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January 26 2011

07:49

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Tage des Australischen Grand Prix in Melbourne könnten gezählt sein. Zumindest wenn es nach Bürgermeister Robert Doyle geht, der am Wochenende in einer Kolumne in der Herald Sun über die hohen Kosten der Veranstaltung geklagt hat. In den 1990er-Jahren habe das Event dem Image der Stadt sehr geholfen.  Nach mehr als 15 Jahren habe sich der Werbewert aber etwas überlebt – die stetig steigenden Zuschusskosten von mittlerweile 70 Millionen australischen Dollar seinen für die Steuerzahler daher nicht mehr tragbar. Ob es sich dabei nun um Verhandlungstaktik handelt, oder um eine ernst gemeinte Ankündigung: In unmittelbarer Gefahr ist das Rennen noch nicht. Den bestehenden Vertrag mit Bernie Ecclestone will die Stadt nämlich auf jeden Fall erfüllen – und der läuft immerhin noch bis 2015. (Vorsicht)

// Bei Force India ist man sich wohl immer noch nicht ganz im Klaren darüber, wer in der kommenden Saison das zweite Auto neben Adrian Sutil pilotieren wird. Autosport (Print-Edition) hat in der vergangenen Woche als fix gemeldet, dass Paul di Resta diese Position übernehmen wird – Joe Saward will derweil aber “verlässlichen Quellen” im Team erfahren haben, dass man noch immer keinen Weg gefunden habe, Vitantonio Liuzzi loszuwerden. Der Italiener scheint nämlich einen erstaunlich wasserfesten Kontrakt für die kommende Saison zu besitzen, und Teameigner Vijay Mallya ist wohl nicht gewillt, den Italiener aus diesem Vertrag herauszukaufen. Jon Noble von Autosport bleibt trotzdem dabei – und kündigt für heute, gegen 4 Uhr Nachmittags eine entsprechende Verlautbarung an. Nachtrag, 26.1., 16:20: Nun ist es offiziell: Paul Di Resta wird das zweite Cockpit neben Sutil erhalten, Hülkenberg wurde als Testfahrer engagiert. (Vorsicht)

// Bei Team Lotus verhandelt man derweil mit Karun Chandhok über ein Engagement als Testfahrer. Ziel des Inders wäre es, 2011 die Abläufe im Team zu lernen, und in der folgenden Saisons dann ein Stammcockpit  zu ergattern. Noch ist allerdings, wie auch Chandhok selbst einräumt, nichts unterschrieben. Bei der Group Lotus, dem ehemaligen Team von Renault, hat man sich derweil für 2011 die testfahrerische Expertise von Fairuz Fauzy gesichert. Pikant: Der Malaysier stand im vergangenen Jahr noch in Diensten der Intimfeinde vom Team Lotus. (Vorsicht)

// Neben dieser Tätigkeit wird Fauzy auch in der GP2 und GP2 Asia an den Start gehen. Und zwar erstaunlicherweise nicht für das mit Lotus verbandelte Team von ART, sondern bei Super Nova Racing(Vorsicht)

//F2 Meister Dean Stoneman wird in der kommenden Saison leider nicht auf der Strecke zu sehen sein. Der Brite, der eigentlich in der Formel Renault 3.5 an den Start gehen sollte, ist an Hodenkrebs erkrankt, und muss daher erstmal aussetzen. Wie man hört wurde die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, so dass es um die Heilungschancen wohl ganz gut bestellt ist. Wir wünschen jedenfalls alles Gute, und hoffen, ihn schon bald wieder auf der Rennstrecke zu sehen! (Vorsicht)

// Zwei weitere Namen aus der GP2. Joylon Palmer, Sohn des Ex-F1 Fahrer Jonathan Palmer hat bei Arden angedockt. Er überspringt die GP3 und versucht sein Glück direkt in der GP2. Ebenfalls in der GP2, dafür aber mit einem bekannteren Namen ausgestattet, ist Romain Grosjean. Der von Renault fast verheizte Nachwuchspilot hat im letzten Jahr in der AutoGP alles in Grund und Boden gefahren und versucht sich jetzt erneut am GP2 Titel, dieses Mal mit DAMS. Seinen ersten Versuch hatte er ja abbrechen müssen, weil er zu Renault gelotst wurde, die Nelson Piquet jr. raus geschmissen hatten.Don

// Seit Dezember schon fix, und jetzt auch offiziell bestätigt: Simona de Silvestro wird auch 2011 eine volle Saison in der IndyCar Series bestreiten. Am Montag hat das HVM-Team den neuen Sponsor “Entergy” (einen Stromanbieter, der sich auf Nuklearenergie spezialisiert hat und neun Kernkraftwerke betreibt) vorgestellt. Noch nicht ganz am Ziel ist derweil James Hinchcliffe – allerdings hat der Kanadier in der vergangenen Woche zum wiederholten Male für Newman/Haas Racing getestet. Und dort wiederum scheint man mit den Leistungen des Teilzeit-TV-Kommentators ziemlich zufrieden zu sein. Fehlt für einen Renneinsatz also nur noch ein passender Sponsorendeal – der derzeit aber wohl noch nicht in trockenen Tüchern ist. (Vorsicht)

// In der Nationwide Serie werden ab 2011 die Punkte anders verteilt. Da sich die Fahrer beim Einschreiben in die Saison entscheiden mussten, in welcher Serie sie punkten wollen, war eine Anpassung nötig geworden. Die Sache wird nicht unkompliziert. Punkte bekommen nur die Fahrer, die sich für die NW gemeldet haben. Fahrer aus dem Sprint Cup, die dort auch Meister werden wollen und das entsprechende Häkchen gesetzt haben, gehen leer aus. Liegen drei Cup-Fahrer auf den ersten Plätzen, bekommt der erste NW-Pilot aber trotzdem nur die Punkte für Platz 4. Die Owner Wertung bleibt jedoch unangetastet, die Cup-Fahrer können also für die Besitzer voll punkten und diesen Titel einfahren. Die NASCAR will so den Nachwuchs stärker fördern, ohne die Sponsoren zu vertreiben. Bedeutet im Umkehr im übrigen auch, dass NW-Fahrer keine Punkte mehr im Cup bekommen. Don

// Der Leiter von Fox Sports hat angemerkt, dass die Rennen der NASCAR durchaus etwas kürzer sein könnten. Alles in allem schwebt ihm ein 4 Stunden Fenster vor. 40 Minuten Vorberichte, 3 Stunden Rennen, 20 Minuten Nachberichte. Die Startzeit der Rennen ist im Moment in den USA am Sonntag um 13.00 Uhr, damit wäre man um 17.00 Uhr fertig. So würde man auch der NFL aus dem Weg gehen, wenn das Rennen mal wieder länger dauert. Allerdings – die wenigsten Rennen kratzen an der vier Stunden Grenze, wenn alles glatt läuft. Meist ist die NASCAR in 180 bzw. 210 Minuten fertig. Dazu kommen die “rain outs”, die man nicht einkalkulieren kann. In den USA wertet man die Aussage von Fox schon mal als Versuch der NASCAR klar zu machen, dass sich bei den Quoten was ändern muss, die seit Jahren langsam aber sicher absinken. Don

// Die Testfahrten der NASCAR letzte Woche in Daytona haben wenig Neuigkeiten erbracht. Die Zeiten kann man getrost vergessen, weil kaum in größeren Paketen gefahren wurde. Die Fahrer haben schon neue Spitznamen für die Strecke “Daydega” oder “Tellatona”. Nach der Neuasphaltierung sind wie befürchtet alle Bumps weg, die Splitter bewegten sich kaum einen Millimeter. Das wird dazu führen, dass man statt zu zweit, zu dritt nebeneinander fahren kann, was auf der engen Strecke sicher spaßig wird. Ein “Big One” ist vorprogrammiert, wie viele Fahrer zu Recht kritisierten. Auffallend ist auch der sehr dunkle Asphalt, der viel Hitze speichert. Die Reifen haben zwar beim Test gehalten, aber wie das im Rennen sein wird, ist eine andere Geschichte. Nicht asphaltiert wurde im übrigen das Infield, was bei den 24H von Daytona am Wochenende sicher zu Problemen führen wird.Don

// Aus der LMS gibt es zwei Meldungen: Zum einen wird Audi mit der 2010er Mannschaft wieder antreten, zum anderen hat BMW zwei M3 GT2 für die ILMC bestätigt. Don

// Porsche hat bestätigt, dass man im Kundenauftrag (also VW) an einem Vierzylinder arbeitet. Die möglichen Konsequenzen aus der Geschichte sind klar, die Gerüchte brauchten dann auch nur ca. 1 Nanosekunde. Offenbar baut man den Motor auch mit Blick auf die Formel Eins. Weswegen sonst sollte Porsche für einen Konzern an einem Vierzylinder basteln, in dem es nun wahrlich nicht an kleinen Vierzylindern mangelt. Don

July 08 2010

06:51

Formel Vorschau: GP2/GP3 Silverstone, AutoGP Magny-Cours

Das Finale der Fußball-WM wirft seinen Schatten auf den Motorsport. Außer GP2 und GP3 im Begleitprogramm der F1 ist nicht viel los. Nur die AutoGP stellt sich wacker gegen den Trend.

Die wenigen Rennen, die am Wochenende doch stattfinden, könnten sich dafür aber lohnen: In der GP2 wird sich die Frage stellen, ob Pastor Maldonado sein überrschend gutes bisheriges Auftreten auch an die fünften der zehn Stationen hinüber retten kann. Aber auch abseits der Rennstrecke haben sich in der Top-Nachwuchsserie in den vergangenen zwei Wochen ein paar interessante Dinge getan. In der dritten Liga, der GP3 sieht weiter alles nach einem Durchmarsch von Esteban Gutiérrez aus. Zu sicher sollte er sich aber nicht sein, denn die Konkurrenz schläft schließlich nicht. Und an diesem Wochenende gibt es wieder harte Konkurrenz von Gastfahreren aus der F3 Euroseries.

GP2

Zunächst aber nochmal zur Königsklasse unter den Juniorserien – dort hat sich in der vergangenen Woche nämlich so einiges an Neuigkeiten angesammelt. Beginnen wir mit den schlechten Nachrichten: Josef Kral hat sich bei seinem Unfall im Sprintrennen von Valencia doch schwerer verletzt, als die beruhigenden Meldungen am Sonntag und Montag noch vermuten ließen. Checks im Krankenhaus von Liberec (Tschechien) haben ergeben, dass sich Kral zwei Wirbelbrüche zugezogen hat, und zwei bis drei Monate pausieren muss. Immerhin: Von Folgeschäden ist wohl nicht auszugehen. Sein Super Nova Team hat bereits reagiert, und setzt bis zu Krals Rückkehr GP2-Veteran Luca Filippi ins Cockpit.

Außerdem hat vergangene Woche die erste Testfahrt jenes Wagens stattgefunden, mit dem die GP2 in den Jahren 2011 bis 2013 an den Start gehen will – das aktuelle Auto wird ja nach Ende dieses Jahres eingemottet bzw. (wenn ich mich nicht irre) in die GP2 Asia verschoben. Die britische Rennbibel Autosport hat zu diesem Anlass einen Fotografen losgeschickt – natürlich völlig geheim und spontan und absolut ohne Einverständnis der PR-Abteilung der GP2. Und prompt ist dieser Mensch dann auch mit einem Bild des neuen Wagens zurückgekommen.

Durch besondere optische Werte kann die Karre beim Ersteindruck nicht unbedingt überraschen. Man muss ihr aber lassen, dass sie zumindest näher an der modernen Formel 1 dran ist, als die bisherigen Boliden. Und mit der richtigen Lackierung kann das alles ja auch schnell wieder viel freundlicher wirken.

Auch in einem anderen Aspekt rückt die GP2 noch näher an die Königsklasse des Motorsports heran: Pirelli, die ab kommender Saison ja neben der F1 auch die GP2 und GP3 ausrüsten, haben bekannt gegeben, dass sie die GP2 nicht länger mit eigenen Reifen ausrüsten werden. Stattdessen fährt die GP2 dann mit den selben Gummis, mit denen auch die Formel 1 unterwegs sein wird. Von Pirellis Standpunkt aus macht das Sinn – immerhin muss man so nicht eine weitere Mischung produzieren, sondern kann einfach mehr von der herstellen, die man ohnehin schon liefert. Außerdem ergibt sich dadurch eine glänzende Möglichkeit, das F1 Testverbot zu umgehen. Womöglich kann man sogar davon ausgehen, dass auch das eine oder andere Formel 1 Team sich somit nun wieder mehr um die Entwicklungsarbeit seines Juniorteams bemühen wird. Welche Folgen sich dadurch für das Racing ergeben, muss man dagegen abwarten. Ganz prinzipiell ist es für die Fahrer aber sicher nicht von Nachteil, sich in der GP2 schon mal an die zukünftigen Arbeitsutensilien gewöhnen zu können.

Nicht näher an die Formel 1 rückt derweil des ART-Team. Etwas überraschend hat die Truppe gestern nämlich bekannt gegeben, dass man wegen mangelnder finanzieller Unterstützung die Bewerbung um den 13. Startplatz für kommendes Jahr zurückgezogen hat.

GP3

Auch in der GP3 gibt es zwei personelle Nachrichten: Zum einen steht nach seinen glänzenden Auftritten in Valenica auch diesmal wieder Roberto Mehri auf der offiziellen Startliste. Zum anderen gibt es diesmal Verstärkung aus der F3 Euro-Fraktion. Denn auch Mehris Landsmann Daniel Juncadella wird nach zwei eher mäßigen Auftritten beim Saisonauftakt in Barcelona ins Tech 1-Cockpit zurückkehren. Man darf schon gespannt sein, wie die beiden jungen Herren die marode F3 Euroseries dabei verkaufen werden.

Zeigen sie beide gute Leistungen, halte ich es für durchaus möglich, dass in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit auf den Talentepool der F3 Euro gelegt wird. Ob das allein die Serie aber aus ihrer momentanen Misere befreien könnte, bleibt abzuwarten.

AutoGP

Die AutoGP startet auch. In Magny-Cours. Und viel mehr kann ich aus sportlicher Sicht dazu eigentlich nicht schreiben. Denn mangels Kabelanschluss habe ich noch kein Rennen dieser Serie sehen können. Dabei scheint die Nachfolgeserie der Euro F3000 durchaus an Statur zu gewinnen.

Soviel lässt sich dann aber doch noch sagen: Romain Grosjean wird nach Spa vor eineinhalb Wochen auch in Magny-Cours in der Serie an den Start gehen. Der Meisterschaftszweite, Luca Filippi dafür (siehe oben) nicht. Ob Super Nova einen AutoGP-Ersatzmann für den Italiener findet (bzw. sucht), ist derzeit noch unklar. In der Entry-List auf der AutoGP Homepage ist derzeit noch Filippi verzeichnet. Und die Pressemeldung der AutoGP berichtet lediglich, dass er diesen Lauf versäumt. Und schweigt sich zu einem möglichen Ersatzmann ebenfalls aus.

Danach macht die AutoGP übrigens erstmals Sommerpause, und fährt erst wieder Ende September – dann zur Eröffnung des Circuito de Navarra in der gleichnamigen Provinz im Norden Spaniens.

Übertragen werden wieder beide Rennen live auf MotorsTV, wo es übrigens an diesem Wochenende (erstmals?) auch eine Live- und eine As-Live-Übertragung der F3 Open geben wird. Die spansiche F3-Serie mit internationalem Anspruch geht ebenfalls in Magny-Cours an den Start.

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