der aggressiven Bahn etwas zu hart rannahm in dem Versuch, Platz 1 zu erkämpfen. So bauten seine Gummis schneller ab und er musste zum Ende hin noch die beiden Young Driver-Aston Martin vorbeiziehen lassen.

Die Frage, wo die übrigen Marken waren, lässt sich schnell und ohne große Überraschungen beantworten: drei der vier belgischen Ford GTs waren wie üblich in Zwischenfälle verwickelt und landeten in beiden Rennen am Ende des Feldes, nur Martin/Makowiecki als beste Fahrerpaarung konnten die Ränge 5 und 6 einfahren. Das haarsträubendste Manöver lieferte Marc Hennerici ab, der im Quali-Rennen beim ersten Passieren der Schikane den Bremspunkt zu spät setzte und einen Belgian Racing-Ford sowie einen Sumo Power-Nissan abräumte.

Die beiden All-Inkl.com-Lamborghini waren mit dem Erfolgsballast aus Navarra „gesegnet“ und traten auf der Stelle, rückten aber in der Startaufstellung für das Hauptrennen bis auf Platz 5 auf, von wo sie aber im Rennen, u.a. auch durch einen langsamen Boxenstopp, wieder auf Rang 8 zurückfielen, mehr Punkte waren nicht zu holen.

Das Vorrücken war dadurch zustande gekommen, dass die Rennleitung nach dem Samstags-Lauf Strafen für das Missachten der Streckenbegrenzung verteilte, und zwar an sechs der 16 Teilnehmer. Zwar ist das Neben-der-Strecke-fahren in den letzten Jahren mit zunehmenden asphaltierten Auslaufzonen auch auf anderen Rennstrecken immer häufiger geworden, doch nirgends ist es so extrem wie auf dem Circuit Paul Ricard, wo es ausschließlich Asphalt-Auslauf gibt. Vor allem bei den Rennstarts beider Rennserien gab es Fahrer, die nicht einmal ernsthaft zu versuchen schienen, in der ersten S-Kurve auf der Strecke zu bleiben, andere wurden von ihren Konkurrenten von der Bahn geschoben…

Das musste natürlich dazu führen, dass sich einige Fahrer ungerecht behandelt fühlten, und die taten das auch kund: die beiden Nissan-Piloten Richard Westbrook (JR Motorsport) und Jamie Campbell-Walter (Sumo Power) haben anscheinend bei Will Power und Co. abgeguckt und äußerten sich via Twitter:

a

July 14 2011

15:56

GT1 & GT3: Vorschau Le Castellet / ALMS: Analyse Lime Rock

Die beiden internationalen Sprint-Sportwagenserien treten in Südfrankreich an – wer wird die Vorjahressieger beerben, die in diesem Jahr nicht mehr dabei sind?

Beinahe wäre es in Le Castellet zu einer weiteren Dezimierung des ohnehin schon kleinen GT1-Grids gekommen: Ende letzter Woche vermeldete das belgische MarcVDS-Team verärgert, dass man nach den vielen Zuverlässigkeitsproblemen dieses Jahr neue Motoren von Ford-Tuner Roush Yates nachordern musste, die aber erst nach dem Independence Day verschickt worden waren. Anscheinend kamen die Aggregate aber doch noch rechtzeitig an und MarcVDS sowie das Satelliten-Team Belgian Racing werden am siebten Rennwochenende der Weltmeisterschaft teilnehmen können.

Damit hat die Serie noch einmal großes Glück gehabt – ohne die vier Ford GTs wäre das Starterfeld auf 12 Wagen dezimiert worden. Denn das Swiss Racing Team musste seine beiden Wagen wieder einmal abmelden, vermutlich muss man das Team leider auch mangels Ersatzteilen für den Rest der Saison abschreiben. Mit der „neuen“ Weltmeisterschaft für GT1-, GT2- und GT3-Wagen ab 2012 dürften die Tage des Murcielago R-SV dann wohl gezählt sein, Reiter Engineering scheint sich schon jetzt auf den GT3-Gallardo zu konzentrieren. Denn während davon fast 50 Wagen international unterwegs sind, gibt es vom Murcielago R-SV nur die 4 für die WM konstruierten Exemplare – eine sehr teure Angelegenheit.

Dennoch führt das All-Inkl.-Team mit seinen Murcielago nach dem grandiosen Wochenende in Navarra sowohl die Fahrer- als auch die Teamwertung an. Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass die beiden Wagen nach zwei Doppelsiegen stark beladen sind: 35kg Zusatzgewicht für Schwager/Pastorelli, 30kg für die Meisterschaftsführenden Basseng/Winkelhock. Die beiden Duos sollten damit nicht wirklich in den Kampf um den Sieg eingreifen können, die Schlagzeile „Can the Lambos be tamed?“ auf gt1world.com ist also mehr eine rhetorische Frage, denn dafür sorgt das Reglement schließlich ganz von selbst.

Die GT1 wie auch die GT3 werden eine der längsten Varianten des Circuit Paul Ricard befahren: die Original-Strecke, allerdings mit der langsameren S-Kurven-Variante am Ende von Start/Ziel (die aber auch eine sehr interessante Kurvenkombination ist) sowie einer Schikane etwa auf der Hälfte der langen Mistral-Geraden, die eine zusätzliche Überholmöglichkeit schafft.

In dieser Konfiguration biete die Strecke einen guten Mix aus langen Geraden, schnelleren und langsameren Kurven. Der lag im Vorjahr den Maserati am besten – die fehlen allerdings in diesem Jahr, sodass man abwarten muss, welchem Fabrikat der Kurs am besten liegt: Nissan, Aston Martin, Ford GT oder Corvette.

Die zwei Nissan GT-R von Krumm/Luhr und Brabham/Campbell-Walter werden mit 20kg bzw. 10kg Zusatzballast ins Wochenende gehen, alle vier Aston Martin dagegen sind nach dem katastrophalen Wochenende in Navarra von jeglichem Erfolgsballast befreit. Sie haben natürlich auch einiges aufzuholen: am besten platziert sind momentan noch Hohenadel/Piccini auf Meisterschaftsrang 3, deren Rückstand auf das führende Lamborghini-Duo beträgt 20 Punkte.

Vielleicht schaffen aber auch endlich einmal MarcVDS oder die Exim Bank Team China-Corvette den Durchbruch. Zweiter Fahrer auf der roten Corvette neben Mike Hezemans wird nach Silverstone ein zweites Mal Andreas Zuber sein, dort konnten die beiden zwei dritte Plätze erreichen. Maxime Martin im besten Ford GT hat diesmal wieder Frédéric Makowiecki an seiner Seite, die beiden schleppen allerdings auch 5kg Zusatzgewicht mit sich herum.

Das Quali-Rennen startet am Samstag um 16:15 Uhr, das Hauptrennen am Sonntagnachmittag eine Stunde früher. Beide Rennen sind bei Sport1+ sowie im Stream live zu sehen, im Free-TV jedoch nicht. Sport1 zeigt lediglich eine Zusammenfassung des ersten Rennens im kostenlosen Programm.

Nach diesem Wochenende wird es übrigens eine längere Pause geben. Das erste der drei außereuropäischen Rennen, die den Saisonabschluss bilden, findet erst am 4. September im chinesischen Ordos statt. Viel Zeit, um neue Ersatzteile oder -motoren zu beschaffen…

GT3-EM – Le Castellet

Zum letzten Mal in dieser Saison tritt die GT3-Europameisterschaft im Rahmen der GT1 an. Im Vorjahr, als Daniel Keilwitz und Christian Hohenadel die Serie dominierten, gab es an gleicher Stelle zwei Corvette-Doppelsiege; doch in der GT3-EM treten heuer keine Corvettes mehr an. Da weitere Balance of Performance-Änderungen überraschenderweise ausgeblieben (oder zumindest bisher nicht veröffentlicht worden) sind, dürften die Favoriten wieder die beiden Einsatzteams des BMW Z4 sein, DB Motorsport und Schubert.

Audi dagegen hat natürlich weiterhin den Vorteil der vor Navarra beschlossenen Restriktor-Vergrößerung, die vor allem auf den langen Geraden in Le Castellet viel ausmachen dürfte. Die/Franchi allerdings, Dritte in der Fahrer-Wertung, müssen wegen des Sieges im letzten Rennen nun am Samstag 15 Sekunden „Kompensationszeit“ in der Boxengasse absitzen. Erfolgs-Strafen von 10 bzw. 5 Sekunden treffen Catsburg/Kolen (DB Motorsport-BMW Z4) bzw. Parisy/Giauque (Graf-Mercedes SLS).

Die beiden erstplatzierten Duos der Meisterschaft, de Boer/Vos (DB) und Al-Faisal/Sandström (Schubert) dürften ohne dieses Hindernis um die Spitze mitfahren und so ihren Vorsprung wider ausbauen können.

Zwei neue Teams sind für das Paul Ricard-Rennwochenende genannt, beide jeweils mit einem Ferrari F458: JMB Racing, beheimatet am Circuit Paul Ricard, ist ein etabliertes GT-Team, das 2011 aber vor allem mit einem Formula Le Mans-Einsatz in der LMS beschäftigt ist, hinzu kam ein Einsatz in Le Mans mit einem Amateur-Ferrari F430. Erst im Juni erfolgte auch die Lieferung von zwei neuen Ferrari F458, einem GT2- und einem GT3-Modell. Das Debüt für beide war der GT Open-Lauf in Spa, mit dem GT3-Wagen erreichten Ballay/Misslin dort die Ränge 4 und 5, für den GT2-Ferrari war gar ein Podium drin.

Ombra Racing ist das zweite neue Team – eine italienische Mannschaft, die sich bisher vor allem im Bereich der kleineren Formelserien betätigte (2011 in der AutoGP), nun aber auch einen F458 erworben hat. Mit welchen Fahrern JMB und Ombra starten werden, wurde leider bisher noch nicht angekündigt.

Die Rennen finden am Samstag um 13:30 und am Sonntag um 11:15 statt, MotorsTV und Bloomberg dürften live drauf sein, aber natürlich wird es auch wieder den gewohnt guten Livestream geben.

ALMS – Analyse Lime Rock

Lime Rock Park war am vergangenen Samstag wie gewohnt sehr gut besucht, es sollen sogar mehr Zuschauer auf den hübschen grünen Hängen sein als im Jahr zuvor. Es ist erfreulich für die ALMS, dass sie trotz des schwachen Prototypen-Feldes und des suboptimalen TV-Vertrages zumindest noch viele Zuschauer direkt an die Rennstrecke locken kann.

Hauptattraktion ist in diesem Jahr das große GT-Feld, doch leider wurde das schon nach 20 Minuten des 2h45min-Laufs um einige Favoriten dezimiert: zwischen Guy Cosmos Extreme Speed-Ferrari und dem Performance Tech-LMPC-Fahrzeug kam es in der West Bend zu einem der zu erwartenden Überrundungs-Zwischenfälle. Der direkt dahinter fahrende #56-BMW bremste ab, die beiden Corvettes konnten nicht schnell genug reagieren, es folge ein Auffahrunfall, der diese drei Wagen für längere Zeit an die Box verfrachtete.

Für den Rest des Rennens musste der verbliebene BMW von Joey Hand und Dirk Müller also „nur“ die beiden Porsche 911 von Flying Lizard und Falken Tires abwehren, was ihm schließlich auch ohne wirklich ernsthaft in Bedrängnis zu geraten gelang. Die Siegesserie von Long/Bergmeister riss damit, dennoch ist ein zweiter Rang für die in diesem Jahr so geschundenen Porsche in Achtungserfolg.

Der wäre auch dem erstarkten Falken-Team, das seit dem letzten Rennen sein Paket  in Testfahrten verbessert hat, zu gönnen gewesen, doch in der letzten Kurve drängte Wolf Henzler im Kampf um Platz 3 den herannahenden Anthony Lazzaro ab und wurde zu Recht nachträglich mit einer Zeitstrafe belegt, die ihn auf Rang 5 zurückwarf. Im Gegenzug erbte der Robertson-Ford GT von Lazzaro/Murry nach einem soliden Rennen den Podiumsplatz.

Leider hat sich die ALMS bzw. IMSA nach dem Rennen entschieden, in die Balance of Performance der GT-Klasse einzugreifen: so muss BMW von nun an mit einem um 0,4mm kleineren Luftmengenbegrenzer antreten, die Porsche müssen die 15kg, die sie nach Sebring ausladen durften, nun wieder zuladen. Den (negativen) Kommentar dazu erspare ich mir…

Im LMP1-Duell siegte der Dyson-Lola-Mazda von Chris Dyson und Guy Smith. Dyson hatte anfangs Lucas Luhr im Aston Martin lange hinter sich gehalten. Der kam dann zwar schließlich doch vorbei, doch nach dem Fahrerwechsel verlor Klaus Graf diese wieder, als er sich beim Überrunden eines GTC-Porsches nach leichter Berührung drehte. Den so entstandenen Rückstand konnte Graf nie mehr ganz aufholen, auch eine Gelbphase kurz vor Schluss änderte nichts am Resultat.

Die Neueinsteiger Al-Masaood/Kane im Oryx Dyson-Lola wurden mit fünf Runden Rückstand Dritte. Der LMPC-Sieg ging an Elton Julian und Eric Lux (Genoa Racing), die GTC gewannen Dion von Moltke und Mike Piera für TRG, nachdem die Favoriten von Black Swan Racing wegen eines kleinen technischen Problems zurückgefallen waren. Sie beendeten das Rennen allerdings auf Rang 4 in der Führungsrunde der GTC-Klasse, die bis zur letzten Runde eng umkämpft war.

Das nächste Rennen steht am kommenden Wochenende im kanadischen MoSport an.

(Foto: GT1/SRO)

 

flattr this!

July 05 2011

16:00

Sportwagen-Analyse: LMS/ILMC in Imola, GT1/GT3 in Navarra

Dominanz war das Thema des Wochenendes. Audi war chancenlos gegen Peugeot und die versammelte GT1-Konkurrenz hatte den All-Inkl.com-Lamborghinis nichts zu erwidern…

Nach den unfallträchtigen Rennwochenenden in Spa und Le Mans will ich erstmal eines voranstellen: die 6 Stunden von Imola gingen ohne schweren Unfall, ja sogar ohne irgendeinen nennenswerten Crash zu Ende, auch das Safety Car kam nicht ein einziges Mal zum Einsatz. Zwar war es das ein oder andere Mal wieder eng beim Überrunden, doch alle konnten sich einigermaßen im Zaum halten. So konnte sich über die LMS-Standarddistanz ein interessantes Rennen ohne Unterbrechungen oder Gelbphasen-bedingte Verschiebungen entwickeln. Und so zeigte sich schon früh: mit den beiden Peugeot 908 würden die Audi R18 nicht mithalten können. Imola ist eine relativ einzigartige Erscheinung im ILMC-Kalender, am ehesten noch mit Zhuhai zu vergleichen, mit vorrangig langsamen Kurven (bzw. Schikanen im Falle von Imola), verbunden durch Geraden. Damit scheint der Peugeot deutlich besser klarzukommen als der neue Audi R18.

So konnte der zwar im flotteren Mittelsektor (mit Piratella und Acque Minerale) punkten, doch auf den übrigen zwei Dritteln der Strecke waren die Franzosen im Vorteil, u.a. auch mit 6-8 km/h höherem Tospeed. Außerdem verstopfte die über die Renndauer zunehmende Menge an Gummiabrieb und Schmutz die Kühllufteinlässe der Vorderbremsen. Das führte zu Überhitzungsproblemen, wegen denen die Ingolstädter auch von der optimalen Bremsbalance abweichen mussten. Hinzu kamen die Temperaturen von bis zu 36°C waren ein Fall, für den Audi noch nicht ausreichend auf der Strecke testen konnte. Dass Peugeot Stints von bis zu 33 Runden fahren konnte, während die Audis konstant alle 30 Runden nachtankten, ist interessant, aber war an diesem Sonntag nicht rennentscheidend.

Konnten die Audi in der ersten Dreiviertelstunde noch gut mithalten, setzten sich die Peugeots dann allerdings ab der ersten Boxenstopp-Runde konstant ab; auch zwei schleichende Plattfüße etwa eine Stunde vor Schluss, die eine Änderung des Stopp-Rhythmus erforderten, änderten nichts mehr, dass am Ende etwa anderthalb Runden Vorsprung zu Buche standen: Sebastien Bourdais und Anthony Davidson siegten nach astreiner Performance vor Montagny/Sarrazin; Fässler/Bernhard hielten ihre Kollegen McNish/Kristensen im Kampf um den letzten Podiumsplatz hinter sich. Auch in beiden ILMC-Gesamtwertungen (Team- und Marken-Pokal) liegen die Franzosen nun klar vorn, auch wenn bei noch drei ausstehenden Rennen noch nichts entschieden ist.

Auch der Pescarolo-Judd des Pescarolo-Teams tat sich mit dieser Strecke schwer, so absolvierten die beiden Rebellion-Lola-Toyotas die Distanz diesmal ohne Probleme als beste Benziner, mit Belicchi/Boullion 17 Sekunden vor Jani/Prost. In der LMS-Gesamtwertung (a

June 30 2011

16:00

Sportwagen-Vorschau: ILMC/LMS in Imola, GT1 & GT3 in Navarra

Viel Sportwagen-Motorsport gibt’s am kommenden Wochenende zu sehen, darunter auch die Fortsetzung des Duells Audi vs. Peugeot; nach Le Mans richtet sich nun das Hauptaugenmerk auf die Meisterschaftstitel.

Drei Wochen nach den 24 Stunden von Le Mans geht der Intercontinental Le Mans Cup in seine nächste Runde, wie bei allen Europa-Rennen gemeinsam mit der Le Mans Series. Das wird sich im nächsten Jahr wohl ändern, wenn die ILMC zur FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft wird und Patrick Peters LMS wieder separat laufen soll.  Dieses eine Mal jedoch (und dabei wird es wohl bleiben, denn Spa und Silverstone sind die wahrscheinlichere Wahl als europäische WEC-Läufe) treten beide Serien gemeinsam mit entsprechend großem Feld auf dem vor einigen Jahren renovierten Kurs vor den Toren von Imola an.

Leider dürfte die Kombination aus dem großen Feld mit fünf Klassen und der durch den Umbau eher gefährlicher gewordenen Strecke alles andere als eine optimale Kombination sein. Gerade solche Knicke, wie es sie auf der langen und schnellen Start/Ziel-Passage mehrfach gibt, haben sich bei den vergangenen ILMC-Events als Gefahrenherde beim Überrunden herausgestellt.

Entscheidend dürfte sein, dass die Fahrer der verschiedenen Kategorien im Briefing Absprachen treffen, an die sich auch alle halten; das gilt insbesondere für die Fahrer der schnelleren Prototypen, von denen einige ihre Herangehensweise ändern und mehr Rücksicht nehmen müssen. Einige der Audi-Fahrer haben in Le Mans die Schuld für die schweren Unfälle auf die GT-Piloten und Amateure geschoben, doch vor allem sie selbst und ihre LMP1-Kollegen müssen Verantwortung übernehmen und im Zweifelsfall auch mal zurückstecken.

Das Teilnehmer-Limit für den italienischen Kurs liegt bei 53 Fahrzeugen, und ursprünglich schien es, als müsse man einige FLM-Teams ausladen. Doch in der vergangenen Woche hagelte es – auch prominente – Absagen. Dass Guess Racing (Grund: angeblich Elektrikprobleme) und Aston Martin (Grund: der AMR-One ;-)) wieder absagen würde, war abzusehen. Hinzu kommen jedoch auch noch Oreca, die ihren Peugeot 908 nach Le Mans erst wieder ordentlich aufbauen müssen; Quifel-ASM, die nach zwei Motorschäden in Folge lieber am Zytek-Aggregat arbeiten wollen; Hope Racing mit dem noch nicht ganz ausgereiften Hybrid-LMP1; und auch der in Le Mans verunfallte Gulf-Aston Martin Vantage wurde zurückgezogen.

Besonders bei Oreca ist die Absage überraschend, hätte das Team doch durchaus noch Chancen auf die Team-Meisterschaft in der ILMC gehabt. Vorn liegen in der Wertung allerdings das Audi Sport Team Joest und Peugeot Sport Total, und zwar denkbar knapp mit 50 zu 49 Punkten – allerdings: in der Herstellerwertung ist der Stand umgekehrt: Peugeot (103) deutlich vor Audi (69), die bislang in jedem Lauf weniger Punkte sammelten. Für Peugeot dürfte es besonders wichtig sein, beide Titel zu holen, um nach der erneuten Niederlage bei den 24h wenigstens etwas vorzuweisen zu können. Möglich wäre natürlich bei dem Titelgewirr, das leider auch in der zukünftigen WM bleibt, eine Meisterschaft für beide Konkurrenten…

Bernhard/Fässler und Kristensen/McNish fahren die beiden komplett neuen Audi R18 (der Le Mans-Siegerwagen kommt ins Museum), Bourdais/Davidson und Montagny/Sarrazin die Peugeots. Ein eventueller Vorteil für eines der beiden Werke ist schwer zu ermitteln. Peugeot wird sicher nicht mit einer strikt auf geringen Luftwiderstand getrimmten Abstimmung à la Le Mans ins Rennen gehen, entsprechend werden Verbrauchs- und Topspeed-Vorteil sowie der Nachteil in schnellen Passagen kleiner sein. Dennoch bleibt der 908 ein zum Übersteuern neigendes Fahrzeug mit schmalerem Performance-Fenster, wie die Fahrer inzwischen erklärt haben. Auch Audi wird auf ein Setup für mehr Downforce setzen. Heiß soll es am Sonntag nicht werden (es sind auch Schauer zu erwarten), also sollte auch die Klimaanlagen-lose Cockpitbelüftung nicht an ihre Grenzen stoßen.

Pescarolo und Rebellion werden sich um Sieg und Tabellenführung bei den Benzinern streiten, die Franzosen scheinen hier im Vorteil zu sein. In der LMP2 ist noch alles drin: in der LMS liegt Strakka trotz des schwachen Motors in Lauf 1 vorn (hier zählt ja Le Mans selbst nicht zur Meisterschaft), dahinter liegen allerdings noch neun weitere Teams innerhalb von zehn Punkten. Bei den drei ILMC-Teams dieser Klasse führt Signatech-Nissan mit 18 Punkten vor Level 5 und Oak Racing. Ein Favorit auf den Klassensieg in Imola ist schwer zu benennen, aber die Nissans dürften wieder leicht im Vorteil sein, besonders Strakka ist aber auch stets immer für ein Podium gut.

In der GTE-Pro streiten sich AF Corse (53 Punkte) und BMW (49) um den Team-Titel, Lotus arbeitet noch am neuen Wagen und Luxury Racing fehlen trotz guter Rennen die Ergebnisse. In der Hersteller-Wertung jagen BMW und Ferrari (je 72 Punkte) allerdings Corvette, die nach dem Le Mans-Sieg mit 84 Zählern vorn liegen – der Vorsprung dürfte allerdings wieder schmelzen, denn die Werks-Corvettes treten nur in den US-Runden an und die Larbre-Amateur-Corvette allein kann kaum ausreichend Punkte holen, um die Führung zu halten.

Porsche liegt bereits deutlich zurück, der 911 GT3 RSR kann mit den neuen Modellen der Konkurrenz nicht mehr ganz mithalten, wie die bisherigen Rennen zeigten. Auch in der LMS liegen die Ferrari-Teams AF Corse, Hankook-Farnbacher und JMW deutlich vorn. Beim Ferrari-Heimspiel in Imola dürften die Teams mit den F458 auch wieder stark einzuschätzen sein, und das nicht nur wegen des Heimvorteils. Auch die Haltbarkeit sollte über die Distanz von 6 Stunden ein kleineres Problem sein als über 24. Allerdings wird sich BMW wohl jetzt auch nicht mehr zurückhalten, anders als in Spa, als man wohl einer BoP-Neueinstufung entgehen wollte. Entsprechend dürfte die mit 14 Autos gut besetzte GTE-Pro-Klasse diesmal ein spannenderes Rennen bieten als beim letzten gemeinsamen ILMC/LMS-Lauf.

GT1-WM – Navarra

Die mit ILMC und LMS konkurrierenden Ratel-GT-Serien werden zum zweiten Mal nahe Los Arcos in der nordspanischen Region Navarra an den Start gehen. Der noch a

June 02 2011

06:00

Vorschau: GT1-WM & GT3-EM in Silverstone

Die Vergabe der traditionsreichen RAC Tourist Trophy steht wieder einmal auf dem Programm, ausgefahren wird der Sieger dieser Tage in der GT1-WM.

Dass man sich genau dieses Wochenende für das Silverstone-Event, bei dem nach der Pause am Sachsenring auch die GT3-EM wieder am Start ist, ausgesucht hat, passt wunderbar: eine Woche nach dem Grand Prix von Monaco und dem Indy 500, eine Woche vor den 24 Stunden von Le Mans, liegt die Tourist Trophy, die älteste bis heute vergebene Trophäe des Motorsports, in diesem Jahr eingebettet zwischen den Rennen der Triple Crown. Und aus noch einem weiteren Grund ist das GT-Rennwochenende etwas Besonderes: Zum ersten Mal wird der „Silverstone Wing“, die neue Boxenanlage zwischen Club und Abbey, zum Einsatz kommen.

Auf der runderneuerten Rennstrecke fuhren GT1 und GT3 freilich schon im vergangenen Jahr, doch damals war der „Wing“ noch eine große Baustelle und der Start noch auf der Geraden zwischen Woodcote und Copse. Die neue Start/Ziel-Gerade ist ein wenig länger als die alte, vor allem aber kommt die erste enge Kurve deutlich früher: Bereits nach den rasanten Abbey und Farm muss für die Arena-Kehre gebremst werden, während zuvor eine halbe Runde bis zum ersten harten Bremspunkt vor Club zurückgelegt werden musste, wo sich das Feld dann bereits meist schon in eine Reihe sortiert hatte. Die Startphase könnte also heuer – auch im Juli beim Formel 1-Lauf – für mehr Positionswechsel sorgen.

Aber ein Mangel an Positionswechseln ist ja weder in der 2011er-F1 noch in den GT-Serien das Problem. In Silverstone boten die GT-Serien schon 2010 gute Rennen, wenn auch getrübt von der Disqualifikation des Sieger-Aston Martin nach dem Championship Race. Auch um des Publikums willen ist zu hoffen, dass dieses Jahr derjenige siegt, der zuerst die Ziellinie überquert.

Gute Chancen darauf sollten wieder die Aston Martin- und Nissan-Teams sowie die All-Inkl.com-Lamborghini haben, auch wenn nach dem Sachsenring-Wochenende einige dieser Wagen mit Erfolgsballast unterwegs sind. Je 30kg extra schleppen die Meisterschaftsführenden Christian Hohenadel und Andrea Piccini (Hexis AMR) sowie die drittplatzierten Stefan Mücke und Darren Turner (Young Driver AMR) mit sich herum, 25kg Nicky Pastorelli und Dominik Schwager, die am Sachsenring ein gutes Wochenende hatten, aber in der Meisterschaft weiter zurück liegen.

Einfacher dürften also jeweils die Teamkollegen dieser drei haben, allen voran Marc Basseng und Markus Winkelhock, die bisher eine tolle Saison fuhren, aber beim Heimrennen mit technischem defekt ausfielen. Mit diesen beiden sollte aber wieder zu rechnen sein, die Chancen auf eine Wiedereroberung der Meisterschaftsführung stehen nicht schlecht.

Piccione/Düsseldorp (Hexis) und Müller/Enge (Young Driver) in den leichten Aston Martin werden versuchen, ihnen das Podium streitig zu machen, ebenso wie die Nissan, die nach schwachem, crash-reichem Saisonstart besser und besser in Fahrt kommen. Die 5kg Ballast, mit denen beide Sumo Power-GT-R beladen sind, dürften bei der Jagd nach dem ersten Saisonsieg nicht übermäßig stören, schienen die japanischen Wagen doch im letzten Jahr gut zu liegen auf der teils in Northamptonshire, teils in Buckinghamshire gelegenen Bahn.

Ein Erfolg wäre auch den in dieser Saison mit viel Pech gestraften Ford GT von Marc VDS zu wünschen und auch die Exim Bank China-Corvette der beiden Niederländer Hezemans/Catsburg hat schon einige gute Rennen gezeigt, ohne aber dafür belohnt zu werden. Doch in Silverstone sahen beide Marken im vergangenen Jahr kein Land. Die zweite Corvette des DKR-Teams ist nach einmal Aussetzen am Sachsenring wieder dabei, wird aber wie üblich keine Rolle spielen.

Nach dem Unfall im Hauptrennen des deutschen Events fehlen allerdings die beiden Swiss Racing-Lamborghini, die noch nicht wieder aufgebaut werden konnten – somit werden nur 16 Fahrzeuge auf dem Grid stehen, was wieder einmal zeigt, dass sich Stéphane Ratel für 2012 dringend einen Trick überlegen muss, um ein attraktives Feld zu bekommen – preislich begrenzte Aufrüst-Kits für GT3-Fahrzeuge sind momentan wohl die favorisierte Variante.

GT3-EM

Dieser Weg könnte sich tatsächlich als sinnvolle Lösung erweisen, denn die GT3-Kategorie ist bekanntlich deutlich „gesünder“ als die GT1: 28 Fahrzeuge sind für Silverstone gemeldet. Beim Saisonauftakt präsentierten sich unter anderem die über den Winter runderneuerten BMW Z4 stark, beim Blancpain Endurance-Lauf in Navarra, wo auch die GT3 antrat, war der Ferrari F458 klar der schnellste Wagen.

Wie üblich hat allerdings die FIA vor dem Silverstone-Wochenende mal wieder an der Balance of Performance herumgespielt, um die Fahrzeuge anzugleichen. Je 15kg müssen die neuen Ferrari, die Mercedes SLS AMG sowie die BMW Z4 im Vergleich zum Algarve-Lauf zuladen, 25kg die Audi R8. Leichter werden Ford GT, Lamborghini und vor allem die Porsche 911 (-25kg) an den Start gehen.

Porsche schwächelt in diesem Jahr bisher in der GT3 wie in anderen GT-Serien gegen all die neuen Fahrzeuge, die inzwischen auch quantitativ die Überhand haben – nur noch Prospeed setzt in der GT3-EM zwei 911er ein. Rang 9 (Heylen/Lappalainen in Lauf 2) war das Beste, was sich damit in Portimao erreichen ließ. Trotz des deutlichen Gewichtsvorteils wird es auch in Silverstone sicher nicht einfach werden.

Schwer wird es auch für die Podiumsplatzierten des zweiten Portimao-Laufs werden, denn die bekommen in diesem Jahr statt Erfolgsballast Erfolgs-Boxenstopp-Zeitstrafen aufgedrückt: 20 Sekunden für Ide/Franchi (WRT-Audi), 15 Sekunden für Castellacci/Leo (AF Corse-Ferrari) und 10 für Bosi/Baumann (Heico-Mercedes), im zweiten Lauf dann entsprechend die Top 3 des Samstagsrennens.

Wer nun in all dem BoP- und Strafzeiten-Wirrwarr in Silverstone die Nase vorn haben könnte, ist beinahe unvorhersagbar, ebenso wie Tendenzen, was die Gesamtwertung angeht. Doch die Rennen werden sicherlich wieder unterhaltsam und sehenswert, wie man das von dieser Serie inzwischen gewohnt ist.

May 16 2011

16:00

Analyse: GT1-WM & GT Masters am Sachsenring

Viel Spektakel gab es am Wochenende, mal von der positiven, mal von der weniger schönen Sorte. Und auch das Wetter leistete auch seinen Beitrag.

Wie zuvor gemutmaßt lag den GT1-Boliden von Aston Martin und den Nissan die anspruchsvolle, hügelige Strecke sehr gut. Beide starteten mit je vier Fahrzeugen und stellten am Ende beider Läufe zusammen sieben Fahrzeuge in den Top Ten. Doch einfach war der Weg dahin nicht, denn auch das die Meisterschaft anführende All-Inkl.com-Team wollte ein Wörtchen mitreden und holte am Samstagmorgen mit Dominik Schwager und Nicky Pastorelli die Pole, wenn auch erst nachdem der Exim Bank China-Corvette die Zeiten gestrichen wurden.

Stark zeigten sich von Anfang an Stefan Mücke und Darren Turner, die trotz 20kg Erfolgsgewicht den dritten Rang in der Quali einfuhren. Den konnten sie auch im Quali-Rennen halten, ebenso wie Piccione/Dusseldorp ihren zweiten Platz – doch das Quali-Rennen war nicht so statisch, wie es scheinen mag. Denn den Sieg holten sich die von Startplatz 14 ins Rennen gegangenen Ford GT-Piloten Frederic Makowiecki und Maxime Martin.

Die Leistung von Makowiecki auf dem Weg dahin war grandios: in den ersten 25 Minuten des Rennens arbeitete er sich bis auf den fünften Rang nach vorn, dann blieb er lange draußen und fuhr weiter schnelle Zeiten, während die Konkurrenz schon die Boxenstopps einlegte – und als MarcVDS dann gegen Ende des Fensters auch seinen Fahrer- und Reifenwechsel vornahm, konnten sie tatsächlich vorn bleiben. Die Pole-Setter Schwager/Pastorelli fielen mit langsamem Stopp und Dreher auf Rang 7 zurück.

Zwischen den Nissan und Aston Martin gab es in der zweiten Rennhälfte einige sehenswerte Kämpfe und Überholmanöver, u.a. von Stefan Mücke und von Christian Hohenadel, der zusammen mit Andrea Piccini den zweiten Hexis-DBR9 von Startplatz 14 auf Rang 5 nach vorn brachte.

Damit war die Ausgangssituation für das Hauptrennen gesetzt. Doch schon in den a

May 12 2011

06:00

GT1-WM & ADAC GT Masters: Vorschau Sachsenring

Deutschlands großes GT-Event steht an diesem Wochenende an, die zahlreichen heimischen Fahrer und Teams in beiden Rennserien werden sich bemühen, auf dem Sachsenring gute Ergebnisse zu erzielen.

Passenderweise kommt reist auch ein deutsches Team als Meisterschaftsführender der GT1-Weltmeisterschaft nach Hohenstein-Ernstthal: Markus Winkelhock und Marc Basseng liegen nach den zwei Siegen in Zolder und zwei siebten Plätzen in Portimao (mit Erfolgsballast) mit 57 Punkten klar vorn und dürfen nun auch wieder leicht an den Start gehen. Teamkollegen Dominik Schwager und Nicky Pastorelli hatten ihr erstes brauchbares Wochenende der Saison, mit den Plätzen 5 und 4.

Auf dem zweiten Meisterschaftsrang liegen Michael Krumm und Lucas Luhr im JR Motorsports-Nissan. Die beiden haben auf der Berg- und Talbahn in der Algarve abgeräumt und nach dem zweiten Platz im Quali-Rennen dann das Hauptrennen gewonnen. Entsprechend werden sie schwer beladen ins Qualifikationsrennen am Sachsenring gehen und wohl kaum den Rückstand auf Winkelhock und Basseng weiter aufholen können, auch wenn der Nissan an sich auf der charakteristisch ähnlichen Strecke wieder gut liegen könnte. Das untermauerten auch Dumbreck/Westbrook, die Rennen 1 gewannen und i zweiten Lauf mit Reifenschaden ausschieden.

Punktgleich auf Rang 2 liegt ein weiteres deutsches Team, der Young Driver-Aston Martin mit Stefan Mücke und Darren Turner. Die beiden schafften es in Abu Dhabi und Zolder, nach Ausfällen in den Quali-Rennen jeweils noch sicher in die Punkte zu fahren. In Portimao überstanden sie erstmals auch den ersten Lauf und holten von der besseren Ausgangsposition den zweiten Platz im Championship Race am Sonntag. Rechnet man die beiden Ausfälle heraus, sind die beiden neben Winkelhock/Basseng das konstanteste Duo.

Der zweite Young Driver-Wagen mit Tomas Enge und Alex Müller hatte ein katastrophales Wochenende mit zwei Ausfällen. Entsprechend dürften sie aber am Sachsenring mit leichtem Auto stark sein, denn Strecken wie diese, mit mittelschnellen Kurven und Höhenunterschieden, scheinen den Aston Martin DBR9 und den Nissan GT-R recht gut zu liegen, wobei die Nissan wegen der bisher wenig erfolgreichen Saison untergewichtig unterwegs waren.

MarcVDS wird an diesem Wochenende wieder mit seiner Stammbesetzung unterwegs sein, nachdem Frederic Makowiecki am vergangenen Wochenende für Luxury Racing einen Ferrari beim ILMC-Lauf in Spa gefahren hat und durch Yann Clairay vertreten wurde. Clairay und Martin errangen im ersten Lauf Rang 6, Teamkollegen Bas Leinders und Marc Hennerici (der letzte Deutsche im Feld) dasselbe Ergebnis im Hauptrennen.

Das größere Problem für MarcVDS und deren Satellitenteam Belgian Racing ist aber, dass Matech, die den Ford GT für die GT1 entwickelt haben, diese Woche Konkurs angemeldet haben, nachdem vor einigen Wochen Firmengründer Martin Bartek verstorben ist. Es soll zuvor schon finanziell nicht gut um Matech gestanden haben. Damit könnte es eng werden, was Ersatzteile oder gar neue Chassis für MarcVDS und Belgian Racing angeht, Leinders und Co. müssen also, wie er selbst Twitter sagt, vorsichtig mit ihren Autos umgehen, was in den ersten Saisonrennen nicht sonderlich gut gelungen ist. Auch was Weiterentwicklungen des Wagens angeht, sieht es vorerst düster aus, bis sich hoffentlich ein Investor findet.

Nach einem schwachen Wochenende in der Algarve könnte auch das „Boxenstopp-Wunder“-Team Hexis AMR mit leichten DBR9s wieder zuschlagen. Piccione/Düsseldorp liegen noch sehr aussichtsreich auf Rang 4 in der Meisterschaft, Hohenadel/Piccini nur knapp dahinter auf Rang 6. Und – wie bereits gesagt – die von Hermann Tilke in die heutige Form gebrachte Erzgebirgs-Achterbahn zwischen Zwickau und Chemnitz könnte den Aston Martins liegen.

Hexis führt auch nach wie vor die Team-Wertung an, die noch enger ist als die Fahrer-Meisterschaft: mit 73 Punkten liegen die Franzosen nur einen Zähler vor All-Inkl.com Münnich Motorsport und JR Motorsports, 68 Punkte hat Young Driver AMR auf dem Konto, erst danach klafft eine größere Lücke.

In der Algarve bot das 18 Fahrzeuge umfassende GT1-Feld spannende Rennen, bleibt zu hoffen, dass es wieder ähnlich interessant wird. So lassen sich hoffentlich auch mehr Zuschauer anlocken als das im vergangenen Jahr am Nürburgring der Fall war. Allzu viele hochkarätige Rennveranstaltungen können ja am Sachsenring neben der MotoGP wegen der Lärm-Beschränkungen leider nicht ausgetragen werden.

Das Qualifying findet am Samstag um 9:10 Uhr statt, die beiden einstündigen Rennen starten am Samstag und Sonntag jeweils um 14:15 Uhr. Dies alles wird wie üblich auf gt1world.com live gestreamt und hinterher on demand verfügbar sein.

Das ist auch dringend nötig, denn Sport1 zeigt laut aktuellem Programm-Stand nicht eine Minute live, weder auf im Free-TV, noch auf Sport1+, da anscheinend auf beiden Kanälen die MotoGP laufen soll (bitte vorsichtshalber nochmal selbst am Samstag nachsehen, ob sich da noch etwas dran geändert hat!). Am Samstag gibt es eine Aufzeichnung des Qualifikationsrennens auf Sport1+ um 18:20 Uhr sowie eine halbstündige Zusammenfassung am späten Abend um 23:25 Uhr auf Sport1. Auch am Sonntag wird das Hauptrennen nur aufgezeichnet um 18:20 Uhr auf Sport1+ gezeigt, auf dem freien Sender erst am Dienstag um 15:00 Uhr.

ADAC GT Masters

Im Rahmenprogramm treten die Serien des ADAC Masters-Programms an, allen voran die in diesem Jahr so grandios besetzte GT Masters-Serie. In dem über 40 Fahrzeuge starken Feld ist es in diesem Jahr extrem schwer, gute Ergebnisse einzufahren. Mindestens ebenso schwer ist es aber auch, vorauszusagen, wer zu den Favoriten gehören können, gerade mit der dann noch hinzukommenden Balance of Performance und den Erfolgsgewichten.

So werden Dino Lunardi und Alexandros Margaritis im Engstler-BMW M6 nach den Rängen 1 und 3 viel Gewicht mit sich herumschleppen, ebenso Jöns/Klingmann im Abt-Audi nach den Plätzen 2 und 3 und die Stuck-Brüder nach dem Sieg im zweiten Lauf. Dieser Ballast fällt natürlich auf einer Bahn mit vielen Höhenunterschieden – Achtung Wortwitz – besonders ins Gewicht.

Die Teams und Fahrerduos, die am Rande des Erzgebirges potentiell etwas reißen könnten, sind kaum zu zählen, so viele prominente Namen der deutschen Tourenwagen- und GT-Szene sind am Start. Auch der Saisonauftakt der GT3-EM am vergangenen Wochenende in Portimao gibt eher wenig Aufschlüsse, denn dort dominierten in Lauf 1 die BMW Z4, die in der deutschen GT3-Serie leider komplett fehlen, vor drei Mercedes SLS AMG, die sehr wohl dabei sind und von denen sicherlich der eine oder andere um die Podiumsplätze kämpfen wird.

Lauf 2 ging knapp an den belgischen WRT-Audi R8, hier kamen allerdings erstmals die „Strafzeiten“ für die Podiumsplatzierten des vorangegangenen Rennens zum Einsatz, die sich noch heftiger dadurch auswirkten, dass die Stopps während einer Safety Car-Phase abliefen, die ausgerechnet wegen eines Unfalls des Siegers aus dem ersten lauf ausgerufen werden musste. Glücklicherweise haben sich die GT Masters-Organisatoren gegen diese Regel entschieden, auch wenn Erfolgsballast (in meinen Augen) kaum besser ist.

Interessant wird am zweiten GT Masters-Wochenende aber die Frage sein: können sich einige Teams, die in Oschersleben noch Probleme hatten, in Richtung Spitze vorarbeiten?

So kamen zum Beispiel Niclas Kentenich und Dominik Farnbacher im einzigen Ferrari F458 noch nicht wirklich gut von der Stelle, erreichten nur die Ränge 20 und 11. Mühlner Motorsport hatte mit seinen beiden Porsche 911 ein wirklich katastrophales Wochenende, die Enttäuschung war beim in Spa stationierten Team groß. Und auch die prominente Kombo aus Heinz-Harald Frentzen und Sven Hannawald (der ja 2010 einer der besten Amateure war) auf der Callaway-Corvette erreichte nicht wirklich viel.

Wieder dabei ist auch der vom Crash in Monza genesene Albert von Thurn und Taxis. Der Vorjahresmeister dürfte es aber in dem großen Feld auch nicht einfach haben, mit seinem neuen Teamkollegen Philipp Geipel seinen Platz zu finden. Ob die beiden sofort um vordere Platzierungen mitfahren können, wird sich zeigen müssen. Der Prinz war auch in Portimao schon wieder am Start, erreichte dort mit Nikolaus Mayr-Melnhof im zweiten Lauf Rang 4 nach Ausfall im Samstagsrennen.

Der ADAC hat in dieser Woche auch wieder kräftig an der BoP geschraubt, um stärkere Autos einzubremsen, sodass auch die zuletzt schwächeren Chancen haben. So ist die Viper 20kg leichter, die Porsche 997 R gar um 25kg, der Lamborghini LP600+ 5kg schwerer, die Mercedes SLS AMG um 15kg; die Audi bekommen einen um 0,5mm größeren Restriktor. Diese ganzen Änderungen erschweren das Erkennen einen Kräfteverhältnisses weiter.

Einen interessanten Kommentar zu BoP-Eingriffen hat übrigens GT4-Pilot Michael Mallock a

April 22 2011

13:24

GT Masters: Saisonvorschau & Auftakt in Oschersleben

Wenn man Audi R8, Porsche 911, Mercedes SLS, Corvette Z06, Ferrari F430/458, Lamborghini LP600, Dodge Viper und BMW Alpina B6 hört oder liest, wird man vermutlich sofort denken man wäre auf der IAA in Frankfurt gelandet, es sei denn man befindet sich am Osterwochenende in Oschersleben beim Auftakt der ADAC GT Masters. Denn genau dort gehen all diese Wagen an den Start um die Titelverteidiger Prinz Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox vom Thron zu stoßen.

Die Meisterschaft welche auf dem FIA GT3-Reglement beruht und 2007 ihre ersten Rennen austrug hat sich mittlerweile zu einer festen Größe im Deutschen und Europäischen GT-Sport entwickelt und wird auch seit 2010 Live auf Kabel 1 ausgestrahlt. Dies zeigt auch die Anzahl der Nennungen, welche es Stand Donnerstag auf satte 41 Stück bringt! So viele Wagen haben weder BES, noch GT1-WM oder die GT3-EM vorzuweisen.


Zur neuen Saison hat sich im GT Masters einiges getan, so kommen neue Wagen, neue Teams, neue Fahrer und auch neue Strecken in die Serie. So wird man in diesem Jahr im August erstmals auf dem Red Bull Ring antreten, welches der wiederaufgebaute A1-Ring ist, der in diesen Tagen endlich wieder zum Leben erweckt wird. Außerdem gibt es weitere Abstecher nach Zolder und Assen. Der konkrete Terminkalender sieht dann wie folgt aus:

23.04.- 25.04.2011 Oschersleben (D)
12.05.- 15.05.2011 Sachsenring (D)
10.06.- 12.06.2011 Zolder (B)
08.07.- 10.07.2011 Nürburgring (D)
12.08.- 14.08.2011 Red Bull Ring (A)
02.09.- 04.09.2011 EuroSpeedway (D)
16.09.- 18.09.2011 Assen (NL)
30.09.- 02.10.2011 Hockenheim (D)

Eine weitere Änderung betrifft die Übertragung von Kabel 1. So wird dieses Jahr nicht mehr Rainer Braun die Rennen kommentieren, sondern der aus der VLN und LMS bekannte Fahrer und Kommentator Patrick Simon. So fährt Patrick Simon nicht nur in der FLM in der LMS, sondern kommentiert auch mit Lars Gutsche regelmäßig die Rennen der VLN. Eine kleine Kostprobe gibt es hier

Da es in Laufe der Saison recht häufig vorkommen wird, dass Teams einzelne Rennen auf einmal auslassen werden oder die Fahrerbesatzung öfters ändert, ist diese Vorschau nur unter Vorsicht zu genießen und es kann durchaus sein dass sich einzelne Besetzungen noch sehr kurzfristig ändern.

Beginnen möchte ich die Vorschau mit den Wagen aus dem Hause Porsche

Die meisten Fabrikate bringt dieses Jahr Porsche an den Start. Ganze 10 GT3 R und 1 Cup S werden in Oschersleben an den Start gehen, wobei leider vor allem die 2 GT3 R von Mühlner Motorsport immer noch äußert fraglich sind, denn bisher wurde nur Frank Schmickler auf dem GT3 R mit der Startnummer #6 genannt. Es ist also gut möglich, dass eventuell nur 1 oder gar kein Porsche von Mühlner in der Startaufstellung zu finden ist.

Anders sieht es hingegen bei der vermutlichen Speerspitze der Zuffenhausener aus, nämlich dem Team von a-workx Akrapovic welche 2 GT3 R einsetzen und dabei auf der #10 die beiden Fahrer Sebastian Asch und Michael Ammermüller, welcher Freitagsfahrer bei Red Bull und 2010 Fahrer eines R8 LMS mit Kenneth Heyer war, einsetzen.
Ferner hat auch die Mannschaft von Alfried Heger, HegerSport die Nennung von 2 GT3 R abgegeben, aber man wird nicht hinter dem Einsatz stehen, auch wenn Heger vorne drauf steht. Die Einsätze wurden de facto von Attempto Racing übernommen, denn wenn ein Team rechtzeitig einen Wagen für die Gesamte Saison meldet, werden einem 2/3, also 10.000 € des Nenngeldes rückerstattet. Pilotiert werden die Wagen von Robert Lukas Stefan Wendt (#29), Jürgen Häring, Nicolas Armindo (#30).

Das Teams 9Elf Dutt wird aber vermutlich kaum in den Kampf um die Spitze eingreifen, denn hier konzentriert man sich anscheinend stark auf die Amateur-Wertung. So werden bei 9Elf Dutt die Fahrer Oliver Dutt, Oliver Strasser die #13 steuern während Peter Veen und Uwe Kleen sich am Steuer der Nummero #14 dem einzigen 911 Cup S abwechseln werden.
Selbiges gilt mehr oder weniger auch für das Team FACH AUTO Tech, welche zwar schon dieses Jahr bei den 24H von Dubai am Start waren, aber ihr Augenmerk hier in Richtung der hart umkämpften Amateur-Wertung mit den Duos Daniel Dobitsch, Swen Dolenc in der #15 und Otto Klohs, Jens Richter in der #16.

Komplettiert wird das Feld von Bleekemolen RacePlanet Racing wo sich beim 1. Rennen Ronald van de Laar und Michael Bleekemolen, der jüngere Bruder von Jeroen am Steuer des Porsche mit Nummer 26 abwechseln werden.

Mercedes SLS AMG GT3

An diesem Wochenende wird auch Mercedes mit dem SLS AMG GT3 sein Debüt in jener Serie geben und dabei werden gleich 8 “Sternenkrieger” versuchen, den Titel nach Stuttgart zu holen. für das größte Kontingent wird dabei Heico Motorsport verantwortlich zeichnen, denn sie werden gleich 4 Wagen vorbereiten.
So wird die Startnummer #34 von keinem geringeren als Lance David Arnold, welcher letztes Jahr u.a. den Haribo Porsche steuerte und Andreas Zuber gesteuert, während sich auf dem Schwesterauto mit der #33 der mittlerweile GT-Erfahrene und aus der Champ Car bekannte Andreas Wirth sowie Christiaan Frankenhout aus den Niederlanden abwechseln werden. Die #31 wird von Thomas Holzer und Carsten Tilke, Sohn von Herrman Tilke gesteuert, während der 4. Wagen von den Piloten Dominik Baumann und Harald Proczyk pilotiert werden.

Als 2. Team wird Black Falcon 2 Mercedes an den Start bringen. Das Team welches bisher vor allem in der VLN seine Runden dreht, feiert nun sein Debüt im GT Masters und was für eins. So wird die #21 von keinem geringeren als Jan Seyfarth sowie Oliver Mayer gesteuert und die #20 von seinem Teamkollegen aus der VLN, Kenneht Heyer und Robert Renauer.
Ein weiterer SLS wird von MS Racing, dem Sieger des Porsche Carrera Cup 2009 mit David Sigacev und Dominik Stoll für das Rennen am Osterwochenende gemeldet.

Als 8. SLS fehlt bisher noch der SLS von Mamerow Racing. Das Team, welches nach Unstimmigkeiten mit Porsche im Winter zu Mercedes gewechselt ist und in der VLN am Start ist, hat zwar einen SLS genannt, jedoch sind bisher (Stand: Donnerstagmittag) keine Fahrer zu finden. Vermutlich wird zwar Chris Mamerow einer der Piloten sein, dass aber auch er eben nicht in der Liste auftaucht dürfte allerdings kein gutes Zeichen sein.

Lamborghini

Natürlich darf auch das Fabrikat nicht fehlen, welches letztes Jahr den Meister stellen konnte und diesmal geht ein wahres Großaufgebot von LP600+ an den Start, nachdem Reiter Engineering dem Lambo über den Winter nochmals ein umfangreiches Update spendiert hat.
Zumindest 6 Lambo wurden gemeldet, ob aber auch wirklich alle 6 in Oschersleben am Start sind, hängt vor allem vom Gesundheitszustand von Prinz Albert von Thurn und Taxis ab. Dieser hat ja bekanntlich am letzten Wochenende mit seinem Lambo in Monza bei der Blancpain Endurance Series aufs heftigste abgeflogen wobei er sich anscheinend doch verletzt hat. Denn Albert von T&T wurde in Regensburg mit einer Halskrause gesichtet und es machen doch Gerüchte über eine Verletzung der Halswirbel die Runde. Ob dies dann auch wirklich stimmt, ist zurzeit noch unklar, allerdings gab es bisher auch kein Dementi zu den Gerüchten.

Klar ist bisher nur, dass Reiter zur Zeit kein weiteres Chassis in der neuesten Konfiguration zur Verfügung hat, weshalb man zur Zeit ein Chassis aus dem Jahre 2007 vorbereitet, sollte man sich entscheiden mit 4 Wagen (ob nun mit oder ohne den Prinzen) an den Start zu gehen. Sein Beifahrer für Oschersleben und den Rest der Saison ist allerdings nicht mehr Peter Kox, dieser teil sich die #24 mit Marc A. Hayek, dem Hauptsponsor im Team von Reiter.
So wird für die #1 der schnelle GT-Pilot Phillip Geipel als Co-Fahrer vom Titelverteidiger aus Regensburg genannt.

Die beiden anderen Besatzungen vor Reiter sind zum einen die Söhne von Hans Joachim Stuck, Ferdinand und Johannes Stuck in der #2 und man darf gespannt sein, wie schnell vor allem Ferdinand Stuck sein wird, denn Johannes Stuck hat ja schon u.a in der VLN und bei den 24H bewiesen, dass er ein schneller Mann ist. Diese Einsätze im GT Masters dürften vermutlich aber auch hauptsächlich zur Vorbereitung auf das 24H Rennen dienen, denn dort wird es ein Team Stuck³ geben, bei dem alle 3 Stucks am Steuer eines Lambos sitzen werden.
Im 4. Reiter Lambo mit der Startnummer #25 werden sich der erfahrene Frank Kechele und Tunku Hammam Sulong aus Malaysia abwechseln.

Aber Reiter wird nicht das einzige Team mit den Italienischen Sportwagen sein, denn dieses Jahr erhalten sie Unterstützung vom Team rhino`s Leipert Motorsport welche 2 LP600+ mit David Mengesdorf, Dennis Vollmair in der #11 und Oleg Petrishin aus Russland und Marcel Leipert am Steuer der #12 an den Start bringen werden. Es bleibt abzuwarten wie sich diese beiden Duos schlagen werden.

Corvette

Sicherlich hat Corvette mit für die meisten Schlagzeilen gesorgt, als man bekannt gab, wer der neue Teamkollege von Sven Hannawald sein wird, nachdem Thomas Jäger es eben nicht mehr ist. Denn der neue Teamkollege wird Heinz-Harald Frentzen sein. Heinz Harald Frentzen wird zwar nach den Richtlinien der SRO als A Fahrer eingestuft, jedoch darf bezweifelt werden wie gut er in der GT3-Vette wirklich sein wird. Zum einen hat er in den GT-Fahrzeugen nicht viel bzw. kaum Erfahrung, zum anderen kann ich mich noch gut an seine Einstufungsfahrten zur GT1-WM aus dem letzten Jahr erinnern, nach denen die Nissan komplett falsch eingestuft waren und nicht den Hauch einer Chance hatten.

Die 2. von 4 Corvetten wird von Daniel Keilwitz und Diego Alessi mit der Startnummer #28 pilotiert und dürfte unter Umständen für die eine oder andere Überraschung gut sein, wenn die Einstufung des Fahrzeuges passt. Die 3. Corvette mit der #18 wird von Sven Hannawalds letztjährigen Konkurrenten um die Amateur-Meisterschaft, Toni Sailer pilotiert. Ihm zur Seite stehen wird der Österreicher Phillip Eng, während die 4. Corvette des Teams Callaway Competion vom schweizerischen Duo Hans Hauser und Remo Lips gesteuert wird (#19).

Audi

Nachdem man im letzten Jahr nur knapp den Titel gegen Albert/Kox verloren hatte, sind man heuer wieder auf Revanche und will mit aller Gewalt den Titel holen – Ein anderer Schluss lassen die Fahrerpaarungen kaum zu. So wird die #3 vom letztjährigen Vize-Duo Christopher Mies und Luca Ludwig gesteuert. Das 2. Auto von ABT Sportsline wird hingegen vom bekannten Jens Klingmann und dem einzigen Neuzugang im Team, Christer Jöns von Black Falcon kommend gesteuert.

Aber auch das Team Rosberg ist ebenfalls sehr hochkarätig besetzt, denn so greifen am Steuer des Wagens mit der Startnummer #7 Andreas Simonsen und kein geringerer als GT Masters Champion Christopher Haase ins Volant und auch das Schwesterauto mit #8 wird sicher ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen bzw. können denn hier wechseln sich Stefan Landmann und Porsche Supercup Seiger Rene Rast hinter dem Lenkrad ab.

Neben diesen 4 sehr hochkarätig besetzten Audi R8 LMS, bringt Prosperia Team Brinkmann auch noch einen privat eingesetzten R8 mit den beiden holländischen Piloten Danny van Dongen und Arjan van der Zwaan mit der #39 an den Start.

Die “Exoten”

Es ist ja nicht so, dass hier nur R8, GT3 R und SLS sowie Corvetten um den Titel fahren würden, nein es gibt auch andere Wägen mit durchaus ernstzunehmenden Chancen auf das Podium bzw. auf mögliche Siege.
Zuerst sei hier natürlich der brandneue Ferrari F458 GT3 vom Team Farnbacher Racing genannt. Das Team welches letztes Jahr überraschend die 2 2. Plätze bei den 24H vom Ring und in der LMGT2 in Le Mans gewinnen konnte, wird hier sicher nicht auf ankommen fahren, denn die Besatzung mit Dominik Farnbacher und Niclas Kentenich ist sehr stark. So fuhr Niclas schon früher sehr erfolgreich im GT Masters und ist auch heuer z.b in der VLN für das Team von Sabine Schmitz am Start, während Dominik Farnbacher zu den besten und schnellsten GT Piloten zu zählen ist.

Ein weiterer F458 GT3 tauch in der Liste unter der Nennung Oliver Mayer mit den Fahrern Maximilian Götz und Maximilian Mayer auf, während Kessel Racing einen älteren F430 GT3 Freddy Kremer und Detlef Schmitz unter der Startnummer 50 gemeldet hat. Man kann nur hoffen dass auch beide Ferrari am Samstag in der Startaufstellung auftauchen und nicht noch kurzfristig absagen.

Viele werden sich auch gefragt haben, mit welchen Fahrzeugen aus München heuer zu rechnen ist und die Antwort wird folgende sein: Keine Z4, dafür aber 2 B6 vom Team Engstler. So werden heuer vermutlich keine Z4 GT3 von Schubert an den Start gehen, dafür werden aber 2 weiterentwickelte Alpina B6 vom Team Engstler an den Start gehen. So wird die #40 von Florian Spengler und einem ehemaligen Piloten des 2008 OPC Race Camp, Alexander Plenagl gesteuert werden. Das 2. Auto wird hingegen von Dino Lunardi und einem ehemaligen Tourenwagen Piloten, denn viele vll. noch aus der DTM kennen, Alexandros Margaritis gesteuert, nachdem man ja Andreas Wirth in Richtung Mercedes verloren hat.

Zum Abschluss gibt es noch einen Wagen auf den ich mich persönlich recht freue, nämlich die Vulkan Viper von Mintgen Motorsport. Nachdem es gegen Ende des Jahres um das Team etwas ruhiger wurde, haben sie es geschafft eine GT3 Viper mit Heiko Hammel und keinem geringeren als Sascha Bert vorzubereiten.

Die Rennen am Ostersonntag und am Ostermontag werden wie schon angesprochen von Kabel 1 Live übertragen.

masters-100430-0010 gt_masters-110106-0010 gt_masters-110106-0009 ADAC GT Masters Weekend Oschersleben 09.-11.April 2010 gt_masters-100815-0608 gt_masters-090607-0282 gt_masters-100602-0422 gt_masters-110414-0081

April 07 2011

06:30

GT1-WM: Vorschau Zolder

Zolder ist an diesem Wochenende der Schauplatz für die zweite Runde der Sportwagen-Weltmeisterschaft und dort stehen die belgischen Ford GT-Teams sowie GT1-Debütantin Vanina Ickx im Rampenlicht.

Die GT1-WM soll nicht die zweite Geige spielen, hat sich Stephane Ratel gedacht, und den belgischen Lauf seiner Königsklasse aus dem Rahmenprogramm der 24h von Spa in den April und ins flämische Zolder verlegt. Ein Blick auf die Zuschauerzahlen am Wochenende sollte zeigen, ob diese Idee Sinn macht oder nicht. Zwar sind die Belgier begeisterungsfähig für Motorsport, doch dürfte es schwer werden, mehr Aufmerksamkeit auf die Serie zu lenken als beim gut besuchten 24h-Rennen im letzten Sommer. Davon abgesehen ist der Circuit Zolder natürlich allein schon als Rennstrecke kein Ersatz für die allseits beliebte Ardennen-Achterbahn.

Der erste Sektor der Strecke – auf der einige Wochen vor Saisonbeginn der Shakedown der Serie stattfand, sodass alle Teams und alle Fahrer erste Erfahrungen sammeln konnten – ist eine Schleife mit drei mittelschnellen Kurven, dann folgt nach der Gegengeraden die übrigen zwei Drittel mit insgesamt drei Schikanen, die im Laufe der Jahrzehnte eingebaut wurden, als letzte die Gilles Villeneuve-Schikane nach dem Tod des Kanadiers in der dortigen schnellen Rechtskurve.

Die Vorgängerserie FIA-GT fuhr hier bereits zwischen 2007 und 2009, einmal gewann ein Jetalliance-Aston Martin, die beiden letzten Male jeweils ein Vitaphone-Maserati. Maseratis sind im aktuellen GT1-feld nicht mehr dabei, und es wird sich zeigen, ob der Kurs den Aston Martin nach wie vor liegt.

Doch zumindest die beiden Hexis-Wagen sind nach dem starken Hauptrennen in Abu Dhabi, als alle vier DBR9 unter die ersten sechs fuhren, mit einigem Zusatzgewicht beladen: 30kg müssen die Sieger Clivio Piccione und Stef Dusseldorp zuladen, nur 5kg ihre Teamkollegen Christian Hohenadel und Andrea Piccini. Im Sprintrennen werden zumindest Piccione und Dusseldorp also wohl kaum um den Sieg fahren können.

Damit dürften dann eher Young Driver AMR zu den Favoriten gehören, die in Abu Dhabi bereits top in Form waren, aber nach Ausfällen im Qualifikationsrennen im Hauptrennen „nur“ die Plätze 5 und 6 erreichten und so sogar leicht unter ihrem Normalgewicht in Zolder starten werden. Für Stephan Mücke, Tomas Enge und Alex Müller (der als gebürtiger Emmericher Zolder auch als ein Heimrennen sieht) sowie die Mechaniker des Teams ist es dabei das dritte Rennwochenende in Folge, nachdem sie auch beim LMS-Rennen in Le Castellet antraten.

Für die vier Ford GT im Feld ist Zolder das Heimspiel, doch nicht nur deswegen ist ihnen ein erfolgreiches Wochenende zu wünschen: gestern wurde bekannt, dass Martin Bartek, Gründer von Matech Concepts, verstorben ist. Das Schweizer Unternehmen mit Werkstatt in Mayen in der Eifel hat den Ford GT für die GT1-WM konstruiert und im vergangenen Jahr unter dem Matech Competition-Banner auch selbst eingesetzt, bei dem Bartek als Teamchef fungierte.

Das stärkere der beiden  diesjährigen Ford GT-Teams ist MarcVDS Racing, bei denen mit Bas Leinders/Marc Hennerici und Maxime Martin/Frédérik Makowiecki in jedem Wagen ein Belgier an Bord ist. Und obwohl Martin und Makowiecki das Qualifikationsrennen gewinnen konnten, werden beide untergewichtig an den Start gehen, denn das Hauptrennen verlief weniger erfolgreich.

Das Rampenlicht werden Leinders und Martin jedoch teilen müssen, und zwar mit Vanina Ickx, Tochter der Rennsport-Legende Jacky, denn die sechsunddreißigjährige feiert an diesem Wochenende ihr Debüt in der GT1-Weltmeisterschaft. An Sportwagen-Erfahrung fehlt es ihr natürlich nach zahlreichen Einsätzen in Le Mans-Prototypen, in der Belcar sowie der alten FIA-GT nicht, doch die GT1-WM mit ihren knackigen Sprintrennen ist eine andere Geschichte. Jedenfalls ersetzen Ickx und der Schweizer Mathias Beche beim MarcVDS-Satellitenteam namens Belgian Racing die beiden Franzosen Leclerc und Giroix, während den zweiten Wagen Milos Pavlovic und Martin Matzke (2010 in der GT Masters unterwegs) steuern. Beide Fahrzeuge konnten in Abu Dhabi nur mäßige Ergebnisse einfahren.

Den vier Nissan GT-R von Sumo Power und JR Motorsport – wie die beiden Ford-Teams gehören auch diese zum selben Stall – kommt die Strecke mit ihren zahlreichen langsamen Ecken zwar nicht unbedingt entgegen, doch die vier starken, erfahrenen Fahrerpaarungen sollten trotzdem in der Lage sein, um gute Platzierungen zu kämpfen – am wenigsten noch die nach zwei zweiten Rängen in Abu Dhabi mit 25kg Erfolgsgewicht „gesegneten“ Peter Dumbreck und Richard Westbrook, die in beiden Läufen dort nur knapp geschlagen wurden.

Gehandicapt ist auch der All-Inkl.com Münnich Motorsport-Lamborghini von Marc Basseng und Markus Winkelhock. Es wird spannend sein, zu sehen, ob diese konstant erfolgreich sein können, nachdem es im vergangenen Jahr nicht besonders gut lief. Zieht man allerdings einmal die 2010er Rennen aus Navarra, einem ebenfalls recht eckigen Kurs mit nur wenigen schnellen Kurven, heran, könnten die Lamborghini stark sein.

Das dortige Event räumten Frank Kechele und Ricardo Zonta im Reiter-Murcielago in dominanter Manier komplett ab. Das war einer der wenigen Erfolge für Lamborghini im ersten Jahr, doch Reiter und Kechele sind nicht mehr dabei und Zonta fährt Nissan. Stattdessen ist das Swiss Racing Team von Nissan zu den Italienern gewechselt. Deren stärkere Fahrerpaarung besteht aus den beiden Veteranen Wendlinger und Kox, die auf dem Yas Island die Plätze 10 und 7 einfuhren – hier dürfte noch Steigerungspotential schlummern.

Bleiben noch die Corvette-Teams. Nach all dem Hin und Her vor Saisonbeginn sind zwar die notwendigen vier Fahrzeuge eingeschrieben, doch nur für zwei sind bisher Fahrer gemeldet. Vermutlich werden die beiden anderen Corvettes also auch in Zolder fehlen. Deren Fehlen in Abu Dhabi hat bereits dazu geführt, dass beide Mannschaften keine Punkte für die Team-Wertung sammeln können, für die Fahrer zählen die erfahrenen Punkte allerdings.

Doch ob das ganze nun „(rennsport-)politisch korrekt“ ist oder nicht, die Fans dürften sich auch über zwei der amerikanischen V8-Boliden freuen, denn zwei sind immerhin mehr als gar keine. Zudem war die rote Exim Bank Team China-Corvette in Abu Dhabi auch nicht schlecht unterwegs, die beiden Niederländer Nicky Catsburg und Mike Hezemans erreichten immerhin die Ränge 7 und 10.

Das Qualifying-Rennen in Zolder findet am Samstag um 16:15 Uhr statt, die Startaufstellung für diesen Lauf wird um 10:05 Uhr am Vormittag ausgefahren. Start zum Hauptrennen ist am Sonntag um 14:45 Uhr. Die drei Sessions werden im offiziellen Livestream der Serie zu sehen sein. Sport 1 zeigt das Samstagsrennen in voller Länge live (ab 16:00 Uhr), vom entscheidenden Hauptrennen jedoch nur eine halbstündige Aufzeichnung am Sonntag um 16:30 Uhr.

AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 0323YasMarina_088 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 AUTO - FIA GT1 ABU DHABI 2011 141 130

(Bilder: DPPI/GT1)

 

January 20 2011

07:00

Die SRO-GT3-Serien 2010/2011: Masse mit Klasse

Die GT1-Weltmeisterschaft mag noch zu jung sein, um ihren Erfolg wirklich bewerten zu können, Stephane Ratels GT3-Konzept hat sich in den letzten Jahren jedoch bereits als großer Wurf für den Sportwagensport herausgestellt – Rückblick und Vorschau auf die ADAC GT Masters, die GT3-EM, die 24h von Spa und weitere Serien.

2006 führte die SRO die relativ kostengünstige Klasse für Privatteams mit Profi- und Amateuerfahrern ein und die Zahl der Serie ist seitdem immer weiter gestiegen, die Starterzahlen sind stabil bis steigend. Neben den mitteleuropäischen Serie hat auch Brasilien eine GT3-Meisterschaft, 2011 kommt ein Endurance-Ableger hinzu, Japan wird 2012 dabei sein und auch an einer US-Ausgabe arbeitet Ratel momentan. Auch wenn es ein hartes Stück Arbeit für ihn werden dürfte, die Hersteller zu überzeugen, dass der US-Markt eine weitere GT-Serie braucht: das Konzept funktioniert.

Die GT2 ist dank Le Mans zu einer Klasse geworden, die sich fast nur noch Werke und werksunterstützte Teams leisten können. Das ist in der GT3 anders – noch, denn spätestens seit dem Einstieg von Audi mit dem R8 LMS wird auch hier wettgerüstet. 2010 gab es den neuen BMW Z4, 2011 steigt Mercedes mit dem SLS ein, der besonders in der deutschen GT Masters, aber auch im Ausland bereits Abnehmer gefunden hat, und das trotz eines Preises von beinahe 400.000€, etwa 50.000€ mehr als die meisten Konkurrenzfahrzeuge!

Hier muss die SRO aufpassen, dass die GT3-Klasse nicht wie viele Rennkategorien zuvor der Kostensteigerung zum Opfer fällt. Und auch sonst gibt es noch einige Haken, denen man sich widmen sollte. Die Balance of Performance artet bisweilen in ein ziemlich willkürlich scheinendes Hin-und-her auszuarten, was in der GT1, wie vor einigen Wochen beschrieben, bereits zu Protesten von Teams führte, und die Boxenstopp-Mindestzeit-Regelung ist ebenfalls verbesserungswürdig, dazu später mehr.

Statt sich diesen Themen zu widmen, hat man sich in Ratels Firma jedoch für 2011 eine neue Kuriosität einfallen lassen: an die Stelle des Erfolgsballasts für die Podiumsplatzierten des vorangegangenen Rennens tritt in Zukunft eine erhöhte Mindestverweildauer in der Boxengasse: 15 Sekunden bekommt der Sieger des jeweils vorangegangenen Rennens aufgebrummt, 10 bzw. 5 die weiteren Podiumsplatzierten. Die Siegerteams werden also alles geben müssen, um Vorsprünge herauszufahren oder sich nach den Stopps wieder nach vorn zu kämpfen, dennoch: ich bin kein Freund von Strafen für erfolgreiche Teams, in welcher Form auch immer, auch wenn es für mehr Abwechslung sorgt. Aber das ist wohl Geschmackssache.

Nun aber zu den einzelnen Rennserien, wobei der Schwerpunkt auf der Europameisterschaft und der deutschen ADAC GT Masters liegen soll sowie einer Vorschau auf die neue GT Endurance Series.

ADAC GT Masters

Für die ADAC GT Masters war das ja 2010 das Bedeutendste ihres nun vierjährigen Bestehens, denn erstmals wurden sämtliche Rennen live im (Mainstream-)TV übertragen. Kabel 1 machte dabei von Beginn an einen überraschend guten Job, dennoch blieben die Zuschauerzahlen unterhalb der Erwartungen. Dennoch werden die Übertragungen auch 2011 fortgesetzt.

Action und Spannung auf der Rennstrecke gab es genug, sodass auch höhere Quoten hätten gerechtfertigt gewesen wären. Bis zum letzten Rennen kämpften Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox im Reiter-Lamborghini und Christopher Mies und Luca Ludwig für Abt-Audi um die Meisterschaft.

Am ersten Rennwochenende hatte es noch anders ausgesehen, als Kentenich/Asch (Wieth Racing) und Rast/Bergmeister (Mühlner) die beiden Läufe gewannen, doch ab dem zweiten Rennwochenende dominierte der Zweikampf zwischen Reiter und Abt, nur am Hockenheimring konnte noch einmal Mühlner Motorsport mit der starken Kombo Tim und Jörg Bergmeister gewinnen und am Nürburging räumten Martin Matzke und Andreas Wirth im sBerg-Alpina BMW beide Läufe ab.

Regen in Assen und am Eurospeedway sowie gelegentliche Strafen für das Unterschreiten der Mindestzeit in der Boxengasse sorgten für weiteres Chaos und ließen auch den Kampf an der Spitze nicht unbeeinflusst: in Hockenheim etwa erwischte es Kox/von Thurn und Taxis, in der Lausitz Ludwig/Mies, die in eine nachträgliche Strafe bekamen, weil sie am Boxenausgang zu langsam fuhren, um die vorgegebene Zeit einzuhalten.

Die Regel mag durchaus ihren Sinn haben, um sichere Fahrerwechsel zu ermöglichen und die Stopps nicht zum entscheidenden Element werden zu lassen, doch sollte man von Seiten der Organisation irgendwie versuchen, den Teams das Einhalten der Zeit leichter zu machen, etwa mit einer minimalen Standzeit. Die wäre für die Teams einfacher einzuhalten, für die Offiziellen allerdings aufwändiger zu kontrollieren. Jedoch muss auf alle Fälle versucht werden, Strafen seltener zum rennentscheidenden Element werden zu lassen, denn das schadet auch der Serie und macht sie für Gelegenheits- und Neu-Zuschauer unverständlich.

Zurück zum Rennsport: am Nürburgring wurde die Meisterschaft noch einmal deutlich spannender, denn Routinier Kox wagte im Kampf um den zweiten Rang gegen Martin Herndlhofer einen sehr optimistischen, um nicht zu sagen dummen, Angriff, der beide Fahrzeuge ins Aus beförderte und dem Reiter-Team eine Strafversetzung für den zweiten Lauf einbrachte, wodurch es nur zu Rang 5 reichte – der Vorsprung schrumpfte auf neun Zähler.

Für das letzte Rennwochenende, das wie der Saisonauftakt in Oschersleben stattfand, trennte Abt die Besatzung der #1, Ludwig fuhr mit Kuba Giermaziak die #1, während Mies in die #2 zu Jens Klingmann wechselte. Aber auch das half nicht mehr im Kampf um den Fahrer-Titel, denn obwohl die #1 den ersten und die #2 den zweiten Lauf gewann, beide Male kam der Reiter-Lamborghini direkt im Windschatten des Audi ins Ziel. Mit 83 Punkten wurden Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox Meister vor Mies (70) und Ludwig (68) – doch die Teamwertung ging an Abt Sportsline, denn anders als Reiter konnten die Bayern bei allen Rennen zwei Fahrzeuge an den Start bringen.

Auch in der Amateurwertung fiel die Entscheidung erst am letzten Rennwochenende, und zwar zugunsten des Schweizers Toni Seiler. Er und sein Profi-Teamkollege Christian Hohenadel duellierten sich die ganze Saison über mit Ex-Skispringer Sven Hannawald und seinem Profi-Co-Piloten Thomas Jäger, nur zehn Punkte trennten die beiden am Ende des Jahres in dieser Sonderwertung. Dabei hatte Hannwald ab dem zweiten Rennwochenende die Führung innegehabt, doch zwei punktelose Rennen beim Saisonfinale kosteten ihn die Meisterschaft. Höhepunkte für Hannawald, der mit deutlich weniger Erfahrung gesegnet ist als der neunfache Le Mans-Teilnehmer Seiler, waren der starke zweite Gesamtrang beim jeweils zweiten Lauf am Sachsenring und in Hockenheim, womit er seine Leistungssteigerung gegenüber 2009 bewies, während für Seiler/Hohenadel drei dritte Ränge zu Buche stehen. Falls beide 2011 wieder für ihre Corvette-Teams am Start sind, könnte es ein weiteres spannendes Jahr werden.

Für die kommende Saison rechnen die GT Masters-Offiziellen mit um die 30 Fahrzeugen. Die aus der VLN bekannten Teams Black Falcon, Heico und Mamerow werden insgesamt sechs Mercedes SLS an den Start bringen. Es wird spannend sein, zu sehen, wie diese in der Balance of Performance eingestuft werden, und ob sie ähnlich dominant sind wie die Audi R8 in ihrem Debutjahr. Das Leipert-Team wechselt vom englischen Exoten Ascari auf den bewährten Reiter-Lamborghini Gallardo, von dem man zwei Exemplare einzusetzen gedenkt. Altfried Hegers Hegersport-Mannschaft zieht sich aus der GT1-WM zurück und plant stattdessen mit zwei Porsche 911 GT3 R für die deutsche GT3-Serie und Reiter Engineering hat einen zweiten Lamborghini für die beiden Stuck-Brüder Ferdinand und Johannes gemeldet.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass möglichst viele dieser Teams die gesamte Saison bestreiten können, dann steht uns ein weitere tolle GT Masters-Saison bevor, mit zwei neuen Rennstrecken (Zolder und der Red Bull Ring in der Steiermark, dafür nur einmal Oschersleben) und allen Rennen live im TV.

FIA GT3-EM

Das Zentrum der SRO-GT3-Serien ist die Europameisterschaft, hier treffen sich Teams aus den unterschiedlichen nationalen Serien und treten gegeneinander an, entsprechend ergibt sich ein hohes Niveau mit großer Leistungsdichte. Dabei waren 2010 u.a. Hexis und Graff aus Frankreich, Prospeed aus der Belcar, Rosberg und Mühlner aus der der GT Masters sowie viele weitere, natürlich auch einige Teams, die in keiner der nationalen Serien am Start waren.

Dominiert wurden die EM in der vergangenen Saison von Daniel Keilwitz und Christian Hohenadel in der Callaway-Corvette, die vier der zwölf einstündigen Läufe gewannen und bei vier weiteren auf dem Podium landeten, was bei einem Reglement, das mit Balance of Performance-Änderungen und Erfolgsballast arbeitet, eine Ausnahmeleistung ist.

Wegen des schwach besetzten zweiten Callaway-Fahrzeugs ging die Team-Wertung allerdings knapp an Prospeed, die mit van Splunteren/Holzer ein Topteam und mit Lappalainen/Palttala ein mittelfeld-fähiges zweites Team einsetzten. Ebenfalls einen guten Eindruck hinterließen Lambotte/Parisy für Graff Racing sowie das Team Schubert Motorsport mit dem brandneuen BMW Z4 GT3, mit dem Hürtgen/Walter gegen Saisonmitte in Jarama den ersten Sieg einfuhren und die Teamkollegen Söderlund/Sandström in Zolder einen zweiten.

Die Audi R8, die nach ihrer Einführung 2009 zunächst die GT3 dominierten, wurden zu Saisonbeginn 2010 durch die BoP schlechter eingestuft, sodass sie zunächst keine Chance hatten und kaum über das Mittelfeld hinauskamen. Erst durch neuerliche Änderungen an der Einstufung waren sie wieder fähig, um die Spitze mitzukämpfen, es reichte zu einem Sieg für das Rosberg-Team in Jarama, doch auch danach ging für die Ingolstädter nach der starken Debütsaison nichts zusammen.

Nun ein Blick auf einige der weiteren nationalen, von der SRO organisierten GT3-Serien in Europa. Die französische und die britische Meisterschaft sind auch als Aufzeichnungen bzw. Zusammenfassungen auf MotorsTV zu sehen.

FFSA Championnat de France GT

Wie die deutsche GT Masters hält auch die FFSA GT an dem simplen Format mit nur einer Fahrzeugklasse und zwei einstündigen Läufen an jedem ihrer sieben Rennwochenenden fest, lediglich eines von zwei Events in Magny Cours wird als zweistündiges Rennen ausgetragen. Arnaud Peyroles und Renaud Derlot in der Graff Racing-Corvette führten die Tabelle für den Großteil der Saison an, doch nach einer frühen Kollision im letzten Lauf des Jahres fielen sie mit gebrochenen Auspuff aus und Laurent Groppi und Patrick Bornhauser im Larbre-Porsche 911 schnappten sich den Titel in der mit meist um die 30 Startern gut und sehr abwechslungsreich besetzten Serie.

British GT Championship

Die britische GT-Meisterschaft hat über die letzten Jahre ein etwas flexibleres Konzept entwickelt, was Klassen und Rennlängen angeht. So nehmen dort neben den GT3-Boliden auch einige GT4-und Cup-Fahrzeuge teil, fünf der acht Rennwochenenden werden als Doppelpack von Einstunden-Läufen ausgetragen, aber in Spa, Silverstone und Donington wurden auch zweinhalb- bzw. zweistündige Rennen ausgetragen, um den traditionellen Langstrecken-Charakter zu bedienen. Diese Herausforderung wurde am besten vom 63jährigen Veteranen David Ashburn gemeistert, der im Trackspeed-Porsche mit großem Vorsprung die Meisterschaft gewann. Bei den meisten Rennen war das vielversprechende junge schottische Talent Glynn Geddie (2011 auch bei den 24h von Daytona am Start!) sein Teamkollege, dieser wurde entsprechend Gesamt-Zweiter. In der G4-Kategorie gab es nur ein Team, das alle Saisonrennen bestritt, somit gewannen Christian Dick und Jamie Stanley im Ginetta G50 mit großem Abstand.

Belcar Endurance Championship

Noch mehr Abwechslungsreichtum bietet die belgische GT-Serie, die bis 2009 noch Belgian GT Championship hieß. Wie beim britischen Pendant finden sich auch hier mehrere Klassen und es werden Rennen von unterschiedlicher Länge gefahren. Üblicherweise schwanken die Distanzen zwischen zwei und vier Stunden, aber auch die 10h von Zolder sind Teil des Programms; bei diesen werden Punkte auch bereits nach 2,5 und 5 Stunden vergeben. So ergab sich am Ende des Jahres ein denkbar enges Meisterschaftsergebnis: um einen halben Punkt blieben Anthony Kumpen und Gregory Franchi im W Racing-Audi R8 vor Marc Goossens und Maxime Souletim Prospeed-Porsche 911, obwohl letztere ein Rennen mehr für sich entscheiden konnten, somit drei an der Zahl. Auf Platz 3 und 4 finden sich die zweiten Wagen beider Teams in derselben Reihenfolge. Die ebenfalls in der Serie beheimatete Tourenwagendivision ist überwiegend mit BMWs besetzt und wurde vom Team Belien klar gewonnen.

24h von Spa

Dann gab es da auch noch die 24 Stunden von Spa-Francorchamps, ein absolutes Traditionsevent, ausgetragen seit 1924 und zuletzt Bestandteil der FIA GT-Meisterschaft. Mit deren Umwandlung in eine reine Sprint-Meisterschaft sollten die 24h zum Haupt-Event einer neuen GT2-Europameisterschaft werden. Die jedoch kam mangels interessierter und finanziell ausreichend gut ausgestatteter Teams für 2010 nicht zustande, sodass aus den 24h ein Einzelevent wurde, in dem Fahrzeuge der Kategorien GT2, GT3 und GT4 antraten.

Das klappte soweit auch ganz gut, die GT1-WM fuhr am Freitag und Samstag als Support und man ließ auch Fahrzeuge, die nicht von der FIA für die GT3, wohl aber von nationalen Veranstaltern homologiert sind, als GTN zu. So konnte BMW auch zwei M3 GT2 einsetzen, von denen einer (mit den Drei Dirks Werner, Müller und Adorf) auch beinahe gesiegt hätte, hätte nicht eine halbe Stunde vor Rennende die Aufhängung nachgegeben. So zogen die beiden Porsche der BMS Scuderia Italia (Romain Dumas, Martin Ragginger, Jörg Bergmeister & Wolf Henzler) und von IMSA Matmut Performance (Narac/Pilet/Long/Lietz) noch vorbei.

In der GT3-Klasse siegte das Heimteam Mühlner mit einem mit Jürgen Häring, Dimitrios Konstantinou, Gilles Vannelet und Arnaud Peyroles besetztes Porsche, in der spärlich besetzten GT4 der Aston Martin V8 Vantage des AMR-Teams Jota Sport (Hancock/Dolan/Wills/Twyman), das 2011 in die LMS-GT2 „aufsteigen“ wird, 2012 sogar in die LMP1.

Neu für 2011: die FIA GT Endurance Championship

Im nächsten Jahr werden die 24h von Spa kein Standalone-Event mehr sein, allerdings ebensowenig Teil der ursprünglich geplanten GT2-Europameisterschaft. Stattdessen wird es eine weitere Serie für GT3-Fahrzeuge geben, die ebenfalls von der FIA anerkannte GT Endurance Championship. Auf Wunsch vieler Teams und Fans schafft man damit eine Meisterschaft, die mit dreistündigen Rennen eher dem klassischen GT-Charakter entspricht, damit aber eben vom Sprint-Format abweicht, das Ratel wegen der von ihm immer wieder angeführten TV- und Zuschauerfreundlichkeit so am Herzen liegt. Mit der TV-Tauglichkeit mag er da durchaus Recht haben, aber den Großteil der Zuschauer sollte es wohl kaum stören, mehr Motorsport geboten zu bekommen. Dass der Bedarf dafür besteht, gerade auch bei den Teams, zeigt sich in der zunehmenden Flexibilität der Rennlängen in manchen der angesprochenen nationalen Serien.

Vier weitere Rennwochenenden sind neben den 24h von Spa angesetzt und neben der GT3 (mit einer Pro- und einer Pro/Am-Wertung) wird auch die GT4-Kategorie vertreten sein, die Austragungsorte sind Monza, Navarra, Magny Cours und Silverstone.

Mit dem Verzicht auf die GT2 geht man einer weiteren Kollision mit dem ACO und seiner Le Mans-GT2 (die ja jetzt auch GTE mit E für ‚Endurance‘ heißt!) aus dem Weg bzw. verhindert, dass Teams mit nur geringfügig modifizierten Fahrzeugen an Serien beider Veranstalter teilnehmen. Andererseits ist es für das große 24h-Event schade, dass es innerhalb von zwei Jahren um zwei Kategorien „abgestiegen“ ist. Doch mit der Ausschreibung für die zahlreich vorhandenen GT3-Fahrzeuge und dem lockenden Ruf des Rennens sollten ansprechend große Starterfelder für die nächsten Jahre kein Problem sein.

Wie gut die GT4-Kategorie funktionieren wird, ist eine andere Frage. Der GT4 European Cup (ebenfalls eine SRO-Veranstaltung, die sich an Amateurfahrer richtet) war 2010 teilweise sehr schwach besetzt, in Portimao etwa waren gerade einmal elf Fahrzeuge am Start. Es muss sich zeigen, wie viele davon sich noch weitere Läufe leisten können oder ob sich neue GT4-Teams finden.

Dennoch: trotz aller Haken, trotz einiger Vermarktungsprobleme, das Grundprinzip der GT3 funktioniert. Und so dürfen wir Fans auf eine spannende Saison 2011 in all diesen Serien gespannt sein!

audi_motorsport-100509-1190 gt_masters-100508-0238 gt_masters-100508-0264 gt_masters-100509-0287 gt_masters-100509-0293 gt_masters-100813-0565 gt_masters-100825-0627 gt_masters-100826-0631 gt_masters-100826-0634 gt_masters-100828-0663 gt_masters-100831-0685 gt_masters-101001-0696 gt_masters-101002-0718 gt_masters-101002-0732 gt_masters-101002-0739 gt_masters-101028-0765

December 16 2010

11:00

Saisonrückblick: Die FIA GT1-Weltmeisterschaft

Was den auf der Strecke stattfindenden Sport anbetrifft, war 2010 ein gutes Jahr für die neue GT1-WM, die Speerspitze des im Umbruch befindlichen Arsenals an internationalen GT-Serien unter der Kontrolle der FIA und der SRO. Blickt man jedoch neben das schmale Asphaltband, tun sich viele Fragen auf.

2009 kündigte Stephane Ratel sein Konzept für eine neue Weltmeisterschaft für GT1-Sportwagen vor. Vieles war neu und die Motorsport-Fachwelt wie auch die Fans wussten nicht wirklich, was sie davon halten sollen. Einstündige Sprintrennen statt Langstrecke und die strikte Reglementierung von sechs Fahrzeugtypen, paarweise eingesetzt von je zwei Teams waren die neuen Ideen, hinzu kam die schon lange in der FIA GT und anderen SRO-Serien eingesetzte Regelung mit Erfolgsballast und Balance of Performance-Nachregulierung auch in der Saison waren schon länger bekannt. Spektakuläre, TV- und fanfreundliche Rennen sollten so geboten werden.

Und, so zeigte die Debutsaison mit ihren 10 Events mit jeweils zwei Rennen, dieses Ziel wurde erreicht. An Spannung und Spektakel auf der Rennstrecke hat es in der Saison selten gemangelt. Fünf der sechs Hersteller haben mindestens ein Hauptrennen gewonnen, lediglich Corvette-Siege gab es nur in zwei Qualifikationsläufen, acht der zwölf Teams konnten Siege feiern. Die strengen Regeln sorgten für ein ausgewogenes Kräfteverhältnis und eine Meisterschaft, die bis zum Ende hin eng hätte sein können, wäre der in Silverstone siegreiche Young Driver-Aston Martin von Darren Turner und Tomas Enge nicht wegen einer um  etwa einen Millimeter zu stark abgenutzt Bodenplatte disqualifiziert worden.

Diese Spannung und Chancengleichheit steht aber stets im Konflikt mit der ursprünglichen Idee des Motorsport, in der die Leistung des Konstrukteurs ebenso viel zählt wie die des Fahrers. Die „Bestrafung“ erfolgreicher Teams führte oft zu einem Wellenrhythmus, zur entscheidenden Frage wurde es, welche Teams auch mit zusätzlichem Ballast noch in der Lage sind, Punkte zu sammeln. Dies gelang wie in den letzten Jahren in der FIA GT Michael Bartels und Andrea Bertolini im Maserati des von Bartels geleiteten Vitaphone-Teams am besten und so dehnten die beiden mit dem vierten Fahrer- und sechstem Team-Titel ihre Serie auch in die neue Serie aus. Doch der Weg zum Titel war lang, umfasste er doch insgesamt zehn Rennwochenenden…

Die Rennen

Die Saison begann mit einem Schockmoment: ausgerechnet auf dem hochmodernen Formel 1-Kurs in Abu Dhabi verunfallte Natacha Gachnang im Qualifying schwer. Am Ende der langen Gerade schoss ihr Matech-Ford GT geradeaus und stauchte mit kaum verminderter Geschwindigkeit die TecPro-Barrieren zusammen. Der hintere Bremskreislauf hatte versagt und zudem erwischte Gachnang beim reflexartigen Durchtreten des Bremspedals auch das Gaspedal. Ein komplizierter Bruch des rechten Beins war die Folge, sie konnte erst im Juni bei den 24h von Le Mans ins Cockpit zurückkehren.

In den Rennen beeindruckten vor allem Thomas Mutsch und der von Renault in der Formel 1 nicht mehr gebrauchte Romain Grosjean: nach mäßigen Qualifying fuhren sie von Rang 11 auf Rang 2 hinter Marc Hennerici und Andreas Zuber nach vorn, im Hauptrennen überholte das Ford-Duo die beiden sogar und siegte dominant mit 23 Sekunden Vorsprung. Vor allem Grosjean beeindruckte mit schnellen Runden und Überholmanövern und zeigte seine Klasse, wozu er in seiner kurzen und schwierigen Formel 1-Karriere keine Chance hatte.

Für die Lamborghini- und Aston Martin-Teams lief es mäßig, gar kein Land sahen die beiden Nissan-Teams Swiss Racing und Sumo Power. Nach dem Wochenende beklagten sich beide über Mängel an der Balance of Performance. Das Problem: bei den Einstufungstests vor der Saison zeigten die Teams selbstverständlich nicht ihre volle Leistungsfähigkeit. Bei von Heinz Harald Frentzen in der Woche vor dem ersten Rennen in Abu Dhabi durchgeführten Vergleichsfahrten zur Feineinstellung wurden dann den Nissan noch einmal 30kg aufgebrummt. Und das Qualifying, das Maßstab für eine kurzfristige letzte Korrektur hätte sein können, war früh abgebrochen worden.

Swiss Racing drohte gar mit dem Rückzug seiner Fahrzeuge für Silverstone, doch die FIA nahm sich des Problems an und stufte alle Fahrzeuge neu ein. Nur der Ford GT blieb unangetastet und diente quasi als Referenz. Aston Martin und Lamborghini bekamen jeweils über 100kg erlassen, Nissan 50kg – das sollte sich als wirksam erweisen, in der Folge war das Feld tatsächlich recht ausgeglichen, wenn auch selbstverständlich mit streckenspezifischen Schwankungen.

In Silverstone wirkte sich die Erleichterung prompt aus, im Qualifikationsrennen gab es einen Doppelsieg für die Hexis-Aston Martin, im Hauptrennen die Markenkollegen Enge/Turner vom Young Driver Team – doch der Sieg wurde aberkannt, wie bereits erwähnt wegen einer zu stark abgenutzten Bodenplatte. Auch die Zweitplatzierten Accary/Makowiecki wurden wegen zu spät angetretener Durchfahrtsstrafe noch einmal bestraft und so fiel der Sieg an Jamie Campbell-Walter und Warren Hughes im Sumo Power-Nissan. Es hatte sich jedoch gezeigt, dass der Aston Martin DBR9 am besten mit langgezogenen, schnellen und mittelschnellen Kurven klarkommt.

Und das bewies er auch beim folgenden Lauf in Brünn, wo Turner und Enge zwei zweite Plätze infuhren. Es siegten jedoch erst Bartels/Bertolini, dann im Hauptrennen Mutsch und Grosjean, die somit die Meiterschafsführendung zurückeroberten. Jedoch nur weil im Hauptrennen einiges schiefgelaufen war – schon der Start war konfus: der Maserati in Front beschleunigte zu früh, der Aston Martin von Turner/Enge fiel im entstehenden Chaos auf Rang 16 zurück, von wo aus sie sich wieder bis auf Rang 2 vorarbeiteten, während Bartels und Bertolini eine Durchfahrtsstrafe auferlegt bekamen. Durch einen schnellen Boxenstopp unter Safety Car-Bedingungen ging der Matech-Ford GT in Führung und hielt diese bis zum Rennende.

Vom Rennwochenende auf dem Circuit Paul Ricard wird wohl vor allem Jamie Campbell-Walters Überholmanöver gegen zwei Konkurrenten auf der Start-Ziel-Geraden in der Schlussphase des Hauptrennens in Erinnerung bleiben. Die Rennen bewiese vor allem zwei Dinge: zum Einen, dass der Kurs es verdient hat, häufiger Rennen zu sehen und nicht nur eine reine Teststrecke zu sein; zum Anderen, dass Bartels und Bertolini im Vitaphone-Maserati immer noch so dominant sein konnten wie in der Vorjahren: Pole und ungefährdete Siege in beiden Läufen. Dabei waren die Maserati von der BoP-Änderung vor diesem Lauf am stärksten betroffen: Corvette, Ford, Aston Martin und Maserati wurden verlangsamt, letztere durch 55kg zusätzlichen Ballast.

In Spa zeigte dann der junge Deutsche Frank Kechele, zusammen mit Ricardo Zonta im Reiter-Lamborghini unterwegs, seine Fähigkeiten. Nachdem er nur zwei der vorangegangenen vier Rennwochenende bestreiten durfte, sicherte er sich mit dem zweiten Rang im Qualifikationsrennen und einem dominanten Sieg im Hauptrennen das Cockpit für den Rest der Saison.

Es folgte Chaos bei Matech: unvermittelt gab man den Abschied von Romain Grosjean bekannt, der zurück in die GP2 wollte, um sich eine weitere Formel 1-Chance zu erkämpfen. Zudem hatte es Streit im Team gegeben, Thomas Mutsch sei zu langsam gewesen, und auch mit dem für Spa eingestellten neuen Teamkollegen Neel Jani habe es Probleme gegeben. Das Schweizer Damen-Auto hatte auch nicht die erhofften Erfolge eingefahren und war bereits nach dem Lauf in Le Castellet aufgelöst worden; die neuen Kombinationen für die folgenden Rennen lauteten: Richard Westbrook/Thomas Mutsch und Neel Jani/Nicolas Prost, wobei letzteres für die letzten drei Rennwochenenden durch Nicolas Armindo ersetzt wurde.

Nach diesem Aufreger zur Saisonmitte stand der nächste Lauf auf dem Nürburgring an – und die zahlreichen deutschen Teams dominierten das Heimatrennen. Darren Turner und Tomas Enge sicherten sich die Pole Position mit vier Zehnteln Vorsprung und gewannen beide Rennen um zehn Sekunden, damit war das Young Driver-Aston Martin-Team – dessen Management sitzt zwar in Kopenhagen, doch die Fahrzeuge werden von Fischer Racing in Paderborn vorbereitet – das erste mit zwei Siegen an einem Wochenende. Dahinter zeigten sich Reiter und Phoenix stark, für letztere war es nach dem Auftaktsieg einer der wenigen weiteren Saisonhöhepunkte.

Vor dem Rennwochenende in der Algarve korrigierte die FIA das Kräfteverhältnis, dem Ford GT wurde ein vergrößerter Luftmengenbegrenzer zugestanden. Dennoch konnten Mutsch und Westbrook trotz grandioser Aufholjagd nichts gegen den Vitaphone-Maserati von Bartels und Bertolini ausrichten: nach schwacher Qualifikation fuhren sie im Qualifikationslauf von Rang 22 auf 5 vor, während Dumbreck/Krumm im Sumo Power-Nissan und Bartels Bertolini wenige Minuten vor Schluss die trotz 20kg Erfolgsballast von der Pol gestartete und bis dahin führende Phoenix-Corvette von Zuber/Hennerici schnappten. In den letzten Minuten des Hauptrennens jagte Westbrook den nach missglücktem Boxenstopp des Sumo Power-Nissan führenden Maserati, doch näher als bis auf 1,4 Sekunden kam er nicht mehr heran.

Der geplante Lauf auf dem Stadtkurs im südafrikanischen Durban, wo auch die A1GP einige Male unterwegs war, musste noch mitten in der Saison gestrichen werden, da der Kurs aus finanziellen Gründen nicht aufgebaut werden konnte. Ein adäquater Ersatz wurde in der brandneuen Strecke im spanischen Navarra gefunden. Mit der Strecke, die zwar auch über einige schnelle Kurven, überwiegend aber über enge mit sehr kleinen Radien verfügt, kamen Ricardo Zonta und Frank Kechele im Reiter-Lamborghini am besten zurecht. Damit konnten sie wichtige Punkte auf die in der Meitserschaft vorn platzierten gutmachen, denn während Bartels/Bertolini zwar mit schwerem Auto noch einige Zähler sichern konnten, ging das Wochenende für Thomas Mutsch punktelos zu Ende.

Noch härter sollte es den deutschen Fahrer/Teammanager in Interlagos treffen: durch eine unverschuldete Kollision früh im Qualifikationsrennen verloren er und Richard Westbrook (der in der Fahrer-WM wegen dem nachträglichen Einstieg aber keine Rolle spielte) jede Chance auf einen echten Eingriff in den Meisterschaftskampf. Tomas Enge und Darren Turner erhielten sich eine kleine Titelchance durch den Sieg im Qualifikationsrennen, doch im Hauptrennen wurden sie durch die schnellere Boxenarbeit des Vitaphone-Teams von Enrique Bernoldi und Gastfahrer Alexandre Negrao im zweiten – oft erstaunlich schwachen – Maserati überholt, die damit einen Heimsieg (vor allerdings spärlichem Publikum) errangen.

Es folgte das Finale auf dem grandiosen und anspruchsvollen Kurs von Potrero de los Funes nahe San Luis in Argentinien. Der Vorsprung von Bartels und Bertolini war groß, so dass die Chance auf den Titel für die engsten Verfolger Turner und Enge bereits vor dem Rennen als klein eingeschätzt werden konnte. Mit dem 17. Rang in der Qualifikation war es dann beinahe endgültig vorbei – dem Erfolgsballast geschuldet, denn die anderen drei Aston Martin fanden sich in den Top 5 wieder mit dem Young Driver-Schwesterauto nach starker Qualifikation des Lokalmatadoren Jose Maria Lopez auf Pole.

Zwar wurde der #1-Maserati früh im Qualifikationsrennen unverschuldet umgedreht und fiel weit ins Mittelfeld zurück, doch auch das änderte nichts mehr. Vorn lieferten Frederic Makowiecki und Yann Claray – nachdem sie bereits beim fliegenden Start die Führung übernommen und danach die von Stefan Mücke ausgelöste Startkollision zwischen drei Aston Martins knapp überstanden hatten – makellose Arbeit ab und siegten mit 13 Sekunden Vorsprung vor Mutsch und Westbrook im Ford GT – damit war die Meisterschaft entschieden. Im zweiten Rennen änderte sich an der Spitze nichts, jedoch gab es im Mittelfeld viele spannende Duelle und Überholmanöver zu bewundern, Michael Krumm schnappte sich vor einer der schwierigen mittelschnellen Kurven gleich zwei Konkurrenten in einer sehenswerten Aktion.

Die Meister

Michael Bartels und Andrea Bertolini sind also zum vierten Mal in Folge Fahrerweltmeister in der höchstklassigen internationalen GT-Meisterschaft. Was sie in der alten FIA GT begonnen haben, konnten sie in der runderneuerten Serie fortsetzen. Ohne die Disqualifikation von Turner und Enge in Silverstone wäre der Kampf um die Krone deutlich enger geworden; dennoch ist der Titel verdient. Von allen Fahrerduos hat dieses die meisten Konstanz bewiesen. Der MC12 wurde von Maserati für den Renneinsatz konstruiert – was im GT-Sport eigentlich unerwünscht ist – doch der Vergleich zu den drei Schwesterfahrzeugen zeigt, dass es nicht nur am Fahrzeug gelegen hat, das ja auch von der strikten Balance of Performance zurückgehalten wurde.

Die Vitaphone-Mannschaft, deren Teamchef Bartels auch ist, sicherte sich ebenso die Team-Meisterschaft, trotz der schwachen Performance des zweiten Fahrzeuges, das nur in vier der 20 Rennen Punkte sammeln konnte. Mit 195 Punkten (138 eingefahren durch die #1) reichte es am Ende deutlich, um vor den oft unauffälligen, aber relativ konstanten Hexis AMR (177) und dem Reiter-Team (155) zu bleiben.

Dessen Fahrer Frank Kechele erreichte trotz zweier verpasster Rennwochenenden einen guten sechsten Rang in der Fahrer-WM. Der von Romain Grosjean kritisierte Thomas Mutsch errang Platz 2 mit 119 Zählern, vor dem Aston Martin-Trio Makowiecki (Hexis, 105), Enge und Turner (104, Young Driver) sowie Marc Hennerici in der Phoenix Corvette, der genausoviele Podiumsplätze einfuhr, wie das Meister-Duo.

Da Aston Martin die einzige Marke ist, die durch zwei etwa gleich starke Teams vertreten wurde, ging die Konstrukteurs-Trophäe, die vom SRO, aber nicht offiziell von der FIA verliehen wird, an den englischen Sportwagenbauer mit 305 Punkten, gefolgt von Maserati mit 270. Es schwächelten vor allem Corvette (über weite Strecken der Saison nur mit drei Fahrzeugen) und Nissan, denn deren Teams  Swiss Racing bzw. Mad-Croc Racing bekamen das ganze Jahr über kaum ein Bein auf den Boden. Zudem wurden beiden Corvette-Teams sämtliche eingefahrenen Punkte für die Teamwertung abgezogen, weil beide (aus finanziellen Gründen) nicht an allen Rennwochenenden jeweils zwei Fahrzeuge einsetzen konnten.

Die Zukunft I – Neue Horizonte!

Der Kalender für das Jahr 2011 wurde auf der FIA-Weltrats-Sitzung am vergangenen Freitag beschlossen und weist einige große Änderungen auf. Ob diese der Serie nützen oder nicht vielleicht eher schaden, das wird sich im Laufe des nächsten Jahres herausstellen müssen.

Im Rahmen der 24 Stunden von Spa, die dieses Jahr als Einzelevent für Fahrzeuge der Klasse GT2, GT3 und GT4 ausgetragen wurde, trug die GT1-Weltmeisterschaft ihre Rennen am Freitag und Samstag aus. Das soll sich nun für 2011 ändern. Denn Stephane Ratel will nicht, dass sein liebstes Kind, die Weltmeisterschaft, „nur“ ein Rahmenrennen ist. Also verlegt man den belgischen GT1-Lauf auf ein anderes Wochenende und eine andere Strecke: nach Zolder. Und ob der Organisator der Serie damit einen Gefallen tut, das darf doch stark bezweifelt werden. Denn viele der GT1-Rennwochenenden in der Debütsaison waren nicht besonders gut besucht. In Spa jedoch konnte man die WM als eine Hälfte eines Doubleheaders einem großen Publikum präsentieren.

Nicht so im nächsten Jahr. Sicher ist der Grundgedanke richtig, die Weltmeisterschaft als Headliner präsentieren zu wollen. Doch noch ist die runderneuerte Serie nicht so etabliert, dass man auf das Synergiepotential verzichten könnte. So wird sich zeigen müssen, ob die Rennaction, die die Meisterschaft 2010 geboten hat, ausreicht, um 2011 die Tribünen und damit auch die Kassen zu füllen.

Das dürfte für die Zukunft auch dringend nötig sein. Viel Geld dürfte man 2010 nämlich auch nicht mit der Vermarktung von Fernsehbildern verdient haben. Doch hier tat die SRO wohl tatsächlich einen guten Schritt: man bot für alle Rennen und Qualifying-Sessions einen qualitativ hochwertigen und kostenfreien Internet-Livestream an, zudem sind alle Events „on demand“ abrufbar. Wenn man keine wirklich großen TV-Verträge aufzuweisen hat, ist das der einzig richtige Weg, eine Fanbasis aufzubauen. In Deutschland zeigte Sport 1 die Rennen nach Gutdünken manchmal live, oft aber auch nur als Aufzeichnung oder Zusammenfassung. Diese durchwachsene Berichterstattung zieht sich durch die meisten großen Märkte, der Deal mit dem Börsensender Bloomberg, der zu Saisonbeginn präsentiert wurde, passt zwar zur Zielgruppe der in der Serie vertretenen Marken, mutet aber dennoch seltsam an. Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell sich daran etwas ändern wird. Für nächstes Jahr wird man aber wohl am Stream als Hauptmedium für Live-Übertragungen festhalten, um den Bekanntheitsgrad der Serie weiter zu erhöhen.

Zurück zum Kalender: Abu Dhabi, Portimao, Navarra, Silverstone, Le Castellet und San Luis bleiben erhalten, letzteres dürfte wiederum ein Doubleheader mit der argentinischen TC2000 werden und entsprechend einige Zuschauer anlocken. Auch die übrigen Bahnen in der Liste stellen keine schlechte Auswahl dar. Vor allem in Silverstone sollte man jedoch einen Blick auf die Tribünen werfen. Sollte die Meisterschaft nicht in der Lage sein, mehr der prinzipiell motorsportbegeisterten Briten an die Strecke zu locken als 2010 – als der Kurs zugegebenermaßen noch eine halbe Baustelle war – wäre das kein gutes Zeichen. Brünn wurde zugunsten der Chinareise gestrichen, da man den Teams verständlicherweise keine zu lange Saison zumuten möchte, zehn bis elf Rennen hat Ratel als Maß für die ersten Jahre festgesetzt.

Für die angesprochene China-Reise erweitert man anscheinend die Kooperation mit der Superleague Formula, die zwar ebenfalls ansprechende Rennen bietet, aber in Fan-Kreisen aufgrund der ungewohnten Verbindung zum Fußball immer noch einen etwas zweifelhaften Ruf hat. 2010 fuhr man bereits gemeinsam auf der neuen spanischen Strecke in Navarra, 2011 wird man die Reise nach Fernost gemeinsam bestreiten, die für Ratel so wichtig ist, und Rennen  auf der einem Steppenpferd nachempfundenen Bahn in Ordos sowie dem engen Peking-Stadtkurs austragen. Da letzterer nicht von der FIA homologiert ist – wohl zurecht, wenn man sich die Bilder du Berichte vom chaotischen SLF-Event dort anschaut – wird das nur ein Showrennen außerhalb der Wertung werden. Ein Rennen in den USA wird 2011 a

December 04 2010

17:05

GT1-Saisonfinale: Rückblick Interlagos & Vorschau San Luis

Der Circuito Potrero de los Funes wäre der beste Ort für einen grandiosen Meisterschafts-Showdown, den man sich vorstellen könnte – doch die Meisterschaften sind so gut wie entschieden. Oder erwartet uns etwa doch noch eine große Überraschung?

Unabhängig von dieser Möglichkeit bleibt aber auf jeden Hall die Hoffnung auf zwei gute Rennen zum GT1-Saisonabschluss auf der pittoresken Naturrennbahn</a> (später mehr) nahe der argentinischen Stadt San Luis. In der Fahrerwertung fehlen Michael Bartels und Andrea Bertolini nach einem mit nur zwei Punkten schwächeren Auftritt in Interlagos diesmal noch sechs Zähler zur Meisterschaft. Vorausgesetzt, Tomas Enge und Darren Turner gewinnen beide Läufe. Dazu müssten die beiden Aston Martin-Piloten eine ebenso starke Form wie am vergangenen Wochenende aufweisen, als die das Qualifikationsrennen (mithilfe eines schnellen Boxenstopps) gewannen und im Hauptrennen Zweite wurden. Es siegten (vor eher spärlich vertretenem Heimpublikum) die beiden Brasilianer Enrique Bernoldi und Alexandre Negrao im zweiten Vitaphone-Maserati – und vergrößerten so das Punktepolster ihrer Teamgefährten.<span id=">

Enge und Turner überholten jedoch Corvette-Pilot Marc Hennerici und Matech-Ford-Fahrer Thomas Mutsch, die beide auf Top-Positionen liegend Kollisionen zum Opfer fielen. Hennerici konnte jedoch noch den dritten Rang im Hauptrennen herausfahren, während Mutsch nach Komplettausfall im ersten Lauf es im zweiten nicht mehr in die Punkte schaffte.

In der Teamwertung ist die Lage ähnlich: Vitaphone-Maserati liegt mit 189 Punkten deutlich vor Reiter-Lamoborghini (142) und Young Driver AMR (137). Bei noch 57 maximal einzufahrenden Punkten (falls einem Team zwei Doppelsiege gelingen) sind auch Sumo Power-Nissan (130) und Hexis-AMR (129) rein mathematisch noch im Rennen. Das Kunststück zweier Doppelsiege an einem Wochenende ist jedoch noch keinem Team gelungen und auch in San Luis aufgrund des ausgeglichenen Kräfteverhältnisses in der Serie kein realistisches Szenario.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei wie immer auch der Erfolgsballast: die Meister-in-spe Bartels und Bertolini sind nach dem mittelmäßigen Ergebnis in Sao Paulo wieder ohne Zusatzgewicht unterwegs, während die engsten Verfolger, Enge und Turner, 40kg in ihrem Aston Martin DBR9 verstauen müssen. Ebenso hart trifft es Miguel Ramos und Enrique Bernoldi im zweiten Vitaphone-MC12.

Soweit die Ausgangslage. Der GT1-Tross ist derweil weitergezogen vom größten ins zweitgrößte Land Südamerikas, von der Atlantikküste ins bergige Inland; doch Seen bleiben das Thema: in Sao Paulo fuhr man zwischen zweien, an diesem Wochenende um einen ebensolchen herum, und zwar im Krater eines erloschenen Vulkans 10km nordöstlich von San Luis. Potrero de los Funes heißen der Kratersee und die anliegende Ortschaft und als Rennstrecke dient die Perimeterstraße, die sich entlang des Hangs um das Gewässer windet.

Schon 1987 wurde dort ein Tourenwagen-Event ausgetragen, das jedoch nach mehreren Unfälle, bei denen auch Zuschauer tödlich verletzt wurden, zunächst eine einmalige Angelegenheit blieb. Erst 2008 kam man auf die Idee, die Strecke wiederzubeleben – und zwar richtig: es wurden größere Bauarbeiten vorgenommen, um einen Austragungsort für internationale Rennen zu schaffen. Um die Fia Grade 2-Lizenz zu erreichen, mussten Auslaufzonen geschaffen und an zwei Stellen, an denen das nicht in ausreichendem Maße möglich war, Schikanen eingebaut werden.

Dennoch hat die Strecke</a> aufgrund der Umgebung und ihres Ursprungs als Landstraße ein Flair, das man bei anderen modernen Rennstrecken oft vermisst, mit flüssigen Kurven und Steigungen und Senken und einer Höhendifferenz von etwa 50m. Es gibt einige langgezogene schnelle Kurven, mittelschnelle und blinde Ecken, die zwei Schikanen und die Bergauf-Serpentinen am Südende des Sees. Außerdem stehen, wie a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">diese Tourenwagen-Onboard-Runde zeigt – die Mauern stets nah an der Straße, was zum entscheidenen Faktor werden könnte, auch im Kampf um den Titel.

Die FIA GT fuhr 2008 dort, 2009 musste die Serie das Rennen wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage streichen, die argentinischen Tourenwagen nutzten die Bahn allein. Nun kehrt die runderneuerte GT1-Meisterschaft zurück. Einige Fahrer sind 2008 bereits dabei gewesen, einige nicht, jedoch freuen sich alle auf die anspruchsvolle Fahrerstrecke. Aufgrund der anspruchsvollen Mischung ist es schwierig, Favoriten unten den Herstellern auszumachen.

Im ersten freien Training waren fünf Marken auf den ersten sechs Rängen vertreten, lediglich Corvette ging das Wochenende verhalten an. Frank Kechele und der brasilianische Gaststarter Sergio Jimenez (in Interlagos für Mad Croc-Corvette unterwegs) führten im Reiter-Lamborghini die Zeitenliste an, Bartels/Bertolini fanden sich am Ende auf Rang 3 wieder.

Zwei Teams setzen an diesem Wochenende auf argentinische Piloten: All-Inkl-Lamborghini ersetzt Chritsophe Bouchut (der sich in der Interlagos-Qualifikation den seltsamen Patzer erlaubte, die karierte Flagge mehrfach zu übersehen und die weiße Linie an der Boxeneinfahrt zu überfahren, was zur Disqualifikation führte) durch Ricardo Risatti, der 2006 die spanische Formel 3 gewann und sich danach erfolglos in der GP2, der WSbR, der FIA GT und der argentinischen Tourenwagen-Meisterschaft TC2000 versuchte. Für ihn spricht jedoch, dass er aus dem Jahr 2008 bereits Erfahrung auf der schwierigen Rennstrecke hat.

Young Driver Aston Martin setzt Jose Maria Lopez an der Seite von Stammpilot Stefan Mücke ein. Der ehemalige Renault-Nachwuchs- und F1-Testfahrer hätte 2010 bei USF1 fahren sollen, woraus jedoch bekanntermaßen nichts wurde. Jedoch errang er in den beiden vergangenen Jahren den Titel in der TC2000 und hat entsprechend auch Erfahrung auf dem Circuito Potrero de los Funes. Sowohl Lopez/Mücke als auch Basseng/Risatti schafften es im ersten Training in die Top5.

Anders als sonst finden beim Saisonfinale beide Rennen am Sonntag statt. Nur die Qualifying-Session, mit der die Startaufstellung für das Qualifikationsrennen ermittelt wird, gibt es bereits heute zu sehen, und zwar um 21:15 Uhr im Livestream auf adiverser</a> <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Teams komplett überschwemmt. Außerdem ist das Feld bereits

November 26 2010

11:00

GT1-WM: Vorschau Interlagos

Der Endspurt in der Debutsaison der FIA GT1-Weltmeisterschaft steht an, mit zwei Südamerika-Rennen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden.

Alle anderen großen internationalen Rennserien haben sich mittlerweile in die Winterpause verabschiedet, sodass die GT1-WM zum Ende ihrer ersten Saison die ganze Aufmerksamkeit der Fans haben sollte. Beide Rennen sollten sich wegen der tollen Strecken auch durchaus anzuschauen lohnen. Doch bevor es Anfang Dezember nach San Luis zum aufregenden Potrero de los Funes geht, ist das brasilianische Interlagos an der Reihe, ebenfalls eine beliebte Bahn. Im Senna-S können schließlich sogar Formel 1-Boliden überholen, es dürften also an diesem Wochenende zwei spektakuläre Rennen bevorstehen.

Um den Meistertitel wird es allerdings nur dann noch einmal spannend, wenn die GT1-Dominatoren der letzten Jahre, Michael Bartels und Andrea Bertolini in ihrem Vitaphone-Maserati MC12, in Brasilien wenig bis gar nicht punkten. Denn auch bei 66 maximal noch einzufahrenden Punkten sind 35 Punkte Vorsprung viel. Schließlich werden Seriensiege, und damit eine Aufholjagd, wie sie notwendig wäre, durch den Erfolgsballast stark erschwert.

Thomas Mutsch (Matech-Ford GT), Marc Hennerici (Phoenix-Corvette) und Frank Kechele (Reiter-Lamborghini) heißen die Verfolger. Insbesondere letzterer hat in dieser Saison sein Talent mehrfach bewiesen, weswegen er auch so weit oben in der Meisterschaft dabei ist, obwohl er an zwei Rennwochenenden ausgesetzt hat. Auch ein Teamgefährt Ricardo Zonta wird bei seinem Heimrennen entsprechend motiviert sein, er geht auch davon aus, dass die Traktion und Motorleistung seines Wagens besonders auf der langen Bergauf-Start/Ziel-Passage ihm und seinen Markenkollegen zum Vorteil gereicht. In der Teamwertung hat Reiter auch noch realistische Chancen auf den Titel, bei nur 18 Punkten Rückstand auf Vitaphone. Hier zählen selbstverständlich auch die zweiten Fahrzeuge der Teams, und bei Vitaphone sitz in diesem mit Enrique Bernoldi ein weiterer Lokalmatador.

Weitere Würze bekommt das Duell dieser beiden Teams dadurch, dass sowohl die #1, das Vitaphone-Topauto, als auch die #25 von Kechele/Zonta mit je 40kg Zusatzgewicht die schwersten Fahrzeuge im Feld sind, während die zweiten Wagen beider Teams mit Normalgewicht unterwegs sein werden – also ein Kampf auf Augenhöhe. Gut möglich aber, dass sich ganz vorne auch wieder andere Teams blicken lassen werden, etwa die Young Driver-Aston Martin, die Pilot Nygaard wegen der langgezogenen, schnellen Kurven im Vorteil sieht, die Sumo Power-Nissan und Matech-Ford GT. Denn letztere sind nach dem desaströsen Hauptrennen in Navarra wieder ohne Ballast unterwegs und haben noch Rang 3 der Teamwertung in Reichweite, während der mathematisch auch noch erreichbare Fahrertitel für Mutsch wohl eher unrealistisch ist.

Die Rennen starten am Samstag um 17:30 Uhr und Sonntag um 18 Uhr deutscher Zeit und sind auf Sport 1 oder, mit jeweils viertelstündiger Vor- und Nachberichterstattung, im Livestream auf der Homepage der Rennserie zu sehen.

October 05 2010

16:00

ALMS: Analyse Petit Le Mans 2010

In Silverstone hatte Audi eine deftige Niederlage gegen Peugeot einstecken müssen. Beim Abschlussrennen der ALMS in Road Atlanta konnte man aber lange dagegen halten.

Das Petit Le Mans hat mittlerweile eine richtige Tradition. Zum Ende der Prototypen-Saison treffen sich noch einmal alle in den USA um den letzten Sieg der Saison auszufahren. Die Strecke ist etwas kurz, aber durchaus sehr anspruchsvoll, vor allem die “Esses”, diese geschwungenen bergab/bergauf Kurven haben es in sich. Da der Vollgasanteil auf der Strecke relativ hoch ist, galten die Peugeot von Anfang an als Favoriten. Die haben dem 908 auch mittlerweile den Defektteufel ausgetrieben, der sie noch in Le Mans heimgesucht hat, indem sie die Titan-Pleuelstangen gegen welche aus Stahl eingetauscht haben. Erstaunlicherweise war Audi im Rennen aber längst nicht so unterlegen, wie man zunächst dachte. Bis zur siebten Stunde des Rennens war der Kampf um den Sieg offen. In der GT2 entschied sich alles erst in der letzten Runde.


LMP1
In der Quali hatten beide Peugeot die Audi R15 hinter sich gelassen, doch schon am Start zeigt mal wieder McNish, das ein Rennen eben etwas anderes ist. Schnell schnappte er sich Montagny und hetzte Marc Gene hinter her, der sich aber leicht absetzen konnten. Zwei Runden später schnappte sich auch Montagny wieder den zweiten Platz. Hinter McNish hatte sich zunächst der sehr schnelle Intersport Lola mit dem bärenstarken AER Motor festgesetzt, während es Marcel Fässler etwas ruhiger anging. Nach 20 Minuten gab es die erste Gelbphase, die Peugeot dazu nutzte, Marc Gene reinzuholen, während Montagny draußen blieb. Offenbar wollte man die Strategie schon früh aufteilen, um mehr Optionen zu haben. Audi beließ erst einmal beide Fahrer draußen, die dann auch die Spitze übernahmen. Erstaunlicherweise konnten sich die Audis zweitweise vorne ganz leicht absetzen. Normalerweise pendelte der Abstand zwischen den Top Teams immer zwischen 2 und 10 Sekunden, aber zwischenzeitlich wurde es zu viel, als dass man davon ausgehen konnte, dass Peugeot den Abstand nur kontrollierte. Vor allem der zweite Peugeot drohte bei einem Abstand von mehr als 50 Sekunden fast eine Überrundung, da die Rundenzeiten in Road Atlanta ja nur 70 bis 75 Sekunden betragen. Es sah also gut aus für Audi.

Doch dann kam die dritte Stunde und während eines Überrundungsvorgangs kam Andre Lotterer von der Ideallinie in den Esses ab. Auf der schmutzigen Spur in den Esses konnte er den R15 nicht mehr halten und blieb mit dem Splitter an einem Curb hängen. Die ganze Front zersplitterte, dazu der Unterboden. Damit war ein Audi schon aus dem Spitzenkampf raus, auch wenn er nach einer länglichen Reparaturzeit wieder auf die Strecke ging.

In der Folgezeit tat sich vorne nicht viel und beide Werkswagen hielten, je nach Boxenstopp die Führung. Erstaunlich blieb aber die Tatsache, dass der R15 auch auf der Distanz mit den 908 mithalten konnte, und nicht, wie befürchtet, von der Pace der Peugeot nieder gemacht wurde. Zwischenzeitlich hatten die Franzosen die zunächst gesplittete Taktik wieder aufgehoben und so drehten alle drei Führungsfahrzeuge ihre Runden.

Das änderte sich erst in Stunde 6 bei einer weiteren Caution. Audi kam zum Stopp rein, Peugeot ließ aber beide Wagen draußen und hielt damit die Spitze. Und plötzlich gasten beide 908 richtig an und bauten den Vorsprung aus. Dazu kam, dass etliche Caution folgten, die es Peugeot erlaubten wieder “in sequenze” mit dem Stopp des übriggebliebenen Audi zu gehen. Damit war die Sache dann tatsächlich entschieden. In den letzten zwei Stunden zogen die 908 an der Spitze weg und Audi blieb am Ende nur der dritte Platz. Auch wenn es auf den ersten Blick nach einem mutigen Manöver von Peugeot aussah, am Ende konnte man gewinnen, weil Audi mangels eines zweiten Wagens in Reichweite zur Spitze, die Strategieoptionen ausgingen. Man konnte daran auch schön sehen, warum man eigentlich bei einem Langstreckenrennen noch einen dritten Wagen braucht.

Der Rest der LMP1 Wagen hatte natürlich keine Chance. Der Lola seiner Lordschaft litt unter dem Problem, dass der eigentlich eingeplante Emanuele Pirro im Training einen so heftigen Abflug hatte, dass die Ärzte ihm einen Start im Rennen verboten hatten. Also mussten sich Lord Drayson und der arme Johnny Cocker das Cockpit teilen, wobei Cocker gefühlt 8 der 9 Stunden unterwegs war. Familie Fields mit dem Intersport Lola mühte sich redlich, und erstaunlicherweise hielt man lange den vierten Platz. Dabei musste man sich gegen Ende des Rennens, als der Lola ein paar Schwächen zeigte, mit dem Highcroft ARX der LMP2 auseinandersetzen, der auf der Langstrecke mal wieder ein sein Tempo bewies. Zwar hatte der ARX in den letzten Rennen der ALMS mit Problemen zu kämpfen, aber in der reinen LMP2 Klassifizierung nach ACO-Regeln sah die Sache anders aus. Einziger Gegner in der LMP2 wäre vielleicht noch der Porsche RS Spyder gewesen, doch kämpfte vom Start weg mit massiven Elektrik Problemen, die dazu führten, dass der Motor im gesamten Rennen nur auf sieben Zylindern lief. Das man es dennoch auf den zweiten Platz in der Klasse schaffte, ist schon fast so etwas wie ein Sieg. Pech hatte der Dyson Lola/Mazda, der Mitte des Rennens in der Box verschwand und nicht mehr auftauchte. Auch der orangefarbene Autocon Lola musste schon früh die Segel streichen. So erlangte der unauffällig fahrenden, schon betagte Pescarolo P01 mit dem Judd-Motor den dritten Platz in der LMP1.

In der LMPC ging es hoch her, aber vor allem, weil alle (!) Orecas mit massiven Problemen zu kämpfen hatte. Die gesamte Klasse löste sich nach und nach komplett auf. Zwar kamen alle ins Ziel, aber vier der LMPC landeten in der Wertung noch hinter den GTC-Porsche. Nur der Oreca mit u.a. Marco Werner am Steuer kam fast durch, am Ende konnte der aber auch noch fahren, weil man alle Runden literweise Öl in den Motor kippte. Allerdings muss man fairerweise hinzufügen, dass der Oreca auch nicht für 10 Stunden Rennen gebaut ist.

GT-Klasse
Was für ein Rennen in der GT2. Egal, was für Ideen man mit der Klasse auch hat – einfach vergessen. Die Balance of Performance Einstellungen der ALMS stimmen haargenau, wie man schon die ganze Saison sehen konnte, nur beim BMW könnte man vielleicht noch etwas nachjustieren, aber angesichts der Tatsache, dass es den Münchner trotz des fehlenden Top Speed gelang, die Konstrukteurs-Meisterschaft zu gewinnen, wird die Konkurrenz das anders sehen.

Aber was soll man zu einem knapp 10 Stunden Rennen sagen, in dem sich sechs Wagen von drei Herstellern über die gesamte Zeit im Sekundenabstand um den Kurs hetzen? Es war Wahnsinn, was die beiden Risi-Ferrari, beide Corvette, ein BMW und ein Porsche da ablieferten. Die Positionen wechselten derartig oft und schnell, dass man nicht mehr hinterher kam, teilweise lag man zu Dritt nebeneinander auf der Geraden, ein vierter Konkurrent dann noch im Windschatten. Es war atemberaubend, was die GT2-Teams da zeigten, vor allem auch an der Box, wo alle Teams fehlerlos arbeiteten. Nur Risi hatte Pech mit beiden Wagen. Die #62 mit Bruni/Vilander hatte früh im Rennen einen Strafstopp, weil den Ford GT unsanft von der Strecke geschubst hatte. Einen weiteren Strafstopp kassieren unglücklicherweise Fisichella/Melo/Salo, die dann leider nicht mehr nach vorne kamen. Immer dabei, aber eher zurückhaltend unterwegs war der Flying Lizard Porsche mit Bergmeister/Long, die den Wagen aber auch unbedingt ins Ziel bringen musste, damit sie die Meisterschaft gewinnen konnten. Dementsprechend hielten sie sich aus allen Scharmützeln raus.

Richtig rund ging es in der GT aber erst in der letzten Runde. Nachdem sich das Feld in den letzten 100 Minuten des Rennens ein wenig auseinander gezogen hatte, brach in den letzten 15 Minuten plötzlich das Chaos los. Seit der letzten Caution war schon einige Zeit ins Land gezogen und offenbar mussten alle noch einmal an die Box. Ein schneller Splash & Dash war also angesagt und das Klassement purzelte wild durcheinander. Irgendwie schaffte es der Ferarri mit Bruni am Steuer vorne zu bleiben, aber in der letzten Runde, auf der letzten Geraden, ca. 500 Meter vor der Zielflagge, ging ihm der Sprit aus. Oliver Gavin in der Corvette holte sich so den Sieg und weil der zweite BMW sich auf Platz vier ins Ziel schleppte, konnten die Münchner auch die Konstrukteurs-Meisterschaft holen. Bei den Fahrern gewann allerdings Bruni die Meisterschaft.

BMW hatte etwas Pech, weil man den nominell schnelleren Wagen mit Müller/Hand/Priaulx schon früh verlor, weil sich an der Box der Anlasser verabschiedete. Auch die beiden Ford GT verschwanden schnell nach hinten, wobei man sagen muss, dass die #04 zweimal ohne eigenes Verschulden in die Wiese geschickt wurde. Die beiden Jaguar waren schon vor innerhalb der ersten Rennhälfte verschwunden, der durchaus mit Interesse erwartete neue Panoz Abruzi tauchte gar nicht erst auf, weil er nicht fertig geworden war.

Und dann war da noch der Porsche 911 Hybrid, der ab 2011 ja die komplette Saison fahren wird. Die ALMS hatte den Wagen ohne Beschränkung an den Start gelassen, ihn dafür aber listigerweise in eine eigene Klasse gesteckt. So fuhr er mehr oder weniger außer Konkurrenz. Leider hatte er schon zu Beginn des Rennens zwei Reifenschäden vorne links und fiel schnell drei Runden zurück, von denen man nur eine aufholen konnte. Es wäre schön gewesen, den Hybrid im Kampf der GT2 zu sehen, aber er zeigte von den Rundenzeiten schon mal, dass da im nächsten Jahr einiges gehen wird. Immerhin hielt die Technik auch durch.

Es war also ein regelrecht dramatisches Rennen, was da stattgefunden hatte, und wie immer bewies das Petit Le Mans, dass es ein würdiger Abschluss der Saison ist und das Langstreckenrennen eben ihre eigenen Gesetze haben.

Für die Saison 2011 gibt es wohl auch einige Neuigkeiten, die aber noch nicht komplett bestätigt sind.

- Es ist noch nicht klar, ob Audi und Peugeot die gesamte ALMS-Saison bestreiten werden, oder ob man nur die Rennen im Rahmen der inoffiziellen Weltmeisterschaft (Le Mans International Cup) fahren wird. Laut Speed sucht Audi für den Einsatz des R18 Partner in den USA und ganz oben auf der Liste steht wohl das Highcroft Team. Ob das aber passiert, ist eine andere Sache.

- Aston Martin wird seine neuen LMP1 wohl nur in der LMS starten lassen.

- Ebenfalls ungeklärt ist die Frage, ob BMW mit dem M3 weiterhin antreten wird. Die Entscheidung richtet sich ja nach dem Einsatz in der DTM. Der gewonnene Titel könnte allerdings für einen Verbleib in der ALMS sprechen.

- Ferrari wird den neuen 458 in der GT2 an den Start bringen.

- West Racing wird mit zwei Lamborghini Gallardo die GT2 bevölkern.

- Für die GTC gibt es Überlegungen der ALMS die Serie für andere Hersteller zu öffnen. Bisher ist es eine reine Porsche Meisterschaft, aber offenbar gibt es Gespräche zwischen der Serie und Audi, den R8 GT3 in die Serie zu bringen.

- Kalender 2011
19.03 Sebring 12 Stunden
16.04 Long Beach 100 Minuten
09.07 Lime Rock Park 2:45 Stunden
31.07 Mosport 2:45 Stunden
06.08 Mid-Ohio 2:45 Stunden
21.08 Road America 2:45 Stunden
03.09 Baltimore 2:45 Stunden
17.09 Laguna Seca 6 Stunden
15.10 Road Atlanta 1.000 Meilen

Auffällig ist die lange Pause zwischen den Rennen in Long Beach und Lime Rock. Aber da nimmt man Rücksicht auf den LMS-Kalender, da im Mai sowohl die 1000km von Spa, als auch die wieder eingeführten Testtermine in Le Mans sind.

Das war es dann in diesem Jahr schon mit der ALMS, deren Saison gefühlt immer etwas zu kurz ist. Ein weiteres Rennen später in der Saison wäre schön, aber immerhin hat man das Petit Le Mans 2011 schon auf Mitte Oktober gelegt.

ALMS_Petit_2010_3 ALMS_Petit_2010_1 ALMS_Petit_2010_2 ALMS_Petit_2010_4 ALMS_Petit_2010_5 ALMS_Petit_2010_6 ALMS_Petit_2010_7 ALMS_Petit_2010_8 ALMS_Petit_2010_9 September 30, 2010, Atlanta, GA, USA Petit LeMan ©2010, Walt Kuhn, USA September 30, 2010, Atlanta, GA, USA Petit LeMan ©2010, Walt Kuhn, USA petit_stunde9 petit_stunde8 petit_stunde7 petit_stunde6 petit_stunde5 petit_stunde3 petit_stunde1

August 27 2010

06:00

Sportwagen-Vorschau: GT-Serien am Nürburgring, ALMS im MoSport Park

Der Nürburgring bietet an diesem Wochenende ein sehr gut gefülltes Wochenende voller spannender Rennserien, die ALMS geht auf der grandiosen MoSport-Bahn an den Start.

Das Aufgebot an Rennserie, das es an diesem Wochenende am Nürburgring zu sehen gibt, ist gewaltig: Hauptdarsteller ist die FIA GT1-Weltmisterschaft mit ihren zwei Rennen, daneben sind drei der vier Serien des ADAC Masters-Weekends dabei: GT Masters, Formel 3 Cup und Formel Masters, nur für die Tourenwagen der Procar war im Zeitplan kein Platz mehr. Und dann treten auch noch der GT4 Euro Cup und die niederländische GT4-Meisterschaft in einem gemeinsamen Lauf an, der um die 30 Fahrzeuge umfassen soll. Elf Rennen sind damit insgesamt zu bewundern, die freien Trainings der ADAC-Serien starteten bereits am Donnerstag

GT1-Weltmeisterschaft

Einen spektakulären Wechsel gab es seit dem letzten Rennen: Romain Grosjean hat das Matech-Team verlassen und wird von Nicolas Prost ersetzt. Der junge Franco-Schweizer brillierte zu Saisonbeginn in Abu Dhabi und fuhr auch danach mit seinem Teamkollegen Thomas Mutsch einige Male gute Ergebnisse ein: so reichte es zu einem weiteren Sieg im Hauptrennen von Brünn und dem zweiten Rang in der Meisterschaft.

Doch Grosjean hatte das Gefühl, das Mutsch ihm zu langsam sein und bessere Ergebnisse verhindere (beispielsweise in Le Castellet war Mutsch schwächer unterwegs) und so gab es hinter den Kulissen Streit, die Team-Zusammensetzung wurde mit der Auflösung des Damen-Autos geändert, neuer Co-Pilot wurde Neel Jani. Die Ergebnisse in Spa waren trotzdem desolat – nur die Ränge 20 und 14 konnten sie in den beiden Rennen erreichen, wieder soll es Streit gegeben haben.

Nun verlässt Grosjean trotz durchaus noch realistischer Meisterschaftschancen die Sportwagen-Serie und versucht, wieder im Umfeld der Formel 1 Fuß zu fassen, und zwar mit einem Engagement beim  DAMS-Team für die restlichen Saisonrennen 2010 und Hoffnung auf ein besseres Cockpit im nächsten Jahr.

Die GT1-WM verliert dadurch ein Zugpferd, Matech büßt eine seiner zwei Speerspitzen im Kampf um die Fahrer-WM ein, bleibt noch Mutsch, der mit Richard Westbrook auch nach dem Wechsel einen starken Teamkollegen hat. Das ist für Matech besonders ärgerlich, da die Titelchancen in der Fahrerwertung höher einzuschätzen waren als in der Teamwertung, wo man dank des schwachen bzw. gar nicht erst angetreten zweiten Wagens deutlich hinter Vitaphone Racing weiter zurückliegt.

Das Rennen markiert nach neun Jahren in Oschersleben (und einem Rennen in Hockeheim) die Rückkehr der FIA GT bzw. GT1-WM auf die Traditionsstrecke in der Eifel. Beim letzten Auftritt der Serie hier waren es noch Lister Storm, Chrysler Viper und Ferrari 550 Maranello, die das Renngeschehen bestimmten, von daher ist es schwer zu sagen, wem die Strecke am besten liegt. Vitaphone dürfte wieder stark sein, nachdem man nach dem mäßigen Spa-Ergebnis (dank frühem Ausfall im Qualifikationsrennen) den Erfolgsballast wieder los ist, mit den Serienmeistern Bartels und Bertonlini sollte man also wieder rechnen, so nicht nochmal ein technisches oder sonstiges Problem dazwischenkommt.

Und dann ist eben die Frage, ob sich Richard Westbrook und Thomas Mutsch dagegen behaupten können, um Mutsch eine Meisterschaftschance zu eröffnen. Frank Kechele und Ricardo Zonta, die in Spa die Plätze zwei und eins einfuhren, sind zwar auch ein enorm starkes Duo, aber dank des Top-Ergebnisses ist ihr Reiter-Lamborghini recht stark benachteiligt. Eine Chance auf die Meisterschaft hben die beiden leider kaum noch, weil sie bisher jeweils nur an drei Rennwochenende starten durften, obwohl sie dabei stets Top-Ergebnisse einfuhren. Aber die so entstandenen 37 (Kechele) bzw. 41 (Zonta) Punkte Rückstand sind gegen das Vitaphone-Topduo trotz des großzügigen Punktesystems schwer aufzuholen.

Zum Deutschlandauftritt der Weltmeisterschaft überträgt Sport 1 auch einmal ausnahmsweise beide Läufe in voller Länge live: das Qualifikationsrennen am Samstag ab 14 Uhr, das Hauptrennen am Sonntag ab 15 Uhr, Start ist jeweils eine Viertelstunde nach Beginn der TV-Sendung. Wahlweise kann man die Rennen auch im Livestream auf a

August 16 2010

02:40

Analyse: ADAC GT Masters in der Lausitz

Weder im Regen am Samstag, noch bei blauem Himmel am Sonntag konnte einer der Konkurrenten etwas gegen Peter Kox und Albert Prinz von Thurn und Taxis im Reiter-Lamborghini ausrichten.

Albert von Thurn und Taxis hatte die Pole fürs Samstagsrennen geholt, Peter Kox die für das am Sonntag, nach dem mäßigen Assen-Wochenende von den lästigen Erfolgsgewichten erlöst konnten die beiden zunächst völlig frei auffahren. Im nassen Rennen 1 münzte der Fürst die Pole in eine Führung um, die die beiden bis zum Rennende nicht mehr abgeben sollten. Luca Ludwig und Christopher Mies, die in der Meisterschaft die ärgsten Verfolger des Reiter-Duos sind, konnten mit ihrem um 50kg schwereren Audi mithalten, am Ende gewann Kox nur deshalb mit „nur“ knapp neun Sekunden Vorsprung, weil er schon früh das Tempo herausnahm und auf leicht abtrocknender Strecke die Regenreifen schonte.

Das Mühlner-Team, für das Tim Bergmeister noch im Meisterschaftsrennen war, schickte dessen Teamkollegen Frank Schmickler für die zweite Rennhälfte mit Slicks zurück auf die Bahn, was sich als Fehlgriff erwies, man blieb punktelos. Überhaupt war das Rennen für Porsche ein Desaster, bester 911er war das a-workx/Wieth-Auto mit Asch/Kentenich auf Platz 9, während die Audi-Phalanx die Ränge 2 bis 6 vor den Callaway-Corvettes einfuhr.

Kurios: nach Ablauf des Boxenstoppfensters schien es zunächst so, als müssten neun Fahrzeuge wegen Unterschreitens der Boxenstopp-Mindestzeit eine Durchfahrtsstrafe antreten. Diese wurden aber noch während des Rennens wieder zurückgenommen, da es sich um ein Problem mit den Zeitschleifen handelte (wie man mir freundlicherweise a

August 04 2010

15:58

Sportwagen: Am Vorabend eines Krieges?

Die GT-Serien von FIA und SRO waren in Spa unterwegs, am kommenden Wochenende fährt die ALMS in Mid-Ohio und die Grand-Am in Watkins Glen. Aber wichtiger ist momentan das Gesamtbild: was geschieht in den nächsten Jahren mit dem Sportwagen-, insbesondere mit dem GT-Motorsport?

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute vor den Rennanalysen (ich habe auch leider fast nichts aus Spa sehen können) und ALMS-Vorschau erstmal die Frage diskutieren, wo eigentlich der Sportwagen-Motorsport momentan hinsteuert. Denn der Streit zwischen dem Automobile Club de l‘Ouest (ACO), der seit jeher die 24h von Le Mans und in den letzten Jahren auch die zugehörigen Serien organisiert, und Stéphane Ratels SRO Motorsports Group, die für die aufstrebenden FIA- und nationalen GT-Serien verantwortlich zeichnen, wird mit der neuen GT2-Serie der SRO 2011 weiter vertieft werden. Auf beiden Seiten herrscht eine unterschiedliche Auffassung davon, wie Sportwagenrennen aussehen sollten, dazu kommt entsprechend eine sture Haltung des Selbst-bestimmen-Wollens.

Außerdem möchte in einer Zeit, in der der GT-Sport einen Boom erlebt, jeder, der in diesem Bereich Rennen veranstaltet, möglichst viel von diesem Kuchen abhaben. Jeder möchte sein eigenes Regelwerk aufstellen, möglichst viele Fahrzeuge in der eigenen Teilnehmerliste haben und über eine gelungene Vermarktung viele Zuschauer und entsprechend viel Geld damit herausschlagen.

Die GT1-Klasse hat bereits „die Seiten gewechselt“: einst eine starke und beliebte, aber zu teure Klasse bei den 24h von Le Mans, wo man in den 90er Jahren um Gesamtsiege mitfuhr, wurden diese Fahrzeuge nun für 2011 von der Sarthe verbannt, während (bzw. weil!) die aus der FIA GT-Meisterschaft hervorgegangene GT1-Weltmeisterschaft von SRO und FIA dagegen ein recht gutes erstes Jahr erlebt. Man hat ein volles Starterfeld mit sechs unterschiedlichen Herstellern, mit dem privat aufgebauten Alpina-BMW hat sich für nächstes Jahr auch bereits Zuwachs angekündigt.

Das Reglement ist Geschmackssache. Mit „Gran Tourismo“ im Wortsinne haben die einstündigen Rennen nichts mehr gemein, dank Balance of Performance und Erfolgsgewichten herrscht Gleichmacherei in einer Kategorie, deren Stärke eigentlich gerade die Diversität ist. Auf der Plus-Seite bekommt man so TV-taugliche und spannende Rennen sowie eine knappe Meisterschaft.

Nächstes Jahr wird sich dieser Kampf auf die GT2 ausweiten. Stéphane Ratel hat am Rande der 24h von Spa azukünftige Ausrichtung</a>: das bisher sehr enge, weil auf Kosteneinsparung und Chancengleichheit ausgerichtete, technische Reglement soll modernisiert und etwas aufgelockert, die klobigen Daytona Prototypes auch optisch attraktiver werden. Unabhängig von potentiellen Reglements-Änderungen wird Dyson Racing bereits ab dem nächsten Rennen auch nach mehrjähriger Pause wieder in die DP-Serie a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">einsteigen, man betont allerdings, dass der ALMS-Einsatz weiterhin Priorität habe.

Reglements-Modernisierung und -Auflockerung sollen sich auch auf die GT-Klasse beziehen, die so noch mehr internationale Hersteller anziehen soll. Man möchte die GT3-Fahrzeuge von Audi, Mercedes und Co anlocken, nachdem aktuell Mazda, Porsche und Pontiac das Gesicht der Klasse bestimmen. Eine Kooperation mit der FIA ist dabei nicht undenkbar, nachdem Jean Todt ja bereits Anfang Juli in Daytona war, als dort neben der NASCAR auch die Grand-Am fuhr.

Und dann ist da auch noch diese noch nicht näher spezifizierte Kooperation zwischen DTM und Grand-Am und die Frage, wie denn nun das aoffiziellen Stream</a> zu sehen, für den man sich im Vorfeld a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">anmelden muss. Wer das schon für die 6h von Laguna Seca getan hat, brauch sich für den Service nicht noch einmal zu registrieren. Und auch wer zum Live-Schauen keine Zeit hat, kann sich anmelden, denn man kann die gestreamten Rennen dort auch on-demand nachträglich schauen.

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl