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September 28 2011

14:33

VLN: Analyse 8. Saisonlauf + Kampf um die Meisterschaft

Der 8. Lauf zur VLN am Samstag war sicherlich der bisher schnellste Lauf in dieser Saison, was zum einen am sehr schönen Wetter lag, zum anderen aber auch, dass diesmal vergleichsweiße wenig Unfälle passiert sind.

Als Lucas Luhr am um kurz nach 16.00 Uhr die Ziellinie überquerte, standen 28 Runden bzw. ein Schnitt von fast 170 km/h fest, während die schnellste Rennrunde von Rene Rast im Haribo Porsche mit fast 178 km/h absolviert wurde. Neben den perfekten äußeren Bedingungen, trug aber sicher auch der Kampf an der Spitze dazu bei, dass sich dieser Lauf zu einem sehr schnellen entwickelte. So konnte sich der Phoenix Audi mit Frank Stippler die Pole ergattern und diese auch in die Kurve mitnehmen, allerdings war an einen Alleingang an der Spitze gar nicht zu denken, denn da hatte vor allem ein wohl kurzfristig verpflichteter Debütant auf dem Haribo Porsche etwas dagegen, welcher Tags zuvor noch die Freien Training der F1 kommentierte: Rene Rast fuhr zum ersten mal in einem Rennen einen GT3 R auf der Nordschleife und wie!


So konnte er sich bereits auf der ersten Runde auf Platz 2, vor seinem Teamkollegen Lucas Luhr schieben und dachte nicht im Traum daran nun auf ankommen zu fahren. Nein, eingangs Mercedes Arena holte er sich Frank Stippler im Audi und führte nun das Trio an, welches wie entfesselt um den Kurs jagte – permanente Rundenzeiten zwischen 8:13 und 8:20 waren die Folge, und Rene Rast hat dabei dann im 3. Umlauf auch noch die schnellste Runde des Tages in den Asphalt gebrannt: 8:13 ist bei seinem ersten Rennen auf diesem Wagen schon eine Hausnummer! Bis zum 6. Umlauf flogen die 3 Spitzenreiter Stoßstange an Stoßstange über den Kurs, bis Rene Rast etwas früher an die Box kam um nachzutanken.

So übernahm Frank Stippler knapp vor Lucas Luhr die Führung, jedoch hielt diese 2 Runden lang, als dann beide Wagen zu ihren 1. geplanten Stopps an die Box mussten. Hierbei übernahmen Arno Klasen(Manthey) bzw. Christopher Haase (Phoenix R8) die Wagen. Leider konnten an dieser Hatz 2 Wagen nicht teilnehmen, welche sicher aus dem Drei einen Fünfkampf hätten manch können. Zum einen konnte der Mamerow SLS nicht starten, weil man im Training einen stärkeren Unfall hatte und das Auto dadurch zu stark beschädigt war. Selbiges galt auch für den 2. R8 von Phoenix, mit Marc Basseng und Christopher Mies am Steuer. So konnte man im Audi nicht auf die Einführungsrunde gehen und startete daher aus der Box und man durfte eine Aufholjagd des Duos hoffen, welche dann aber nicht passieren sollte.

Nach 9 Runden kam das freiwillige Aus des Wagens, denn die Beschädigungen waren doch stärker und es drohte die Benzinleitung zu reisen, was einen Totalbrand des Wagens zur Folge haben hätte können. So entschied man sich daher aus Sicherheitsgründen den Wagen zurückzuziehen und nichts zu riskieren.
Dadurch dass Rene Rast etwas früher an die Box gekommen ist, musste er auch nicht so viel tanken , was weniger Standzeit bedeutete und er somit mit gut 30 Sekunden Vorsprung wieder die Führung übernehmen konnte und diese bis zur 13. Runde sukszessive auf knapp über 40 Sekunden ausbauen, bevor dann Hans Guido Riegel das Steuer übernahm und somit klar war, dass man diese Tempo nicht halten wird können.

In der Cup3 führte derweil des mir leider nicht bekannten Fahrers mit dem Pseudonym „Rennsemmel“ vor Karl Brinker, welcher die 4 Stunden alleine (!) durchfuhr und dem Duo Elmar Jurek und Jannik Olivo. In der V5, führte derweil das Black Falcon Junior Trio. Das lag zum einen, dass sie konstant die schnellsten Zeiten fuhren, zum anderen auch, dass Mario Merten und Wolf Sylvester nach ihrem Wechsel aus der SP3 zur V5 hier nicht am Start waren. Man hat sich bei den Titelverteidigern entschieden einen BMW 325i in der Klasse darunter, nämlich der V4 einzusetzen um somit Lars Heisel und Markus Schmickler die Punkte streitig zu machen. Diese konnten anfangs auch schneller fahren und führten zu diesem Zeitpunkt die Klasse vor Landgraf und Fübrich an, während Bonk Motorsport auf Platz 3 rangierte, aber immer näher ran kommen konnte. In der SP3T führten derweil auch die Favoriten, nämlich der VW Scirocco mit Emin Akata, Maik Rosenberg und Kristian Krognes, welche auch das schnellste Auto hatten und fast 15 Sekunden pro Runde schneller waren als die Konkurrenten. Somit konnten sie ihre Klasse gewinnen, ebenso wie Black Falcon in der V5. Eine Überaschung gab es allerdings in der SP10/GT4. Dort fiel das klar favorisierte Auto von Mathol Racing mit Wolfgang Weber, Norbert Bermes und Nilsson Rickard nach 9 Umläufen aus, und somit den Weg für Henry Walkenhorst und Rainer Kathan im BMW frei machte.

An der Spitze des Feldes entwickelte sich nun ein Zweikampf, bei welchem Christopher Haase den Vorsprung auf Arno Klasen bzw. dann auf Lucas Luhr stetig auf fast 40 Sekunden ausbauen konnte, denn der R8 LMS war an diesem Tag den Manthey Porsche vom Speed auf jeden Fall ebenbürtig und Haase fuhr richtig stark, denn es ist schon beachtlich, den Vorsprung ausbauen zu können, wenn der Gegner in Form von Arno Klasen Zeiten von bis zu 8:20 fahren konnte und es schien, als hätte der Audi leichte Vorteile, denn nachdem man 2 Runden vor dem Porsche zum Splash and Dash gekommen ist, hat man nur gute 30 Sekunden Rückstand auf den Porsche und dieser kamm dann auch kurz vor Schluss rein und bei einem Zeitverlust von 50-60 Sekunden wäre der R8 in Führung gewessen. Hätte daher, da es Phoenix bzw. Frank Stippler mal wieder schaffte sich selbst ein Bein zu stellen.

Als nämlich der Porsche aus der Box auf die Strecke fuhr, war er nämlich immer noch in Front, da der Audi unterwegs einen Einschlag bzw. eine Feindberührung hatte und auf der linken Seite stärker onduliert war. Dies schlug sich auch in den Zeiten nieder, denn so fuhr man auf einmal 1-2 Minuten pro Runde langsamer als vorher. Bei noch gut 2 Runden, die zu fahren waren, schaffte man es aber noch am Ende mit gut 2:30 min Rückstand auf Lucas Luhr auf Platz 2 ins Ziel zu kommen, während Mike Stursberg, welcher das Steuer dann von Hans Guido Riegel übernahm mit gut 5 Minuten Rückstand ins Ziel rollte. 1 Min dahinter fand sich dann auch der Porsche mit Sabine Schmitz ein, während Pinta Racing endlich mal das Ziel sah und dabei gleich Platz 5 belegen konnte, nachdem man schon so oft in der Saison ausgeschieden war.

Somit konnte Arno Klasen seinen 25. Gesamtsieg feiern und zog damit an Edgar Dören vorbei und befindet sich nun auf Platz 4, der ewigen Bestenliste, welche von Jürgen Alzen, Olaf Manthey und dem ehemaligen Teamkollegen von Olaf Manthey, Ullrich Richter (welcher leider vor gut 10 Jahren beim 6H Rennen tödlich verunglückte) mit je 28 Siegen angeführt wird.

Nachdem in der V5 und in der SP3T die Entscheidungen recht klar und schnell ausgingen, ging es in den Klassen Cup3 und V4 hoch her. In der V4 konnte sich gegen Ende das Duo der Titelverteidiger an den BMW von Heisel und Schmickler ranpirschen und schluss endlich sogar überholen, nachdem die Runden vorher ein beinharter Zweikampf vorausgegangen war. Am Ende waren es gerade einmal 10 Sekunden, die Mario Merten und Wolf Sylvester Vorsprung hatten. Ähnlich knapp ging es in der Cup3 zu. Nachdem Peter Jürgen und sein Kollege „Rennsemmel“ das Tempo nicht ganz halten konnten, wurden sie von Elmar Jurek und Jannik Oliva kassiert, welche sich aber knapp mit 40 Sekunden Rückstand auf Platz 2 zufrieden geben mussten, denn Karl Brinker, führ Mintgen Motorsport fahrend tat wirklich fabelhaftes:

Als einziger Pilot, sas er die kompletten 4 Stunden ohne Pause am Steuer und gewann die Klasse vor den 2 Titelanwärtern, welche aber dennoch aufgrund der Klassenstärke ordentlich punkten konnten. Die SP5, also die Spevials bis 3L Hubraum konnten aber ebenfalls von einem Mitstreiter um die Meisterschaft gewonnen werden, nämlich von Thomas Kappeler, Thomas Gerling und Harald Hennes, welche dann auch die Tabelle nach Addition bisherigen 8 Ergebnisse anführen, was dann wie folgt aussieht:

Pos. Fahrer |Gesamt |1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 1. Thomas Gerling, Thomas Kappeler, Harald Gerling |70,95 |9,29 |9,44 |8,50 |8,13 |9,00 |9,17 |8,13 |9,29 4. Mario Merten, Wolf Sylvester |70,37 |7,50 |9,06 |8,33 |9,64 |9,38 |8,21 |8,75 |9,50 6. Carsten Knechtges, Manuel Metger, Tim Scheerbarth |66,77 |9,62 |9,69 |9,67 |8,93 |0,00 |9,64 |9,58 |9,64 9. Lars Heisel, Markus Schmickler |65,58 |0,00 |9,55 |9,44 |9,58 |9,44 |9,55 |9,62 |8,50 11. Dominik Brinkmann, Stephan Epp |64,20 |0,00 |9,42 |9,32 |9,35 |9,76 |9,38 |8,70 |8,27 19. Wolfgang Weber, Norbert Bermes, Nilsson Rickard |62,13 |9,29 |9,29 |9,00 |9,38 |7,00 |9,00 |9,17 |0,00 24. Elmar Jurek, Jannik Olivo |57,86 |0,00 |9,81 |9,77 |9,78 |9,29 |9,79 |0,00 |9,42 26. Maik Rosenberg |57,71 |9,69 |9,77 |0,00 |9,17 |9,67 |9,69 |0,00 |9,72 27. Christian Krognes |56,63 |9,06 |9,32 |0,00 |9,17 |9,67 |9,69 |0,00 |9,72


Das sind natürlich nicht alle Fahrer, ich habe hier diejenigen herausgepickt, welche noch reelle Chancen auf die Meisterschaft haben. Allerdings ist die Tabelle in dieser Form noch nicht sehr aussagekräftig, daher habe ich das bisher schwächste Ergebnis rot markiert, und nun eine Tabelle erstellt, in der 1 von 2 Streichergebnissen berücksichtig ist, sowie eine Tabelle mit 2 Streichergebnissen und die jeweils die zugehörigen Schnitte, welche man dann mit dem Schnitt von Mario Merten und Wolf Sylvester, welcher 9,6 Punkte war aus dem letzten Jahr vergleichen kann:

Pos. Fahrer Punkte mit 1. Streichergebnis Schnitt 1. Carsten Knechtges, Manuel Metger, Tim Scheerbarth 66,77 9,54 4. Lars Heisel, Markus Schmickler 65,68 9,38 6. Dominik Brinkmann, Stephan Epp 64,20 9,17 8. Mario Merten, Wolf Sylvester 62,87 8,98 10. Thomas Kappeler, Harald Hennes, Thomas Gerling 62,82 8,95 13. Norbert Bermes, Wolfgang Weber, Nilsson Rickard 62,13 8,88 16. Elmar Jurek, Jannik Olivo 57,86 8,27 18. Maik Rosenberg 57,71 8,24 19. Christian Krognes 56,63 8,09


Hier ergibts sich schon ein etwas anderes Bild als vorhin und zeigt auf, wie kompliziert die Situation in der Meisterschaft ist und es daher wohl bis zum letzten Umlauf des letzten Rennens spannend bleiben wird, denn hier haben das Trio von Black Falcon, bzw das Duo aus der V4, nämlich Lars Heisel und Markus Schmickler die Besten Karten, wenn sie ihren Punkteschnitt halten können.
Dafür sind noch mind. ein 1. und 2. Platz in der V4, bzw. 2 1. Plätze in der V5 für das Black Falcon Trio her müssen. Gar nicht so gut sieht es dagegen für Mario Merten und Wolf Sylvester aus, denen hier zusätzlich zu den 7,50 Punkten aus dem 1. Lauf auch noch die Ergebnisse aus den Läufen 3 und 6 zu schaffen machen, weil hier die Mitkonkurrenten fast 1,5 Punkte mehr holen konnten. Probleme anderer Art, hat dahingegen das Trio von Mathol Racing im Kampf um die Meisterschaft: Aufgrund der niedrigen Starterzahlen kommt man selbst bei Siegen kaum über 9,29 Punkte hinaus, wohingegen andere Teams bis 9,81 Punkte gut machen können.

Allerdings sollte man hier bedenken, dass bei Maik Rosenberg, Christian Krognes sowie Elmar Jurek und Jannik Olivo noch ein 2. Salto Nullo in den Ergebnissen steht und dementsprechend den Schnitt nach unten zieht. Allerdings können diese Herren den Titel noch aus eigener Kraft holen, denn sollten diese Fahrer aber ihren Schnitt aus den besten 6 Rennen (also 2 Streichergebnisse eingerechnet) halten können, indem sie jeweils in den letzten Läufen 2 mal ihre Klasse gewinnen, dann wären sie kaum einzuholen, denn hier würden Jurrek/Olivo auf 9,64 Punkte im Schnitt kommen, während Maik Rosenberg auf 9,62 und Christian Krognes auf 9,44 kommt, was insbesondere für den Fall, dass Jurek/Olivo 2 mal die Klasse gewinnen würden dafür sorgen würde, dass das Black Falcon Trio in arge Nöte kommt.

Denn gesetzt diesen Fall, dass die beiden aus der Cup Klasse oder Maik Rosenberg ihre Schnitt halten, müssten die 3 in jedem Rennen 9,64 Punkte holen, was einen Patt mit jeweils 77,12 Punkten ergeben würde. Somit können sogar die Anzahl der Starter in der eigenen Klasse das Zünglein an der Wagge sein, welche dafür sorgen können, ob man das benötigte eine halbe Zehntel nach dem Komma noch bekommt oder nicht.

Christian Krognes dürfte mit seinen 9,44 aber eher kaum Chancen haben, zumal er oft auch mit Maik Rosenberg auf einem Auto sitzt, was bedeutet, dass sie die gleichen Punkte jeweils erhalten. Die nächste Chance dafür wäre am 15. Oktober, wenn der vorletzte Lauf über die Bühne geht.

Ich hoffe ich konnte die Situation im Kampf um die Meisterschaft etwas erklären bzw. verständlich machen. Wenn mir das nicht gelungen ist, bitte ich um Hinweiße in den Kommentaren.

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