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November 05 2013

08:00

NASCAR: Analyse Texas November 2013

In überragender Manier sicherte sich Jimmie Johnson seinen ersten Sieg auf einem Intermediate-Oval in dieser Saison. Sein Meisterschaftsrivale Matt Kenseth konnte mit einem vierten Platz nach Schwierigkeiten im Rennen noch Schadensbegrenzung betreiben.

AAA Texas 500Jimmie Johnson hatte am Sonntagabend allen Grund zu jubeln, denn er konnte auf einer der Paradestrecken seines Meisterschaftskonkurrenten Matt Kenseth diesem die Stirn bieten und sich in dominanter Art und Weise seinen sechsten Saisonsieg sichern. Kenseth hingegen musste sich mit einem vierten Platz zufrieden geben, hinter dem ewigen Zweiten Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano. Somit geht Johnson als Führender in die letzten Rennen, mit sieben Punkten Vorsprung vor seinem einzigen verbleibenden Meisterschaftskonkurrenten Kenseth. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist der Traum vom Titel unterdessen zerstört.

Die beste Startposition für das AAA Texas 500 sicherte sich Carl Edwards vor seinem Markenkollegen und Vorjahreschampion Brad Keselowski. Die Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson und Matt Kenseth stellten ihre Autos auf den dritten bzw. sechsten Platz. Der Start in die 334 Runden erfolgte gegen 21:20 Uhr und Pole-Sitter Edwards konnte sich vorerst an der Spitze durchsetzen. Diese war er allerdings bereits nach zehn Runden an die #48 von Jimmie Johnson los. Dieser konnte dann immerhin die nächsten sechs Runden unter Vollgas absolvieren, ehe die berühmte Debris für die erste Caution des Abends sorgte. Bei den ersten Boxenstopps schaffte es Carl Edwards, sich erneut die Spitzenposition vor Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zu sichern. Nach dem Restart konnte Edwards erneut einige Runden an der Spitze drehen, ehe Johnson diese wieder übernahm.

Nach der ersten Gelbphase gab es viele Runden unter grün und es stellte sich heraus, dass Carl Edwards sein Auto ziemlich loose eingestellt hatte und so besonders auf älteren Reifen mit starkem Übersteuern und einigen Querstehern zu kämpfen hatte. Für die #99 kam in Runde 58 schließlich die erhoffte Pause, als Kyle Busch sein Auto in Kurve drei in die Mauer setzte. Bei den anschließenden Boxenstopps konnte Carl Edwards sich erneut die Führung von Johnson zurückholen, während Matt Kenseth aufgrund eines schlechten Stopps vier Plätze verlor. Nachdem der Restart wegen Debris auf der Strecke verzögert werden musste, konnte das Rennen in Runde 65 wieder aufgenommen werden. Erneut holte sich Jimmie Johnson nach wenigen Runden die Führung von Edwards.

Dann kam die 75. Runde und das Ende aller Meisterschaftschancen von Jeff Gordon. An der #24 platzte eingangs Kurve eins der Vorderreifen und schickte das Fahrzeug geradewegs in die Mauer. Danach verlor der Chevrolet noch einige Teile und Gordon musste die #24 in die Garage stellen. Bei den folgenden Boxenstopps setzte sich Brad Keselowski in Front, da er sich nur zwei frische Reifen holte. Hinter ihm sortierten sich Edwards und Johnson ein. Nach der Wiederaufnahme des Rennens konnte Keselowski zunächst seine Führung behalten, doch schon nach wenigen Umläufen kam Jimmie Johnson wieder mal in großen Schritten näher und setzte sich schließlich an der #2 vorbei. Unterdessen hatte Carl Edwards weiter mit einem extrem übersteuernden Fahrzeug zu kämpfen und verlor an Boden auf die #48.

Ab Runde 120 standen dann die ersten Boxenstopps unter grün an und nach weiteren fünf Umläufen entschloss sich auch Jimmie Johnson dazu, sich frische Reifen und Benzin zu holen. Nachdem Kenseth sich seine erste Führungsrunde holte, kam auch er zu seiner Crew und ordnete sich auf dem zweiten Platz wieder ein. Die Piloten spulten nach den Stopps ihre Runden ohne bemerkenswerte Zwischenfälle ab und so standen nach circa 160 gefahrenen Umläufen die nächsten Stopps unter grüner Flagge an. Nicht gerade überraschend konnte sich hier Jimmie Johnson erneut durchsetzen, doch für die #20 drehte sich das Rennen. Bei der Ausfahrt aus der Box war Matt Kenseth zu schnell und musste als Strafe noch einmal durch die Boxenstraße fahren. Die #20 verlor dadurch fast eine Runde und sortierte sich auf dem 14. Platz wieder ein.

Bis zum 189. Umlauf dauerte es, bis die von Matt Kenseth herbeigesehnte Caution aufgrund von Öl und Debris auf der Strecke ausgelöst wurde. Bei den Boxenstopps konnte Jimmie Johnson den ersten Platz erneut behaupten, vor Kyle Busch und Joey Logano. Johnson fuhr nach dem Restart wieder einsam seine Kreise um die Konkurrenz und Logano konnte mit dem zweiten Platz erneut überzeugen. Unterdessen musste Pole-Sitter Carl Edwards seinen Ford mit Motorproblemen in die Garage stellen. Für Matt Kenseth hingegen lief es wieder besser, er arbeitete sich stetig nach vorne in Richtung Johnson und fand sich schnell auf dem siebten Platz wieder.

Um Runde 240 standen auch schon wieder die nächsten Stopps unter grüner Flagge an, bei denen Matt Kenseth den Anfang machte. Kurz nach der #20 besuchte auch Jimmie Johnson seine Pitcrew. Johnson ging auf Nummer sicher und musste sich nach seinem Stopp hinter Brad Keselowski einordnen, der sich inzwischen die Spitzenposition übernommen hatte. Doch die #48 konnte auf neuen Reifen dem restlichen Feld wieder auf und davon fahren und erlangte just vor dem Fallen der fünften Caution wieder die Führung. Die fünfte Gelbphase des Abends in Runde 257 wurde durch den rechten Vorderreifen an der #42 ausgelöst, als sich dieser in seine Einzelteile zerlegte. Bei den Boxenstopps setzte sich die #48 erneut gegen Kyle Busch und Joey Logano durch und beim anschließenden Restart fuhr Jimmie Johnson dem Rest wieder auf und davon.

Knapp 40 Runden vor Schluss holten sich alle Piloten zum letzten Mal frische Reifen und die letzten Tropfen Benzin. Kyle Busch war auf Platz drei liegend zu schnell in der Boxengasse und musste diese anschließend als Strafe noch mal durchfahren. Besser lief es da für Dale Earnhardt Jr., der bei den Stopps nicht nur an Matt Kenseth, sondern auch an Joey Logano vorbei ging und sich so auf Platz zwei schieben konnte. Danach waren die Positionen bezogen und Jimmie Johnson holte sich, wie auch letztes Jahr, den Sieg im Herbstrennen von Texas. Zudem ist es sein sechster Saisonsieg, den er mit 255 Führungsrunden eindrucksvoll einfuhr. Matt Kenseth sorgte am Ende noch mit einem vierten Platz für Schadensbegrenzung, nachdem er im Rennen eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse absolvieren musste. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist hingegen jede Chance auf den Titel vernichtet, da Harvick als Dritter nun bereits 40 Punkte Rückstand angesammelt hat. Matt Kenseth geht als einzig verbleibender Konkurrent von Johnson um den Titel mit sieben Punkten Rückstand in das vorletzte Rennen auf dem Phoenix International Raceway.

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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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October 08 2013

05:44

NASCAR: Analyse Kansas Chase 2013 – Chrash, boom, bang

Eine regelrechte Caution-Orgie sorgte für ein interessantes Rennen der NASCAR. Und dann brannte auch noch ein Busch. Allerdings ein richtiger, nicht einer der Brüder.

Hollywood Casino 400Kalte Temperaturen, eine neue Asphaltdecke und mal wieder Reifenprobleme von Goodyear sorgten auf dem Oval in Kansas für einen sehr abwechselungsreichen Renntag, bei man allerdings ein wenig Geduld mitbringen musste. Denn 15 Cautions waren dann doch etwas viel für ein Rennen, auf der anderen Seite beschweren wir uns das halbe Jahr über langweilige 1,5-Meilen-Ovale, auf denen nichts los ist. Dann doch lieber etwas mehr Abwechslung, wobei einige Unfälle wirklich nicht schön aussahen. Der Spannung im Chase hat das Rennen ein wenig geholfen.

Schuld an den ganzen Cautions der NASCAR waren, glaubt man den Fahrern, zu einem großen Teil die Reifen. Goodyear hatte zum dritten Mal in diesem Jahr die sogenannten “Zone Tread”-Reifen für die linke Seite mit nach Kansas gebracht. Auf dem neuen, eher rutschigen Asphalt geben die Reifen etwas mehr Grip, was die Belastungen auf der rechten Seite etwas reduziert. Dadurch entstand aber wohl ein neues Problem, was sich meist ausgangs der Kurven zeigte. Sobald der Druck am Ausgang der Kurve auf die rechte Seite wieder etwas nachließ, neigten die Autos zum Übersteuern, was diverse Dreher verursachte. Praktisch jeder Fahrer hatte mindestens einen “close call”.

Aber ganz schuldlos waren die Fahrer auch nicht. Gleich in der ersten Runde erwischte es Danica Patrick, die in der ersten Kurve rechts abbog und ziemlich heftig in die Safer Wall einschlug. Der Wagen war komplett zerstört, der Tag für Danica damit gelaufen. Immerhin musste sie dann nicht weitere vier Stunden im Auto sitzen. So lange dauerte es nämlich, bis am Ende endlich der Sieger feststand.

An der Spitze ging es während des Rennens recht bunt zu. Zunächst konnte sich Pole-Sitter Kevin Harvick an die Spitze setzen, meist gefolgt von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Nach einem Drittel des Rennens hatte sich der bisherige Dominator des Chase, Matt Kenseth, die Führung geschnappt, doch lange konnte er sich dort nicht festsetzen. In einer der vielen Caution handelte er sich eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Box ein. Von dem Desaster konnte er sich bis zum Schluss nicht erholen. Nach dem Rennen klagte er über einen schwer zu fahrenden Gibbs-Toyota.

Überhaupt war es nicht das Wochenende der Gibbs-Mannschaft. Hamlin blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und Kyle Busch, immerhin aussichtsreich im Chase positioniert, haderte mit sich, dem Wagen, den Reifen und den Mitstreitern. Im Verlauf des Rennens gelang es ihm nicht wie gewohnt, in die Top 3 zu fahren, nach einem Restart gegen Mitte des Rennens versuchte er Montoya zu blocken, der ihn auf der unteren Linie überholen wollte. Montoya touchierte Busch, der sich in einen langen Dreher verabschiedete. Immerhin sammelte er im dichten Feld niemanden auf. Für seinen Ausfall sorgte er ein paar Runden später, als er in Turn 1 massiv in die Mauer einschlug. Der Toyota war vorne komplett platt, Busch selber konnte aber aussteigen. Nach dem Rennen gab er erst Montoya einen mit (“Den werden wir nicht vermissen”), dann Goodyear (“Schlechter Reifen”), bevor er schnell nach Hause flog.

Die kurioseste Caution kam dann in Runde 156, als plötzlich dichter Rauch über Turn 1 zog. Am Rande der Strecke brannte plötzlich eine Hecke und der Qualm vernebelte die Sicht. An eine Caution aus diesem Grund konnten sich die Veteranen auch nicht erinnern.

In der Schlussphase des Rennens hatte sich Noch-Meister Brad Keselowski an die Spitze gesetzt und behauptete diese problemlos. Doch dann machte das Team einen schwer zu verstehenden Fehler und ließ Keselowski zu lange draußen. Dies hatte zur Folge, dass ihm der Spirt ausging und er gerade noch so an die Box rollen konnte. Bis der Tank voll und der Motor wieder gestartet war, hatte der Penske-Mann zwei Runden verloren. Offensichtlich hatte man sich in Sachen Verbrauch verrechnet oder beim Stopp zuvor war weniger Sprit in den Tank geflossen, als man gedacht hat.

Kaum war Keselowski wieder im Rennen, zerlegte Brian Vickers seinen MWR-Toyta nachhaltig ausgangs Turn 2. Der Einschlag war heftig, der Wagen zerstört, aber auch Vickers konnte unverletzt aussteigen. Die schweren Unfälle glichen sich sehr. Ein Fahrzeug, allein, niemand rechts, links oder knapp dahinter, und doch rutschten die Autos plötzlich über die Hinterachse raus und waren nicht mehr zu kontrollieren. Ein “Save” war offenbar nicht mehr möglich, nachdem der Wagen einmal den Grip verloren hatte. Ob Goodyear die “Zone Tread”-Reifen in diesem Saison noch mal unverändert an den Start bringen wird, darf bezweifelt werden.

Die Endphase des Rennens verlief dann ruhig. Kevin Harvick gewann den letzten Restart, dahinter positionierte sich Kurt Busch, der wegen eines Unfalls im Training vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war. Hinter Busch kam Jeff Gordon ins Ziel, der allerdings nach dem Rennen einiges mit Busch zu diskutieren hatte. Man war im Rennen zwei Mal aneinander geraten, was man nach dem Rennen dann (friedlich) besprach.

Hinter Gordon lautete die Reihenfolge Logano, Edwards, Johnson. JJ musste in der letzten Runde seinen Motor abstellen, weil dieser wohl den Geist aufgegeben hatte. Es folgten Menard, Junior, Ambrose und Amirola. Matt Kenseth kam auf P11.

Im Chase hat sich Johnson an Kenseth ran gerobbt, dessen Vorsprung nur noch drei Punkte beträgt. Dahinter liegt nun Kevin Harvick, dem 25 Punkte auf Kenseth fehlen. Mehr Abstand haben schon Gordon (-32), Kyle Busch (-35) und Greg Biffle (-44). Die Chancen von Harvick, Gordon und Busch sind zwar noch intakt, aber wenn Kenseth und Johnson weiter so regelmäßig punkten, dürfte es schwer werden. Aber mit dem Rennen in Talladega folgt ja noch ein Lauf, der den Chase stark verändern kann. Am kommenden Samstag geht es erst einmal nach Charlotte zum Nachtrennen.

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September 24 2013

07:00

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2013

In seinem 500. Rennen holte sich Matt Kenseth seinen bereits siebten Saisonsieg und kam wie im letzten Rennen auf dem Chicagoland Speedway vor seinem Teamkollegen Kyle Busch ins Ziel. Jimmie Johnson wahrt sich unterdessen seine Meisterschaftschancen mit einem vierten Platz hinter Greg Biffle.

Sylvania 300Passend zu seinem 500. Rennen im NASCAR Sprint Cup beschenkte sich Matt Kenseth selbst mit seinem zweiten Erfolg im zweiten Rennen des Chase. Abermals Zweiter wurde Kyle Busch, was Joe Gibbs Racing als erstes Team überhaupt einen aufeinander folgenden Doppelsieg im Chase verschafft. Auf Platz drei kam Greg Biffle ins Ziel, der sich damit noch geringe Chancen auf die Meisterschaft wahrt. Mehr Hoffnungen auf den Titel darf sich hingegen “Mister Five Time” Jimmie Johnson machen, der mit seiner Ankunft auf dem vierten Platz die Lücke zu Kenseth nicht all zu groß werden ließ. Für Kasey Kahne ist hingegen die Jagd um den Titel nach einem Einschlag in die Mauer abrupt beendet.

Für den Start sicherte sich der kurzfristig in den Chase gerutschte Ryan Newman die beste Position. Neben ihm in Reihe eins startete Kasey Kahne. Nachdem der Start in das 300 Runden lange Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway freigeben wurde, setzte sich Kahne zügig an die Spitze und sollte diese Position für die ersten 35 Runden behalten. Der Pole-Sitter Ryan Newman kam hingegen nicht richtig vom Fleck und wurde bis auf Platz vier zurück gereicht. Vor ihm sortierten sich Jeff Gordon und Martin Truex Jr. ein. Es dauerte bis zum Umlauf Nummer 30, bis es zur ersten Gelbphase kam. Diese wurde vom in der #35 fahrenden Josh Wise ausgelöst, der sich durch einen Kontakt mit der #51 von McDowell in Kurve vier drehte. Bei den folgenden Boxenstopps war Jeff Gordon wieder mal in Problemen, als er seine Box verließ und David Ragan gerade in seine einbiegen wollte, was zu einer leichten Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen führte.

Beim Restart in Runde 35 ging Kasey Kahne vom ersten Platz ins Rennen, konnte diesen aber nicht verteidigen und musste seine Spitzenposition an Martin Truex Jr. abgeben. Doch bevor das Feld überhaupt wieder richtig in Fahrt gekommen war, entschied Juan Pablo Montoya in Runde 37 mal wieder die Brechstange auszupacken, was zur nächsten Caution führte. Montoya versuchte, in Kurve vier an seinen (Noch-)Teamkollegen Jamie McMurray vorbei zu gehen und schickte diesen dabei in einen Dreher. Kevin Swindell in der #30 von Swan Racing konnte der stehenden #1 von McMurray nicht mehr ausweichen und fuhr auf den Ganassi-Chevrolet auf. Es dauerte bis zur Runde 47, bis das Rennen mit Truex in Front wieder aufgenommen werden konnte.

Abermals sollte es nur wenige Runden unter grün weiter gehen, denn nur fünf Umläufe nach dem Restart versagte der linke Hinterreifen am Auto von Bobby Labonte. Durch den darauf folgenden Dreher musste erneut die gelbe Flagge geschwenkt werden. Beim Restart führte Martin Truex Jr. das Feld erneut zur ersten Kurve. Hinter ihm verlor Jimmie Johnson einige Position, da die #56 das Feld vor der grünen Flagge stark eingebremst hatte und damit für den berühmten Ziehharmonikaeffekt sorgte. Ungeachtet dessen drehte Truex an der Spitze weiter seine Kreise. Weiter hinten zeigte sich langsam Matt Kenseth, der bereits bis auf die dritte Position vor fuhr. In Runde 109 begannen schließlich die ersten Boxenstopps unter grün mit Denny Hamlin. Bei ihm ging es auch gleich mal ordentlich schief, da er die weiße Linie seiner Box überfuhr und zurück geschoben werden musste. Auch für Joey Logano lief der Stopp alles andere als perfekt, da er 3,4 Sekunden verlor.

Dadurch, dass die meisten Piloten ihre Crew aufsuchten, konnte Dale Earnhardt Jr. für immerhin knapp 15 Runden die Führung übernehmen, ehe auch er an die Box kam. Dadurch konnte Truex sich erneut in Führung setzen, die er allerdings bald wieder abgeben musste. In Runde 153 konnte sich Kenseth, nachdem er vorher stetig auf Truex aufholte, in Kurve zwei den ersten Platz schnappen. Der lange Lauf unter grün wurde schließlich in Runde 165 durch Debris in Kurve vier unterbrochen. Bei den Boxenstopps begannen nun die ersten Spielchen: Die Führenden Kenseth und Truex holten sich vier neue Reifen, wohingegen sich die meisten anderen Piloten für nur zwei neue Pneus entschieden. Dies sorgte dafür, dass das Rennen in Runde 170 mit Jeff Gordon und Brian Vickers in Front wieder aufgenommen wurde.

Es dauerte 30 Umläufe bis es erneut zu einer Gelbphase kam und wieder war es Debris. Diesmal waren allerdings keine Reifen- oder Fahrzeugteile, sondern ein aufgerissenes Banner an der Betonmauer schuld. Bei den Boxenstopps unter gelb stand zum wiederholten Male Jeff Gordon im Mittelpunkt. Er parkte zu weit vorne in seiner Box ein und musste zurück geschoben werden. Das kostete ihn nicht nur wertvolle Sekunden, sondern auch viele Position. Beim Restart 95 Runden vor Schluss standen andere Piloten ganz vorne: Clint Bowyer und Marcos Ambrose waren während der Gelbphase nicht an der Box und konnten sich damit in die erste Reihe schieben. Durch ihre alten Reifen wurde sie allerdings recht schnell wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte an der Spitze wieder die Pace setzen.

55 Runden vor dem Ende kam es zur sechsten Caution des Abends, die kurz nach dem Boxenstopp von Clint Bowyer durch einen Motorplatzer beim Ford mit der #38 von David Gilliland ausgelöst wurde. Beim Restart kam Martin Truex Jr. nicht vom Fleck und wurde von Kyle Busch und Jimmie Johnson überholt, die sich nun hinter dem Leader Kenseth befanden. Kurz nach dem die grüne Flagge geschwenkt wurde, setzte Kasey Kahne seine letzten Titelhoffnungen wortwörtlich in die Mauer. 48 Runden vor Schluss drehte sich die #5 bei der Ausfahrt aus Turn vier in die innere Mauer und Kahne musste sein Auto verlassen. Dies war auch die siebte und letzte Caution des Rennens. Beim Restart setzte sich Matt Kenseth durch und Kyle Busch behauptete Platz zwei. Greg Biffle wusste, was die Stunde geschlagen hatte, und setzte ein riskantes Manöver eingangs Turn drei an. Weil er spät bremste, konnte er sich unter anderem an Jimmie Johnson vorbei setzen und Platz drei behaupten. Hinter ihm sortierte sich schließlich die #48 ein. Diese Reihenfolge blieb in den letzten 40 Runden unverändert und so konnte Matt Kenseth seinen zweiten Sieg im zweiten Chase-Rennen bzw. seinen siebten Saisonsieg einfahren. Kyle Busch wurde abermals Zweiter und Jimmie Johnson verlor weitere Punkte auf die #20.

Doch was heißt das jetzt für den Chase? Matt Kenseth führt nun mit bereits 14 Punkten Vorsprung die Meisterschaftwertung vor Kyle Busch an. Dieser wiederum wird mit vier Punkten Abstand von Jimmie Johnson gefolgt. Danach kommt lange nichts. Erst mit 36 Zählern Rückstand auf Kenseth taucht auf Platz vier Carl Edwards auf, dem sein Teamkollege Greg Biffle folgt. Ab Edwards drängelt sich alles dicht an dicht bis zum auf Platz zehn liegenden Clint Bowyer, dem bereits 48 Punkte auf die Spitze fehlen. Auf den letzten drei Plätzen des Chase befinden sich Dale Earnhardt Jr., Joey Logano und Kasey Kahne. Diese Piloten haben bereits einen Rückstand von 62, 69 bzw. 71 Punkten auf den Führenden und werden in den Kampf um den Titel voraussichtlich nicht mehr eingreifen können. Generell scheint es dieses Jahr ein Dreikampf zwischen Matt Kenseth, Kyle Busch und Jimmie Johnson um den Gewinn der Meisterschaft zu werden. Ob Matt Kenseth auch das dritte Rennen des Chase gewinnen kann, werden wir sehen, wenn die NASCAR diese Woche Station in Dover macht.

Zum Abschluss gibt es nun wie gewohnt noch die Punktestände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie das Rennergebnis in der Übersicht.

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September 18 2013

16:15

NASCAR: Analyse Chicagoland 2013

Der Regen machte der NASCAR beim Chase-Auftakt in Chicagoland einen Strich durch die Rechnung. Die nächtlichen Bedingungen aufgrund der Wetterpause sorgten aber für ein turbulentes Rest-Rennen, welches Matt Kenseth am Ende für sich entscheiden konnte. Gesehen haben das aber wohl nur sehr wenige Fans.

NSCS_Matt_Kenseth_Victory_Lane_Chicago_091513Nachdem die NASCAR Jeff Gordon im Zuge der Absprache zwischen Penske Racing und Front Row Motorsports in Richmond am Freitag, dem 13. als 13. Fahrer nachträglich zum Chase zugelassen hatte, kehrte wieder etwas Ruhe in die NASCAR-Garage ein. Leider übernahm dann am Sonntag das schlechte Wetter die Schlagzeilen und sorgte im Sprint Cup für eine fünfstündige Unterbrechung wegen Regens. Am Ende gewann Matt Kenseth in Chicagoland ein sehr umkämpftes und turbulentes erstes Playoff-Rennen, das wohl leider nur noch sehr wenige Fans sehen konnten. Wir schauen uns mal an, was alles am Sonntag passiert ist, warum kein AirTitan vor Ort war und weshalb man das Rennen auch auf den Montag hätte verschieben können – dann wäre es aber ohne die nächtlichen Bedingungen wohl deutlich weniger unterhaltsam geworden.

Aber alles hübsch der Reihe nach: Polesitter Joey Logano und Teamkollege Brad Keselowski hatten das Geschehen nach dem – natürlich wegen Regens – um eine Stunde verspäteten Rennstart gemeinsam im Griff. Kurz konnte sich auch Juan Pablo Montoya als Dritter ins Spiel bringen, verlor jedoch schnell wieder an Schwung. Die Führung sollte allerdings nicht lange halten, da die NASCAR für Runde 30 eine Competition-Caution angesetzt hatte, um den Teams eine Möglichkeit zu geben, ihren Reifenverschleiß zu überprüfen. Diese künstliche Gelbphase nutzten überraschenderweise fünf Piloten zum Gewinn von Track-Position, gingen meiner Meinung nach mit nur zwei neuen Reifen aber ein gewisses Risiko ein. Jimmie Johnson übernahm somit die Führung vor Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr., Matt Kenseth und Aric Almirola.

Ausgerechnet Jimmie Johnson kam dann in den Genuss, die neue Restart-Regel auszutesten, als er sich beim Restart nach der Competition-Caution mit Kyle Busch konfrontiert sah. Letzter nutzte auch sofort die Gelegenheit, in Übereinstimmung mit den aktualisierten Regularien den Führenden auf dem Weg zur Ziellinie zu überholen. Apropos Überholen: Aufgrund der grünen Strecke gestaltete sich dies zunächst äußerst schwierig. Das konnte man an Aric Almirola erkennen, der trotz eines klar langsameren Autos rundenlang die Penske-Truppe hinter sich halten konnte. So kamen alle Piloten mit nur zwei neuen Reifen erstaunlich gut weg. Die optimaler bereiften Kollegen im Hinterfeld hatten dagegen so ihre Probleme, ihren Vorteil auszuspielen.

Jimmie Johnson erkannte, dass der Vorteil seiner Strategie so langsam verpuffte, weil Brad Keselowski und Joey Logano von hinten durchs Feld pflügten. Somit eröffnete die #48 weit vor Ende des Benzinfensters den Reigen von Boxenstopps unter grüner Flagge, weshalb der Rest der Meute praktischerweise sofort folgen musste. Dummerweise erkannte ein NASCAR-Offizieller nicht schnell genug, dass am rechten Hinterrad des Hendrick-Chevrolets eine Radmutter eben doch korrekt festgezogen war. Johnson verlor dadurch mehrere Sekunden auf der Strecke und musste sich auf Platz 6 wieder einreihen, während Matt Kenseth die Führung übernahm. Als weiterer Pechvogel fing sich Kurt Busch eine Durchfahrtsstrafe wegen Speeding in der Boxengasse ein.

raindelayDer große Wendepunkt (nicht nur meiner Nacht) folgte in Runde 108 von 267 und damit nur wenige Minuten vor dem Erreichen der Halbzeit, zu der NASCAR das Rennen offiziell und mit vollen Punkten hätte werten können. Der Schauer kam schnell und heftig: Cole Whitt drehte sich sofort von der Strecke und auch die andern Piloten hatten so ihre Mühe, die Wagen bei Aquaplaning zügig unter Kontrolle zu bringen. Es folgte die gefühlt längste Unterbrechung mit roter Flagge wegen Regens. Zunächst gab es noch Hoffnung und auch die Jetdryer waren im Einsatz, doch das Wetter verschlechterte recht schnell zu lang anhaltendem Dauerregen.

Warum man den extrem hochgespielten AirTitan nicht an der Strecke hatte, weiß wohl auch nur der Herrgott selbst. Immerhin kostet er ja erstaunliche 50.000 US-Dollar und das ist bei TV-Einnahmen von mehreren Milliarden grünen Scheinen natürlich völlig außerhalb des Budgets. Die Wundertechnologie hätte den Asphalt mit Sicherheit schon 15 Minuten vor dem eigentlichen Start des Rennens trocken bekommen und der NASCAR somit bestimmt die nötigen Runden bis zur Halbzeit eingebracht. Stattdessen zog sich die Unterbrechung dann Stunde um Stunde und netterweise verfügt der Chicagoland Speedway über eine Flutlichtanlage, was die Offiziellen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausharren ließ.

Während der hart arbeitende Teil der europäischen Fans – aber auch viele Zuschauer an der Strecke – anstelle der NASCAR die weiße Flagge rausholte, hielten sich die Kollegen Fink und Leberkern auf Motorvision TV mit Fan-Fragen vor einem quasi Standbild des verregneten Speedways über Wasser. Irgendwann gegen kurz vor 3 Uhr habe ich noch mal die Augen aufgeschlagen und verpennt vernommen, dass gegen 5 Uhr (also 22 Uhr Ortszeit in Chicago) wohl ein Restart geplant war. Ohne zu zögern habe ich die Glotze dann abgestellt und mich massiv geärgert. Nicht nur, weil ich das Rennen nicht zu Ende schauen konnte, sondern weil am nächsten Tag auch die Wiederholung bei den bekannten Quellen nicht mehr verfügbar war.

Ich bin mir jedenfalls äußerst unsicher, ob es trotz oder gerade wegen des vorhandenen Flutlichts eine gute Idee war, die Fans fünf Stunde (!!!) warten zu lassen, während man nebenher lustig SportsCenter sendete. Die Fans an der Strecke, die ohnehin nach Hause mussten, hätte es wohl nicht gestört, wenn das Rennen am nächsten Tag zur Mittagszeit stattgefunden hätte. Die wären entweder im Auto oder auf der Arbeit gewesen. Den Fans vor Ort wäre eine weitere Dusche erspart geblieben und wir hätten eine Chance gehabt, das Rennen gemeinsam mit Montoya12 und Kimi im Chat zu verfolgen. Noch schlimmer als dieses Rain-Delay wäre nur eine Dauerschleife von Rusty Wallace gewesen, wie er den „Classic Wheelhop“ erklärt!

NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Chicagoland_091513Wir spulen vor auf 5 Uhr morgens: Jetdryer hatten ganze Arbeit geleistet und die Strecke wieder einsatzfähig gemacht. Jetzt waren die Crew-Chiefs gefragt, um die Wagen unter Flutlicht an die Temperaturdifferenz des Asphalts anzupassen. Dieses Mal versuchte sich die Top 9 an einer Strategie mit zwei neuen Reifen, da die letzte Caution – zumindest rundentechnisch – noch nicht lange her war. Nach sieben Runden mit Matt Kenseth an der Spitze war der Spaß auch schon wieder vorbei, dieses Mal aber nicht wegen Regens, sondern weil die Strategen bei Earnhardt-Ganassi Racing wohl vergessen haben, den Fender-Rub an der #42 zu beheben, den sich Juan Pablo Montoya fünf Stunden zuvor durch den drehenden Cole Whitt einfing.

Einen knappen Fuelrun später drehte sich Cup-Debütant Justin Allgaier nach Kontakt mit Landon Cassill von der Strecke und brachte damit alle Piloten zum Reifenwechsel. Unterdessen gab das Triebwerk von Joey Logano deutliche Rauchzeichen von sich und startete damit eine Serie von Motorschäden, die Ray Evernham zuvor aufgrund der härteren Bedingungen unter Flutlicht und der langen Cool-Down-Phase während der Unterbrechung richtig vorhergesagt hatte. An der Boxengasse übernahm unterdessen Jeff Gordon mit einem Two-Tire-Pitstop die Führung, während bei Jimmie Johnson der langsame Jackman für den Verlust von viel Track-Position sorgte. Johnson hatte aber noch Glück, da man mehr durch Zufall einen schleichenden Plattfuß bei ihm fand.

Pünktlich zum Restart, bei dem Kyle Busch einen sehenswerten Run bekam, rauchte dann auch der Motor von Cole Whitt ab, was für Caution #5 von insgesamt 9 sorgte. Auch beim nächsten Anlauf machte Busch viele Positionen gut, setzte sich nach zwei Runden an Carl Edwards vorbei und damit direkt hinter den Leader Jeff Gordon. Nur Sekunden später verabschiedete sich das Aggregat von Brian Vickers, der aber noch vor der Entstehung einer großen Rauchwolke in die Garage gebracht werden konnte. Es ging Schlag auf Schlag weiter, denn während Matt Kenseth mit vier frischen Reifen seine Aufholjagd an die Spitze des Feldes fortsetzte, fand NASCAR gut 100 Runden vor Schluss ein ernsthaftes Stück Debris auf der Strecke.

An der Box setzte sich im Zuge einigen Gedränges Kyle Busch vor Jeff Gordon, musste beim Restart aber auf die Pace von Greg Biffle setzen, der gar nicht zum Pitstop kam. Wieder ging es turbulent weiter und ESPN war beinahe nicht mehr in der Lage, all das Geschehen auf und neben der Strecke aufzuarbeiten: Gordon hatte sich vor dem Restart wohl in Folge eines Kontakts den linken Hinterreifen aufgeschlitzt und wurde sofort von der Meute gefressen. Er hatte nur Glück, dass sofort wieder eine Caution ausgerufen wurde, weil der Motor von Joey Logano nun endgültig in Rauch aufging. Endlich hatte ESPN auch die Zeit, den Kontakt an der Box zwischen den Hendrick-Teamkollegen Dale Earnhardt Jr. und Kasey Kahne aufzuklären, der einige Reparaturarbeiten nach sich zog.

NSCS_Kyle_Busch_Matt_Kenseth_Chicagoland_091513Zur Abwechslung kehrte etwas Ruhe ein und Kyle Busch machte sich nach einem exzellent getimten Restart auf und davon. Zunächst konnten sich nur Martin Truex Jr. und Kurt Busch an seine Fersen heften, während der Rest des Feldes hinter Greg Biffle festhing, der noch auf seinen alten Reifen unterwegs war. Im Laufe des Green-Flag-Runs kristallisierten sich unterdessen Matt Kenseth und Jimmie Johnson als die ärgsten Verfolger von Kyle heraus, doch niemand konnte die #18 selbst über die Phase der nächsten Boxenstopps unter grüner Flagge bezwingen. Bruder Kurt fuhr sich derweil die Reifen im wahrsten Sinne des Wortes auf, denn gerade als er auf dem Weg zum Pitstall die Bremsen betätigte, platzte einer seiner Pneus.

Gerade als Jeff Gordon als einer der letzten Piloten seinen Green-Flag-Pitstop antreten wollte, verschwand auch bei Dale Earnhardt Jr. eine Tim-Brewer-Gedächtnis-Ventilfeder im Brennraum. Des einen Teamkollegen Leid, des anderes Freud sozusagen. Ebenso bei Joe Gibbs Racing, wo Matt Kenseth durch die Caution den Vorsprung von Kyle Busch komplett eindampfen konnte. Nach dem Restart konnte sich Busch aber erneut behaupten und sah schon wie der sichere Sieger des Rennens aus. Leider kam es für ihn aber noch zu einer letzten Caution des Tages/Abends/Morgens, weil Justin Allgaier einen weiteren Dreher hinlegte. Zwischenzeitlich waren „Algair“ kurioserweise einige Buchstaben seines Namens auf der Frontscheine abhandengekommen.

Die Gelbphase sah dann ein letztes Mal interessante Strategiespiele in der Boxengasse, weil ab Platz 6 alle Fahrer noch einmal zumindest zwei neue Reifen abholten. Da sich aber im Rennverlauf gezeigt hatte, dass Track-Position wichtiger war, sollte dies ein aussichtsloses Unterfangen bleiben. Der finale Restart sah dann Kyle Busch vor Matt Kenseth, Kevin Harvick, Kurt Busch und Jimmie Johnson, während sich Kasey Kahne als erster Two-Tire-Stopper nur auf Rang 10 wiederfand. Kenseth erhielt sofort den entscheidenden Push von Harvick, um die Führung von Kyle zu übernehmen. Dies war die Schlüsselszene des Rennens, da Kenseth die Spitzenposition danach nicht mehr abgab. Die genannten Top 5 blieben ansonsten unverändert.

Mein Fazit dieses Rennens:

1. Matt Kenseth war als verdienter Sieger mit den meisten Führungsrunden am Ende rechtzeitig wieder zur Stelle und holte sich Saisonsieg #6 – ein mehr als ernsthafter Griff nach dem Titel.

2. Die Top-5-Resultate von Kyle Busch, Kevin Harvick, Kurt Busch und Jimmie Johnson zeigen früh, dass der Kampf um die Meisterschaft wohl über längere Zeit ein sehr enger bleiben wird.

3. In den Top 10 müssen sich Jeff Gordon, Clint Bowyer und Ryan Newman daher noch viel weiter strecken, um den Pokal auch nur berühren zu dürfen.

4. Ganz zu schweigen von Carl Edwards, Kasey Kahne und Greg Biffle, die auf einem für sie sonst so starken 1,5-Meilen-Oval viel Boden verloren haben.

5. Die vielen Motorschäden haben einige Fahrer wie Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano im Kampf um die Meisterschaft schon früh ein gehöriges Stück zurückgeworfen.

6. Die NASCAR hat wirklich 100% gegeben und muss deshalb nicht bestraft werden!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich die Arbeit von ESPN loben, die während des Rennens einen guten Job gemacht haben und auch das Hinterfeld nicht vernachlässigten. Die Vorberichterstattung konnte mit einer interessanten Aufarbeitung der Geschehnisse der Woche und einem souveränen Ray Evernham überzeugen. Zudem hatte ESPN während des Rain-Delays so viel Werbung versendet, dass der Rest des Rennens mit Split-Screen-Commercials abgehandelt werden konnte. Negativ aufgefallen ist eigentlich nur Brad Daugherty, der mit seiner ernstgemeinten Quasi-Forderung von Four-Wide-Restarts den Vogel abgeschossen hat und auch gleich von seinen Kollegen der Lächerlichkeit preisgegeben wurde.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

NSCS_Joey_Logano_Green_Flag_Chicago_091513 NSCS_Brian_Vickers_Kasey_Kahne_Chicago_091513 NSCS_Chase_Field_Chicago_091513 NSCS_Jeff_Gordon_Chicago_091513 NSCS_Jimmie_Johnson_Kyle_Busch_Chicago_091513 NSCS_Pit_Road_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Burnout_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Checkered_Flag_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Victory_Lane_Chicago_091513 NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Chicagoland_091513 NSCS_Jimmie_Johnson_Chicagoland_091513 NSCS_Joey_Logano_Chicago_091513 NSCS_Kyle_Busch_Matt_Kenseth_Chicagoland_091513 NSCS_Matt_Kenseth_VL_Chicagoland_091513 NSCS_Ricky_Stenhouse_Jr_Chicagoland_091513

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September 06 2013

07:00

NASCAR: Vorschau Richmond September 2013

Es ist angerichtet: Das letzte Rennen vor dem Chase auf dem Richmond International Raceway steht an. Einige Piloten konnten ihr Ticket für die Playoffs der NASCAR bereits letzte Woche lösen, aber um die letzten Plätze verspricht es noch ein spannender Kampf zu werden.

fed_autoparts_400_rir_cNun ist es also soweit. Das letzte Rennen steht an, bevor es in den Chase geht. Einige Piloten haben ihren Platz in den Playoffs bereits sicher, doch ab der achten Position in der Meisterschaftstabelle wird es spannend. Doch bevor ich genauer auf den Kampf um die letzten Chase-Plätze eingehe, schauen wir uns erstmal die Strecke an. Der Richmond International Raceway wurde und 1946 eröffnet und seit 1958 durchgängig von der höhsten NASCAR-Liga besucht. 1988 wurde die Strecke in das heute bekannte, 0,75 Meilen kurze D-Oval umgebaut. Richmond weist ein moderates Banking von 14° in den Kurven auf. Die Start-/Zielgerade ist mit 8° und die Gegengerade mit 2° überhöht. Wie auf allen Short-Tracks gilt es auch hier, besonders schonend mit den Bremsen umzugehen und vielleicht auch mal einen kleinen “bump and run” zu setzen. Die meisten Siege unter den aktiven Fahrer hat mit vier Erfolgen Kyle Busch, der bis jetzt aber noch nie das September-Rennen gewinnen konnte. Letztes Jahr sicherte sich Clint Bowyer den Sieg im Federated Auto Parts 400. Traditionell wird es durch die Lage direkt vor dem Chase ein spannendes Rennen werden, denn auch dieses Jahr haben noch einige Piloten die Chance, in die finale Phase der Meisterschaft zu gelangen.

Werfen wir zuerst einen Blick auf die bereits sicher im Chase stehenden Piloten: Trotz seiner Pechsträhne führt Jimmie Johnson die Meisterschaft mit 837 Punkten an. 28 Punkte dahinter befindet sich der aktuelle Vizemeister Clint Bowyer. Weitere 14 Punkte hinter Bowyer sind punktgleich Kevin Harvick und Carl Edwards zu finden. Kyle Busch ist anders als letzte Saison bereits für den Chase qualifiziert. Mit vier Siegen besitzt er zusätzlich auch eine ausgezeichnete Ausgangssituation für die Meisterschafts-Playoffs. Nur Matt Kenseth als aktuell Sechstplatzierter konnte mehr Siege einfahren als Johnson und Busch, fünf an der Zahl. Er ist zudem auch mit 55 Punkten Vorsprung auf Platz elf der letzte Pilot, der den Chase-Einzug bereits über die Punkte erreicht hat. Doch noch ein weiterer Fahrer ist bereits sicher dabei und dieser findet sich aktuell auf Position zwölf wieder. Kasey Kahne hat mit bereits zwei Siegen mehr Erfolge in dieser Saison erzielt als seine direkten Konkurrenten um die letzten Chase-Plätze. Die einzige Frage, die sich noch stellt, ist, ob er es über eine Wildcard oder über die Punkte unter die letzten Zwölf schafft. Aktuell befindet sich Kahne zehn Punkte hinter dem zehnten Platz.

Kommen wir zu den Piloten, die noch zittern müssen. Der heimliche Punktesammler Dale Earnhardt Jr. ist auf Platz sieben liegend so gut wie durch. Mit 37 Punkten Vorsprung auf Platz elf muss schon einiges schief gehen, damit er noch aus dem Chase fällt. Gefährlicher wird die Lage für die Piloten ab dem achten Platz. Hier macht der aktuell starke Joey Logano den Anfang, der 16 Punkte Vorsprung inne hat. Hinter ihm platziert sich Greg Biffle mit 14 Punkten Vorsprung. Geradeso drin ist auch noch Kurt Busch. Doch er hat es bedeutend schwerer als die beiden Fahrer vor ihm, denn er steht bis jetzt noch ohne Sieg da und muss in Richmond zumindest ein gutes Ergebnis einfahren. Gleiches gilt auch für den auf Rang elf liegenden Jeff Gordon, der ebenfalls noch keinen Erfolg diese Saison vorweisen kann. Mit sechs Punkten Rückstand auf Kurt Busch scheint ein Sieg für ihn dieses Wochenende fast Pflicht zu sein. Den Erfolg, den Gordon braucht, hat Martin Truex Jr. sich bereits in Sonoma gesichert. Diesem verdankt er jetzt seine Wildcard, die er mit fünf Punkten Vorsprung vor dem ebenfalls bereits ein Mal siegreichen Ryan Newman hält. Beide Fahrer befinden sich bereits 15 bzw. 20 Punkte hinter dem zehnten Platz. Hinter Ryan Newman finden wir auf Platz 15 endlich den Vorjahresmeister Brad Keselowski. Für ihn gilt das Gleiche wie für Kurt und Jeff: Er muss in Richmond endlich seinen ersten Saisonsieg einfahren. Falls er dies schaffen sollte, könnte er bei einem schlechten Ergebnis von Truex und Newman doch noch das Ticket zur Titelverteidigung lösen. Dafür braucht es aber viel Glück, doch dieses scheint er diese Saison nicht zu haben. Wem das jetzt noch nicht genug “Wie-komme-ich-in-den-Chase-Theorie” war, der kann sich gerne bei den Kollegen von jayski noch alle möglichen Kombination anschauen, mit denen ein Fahrer im bzw. aus dem Chase wäre.

Genug über den Chase geredet, kommen wir nun wieder zum aktuellen Rennen zurück. In den 44 gemeldeten Cockpits für dieses Wochenende hat sich erstaunlich wenig getan. Mike Bliss sitzt wieder mal im Toyota mit der Startnummer 19, im Ford mit der #32 Timmy Hill, im Chevrolet mit der #40 Landon Cassill und ebenfalls in einem Chevy, allerdings mit der #51, sitzt Ryan Truex. In der #47 ersetzt AJ Allmendinger Bobby Labonte. Die Leavine Family ist ebenfalls wieder mit dabei, diesmal aber nicht mit Scott Speed, sondern mit Reed Sorenson. Dieser ist zudem ein potentieller Kandidat für das Cockpit der #95 in der nächsten Saison. Sorenson absolvierte bis jetzt bereits 15 Sprint-Cup-Rennen und konnte schon eine Pole einfahren.

In dieser Woche wurden auf den Fahrermarkt erneut einige Gerüchte gestreut und Neuigkeiten bekannt gegeben. Das wichtigste mal kurz zusammengefasst: Jeff Burton wird nächstes Jahr trotz gültigen Vertrags nicht mehr in der #31 von Richard Childress Racing sitzen. Als Grund für diese Entscheidung werden zu geringe Sponsorengelder für die kommende Saison genannt, die nicht erlauben, ein viertes Auto an den Start zu bringen. Somit ist es durchaus plausibel, dass Ryan Newman nächstes Jahr in der #31 sitzen könnte, sofern er zu RCR wechselt. Wohin die Reise für Burton geht, ist noch ungewiss. Juan Pablo Montoya hingegen wurde unter der Woche in Denver bei Furniture Row Racing gesichtet. Aktuell gibt es aber noch keine Informationen, ob wir Juan nächstes Jahr in der #78 als Ersatz für Kurt Busch sehen oder nicht. Schließlich soll es ja auch noch ein Angebot aus der IndyCar von Andretti Autosport geben.

Zum Schluss nun wie gewohnt noch die Stände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entrylist für das Federated Auto Parts 400 auf dem Richmond International Raceway. Das Rennen wird live auf ABC und auch wieder bei MotorvisionTV übertragen. Letztere werden die verbleibenden Rennen bis zum Finale allesamt live zeigen. Die TV-Zeiten für dieses Wochenenden gestalten sich folgendermaßen:

Freitag 06.09.2013
15:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, ESPN2
20:30 Uhr Sprint Cup Final Practice, ESPN2
22:00 Uhr Nationwide Qualifying, ESPN2
23:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2

Samstag 07.09.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Virginia 529 College Savings 250), ESPN2 (Green Flag: 01:45 Uhr)
18:00 Uhr Trucks Practice (Iowa), Fox Sports 2

Sonntag 08.09.2013
01:30 Uhr Sprint Cup Rennen (Federated Auto Parts 400), ABC (Green Flag 01:44 Uhr)
18:30 Uhr Trucks Qualifying (Iowa), Fox Sports 1
20:00 Uhr Trucks Rennen (Iowa, Fan Appreciation 200 Presented by New Holland), Fox Sports 1 (Green Flag: 20:17 Uhr)

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August 13 2013

06:15

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2013

Watkins Glen hatte wieder einiges zu bieten und nach 90 Rennrunden konnte sich Kyle Busch – nach einigen vergeblichen Versuchen in den letzten Jahren – als Sieger in die Victory Lane stellen. Top-Favorit Marcos Ambrose erlebte hingegen einen rabenschwarzen Tag und fand sich schließlich in der Mauer wieder.

Cheez-It 355 at The GlenMit insgesamt acht Cautions wusste das Rennen auf “The Glen” dieses Jahr durchaus zu begeistern. Besonders zum Ende hin mehrten sich die Gelbphasen und Kyle Busch konnte sich endlich seinen lang ersehnten Sieg auf dieser Strecke sichern, nachdem er in den Vorjahren immer knapp gescheitert war. Es war bereits der dritte Saisonsieg für den jüngeren der Busch-Brüder und er kann somit – im Gegensatz zum letzten Jahr – sicher für den Chase planen. Die letzte Chance auf denselben hat dagegen Marcos Ambrose verspielt, nachdem er durch eine unglücklich fallende Caution zurückfiel und nach einem Restart in der Mauer landete. Vorher führte er den Großteil des Rennens unangefochten an und schien zum dritten Mal in Folge als Sieger den Rundkurs verlassen zu können. Doch es sollte alles anders kommen.

Beim Start in die 90 Runden startete Ambrose zum ersten Mal auf dieser Strecke von der Pole. Diese konnte er auch sofort umsetzen und sich vom restlichen Feld lösen. Hinter ihm platzierten sich Clint Bowyer und Martin Truex Jr., der das erste Rundkurs-Rennen dieser Saison in Sonoma gewinnen konnte. Bereits in Runde sechs wurde dann zum ersten Mal die gelbe Flagge geschwenkt, weil David Reutimann sein Auto in der vorletzten Kurve abgestellt hatte. Dies sollte Ambrose aber nicht weiter behindern, denn er konnte sich nach dem Fallen der grünen Flagge sofort wieder vom Feld absetzen. Truex hingegen verlor seinen dritten Platz an den starken AJ Allmendinger, der diese Position durch einen Zwischenfall im späteren Rennverlauf leider nicht halten konnte.

Ab der zwölften Runde wurde es dann wieder turbulenter. Den Anfang machte David Gilliland, der in der letzten Kurve die Mauer streifte und kurz darauf seine Box aufsuchen musste. Nur zwei Runden später versuchte Brad Keselowski, sich an Jamie McMurray in der ersten Kurve vorbei zu setzen und verlor beim Anbremsen sein Heck. Er erwischte leicht die rechte Seite des Autos von McMurray. Beide konnten aber ohne Probleme weiter fahren, ohne dass eine gelbe Flagge geschwenkt werden musste. Diese kam eine Runde später durch den zuletzt gut aufgelegten Jeff Gordon. Dieser fuhr ausgangs der Esses wegen seines untersteuernden Autos auf das Gras und drehte sich nach innen, wo er dann in die Mauer einschlug. Nach einer längeren Reparaturpause konnte er mit 23 Runden Rückstand und einer fehlenden Verkleidung an der Front das Rennen wieder aufnehmen und lief am Ende auf Platz 36 ein.

Beim Restart konnte sich Ambrose erneut durch- und absetzen. In Runde 30 suchte er dann zum ersten Mal seine Boxencrew auf und Kevin Harvick übernahm die Führung. Dieser war auf einer anderen Strategie unterwegs und hatte bereits in Runde 16 gestoppt. Dieser Plan sollte allerdings am Ende nicht aufgehen und Harvick überfuhr die Ziellinie schließlich als 13. In Runde 35 war dann das Rennen für Michael McDowell vorbei, der bis dahin überraschend unter den Top 15 fahren konnte. Grund für seinen Ausfall war eine verschobene Hinterachse. McDowell rollte seinen Ford langsam an die Box zurück, was die nächste Gelbphase hervorrief. Während der Gelbphase suchte auch der Zweitplatzierte Ron Fellows seine Box auf, allerdings zum Reifenwechseln und Nachtanken. Dies bescherte Marcos Ambrose wieder den zweiten Platz, direkt hinter Harvick. Dieser wurde direkt nach dem Restart im Inner Loop von Ambrose und dem späteren Sieger Kyle Busch überholt.

Eine Runde nach dem Restart wurde es erneut turbulent in den Esses, als Fellows in Kurve drei Travis Kvapil abräumte. Weiter hinten gerieten zudem Victor Gonzales Jr., Tomy Drissi und Landon Cassill aneinander. Gonzales und Drissi mussten das Rennen aufgeben und verteilten einiges an Flüssigkeiten auf der Strecke. Dies führte zur ersten und auch einzigen roten Flagge des Rennens, um die Aufräumarbeiten ungestört durchziehen zu können, nachdem es zuvor bereits zu einem kleinen Stau hinter dem Pace Car gekommen war. Während der roten Flagge wurden manche Piloten mit Wasserflaschen versorgt – es soll ja Serien geben, bei denen das ein Problem darstellen würde. Nach der 22 Minuten und elf Sekunden dauernden Rotphase bzw. Trinkpause ging es schließlich weiter. Ambrose konnte seine Führung verteidigen und lag weiter vor Kevin Harvick und Kyle Busch.

Unterdessen hatte Max Papis weiter hinten mehr Probleme. Er wurde eingangs des Inner Loops von Greg Biffle gedreht, konnte aber das Rennen ohne größere Probleme wieder aufnehmen. Wenige Runden später machte sich Kyle Busch selbst das Leben schwer, als er am Ausgang des Outer Loops ins Gras kam und einiges des Grüns vor seiner Kühlung aufsammelte. Ein Großteil des Grases konnte er aber kurze Zeit später hinter Jeff Gordon wieder vom Lufteinzug lösen und sein Rennen ungehindert fortsetzen. In Runde 59 ging dem Rennen von AJ Allmendinger dann wortwörtlich die Power aus. AJ rollte langsam und ohne Benzin an seine Box zurück und verlor jede Menge Plätze. Bis dahin lag er auf dem dritten Platz und hatte berechtigte Chancen auf ein Top-5-Ergebnis.

Eine Runde später, gerade als Kyle Busch an der Box stand, wurde erneut die gelbe Flagge geschwenkt, da Aric Almirola im Outer Loop in die Reifenstapel eingeschlagen war. Grund hierfür war ein geplatzter Vorderreifen, der Almirola direkt in die Reifen schickte. Für Ambrose lösten sich damit die letzten Chancen auf den Chase buchstäblich in Rauch auf, denn wegen der Caution fiel er zurück, da er als einer von wenigen Fahrern noch nicht an der Box zum zweiten Stopp war und diesen unter gelb absolvieren musste. Er fand sich beim Restart auf Platz 14 wieder, während Kyle Busch vor Truex das Rennen wieder aufnahm. Brad Keselowski war ebenfalls vorne mit dabei und diese drei Piloten lieferten sich einige packende Kämpfe, bei denen Kyle seine erste Position verteidigen konnte.

Währenddessen hingen Juan Pablo Montoya und Marcos Ambrose hinter Casey Mears fest. Noch weiter hinten im Feld sorgte Boris Said für einen kleinen Zwischenfall, als er beim Anbremsen auf die erste Kurve sein Heck verlor und leicht an den Reifen anschlug. Wenig später drehte sich Jeff Burton, der in der letzten Kurve von Casey Mears aufs Gras geschickt wurde. In beiden Fällen wurde keine Caution ausgelöst. Diese gab es erst kurze Zeit später in Runde 78, weil Travis Kvapil die Lauffläche seines Reifens verlor. Beim Restart wurde es dann erneut turbulent und wieder waren es die Esses. Dieses Mal verlor Kasey Kahne die Kontrolle über sein Auto, weil er von Matt Kenseth einen Schubser bekam. Nachdem Kahne in die Mauer einschlug, kam er wieder auf die Strecke zurück, direkt vor Dale Earnhardt Jr. Der konnte nicht mehr ausweichen und beschädigte sich sein Auto ebenfalls stark. Ein Tag zum Vergessen für Hendrick Motorsports, waren doch mit Gordon, Kahne und Earnhardt drei der vier Hendrick-Piloten in Unfälle verwickelt. Nur Johnson konnte sich mit Platz acht positiv hervorheben.

Nach den Aufräumarbeiten nahm das Rennen in Runde 85 wieder Fahrt auf, aber nicht lange. Marcos Ambrose, der kurz zuvor Probleme an der Hinterachse meldete, hatte in den Esses stark mit seinem Auto zu kämpfen und wurde schließlich von Max Papis am Heck erwischt. Ambrose drehte sich in die Mauer und nahm dabei auch noch Brian Vickers mit. Beide Autos waren zerstört und das Rennen für die Piloten der #9 und der #55 gelaufen. Max Papis machte auf diesem Wege erneut einige Position gut, was seine Crew mit einem “Good job, good job.” honorierte. Am Ende sollte es ein guter 15. Platz für den Ersatzmann von Tony Stewart werden. Besser platzierte sich Kyle Busch, der als Führender den letzten Restart zwei Runden vor Schluss einleitete. In einem engen Kampf konnte er sich schließlich durchsetzen und als Erster vor Brad Keselowski und Martin Truex Jr. die Ziellinie überqueren.

Kyle Busch findet sich nun auf dem fünften Platz in der Tabelle wieder und ist nicht zuletzt wegen seiner drei Siege sicher im Chase. Für Brad Keselowski und Martin Truex Jr. war es ebenfalls ein wichtiger Schritt in Richtung Chase. Beide konnten in der Tabelle vier Positionen gewinnen und finden sich jetzt auf Platz acht bzw. zehn wieder. Truex hat aber nur zwei Punkte Vorsprung auf Kurt Busch und drei Punkte auf Kasey Kahne. Jeff Gordon fällt nach seiner Aufholjagd zuletzt wieder auf Platz 13 zurück und muss nun 15 Punkte aufholen oder zumindest mal einen Sieg einfahren. Weitere Hoffnungen auf den Chase-Einzug können sich auch noch Ryan Newman, Jamie McMurray und Joey Logano machen. Der Kampf um die letzten Plätze für die Playoff-Runde geht nächste Woche in Michigan beim Pure Michigan 400 weiter.

Zum Abschluss nun wie gewohnt das Ergebnis, die Fahrer- und die Owner-Wertung.

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August 09 2013

12:05

NASCAR: Vorschau Watkins Glen 2013

Zwei Mal im Jahr beweisen die Piloten des Sprint Cups, dass sie neben Links- auch Rechtskurven beherrschen. Nach Sonoma im Juni findet das zweite Rundkursrennen wie üblich in Watkins Glen statt, welches im Vorjahr mit einem packenden Finish überzeugen konnte.

cheezit355attheglenWatkins Glen, The Glen, Glen Watkins oder Watkins Glen International: Alles Namen die ein und dieselbe Strecke im Südwesten des US-Bundesstaates New York beschreiben. In den 60er- und 70er Jahren noch Austragungsort von Formel 1-Rennen ist aktuell der NASCAR Sprint Cup das große Highlight des Jahres. Die Oberliga der NASCAR gastierte zum ersten Mal im Jahr 1957 auf der Strecke und sucht diese seit 1986 jedes Jahr auf. Gefahren wird auf einer modifizierten Streckenvariante mit 2,45 Meilen Länge, welche auf der Gegengeraden noch eine Schikane, den Inner Loop, beinhaltet. Insgesamt müssen die Fahrer auf einer Runde acht Kurven bewältigen, davon sind fünf Rechts- und drei Linkskurven. Im letzten Jahr konnte sich Marcos Ambrose zum wiederholten Male den Sieg vor Brad Keselowski sichern. Der Kampf in der letzten Runde zwischen Kyle Busch, Keselowski und Ambrose stellte eines der Highlights des vergangenen NASCAR-Jahres dar. Sollte jemand dieses Finish noch nicht gesehen haben, empfehle ich diesen Zustand schnellsten zu ändern.

Nachdem sich Marcos Ambrose also die letzten beiden Siege auf “The Glen” sichern konnte gilt er natürlich wieder als Top-Favorit für den diesjährigen Lauf. Aber Juan Pablo Montoya muss man ebenfalls immer auf der Rechnung haben, denn auch er konnte hier schon gewinnen. Aber auch die gelernten Oval-Fahrer gilt es zu beachten, schließlich konnte sich Martin Truex Jr. dieses Jahr in Sonoma den lang ersehnten Sieg sichern, der auch den ein oder anderen Racingblogger von seiner Qual erlöste. Neben den genannten Piloten sind auch die Busch-Brüder, Jeff Gordon, Clint Bowyer und wie üblich Jimmie Johnson als Siegkandidaten aufzuzählen, wobei sich Johnson auf einen Rundkurs nie so in den Vordergrund fahren konnte wie in einem Oval.

Watkins Glen wird auch ein wichtiger Bestandteil des Kampfes um den Einzug in den Chase sein, sind es doch nur noch insgesamt fünf Rennen, um sich zu qualifizieren. Seine Chancen verbessert hat Kasey Kahne, da er das letzte Rennen in Pocono für sich entscheiden konnte. Durch seine nun zwei Saisonsiege sollte der Chase-Einzug für ihn keine Hürde mehr darstellen, egal ob er sich über die Punkte oder eine Wildcard qualifiziert. Auch Brad Keselowksi und Kurt Busch sind mit Platz 12 bzw. 13 und nur wenigen Punkten Rückstand auf den Zehntplatzierten Greg Biffle noch im Rennen. Das einzige Problem was beide Fahrer haben ist, dass sie diese Saison noch nicht in der Victory Lane standen. Sollte sich dies nicht in den nächsten Rennen ändern, wird es schwer bis unmöglich werden, den Chase zu erreichen. Rosiger sieht da die Welt für die Wildcard-Inhaber Martin Truex Jr. und Tony Stewart aus, welche diese Saison jeweils einmal einen Sieg einfahren konnten. Letzterer jedoch wird wahrscheinlich seine Wildcard nach dem Rennen abgeben müssen.

Tony Stewart wird nämlich nicht in Watkins Glen starten können. Anfang der Woche erreichte uns die Nachricht, dass er sich sein rechtes Schien- und Wadenbein bei einem Sprint Car-Unfall gebrochen hatte. Wir hoffen auf gute Besserung, aber diese Saison ist für Stewart gelaufen. Er sollte auch nicht den Fehler begehen, zu schnell wieder ins Auto zu steigen. Als schlechtes Beispiel fungiert hier Denny Hamlin, der schon länger mit Rückenschmerzen kämpft, welche durch den Unfall in Fontana und den damit verbundenen Bruch eines Wirbels noch verstärkt wurden. Für Stewart und Hamlin wäre es also sinnvoll, die Verletzungen auszukurieren, um in der nächsten Saison wieder angreifen zu können, denn der Zug in den Chase ist für beide schon längst abgefahren. Generell sollte man aber auch über die Sicherheit der Sprint Cars diskutieren, schließlich war es nicht nur der dritte Unfall mit Stewart innerhalb weniger Wochen, vielmehr musste Jason Leffler in diesem leichten und stark motorisierten Gefährt sein Leben lassen.

Der Blick auf die Entrylist verrät, dass die #14 von Tony Stewart vom alten Haudegen aus Italien in Person von Max Papis pilotiert wird. Der 43-jährige fuhr nicht nur in der Formel 1 und der Champ Car, auch in der höchsten Klasse der NASCAR absolvierte er bereits 35 Rennen. Neben ihn finden sich wie üblich auch weitere Rundkursspezialisten ein. Mit Owen Kelly sehen wir neben Marcos Ambrose einen weiteren Australier der in der #51 von Phoenix Platz nimmt. Auch Brian Keselowski, der “etwas” langsamere und ältere Bruder von Brad, ist wieder in der #52 dabei und wird auch am Rennen teilnehmen, da nur 43 Teams gemeldet sind. Erneut begrüßen dürfen wir Boris Said in der #32 und Ron Fellows in der #33, welche auch in Sonoma am Start waren. Die #98 von Phil Parsons Racing wird diesmal nicht dabei sein, der Fahrer Michael McDowell ist für dieses Wochenende in der #35 gemeldet. AJ Allmendinger wechselt ebenfalls das Cockpit, nachdem er zuletzt in der #51 saß, kehrt er erneut in die #47 zurück. Hingegen nicht auf der Entrylist zu finden ist Joe Nemechek, welcher den Fahrersitz der #87 mit Tomy Drissi tauscht.

Wie gewohnt gibt es nun noch die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die TV-Zeiten für das Wochenende. MotorvisionTV wird nach der Pause letzte Woche wieder live dabei sein.

Freitag 09.08.
18:00 Uhr, Sprint Cup Practice, SPEED
19:30 Uhr, Nationwide Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Practice, SPEED

Samstag, 10.08.
15:30 Uhr, Nationwide Qualifying, ESPN2
17:30 Uhr, Sprint Cup Qualifying, EPSN2
20:15 Uhr, Nationwide Rennen (Zippo 200), ABC (Green Flag: 20:35 Uhr)

Sonntag, 11.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Rennen (Cheez-It 355), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 19:19 Uhr)

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July 16 2013

18:24

NASCAR: Analyse New Hampshire Juli 2013

Das Rennen in New Hampshire war definitiv besser als erwartet, was zum einen an den diversen Zwistigkeiten auf der Strecke lag. Zum anderen verfolgte Tony Stewart eine mehr als gewagte Benzinstrategie, welche den Weg für einen Außenseitersieg ebnete. So fuhr schließlich der Teilzeitpilot Brian Vickers in die Victory-Lane.

Brian_Vickers_Loudon_Lobster_Victory_Lane_71413_NSCSWer hätte schon damit gerechnet, dass Brian Vickers am Sonntag in die Victory-Lane fährt? *räusper* Ich, denn der (noch) Teilzeitfahrer von Michael Waltrip Racing stand in der Vorschau als Dark-Horse auf meiner Favoritenliste. Auf den Shorttracks muss man ganz einfach mit Vickers rechnen, welcher in der Schlussphase eine sehr überzeugende Vorstellung bot. In Martinsville und Bristol lieferte er bei seinen Gasteinsätzen stets gute Resultate ab. Spätestens mit diesem Erfolg hat Brian sich für einen Vollzeiteinsatz im nächsten Jahr empfohlen, wenn Mark Martin das Cockpit der #55 abgeben wird. Diese Übernahme kann als nahezu sicher angesehen werden, immerhin äußerte sich Teamchef Michael Waltrip zuletzt schon entsprechend. Im Folgenden wollen wir uns anschauen, warum Brian das Rennen gewonnen hat und zusätzlich die kleinen Privatfehden des NASCAR-Wochenendes beleuchten.

Die 300 und eine Meile schlugen schon extrem früh eine turbulente Richtung ein, weil bei Joey Logano bereits in Runde 5 ein Reifen explodierte. Weil das natürlich nicht aufgrund von erhöhtem Verschleiß geschehen sein konnte, muss wohl ein Materialfehler vermutet werden. Diese Caution sollte auch nicht die einzige bleiben, im Verlauf des Rennens kam es insgesamt zu deren zwölf. In Umlauf 15 bekam Marcos Ambrose von Kevin Harvick die Quittung für sein angeblich zu hartes Racing, was in der Folge auch den unschuldig verwickelten Piloten Casey Mears und AJ Allmendinger ondulierte Autos bescherte. So richtig die feine englische Art war das Revanchemanöver von Harvick dann irgendwie auch nicht: Sich erst aufregen, dass zu früh zu hart gefahren wird und dann direkt mal Unbeteiligten den ganzen Tag ruinieren.

Auch nach der anfänglichen Aufregung hatte das Rennen überhaupt keine Chance, in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen, weil NASCAR ständig wegen Debris die gelbe Flagge herausholte. Bis weit in das letzte Renndrittel hinein folgte spätestens nach 50 Runden die jeweils nächste Caution. Zwischenzeitlich platzte bei Denny Hamlin zum x-ten Mal in den letzten paar Rennen zu allem Überfluss wieder ein Reifen, was seine eh schon sehr geringen Chase-Ambitionen nun endgültig zu begraben droht.

Durch die vielen Gelbphasen wechselte bei den Boxenstopps aufgrund unterschiedlicher Reifenstrategien auch gerne mal die Führung, obwohl es mit insgesamt nur 10 Wechseln unter lediglich sechs Fahrer doch recht übersichtlich blieb. Kurt Busch (102), Tony Stewart (84), Kyle Busch (53), Matt Kenseth (33), Brian Vickers (16) und Brad Keselowski (14) teilten die 302 Runden (aufgrund einer Green-White-Checkered-Verlängerung) unter sich auf. Wer vorne liegend an der Box die falsche Strategie verfolgte, dem drohte entweder der Verlust von äußerst wichtiger Track-Position oder ein konkurrenzloses Fahrzeug auf alten Reifen, mit dem sich die Spitzenposition nicht verteidigen ließ.

Das beste Beispiel für die erste Variante lieferte Kurt Busch ab, der über das konstanteste Auto im Feld verfügte und endlich die langersehnten Früchte in Form eines Sieges einholen wollte, nachdem er in den letzten Rennen schon durch die Bank weg an der Spitze des Feldes zu sehen war. Das Team der #78 traf zu Beginn des letzten Renndrittels die falsche Entscheidung und nahm im Gegensatz zum Rest der nur einseitig neu bereiften Meute gleich vier frische Pneus mit auf die Reise. Das Resultat: Kurt verschwand im Mittelfeld, wo mit harten Bandagen gekämpft wurde.

Nicht mal 20 Runden später kam es dann für ihn zu einem klassischen Rennunfall mit Beteiligung von Matt Kenseth und einem laut Kyle Busch nicht ganz unschuldigen Ryan Newman. Das ist jetzt noch nett formuliert, denn während Kurt anschließend keine Schuldzuweisungen unternehmen wollte, wich dessen jüngerer Bruder auf Beleidigungen aus. Da Newman bereits zurückfeuerte, sollte man ihn und die Busch-Brüder in den nächsten Wochen genau im Auge behalten.

Probleme mit kaltverformtem Blech bekam später auch Danica Patrick, welche am Sonntag gleich zwei Gelbphasen auslöste. Erst drehte sie sich ohne Fremdbeteiligung in Turn 2 und anschließend räumte Danica ausgerechnet Ricky Stenhouse Jr sowie Travis Kvapil ab. Der Vollständigkeit der Vorfälle halber: Die vorletzte Caution kam gut 40 Runden vor Schluss unter Beteiligung von Jeff Gordon und Paul Menard zu Stande. Beide Piloten konnten das Rennen jedoch anschließend noch in der Führungsrunde beenden.

So viel zu den diversen Scharmützeln auf der Strecke. Schauen wir uns nun noch an, warum Brian Vickers das Rennen gewinnen konnte: Nachdem Kurt Busch aus der Entscheidung gefallen war, übernahm vorne Tony Stewart das Kommando, verzichtete jedoch im Nachgang des Führungswechsels auf weitere Tankstopps. Bei mehr als 90 noch zu fahrenden Runden stellte dies aufgrund des wesentlich kleineren Benzinfensters eine nicht haltbare Strategie dar. Smoke probierte es trotzdem und kam zu jedermanns Erstaunen tatsächlich 301 Runden weit. Dumm nur, dass drei Umläufe vor Schluss noch etwas Debris auf der Strecke gefunden wurde und das Rennen auf – für Stewart unhaltbare – 302 Runden verlängert wurde.

Die engsten Verfolger von Tony Stewart lauteten Brian Vickers und Kyle Busch, welche jeweils in den beiden Cautions nach dem Stewart-Stopp noch einmal zum Nachfassen kamen und trotzdem ihre Track-Position halten konnte. Warum man bei der #14 nicht auch einen Tankstopp einlegte, fragte sich wohl jeder Beobachter. Dass es ging, machten Vickers und Busch doch vor. Für diese beiden Piloten war somit schon während des finalen Stints die Bahn nach vorne frei. Vickers überholte einen benzinsparenden Stewart in Umlauf 287, während Kyle ein bisschen Pech mit der Abstimmung des Autos hatte. Die #18 war lediglich auf den Short-Runs extrem überzeugend, sobald aber das Rennen nach einem Restart ein paar Runden lief, war Busch machtlos. Dass er die sehr späte Caution nicht besser nutzen konnte, kam dann allerdings doch sehr überraschend.

So gewann schließlich Brian Vickers das Rennen, allerdings war das kein zufälliger Glücksgriff. In jeder Woche hat die #55 das Potenzial, am Ende ganz oben zu stehen und Vickers agierte den gesamten Nachmittag über souverän und fuhr den Sieg unter hohem Druck von z. B. Kyle Busch heraus, speziell als plötzlich eine Verlängerung anstand. Von daher: Hut ab! Hinter Vickers und Busch klassifizierten sich Jeff Burton, Brad Keselowski und Aric Almirola. Vor allem Burton und Almirola können ein solch gutes Ergebnis für ihre eigene Motivation sicherlich gut gebrauchen. Die Top10 komplettierten unterdessen Jimmie Johnson, Kevin Harvick, Carl Edwards, Matt Kenseth sowie Jeff Gordon.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Am nächsten Wochenende macht der Sprint Cup seine zweite und letzte Pause für dieses Jahr. Zeit also, vor dem Brickyard 400 in Indianapolis und dem nahenden Chase noch einmal durchzuschnaufen.

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July 09 2013

06:15

NASCAR: Analyse Daytona Juli 2013

„Ooops, I did it again!“ dürfte sich Jimmie Johnson gedacht haben, als er nach dem Daytona 500 auch das Sommerrennen auf dem legendären Superspeedway in Florida gewann. Die im Vorfeld stark auftretende Armada von Joe Gibbs Racing konnte in der Nacht dagegen nicht mithalten und so holte Johnson ausgerechnet mit Restrictor-Plates die meisten Führungsrunden und landete am Ende in der Victory-Lane.

Jimmie_Johnson_070613_Burnout_DaytonaEigentlich musste Jimmie Johnson ja gewinnen, nachdem sein Superspeedway-Knoten im Daytona 500 endlich geplatzt war. Was hatte er seit 2006 jahrelang auf den Restrictor-Plate-Ovalen gelitten und war in einen Big-One nach dem anderen verwickelt. Der Stochastik nach stand also quasi irgendwann eine sehr erfolgreiche Zeit bevor und je länger das Pech andauerte, desto größer würde das anschließende Glück ausfallen müssen. Die Mathematik gab ihm Recht und so gewann Johnson in dieser Saison gleich beide Rennen in Daytona – unglaublich! Auch wenn ich ihn nicht als den idealen Sieger empfunden habe und mir Außenseiter-Erfolge lieber sind, hat er sich die Fahrt in die Victory-Lane doch reichlich verdient. Immerhin führte Jimmie das Feld satte 94 der 160 Runden durch die Nacht und das ist für ein Superspeedway-Rennen natürlich schon eine Wucht. Die nur 18 Führungswechsel waren dann die logische Folge und es überrascht jetzt auch eher, dass trotz dieser Zahl wenig Single-File gefahren wurde.

Insgesamt präsentierte sich das Gen6 im Draft nämlich sehr „fahrbar“ und ruhig, was wohl an den bisherigen Erfahrungen aus Daytona und Talladega liegen dürfte. So war es möglich, dass sich fast durchgehend zwei Linien herausbilden konnten, während es bei den Restarts sogar three-wide erstaunlich unkompliziert ablief. Dementsprechend kam es auch nur zu insgesamt 6 Cautions, von denen die erste recht früh durch den Motorschaden von Paul Menard ausgelöst wurde. In den ersten 150 Runden waren die Crashes zudem noch recht übersichtlich und betrafen wenige Fahrer. Kurz zusammengefasst:

Caution #2: Joey Logano (Reifenschaden)
Caution #3: Martin Truex Jr dachte, er sei clear und wurde vom hinterherfahrenden Denny Hamlin umgedreht. Hamlin bekam wiederum von Teamkollege Kyle Busch einen Schubser und landete direkt vor der Motorhaube von Juan Pablo Montoya.
Caution #4: Eine ähnliche Rangelei zwischen Marcos Ambrose und David Stremme sorgte für eine Kettenreaktion im Hinterfeld zwischen Aric Almirola, AJ Allmendinger und Greg Biffle.

Während dieser Gelbphase gut 30 Runden vor dem Ende konnten übrigens auch alle Fahrer das Benzinfenster schließen. Zudem überraschten viele Teams mit der Entscheidung, für den finalen Fuelrun keine neuen Reifen aufzuziehen. Ganz allgemein gesehen hielten die Goodyears wirklich absurd lange. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wer es war, aber bei den Interviews nach dem Rennen wurde irgendwann erwähnt, dass ein Fahrer die komplette Nacht mit einem einzigen Satz linker Pneus absolviert hätte. Leider habe ich diese Aussage jetzt auf die Schnelle nicht mehr gefunden, um es ganz sicher belegen zu können – schade.

Die aufregenden Momente des Rennens spielten sich dann in den letzten 10 Runden ab, als zwei Big-Ones Schlag auf Schlag folgten. Zunächst hebelte sich Denny Hamlin auf dem Apron ausgangs Turn 4 selbst aus und riss die Meute hinter sich ins Verderben. Matt Kenseth konnte gerade noch so ausweichen, ansonsten hätte er seinen Teamkollegen à la T-Bone auf die Hörner genommen. Getroffen wurde Hamlin aber dennoch und zwar von AJ Allmendinger, der meiner Meinung nach noch etwas zu schnell unterwegs war. Allerdings spielt sich sowas in Sekundenbruchteilen ab, von daher ist die tatsächliche Reaktionsmöglichkeit immer schwer einzuschätzen. Jedenfalls hatte Denny richtig viel Glück, da er um 180 Grad herumgerissen wurde und aufzusteigen drohte. Ebenfalls beteiligt waren noch Jeff Gordon, David Reutimann und Dave Blaney.

Anschließend musste das Rennen für knapp 10 Minuten mit einer roten Flagge gestoppt werden, um das Chaos rechtzeitig vor dem Ende aufräumen zu können. Der arme Jimmie Johnson war nun im Finale mit den so ungeliebten Restarts konfrontiert, die ihm in den Wochen zuvor schon einige Probleme einbrachten. Dieses Mal konnte er als Führender aber immerhin selbst das Tempo vorgeben. Trotzdem bekam hinter ihm Marcos Ambrose plötzlich einen riesigen Run auf die #48 und versuche, auf der Gegengeraden innen vorbeizuziehen. Dabei kollidierte der Australier mit Jimmie und wurde daraufhin wie beim Billard in Kasey Kahne gedrückt. Der übernahm den elastischen Stoß und bog seitwärts in die SAFER-Barrier ab, wobei der Einschlag sich zudem als recht gewalttätig entpuppte.

Auf dem Plan stand anschließend Green-White-Checkered-Verlängerung #1, die zwar ausreichen sollte, aber trotzdem nicht ereignislos blieb. Jimmie Johnson lieferte dabei eine absolut souveräne Vorstellung ab und hielt fast mühelos beide Linien hinter sich. Das sah schon sehr beeindruckend aus! Währenddessen wurde eingangs der letzten Runde hinter ihm Carl Edwards von Scott Speed umgedreht. Die mitgerissenen Piloten hießen hier Marcos Ambrose, Bobby Labonte, Joe Nemechek und Landon Cassill. Da dies jedoch erst in Turn 2 geschah, war vorne ohne Probleme ein Rennen um den Sieg unter Grün möglich. Ich möchte ein Kompliment an die NASCAR-Offiziellen aussprechen, die hier alles richtig gemacht haben und die gelbe Flagge im Köcher ließen.

Während Jimmie Johnson bei der Einfahrt ins Trioval Tony Stewart hinter sich lassen konnte, versuchten sich Danica Patrick, Ricky Stenhouse Jr, Kyle Busch und David Gilliland an einem Four-Wide-Manöver, was letztlich Danica in einen Dreher schickte. Die trudelnde #10 sammelte schließlich alles jenseits der Top8 ein, was das Endresultat wie üblich etwas durcheinanderwürfelte. Hinter Johnson holten sich Tony Stewart, Kevin Harvick, Clint Bowyer und Michael Waltrip ein Top5-Ergebnis, während Kurt Busch, Jamie McMurray, Dale Earnhardt Jr, Casey Mears und Ryan Newman die Top10 komplettierten.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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May 14 2013

06:15

NASCAR: Analyse Darlington 2013

Nach dem triumphalen Dreifachsieg im Nationwide-Rennen vom Vortag schlitterte Joe Gibbs Racing in der Nacht von Samstag auf Sonntag nur knapp an einer Wiederholung im Sprint Cup vorbei. Weil Kyle Busch durch einen schleichenden Plattfuß spät und eiskalt erwischt wurde, gewann Matt Kenseth mit Interim-Crew-Chief vor Vollzeit-Rückkehrer Denny Hamlin sein drittes Saisonrennen.

Matt Kenseth team NASCAR Southern 500 Darlington 2013 300x195 NASCAR: Analyse Darlington 2013Eine Spannungsperle war das Nachtrennen in Darlington mit Sicherheit nicht, jedoch konnte es den klassischen Langstreckencharakter der NASCAR anbieten: Es gab eine Menge Boxenstopps unter grüner Flagge, nur fünf Cautions – davon vier im letzten Rennviertel – und lediglich neun Führungswechsel unter vier Fahrern. Als es ab Umlauf 300 von 367 richtig interessant wurde, befanden sich nur noch gut zehn Piloten mit dem Spitzenreiter in derselben Runde. Die ersten 300 Umläufe sind daher auch schnell erzählt: Polesitter Kurt Busch konnte sich bis zu den ersten Green-Flag-Pitstops achtbar in Führung halten, ließ dann aber die falschen Veränderungen an seiner #78 vornehmen und verlor parallel zur untergehenden Sonne sein Handling sowie in der Folge logischerweise die Spitzenposition. Dies war zugleich der Startschuss für seinen jüngeren Bruder Kyle Busch, der übernahm und seinen Toyota einsam in den Sonnenuntergang ritt – The End!

Ach nein, Moment, die Geschichte ging ja doch anders aus: Zunächst brachte Gelbphase #1 wegen Debris in Runde 125 keinerlei Veränderung und auch die Strategie von Jeff Gordon war lediglich gut gemeint. Bei der #24 ging man eine weitere Reihe Green-Flag-Pitstops fünf Umläufe früher an als das Team von Kyle Busch und konnte somit glatte zwei Sekunden pro Runde auf den Spitzenreiter gutmachen. Die so ergatterte Führung holte sich Busch aber schon 15 Umläufe später unter Grün wieder zurück, da NASCAR weiterhin keine Anstalten machte, eine Caution rauszubringen und nun wiederum Kyle die neueren Pneus aufgeschnallt hatte. Etwas Dynamik kam wie erwähnt erst ab Runde 300 ins Spiel, als Regan Smith seine #51 in einen Dreher schickte. Nun folgten die Gelbphasen nämlich Schlag auf Schlag:

Nur wenige Umläufe nach dem Restart ließ Paul Menard etwas zu wenig Platz für den oben fahrenden Casey Mears, der daraufhin zwischen Außenmauer und Kurt Busch hin und her trudelte. Direkt dahinter konnte Brad Keselowski nicht mehr ausweichen und wurde aufgrund des beschädigten Dienstwagens um ein Finish innerhalb der Top30 gebracht. 19 Runden nach dem Restart gerieten dann im Hinterfeld Marcos Ambrose und Josh Wise aneinander. Weil Wise die #35 frontal in der SAFER-Wall parkte und dabei auch David Reutimann mit ins Verderben riss, brachte NASCAR Caution #4 heraus.

Kyle Busch hatte sich in dieser Phase auch von den Wirren der vielen Boxenstopps unter gelber Flagge nicht durcheinanderbringen lassen und führte nach wie vor das Feld an. Ironischerweise sollte er dann an der finalen Gelbphase nur eine Runde nach dem Restart beteiligt sein, als er sich mit Kasey Kahne ein sehenswertes Duell um die Führung lieferte. Im Infight geriet Busch auf den Apron und kam daraufhin in Turn 1 zu weit nach oben, wo Kahne unterwegs war. Die #18 erwischte die #5 leicht am Heck oder machte sie zumindest aero-loose, wodurch sich Kahnes Siegchancen urplötzlich auflösten und er mit einem Dreher in der Mauer landete.

Spätestens zum allerletzten Restart 30 Runden vor Schluss sah dann eigentlich alles nach leichter Beute für Kyle Busch aus, so wie er sich zuvor gegen die Angriffe aller Kontrahenten erfolgreich zur Wehr setzen konnte. Ausgerechnet in dieser entscheidenden Phase brach das Glück mit ihm und ein schleichender Plattfuß trat auf den Plan. Busch verlor zunächst massiv an Zeit und daraufhin auch Positionen, selbst ein Top5-Resultat rutschte in weite Ferne. Vorne übernahm stattdessen der – bisher eher leise aber effektiv auffahrende – Rest der auftrumpfenden Armada von Joe Gibbs Racing. Matt Kenseth sicherte sich somit seinen dritten Saisonsieg vor Vollzeit-Rückkehrer Denny Hamlin, womit JGR also nur knapp einen Dreifacherfolg wie im Nationwide-Rennen am Vortag verpasste.

Trotzdem ein absolutes Top-Resultat, was die Mannschaft da gemeinsam ablieferte! Da konnte selbst Hendrick Motorsports nur die zweite Geige spielen, denn an Joe Gibbs Racing führte an diesem Wochenende absolut kein Weg vorbei. Sie „hatten einfach den Speed“, wie man dann so schön sagt. Jeff Gordon, Jimmie Johnson komplettierten gemeinsam mit RCR-Pilot Kevin Harvick die Top5, gefolgt von Kyle Busch, Carl Edwards, einem unauffälligen aber starken Juan Pablo Montoya, Dale Earnhardt Jr. und Ryan Newman in den Top10. Clint Bowyer, Martin Truex Jr., Greg Biffle, Kurt Busch und Tony Stewart belegten die Plätz 11 bis 15 vor Jamie McMurray, Kasey Kahne, Ricky Stenhouse Jr., Paul Menard sowie Aric Almirola, der leider das fünfte Top10-Resultat in Folge verpasste.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Am nächsten Wochenende folgt etwas Abwechslung vom harten Punktealltag, wenn das jährliche All-Star-Rennen der NASCAR ansteht. Am Freitag biete ich dazu wie gewohnt eine kompakte Vorschau inklusive Erklärung des Formats und Vorstellung der Teilnehmer an. Eine Analyse wird es allerdings wie immer bei den Spaßrennen nicht geben.

kurt busch green flag nascar southern 500 darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Kurt Busch pre NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Stephanie Decker 1 NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Stephanie Decker 2 NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Kasey Kahne pit stop NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 overview NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Darlington Stripe NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Matt Kenseth pit stop NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Matt Kenseth finish NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Brad Keselowski NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Jeff Gordon Top 5 team NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Matt Kenseth burnout NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Matt Kenseth team NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013 Matt Kenseth victory lane NASCAR Southern 500 Darlington 2013 150x150 NASCAR: Analyse Darlington 2013  NASCAR: Analyse Darlington 2013

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April 09 2013

06:15

NASCAR: Analyse Martinsville April 2013

Das Rennen in Martinsville präsentierte sich wie immer als typische Short-Track-Sause, insgesamt kam es zu 12 Gelbphasen durch mehr oder weniger kräftigen Lackaustausch. An der Spitze ging es am Sonntag allerdings eher übersichtlich zu, denn lediglich fünf Piloten konnten überhaupt Führungsrunden sammeln. Am Ende gewann Martinsville-Spezialist Jimmie Johnson.

Jimmie Johnson Victory Lane Martinvsille NASCAR April 2013 300x199 NASCAR: Analyse Martinsville April 2013Schon die achte dieser enormen Standuhren muss Jimmie Johnson nun durch seinen Sieg in Martinsville irgendwie in seinem Trophäenzimmer unterbringen. Der Hendrick-Chevrolet mit der #48 lief zuvor ähnlich präzise wie das anschließend gewonnene Uhrwerk, denn immerhin holte Johnson satte 385 von 500 möglichen Führungsrunden. Lediglich Matt Kenseth und Kyle Busch konnten da mit ihren 96 bzw. 56 Umläufen in Front des Feldes einen Anspruch auf eine Fahrt in die Victory-Lane stellen. Marcos Ambrose streckte seine Nase beim Rennstart kurz vor Johnson über die Linie und Travis Kvapil nutzte die zweite Gelbphase, um einen Bonuspunkt zu sammeln. Ansonsten blieb der Nachmittag in Virginia quasi eine One-Man-Show, zumindest wenn man die Spitze betrachtet. Dahinter flogen wie gewohnt ordentlich die Fetzen, was dann zu insgesamt 12 Cautions führte. Weil ich die jetzt nicht einzeln nacheinander herunterbeten möchte, gehen wir einen anderen Weg und sehen uns den Tag im Büro aus der Sicht der einzelnen Beteiligten an:

Hinter Johnson erlebte auch der Rest der Top5 ein vergleichsweise ruhiges Rennen und so sicherte sich Clint Bowyer einen starken zweiten Platz vor Jeff Gordon. Die letztjährigen Martinsville-Streithähne tauschten zwar auch dieses Mal etwas Lack aus, die Bump-&-Run-Manöver liefen aber durchgehend fair ab. Während Bowyer zur Rennmitte in eine der größeren Karambolagen verwickelt war und sich zurückkämpfte, fiel Gordon des Öfteren an der Boxengasse zurück. Beim finalen Money-Stop zeigten sich Fahrer und Crew der #24 aber wieder voll auf der Höhe. Die Top5 komplettierten Kasey Kahne und Kyle Busch, was einen fast makellosen Tag bei Hendrick Motorsports vervollständigte. Lediglich Dale Earnhardt Jr (24.) blieb farblos und kam zur Überraschung der Beobachter nach der Beteiligung an einigen Scharmützeln nicht einmal in die Top20.

Hinter bzw. neben dem jüngeren Busch-Bruder fuhr Brad Keselowski um wenige Zentimeter ganz knapp nur einen sechsten Rang ein, gefolgt von Jamie McMurray, Marcos Ambrose, Greg Biffle und dem Hamlin-Ersatzmann Mark Martin im Gibbs-Toyota. McMurray fuhr im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya (26.) ein starkes Rennen und war dabei konstant in den Top10 unterwegs. Montoya brachte dagegen einmal mehr kein Bein auf den Boden und fing sich schon nach weniger als 100 Umläufen seinen ersten Rundenrückstand ein. Martin war mit seinem zehnten Platz noch durchaus gut dran, bedenkt man, dass er gegen Rennmitte an der Boxengasse übel erwischte wurde. Der Oldie verabschiedete sich etwas zu früh von seiner Crew, welche den linken Vorderreifen noch nicht komplett festgezogen hatte. Da sein Wagen daraufhin zwischen Tür und Angel zusammenbrach, musste man die #11 außerhalb des eigenen Pitstalls erneut aufbocken, was natürlich in einer Bestrafung resultierte.

Hinter den Top10 wurde es im Kampf um Platz 11 auf den letzten Metern noch einmal richtig eng. Brian Vickers schob sich knapp vor Danica Patrick über die Linie, welche ein bärenstarkes Rennen ablieferte und sich auch von ihren vielen Feindkontakten (u. a. mit Dale Earnhardt Jr) nicht einschüchtern ließ. Da Patrick zudem aufgrund eines vorangegangenen Motorwechsels das Feld von hinten durchpflügen musste, wertet dies ihre Leistung noch einmal enorm auf. Kevin Harvick hatte dagegen in dieser Dreiergruppe auf Platz 13 das Nachsehen, wobei ihm gerade Vickers die Sache nicht wirklich leichter machte. Nach der Zieldurchfahrt schickte Harvick den Waltrip-Toyota mit der #55 dann auch kurzerhand in einen harmlosen Dreher, um sein Missfallen auszudrücken.

Apropos Dreher: Die schönste Pirouette des Tages lieferte wohl Carl Edwards ab, der es ziemlich genau zur Rennmitte schaffte, seinen Roush-Ford nach einem Reifenplatzer auf einer Distanz von weniger als fünf Metern um 360 Grad zu drehen. Der Pilot der „Number ninety nine“ kam am Ende direkt hinter Matt Kenseth (14.) ins Ziel, welcher wie erwähnt seinerseits die zweitmeisten Führungsrunden nach Johnson einfahren konnte. Doch nicht nur Edwards hatte Schwierigkeiten mit den Reifen, denn auch bei u. a. David Reutimann, Ryan Newman und Brian Vickers gingen zwischenzeitlich die Schlappen kaputt. Dabei darf man allerdings Goodyear nicht die Alleinschuld daran geben, weil sich die Ursachen dafür im Gegensatz zu meinen Erwartungen im Vorfeld des Rennens weniger bei den – dann doch kaum genutzten – Two-Tire-Pitstops finden ließen. Vielmehr erwiesen sich die sehr engen Duelle als Hauptschuldige daran, dass einige Pneus nämlich schlicht und ergreifend im Infight aufgeschlitzt wurden.

Weitere erwähnenswerte Details:

- Bei Stewart-Haas Racing holte sich doch tatsächlich Danica Patrick das beste Resultat der Mannschaft ab. Tony Stewart (17.) fuhr erneut der Meute hinterher und hatte deshalb auch keine Zeit, sich um Joey Logano (23.) zu kümmern, welcher seinerseits wiederum tatsächlich die Zielflagge sah. Ryan Newman (31.) versuchte nach seinem Reifenplatzer eigenmächtig eine Gelbphase auszulösen, indem er seinen Wagen quasi fast auf der Rennstrecke stoppte. Bei den NASCAR-Offiziellen kam das hingegen nicht so gut an, denn die brummten ihm daraufhin an der Box drei Runden Rückstand auf.

- Auch Brad Keselowski bekam es mit der eisernen Faust der NASCAR zu spüren, da er nach Meinung eines Offiziellen knapp außerhalb der eigenen Pitbox abgefertigt wurde. Nach Ansicht der Wiederholung stellte sich dies allerdings zumindest als grenzwertig heraus, doch natürlich nehmen die Offiziellen selten eine Entscheidung zurück. So musste Keselowski nach dem Reifenwechsel auf der rechten Seite zunächst seine Standposition korrigieren, bevor weitergearbeitet werden durfte.

Die beiden herausstehenden Cautions ereigneten sich kurz vor Rennmitte sowie wenige Runden vor Schluss:

- In Umlauf 181 führten zwei unabhängige Vorfälle im Mittelfeld zu einer ganzen Reihe von Auffahrunfällen, welche bei einigen Teams natürlich sofort größere Reparaturarbeiten auslösten. Während aber zum Beispiel Clint Bowyer und Mark Martin noch glimpflich davon kamen, war bei Travis Kvapil und Martin Truex Jr der Tag nahezu komplett gelaufen.

- Kurz vor dem Finale musste dann Kurt Busch seinen Furniture-Row-Chevrolet nach einem Bremsdefekt brennenderweise mitten auf der Strecke abstellen. Der Bordfeuerlöscher sorgte jedoch dafür, dass es beim älteren Busch-Bruder zum Glück nur bei einem angesengten Visier blieb. Zur Reinigung der Strecke kramte die NASCAR dann sogar mal wieder eine rote Flagge heraus.

In der nächsten Woche steht nun das erste reguläre Nachtrennen im Sprint Cup auf dem Programm, wenn die NASCAR das 1,5 Meilen lange Intermediate-Oval in Texas befährt. Dorthin reist jetzt Jimmie Johnson nach seinem Sieg als Führender in der Meisterschaft, knapp vor Brad Keselowski und Dale Earnhardt Jr. Letzterer musste die unauffällig erworbene Spitzenposition nach seinem schwachen Martinsville-Auftritt (vorerst) wieder abgeben.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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March 26 2013

07:15

NASCAR: Analyse Fontana 2013

Was für ein Wochenende! In vielen Rennserien ging es gehörig durcheinander, die NASCAR machte da am Sonntag keine Ausnahme und das wohl spannendste Finale der Fontana-Geschichte war die Folge. Leider ging das nicht ohne blaue Flecken aus, da Tony Stewart nach der Auslaufrunde auf Joey Logano wartete. Zudem hatte Denny Hamlin einen heftigen Unfall.

auto club 400 kyle busch sunoco flag nascar 2013 300x183 NASCAR: Analyse Fontana 2013Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass ich an dieser Stelle wieder ausführlich über die Reifen von Goodyear schreiben würde, doch die haben sich am Sonntag erstaunlich gut gehalten. Dafür soll das Thema des Tages die letzte Runde des Rennens sein, welche man getrost in die Hall-of-Fame der besten NASCAR-Finishes aufnehmen kann. Ich erinnere mich auf die Schnelle nur an eine Handvoll gleichwertiger Zieleinläufe seit 2007: Watkins Glen 2012, Martinsville 2010 und ein paar Talladega-Rennen. Dass sich nun ausgerechnet Fontana in dieser Wertung einreiht, überrascht allerdings etwas. Das große Drama fing – wie vor Ort gewohnt – mehr oder weniger beim letzten Restart zehn Runden vor Schluss an. Kyle Busch lag in Führung und auf direktem Kurs zum Sieg, nachdem er den Nachmittag fast im Alleingang dominieren konnte. Hinter ihm startete Teamkollege Denny Hamlin und neben den beiden bildeten Joey Logano sowie Tony Stewart die zweite Linie.

Damit waren alle Zutaten für dieses NASCAR-Meisterwerk in den Topf geworfen, denn schon beim Schwenken der grünen Flagge zum letzten Run ging es los: Joey Logano hatte Schwierigkeiten, Leader Busch – wie vom Reglement verlangt – den Vortritt beim Überqueren der Ziellinie zu lassen und wurde stattdessen leicht langsamer. Dadurch schloss Tony Stewart recht schnell auf und wollte innen an Logano vorbei, welcher aber seinerseits einen Block zur Verteidigung setzte. Das gefiel Stewart ganz und gar nicht und deshalb passte er Logano nach der Auslaufrunde ab, indem er seinen Chevy direkt vor die #22 parkte. Ein kleines Handgemenge konnte recht schnell von den Mechanikern aufgelöst werden, aber der Rauch hatte sich sozusagen noch lange nicht verzogen. Smoke war völlig außer sich und erging sich in Schimpftiraden, welche nachträglich von FOX zensiert werden mussten.

Laut Stewart hätte Logano in keinster Weise das Recht gehabt, ihn zu blocken, da der Penske-Pilot sich selbst wegen solcher Situationen in der Vergangenheit des Öfteren aufregt habe. Logano habe ohnehin im Gegensatz zum Rest seiner Fahrerkollegen an keinem Tag in seinem Leben hart arbeiten müssen, um in den Sprint Cup zu gelangen und solle sich bei Konfrontationen außerdem nicht immer hinter seiner Crew verstecken. Der Rest waren ein paar harsche Ausdrücke und das Versprechen, Logano demnächst gehörig in den Allerwertesten zu treten.

Diese Meinung kann man verstehen und vielleicht sogar unterstützen, aber meines Erachtens hat Stewart eventuell ein wenig überreagiert, zumal er selbst kein Kind von Traurigkeit ist, was solche Fahrmanöver angeht. Als äußerst interessant empfand ich es, dass Kasey Kahne dem Hendrick-Partner zumindest verbal direkt zur Seite sprang und dessen Ansicht bezüglich Loganos Fahrweise verteidigte. Möglicherweise ist das aber auch nur Teamwork, denn natürlich machte sich im Gegenzug auch der „Captain“ Roger Penske aus dem fernen St. Petersburg wiederum für seinen Fahrer stark.

Die Quintessenz der ganzen Geschichte ist für mich persönlich: Das Logano-Manöver kann man machen, wenn es wie hier um den Sieg geht. Kommt sowas aber zu häufig vor oder beschwert man sich auch noch, wenn diese Taktik gegen einen selbst eingesetzt wird, dann ist das tatsächlich bescheuert. Natürlich kam die Situation mit Hamlin aus der Vorwoche bei Stewarts Beurteilung erschwerend dazu und ich vermute mal, dass Smoke sich beim Thema „jammern“ exakt auf die Logano-Reaktion aus Bristol berufen haben wird. Dann allerdings so einen Aufstand zu machen, dass man schon Angst haben muss, ist aber sicher auch nicht die feine englische Art. Na gut, wir sind halt in der NASCAR, da muss Logano wahrscheinlich mit sowas leben.

Aber nun zurück zum Finale, denn an der Spitze war zwischen Kyle Busch, Joey Logano und Denny Hamlin ja noch nicht ausgemacht, wer denn in die Victory-Lane fahren würde. Busch konnte sich auf diesem Shortrun nicht mehr so leicht in Führung halten wie noch zuvor und musste nach vier Runden die Spitzenposition an Logano abgeben und kurz darauf auch Hamlin ziehen lassen. Während sich ganz vorne die beiden Bristol-Streithähne gegenseitig keinen Millimeter schenkten, wurde Busch dahinter kurzzeitig sogar von Carl Edwards bedroht. Die letzten beiden Runden waren dann wirklich filmreif und hätten gut und gerne direkt aus einem NASCAR-Rennen der 70er-Jahre stammen können.

Während Logano und Hamlin einander das Leben schwer machten, zog der Gibbs-Toyota von Kyle Busch plötzlich wieder an. In der letzten Runde war er dann tatsächlich der lachende Dritte und holte sich nach dem Sieg vom Vortag in der Nationwide Series eine weitere Trophäe für den heimischen Wohnzimmerschrank ab. Nachdem Busch an den Streithähnen vorbei war und diese ihre Niederlage realisiert hatten, ging es quasi nur noch um die Ehre in Form einer ausstehenden Revanche. Es kam also wie es kommen musste und die beiden Fahrzeuge berührten sich, weil Joey Logano in der letzten Runde ausgangs von Turn 4 die obere Linie nicht aufgeben wollte und erneut eine Blockade versuchte. Denny Hamlin war allerdings schon neben der #22 und es krachte.

Joey Logano schlug in die Außenmauer ein und rollte als Dritter hinter einem dankend abstaubenden Dale Earnhardt Jr über die Ziellinie. Denny Hamlin schoss dagegen in Richtung Infield und schlug frontal hart in die innere Streckenbegrenzung ein. Zu seinem Unglück befand sich an dieser Stelle allerdings keine SAFER-Barrier, was in einen unglaublichen Aufprall mündete; so einen schweren Unfall haben wir wohl seit Elliott Sadler in Pocono nicht mehr gesehen. Hamlin war zwar bei Bewusstsein und nahm das Window-Net herunter, allerdings musste er sich nach dem Ausstieg sofort auf den Boden legen, was zeigte, wie sehr ihn der Einschlag tatsächlich mitgenommen hatte.

Da Hamlin über Rückenschmerzen klagte, transportierten die Hilfskräfte ihn zur Sicherheit zunächst auf einer Trage ab. Anschließend brachte ihn ein Helikopter zur nächtlichen Beobachtung in das nächstgelegene Krankenhaus. Diesen Weg wählte man allerdings nur, um dem Rückreiseverkehr von der Strecke zu entgehen. Am Montag wurde dann bekanntgegeben, dass sich Hamlin einen Lendenwirbel gebrochen habe (L1 compression fracture). Das kann jetzt erstmal von einem Monat Pause bis Saisonende alles bedeuten, jedoch sollte man zu allererst an eine vollständige Genesung denken. An dieser Stelle möchte ich Denny Hamlin daher die besten Wünsche auf diesem (hoffentlich nicht zu langen) Weg ausrichten. Alles Gute!

Zur Verdeutlichung sollen hier dann zusätzlich noch die Videos des Fontana-Finales helfen:

Den Rest vom Schützenfest möchte ich nur noch kurz anreißen:

- Hinter Kyle Busch komplettierten wie erwähnt Dale Earnhardt, Jr. und Joey Logano die Top3, gefolgt von Carl Edwards und einem erneut sensationell aufgelegten Kurt Busch.

- Ein Top10-Resultat erreichten Greg Biffle, Matt Kenseth, Paul Menard, Kasey Kahne und Ryan Newman. Biffle musste das Rennen nach einem Motorenwechsel von ganz hinten aufnehmen. Kenseth hätte ich nach dem Verlauf des Nachmittags eigentlich weiter oben erwartet, er war zumindest lange Zeit schnell genug dafür.

- Jeff Gordon (11.) und Jimmie Johnson (12.) konnten noch ein paar wichtige Punkte für die Meisterschaft retten, nachdem sie zwischenzeitlich mit schlechtem Handling ziemlich weit zurückfielen.

- Danica Patrick verlor nur eine Runde auf die Führenden und beendete das Rennen auf Platz 26, was eine durchaus solide Leistung darstellt.

- Die drei Piloten von Michael Waltrip Racing waren in Fontana lange Zeit in der Top10-Region unterwegs, konnte am Ende allerdings keinen Blumentopf gewinnen: Clint Bowyer (35.) erlitt einen Motorschaden und Mark Martin (37.) drehte sich spät im Rennen in Turn 2 von der Piste. Warum Martin Truex Jr nur Platz 18 holte, konnte ich nicht nachvollziehen.

- Wer jetzt Tony Stewart (22.) vermisst, dem sei gesagt, dass er gemeinsam mit Brad Keselowski (23.) nur am Ende der Führungsrunde im Ziel eintreffen konnte. Das erklärt seine Wut auf Logano sicher noch ein wenig besser. Keselowski musste übrigens ebenfalls einen Motorenwechsel vornehmen lassen und war eigentlich auf Top10-Kurs. Beim letzten Restart verlor er allerdings massiv an Boden.

Nach dieser ganzen Aufregung können wir und alle direkt Beteiligten nur von Glück reden, dass sich am nächsten Wochenende erstmal eine kleine Verschnaufpause bietet. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn man Stewart an Ostern auf Logano loslassen würde. Weiter geht es dann eine Woche später mit dem Shorttrack-Klassiker in Martinsville und dort werden mit Sicherheit wieder einige „Freundschaften geschlossen“.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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August 15 2012

00:28

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2012

Das Rundkursrennen in Watkins Glen lieferte am Sonntag eines der besten und spannendsten Finishes seit einigen Jahren ab. Ein beinhartes, aber jederzeit faires Duell zwischen Marcos Ambrose und Brad Keselowski sorgte für großen Unterhaltungswert, doch zuvor musste ein sehr dominanter Kyle Busch erst noch das Feld räumen (oder geräumt werden).

Zu Beginn plätscherte das Rennen allerdings eher so vor sich hin: Polesitter Juan Pablo Montoya musste seine Führung bereits nach einer Runde an Kyle Busch abgeben, konnte sich aber auf Platz 2 festsetzen. Etwas später leiteten dann frühe Stops von Ryan Newman (Runde 17), Jimmie Johnson (Runde 19), Marcos Ambrose (Runde 21), Jeff Gordon (Runde 23), Kevin Harvick (Runde 23), Brad Keselowski (Runde 24) und Kasey Kahne (Runde 24) die Strategiespiele ein. Es war eigentlich nur die Frage, ob man die passenden Verbrauchswerte für lediglich zwei Boxenstopps vorweisen konnte. Die vorgenannten Fahrer mussten an dieser Stelle wohl zunächst passen, anders sah es aber beim folgenden Kandidaten aus:

Kyle Busch führte nämlich auf einer mutmaßlichen Zwei-Stop-Strategie immer noch vor Juan Pablo Montoya als Jamie McMurray in den Esses ein Reifen platzte, was in Runde 26 die erste von insgesamt vier Cautions auslöste. Ich möchte nicht ausschließen, dass an der #1 von McMurray bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Aufhängung gebrochen ist, da sich später auch bei anderen Fahrzeugen ähnliche Probleme in dieser Hinsicht zeigen sollten. Die nachfolgend beschriebene Situation zeigt ein solches Beispiel:

Während der Gelbphase fiel nämlich plötzlich der linke Hinterreifen der #51 von Kurt Busch ab, was sich nach einem Interview mit dem Fahrer schnell als mechanischer Fehler herausstellte. Hätte die Pitcrew bei einem Reifenwechsel unter den wachsamen Augen eines NASCAR-Offiziellen eine Radmutter vergessen, wäre vermutlich schnell eingegriffen worden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Busch zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon ein erstes Mal an der Box gewesen ist.

Den Restart gingen Brad Keselowski und Marcos Ambrose in Reihe 1 sowie direkt dahinter das Hendrick-Duo bestehend aus Jimmie Johnson und Jeff Gordon ganz vorne an, da sie während der Caution natürlich nicht noch einmal an die Boxengasse kamen. Der einzige Fahrer, welcher erneut seine Pitcrew ansteuerte, war Kasey Kahne, wobei ich vermute, dass man sich dabei um seine defekte Helmkühlung kümmerte und quasi als Bonus noch einmal nebenbei auftanken konnte.

Kurz nach dem Neustart bekam auch Juan Pablo Montoya Probleme mit seiner Radaufhängung, als der vordere linke Querlenker an seinem Chevrolet brach und den Tag der #42 effektiv beendete. Eine spätere Rückkehr auf die Strecke sollte lediglich noch Platz 33 einbringen, was nach der zweiten Pole-Position in Folge gleich die nächste Enttäuschung im jeweils anschließenden Rennen bedeutete. Die vermehrten mechanischen Probleme in diesem Rennen können möglicherweise auf das zu harte Überfahren der Randsteine und kurze Ausritte darüber hinaus zurückgeführt werden. Einige Aufhängungsteile einzelner Hersteller waren wohl nicht auf eine zu hemdsärmelige Fahrweise ausgelegt.

In Runde 39 wechselte dann die Führung von Brad Keselowski an Marcos Ambrose, welcher sich in Turn 1 am blauen Dodge mit der #2 vorbeischieben konnte. Ambrose vergrößerte den Abstand dann innerhalb einer Runde recht schnell auf fast eine Sekunde und sah zu diesem Zeitpunkt erstmals wie der sichere Sieger aus. Man durfte aber nicht vergessen, dass er im Gegensatz zu Kyle Busch auf einen Boxenstopp mehr setzte und für Busch fielen die Gelbphasen am Sonntag wirklich extrem günstig. Pünktlich zur Halbzeit gab Ambrose dann auch den Platz an der Sonne auf, um seinen zweiten von drei Pitstops zu absolvieren.

Unterdessen entschied man sich bei Brad Keselowski für einen Wechsel zur Zwei-Stopp-Strategie, nachdem zunächst Roger Penske dem Crew-Chief der #2 (Paul Wolfe) einen Besuch abstattete und man während der ersten Gelbphase auch schon so viel Sprit wie möglich zu sparen versuchte. Dieses Vorgehen zahlte sich aus, da Keselowskis Dodge immerhin bis Runde 58 durchhielt und somit knapp zwei Renndrittel mit nur einem Boxenstopp hinter sich gebracht hatte. Gemeinsam mit Keselowski kamen auch noch weitere Piloten zu Besuch, unter anderem Tony Stewart, Clint Bowyer, Greg Biffle sowie Dale Earnhardt Jr, für die es bei noch 32 zu fahrenden Runden eine knappe Angelegenheit zu werden schien. Das bewies Martin Truex Jr, welcher sich bereits einen Umlauf später mit trockenem Tank zur Pitcrew schleppen musste.

Fehlte nur noch Kyle Busch, welcher nach Bad Brads Abstecher erneut die Führung übernahm und somit neben Marcos Ambrose die besten Karten auf den Rennsieg besaß. Busch erwischte natürlich prompt und quasi mit Ankündigung Gelbphase #2 für seinen zweiten und letzten Boxenstopp. Opfer war dieses Mal sein Teamkollege Denny Hamlin, welcher im Outer Loop von seinem Motor verlassen wurde. Dass die abgestellte #11 dabei die komplette einnebelte, störte die Streckenposten erstmal nicht groß, was auch eher kurios wirkte.

Neben Kyle Busch nutzten dann im Vorderfeld auch alle (inkl. Marcos Ambrose) bis auf die gerade erst abgefertigten Piloten die Gelegenheit zum letzten Boxenstopp, da man zu diesem Zeitpunkt recht komfortabel im Benzinfenster für den Rest des Rennens lag – mögliche Verlängerungen natürlich ausgenommen. Nachdem man das Sprit-Problem also quasi abhaken konnte, kam direkt das nächste auf, denn die Kameralinsen rund um die Strecke fingen plötzlich einige Regentropfen ein und auch Pacecar-Fahrer Brett Bodine berichtete von vereinzeltem Niesel.

Dem Restart tat dies aber erstmal keinen Abbruch, jedoch drehten sich in den beiden Runden unmittelbar danach zunächst Kasey Kahne in Turn 1 und kurz darauf Jason Leffler, wobei Letzterer durch seinen Einschlag die dritte Caution des Tages auslöste. Diese Gelbphase zog sich dann über vier Runden etwas hin, weil der Regen an Intensität zunahm. Das gab zumindest auch den letzten Fahrern zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, sich das eventuell noch fehlende Benzin bis zum Ende des Rennens vom Einspritzer abzusparen.

Brett Bodine entschied sich schließlich, die Strecke für den Restart freizugeben und auch die Wettbewerbspiloten hatten offensichtlich keinerlei Problem damit, dem leichten Nieselregen zu trotzen. Brad Keselowski nahm somit das Finale vor Tony Stewart, Clint Bowyer, Kyle Busch und Greg Biffle unter die Räder. Marcos Ambrose war wegen seines dritten Boxenstopps gemeinsam mit u. a. Jimmie Johnson und Jeff Gordon erst dahinter zu finden, hatte sich nach einer Runde aber schon an Busch vorbei auf Platz 3 gearbeitet.

Tony Stewart nahm sich zwei Umläufe später selbst aus der Entscheidung, als er in der letzten Kurve vor Start-und-Ziel seinen Chevrolet völlig unbedrängt aus der Kontrolle verlor und sich in die Boxengasseneinfahrt drehte. Zum Glück vermied er dabei ein ähnliches Desaster wie vor ein paar Jahren, als auch diese mit Sand gefüllten Tonnen von Sam Hornish Jr gesprengt wurden und sich Bobby Labonte ordentlich wehtat. Dieser Crash war übrigens der Grund, warum es in Turn 11 jetzt eine SAFER-Barrier gibt.

Die aus dem Smoke-Incident resultierende vierte und letzte Gelbphase sollte jetzt das meiner Meinung nach spannendste NASCAR-Finish seit einigen Jahren einläuten, welches über 15 Runden angesetzt war. Die Hauptprotagonisten – auch über das Rennen gesehen – in Form von Brad Keselowski, Marcos Ambrose und Kyle Busch waren dazu praktischerweise direkt hinter- bzw. nebeneinander aufgereiht. Busch nutzte den Restart, um innen auf einer dritten Spur an beiden Konkurrenten vorbeizuziehen, was schon ein wahnsinniges Manöver war. Fünf Runden später hatte Ambrose nach einem harten Kampf endlich Keselowski kassiert, was aber Busch seinerseits die Möglichkeit gab, vorne einen Abstand von zwei Sekunden herauszufahren.

Dadurch kam zunächst etwas Ruhe in die Schlussphase, welche nur durch einen Dreher von Dale Earnhardt Jr in Turn 10 sowie dem Überholmanöver von Jimmie Johnson an Greg Biffle (gut für Platz 4) unterbrochen wurde. Diese Ruhe vor dem Sturm war zwei Runden vor Schluss endgültig vorbei, als die Strecke nach und nach unfahrbarer wurde, weil jemand immer mehr feines Öl-Spray auf der Fahrbahn verteilte. Als möglicher Übeltäter wurde nach dem Rennen Bobby Labonte vermutet, gesicherte Informationen gibt es diesbezüglich aber nicht.

Der Vorsprung des – aufgrund der Ölspur sichtlich mit Handling-Problemen kämpfenden – Leaders Kyle Busch war innerhalb einer Runde eingedampft und dass obwohl Marcos Ambrose und Brad Keselowski hinter ihm weiter verbissen um den zweiten Platz kämpften, welchen Keselowski nach einem Fehler von Ambrose im Verlauf der Kombination Inner Loop/Outer Loop zurückerobern konnte.

Im direkten Dreikampf ging es dann in die entscheidende letzte Runde, welche in Turn 1 fast alle Konkurrenten neben der Strecke sah. Kyle Busch wurde am weitesten herausgetragen und verlor in der Anfahrt auf die Esses daher sehr viel Schwung, was Brad Keselowski bergauf die innere Linie öffnete. Busch versuchte zwar noch, diese Lücke zu schließen, doch die #2 befand sich bereits neben ihm. Es kam wie es kommen musste, die #18 trudelte von der Strecke und ein vermutlich sehr angefressener, eigentlich sicherer Sieger musste sich mit Platz 7 begnügen. Das bringt Busch im Kampf um die Wildcards natürlich überhaupt nicht weiter und kostet ihn möglicherweise sogar die Chase-Teilnahme, wer weiß?!

Verblieben also nur noch zwei Streithähne, da Jimmie Johnson sich mittlerweile einen Rückstand von neun Sekunden auf die Spitze eingefangen hatte. Brad Keselowski und Marcos Ambrose lieferten sich auf der ölverschmierten Strecke einen wilden Kampf, der teilweise auch eher neben als auf der Fahrbahn ausgetragen wurde. Nach Turn 10 bumpte sich Ambrose an Keselowski vorbei, welcher sich in Turn 11 brav revanchierte. Dies brachte beide Piloten Kopf-an-Kopf in die allerletzte Kurve, auf der Ambrose schließlich die Innenbahn vorteilhaft für sich nutzen konnte. Worte können dieses Finish eigentlich nur schwer beschreiben, weshalb ich nachfolgend auch noch ein HD-Video davon anfügen möchte. Die letzten beiden Runden starten ab 1m52s:

Für Marcos Ambrose ist das natürlich ein toller Erfolg, immerhin konnte er damit das zweite Rennen in Watkins Glen in Folge für sich entscheiden. Zusätzlich bringt er sich ebenfalls für den Kampf um die beiden Wildcards in Stellung, auch wenn ein zweiter Saisonsieg natürlich unwahrscheinlicher als bei der direkten Konkurrenz erscheint. Aber: In Michigan, wo am nächsten Wochenende gefahren wird, holte er im Juni die Pole-Position, ausschließen sollte man also nichts.

Brad Keselowski gab sich als guter Verlierer und klang in seinem Post-Race-Interview sehr versöhnlich, auch wenn er sichtlich völlig mit Adrenalin zugepumpt war, aber das kann man ihm wohl nicht verübeln. Während die beiden Erst- und Zweitplatzierten übereinstimmend von „tollem Racing“ sprachen, welches man „jede Woche sehen sollte“, gab es von Kyle Busch keinerlei Reaktion mehr, vielleicht war das aber auch besser so. Lediglich sein Crew-Chief Dave Rogers fasste die Enttäuschung des Teams in Worte und überhaupt: wer will schon einen Busch-Bruder nach so einem Rennen interviewen?

Kurz noch zum Rest vom Schützenfest:

- Die Top5 komplettierten hinter Johnson noch Clint Bowyer sowie ein stark auffahrender Sam Hornish Jr, welcher sich mit diesem Ergebnis sicherlich für den Platz im Cockpit der #22 im nächsten Jahr beworben hat.

- Die Top10 vervollständigten sich durch Greg Biffle, Kyle Busch, Matt Kenseth, Regan Smith sowie Martin Truex Jr, somit konnte also auch Roush-Fenway Racing mit Ausnahme von – wieder einmal – Carl Edwards ein solides Rennen abliefern.

- Michael Waltrip Racing und Joe Gibbs Racing zeigten sich in etwa gleichauf, wenn man die Ergebnisse vergleicht: MWR brachte zwei Fahrer in die Top10, während JGR das beste Auto des Rennens stellte. Beide Teams hatten jeweils einen Motorschaden (Denny Hamlin, Brian Vickers) zu verzeichnen.

- Hendrick Motorsports hatte mit viel Pech zu kämpfen, denn nach den Drehern von Kasey Kahne (13.) und Dale Earnhardt Jr (28.) verlor auch Jeff Gordon (21.) sein Auto im Finale und musste ein sicheres Top10-Ergebnis aufgeben. Natürlich hilft ihm keines der beiden Szenarien in Bezug auf die Wildcards, da muss in Michigan noch mehr kommen. Immerhin kann Gordon von sich sagen, dass die Ölspur Schuld an seinem schlechten Finish war.

- Tony Stewart (19.) lieferte bis zu seinem Dreher in die Boxengasse eigentlich ein sehr gutes Rennen ab, wenn man bedenkt, dass er zwischenzeitlich bei einem Pitstop verbotenerweise die Tankkanne mitgehen ließ. Smoke verlor wegen der logischen Durchfahrtsstrafe viele Plätze und kämpfte sich später wieder bis auf Platz 2 nach vorne.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!), auf die Situation im Kampf um die Wildcards werde ich in der Vorschau für Michigan genauer eingehen, denn für heute habe ich meine Lenkzeit schon deutlich überschritten.

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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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August 29 2011

15:51

NASCAR: Analyse Birstol Herbst 2011

Nach einem für Bristol Verhältnisse wieder verhältnismäßig schnellem Rennen gewann nicht der dominierende Mann des Rennens Jeff Gordon, sondern der dominierende Mann der letzten 3 Rennen. Auch in Bezug auf den Chase hat sich in Bristol einiges getan.

Das Rennen kam ohne größere Zwischenfälle gut in einen Rhythmus. In den ersten 150 Runden gab es zwar 3 Gelbphasen, die waren aber alle sehr kurz (2 Mal Debris, 1 Mal Motorsachaden bei Kvapil). In den Top 10 befanden sich nach 150 Runden Johnson, Gordon, Keselowski, Kenseth, Newman, Edwards, Kyle Busch, Smith, Hamlin, Truex Jr. Da sollte sich bis zum Rennende auch nicht mehr viel dran ändern, was die hohe Relevanz einer guten Startposition und eines von Anfang an gut fahrbaren Autos in Bristol unterstreicht.

Probleme mit den Reifen gab es diesmal übrigens keine, da Goodyear vorsorglich die aus dem Vorjahr an die Strecke gebracht hatte und nicht die aus dem Frühjahr. Nach der Gelbphase durch Kvapil folgte eine lange Grünphase, die über 150 Runden dauerte. In dieser Zeit zeigte sich das überlegene Auto von Jeff Gordon. Er fuhr in dieser Zeit konstant an der Spitze und sammelte Führungsrunde um Führungsrunde, insgesamt sollten es am Ende über 200 werden.

Stewart hingegen musste schon von weit hinten starten und kam nicht nach vorne, am Ende sollte es für ihn nur ein sehr enttäuschender 28. Platz werden. Das schnelle Rennen und die lange Grünphase in der Mitte führten dazu, dass in der Mitte des Rennens nur noch 20 Autos in der Führungsrunde waren. Auch Harvick und Boywer vielen mit schlecht liegenden Autos wenig später weit zurück und sollten sich davon nicht mehr wirklich erholen, Boywer wurde 26. und Harvick 22.

Die lange Grünphase wurde durch 2 unabhängige Situationen beendet, die aber beide zur selben Zeit stattfanden. Einerseits hatte Reutimann beim Überholen Stremme leicht berührt, der aus unerfindlichen Gründen meinte sich unbedingt dafür rächen zu müssen und Reutimann abschoss. Andererseits fuhr Menard, der einen Plattfuß durch schleifende Frontpartie zu erwarten hatte einfach Hamlin eingangs einer Kurve ins Heck.

In Runde 362 gab es dann die nächste Gelbphase, ausgelöst durch Mark Martin, der ausgangs einer Kurve etwas zu weit nach oben kam, Vickers leicht am Heck traf, sich dadurch in die Mauer drehte und hart einschlug, doch die Safer Wall verhinderte schlimmeres. In dieser Gelbphase kamen natürlich alle zum tanken, es hätte sogar mit Green-White-Checkered einen Spritpoker geben können, doch es kam anders. Nachdem Restart in Runde 369 sahen die Top 10 folgendermaßen aus: Gordon, Kenseth, Keselowski, McMurray, Johnson, Edwards, Logano, Kyle Busch, Hamlin, Truex Jr.

Auch nach diesem Restart zeigte Gordon, dass sein Auto weiterhin überlegen war und zog zunächst vorne weg. Kyle Busch hatte das ganze Rennen über ein gutes Auto, hielt sich aus allem raus, wäre folglich ein sicherer Top 5 Kandidat gewesen, zumal er in Bristol so gut wie kein anderer Fahrer in den letzten Jahren war. Doch dieses Mal sollte es nichts werden. Kyle kollidierte leicht mit Labonte und holte sich dadurch einen Platten, der ihn in die Mauer schickte. Dies löste die letzte Caution circa 85 Runden vor Schluss aus.

In dieser gab es auch die letzten Boxenstopps, wobei Newman und Truex Jr nur 2 Reifen nahmen. Für Beide sollte sich das am Ende trotz ausbleiben weiterer Gelbphasen auszahlen. Am schnellsten insgesamt arbeitete jedoch die Crew von Brad Keselowski, der das Feld beim Restart anführte. Gordon und Johnson lagen hinter Kenseth und Truex Jr auf Platz 4 und 5. Nach einige Runden und leichtem Mauerkontakt von Gordon schafften es schließlich Gordon und Johnson an einem mittlerweile wegen eines in der Schlussphase schlecht liegenden Autos frustrierten Kenseth vorbei zu ziehen.

Gordon schloss dann schnell auf Martin Truex Jr auf und die Frage war eigentlich nur, wann Gordon mit seinen 4 neuen Reifen an Truex Jr vorbei gehen würde und ob die Zeit dann noch reichen würde, um den vorne um mittlerweile 2 Sekunden enteilten Keselowski noch einzuholen. Doch was folgte war der beste Zweikampf des gesamten Rennens. Truex Jr fuhr mit alten Reifen die ganze Zeit die obere Linie, während Gordon ihn immer wieder auf der unteren Linie versuchte zu überholen. Immer fair erwehrte sich Truex Jr Gordon mit allem was er hatte und sollte es tatsächlich über 50 Runden lang bis zur Zielflagge schaffen Gordon hinter sich zu halten. Das war eine wirklich beeindruckende Leistung von Truex Jr.

Aber natürlich muss man auch über den Sieger,”Mister August”, Brad Keselowski sprechen. Seine Ergebnisse mit gebrochenem Knöchel in den letzten 4 Rennen: 1. (Pocono), 2. (Watkins Glen), 3. (Michigan), 1. (Bristol). Das ist schon sehr sehr stark, außerdem ist er jetzt mit 3 Siegen praktisch sicher im Chase, vielleicht hat sich da in den letzten 4 Rennen ein Meisterschaftskandidat gemausert…

Auf Platz 2 kam Martin Truex Jr ins Ziel, der zwar keine Chance mehr auf den Chase hat, aber so eine verdiente Belohnung für seinen Kampf gegen Gordon bekam. Dahinter folgten Gordon und Johnson. Johnson ist schon sicher im Chase, aber auch für Gordon besteht eigentlich nur noch eine rechnerische Chance rauszufallen. McMurray wurde 5., dahinter kam Kenseth ins Ziel, der sich somit auch sein Chase Ticket sicherte.

Hamlin wurde 7., hat im Moment die zweite Wild Card inne und sammelte wichtige Punkte um diese gegen Menard zu verteidigen, der nur 30. wurde. 8. wurde Ryan Newman, der 7. in der Meisterschaft ist und unter normalen Umständen ebenso wie Kurt Busch, der 17. wurde, den Chase erreichen sollte. Edwards sicherte sich sein Chaseticket mit einem 9. Platz auch rechnerisch. Einen starken 10. Platz holte sich Marcus Ambrose.

Ebenfalls sicher im Chase ist Kyle Busch nach seinem 14. Platz. Eng könnte es hingegen nochmal für Earnhardt Jr. (16. in Bristol) und Tony Stewart werden, wenn Boywer noch ein Rennen gewinnt, dann würde bei einem schlechten Ergebnis nämlich einer von ihnen aus dem Chase fallen. Weiter geht es nächste Woche in Atlanta. Das Rennergbnis könnt ihr hier einsehen: http://www.jayski.com/stats/2011/results/24bms2011results.htm, den aktuellen Meisterschaftsstand gibt es hier: http://www.jayski.com/stats/2011/points/24bms2011points.htm, und zum Schluss die Owner Points: http://www.jayski.com/stats/2011/owners/24bms2011owners.htm.

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August 26 2011

06:12

NASCAR: Vorschau Bristol August 2011

Drei Nachtrennen trennen die Sprint-Cup-Piloten noch vom Meisterschaftsendspurt in diesem Jahr. Doch für den Chase muss man sich auch erstmal qualifizieren und auf dem Bristol Motor Speedway wird an diesem Wochenende das nächste Kapitel in diesem Buch geschrieben. ServusTV überträgt dabei wieder LIVE in der Nacht von Samstag auf Sonntag!

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Die Trucks sind in dieser Woche zwar ebenfalls in Bristol mit dabei, fuhren ihr Rennen aber bereits am Mittwoch aus. Da nur die Hauler und das Equipment zweier Rennserien im kleinen Kolosseum von Bristol Platz finden und die Nationwide Series den Sprint Cup am Wochenende zusätzlich unterstützen soll, mussten die Trucks schon vorher ran. Das Rennen gewann Kevin Harvick, welcher damit den dritten Saisonlauf in Folge für sich verbuchen konnte. Kyle Buschs Toyota-Truck fiel einem Unfall zum Opfer und wurde nur auf Platz 30 gewertet.

Das Sprint-Cup-Rennen wird an diesem Wochenende mal wieder von ServusTV übertragen, ebenso wie übrigens auch das Finale des Kampfs um die Chase-Qualifikation aus Richmond in zwei Wochen. Ab 01:30 Uhr zeigt der österreichische Sender das Rennen in HD und Zweikanalton. Die deutschen Kommentatoren sind Andreas Gröbl und Christian Kuhn, welche nach einhelliger Meinung hier in den Kommentaren schon beim Rennen aus Daytona einen guten Job erledigt haben. Bei mir funktionierte im Juli auch der Webstream zu ServusTV während des Daytona-Rennens, was eigentlich kaum einen Zuschauer ausschließen dürfte, sollte es erneut im Internet verfügbar sein. Als besonderer Bonus wurde Daytona ja werbefrei gesendet und man wird abwarten müssen, ob das auch in Bristol und Richmond so bleibt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 26.08.
15:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 15:30 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Food City 250), ESPN2

Samstag, 27.08.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Irwin Tools Night Race), ABC / ServusTV

In eigener Sache:

Zum Schluss möchte ich mich noch zu den Kommentaren für die Michigan-Analyse äußern. Falls in den letzten Wochen der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich hier bewusst NASCAR-Bashing betreiben möchte, dann ist das meine Antwort dazu:

NASCAR ist der Grund, warum ich damals zum Racingblog kam und NASCAR ist gleichzeitig auch mein liebstes Hobby! Versteht mich bloß nicht falsch, ich liebe NASCAR wirklich sehr. Was in den letzten Rennen aber abgelaufen ist, kann man wahrlich nicht mit der Situation vor 2011 vergleichen. Schaut man sich bei Jayski.com beispielsweise einfach mal die Anzahl der Cautions im Vergleich über die Jahre an, dann kann man sehen, dass sich in puncto Rennfluss wirklich etwas verändert hat und das ist sicherlich nicht der einzige Aspekt.

Weniger Cautions/Unfälle und weniger technische Defekte bringen die Rennen in den letzten Monaten eher in einen europäischen Fluss, was mir nicht wirklich gefällt. Schließlich habe ich mich mit meiner Rückkehr zur NASCAR 2007 eigentlich der amerikanischen Variante des Motorsports verschrieben (Geschmäcker sind halt verschieden, was aber nicht heißt, dass ich gerne Unfälle sehen will oder sowas!). Die hohe Leistungsdichte trägt im Moment ihr Übriges dazu bei: Zwar dominieren immer wieder andere Fahrer und das ist ja auch schön, doch tun sie dies meist über das gesamte Rennen, da einer kleiner Unterschied in der Performance oft einen großen Sprung nach vorne oder hinten ermöglicht. Letzteres kommt seit diesem Jahr VERSTÄRKT vor, obwohl es sowas in Pocono oder Michigan schon länger gab. Dazu kommt, dass nur noch knapp 30 Autos ernsthaft um irgendwas mitfahren, während es bei meinem Wiedereinstieg 2007 noch mehr als 40 waren…

Kritik ist auch nicht immer nur schlecht, hat es doch in Pocono über die letzten zwei Jahre für viele Verbesserungen gesorgt! Fans von dortigen 500-Meilen-Rennen ohne SAFER-Barrier haben selbstverständlich mein vollstes Mitgefühl. Außerdem sehe ich nicht alles nur negativ: Es gibt nämlich durchaus positive Aspekte, welche ich in den Artikeln hier auch erwähne: Die Rennen werden zum Beispiel zwar weniger abwechslungsreich (langweiliger), die Meisterschaft wird wegen der hohen Leistungsdichte aber zunehmend spannender. Zudem gibt es nun mal Strecken, die nicht gerade für spannende Rennen bekannt sind und davon folgten zuletzt einige Ausgaben aufeinander. Über die Reihenfolge kann man sich natürlich streiten, ich persönlich fand Pocono wirklich interessanter als Michigan von letzter Woche!

Falls jemand wissen möchte, warum ich bei den Samstag-Nacht-Rennen öfter einschlafe: Das liegt nicht (nur) an der mangelnden Abwechslung über drei Stunden Rennzeit, sondern auch daran, dass ich unter der Woche einen Hauptberuf habe. Als Student ist mir sowas nicht passiert, aber da hatte ich natürlich auch noch ganz andere Zeiten! ;o) Dass man dann in der Nacht ab 1 Uhr eher müde ist, können viele Leser sicherlich verstehen und/oder nachvollziehen.

Zu guter Letzt: Das hier ist ein Blog und das bietet mir daher auch die Möglichkeit, subjektiv meine Meinung zu äußern. Und das ist sicherlich einer der Gründe, warum ihr gerne zum Lesen und Mitmachen hier auf die Seite kommt und womit wir uns von anderen Angeboten im Netz unterscheiden/abgrenzen.

Fazit: Ich liebe NASCAR, aber nicht um jeden Preis! Kritik muss erlaubt bleiben und dafür haben wir hier auch den Kommentarbereich. Für Meinungen gilt das sowieso und nur weil ich ein Rennen langweilig fand, müsst ihr das nicht genauso sehen und andersherum. Trotzdem bemühe ich mich immer, meine persönliche Meinung von der eigentlichen Analyse zu trennen.

Vielen Dank für eure bisherigen Kommentare und ich denke, dass nach diesen Zeilen noch einige dazukommen werden.

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August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 09 2011

06:18

NASCAR: Analyse Pocono August 2011

Pocono hat exakt gehalten was es im Vorfeld versprach, nur das Wetter hat dem Rennen am Wochenende einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Fünf Stunden dauerte deshalb die Sprint-Cup-Veranstaltung und am Ende gewann ein verletzter Brad Keselowski – der Fahrer, von dem man es wohl am wenigsten erwartet hätte.

Das sage ich nicht etwa, weil Keselowski nicht fahren könnte. Viel mehr geht es darum, dass es sich mit einem gebrochenen (Ja, er ist doch gebrochen!) Knöchel wirklich schwerlich Auto fahren lässt. Bei Tests in Road Atlanta hatte der Penske-Pilot einen schweren Unfall, nachdem die Bremsen an seinem Dodge versagten. Mit 160 km/h schlug er in eine mit Reifenstapeln „gesicherte“ Betonwand ein und verletzte sich dabei wie durch ein Wunder „nur“ an seinem Knöchel. Die zugehörigen Bilder hatte ich ja bereits in der Vorschau gepostet und selbst Keselowski gab später zu, dass er da wohl eine ganze Menge Glück gehabt hatte! Erschwerend kam am Sonntag in Pocono die Tatsache hinzu, dass seit einer Veränderung der Gear-Rule seitens NASCAR in diesem Jahr auf dem Trioval wieder geschaltet wird, um das beste Drehmoment für die langen Geraden zu erwischen.

Die 500 Meilen dürften für Brad Keselowski also nicht schmerzfrei über die Bühne gegangen sein, was seinen Erfolg natürlich noch weiter aufwertet. Da kann man von dem Burschen halten, was man will, aber das ist schon eine Hausnummer, bei 200mph 200 Runden lang die Zähne zusammenzubeißen und dann noch den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Die Ausgangsposition für seinen Sieg legte Keselowski gemeinsam mit dem Teamkollegen Kurt Busch kurz vor der gut 100-minütigen Regenunterbrechung. Die beiden Penske-Piloten kamen gemeinsam vor dem Rest des Feldes zum Tankstopp und sahen sich danach die Spitze vorerst von den hinteren Plätzen an. Dann fiel allerdings der Regen und es sah nach dem Rennen eines anderen Fahrers aus:

Nach 124 Runden lag Joey Logano in Front, als es nass wurde. Logano hatte das Rennen vorher schon für über 40 Umläufe angeführt und gemeinsam mit seinen Teamkollegen Kyle Busch und Denny Hamlin einen Anspruch auf den Rennsieg angemeldet. Die drei Fahrer von Joe Gibbs Racing lagen unter roter Flagge auf den Plätzen 1,3 und 4, nur getrennt durch Jimmie Johnson auf Rang 2. Im ersten Moment dachte ich nach einem Blick auf das Radar, dass die nächste Regenfront einfach zu schnell nachziehen würde, um eine Wiederaufnahme des Rennens ermöglichen zu können. Wäre es so gewesen, wäre dieser Artikel vermutlich jetzt zu Ende. Doch irgendwie gab es eine Veränderung in der Macht und der Regen blieb aus, noch dazu konnte man das 2,5-Meilen-Oval in weniger als den üblichen zwei Stunden wieder abtrocknen. Das Rennen wurde fortgesetzt…

Da zu diesem Zeitpunkt alle Piloten bis auf die Penske-Teamkollegen am Ende ihres Spritfensters angelangt waren, mussten sie nachfassen. Brad Keselowski und Kurt Busch wurden daher sofort nach den Boxenstopps an die Spitze des Feldes gespült und waren auch durch weitere Green-Flag-Pitstops und eine letzte Caution nicht mehr aus den Top5 zu vertreiben. Hier zeigte sich wieder ganz klar, was in Pocono am wichtigsten ist, nämlich Track-Position. Wie in der Vorschau beschrieben, zog sich das Feld nach maximal fünf Runden massiv auseinander und verteilte sich auf dem riesigen Trioval. Während der Restarts war es aber wie erwartet durchaus spaßig und es ging teilweise five-wide zu Sache. Eigentlich müsste man in Pocono das Rennen auf 300 Meilen verkürzen und alle 10-20 Runden eine Competition-Caution werfen, dann hätte man eine Menge Spaß!

Nachdem die Penske-Piloten ihre Führung in Folge der letzten Boxenstopps unter grüner Flagge an Kyle Busch verloren hatten, gerieten 20 Umläufe vor Schluss Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne aneinander. Der Kolumbianer „übersah“ Kahnes Red-Bull-Toyota auf der Außenseite bei der Ausfahrt aus Turn 1, weil sein Spotter kurzzeitig am Funk gestört wurde. Das „Outside“-Kommando kam anscheinend nie bei der #42 an, weshalb der Tag für beide Fahrer nach dem folgenden Mauerkontakt gelaufen war. Für Montoya ist der Chase damit außerhalb seiner eigenen Reichweite, denn selbst ein Rennsieg nützt ihm jetzt kaum noch etwas: Erstens haben bereits zu viele Piloten vor ihm eine Fahrt in die Victory-Lane vorzuweisen und zweitens bleiben die Wildcard-Plätze außerhalb der Top20 unerreichbar und dort befindet Montoya sich nun!

Zurück zum Rennen: Die letzte Caution wurde noch einmal zum Tanken und Reifenwechseln genutzt und brachte die erste Reihe unverändert zum Restart: Kyle Busch vor Brad Keselowski und Jimmie Johnson. Letzterer witterte seine Chance und scherte nach der Ziellinie unten aus, um beiden Autos auf einmal zu schnappen. Da Busch jedoch konterte, konnte Keselowski die Führung übernehmen. Sofort zog sich das Feld wieder auseinander und die Clean-Air an der Spitze rettete der blauen #2 die Spitzenposition bis ins Ziel. Kyle Busch konnte kämpfen wie er wollte und das tat er auch, doch trotz Quersteher in der letzten Kurve der letzten Runde blieb Keselowski für ihn unerreichbar. Trotzdem sollte Buschs Leistung in einem guten Licht gesehen werden:

Bereits früh im Rennen warf der jüngere Busch-Bruder fast alle Chancen auf ein solides Ergebnis weg, als er sich ausgangs von Turn 3 drehte und fast in der Boxenmauer landete. Um keinen Reifenschaden mit den entstandenen Bremsplatten auf einer Extrarunde zu riskieren, musste er direkt in der noch gesperrten Boxengasse zum Reifenwechsel kommen. Weil NASCAR sowas natürlich nicht erlaubt, musste er beim Restart zurück ans Ende der längsten Schlange. Doch Busch kämpfte sich wie gesehen zurück.

Ebenfalls im Pech aber ohne Rebound fanden sich folgende Piloten wieder:

- David Ragan löste die zweite Gelbphase in Runde 20 aus und beschädigte sich seinen Wagen fast irreparabel. Somit verlor er am Schluss 51 Umläufe und kam nur als 34. ins Ziel.

- Joey Logano sah zunächst wie der sichere Rainout-Sieger aus, kam dann aber nach dem Neustart ganz schön unter die Räder: Ein Reifenschaden spät im Rennen zwang ihn zu einem unplanmäßigen Boxenstopp unter Grün und bedeutete am Ende nur Platz 26.

- Was für Joe Gibbs Racing so gut begann, endete schließlich nur für Kyle Busch mit einem (fast) Happy-End. Denny Hamlin, der dritte Fahrer im Bunde, musste aufgrund einer abgefallenen Radmutter beim letzten Pitstop auf eine bessere Platzierung verzichten. Immerhin sprang noch Rang 15 raus, auch wenn im Kampf um eine Chase-Teilnahme natürlich weitere Rennsiege her müssen!

Außerdem gerieten noch Kurt Busch und Jimmie Johnson in den letzten Runden beim Kampf um Platz 3 teilweise heftig aneinander. Während Johnson der Meinung war, dass Busch nicht fair gegen ihn gefahren sei, forderte Letzterer natürlich sein Recht auf Positionsverteidigung ein. Man konnte nicht genau sehen, ob Busch wirklich zu hart im Zweikampf unterwegs war, doch den Auslöser der Anklopf-Orgie startete Johnson mit einem echt überflüssigen Fast-Rempler. Dass Busch sich sowas nicht bieten lassen würde, war klar und so rempelte er die #48 einmal heftig an, was Johnson auch gleich an die #22 zurückgab. Nach der Zieldurchfahrt unterhielten sich die beiden Piloten noch einmal ausführlichst in der Boxengasse über den Vorfall und konnten sich nicht wirklich einig werden. Eine körperliche Auseinandersetzung blieb aber aus, auch wenn es zwischenzeitlich doch danach aussah.

Für Brad Keselowski bedeutet sein zweiter Saisonsieg außer dem Vorstoß in die Top20 der Fahrerwertung  damit verbunden  natürlich auch das derzeitige Anrecht auf den ersten Wildcard-Platz. Zwei Erfolge sind an dieser Stelle zwar schon eine gute Leistung, doch innerhalb von zwei Rennen könnte sich mit Rennsiegen der falschen Fahrer das Blatt ganz schnell wieder drehen. In den Top10 der Meisterschaft hat sich dagegen kaum etwas geändert: Carl Edwards führt weiterhin vor Jimmie Johnson, dahinter stehen jetzt Kyle Busch, Kurt Busch, Kevin Harvick und Matt Kenseth in veränderter Reihenfolge.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

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