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March 26 2011

17:00

Formel Eins: Quali Analyse GP Australien 2011

“Boom”. Das beschreibt das Ergebnis der Qualifikation in Australien wohl am genausten. Red Bull war eine Klasse für sich und die seine schnellste Runde Vettel auch noch ohne KERS. Weil er kein richtiges an Bord.

Nach der ersten Qualifikation des Jahres gab es nur zwei zufriedene Gesichter, der Rest schaute drein, als habe man ihnen gerade gesagt, dass sie es eh mit dem Weltmeistertitel vergessen können. Nur Vettel und Hamilton blickten zufrieden in die Runde. Wobei der Brite vermutlich deswegen so erleichtert wirkte, weil er der einzige war, der Vettel halbwegs folgen konnte. Mclaren hat aus der Großbaustelle MP4-26 innerhalb von zwei Wochen ein wirklich gut gehendes Auto gezaubert, weil man einen großen Teil der experimentellen Neuentwicklungen wieder aus dem Wagen geschmissen hat. Doch außerhalb von Reihe Eins herrschte fast ausschließlich großer Katzenjammer. Webber, dem Vettel fast 9 Zehntel abgenommen hatte, wirkte zerknirscht, Alonso wusste nicht so wirklich, was er zu den 1.4 Sekunden Rückstand sagen sollte und bei Mercedes verstand man die Welt nicht mehr. Doch trotz der großen Abstände könnte das Rennen enger werden.

Vettel fuhr seine schnellste Zeit gegen Ende der Qualifikation und legte gleich zwei Runden hin, die fast aufs Zehntel gleich schnell waren. Das zeigt auch, dass der Red Bull so schlecht nicht mit den Reifen umgeht. Die Sensation ist allerdings, dass Vettel seine Zeit ohne KERS gefahren ist. James Allen spekulierte als erster, dass Red Bull gar kein “richtiges” KERS an Bord hat. Stattdessen setzt man wohl auf ein “Start only KERS”, das heißt, dass die Batterie für KERS in der Box aufgeladen wird, und nur einmal, nämlich beim Start, abgerufen werden kann. Red Bull äußert sich zu den Gerüchten nicht, dementiert aber auch nur schwach. Offenbar denkt man, dass man auf den recht kurzen Geraden in Australien kaum in die Verlegenheit gerät, überholt zu werden. Ob dem dann wirklich so ist, wird sich morgen zeigen. Aber es wäre schon ein Hammer, wenn Red Bull ohne KERS einem Mclaren 8 Zehntel abnehmen kann.
Ungewöhnlich ist auch, dass Webber mehr als acht Zehntel auf den Deutschen verloren hat. Das ist dann doch etwas viel und Webber zeigte sich nach der Qualifikation völlig überrascht über den Abstand. Er hatte keine Erklärung, wo er die Zeit verloren hatte. Vettel zeigte sich zufrieden und denkt auch, dass es für das Rennen gut aussieht, da sich der Reifenverschleiss in Grenzen hält.

Bei McLaren lief es das gesamte Wochenende richtig gut. Überraschenderweise war man von Anfang an vorne mit dabei, was angesichts der zäh verlaufenden Tests überraschend ist. Das Hamilton seinem Teamkollegen Button knapp vier Zehnteln abnehmen kann, scheint auch etwas viel, allerdings ist nicht klar, ob Button auf gebrauchten Reifen unterwegs war. Im Rennen wird der Abstand nach vorne auch kleiner sein, was das Rennen spannend machen könnte.

Der Verlierer der Quali war aber nicht Webber oder Schumacher, sondern Heidfeld. Der Deutsche schaffte nicht einmal mehr den Sprung in Q2 und lag in der ersten Quali-Session knapp 1.7 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Petrov. Das ist dann selbst für die bekannt notorische Quali-Schwäche von Heidfeld etwas sehr viel. Nach der Quali bekannte Heidfeld, dass sein KERS für Probleme sorgte und er deswegen eine Runde nicht fahren konnte. Sein letzter Versuch endete dann im Verkehr und er verpasst Q2 um 17 Tausendstel. Mag Pech gewesen sein, aber das Ergebnis ist trotzdem desaströs. Denn Petrov, der ja nun nicht gerade unter dem Verdacht steht, ein Top 5 Fahrer zu sein, knallte den Renault problemlos auf Platz 6 in der Startaufstellung und die unfaire Frage “Was hätte Kubica” gemacht” ist natürlich da.

Bei Ferrari lief es ebenfalls recht zäh. Der gute Speed aus den Tests ist weg, zumindest, was eine schnelle Runde angeht. Massa klebte in Q1 lange auf Platz 18, fand dann aber doch noch die nötige Sekunde um weiter zu kommen. Im der restlichen Quali blieb Ferrari weiter unter dem Radar. Massa wurde am Ende achter, Alonso kam auf Platz 5. Der Spanier meinte am Ende, dass man überrascht sei, sich aber auf die Rennpace verlassen würde. Auf jeden Fall ist Ferrari morgen nicht in der Lage, um den Sieg zu fahren, es sei denn, sie können mit einem Stopp durchfahren und dabei gute Rundenzeiten abliefern.

Hängende Köpfe gibt es auch bei Mercedes. Schumacher, der eigentlich sehr optimistisch wirkte, schaute nach dem Rennen ziemlich sauer drein. Egal, ob wir siebter oder elfter sind, wir sind nicht da, wo wir sein wollen.”. Rosberg setzte sogar hinzu “Da ging nicht mehr, erschreckend.” Dabei hatten die Mercedes in allen vorherigen Sessions gar nicht schlecht ausgesehen und offenbar hatte selbst Schumacher mit einem Start in den ersten drei Reihen gerechnet. Doch am Ende kam Rosberg auf sieben und Schumacher war nur elfter. Noch schlimmer wird, es wenn man weiß, das Schumacher und Rosberg in Q2 schon mit weichen Reifen unterwegs waren. Selbst wenn die gebraucht waren – Schumacher gelang es nicht, die 1.25.9 min zu unterbieten, Rosberg war in Q2 auch nur 3 Zehntel besser, hatte aber wohl ein funktionierndes KERS an Bord, während es bei Schumacher Probleme gab. Mit KERS hätte Schumacher vermutlich Q3 erreicht, allerdings muss der elfte Startplatz kein Nachteil sein, denn der Ex-Weltmeister kann auf frischen Reifen starten, während der Rest vor ihm gebrauchte hat. Wenn die Rennpace stimmt, sind Punkte auf jeden Fall drin, mehr aber nicht.

Zwei Überraschungen gab es am Ende dann doch. Sebastian Buemi schlich sich in Q3 und belegte dort den zehnten Platz. Sein Teamkollege Alguersuari kam immerhin auf die 12. Position. Eine Position vor ihm steht Kamui Kobayashi im Sauber. Wenn man bedenkt, dass Sauber mit Ferrari-Technik unterwegs ist, und Massa nur 0.178 Sekunden schneller war, dann ist schon bemerkenswert. Noch besser wirkt die Zeit, nachdem Kobayhashi erwähnte, dass er nur einen Satz gebrauchter weicher Reifen hatte. Neue Reifen bringen wohl um die drei Zehntel. Perez sah zunächst ähnlich stark aus, verlor aber in Q2 knapp sieben Zehntel auf den Japaner.

Weiter hinten gab es wenig Überraschungen. Williams, die eigentlich nicht schlecht unterwegs waren, verloren Rubens Barrichello direkt zu Beginn von Q2, als sich dieser einen seiner seltenen Fehler erlaubte und den FW33 in den Kies setzte. Das Maldonado in Q2 hängen blieb, war dann nicht weiter überraschend.

Die Schlusslichter bleiben Lotus, Virgin und HRT. Lotus überraschte negativ, weil man die guten Testeindrücke nicht umsetzen konnte. Kovalainen fehlten 2 Sekunden auf Heidfeld auf Platz 17, was bei den Grünen für enttäuschte Gesichter sorgte. Besser lief es dagegen bei Virgin, die sich im Training noch weit von Lotus weg sahen. Glock fehlten zwar 0.5 Sekunden auf Kovalainen, aber das war weniger Abstand, als befürchtet hatte. Auch die 107% Barriere wurde einigermaßen sicher genommen. Neuling D’Ambrosio blieb vier Zehntel über der Grenze.

Nicht starten werden beide HRT. Zwar schafften es die Mechaniker beide Wagen in Q3 starten zu lassen, aber die Zeiten waren wirklich zu schlecht. Zwei Sekunden war Liuzzi langsamer als der letzte Virgin, 1.6 Sekunden, damit man die 107% Grenze geschafft hätte. Klingt desaströs, aber angesichts der Tatsache, dass beide HRT in Q3 ihre ersten Runden gedreht haben, ist das gar nicht mal so schlecht. Vielleicht klappt es ja in Malaysia.

Das morgige Rennen dürfte aber etwas enger werden, als es die Quali vermuten lässt. Die Pirelli Reifen halten bei den niedrigen Temperaturen deutlich besser durch und alle Teams konnten längere Stints fahren, als man das vermutet hat. Teilweise wurden 25 Runden absolviert, was knapp die Hälfte der Renndistanz von 58 Runden ist. Im Verdacht, eventuell nur einen Stopp zu absolvieren zu müssen, stehen Ferrari und Mercedes, die bei den Tests ähnliche Zeiten abgeliefert haben. Bei McLaren und Red Bull rechnet man mindestens mit zwei Stopps, was dann auch schnellere Zeiten im Rennen garantieren würde. Ferrari sieht durchaus Chancen auf ein Podium, wobei es schwer werden wird, die Mclaren auf der Strecke zu schlagen.

Alle Runden- und Sektorenzeiten gibt es bei der FIA.

Australian F1 Grand Prix - Qualifying GP_Aus_Quali_2011_1 GP_Aus_Quali_2011_2 GP_Aus_Quali_2011_3 GP AUSTRALIA F1/2011 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Australia Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Australia FORMULA 1 / QANTAS AUSTRALIAN GRAND PRIX GP_Aus_Quali_2011_8 Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship GP_Aus_Quali_2011_14 Australian F1 Grand Prix - Practice Australian F1 Grand Prix - Qualifying Australian F1 Grand Prix - Practice Australian F1 Grand Prix - Practice GP_Aus_Quali_2011_21 GP_Aus_Quali_2011_22 GP_Aus_Quali_2011_23 GP_Aus_Quali_2011_24 GP_Aus_Quali_2011_25 GP_Aus_Quali_2011_26 GP_Aus_Quali_2011_27
Bilder: FerrariF1, SauberF1, Renault, Team Lotus, McLaren, Red Bull/Gepa, STR/Gepa, Virgin, HRT, Williams, Mercedes, Force India

March 24 2011

15:58

Formel Eins: Vorschau GP Australien 2011

Die Zeit des Wartens ist vorbei, die lange Winterpause geht endlich zu Ende. Ab Freitag geht der Zirkus der Formel Eins wieder auf die Reise und die Saison verspricht sehr abwechslungsreich zu werden.

Die Saison 2011 bringt einige Neuerungen in die Formel Eins, die zum einen nicht unumstritten sind, zum anderen kann man die altbekannten strategischen Lösungen während eines Rennens komplett vergessen. Schuld daran sind die neuen Pirelli Reifen, die auf Wunsch der FIA nicht mehr den Holz-ähnlichen Charakter der Bridgestone Pneus haben. Wunsch der FIA war es, dass man mit den Reifen nicht mehr ein ganzes Rennen durchfahren kann, so wie Button, Vettel und Webber das im letzten Jahr gezeigt habe. Auch wollte man wieder einen weiteren Boxenstopp haben und so hat Pirelli Reifen entwickelt, die eine ganze besondere Charakteristik haben. Denn sie bauen nicht langsam ab, sondern schlagartig und genau das wird den Teams jede Menge Kopfzerbrechen bereiten.

In der Vorbereitung zu einem Grand Prix sind den Teams die meisten Faktoren bekannt. Man kennt die Strecke, den Asphalt, die Curbs. Man berechnet jedes denkbare Wetter, inklusive der Windrichtung und der Luftdichte. Nur in diesem Jahr kommt mit den Reifen eine Komponente ins Spiel, die keiner richtig beurteilen kann. Man weiß, dass die Pirelli schnell nachlassen, aber wie reagieren sie auf den Asphalt in Australien? Und wie darauf, wenn sich der Gummi mit anderen Gummisorten der Rahmenserien vermischt? Und was machen 5 Grad Außentemperatur mehr oder weniger aus? Das weiß tatsächlich kein Mensch und so wird es auch bleiben, bis man nach ein paar Rennen mal sehen kann, wie die Reifen sich im Durchschnitt verhalten. Da die FIA den Teams in Australien einen weiteren Satz Reifen zur Verfügung stellt, kann man zumindest davon ausgehen, dass viel gefahren wird.

Im Rennen werden die Reifen ebenfalls eine große Rolle spielen. Der Zeitverlust zwischen einem guten und einem runter gefahrenen Pirelli beträgt laut allgemeiner Schätzung zwischen drei und vier Sekunden. Doch der sogenannte “Drop off” zeigt sich nicht linear, also über einen gesamten Stint, sondern erst in den letzten Runden. Die meisten Mischungen scheinen lange stabil zu laufen, um dann am Ende plötzlich dramatisch einzubrechen. Für die Strategen bedeutet dies, dass sie komplett umdenken müssen.

1. Man kann nicht mehr “reifenschonend” unterwegs sein um dann kurz vor Ende des Stints noch mal schnelle Runden zu bolzen. Dieser Vorteil fällt weg.
2. Eine Runde mehr oder weniger auf den alten Reifen kann einem massiv Plätze kosten. Nicht nur einen, sondern gleich mehrere. Der Fahrer muss deswegen viel stärker in die Strategie eingebunden werden
3. Fahrer, die weniger aggressiv unterwegs sind, haben deshalb einen Vorteil.
4. Das Mittelfeld rückt näher. Während die Top Ten auf Reifen starten muss, die mindestens drei Runden auf den Buckel haben, davon eine, in der sie schwer gefordert wurden, starten die Fahrer ab Platz 10 mit neuen Reifen, können also drei oder vier Runden länger fahren. Es könnte sich auszahlen, bewusst nicht in die Top Ten zu fahren, wenn man eh nicht um Sieg kämpft.

Das bedeutet, dass auch der Rennverlauf sich massiv verändern wird. Zwei Stopps werden normal sein, je nach Verschleiß und Zeitverlust wird man auch über drei Stopps nachdenken. Gleichzeitig werden die Fahrer vor allem in den ersten Rennen extrem vorsichtig mit den Reifen umgehen, die Positionen werden bezogen, danach wartet man bis zum letzten Renndrittel ab. Zu vorsichtig darf man aber auch nicht sein, weil man sonst zu viel Zeit nach vorne verliert. Die Reifen werden 2011 eine sehr große Rolle spielen, ob die positiv sein wird, bleibt abzuwarten.

Die Befürchtung ist, dass wir sehr statische Rennen sehen werden. Daran werden auch der neue verstellbare Heckflügel und das wieder eingeführte KERS nichts ändern. Was den Heckflügel angeht, wird man sowieso abwarten müssen. Die meisten Fahrer zeigen sich skeptisch. Nicht, was den eventuellen Vorteil angeht, sondern was die Handhabung betrifft. Einsetzen kann man den Flügel im Rennen nur dann, wann man einem Sektorenmesspunkt rund eine Sekunde hinter dem Vordermann liegt. Erst schaltet die Elektronik die Möglichkeit frei und der Fahrer kann mittels eines Knopfs dem Flügel flach stellen. Berührt der Fahrer die Bremse, stellt sich der Flügel wieder in seine Ausgangsposition. Das bedeutet, dass im Prinzip die Rennleitung entscheidet, was der Fahrer machen kann. Zudem ist der Einsatz der Technik in den ersten beiden Runden komplett untersagt. Theoretisch soll man so leichter überholen können, ob das dank der “dirty air” auch praktisch so sein wird, ist auch so eine Frage. Getestet hat das bisher keiner. Der FIA ist auch klar, dass das System quasi in der Beta-Phase ist, man behält sich Änderungen und sogar die gesamte Abschaffung vor. Bevor man aber zu viel Kritik äußert, sollte man die ersten Rennen abwarten. Klar ist aber, dass der Flügel nur auf Strecken mit langen Geraden etwas bringt. Um die Verwirrung noch größer zu machen: In den Traingsläufen kann der Heckflügel nach Wunsch und ohne Restriktionen flach gestellt werden.

Ebenfalls neu ist der kastrierte Diffusor, der nur noch einstöckig sein darf. Damit will man die “dirty air” und den Abtrieb auf der Hinterachse verringern, aber die Ingenieure haben schon Lösungen gefunden. Die radikalen Lösungen der Heckkonstruktion von Williams und Red Bull sind eine Variante, die Nutzung der Auspuffgase um entweder den Unterboden (Renault) oder das gesamte Heck (der Rest) anzublasen ist die andere. Die auffälligen Konstruktionen der Heckflügel, die mittlerweile mit diversen Knicken, Kurven und Falten ausgestattet sind, lässt aber erahnen, dass die “dirty air” weiter für Probleme sorgen wird.

Auch Wiedereinführung von KERS dürfte das Bild auf der Strecke ändern. Mercedes hatte wohl bei den Tests einige Probleme, während es aber bei Force India, die die Mercedes Technik nutzen, ohne Sorgen lief. Das Problem ist wohl auch nicht Aufladung, sondern das Verhalten des Wagens auf der Bremse. Wenn der Wagen hier instabil reagiert, verliert man am Kurveneingang viel Zeit. Der Vorteil von KERS ist umstritten. Unter perfekten Laborbedingungen soll etwas um drei Zehntel bringen, in der Realität sieht die Sache wohl anders aus. Klar ist, dass man damit leichter überholen kann, wenn alles passt und der Heckflügel flach steht, ob es die Rundenzeit im Rennen um die entscheidenden Zehntel verbessert, ist dann wieder eine andere Frage.

Für die Fahrer bedeutet das viel Stress, denn sie müssen nicht perfekt fahren, sondern auch auf den Reifenverschleiß achten und schauen, dass sie KERS genau dann einsetzen, wenn sie auch die Möglichkeit haben, den Flügel flach zu stellen. Dazu kommt der Verkehr usw. Es würde mich nicht wundern, wenn man einige Ausrutscher sehen wird, die einfach deswegen zustande kommen, weil die Fahrer überfordert sind.

Zum Rennen in Australien kann man nur wenig sagen, die vielen neuen Variablen machen eine Vorhersage einfach unmöglich. Die Teams wird es grundsätzlich freuen, dass es am Wochenende kühl bleiben wird, das wird den Reifenverschleiß niedrig halten. Eventuell kann es sogar regnen, was hoffentlich nicht das gesamte Wochenende anhalten wird, da mit Regen eine Einschätzung der Teams noch schwerer wird.

Die Strecke in Melbourne ist bekannt, im Prinzip besteht sie nur aus langen Geraden, die von engen Schikanen unterbrochen werden. Problematisch sind seit jeher die Auslaufzonen, die an einigen Stellen praktisch nicht vorhanden sind. Fliegt man nach Turn 5 ab, spielt man mit seinem Wagen Ping Pong zwischen den Mauern. Die unterschiedlichen Beläge und die Nutzung einiger Streckenteile als normale Straße machen die Sache auch nicht leichter.

Das Rennen einer Saison ist immer etwas Besonderes, man darf sich also freuen. Die Saison 2011 kann los gehen.

February 19 2011

18:16

Formel Eins: Barcelona Test Tag 2

Heute konzentrierten sich fast alle Teams auf die Simulation einer Grand Prix Distanz. Sollten die Zeiten “echt” sein, hat Mercedes ein Problem.

Schwerstarbeit für die Teams heute in Barcelona. Bei den meisten standen Long Runs auf dem Programm und man testete verschiedene Setups. Wie immer sind die Zeiten mit Vorsicht zu geniessen. Wie man im letzten Jahr gesehen hatte, als Williams und Sauber sehr konstant und schnell waren, bedeuten die Zeiten nicht wirklich viel. Noch mal der Hinweis: Wir wissen nicht mit welchen Reifen die Teams unterwegs waren, wie viel Sprit an Bord war, ob man KERS oder das neue Heckflügelsystem genutzt hat und welche Abstimmungsvarianten gewählt wurden. Es ist halt die übliche Kaffeesatzleserei der Zeiten, aber zumindest gibt es wieder ein paar Zweifel, was die Form von Mercedes angeht.

Man kann die Longruns aus den oben genannten Gründen nur schwer vergleichen. Aber zu Rosberg kann man sagen, dass seine Stints so lange waren, dass die Zeiten eigentlich hätten etwas besser sein müssen. Ein Vergleich mit Vettel sieht auf den ersten Blick nicht gut aus:

Vettel
29.8, 29.2, 29.2, 29.4, 29.9, 30.2, 29.9, 30.1, 30.4, 30.4, 30.7, 31.0, 31.4, 32.1, (Box)
28.4, 28.4, 28.7, 28.6, 29.1, 30.0, 29.2, (Box)
29.8, P

Rosberg
32.4, 32.3, 31.9, 32.4, 32.2, 32.2, 32.1, 32.2, 34.2, 32.7, 33.8, (Box)
30.1, 30.4, 30.8, 30.9, (Box)
31.7, 31.3, 31.6, 32.0, 32.3, 32.6, 32.4, 32.6, 33.5, 33.5, (Box)
30.9, 30.9, 31.2, 31.2, 30.8, 30.9, 31.1, 31.3, 33.7, 31.5, 31.6, 32.6, 32.2, 32.1, 32.8, 32.8, 33.5, 35.0

Dann allerdings muss man auch die Zeiten von Schumacher nehmen, der gestern ebenfalls eine GP Simulation absolvierte.

Schumacher (gestern, Strecke nicht so gut wie heute)
30.4, 30.6, 31.3, 31.2, 31.5, 31.9, 32.5, 33.4, 33.5, 33.5, 33.6, 33.8, 34.8, (Box)
30.3, 30.4, 31.2, 31.9, 32.4, 32.2, 31.3, 31.7, 31.7, 31.7, 31.7, 32.3, 32.5, 32.3, 32.8, 33.0, (Box)
29.0, 29.8, 30.2, 30.2, 30.6, 30.2, 30.1, 31.0, 30.5, 31.0, 30.6, 30.4, 30.4, 30.9, 31.0, 31.8

Wenn man die Zahlen ein wenig schüttelt, kommt man auf ca. sechs Zehntel, die dem Mercedes auf den Red Bull fehlen. Das deckt sich auch mit den Beobachtungen aus Jerez. Mercedes und Ross Brawn haben noch eine Menge Arbeit vor sich. Dazu passt dann auch die Meldung, dass man den ehemaligen Teamchef von Renault, Bob Bell, verpflichtet hat, der Teammanger werden soll. Die Position hatte er schon bei den Franzosen inne.

Neben Ferrari, Red Bull und Mercedes muss man aber dieses Jahr evtl. auch Williams mit auf der Rechnung haben. Allerdings muss man erwähnen, dass Rubens nur ca. 13 Runden lange Stints gefahren ist. Davon allerdings einige und die lagen zeitlich sehr beieinander.

Barrichello
29.6, 29.4, 30.5, 31.0, 30.1, 30.7, 30.9, 31.3, 31.5, 32.2, 32.0, 32.5

McLaren fuhr heute morgen überhaupt nicht, weil man ein Hydraulikproblem hatte. Gegen Nachmittag fuhr man zwei mittlere Stint, wobei die Zeiten nicht schlecht waren:

Button
29.4, 28.8, 28.8, 29.4, 29.8, 29.7, 29.8, 30.1, 30.8, 31.0, 31.7, 31.7

Das die bisher genannten Teams offenbar mit randvollen Tanks unterwegs waren, sieht man an den Ferrari Zeiten. Alonso war zwar mal wieder sehr fleißig, aber offenbar probierte man Stints aus, die zwischen zwei Reifenstopps liegen könnten. Der Zeitunterschied war jedenfalls enorm.

Alonso
24.4, 25.2, 25.8, 26.2, 28.2, 27.6, 27.0, 27.4, 27.6, 27.8, 28.4, 28.8, (Box),
24.5, 25.3, 26.0, 28.3, 27.0, 26.1, 26.2, 26.0, 26.3, 26.2, 26.1, 26.2, 26.3, 26.5, 26.6, 28.6, 27.1, (Box)
23.9, 24.8, 25.7, 26.5, 27.6, 27.6, 28.4

Die zweitschnellste Zeit fuhr heute Toro Rosso, allerdings sollte man diese nicht zu hoch bewerten. Die Stints mit vollen Tanks sahen dann schon nicht mehr so gut aus und lagen zwischen 31.0 und 34.0. Aber sollten die Zeiten vergleichbar sein, dann muss man mit Toro Rosso zumindest in der Qualifikation rechnen.

Wenig gibt es von Lotus und Virgin zu berichten. Bisher konnte das Team Lotus nicht an den guten Eindruck anknüpfen, den man in Jerez hinterließ. Der Abstand hat sich wieder auf 2.5 bis 3 Sekunden eingependelt, was deutlich mehr ist, als die 1.5 Sekunden, die es noch in Jerez waren. Man setzte heute auch Teixeira mal in den Wagen, der weit zurück blieb. Bei Virgin sieht es noch schlechter aus. Offenbar hat man noch größere technische Probleme, denn Glock fuhr heute fast ausschließlich Installationsrunden und kam dann wieder an die Box. Es gab nur wenig kurze Stints, und die boten auch keine guten Rundenzeiten.

HRT fährt ja noch mit dem Vorjahreswagen, dessen Zeiten man also vergessen kann. Interessant ist nur, dass Liuzzi heute seine Chance bekam und dabei gleich mal 1.3 Sekunden schneller als Karthikeyan war. Liuzzi gilt als heisser Kandidat für den noch vakanten zweiten Sitz bei HRT.

1 Vettel Red Bull 1m23.315s
2 Alguersuari Toro Rosso 1m23.519s +0.204
3 Alonso Ferrari 1m23.978s +0.663
4 Barrichello Williams 1m24.008s +0.693
5 Heidfeld Renault 1m24.242s +0.927
6 Kobayashi Sauber 1m24.243s +0.928
7 Rosberg Mercedes 1m24.730s +1.415
8 Button McLaren 1m24.923s +1.608
9 Di Resta Force India 1m25.194s +1.879
10 Kovalainen Lotus 1m26.421s +3.106
11 Petrov Renault 1m26.884s +3.569
12 Liuzzi HRT 1m27.044s +3.729
13 Glock Virgin 1m27.242s +3.927
14 Teixeira Lotus 1m31.584s +8.269

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Bilder: Ferrari, Team Lotus, Force India, Renault. Bilder: McLaren, Sauber CC Lizenz f1photos

February 13 2011

18:11

Formel Eins: Jerez Test Tag 4 & Fazit

Der letzte Testtag brachte wenig Neuigkeiten und nur die Erkenntnis, dass alle Teams wohl kräftig mauern.

Vier Tage wurde in Jerez am Stück getestet, doch die Beobachter tappen immer noch im Dunkeln. Bis gestern dachte man noch, dass man eine ungefähre Hackordnung erkennen würde können, heute machte Barrichello aus diese Vermutung Kleinholz. Er legte nicht nur schnellste Zeit des Tages sondern auch der gesamten vier Testtage hin, was für ein wenig Stirnrunzeln sorgte, zumal Williams in den letzten Tagen von diversen technischen Problemen gebeutelt wurde. Glatte 5 Zehntel war er schneller als die bisher beste Zeit von Schumacher, was schon ein Statement ist. Vermutlich kann man zumindest die bisher schnellsten Zeiten der Teams allesamt vergessen, denn wenn Williams 1.19m fahren kann, sollte es vorne noch mal 1 bis 2 Sekunden schneller gehen. Interessant wird es aber, wenn man sich die Übersicht aller Bestzeiten anschaut.

Barrichello fuhr seine Bestzeit heute, wie Alonso, Schumacher und Heidfeld die Tage zu vor, zu Beginn eines Stints über acht Runden. Vermutlich waren Supersofts drauf, denn auch bei ihm fielen die Zeiten schnell in den Keller. Nun weiß man zwar nicht, was Rubens noch im Tank hatte, aber ganz leer wird der nicht gewesen sein. Über den Williams FW33 ist nicht viel geschrieben worden, aber vom Konzept her ist doch etwas anders. Das sehr merkwürdige Heck hatten wir hier schon thematisiert (hier noch mal eine Analyse bei Scarbs), auffallend ist aber auch die hohe Nase des Williams. Auch wenn es fast etwas unmöglich erscheint, aber man muss vielleicht in Betracht ziehen, dass Williams eventuell einen Treffer in Sachen Aerodynamik gelandet hat. Dies gesagt, sollte man aber auch nicht vergessen, dass man nicht weiß, wer mit KERS unterwegs war und wer den Heckflügel auf der schnellen Runde ausprobiert hat, und wer nicht.

Bei Mercedes lief es heute nicht so gut. Rosberg hatte technische Probleme (er blieb liegen) und er kam nur auf 45 Runden, was ausgesprochen wenig ist. Zum Vergleich: Alonso drehte 115, Vettel 90, Barrichello 103 Runden usw. Überhaupt ist man wohl mit dem W02 immer noch nicht zufrieden. Schumacher ließ gegenüber der BBC durchblicken, dass man sich ein wenig Sorgen über den Speed machen würde. Man sei auf jeden Fall noch langsamer als die Konkurrenz und über Siege wolle er nicht sprechen. Das deckt sich mit den Beobachtungen der Kollegen von Autosport über die letzten vier Tage, den Rückstand auf ca. 5 Zehntel geschätzt haben. Deswegen muss man aber nicht den Kopf in den Sand stecken, letztes Jahr waren es ja knapp 1.3 Sekunden und 5 Zehntel kann man aufholen. Das Schumacher offenbar besser mit dem W02 klar kommt sorgte dann auch schon für die üblichen Gerüchte.

Unbeeindruckt, still und fast schon unauffällig hat Red Bull die letzten Tage verbracht. In der Zeitenliste taucht man nicht auf, vermutlich weil man weiß, dass der RB7 schnell genug ist. Man konzentrierte sich auf mittellange und längere Stints und fuhr stur das Programm durch. Daher ist es schwer, den Speed des Red Bulls einzuschätzen, aber die Rundenzeiten war sehr gut. Ein Vergleich mit Alonso zeigt, was der RB7 wohl kann. Auch hier gilt aber: Man weiß nicht, wie voll der Tank war, ob die Reifen neu oder gebraucht waren und ob KERS genutzt wurde.

Interessant ist ein Vergleich der Zeiten eines mittellangen Stints zwischen Red Bull, McLaren und Ferrari. Die liegen relativ nah zusammen, die leichte Streuung kann auf einen unterschiedlichen Reifenverschleiss hindeuten.

Alonso
25.0, 25.0, 25.0, 25.2, 24.9, 25.6, 25.7, 25.7, 25.8, 26.0, 26.0, 26.1, 26.1, 26.5, 26.6, 26.8, 27.7, 27.2, 27.7

Button
24.5, 24.9, 24.9, 25.0, 24.9, 25.1, 25.3, 25.7, 25.7, 25.3, 25.5, 25.5, 25.7, 25.8, 25.8, 26.0, 28.6, 28.5, 29.7

Vettel
26.5, 26.2, 25.9, 25.6, 25.8, 26.0, 25.7, 25.8, 26.0, 26.2, 26.1, 26.4, 26.4, 26.8, 27.0, 27.2, 28.3, 29.0, 30.7

Ich hätte die Zeiten gerne mit jenen von Schumacher verglichen, aber man sieht schon auf den ersten Blick, dass Mercedes entwerder leichter und viel schwerer unterwegs war.

Schumacher gestern:
26.5, 26.5, 27.2, 27.3, 27.2, 27.2, 27.4, 27.4, 27.5, 27.8, 28.2, 28.5, 28.6, 32.3

Schumacher vorgestern:
24.9, 23.4, 33.6, 23.6, 23.6, 23.9, 24.1, 24.1, 24.1, 24.2, 24.3, 24.9, 24.7, 25.3, 25.6, 26.4, 26.5, 26.3, 27.6

Dazu kommt, dass in Jerez über die Tage auch mehr Gummi lag und die Temperaturen schwankten. Alles Dinge, die schnell mal eine halbe Sekunde ausmachen können.

Noch ein Blick auf die anderen Teams:

Bei Renault saß heute Bruno Senna am Steuer, aber an die Zeiten von Heidfeld kam er nicht ran. Dazu kam ein Dreher. Allerdings stand der R31 auch drei Stunden in der Garage und ob Senna danach noch ein ähnliches Programm wie Heidfeld fahren durfte, ist schwer zu sagen. Jedenfalls wäre alles andere als eine Verpflichtung des Deutschen fast eine Sensation. Die Bestzeit von gestern ist zwar nicht viel wert, aber immerhin war sie da und offensichtlich kommt Heidfeld mit dem Wagen auch gut klar. Renault hat angekündigt, dass man sich nach Jerez entscheiden will. Noch mehr Fahrer wird man wohl allein aus Zeitgründen nicht ausprobieren wollen. Die wichtigste Testsession kommt ja schon nächsten Freitag in Barcelona. Da die Teams da Vergleichswerte haben, kann man dort auch gut sehen, wer wo steht.

Sauber fiel, mal gesehen davon, dass sowohl Perez als auch Kobayashi eine Aufhängung zerlegten, kaum auf, der C30 lief problemlos. Die Zeiten sind nicht schlecht, aber seit dem letzten Jahr ist Peter Sauber sicher vorsichtig geworden. Damals sah man richtig gut aus, nur im Bahrain festzustellen, dass man 2 Sekunden langsamer als der Rest der Welt war. Dennoch sind die Testergebnisse für Sauber nicht schlecht.

Bei Force India sieht auf den ersten Blick noch nach viel Arbeit aus. Und auf den zweiten auch. Das ist halt immer das Problem, wenn man als kleines Team so spät erst den neuen Wagen auf die Strecke bekommt. Sutil zeigte sich zufrieden, aber bei di Resta merkte man schon, dass er noch viel Eingewöhnungszeit braucht. Das wiederum wird der Entwicklung nicht gut tun. Immerhin lief der Force India problemlos.

Toro Rosso ist auch ein wenig unter dem Radar geblieben. Das Gefühl in Jerez ist wohl, dass der neue Wagen gut geht, aber wie gut ist eine andere Frage. Im Mittelfeld wird in der Saison vermutlich um Hunderstel gehen, deswegen kann man hier kaum eine Einschätzung vornehmen. Beide Stammfahrer ließen aber immerhin das über ihnen schwebende Damokles-Schwert namens Ricciardo hinter sich.

Lotus zeigte sich insgesamt zufrieden, aber auch hier gab es einige technische Probleme. Heute kam man wieder kaum zu fahren, weil man viel reparieren musste. Einen richtig langen Stint vom Lotus habe ich noch nicht gesehen, aber der Wagen scheint zumindest vom Gefühl er in der Lage zu sein im Mittelfeld mit zu schwimmen.

Virgin war ebenfalls zufrieden, aber gut waren die Zeiten weder bei Glock noch bei D’Ambrosio. Wenn man mal einen längeren Stint fuhr, lagen die Zeiten bei rund 1.28 bis 1.30min. Der Wagen ist aber auch noch neu, also wird Barcelona abwarten müssen.

1 Barrichello Williams 1m19.832s
2 Kobayashi Sauber 1m20.601s +0.769
3 Alonso Ferrari 1m21.074s +1.242
4 Buemi Toro Rosso 1m21.213s +1.381
5 Senna Renault 1m21.400s +1.568
6 Kovalainen Lotus 1m21.632s +1.800
7 Rosberg Mercedes 1m22.103s +2.271
8 Vettel Red Bull 1m22.222s +2.390
9 Button McLaren 1m22.278s +2.446
10 D’Ambrosio Virgin 1m22.985s +3.153
11 Di Resta Force India 1m23.111s +3.279

Bestzeiten der Tests in Jerez aus allen Tagen:

Barrichello Williams 1m19.832s Schumacher Mercedes 1m20.352s Heidfeld Renault 1m20.361s Massa Ferrari 1m20.413s Alonso Ferrari 1m20.493s Kobayashi Sauber 1m20.601s Button McLaren 1m21.009s Hamilton McLaren 1m21.099s Buemi Toro Rosso 1m21.213s Alguersuari Toro Rosso 1m21.214s Senna Renault 1m21.400s Perez Sauber 1m21.483s Webber Red Bull 1m21.522s Vettel Red Bull 1m21.574s Kovalainen Lotus 1m21.632s Ricciardo Toro Rosso 1m21.755s Sutil Force India 1m21.780s Rosberg Mercedes 1m22.103s Glock Virgin 1m22.208s Petrov Renault 1m22.493s Maldonado Williams 1m22.591s Di Resta Force India 1m22.945s D’Ambrosio Virgin 1m22.985s Trulli Lotus 1m23.216s

108112989PG003_F1_Testing_i 108112878PG031_F1_Testing_i 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing bf2db321 95c42ac2 _Q0C9404 _Q0C0335 _Q0C7399 GU5G9152 F1 Testing in Jerez - Previews Formula One World Championship Formula One World Championship 665311281-335981122011 665311281-465781122011 110201tst 110190tst 110209tst 5441181160_cd5c54de76_o 5440926533_ff860cb5d0_o
Bilder: Ferrari, Mercedes, Force India, Virgin, Williams, Renault. Bilder vom Sauber und McLaren CC-Lizenz via f1photo.org

February 11 2011

20:12

Formel Eins: Jerez Test Tag 2

Am heutigen Tag gab es einigen Schrott und eine überraschende Bestzeit von Mercedes. Doch die war vielleicht gar nicht so gut, wie ein ausführlicher Vergleich zeigt.

Die Saison hat noch nicht angefangen, da steht Mercedes schon in der Kritik. Gerüchte aus dem Fahrerlager wollen von einem Wagen erfahren haben, der sich zwar gut fahren lässt, aber leider zu langsam ist. Doch heute fuhr Schumacher dann plötzlich die schnellste Zeit und konnte sogar nachlegen, als Massa ihm die Bestzeit kurzfristig abnahm. Das führte zu allgemeinen Erstaunen und der Frage, ob man vielleicht eine “Vorstandszeit” gefahren ist. Mercedes und Schumacher bestreiten das, und in dem Fall glaube ich ihnen auch. Sowohl Ross Brawn als auch Mercedes sind nicht bekannt dafür, mit solchen Zeiten zu hantieren, zu mal sie auch nichts bringen würden. Aber dennoch muss man die Bestzeit vorsichtig bewerten.

Schumacher hatte, laut eigener Aussage, bei seinen schnellsten Runden die “Super-Soft” Mischung aufgezogen. Die haben zwar auch andere Teams genutzt, das Prilli die Reifen aber noch nicht kennzeichnet weiß man halt nicht, wer sie wann drauf geschraubt hat. Auffällig ist aber, dass die Zeiten von Schumacher immer in der ersten Runde eines Stints gefahren wurden, und seine weiteren Zeiten danach stark abfielen. Dazu sollte man auch erwähnen, dass Mercedes mit KERS unterwegs war, wie das bei den anderen Teams war, weiß man nicht. Hier mal ein Vergleich der langen und mittleren Stints nach Rundenzeiten, die ich aus dem wunderbaren Chat von Autosport.com … ähm… entliehen habe. Ich kann die Investition der 2.50 Euro nur wärmstens empfehlen. Bei den Zeiten immer eine 1. … min denken, das sind keine Sektorenzeiten.

Massa:
Long. 26.2, 26.1, 26.4, 26.9, 26.5, 26.8, 27.0, 27.0, 27.2, 27.4, 28.2, 28.7, 29.3
Mid. 22.2, 21.9, 22.4, 22.7, 22.7, 22.5, 22.5, 22.7

Webber:
Long. 25.3, 25.4, 25.1, 24.8, 24.8, 24.4, 24.5, 24.9, 28.5, 24.3, 24.2, 24.0, 24.4, 24.2, 25.4, 25.0, 25.3, 25.9, 26.7
Mid. 24.3, 23.8, 23.6, 23.6, 23.4, 23.5, 23.5, 23.5, 24.1, 28.2, 23.6, 23.9

Schumacher:
Long. 24.9, 23.4, 33.6, 23.6, 23.6, 23.9, 24.1, 24.1, 24.1, 24.2, 24.3, 24.9, 24.7, 25.3, 25.6, 26.4, 26.5, 26.3, 27.6
Mid. 20.3, 21.3, 22.0, 22.6, 22.9, 23.8, 24.2, 24.2, 24.1, 24.6

Heute morgen fuhr Schumacher:
21.4, 22.1, 23.0, 23.0, 23.5, 23.8, 24.3, 24.8, 25.4, 25.5

Zum Vergleich Webber gestern:
25.1, 24.3, 23.8, 23.7, 23.5, 23.5, 23.4, 23.1, 23.0, 23.9, 23.1, 23.2, 26.6, 23.0, 23.3, 23.5, 24.1, 24.7.

Aufschlussreich sind die langen Stints. Massa war offenbar mit einem randvoll getankten Auto unterwegs, bei Webber war der Tank mindestens halbvoll. Schumacher war zunächst auf seinem langen Stint schneller als Webber, was dafür sprechen könnte, dass er leichter war. Dagegen spricht allerdings, dass seine Zeiten gegen Ende massiv einbrachen, während die von Webber sehr stabil blieben. Das könnte auch darauf hindeuten, dass der Mercedes ein Problem mit dem Verschleiss der Reifen an der Hinterachse hat, bzw. der Red Bull einfach schonender mit dem Gummi umgeht. Ferrari wiederum hat heute nicht versucht, auf Zeitenjagd zu gehen.

Von Button gibt es leider keine solche Aufstellung, aber der neue McLaren fährt zumindest auf Anhieb vorne mit und sowohl Team als auch Fahrer zeigten sich heute sehr optimistisch.

Renault beließ es wie gestern bei Systemtests. Man hat nach dem Ausfall von Kubica offenbar das Programm umgestellt und hat Petrov mehr oder weniger nur Aero- und Reifentests fahren lassen. Im Grunde sammelt man Basisinformationen. Vielleicht wartet man da auf Nick Heidfeld, der morgen in den Wagen steigen soll.

Pech hatten Sauber und Williams. Der neue FW33 scheint ein nicht unkomplizierter Wagen zu sein, was das Heck angeht. Da hat es nicht geholfen, das Maldonado das Auto in einen Reifenstapel gefeuert hat und man den gesamten Nachmittag verlor. Etwas ähnliches passierte auch Sergio Perez, der bei Sauber die Vorderradaufhängung demolierte. Für beide war der Tag damit gelaufen, was für die Teams ernorm ärgerlich ist. Jede Testrunde zählt schließlich.

Auch bei Lotus war man frustriert. Man hatte man wieder mit technischen Problemen zu kämpfen und konnte am Nachmittag nicht fahren, weil man erst mal Ersatzteile aus England einfliegen lassen muss. Der Lotus scheint nicht schlecht zu gehen, zickt aber auch kräftig rum, so das sehr viel Testzeit verloren geht. Das Testtelegramm sah dann auch dementsprechend bescheiden aus:

0900 – 0902: Run 1, Installation lap
0901 – 0944: Cockpit adjustments / general system checks
0944 – 0950: Run 2, 3 laps
0950 – 1008: Session red flagged
1008 – 1032: Run 3, 12 laps
1032 – 1058: Rear camber change
1058 – 1116: Run 4, 12 laps
1116 – 1221: Change tyre compouds – soft to medium
1221 – 1232: Run 5, 7 laps
1216 – 1259: 2nd rear camber change
1259 – 1305: Run 6, 5 laps
1313 – 1700: Mechanical fault ends session – spare parts to rectify issue arrive from factory 11/02

Nur zum Vergleich: Massa und Schumacher kamen auf mehr als 100 problemlose Runden.

Zum Schluss die guten Nachrichten: Robert Kubica geht offenbar bedeutend besser. Er hat, über seinen Manager, der Gezetta dello Sport ein Interview gegeben, dass die Autosport in Teilen übernommen hat. Unser Leser und regelmäßige Kommentator ethone war so nett, das zu übersetzen. Ich zitiere mal die wichtigsten Passagen:

“Ich will zur Rennstrecke stärker zurückkommen als jemals zuvor, weil du nach solchen Unfällen nicht mehr derselbe bist wie vorher, du wirst besser.
Das ist mir schon 2007 passier, nach dem Unfall in Kanada. Ich musste für ein Rennen aussetzen und als ich zurück kam war ich besser.”

[...]

Die Finger funktionieren, ich kann sie spüren und der Arm funktioniert auch. Aber ich habe noch weitere Operationen, letztlich weiß ich erst danach woran ich bin.
Mir tut Leid was passiert ist. Es hätte nicht passieren sollen. Ich weiß gar nicht was passiert ist, ich kann mich an nichts mehr über den Unfall selbst erinnern. Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und alles wurde mir von meinem Manager, Daniele Morelli, der seit Sonntag hier ist, erklärt.

[...]

Ich fahre besser in der Formel 1 weil ich viele Rallies gefahren bin letztes Jahr. Rallies helfen deiner Konzentration, besonders weil es kaum noch Testtage in der Formel 1 gibt. Leistung in der Formel 1 kommt aus einer Reihe an Details.
Rallies zu fahren hat es mir erlaubt an bestimmten meiner Aspekte zu arbeiten wo es noch Verbesserungspotential gibt. Das ist wichtig in einer Saison mit 20 Rennen.”

Morelli: “Als er hier [im Krankenhaus] ankam hatte er nur noch einen Liter Blut. ‘Ruf die Eltern des Jungen an’ haben mir die Ärzte am Sonntag nachmittag gesagt. Mir ist es kalt den Rücken heruntergelaufen.”

Wir wünschen weiterhin gute Besserung!

1 Schumacher Mercedes 1m20.352s
2 Massa Ferrari 1m20.413s +0.061
3 Button McLaren 1m21.009s +0.657
4 Alguersuari Toro Rosso 1m21.214s +0.862
5 Webber Red Bull 1m21.613s +1.261
6 Sutil Force India 1m21.780s +1.428
7 Perez Sauber 1m21.857s +1.505
8 Glock Virgin 1m22.208s +1.856
9 Petrov Renault 1m22.493s +2.141
10 Maldonado Williams 1m22.591s +2.239
11 Trulli Lotus 1m23.216s +2.864

665311281-55081122011 4a401a6e 5776d5df 5ce74652 69608526 239611692 238953351 Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship 665311281-175681122011 665311281-235481122011 110132tst

February 03 2011

19:49

Formel Eins: Test Valencia Tag 3

Letzer Tag der Testfahrten und damit auch Abschied von der von den Teams nicht gerade geliebten Strecke in Valencia. Viel Erkenntnisse hat die Woche nicht gebracht.

Mantraartig kann man eigentlich wie jedes Jahr bei den Testfahrten immer nur sagen: “Wer schnell ist, kann das nicht verstecken.” Doch schon im letzten Jahr hat man gesehen, dass die meisten Team bei den Tests ordentlich gemauert hatten. Sauber war bei allen Tests 2010 im vorderen Drittel, nur um beim Saisonstart festzustellen, dass alle anderen bei den Tests zwei Sekunden langsamer gemacht haben, als in der ersten Quali. Keiner will sich in die Karten schauen lassen, also fährt man stur sein Programm und lässt den Fahrer lieber mal früher bremsen. Das wird in diesem Jahr nicht anders werden, wie Valencia gezeigt hat. Ein paar Dinge sind aber doch auffällig.

Auf den ersten Blick liegen die Zeiten teilweise arg weit auseinander. Bei den Topteams sind es bis zu zwei Sekunden, was etwas viel ist. Aber wie gestern schon erwähnt – es ist schwer zu sagen, wer welche Strategie bei den Tests fährt. Mercedes hat neben den Funktionstests vor allem das KERS-System getestet, das man noch nicht so richtig kennt. Red Bull hat angeblich darauf verzichtet, Ferrari wiederum nicht. Trotzdem waren beide Teams auf Anhieb am schnellsten und setzten sich an Tag 1 und 2 an die Spitze. Heute legte Renault mit einer ähnlichen Zeit nach, was ein gutes Zeichen für den eigenwillig konstruierten R31 ist.

Eng sind die Zeiten dahinter geworden. Zwischen Webber und Schumacher langen gerade mal sieben Zehntel, dazwischen drängelten sich Massa, Maldonado und Perez (die Zeiten der 2010er Wagen lasse ich mal raus). Sollten alle ein ähnliches Programm gefahren haben, wäre das natürlich ein schöner Vorgeschmack auf die Saison, aber ich gehe nicht davon aus, dass man so eng beieinander liegen wird.

Interessantes gab es heute von Pirelli zu berichten. Viele Teams führen längere oder lange Stints, um den Abbau der Reifen zu studieren. Bei Button, im alten McLaren, bauten die Reifen relativ konstant rund 0.1 Sekunden pro Runden ab, bei Webber blieben sie mit abnehmender Spritmenge sehr konstant. Grundsätzlich geht Pirelli davon aus, dass die Reifen in 20 Runden rund 2 Sekunden verlieren werden. Im einem Chat-Interview mit autosport.com, sagte Paul Hembery von Pirelli, dass die Lebensdauer der Reifen, also der Zeitraum, in dem sie einigermaßen vernünftige Zeiten abliefern, auf rund 100km beschränkt sei. Man habe die Mischung der Reifen so angelegt, weil das von der FIA und den Fans gewünscht worden sei, könne aber problemlos auch Reifen herstellen, die ein ganzes Wochenende halten. Grundsätzlich gehe man davon aus, dass alle Teams im Rennen zweimal stoppen müssen. Daraus ergeben sich einige interessante Dinge:

1. Der Peak der Pirelli ist kurz. Die Top Ten müssen aber mit den Reifen starten, die sie in Q3 auf dem Auto hatten, während der Rest frische Reifen hat. Man braucht mindestens drei Runden für eine gute Qualizeit, das macht dann 3 Zehntel, die die Reifen theoretisch schon zum Start langsamer sind. Zusammen mit dem klappbaren Heckflügel könnte das also interessante Startrunden geben.

2. Wenn die Reifen so schnell nachlassen, werden Wagen und Fahrer bevorzugt, die die Reifen schönen. Wie das bei den neuen Chassis aussieht, weiß man nicht, aber bei den Fahrer ist bekannt, dass zum Beispiel Button die Reifen nicht so hart ran nimmt. Die Frage der Strategie ist in diesem vermutlich kompliziert und kann dazu führen, dass sich das Klassement am Ende noch stark verändert. Durchfahren kann man mit den Reifen auf gar keinen Fall mehr.

Was den heutigen Testtag angeht, so gab es zwei nennenswerte Probleme. Ferrari fackelte der Wagen fast ab, als eine Ölleitung brach (sagt Ferrari) und das Öl sich auf dem Auspuff entzündete. Bei Lotus kam man überhaupt nicht voran. Die defekte Servolenkung ließ sich nicht reparieren, weil man keine Ersatzteile hatte, man rollte für ein Aerodynamiktests herum, brachte aber keine Zeit zustande.

Bei Mercedes zeigte man sich zufrieden, was schon mal mehr ist, als man im letzten Jahr behaupten konnten, als sowohl Rosberg als auch Schumacher nach ihren ersten Runden ziemlich enttäuscht waren. In diesem Jahr zeigte man sich etwas zufriedener auch wenn Schumacher heute zwischen den Zeilen durchblicken ließ, dass man noch am Speed des W02 arbeiten müsse.

Alle anderen drehten relativ sorgenfrei ihre Runden, wobei der neue neue Williams mit Pastor Maldonado am Steuer durchaus schnell unterwegs war. Gestern kam das Gerücht auf, dass man sich bei Williams etwas verzpckt habe, weil der Wagen schwer zu fahren sei. Aber auch gilt dann wieder: man weiß es erst, wenn Q3 in Bahrain vorbei ist.

Nächste Woche geht es in Jerez weiter, allerdings erst ab Donnerstag.

1 Kubica Renault 1m13.144s
2 Sutil Force India 1m13.201s +0.057
3 Button McLaren 1m13.553s +0.409
4 Webber Red Bull 1m13.936s +0.792
5 Massa Ferrari 1m14.017s +0.873
6 Glock Virgin 1m14.207s +1.063
7 Maldonado Williams 1m14.299s +1.155
8 Perez Sauber 1m14.469s +1.325
9 Schumacher Mercedes 1m14.537s +1.393
10 Buemi Toro Rosso 1m14.801s +1.657
11 Karthikeyan HRT 1m16.535s +3.391

F1 Testing in Valencia - Day Two 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing _G7C5817 _MG_2799 2011 Formula One Testing 2011 Formula One Testing 377485179-261316322011 377485179-1116322011 385275911-111017322011 TEST F1/2011 VALENCIA F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day Two F1 Testing in Valencia - Day Two F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One F1 Testing in Valencia - Day One
Bilder: Ferrari, Williams, Red Bull/Gepa, Renault, Mercedes

February 02 2011

17:34

Formel Eins: Test Valencia Tag 2 – Interview Sam Michael

Viel Arbeit heute für die Teams bei den Testfahrten, aber wenig neue Erkenntnisse. Lotus griff heute ebenfalls ein, kam aber nicht weit.

Testfahrten zu analysieren ist immer ein wenig, als würde man in die Glaskugel schauen. Es gibt derartig viele Variablen zu beachten, dass es fast unmöglich ist zu sagen, ob ein Team mit dem neuen Chassis richtig liegt. Jedes Team hat ein unterschiedliches Testprogramm, das unterschiedliche Systeme einsetzt. Mal legt man Wert auf die Aerodynamik, also ob die auch das macht, was wie am Computer gezeigt hat, mal sind es Versuche, mit Aufhängung und den Reifen zu spielen. Dazu kommt in diesem Jahr auch die Wiedereinführung des KERS-System und der verstellbare Heckflügel. Daher sollte man die Zeiten aus Valencia mit Vorsicht geniessen.

Dazu gibt es heute ein Interview mit Sam Michael von Williams.

Lotus hat seinen TL 128 heute das erste Mal eingesetzt, allerdings gab es Probleme mit der Servolenkung, so dass man nicht wirklich gute Zeiten liefern konnte. Man beließ es bei Funktions- und Aerodynamiktests und beendete den Nachmittag etwas früher als geplant. Ungewöhnlich sind solche Probleme beim ersten Einsatz eines Wagens nicht. Mercedes musste über Nacht die Hydraulik umbauen, die gestern Probleme gemacht hatte. Aber dafür sind solche Tests ja da.

Völlig problemlos lief es wieder für Red Bull und Ferrari, die auch wieder mit Abstand die schnellsten Zeiten der neuen Wagen setzen konnten. Am Nachmittag stieg Mark Webber in den RB7, kam aber kaum zum fahren, weil er wohl kleinere Probleme mit seiner Sitzposition im Wagen hatte.

Kleine Probleme gab es auch bei Williams, vor allem machte auf Twitter das unbestätigte Gerücht die Runde, dass Rubens Barrichello mit dem neuen FW33 ganz und gar nicht zufrieden sei. Sam Michael gab sich allerdings zufrieden (Siehe Interview weiter unten). Etwas überraschend war, dass Pastor Maldonado auf Anhieb die Zeiten von Barrichello bis auf 2 Zehntel erreichen konnte, aber hier ist dann auch die Frage, wie voll der Tank war.

Auch in Schwung kam Rosberg im Mercedes. Zum einen scheinen die Zeiten auf Anhieb schon mal in Ordnung zu sein, zum anderen hatte man keine Probleme. Zwar blieb der Deutsche einmal während der Session stehen, das war aber geplant, weil man den Tank trocken gefahren hatte.

Nach dem das Rätsel um die neue Auspuffanlage von Renault halbwegs geklärt ist, ist jetzt die Frage, wer so ein System noch haben könnte. Red Bull so angeblich eine Variante in petto haben, ebenso McLaren. Ross Brawn meinte gegenüber Autosport aber, dass der neue Auspuff kein “must have” in dieser Saison ist. Sein Nutzen sei eingeschränkt, die Probleme mit der Ableitung der Hitze dafür um so größer. Man müsse für diese Lösung größere Seitenkästen bauen, was wieder die Aerodynamik stört. Das hängt vermutlich aber auch davon, wie kompakt der Motor gebaut ist. Sowohl der Mercedes, als auch der Renault Motor haben einen Zylinderwinkel von 90°, aber die Größe der Kühler und Nebenaggregate ist wohl etwas unterschiedlich. Daher wird es auch nicht leicht die Idee von Renault zu kopieren. Zumindest für jene Teams, die keinen Renault-Motor haben.

Einen richtigen “Game Changer” scheint es also bisher nicht zu geben, auch wenn sich die Philosophien in Sachen Design teilweise doch deutlich unterscheiden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass zum Saisonstart in knapp 5 Wochen alle Teams ein großes Update bringen werden. Eventuell wird man die auch schon zum Start der Testwoche in Bahrain ein paar Tage vorher sehen. Da die Wagen dann nicht mehr zurückgehen, wird es den Teams nicht leicht fallen, noch etwas aus dem Hut zu zaubern.

1 Alonso Ferrari 1m13.307s
2 Vettel Red Bull 1m13.614s +0.307
3 Di Resta Force India 1m13.844s +0.537
4 Hamilton McLaren 1m14.353s +1.046
5 Kubica Renault 1m14.412s +1.105
6 Karthikeyan HRT 1m14.472s +1.165
7 Rosberg Mercedes 1m14.645s +1.338
8 Glock Virgin 1m15.408s +2.101
9 Barrichello Williams 1m16.023s +2.716
10 Perez Sauber 1m16.198s +2.891
11 Maldonado Williams 1m16.266s +2.959
12 Buemi Toro Rosso 1m16.359s +3.052
13 Alguersuari Toro Rosso 1m16.474s +3.167
14 Webber Red Bull 1m17.365s +4.058
15 Kovalainen Lotus 1m20.649s +7.342

Nachfolgend noch ein Interview mit Sam Michael von Williams. Das “Interview” stammt von Williams selber. Die Teams haben schon im letzten Jahr angefangen, eigene Interviews der Presse zur Verfügung zu stellen. Manche sind belanglos, das hier fand ich ganz interessant. Da ich heute in der Bahn saß, habe ich es mal übersetzt, das wird aber eine Ausnahme bleiben. In Zukunft stelle ich die dann im Original ein.

Wie gesagt, das ein Interview, dass von Williams direkt kommt, nicht von mir oder einer Agentur.

Auf welche Bereiche des Wagens hat sich das Team gestern konzentriert?
Wir haben ein paar mechanische Basistests und mit der Aerodynamik gemacht, um zu sehen, ob der Wagen auch das macht, was er sollte. Alles hat gut funktioniert und alle Daten waren korrekt.

Also ein erfolgreicher Tag?
Es war ein guter, weil wir einiges geschafft haben. Bis auf ein Problem mit dem KERS, war alles am Wagen in Ordnung. Wir planen jetzt einfach Kilometer abzuspulen und die neuen System anzuprobieren.

Wo lag das Problem beim KERS?
Wir hatten Probleme mit der “Motor Generator Unit” (MGU) am Morgen, das hat uns zweieinhalb Stunden gekostet. Wie wussten aber wo das Problem lag, also haben wir das System abgeklemmt und sind ohne am Nachmittag gefahren. Es gab keinerlei Probleme mit den Temperaturen oder mit anderen Systemen. Insgesamt haben wir 78 Runden geschafft, was angesichts der verlorenen Zeit nicht schlecht war.

Das Team nutzt dieses Jahre eine Akku-Version von KERS. Wie wurde es entwickelt?
Es gibt drei Hauptbestandteile bei KERS. Der Akku ist von Williams entwickelt und gebaut worden, aber die Akku-Zellen besorgen wir uns woanders. Das ist für eine Firma wie die unsrige etwas günstiger. Das zweite Teil ist MGU und die dazu gehörigen Elektronik, die ebenfalls bei uns entwickelt wurde. Die Mechanik kommt von Cosworth.

Es gibt ein Menge Interesse bezüglich des Hecks des FW33. Wie lautet die Philosophie hinter dem Design?
Die größten Änderungen gibt es beim Getriebe und dem Differential. Die Idee war, wie bei anderen Teams, einen möglichst störungsfreien Luftfluss zum Heckflügel zu haben. Wir haben den oberen Querlenker und die Spurstange höher gelegt und ein Z-förmiges Layout der Aufhängung gewählt, wie man es aus der Zeit Mitte der 90er kennt. Das wird uns für ein Pull-Rod System entschieden haben war bei unserem Design eine einfache Entscheidung, weil dadurch im Heck mehr Platz ist. Wir haben das kleinste und kompakteste Getriebe gebaut, mit sehr extremen Antriebswellen. All diese Entscheidungen sind im März 2010 gefallen und wir haben hart auf dem Prüfstand gearbeitet, damit wir die nötige Verlässlichkeit haben.

Wie schnell arbeitet der neue, klappbare Heckflügel und wie funktioniert er?
Es gibt ein Hydrauliksystem, es dauert nur ein paar Millisekunden um ihn zu aktivieren. Wenn der Fahrer den Knopf loslässt oder auf die Bremse tritt, geht der Flügel wieder in seinen alten Zustand zurück. Wir haben mit den Fahrern im Simulator ausprobiert, dass der Fahrer den Knopf immer gedrückt halten muss und der Flügel erst zurück kommt, wenn die Bremse berührt wird, aber es gibt Situationen, in denen man den Heckflügel wieder oben haben möchte, ohne dass man die Bremse berührt.

Wie arbeiten die neuen Pirelli Reifen?
Das ist noch etwas schwer zu beantworten. Es gibt eine sichtbare Abnutzung, aber wie erwarten kein großes Graining. Wie haben noch nicht die beste Abstimmung gefunden, also nutzen wir die Reifen nicht komplett. Aber die Medium-Mischung wirkt bei den hiesigen Bedingungen sehr stabil.

Rubens hat sich besorgt über die Anzahl der Knöpfe am Lenkrad gezeigt.
Man hat dieses Jahr ziemlich gut zu tun, vor allem durch die Wiedereinführung von KERS. Das haben wir schon im Simulator gesehen. Die Belastung der Fahrer ist ist etwas, was wir uns ansehen müssen.

Hat man das Design des Lenkrads verändert?
Nicht wirklich. Man hat einige Knöpfe verlegt, damit der Fahrer andere System, wie den Heckflügel, leichter bedienen zu können. Wenn man aus einer Kurve kommt, muss man den Knopf leicht erreichen können. Ansonsten ähnelt das Layout dem aus dem letzten Jahr.

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Bilder: Team Lotus, Mercedes GP, Ferrari

December 04 2010

14:00

Formel Eins: Neue Motoren ab 2013

Seit Jahren wurde es diskutiert, nun scheint es sicher zu sein: Die 1.6 Liter Turbomotoren werden kommen. Damit soll das Image der F1 “grüner” werden.

Laut einem Bericht der BBC haben sich FOTA und FIA auf neue Regeln im Bereich der Motoren verständigt. Ab 2013 sollen 1.6 Liter Vierzylindermotoren eingesetzt werden, die mittels eines einzelnen Turboladers ca. 600 PS leisten sollen. Damit man die momentane Leistungswerte von ca. 750 bis 780 PS erreicht, werden KERS und andere Energierückgewinnungsysteme eine größere Rolle spielen. Interessanterweise begrenzt man nicht nur den Ladedruck (genaue Zahlen sind unbekannt) sondern auch die Drehzahl. Sie soll bei 10.000 U/min eingefroren werden, was dem Sound der Motoren sicher gut tun wird. Die momentan eingesetzten 2.4 Liter V8 klingen bei 18.000 U/min ja eher wie eine Kreissäge. FIA und FOTA geht es aber nicht nur um bessere Verbrauchswerte. Die neue Motorformel soll auch wieder mehr Hersteller anlocken.

Der Wechsel zu den Turbomotoren war allgemein erwartet worden. Max Mosley hatte die Idee, eine Art “Weltmotor” auf die Bühne viele Rennserien zu schieben. Ein 1.6 Liter Vierzylinder als Basisaggregat, der für verschiedene Rennserien (WTCC, WRC, F1) passt. Damit sollen Hersteller in die Rennserien gelockt werden, da sie im Prinzip nur noch einen Block bauen müssen, der dann für die verschiedenen Serien angepasst werden kann. Ob das dann am Ende wirklich Geld spart ist wieder eine völlig andere Frage. Klar, der nackte Block bleibt in Sachen Bohrung/Hub identisch, aber die verwendeten Komponenten sehen dann doch völlig anders aus. Es ist bisher nicht bekannt ob zum Beispiel in der F1 andere Kolben/Ventile/Pleuel usw. eingesetzt werden, als in der WTCC. Die WRC Motoren benötigen zu dem einen komplett völlig anderen Turbo, da sie eine andere Leistungscharakteristik nutzen müssen. Auch bei den Getrieben sieht es komplett anders aus.

Der Wechsel auf die kleinen Turbomotoren ist vor allem für Hersteller interessant, die im Kleinwagensegement unterwegs ist. Da wären natürlich die Japaner, aber auch VW, die immer wieder betont haben, dass man über die F1 erst dann nachdenkt, wenn man die FIA die passenden Motoren einsetzt. Seit Monaten wird darüber spekuliert, dass VW die Marke Audi in die F1 schieben möchte, während Porsche an alte Le Mans Zeiten anknüpfen soll und die Marke VW sich in der NASCAR versucht. Möglich wäre diese Variante schon. Klar ist auch, dass mit dem neuen Reglement wieder deutlich mehr Bewegung in die F1 kommt. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten 3 bis 5 Jahren einige überraschende Markennamen in die F1 kommen sehen werden. Dazu könnten auch die US-Hersteller gehören, die nach der Neuordnung des heimischen Marktes einiges auf dem Weltmarkt nachzuholen haben. Denkbar ist auch, dass eher exotische Namen auftauchen. Die Teilhaberschaft von Marussia an Virgin ist so ein Hinweis. Es ist durchaus denkbar, dass (wie schon mal bei Petronas erlebt) sich eine kleine Marke einen Motor bei einem Hersteller kauft. Subaru wäre ein Hersteller, der einen Motor bauen und verkaufen kann.

Grundsätzlich sehe ich den Motorwechsel durchaus positiv. Die 80er Jahre haben gezeigt, dass der Sport darunter nicht leidet. Da die Motoren weniger Sprit verbrauchen werden, haben die Konstrukteure auch mehr Spielraum, was sicher zu einigen interessanten Versuchen führen wird. Der Brabham BT 52 war ja so ein ausgefallenes und sehr erfolgreiches, Modell.

Das Argument, dass dadurch die Kosten gesenkt werden, sehe ich allerdings sehr skeptisch. Die Anfangsinvestitionen werden enorm sein, die weiteren Entwicklungskosten, vor allem wenn der Druck durch verschiedene Hersteller wächst, müssen ebenfalls hoch angesetzt werden. Zwar wird die FIA die Regeln in Richtung “Einheitsmotoren” schieben, aber die Streitigkeiten, wer wann wie nachbessern darf usw., kann man jetzt schon erahnen. Vermutlich wird die FIA versuchen einen Status quo zu erreichen, analog zum Einfrieren der bisherigen Motorregel. Da wird man aber das endgültige technische Reglement abwarten müssen. Wünschenswert wäre allerdings, wenn die FIA, in einem gewissen Rahmen, die Entwicklung der Motoren freigeben würde. Ein Einheitsmotor, der im Prinzip von jedem beliebigen Hersteller problemlos nach gebaut werden kann, ist nicht unbedingt im Sinne der Formel Eins.

June 23 2010

06:27

Ferner liefen: Die Newshappen

// Eine gerade Linie ist es nicht gerade, was die Formel 1 in Sachen KERS fährt: Im vergangenen Jahr noch im Einsatz, in diesem Jahr “aus Kostengründen” verboten. Und 2011 wohl wieder dabei, wie in Kanada beschlossen wurde. Und zwar nicht, wie auch einmal angedacht, als Einheits-System, sondern von jedem Team selbst entwickelt. Es soll aber, wie bei den Motoren, für die Teams die Möglichkeit geben, KERS zu einem Maximalpreis von 1 Mio. Dollar von einem anderen Team zu kaufen – man darf vermuten, dass das wohl im Verbund mit den Motoren geschehen wird.

// Eine weitere Folge gibt es bei der Reifensaga, die in dieser Hinsicht bald der Lindenstraße Konkurrenz machen wird. Es gibt nämlich trotz zahlloser verstrichener Deadlines immer noch keine endgültige Entscheidung, welcher Hesteller nun den Zuschlag für die nächste Saison bekommen wird. Joe Saward berichtet, dass Ferrari, McLaren, Renault und die FIA wohl für die (teureren) Michelin-Gummis sind, der Rest für die scheinbar günstigeren Pirellis. Allerdings: Auch die italienischen Reifen könnten teuer werden – dann nämlich, wenn für die neuen Reifen massive Umbauten an den Autos notwenidig würden.

// Der Noch-Reifenausrüster der F1 Bridgestone hat derweil bekannt gegeben</a>, welche <strong>Mischungen </strong>man zu den <strong>kommenden Grand Prix</strong> mitbringen wird. Dabei gibt es einige Änderungen zur 2009 getroffenen Wahl, für Hockenheim, wo die F1 seit der Wiedereinführung von Slicks noch nicht wieder gefahren ist, werden sogar die beiden Extrem-Mischungen <em>Hart </em>und <em>Superweich </em>herangekarrt. Für die darauf folgenden Rennen in Budapest (Medium & Superweich), Spa und Monza (jeweils Hart & Weich) entschied man sich dafür, im Gegensatz zu 2009 eine Mischung zu überspringen. Die Idee dahinter ist, nach dem spannenden Kanada-Grand Prix häufiger solche interessanten Rennen durch sehr unterschiedliche Reifen zu produzieren. Was in Montreal ein unvorhergesehenes Problem war, soll also mehr Spektakel in eine F1-Saison bringen, die auch so schon viel Spannung und Abwechslung bietet – und ob das nötig ist, wird auch von den Teamchefs a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">diskutiert.

// Pat Fry, ehemaliger Chefentwickler in Sachen Aerodynamik bei McLaren, hat bei Ferrari angeheuert. Das muntere gegenseitige Abwerben von Entwicklungskräften beider Rennställe geht damit in die nächste Runde. Fry wird als zweiter Mann hinter Aldo Costa am 2011er Wagen arbeiten und vermutlich die ein oder andere Idee aus England mitbringen.

// Raider heißt immer noch Twix, aber aus “BMW-Sauber-Ferrari” wird wohl wieder “Sauber-Ferrari“. Peter Sauber hat die Namensänderung bei der FIA eingereicht, die bei der nächsten Weltratsitzung im Juli darüber abstimmen wird.

// Ein wenig Off-Topic, aber womöglich trotzdem die Story der Woche: Der unzerstörbare Alex Zanardi hat in seiner Klasse den italienischen Handbike-Meistertitel errungen. Ziel des CART- sowie Lebenschampions: Eine Teilnahme bei den paralympischen Sommerspielen 2012 in London.

// Trotz der großen Enttäuschung am Bump Day für das Indy 500 scheint die IRL-Saison für Paul Tracy noch nicht gelaufen zu sein: Ein Autritt mit KV Racing in Edmonton scheint bereits bestätigt zu sein, auch eine Teilnahme am Rennen in Toronto, ebenfalls für KV Racing, scheint wahrscheinlich. Zudem soll Dreyer & Reinbold daran interessiert sein, Tracy in Watkins Glen einzusetzen – was Tracy selbst schon mehr oder weniger indirekt bestätigt hat. Der Kanadier würde dort den Wagen des verufallten Mike Conway übernehmen, den in Texas Tomas Scheckter und in Iowa Graham Rahal pilotiert haben. Das Aus für Rahal müsste dies trotzdem nich bedeuten – D&R Racing bemüht sich derzeit wohl, genügend Geld für einen dritten Wagen aufzutreiben.

// Der Lauf in Watkins Glen könnte übrigens das vorübergehend letzte IRL-Rennen auf der Traditionsstrecke in Upstate New York sein. Zumindest haben die gewähnlich verlässlichen Indycar-Journalisten Kurt Cavin und Kevin Lee in der Radiosendung “Trackside” entsprechende Andeutungen gemacht. Der Grund: Der andauernde Streit zwischen der IRL und der Streckenbetreiber-Firma ISC (International Speedway Corporation), der die IRL schlechte Vermarktung ihrer Rennen vorwirft. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte das überhaupt große Auswirkungen auf den IRL-Kalender für 2011 haben. Denn der NASCAR-nahen ISC gehören neben Watkins Glen auch noch die Ovale in Kansas, Chicagoland und Homestead, auf denen die IRL in diesem Jahr ebenfalls noch unterwegs ist.

// Beschlossen ist derweil wohl eine Rückkehr auf das Oval in Loudon, New Hampshire, wo man bereits 1996 bis 1998 (und davor als CART-Serie) einige Auftritte absolviert hat. Der Indianapolis Star berichtet, dass der Vertrag mit den Streckenbetreibern kommendes Wochenende beim NASCAR-Rennen verlautbart werden soll. Außerdem verhandelt IRL-Präsident Randy Bernard demnach über Rennen auf den Ovalen von Phoenix, Las Vegas und Fontana - wobei Phoenix und Fontana auch der ISC gehören, also wohl allenfalls als Teil eines Paket-Deals auf dem Kalender aufscheinen dürften. Nicht so viel Hoffnung gibt es für eine Rückkehr auf die Milwaukee Mile – Bernard möchte zwar schon allein aus Traditionsgründen dort unbedingt fahren, die finanziellen Hürden scheinen derzeit aber zu groß. Insgesamt soll es auch 2011 wieder 17 Rennen geben, ein endgültiger Kalender ist für den Juli angekündigt.

// Romain Grosjeans Karriere befindet sich weiter im Rückwärtsgang. Von der Formel 1 führte der Weg geradeaus zur GT1-Weltmeisterschaft. Der nächste Schritt ist eine Formel-Nachwuchsserie: Der Franzose wird am kommenden Wochenende beim Rennen der AutoGP in Spa für das DAMS-Team antreten.

//Volvo setzt die Reihe der sporadischen Einsätze in der WTCC mit dem Bio-Fuel C30 weiter fort. Man wird in Brands Hatch und in Okayama an den Start gehen. Derweil überlegen die Veranstalter der Serie, ob man 2011 in Macau antreten wird. Man hätte vom Veranstalter gerne etwas Entgegenkommen in Sachen Startzeit, damit das Rennen in Europa mehr Einschaltquote bekommt. Zu dem gibt es Sicherheitsbedenken. So die offizielle Seite. Inoffiziell würde man wohl lieber in Shanghai an den Start gehen.

// Alexandre Premat, Bruchpilot in Diensten von Audi, wird sich wohl demnächst bis sehr bald einen neuen Job suchen müssen. Bei Audi ist man weiterhin “not amused” über seine Leistungen. Der Crash am Eurospeedway, als er Ekström und Scheider abräumte, dürfte auch nicht geholfen haben. Mögliche Nachfolger sind bisher erstaunlicherweise nicht bekannt, vielleicht bedient sich Audi aus dem Heer der Nachwuchs GT3 Piloten (Johannes Stuck?)

//Marcel Tiemann, bei einem Lauf der GT Open in Imola Ende Mai schwer verunglückt, wurde gestern aus dem künstlichen Koma erweckt. Laut seines Blogs, das vom Admin der Seite geführt wird, geht es ihm besser und die ersten Tests waren wohl vielversprechend. Wir drücken Marcel weiter die Daumen, dass er schnell wieder gesund wird und wieder auf den Beinen ist!

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May 05 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Über den Umweg einer Beschwerde der “Friends of Liberty State Park” ist es nun also bestätigt worden: Die Stadt New Jersey verhandelt mit Bernie Ecclestone über die Austragung des US Grand Prix 2012. Stattfinden soll das Rennen im besagten Liberty State Park – einer Grünanlage, der das geschichtsträchtige Ellis Island vorgelagert ist, wo bis Mitte der 1950er-Jahre mehr als 12 Millionen Einwanderer in die USA ihre Papiere erhielten. Direkt auf der anderen Seite des Hudson River erhebt sich die Skyline von New York. Wie ernst man die Bewerbung nehmen muss, ist indes unklar. Umfang, Professionalität und Streckenplan deuten – vorsichtig gesagt – auf ein eher frühes Planungsstadium hin.

// Der Eyjafjallajökull hat doch noch ein Opfer in der Formel 1 gefunden. Wenig überraschend handelt es sich dabei um die Truppe von Virgin Racing, die wegen des Zeitmangels nun doch nur einen der beiden Wagen schon in Barcelona mit dem neuen, vergrößerten Tank ausstatten kann. Timo Glock wird das Vergnügen haben, das neue Auto zu fahren – Lucas di Grassi muss wieder im alten Boliden Platz nehmen. Aerodynamische Verbesserungen sind aber weiterhin für beide Wagen geplant.

// Force India wird in Spanien ein komplett renoviertes Motorhome mitbringen. Mal sehen, wie lange es steht, im letzten Jahr gab es ja angeblich ein paar Gläubiger, die die Hospitality pfänden wollten. Ein ganz neues Motorhome wird McLaren mit schleppen. Das gar nicht mal so alte, sehr imposante Ding aus den letzten Jahren entsprach wohl nicht mehr den Ansprüchen.

// Auch über das KERS-Comeback wird weiterhin diskutiert. Renault und Ferrari möchten das Energierückgewinnungssystem gern so bald als möglich wieder eingeführt sehen, andere Teams sind da eher skeptisch, was aber überwunden werden könnte, da das britische Unternehmen Flybrid angeboten hat, interessierte Teams mit einem Schwungrad-KERS zu wirtschaftlichen Konditionen zu versorgen.

// Aus dem Ferrari-Lager gab es erst kürzlich die Forderung, dass das für 2013 anstehende neue Motorenreglement mehr in Richtung moderner Technologien gehen müsse, Geschäftsführer Armedeo Felisa plädierte für eine Einführung der Direkteinspritzung zusammen mit dem kleinvolumigen Turbomotor, um die Effizienz zu steigern und Technologien zu fördern, die für Straßenfahrzeuge relevant sind. Der italienische Sportwagenbauer hat 2009 begonnen, sein Modell California mit einer Direkteinspritzung anzubieten, der 2010 in Produktion gehende 458 Italia, Nachfolger der 430, wird Ferraris erster Mittelmotor-Sportwagen mit diesem System.

// Die am Wochenende startende GP3 hat ein weiteres Rennen zu ihrem Saisonkalender hinzugefügt, und wird nun auch in der Türkei an den Start gehen. Damit werden an allen GP2 Wochenenden mit Ausnahme von Monaco auch Läufe der kleineren Schwestererie stattfinden.

// In der WTCC gibt es neue Spekulationen um ein Ersatzrennen für den abgesagten Lauf in Mexiko: Wie motorsport-total.de berichtet, hat Serienpromoter Marcello Lotti die Strecken von Katar und Bahrain, und einen nicht näher genannten Kurs in China in die engere Auswahl genommen. Angeblich sollten die Details dazu am Wochenende in Marrkesch besprochen werden, bisher sind aber keine weiteren Neuigkeiten nach Außen gedrungen. Was dagegen schon bekannt ist: Sollte es wirklich einen Ersatzlauf geben, würde der Termin zwischen dem europäischen Saisonabschluss Mitte September in Valencia und dem Japan-Rennen Ende Oktober liegen.

// Wie heute Nacht gemeldet wurde, wird Graham Rahal nach langem Tauziehen nun doch beim Indy 500 an den Start gehen. Anders als vermutet, wird er allerdings nicht für Newman-Haas (seit kurzem ja wieder ohne “Lanigan”) fahren, sondern für die familieneigene Rahal-Letterman Truppe.

// Vergangenen Freitag ist die Auktion für die Konkursmasse der A1GP-Serie zu Ende gegangen. Gerüchten zufolge soll es mindestens zwei mehr oder minder seriöse Bieter gegeben haben – ob einer davon den Zuschlag erhalten hat, ist zur Stunde aber noch nicht bekannt. Sollte die Serie nicht in ihrer Gesamtheit (sprich: alle Wagen, die Namensrecht inkl. “powered by Ferrari”-Slogan, etc.) verkauft worden sein, wird man allerdings in Bälde davon hören. In diesem Fall sollen die Bestandteile nämlich einzeln unter den Hammer kommen, um zumindest Teile der Schulden begleichen zu können.

// Rätselraten in der NASCAR. Man fragt sich, was Kevin Harvick und Kasey Kahne 2011 und Mark Martin 2012 so machen werden. Harvick, bzw. RCR hat Hauptsponsor Shell an Hendrick verloren. Harvick selber, der seit 2001 für RCR fährt, als er den tödlich verunglückten Dale Earnhardt ersetzte, ist wohl etwas unzufrieden bei RCR. Das erscheint, angesichts seiner erneuten Tabellenführung in der Serie, etwas merkwürdig, aber die Probleme sind wohl nicht sportlicher Natur. Offenbar hat man sich etwas auseinander gelebt und Harvick schaut, was woanders so geht. Weit oben auf seiner Liste stehen wohl Stewart und ECR. Kahne wiederum hat zwar für 2012 einen Wagen (die #5 bei Hendrick) aber für 2011 sieht es noch duster aus. Auch hier wird über eine Lösung bei Stewart-Haas nachgedacht. Dort könnte dann auch Mark Martin 2012 landen, wenn er denn nicht entweder bei JR Motorsports andockt. Man sagt Junior seit langem nach, dass er gerne mit seinem Team in die Oberliga aufsteigen möchte. Die Silly Season ist also schon richtig in Schwung.

// Nelson Piquet jr. soll angeblich in diesem Jahr noch ein paar Truckrennen fahren. Seine bisherigen Einsätze waren ja so schlecht nicht.

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