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January 30 2014

21:02

NASCAR: Wie funktioniert der neue Chase?

Es wurde viel spekuliert, seit heute ist es amtlich. Die NASCAR hat den kompletten Chase auf den Kopf gestellt und mit einem neuen Reglement versehen. Das neue Format stösst nicht auf ungeteilte Freude.

BfP0wFtCUAAJp84Man kann sich eigentlich über den Chase in den letzten Jahren nicht beklagen. Zwar hat Jimmie Johnson die meisten Chase-Entscheidungen gewonnen und auch das letzte Jahr war nicht so spannend. Aber dafür gab es die sensationelle Entscheidung zwischen Tony Stewart und Carl Edwards oder den Sieg von Brad Keselowski. Aber vor allem das Jahr 2011, als Tony Stewart und Carl Edwards punktgleich aus dem letzten Rennen kamen, hat es der NASCAR wohl angetan. Das neue Format zielt auf ein Shoot-Out Format ab, dass die Spannung verbessern soll. Gleichzeitig sollen Siege mehr belohnt werden.

Und so sieht das neue Format aus:

- Wie bisher wird es nach 26 Rennen einen Schnitt geben. Die letzten 10 Rennen gehören dem Chase.
- Statt 12 können nun 16 Fahrer in den Chase kommen.

Wer kommt in den Chase?
Jeder Fahrer, der ein Rennen gewinnt, ist automatisch für den Chase qualifiziert. Ebenso ist der Fahrer qualifiziert, der nach 26 Rennen die Tabelle nach Punkten anführt, auch wenn er keinen Sieg hat. Sollten sich mehr als 16 Fahrer für den Chase qualifizieren, kommen die Piloten in den Chase, die die meisten Siege haben. Haben zum Beispiel 18 Fahrer einen Sieg, entscheidet der Punktestand. Auch wenn weniger als 16 Piloten einen Sieg haben (was eher wahrscheinlich ist), entscheidet der Punktestand.

Die Fahrer, die in den Chase kommen, bekommen 2000 Punkte und 3 Punkte für jeden Sieg, den sie in den ersten 26 Rennen errungen haben.

Der neue Chase

Ab 2014 gibt es ein Shootout zwischen den 16 Fahrern. Der sieht wie folgt aus:

Rennen 27, 28 und 29 – Challenger Round
Jeder Fahrer, der ein Rennen gewinnt, kommt automatisch in die nächste Runde. 12 Fahrer werden insgesamt die nächste Runde erreichen. Die keinen Sieg errungen haben, qualifizieren sich über die Punkte. Die 12 Piloten, die weiter gekommen sind, bekommen für die nächste Runde 3000 Punkte.

Rennen 31, 31 und 32 – Contender Round
Wieder fliegen vier Fahrer aus dem Chase, es gelten die gleichen Regeln wie in der Vorrunde. Am Ende bleiben acht Piloten übrig.

Rennen 33, 34, 35 – Eliminator Round
Erneut erwischt es vier Piloten, auch hier gelten die Regeln der Vorrunden. Es bleiben vier Piloten übrig.

Rennen 36 – First-to-the-Finish Championship Finale
Das Rennen in Homestead entscheidet die Meisterschaft. Die Regeln sind einfach: Derjenige, der vier Piloten, der am Ende die beste Position im Rennen erlangt hat, ist NASCAR Champion.

Den Fahrer, die aus dem Chase fallen, bekommen wieder 2000 Punkte (plus jene, die sie im Chase raus gefahren haben) und kämpfen um P5 in der Meisterschaft. Hier geht es ja noch um eine Menge Geld.

Fazit:
Das klingt, auf den ersten Blick für den Chase recht spannend. In jedem Rennen geht es also um alles, das letzte Rennen entscheidet dann die Meisterschaft. Es geht nicht mehr um Siege oder Bonuspunkte, sondern nur noch um die beste Position im letzten Rennen. Wer in der ersten Runde einen Sieg einfährt, kann sich in den nächsten zwei Rennen aus allem raushalten. Alle anderen müssen um die ersten 12, 8 oder vier Positionen kämpfen.

Und genau da klinken sich die Kritiker ein, denn damit würde das gesamte System der NASCAR komplett entwertet. Es geht nicht mehr um Konstanz, sondern um Glück. Man kann theoretisch 35 Rennen gewinnen, aber wenn man im letzten Rennen ein Reifenschaden hat, wird jemand anders Meister.

Das klingt unfair – was es auch ist. Und es entwertet die gesamte Saison. Die Meisterschaftslotterie hätte die NASCAR noch erweitern können, wenn das letzte Rennen nach Talladega verlegen würde. Natürlich ist es immer noch wichtig über die gesamte Saison konstant zu sein. Wer allerdings eines der ersten fünf Rennen gewinnt, kann sich normalerweise den Rest der Saison zurücklehnen und verschiedene Dinge am Auto ausprobieren.

Die neuen Regeln sind nicht unbedingt nur für die Fans gemacht. Sie zielen auf das Fernsehpublikum ab und sichern die neuen Rechteinhaber von NBC ab. Man hofft, dass die Zuschauer im Herbst, wenn die NFL läuft und die MLB ihre World Series austrägt, mehr in Richtung NASCAR schielen. Die künstlich aufgebaute Spannung durch den Shootout soll Fans und Werbekunden gleichermaßen zu befriedigen.

Ich bin da skeptisch. Die Idee kann schnell in die Hose gehen. Es kann durchaus passieren, dass am Ende Tevor Bayne, Kyle Larson, Brian Vickers und Paul Menard übrig bleiben. Auch wenn das unwahrscheinlich ist, die Möglichkeit, dass schon früh Top-Favoriten rausfallen ist groß. Auf der anderen Seite: Hätte man die Regeln im letzten Jahr schon angewendet, wäre Dale Earnhardt jr. Meister geworden. Was den meisten Fans und der NASCAR vermutlich gefallen hätte.

Die neuen Regeln bieten auch kleinen Teams eine Chance. Mit zwei Rennen in Daytona, einem in Talladega und den Rennen in Sonoma und Watkins Glen gibt es vier Chancen für Fahrer, die sonst eher nicht für einen Sieg in Frage kommen. Marcus Ambrose wird es freuen. Das bedeutet, dass der Chase nicht mehr nur aus den “üblichen Verdächtigen” besteht, sondern auch Piloten reinkommen werden, die man sonst eher im Hinterfeld antrifft.

Mehr Piloten, die um eine Chance im Chase kämpfen bedeutet auch, dass es einige geben wird, die mehr Risiken eingehen. Die NASCAR geht davon aus, dass es gerade in den letzten Rennen eine Runde hart zugehen wird. Man will “Contact” sehen, aber natürlich im Rahmen der Regeln. Oder so.

Das neue Format hat Vor- und Nachteile. Die “alteingesessenen” NASCAR Fans haben schon aufgeheult, werden aber vermutlich stiller werden, sollte Junior im Chase lange unterwegs sein. Auf der anderen Seite werden die Rennen in der Saison etwas entwertet und es geht nicht mehr allein darum, möglich sauber durch die Saison zu kommen. Der Charakter der NASCAR verändert sich mit den neuen Regeln grundlegend.

Was denkt ihr? War es eine richtige Entscheidung der NASCAR, sich neu auszurichten?

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November 19 2013

08:00

NASCAR: Analyse Homestead 2013 – Six-Pack!

Flammen, Rauch und ein großes Feuerwerk. Der NASCAR Sprint Cup hatte zum Saisonfinale auf dem Homestead-Miami Speedway einiges im Angebot und sorgte am Ende für zwei strahlende Gesichter. 

Ford EcoBoost 400Es ist vorbei! Nach 36 Saisonrennen wurde am Sonntagabend der neue NASCAR-Champion gekrönt. Völlig unerwartet ließ sich Jimmie Johnson seine 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth nicht mehr nehmen und mutierte so von “Five-Time” zu “Six-Pack”. Damit nähert er sich immer mehr den Rekordmeistern Richard Petty und Dale Earnhardt, die insgesamt sieben Mal die höchste Klasse des NASCAR-Sports für sich entscheiden konnten. Ich glaube es bestehen kaum Zweifel daran, dass Johnson diese Rekordmarke einstellen oder sogar übertreffen wird. Doch bevor wir zu weit in die Zukunft blicken, widmen wir uns vorerst der Vergangenheit und dem Ford Eco Boost 400 auf dem Homestead-Miami Speedway, denn hier dürfte nicht nur Jimmie Johnson das Rennen am Sonntagabend freudestrahlend verlassen haben.

Der letzte Saisonlauf begann gegen 21:20 Uhr unserer Zeit und sah zunächst Matt Kenseth an der Spitze dominieren. Die #20 hatte schon die Traningssessions und das Qualifying klar für sich entschieden und ging als großer Favorit ins Rennen. Eine andere Möglichkeit außer der Flucht nach vorn hatte Kenseth auch nicht, denn er musste auf einen Fehler bei Jimmie Johnson hoffen. Dieser allerdings war stetig unter den ersten Zehn zu finden und somit zu diesem Zeitpunkt unangefochten Meister. Aber das Rennen hatte auch erst begonnen und der Schockmoment sollte noch kommen. Zuvor sorgte Travis Kvapil in Runde 11 mit einem Streifschuss an der Mauer in Kurve drei für die erste Caution des Abends. Beim Restart konnte sich zunächst der dritte Titelaspirant Kevin Harvick an die Spitze setzen, doch Kenseth hatte schon kurze Zeit später die passende Antwort gefunden und setzte sich wieder in Front.

Nur zwölf Umläufe nach seinem ersten Mauerkontakt schaffte es Travis Kvapil, dieses Kunststück in der gleichen Kurve erneut zu vollbringen. Er legte sogar noch eine kleine Zugabe oben drauf, indem er sich, beim Versuch sich von der Mauer zu lösen, nach innen abdrehte. Beim Restart dann ein ganz ungewohntes Bild: David Regan (der Gewinner des Talladega Frühjahrsrennens) setzte sich im Ford von Front Row Motorsports an die Spitze, allerdings auch nur, weil er während der Gelbphase nicht an der Box war. Folglicherweise wurde er nach der grünen Flagge wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte weiter seine Runden an der Spitze drehen, um sich den zweiten Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden zu sichern. Travis Kvapil schaffte es inzwischen, sein Auto aus der Mauer zu halten und so kam es schließlich zu den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge. Doch mitten rein platzte mal wieder eine unserer geliebten Debris-Cautions.

Nachdem sich alle Piloten an der Box vier frische Pneus und Sprit geholt hatten, durfte das Feld immerhin 20 Runden mit Vollgas unter die Räder nehmen. Dann sorgte Dave Blaney in seinem vielleicht letzten Sprint-Cup-Rennen für die vierte Gelbphase des Abends, als er – wie schon Kvapil zuvor – sein Auto in die Mauer setzte und sich anschließend Richtung Apron drehte. Das alles kümmerte Matt Kenseth wenig, der weiterhin an der Spitze einsam seine Kreise fuhr. Mehr Probleme hatte der dritte Meisterschaftskandidat Kevin Harvick, der nach dem Boxenstopp mit einem für ihn zu stark untersteuernden Fahrzeug kämpfte. Dies warf ihn zunächst aus den Top 20 und sorgte für einen verfrühten Boxenstopp der #29.

Während also Harvick in argen Problemen war, zeigte Joe Gibbs Racing seine volle Stärke. Mit allen drei Fahrzeugen belegte man die ersten drei Plätze. Hinter den Toyotas sortierte sich mit Ausnahme von Kasey Kahne die Hendrick-Armada ein und es wurde recht schnell klar, dass entweder ein Toyota von Joe Gibbs oder ein Hendrick-Chevrolet diesen Abend in die Victory Lane einfahren würde. Doch noch war das Rennen lang und die Nacht brach über den Süden Floridas herein.

Inzwischen war das Rennen in Runde 140 angelangt und die ersten Piloten suchten ihre Pitcrew erneut auf. Nachdem alle Fahrer ihre Stopps absolviert hatten, zeigte sich ein anderes Bild an der Spitze. Dale Earnhardt Jr. hatte, kurz bevor er an der Box fuhr, die Führung übernommen und behielt diese auch nach dem Besuch in der Boxengasse. Sein Fahrzeug war an diesem Abend besonders schnell auf den Long-Runs, hatte aber bei den kurzen Sprints seine Schwierigkeiten. Außerdem fuhr Earnhardt fast ausschließlich die oberste Linie direkt an der Mauer entlang. Falls er sich doch mal weiter unten versuchte, verlor er Zeit, was ihm wiederum am Ende des Rennens noch zum Verhängnis werden sollte.

Ungeachtet der Stärken und Schwächen der #88 kam es in Runde 153 zur bereits fünften Unterbrechung des Rennens. Schuld waren erneut Debris, die sich dieses Mal auf der Gegengerade befanden. Matt Kenseth holte sich in der Box erneut die Führung, doch konnte anschließend auf der kälter werdenden Strecke nicht mehr so dominieren und musste nach wenigen Runden die Führung an seinen Teamkollegen Denny Hamlin abgeben. Den Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits sicher.

Kurz vor dem Erreichen der 190. Runde wurde die sechste Caution des Renntages ausgelöst und völlig überraschend waren es Debris, nur dass sich diese jetzt in Kurve drei befanden. Diese Caution sollte aber noch ein einschneidendes Erlebnis für unsere beiden Meisterschaftsanwärter Jimmie Johnson und Matt Kenseth werden, denn beim Restart verlor Jeff Gordon in Reihe eins fast sein Fahrzeug und verursachte hinter ihm eine Kettenreaktion. Bei dieser wurde Jimmie Johnson von hinten angeschoben und verlor fast die Kontrolle über sein Fahrzeug. Beim Versuch, sein Auto wieder in den Griff zu bekommen, traf er Matt Kenseth an der rechten hinteren Seite, was diesen ebenfalls in kurzzeitige Probleme brachte. Doch beide Piloten hielten ihre Fahrzeuge auf der Bahn und konnten mit sichtlichen Kampfspuren das Rennen fortsetzen, allerdings nun einige Plätze weiter hinten im Feld. An der Spitze hatte sich inzwischen Kevin Harvick eingefunden.

Kurz nach diesem Zwischenfall gab es erneut eine Gelbphase. Dieses Mal war der rechte Hinterreifen am Fahrzeug von Paul Menard schuld, der seinen Dienst quittierte. Beim Restart setzte der inzwischen entthronte Champion Brad Keselowski nochmal ein Ausrufezeichen, indem er sich die Führung von Kevin Harvick holte. Doch von hinten kam nach einigen Runden erneut der in den letzten Wochen extrem gut aufgelegte Dale Earnhardt Jr. Dieser quetschte sich auf der äußersten Bahn in einem Bombenmanöver in Kurve zwei sowohl an Denny Hamlin als auch am führenden Brad Keselowski vorbei und übernahm die Spitzenposition.

30 Runden vor Schluss sorgte erneut die #27 von Paul Menard für eine Gelbphase. Sein Fahrzeug brannte bereits auf der Gegengeraden am rechten Hinterreifen und verlor einige Teile. Als er sich schließlich an seiner Box einfand, breitete sich das Feuer schnell auf den Rest des Fahrzeuges aus und sorgte für eine recht heftige Explosion, als der rechte Hinterreifen der Hitze nachgab. Als Grund für den Ausbruch des Feuers gab Paul Menard den Restart in Runde 194 an, bei dem er durch die Kettenreaktion (mit Johnson und Kenseth) einen Reifenschaden erlitt. Dadurch verfingen sich einige Gummiteile an der Hinterachse, die man bei den Stopps nicht komplett entfernen konnte. Diese entzündeten sich im weiteren Verlauf und sorgten für seinen spektakulären Ausfall. Zum Glück wurden dabei sowohl Menard als auch seine Crewmitglieder nicht verletzt.

Nach dem anschließenden Restart duellierten sich Dale Eanrhardt Jr. und Denny Hamlin um die Spitze, wobei sich Hamlin nach einigen Runden durchsetzen konnte. Auch Matt Kenseth schob sich an der #88 vorbei und servierte uns dadurch einen spannenden Fight in den letzten Runden. Denn Junior kam erneut über den Long-Run und wollte an Kenseth vorbei. Doch sobald Junior sich auf der unteren Linie versuchte, zog Kenseth wieder davon. Durch diesen Zweikampf mit leichten Berührungen konnte sich Denny Hamlin etwas Luft verschaffen und fuhr nach 267 Runden seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg ein. Hinter ihm kam der nun als Vizemeister feststehende Matt Kenseth vor dem diese Saison sieglosen Dale Earnhardt Jr. ins Ziel. Jimmie Johnson sah auf Platz neun liegend die Zielflagge und sicherte sich nach zwei Jahren Pause seinen nächsten und bereits sechsten Titel. Ohne den Total-Ausfall der #20 in Phoenix hätte auch Matt Kenseth nach der Krone greifen können, doch Fehler darf man sich im Chase eben nicht erlauben. So ist erneut Johnson hochverdient der neue Champion.

Zum Abschluss nun noch die Finalstände der Fahrer- und Ownerwertung. Damit sind wir am Ende angelangt, zumindest für diese Saison. Nach 36 Rennen müssen nun alle NASCAR-Süchtigen den Winter überbrücken, bevor die Saison 2014 mit dem Daytona 500 am 23. Februar eingeläutet wird. Ein abschließendes Dankeschön geht an alle Racingblog-Leser und positiv Verrückten, die dem NASCAR-Zirkus Woche für Woche nicht entkommen. Bis zum nächsten Jahr!

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November 15 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Homestead 2013 – Die große Johnson-Party?

Nach dem katastrophalen Rennen von Matt Kenseth letzte Woche scheint der Kampf um den NASCAR-Titel 2013 bereits entschieden. Wenn Jimmie Johnson keinen Ausfall erleidet, dann ist ihm der sechste Titel kaum mehr zu nehmen. Doch trotzdem ist Vorsicht geboten, denn Kenseth und Harvick warten nur auf ein Problem bei der #48.

HMS-12-384731 FordEcoboost400_FinalsMan mag es kaum glauben, doch am Sonntag steht das letzte Rennen der NASCAR-Sprint-Cup-Saison 2013 auf dem Homestead-Miami Speedway an. Danach darf nach über 13.500 Meilen in 36 schweißtreibenden Rennen der neue Champion gekrönt werden. Doch bevor wir uns den Meisterschaftskandidaten widmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Strecke. Homestead ist ein Intermediate-Oval mit einer Länge von 1,5 Meilen und einem Banking von 18 bis 20° in den Kurven und 3° auf den Geraden. Im Gegensatz zu vielen anderen Intermediate-Ovalen findet man hier keine Cookie-Cutter-Variante vor wie zum Beispiel in Charlotte, Kansas oder Chicagoland. Dies bedeutet, dass wir es hier nicht mit einer geknickten Start/Ziel-Gerade zu tun haben, sondern diese auch wirklich als Gerade bezeichnen können. Das Finale des Sprint Cups wird hier seit 2002 ausgetragen und der letzte Umbau der Strecke erfolgte im Jahre 2003. Dabei wurden die zwei 180°-Kurven mit dem aktuellen progressiven Banking ausgestattet, welches das Überholen auf der inneren als auch auf der äußeren Linie ermöglicht.

Werfen wir nun den Blick auf unsere drei verbleibenden Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson, Matt Kenseth und Kevin Harvick. Bis auf Kenseth konnte keiner von den genannte Piloten hier jemals einen Sieg einfahren. Kenseth stellte sich zuletzt noch im Roush-Ford im Jahre 2007 in die Victory Lane und ist auch, was die Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke angeht, der beste von den drei Titelkandidaten. Kevin Harvick konnte hier ebenfalls oft gut mitfahren, wohingegen Johnson öfters mit Problemen zu kämpfen hatte. Dies sieht man auch an den Resultaten der #48 in den letzten beiden Jahren, bei denen der Hendrick-Chevrolet nur als 32. bzw. 36. die Zielflagge passierte. Das weckt natürlich Hoffnungen bei der Konkurrenz.

Doch wenn man den Blick auf die Meisterschaftstabelle richtet, dann schrumpfen diese Hoffnungen sehr schnell wieder zusammen. Jimmie Johnson kann bereits 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth und 34 Zähler auf Kevin Harvick vorweisen. Nach Adam Riese muss Johnson nur den 23. Platz belegen und er ist Meister, egal was die #20 und #29 veranstalten. Bei Johnson liegt das Hauptaugenmerk also darauf, möglichst ohne die Schockmomente von Phoenix durch das Rennen zu kommen und einen gesicherten Platz in den Top 20 zu erfahren. Matt Kenseth und Kevin Harvick hingegen müssen das Rennen am Besten mit den meisten Führungsrunden gewinnen, um noch den Hauch einer Chance zu haben. Würde Matt Kenseth mit den meisten Runden an der Spitze siegen und Jimmie Johnson nur den 24. Platz belegen, dann wäre Kenseth im Tie-Break durch seine acht Saisonsiege der neue Champion. Für Kevin Harvick ist die Sache schon ein Stück schwieriger, denn wenn er dominant gewinnen würde, dürfte Johnson nicht über den 31. Platz hinaus kommen und Kenseth maximal die dritte Position belegen. Alles möglich, aber doch sehr unwahrscheinlich.

Doch wer kann außer unseren drei Meisterschaftskandidaten noch das letzte Rennen der Saison gewinnen? Auf jeden Fall darf man die Fords von Roush Fenway Racing nicht unbeachtet lassen, denn diese gewannen sieben der insgesamt 14 Rennen. Hier seien besonders Greg Biffle mit bereits drei Siegen und Carl Edwards mit immerhin zwei Erfolgen zu nennen. Aber auch Joe Gibbs Racing sollte man auf dem Schirm haben, denn sie konnten hier bereits vier Mal in die Victory Lane einfahren. Ebenfalls auf der Rechnung gilt es, Martin Truex Jr. zu haben. Auch wenn er in Homestead noch nicht gewinnen konnte, so lässt er sich doch ziemlich oft weit oben auf der Ergebnisliste blicken und zudem wird es sein letztes Rennen in der #56 von Michael Waltrip Racing sein, bevor er nächste Saison Kurt Busch bei Furniture Row Racing ersetzt. Als Letzten im Bunde der Favoriten um den letzten Sieg der Saison dürfen wir auch noch Jeff Gordon begrüßen, der das Vorjahresrennen für sich entscheiden konnte.

Kommen wir zu unserem wöchentlichen Blick auf die Entry List: Die Wood Brothers sind wieder mit der #21 und Trevor Bayne am Start, obwohl unter der Woche bei Bayne Multiple Sklerose festgestellt wurde. Da aktuell noch keine Sympthome auftreten, gaben die NASCAR-Ärzte grünes Licht und Bayne darf weiter seinen NASCAR-Träumen nachjagen. Beim weiteren Stöbern durch die Entry List erkennt man als nächstes, dass in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein zweites Rennen im Cup absolvieren darf. In der #32 wird Ken Shrader wohl in sein letztes Sprint-Cup-Abenteuer starten. Die #33 wird dieses Wochenende von Tony Raines und das Schwesterauto mit der #40 von Landon Cassill pilotiert. AJ Allmendinger kehrt in die #47 zurück und auch Kyle Larson ist in der #51 wieder am Start.

Wie immer zum Schluss nun noch die aktuellen Tabellen zur Fahrer- und Owner-Wertung. Das 36. und finale Rennen der Sprint-Cup-Saison in Homestead wird am Sonntag ab 20 Uhr unserer Zeit bei ESPN und dem deutschen Sender MotorvisionTV ausgestrahlt. Alle weiteren TV-Termine findet ihr in der folgenden Auflistung.

Freitag, 15.11.2013:
16:00 Uhr, Nationwide Practice, Fox Sports 1
17:00 Uhr, Trucks Final Practice, Fox Sports 1
19:30 Uhr, Sprint Cup Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Nationwide Final Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Trucks Qualifying, Fox Sports 2

Samstag, 16.11.2013:
00:00 Uhr, Sprint Cup Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Trucks Rennen (Ford Eco Boost 200), Fox Sports 1 (Green Flag: 02:18 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
19:00 Uhr, Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
21:00 Uhr, Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
22:30 Uhr, Nationwide Rennen (Ford Eco Boost 300), ESPN (Green Flag: 22:46 Uhr)

Sonntag, 17.11.2013:
20:00 Uhr, Sprint Cup Rennen (Ford Eco Boost 400), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:15 Uhr)

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November 12 2013

20:44

NASCAR: Analyse Phoenix November 2013

Der vierte Saisonerfolg von Kevin Harvick bewies wieder einmal, dass Mister „Where did he come from?“ immer dann zur Stelle ist, wenn die Konkurrenz schwächelt. Unterdessen erlebte Matt Kenseth in Phoenix ein Setup-Debakel und verlor möglicherweise die entscheidenden Zähler im Kampf um die Meisterschaft.

292011Das zweitletzte Saisonrennen des Sprint Cups auf dem Phoenix International Raceway war ein recht kurzweiliges NASCAR-Rennen, da die acht Cautions immer mal wieder frischen Wind an der Spitze wehen ließen. So kamen schließlich 13 Fahrer auf insgesamt 23 Führungswechsel, wobei sogar ganze acht Piloten mehr als die üblichen ein bis zwei Umläufe unter gelb oder während Green-Flag-Pitstops in Front des Feldes unterwegs waren. Dass es auch keinem Teilnehmer gelang, mehr als 70 von 312 möglichen Führungsrunden anzusammeln, zeigt wie abwechslungsreich das Rennen wirklich war. Teilweise hatte man keine Ahnung, wer denn nun an der Spitze stand; das mag allerdings zum Teil der Konzentration von ESPN auf die beiden Meisterschaftsfavoriten geschuldet sein – und die hatten es absolut nicht leicht:

Jimmie Johnson geriet, von der Pole-Position gestartet, sofort in der ersten Kurve massiv durch Joey Logano in Bedrängnis, welcher etwas überforsch ins Rennen startete. Mit seinem rutschenden Wagen räumte er fast die #48 ab, was Johnson mit einigen gekonnten Lenkradbewegungen jedoch abwenden konnte. Trotzdem war er so in die umkämpften Top 10 abgerutscht, in deren Regionen es später noch einmal wild werden sollte, als er wohl Carl Edwards bei einem Three-Wide-Manöver in der Mitte übersah und von diesem ebenfalls beinahe abgeräumt wurde. Auch hier gab es wieder Car-Control par excellence zu bestaunen. Man merkte allerdings schon, dass Johnson und Crew-Chief Chad Knaus eher darauf bedacht waren, das Rennen ruhig und gelassen zu Ende zu bringen, anstatt sich beim Kampf zurück zur bzw. dann an der Spitze aufzureiben.

Der entsprechende Funkspruch von Knaus lautete, Johnson solle von Beginn an sein Auto schonen. Dass dies die Gewinnertaktik im Hinblick auf die Meisterschaft sein würde, bestätigte schließlich Matt Kenseth während der gesamten Renndauer mit seinem komplett unfahrbaren Auto. Dazu kam auch noch das Pech bei einem vergeigten Boxenstopp, als der vordere Tire-Changer seinen Luftschlauch unter dem Reifen einklemmte. Kenseth kostete alleine dieser Vorfall acht Plätze, was Johnson natürlich immer mehr Polster nicht nur im Rennen selbst einbrachte. Der eigentlich sehr talentierte Crew-Chief an der #20, Jason Ratcliff, war quasi machtlos, denn keine der möglichen Abstimmungsmaßnahmen wollte fruchten. Im Prinzip hätte man der Karre in der Garage eine komplett neue Fahrwerkseinstellung verpassen müssen.

Das Ende von Lied war dann Rang 23 für Matt Kenseth bei gleichzeitiger Podiumsplatzierung von Jimmie Johnson, der sich mühelos in den Top 10 aufhalten konnte und schlussendlich einen starken dritten Platz nach Hause fuhr, anstatt nach Trainingsbestzeiten und Pole-Positionen auf Krampf sein Auto in die Wand zu werfen. Diese kluge Fahrweise (und auch ein wenig Glück) brachte ihm nun einen sehr großen Vorsprung in Höhe von 28 Punkte in der Meisterschaft ein, der vor dem letzten Rennen mehr oder weniger einer Vorentscheidung im Chase gleichkommt. So ein hoher Rückstand konnte noch nie vom Zweitplatzierten im Saisonfinale aufgeholt werden. Ein Titelgewinn von Kenseth käme dem Wunder von Atlanta gleich, als Alan Kulwicki 1992 im vermutlich besten NASCAR-Rennen aller Zeiten satte 30 Zähler gutmachen konnte – im alten Punktesystem jedoch.

Ganz unbemerkt hat sich aber noch ein dritter Anwärter ins Spiel gebracht: Weil Kevin Harvick in der letzten Runde den Sieg vom ohne Sprit ausrollenden Carl Edwards erbte, reist er nun als einziger Verfolger des Spitzenduos nach Homestead. Harvick muss allerdings ein noch größeres Wunder vollbringen, wenn er die 34 Punkte Rückstand noch aufholen will. Strenggenommen sind es sogar 35 Zähler, denn bei Punktegleichheit fungieren die sechs bzw. sieben Saisonsiege von Jimmie Johnson bzw. Matt Kenseth als Tiebreaker und es ist ja nicht so, als ob wir dieses Kuriosum nach 36 Rennen nicht schon einmal bemühen mussten.

Allerdings ist Kevin Harvick immer dann zur Stelle, wenn die Konkurrenz sich nicht voll auf der Höhe zeigt. Dies beweisen seine vier Saisonsiege in Richmond, Charlotte, Kansas und nun eben Phoenix – vier Strecken, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Trotzdem war sein später Erfolg nicht unverdient, denn immerhin holte Harvick mit 70 Führungsrunden auch in dieser Kategorie Platz 1, weil er schon zu Beginn des Rennens 50 Umläufe in Front bestreiten konnte. Ich bin schon gespannt, was „The Closer“ im nächsten Jahr mit Hendrick-Material bei Stewart-Haas Racing reißen kann. Sollte er weiter so gerissen und konstant sein, wird er mit (im Gegensatz zu seinem RCR-Chevy wirklichem) Top-Material direkt zum Saisonbeginn zum Mitfavoriten auf den 2014er Titel.

Kommen wir kurz noch zum Rennen bzw. dessen Ausgang:

- Der verlorene Benzinpoker warf einen starken Carl Edwards (21.) schließlich ans Ende der Führungsrunde zurück, während sich vorne andere Piloten die Pfründe sicherten. Kasey Kahne belegte wieder einmal Platz 2 und musste sich damit erneut nur knapp geschlagen geben. Hinter Johnson auf Rang 3 fuhren Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch zwei eher unauffällige Top-5-Resultate ins Ziel.

- Die Top 10 komplettierten Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Martin Truex Jr., Joey Logano und Ryan Newman, wobei die beiden letztgenannten Fahrer zuvor gemeinsam 64 Runden an der Spitze verbrachten. Als weitere Lead-Lap-Hamster entpuppten sich Brad Keselowski (mit 27) und Jeff Gordon (mit 49), welche jedoch im Finale keine Rolle mehr spielten.

- Besonders gut gefiel mir auch David Gilliland, der sich mit unterlegenem Material zwischenzeitlich in die Top 10 nach vorne arbeiten konnte, aber leider am Ende nur außerhalb der Top 20 die Zielflagge sah.

- Einen heftigen Abflug erlebte David Reutimann in Runde 192, als er seinen BK-Toyota in einen asiatischen Kompaktwagen verwandelte. Reutimann schlug rücklings so heftig in die SAFER-Barrier ein, dass sich sogar die Hinterachse in Richtung Fahrerkabine verschob.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Da euch unser Neuzugang Steffen das Saisonfinale in der nächsten Woche schmackhaft machen wird, möchte ich mich abschließend noch ganz herzlich bei allen Lesern für das Interesse an meinen Artikeln sowie bei den Racingblog-Kollegen für die schöne und unterhaltsame Zusammenarbeit bedanken. Steffen gilt an dieser Stelle natürlich ein ganz besonderer Dank, da er mich in der NASCAR-Abteilung seit dem Brickyard 400 mehr als nur vertritt! Wir werden uns auch 2014 die Artikel hier gleichberechtigt aufteilen und lösen damit quasi das Gespann aus Mark Martin und Brian Vickers bei MWR ab. Auf in eine neue (Teilzeit-)Saison also, bei mir nicht aus Alters- sondern aus Arbeitsgründen.

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November 09 2013

13:00

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2013

Wir befinden uns mitten in der heißen Phase der Meisterschaft und am Sonntag könnte in Phoenix sogar schon eine Vorentscheidung im Chase fallen. Jimmie Johnson konnte sich ausgerechnet in Texas ein kleines Polster auf Matt Kenseth herausfahren, während die anderen Verfolger jetzt quasi aus dem Rennen sind.

advo500_phoenix logo_finalZunächst möchte ich um Entschuldigung bitten, dass die NASCAR-Vorschau in dieser Woche so spät erscheint. Ich habe es neben der Arbeit zeitlich leider einfach nicht früher geschafft, was mir aber nun wiederum eine interessante Möglichkeit bietet: Am gestrigen Freitag gingen in Phoenix bereits das erste Freie Training sowie die Qualifikation über die Bühne, weshalb ich nun einen gewissen Informationsvorsprung für die Bewertung der Kräfteverhältnisse im Chase besitze. Bevor wir uns die Ergebnisse der ersten Fahraktivitäten anschauen, möchte ich allerdings zunächst kurz die Strecke vorstellen, auf der am Sonntag gefahren wird. Später folgen dann noch ein paar kleine mathematische Spielereien bezüglich des aktuellen Standes in der Meisterschaftstabelle.

Die V8-Motoren bullern an diesem Wochenende auf dem Phoenix International Raceway in der Wüste von Arizona, weshalb für das Rennen exzellente äußere Bedingungen zu erwarten sind. So beträgt die derzeitige Regenwahrscheinlichkeit 0% bei lauschigen 31 °C Lufttemperatur und einer leichten Bewölkung. Doch nicht nur das Wetter ist aufgrund der räumlichen Lage auch im Februar oder November immer außergewöhnlich gut, auch die Strecke selbst ist es, denn das felsige Grundstück machte den Bau des 1-Meilen-Ovals in einer symmetrischen Form nämlich praktisch unmöglich. Phoenix erinnert daher mit seinem offensichtlichen Buckel so in etwa an den Glöckner von Notre Dame in Asphaltform.

Diese charakteristische Biegung auf der Gegengerade, die im Zuge der letzten Neukonfiguration 2011 weiter herausgearbeitet wurde, bezeichnet man im NASCAR-Jargon als „dog leg“. Die Kurvenüberhöhung von 10 bis 11 Grad nutzen allerdings nicht alle Fahrer aus und fahren stattdessen lieber komplett vom Banking herunter und der alten Streckenführung nach, über die man tatsächlich legal abkürzen darf. Die Rückfahrt auf die Kurvenüberhöhung vor Turn 3 gestaltet sich dann jedoch oft derart holprig, dass es gerne mal zu seitlichen Rammstößen mit der Konkurrenz kommt. Verliert ein Fahrer hier sein Auto aus der Kontrolle und räumt jemanden unabsichtlich ab, werden schnell neue „persönliche Freundschaften“ geschlossen. Ein gutes Beispiel ist sicherlich der legendäre Dauerlauf aus dem letzten Jahr von Clint Bowyer zur Garage von Jeff Gordon.

Um kurz die Streckencharakteristik zum Abschluss zu bringen: Turn 1 und 2 sind aufgrund des besonderen Layouts etwas enger geschnitten und daher analog zum „dog leg“ mit 10 bis 11 Grad überhöht. Die beiden weiteren Kurven 3 und 4 kommen dagegen mit nur 8 bis 9 Grad aus, wobei dieses variable Banking ebenfalls 2011 eingeführt wurde und seitdem eine Menge Side-by-Side-Action ermöglicht. Wie immer auf den Shorttracks kommt der Track-Position eine besondere Bedeutung zu, die man jedoch ungern in beinharten Kämpfen auf der Strecke erobert. Stattdessen gibt man sich beim nächsten Boxenstopp mit zwei neuen Reifen zufrieden und versucht, die besser ausgestattete Konkurrenz irgendwie hinter sich zu halten. Die derzeitigen Goodyear-Mischungen lassen diese Strategie bedenkenlos zu und mich würden in Phoenix selbst Left-Side-Only-Calls nicht überraschen.

Das vorhergesagte Wetter am Sonntag macht es notwendig, den Wagen auch während des Rennens stets an die herrschenden Bedingungen anzupassen. Schieben sich Wolken vor die Sonne, sinkt die Streckentemperatur und der Grip erhöht sich. Dazu kommt in der Wüste auch immer etwas Staub, der den Asphalt am Anfang eines Rennens sehr rutschig macht. Also quasi Nachtrennen-Feeling für die Crew-Chiefs, obwohl unter der Sonne gefahren wird. Am besten kommen bekanntlich Jimmie Johnson und sein Stratege auf dem War-Wagon mit solchen Veränderungen klar, und Johnson bewies am Freitag gleich mal, wie gut die Truppe um Chad Knaus schon im Vorfeld gearbeitet hatte: Nicht weniger als die Bestzeit im ersten Freien Training und ein neuer Streckenrekord im Qualifying waren die Top-Resultate der #48. Zudem kann Johnson bereits auf vier Siege in den sehr erfolgreichen Jahren von 2007 bis 2009 zurückblicken.

Sein direkter Verfolger Matt Kenseth schwamm dagegen am Freitag eher an der Spitze mit und holte sich nach einem soliden sechsten Platz im Training nur Startposition 14, was am Sonntag zunächst eine kleine Aufholjagd durch die umkämpften Top 10 notwendig macht. Wie schnell man sich da im Verkehr nach einem Restart zum Beispiel im „dog leg“ verzetteln kann, hatte ich eingangs erwähnt. Kenseth gewann in Phoenix zudem bisher nur ein einziges Rennen und das war 2002 in einem Ford von Jack Roush. Im Toyota traue ich ihm jedoch deutlich mehr zu, das beweisen nicht zuletzt seine Gibbs-Teamkollegen, die sich am Freitag durchgehend in den Top 9 halten konnten. Ein Top-5-Resultat für Kenseth ist am Sonntag Pflicht, will er noch eine Chance haben, wenn es in der nächsten Woche zum Saisonfinale nach Homestead geht.

Interessantes offenbart auch ein Blick auf die Ergebnis-Statistik der beiden direkten Kontrahenten: Jimmie Johnson (6) und Matt Kenseth (7) sind mit ihren zahlreichen Saisonsiegen klar das erfolgreichste Duo in diesem Jahr, denn hier können die abgeschlagenen Verfolger Kyle Busch (4) und Kevin Harvick (3) eindeutig nicht mithalten. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich dagegen bei den Top-5/10-Resultaten der beiden Piloten, wo ausgerechnet der sonst so konstante Kenseth (11/19) das Nachsehen hinter Johnson (15/22) hat. Die drei DNFs des Gibbs-Piloten können ebenfalls erklären, woher der – wenn auch winzige – Rückstand hinter der #48 stammt, die nur einmal das Rennen nicht beenden konnte.

Apropos Rückstände und Punkte: Die beiden Titelfavoriten Jimmie Johnson und Matt Kenseth sind nur durch magere sieben Zähler voneinander getrennt, welche „noch“ Five-Time in Texas auf die #20 herausfahren konnte. Davor herrschte ja bekanntlich eine Woche lang Gleichstand, was für das Rennen in Homestead sicherlich ein wünschenswerter Zustand als Ausgangslage wäre. Die Verfolger sind mathematisch übrigens bereits jetzt ab Joey Logano (2x 48 > 91) auf Platz 9 aus der Entscheidung draußen. Neben Logano betrifft dies Kurt Busch, Carl Edwards, Ryan Newman und Kasey Kahne, die sich eine große Gabel von Brad Daugherty abholen dürfen.

Die magische Punktzahl vor dem Saisonfinale in Homestead lautet 48 (43 + 3 Bonus für den Sieg + 1 Most Lead-Laps + 1 Lead-Lap) und hier sind auch alle Fahrer hinter Kevin Harvick (-40) auf Platz 3 nach Phoenix angeschmiert, denn Kyle Busch (-52), Dale Earnhardt Jr (-62), Jeff Gordon (-69), Clint Bowyer (-69) und Greg Biffle (-73) müssen unter die genannte Marke kommen, um ihre minimalen Chancen aufrecht zu erhalten. Allerdings ist das nur noch mathematische Spielerei, denn wenn nichts komplett Unvorhergesehenes oder Abgefahrenes passiert, machen Jimmie Johnson und Matt Kenseth die Meisterschaft unter sich aus.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm am Wochenende. Außerdem verlinke ich noch die Ergebnisse der bereits gelaufenen Sessions im Sprint Cup, sprich das erste Freie Training sowie die Qualifikation bzw. Startaufstellung.

Samstag, 09.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
18:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (ServiceMaster 200), ESPN2 / Motors TV ab 21:30 Uhr

Sonntag, 10.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AdvoCare 500), ESPN / Motorvision TV ab 20 Uhr

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November 05 2013

08:00

NASCAR: Analyse Texas November 2013

In überragender Manier sicherte sich Jimmie Johnson seinen ersten Sieg auf einem Intermediate-Oval in dieser Saison. Sein Meisterschaftsrivale Matt Kenseth konnte mit einem vierten Platz nach Schwierigkeiten im Rennen noch Schadensbegrenzung betreiben.

AAA Texas 500Jimmie Johnson hatte am Sonntagabend allen Grund zu jubeln, denn er konnte auf einer der Paradestrecken seines Meisterschaftskonkurrenten Matt Kenseth diesem die Stirn bieten und sich in dominanter Art und Weise seinen sechsten Saisonsieg sichern. Kenseth hingegen musste sich mit einem vierten Platz zufrieden geben, hinter dem ewigen Zweiten Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano. Somit geht Johnson als Führender in die letzten Rennen, mit sieben Punkten Vorsprung vor seinem einzigen verbleibenden Meisterschaftskonkurrenten Kenseth. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist der Traum vom Titel unterdessen zerstört.

Die beste Startposition für das AAA Texas 500 sicherte sich Carl Edwards vor seinem Markenkollegen und Vorjahreschampion Brad Keselowski. Die Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson und Matt Kenseth stellten ihre Autos auf den dritten bzw. sechsten Platz. Der Start in die 334 Runden erfolgte gegen 21:20 Uhr und Pole-Sitter Edwards konnte sich vorerst an der Spitze durchsetzen. Diese war er allerdings bereits nach zehn Runden an die #48 von Jimmie Johnson los. Dieser konnte dann immerhin die nächsten sechs Runden unter Vollgas absolvieren, ehe die berühmte Debris für die erste Caution des Abends sorgte. Bei den ersten Boxenstopps schaffte es Carl Edwards, sich erneut die Spitzenposition vor Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zu sichern. Nach dem Restart konnte Edwards erneut einige Runden an der Spitze drehen, ehe Johnson diese wieder übernahm.

Nach der ersten Gelbphase gab es viele Runden unter grün und es stellte sich heraus, dass Carl Edwards sein Auto ziemlich loose eingestellt hatte und so besonders auf älteren Reifen mit starkem Übersteuern und einigen Querstehern zu kämpfen hatte. Für die #99 kam in Runde 58 schließlich die erhoffte Pause, als Kyle Busch sein Auto in Kurve drei in die Mauer setzte. Bei den anschließenden Boxenstopps konnte Carl Edwards sich erneut die Führung von Johnson zurückholen, während Matt Kenseth aufgrund eines schlechten Stopps vier Plätze verlor. Nachdem der Restart wegen Debris auf der Strecke verzögert werden musste, konnte das Rennen in Runde 65 wieder aufgenommen werden. Erneut holte sich Jimmie Johnson nach wenigen Runden die Führung von Edwards.

Dann kam die 75. Runde und das Ende aller Meisterschaftschancen von Jeff Gordon. An der #24 platzte eingangs Kurve eins der Vorderreifen und schickte das Fahrzeug geradewegs in die Mauer. Danach verlor der Chevrolet noch einige Teile und Gordon musste die #24 in die Garage stellen. Bei den folgenden Boxenstopps setzte sich Brad Keselowski in Front, da er sich nur zwei frische Reifen holte. Hinter ihm sortierten sich Edwards und Johnson ein. Nach der Wiederaufnahme des Rennens konnte Keselowski zunächst seine Führung behalten, doch schon nach wenigen Umläufen kam Jimmie Johnson wieder mal in großen Schritten näher und setzte sich schließlich an der #2 vorbei. Unterdessen hatte Carl Edwards weiter mit einem extrem übersteuernden Fahrzeug zu kämpfen und verlor an Boden auf die #48.

Ab Runde 120 standen dann die ersten Boxenstopps unter grün an und nach weiteren fünf Umläufen entschloss sich auch Jimmie Johnson dazu, sich frische Reifen und Benzin zu holen. Nachdem Kenseth sich seine erste Führungsrunde holte, kam auch er zu seiner Crew und ordnete sich auf dem zweiten Platz wieder ein. Die Piloten spulten nach den Stopps ihre Runden ohne bemerkenswerte Zwischenfälle ab und so standen nach circa 160 gefahrenen Umläufen die nächsten Stopps unter grüner Flagge an. Nicht gerade überraschend konnte sich hier Jimmie Johnson erneut durchsetzen, doch für die #20 drehte sich das Rennen. Bei der Ausfahrt aus der Box war Matt Kenseth zu schnell und musste als Strafe noch einmal durch die Boxenstraße fahren. Die #20 verlor dadurch fast eine Runde und sortierte sich auf dem 14. Platz wieder ein.

Bis zum 189. Umlauf dauerte es, bis die von Matt Kenseth herbeigesehnte Caution aufgrund von Öl und Debris auf der Strecke ausgelöst wurde. Bei den Boxenstopps konnte Jimmie Johnson den ersten Platz erneut behaupten, vor Kyle Busch und Joey Logano. Johnson fuhr nach dem Restart wieder einsam seine Kreise um die Konkurrenz und Logano konnte mit dem zweiten Platz erneut überzeugen. Unterdessen musste Pole-Sitter Carl Edwards seinen Ford mit Motorproblemen in die Garage stellen. Für Matt Kenseth hingegen lief es wieder besser, er arbeitete sich stetig nach vorne in Richtung Johnson und fand sich schnell auf dem siebten Platz wieder.

Um Runde 240 standen auch schon wieder die nächsten Stopps unter grüner Flagge an, bei denen Matt Kenseth den Anfang machte. Kurz nach der #20 besuchte auch Jimmie Johnson seine Pitcrew. Johnson ging auf Nummer sicher und musste sich nach seinem Stopp hinter Brad Keselowski einordnen, der sich inzwischen die Spitzenposition übernommen hatte. Doch die #48 konnte auf neuen Reifen dem restlichen Feld wieder auf und davon fahren und erlangte just vor dem Fallen der fünften Caution wieder die Führung. Die fünfte Gelbphase des Abends in Runde 257 wurde durch den rechten Vorderreifen an der #42 ausgelöst, als sich dieser in seine Einzelteile zerlegte. Bei den Boxenstopps setzte sich die #48 erneut gegen Kyle Busch und Joey Logano durch und beim anschließenden Restart fuhr Jimmie Johnson dem Rest wieder auf und davon.

Knapp 40 Runden vor Schluss holten sich alle Piloten zum letzten Mal frische Reifen und die letzten Tropfen Benzin. Kyle Busch war auf Platz drei liegend zu schnell in der Boxengasse und musste diese anschließend als Strafe noch mal durchfahren. Besser lief es da für Dale Earnhardt Jr., der bei den Stopps nicht nur an Matt Kenseth, sondern auch an Joey Logano vorbei ging und sich so auf Platz zwei schieben konnte. Danach waren die Positionen bezogen und Jimmie Johnson holte sich, wie auch letztes Jahr, den Sieg im Herbstrennen von Texas. Zudem ist es sein sechster Saisonsieg, den er mit 255 Führungsrunden eindrucksvoll einfuhr. Matt Kenseth sorgte am Ende noch mit einem vierten Platz für Schadensbegrenzung, nachdem er im Rennen eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse absolvieren musste. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist hingegen jede Chance auf den Titel vernichtet, da Harvick als Dritter nun bereits 40 Punkte Rückstand angesammelt hat. Matt Kenseth geht als einzig verbleibender Konkurrent von Johnson um den Titel mit sieben Punkten Rückstand in das vorletzte Rennen auf dem Phoenix International Raceway.

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November 01 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Texas November 2013

Kopf an Kopf liegend gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson in den drittletzten Lauf der Saison des NASCAR Sprint Cups, auf einem der schnellsten Intermediate-Ovale des Kalenders. Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch brauchen einen Sieg, wenn sie noch ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen.

aaatexas500_13Drei Rennen noch, dann steht der Meister fest! 33 Rennen wurden bereits mehr oder weniger erfolgreich absolviert und trotzdem gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson mit der gleichen Punktezahl auf dem Konto als Führende nach Texas. Der Texas Motor Speedway in Fort Worth gilt als eines der schnellsten Intermediate-Ovale der Saison, weist er doch starke Ähnlichkeiten zu den Speedways in Atlanta und Charlotte auf. Wie diese beiden Strecken besitzt auch das 1995 erbaute Oval eine Kurvenüberhöhung von 24°. Die meisten Siege mit deren drei konnten hier Carl Edwards und Jimmie Johnson einfahren. Von den fünf verbleibenden Meisterschaftsanwärtern scheint hier also Johnson die Nase vorn zu haben, aber Kenseth zeigt sich diese Saison besonders stark auf auf den Intermediate-Ovalen und ist auch hier definitiv ein Siegkandidat. Doch auch auf Kyle Busch sollte man achten, denn die #18 konnte bereits das Frühlingsrennen für sich entscheiden. Stellt sich noch die Frage nach Jeff Gordon und Kevin Harvick. Gordon konnte in Texas bereits ein Mal gewinnen und durch den lang ersehnten Sieg in Martinsville sollte er dieses Wochenende mit einer guten Portion Extra-Motivation an den Start gehen. Kevin Harvick wusste hier bis jetzt nicht wirklich zu überzeugen und wird es in Texas wohl am schwersten haben. 

Doch um den Sieg im AAA Texas 500 werden nicht nur unsere fünf Meisterkandidaten mitreden, es gibt durchaus noch weitere Piloten, die auf dieser Strecke zu beachten sind. Als erstes ist hier der schon weiter oben erwähnte Carl Edwards zu nennen, der in Texas bereits drei Mal in die Victory Lane einfahren konnte, zuletzt im Herbst 2008. Aber auch auf Denny Hamlin sollte man ein Auge haben, denn er gewann beide Rennen in der Saison 2010 und hat beim letzten Rennen in Martinsville einen kleinen Aufwärtstrend erkennen lassen. Auch immer vorn dabei in Texas ist Greg Biffle, der hinter Kenseth und Johnson die beste Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke vorweisen kann und das Frühjahrsrennen 2012 für sich entschied. Im weiteren Kreis befinden sich noch Dale Earnhardt Jr., Clint Bowyer, Martin Truex Jr. und Kurt Busch, die hier fast immer vorn dabei sind, aber – mit Ausnahme von Kurt Busch – noch nie gewonnen haben. Aber wer weiß, vielleicht schafft ja auch Juan Pablo Montoya kurz vor seinem NASCAR-Ende noch seinen ersten Oval-Sieg?

Beim Blick auf die Entry List für das AAA Texas 500 fallen folgende Änderungen auf: Die Wood Brothers nehmen mit der #21 und Trevor Bayne mal wieder teil, während in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein Cup-Debüt feiert. In der #32 nimmt diese Woche Timmy Hill Platz und Austin Dillon ist nach seinem Start in der #14 in Talladega auch wieder dabei, allerdings dieses Mal in der #33. Alle gemeldeten Fahrer dürfen auch das Rennen unter die Räder nehmen, da nur 43 Teams gemeldet wurden.

In den letzten Tagen haben sich auch wieder einige Neuigkeiten und Gerüchte angesammelt, die ich hier mal kurz erläutern werde:

- Die NASCAR möchte das Qualifying wieder spannender gestalten und dabei mehrere Autos gleichzeitig auf der Strecke haben. Aktuell ist ein Qualifying-Format geplant, wie es bereits auf den Rundkursen seit dieser Saison eingesetzt wird, wo die Fahrzeuge in kleinen Gruppen mit einigen Sekunden Abstand untereinander auf die Strecke geschickt werden. Auf den Superspeedways in Daytona und Talladega soll hingegen eine “drafting session” mit einer Dauer von 45 bis 60 Minuten abgehalten werden, um den Pole-Sitter zu ermitteln. Ob es zu diesem Qualifying-Format kommt, wird aber erst in den nächsten Wochen oder Monaten entschieden.

- Wie ESPNs Allen Bestwick erfahren haben will, wird Ken Shrader sich vom Sprint Cup zurückziehen und dieses Jahr in Homestead sein letztes Rennen absolvieren.

- Michael McDowell wird nächstes Jahr die #95 für Leavine Family Racing fahren, wie das Team am Montag bekannt gab. Außerdem möchte man versuchen, eine komplette Sprint-Cup-Saison zu fahren und ausgewählte Rennen der Nationwide Series zu absolvieren. McDowell wird sein Debüt in der #95 beim nächstjährigen Daytona 500 geben.

Die Vorschau beenden wie immer die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung und die Auflistung der TV-Zeiten für das Rennwochenende:

Freitag, 01.11.2013
17:30 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
19:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
20:00 Uhr Truck Qualifying, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr Nationwide Final Practice, Fox Sports 2

Samstag, 02.11.2013
01:30 Uhr Trucks Rennen (Winstar World Casino 300), Fox Sports 1 (Green Flag: 01:49)
16:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
17:00 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
19:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
20:30 Uhr Nationwide Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2 (Green Flag: 20:47 Uhr)

Sonntag, 03.11.2013
20:00 Uhr Sprint Cup Rennen (AAA Texas 500), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:16 Uhr)

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October 29 2013

08:00

NASCAR: Analyse Martinsville Oktober 2013

Mit 17 Cautions sorgte das Rennen auf dem Short-Track in Martinsville für ordentlich Kleinholz und Reibereien. Jimmie Johnson kam nicht über Platz fünf hinaus und verlor in der Meisterschaft überraschend Punkte gegenüber Matt Kenseth, der als Zweiter hinter dem strahlenden Sieger Jeff Gordon ins Ziel kam.

Goody's Headache Relief Shot 500 Powered By KrogerVor dem Start in das Rennen des Sprint Cups am Sonntag ging es bereits heiß her: Am Vortag im Truck-Rennen wurde Kevin Harvick von seinem Richard-Childress-Teamkollegen Ty Dillon gedreht und lieferte sich anschließend mit diesem einige Scharmützel. Dem setzte er am Ende noch mit folgender Aussage die Krone auf: “Exactly the reason why I’m leaving RCR, because you’ve got those kids coming up and they’ve got no respect for what they do in this sport and they’ve had everything fed to them with a spoon.” Das hat gesessen! Das sein Boss Richard Childress darüber nicht gerade erfreut war, überrascht wenig. Es wurde sogar schon über einen vorzeitigen Wechsel zu Stewart Haas Racing in die #14 spekuliert, doch das war schnell wieder vom Tisch. Am Sonntag entschuldigte sich Harvick für seine Aussagen und wird auch noch für den Rest der Saison in der #29 von RCR verweilen.

Die Pole auf der kürzesten Strecke des Jahres sicherte sich Denny Hamlin vor Jimmie Johnson. In Reihe zwei starteten Kyle Busch und der überraschend starke Matt Kenseth, der hier eigentlich nie wirklich zurechtkam. Ebenfalls bemerkenswert: David Ragan ging im Ford mit der #34 von Front Row aus Reihe vier auf die 500 Runden. Beim Rennstart konnte Denny Hamlin die Spitze noch behaupten, doch schon in der dritten Runde setzte sich der Favorit Jimmy Johnson in Front und auch Kyle Busch und Matt Kenseth gingen an der #11 vorbei. Als Hamlin sich gerade wieder einsortiert hatte, kam auch schon die erste gelbe Flagge. In Runde sieben traf Carl Edwards eingangs Kurve drei die #31 von Jeff Burton und schickte diesen in einen Dreher. Hinter dem querstehenden Burton kam es zu einigen Auffahrunfällen, in denen der Chevrolet mit der #7 von Dave Blaney so stark beschädigt wurde, dass er in die Garage musste.

Nach dem Restart war Jimmie Johnson zunächst wieder an der Spitze, doch die Toyotas von Joe Gibbs konnten ein hohes Tempo gehen und so setzte sich Kyle Busch in Runde 25 an Johnson vorbei und übernahm die Führung. Sein Teamkollege Matt Kenseth tat es ihm gleich und ging ebenfalls an der #48 vorbei und machte klar, das mit ihm zu rechnen war. Wenig später setzte sich Kenseth sogar an die Spitze und sammelte seine ersten Führungsrunden in diesem Rennen. Kenseth konnte rundenlang in Ruhe Lead Laps sammeln, ehe Carl Edwards in Umlauf 88 erneut für Aufsehen sorgte. Zum wiederholten Male schickte er ein Fahrzeug in Kurve drei in einen Dreher, dieses Mal war der Leidtragende Travis Kvapil, der sein Auto glücklicherweise noch aus der Mauer halten konnte. An der Box konnte Kenseth seine Führung verteidigen und Jeff Gordon holte sich den zweiten Platz von Jimmie Johnson. Den Spitzenplatz musste die #20 beim Restart in Runde 94 aber sofort wieder an die #48 abgeben und auch Juan Pablo Montoya schlüpfte mit durch.

Bis zur Runde 140 dauerte es, bis es erneut zu einer Gelbphase kam. Erneut war es der Eingang zu Kurve drei, aber dieses Mal war Carl Edwards nicht schuld. Bobby Labonte in der #47 räumte die #83 von David Reutimann ab und löste damit die dritte Caution des Abends aus. Beim Restart setzte sich erneut Johnson vor Gordon und Montoya durch. Lange durften die Piloten aber nicht Gas geben, da bereits knapp 20 Runden später Kyle Larson für die nächste Unterbrechung sorgte. Ihm platze sein Chevrolet-Motor, was einen Dreher kurz vor dem Boxeneingang zur Folge hatte. Die Führungsgruppe suchte erneut die Boxencrews auf und Dale Earnhardt Jr. war der große Profiteur, der sich auf Platz zwei schieben konnte. In Umlauf 181 nahmen die Fahrer das Rennen wieder auf, aber nur für eine Runde. Dann kam es in Kurve eins zu einer Kettenreaktion, bei der die Autos von Kasey Kahne und Martin Truex Jr. stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ebenfalls trugen die Fahrzeuge von Denny Hamlin, Aric Almirola und Ken Schrader einige Schäden davon.

Nachdem die grüne Flagge erneut geschwenkt wurde, dauerte es nicht lange, bis diese wieder durch eine gelbe Variante ersetzt wurde. In Runde 204 kam Kurt Busch in seiner #78, beim Versuch Jamie McMurray zu überholen, zu hoch und drehte sich nach innen ab. Dort konnte Mark Martin nicht mehr ausweichen und schlug in die Seite von der #78 ein. Erneut ein glückloses Rennen für die #14. Die Führenden Jimmie Johnson und Matt Kenseth entschlossen sich dazu, draußen zu bleiben, während der Rest des Feldes an die Box kam. Nach dem Restart konnte Matt Kenseth die Führung zum wiederholten Male übernehmen, ehe Travis Kvapil in der #93 sich ausgangs Kurve vier drehte und damit die siebte Caution auslöste. Bis auf Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch entschlossen sich alle Fahrer dazu, ihrer Pitcrew fernzubleiben. Zum Fahren kam man aber auch nach dem Schwenken der grünen Flagge nicht so richtig, da in Runde 229 die bereits achte Gelbphase des Rennens ausgelöst wurde. Dieses Mal wurde David Reutimann von Martin Truex Jr. in Kurve drei umgedreht. Bei dieser Gelbphase trennten sich schließlich die Wege von Jimmie Johnson und Matt Kenseth, denn während die #48 sich frische Reifen holte, blieb die #20 draußen. Damit fiel Johnson auf Platz 16 zurück, während Kenseth die Führung behielt. Diese musste Kenseth allerdings kurz nach dem Restart an Clint Bowyer abgeben.

Nach der achten Caution gab es endlich wieder eine längere Grünphase zu bestauen, in der Matt Kenseth und Juan Pablo Montoya auf ihren alten Reifen einige Positionen verloren. Montoya fand sich einige Runden nach dem Restart sogar auf Platz 27 wieder, mit einer Runde Rückstand. Clint Bowyer konnte sich hingegen besser auf seinen über 100 Runden alten Pneus halten und musste sich lediglich Jeff Gordon geschlagen geben, ehe in Runde 284 die neunte Gelbphase des Rennens durch die #95 von Reed Sorenson ausgelöst wurde, als dieser in Kurve drei ausrollte. An der Box setzte sich Gordon erneut durch und Johnson konnte sich bereits wieder auf Platz zwei vorschieben. Die nächste Unterbrechung ließ erneut nicht lange auf sich warten. Diese wurde in Runde 299 durch ein Teil in Kurve eins ausgelöst, das sich von der #88 gelöst hatte. Matt Kenseth nutzte die Caution auf Platz 15 liegend für einen erneuten Boxenstopp. Viel Zeit, um sich nach vorne zu arbeiten, hatte er nicht, da bereits fünf Runden nach dem Restart die gelbe Flagge erneut in der Luft wedelte. Die #40 von Landon Cassill wurde in Kurve drei von Kasey Kahne umgedreht und Kenseth besuchte anschließend erneut seine Crew, um sich vier frische Reifen abzuholen.

Erneut konnte er diese aber nicht nutzen, da die folgende Grünphase nur drei Runden hielt, denn dann gerieten Kevin Harvick und Ryan Newman bei der Anfahrt auf Kurve eins aneinander und Newman verabschiedete sich rückwärts in die Mauer. Und nun ratet mal, wie lange es bis zu nächsten Caution dauerte: Genau, ganze zwei Runden brauchte es, bis zum 13. Mal die gelbe Flagge geschwenkt wurde. Juan Pablo Montoya machte in der der Anfahrt zu Kurve eins ein 3-wide mit Marcos Ambrose und Martin Truex Jr. auf, bei dem die #56 schließlich in die Mauer geschickt wurde. Jimmie Johnson holte sich frische Reifen und fiel auf Platz 20 zurück, sieben Positionen hinter Kenseth. Nach der grünen Flagge dauerte es erneut nur wenige Runden bis zur nächsten Gelbphase. Dieses Mal war die Ursache ein abgefallener Kühlergrill eines Fords, der mitten auf der Start-/Zielgerade lag. Die beiden Führenden Jeff Gordon und Kyle Busch suchten ihre Pitcrew auf und Pole-Sitter Denny Hamlin konnte die Spitze übernehmen.

Man wollte es kaum glauben, als es danach mal mehrere Runden unter grün weiter ging. Während dieser Phase gerieten Kevin Harvick und Jimmie Johnson etwas aneinander und Danica Patrick machte in den Top Ten auf sich aufmerksam. Ganze 20 Umläufe schaffte es das Feld, unter grün zu absolvieren, bevor Cole Whitt in der #30 die nächste Caution durch einen Reifenplatzer mit nachfolgendem Dreher und Mauereinschlag in Kurve drei auslöste. In der Box konnte sich Denny Hamlin gegen seinen Teamkollegen Matt Kenseth durchsetzen. Die Führung sicherte sich Elliot Sadler in der #55, der nicht an der Box war. Die Spitzenpostion war er sofort nach dem Restart wieder an Kenseth los. Die #20 führte das Feld bis zur nächsten Gelbphase in Runde 380 an. Denn dann drehte sich J.J. Yeley in Kurve drei, nachdem er sich zuvor mit Ricky Stenhouse Jr. angelegt hatte. Die Führenden blieben draußen und so konnte die #20 weiterhin Führungsrunden abspulen.

Ganze 30 Runden währte die folgende Grünphase, dann verirrte sich ein Teil in den Eingang von Kurve eins und löste 86 Runden vor Schluss die 17. und letzte Caution des Abends aus. Alle Fahrer suchten ihre Box für den finalen Stopp auf und Matt Kenseth konnte erneut die Führung behaupten. Nach dem Restart entwickelte sich ein spannender Kampf um den Sieg zwischen Matt Kenseth und Jeff Gordon. Gordon konnte sich 21 Runden vor Schluss die Spitze schnappen und gab diese nicht wieder her und sicherte sich damit seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg. Matt Kenseth setzte sich hauchdünn gegen Clint Bowyer durch und ist nun in der Meisterschaft punktgleich mit Jimmie Johnson, der nur auf Platz fünf ins Ziel kam. Danica Patrick belegte nach einem starken Rennen Platz 17.

Für Jeff Gordon war der Sieg immens wichtig, denn er gibt ihm noch eine kleine Restchance auf den Titel. Es dürfte allerdings fast unmöglich werden, die bereits 27 Punkte Rückstand auf das Duo Matt Kenseth und Jimmie Johnson innerhalb der letzten drei Rennen aufzuholen. Ähnliche Restchancen wie Gordon besitzen auch noch Kevin Harvick und Kyle Busch, die 28 respektive 36 Punkte Rückstand auf die Führenden der Meisterschaft haben. Es läuft alles auf ein Duell zwischen Jimmie Johnson und Matt Kenseth um den NASCAR-Titel hinaus, bei dem Kenseth vielleicht sogar als hauchdünner Favorit ins Rennen geht. Denn als nächstes steht mit dem Texas Motor Speedway ein Intermediate-Oval auf dem Programm, auf denen Kenseth so gut wie immer ein Siegkandidat ist.

Alle die inzwischen den Überblick verloren haben, dürfen sich über folgende Links die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung zu Gemüte führen.

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October 22 2013

19:23

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2013

Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von „Sie sind gefahren“! In den Hauptrollen: Jimmie Johnson, Dale Earnhardt Jr, Matt Kenseth und der Sieger Jamie McMurray. Als Showstealer die beiden Foreigner: Marcos Ambrose und Juan Pablo Montoya! Es konnte leider nicht erscheinen: das Finish. Kleiner Gastauftritt von: die Caution.

NSCS_Talladega_PostRace2_102013Das Rennen am Sonntag, welches nicht nur ich als großen Punktemixer angekündigt habe, verhielt sich letztendlich völlig überraschend entgegen aller bekannten Restrictor-Plate-Erwartungen. Das war natürlich zum einen sehr enttäuschend, weil ein wirklich spannendes Finish fehlte. Zum anderen muss man aber froh sein, dass es so gesittet zugegangen ist und niemand verletzt wurde. Die meist latente Risiko bei dieser Art von Racing scheint aber einige Ordner im Trioval nicht wirklich beindruckt zu haben. Auch wenn es leider immer mal wieder vorkommt, dass Autos in den Fangzäunen landen, nutzte das Personal diese Sicherheitseinrichtung vereinzelt als Rückenlehne – unfassbar! Wie schnell die Gefahr dann eben doch real werden kann, zeigte sich in der letzten Caution, die eigentlich niemand wollte.

Insgesamt gab es auf dem Talladega Superspeedway nur magere drei Cautions, wobei man gehofft hatte, dass die NASCAR-Offiziellen dann doch bitte etwas Debris irgendwo auf der Strecke entdecken würden, um die Schlagzahl des Rennens zu erhöhen. Gelbphase #1 kam sehr früh, als dem Start-&-Parker Tony Raines schon in Runde 4 der Motor hochging. Kurz vor Halbzeit schoss dann Marcos Ambrose bei einem Spurwechsel den völlig unschuldigen Juan Pablo Montoya ab und löste damit Unterbrechung #2 aus. Das war es im Prinzip, ansonsten zeigten die Cup-Stars, warum sie in der ersten Liga mitfahren und brachten zahlreiche Three-Wide- sowie einige haarige Four-Wide-Situationen sehr gekonnt ohne Zwischenfälle hinter sich. Das Racing an sich war also trotzdem schön anzusehen.

Die meiste Zeit zeigten sich Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an der Spitze des Feldes, zu Anfang immer mal wieder begleitet durch Matt Kenseth, der aber später zu sehr mit dem Handling seines Wagens haderte und schließlich die Top20 verließ. Doch auch der direkte Titelkonkurrent Johnson war gegen Ende nicht zur Stelle, weil er sich bei den letzten Green-Flag-Pitstops fast im Alleingang aus dem Draft löste und seine Boxenmannschaft ansteuerte. Damit fiel er bis zum Cycle-Through natürlich ohne Hilfe weiter ins Hinterfeld zurück. Lediglich Earnhardt konnte wirklich große Ansprüche auf eine Fahrt in die Victory-Lane geltend machen, wurde aber in seinem Vorwärtsdrang – ebenso wie die Erwartungen aller Fans – durch die letzte Caution jäh eingebremst.

Hinter Jamie McMurray und Dale Earnhardt Jr nahmen Austin Dillon und Ricky Stenhouse Jr die letzte Runde in Angriff, wobei sich das Feld an dieser Stelle schon seit einigen Runden im Single-File-Modus befand, um ein letztes Mal durchzuatmen. Stenhouse wollte auf der Gegengerade eine zweite Linie öffnen, wurde aber von Dillon geblockt, welcher sich danach in einen wilden Dreher verabschiedete. Nachdem er den Wagen bei 200 mph wieder in Fahrtrichtung gedreht hatte, krachte ihm Casey Mears so stark von hinten auf das Auto, dass die #14 förmlich in die Luft katapultiert wurde. Zum Glück flog Dillon weder in den Fangzaun, noch überschlug er sich komplett oder wurde von weiteren Fahrzeugen kassiert – ein glimpflicher Ausgang also.

Die NASCAR war leider so nervös auf dem Caution-Knopf, dass sie mit der recht bald ausgelösten Gelbphase ein wirklich spannendes Finish zerstörte. Warum die gelbe Flagge geschwenkt werden musste, war auch im Nachgang nicht ersichtlich: Austin Dillon konnte mit dem eigentlich komplett zerstörten Auto sogar noch mehr als die halbe Runde zu Ende bringen und musste anschließend nicht einmal ins Care-Center, weil er die #14 aus eigener Kraft bis in die Garage pilotierte. Ansonsten standen auch keine Wagen auf der Gegengerade rum, bis zu welcher die Spitze nach einem Finish unter grüner Flagge ohnehin verlangsamt hätte. Als die Caution kam, befand sich niemand in unmittelbarer Gefahr, eine klare Fehlentscheidung also. Andererseits muss man natürlich sagen, dass wenn etwas passiert wäre und niemand eingegriffen hätte, wieder alle laut aufgeschrien hätten.

Von daher freuen wir uns über den nicht unverdienten Sieg von Jamie McMurray, der vor einem starken – aber sicherlich sehr unglücklichen – Dale Earnhardt Jr unter gelb über die Ziellinie rollte. Nach Sichtung der Videoaufzeichnungen bestimmten die NASCAR-Offiziellen Ricky Stenhouse Jr, Paul Menard und Kyle Busch in die Top5 sowie David Ragan, David Gilliland, Martin Truex Jr, Ryan Newman und Clint Bowyer als Top10. Damit zeigte auch Front Row Motorsports wieder einmal, dass sie keinesfalls eine Eintagsfliege auf den Superspeedways sind.

Auch Danica Patrick war lange Zeit stark in den Top10 unterwegs, zerschoss sich aber mit einem komplett vergeigten letzten Green-Flag-Pitstop alle Chancen auf ein angemessenes Ergebnis. Nicht nur, dass sie mit einem extremen Geschwindigkeitsüberschuss durch die Boxengasse pflügte, sie verpasste anschließend auch noch ihren Pitstall und musste natürlich eine Durchfahrtsstrafe für das Speeding absitzen. Dass Patrick sich nicht gleich zwei Runden Rückstand einfing, war da schon ein kleines Wunder. Trotzdem war auf Rang 33 Endstation.

Noch erwähnenswert sind Brad Keselowski und Kasey Kahne, die ebenfalls früh eine Runde verloren, anschließend aber in einem Rennen innerhalb des Rennens an der Spitze um den Lucky-Dog kämpften. Leider vergeblich, da die ersehnte Gelbphase endlos auf sich warten ließ.

In der Meisterschaft drehte das Talladega-Rennen zwar die Tabellenführung, allerdings nur um wenige Zähler, da Jimmie Johnson (13.) nur sieben Plätze vor Matt Kenseth (20.) ins Ziel kam. Der Vorsprung von Johnson beträgt daher nur vier winzige Pünktchen. Aufgeholt haben mir ihren guten Resultaten auch Kyle Busch (-26) sowie Dale Earnhardt Jr (allerdings noch -52), die zwei bzw. drei Ränge aufrücken konnten.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Talladega Superspeedway on October 20, 2013 in Talladega, Alabama. 291422 NSCS_Talladega_Greenflag_102013 NSCS_Talladega_Race1_102013 NSCS_Talladega_Race2_102013 NSCS_Talladega_Race3_102013 NSCS_Talladega_Race4_102013 NSCS_Talladega_Race5_102013 NSCS_Talladega_PreRace_DanicaPatrick_102013 NSCS_Talladega_Race6_102013 291432 NSCS_Talladega_PostRace1_102013 NSCS_Talladega_PostRace2_102013 NSCS_Talladega_Race10_102013 NSCS_Talladega_Race9_102013

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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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October 08 2013

05:44

NASCAR: Analyse Kansas Chase 2013 – Chrash, boom, bang

Eine regelrechte Caution-Orgie sorgte für ein interessantes Rennen der NASCAR. Und dann brannte auch noch ein Busch. Allerdings ein richtiger, nicht einer der Brüder.

Hollywood Casino 400Kalte Temperaturen, eine neue Asphaltdecke und mal wieder Reifenprobleme von Goodyear sorgten auf dem Oval in Kansas für einen sehr abwechselungsreichen Renntag, bei man allerdings ein wenig Geduld mitbringen musste. Denn 15 Cautions waren dann doch etwas viel für ein Rennen, auf der anderen Seite beschweren wir uns das halbe Jahr über langweilige 1,5-Meilen-Ovale, auf denen nichts los ist. Dann doch lieber etwas mehr Abwechslung, wobei einige Unfälle wirklich nicht schön aussahen. Der Spannung im Chase hat das Rennen ein wenig geholfen.

Schuld an den ganzen Cautions der NASCAR waren, glaubt man den Fahrern, zu einem großen Teil die Reifen. Goodyear hatte zum dritten Mal in diesem Jahr die sogenannten “Zone Tread”-Reifen für die linke Seite mit nach Kansas gebracht. Auf dem neuen, eher rutschigen Asphalt geben die Reifen etwas mehr Grip, was die Belastungen auf der rechten Seite etwas reduziert. Dadurch entstand aber wohl ein neues Problem, was sich meist ausgangs der Kurven zeigte. Sobald der Druck am Ausgang der Kurve auf die rechte Seite wieder etwas nachließ, neigten die Autos zum Übersteuern, was diverse Dreher verursachte. Praktisch jeder Fahrer hatte mindestens einen “close call”.

Aber ganz schuldlos waren die Fahrer auch nicht. Gleich in der ersten Runde erwischte es Danica Patrick, die in der ersten Kurve rechts abbog und ziemlich heftig in die Safer Wall einschlug. Der Wagen war komplett zerstört, der Tag für Danica damit gelaufen. Immerhin musste sie dann nicht weitere vier Stunden im Auto sitzen. So lange dauerte es nämlich, bis am Ende endlich der Sieger feststand.

An der Spitze ging es während des Rennens recht bunt zu. Zunächst konnte sich Pole-Sitter Kevin Harvick an die Spitze setzen, meist gefolgt von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Nach einem Drittel des Rennens hatte sich der bisherige Dominator des Chase, Matt Kenseth, die Führung geschnappt, doch lange konnte er sich dort nicht festsetzen. In einer der vielen Caution handelte er sich eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Box ein. Von dem Desaster konnte er sich bis zum Schluss nicht erholen. Nach dem Rennen klagte er über einen schwer zu fahrenden Gibbs-Toyota.

Überhaupt war es nicht das Wochenende der Gibbs-Mannschaft. Hamlin blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und Kyle Busch, immerhin aussichtsreich im Chase positioniert, haderte mit sich, dem Wagen, den Reifen und den Mitstreitern. Im Verlauf des Rennens gelang es ihm nicht wie gewohnt, in die Top 3 zu fahren, nach einem Restart gegen Mitte des Rennens versuchte er Montoya zu blocken, der ihn auf der unteren Linie überholen wollte. Montoya touchierte Busch, der sich in einen langen Dreher verabschiedete. Immerhin sammelte er im dichten Feld niemanden auf. Für seinen Ausfall sorgte er ein paar Runden später, als er in Turn 1 massiv in die Mauer einschlug. Der Toyota war vorne komplett platt, Busch selber konnte aber aussteigen. Nach dem Rennen gab er erst Montoya einen mit (“Den werden wir nicht vermissen”), dann Goodyear (“Schlechter Reifen”), bevor er schnell nach Hause flog.

Die kurioseste Caution kam dann in Runde 156, als plötzlich dichter Rauch über Turn 1 zog. Am Rande der Strecke brannte plötzlich eine Hecke und der Qualm vernebelte die Sicht. An eine Caution aus diesem Grund konnten sich die Veteranen auch nicht erinnern.

In der Schlussphase des Rennens hatte sich Noch-Meister Brad Keselowski an die Spitze gesetzt und behauptete diese problemlos. Doch dann machte das Team einen schwer zu verstehenden Fehler und ließ Keselowski zu lange draußen. Dies hatte zur Folge, dass ihm der Spirt ausging und er gerade noch so an die Box rollen konnte. Bis der Tank voll und der Motor wieder gestartet war, hatte der Penske-Mann zwei Runden verloren. Offensichtlich hatte man sich in Sachen Verbrauch verrechnet oder beim Stopp zuvor war weniger Sprit in den Tank geflossen, als man gedacht hat.

Kaum war Keselowski wieder im Rennen, zerlegte Brian Vickers seinen MWR-Toyta nachhaltig ausgangs Turn 2. Der Einschlag war heftig, der Wagen zerstört, aber auch Vickers konnte unverletzt aussteigen. Die schweren Unfälle glichen sich sehr. Ein Fahrzeug, allein, niemand rechts, links oder knapp dahinter, und doch rutschten die Autos plötzlich über die Hinterachse raus und waren nicht mehr zu kontrollieren. Ein “Save” war offenbar nicht mehr möglich, nachdem der Wagen einmal den Grip verloren hatte. Ob Goodyear die “Zone Tread”-Reifen in diesem Saison noch mal unverändert an den Start bringen wird, darf bezweifelt werden.

Die Endphase des Rennens verlief dann ruhig. Kevin Harvick gewann den letzten Restart, dahinter positionierte sich Kurt Busch, der wegen eines Unfalls im Training vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war. Hinter Busch kam Jeff Gordon ins Ziel, der allerdings nach dem Rennen einiges mit Busch zu diskutieren hatte. Man war im Rennen zwei Mal aneinander geraten, was man nach dem Rennen dann (friedlich) besprach.

Hinter Gordon lautete die Reihenfolge Logano, Edwards, Johnson. JJ musste in der letzten Runde seinen Motor abstellen, weil dieser wohl den Geist aufgegeben hatte. Es folgten Menard, Junior, Ambrose und Amirola. Matt Kenseth kam auf P11.

Im Chase hat sich Johnson an Kenseth ran gerobbt, dessen Vorsprung nur noch drei Punkte beträgt. Dahinter liegt nun Kevin Harvick, dem 25 Punkte auf Kenseth fehlen. Mehr Abstand haben schon Gordon (-32), Kyle Busch (-35) und Greg Biffle (-44). Die Chancen von Harvick, Gordon und Busch sind zwar noch intakt, aber wenn Kenseth und Johnson weiter so regelmäßig punkten, dürfte es schwer werden. Aber mit dem Rennen in Talladega folgt ja noch ein Lauf, der den Chase stark verändern kann. Am kommenden Samstag geht es erst einmal nach Charlotte zum Nachtrennen.

Stand Fahrer (pdf)
Stand Owner (pdf)

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September 24 2013

07:00

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2013

In seinem 500. Rennen holte sich Matt Kenseth seinen bereits siebten Saisonsieg und kam wie im letzten Rennen auf dem Chicagoland Speedway vor seinem Teamkollegen Kyle Busch ins Ziel. Jimmie Johnson wahrt sich unterdessen seine Meisterschaftschancen mit einem vierten Platz hinter Greg Biffle.

Sylvania 300Passend zu seinem 500. Rennen im NASCAR Sprint Cup beschenkte sich Matt Kenseth selbst mit seinem zweiten Erfolg im zweiten Rennen des Chase. Abermals Zweiter wurde Kyle Busch, was Joe Gibbs Racing als erstes Team überhaupt einen aufeinander folgenden Doppelsieg im Chase verschafft. Auf Platz drei kam Greg Biffle ins Ziel, der sich damit noch geringe Chancen auf die Meisterschaft wahrt. Mehr Hoffnungen auf den Titel darf sich hingegen “Mister Five Time” Jimmie Johnson machen, der mit seiner Ankunft auf dem vierten Platz die Lücke zu Kenseth nicht all zu groß werden ließ. Für Kasey Kahne ist hingegen die Jagd um den Titel nach einem Einschlag in die Mauer abrupt beendet.

Für den Start sicherte sich der kurzfristig in den Chase gerutschte Ryan Newman die beste Position. Neben ihm in Reihe eins startete Kasey Kahne. Nachdem der Start in das 300 Runden lange Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway freigeben wurde, setzte sich Kahne zügig an die Spitze und sollte diese Position für die ersten 35 Runden behalten. Der Pole-Sitter Ryan Newman kam hingegen nicht richtig vom Fleck und wurde bis auf Platz vier zurück gereicht. Vor ihm sortierten sich Jeff Gordon und Martin Truex Jr. ein. Es dauerte bis zum Umlauf Nummer 30, bis es zur ersten Gelbphase kam. Diese wurde vom in der #35 fahrenden Josh Wise ausgelöst, der sich durch einen Kontakt mit der #51 von McDowell in Kurve vier drehte. Bei den folgenden Boxenstopps war Jeff Gordon wieder mal in Problemen, als er seine Box verließ und David Ragan gerade in seine einbiegen wollte, was zu einer leichten Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen führte.

Beim Restart in Runde 35 ging Kasey Kahne vom ersten Platz ins Rennen, konnte diesen aber nicht verteidigen und musste seine Spitzenposition an Martin Truex Jr. abgeben. Doch bevor das Feld überhaupt wieder richtig in Fahrt gekommen war, entschied Juan Pablo Montoya in Runde 37 mal wieder die Brechstange auszupacken, was zur nächsten Caution führte. Montoya versuchte, in Kurve vier an seinen (Noch-)Teamkollegen Jamie McMurray vorbei zu gehen und schickte diesen dabei in einen Dreher. Kevin Swindell in der #30 von Swan Racing konnte der stehenden #1 von McMurray nicht mehr ausweichen und fuhr auf den Ganassi-Chevrolet auf. Es dauerte bis zur Runde 47, bis das Rennen mit Truex in Front wieder aufgenommen werden konnte.

Abermals sollte es nur wenige Runden unter grün weiter gehen, denn nur fünf Umläufe nach dem Restart versagte der linke Hinterreifen am Auto von Bobby Labonte. Durch den darauf folgenden Dreher musste erneut die gelbe Flagge geschwenkt werden. Beim Restart führte Martin Truex Jr. das Feld erneut zur ersten Kurve. Hinter ihm verlor Jimmie Johnson einige Position, da die #56 das Feld vor der grünen Flagge stark eingebremst hatte und damit für den berühmten Ziehharmonikaeffekt sorgte. Ungeachtet dessen drehte Truex an der Spitze weiter seine Kreise. Weiter hinten zeigte sich langsam Matt Kenseth, der bereits bis auf die dritte Position vor fuhr. In Runde 109 begannen schließlich die ersten Boxenstopps unter grün mit Denny Hamlin. Bei ihm ging es auch gleich mal ordentlich schief, da er die weiße Linie seiner Box überfuhr und zurück geschoben werden musste. Auch für Joey Logano lief der Stopp alles andere als perfekt, da er 3,4 Sekunden verlor.

Dadurch, dass die meisten Piloten ihre Crew aufsuchten, konnte Dale Earnhardt Jr. für immerhin knapp 15 Runden die Führung übernehmen, ehe auch er an die Box kam. Dadurch konnte Truex sich erneut in Führung setzen, die er allerdings bald wieder abgeben musste. In Runde 153 konnte sich Kenseth, nachdem er vorher stetig auf Truex aufholte, in Kurve zwei den ersten Platz schnappen. Der lange Lauf unter grün wurde schließlich in Runde 165 durch Debris in Kurve vier unterbrochen. Bei den Boxenstopps begannen nun die ersten Spielchen: Die Führenden Kenseth und Truex holten sich vier neue Reifen, wohingegen sich die meisten anderen Piloten für nur zwei neue Pneus entschieden. Dies sorgte dafür, dass das Rennen in Runde 170 mit Jeff Gordon und Brian Vickers in Front wieder aufgenommen wurde.

Es dauerte 30 Umläufe bis es erneut zu einer Gelbphase kam und wieder war es Debris. Diesmal waren allerdings keine Reifen- oder Fahrzeugteile, sondern ein aufgerissenes Banner an der Betonmauer schuld. Bei den Boxenstopps unter gelb stand zum wiederholten Male Jeff Gordon im Mittelpunkt. Er parkte zu weit vorne in seiner Box ein und musste zurück geschoben werden. Das kostete ihn nicht nur wertvolle Sekunden, sondern auch viele Position. Beim Restart 95 Runden vor Schluss standen andere Piloten ganz vorne: Clint Bowyer und Marcos Ambrose waren während der Gelbphase nicht an der Box und konnten sich damit in die erste Reihe schieben. Durch ihre alten Reifen wurde sie allerdings recht schnell wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte an der Spitze wieder die Pace setzen.

55 Runden vor dem Ende kam es zur sechsten Caution des Abends, die kurz nach dem Boxenstopp von Clint Bowyer durch einen Motorplatzer beim Ford mit der #38 von David Gilliland ausgelöst wurde. Beim Restart kam Martin Truex Jr. nicht vom Fleck und wurde von Kyle Busch und Jimmie Johnson überholt, die sich nun hinter dem Leader Kenseth befanden. Kurz nach dem die grüne Flagge geschwenkt wurde, setzte Kasey Kahne seine letzten Titelhoffnungen wortwörtlich in die Mauer. 48 Runden vor Schluss drehte sich die #5 bei der Ausfahrt aus Turn vier in die innere Mauer und Kahne musste sein Auto verlassen. Dies war auch die siebte und letzte Caution des Rennens. Beim Restart setzte sich Matt Kenseth durch und Kyle Busch behauptete Platz zwei. Greg Biffle wusste, was die Stunde geschlagen hatte, und setzte ein riskantes Manöver eingangs Turn drei an. Weil er spät bremste, konnte er sich unter anderem an Jimmie Johnson vorbei setzen und Platz drei behaupten. Hinter ihm sortierte sich schließlich die #48 ein. Diese Reihenfolge blieb in den letzten 40 Runden unverändert und so konnte Matt Kenseth seinen zweiten Sieg im zweiten Chase-Rennen bzw. seinen siebten Saisonsieg einfahren. Kyle Busch wurde abermals Zweiter und Jimmie Johnson verlor weitere Punkte auf die #20.

Doch was heißt das jetzt für den Chase? Matt Kenseth führt nun mit bereits 14 Punkten Vorsprung die Meisterschaftwertung vor Kyle Busch an. Dieser wiederum wird mit vier Punkten Abstand von Jimmie Johnson gefolgt. Danach kommt lange nichts. Erst mit 36 Zählern Rückstand auf Kenseth taucht auf Platz vier Carl Edwards auf, dem sein Teamkollege Greg Biffle folgt. Ab Edwards drängelt sich alles dicht an dicht bis zum auf Platz zehn liegenden Clint Bowyer, dem bereits 48 Punkte auf die Spitze fehlen. Auf den letzten drei Plätzen des Chase befinden sich Dale Earnhardt Jr., Joey Logano und Kasey Kahne. Diese Piloten haben bereits einen Rückstand von 62, 69 bzw. 71 Punkten auf den Führenden und werden in den Kampf um den Titel voraussichtlich nicht mehr eingreifen können. Generell scheint es dieses Jahr ein Dreikampf zwischen Matt Kenseth, Kyle Busch und Jimmie Johnson um den Gewinn der Meisterschaft zu werden. Ob Matt Kenseth auch das dritte Rennen des Chase gewinnen kann, werden wir sehen, wenn die NASCAR diese Woche Station in Dover macht.

Zum Abschluss gibt es nun wie gewohnt noch die Punktestände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie das Rennergebnis in der Übersicht.

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September 18 2013

16:15

NASCAR: Analyse Chicagoland 2013

Der Regen machte der NASCAR beim Chase-Auftakt in Chicagoland einen Strich durch die Rechnung. Die nächtlichen Bedingungen aufgrund der Wetterpause sorgten aber für ein turbulentes Rest-Rennen, welches Matt Kenseth am Ende für sich entscheiden konnte. Gesehen haben das aber wohl nur sehr wenige Fans.

NSCS_Matt_Kenseth_Victory_Lane_Chicago_091513Nachdem die NASCAR Jeff Gordon im Zuge der Absprache zwischen Penske Racing und Front Row Motorsports in Richmond am Freitag, dem 13. als 13. Fahrer nachträglich zum Chase zugelassen hatte, kehrte wieder etwas Ruhe in die NASCAR-Garage ein. Leider übernahm dann am Sonntag das schlechte Wetter die Schlagzeilen und sorgte im Sprint Cup für eine fünfstündige Unterbrechung wegen Regens. Am Ende gewann Matt Kenseth in Chicagoland ein sehr umkämpftes und turbulentes erstes Playoff-Rennen, das wohl leider nur noch sehr wenige Fans sehen konnten. Wir schauen uns mal an, was alles am Sonntag passiert ist, warum kein AirTitan vor Ort war und weshalb man das Rennen auch auf den Montag hätte verschieben können – dann wäre es aber ohne die nächtlichen Bedingungen wohl deutlich weniger unterhaltsam geworden.

Aber alles hübsch der Reihe nach: Polesitter Joey Logano und Teamkollege Brad Keselowski hatten das Geschehen nach dem – natürlich wegen Regens – um eine Stunde verspäteten Rennstart gemeinsam im Griff. Kurz konnte sich auch Juan Pablo Montoya als Dritter ins Spiel bringen, verlor jedoch schnell wieder an Schwung. Die Führung sollte allerdings nicht lange halten, da die NASCAR für Runde 30 eine Competition-Caution angesetzt hatte, um den Teams eine Möglichkeit zu geben, ihren Reifenverschleiß zu überprüfen. Diese künstliche Gelbphase nutzten überraschenderweise fünf Piloten zum Gewinn von Track-Position, gingen meiner Meinung nach mit nur zwei neuen Reifen aber ein gewisses Risiko ein. Jimmie Johnson übernahm somit die Führung vor Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr., Matt Kenseth und Aric Almirola.

Ausgerechnet Jimmie Johnson kam dann in den Genuss, die neue Restart-Regel auszutesten, als er sich beim Restart nach der Competition-Caution mit Kyle Busch konfrontiert sah. Letzter nutzte auch sofort die Gelegenheit, in Übereinstimmung mit den aktualisierten Regularien den Führenden auf dem Weg zur Ziellinie zu überholen. Apropos Überholen: Aufgrund der grünen Strecke gestaltete sich dies zunächst äußerst schwierig. Das konnte man an Aric Almirola erkennen, der trotz eines klar langsameren Autos rundenlang die Penske-Truppe hinter sich halten konnte. So kamen alle Piloten mit nur zwei neuen Reifen erstaunlich gut weg. Die optimaler bereiften Kollegen im Hinterfeld hatten dagegen so ihre Probleme, ihren Vorteil auszuspielen.

Jimmie Johnson erkannte, dass der Vorteil seiner Strategie so langsam verpuffte, weil Brad Keselowski und Joey Logano von hinten durchs Feld pflügten. Somit eröffnete die #48 weit vor Ende des Benzinfensters den Reigen von Boxenstopps unter grüner Flagge, weshalb der Rest der Meute praktischerweise sofort folgen musste. Dummerweise erkannte ein NASCAR-Offizieller nicht schnell genug, dass am rechten Hinterrad des Hendrick-Chevrolets eine Radmutter eben doch korrekt festgezogen war. Johnson verlor dadurch mehrere Sekunden auf der Strecke und musste sich auf Platz 6 wieder einreihen, während Matt Kenseth die Führung übernahm. Als weiterer Pechvogel fing sich Kurt Busch eine Durchfahrtsstrafe wegen Speeding in der Boxengasse ein.

raindelayDer große Wendepunkt (nicht nur meiner Nacht) folgte in Runde 108 von 267 und damit nur wenige Minuten vor dem Erreichen der Halbzeit, zu der NASCAR das Rennen offiziell und mit vollen Punkten hätte werten können. Der Schauer kam schnell und heftig: Cole Whitt drehte sich sofort von der Strecke und auch die andern Piloten hatten so ihre Mühe, die Wagen bei Aquaplaning zügig unter Kontrolle zu bringen. Es folgte die gefühlt längste Unterbrechung mit roter Flagge wegen Regens. Zunächst gab es noch Hoffnung und auch die Jetdryer waren im Einsatz, doch das Wetter verschlechterte recht schnell zu lang anhaltendem Dauerregen.

Warum man den extrem hochgespielten AirTitan nicht an der Strecke hatte, weiß wohl auch nur der Herrgott selbst. Immerhin kostet er ja erstaunliche 50.000 US-Dollar und das ist bei TV-Einnahmen von mehreren Milliarden grünen Scheinen natürlich völlig außerhalb des Budgets. Die Wundertechnologie hätte den Asphalt mit Sicherheit schon 15 Minuten vor dem eigentlichen Start des Rennens trocken bekommen und der NASCAR somit bestimmt die nötigen Runden bis zur Halbzeit eingebracht. Stattdessen zog sich die Unterbrechung dann Stunde um Stunde und netterweise verfügt der Chicagoland Speedway über eine Flutlichtanlage, was die Offiziellen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausharren ließ.

Während der hart arbeitende Teil der europäischen Fans – aber auch viele Zuschauer an der Strecke – anstelle der NASCAR die weiße Flagge rausholte, hielten sich die Kollegen Fink und Leberkern auf Motorvision TV mit Fan-Fragen vor einem quasi Standbild des verregneten Speedways über Wasser. Irgendwann gegen kurz vor 3 Uhr habe ich noch mal die Augen aufgeschlagen und verpennt vernommen, dass gegen 5 Uhr (also 22 Uhr Ortszeit in Chicago) wohl ein Restart geplant war. Ohne zu zögern habe ich die Glotze dann abgestellt und mich massiv geärgert. Nicht nur, weil ich das Rennen nicht zu Ende schauen konnte, sondern weil am nächsten Tag auch die Wiederholung bei den bekannten Quellen nicht mehr verfügbar war.

Ich bin mir jedenfalls äußerst unsicher, ob es trotz oder gerade wegen des vorhandenen Flutlichts eine gute Idee war, die Fans fünf Stunde (!!!) warten zu lassen, während man nebenher lustig SportsCenter sendete. Die Fans an der Strecke, die ohnehin nach Hause mussten, hätte es wohl nicht gestört, wenn das Rennen am nächsten Tag zur Mittagszeit stattgefunden hätte. Die wären entweder im Auto oder auf der Arbeit gewesen. Den Fans vor Ort wäre eine weitere Dusche erspart geblieben und wir hätten eine Chance gehabt, das Rennen gemeinsam mit Montoya12 und Kimi im Chat zu verfolgen. Noch schlimmer als dieses Rain-Delay wäre nur eine Dauerschleife von Rusty Wallace gewesen, wie er den „Classic Wheelhop“ erklärt!

NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Chicagoland_091513Wir spulen vor auf 5 Uhr morgens: Jetdryer hatten ganze Arbeit geleistet und die Strecke wieder einsatzfähig gemacht. Jetzt waren die Crew-Chiefs gefragt, um die Wagen unter Flutlicht an die Temperaturdifferenz des Asphalts anzupassen. Dieses Mal versuchte sich die Top 9 an einer Strategie mit zwei neuen Reifen, da die letzte Caution – zumindest rundentechnisch – noch nicht lange her war. Nach sieben Runden mit Matt Kenseth an der Spitze war der Spaß auch schon wieder vorbei, dieses Mal aber nicht wegen Regens, sondern weil die Strategen bei Earnhardt-Ganassi Racing wohl vergessen haben, den Fender-Rub an der #42 zu beheben, den sich Juan Pablo Montoya fünf Stunden zuvor durch den drehenden Cole Whitt einfing.

Einen knappen Fuelrun später drehte sich Cup-Debütant Justin Allgaier nach Kontakt mit Landon Cassill von der Strecke und brachte damit alle Piloten zum Reifenwechsel. Unterdessen gab das Triebwerk von Joey Logano deutliche Rauchzeichen von sich und startete damit eine Serie von Motorschäden, die Ray Evernham zuvor aufgrund der härteren Bedingungen unter Flutlicht und der langen Cool-Down-Phase während der Unterbrechung richtig vorhergesagt hatte. An der Boxengasse übernahm unterdessen Jeff Gordon mit einem Two-Tire-Pitstop die Führung, während bei Jimmie Johnson der langsame Jackman für den Verlust von viel Track-Position sorgte. Johnson hatte aber noch Glück, da man mehr durch Zufall einen schleichenden Plattfuß bei ihm fand.

Pünktlich zum Restart, bei dem Kyle Busch einen sehenswerten Run bekam, rauchte dann auch der Motor von Cole Whitt ab, was für Caution #5 von insgesamt 9 sorgte. Auch beim nächsten Anlauf machte Busch viele Positionen gut, setzte sich nach zwei Runden an Carl Edwards vorbei und damit direkt hinter den Leader Jeff Gordon. Nur Sekunden später verabschiedete sich das Aggregat von Brian Vickers, der aber noch vor der Entstehung einer großen Rauchwolke in die Garage gebracht werden konnte. Es ging Schlag auf Schlag weiter, denn während Matt Kenseth mit vier frischen Reifen seine Aufholjagd an die Spitze des Feldes fortsetzte, fand NASCAR gut 100 Runden vor Schluss ein ernsthaftes Stück Debris auf der Strecke.

An der Box setzte sich im Zuge einigen Gedränges Kyle Busch vor Jeff Gordon, musste beim Restart aber auf die Pace von Greg Biffle setzen, der gar nicht zum Pitstop kam. Wieder ging es turbulent weiter und ESPN war beinahe nicht mehr in der Lage, all das Geschehen auf und neben der Strecke aufzuarbeiten: Gordon hatte sich vor dem Restart wohl in Folge eines Kontakts den linken Hinterreifen aufgeschlitzt und wurde sofort von der Meute gefressen. Er hatte nur Glück, dass sofort wieder eine Caution ausgerufen wurde, weil der Motor von Joey Logano nun endgültig in Rauch aufging. Endlich hatte ESPN auch die Zeit, den Kontakt an der Box zwischen den Hendrick-Teamkollegen Dale Earnhardt Jr. und Kasey Kahne aufzuklären, der einige Reparaturarbeiten nach sich zog.

NSCS_Kyle_Busch_Matt_Kenseth_Chicagoland_091513Zur Abwechslung kehrte etwas Ruhe ein und Kyle Busch machte sich nach einem exzellent getimten Restart auf und davon. Zunächst konnten sich nur Martin Truex Jr. und Kurt Busch an seine Fersen heften, während der Rest des Feldes hinter Greg Biffle festhing, der noch auf seinen alten Reifen unterwegs war. Im Laufe des Green-Flag-Runs kristallisierten sich unterdessen Matt Kenseth und Jimmie Johnson als die ärgsten Verfolger von Kyle heraus, doch niemand konnte die #18 selbst über die Phase der nächsten Boxenstopps unter grüner Flagge bezwingen. Bruder Kurt fuhr sich derweil die Reifen im wahrsten Sinne des Wortes auf, denn gerade als er auf dem Weg zum Pitstall die Bremsen betätigte, platzte einer seiner Pneus.

Gerade als Jeff Gordon als einer der letzten Piloten seinen Green-Flag-Pitstop antreten wollte, verschwand auch bei Dale Earnhardt Jr. eine Tim-Brewer-Gedächtnis-Ventilfeder im Brennraum. Des einen Teamkollegen Leid, des anderes Freud sozusagen. Ebenso bei Joe Gibbs Racing, wo Matt Kenseth durch die Caution den Vorsprung von Kyle Busch komplett eindampfen konnte. Nach dem Restart konnte sich Busch aber erneut behaupten und sah schon wie der sichere Sieger des Rennens aus. Leider kam es für ihn aber noch zu einer letzten Caution des Tages/Abends/Morgens, weil Justin Allgaier einen weiteren Dreher hinlegte. Zwischenzeitlich waren „Algair“ kurioserweise einige Buchstaben seines Namens auf der Frontscheine abhandengekommen.

Die Gelbphase sah dann ein letztes Mal interessante Strategiespiele in der Boxengasse, weil ab Platz 6 alle Fahrer noch einmal zumindest zwei neue Reifen abholten. Da sich aber im Rennverlauf gezeigt hatte, dass Track-Position wichtiger war, sollte dies ein aussichtsloses Unterfangen bleiben. Der finale Restart sah dann Kyle Busch vor Matt Kenseth, Kevin Harvick, Kurt Busch und Jimmie Johnson, während sich Kasey Kahne als erster Two-Tire-Stopper nur auf Rang 10 wiederfand. Kenseth erhielt sofort den entscheidenden Push von Harvick, um die Führung von Kyle zu übernehmen. Dies war die Schlüsselszene des Rennens, da Kenseth die Spitzenposition danach nicht mehr abgab. Die genannten Top 5 blieben ansonsten unverändert.

Mein Fazit dieses Rennens:

1. Matt Kenseth war als verdienter Sieger mit den meisten Führungsrunden am Ende rechtzeitig wieder zur Stelle und holte sich Saisonsieg #6 – ein mehr als ernsthafter Griff nach dem Titel.

2. Die Top-5-Resultate von Kyle Busch, Kevin Harvick, Kurt Busch und Jimmie Johnson zeigen früh, dass der Kampf um die Meisterschaft wohl über längere Zeit ein sehr enger bleiben wird.

3. In den Top 10 müssen sich Jeff Gordon, Clint Bowyer und Ryan Newman daher noch viel weiter strecken, um den Pokal auch nur berühren zu dürfen.

4. Ganz zu schweigen von Carl Edwards, Kasey Kahne und Greg Biffle, die auf einem für sie sonst so starken 1,5-Meilen-Oval viel Boden verloren haben.

5. Die vielen Motorschäden haben einige Fahrer wie Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano im Kampf um die Meisterschaft schon früh ein gehöriges Stück zurückgeworfen.

6. Die NASCAR hat wirklich 100% gegeben und muss deshalb nicht bestraft werden!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich die Arbeit von ESPN loben, die während des Rennens einen guten Job gemacht haben und auch das Hinterfeld nicht vernachlässigten. Die Vorberichterstattung konnte mit einer interessanten Aufarbeitung der Geschehnisse der Woche und einem souveränen Ray Evernham überzeugen. Zudem hatte ESPN während des Rain-Delays so viel Werbung versendet, dass der Rest des Rennens mit Split-Screen-Commercials abgehandelt werden konnte. Negativ aufgefallen ist eigentlich nur Brad Daugherty, der mit seiner ernstgemeinten Quasi-Forderung von Four-Wide-Restarts den Vogel abgeschossen hat und auch gleich von seinen Kollegen der Lächerlichkeit preisgegeben wurde.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

NSCS_Joey_Logano_Green_Flag_Chicago_091513 NSCS_Brian_Vickers_Kasey_Kahne_Chicago_091513 NSCS_Chase_Field_Chicago_091513 NSCS_Jeff_Gordon_Chicago_091513 NSCS_Jimmie_Johnson_Kyle_Busch_Chicago_091513 NSCS_Pit_Road_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Burnout_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Checkered_Flag_Chicago_091513 NSCS_Matt_Kenseth_Victory_Lane_Chicago_091513 NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Chicagoland_091513 NSCS_Jimmie_Johnson_Chicagoland_091513 NSCS_Joey_Logano_Chicago_091513 NSCS_Kyle_Busch_Matt_Kenseth_Chicagoland_091513 NSCS_Matt_Kenseth_VL_Chicagoland_091513 NSCS_Ricky_Stenhouse_Jr_Chicagoland_091513

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September 06 2013

07:00

NASCAR: Vorschau Richmond September 2013

Es ist angerichtet: Das letzte Rennen vor dem Chase auf dem Richmond International Raceway steht an. Einige Piloten konnten ihr Ticket für die Playoffs der NASCAR bereits letzte Woche lösen, aber um die letzten Plätze verspricht es noch ein spannender Kampf zu werden.

fed_autoparts_400_rir_cNun ist es also soweit. Das letzte Rennen steht an, bevor es in den Chase geht. Einige Piloten haben ihren Platz in den Playoffs bereits sicher, doch ab der achten Position in der Meisterschaftstabelle wird es spannend. Doch bevor ich genauer auf den Kampf um die letzten Chase-Plätze eingehe, schauen wir uns erstmal die Strecke an. Der Richmond International Raceway wurde und 1946 eröffnet und seit 1958 durchgängig von der höhsten NASCAR-Liga besucht. 1988 wurde die Strecke in das heute bekannte, 0,75 Meilen kurze D-Oval umgebaut. Richmond weist ein moderates Banking von 14° in den Kurven auf. Die Start-/Zielgerade ist mit 8° und die Gegengerade mit 2° überhöht. Wie auf allen Short-Tracks gilt es auch hier, besonders schonend mit den Bremsen umzugehen und vielleicht auch mal einen kleinen “bump and run” zu setzen. Die meisten Siege unter den aktiven Fahrer hat mit vier Erfolgen Kyle Busch, der bis jetzt aber noch nie das September-Rennen gewinnen konnte. Letztes Jahr sicherte sich Clint Bowyer den Sieg im Federated Auto Parts 400. Traditionell wird es durch die Lage direkt vor dem Chase ein spannendes Rennen werden, denn auch dieses Jahr haben noch einige Piloten die Chance, in die finale Phase der Meisterschaft zu gelangen.

Werfen wir zuerst einen Blick auf die bereits sicher im Chase stehenden Piloten: Trotz seiner Pechsträhne führt Jimmie Johnson die Meisterschaft mit 837 Punkten an. 28 Punkte dahinter befindet sich der aktuelle Vizemeister Clint Bowyer. Weitere 14 Punkte hinter Bowyer sind punktgleich Kevin Harvick und Carl Edwards zu finden. Kyle Busch ist anders als letzte Saison bereits für den Chase qualifiziert. Mit vier Siegen besitzt er zusätzlich auch eine ausgezeichnete Ausgangssituation für die Meisterschafts-Playoffs. Nur Matt Kenseth als aktuell Sechstplatzierter konnte mehr Siege einfahren als Johnson und Busch, fünf an der Zahl. Er ist zudem auch mit 55 Punkten Vorsprung auf Platz elf der letzte Pilot, der den Chase-Einzug bereits über die Punkte erreicht hat. Doch noch ein weiterer Fahrer ist bereits sicher dabei und dieser findet sich aktuell auf Position zwölf wieder. Kasey Kahne hat mit bereits zwei Siegen mehr Erfolge in dieser Saison erzielt als seine direkten Konkurrenten um die letzten Chase-Plätze. Die einzige Frage, die sich noch stellt, ist, ob er es über eine Wildcard oder über die Punkte unter die letzten Zwölf schafft. Aktuell befindet sich Kahne zehn Punkte hinter dem zehnten Platz.

Kommen wir zu den Piloten, die noch zittern müssen. Der heimliche Punktesammler Dale Earnhardt Jr. ist auf Platz sieben liegend so gut wie durch. Mit 37 Punkten Vorsprung auf Platz elf muss schon einiges schief gehen, damit er noch aus dem Chase fällt. Gefährlicher wird die Lage für die Piloten ab dem achten Platz. Hier macht der aktuell starke Joey Logano den Anfang, der 16 Punkte Vorsprung inne hat. Hinter ihm platziert sich Greg Biffle mit 14 Punkten Vorsprung. Geradeso drin ist auch noch Kurt Busch. Doch er hat es bedeutend schwerer als die beiden Fahrer vor ihm, denn er steht bis jetzt noch ohne Sieg da und muss in Richmond zumindest ein gutes Ergebnis einfahren. Gleiches gilt auch für den auf Rang elf liegenden Jeff Gordon, der ebenfalls noch keinen Erfolg diese Saison vorweisen kann. Mit sechs Punkten Rückstand auf Kurt Busch scheint ein Sieg für ihn dieses Wochenende fast Pflicht zu sein. Den Erfolg, den Gordon braucht, hat Martin Truex Jr. sich bereits in Sonoma gesichert. Diesem verdankt er jetzt seine Wildcard, die er mit fünf Punkten Vorsprung vor dem ebenfalls bereits ein Mal siegreichen Ryan Newman hält. Beide Fahrer befinden sich bereits 15 bzw. 20 Punkte hinter dem zehnten Platz. Hinter Ryan Newman finden wir auf Platz 15 endlich den Vorjahresmeister Brad Keselowski. Für ihn gilt das Gleiche wie für Kurt und Jeff: Er muss in Richmond endlich seinen ersten Saisonsieg einfahren. Falls er dies schaffen sollte, könnte er bei einem schlechten Ergebnis von Truex und Newman doch noch das Ticket zur Titelverteidigung lösen. Dafür braucht es aber viel Glück, doch dieses scheint er diese Saison nicht zu haben. Wem das jetzt noch nicht genug “Wie-komme-ich-in-den-Chase-Theorie” war, der kann sich gerne bei den Kollegen von jayski noch alle möglichen Kombination anschauen, mit denen ein Fahrer im bzw. aus dem Chase wäre.

Genug über den Chase geredet, kommen wir nun wieder zum aktuellen Rennen zurück. In den 44 gemeldeten Cockpits für dieses Wochenende hat sich erstaunlich wenig getan. Mike Bliss sitzt wieder mal im Toyota mit der Startnummer 19, im Ford mit der #32 Timmy Hill, im Chevrolet mit der #40 Landon Cassill und ebenfalls in einem Chevy, allerdings mit der #51, sitzt Ryan Truex. In der #47 ersetzt AJ Allmendinger Bobby Labonte. Die Leavine Family ist ebenfalls wieder mit dabei, diesmal aber nicht mit Scott Speed, sondern mit Reed Sorenson. Dieser ist zudem ein potentieller Kandidat für das Cockpit der #95 in der nächsten Saison. Sorenson absolvierte bis jetzt bereits 15 Sprint-Cup-Rennen und konnte schon eine Pole einfahren.

In dieser Woche wurden auf den Fahrermarkt erneut einige Gerüchte gestreut und Neuigkeiten bekannt gegeben. Das wichtigste mal kurz zusammengefasst: Jeff Burton wird nächstes Jahr trotz gültigen Vertrags nicht mehr in der #31 von Richard Childress Racing sitzen. Als Grund für diese Entscheidung werden zu geringe Sponsorengelder für die kommende Saison genannt, die nicht erlauben, ein viertes Auto an den Start zu bringen. Somit ist es durchaus plausibel, dass Ryan Newman nächstes Jahr in der #31 sitzen könnte, sofern er zu RCR wechselt. Wohin die Reise für Burton geht, ist noch ungewiss. Juan Pablo Montoya hingegen wurde unter der Woche in Denver bei Furniture Row Racing gesichtet. Aktuell gibt es aber noch keine Informationen, ob wir Juan nächstes Jahr in der #78 als Ersatz für Kurt Busch sehen oder nicht. Schließlich soll es ja auch noch ein Angebot aus der IndyCar von Andretti Autosport geben.

Zum Schluss nun wie gewohnt noch die Stände der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entrylist für das Federated Auto Parts 400 auf dem Richmond International Raceway. Das Rennen wird live auf ABC und auch wieder bei MotorvisionTV übertragen. Letztere werden die verbleibenden Rennen bis zum Finale allesamt live zeigen. Die TV-Zeiten für dieses Wochenenden gestalten sich folgendermaßen:

Freitag 06.09.2013
15:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, ESPN2
20:30 Uhr Sprint Cup Final Practice, ESPN2
22:00 Uhr Nationwide Qualifying, ESPN2
23:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2

Samstag 07.09.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Virginia 529 College Savings 250), ESPN2 (Green Flag: 01:45 Uhr)
18:00 Uhr Trucks Practice (Iowa), Fox Sports 2

Sonntag 08.09.2013
01:30 Uhr Sprint Cup Rennen (Federated Auto Parts 400), ABC (Green Flag 01:44 Uhr)
18:30 Uhr Trucks Qualifying (Iowa), Fox Sports 1
20:00 Uhr Trucks Rennen (Iowa, Fan Appreciation 200 Presented by New Holland), Fox Sports 1 (Green Flag: 20:17 Uhr)

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August 20 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan August 2013

Michigan offenbarte sich als Taktik-Klassiker, bei dem es am Ende auf den richtigen Benzinverbrauch ankam. Viele Piloten mauserten sich im Verlauf zu Siegkandidaten, doch nach 200 Runden stand dann wieder der Polesitter Joey Logano ganz vorne und fuhr in die Victory-Lane – auch weil andere Hochkaräter patzten.

289369Mit seinem ersten Saisonsieg brachte sich Joey Logano recht überraschend für die Chase-Qualifikation in Stellung. Bei den Wildcards hat er nun ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und um die Top10 herum bewegen sich ja auch schon einige andere Fahrer mit nur einem einzigen Jahreserfolg. Das Endergebnis von Michigan sorgte somit nicht gerade für Klärung auf den Playoff-Positionen, denn Platz 8 und 15 trennen immer noch nur 31 Punkte. Unterdessen bekommen die Piloten von Hendrick Motorsports – mit Ausnahme von Jimmie Johnson – so langsam schlechte Karten, weil der Top-Rennstall der NASCAR sich am Wochenende ähnlich wie bei der ersten Michigan-Ausgabe im diesem Jahr ein Volldebakel lieferte. Einzig Kasey Kahne konnte zum Schluss konstant in die Top10 vordringen.

Der Tag startete erst einmal unglaublich zäh und Jeff Gluck traf es mit seinem Tweet wohl am besten: Der besagte sinngemäß, das Rennen fühle sich an, als ob jemand nach den ersten Kilometern einer längeren gemeinsamen Autofahrt schon zum ersten Mal aufs Klo müsse. Selten so gelacht! In den ersten 17 Runden brachten es die Sprint-Cup-Asse auch mal direkt auf drei Cautions. Zuerst drehte sich Clint Bowyer in Turn 4, danach crashte David Reutimann in Turn 2. Umlauf 14 brachte anschließend einen Dreher von Tony Stewarts Ersatzmann Austin Dillon, welcher dabei noch den unbeteiligten JJ Yeley abräumte.

Als endlich etwas Ruhe ins Rennen kam, zeigten Jimmie Johnson, Kurt Busch und auch der Michigan-Spezi Dale Earnhardt Jr an der Spitze ihr Können. Nun begann jedoch die Hendrick-Farce mit einem Motorschaden bei Jimmie Johnson. Die #48 war schon recht früh einmal an der Box, um ein Problem am Motor checken zu lassen. Nach einem erneuten Aufenthalt bei der Pitcrew drohte aber das Chevrolet-Aggregat mit einem Generalstreik und so musste Johnson seinen Wagen mit nur noch sieben Zylindern in der Garage abstellen. Ganz so schlimm ist dies für den fünfmaligen Meister aber nicht, denn immerhin hat er bereits sein Chase-Ticket für dieses Jahr gelöst.

Auch für seinen Teamkollegen Dale Earnhardt Jr lief es in der Folge nicht besser: Am Sonntag erwiesen sich die Goodyear-Reifen wieder einmal nicht als sonderlich belastbar. Es stellt sich hier die Frage, ob die Pneus des Einheitsherstellers wie im Juni-Rennen mit den hohen Geschwindigkeiten zu kämpfen hatten oder ob die Teams mit sehr optimistischen Sturzwerten an den Start gegangen waren. Jedenfalls erwischte es in Runde 136 Juniors rechten Vorderreifen in Turn 2, was ihn direkt in die Mauer beförderte. Für seine Chase-Ambitionen war dies sicherlich ein erheblicher Dämpfer, auch wenn er weiterhin mit einem Polster von 20 Punkten auf den Cut die siebte Platzierung in der Meisterschaft belegt. Earnhardt darf sich solche Ausfälle wie in Watkins Glen oder Michigan echt nicht noch einmal leisten.

Zu diesem Zeitpunkt begann die entscheidende Phase des Rennens, welche Joey Logano nach dem Restart der Earnhardt-Caution in Führung sah. Dort hielt er sich auch über die nächste Gelbphase in Runde 150 hinweg, welche Bobby Labonte durch seinen Dreher in Turn 4 auslöste. Für das Schließen des Benzinfensters war es allerdings an dieser Stelle noch zu früh, da die Teams mit maximal 40 Umläufen für einen Fuelrun rechneten. Als Kyle Busch nur wenige Runden später schließlich Caution #8 von 9 auslöste, war der Restverbrauch bis zur Zielflagge in realistischen Reichweite gerückt. Bis auf Brad Keselowski, Mark Martin, David Ragan und Aric Almirola holten sich alle Piloten an der Spitze ihren finalen Splash ab. Hinter dem Quartett sortierten sich Joey Logano und Kevin Harvick ein. Damit war der Benzinkrimi quasi eröffnet.

Weil Kyle Busch sich in Runde 174 erneut drehte, bekamen die Pokerspieler eine letzte Gelegenheit, ganz sicher zu gehen. Mark Martin wagte jedoch einen All-in und blieb auf der Strecke. Beim finalen Restart lieferte er sich ein tolles Three-Wide-Duell mit Kevin Harvick und Joey Logano, wobei er seine Führung behalten konnte. Die Rechnung konnte aber nicht hinhauen und so rollte Martin erstaunliche drei Runden vor dem Ende des Rennens ohne Benzin aus. Dass er es bis dahin geschafft hatte, war schon eine erstaunliche Einsparleistung, immerhin hatte er seinen Verbrauch auf 47 Umläufe mit einem Tank gestreckt. Glücklicher aber verdienter Abstauber war daraufhin natürlich Joey Logano, der sogar noch genügend Sprit für seine Siegerdonuts an Bord der #22 wissen konnte.

Hinter Joey Logano sortierten sich Kevin Harvick und ein erneut stark auffahrender Kurt Busch ein. Busch hatte mit seinen 43 Führungsrunden wieder einmal wirklich ernsthafte Chancen auf den ersten Saisonsieg. Die Top5 komplettierten Paul Menard und Clint Bowyer. Ein Top10-Ergebnis sicherten sich Marcos Ambrose, Kasey Kahne, Jeff Burton, Greg Biffle und Carl Edwards. Generell fiel dabei auf, dass am Ende diejenigen Piloten vorne landeten, welche das unauffälligste Rennen fuhren. Juan Pablo Montoya legte einen soliden Nachmittag auf den Asphalt und wurde Elfter vor Brad Keselowski.

Bei Hendrick Motorsports überraschte übrigens auch Jeff Gordon mit einem unterirdischen Rennen. Er hielt sich zwar aus allem Ärger raus, verlor aber gerade bei den Restarts immer wieder massiv an Boden und landete somit trotz vorheriger Kampfansage nur auf Rang 17. So wird das in diesem Jahr nichts mit dem Chase für den viermaligen NASCAR-Meister. Debakel-Farce²!

Die Aufarbeitung der Punktetabelle überlasse ich meinem Kollegen Steffen für die Bristol-Vorschau am Freitag, da dieser Artikel sich bereits der magischen, selbstgesteckten 1000-Wörter-Grenze nähert und Steffen sicher ohnehin darauf eingehen wird. Daher schauen wir an dieser Stelle noch kurz auf die jüngsten, interessanten Neuigkeiten aus dem Sprint Cup:

- Am Montagabend wurde bestätigt, dass Mark Martin für den Rest der Saison bei Stewart-Haas Racing unterkommen wird, um den verletzten Tony Stewart zu ersetzen. Bis auf Talladega, wo Austin Dillon am Steuer sitzen soll, pilotiert Martin die #14 dann also bis einschließlich Homestead.

- Die Lücke bei Michael Waltrip Racing schließt derweil Brian Vickers, der damit einen prima Einstand für seine beiden folgenden Vollzeitsaisons in der #55 geben kann. Auch hier ergibt sich für Talladega eine Ausnahme: Michael Waltrip bestreitet nicht zuletzt aufgrund von Sponsorenverpflichtungen das letzte Restrictor-Plate-Rennen der Saison in seinem eigenen Team.

Und noch ein großes, echt dickes Gerücht: Kurt Busch soll ein Angebot von Stewart-Haas Racing auf dem Tisch liegen haben, 2014 einen vierten (!) SHR-Chevrolet zu fahren. Mitbesitzer Gene Haas würde den Einsatz von Busch sogar komplett aus eigener Tasche bezahlen – bei kolportierten 20 Millionen US-Dollar pro Saison in einem Top-Team natürlich wahrlich kein Pappenstiel. Ärgern dürfte das Ryan Newman, dem man zuvor gesagt hatte, ein viertes Auto wäre nicht drin.

Unterdessen wird in den USA übrigens auch so langsam meine Idee eines gemeinsamen Einsatzes von Mark Martin und Kyle Larson in der #42 von Earnhardt-Ganassi Racing aufgegriffen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Notiz am Rande: Diverse (auch überspitzte) Äußerungen (z. B. “Debakel-Farce²”) sind in meiner Analyse dieses Mal eher als Satire anzusehen. Die Gründe dafür dürften bekannt sein!

289346 289347 289348 289362 289349 289355 289368 289350 289351 2013_NSCS_Michigan2_Sunday_No22RaceAction_081813 2013_NSCS_Michigan2_Sunday_CheckeredFlag_081813 2013_NSCS_Michigan2_Sunday_BurnOut_081813 289369 289363 289367

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August 06 2013

06:15

NASCAR: Analyse Pocono August 2013

In Pocono fand am Sonntag ein Rennen statt, welches aufgrund vieler Vorfälle spannender ausfiel als zunächst erwartet. Neun Cautions sorgten dafür, dass sich das Feld nie zu weit auseinanderzog. Dazu kamen ein nervenaufreibendes Finale sowie Crashes einiger hochkarätiger Piloten. Am Ende holte sich Kasey Kahne nach einem sauberen Kampf gegen Jeff Gordon seinen zweiten Saisonerfolg.

Kasey-Kahne-team-2-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400Eigentlich sollte der Sieger Jimmie Johnson lauten, doch dieser wurde das Opfer seiner Goodyear-Reifen. Gegen Rennmitte machte sein rechter Vorderreifen schlapp und beförderte die #48 in Runde 78 unsanft in die Außenmauer. Bis dahin hatte Johnson immerhin satte 43 Führungsumläufe in den Asphalt gebrannt und war der große Favorit. Zur Schadenbegrenzung legte man bei Hendrick Motorsports daraufhin einen sagenhaften Sportsgeist an den Tag und brachte Johnson in der Führungsrunde ins Ziel. Überraschenderweise konnte der fünfmalige Champion in der Meisterschaft sogar noch zwei Pünktchen auf seinen direkten Verfolger Clint Bowyer herausfahren, weil sich dieser direkt hinter Jimmie (ohne Führungskilometer) die karierte Flagge abholte.

Somit war nach diesem Vorfall der Weg frei für Kasey Kahne und Brad Keselowski, welche sich als die aussichtsreichsten Nachfolger des dominanten Johnson herausstellten. Keselowskis Team pokerte später leider in der Boxengasse falsch und schickte den amtierenden Meister mit vier neuen Reifen zurück ins Renngeschehen, während die Konkurrenz sich nur zwei frische Pneus abholte. Zwar brachte Bad Brad später noch einen versöhnlichen sechsten Rang ins Ziel, doch der Sieg war in unerreichbare Ferne gerückt. Darum stritten sich in der Schlussphase nämlich die drei verbliebenen Hendrick-Teamkollegen:

Nach den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge um Runde 135 lag wieder Kasey Kahne in Führung, welcher schnell Gesellschaft in Person seiner Mitstreiter Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr bekam. Wer hätte vor dem Rennen schon geglaubt, dass plötzlich drei Hendrick-Chevrolets an der Spitze des Feldes liegen würden und Jimmie Johnson wäre keiner davon? Ungefähr 15 Umläufe hielt diese Paradefahrt an und Kahne schien vorne mit gut sieben Sekunden Vorsprung bei noch zehn zu fahrenden Runden quasi enteilt. In Umlauf 150 von 160 fanden die NASCAR-Offiziellen dann allerdings Debris auf der Ideallinie und lösten folgerichtig eine weitere Caution aus.

Jetzt ging es eigentlich nur noch darum, wer denn den besseren Restart erwischen und zudem das schnellere Auto auf dem letzten Short-Run besitzen würde. Jeff Gordon reagierte besser und holte sich Kasey Kahne auf der Innenbahn. Schnell hatte er sich einen kleinen Vorsprung erarbeitet und setzte zum ersten und so dringend benötigten Saisonsieg an – zudem noch an seinem 42. Geburtstag. Doch wer glaubte, hier war das Rennen nun entschieden, der irrte gewaltig: Matt Kenseth bugsierte sich und seinen Gibbs-Toyota drei Runden vor Schluss zum dritten Mal in die Schlagzeilen (dazu gleich mehr), als er in Turn 2 einen Dreher hinlegte und daher die letzte Gelbphase des Tages ausgerufen werden musste.

Der entscheidende Restart zwei Umläufe vor dem Ende begann also mit umgedrehten Vorzeichen, da nun Jeff Gordon vorne vor Kasey Kahne den Takt angeben musste. Gordon war eigentlich schlau genug, die für ihn zuvor erfolgreiche Innenbahn zu wählen, allerdings hatte er nicht mit der Entschlossenheit von Kahne gerechnet. In einem wahnsinnigen Manöver schob die #5 sich im sehr schwierigen Tunnel-Turn bzw. Turn 2 AUSSEN an der #24 vorbei. Dabei sah es wirklich aus, als wenn Kahne überhaupt nicht vom Gas gegangen wäre. Gordon war wohl derart perplex, dass er schnell noch weiteren Boden auf seinen Teamkollegen verlor und die Entscheidung somit gefallen war.

Für Kasey Kahne bedeutet sein zweiter Saisonsieg die fast sichere Chase-Qualifikation, denn zumindest per Wildcard sollte er jetzt über sehr gute Chancen verfügen, wenn er denn aus den Top10 herausfallen würde. Das ist jetzt nicht ganz so unwahrscheinlich wie man zunächst denkt, da Kahne als Achter lediglich 18 Punkte Vorsprung auf den Cut besitzt.

Schade ist es für Jeff Gordon, der sicherlich gerne seinen ersten Saisonerfolg gefeiert hätte und das nicht hauptsächlich wegen seines Geburtstags: Zwar brachte ihn sein zweiter Platz auf Rang 9 in der Meisterschaft, aber ohne Sieg sind die 8 Punkte Vorsprung auf den Cut natürlich wahnsinnig gefährlich. Entweder Gordon gewinnt demnächst oder er bleibt zumindest konstant am Ball. Ansonsten darf Jeff nach Richmond zuschauen, wenn der neue Champion ermittelt wird.

Hinter dem Hendrick-Duo positionierte sich ein wieder mal sehr stark auffahrender Kurt Busch, welcher derzeit bei seinem Farmteam Furniture Row Racing das eigentliche Mutterschiff von Richard Childress Racing gewaltig auf Trab sowie deutlich auf Distanz hält. Für die Chase-Qualifikation könnte auch Busch endlich einen – inzwischen sehr verdienten – Sieg gebrauchen. In der Fahrerwertung liegt er nämlich nur auf Rang 13, hinter dem ebenfalls noch sieglosen Brad Keselowski und vor Martin Truex Jr, welcher momentan die zweite Wildcard nach Tony Stewart besetzt. Auch hier kommt es derzeit jede Woche zu Verschiebungen.

Die Top7 ist weiterhin ziemlich safe, lediglich Matt Kenseth ist mit 44 Zählern Vorsprung etwas zurückgefallen. Das lag wohl an seinem katastrophalen Tag, welcher schon in Runde 1, Turn 1 begann. Juan Pablo Montoya wurde beim Rennstart von hinten angeschoben und kam deshalb etwas ungestüm in die erste Kurve gefahren, wo er neben Kenseth auch noch Ricky Stenhouse Jr das Rennen versaute. Kenseth machte danach noch mit einer zu spät abgesessenen Durchfahrtsstrafe von sich reden, weshalb ihn die NASCAR-Offiziellen sogar kurzzeitig von der Zeitnahme ausschlossen. Seine verlorene Runde bekam Matt jedoch anschließend durch einen Lucky-Dog zurück. Der letzte Incident mit „Mad Kansas“ war dann die bereits erwähnte finale Caution drei Umläufe vor Schluss. Kein guter Tag also für den meiner Meinung nach größten Johnson-Konkurrenten in diesem Jahr.

Weitere nennenswerte Zwischenfälle:

- Danica Patrick und ihr mittlerweile ja schon „persönlicher Freund“ Travis Kvapil trafen sich mal wieder auf der Strecke. Patrick wurde im side-by-side loose und kassierte bei ihrem Dreher noch das RCR-Duo Jeff Burton und Paul Menard. Schade, denn sie lag in Aussicht auf ein Top20-Resultat. Es war aber ein ganz normaler Rennunfall.

- Pechvogel Denny Hamlin erlebte durch einen weiteren Reifenschaden das dritte DNF der letzten fünf Rennen. Ich weiß nicht, ob vielleicht Goodyear eine Wette platziert hat, wann Hamlin sich den Rest der Saison frei nimmt, um seine anhaltenden Rückenschmerzen ärztlich behandeln bzw. operieren zu lassen? Auf jeden Fall ist der Chase für ihn nun außerhalb realistischer Reichweite: Bis zu Rang 20 müsste Denny 118 Punkte aufholen und dabei noch mindestens zwei Siege in den verbleibenden fünf Rennen einfahren. Ja ne, is klar…

Der Vollständigkeit halber kurz noch zum Endergebnis: Die Top5 komplettierten hinter dem Führungstrio Ryan Newman und Dale Earnhardt Jr. Ein Top10-Resultat ließen sich Brad Keselowski, Joey Logano, Kyle Busch, Tony Stewart sowie Greg Biffle gutschreiben.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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July 30 2013

06:00

NASCAR: Analyse Indianapolis 2013

Erst überraschend die Pole gesichert und dann auch noch gewonnen. Ryan Newman zeigt, wie man am besten mit einer Entlassung umgeht und lässt Jimmie Johnson in Indianapolis hinter sich, der über die meiste Zeit das langatmige Rennen beherrschte und erst am Ende durch einen Fehler seiner Crew zurück fiel.

Samuel Deeds 400 At The BrickyardÜber lange Zeit des Rennens konnte man sich fragen, ob man sich dieses nun weiter anschaut, oder doch lieber mit einem Topf voll Wasser auf den Balkon geht und diesem beim Verdunsten zu sieht. Doch am Ende sollte es doch noch spannender werden, da die Pit-Crew von Jimmie Johnson beim letzten Boxenstopp ein Fehler unterlief, welcher der #48 die Führung kostete. Den Rückstand konnte Johnson nicht mehr aufholen und Ryan Newman sich seinen ersten Sieg auf dem Brickyard sichern. Wie für Tony Stewart ist dieser Sieg auch für Ryan Newman etwas ganze besonderes, schließlich ist er zwei Stunden nördlich von Indianapolis in South Bend (Indiana) aufgewachsen. Doch der Sieg ist nicht nur als Gewinn des Heimrennens sehr wertvoll sondern auch als Bewerbungsschreiben für ein Cockpit für die nächste Saison, schließlich steht Newman nach dem Rauswurf bei Stewart/Haas-Racing noch ohne Vertrag für das kommende Jahr da. Die Chance, ihn nächste Saison wieder zu sehen, sollte nun aber erheblich gestiegen sein. Böse Zungen behaupten, manche brauchen erst eine Kündigung damit sie Leistung bringen. Dies könnte man auch bei Newman vermuten, denn schon im Qualifying, in das er als Letzter gestartet war, konnte er sich völlig überraschend die Pole Position mit Streckenrekord vor Jimmie Johnson sichern. Für ihn war es nicht nur die 50. Pole seiner Karriere, sondern auch die Erste seit September 2011.

Ab 19:22 Uhr MEZ galt es dann, diese gute Startposition in ein akzeptables Rennergebnis umzusetzen. Dies gelang Newman auch am Start und Jimmie Johnson verlor sogar seinen zweiten Platz an Carl Edwards, holte sich diesen aber schon in der zweiten Runde wieder zurück. Das Feld hatte sich recht schnell sortiert und die gerade mal 70.000 Zuschauer sahen ein vor sich hin plätscherndes Rennen. Den ersten Aufreger des Rennens gab es dann in Runde 13, als Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr., 15 Runden vor den geplanten Boxenstopps, seine Mannschaft aufsuchte. Grund hierfür war ein lockerer Reifen hinten rechts. Mit vier frischen Pneus und aufgefülltem Tank ging es dann wieder zurück in das Rennen, allerdings mit einer Runde Rückstand. In Umlauf Nummer 25 kamen dann auch die anderen Piloten unter grün an die Box, beginnend mit Martin Truex Jr. und Denny Hamlin. Wenig später folgten auch Jimmie Johnson und Ryan Newman. Die Crew von der #48 lieferte wie gewohnt eine ausgezeichnete Arbeit ab und schaffte es Johnson Boxenstopp bereinigt auf Platz eins, vor Newman, zu bringen. Die beiden Fahrer waren auch die Einzigen die wirklich eine Siegchance hatten, konnten sie doch dem Feld locker mehrere Sekunden davon fahren.

Nach den ersten Boxenstopps passierte erst mal lange nichts, bis Burton in Runde 54 als Erster seine Crew zum zweiten Mal aufsuchte. Kurz darauf folgten ihm Johnson und Newman und fuhren in unveränderter Reihenfolge weiter. Es beschlich einen langsam das Gefühl, dass das ewig so weiter gehen könnte. Doch in Runde 59 kam auf einmal der Retter in der #32 in Person von Timmy Hill. Dieser kroch auf der Gegengeraden so langsam, dass zum ersten Mal die gelbe Flagge in diesem Rennen geschwenkt werden musste. Diese Gelbphase nutzten unter anderem Matt Kenseth und Jeff Gordon, um ihre noch ausstehenden Boxenstopps zu absolvieren. Die Führung ging somit wieder an Jimmie Johnson über, der vor Ryan Newman das Rennen in Runde 65 wieder aufnahm. Newman erwischte einen schlechten Restart und fiel auf Platz vier zurück. Carl Edwards und Kasey Kahne belegten nun die Positionen hinter Johnson.

Genau zur Halbzeit in Runde 80, nach einer Stunde und 16 Minuten Rennzeit, wurde die gelbe Flagge erneut geschwenkt. Schuld war diesmal Jeff Burton, der langsam aus Turn vier in die Boxengasse einrollte und schließlich die Garage aufsuchte. Einige Piloten nutzten diese Möglichkeit, um sich neue Reifen und Benzin zu holen, aber nicht alle. Joey Logano, Brad Keselowski, Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr. entschieden sich, draußen zu bleiben. Ein Kuriosum gab es dabei auch noch. Logano, in Turn vier vor Keselowski liegend, hatte sich schon zur Boxeneinfahrt einsortiert und wurde außen von Keselowski überholt. Als Logano sich doch noch gegen einen Stopp entschied und wieder auf die Strecke zurück kehrte, war Keselowski vor ihm. Die NASCAR entschied daraufhin, dass der Penske-Ford mit der #2 und nicht mit der #22 der Führende sei. So kann man also auch unter gelber Flagge überholen.

Mit Keselowski in Front ging es in Runde 86 weiter. Für Jeff Gordon lief es, ab diesen Moment, nicht mehr allzu gut, denn auf seinen alten Reifen konnte er den anderen Piloten absolut nichts mehr entgegen setzen. Nur sieben Runden nach der erneuten grünen Flagge kam er schon an die Box, vermutlich auch weil sein Motor aufgrund von Debris am Kühler zu warm wurde. Wenig später konnte Jimmie Johnson die Führung erneut übernehmen, da auch Logano und Keselowski an die Box kommen mussten. Zehn Runden später suchten die Führenden ebenfalls ihre Crew auf. Im Gegensatz zu Johnson verlief der Boxenstopp bei Newman nicht reibungslos und er verlor einige Sekunden auf die #48.

Dies sollte aber nicht weiter stören, da in Runde 114 zum dritten und letzten Mal eine Caution ausgelöst wurde. Der Grund war erneut Timmy Hill und wieder war er langsam auf der Gegengerade. Alle Gelbphasen des diesjährigen Brickyard 400 wurden also durch langsame Autos auf der Strecke ausgelöst. Beim Restart konnte sich Johnson wiederholt durchsetzen, auch wenn er Probleme mit durchdrehenden Reifen beim Anfahren hatte. Hinter ihm platzierten sich Joey Logano und Dale Earnhardt Jr., der sich nach seinen Problemen am Anfang des Rennens wieder nach vorn kämpfen konnte. Beide Fahrer wurden allerdings recht zügig vom starken Ryan Newman überholt. Dieser versuchte nun, Boden auf Johnson gut zu machen.

In Runde 133 kam Jimmie Johnson dann zu seinem finalen Boxenstopp und ausgerechnet dieser sollte ihm das Rennen kosten. Beim Reifenwechsel hinten links kam es zu einer Verzögerung und Johnson konnte erst nach 18 Sekunden Standzeit wieder das Rennen aufnehmen. Dies nutzte Ryan Newman eine Runde später bei seinem Stopp aus und setzte sich mit sieben Sekunden vor Johnson in Front. Bemerkenswert hierbei war, dass die #39 im Gegensatz zur #48 nur zwei statt vier neue Reifen bekam. Für die letzten Runden war also noch für Spannung gesorgt und Johnson hob diese aufrecht. Schnell war er bis auf drei Sekunden ran, doch dann ging es nicht weiter voran und Newman konnte die Führung sogar wieder ausbauen. Nach 160 Runden gelang es dem “Rocket-Man” schließlich als Erster, vor Johnson, den Ziegelstein-Streifen zu überqueren und sicherte sich damit seinen ersten Sieg im Heimrennen.

Auf Platz drei kam Kasey Kahne im Hendrick-Chevy vor Lokalmatador Tony Stewart ins Ziel. Überraschend war, dass sich Earnhardt Jr. nach seinen anfänglichen Problemen noch den sechsten Platz sichern konnte und dass diesmal kein einziges Team Start & Park betrieb. Enttäuscht hat hingegen Danica Patrick. Während ihre Teamkollegen in den Top fünf landeten schaffte sie gerade einmal den 30. Platz. Ebenfalls ernüchternd fiel das Resultat für Brad Keselowski aus, welcher durch die 21. Position wieder aus dem Chase fällt. Ryan Newman darf sich hingegen wieder ernsthafte Hoffnungen auf den Einzug in die Playoff-Runde machen, hat er doch nur noch 20 Punkte Rückstand auf den auf zwölf platzierten und mit einem Sieg ausgestatteten Martin Truex Jr.

Zum Abschluss gibt es wie gewohnt noch als PDF das Rennergebnis und die Stände zur Fahrer- und Owner-Wertung. Nächste Woche geht es für den Sprint Cup weiter zum zweiten Rennen auf dem Pocono Raceway.

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July 26 2013

18:00

NASCAR: Vorschau Indianapolis 2013

Nachdem der Sprint Cup letzte Woche eine Pause eingelegt hatte, lassen die Fahrer der V8-Boliden dieses Wochenende in Indianapolis ihre Motoren wieder aufheulen. Im Mittelpunkt stehen zum einen die neuen TV-Verträge der NASCAR und, wie immer, Jimmie Johnson, der das Vorjahresrennen gewinnen konnte.

Brickyard 400Indianapolis, ein Mythos, eine legendäre Strecke, die 1909 erbaut wurde und die erste Rennstrecke mit dem “Speedway” im Namen war. Berühmt ist Indianapolis für seine IndyCars, doch seit 1994 traut sich auch der NASCAR Sprint Cup auf das Oval. Dieses Jahr findet das 20. Brickyard 400, oder kurz und bündig “Crown Royal Presents the Samuel Deeds 400 at the Brickyard Powered by BigMachineRecords.com”, auf dem 2,5 Meilen langen mit einer Kurvenüberhöhung von 9° 12′ versehenen Speedway statt. Der Indianapolis Motor Speedway zeichnet sich nicht nur durch seine unverwechselbare Form, sondern auch durch die zwei langen Geraden aus, auf denen das Windschatten-Fahren wieder im Vordergrund steht. Hier gilt es, aus den flachen Kurven genügend Geschwindigkeit mitzunehmen, um sich auf der Geraden heranzusaugen und schließlich zu überholen. Im Gegensatz zu den Superspeedways von Daytona und Talladega werden hier aber keine Restrictor Plates eingesetzt, da durch die geringe Überhöhung der Kurven keine so hohen Geschwindigkeiten möglich sind. Mit diesen Bedingungen kamen bis jetzt Jeff Gordon und Jimmie Johnson am besten klar, denn beide sind jeweils vier Mal als Erster über die Ziellinie aus Ziegelsteinen gefahren. Jimmie Johnson ist auch gleichzeitig der Gewinner des Vorjahresrennens und ihn gilt es, auch dieses Mal wieder zu schlagen. Ebenfalls sollte man den zweifachen Sieger Tony Stewart nicht vergessen, der in den letzten Wochen gut dabei war und sich in New Hampshire fast seinen zweiten Saisonsieg geholt hätte, wären da nicht Brian Vickers und der leere Tank gewesen.

Wenn man einen Blick auf die Meisterschafts-Tabelle wirft, ist natürlich Jimmie Johnson mit inzwischen 696 Punkten, 56 Zähler vor dem Zweiten Clint Bowyer, wiedermal ganz oben. Doch weiter unten herrscht der pure Kampf um die letzten Plätze im diesjährigen Chase. Kurt Busch hatte in New Hampshire ein gutes Auto und durchaus eine Siegchance, bis es zum Zwischenfall mit Matt Kenseth und Ryan Newman kam. Das kostete ihn seine Top-Ten-Platzierung und nun findet er sich auf Platz 14 wieder. Vorjahres-Champion Brad Keselowski ist mit Platz acht hingegen aktuell wieder im Chase, aber noch ohne Sieg. Dies könnte noch zum Problem werden, denn seine Verfolger Kahne, Stewart und Truex Jr. haben bereits einen Saisonsieg auf dem Konto und nur wenige Punkte Rückstand auf den Penske-Piloten. Noch kritischer ist die Lage für Keselowskis Teamkollegen Joey Logano, der in den letzten Wochen bis auf Platz 18 zurückfiel, aber mit nur 46 Punkten Rückstand auf Platz zehn ist auch bei ihm noch alles möglich. Abschließend kann man sagen, dass wir uns auf einen spannenden Kampf bis hin zum letzten Rennen vor dem Chase in Richmond einrichten können.

Doch vor dem Chase gilt es, noch sieben Rennen möglichst erfolgreich zu absolvieren, inklusive dem nächsten auf dem Brickyard. Hier nehmen insgesamt 45 Teams das Training und Qualifying unter die Räder, von denen im Rennen wie gewohnt 43 an den Start gehen werden. Trevor Bayne sitzt wieder im Ford mit der #21 von den Wood Brothers, Timmy Hill übernimmt die #32, die in New Hampshire noch von Ken Shrader pilotiert wurde. Der Sieger des letzten Rennens, Brian Vickers, wird diesmal nicht dabei sein und das Cockpit der #55 an Mark Martin abgeben. Auch die #95 von Leavine ist mit Scott Speed wieder am Start, nachdem sein Team zuletzt beim Coke Zero 400 in Daytona auf der Entry List stand. Landon Cassill tritt in der #40 an, den frei werdenden Platz in der #33 übernimmt Austin Dillon, der nächstes Jahr höchstwahrscheinlich für Richard Childress fahren wird. Childress könnte außerdem in der nächsten Saison ein viertes Auto einsetzen, mit wahrscheinlich Ryan Newman oder Kurt Busch am Steuer.

Doch in den letzten Wochen stand nicht unbedingt das Geschehen auf der Strecke im Mittelpunkt. Vielmehr gab es einige Neuigkeiten außerhalb des Rennbetriebes. Zum einen hat James Finch sein Phoenix-Team verkauft und wird seine Bemühungen nach dem Brickyard 400 einstellen. Der Käufer des Rennstalls mit der #51 auf dem Auto ist bis jetzt unbekannt, aber das Nationwide-Team Turner/Scott Motorsport wird als Käufer hoch gehandelt. Fakt ist, dass dies das letzte Rennen für Finch als Owner von Phoenix Racing ist. AJ Allmendinger wird wie beim letzten Saisonlauf hinter dem Steuer der #51 sitzen.

Kommen wir zur wahrscheinlich wichtigsten Meldung der letzten Tage, und zwar den neuen TV-Verträgen der NASCAR ab 2015. Zuerst die gute Nachricht: TNT ist raus! Nur noch nächstes Jahr und dann kann man den NASCAR-Sommer ohne diese “Übertragungen” verbringen. Ebenfalls zieht sich ABC/ESPN ab 2015 von der Übertragung zurück und macht Platz für NBC, welche zuletzt den Sprint Cup 2006 zeigten, aber aufgrund von schwachen Quoten ausstiegen. Somit werden sich Fox und NBC die Sprint Cup-Saison ab 2015 untereinander aufteilen, wobei NBC die letzten 20 und Fox die ersten 13 Rennen ausstrahlt. Die verbleibenden drei Rennen stehen noch offen, werden aber wahrscheinlich auch von Fox übernommen. Die Übertragungen bei NBC werden größtenteils auf dem Spartensender “NBC Sports Network” laufen, bei dem bereits die Formel 1 und IndyCars zu sehen sind. Nur sieben Rennen werden direkt auf NBC gezeigt. Zusätzlich zum Sprint Cup werden von NBC auch noch 19 Rennen der Nationwide Series ausgestrahlt, hier vier direkt bei NBC und die restlichen 15 Rennen bei NBC Sports Network. Der Vertrag von Fox läuft bis 2022 mit einem Umfang von 2,4 Milliarden Dollar pro Saison, der von NBC bis 2024 und umfasst 4,4 Milliarden Dollar. Das Paket von NBC umfasst neben dem Sprint Cup auch die Nationwide, die sie sich vermutlich ebenfalls mit Fox teilen werden.

Doch kommen wir zurück zum aktuellen Geschehen. Nachdem TNT in New Hampshire seine Sommer-Übertragung beendet hat, übernimmt für die restliche Saison ABC/ESPN. Für die Freunde von deutschen Kommentatoren ist auch Motorvision TV wieder ab Sonntag 18:00 Uhr live dabei.

Zu guter Letzt gibt es wie gewohnt die Entry List und die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung. Der Zeitplan gestaltet sich folgendermaßen:

Freitag, 26.07.2013
14:30 Uhr Nationwide Practice, nicht im TV
16:30 Uhr Nationwide Practice, SPEED
17:35 Uhr Sprint Cup Practice, SPEED

Samstag,27.07.2013
15:00 Uhr Sprint Cup Practice, ESPN2
18:05 Uhr Nationwide Qualifying, SPEED
20:10 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN
22:30 Uhr Nationwide Rennen (Indiana 250),ESPN

Sonntag, 28.07.2013
19:00 Uhr Sprint Cup Rennen (Brickyard 400), ESPN & Motorvision TV (Vorberichterstattung ab 18:00 Uhr)

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July 09 2013

06:15

NASCAR: Analyse Daytona Juli 2013

„Ooops, I did it again!“ dürfte sich Jimmie Johnson gedacht haben, als er nach dem Daytona 500 auch das Sommerrennen auf dem legendären Superspeedway in Florida gewann. Die im Vorfeld stark auftretende Armada von Joe Gibbs Racing konnte in der Nacht dagegen nicht mithalten und so holte Johnson ausgerechnet mit Restrictor-Plates die meisten Führungsrunden und landete am Ende in der Victory-Lane.

Jimmie_Johnson_070613_Burnout_DaytonaEigentlich musste Jimmie Johnson ja gewinnen, nachdem sein Superspeedway-Knoten im Daytona 500 endlich geplatzt war. Was hatte er seit 2006 jahrelang auf den Restrictor-Plate-Ovalen gelitten und war in einen Big-One nach dem anderen verwickelt. Der Stochastik nach stand also quasi irgendwann eine sehr erfolgreiche Zeit bevor und je länger das Pech andauerte, desto größer würde das anschließende Glück ausfallen müssen. Die Mathematik gab ihm Recht und so gewann Johnson in dieser Saison gleich beide Rennen in Daytona – unglaublich! Auch wenn ich ihn nicht als den idealen Sieger empfunden habe und mir Außenseiter-Erfolge lieber sind, hat er sich die Fahrt in die Victory-Lane doch reichlich verdient. Immerhin führte Jimmie das Feld satte 94 der 160 Runden durch die Nacht und das ist für ein Superspeedway-Rennen natürlich schon eine Wucht. Die nur 18 Führungswechsel waren dann die logische Folge und es überrascht jetzt auch eher, dass trotz dieser Zahl wenig Single-File gefahren wurde.

Insgesamt präsentierte sich das Gen6 im Draft nämlich sehr „fahrbar“ und ruhig, was wohl an den bisherigen Erfahrungen aus Daytona und Talladega liegen dürfte. So war es möglich, dass sich fast durchgehend zwei Linien herausbilden konnten, während es bei den Restarts sogar three-wide erstaunlich unkompliziert ablief. Dementsprechend kam es auch nur zu insgesamt 6 Cautions, von denen die erste recht früh durch den Motorschaden von Paul Menard ausgelöst wurde. In den ersten 150 Runden waren die Crashes zudem noch recht übersichtlich und betrafen wenige Fahrer. Kurz zusammengefasst:

Caution #2: Joey Logano (Reifenschaden)
Caution #3: Martin Truex Jr dachte, er sei clear und wurde vom hinterherfahrenden Denny Hamlin umgedreht. Hamlin bekam wiederum von Teamkollege Kyle Busch einen Schubser und landete direkt vor der Motorhaube von Juan Pablo Montoya.
Caution #4: Eine ähnliche Rangelei zwischen Marcos Ambrose und David Stremme sorgte für eine Kettenreaktion im Hinterfeld zwischen Aric Almirola, AJ Allmendinger und Greg Biffle.

Während dieser Gelbphase gut 30 Runden vor dem Ende konnten übrigens auch alle Fahrer das Benzinfenster schließen. Zudem überraschten viele Teams mit der Entscheidung, für den finalen Fuelrun keine neuen Reifen aufzuziehen. Ganz allgemein gesehen hielten die Goodyears wirklich absurd lange. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wer es war, aber bei den Interviews nach dem Rennen wurde irgendwann erwähnt, dass ein Fahrer die komplette Nacht mit einem einzigen Satz linker Pneus absolviert hätte. Leider habe ich diese Aussage jetzt auf die Schnelle nicht mehr gefunden, um es ganz sicher belegen zu können – schade.

Die aufregenden Momente des Rennens spielten sich dann in den letzten 10 Runden ab, als zwei Big-Ones Schlag auf Schlag folgten. Zunächst hebelte sich Denny Hamlin auf dem Apron ausgangs Turn 4 selbst aus und riss die Meute hinter sich ins Verderben. Matt Kenseth konnte gerade noch so ausweichen, ansonsten hätte er seinen Teamkollegen à la T-Bone auf die Hörner genommen. Getroffen wurde Hamlin aber dennoch und zwar von AJ Allmendinger, der meiner Meinung nach noch etwas zu schnell unterwegs war. Allerdings spielt sich sowas in Sekundenbruchteilen ab, von daher ist die tatsächliche Reaktionsmöglichkeit immer schwer einzuschätzen. Jedenfalls hatte Denny richtig viel Glück, da er um 180 Grad herumgerissen wurde und aufzusteigen drohte. Ebenfalls beteiligt waren noch Jeff Gordon, David Reutimann und Dave Blaney.

Anschließend musste das Rennen für knapp 10 Minuten mit einer roten Flagge gestoppt werden, um das Chaos rechtzeitig vor dem Ende aufräumen zu können. Der arme Jimmie Johnson war nun im Finale mit den so ungeliebten Restarts konfrontiert, die ihm in den Wochen zuvor schon einige Probleme einbrachten. Dieses Mal konnte er als Führender aber immerhin selbst das Tempo vorgeben. Trotzdem bekam hinter ihm Marcos Ambrose plötzlich einen riesigen Run auf die #48 und versuche, auf der Gegengeraden innen vorbeizuziehen. Dabei kollidierte der Australier mit Jimmie und wurde daraufhin wie beim Billard in Kasey Kahne gedrückt. Der übernahm den elastischen Stoß und bog seitwärts in die SAFER-Barrier ab, wobei der Einschlag sich zudem als recht gewalttätig entpuppte.

Auf dem Plan stand anschließend Green-White-Checkered-Verlängerung #1, die zwar ausreichen sollte, aber trotzdem nicht ereignislos blieb. Jimmie Johnson lieferte dabei eine absolut souveräne Vorstellung ab und hielt fast mühelos beide Linien hinter sich. Das sah schon sehr beeindruckend aus! Währenddessen wurde eingangs der letzten Runde hinter ihm Carl Edwards von Scott Speed umgedreht. Die mitgerissenen Piloten hießen hier Marcos Ambrose, Bobby Labonte, Joe Nemechek und Landon Cassill. Da dies jedoch erst in Turn 2 geschah, war vorne ohne Probleme ein Rennen um den Sieg unter Grün möglich. Ich möchte ein Kompliment an die NASCAR-Offiziellen aussprechen, die hier alles richtig gemacht haben und die gelbe Flagge im Köcher ließen.

Während Jimmie Johnson bei der Einfahrt ins Trioval Tony Stewart hinter sich lassen konnte, versuchten sich Danica Patrick, Ricky Stenhouse Jr, Kyle Busch und David Gilliland an einem Four-Wide-Manöver, was letztlich Danica in einen Dreher schickte. Die trudelnde #10 sammelte schließlich alles jenseits der Top8 ein, was das Endresultat wie üblich etwas durcheinanderwürfelte. Hinter Johnson holten sich Tony Stewart, Kevin Harvick, Clint Bowyer und Michael Waltrip ein Top5-Ergebnis, während Kurt Busch, Jamie McMurray, Dale Earnhardt Jr, Casey Mears und Ryan Newman die Top10 komplettierten.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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June 18 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan Juni 2013

Das Rennen am Sonntag war definitiv keines, bei dem es sich lohnte, das Feld anzuführen. Nahezu alle Siegkandidaten wurden nacheinander eliminiert, vor allem bei Hendrick Motorsports erlebte man ein komplettes Debakel. Der lachende Drölfte war am Ende Greg Biffle, der den 1000. NASCAR-Sieg für Ford holte.

287152In Michigan konnte die NASCAR wie erwartet ein ganz ansehnliches Rennen produzieren, jedoch fingen sich Goodyear und TNT erneut eine Menge Hohn und Spott ein: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte es an der Strecke geregnet, weshalb die Piloten mit einer komplett grünen Strecke beginnen mussten. Die Offiziellen setzten zur Sicherheit eine Competition-Caution in Runde 20 an, um den Teams die Möglichkeit zur Kontrolle der Reifen zu geben und danach war schnell klar, wohin die Reise gehen sollte. Die meisten Reifen zeigten nämlich keinen signifikanten Verschleiß, sodass Two-Tire-Stops über weite Teile des Rennens das Mittel der Wahl darstellten. Die Strecke nahm somit auch nur wenig Gummi an, was einige Fahrer besonders früh am Nachmittag in arge Probleme brachte. Im Finale löste sich die Eisenvariante von Goodyear bei erhöhter Beanspruchung zu allem Überfluss auch noch recht schnell auf.

Davon wird besonders Jimmie Johnson ein Liedchen singen können, der eindeutig über das schnellste Fahrzeug im Feld verfügte, zum Schluss aber erneut glücklos in Michigan blieb. Damit war er bei Hendrick Motorsports weiß Gott nicht alleine, denn die komplette Spitzentruppe von Rick Hendrick gab für den Fernsehzuschauer ein debakel-farciges DNF-Konzert zum Besten und reihte sich damit nahtlos in die Regiekünste von TNT ein. Naja gut, Jeff Gordon hat angefangen, wenn man es ganz genau nehmen will und zu diesem Zeitpunkt war die TV-Übertragung auch noch ganz in Ordnung. Während Gordon in Runde 7 dem übersteuernden Bobby Labonte nicht mehr ausweichen konnte, wartete TNT mit der Werbung brav auf die Gelbphase. Für die #24 war das Rennen daraufhin mehr oder weniger beendet, insgesamt 52 Runden konnte das Team nach einer ewig langen Reparaturpause noch abspulen.

Kurz darauf machte auch Kurt Busch seine Erfahrungen mit der grünen Strecke und bereitete seinem guten Start in Führung liegend ein jähes Ende. Nach dem Dreher musste man auch an der #78 den Hammer und das Klebeband rausholen, wodurch Platz 35 das höchste der Gefühle bleiben sollte. Dann entglitt TNT die TV-Übertragung zusehends, weil offenbar der zuständige Regisseur den Zufallsgenerator für Werbepausen einschaltete, um sich einen Kaffee zu holen. Dumm nur, dass er sich dabei aus dem Ü-Wagen aussperrte. So oder so ähnlich lässt sich das anschließende Wirr-Warr ganz gut erklären. TNT hat echt gut angefangen, verpasste dann aber wieder Boxenstopps unter Gelb (also mit Ansage), kehrte daraufhin kurz zurück, ohne etwas aufzulösen und ging wieder in die Werbung. Dieses Mal habe ich mitgezählt und vier Werbeblöcke in 15 Minuten ermittelt, die jeweils 3 Minuten lang waren.

Ganz übel wurde es dann gegen Rennmitte, als bei Kasey Kahne ein Teil an der Aufhängung brach oder der rechte Vorderreifen nachgab – so richtig sicher war man sich beim Team mit der #5 anschließend selbst nicht. TNT blieb jedoch trotz des echt heftigen Einschlags einfach stur in der Werbepause, während FOX und ESPN mit absoluter Sicherheit sofort wieder auf Sendung gegangen wären; hat man ja auch oft genug gesehen. Kahne lag zu diesem Zeitpunkt übrigens ebenfalls in Führung und war somit nach Busch der zweite Lap-Leader, den es hart traf. Sein Rennen war natürlich sofort vorbei, denn die letzte Amtshandlung von Kahne war es, die brennende #5 per Knopfdruck mit dem Bordfeuerlöscher zu behandeln.

Daraufhin setzte sich zu Beginn der zweiten Rennhälfte Dale Earnhardt Jr. unter dem Jubel der Massen an die Spitze und konnte gemeinsam mit Jimmie Johnson – wie schon zuvor Kasey Kahne – zeigen, dass die Hendrick-Wagen am Sonntag vom Speed her das Maß aller Dinge darstellten. Leider setzte sich der Leader-Fluch fort und so erwischte es in Runde 132 dann ohne Vorwarnung auch Junior. Bei ihm war jedoch ein Motorschaden Schuld an der nicht performancegerechten Zielankunft. Earnhardt hatte wirklich kaum Zeit zu reagieren, denn nachdem er den ersten Zylinder verlor, dauerte es keine zwei Runden, bis die #88 komplett in einer weißen Rauchwolke verschwand. Schade, denn in Michigan wäre wieder einmal ein Sieg für Junior möglich gewesen.

Nun übernahm Jimmie Johnson kurz das Ruder, holte sich unter Gelb an der Box jedoch vier anstatt zwei neue Reifen ab und musste danach aus den Top20 neu angreifen. Johnson arbeitete sich recht zügig nach vorne durch, wurde aber erneut von einer Gelbphase aufgehalten. Diese achte und letzte Caution fiel unglücklicherweise mitten in die letzte Serie von Green-Flag-Pitstops und brachte das Feld etwas durcheinander. In Führung befand sich zu diesem späten Zeitpunkt Greg Biffle, der den Platz an der Sonne von seinem Teamkollegen Carl Edwards geerbt hatte. Edwards selbst begann kurz zuvor den Boxenstoppreigen, weil sein Ford langsam aber sicher überhitzte und war nun durch die plötzliche Gelbphase wenigstens in den Genuss des Lucky-Dogs gekommen.

Bei Jimmie Johnson tankte man die #48 randvoll und verlor dadurch erneut einige Plätze, die der Fahrer nun mit zwei neuen Reifen auf der Strecke zurückzuerobern hatte. Während also vorne Greg Biffle gefolgt von Kevin Harvick seine Runden abspulte, überforderte Johnson bei seiner zweiten Jagd durchs Feld endgültig die Goodyears. Nachdem er sich an Harvick vorbeigesetzt hatte und von Biffle auf Distanz gehalten wurde, verabschiedete sich der rechte Vorderreifen am Johnson-Chevy, was ihn natürlich schlagartig aus der Entscheidung nahm. Weil keine weitere Cautions ausgerufen wurde, konnte Biffle vorne seinen ersten Saisonsieg und damit den 1000. Erfolg von Hersteller Ford in der NASCAR unter Dach und Fach bringen.

Mal schauen, ob sich Greg Biffle damit etwas in den Chase-Regionen festsetzen kann, wo er nun den achten Platz belegt. In der Vorschau vermutete ich ja schon, dass Michigan so etwas wie der Turnaround werden könnte. Ob das natürlich auch für das nächste Rennen in Sonoma gilt, bleibt abzuwarten. Biffle ist ja nun nicht der klassische Road-Warrior, aber auch die Oval-Spezies haben in den letzten Jahren eine Menge auf den Rundstrecken dazugelernt. Enttäuscht verlief der Sonntag wie erwähnt für Hendrick Motorsports, die mit Jimmie Johnson (28.), Dale Earnhardt Jr (37.), Kasey Kahne (38.) und Jeff Gordon (39.) einen De-facto-Totalausfall hinlegten.

Hinter Biffle komplettierten Kevin Harvick, Martin Truex Jr., Kyle Busch und Tony Stewart die Top 5. Busch zeigte nach einer Strafe zu Beginn des Rennens eine gute Aufholjagd und Stewart unterstrich mit Rang 5 den Erfahrungsgewinn bei den zurückliegenden Testfahrten seines Teams. Die Top 10 rundeten Matt Kenseth, Clint Bowyer, Carl Edwards, Joey Logano und Jeff Burton ab. Ebenfalls lobenswerte Ergebnisse holten Austin Dillon als Elfter und Danica Patrick als starke Dreizehnte hinter Brad Keselowski. Irgendwie blieb aber am Ende das Gefühl, dass die meisten Fahrer nur deshalb so weit vorne gelandet sind, weil man bei Hendrick Motorsports so grandios desaströs die Top-5-Resultate am laufenden Band aufgeben musste.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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