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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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August 27 2013

06:00

NASCAR: Analyse Bristol August 2013

Bristol wusste wieder mal, mit engen Kämpfen und vielen Unfällen zu begeistern, und am Ende konnte sich Matt Kenseth seinen fünften Saisonsieg sichern. Damit bewies er erneut, dass er zur Stelle ist, wenn die anderen Favoriten straucheln.

Irwin Tools Night RaceEs war eine heiße Nacht in Bristol, zumindest wenn es um den Gemütszustand einiger Piloten ging. Insgesamt unterbrachen elf Cautions das 500 Runden lange Rennen und sorgten besonders in der Schlussphase für einiges an Action. Der Start hingegen lief etwas ruhiger. Denny Hamlin startete von der ersten Position in das Rennen, gefolgt von den erneut starken Kurt Busch und Brian Vickers. Kurz nachdem es los ging, war es für die #87 mit Joe Nemechek am Steuer schon wieder vorbei. Grund war der Toyota-Motor, der schon nach drei Runden seinen Dienst quittierte. Ohne Caution ging es weiter und Kurt holte sich knapp 20 Runden später die Führung von Hamlin. Diese behielt er auch, als in Runde 41 die erste Caution des Rennens heraus kam. Grund hierfür war Ryan Truex – der jüngere Bruder vom in der #56 fahrenden Martin Truex Jr. – der durch einen Schaden am linken Vorderreifen der #51 in die Mauer einschlug. Für ihn war sein Sprint-Cup-Debüt damit vorbei. Unterdessen absolvierten einige Piloten ihre ersten Boxenstopps, normalerweise nichts besonderes, diesmal aber schon. Brad Keselowski verließ gerade seine Box, als David Reutimann in seine einfahren wollte. Es kam zu einer Überschneidung und Keselowski traf Reutimann am Heck. Leidtragender war auch Marcos Ambrose, der in seiner Box stehend zwischen den zwei Autos eingeklemmt war und somit ebenfalls einige Positionen verlor.

Von den Ereignissen unberührt setzte Kurt Busch seine Führung nach dem Restart fort. Hinter ihm platzierten sich Carl Edwards und Denny Hamlin. Alles lief also nach Plan für Kurt, aber dann kam – wie immer – etwas dazwischen. Kurz vor dem Erreichen der 80. Runde fiel die #78 auf einmal zurück. Er musste schließlich an die Box kommen, denn eine Radnabe an seinem Auto war defekt. Seine Crew versuchte, dieses Problem mit einem schnellen Boxenstopp zu beheben, der allerdings keine Wirkung zeigte. Zusätzlich musste Kurt kurz nach seinem Reparatur-Stopp erneut durch die Boxengasse, da er diese beim vorherigen Stopp zu schnell durchfahren hatte. Währenddessen ging es auf der Strecke weiter heiß er und manchmal wurde es eng, zu eng. Nachdem die #78 wieder Fahrt aufgenommen hatte, stand sie auch schon wieder im Fokus. Diesmal hatte Kurt das Heck von Josh Wise getroffen und die #35 in Runde 91 hart in die Mauer einschlagen lassen. Die #78 musste wenige Runden später die Garage aufsuchen und nahm das Rennen mit einem Rückstand von 21 Runden wieder auf. Beim Restart fand sich dann Dale Earnhardt Jr. an der Spitze wieder, da er nicht seine Boxencrew in der Gelbphase besucht hatte. Gefolgt wurde er von Clint Bowyer und Bobby Labonte, welche ebenfalls während der Caution draußen geblieben waren.

Währenddessen ließ sich Kyle Busch weiter vorne auf Platz 16 blicken. Kyle war aufgrund eines Unfalls im Qualifying von der letzten Position gestartet und kämpfte sich stetig durchs Feld. Doch je weiter vorn man fährt, umso enger werden die Abstände und manchmal kommt es zu Kontakten. Diese Erfahrung machten in Runde 107 Kyle Busch und Joey Logano, als sie aneinander gerieten und kurz darauf wegen Debris von diesem Kontakt die nächste Caution heraus brachten. Zum Kontakt kam es, weil Kyle wie im Qualifying loose wurde und somit direkt vor bzw. in das Auto von Logano fuhr. Die #18 trug einen Schaden am Heck und die #22 einen an der rechten Front davon. Beim Restart startete Earnhardt erneut von der Spitze und fand erstmal Danica Patrick vor sich, die genau vor dem Feld wieder aus der Box kam, nachdem sie diese zu Reparaturarbeiten aufgrund eines Mauerkontaktes aufgesucht hatte. Danica machte schnell Platz und ließ dem Führungskampf von Earnhardt und Bowyer freien Lauf. In Runde 128 konnte sich Bowyer schließlich an Junior vorbei setzen und führte das Rennen nun souverän an.

Irwin Tools Night RaceAllerdings schien man als Führender dieses Mal nicht gerade mit Glück gesegnet zu sein, denn auch Clint Bowyer hatte wenig später ein Problem. In Runde 176 versuchte sich Bowyer am Überrunden und kam ganz gut durch das Feld, bis Travis Kvapil auftauchte. Dieser setzte sich mit Schwung neben den ebenfalls überrundeten David Ragan und überlappte leicht mit der #15. Bowyer zog leicht nach innen, um Schwung für die Gerade zu holen und wurde am Heck von Kvapil getroffen. Bowyer drehte sich und zusätzlich wurde auch noch Bobby Labonte in den Toyota mit der #15 geschubst. Was Travis sich bei dieser Aktion dachte, bleibt wohl ein ewiges Rätsel. Den Führenden als Überrundeter abzuschießen, gehört jedenfalls zu den peinlichsten Sachen, die man als Rennfahrer anstellen kann. Bowyer fand sich nach seinem Dreher auf Platz 26 wieder. Kvapil hingegen wurde wenig später vom Karma heimgesucht und musste nach einem Mauerkontakt an die Box.

Die nächste Gelbphase ließ auch nicht lange auf sich warten. Kurz nach dem Absolvieren der 200. Runde kam Tony Raines in der Kurve zu hoch und erwischte dabei Brad Keselowski und Jimmie Johnson. Alle Beteiligten trugen keine größeren Beschädigungen davon. Beim Restart war diesmal Carl Edwards in Front, der von Hamlin und Kenseth verfolgt wurde. Die Führung musste Edwards nach knapp 30 Runden unter grün an Kenseth abgeben. In dieser Reihenfolge ging es weiter, bis zur nächsten Caution. Diese löste Vickers kurz nach 250 gefahrenen Runden aus, als er die Mauer touchierte und Debris auf der Strecke hinterließ. Während der Boxenstopps wurde es dann interessant. Hamlin, der eigentlich als Erster die Boxengasse verlassen hätte, wartete am Ende der Boxenstraße auf Earnhardt Jr. und sortierte sich hinter diesem ein, um beim Restart auf der Außenbahn zu starten. Dieser Plan ging allerdings nicht auf, denn ausgerechnet der Teamkollege von Hamlin in Form von Matt Kenseth musste wegen zu schneller Fahrt in der Boxengasse an das Ende des Feldes zurück, was Hamlin wieder auf die innere Bahn schob.

Beim Restart fuhr dann Paul Menard von der Spitzenposition vor Kyle Busch los. Beide waren unter gelb nicht an der Box. Nach einigen Umläufen kam Edwards mit vier frischen Pneus von hinten näher und setzte sich schließlich in Runde 328 an die Spitze. Sechs Runden später kam es erneut zu einer Caution, nachdem Bobby Labonte und David Gilliland sich etwas zu nah kamen. Bei den Boxenstopps wurde diesmal Juan Pablo Montoya vom Pech verfolgt. Auf Platz zwei liegend suchte er sein Team auf, doch beim Verlassen seiner Box war er etwas zu schnell. Dies bedeutete, dass er an das Ende des Feldes zurück musste und somit seine gute Position verlor. An der Spitze fuhren jetzt Andere, in Form von Kevin Harvick, Martin Truex Jr., Jeff Gordon und vor allem Carl Edwards. Dieser setzte sich kurz nach dem Restart wieder an die Spitze. Nach wenigen grünen Runden kam es knapp 140 Runden vor Schluss erneut zu einer Gelbphase. Diesmal war der Auslöser Brian Vickers in der #55, der Reutimann in einen Dreher schickte. Dieser stand dann mitten auf der Strecke, genau vor Jimmie Johnson. Die #48 konnte nicht mehr ausweichen und knallte genau in das Heck der #83. Johnson musste in die Garage und wurde schließlich als 36. gewertet.

In Runde 368 ging es dann weiter, erneut mit Edwards an der Spitze. Hinter ihm platzierte sich kurze Zeit darauf Kenseth, der sich an Truex vorbei setzte. Lang hielt die Grünphase nicht, denn sieben Runden nach der erneuten grünen Flagge wurde schon wieder gelb geschwenkt. Diesmal lag die Schuld bei Juan Pablo Montoya, der David Stremme am Heck traf. Stremme wurde loose und erwischte noch Jeff Burton, der sich in die innere Mauer drehte. Kurz bevor die gelbe Flagge geschwenkt wurde, eroberte Kenseth noch die Führung von Edwards. Beim Restart konnte sich die #20 dann durchsetzen und für Carl Edwards begannen die Probleme. Er wurde immer langsamer und fuhr schließlich in die Garage, denn sein Ford-Motor hatte schlapp gemacht. Währenddessen ging das Rennen unter grün weiter, bis knapp 65 Runden vor Schluss auf einmal ein Teil am Heck des Autos mit der #42 von Montoya wedelte. Dieses hatte sich nach einem Kontakt mit David Stremme gelöst und landete schließlich auf der Strecke, was zur nächsten Caution führte.

Irwin Tools Night Race54 Runden vor Schluss ging es dann weiter, mit Kenseth in Front vor Clint Bowyer und Jeff Gordon. Nur eine Runde später kam es dann zu einem Big One. Brian Vickers scherte vor Kurve drei aus und erwischte dabei Denny Hamlin an der rechten Front. Bei der Einfahrt zur Kurve versagte dann der Reifen an der #11 und Hamlin fuhr quer über die Strecke und erwischte Ryan Newman am Heck und Kevin Harvick an der Front. Martin Truex Jr., Brad Keselowski und Casey Mears konnten nicht mehr ausweichen und trugen einen mehr oder weniger großen Schaden davon. Das Auto von Martin Truex Jr. war komplett beschädigt und rollte auf den Apron. Dabei tuschierte die #56 die #30 mit David Stremme und kam direkt vor Ken Schrader in der #32 zum Stehen, der nicht mehr ausweichen konnte und die #56 ebenfalls erwischte. Währenddessen stellte sich Kevin Harvick auf den Boxenplatz von Denny Hamlin, bevor er von diesem durch die #11 wieder runter geschoben wurde. Danach lieferten sich Harvick und die Crew der #11 ein kleines Wortgefecht. Dieses endete mit einer Aussprache von Harvick und Hamlin und wurde mit einem Handshake abschlossen. Die verbleibenden Autos auf der Strecke wurden kurzzeitig mittels einer roten Flagge geparkt, um die Aufräumarbeiten nicht zu stören.

48 Runden vor Schluss ging es dann weiter. Erneut führte Kenseth das Feld an, vor einem auf einmal wieder vorn mitfahrenden Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne. Kahne zog 25 Runden vor dem Ende an Montoya vorbei und schloss schnell auf Kenseth auf. Die #5 versuchte in den letzten 15 Runden mehrmals, auf der Innenbahn an Kenseth vorbei zu gehen, konnte dies aber nie zum Erfolg führen. So sicherte sich Matt Kenseth nach einem spannenden Zweikampf zum Schluss seinen fünften Saisonsieg. Dies verschafft ihm auch eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den Chase, denn Kenseth ist der einzige, der dieses Jahr bereits fünf Siege einfahren konnte. Kritischer ist da die Lage für Vorjahreschampion Brad Keselowski, der aktuell nicht im Chase vertreten wäre. Einen genaueren Einblick in den Kampf um die Playoff-Plätze wird euch am Freitag Kristian in seiner Vorschau zu Atlanta liefern.

Und zum Schluss noch eine Hammernachricht, die am Montag-Abend die Runde machte: Kurt Busch fährt nächstes Jahr für Stewart/Haas-Racing! Nach ersten Information hat Kurt einen Vertrag über mehrere Jahre abgeschlossen und könnte mit der #00 nächste Saison an den Start gehen. Ein offizielles Statement wird im Laufe des heutigen Tages folgen.

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August 23 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Bristol August 2013

Nachdem letzte Woche mit Michigan eine der schnellsten Strecken im NASCAR-Kalender auf dem Plan stand, wird es diese Woche etwas langsamer, aber sicher nicht ereignisärmer. Das “Kolosseum” in Bristol wird wieder für enges und hartes Racing sorgen und konnte im Vorjahr mit einigen Höhepunkten überzeugen.

PrintKurz und steil, so lässt sich das Oval in Bristol wahrscheinlich am besten beschreiben. Mit 24 bis 30° Kurvenüberhöhung ist die Strecke nur etwas flacher als die Superspeedways in Daytona oder Talladega. Diese sind aber auch 2,5 Meilen und nicht wie der Bristol Motor Speedway eine halbe Meile lang. Durch die geringe Streckenlänge kombiniert mit der starken Überhöhung ergibt sich eine Rundenzeit von gerade mal etwa 15 Sekunden. Dazu kommen noch die 43 Fahrzeuge, die nacheinander aufgereiht bereits die Hälfte der Strecke einnehmen. Die Piloten sind also während des gesamten Rennens mit Überhol- bzw. Überrundungsmanövern beschäftigt. Doch nicht nur die Fahrer sind gefordert, auch die Bremsen sind es. Diese müssen über das gesamte 500 Runden lange Rennen 1000 Bremsmanöver aushalten. Da die Bremsen für eine solche Belastung nicht ausgelegt sind, müssen sie von den Piloten pfleglich behandelt werden, sofern sie das Ende des Rennens miterleben sollen. Typisch für einen Short-Track kommt es auch immer wieder zu Kontakten zwischen den Fahrzeugen, was auch gerne mal in kleine Scharmützel ausartet. Als Beispiel kann man hier Tony Stewart nehmen, der letztes Jahr nach seinem Ausscheiden durch einen Kontakt mit Matt Kenseth etwas überreagiert hat und seinen Helm in Richtung des Autos mit der Nummer 17 warf. Auch wenn Stewart dieses Mal nicht dabei ist, wird es trotzdem einige spannende Duelle geben, schließlich geht es für einige Piloten noch um den Einzug in den Chase und hier entscheidet jeder einzelne Punkt.

Werfen wir doch einmal einen Blick auf den Punktestand. Von Platz eins bis sechs scheint alles klar zu sein, denn die Piloten Johnson, Bowyer, Edwards, Harvick, Kyle Busch und Kenseth haben entweder schon einige Siege eingefahren oder mehrere Punkte Vorsprung auf den elften Platz. Spannend wird es aber ab der siebten Position, die aktuell Dale Earnhardt Jr. inne hat. Nach seinem technischen Ausfall in Michigan trennen ihn nur noch 20 Punkte vom elftplatzierten Kasey Kahne und zudem hat Junior dieses Jahr noch nicht gewinnen können. Hinter der #88 ist der Vorjahresmeister Brad Keselowski zu finden. Mit 667 Punkten und damit acht Punkten Vorsprung steht er zusammen mit Kurt Busch (665 Punkte) und Greg Biffle (663 Punkte) aktuell nur hauchdünn innerhalb der ersten zehn Plätze. Brad und Kurt haben ebenfalls dieses Jahr noch nicht gewinnen können, Biffle fuhr hingegen bereits einen Sieg im ersten Rennen in Michigan ein.

Aber auch mit diesem einen Sieg könnte es eng werden, denn die drei Piloten die sich auf den Position elf bis 13 finden haben ebenfalls einen bzw. mit Kasey Kahne sogar zwei Erfolge. Kahne ist auch der Pilot, der mit 659 Punkten und den zwei Siegen die erste Wildcard besitzt. Den zweiten Joker hält aktuell Martin Truex Jr. in der Hand, der dicht von Joey Logano gefolgt wird. Beide Piloten konnten diese Saison jeweils ein Mal gewinnen, Truex in Sonoma und Logano im zweiten Michigan-Rennen. Für Logano war der Erfolg letztes Wochenende zudem äußerst wichtig, um den Anschluss an die Wildcard-Plätze nicht zu verlieren. Dadurch hat er nur noch sieben Punkte Rückstand auf den auf Position 12 liegenden Truex und darf sich somit wieder berechtigte Hoffnungen auf den Chase-Einzug machen. Schwieriger ist da die Lage für Jeff Gordon und Ryan Newman, die 16 bzw. 17 Punkte Rückstand auf Truex haben. Gordon steht zudem noch ohne einen Saisonsieg da und muss daher dringend eines der verbleibenden Rennen bis zum Start des Chase gewinnen. Newman hingegen hat bereits einen Sieg auf seinen Konto, den er in Indianapolis einfahren konnte. Aber auch bei ihm gilt: Je mehr Siege, desto besser.

In den Ring von Bristol werden am Wochenende 44 Piloten steigen. Die wichtigsten Änderungen sind wohl Mark Martin in der #14, der auch die letzten Rennen des Jahres bis auf Talladega im Chevrolet von Stewart sitzen wird. Den frei werdenden Platz von Martin in der #55 übernimmt in zwölf der letzten 13 Rennen Brian Vickers, auch bei ihm wird Talladega die Ausnahme sein. Auf dem Superspeedway in Alabama werden die Piloten der #14 und der #55 von Austin Dillon bzw. Michael Waltrip ersetzt. Sein Debüt im Sprint Cup wird dieses Wochenende Ryan Truex geben. Wie der Name es vermuten lässt, ist er der jüngere Bruder vom in der #56 sitzenden Martin Truex Jr. Bisher war der 21-jährige Ryan vorrangig als Entwicklungsfahrer für Richard Petty Motorsports tätig. Dieses Wochenende sitzt er allerdings im Phoenix-Chevy mit der #51 und wird dort versuchen, seinen Boliden möglichst schnell über den Beton von Bristol zu bewegen. Weitere Cockpit-Änderungen sind die #19 mit Mike Bliss, die #32 mit Ken Schrader, die #40 mit Tony Raines und die #95 mit Scott Speed. Raines muss versuchen, im Qualifying unter die ersten 36 zu kommen, da die #40 in der Owner-Wertung zu weit unten in der Tabelle steht.

Zum Abschluss nun wie gewohnt die Stände der Fahrer- und Ownerwertung sowie die Entrylist für das Irwin Tools Night Race. Das Nachtrennen ist dieses Mal live bei ABC zu sehen. Die Freunde von deutschen Kommentatoren gehen diese Woche – wie letzte Woche – leer aus, denn MotorvisionTV wird erneut keine Live-Übertragung anbieten. Stattdessen muss mit der gewohnten Highlight-Sendung am Montagabend vorlieb genommen werden.

Freitag, 23.08.2013
16:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
20:30 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 1
21:30 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 1
23:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2

Samstag, 24.08.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Food City 250), ESPN (Green Flag: 01:46 Uhr)

Sonntag, 25.08.2013
01:30 Uhr Sprint Cup Rennen (Irwin Tools Night Race), ABC (Green Flag: 01:43 Uhr)

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August 06 2013

06:15

NASCAR: Analyse Pocono August 2013

In Pocono fand am Sonntag ein Rennen statt, welches aufgrund vieler Vorfälle spannender ausfiel als zunächst erwartet. Neun Cautions sorgten dafür, dass sich das Feld nie zu weit auseinanderzog. Dazu kamen ein nervenaufreibendes Finale sowie Crashes einiger hochkarätiger Piloten. Am Ende holte sich Kasey Kahne nach einem sauberen Kampf gegen Jeff Gordon seinen zweiten Saisonerfolg.

Kasey-Kahne-team-2-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400Eigentlich sollte der Sieger Jimmie Johnson lauten, doch dieser wurde das Opfer seiner Goodyear-Reifen. Gegen Rennmitte machte sein rechter Vorderreifen schlapp und beförderte die #48 in Runde 78 unsanft in die Außenmauer. Bis dahin hatte Johnson immerhin satte 43 Führungsumläufe in den Asphalt gebrannt und war der große Favorit. Zur Schadenbegrenzung legte man bei Hendrick Motorsports daraufhin einen sagenhaften Sportsgeist an den Tag und brachte Johnson in der Führungsrunde ins Ziel. Überraschenderweise konnte der fünfmalige Champion in der Meisterschaft sogar noch zwei Pünktchen auf seinen direkten Verfolger Clint Bowyer herausfahren, weil sich dieser direkt hinter Jimmie (ohne Führungskilometer) die karierte Flagge abholte.

Somit war nach diesem Vorfall der Weg frei für Kasey Kahne und Brad Keselowski, welche sich als die aussichtsreichsten Nachfolger des dominanten Johnson herausstellten. Keselowskis Team pokerte später leider in der Boxengasse falsch und schickte den amtierenden Meister mit vier neuen Reifen zurück ins Renngeschehen, während die Konkurrenz sich nur zwei frische Pneus abholte. Zwar brachte Bad Brad später noch einen versöhnlichen sechsten Rang ins Ziel, doch der Sieg war in unerreichbare Ferne gerückt. Darum stritten sich in der Schlussphase nämlich die drei verbliebenen Hendrick-Teamkollegen:

Nach den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge um Runde 135 lag wieder Kasey Kahne in Führung, welcher schnell Gesellschaft in Person seiner Mitstreiter Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr bekam. Wer hätte vor dem Rennen schon geglaubt, dass plötzlich drei Hendrick-Chevrolets an der Spitze des Feldes liegen würden und Jimmie Johnson wäre keiner davon? Ungefähr 15 Umläufe hielt diese Paradefahrt an und Kahne schien vorne mit gut sieben Sekunden Vorsprung bei noch zehn zu fahrenden Runden quasi enteilt. In Umlauf 150 von 160 fanden die NASCAR-Offiziellen dann allerdings Debris auf der Ideallinie und lösten folgerichtig eine weitere Caution aus.

Jetzt ging es eigentlich nur noch darum, wer denn den besseren Restart erwischen und zudem das schnellere Auto auf dem letzten Short-Run besitzen würde. Jeff Gordon reagierte besser und holte sich Kasey Kahne auf der Innenbahn. Schnell hatte er sich einen kleinen Vorsprung erarbeitet und setzte zum ersten und so dringend benötigten Saisonsieg an – zudem noch an seinem 42. Geburtstag. Doch wer glaubte, hier war das Rennen nun entschieden, der irrte gewaltig: Matt Kenseth bugsierte sich und seinen Gibbs-Toyota drei Runden vor Schluss zum dritten Mal in die Schlagzeilen (dazu gleich mehr), als er in Turn 2 einen Dreher hinlegte und daher die letzte Gelbphase des Tages ausgerufen werden musste.

Der entscheidende Restart zwei Umläufe vor dem Ende begann also mit umgedrehten Vorzeichen, da nun Jeff Gordon vorne vor Kasey Kahne den Takt angeben musste. Gordon war eigentlich schlau genug, die für ihn zuvor erfolgreiche Innenbahn zu wählen, allerdings hatte er nicht mit der Entschlossenheit von Kahne gerechnet. In einem wahnsinnigen Manöver schob die #5 sich im sehr schwierigen Tunnel-Turn bzw. Turn 2 AUSSEN an der #24 vorbei. Dabei sah es wirklich aus, als wenn Kahne überhaupt nicht vom Gas gegangen wäre. Gordon war wohl derart perplex, dass er schnell noch weiteren Boden auf seinen Teamkollegen verlor und die Entscheidung somit gefallen war.

Für Kasey Kahne bedeutet sein zweiter Saisonsieg die fast sichere Chase-Qualifikation, denn zumindest per Wildcard sollte er jetzt über sehr gute Chancen verfügen, wenn er denn aus den Top10 herausfallen würde. Das ist jetzt nicht ganz so unwahrscheinlich wie man zunächst denkt, da Kahne als Achter lediglich 18 Punkte Vorsprung auf den Cut besitzt.

Schade ist es für Jeff Gordon, der sicherlich gerne seinen ersten Saisonerfolg gefeiert hätte und das nicht hauptsächlich wegen seines Geburtstags: Zwar brachte ihn sein zweiter Platz auf Rang 9 in der Meisterschaft, aber ohne Sieg sind die 8 Punkte Vorsprung auf den Cut natürlich wahnsinnig gefährlich. Entweder Gordon gewinnt demnächst oder er bleibt zumindest konstant am Ball. Ansonsten darf Jeff nach Richmond zuschauen, wenn der neue Champion ermittelt wird.

Hinter dem Hendrick-Duo positionierte sich ein wieder mal sehr stark auffahrender Kurt Busch, welcher derzeit bei seinem Farmteam Furniture Row Racing das eigentliche Mutterschiff von Richard Childress Racing gewaltig auf Trab sowie deutlich auf Distanz hält. Für die Chase-Qualifikation könnte auch Busch endlich einen – inzwischen sehr verdienten – Sieg gebrauchen. In der Fahrerwertung liegt er nämlich nur auf Rang 13, hinter dem ebenfalls noch sieglosen Brad Keselowski und vor Martin Truex Jr, welcher momentan die zweite Wildcard nach Tony Stewart besetzt. Auch hier kommt es derzeit jede Woche zu Verschiebungen.

Die Top7 ist weiterhin ziemlich safe, lediglich Matt Kenseth ist mit 44 Zählern Vorsprung etwas zurückgefallen. Das lag wohl an seinem katastrophalen Tag, welcher schon in Runde 1, Turn 1 begann. Juan Pablo Montoya wurde beim Rennstart von hinten angeschoben und kam deshalb etwas ungestüm in die erste Kurve gefahren, wo er neben Kenseth auch noch Ricky Stenhouse Jr das Rennen versaute. Kenseth machte danach noch mit einer zu spät abgesessenen Durchfahrtsstrafe von sich reden, weshalb ihn die NASCAR-Offiziellen sogar kurzzeitig von der Zeitnahme ausschlossen. Seine verlorene Runde bekam Matt jedoch anschließend durch einen Lucky-Dog zurück. Der letzte Incident mit „Mad Kansas“ war dann die bereits erwähnte finale Caution drei Umläufe vor Schluss. Kein guter Tag also für den meiner Meinung nach größten Johnson-Konkurrenten in diesem Jahr.

Weitere nennenswerte Zwischenfälle:

- Danica Patrick und ihr mittlerweile ja schon „persönlicher Freund“ Travis Kvapil trafen sich mal wieder auf der Strecke. Patrick wurde im side-by-side loose und kassierte bei ihrem Dreher noch das RCR-Duo Jeff Burton und Paul Menard. Schade, denn sie lag in Aussicht auf ein Top20-Resultat. Es war aber ein ganz normaler Rennunfall.

- Pechvogel Denny Hamlin erlebte durch einen weiteren Reifenschaden das dritte DNF der letzten fünf Rennen. Ich weiß nicht, ob vielleicht Goodyear eine Wette platziert hat, wann Hamlin sich den Rest der Saison frei nimmt, um seine anhaltenden Rückenschmerzen ärztlich behandeln bzw. operieren zu lassen? Auf jeden Fall ist der Chase für ihn nun außerhalb realistischer Reichweite: Bis zu Rang 20 müsste Denny 118 Punkte aufholen und dabei noch mindestens zwei Siege in den verbleibenden fünf Rennen einfahren. Ja ne, is klar…

Der Vollständigkeit halber kurz noch zum Endergebnis: Die Top5 komplettierten hinter dem Führungstrio Ryan Newman und Dale Earnhardt Jr. Ein Top10-Resultat ließen sich Brad Keselowski, Joey Logano, Kyle Busch, Tony Stewart sowie Greg Biffle gutschreiben.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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June 18 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan Juni 2013

Das Rennen am Sonntag war definitiv keines, bei dem es sich lohnte, das Feld anzuführen. Nahezu alle Siegkandidaten wurden nacheinander eliminiert, vor allem bei Hendrick Motorsports erlebte man ein komplettes Debakel. Der lachende Drölfte war am Ende Greg Biffle, der den 1000. NASCAR-Sieg für Ford holte.

287152In Michigan konnte die NASCAR wie erwartet ein ganz ansehnliches Rennen produzieren, jedoch fingen sich Goodyear und TNT erneut eine Menge Hohn und Spott ein: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte es an der Strecke geregnet, weshalb die Piloten mit einer komplett grünen Strecke beginnen mussten. Die Offiziellen setzten zur Sicherheit eine Competition-Caution in Runde 20 an, um den Teams die Möglichkeit zur Kontrolle der Reifen zu geben und danach war schnell klar, wohin die Reise gehen sollte. Die meisten Reifen zeigten nämlich keinen signifikanten Verschleiß, sodass Two-Tire-Stops über weite Teile des Rennens das Mittel der Wahl darstellten. Die Strecke nahm somit auch nur wenig Gummi an, was einige Fahrer besonders früh am Nachmittag in arge Probleme brachte. Im Finale löste sich die Eisenvariante von Goodyear bei erhöhter Beanspruchung zu allem Überfluss auch noch recht schnell auf.

Davon wird besonders Jimmie Johnson ein Liedchen singen können, der eindeutig über das schnellste Fahrzeug im Feld verfügte, zum Schluss aber erneut glücklos in Michigan blieb. Damit war er bei Hendrick Motorsports weiß Gott nicht alleine, denn die komplette Spitzentruppe von Rick Hendrick gab für den Fernsehzuschauer ein debakel-farciges DNF-Konzert zum Besten und reihte sich damit nahtlos in die Regiekünste von TNT ein. Naja gut, Jeff Gordon hat angefangen, wenn man es ganz genau nehmen will und zu diesem Zeitpunkt war die TV-Übertragung auch noch ganz in Ordnung. Während Gordon in Runde 7 dem übersteuernden Bobby Labonte nicht mehr ausweichen konnte, wartete TNT mit der Werbung brav auf die Gelbphase. Für die #24 war das Rennen daraufhin mehr oder weniger beendet, insgesamt 52 Runden konnte das Team nach einer ewig langen Reparaturpause noch abspulen.

Kurz darauf machte auch Kurt Busch seine Erfahrungen mit der grünen Strecke und bereitete seinem guten Start in Führung liegend ein jähes Ende. Nach dem Dreher musste man auch an der #78 den Hammer und das Klebeband rausholen, wodurch Platz 35 das höchste der Gefühle bleiben sollte. Dann entglitt TNT die TV-Übertragung zusehends, weil offenbar der zuständige Regisseur den Zufallsgenerator für Werbepausen einschaltete, um sich einen Kaffee zu holen. Dumm nur, dass er sich dabei aus dem Ü-Wagen aussperrte. So oder so ähnlich lässt sich das anschließende Wirr-Warr ganz gut erklären. TNT hat echt gut angefangen, verpasste dann aber wieder Boxenstopps unter Gelb (also mit Ansage), kehrte daraufhin kurz zurück, ohne etwas aufzulösen und ging wieder in die Werbung. Dieses Mal habe ich mitgezählt und vier Werbeblöcke in 15 Minuten ermittelt, die jeweils 3 Minuten lang waren.

Ganz übel wurde es dann gegen Rennmitte, als bei Kasey Kahne ein Teil an der Aufhängung brach oder der rechte Vorderreifen nachgab – so richtig sicher war man sich beim Team mit der #5 anschließend selbst nicht. TNT blieb jedoch trotz des echt heftigen Einschlags einfach stur in der Werbepause, während FOX und ESPN mit absoluter Sicherheit sofort wieder auf Sendung gegangen wären; hat man ja auch oft genug gesehen. Kahne lag zu diesem Zeitpunkt übrigens ebenfalls in Führung und war somit nach Busch der zweite Lap-Leader, den es hart traf. Sein Rennen war natürlich sofort vorbei, denn die letzte Amtshandlung von Kahne war es, die brennende #5 per Knopfdruck mit dem Bordfeuerlöscher zu behandeln.

Daraufhin setzte sich zu Beginn der zweiten Rennhälfte Dale Earnhardt Jr. unter dem Jubel der Massen an die Spitze und konnte gemeinsam mit Jimmie Johnson – wie schon zuvor Kasey Kahne – zeigen, dass die Hendrick-Wagen am Sonntag vom Speed her das Maß aller Dinge darstellten. Leider setzte sich der Leader-Fluch fort und so erwischte es in Runde 132 dann ohne Vorwarnung auch Junior. Bei ihm war jedoch ein Motorschaden Schuld an der nicht performancegerechten Zielankunft. Earnhardt hatte wirklich kaum Zeit zu reagieren, denn nachdem er den ersten Zylinder verlor, dauerte es keine zwei Runden, bis die #88 komplett in einer weißen Rauchwolke verschwand. Schade, denn in Michigan wäre wieder einmal ein Sieg für Junior möglich gewesen.

Nun übernahm Jimmie Johnson kurz das Ruder, holte sich unter Gelb an der Box jedoch vier anstatt zwei neue Reifen ab und musste danach aus den Top20 neu angreifen. Johnson arbeitete sich recht zügig nach vorne durch, wurde aber erneut von einer Gelbphase aufgehalten. Diese achte und letzte Caution fiel unglücklicherweise mitten in die letzte Serie von Green-Flag-Pitstops und brachte das Feld etwas durcheinander. In Führung befand sich zu diesem späten Zeitpunkt Greg Biffle, der den Platz an der Sonne von seinem Teamkollegen Carl Edwards geerbt hatte. Edwards selbst begann kurz zuvor den Boxenstoppreigen, weil sein Ford langsam aber sicher überhitzte und war nun durch die plötzliche Gelbphase wenigstens in den Genuss des Lucky-Dogs gekommen.

Bei Jimmie Johnson tankte man die #48 randvoll und verlor dadurch erneut einige Plätze, die der Fahrer nun mit zwei neuen Reifen auf der Strecke zurückzuerobern hatte. Während also vorne Greg Biffle gefolgt von Kevin Harvick seine Runden abspulte, überforderte Johnson bei seiner zweiten Jagd durchs Feld endgültig die Goodyears. Nachdem er sich an Harvick vorbeigesetzt hatte und von Biffle auf Distanz gehalten wurde, verabschiedete sich der rechte Vorderreifen am Johnson-Chevy, was ihn natürlich schlagartig aus der Entscheidung nahm. Weil keine weitere Cautions ausgerufen wurde, konnte Biffle vorne seinen ersten Saisonsieg und damit den 1000. Erfolg von Hersteller Ford in der NASCAR unter Dach und Fach bringen.

Mal schauen, ob sich Greg Biffle damit etwas in den Chase-Regionen festsetzen kann, wo er nun den achten Platz belegt. In der Vorschau vermutete ich ja schon, dass Michigan so etwas wie der Turnaround werden könnte. Ob das natürlich auch für das nächste Rennen in Sonoma gilt, bleibt abzuwarten. Biffle ist ja nun nicht der klassische Road-Warrior, aber auch die Oval-Spezies haben in den letzten Jahren eine Menge auf den Rundstrecken dazugelernt. Enttäuscht verlief der Sonntag wie erwähnt für Hendrick Motorsports, die mit Jimmie Johnson (28.), Dale Earnhardt Jr (37.), Kasey Kahne (38.) und Jeff Gordon (39.) einen De-facto-Totalausfall hinlegten.

Hinter Biffle komplettierten Kevin Harvick, Martin Truex Jr., Kyle Busch und Tony Stewart die Top 5. Busch zeigte nach einer Strafe zu Beginn des Rennens eine gute Aufholjagd und Stewart unterstrich mit Rang 5 den Erfahrungsgewinn bei den zurückliegenden Testfahrten seines Teams. Die Top 10 rundeten Matt Kenseth, Clint Bowyer, Carl Edwards, Joey Logano und Jeff Burton ab. Ebenfalls lobenswerte Ergebnisse holten Austin Dillon als Elfter und Danica Patrick als starke Dreizehnte hinter Brad Keselowski. Irgendwie blieb aber am Ende das Gefühl, dass die meisten Fahrer nur deshalb so weit vorne gelandet sind, weil man bei Hendrick Motorsports so grandios desaströs die Top-5-Resultate am laufenden Band aufgeben musste.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

287138 287155 287139 287144 287140 170697225 170699928 170700165 287156 287148 287149 287151 287152 170702034 170705554

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October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

June 22 2011

05:34

Newshappen-Sammlung für 22.06.

// Mit sofortiger Wirkung hat die FIA das “Engine Mappingverboten. Gemeint ist, dass der Motor auch dann auf hohen Drehzahlen läuft, wenn der Fahrer vom Gas geht. Durch die Auspuffgase wird der Unterboden, bzw. der Diffusor angeblasen, was wiederum für mehr Abtrieb sorgt. “Engine Mapping” heißt es deswegen, weil die Teams/Hersteller die Mappingeinstellungen der ECU beeinflussen, um diesen Effekt zu erreichen. Wenn man den Gerüchten so glauben mag, profitierte vor allem Red Bull von der neuen Ideen. Man hat das wohl in der Quali eingesetzt, nicht aber im Rennen, was dann auch den oft nicht erklärbaren Rundenzeiteneinbruch des Teams erklären könnte. Im Rennen verzichtet man wohl auf den Effekt, weil die Motoren leiden und man mehr Sprit verbraucht. Renault gab mal 10% an, was immerhin rund 10 bis 15kg wären, die man mehr mitschleppen müsste, was keiner freiwillig macht. Ab England sind dann auch die “heiss”, also per Auspuff angeblasenen Diffusor verboten. (Don)

// Argentinien und Mexiko überlegen offenbar den Bau von Formel 1 tauglichen Strecken. In Mexiko wurde kürzlich Charlie Whiting bei der Besichtigung des Autodromo Hermanos Rodriguez gesichtet. Angeblich soll er dort gewesen sein, um den Besitzern mitzuteilen, welche Änderungen an der Strecke nötig wären, um die begehrte Grade 1 Lizenz der FIA zu erhalten, die die Austragung von Formel 1 Rennen erlaubt. In Mexiko steigt derzeit wieder das Interesse an der Formel 1, weil mit Sergio Pérez erstmals seit Jahren wieder ein Mexikaner in der Königsklasse unterwegs ist – und mit Esteban Gutierrez ein weiterer vor der Türe steht. Auch Sauber-Sponsor Telmex würde gewiss gerne ein Heimrennen sehen. In Argentinien wurde derweil die Design-Firma Populous (für die neue Arena-Sektion in Silverstone verantwortlich) mit dem Bau einer völlig neuen Strecke nahe Buenos Aires beauftragt, die ebenfalls Grade 1-tauglich sein soll. Angeblich ist die Formel 1 aber nicht das primäre Ziel der Streckenbetreiber – die Bahn soll vielmehr der Entwicklung des argentinischen Motorsports dienen. (Vorsicht)

// Am Wochenende berichtete die “Sunday Times”, dass die BBC gedenkt ihren Vertrag mit der F1 2013 nicht mehr zu verlängern. Die BBC muss rund 60 Millionen Pfund einsparen und eine Saison kostet den Sender dem Vernehmen nach rund 50 Millionen Euro. Die Gerüchte, dass die BBC ihre Übertragung einschränkt und das “Post Race Forum” streicht, gibt es schon länger, aber von einem Ausstieg war bisher nicht die Rede. Man darf nicht vergessen, dass die “Sunday Times” zu News Corp. gehört, die ja gerade versuchen, Bernie Ecclestone die F1 aus den Händen zu winden. Ein Angriff auf wichtige Partner der F1 kommt da nur gelegen. In England heißt es, dass die Argumente in der “Times” nicht substantiell seien und vermutlich zum vor sich hingärenden Bieterwettstreit gehören. (Sorry, keine Links, da die “Times” eine Paywall hat.) (Don)

// James Allen berichtet, dass McLaren gerade Jenson Button umgarnt. Dessen Vertrag läuft eigentlich erst Ende 2012 aus, aber im Moment sind frühzeitige Verlängerungen ja gerade “in” (Siehe Ferrari/Alonso). Button wird im Moment allerdings auch als heisser Kandidat für den zweiten Platz bei Red Bull gehandelt, sollte man den Vertrag mit Webber nicht verlängern wollen. Bei Ferrari soll Button ebenfalls schon gesichtet worden sein. (Don)

// Auf der Seite des Motorsport-Journalisten Gordon Kirby ist ein umfangreicher Bericht zum geplanten Austin Grand Prix 2011 erschienen, der auf einem Interview mit dessen Planer und Veranstalter Tavo Hellmund beruht. Offenbar gibt es dort das eine oder andere Problem mit dem Zeitplan. Es ist mittlerweile auch davon die Rede, dass man a la Korea im ersten Jahr nur eine halbfertige Anlage zusammenbekommt – und, dass der Termin vielleicht an das Saisonende 2011 verschoben werden könnte. Joe Saward spekuliert derweil, dass Red Bull mit dem in der NASCAR ab 2012 gesparten Geld Titelsponsor der US Grand Prix werden könnte. (Vorsicht)

// Fast täglich gibt es momentan neue Gerüchte um den IndyCar Kalender 2012. In der Kurzfassung:
- Nach den unbefriedigenden Besucherzahl steht Milwaukee wohl zumindest auf der Kippe – ausgeschlossen ist eine Rückkehr aber nicht.
- Es gibt offenbar wieder Verhandlungen mit der NASCAR-eigenen Streckenfirma ISC. Dabei geht es wohl um eine Rückkehr von Chicagoland, aber auch um einen Lauf in Phoenix. Möglich ist, dass die IndyCar dafür auch wieder ein Rennen in Fontana “schlucken” muss.
- Auch in Watkins Glen bemüht man sich darum, wieder einen Lauf der IndyCar Series austragen zu dürfen – allerdings nicht um jeden Preis, es get wohl um Konzessionen bei der Antrittsgebühr.
- In Milwaukee war auch die Rede davon, dass man bald in Road America fahren könnte. IndyCar CEO Randy Bernard hatte kürzlich ein Treffen mit Streckenverantwortlichen, dass vielversprechend verlaufen sein soll.
-  In fernerer Zukunft möchte Randy Bernard gerne 22 bis 24 Läufe pro Saison austragen. Um das finanziell möglich zu machen, müssten allerdings die TV-Quoten endlich steigen (wonach es im Moment allerdings nicht gerade aussieht).
- Zu diesen neuen Rennen könnte dann auch ein Straßenrennen in Fort Lauderdale, Florida zählen, wo es offenbar erste Gespräche mit der IndyCar gibt. Das IndyCar Rennen wäre, sofern aus dem Event etwas wird, in ein dreitägiges Rennwochenende mit mehreren anderen Serien eingebunden, mit dem sich Fort Lauderdale zum “amerikanischen Monte Carlo” machen möchte.
- Der Kalender 2011 soll Anfang September fertig sein.
(Vorsicht)

// Einen mittelschweren Schock hatte die NASCAR gestern zu verkraften. Red Bull zieht den Stecker aus ihrem NASCAR Team und schiebt das Geld lieber wohl in Richtung anderer Sportarten, darunter Motorrad. Man schließt das Team zum Ende des Jahres, lässt es Manager Pat Fry aber offen, einen neuen Inhaber/Sponsor zu finden. Was angesichts der arg angespannten wirtschaftlichen Lage in den USA wohl nicht leicht zu schaffen sein wird. Das Team hat sich den vier Jahren seiner Existenz jetzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ein Sieg von Bian Vickers war drin, mehr aber auch nicht. Auch die Verpflichtung von Kasey Kahne brachte nicht den Durchbruch. Nun ist 2011 also Schluss und die NASCAR verliert einen nicht unwichtigen Sponsor und zwei Wagen. (Don)

// Tony Stewart holt laut Gerüchten wohl das nach, was er schon vor zwei Jahren machen wollte: Er schafft seinen ehemaligen Crew Chief Greg Zipadelli zu Stewart/Haas, der bei Joe Gibbs im Moment nicht so recht glücklich wird, weil Joey Logano nicht vom Fleck kommt. Berichtet zumindest Jayski (runterscrollen), der solche Dinge selten ohne Grund in die Welt setzt. (Don)

//Das Race of Champions 2011 wird nun doch nicht in Frankfurt stattfinden. Wegen des Abstieges der Eintracht Frankfurt in die zweite Liga wird das Stadion nun für den Fußballbetrieb gebraucht. Die Veranstalter müssen sich daher um einen neuen Austragungsort umsehen. Wer bereits eine Karte gekauft hat, kann aber jetzt den Kaufpreis zurückverlangen. Die Tickets behalten aber wohl auch am neuen Austragungsort ihre Gültigkeit. Einzig: Wo der sein wird, steht noch in den Sternen. (Vorsicht)

// Die Absagen für das kommende LMS Rennen in Imola häufen sich. Jetzt hat auch noch Quifel ASM abgesagt. Die Entrylist sieht auch noch einen AMR Aston Martin am Start, aber die werden auch nicht da sein. Ehrlich gesagt wüsste ich nach dem desaströsen Auftritt in Le Mans nicht, wie die mehr als 4 Runden in Imola schaffen wollen. Audi hat Bernhard/Fässler und Kristensen/McNish gemeldet. (Don)

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June 10 2011

06:13

NASCAR: Vorschau Pocono Juni 2011

An diesem Wochenende steht das erste Pocono-Rennen auf dem Programm, welches ja nicht ganz unumstritten ist. Immerhin hat man nach den zwei schweren Unfällen im letzten Jahr etwas für die Sicherheit der Strecke getan. Zudem überträgt TNT das erste Rennen in dieser Saison, nachdem sich FOX bis zum nächsten Daytona 500 verabschiedete. Den Coup des Jahres hat aber eindeutig der Hauptsponsor des Rennens gemacht.

Ein in der NASCAR bekannter Hersteller von Energy-Drinks sicherte sich die Werberechte für das Rennen am Sonntag und könnte damit eindeutig nicht richtiger liegen. Vermutlich wird man eines ihrer Produkte benötigen, um über die komplette Renndistanz zu kommen. Auf dem fragwürdigen adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Der Sprint Cup vertritt die Farben der NASCAR in Pocono komplett alleine, lediglich die ARCA-Serie ist noch am 2,5-Meilen-Oval. Die Nationwide Series macht in dieser Woche Pause und ist in sieben Tagen auf dem Michigan International Speedway wieder mit von der Partie. Die Trucks sind gemeinsam mit der IndyCar Series in Texas und starten zu einer wirklich gemeingefährlichen Uhrzeit! Da das komplette Vorprogramm der Trucks auch schon gelaufen ist (allerdings nicht im TV), wird es ein karges NASCAR-Wochenende.

Auch blöd ist, dass die Formel 1 in Kanada zu einer für NASCAR-Fans unglücklichen Zeit fährt. Das Rennen in Montreal zählt ja bekanntlich zu den besseren Grand Prix und ist durchaus sehenswert, startet aber 15 Minuten vor dem NASCAR-Rennen. Meine Empfehlung für den Sonntagabend lautet daher: Sich um 18 Uhr bei gutem Wetter mit Freunden und/oder Familie schön den Grill vollschaufeln und ggf. die Vorberichte nach Wahl anschauen. Um 19 Uhr dann Formel 1 und ab ca. 20:30 Uhr die restlichen 2,5 Stunden aus Pocono mitnehmen. Ich wünsche allseits ein schönes und erholsames Wochenende!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 10.06.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 400k), SPEED

Samstag, 11.06.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED (ab 17:30 Uhr)

Sonntag, 12.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (5-Hour Energy 500), TNT / NASCAR.com RaceBuddy

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June 03 2011

06:20

NASCAR: Vorschau Kansas Juni 2011

We are not in Kansas anymore? Yes, we are! Und zwar zum ersten von neuerdings zwei Malen, denn ab 2011 fährt der Sprint Cup auch auf dem Kansas Speedway zwei Saisonrennen pro Jahr. Nach dem Coca-Cola 600 folgt wieder ein „normales“ Rennen, was aber nicht heißen muss, dass es minder-spannend wird. Die Übertragung ist übrigens wieder zur gewohnten Uhrzeit.

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups sind dieses Mal die Trucks vor Ort, die Nationwide Series fährt ein Nachtrennen auf dem Chicagoland Speedway. Am Freitag gibt es nach dem Aufwachen von der Himmelfahrts-Tour direkt sechs Stunden NASCAR zum Ausnüchtern und der Samstag ist ebenfalls gut vollgepackt! :o)

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 03.06.
18:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV!

Samstag, 04.06.
16:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Truck Series Rennen (O’Reilly Auto Parts 250), SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (STP 300), ESPN

Sonntag, 05.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (STP 400), FOX

May 20 2011

06:14

NASCAR: Vorschau All-Star Rennen XXVII 2011

Am Wochenende geht es zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr nicht um Punkte, sondern nur um ein sattes Preisgeld. Beim All-Star Rennen der NASCAR gibt es natürlich einige Dollar mehr zu gewinnen als noch beim Budweiser Shootout zu Saisonbeginn. Wer das Spektakel schauen möchte, wird allerdings wieder eine Nachtschicht einlegen müssen!

Das All-Star Rennen der NASCAR wird seit 1985 ausgetragen und geht in diesem Jahr schon in seine 27. Ausgabe. Bis auf eine Ausnahme (1986: Atlanta Motor Speedway) wurde dieses prestigeträchtige Preisgeldrennen immer auf dem a

May 10 2011

06:36

NASCAR: Analyse Darlington 2011

In welcher Rennserie kann ein Underdog aus einem leicht unterfinanziertem Team noch gewinnen? In der NASCAR, wie Regan Smith am Wochenende gezeigt hat.

Ein bisschen sensationell ist die Sache schon. Furniture-Row-Racing gehört jetzt nicht zwingend zu den Team, die man oft vorne sieht. Aber der Kurs in Darlington, der unter dem Beinamen “to tough to tame” läuft, machte diesem Zusatznamen mal wieder alle Ehre. Es flogen die Fetzen, und das nicht nur, weil Brian Vickers einen der kuriosesten Unfälle seit Ewigkeiten hatten, sondern auch weil nach dem Rennen fast zu viel los war, wie auf der Strecke. Denn die beiden durchaus als Heißsporne bekannten Kyle Busch und Kevin Harvick gerieten ebenso aneinander, wie vor dem Rennen Ryan Newman und Juan Pablo Montoya, die sich angeblich bei einer “Aussprache” am Freitag wortwörtlich in den Haaren gelegen haben sollen. Die NASCAR bezeichnete das Ergebnis der Aussprache als “unglücklich”, beide Fahrer wollten sich nicht so recht äußern. Offenbar sind bei einigen Fahrern die Nerven etwas angespannt.

Das kann man auch verstehen, denn bei kaum einen Team läuft es so richtig rund. Die Earnhardt-Ganassi Fahrer Montoya und McMurray kommen nicht so recht in Schwung, zäh läuft es auch bei RCR, trotz einiger vielversprechender Ergebnisse. Und bei Hendrick will es auch nicht so recht laufen. Mark Martin knallte seinen Chevy etwas zu heftig in die Mauern von Darlington und verlor so viel Zeit, dass er er nur auf P19 einlief. Dem Rest erging es nicht besser. Jeff Gordon tauchte zunächst vorne auf, pendelte dann aber zwischen P5 und P12 rum. Junior hatte man wieder eine beschiedene Quali, kämpfte sich aber bis in die Top 5 vor, bevor er weiter nach hinten durch gereicht wurde. Meister Johnson drehte sich gleich zweimal, einmal wurde er von Montoya angeschubst, ein anderes Mal machte er einen seiner seltener Fehler. Die Hendrick Mannschaft kam dann fast geschlossen auf den Plätzen 12 (Gordon), 14 (Junior) und 15 (Johnson) an. Das hat man schon anders gesehen.

Im Rennen dominierte etwas überraschend Kasey Kahne im Red Bull, der sich schon die Pole geholt hatte. Er führte im ersten Drittel, bevor von hinten Carl Edwards angerauscht kam. Es mischte sich dann noch Kevin Harvick in den Kampf ein, der aber über die Distanz das Tempo nicht ganz halten konnte. Also teilten sich Kahne und Edwards die Führung. Kyle Busch fuhr in teilweiser atemberaubender Manier zwischenzeitlich durchs Feld, hatte aber Pech, weil sein Team gegen Mitte des Rennen ein loses Rad vermutete und der Mehrfach-Sieger an die Box musste. Er holte sich zwar seine verlorene Runde wieder zurück, kam aber nach der Runde 204 von 367 nicht mehr an die Front.

Es war ein typisches Darlington Rennen. Viel Single-File, aber nicht uninteressant, da es trotzdem viele Zweikämpfe gab. Hilfreich war auch, dass es kaum Cautions gab, obwohl etliche Fahrer mehr als einen “Stripe” an der Mauer hinterließen. Den interessantesten Unfall hatte wohl Brain Vickers. Der gerat in Runde 231 mit David Ragan aneinander. Vickers kam etwas quer aus der Ecke, Ragan versuchte auszuweichen, was natürlich schief ging. Irgendwie hakte sich die linke Front von Ragan im rechten Kotflügel von Vickers ein und riss ihm die gesamte rechte Seite. Sogar die Hartschaumeinlagen aus der Tür wurden rausgerissen. So konnte Vickers nicht weiterfahren, die Reparatur dauerte dann ewig.

15 Runden vor Schluss hatte sich Edwards an der Spitze etwas von Kahne und Harick auf P3 abgesetzt. Dahinter lagen Newman, Hamlin und auf P6 der erstaunliche Regan Smith. Kyle Busch lag einen Platz dahinter. Alle hatten genug Sprit und konnten also durchfahren. Doch dann platzte Jeff Burton in Runde 359 der Motor – Caution. Die Frage war: Reinkommen oder draussen bleiben? Bis auf Regan Smith, Brad Keselowski und Stewart kamen alle Piloten herein. Dabei hatte Stewart die besten Karten, den er hatte einen andern Stopp-Rhythmus gewählt und seine Reifen hatten nur 19 Runden auf dem Buckel. Es konnte also ein deftiges Finale geben – und das kam auch.

Der Restart sah Regan Smith auf der ersten Position, doch schon einer Runde gab es wieder Gelb. Kyle Busch, Harvick und Bowyer konnten sich nicht einigen und versuchten es “3-wide”, was in Darlington nicht so die wirklich gute Idee ist. Busch rumpelte in Kevin Harvick, der ausgerechnet auf der Start/Zielgeraden seinen Teamkollegen Clint Bowyer hart in die Mauer schickte. Damit war die Sache aber nicht beendet, denn ein paar Meter weiter schob Busch, der offenbar einen Aussetzer hatte, auch noch Harvick einfach zur Seite und in die Mauer. Das sollte nach dem Rennen noch ein Nachspiel haben.

Wegen des vielen Schrotts war ein “GWC” angesagt. Regan Smith war in Front geblieben und kam beim Restart sehr gut weg. Er konnte Carl Edwards in Schach halten, bis er in der letzten Runde in Turn 2 noch die Mauer berührte. Edwards schien das ausnutzen zu können, doch Smith gelang es tatsächlich Edwards geschickt zu blocken und er gewann das Rennen, was auch sein erster Sieg und der des Teams war. Bei Furniture-Row-Racing wusste man nicht, ob man vor lauter Freude lachen oder weinen sollte. Ein toll heraus gefahrener Sieg, absololut verdient.

Derweil war in der Boxengasse die Hölle los. Harvick war offenbar noch sauer und versuchte Busch noch auf der Strecke zu stellen. In einem sehenswerten Wendemanöver inkl. Rückwärtsfahrt manövrierte Busch Harvick aus, der sich dann allerdings in der Boxengasse vor ihn stellte…. ach, das muss man selber sehen.

Am Ende lagen sich dann auch noch die Crews beider Mannschaften in den Haaren. That’s NASCAR. Sowohl was den Sieger angeht, als auch den Rest.

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January 27 2011

16:34

NASCAR: Neue Regeln 2011

Seit Wochen wurde spekuliert, dass die NASCAR ihre Regeln in Sachen Chase und Punktesystem verändern möchte. Und genau das ist tatsächlich eingetreten.

Das es in diesem Jahr Änderungen am Chase-Format geben würde, hatte sich schon im letzten Sommer abgezeichnet. Die Fans waren und sind noch nie so richtig mit dem Chase warm geworden, vor allem, weil im Grunde immer die gleichen Fahrer drin sind und gleichzeitig Lieblinge wie Earnhardt oder Montoya meist nur zuschauen dürfen. Denen gibt man jetzt eine bessere Chance mittels eines Wild-Card Systems. Denn es werden ab sofort die besten 10 Piloten für den Chase ausgewählt, plus zwei, die die meisten Siege haben und die innerhalb der Top 20 platziert sind. Im letzten Jahr hätte so Jamie McMurray den Sprung in den Chase geschafft, David Reutiman und Ryan Newman, die ebenfalls einen Sieg hatten, wären nicht qualifiziert gewesen, weil Kurt Busch auf Platz 11 ebenfalls 2 Siege hatte. Hat keiner der Fahrer zwischen Platz 11 und 20 einen Sieg auf dem Konto, rutschen die Fahrer in den Chase, die punktemäßig auf Platz 11 und 12 liegen. Auch das Punktsystem wurde überarbeitet, und eine sehr interessante Neuerung gibt es jetzt für die Qualifikation.

Ab sofort bekommt der Sieger 43 Punkte, die nachfolgenden Piloten erhalten jeweils einen Punkt weniger, bis der letzte nur noch einen Punkt bekommt. Das soll die Sache übersichtlicher machen. Auch das Bonussystem ist neu. Es gibt weiterhin Bonuspunkte (3) für einen Sieg, einen für eine Führungsrunde und einen für die meisten geführten Runden. So wie ich das verstanden habe, bekommt man die aber nur dann, wenn man das Rennen auch gewinnt. (Winners also can earn an extra point for leading a lap and leading the most laps [Quelle]) Gelingt das nicht, gibt es auch keine Punkte. Die Bonuspunkte für den Sieg gibt es wie immer zu Beginn des Chase.

Änderungen gibt es auch bei der Qualifikation und beim Training. Letzteres wird aufgewertet und ist nun viel wichtiger. Denn die Reihenfolge in der Quali richtet sich nach den Zeiten, die man in den freien Trainings erzielt hat. Der langsamste muss zu erst raus, der schnellste kommt als letzter dran. Das kann, muss aber nicht auf allen Strecken ein Vorteil sein. Fällt die Quali wegen Regen aus, ergibt sich die Startaufstellung ebenfalls aus der Reihung aus dem Training. Bedeutet, dass man schon im letzten Training darauf achten muss, dass man möglichst weit vorne ist. Das ändert vor allem auf den Shorttracks die Herangehensweise der Teams massiv.

Sonstige Änderungen:
- Die Reifensätze im Training werden von sechs auf fünf limitiert
- Es gibt ein neues Tanksystem. Die Kanne hat jetzt ein eigenes Entlüftungssystem, der “Catch-Can-Man” entfällt
- Es gibt eine neue Front am Wagen. Die Streben am Splitter entfallen, die neue Front ist runder. Das soll den Herstellern erlauben, neue Frontpartien einzusetzen. Ford wird vermutlich den Mustang wählen, Chevy evtl. den Camaro, Dodge hat eh den Charger. Nur was Toyota macht ist unklar.
- Die Motoren werden nicht auf Einspritzung umgestellt. Das soll 2012 passieren.

Fazit:
Ein paar gute Ideen von der NASCAR, auch das neue Wild-Card Modell gefällt. Ich hab mal geschaut, wie dass in den letzten Jahren den Chase verändert hätte:

2010: Jamie McMurray statt Jeff Burton
2009: Kyle Busch statt Carl Edwards
2008: Kasey Kahne statt Matt Kenseth
2007: Keine Änderung

Davor waren nur die besten 10 qualifiziert.

Im Grunde werden Siege mehr belohnt. Das Punktsystem und die Wild-Card Option verlangen nun, dass man mehr Siege einfährt, um am Ende eine Chance auf den Chase zu haben. Auf der anderen Seite sieht man, dass die Änderungen meist nur kosmetisch sind. McMurray oder Burton, Kahne oder Kenseth sind, bei allem Respekt, nur marginale Veränderungen, die am Format selber nichts ändern.

Das neue Punktsystem ist gut, wird aber vor allem bei den Statistikfans nicht auch sehr viel Gegenliebe stossen. Auf anderen Seite – es gilt ja erst seit 1975, davor gab es auch ein anderes System. Es ist zumindest besser zu verstehen, als das alte.

Die wichtigste Änderungen dürfte das Training betreffen. Das die Quali-Aufstellung nach dem Ergebnissen im Training ausgerichtet ist und im Notfall so auch die Startaufstellung gefunden wird, verändert für die Teams viel, gerade, wenn man mit Regen rechnen muss. Man hat weniger Zeit für die Rennabstimmung und muss zur Not die Arbeit komplett auf den Samstag verschieben. Sollte es da auch regnen, wird die Arbeit im Rennen groß sein. SpeedTV wird sich auch freuen, denn der Freitag wird damit sehr aufgewertet. Das neue Quali-Format ist auch fairer, nach dem alten System wurde die Startreihenfolge ja nach der Meisterschaftswertung ermittelt.

November 24 2010

16:18

NASCAR: Hendrick stellt sich neu auf

Wer rastet, der rostet. Das hat sich offenbar Rick Hendrick nach dem Gewinn des fünften Fahrertitels in Folge gedacht und krempelt seinen ganzen Laden um.

Die Meldung schlug gestern Abend im NASCAR-Land wie eine Bombe ein. Rick Hendrick schüttelt seine vier Teams einmal komplett durch und stellt sie neu auf. Die Teams von Mark Martin, Jeff Gordon und Dale Earnhardt jr. werden getauscht, die Crew Chiefs ausgewechselt. Die Aufstellung des Teams sieht jetzt so aus:

#5 Mark Martin bekommt den nun ehemaligen Crew Chief von Junior, Lance McGrew, zu geteilt
#24 Jeff Gordon darf dafür im nächsten Jahr mit Alan Gustafson, der zu vor bei Martin war, arbeiten.
#88 Junior bekommt Steve Letarte und, was vielleicht viel wichtiger ist, er zieht in den Shop von Jimmie Johnson, bekommt also jenen Garagenplatz, den bisher Jeff Gordon hat, während Gordon zu Martin zieht.

Nur bei Jimmie Johnson bleibt alles unberührt, was aber nicht weiter überrascht. Aber die Veränderungen, die Hendrick seinen Teams verordnet, sind schon sehr tiefgreifend. Und einen Verlierer gibt es auch.

In dem ganzen Geschiebe ist wohl Mark Martin derjenige, der am meisten zu knabbern hat. Martin und Gustafson waren ein gutes Team, auch wenn es dieses Jahr nicht gerade grandios lief. Die Frage ist auch, wie der bisher recht erfolglose, aber als sehr autoritär geltende Lance McGrew mit Martin klar kommen wird. Zumindest wird McGrew seine Calls nicht mehr so leicht durchsetzen können, denn auch wenn Mark Martin ein guter Teamplayer ist, weiß er doch auf Grund seiner Erfahrung oft etwas besser Bescheid. Für McGrew ist es vermutlich auch die letzte Chance bei Hendrick als Crew Chief. Wenn Kasey Kahne nächstes Jahr die #5 übernimmt, bringt er vermutlich seinen Mann, Kenny Francis, mit, der 2011 ebenfalls zu Red Bull wechselt und dort Jimmy Elledge ablösen wird, der vermutlich dann zu Scott Speed wechselt. Es kann also gut sein, dass Hendrick mit dem Move auch schon den Wechsel vorbereitet, den alle erwarten, nämlich das Martin 2012 bei Red Bull andocken wird.

Der überraschendste Wechsel ist wohl, dass Steve Letarte zu Earnhardt wechselt. Das Junior und McGrew nicht gerade eine Wellenlänge haben, war schon im letzten Jahr klar, die Spannungen ließen sich in diesem Jahr auch nur schwer kaschieren. Gleichzeitig spekulierte man schon länger, dass Gordon und Letarte auch so ihre Probleme haben, allerdings rechnete man eher mit einem Wechsel zwischen Knaus und Letarte, die sich in Sachen genialer Strategie wenig geben. Dass Gordon nun Gustafson bekommt muss kein Nachteil sein. Der Tenor in den USA ist sogar, dass Gordon in der ganzen Rochache der große Gewinner ist. Der Umzug in den anderen Shop zu Martin nimmt ihm den Druck von den Schultern. Gordon und Johnson fahren mit identischem Material, und Johnson hat ihn in den letzten Jahren regelmäßig geschlagen. Zwar muss Gordon sein Team quasi neu aufbauen, doch das bietet eben auch die Chance, frischen Wind in die Sache zu bringen. Gleichzeitig gilt Gustafson, der mit 35 Jahren auch noch recht jung ist, als einer besten Crew Chiefs im Nachwuchsbereich. Man darf gespannt sein, was Gordon und Gustafson im nächsten Jahr auf die Beine stellen können, aber die Kombination sollte man nicht unterschätzen.

Ebenfalls besser steht Junior da. Steve Letarte hat einen guten Ruf, dazu kommt, dass Earnhardt nun mit Material ausgestattet wird, das auch Jimmie Johnson zur Verfügung hat. Die beiden Teams werden eng zusammenarbeiten, was Abstimmung usw. angeht. Junior profitiert massiv von der etablierten Kommunikation zwischen Letarte und Knaus. Die Probleme, die sich für Junior daraus ergeben können, sind aber auf den ersten Blick klar. Wenn er 2011 nicht mindestens auf dem Niveau unterwegs ist, dass Gordon in diesem Jahr gezeigt hat, dann dürfte sein Leben bei Hendrick sehr schwer werden. Letarte gilt, als ehemaliger Car Chief, als guter Mann, aber man sollte auch nicht vergessen, dass er zusammen mit Gordon keine Meisterschaft hat holen können. Auch die lange Durststrecke ohne Sieg (47 Rennen) geht auch auf seine Kappe. Ehrlicherweise muss man allerdings auch erwähnen, dass Gordon teilweise vom Pech verfolgt war. Klar ist aber: Junior wird spätestens ab Saisonmitte Ergebnisse liefern müssen und den Earnhardt Fans, die teilweise die “schlechte” Behandlung ihrer Fahrers bei Hendrick beklagten, dürften auch nicht mehr meckern. Für Junior geht es mit der Umbestzung ums Ganze.

Das Hendrick seinen Laden komplett auf den Kopf stellt, bedeutet auch ein Risiko. Derartige massive Umbauten in einem eigentlich gut funktionierendem Team (abgesehen von der #88) sind extrem selten. Beständigkeit ist meist ein Schlüssel für Erfolg in der NASCAR, gleich drei Teams durch zu rütteln birgt die Gefahr, dass die erste Saisonhälfte von Pleiten, Pech und Pannen begleitet werden kann, bis sich alles eingespielt hat. Dazu kommt, dass er 2012 die #5 noch einmal umkrempeln wird, wenn Kasey Kahne sein Engagement im Team beginnt. Hendrick risikiert viel für 2011, erhöht den Druck auf Earnhardt und in gewisser Weise auch auf Gordon. Man darf gespannt sein, wie sich das auswirkt. Generell muss man aber sagen, dass ein Crew Chief Wechsel einem Team schon gut tun kann, vor allem, wenn sich Fahrer und Chef gut leiden können. Das könnte bei Earnhardt und Letarte der Fall sein, denn angeblich wollte Junior 2005 Letarte schon mal ins Team holen, als er noch für seine Stiefmutter unterwegs war.

October 22 2010

06:21

NASCAR: Vorschau Martinsville Oktober 2010

In Martinsville startet die zweite Chase-Hälfte und nur noch drei Piloten kämpfen innerhalb von 100 Punkten um die Meisterschaft. Die Verfolger Jeff Gordon, Kyle Busch und Tony Stewart benötigen dringend möglichst einen Sieg, um weiterhin dabei zu sein. Da trifft es sich schlecht, dass der Shorttrack ausgerechnet die stärkste Strecke der Top2 ist.

An diesem Wochenende beginnt der Endspurt zur Playoff-Trophäe und ausgerechnet die beiden bestplatzierten Piloten haben die Chance, auf dem Martinsville Speedway davonzuziehen. Tabellenführer Jimmie Johnson und sein Verfolger Denny Hamlin haben sich auf dem Shorttrack in Virginia praktisch in die „victory lane“ eingemietet: Seit Ende 2006 hat in Martinsville kein anderer Fahrer außer den beiden ein Rennen gewonnen. So eine Statistik wird den Verfolgern gar nicht passen, wobei aber zumindest Jeff Gordon ähnlich starke Resultate vorweisen kann. Kevin Harvick wird versuchen müssen, sich mit einem Top10-Ergebnis nach Talladega zu retten. Die anderen Chase-Piloten könnten nach einem schlechten Martinsville-Wochenende zumindest realistisch gesehen aus der Entscheidung draußen sein. Zu Beginn des Artikels möchte ich aber kurz auf die Hammermeldung der Woche eingehen, die gestern über die US-Seiten schwappte:

Richard Petty Motorsports hat Kasey Kahne mit sofortiger Wirkung aus seinem auslaufenden Vertrag entlassen. Damit ist sein Wechsel zu Red Bull Racing nun schon vor Beginn der neuen Saison möglich geworden. Reed Sorenson ersetzte bisher den erkrankten Brian Vickers in der #83, muss nun aber für Kahne seinen Platz räumen. Interessanterweise war Sorenson schon vor diesem Wechsel nicht für Martinsville gelistet gewesen: Die ESPN-Kommentatoren kündigten an, dass Reed an diesem Wochenende nicht für Red Bull fahren würde, wobei ein Ersatz zu dem Zeitpunkt noch nicht benannt war. Aric Almirola wurde daraufhin für die #83 verpflichtet und ersetzt nun im Zuge des „Wechsels“ Kahne in der #9. Bezüglich einer weiteren Zusammenarbeit zwischen RPM und Almirola nach Martinsville ist bisher nichts bekannt geworden.

Theoretisch könnte der Weggang von Kasey Kahne ein größere Rotation in der Sprint-Cup-Garage auslösen: Im nächsten Jahr soll bekanntlich Marcos Ambrose im RPM-Ford mit der #9 sitzen, doch nun erscheint auch in diesem Fall ein vorzeitiges Debüt möglich. Der freiwerdende Platz in der #47 von JTG-Daugherty Racing wäre daraufhin frei für Bobby Labonte, der 2011 ohnehin das Cockpit von Ambrose übernimmt. Da wird es am Wochenende sicher noch einige neue Informationen geben.

Gehen musste Kahne unterdessen, weil er sich in der Öffentlichkeit lautstark unzufrieden mit seinem Team zeigte. Das Verhältnis galt ja nun schon seit geraumer Zeit als zerrüttet und man sehnte das Ende der Saison beiderseits herbei. Die Kritik von Seiten des Fahrers scheint berechtigt: Drei Mal in diesem Jahr versagten am RPM-Ford von Kahne laut seiner Aussage die Bremsen, davon passierte dies zwei Mal in den letzten drei Rennen. Zwar nutzen natürlich alle vier Wagen von Richard Petty Motorsports dieselbe Technik und dieselben Produkte (Öl, Bremsflüssigkeit usw.), doch AJ Allmendinger und auch Paul Menard standen bei vielen Rennen deutlich besser da als Kahne.

Hier scheint wiederum die Sicht des Teams verständlicher zu sein: Angeblich plagten Kasey in Charlotte grippeähnliche Symptome, weswegen er sich nach dem vorzeitigen Ende seines Rennens auch habe übergeben müssen. Da zudem der erwähnte technische Defekt die Ursache für seinen Dreher inkl. Mauerkuss gewesen sein soll, wollte er nicht wieder in den Wagen einsteigen. JJ Yeley musste schließlich in der ondulierten #9 das Rennen zu Ende fahren. Trotz seiner körperlichen Beschwerden war es Kahne aber am folgenden Tag möglich, an einem 5-km-Lauf seiner Wohltätigkeitsstiftung teilzunehmen. Wie man hört, soll er dabei zwar mit einer langsameren Zeit als sonst üblich gestoppt worden sein, aber trotzdem warf die Teilnahme ein schlechtes Licht auf seine Motivation bezüglich seines – nun verlorenen – Cockpits bei Richard Petty Motorsports.

Die Sachlage ist klar: RPM ist nach den vielen Jahren unterschiedlicher Besitzverhältnisse völlig durchgeschüttelt! Durch die Absorption von zunächst Petty Enterprises (2008) und Yates Racing (2009) kam es zu keiner Stabilität im Arbeitsumfeld, die einem Mitarbeiter wirkliche Ruhe vermitteln konnte. In diesem Jahr wurde dann auch noch eine Technikpartnerschaft mit Roush-Fenway Racing eingegangen, die für das Vier-Wagen-Team Chassis und Motoren liefern. 2010 sollte nun also das Jahr sein, welches für Ruhe sorgt und die ersehnten Erfolge bringt. Passiert ist das Gegenteil: Der einzige konkurrenzfähige Fahrer kommt nicht nahe genug an einen Sieg heran und sieht sich häufiger technischen Defekten ausgesetzt. Zwei Wasserträger fahren an guten Tagen gerade mal in die Top10 und ein vierter Pilot dümpelt zwischen den Hinterbänklern rum und verliert beinahe sein Leben. Letzteres ist natürlich nicht die Schuld von Richard Petty Motorsports, aber der Unfall dürfte die Moral des Teams nicht gerade verbessert haben.

Richtig interessant wird es aber erst, wenn man sich die Besitzverhältnisse von RPM ansieht: Richard Petty gehört praktisch nichts vom Team, es wird nur sein prominenter Name genutzt. Petty steht vielmehr auf der Gehaltsliste von Boston Ventures, einer Investmentfirma, die 2008 sein Team Petty Enterprises aufkaufte. Schon zu dieser Zeit hatte der „King“ also alle Macht verloren. Der Hauptteil des Teams gehört jedoch dem amerikanischen Unternehmer George N. Gillett Jr, der 2007 mit einer Mehrheitsbeteiligung in das Team Evernham Motorsports einstieg, welches von Jeff Gordons ehemaligem Crew Chief Ray Evernham gegründete wurde. Daraus wurde dann Gillett Evernham Motorsports und nach den Übernahmen von Petty und Yates eben Richard Petty Motorsports.

RPM ist somit eigentlich ein Konglomerat und Flickwerk aus verschiedensten ehemaligen Teams, deren wirklich große Tradition in diesem „Investment“ aufging bzw. unterging. Gillett ist nebenbei übrigens in weiteren Sportarten beteiligt, so gehört ihm beispielsweise das NHL-Team der Montreal Canadiens und bis vor kurzem auch der FC Liverpool. Nach einem Beschluss des Liverpool-Vorstandes musste Gillett allerdings den Verkauf des Vereins an New England Sports Ventures über sich ergehen lassen, Gerichtsverfahren diesbezüglich sind noch anhängig. Der Clou an der Sache ist aber, – und nun kommt der wirkliche interessante Teil des Kahne-Wechsels – dass NESV niemand anderem als John W. Henry gehört, der mit seiner Fenway Sports Group unter anderem 50%iger Teilhaber an Roush-Fenway Racing ist.

Da Gillett bei dem Verkauf des FC angeblich eine Menge Geld verloren hat, ging die Sache nun vor Gericht. Das sind sicherlich nicht die besten Voraussetzungen für eine gute Partnerschaft in der NASCAR und prompt passierte auch etwas: FoxSports und SPEED berichtete am gestrigen Donnerstag, dass Roush-Fenway Racing als Lieferant von Chassis und Motoren an RPM den Stecker zog und die Talladega-Autos durch den Gerichtsvollzieher abholen ließ; angeblich wegen nicht bezahlter Rechnungen. Die Frage ist nun, wie ernst ist es mit Richard Petty Motorsports, wo sich einige Angestellten schon Sorgen machen, ob sie nach Martinsville überhaupt noch einen Job haben. Schlecht auch für Marcos Ambrose und AJ Allmendinger, die im Falle einer Pleite kein Cockpit mehr für das nächste Jahr hätten. Auf der anderen Seite könnte diese Aktion reine Schikane von John W. Henry sein, der sich lange gegen Gillett erwehren musste, um den FC Liverpool kaufen zu können.

Auch in diesem Fall gilt: Da könnte am Wochenende noch mehr ans Tageslicht kommen und es ist nicht ausgeschlossen, dass Richard Petty Motorsports nach diesem Wochenende die Pforten schließt. Allerdings ist noch zu sagen, dass Roush-Fenway Racing die Chassis mittlerweile wieder zurückgegeben hat, die Motoren und Getriebe fehlten dabei aber. Kasey Kahne kann sich jetzt ins Fäustchen lachen, er hat den Absprung zum richtigen Zeitpunkt geschafft und hat sehr gute Zukunftsaussichten bei Red Bull Racing und Hendrick Motorsports.

– Ende Exkurs Richard Petty Motorsports – (Anm: Ich bitte, die vielen Links zu Wikipedia zu entschuldigen, aber die relevanten Angaben sollten dort alle durch Quellen belegt sein! Falls etwas nicht stimmt, korrigiert mich bitte…)

Damit der Artikel nicht zu lang wird, gehe ich etwas kürzer auf die Siegchancen der einzelnen Fahrer in Martinsville ein, die wichtigsten Informationen werden aber nicht zu kurz kommen.

Als absolute Favoriten müssen an diesem Wochenende Jimmie Johnson und Denny Hamlin gelten: Sie sind im Doppelpack seit Ende 2006 in Martinsville ungeschlagen und zeigten auch in den letzten Saisonrennen, dass sie derzeit konkurrenzfähig sind. Ausgerechnet diese beiden Piloten stellen aber die Top2 der Meisterschaft und bei einem ähnlich guten Rennen für sie auf dem Shorttrack können die anderen Chaser eigentlich einpacken – wäre da nicht Talladega in einer Woche, wo bekanntlich alles passieren kann.

Um noch die beeindruckenden Zahlen von Johnson und Hamlin zu zeigen:
- Hamlin ist in Martinsville bereits zehn Mal angetreten und kam dabei nur ein einziges Mal nicht in die Top9. Sieben dieser Rennen beendete er sogar in den Top5 und vier der letzten fünf Rennen in den Top2.
- Johnson zeigte noch ein wenig mehr und jetzt kommt der Knüller: Bis auf sein erstes Rennen in Martinsville kam er auf dem Shorttrack nie schlechter als auf Platz 9 ins Ziel und das war immerhin 2002! Von den letzten acht Rennen hat er außerdem ganze fünf gewonnen.

Direkt dahinter sehe ich Jeff Gordon, der an diesem Wochenende wohl die besten Chancen aller Verfolger haben dürfte. Seine Martinsville-Statistik zeigt, dass er seit 2005 immer(!) in die Top5 gefahren ist. Gordon ist seit 1993 schon 35 Mal auf dem Shorttrack gefahren und kam dabei nur drei Mal nicht in die Top12 bzw. sechs Mal nicht in die Top9. Diese Ergebnisse sind ebenso beeindruckend wie jene von Hamlin und Johnson.

Dann kommt eigentlich schon der Rest vom Schützenfest mit gehörigem Respektabstand. Weil Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing in Martinsville traditionell stark sind, ziehe ich die mal vor:

Tony Stewart konnte seit 2007 in vier von sieben Rennen in die Top10 fahren, wobei davon sogar zwei Ergebnisse Top5s waren. Eines der letzteren Resultate muss er dringend wiederholen, um in der Meisterschaft nicht noch mehr Boden zu verlieren. Auf Dale Earnhardt Jr trifft Statistik-technisch im Übrigen dasselbe wie bei Stewart zu, vielleicht kommt er am Sonntag mal wieder unter die Top10.

Kyle Busch erreichte in den letzten drei bis vier Jahren drei vierte Plätze, die gleichzeitig auch seine besten Martinsville-Resultate darstellen. Alle anderen Zielankünfte ab 2007 waren jenseits der Top20. Wenn er in der Meisterschaft dranbleiben will, ist ein Top5-Ergebnis Plicht. Joey Logano wurde im Frühjahr Zweiter, deswegen sollte man ihn am Wochenende auf jeden Fall im Auge behalten, vor allem weil er zuletzt vermehrt in die Top11 fahren konnte.

Mark Martin hat den Shorttrack in seinen beiden Teilzeitjahren 2007 und 2008 ausgelassen, nur um 2009 mit zwei Top10-Ergebnissen zurückzuschlagen. In diesem Jahr ist er bekanntlich etwas schlechter unterwegs, war aber zuletzt wieder in Reichweite der Top10. Stewarts Teamkollege Ryan Newman beendete die letzten drei Martinsville-Rennen mit Top10s und sollte auch am Wochenende wieder dazu in der Lage sein.

Bei Richard Childress Racing wird es schon enger, denn Kevin Harvick, Jeff Burton und Clint Bowyer sind jetzt nicht so die Martinsville-Experten. Am besten sieht es dabei noch für Bowyer aus, der bis auf das letzte Chase-Rennen immer in den Top11 angekommen ist, allerdings war nur ein Top5 dabei. Burton ist 2007 und 2008 nur je ein Mal in die Top5 gefahren, ansonsten waren das seit 2006 ausnahmslos Ergebnisse jenseits der Top12. Harvick dürfte insgeheim schon auf Talladega hoffen, denn immerhin gewann er in diesem Jahr zwei der bisher drei Superspeedway-Auftritte. Am Wochenende sollte er wie immer gut genug für die Top10 sein, denn das schaffte er mit Mühe und Not auch in drei der letzten sieben Martinsville-Rennen. Aber ob das auf Dauer reicht, nur Top10-Resultate einzufahren? Eher nicht, ein schlechtes Ergebnis von ihm und es sind nur noch Johnson und Hamlin im Titelkampf übrig.

Schlechter sieht es bei Dodge und Ford aus, Kurt Busch zum Beispiel ist seit 2006 nicht mehr in die Martinsville-Top-10 gefahren. Seine Meisterschaftschancen sind aber ohnehin nur noch rechnerisch. Die Roush-Ford-Chaser Matt Kenseth und Greg Biffle sind in den letzten Jahren mal so vereinzelt in den Top10 angekommen. Während Biffle allerdings nur zwei solcher Resultate in Martinsville überhaupt vorweisen kann, hat Kenseth wenigstens sechs aus 21 Rennen. Carl Edwards ist seit 2007 auch nur drei Mal in den Top10 angekommen, dabei steht als bestes Ergebnis ein dritter Platz in den Büchern. Wenn Martinsville eines ist, dann eben keine Ford-Strecke!

Der letztwöchige Sieger Jamie McMurray und sein Teamkollege bei Earnhardt-Ganassi Racing, Juan Pablo Montoya, haben Chancen auf die Top10. McMurray beendete die letzten sieben Martinsville-Rennen auf den Plätzen 9, 32, 8, 38, 10, 6 und 30. Montoyas Statistik sieht folgendermaßen aus: 16/8/13/14/12/3/36. Ein ähnliches Ergebnis wie in den letzten Saisonrennen sollte er also wiederholen können, der flache Shorttrack liegt ihm seit Beginn seiner NASCAR-Karriere vergleichsweise gut.

Martin Truex Jr wurde im Frühjahr Fünfter in Martinsville und David Reutimann hat sich in dieser Saison zu einem echten Top10-Fahrer entwickelt. Mit Michael Waltrip Racing muss man also auch weiterhin rechnen, es kann sein, dass beide Piloten in den Top10 auftauchen.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik in Bildform kommen wie üblich noch Playoff-Punktetabelle, Owner-Wertung und die Ausstrahlungsdaten für das komplette Wochenende. Zu den Meisterschaftstabellen habe ich in der Charlotte-Analyse schon was geschrieben. Damit dieser Artikel nicht zu lang wird, bitte ich darum, dort nachzuschauen.

Sprint Cup und Trucks sind auf dem Martinsville Speedway unterwegs, während die Nationwide Series mit Danica Patrick im Schlepptau auf dem Gateway International Raceway fährt, einem 1,25-Meilen-Oval mit unterschiedlichen Turns in der Form von Darlington. Allerdings ist der Speedway langsamer, denn Turns 1 & 2 ähneln New Hampshire, während Turns 3 & 4 dem Phoenix International Raceway nachempfunden sind.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 22.10.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
19:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
22:40 Uhr, Truck Series Qualifying, nicht im TV

Samstag, 23.10.
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
17:15 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (erst um 00:30 Uhr)
18:30 Uhr, Truck Series Rennen (Kroger 200), SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (5-Hour Energy 250), ESPN2

Sonntag, 24.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Tums Fast Relief 500), ESPN

October 15 2010

06:31

NASCAR: Vorschau Charlotte Oktober 2010

Das letzte Nachtrennen der Saison in Charlotte beschließt gleichzeitig auch die erste Hälfte des Chase. Am vergangenen Wochenende sorgte das turbulente Rennen in Fontana für die erste große Zäsur in den Playoffs, nachdem zuvor eigentlich fast alle zwölf Fahrer Chancen auf die Meisterschaft besaßen. Jetzt sind nur noch vier Piloten innerhalb von 100 Punkten.

Zum letzten Mal in diesem Jahr heißt es im Sprint Cup „night racing“, denn das „Bank of America 500“ beschließt die Serie der Samstagnachtrennen für 2010. Gefahren wird auf dem Charlotte Motor Speedway, bis vor kurzem noch bekannt als „Lowe’s Motor Speedway“. Die US-Baumarktkette, welche noch regelmäßig auf dem Auto von Jimmie Johnson vertreten ist, verlängerte einen 10-Jahres-Vertrag mit dem Speedway nicht weiter. Charlotte ist ein 1,5-Meilen-Oval und ähnlich aufgebaut wie seine Schwestern in Atlanta und Texas. Mehr zur Strecke selbst und ihrer Geschichte im hier verlinkten Extra-Artikel. Bekannt ist der Speedway für das längste Rennen des Jahres, das Coca-Cola 600 Ende Mai. Doch auch in Charlotte wird zweimal pro Saison gefahren, stellt die Stadt doch die Heimat der meisten NASCAR-Teams dar.

Auf dem Charlotte Motor Speedway sind für gewöhnlich gute Rennen zu erwarten und die Preisgelder sind auch nicht von schlechten Eltern. Die Siegerprämie bewegt sich zwischen 300.000 und 500.000 US-Dollar, je nachdem ob es das 500- oder das 600-Meilen-Rennen ist. Das letztplatzierte Team erhält selbst im Herbst noch mehr als 60.000 US-Dollar, weswegen die Entry-Listen regelmäßig gut gefüllt sind. Eine Anfahrt ist wegen der nahegelegenen Shops für die meisten Teilzeitteams auch äußerst günstig. In diesem Jahr versuchen sich 50 Autos für 43 Startplätze zu qualifizieren, das Team von Brads Bruder Brian Keselowski meldete sich wegen dieses Massenauflaufs auch schon wieder ab.

Mit dabei sind jetzt unter anderem ein zweites Auto von Whitney Motorsports mit der #81, dass Scott Riggs neben der #46 mit Michael McDowell am Steuer pilotieren wird. Weil McDowell einige voll finanzierte Rennen hat, wird er in diesen einen Chevrolet fahren, der mit besseren Komponenten ausgestattet ist, als der sonst übliche Dodge des Teams. Neu am Start ist ein Auto von Robert Richardson, dessen Sohn das Daytona 500 in diesem Jahr bestritt. Die #23 ist nicht finanziert („Pink and Blue for Two“ ist eine Stiftung) und wird von Johnny Sauter in der Qualifikationsmühle pilotiert.

Nachdem ich Bobby Labonte in der #09 (Landon Cassill) und in der #71 (Andy Lally) vermisst hatte, tauchte er im Team seines Bruders wieder auf. Terry Labonte gehört die Hälfte von Stavola Labonte Racing und in diesem Jahr fährt die Mannschaft drei Rennen, bevor 2011 eine Vollzeitsaison geplant ist. Eigentlich sollte Terry diese Einsätze bestreiten und es ist nicht bekannt, warum Bobby (nur in Charlotte) übernimmt. Vermutlich konnte er kein Sponsorengeld für ein komplettes Rennen auftreiben und Terry bot ihm das von Gander Mountain finanzierte Cockpit an. Eigentlich egal, denn beide Labonte-Brüder besitzen ein „champion’s provisional“ (Terry: 1984, 1996 / Bobby: 2000) welches aktueller ist als das von Bill Elliott (1988) in der #21 der Wood Brothers. Interessant ist, dass die #10 in dieser Saison von Richard Childress Racing vorbereitet wird, damit die sich schon mal ordentlich auf das vierte Team mit Paul Menard im kommenden Jahr einschießen können.

Letzte interessante Geschichte in der Meldeliste ist Robby Gordon Motorsports: Teamchef Gordon meldete zwei Autos für Charlotte an, wobei die fest-qualifizierte #7 von Kevin Conway pilotiert werden sollte. Gordon hätte hinter dem Steuer der #07 gesessen, in der er 2010 schon einige Rennen bestritten hat. Offenbar realisierte Robby aber das Punkte-Malheur, in dem er derzeit steckt: Nur noch 25 Punkte trennen ihn von Front Row Motorsports’ #38, die David Gilliland in Charlotte fahren wird.

Die einfachste Lösung war ein Wechsel zwischen Gordon und Conway. Daraus folgt, dass Conway nicht fest-qualifiziert ist und vermutlich im Einzelzeitfahren gnadenlos unten durchfallen wird. Robby Gordon fährt das Auto mit der #07 eigentlich lieber selbst, um bei einem optimistischen Qualifikationsrun inklusive Totalschaden wenigstens die Schuld bei sich suchen zu können. Was mich wundert ist, dass Conway und Hauptsponsor ExtenZe bei Front Row Motorsports eine Klausel im Vertrag hatten, welche besagte, dass er in einem fest-qualifizierten Auto eingesetzt werden musste. Bei Robby Gordon Motorsports scheint das nicht der Fall zu sein, merkwürdig…

Nach diesem Ausblick auf das sehr volle Starterfeld im „go or go home“-Bereich nun die Übersicht bezüglich der Chase-Fahrer, die vorne im Feld um den Titel kämpfen. Fontana sorgte für eine Art Zäsur in der Meisterschaftsentscheidung, weil dort sechs der zwölf Playoff-Piloten herbe Rückschläge erlitten. In der Folge bedeutet dies, dass sich nur noch vier Fahrer an der Tabellenspitze innerhalb von 100 Punkten befinden. Nach einer sehr offenen Situation hat sich die Meisterschaft in nur einer Woche schon in gewisser Weise vorentschieden – zumindest was die fast verlorenen Chancen einiger Piloten angeht. Dieses Ereignis möchte ich – nun schon eine Woche früher als geplant – zum Anlass nehmen, um die verbleibenden Chancen der Chase-Fahrer und ihre Charlotte-Statistik aufzuzeigen. Das passt eigentlich auch ganz gut, denn nach der Durchsicht der letzten Ergebnisse stellt sich die Benennung eines Favoriten doch schwerer dar als gedacht:

1. Jimmie Johnson, #48, Hendrick Motorsports (5673 Punkte)
Der Dauermeister packte in den ersten vier Chase-Rennen richtig einen aus und zog nach einem 25. Platz im Eröffnungsevent von New Hampshire nach. Die letzten drei Resultate lauten 1, 2 und 3, damit setzte Johnson sich an die Spitze der Tabelle. In Charlotte konnte er schon sechs Siege einfahren, den letzen im vergangenen Playoff-Lauf 2009. Zwischen 2003 und 2006 kam Johnson nie schlechter als in den Top3 ins Ziel, doch danach zeigen sich auffällige Schwächen in der Statistik: Seit 2007 konnte er in sieben Rennen nur drei Top10-Ergebnisse einfahren. Da Jimmie im Chase immer stark ist, könnte ein Sieg drin sein. Wenn es nicht klappt, bleibt ja immer noch Martinsville in der nächsten Woche und da ist Johnson gemeinsam mit Denny Hamlin seit Herbst 2006 ungeschlagen.

2. Denny Hamlin, #11, Joe Gibbs Racing (-36)
Hamlins Chase-Ergebnisse sind jetzt nicht so schlecht gewesen: 2/9/12/8 sprechen für nette Rennen, doch eine Meisterschaft gewinnt man damit nicht. Jimmie Johnson macht vor, welche Resultate dafür kommen müssen; die Top5 sind regelmäßig Pflicht. Nach dem Sieg im Richmond zum Abschluss der „regular season“ scheint Hamlin ein wenig zu straucheln, wenn auch auf hohem Niveau. Seine Charlotte-Statistik ist desolat, nur drei Mal in zehn Rennen fuhr er in die Top10. Er hat kein einziges Top5-Resultat auf diesem Intermediate-Oval und die achten und neunten Plätze waren alle vor 2008. Für ihn gilt es deshalb ganz besonders, das Augenmerk auf Martinsville zu richten. Dort muss er gewinnen, wenn er eine Chance auf den Titel haben will.

3. Kevin Harvick, #29, Richard Childress Racing (-54)
Harvick ist der Meister der „regular season“ und würde auch nach der alten Punktewertung ohne Chase noch die Fahrerwertung anführen: 231 Punkte läge er vor Jeff Gordon, da hätte ihm die Konstanz wohl schon den Titel eingebracht. Das Chase-System verlangt aber in den letzten zehn Rennen Konstanz auf sehr hohem Niveau und das gelingt Harvick auch nicht immer. Er führt die Top10-Liste in diesem Jahr zwar mit 20 vor Jimmie Johnsons 17 an, doch beide Fahrer haben gleichviele Top5s und Johnson fuhr noch einmal drei Siege mehr als Harvick ein. Seine Chase-Ergebnisse (5/15/3/7) zeigen, dass er ebenfalls auf hohem Niveau zu langsam ist. Die Playoffs scheinen einfach wie für Johnson gemacht, obwohl Harvick natürlich super unterwegs ist und immerhin auch drei Saisonrennen gewinnen konnte. Auch für ihn ist Charlotte allerdings kein gutes Pflaster: 2001 debütierte er für den verstorbenen Dale Earnhardt Sr und holte gleich mal einen zweiten und achten Platz in seiner ersten Saison. Danach gelang ihm in 17(!) weiteren Charlotte-Rennen nur noch ein(!!!) weiteres Top10-Resultat. Seine starke Strecke ist in diesem Chase Talladega, denn zwei „restrictor plate“-Rennen gewann Harvick 2010 schon und nur Top5-Ergebnisse in Serie bringen ihn noch an Johnson vorbei.

4. Jeff Gordon, #24, Hendrick Motorsports (-85)
Gordon ist der letzte Pilot im Chase innerhalb von 100 Punkten hinter Tabellenführer Jimmie Johnson und versucht gerade, die Meisterschaft ohne einen einzigen Saisonsieg zu gewinnen. Klappen könnte das, dann müssen aber auch mindestens Top3s konstant kommen. Bisher erreichte er die Plätze 6, 11, 5 und 9 – ich weiß, dass ist wieder Jammern auf hohem Niveau. In Charlotte könnte er seinen Rückstand weiter verringern, denn die Statistik zeigt seit 2007 nur einen bösen Ausreißer mit Platz 41. Die anderen sechs Resultate waren fünf Top10s, darunter drei Top5s und ein Sieg.

5. Tony Stewart, #14, Stewart-Haas Racing (-107)
Stewart machte in Fontana mit seinem Sieg gleich fünf Positionen gut und brachte sich damit zurück ins Meisterschaftsgeschehen. Für Tony ist der Titel noch nicht Geschichte, auch wenn er bereits knapp mehr als 100 Punkte hinter Jimmie Johnson liegt. Das Problem ist nur, dass er seine Ausrutscher in diesem Chase schon verbraten hat, was die Plätze 24/21/4/1 zeigen. Immerhin ist ein Aufwärtstrend zu finden und vielleicht kann Stewart die Leistung der letzten beiden Rennen jetzt ja konstant weiter abrufen. Seine letzten beiden Top10-Resultate in Charlotte stammen allerdings aus 2007 und davor gelang ihm das zuletzt 2004. Falls es in Charlotte nicht klappen sollte, bleibt dem „restrictor plate“-Spezialisten Stewart immer noch Talladega.

6. Kurt Busch, #2, Penske Racing (-140)
Den größten Sprung am Wochenende könnte Kurt Busch machen, denn er gewann das Coca-Cola 600 in diesem Jahr und eine Woche zuvor auch schon das All-Star Rennen. Gelingt ihm ein Sieg im 500-Meilen-Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag, dann holt er zudem das Triple, welches noch keinem anderen Fahrer gelang. Seine 140 Punkte Rückstand könnte er mit einer Fahrt in die „victory lane“ natürlich prima dezimieren und nach den Plätzen 13, 4, 13 und 21 benötigt er auch einen Sieg, um Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Seit 2006 stehen allerdings nur drei Top10-Resultate auf dem Charlotte-Konto von Kurt Busch, die letzten vier Ergebnisse lauten aber: 3/34/10/1! Busch braucht also diesen Sieg, bei einem weiteren Ergebnis außerhalb der Top10 ist der Zug für ihn abgefahren. Der Charlotte Motor Speedway ist die letzte starke Strecke von Kurt.

7. Carl Edwards, #99, Roush-Fenway Racing (-162)
Der Fast-Ausfall nach Motorproblemen in Fontana könnte Edwards die letzten Chancen auf die Meisterschaft gekostet haben. Für alle Fahrer in der zweiten Playoff-Tabellenhälfte gilt ab sofort: Rennsiege einfahren, was es koste, sonst ist es definitiv vorbei. Edwards‘ Chase-Ergebnisse lauten Platz 11, 5, 6 und 34, was zeigt, dass ihn der technische Defekt echt eine Menge gekostet hat. Dazu kommt, dass Carl keine Bonuspunkte für einen Sieg in der „regular season“ mit in den Chase genommen hat. Elf Charlotte-Rennen brachten Edwards bisher sieben Top10-Ergebnisse, davon waren vier sogar Top5s. Er muss am Wochenende also gewinnen, um dabei zu bleiben und zwei Mal ist er 2010 ja schon knapp an der „victory lane“ vorbeigesegelt.

8. Jeff Burton, #31, Richard Childress Racing (-177)
Burton sehe ich nicht mehr als Meister in diesem Jahr. Er kann zwar ebenso konstant fahren wie seine Teamkollegen, doch echte Top-Ergebnisse sind bei ihm selten geworden. Der Chase brachte folgende Resultate ein: 15/2/18/23. Daran sieht man, wo Burton steht: An einem guten Tag fährt er in die Top5/Top10 und ansonsten ist von ihm nichts zu sehen. Die Playoffs verlangen aber an solchen Tagen einen Sieg und ansonsten Top10s, da dürfte der Zug abgefahren sein. In Charlotte ist seine Statistik gemischt: Seit 2006 ist er in neun Rennen fünf Mal in die Top6 gefahren und vier Mal nicht besser als Vierzehnter geworden. Dabei steht ein Sieg aus dem Chase-Rennen 2008 für Burton in den Büchern.

9. Kyle Busch, #18, Joe Gibbs Racing (-187)
Kyle Busch war gut im Chase unterwegs, bevor das Pech zuschlug. Platz 9 in New Hampshire und Rang 6 in Dover folgten eine Fehde mit David Reutimann und ein Motorschaden. Die letzten beiden Rennen beendete er dementsprechend außerhalb der Top20. Busch selbst gab in einem Interview nach seinem Ausfall in Fontana ja schon alle Meisterschaftshoffnungen auf, da kann man gar nicht groß was schönreden jetzt. Charlotte könnte allerdings noch einmal ein Top-Resultat für Kyle bringen, denn seit Ende 2006 ist er ein guter Tipp für die Top5: Nur ein Rennen beendete er nicht in den Top8, dabei erreichte er drei Mal den dritten Platz. Mit ein wenig Biss könnte ein Sieg am Wochenende drin sein.

10. Greg Biffle, #16, Roush-Fenway Racing (-215)
11. Matt Kenseth, #17, Roush-Fenway Racing (-241)
12. Clint Bowyer, #33, Richard Childress Racing (-247)
Die letzten drei Chase-Fahrer kann ich gemeinsam bewerten, denn sie haben bei über 200 Punkten Rückstand keine Chance mehr auf die Meisterschaft. Biffle meldete sich zwar noch kurz mit einem Sieg in Kansas zurück, musste aber nach einem Motorschaden in Fontana alle Hoffnungen begraben. In Charlotte sind die Top10 für ihn realistisch, das gelang ihm aber zuletzt 2008. Kenseth kam nie ernsthaft im Chase an und holte bisher nur ein Top10-Resultat in den letzten vier Rennen. Die Charlotte-Statistik sagt ebenfalls die Top10 voraus, falls es denn jetzt besser läuft als zuletzt: In vier der letzten fünf Charlotte-Rennen schaffte Kenseth derartige Platzierungen. Bowyer darf sich bei seinem Team bedanken, deren knapp ausgelegte Toleranz bei Abmessungen ihm 150 Punkte Strafabzug einbrachte. Ohne diesen Fauxpas wäre er derzeit Fünfter in der Meisterschaft mit nur 97 Punkten Rückstand auf Jimmie Johnson, schade eigentlich. Seine Ergebnisse waren mit 1/25/15/2 auch recht gut, einen Ausrutscher hätte Bowyer aber schon gehabt. Die letzten beiden Charlotte-Rennen beendete er als Sechster und Siebter.

Außerhalb des Chase kommen noch einige Fahrer ebenfalls für gute Ergebnisse in Frage: Allem voran denke ich da an Kasey Kahne. Zuletzt kam er ja oft jenseits der Top30 ins Ziel und hatte sein Jahr bei Richard Petty Motorsports vor seinem Wechsel zu Red Bull Racing und Hendrick Motorsports wohl schon vorzeitig an den Nagel gehängt. In Fontana kam er allerdings mit einem starken vierten Platz zurück an die Spitze. Seine Charlotte-Statistik macht ihn zum Mitfavoriten auf den Sieg, denn seit 2006 beendete er nur ein Rennen nicht in den Top12. 2006 gewann er beide Saisonrennen und konnte außerdem 2008 beim Coca-Cola 600 in die „victory lane“ fahren. Abseits der Siege, mit Ausnahme seines zwölften Platzes im diesjährigen 600-Meilen-Rennen und dem einen Ausrutscher 2007 waren die anderen Platzierungen 8/2/3/7.

Joey Logano bewegt sich derzeit nahe den Top10 und konnte in seinen bisher drei Charlotte-Rennen die Ergebnisse 9/5/13 holen. Ein weiteres Top-Resultat sollte möglich sein, zumal Kyle Busch ja gezeigt hat, dass der Joe-Gibbs-Toyota in Charlotte gut geht.

Ähnliche Ergebnisse seit 2008 haben in Charlotte bisher Ryan Newman, Mark Martin und Jamie McMurray eingefahren: Newmans letzte drei Charlotte-Ergebnisse nach zwei 21. Plätzen 2008 waren 2/11/9, ein Top10-Resultat ist also durchaus drin für Stewarts Teamkollegen. Martin ist nach Rang 6 in Fontana wieder in Lage, Spitzenergebnisse einzufahren. Charlotte brachte ihm zwei Top10s seit 2008; Wiederholung nicht ausgeschlossen! McMurray ist in den letzten Charlotte-Rennen so ein wenig Hop-oder-Top gefahren: Zwei Top5-Resultaten stehen drei Ergebnisse schlechter als Platz 21 gegenüber.

Weiterhin zu beobachten sind David Reutimann und Paul Menard: Ersterer gewann das Coca-Cola 600 im letzten Jahr, allerdings nur weil es wegen Regens abgebrochen werden musste. In der diesjährigen Ausgabe wurde er aber Fünfter, was seine Stärke in Charlotte unterstreicht. Menard fiel in den letzten Saisonrennen durch gewagte Boxenstoppstrategien auf, die ihn weit nach vorne spülten. Die zwei Top10-Resultate in Dover und Kansas könnten in Charlotte erweitert werden, immerhin gelang ihm in Frühling schon Platz 8.

Juan Pablo Montoya verfügt über eine krasse Charlotte-Statistik: Im Coca-Cola 600 von 2009 kam er auf Rang 8 ins Ziel und das war bei weitem sein bestes Ergebnis auf diesem Intermediate-Oval. Danach kommt nämlich erstmal gar nichts, bevor ein 28. Platz aus seinem Debüt-Jahr 2007 zu Buche steht. Von seinen sieben Charlotte-Rennen musste er drei mit einem Unfall beenden und kam in nur einem ohne Rundenrückstand an. Da wird es am Wochenende interessant, ob er sich steigern kann.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik für Charlotte folgen noch die TV-Ausstrahlungsdaten für den Rest des NASCAR-Wochenendes. Weil das Cup-Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag ansteht, sind zum üblichen Erscheinungstermin des Artikels schon das erste Training und das Qualifying durch. Die Ergebnisse sind im vorstehenden Satz verlinkt. Ich bitte zu entschuldigen, dass die Auswirkungen der Sessions nicht in diese Vorschau eingeflossen sind, vor allem was den Teil über die „go or go homer“ betrifft. Leider kann ich die Vorschau nicht erst am Freitagmorgen schreiben.

In der Nationwide Series ist auch Danica Patrick wieder mit dabei und außerdem findet an diesem Wochenende der letzte Test unter Rennbedingungen mit dem neuen Auto statt, welches ab 2011 „full time“ eingesetzt werden wird. Da gab es auch zwei zusätzliche Trainingssitzungen am Mittwoch, hier sind alle Nationwide-Trainings auf Jayski.com verlinkt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 15.10.
21:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Samstag, 16.10.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Bank of America 500), ABC

August 11 2010

06:42

Ferner liefen: Die Newshappen

// Sommerpause in der Formel Eins – das bedeutet auch relativ wenig Nachrichten. Die Teams sind gezwungen, die Fabriken zu schließen, alle Mitarbeiter haben Urlaub und sind nicht im Büro. Das bedeutet zwar nicht, dass man nicht weiter forscht, denn was so ein Mitarbeiter zu Hause macht, kann man nicht wissen (*hüstel*), aber tatsächlich arbeiten kann man kaum. Die einzig nennenswerten Gerüchte gibt es weiter um Renault und den zweiten Platz neben Kubica. Petrov hat, in meinen Augen, keine schlechte Saison abgeliefert. Immerhin war er auch in der GP2 nicht gerade ein Überflieger und dafür hat er sich wacker gehalten. Seit Wochen geht aber das Gerücht rum, dass Renault ihn los werden möchte. Angeblich hat man ihm ein Ultimatum gestellt, das beinhaltet, dass er bis Ende September ein paar nennenswerte Ergebnisse einfahren muss, sonst darf er gehen. Bereit stehen gleich drei Deutsche: Nick Heidfeld, Adrian Sutil und Timo Glock. Heidfeld würde gerne mal wieder Rennen fahren, Glock ist unglücklich bei Virgin, wo es nicht voran geht und Sutil würde ich endlich gerne mal gegen einen Top-Piloten versuchen. Ich denke aber, dass Petrov am Ende bleiben wird. Zum einen ist der russische Markt für Renault zu wichtig, zum anderen hilft es dem Team auch nicht, wenn man alle paar Monate den zweiten Fahrer wechselt. Ich vermute mal, dass man Petrov und sein Management einfach etwa unter Druck setzen möchte.

// Bei HRT verdichten sich mal wieder die Gerüchte, dass das Team große finanzielle Probleme hat. Bruno Senna soll sich skeptisch geäußert haben, was die Zukunft der Spanier angeht. Bernie Ecclestone hat ebenfalls angedeutet, dass es zwei Teams gibt, die die Saison eventuell nicht überleben könnten. Das eine wäre HRT, das andere Virgin, wenn Richard Branson die Lust verliert. Auch dort gibt es erste Auflösungserscheinungen: Andy Soucek und seine 1 Mio. € Sponsoren sollen angeblich das Team verlassen haben, weil Virgin den Spanier nicht wie vereinbart als Freitagstester eingesetzt hat. Gleichzeitig tut sich erstaunlich wenig in Sachen Entscheidung, wer das 13. Team in den F1 werden soll. Weiterhin im Rennen Euskadi, Durango und StefanGP. Offenbar will Bernie warten, ob nicht noch mehr als ein Slot frei wird.

// Die Liste der Probleme, die Red Bull hat, ist relativ lang. Probleme mit dem Material, mit dem Renault-Motor, mit einer manchmal nicht zu durchschauenden Teamstruktur und natürlich mit den Fahrern. Neu in der Liste ist Adrian Newey. Der vielleicht wichtigste Mann im Team neigt dazu, seiner Rennleidenschaft freien Lauf zu lassen, was nicht immer gut geht. In Le Mans zerlegte er beim Classic Rennen vor ein paar Jahren einen Ford GT40 und brach sich einen Finger. Am letzten Wochenende startete er aus Lust und Laune im Ginetta Cup, der im Rahmen der BTCC ausgetragen wird. Dabei wurde er von einem Konkurrenten umgedreht und dummerweise ge-t-boned (Video). Newey kam ins Krankenhaus und wurde erst gestern mit nicht näher definierten Verletzungen am Arm entlassen.

// Peter Windsor, Teilhaber des kläglich gescheiterten USF1 Unternehmen, hat dem E-Zine gpweek wohl ein längeres Interview gegeben, dass nächste Woche veröffentlicht werden soll. Man darf gespannt sein, denn er will über die Hintergründe plaudern.

// Kasey Kahne wird 2011 bei Red Bull an den Start gehen. Dabei habe ich allerdings noch nicht verstanden, ob er in einem dritten Wagen sitzen wird, oder ob Brian Vickers endgültig ersetzt wird. Interessant ist der Deal auf jeden Fall, denn ein Jahr später wird Kahne bei Hendrick die #5 von Mark Martin übernehmen. Der wiederum, so die Gerüchte, soll dann zu Red Bull gehen. Alles ein wenig merkwürdig. Eigentlich hieß es, dass man Kahne bei Stewart-Haas parken wollte, aber da bekam man wohl das Sponsoring nicht zusammen. Immerhin sind damit die Gerüchte aus der Welt, dass Red Bull den Rennstall zum Ende des Jahres schließt.

// Der nächstjährige Kalender des Sprint Cups nimmt Gestalt an. Offenbar hat die NASCAR in Watkins Glen den Nationwide Teams einen vorläufigen Plan für 2011 gegeben und da sich SC und NW Rennen meist überschneiden, kann man schon einiges ablesen. Klar ist: es ändert sich weniger als gedacht. Bisher weiß man, dass Phoenix den Slot von Fontana bekommt und damit das erste “richtige” Rennen nach dem Daytona 500 wird. Das erste Rennen in Phoenix ist ein Tagrennen (27.02), das zweite ist wie gewohnt in der Nacht (13.11.) Fontana rutscht wohl in den April. Atlanta verliert ein Rennen und hat nur noch eins im September, dafür bekommt Kansas einen zweiten Lauf. Bestätigt sind der 5.6 und der 9.10.2011 Ansonsten ändert sich wohl nicht viel, auch nicht im Chase. Homestead bleibt das Finale, obwohl einige getippt haben, dass Las Vegas diese Ehre zu Teil wird. Auch ein Strassenrennen wird es nicht im Chase geben. Watkins Glen bleibt im August, Sonoma ist allerdings noch nicht bestätigt. Die NASCAR veröffentlicht den Kalender am 18.August. Mittlerweile ist ein Kalender für die Nationwide Serie aufgetaucht, Das die bis auf ein paar Daten im Sommer fast immer parallel zum Sprint Cup fährt, kann man einiges ableiten. (Alle Infos aus Twitter raus gefischt)

// Einen mittleren Sturm im Wasserglas gibt es im Moment in der NASCAR was Twitter angeht. Der bei vielen Fahrern und Teammitgliedern ungemein populäre Dienst war in den letzten zwei Wochen verdächtig ruhig. Wie sich raus gestellt hat, hat die NASCAR zum einen zwei Fahrer eine Strafe verpasst, zum anderen wohl auch einen allgemeinen Maulkorb für alle erlassen. Der Ärger der Fans ist durchaus groß. Vermutlich wird das allerdings nicht lange andauern, Montoya twittert wie eh und je.

// In der IRL gibt es derweil einen weiteren Verletzten: Justin Wilson hat sich beim eher harmlos aussehenden Crash mit Ryan Briscoe im Qualifying ein Band im rechten Daumen gerissen. Der Brite muss in Sonoma mit einer Schiene antreten. Ebenfalls weiter verletzt: Mike Conway. Eigentlich wollte er nach seinem Indy-Unfall in Sonoma sein Comeback geben, die Rückkehr wird sich aber doch noch um ein paar Wochen verschieben.

// Gar nicht zufrieden ist man bei den Teams mit Dallaras Vorbereitungen für die Umstellung auf das neue Chassis 2012. Laut Aussagen verschiedener Teamverantwortlicher nach einer Besprechung in Mid Ohio gibt es bisher noch keinerlei schriftliche Verträge zwischen dem Chassishersteller und den Teams. Auch genaue Kosten oder Details zum Reglement sind wohl noch nicht bekannt. Dabei läuft schon langsam die Zeit davon – vor allem, wenn man bedenkt, dass innerhalb der kommenden eineinhalb Jahre nicht nur die Autos geplant und gebaut werden müssen, sondern vorher auch noch die Dallara-Fabrik im Schatten des Indianapolis Speedway.

// Alvaro Parente, einigen vielleicht aus GP2 oder SLF bekannt, setzt sich beim LMS Rennen in Ungarn ans Steuer eines Ferrari 430 von AF Corse.

June 15 2010

08:15

NASCAR: Analyse Michigan Juni 2010

Wer am Sonntag zugunsten des Spiels der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika auf das Cup-Rennen der NASCAR in Michigan verzichtet hatte, machte damit im Grunde genommen nichts falsch. Vier Tore waren vermutlich ansehnlicher als die Denny-Hamlin-Show.

Das Rennen auf dem Michigan International Speedway bot exakt zwei Phasen: Den Teil, in welchem Denny Hamlin noch nicht in Schwung gekommen war und den Teil, welchen Denny Hamlin dominierte. Bis Runde 50 brauchte Crew Chief Mike Ford, um Hamlins Wagen in eine Rakete zu verwandeln. Allerdings war die #11 im ersten Rennviertel ohnehin schon konstant in den Top5 unterwegs. Bis dahin führte der Polesitter Kurt Busch das Feld an und konnte seine Führung durch zwei Gelbphasen (Dreher von Marcos Ambrose und „debris caution“) retten. Zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als sei der ältere Busch-Bruder derjenige, den es zu schlagen gilt. In Runde 52 ging dann aber Denny Hamlin nur einen Umlauf nach dem Schwenken der grünen Flagge in Führung und läutete die zweite Phase des Rennens ein.

Es folgte eine knapp 50 Runden andauernde Grünphase, welche erst bei den „green flag stops“ wieder interessant wurde. Hier machte Hamlin den einzigen Fehler des Tages und kam nicht so richtig von seinem Boxenplatz weg, was Kurt Busch die Führung für vier Runden zurückbrachte. Dann war nämlich Kasey Kahne an der Reihe und machte sich mit einem Überholmanöver zum dritten Siegkandidaten des Rennens. Alle neun Werks-Ford (Roush, RPM und die Wood Brothers) setzten an diesem Wochenende auf den neuen FR9-Motor und es ging auch gleich bergauf. Zwar ist man noch weit von der alten Form entfernt, brachte aber immerhin fünf Fords in die Top15. Kahnes Führung hielt aber nur vier Runden, weil die beiden Red-Bull-Fahrer unbedingt das F1-Manöver ihrer beiden Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber nachahmen wollten.

Casey Mears versuchte unten an Scott Speed vorbeizukommen als er plötzlich nach oben rutschte und die #82 in einen Dreher schickte. Speed konnte sein Auto zum Glück mit einem abenteuerlichen Drift von der Mauer fernhalten. Zum Restart war dann plötzlich Sam Hornish Jr in Front, weil er auf einen Boxenstopp während der Caution verzichtete – immerhin waren seine Reifen ja erst etwas mehr als zehn Runden alt. Die zwei Reifen, die der Rest des Feldes aufziehen ließ, lohnten sich aber gewaltig: Innerhalb von drei Runden war Hornish seine Führung an Kurt Busch los, doch auch für diesen sollte es nicht sein. Denny Hamlin kehrte nach seinem kleinen Patzer wieder stark zurück und übernahm in Runde 113 endgültig die Herrschaft über das Rennen. Im Grunde genommen war nun der Tag gelaufen, denn die Führung gab der nächstjährige Hendrick-Fahrer Boxenstopp-bereinigt nicht wieder aus der Hand.

De facto lagen aber Matt Kenseth und ein zweites Mal Kasey Kahne während der nun folgenden ewigen Fahrt unter Grün kurz an der Spitze, jeweils als Hamlin sich zu einem „green flag stop“ verabschiedete. 20 Runden vor Schluss hatte der Gibbs-Pilot dann bereits einen Vorsprung von neun Sekunden auf den Zweitplatzierten Kahne herausgefahren, was NASCAR dazu brachte, nach Staubkörnern auf der Strecke Ausschau zu halten. Ein letzter Boxenstopp während der folgenden „debris caution“ veränderte die Reihenfolge in den Top5 für den finalen Restart aber nicht mehr, weil die neun vordersten Fahrer draußen blieben. Hamlin lag also vor Kahne und Kurt Busch, dahinter hatten sich Jeff Gordon und Greg Biffle platziert. Denny Hamlin ließ im 14-Runden-Sprint nichts mehr anbrennen und gewann in Michigan sein fünftes Saisonrennen.

Bei Hendrick holten Gordon, Johnson und Earnhardt drei unauffällige Top5-Resultate

Weiter hinten nutzten Jimmie Johnson, Tony Stewart, Dale Earnhardt Jr und Jeff Burton ihre neuen Reifen und arbeitete sich noch an Greg Biffle vorbei, Joey Logano komplettiert die Top10. Für Joe Gibbs Racing wieder ein Top-Ergebnis, nur Kyle Busch (20.) kam nicht so richtig in Schwung nachdem er das Rennen wegen eines Motorwechsels am Ende des Feldes starten musste. Die Fahrer von Hendrick Motorsports fuhren ein unauffälliges Rennen, was zu einem halbwegs guten Abschluss führte: Jeff Gordon (4.), Jimmie Johnson (6.) und Dale Earnhardt Jr (7.) konnten in die Top10 fahren, nur Mark Martin (16.) fand sich außerhalb wieder. Beim Kundenteam von Stewart-Haas Racing erwischte nur Tony Stewart (5.) einen guten Tag, Ryan Newman (32.) war über ein Teil gefahren, welches sein Handling zerstörte. Richard Childress Racing belegte die Plätze 8 (Jeff Burton), 19 (Kevin Harvick) und 22 (Clint Bowyer) und konnte meine Erwartungen nicht so richtig umsetzen.

Das Chevrolet-Lager komplettieren Juan Pablo Montoya mit Platz 13 und Earnhardt-Ganassi-Teamkollege Jamie McMurray auf Rang 24. Für den Kolumbianer sollte nun mit dem ersten Rundkursrennen in Sonoma am nächsten Wochenende wieder ein besseres Ergebnis folgen – er wird es jedenfalls bei 189 Punkten Rückstand auf den Chase brauchen. Bei Dodge und Kurt Busch (3.) war nur am Anfang ein Kraut gegen Denny Hamlin gewachsen, Sam Hornish Jr (26.) und Brad Keselowski (27.) verschwanden im Mittelfeld. Das zweite Toyota-Lager von Michael Waltrip Racing platzierte sich mit Marcos Ambrose (15.), Martin Truex Jr (17.) und David Reutimann (18.) geschlossen in den Top20. Bei Red Bull Racing lief wie berichtet gar nichts zusammen, Scott Speed kam auf Platz 28 an, während Casey Mears (36.) aufgrund mehrerer Kollisionen viel Zeit in der Garage verbrachte. Beim Team hofft man nun ebenfalls auf Sonoma, wo bekanntlich Mattias Ekström die #83 fahren wird.

Zu guter letzt noch die Ergebnisse der Ford-Piloten, welche mit dem neuen FR9-Motor wieder ein Stück konkurrenzfähiger geworden sind: Kasey Kahne brachte einen starken zweiten Rang nach Hause und hätte ohne Hamlins-Dominanz wohl den ersten Ford-Sieg in einem Punkterennen seit dem Talladega-Chase-Rennen 2009 eingefahren. Greg Biffle (9.) schaffte es in die Top10, welche AJ Allmendinger (11.), Carl Edwards (12.) und Matt Kenseth (14.) nur knapp verwehrt blieb. Elliott Sadler (21.), Paul Menard (25.) und David Ragan (34.) setzten ihre schlechte Serie fort und fanden sich außerhalb der Top20 ein, Bill Elliott fuhr auf Platz 29.

Gibbs führt seit dem Spoilerwechsel das Feld an und Ford kommt mit dem FR9 sehr spät

Insgesamt zeigt das, dass die Ford-Ingenieure doch noch ordentlich Arbeit vor sich haben, um zur alten Stärke zurück zu finden. Der neue Motor kommt wirklich sehr spät, alle anderen Hersteller haben schon vor einigen Jahren den letzten Wechsel vollzogen: Chevy (R07) 2007 und Dodge (R6P8) 2008. Die aktuellen Toyota-Motoren datieren ja vom Einstieg des Herstellers in den Cup 2007 und wurden von Toyota Racing Development entwickelt, von denen nur Joe Gibbs Racing unabhängig arbeitet. Dieses Team ist im Moment auch jenes, welches es zu schlagen gilt. Hendrick Motorsports schwächelt weiterhin seit der Einführung des Heckspoilers, wenn auch in Michigan nicht mehr so stark wie zuletzt. Diese Tendenz belegt die Spoiler-Vermutung: Vor Martinsville gewann Jimmie Johnson drei von fünf Rennen und danach setzten sich Denny Hamlin und Kyle Busch in sieben von zehn Meisterschaftsläufen durch.

Der Meisterschaftsführende Kevin Harvick hält sich derzeit noch mit regelmäßigen Top10-Resultaten über Wasser, doch bei diesem Gibbs-Ansturm ist RCR die Tabellenspitze vermutlich in ein paar Wochen los. Unabhängig von den Spoiler-Entwicklungen ist Penske Racing, denn die haben sowohl davor als auch danach jeweils ein Rennen gewonnen. Im nächsten Jahr wird das alles noch eine Nummer interessanter werden, denn dann steht eine weitere Änderung am CoT an: Es gibt ab 2011 a  

May 18 2010

16:57

NASCAR: Analyse Dover Mai 2010

Nach zuletzt einigen guten Rennen in dieser Saison bot Dover am Wochenende mal wieder einen Riesenlangweiler. Nur fünf Cautions zogen das Feld teilweise beträchtlich auseinander und am Ende gab Jimmie Johnson einen fast sicheren Sieg durch einen Fehler an Kyle Busch ab.

Das Rennen in Dover kam am Ende auf insgesamt nur fünf Cautions, was die Marken aus dem letzten Jahr in etwa halbiert – auch was die Anzahl der Runden unter Gelb angeht. Da die Gelbphasen in etwa gleich verteilt lagen, gab es mehrere „long runs“ in denen das Feld stark auseinandergezogen wurde und teilweise nur noch 15 Autos in der Führungsrunde unterwegs waren. Fünf Cautions auf 400 Runden gesehen brachten zwei Boxenstopp-Durchgänge unter grüner Flagge mit sich und die zweite Phase der „green flag stops“ sollte dann auch das Rennen entscheiden. Im Grunde genommen folgte der Rhythmus des Rennens die ganze Zeit demselben Muster:

Jimmie Johnson kam in den meisten Fällen unter gelb als erster wieder aus der Boxengasse, wurde aber innerhalb von 2-3 Runden durch Kyle Busch überholt. Der Toyota von Busch war über das ganze Rennen stark auf den „short runs“ unterwegs, doch nach maximal 25 Runden kassierte Johnson den späteren Sieger immer wieder ein. 45 Runden vor Schluss lieferten sich die beiden Fahrer einen letzten Zweikampf, bevor 10 Runden später der letzte Boxenstopp für alle anstand. Buschs einzige Hoffnung war zu diesem Zeitpunkt eine späte Caution, damit er seine Stärke auf den „short runs“ würde ausspielen können. Doch der viermalige Meister Johnson nahm sich ganz alleine aus dem Geschehen und zwar mit einem für ihn ungewöhnlichen Fehler: Speeding in der Pitlane!

Kyle Busch, der über das gesamte Rennen mit vorne bei der Musik dabei war, gingen damit die Konkurrenten aus. Niemand war in der Lage, den Vorsprung der #18 einzuschmelzen. Lediglich Jeff Burton konnte den Abstand auf den Führenden einigermaßen konstant halten und wurde dann auch mit einem zweiten Platz belohnt. Ein spannendes Finale mit einer späten Gelbphase oder „green white checkered“ wie bei den vorherigen Rennen blieb in Dover aus. Dafür gewann Kyle Busch das Rennen aber verdient, denn er hatte eines der beiden Autos, die es zu schlagen galt. Lange Zeit sah es eben danach aus, dass der Zeitpunkt der letzten Caution das Rennen entscheiden würde – dann kam es aber zu Johnsons Fehler. Wäre der nicht gewesen, hätte die #48 es wohl in die Victory Lane geschafft, da die späte Caution ausblieb.

Zwei andere Fahrer konnten in Dover kurz aufblitzen und die kamen überraschenderweise aus dem Ford-Lager: Kasey Kahne führte die ersten 24 Runden, verlor aber durch die Reparatur eines gebrochenen Schalthebels eine Runde und wurde am Schluss bis auf Platz 20 durchgereicht. Ähnlich schlecht erging es AJ Allmendinger, der über 150 Runden in den Top5 unterwegs war und in einigen „green flag runs“ als einziger Fahrer beständig an Jimmie Johnsons Hinterteil kleben konnte. Zeitweise qualifizierte er sich damit sogar als dritter Kandidat für einen Sieg, bis seine Pitcrew einen entscheidenden Fehler machte und danach auch noch Pech dazu kam. Eine nicht richtig angezogene Radmutter brachte Allmendinger kurz nach seinem „green flag stop“ erneut an die Box, doch genau in diesem Moment bog Marcos Ambrose in die Mauer ab. Durch die Gelbphase lag die #43 dann plötzlich aussichtlos zwei Runden zurück. Am Ende konnte Allmendinger noch einen 14. Platz rausholen und kam als erster überrundeter Fahrer ins Ziel.

Alle anderen Fahrer hatten mit dem Ausgang des Rennens so gut wie nichts zu tun. Insgesamt gab es acht verschiedene Führende, was aber vor allem aus den Positionsveränderungen während der Boxenstopps unter grüner Flagge herrührt. Der Polesitter Martin Truex Jr konnte nie ernsthaft Akzente setzen und verlor noch in der ersten Runde seine Führung an Kasey Kahne. Während der „green flag stops“ gelangen der #56 dann doch wenigstens noch zwei Führungsrunden, um die fünf Bonuspunkte zu kassieren. Die Teamkollegen Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray fielen kurz nacheinander mit dem gleichen Aufhängungsschaden aus. Da wird es für Montoya nun wirklich schwer, die über 100 Punkte Rückstand auf den Chase aufzuholen, doch 14 Rennen bleiben ihm noch. Hier zur Übersicht noch die Top10, welche sich aus den drei Herstellern Toyota, Chevrolet und Ford recht ausgeglichen zusammensetzt; der erste Dodge ist erst auf Platz 18 vertreten:

1. Kyle Busch (Toyota)
2. Jeff Burton (Chevy)
3. Matt Kenseth (Ford)
4. Denny Hamlin (Toyota)
5. David Reutimann (Toyota)
6. Greg Biffle (Ford)
7. Kevin Harvick (Chevy)
8. Carl Edwards (Ford)
9. Tony Stewart (Chevy)
10. Joey Logano (Toyota)

Die Chevys von Richard Childress Racing haben sich in Dover wider meiner Erwartungen ganz annehmbar geschlagen, Tabellenführer Harvick und Burton stießen in die Top10 vor, während Clint Bowyer auf Platz 17 ins Ziel kam. Die Rückkehr der Fords war durchaus im Bereich des Möglichen, da muss man aber abwarten, wie Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports in Charlotte unterwegs sind – eigentlich eine der besseren Ford-Strecken. Klar erwartet und auch bestätigt worden ist dagegen die derzeitige Dominanz von Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing:

Die Gibbs-Fahrer gewannen fünf der letzten sieben Rennen und das ausgerechnet seit der Einführung des neuen Heckspoilers, welche Jimmie Johnsons Siegesserie in Martinsville durchbrach. Einige Beobachter sehen da einen Zusammenhang zwischen Spoiler und Machtwechsel, doch da muss man vorerst noch abwarten. Hendrick sollte man zu keinem Zeitpunkt abschreiben, dafür haben die einfach ein zu großes Budget und eine zu gute Entwicklungsabteilung, um nicht innerhalb von ein paar Wochen wieder am Ball zu sein. Schwieriger wird es für Gibbs werden, wenn Hendrick erst einmal zurück ist. Auffällig ist aber momentan die abreißende Glücksträhne von Jimmie Johnson: Nicht selbst verschuldete Crashes in Talladega und Darlington, sowie „nur“ ein Zehnter Platz in Richmond. Anscheinend wird der Dauermeister langsam nervös und das könnte zu seinem Patzer in der Dover-Boxengasse durchaus beigetragen haben. „Is Jimmie Johnson losing his momentum?“

Merkwürdig auch, dass man von Jeff Gordon, Mark Martin und Dale Earnhardt Jr so wenig gesehen hat. Während Gordon die Wochen zuvor immer dicht an einem Sieg vorbeigeschrammt ist, landete er in Dover nur auf Platz 11. Martin wurde Fünfzehnter und Junior musste erneut ein komplett verkorkstes Rennen mit zehn Runden Rückstand auf Platz 30 beenden. Es geht ja seit längerem das Gerücht um, dass es zwischen Earnhardt und Lance McGrew kriselt, doch auch die Ergebnisse unter seinem ehemaligen Crew Chief Tony Eury Jr waren nicht wirklich besser. Da fragt man sich doch wirklich langsam, ob es nicht an Junior selbst liegt. Hat er nun sein Talent verloren oder macht ihm diese schwere Zeit einfach mental zu schaffen und verhindert somit gute Ergebnisse? Der Druck wird jedenfalls nicht weniger… Interessant wäre es zu sehen, was Chad Knaus aus dem Team machen könnte. Die engere Verbindung der Teams #5 und #88 hat sich jedenfalls für Junior nicht ausgezahlt.

Zum Schluss noch der obligatorische Blick in die Meisterschaftswertungen: Bei den Fahrern ist Dale Earnhardt Jr wieder aus dem Chase verschwunden, Martin Truex Jr aber dafür drin. Gordon und Johnson haben jeweils zwei Plätze verloren, neuer Zweiter ist Sieger Kyle Busch hinter Kevin Harvick, der 69 Punkte Vorsprung hat. Bei den Top35 der Owner-Wertung ist die Situation nun noch knapper geworden, denn Platz 34-36 liegen nur winzige zwei Punkte auseinander. Da Gilliland jetzt drin ist, muss Kevin Conway in Charlotte in die Qualifikation, und qualifiziert hat sich der Rookie bisher nie gut. Möglich wäre hier demnächst also wieder ein Tausch der Startnummern zwischen Gilliland und Conway, wie bereits zu Anfang der Saison. Nächste Woche kommt dann das All-Star-Rennen, bei dem keine Punkte vergeben werden. Da geht es „lediglich“ um eine Million US-Dollar für den Sieger. Da mit Kyle Busch ein bereits qualifizierter Pilot in Dover gewonnen hat, fahren nur 18 Piloten + 3 Qualifikanten (Showdown + Fan-Vote) beim Preisgeldrennen mit.

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April 16 2010

10:15

NASCAR: Vorschau Texas April 2010 / Kahne zu Hendrick

Noch eine Woche bis zum „game changer“ in Talladega, doch an diesem Wochenende geht es für Cup und Nationwide Series in Texas zur Sache. Diese Strecke ist dafür bekannt, das Seriensieger nicht die Regel sind, sondern eher die Ausnahme. Beste Garantie für Spannung also?

Bevor es mit der Analyse der bisherigen Stärkeverteilung 2010 losgeht, habe ich wie immer eine kleine Übersicht über die Geschichte der Strecke vorbereitet, die aus der November-Vorschau 2009 stammt. Dazu noch eine Ergänzung, die ganz kurz erklärt, wie und wann der Texas Motor Speedway zu seinem zweiten Saisonrennen gekommen ist. Am Ende des Artikels werde ich dann auf den bereits rasenden Zug aufspringen und auch mal ein wenig bezüglich des Wechsels von Kasey Kahne zu Hendrick Motorsports spekulieren. Nicht zu ausführlich, aber genug um aufzuzeigen, was denn nun schon konkret ist und was eben noch nicht. Hier nun aber zunächst die versprochene Übersicht:

Der Texas Motor Speedway ist ein 1,5-Meilen-Oval in derselben Form wie Atlanta oder Charlotte und wird deshalb auch als deren Schwesterstrecke bezeichnet. Alle drei Ovale haben ein Banking von 24° und die charakteristische, doppelt geknickte Start/Ziel-Gerade, jedoch ist Texas ca. 35 Jahre jünger als seine Schwestern. Weitere Besonderheiten des Speedways sind zum einen das besonders hohe Preisgeld, [...]. Da der Topf gut gefüllt ist, bekommen natürlich auch die „start & park“-Entries ein größeres Stück vom Kuchen als sonst, was einen Start sehr attraktiv macht. Die Rennen in Texas bieten dem Sieger eine halbe Million Dollar und das ist das drittgrößte Preisgeld nach dem Daytona 500 (1,5 Mio $) und dem All-Star-Rennen (1 Mio. $), noch vor Klassikern wie Indy oder dem Coca-Cola 600, die nur knapp weniger als die halbe Million Dollar zu bieten haben. Zum anderen ist die Zuschauerkapazität mit 191.122 Plätzen nach dem Indianapolis Motor Speedway (mind. 257.325) die zweitgrößte in der NASCAR, noch vor den beiden Superspeedways (Talladega: 175.000, Daytona: 167.785) und dem Lowe’s Motor Speedway (167.000).

Seit 1997 gastiert der Cup auf dem Texas Motor Speedway und seit 2005 gibt es auch ein zweites Saisonrennen. Damals bekamen Texas und Phoenix jeweils einen Termin von Rockingham und Darlington zugesprochen, eine der kontroversesten Kalenderanpassungen der NASCAR-Geschichte. Rockingham war dann gar nicht mehr im Renngeschehen vertreten und die „Lady in Black“ verlor ihr traditionelles Labor-Day-Rennen, das Southern 500. Zwar hat seit dem letzten Jahr das einzig verbliebene Darlington-Rennen wieder die legendäre Bezeichnung, findet nun aber am Muttertag statt. Der Texas Motor Speedway ist seit 2005 also auch im Chase vertreten, wo 2009 Kurt Busch das Rennen gewann. Da dieser Sieg sein erster Erfolg in Texas war, setzte er seinen Namen neu auf die Liste der bisherigen noch aktiven Sieger, welche immer noch von Carl Edwards angeführt wird:

1. Carl Edwards (3)
2. Jeff Burton (2)
3. Mark Martin, Dale Earnhardt Jr, Matt Kenseth, Ryan Newman, Elliott Sadler, Greg Biffle, Kasey Kahne, Jeff Gordon, Tony Stewart, Jimmie Johnson und Kurt Busch (je 1)

Alle Hersteller außer Toyota waren auf dem Texas Motor Speedway bereits erfolgreich und in der jüngeren Vergangenheit sogar äußerst ausgeglichen. Ford kann auf 9, Chevrolet auf 6 und Dodge auf 3 Siege zurückblicken. Der kleine Überhang zugunsten von Ford und Chevy stammt aus den Jahren vor 2001. Dodge startete erst in dem Jahr gemeinsam mit Ray Evernham, Chip Ganassi, Richard Petty und Bill Davis ein Comeback nach dem Ausstieg der Automarke aus dem Cup im Jahr 1985. Schon zwei Jahre später gelang Ryan Newman damals noch in einem Penske der erste Dodge-Erfolg in Texas seit dem Comeback. Generell fällt auf, dass die Rennen auf dem TMS in der Regel selten Wiederholungstäter in Bezug auf Fahrten in die Victory Lane sehen. Jeff Burton war der erste, der es nach 10(!) Jahren schaffte, seinen Sieg im Frühjahrsrennen zu wiederholen und Carl Edwards ist der einzige Pilot, der beide Texas-Rennen eines Jahres für sich entscheiden konnte.

Hendrick Motorsports rangiert 2010 bisher vor Roush-Fenway Racing und RCR

Da stellt sich natürlich die Frage, wer denn am Wochenende weit vorne zu erwarten ist. Ganz sicher wieder die üblichen Verdächtigen, die ich heute mal Team für Team bewerten möchte:

- Hendrick Motorsports: Jimmie Johnson es hat mit Ausnahme von Daytona, wo ihn seltenerweise mal der Defektteufel erwischt hat, nur in Atlanta nicht in die Top10 geschafft. Wenn ein Rennen beim Meisterschaftsführenden mal nicht optimal läuft, dann wird er eben Neunter wie in Martinsville. Im letzten Jahr kostete Johnson ein früher Unfall im Texas-Chase-Rennen fast die Meisterschaft und seit drei Jahren hat er hier auch immer ein schlechtes Rennen pro Saison gehabt. Trotzdem ist er einer der ganz großen Kandidaten für einen Sieg. Jeff Gordon hat auch eine ordentliche Texas-Statistik (ein Top5-Ergebnis pro Jahr) und die vergangenen beiden Rennen in Martinsville und Phoenix, die er fast gewonnen hätte, dürften ihm vielleicht den letzten fehlenden Biss zurückgegeben haben. Mark Martin gelang nach drei eher schlechten Rennen wieder der Anschluss an die Chase-Plätze, auf die er nun nach seinem vierten Rang in Phoenix als Meisterschaftsdreizehnter Jagd macht. Im letzten Jahr zeigte der GrandDaddy.com schon, was er bei HMS in Texas reißen kann: Platz 4 und 6 stehen aus 2009 für ihn zu Buche. Er hat eine gute Chance auf die Top5, die Top10 sind aber realistischer. Bleibt noch Dale Earnhardt Jr, der in Texas seit 2006 nicht mehr in die Top10 gefahren ist, in seinen stärkeren frühen Jahren aber immerhin 2000 gleich sein erstes Rennen auf der Strecke gewonnen hat. Ein Top10-Resultat sollte das Höchste der Gefühle sein, mehr hat er 2010 auch noch nicht gezeigt, trotzdem liegt er derzeit auf Platz 10 in der Meisterschaft.

Dazu noch schnell das Kundenteam von Stewart-Haas Racing: Tony Stewart steuert derzeit ein wenig schwammig durch die Saison, ein Top10-Resultat sollte aber möglich sein. Bei Ryan Newman wird man außerdem sehen, was wirklich hinter dem Sieg in Phoenix steckt. Die Tendenz über die Saison 2010 gesehen ist ja zumindest einmal da: 34/36/18/17/16/4/1, also auch hier mögliches Top10-Material.

- Roush-Fenway Racing: Die einstigen Könige der Intermediate-Ovale haben auf diesem Streckentyp doch arg nachgelassen, zumindest was die Siege angeht. Für Top-Resultate sind die drei Fords von Matt Kenseth, Greg Biffle und Carl Edwards nach wie vor zu haben und sie sind momentan auch ziemlich solide im Chase platziert. Nach David Ragan muss man dann schon etwa intensiver graben und suchen, denn mehr als Platz 28 in der Meisterschaft ist derzeit nicht drin. Jack Roush grollt vermutlich immer noch, dass er Ende 2009 an Ragans Stelle Jamie McMurray hat gehen lassen. Carl Edwards hat in Texas zwar schon drei Siege auf dem Konto, wenn er aber nicht gewinnt, dann fährt er auch nicht in die Top10; schon ein wenig eigenartig. Besser schätze ich da schon Matt Kenseth ein, der seit 2007 nur zweimal nicht in den Top5 zu finden war und das sind dann zwei neunte Plätze 2008 gewesen. Ein ähnliches Ergebnis fährt er wohl auch bei diesem Rennen ein, wenn man bedenkt, dass Kenseth 2010 nur in Martinsville nicht unter den besten Zehn ankam. Bleibt noch Greg Biffle, den ich einen kleinen Tick schlechter einschätze als Matt Kenseth: Nur in Phoenix nicht in die Top10 gefahren, aber eben mit ein wenig schlechteren Ergebnissen als sein Teamkollege in diesem Jahr.

- Richard Childress Racing: RCR sehe ich nach dem tollen Start in die Saison nun nur noch hinter Roush-Fenway Racing. Jeff Burton war bisher über die Jahre gesehen am konstantesten in Texas unterwegs und gewann auch das Debütrennen des Speedways 1997, sowie eine weitere Ausgabe 2007. Ein Top10-Resultat ist fast schon sicher, ob es für die Top5 reicht muss man nach den Practices entscheiden. Bei Bowyer und Harvick sehe ich das ganz ähnlich und obwohl RCR im Vergleich zu den ersten vier Saisonrennen ein wenig nachgelassen hat, bestehen gute Chancen die derzeitigen Chase-Platzierungen mit einem guten Resultat an diesem Wochenende zu festigen.

- Joe Gibbs Racing: Joey Logano und Kyle Busch haben es in Phoenix mit Top10-Resultaten geschafft, unter die zwölf besten Fahrer in der Meisterschaft aufzusteigen. Denny Hamlin verlor in der letzten Woche ja leider früh den Anschluss, zum einen wegen einer kleinen Rempelei zu Rennbeginn, zum anderen wegen seines frisch operierten Knies. Dadurch fiel er in der Meisterschaft von Platz 15 auf die 18. Ich schätze alle drei Fahrer momentan in etwa gleich stark ein: Top10-Ergebnisse sind absolut machbar, vor allem bei Joey Logano freut es mich sehr, wie gut er sich 2010 entwickelt hat. Bei Denny Hamlin wären mit einem 100%ig-fitten Knie sicher auch die Top5 machbar.

Auch einige weitere Fahrer stechen derzeit als Favoriten aus ihren Teams heraus

Zu diesen vier momentanen Top-Teams, die auch alle geschlossen die Chase-Positionen besetzen, kommen dann noch ein paar Einzelstreiter, die deutlicher aus ihren Teams hervorstechen: Kurt Busch gewann das bisher letzte Texas-Rennen im Herbst 2009 und im Frühjahr fuhr er auf Platz 8. Da er in der Saison 2010 bis jetzt nur ziemlich schwankende Resultate eingefahren hat, sehe ich die Top10 als höchste Position der Gefühle an. Paul Menard, der in diesem Jahr leistungstechnisch die Führung bei Richard Petty Motorsports übernommen hat, fiel nach Platz 29 in Phoenix aus den Top12 der Meisterschaft. Seine bisherigen Resultate in Texas ähneln seiner Saisonstatistik 2010, ergo kann man sagen, dass an diesem Wochenende wieder ein gutes Ergebnis für Menard drin sein sollte.

Bleibt noch Juan Pablo Montoya, der in Phoenix mit einem fünften Rang wieder an gewohnte Leistungen anknüpfen konnte. Es muss halt nur mal laufen für den Kolumbianer. Im letztjährigen Frühjahrrennen gelang ihm Platz 7, im Herbst musste er allerdings die Segel streichen und verlor mit nach einem Ausfall jegliche Restchancen in der Meisterschaft. Möglicherweise ist dieses Thema in diesem Jahr schon zu dieser frühen Zeit abgehakt: Ich habe bei Jayski eine Statistik gesehen, die sich mit historischen Rückständen auf die Chase-Platzierungen im Anfangsteil der Saison beschäftigt. Darin war nach einem Phoenix-Rennen die größte Differenz, die jemals bis zum Cut aufgeholt wurde, nur 104 Punkte. Montoya hat nach Phoenix noch 132 Punkte Rückstand auf Platz 12 und das garantiert Spannung, wenn das Auto denn hält. Den Link kann ich gerne nachreichen, wenn ich fündig werde, momentan versteckt er sich allerdings vor mir.

Die Meisterschaftsläufe auf dem Texas Motor Speedway zählen zu den Westküsten-Rennen und beginnen daher in diesem Jahr um 21 Uhr. Der Rennstart ist ja immer einen Tick später und sollte so gegen 21:15 Uhr anstehen. FOX überträgt allerdings schon ab 20 Uhr. Das Qualifying findet wie gewohnt am Freitagabend statt und SPEED geht um 22:30 Uhr dafür auf Sendung. Die Nationwide Series ist am Samstagabend ab 21 Uhr (Rennstart eine Stunde später) auf ESPN2 zu sehen. Die Trucks pausieren bis in den Mai.

Kasey Kahne wechselt ab 2012 zu Hendrick Motorsports

Was ist denn bisher fix? Mark Martin hört Ende 2011 auf, zumindest mit seiner Vollzeitkarriere. Einzelne Rennen oder auch eine Teilzeit-Saison hat er bisher nicht ausgeschlossen. Damit ist für Kasey Kahne der Wagen mit der #5 ab 2012 frei. Das hat Rick Hendrick ihm ebenso zugesichert, wie die Tatsache, dass Hendrick sich höchstpersönlich um ein Cockpit für Kahne für das nächste Jahr kümmern wird, wo man derzeit keine Kapazitäten frei hat. Eine Entscheidung diesbezüglich soll innerhalb der nächsten drei Monate fallen, klar ist nur, dass er 2011 in einem Chevrolet unterwegs sein wird. Nachlesen kann man das hier.

Alles andere ist derzeit rein spekulativ: Dass Kasey Kahne schon seit längerem über einen Wechsel nachdenkt, ist bekannt. Die dramatische Umstrukturierung der Besitzverhältnisse in seinem bisherigen Team von Ray Evernham zu einer Kombination aus George Gillett Jr, Richard Petty und Doug Yates, sowie der Wechsel von Dodge zu Ford, sind dem 30-jährigen wohl ziemlich sauer aufgestoßen. Das unstabile Arbeitsumfeld führte dann jetzt auch zu einer massiven Unterperformance fast aller RPM-Teams 2010, womit ein Weggang Kahnes beschlossene Sache war.

Welche Möglichkeiten hat er nun für 2011? Die offensichtlichste Lösung für dieses Übergangsjahr dürfte ein drittes Team bei Stewart-Haas Racing darstellen, Tony hat ja schon öfter damit kokettiert zu expandieren. Rick Hendrick dürfte sicherlich schon ein großzügiges Angebot an Smoke in der Hinterhand haben, um sein Kundenteam von diesem Plan zu überzeugen. Als Sponsor kommt wieder Budweiser in Frage, die Kasey Kahne nun schon seit drei Jahren begleiten und auch ziemlich zufrieden mit ihrem Werbeträger sind. Zudem hat Hendrick schon eine Vergangenheit mit dem Bierbrauer, der in den 90er-Jahren auf der #25 zu sehen war. Aber was passiert mit diesem dritten Stewart-Haas-Team dann 2012? Dazu gibt es schon die Theorie, dass Danica Patrick dann nach zwei Teilzeit-Jahren in der Nationwide Series in den Cup gehievt werden könnte. Und weil Mark Martin ja so ungern ganz aufhört, könnte er sich das Cockpit bei SHR mit Danica teilen, um den Wagen zumindest in den Top35 zu halten, sollte es Patrick nicht alleine schaffen. So hätten im Prinzip alle das, was sie wollen.

Eine Alternative dazu wäre, JR Motorsport ab dem nächsten Jahr im Cup starten zu lassen. Das ist zwar bisher generell nicht vorgesehen, aber Rick Hendrick hat Anteile am Nationwide-Team von Dale Earnhardt Jr und könnte da sicher eine Menge Einfluss ausüben. Das könnte sich auch so darstellen, dass Hendrick quasi die (einjährige) Cup-Operation von JR Motorsports komplett unter seine Fittiche nimmt. Die Ressourcen für ein inoffizielles fünftes Team unter einem anderen Banner wären jedenfalls vorhanden, denn schon in den letzten beiden Jahren stellte Hendrick Motorsports ein fünftes Auto für Brad Keselowski in jeweils sieben Saisonrennen zur Verfügung. Warten wir also erstmal maximal 90 Tage ab…

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