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February 25 2014

09:00

October 29 2013

08:00

NASCAR: Analyse Martinsville Oktober 2013

Mit 17 Cautions sorgte das Rennen auf dem Short-Track in Martinsville für ordentlich Kleinholz und Reibereien. Jimmie Johnson kam nicht über Platz fünf hinaus und verlor in der Meisterschaft überraschend Punkte gegenüber Matt Kenseth, der als Zweiter hinter dem strahlenden Sieger Jeff Gordon ins Ziel kam.

Goody's Headache Relief Shot 500 Powered By KrogerVor dem Start in das Rennen des Sprint Cups am Sonntag ging es bereits heiß her: Am Vortag im Truck-Rennen wurde Kevin Harvick von seinem Richard-Childress-Teamkollegen Ty Dillon gedreht und lieferte sich anschließend mit diesem einige Scharmützel. Dem setzte er am Ende noch mit folgender Aussage die Krone auf: “Exactly the reason why I’m leaving RCR, because you’ve got those kids coming up and they’ve got no respect for what they do in this sport and they’ve had everything fed to them with a spoon.” Das hat gesessen! Das sein Boss Richard Childress darüber nicht gerade erfreut war, überrascht wenig. Es wurde sogar schon über einen vorzeitigen Wechsel zu Stewart Haas Racing in die #14 spekuliert, doch das war schnell wieder vom Tisch. Am Sonntag entschuldigte sich Harvick für seine Aussagen und wird auch noch für den Rest der Saison in der #29 von RCR verweilen.

Die Pole auf der kürzesten Strecke des Jahres sicherte sich Denny Hamlin vor Jimmie Johnson. In Reihe zwei starteten Kyle Busch und der überraschend starke Matt Kenseth, der hier eigentlich nie wirklich zurechtkam. Ebenfalls bemerkenswert: David Ragan ging im Ford mit der #34 von Front Row aus Reihe vier auf die 500 Runden. Beim Rennstart konnte Denny Hamlin die Spitze noch behaupten, doch schon in der dritten Runde setzte sich der Favorit Jimmy Johnson in Front und auch Kyle Busch und Matt Kenseth gingen an der #11 vorbei. Als Hamlin sich gerade wieder einsortiert hatte, kam auch schon die erste gelbe Flagge. In Runde sieben traf Carl Edwards eingangs Kurve drei die #31 von Jeff Burton und schickte diesen in einen Dreher. Hinter dem querstehenden Burton kam es zu einigen Auffahrunfällen, in denen der Chevrolet mit der #7 von Dave Blaney so stark beschädigt wurde, dass er in die Garage musste.

Nach dem Restart war Jimmie Johnson zunächst wieder an der Spitze, doch die Toyotas von Joe Gibbs konnten ein hohes Tempo gehen und so setzte sich Kyle Busch in Runde 25 an Johnson vorbei und übernahm die Führung. Sein Teamkollege Matt Kenseth tat es ihm gleich und ging ebenfalls an der #48 vorbei und machte klar, das mit ihm zu rechnen war. Wenig später setzte sich Kenseth sogar an die Spitze und sammelte seine ersten Führungsrunden in diesem Rennen. Kenseth konnte rundenlang in Ruhe Lead Laps sammeln, ehe Carl Edwards in Umlauf 88 erneut für Aufsehen sorgte. Zum wiederholten Male schickte er ein Fahrzeug in Kurve drei in einen Dreher, dieses Mal war der Leidtragende Travis Kvapil, der sein Auto glücklicherweise noch aus der Mauer halten konnte. An der Box konnte Kenseth seine Führung verteidigen und Jeff Gordon holte sich den zweiten Platz von Jimmie Johnson. Den Spitzenplatz musste die #20 beim Restart in Runde 94 aber sofort wieder an die #48 abgeben und auch Juan Pablo Montoya schlüpfte mit durch.

Bis zur Runde 140 dauerte es, bis es erneut zu einer Gelbphase kam. Erneut war es der Eingang zu Kurve drei, aber dieses Mal war Carl Edwards nicht schuld. Bobby Labonte in der #47 räumte die #83 von David Reutimann ab und löste damit die dritte Caution des Abends aus. Beim Restart setzte sich erneut Johnson vor Gordon und Montoya durch. Lange durften die Piloten aber nicht Gas geben, da bereits knapp 20 Runden später Kyle Larson für die nächste Unterbrechung sorgte. Ihm platze sein Chevrolet-Motor, was einen Dreher kurz vor dem Boxeneingang zur Folge hatte. Die Führungsgruppe suchte erneut die Boxencrews auf und Dale Earnhardt Jr. war der große Profiteur, der sich auf Platz zwei schieben konnte. In Umlauf 181 nahmen die Fahrer das Rennen wieder auf, aber nur für eine Runde. Dann kam es in Kurve eins zu einer Kettenreaktion, bei der die Autos von Kasey Kahne und Martin Truex Jr. stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ebenfalls trugen die Fahrzeuge von Denny Hamlin, Aric Almirola und Ken Schrader einige Schäden davon.

Nachdem die grüne Flagge erneut geschwenkt wurde, dauerte es nicht lange, bis diese wieder durch eine gelbe Variante ersetzt wurde. In Runde 204 kam Kurt Busch in seiner #78, beim Versuch Jamie McMurray zu überholen, zu hoch und drehte sich nach innen ab. Dort konnte Mark Martin nicht mehr ausweichen und schlug in die Seite von der #78 ein. Erneut ein glückloses Rennen für die #14. Die Führenden Jimmie Johnson und Matt Kenseth entschlossen sich dazu, draußen zu bleiben, während der Rest des Feldes an die Box kam. Nach dem Restart konnte Matt Kenseth die Führung zum wiederholten Male übernehmen, ehe Travis Kvapil in der #93 sich ausgangs Kurve vier drehte und damit die siebte Caution auslöste. Bis auf Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch entschlossen sich alle Fahrer dazu, ihrer Pitcrew fernzubleiben. Zum Fahren kam man aber auch nach dem Schwenken der grünen Flagge nicht so richtig, da in Runde 229 die bereits achte Gelbphase des Rennens ausgelöst wurde. Dieses Mal wurde David Reutimann von Martin Truex Jr. in Kurve drei umgedreht. Bei dieser Gelbphase trennten sich schließlich die Wege von Jimmie Johnson und Matt Kenseth, denn während die #48 sich frische Reifen holte, blieb die #20 draußen. Damit fiel Johnson auf Platz 16 zurück, während Kenseth die Führung behielt. Diese musste Kenseth allerdings kurz nach dem Restart an Clint Bowyer abgeben.

Nach der achten Caution gab es endlich wieder eine längere Grünphase zu bestauen, in der Matt Kenseth und Juan Pablo Montoya auf ihren alten Reifen einige Positionen verloren. Montoya fand sich einige Runden nach dem Restart sogar auf Platz 27 wieder, mit einer Runde Rückstand. Clint Bowyer konnte sich hingegen besser auf seinen über 100 Runden alten Pneus halten und musste sich lediglich Jeff Gordon geschlagen geben, ehe in Runde 284 die neunte Gelbphase des Rennens durch die #95 von Reed Sorenson ausgelöst wurde, als dieser in Kurve drei ausrollte. An der Box setzte sich Gordon erneut durch und Johnson konnte sich bereits wieder auf Platz zwei vorschieben. Die nächste Unterbrechung ließ erneut nicht lange auf sich warten. Diese wurde in Runde 299 durch ein Teil in Kurve eins ausgelöst, das sich von der #88 gelöst hatte. Matt Kenseth nutzte die Caution auf Platz 15 liegend für einen erneuten Boxenstopp. Viel Zeit, um sich nach vorne zu arbeiten, hatte er nicht, da bereits fünf Runden nach dem Restart die gelbe Flagge erneut in der Luft wedelte. Die #40 von Landon Cassill wurde in Kurve drei von Kasey Kahne umgedreht und Kenseth besuchte anschließend erneut seine Crew, um sich vier frische Reifen abzuholen.

Erneut konnte er diese aber nicht nutzen, da die folgende Grünphase nur drei Runden hielt, denn dann gerieten Kevin Harvick und Ryan Newman bei der Anfahrt auf Kurve eins aneinander und Newman verabschiedete sich rückwärts in die Mauer. Und nun ratet mal, wie lange es bis zu nächsten Caution dauerte: Genau, ganze zwei Runden brauchte es, bis zum 13. Mal die gelbe Flagge geschwenkt wurde. Juan Pablo Montoya machte in der der Anfahrt zu Kurve eins ein 3-wide mit Marcos Ambrose und Martin Truex Jr. auf, bei dem die #56 schließlich in die Mauer geschickt wurde. Jimmie Johnson holte sich frische Reifen und fiel auf Platz 20 zurück, sieben Positionen hinter Kenseth. Nach der grünen Flagge dauerte es erneut nur wenige Runden bis zur nächsten Gelbphase. Dieses Mal war die Ursache ein abgefallener Kühlergrill eines Fords, der mitten auf der Start-/Zielgerade lag. Die beiden Führenden Jeff Gordon und Kyle Busch suchten ihre Pitcrew auf und Pole-Sitter Denny Hamlin konnte die Spitze übernehmen.

Man wollte es kaum glauben, als es danach mal mehrere Runden unter grün weiter ging. Während dieser Phase gerieten Kevin Harvick und Jimmie Johnson etwas aneinander und Danica Patrick machte in den Top Ten auf sich aufmerksam. Ganze 20 Umläufe schaffte es das Feld, unter grün zu absolvieren, bevor Cole Whitt in der #30 die nächste Caution durch einen Reifenplatzer mit nachfolgendem Dreher und Mauereinschlag in Kurve drei auslöste. In der Box konnte sich Denny Hamlin gegen seinen Teamkollegen Matt Kenseth durchsetzen. Die Führung sicherte sich Elliot Sadler in der #55, der nicht an der Box war. Die Spitzenpostion war er sofort nach dem Restart wieder an Kenseth los. Die #20 führte das Feld bis zur nächsten Gelbphase in Runde 380 an. Denn dann drehte sich J.J. Yeley in Kurve drei, nachdem er sich zuvor mit Ricky Stenhouse Jr. angelegt hatte. Die Führenden blieben draußen und so konnte die #20 weiterhin Führungsrunden abspulen.

Ganze 30 Runden währte die folgende Grünphase, dann verirrte sich ein Teil in den Eingang von Kurve eins und löste 86 Runden vor Schluss die 17. und letzte Caution des Abends aus. Alle Fahrer suchten ihre Box für den finalen Stopp auf und Matt Kenseth konnte erneut die Führung behaupten. Nach dem Restart entwickelte sich ein spannender Kampf um den Sieg zwischen Matt Kenseth und Jeff Gordon. Gordon konnte sich 21 Runden vor Schluss die Spitze schnappen und gab diese nicht wieder her und sicherte sich damit seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg. Matt Kenseth setzte sich hauchdünn gegen Clint Bowyer durch und ist nun in der Meisterschaft punktgleich mit Jimmie Johnson, der nur auf Platz fünf ins Ziel kam. Danica Patrick belegte nach einem starken Rennen Platz 17.

Für Jeff Gordon war der Sieg immens wichtig, denn er gibt ihm noch eine kleine Restchance auf den Titel. Es dürfte allerdings fast unmöglich werden, die bereits 27 Punkte Rückstand auf das Duo Matt Kenseth und Jimmie Johnson innerhalb der letzten drei Rennen aufzuholen. Ähnliche Restchancen wie Gordon besitzen auch noch Kevin Harvick und Kyle Busch, die 28 respektive 36 Punkte Rückstand auf die Führenden der Meisterschaft haben. Es läuft alles auf ein Duell zwischen Jimmie Johnson und Matt Kenseth um den NASCAR-Titel hinaus, bei dem Kenseth vielleicht sogar als hauchdünner Favorit ins Rennen geht. Denn als nächstes steht mit dem Texas Motor Speedway ein Intermediate-Oval auf dem Programm, auf denen Kenseth so gut wie immer ein Siegkandidat ist.

Alle die inzwischen den Überblick verloren haben, dürfen sich über folgende Links die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung zu Gemüte führen.

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October 15 2013

11:24

NASCAR: Analyse Charlotte Oktober 2013 / Gedanken zur Aerodynamik / Status bei Michael Waltrip Racing

Da dominieren die Piloten von Hendrick Motorsports gemeinsam 313 von 334 Runden in Charlotte und am Ende gewinnt etwas überraschend Brad Keselowski. Bei nur vier Gelbphasen und einer Menge Green-Flag-Racing zeigte sich dieses Mal das große Problem des Sprint Cups vollumfänglich: die Clean- bzw. Dirty-Air beim Gen6!

NASCAR_NSCS_CMS_Brad_Keselowski_Win_BurnoutViel Spannung bot das letzte Nachtrennen der NASCAR-Saison nun wahrlich nicht auf, vor allem der zweiten Rennhälfte fehlten nahezu komplett die Cautions. Einige Gelbphasen hätten dem Rennen aber wirklich gut getan, wie man so schön sagt, denn mit der Hilfe von etwas Mystery-Debris wäre das Feld vermutlich nicht so weit auseinandergezogen worden. Zum Schluss befanden sich nur noch 13 Autos in der Führungsrunde, was man einer späten Caution zu verdanken hatte, sonst wären es maximal nur noch die Top10 gewesen. Das alles zeigte deutlich: Der Sprint Cup muss dringend die Aerodynamik des Gen6 überarbeiten! Doch darauf komme ich später im Artikel noch einmal zurück und werde ebenso auf die sich überschlagenden Ereignisse bei Michael Waltrip Racing eingehen. Zunächst lassen wir das Rennen vom Wochenende kurz Revue passieren:

325 Umläufe überbot man sich bei Hendrick Motorsports boxenstoppbereinigt an der Spitze des Feldes und ließ sich so sage und schreibe 313 von 334 möglichen Führungsrunden gutschreiben. Polesitter Jeff Gordon befand sich nur bis zur ersten Gelbphase in der Spitzenposition und übergab danach an Dale Earnhardt Jr, welcher allerdings mit Müll auf seinem Kühlergrill haderte und daraufhin Kasey Kahne passieren ließ. Weil Junior sein Debris an dessen Heck nicht abschütteln konnte, fiel er weiter zurück und probierte es schließlich erfolgreich bei Jimmie Johnson. Die so wichtige Track-Position war allerdings weg und weil die #88 später erneut etwas aufsammelte und ihr letztendlich in der Nacht das Handling abhandenkam, war im Jubiläumsrennen von Earnhardt leider nur Rang 15 drin.

An einer Fahrt in die Victory-Lane zeigten sich grundsätzlich Jimmie Johnson (130) und Kasey Kahne (138) am interessiertesten, die bis zur vierten, letzten und damit auch entscheidenden Caution in Runde 308 die meisten Umläufe in Führung verbracht hatten. Die Ausgangslage beim Auffinden des mysteriösen Debris präsentierte sich wie folgt: Johnson und Kahne verfolgt durch Kyle Busch und Matt Kenseth, die den Hendrick-Piloten als einzige Mitstreiter Konkurrenz bieten konnten. Dahinter lauerten Brad Keselowski und Jeff Gordon auf ihre Chance. Bei Kahne und Gordon versuchten es die Crew-Chiefs mit nur zwei neuen Reifen, was beide Fahrer vor Johnson, Kenseth, Busch und Keselowski in die erste Reihe für den Restart spülte.

Es folgte die einzig spannende Phase des Rennens – die Schlussphase über 23 Runden: Jimmie Johnson vergab seine Siegchance direkt beim Restart mit Übersteuern zwischen Turn 1 und 2. Zwar verlor er gleich einige Plätze, konnte sich aber bis zur karierten Flagge noch bis auf Rang 4 nach vorne arbeiten. Unterdessen fiel aber Jeff Gordon (7.) zurück, dem die nur zwei neuen Reifen weniger gut bekamen als seinem Teamkollegen an der Spitze. Sogar Kyle Busch (5.) und Kevin Harvick (6.) schoben sich noch an Gordon vorbei. Vorne lag plötzlich das Auto von Brad Keselowski wie ein Brett auf der Straße und so arbeitete sich der (nicht mehr lange) amtierende Champion zunächst nach fünf Runden an Matt Kenseth (3.) vorbei und fuhr anschließend Sturm auf Kasey Kahne, der zuvor noch vom Kampf um Position 2 profitieren konnte.

Mit seinen nur zwei neuen Reifen hatte Kasey Kahne (2.) aber schließlich keine Chance gegen den frischer bestückten Brad Keselowski, auch wenn sich beide Piloten rundenlang ein sehenswertes Duell lieferten. Neun Runden vor dem Ende war die Suppe dann ausgelöffelt und Keselowski das erste Mal in diesem Jahr in die Victory-Lane gefahren. Diesen Sieg hat Brad sich wirklich verdient, da er ihn auf der Rennstrecke erkämpfen konnte. Wie gut sein Penske-Ford in den Schlussrunden lag, zeigte seine Herkunft beim Restart. Innerhalb von nur 14 Runden fuhr er die blaue #2 von Rang 6 an die Spitze – eine beeindruckende Leistung! Dabei hatte er es auch im Rest des Rennens nicht einfach, da er von Startplatz 23 kam und bei einem Boxenstopp noch eine Strafe kassierte, weil er den Wagenheber eine Runde mit um die Strecke nahm.

Der Erfolg von Brad Keselowski war zudem der erste Sieg eines Nicht-Chase-Teilnehmers seit Kasey Kahne in Phoenix 2011. Weil die Playoff-Meute jedoch direkt hinter ihm einfuhr, ergab sich keine nennenswerte Verschiebung in der Meisterschaftstabelle. Diese ist aber am nächsten Wochenende in Talladega nahezu garantiert.

Vielleicht sollte ich unseren Debütanten Kyle Larson noch kurz erwähnen, der leider mit einem Motorschaden in Runde 247 ausschied. Larson konnte sich bis dahin allerdings exzellent verkaufen und hielt sich über weite Strecken der Nacht in den Top20 auf. Wenn er in Martinsville noch so ein gutes Resultat einfahren kann, muss ich meine Bedenken zu einem möglicherweise verfrühten Cup-Einsatz wohl zurückziehen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Wie versprochen folgen nun noch einige Gedanken zum Thema Aerodynamik: Am Wochenende zeigte sich sehr deutlich, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, den Führenden mit seinem Bonus der Clean-Air zu überholen. Erst wenn der Spitzenreiter selbst in die Dirty-Air der zu überrundenden Fahrzeuge gerät, bekommen die Verfolger wieder eine theoretische Chance. Das Problem ist dann nur, dass die Führung zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Sekunden angewachsen ist. Immerhin haben die NASCAR-Offiziellen dies erkannt und arbeiten derzeit fieberhaft an einer Verbesserung des Wettbewerbs auf der Strecke. Direkt nach dem Rennen in Charlotte fanden umfangreiche Testfahrten mit vielen Teams statt, bei denen insgesamt sieben Neuerungen evaluiert wurden.

Da die NASCAR sich häufig sehr bedeckt hält, was interne Prozesse angeht, gerieten bisher nur einige wenige Experimentierfelder an die Öffentlichkeit. So spielt man zurzeit mit veränderten Größen der Spoiler an Heck, Kofferraum und Dach. Nun ergibt sich allerdings ein Problem, denn natürlich produzieren diese Luftleitbleche eine Menge Dirty-Air, gleichzeitig sind sie aber äußerst wichtige Sicherheitsfeatures. So verhindern die Kofferraum- und Dachspoiler gemeinsam mit den Roof-Flaps, dass sich die Fahrzeuge bei einem Dreher jenseits von 150 mph plötzlich in die Luft erheben und überschlagen. Weiterhin stabilisieren sie gemeinsam mit dem Heckspoiler die Wagen in den Turns, damit die Autos diese Geschwindigkeiten überhaupt erst gefahrlos erreichen können.

Ob die NASCAR das Überholproblem also mit einem Spoiler-Tweaking lösen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich steht daher auch die umstrittene minimale Fahrzeughöhe auf dem Prüfstand, für deren Einhaltung vor und nach dem Rennen die Teams Unsummen in Form von Spezialdämpfern und -federn ausgeben. Ich sehe derweil schon die ersten Boxenstopps misslingen, weil der Wagenheber plötzlich nicht mehr unter das Auto passt, denn die Grundidee ist klar: Im Normalfall möchte man das Auto so tief wie möglich auf die Strecke drücken, damit man durch die überströmende Luft ein Maximum an Downforce generieren kann. Grundsätzlich ist eine Liberalisierung hier wünschenswert, um die Kosten zu drücken. Dass aber weniger Dirty-Air hinten austritt, ist unwahrscheinlich.

Weiterhin sind übrigens Testfahrten auf dem Texas Motor Speedway geplant, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval und damit dem Kernproblem des Gen6. Hoffen wir, dass es den NASCAR-Offiziellen bis zum Beginn der nächsten Saison gelingt, den Wettbewerb auf der Strecke zu verbessern. Ich sehe bei der Aerodynamik leider wenig Handlungsspielraum und würde stattdessen lieber auf mehr Variabilität beim mechanischen Grip setzen – sprich den Reifenhersteller Goodyear in die Pflicht nehmen.

Drunter und drüber geht es derzeit auch bei Michael Waltrip Racing, wo die Verantwortlichen nach dem Wochenende reinen Tisch machen wollten und sich prompt mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert sahen: 2014 wird MWR nun nach dem Ausstieg von Sponsor NAPA an der #56 nur noch mit zwei Vollzeitautos an den Start gehen. Den zugehörigen Piloten Martin Truex Jr hatte man ja zuvor schon für Verhandlungen mit anderen Teams mehr oder weniger freigestellt, da der dritte Wagen nur noch auf Teilzeitbasis eingesetzt werden soll, u. a. mit Teamchef Michael Waltrip im Daytona 500. Truex besitzt unterdessen glücklicherweise eine gute Chance, bei Furniture Row Racing einzusteigen, die immer noch auf der Suche nach einem Ersatz für den scheidenden Kurt Busch sind.

Dann kam die Nachricht oder sagen wir besser Hiobsbotschaft, dass Brian Vickers mindestens bis zum Saisonende ausfällt, da bei einem medizinischen Check ein Blutgerinnsel in seiner rechten Wade gefunden wurde. Da die Ärzte ihn sofort auf blutverdünnende Medikamente setzten, darf er aufgrund des erhöhten Risikos bei einem etwaigen Unfall und dabei möglicherweise auftretenden Blutungen selbstverständlich kein Rennauto mehr bewegen.

Für Vickers ist dies unterdessen keine unbekannte Diagnose, da er schon 2010 ein halbes Jahr aufgrund von Blutgerinnseln in Lunge und Beinen aussetzen und sogar eine Herz-OP über sich ergehen lassen musste. Die gute Nachricht ist aber, dass die Ärzte nur von einem vergleichsweise kleinen Rückschlag ausgehen und für 2014 positiv gestimmt sind. In Talladega wird Michael Waltrip die #55 planmäßig pilotieren, die Bekanntgabe eines Ersatzmannes für den Rest des Jahres steht allerdings noch aus. An dieser Stelle wünschen wir Brian eine schnelle Genesung!

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October 08 2013

05:44

NASCAR: Analyse Kansas Chase 2013 – Chrash, boom, bang

Eine regelrechte Caution-Orgie sorgte für ein interessantes Rennen der NASCAR. Und dann brannte auch noch ein Busch. Allerdings ein richtiger, nicht einer der Brüder.

Hollywood Casino 400Kalte Temperaturen, eine neue Asphaltdecke und mal wieder Reifenprobleme von Goodyear sorgten auf dem Oval in Kansas für einen sehr abwechselungsreichen Renntag, bei man allerdings ein wenig Geduld mitbringen musste. Denn 15 Cautions waren dann doch etwas viel für ein Rennen, auf der anderen Seite beschweren wir uns das halbe Jahr über langweilige 1,5-Meilen-Ovale, auf denen nichts los ist. Dann doch lieber etwas mehr Abwechslung, wobei einige Unfälle wirklich nicht schön aussahen. Der Spannung im Chase hat das Rennen ein wenig geholfen.

Schuld an den ganzen Cautions der NASCAR waren, glaubt man den Fahrern, zu einem großen Teil die Reifen. Goodyear hatte zum dritten Mal in diesem Jahr die sogenannten “Zone Tread”-Reifen für die linke Seite mit nach Kansas gebracht. Auf dem neuen, eher rutschigen Asphalt geben die Reifen etwas mehr Grip, was die Belastungen auf der rechten Seite etwas reduziert. Dadurch entstand aber wohl ein neues Problem, was sich meist ausgangs der Kurven zeigte. Sobald der Druck am Ausgang der Kurve auf die rechte Seite wieder etwas nachließ, neigten die Autos zum Übersteuern, was diverse Dreher verursachte. Praktisch jeder Fahrer hatte mindestens einen “close call”.

Aber ganz schuldlos waren die Fahrer auch nicht. Gleich in der ersten Runde erwischte es Danica Patrick, die in der ersten Kurve rechts abbog und ziemlich heftig in die Safer Wall einschlug. Der Wagen war komplett zerstört, der Tag für Danica damit gelaufen. Immerhin musste sie dann nicht weitere vier Stunden im Auto sitzen. So lange dauerte es nämlich, bis am Ende endlich der Sieger feststand.

An der Spitze ging es während des Rennens recht bunt zu. Zunächst konnte sich Pole-Sitter Kevin Harvick an die Spitze setzen, meist gefolgt von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Nach einem Drittel des Rennens hatte sich der bisherige Dominator des Chase, Matt Kenseth, die Führung geschnappt, doch lange konnte er sich dort nicht festsetzen. In einer der vielen Caution handelte er sich eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Box ein. Von dem Desaster konnte er sich bis zum Schluss nicht erholen. Nach dem Rennen klagte er über einen schwer zu fahrenden Gibbs-Toyota.

Überhaupt war es nicht das Wochenende der Gibbs-Mannschaft. Hamlin blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und Kyle Busch, immerhin aussichtsreich im Chase positioniert, haderte mit sich, dem Wagen, den Reifen und den Mitstreitern. Im Verlauf des Rennens gelang es ihm nicht wie gewohnt, in die Top 3 zu fahren, nach einem Restart gegen Mitte des Rennens versuchte er Montoya zu blocken, der ihn auf der unteren Linie überholen wollte. Montoya touchierte Busch, der sich in einen langen Dreher verabschiedete. Immerhin sammelte er im dichten Feld niemanden auf. Für seinen Ausfall sorgte er ein paar Runden später, als er in Turn 1 massiv in die Mauer einschlug. Der Toyota war vorne komplett platt, Busch selber konnte aber aussteigen. Nach dem Rennen gab er erst Montoya einen mit (“Den werden wir nicht vermissen”), dann Goodyear (“Schlechter Reifen”), bevor er schnell nach Hause flog.

Die kurioseste Caution kam dann in Runde 156, als plötzlich dichter Rauch über Turn 1 zog. Am Rande der Strecke brannte plötzlich eine Hecke und der Qualm vernebelte die Sicht. An eine Caution aus diesem Grund konnten sich die Veteranen auch nicht erinnern.

In der Schlussphase des Rennens hatte sich Noch-Meister Brad Keselowski an die Spitze gesetzt und behauptete diese problemlos. Doch dann machte das Team einen schwer zu verstehenden Fehler und ließ Keselowski zu lange draußen. Dies hatte zur Folge, dass ihm der Spirt ausging und er gerade noch so an die Box rollen konnte. Bis der Tank voll und der Motor wieder gestartet war, hatte der Penske-Mann zwei Runden verloren. Offensichtlich hatte man sich in Sachen Verbrauch verrechnet oder beim Stopp zuvor war weniger Sprit in den Tank geflossen, als man gedacht hat.

Kaum war Keselowski wieder im Rennen, zerlegte Brian Vickers seinen MWR-Toyta nachhaltig ausgangs Turn 2. Der Einschlag war heftig, der Wagen zerstört, aber auch Vickers konnte unverletzt aussteigen. Die schweren Unfälle glichen sich sehr. Ein Fahrzeug, allein, niemand rechts, links oder knapp dahinter, und doch rutschten die Autos plötzlich über die Hinterachse raus und waren nicht mehr zu kontrollieren. Ein “Save” war offenbar nicht mehr möglich, nachdem der Wagen einmal den Grip verloren hatte. Ob Goodyear die “Zone Tread”-Reifen in diesem Saison noch mal unverändert an den Start bringen wird, darf bezweifelt werden.

Die Endphase des Rennens verlief dann ruhig. Kevin Harvick gewann den letzten Restart, dahinter positionierte sich Kurt Busch, der wegen eines Unfalls im Training vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war. Hinter Busch kam Jeff Gordon ins Ziel, der allerdings nach dem Rennen einiges mit Busch zu diskutieren hatte. Man war im Rennen zwei Mal aneinander geraten, was man nach dem Rennen dann (friedlich) besprach.

Hinter Gordon lautete die Reihenfolge Logano, Edwards, Johnson. JJ musste in der letzten Runde seinen Motor abstellen, weil dieser wohl den Geist aufgegeben hatte. Es folgten Menard, Junior, Ambrose und Amirola. Matt Kenseth kam auf P11.

Im Chase hat sich Johnson an Kenseth ran gerobbt, dessen Vorsprung nur noch drei Punkte beträgt. Dahinter liegt nun Kevin Harvick, dem 25 Punkte auf Kenseth fehlen. Mehr Abstand haben schon Gordon (-32), Kyle Busch (-35) und Greg Biffle (-44). Die Chancen von Harvick, Gordon und Busch sind zwar noch intakt, aber wenn Kenseth und Johnson weiter so regelmäßig punkten, dürfte es schwer werden. Aber mit dem Rennen in Talladega folgt ja noch ein Lauf, der den Chase stark verändern kann. Am kommenden Samstag geht es erst einmal nach Charlotte zum Nachtrennen.

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September 10 2013

08:00

NASCAR: Analyse Richmond September 2013

Die Chase-Teilnehmer stehen fest, doch der Weg dorthin war nicht nur turbulent, sondern wird in den nächsten Tagen noch für einigen Diskussionsstoff sorgen. Im Fokus stehen der Sieger Carl Edwards und vor allem Michael Waltrip Racing in Person von Clint Bowyer.

Federated Auto Parts 400Das Rennen in Richmond stand ganz im Zeichen des Chase. Ständig wechselten die Positionen und somit auch die Chase-Teilnehmer. Als alles entschieden schien, wurde durch ein späte Caution nochmal alles über den Haufen geworfen. Doch dazu später mehr. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rennen hatte sich Jeff Gordon im Qualifying gesichert, als er sich mit Streckenrekord die Pole Position holte. Jimmie Johnson verpasste unterdessen nicht nur das Qualifying, sondern auch sämtliche Practice-Sessions, denn er wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater, als Lydia Norriss das Licht der Welt erblickte. Ohne eine einzige gedrehte Runde ging Johnson als 43. ins Rennen. Dieses startete sehr diszipliniert und Gordon konnte in den ersten 49 Runden die Spitzenposition verteidigen. Dann ging allerdings Brad Keselowski an ihm vorbei, der wie auch Gordon einen Sieg bitter nötig gehabt hätte. Einige Runden nachdem Keselowski die Führung übernommen hatte, war er sie auch schon wieder los, denn Kurt Busch konnte durch sein auf Long Runs abgestimmtes Auto an ihm vorbeiziehen.

Nach den ersten Boxenstopps unter grün kam schließlich in Runde 136 die erste Caution heraus. Grund war – wie sollte es anders sein – Debris in Kurve drei. Bei den Stopps unter gelb fiel Kurt Busch durch Probleme beim Wechseln des linken Hinterrades von Platz eins auf sechs zurück. Die Führung hatte nun Jamie McMurray inne, allerdings nicht lange. Direkt beim Restart wurde er von Brad Keselowski geschnappt, der anschließend einsam seine Runden um die Konkurrenz drehte. Dies war dann in Runde 207 vorbei, denn David Stremme drehte sich eigenverschuldet in Kurve vier. Nach den Boxenstopps fand sich Kurt Busch wieder an der Spitze, vor Keselowski. Als es in Runde 215 weiter ging, kam es noch zu einem Kuriosum, als Jamie McMurray bei der Anfahrt auf Kurve eins frontal eine gefüllte Wasserflasche traf und diese mehrere Meter in die Luft geschleudert wurde. Es wurde zwar kein Auto nennenswert beschädigt, allerdings fragt man sich, wie diese “Debris” übersehen werden konnte und warum der Restart nicht noch um eine Runde verschoben wurde. Normalerweise sieht die NASCAR ja jedes Staubkorn auf der Strecke, diesmal allerdings nicht mal eine Wasserflasche.

Ungeachtet dessen setzte sich Brad Keselowski in Front, vor Kurt Busch. Während Keselowski vorne weg fuhr, musste Jimmie Johnson sein Auto aufgrund von technischen Problemen in die Garage stellen. Johnson fuhr kurz zuvor schon mit Rundenrückstand dem Feld hinterher und erwischte wie schon in den letzten Wochen ein grauenhaftes Rennwochenende. Auch sein Hendrick-Teamkollege Jeff Gordon in der #24 musste wenig später ungeplant die Box aufsuchen und kam mit zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Doch mit vier frischen Reifen konnte er sich schnell zumindest wieder um eine Runde zurückrunden. Dann kam auch noch ein bisschen Glück hinzu, als in Runde 267 wegen Debris auf der Gegengeraden erneut gelb geschwenkt wurde. Somit war Gordon durch den “Lucky Dog” wieder in der Führungsrunde. An der Spitze fand sich unterdessen Clint Bowyer wieder. Dieser konnte sich recht schnell absetzen, da hinter ihm der Kampf um die zweite Position zwischen Kevin Harvick, Brad Keselowski und Kurt Busch ausgetragen wurde. Besonders Harvick und Keselowski rieben sich einige Runden aneinander auf, bis Harvick die #2 in Kurve vier etwas beiseite schob und den zweiten Platz eroberte. Keselowski fiel danach immer weiter zurück und konnte nicht mehr an seine Leistung vom Anfang des Rennens anknüpfen. Die Titelverteidigung war nun Geschichte.

58 Runden vor Schluss, gerade als die Boxenstopps unter grün absolviert wurden, sorgte Jimmie Johnson für Aufsehen. Durch einen geplatzten Vorderreifen verursachte er die dritte Caution des Abends. Sein Teamkollege Jeff Gordon hatte zum wiederholten Male Glück, denn gerade als er seine Box aufsuchte, kam die gelbe Flagge. Erneut durfte er sich mit Hilfe des “Lucky Dogs” zurückrunden. Die Turbulenzen wusste Carl Edwards am besten für sich zu nutzen und lag beim Restart auf Position eins vor Paul Menard. In den letzten Runden sollte sich jedoch ein anderer Name aufdrängen: Ryan Newman. Er kämpfte sich durchs Feld und übernahm zehn Runden vor Schluss sogar die Führung. Hätte er das Rennen gewonnen, hätte er sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Chase-Teilnahme gesichert – hätte. Denn acht Runden vor Schluss wurde zum vierten und letzten Mal in diesem Rennen die gelbe Flagge geschwenkt. Der Auslöser war Clint Bowyer in der #15, der sich in Kurve vier drehte. Bowyer behauptete nach dem Rennen, dass er von Dale Earnhardt Jr. getroffen wurde, doch dieser verneinte dies. Nach Aussage von Junior hatte sich Bowyer auf eigenartige Weise selbst gedreht. Nun kann man sich dabei denken, was man will, aber seinen Teamkollegen Martin Truex Jr. brachte Bowyer damit wieder ins Rennen um die letzte Wildcard.

Doch als ob das noch nicht genug Zündstoff gewesen wäre, setzte Carl Edwards beim Restart noch einen drauf. Nachdem er sich durch einen guten Boxenstopp die zweite Position hinter Paul Menard geholt hatte, schnappte er sich beim Restart gleich noch Menard, aber vor der Start-/Ziellinie. Menard kam durch seine alten linken Reifen schlecht weg und wurde bis zur Linie von Edwards bereits abgehängt. Ob die NASCAR auch zu diesem Vorfall Untersuchungen anstellen wird, ist bisher unbekannt. So sicherte sich Edwards schließlich seinen zweiten Saisonsieg. Zweiter wurde Kurt Busch, der damit eine kleine Sensation schaffte. Er zieht als erster Fahrer überhaupt mit einem Ein-Auto-Team in den Chase ein. Hinter ihm platzierte sich Ryan Newman, der kurz vor Schluss noch geführt hatte. Dies sollte allerdings nicht für den Chaseeinzug reichen, denn bis zur Nacht von Montag auf Dienstag war Truex durch seinen siebten Platz im Rennen im Chase. Doch dann gab die NASCAR die Ergebnisse der Untersuchung gegen Michael Waltrip Racing bekannt. Allen drei Sprint-Cup-Teams von MWR werden 50 Punkte in der Fahrer- und Ownerwertung abgezogen. Dies bedeutet, dass Truex aus dem Chase fällt und Newman nun doch drin ist. Zusätzlich wurden auch die drei Crew Chiefs der einzelnen Teams bis zum 31. Dezember diesen Jahres unter Beobachtung gesetzt. MWR wird zudem noch mit einer Geldstrafe von 300.000$ sanktioniert und der Spotter der #55 und General Manager von MWR – Ty Norris – wird auf unbestimmte Zeit suspendiert. Für Bowyer hat der Punkteabzug keine Auswirkung auf den Chase, da diese Strafe auf die Wertung der ersten 26 Rennen wirkt. Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse findet ihr hier.

Doch nicht nur im Kampf um die Wildcards war es knapp, auch die letzten Plätze der Top Ten waren stark umkämpft. Kurt Busch und Greg Biffle konnten durch solide Ergebnis relativ sicher den Chase-Einzug klar machen. Knapp wurde es hingegen für Joey Logano. Er setzte sich mit nur einem Punkt Vorsprung vor Jeff Gordon auf Platz zehn. Gordon ist damit nicht im Chase, nachdem er sich im Vorjahr noch knapp qualifizieren konnte. Ebenfalls nicht geschafft hat es der Vorjahresmeister Brad Keselowski, der sich nach dem Rennen in der Gesamtwertung sogar hinter Jamie McMurray wiederfindet. Als Führender geht Matt Kenseth in den Chase, der sich durch seine fünf Saisonsiege 15 Bonuspunkte sichern konnte. Im folgen mit einem Abstand von drei Punkten von Kyle Busch und Jimmie Johnson. Der Meister der ersten 26 Rennen – Carl Edwards – startet mit bereits neun Punkten Rückstand auf Kenseth in die Jagd um den Meisterschaftstitel. Nächste Woche läutet die NASCAR mit dem Rennen auf dem Chicagoland Speedway den Chase ein.

Neben dem Chase hat sich auch auf dem Fahrermarkt wieder etwas getan. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass Ryan Newman nächste Saison wie erwartet zu Richard Childress Racing wechseln wird. Hier übernimmt er die #31 von Jeff Burton. Dieser wiederum ist aktuell bei Swan Racing für die #30 im Gespräch.

Zum Abschluss gibt es heute nicht nur die Punktestände der Fahrer- und Ownerwertung sondern zusätzlich noch die Meisterschaftstabelle der Fahrer mit der es in den Chase geht.

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August 23 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Bristol August 2013

Nachdem letzte Woche mit Michigan eine der schnellsten Strecken im NASCAR-Kalender auf dem Plan stand, wird es diese Woche etwas langsamer, aber sicher nicht ereignisärmer. Das “Kolosseum” in Bristol wird wieder für enges und hartes Racing sorgen und konnte im Vorjahr mit einigen Höhepunkten überzeugen.

PrintKurz und steil, so lässt sich das Oval in Bristol wahrscheinlich am besten beschreiben. Mit 24 bis 30° Kurvenüberhöhung ist die Strecke nur etwas flacher als die Superspeedways in Daytona oder Talladega. Diese sind aber auch 2,5 Meilen und nicht wie der Bristol Motor Speedway eine halbe Meile lang. Durch die geringe Streckenlänge kombiniert mit der starken Überhöhung ergibt sich eine Rundenzeit von gerade mal etwa 15 Sekunden. Dazu kommen noch die 43 Fahrzeuge, die nacheinander aufgereiht bereits die Hälfte der Strecke einnehmen. Die Piloten sind also während des gesamten Rennens mit Überhol- bzw. Überrundungsmanövern beschäftigt. Doch nicht nur die Fahrer sind gefordert, auch die Bremsen sind es. Diese müssen über das gesamte 500 Runden lange Rennen 1000 Bremsmanöver aushalten. Da die Bremsen für eine solche Belastung nicht ausgelegt sind, müssen sie von den Piloten pfleglich behandelt werden, sofern sie das Ende des Rennens miterleben sollen. Typisch für einen Short-Track kommt es auch immer wieder zu Kontakten zwischen den Fahrzeugen, was auch gerne mal in kleine Scharmützel ausartet. Als Beispiel kann man hier Tony Stewart nehmen, der letztes Jahr nach seinem Ausscheiden durch einen Kontakt mit Matt Kenseth etwas überreagiert hat und seinen Helm in Richtung des Autos mit der Nummer 17 warf. Auch wenn Stewart dieses Mal nicht dabei ist, wird es trotzdem einige spannende Duelle geben, schließlich geht es für einige Piloten noch um den Einzug in den Chase und hier entscheidet jeder einzelne Punkt.

Werfen wir doch einmal einen Blick auf den Punktestand. Von Platz eins bis sechs scheint alles klar zu sein, denn die Piloten Johnson, Bowyer, Edwards, Harvick, Kyle Busch und Kenseth haben entweder schon einige Siege eingefahren oder mehrere Punkte Vorsprung auf den elften Platz. Spannend wird es aber ab der siebten Position, die aktuell Dale Earnhardt Jr. inne hat. Nach seinem technischen Ausfall in Michigan trennen ihn nur noch 20 Punkte vom elftplatzierten Kasey Kahne und zudem hat Junior dieses Jahr noch nicht gewinnen können. Hinter der #88 ist der Vorjahresmeister Brad Keselowski zu finden. Mit 667 Punkten und damit acht Punkten Vorsprung steht er zusammen mit Kurt Busch (665 Punkte) und Greg Biffle (663 Punkte) aktuell nur hauchdünn innerhalb der ersten zehn Plätze. Brad und Kurt haben ebenfalls dieses Jahr noch nicht gewinnen können, Biffle fuhr hingegen bereits einen Sieg im ersten Rennen in Michigan ein.

Aber auch mit diesem einen Sieg könnte es eng werden, denn die drei Piloten die sich auf den Position elf bis 13 finden haben ebenfalls einen bzw. mit Kasey Kahne sogar zwei Erfolge. Kahne ist auch der Pilot, der mit 659 Punkten und den zwei Siegen die erste Wildcard besitzt. Den zweiten Joker hält aktuell Martin Truex Jr. in der Hand, der dicht von Joey Logano gefolgt wird. Beide Piloten konnten diese Saison jeweils ein Mal gewinnen, Truex in Sonoma und Logano im zweiten Michigan-Rennen. Für Logano war der Erfolg letztes Wochenende zudem äußerst wichtig, um den Anschluss an die Wildcard-Plätze nicht zu verlieren. Dadurch hat er nur noch sieben Punkte Rückstand auf den auf Position 12 liegenden Truex und darf sich somit wieder berechtigte Hoffnungen auf den Chase-Einzug machen. Schwieriger ist da die Lage für Jeff Gordon und Ryan Newman, die 16 bzw. 17 Punkte Rückstand auf Truex haben. Gordon steht zudem noch ohne einen Saisonsieg da und muss daher dringend eines der verbleibenden Rennen bis zum Start des Chase gewinnen. Newman hingegen hat bereits einen Sieg auf seinen Konto, den er in Indianapolis einfahren konnte. Aber auch bei ihm gilt: Je mehr Siege, desto besser.

In den Ring von Bristol werden am Wochenende 44 Piloten steigen. Die wichtigsten Änderungen sind wohl Mark Martin in der #14, der auch die letzten Rennen des Jahres bis auf Talladega im Chevrolet von Stewart sitzen wird. Den frei werdenden Platz von Martin in der #55 übernimmt in zwölf der letzten 13 Rennen Brian Vickers, auch bei ihm wird Talladega die Ausnahme sein. Auf dem Superspeedway in Alabama werden die Piloten der #14 und der #55 von Austin Dillon bzw. Michael Waltrip ersetzt. Sein Debüt im Sprint Cup wird dieses Wochenende Ryan Truex geben. Wie der Name es vermuten lässt, ist er der jüngere Bruder vom in der #56 sitzenden Martin Truex Jr. Bisher war der 21-jährige Ryan vorrangig als Entwicklungsfahrer für Richard Petty Motorsports tätig. Dieses Wochenende sitzt er allerdings im Phoenix-Chevy mit der #51 und wird dort versuchen, seinen Boliden möglichst schnell über den Beton von Bristol zu bewegen. Weitere Cockpit-Änderungen sind die #19 mit Mike Bliss, die #32 mit Ken Schrader, die #40 mit Tony Raines und die #95 mit Scott Speed. Raines muss versuchen, im Qualifying unter die ersten 36 zu kommen, da die #40 in der Owner-Wertung zu weit unten in der Tabelle steht.

Zum Abschluss nun wie gewohnt die Stände der Fahrer- und Ownerwertung sowie die Entrylist für das Irwin Tools Night Race. Das Nachtrennen ist dieses Mal live bei ABC zu sehen. Die Freunde von deutschen Kommentatoren gehen diese Woche – wie letzte Woche – leer aus, denn MotorvisionTV wird erneut keine Live-Übertragung anbieten. Stattdessen muss mit der gewohnten Highlight-Sendung am Montagabend vorlieb genommen werden.

Freitag, 23.08.2013
16:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
20:30 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 1
21:30 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 1
23:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2

Samstag, 24.08.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Food City 250), ESPN (Green Flag: 01:46 Uhr)

Sonntag, 25.08.2013
01:30 Uhr Sprint Cup Rennen (Irwin Tools Night Race), ABC (Green Flag: 01:43 Uhr)

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August 20 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan August 2013

Michigan offenbarte sich als Taktik-Klassiker, bei dem es am Ende auf den richtigen Benzinverbrauch ankam. Viele Piloten mauserten sich im Verlauf zu Siegkandidaten, doch nach 200 Runden stand dann wieder der Polesitter Joey Logano ganz vorne und fuhr in die Victory-Lane – auch weil andere Hochkaräter patzten.

289369Mit seinem ersten Saisonsieg brachte sich Joey Logano recht überraschend für die Chase-Qualifikation in Stellung. Bei den Wildcards hat er nun ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und um die Top10 herum bewegen sich ja auch schon einige andere Fahrer mit nur einem einzigen Jahreserfolg. Das Endergebnis von Michigan sorgte somit nicht gerade für Klärung auf den Playoff-Positionen, denn Platz 8 und 15 trennen immer noch nur 31 Punkte. Unterdessen bekommen die Piloten von Hendrick Motorsports – mit Ausnahme von Jimmie Johnson – so langsam schlechte Karten, weil der Top-Rennstall der NASCAR sich am Wochenende ähnlich wie bei der ersten Michigan-Ausgabe im diesem Jahr ein Volldebakel lieferte. Einzig Kasey Kahne konnte zum Schluss konstant in die Top10 vordringen.

Der Tag startete erst einmal unglaublich zäh und Jeff Gluck traf es mit seinem Tweet wohl am besten: Der besagte sinngemäß, das Rennen fühle sich an, als ob jemand nach den ersten Kilometern einer längeren gemeinsamen Autofahrt schon zum ersten Mal aufs Klo müsse. Selten so gelacht! In den ersten 17 Runden brachten es die Sprint-Cup-Asse auch mal direkt auf drei Cautions. Zuerst drehte sich Clint Bowyer in Turn 4, danach crashte David Reutimann in Turn 2. Umlauf 14 brachte anschließend einen Dreher von Tony Stewarts Ersatzmann Austin Dillon, welcher dabei noch den unbeteiligten JJ Yeley abräumte.

Als endlich etwas Ruhe ins Rennen kam, zeigten Jimmie Johnson, Kurt Busch und auch der Michigan-Spezi Dale Earnhardt Jr an der Spitze ihr Können. Nun begann jedoch die Hendrick-Farce mit einem Motorschaden bei Jimmie Johnson. Die #48 war schon recht früh einmal an der Box, um ein Problem am Motor checken zu lassen. Nach einem erneuten Aufenthalt bei der Pitcrew drohte aber das Chevrolet-Aggregat mit einem Generalstreik und so musste Johnson seinen Wagen mit nur noch sieben Zylindern in der Garage abstellen. Ganz so schlimm ist dies für den fünfmaligen Meister aber nicht, denn immerhin hat er bereits sein Chase-Ticket für dieses Jahr gelöst.

Auch für seinen Teamkollegen Dale Earnhardt Jr lief es in der Folge nicht besser: Am Sonntag erwiesen sich die Goodyear-Reifen wieder einmal nicht als sonderlich belastbar. Es stellt sich hier die Frage, ob die Pneus des Einheitsherstellers wie im Juni-Rennen mit den hohen Geschwindigkeiten zu kämpfen hatten oder ob die Teams mit sehr optimistischen Sturzwerten an den Start gegangen waren. Jedenfalls erwischte es in Runde 136 Juniors rechten Vorderreifen in Turn 2, was ihn direkt in die Mauer beförderte. Für seine Chase-Ambitionen war dies sicherlich ein erheblicher Dämpfer, auch wenn er weiterhin mit einem Polster von 20 Punkten auf den Cut die siebte Platzierung in der Meisterschaft belegt. Earnhardt darf sich solche Ausfälle wie in Watkins Glen oder Michigan echt nicht noch einmal leisten.

Zu diesem Zeitpunkt begann die entscheidende Phase des Rennens, welche Joey Logano nach dem Restart der Earnhardt-Caution in Führung sah. Dort hielt er sich auch über die nächste Gelbphase in Runde 150 hinweg, welche Bobby Labonte durch seinen Dreher in Turn 4 auslöste. Für das Schließen des Benzinfensters war es allerdings an dieser Stelle noch zu früh, da die Teams mit maximal 40 Umläufen für einen Fuelrun rechneten. Als Kyle Busch nur wenige Runden später schließlich Caution #8 von 9 auslöste, war der Restverbrauch bis zur Zielflagge in realistischen Reichweite gerückt. Bis auf Brad Keselowski, Mark Martin, David Ragan und Aric Almirola holten sich alle Piloten an der Spitze ihren finalen Splash ab. Hinter dem Quartett sortierten sich Joey Logano und Kevin Harvick ein. Damit war der Benzinkrimi quasi eröffnet.

Weil Kyle Busch sich in Runde 174 erneut drehte, bekamen die Pokerspieler eine letzte Gelegenheit, ganz sicher zu gehen. Mark Martin wagte jedoch einen All-in und blieb auf der Strecke. Beim finalen Restart lieferte er sich ein tolles Three-Wide-Duell mit Kevin Harvick und Joey Logano, wobei er seine Führung behalten konnte. Die Rechnung konnte aber nicht hinhauen und so rollte Martin erstaunliche drei Runden vor dem Ende des Rennens ohne Benzin aus. Dass er es bis dahin geschafft hatte, war schon eine erstaunliche Einsparleistung, immerhin hatte er seinen Verbrauch auf 47 Umläufe mit einem Tank gestreckt. Glücklicher aber verdienter Abstauber war daraufhin natürlich Joey Logano, der sogar noch genügend Sprit für seine Siegerdonuts an Bord der #22 wissen konnte.

Hinter Joey Logano sortierten sich Kevin Harvick und ein erneut stark auffahrender Kurt Busch ein. Busch hatte mit seinen 43 Führungsrunden wieder einmal wirklich ernsthafte Chancen auf den ersten Saisonsieg. Die Top5 komplettierten Paul Menard und Clint Bowyer. Ein Top10-Ergebnis sicherten sich Marcos Ambrose, Kasey Kahne, Jeff Burton, Greg Biffle und Carl Edwards. Generell fiel dabei auf, dass am Ende diejenigen Piloten vorne landeten, welche das unauffälligste Rennen fuhren. Juan Pablo Montoya legte einen soliden Nachmittag auf den Asphalt und wurde Elfter vor Brad Keselowski.

Bei Hendrick Motorsports überraschte übrigens auch Jeff Gordon mit einem unterirdischen Rennen. Er hielt sich zwar aus allem Ärger raus, verlor aber gerade bei den Restarts immer wieder massiv an Boden und landete somit trotz vorheriger Kampfansage nur auf Rang 17. So wird das in diesem Jahr nichts mit dem Chase für den viermaligen NASCAR-Meister. Debakel-Farce²!

Die Aufarbeitung der Punktetabelle überlasse ich meinem Kollegen Steffen für die Bristol-Vorschau am Freitag, da dieser Artikel sich bereits der magischen, selbstgesteckten 1000-Wörter-Grenze nähert und Steffen sicher ohnehin darauf eingehen wird. Daher schauen wir an dieser Stelle noch kurz auf die jüngsten, interessanten Neuigkeiten aus dem Sprint Cup:

- Am Montagabend wurde bestätigt, dass Mark Martin für den Rest der Saison bei Stewart-Haas Racing unterkommen wird, um den verletzten Tony Stewart zu ersetzen. Bis auf Talladega, wo Austin Dillon am Steuer sitzen soll, pilotiert Martin die #14 dann also bis einschließlich Homestead.

- Die Lücke bei Michael Waltrip Racing schließt derweil Brian Vickers, der damit einen prima Einstand für seine beiden folgenden Vollzeitsaisons in der #55 geben kann. Auch hier ergibt sich für Talladega eine Ausnahme: Michael Waltrip bestreitet nicht zuletzt aufgrund von Sponsorenverpflichtungen das letzte Restrictor-Plate-Rennen der Saison in seinem eigenen Team.

Und noch ein großes, echt dickes Gerücht: Kurt Busch soll ein Angebot von Stewart-Haas Racing auf dem Tisch liegen haben, 2014 einen vierten (!) SHR-Chevrolet zu fahren. Mitbesitzer Gene Haas würde den Einsatz von Busch sogar komplett aus eigener Tasche bezahlen – bei kolportierten 20 Millionen US-Dollar pro Saison in einem Top-Team natürlich wahrlich kein Pappenstiel. Ärgern dürfte das Ryan Newman, dem man zuvor gesagt hatte, ein viertes Auto wäre nicht drin.

Unterdessen wird in den USA übrigens auch so langsam meine Idee eines gemeinsamen Einsatzes von Mark Martin und Kyle Larson in der #42 von Earnhardt-Ganassi Racing aufgegriffen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Notiz am Rande: Diverse (auch überspitzte) Äußerungen (z. B. “Debakel-Farce²”) sind in meiner Analyse dieses Mal eher als Satire anzusehen. Die Gründe dafür dürften bekannt sein!

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August 06 2013

06:15

NASCAR: Analyse Pocono August 2013

In Pocono fand am Sonntag ein Rennen statt, welches aufgrund vieler Vorfälle spannender ausfiel als zunächst erwartet. Neun Cautions sorgten dafür, dass sich das Feld nie zu weit auseinanderzog. Dazu kamen ein nervenaufreibendes Finale sowie Crashes einiger hochkarätiger Piloten. Am Ende holte sich Kasey Kahne nach einem sauberen Kampf gegen Jeff Gordon seinen zweiten Saisonerfolg.

Kasey-Kahne-team-2-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400Eigentlich sollte der Sieger Jimmie Johnson lauten, doch dieser wurde das Opfer seiner Goodyear-Reifen. Gegen Rennmitte machte sein rechter Vorderreifen schlapp und beförderte die #48 in Runde 78 unsanft in die Außenmauer. Bis dahin hatte Johnson immerhin satte 43 Führungsumläufe in den Asphalt gebrannt und war der große Favorit. Zur Schadenbegrenzung legte man bei Hendrick Motorsports daraufhin einen sagenhaften Sportsgeist an den Tag und brachte Johnson in der Führungsrunde ins Ziel. Überraschenderweise konnte der fünfmalige Champion in der Meisterschaft sogar noch zwei Pünktchen auf seinen direkten Verfolger Clint Bowyer herausfahren, weil sich dieser direkt hinter Jimmie (ohne Führungskilometer) die karierte Flagge abholte.

Somit war nach diesem Vorfall der Weg frei für Kasey Kahne und Brad Keselowski, welche sich als die aussichtsreichsten Nachfolger des dominanten Johnson herausstellten. Keselowskis Team pokerte später leider in der Boxengasse falsch und schickte den amtierenden Meister mit vier neuen Reifen zurück ins Renngeschehen, während die Konkurrenz sich nur zwei frische Pneus abholte. Zwar brachte Bad Brad später noch einen versöhnlichen sechsten Rang ins Ziel, doch der Sieg war in unerreichbare Ferne gerückt. Darum stritten sich in der Schlussphase nämlich die drei verbliebenen Hendrick-Teamkollegen:

Nach den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge um Runde 135 lag wieder Kasey Kahne in Führung, welcher schnell Gesellschaft in Person seiner Mitstreiter Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr bekam. Wer hätte vor dem Rennen schon geglaubt, dass plötzlich drei Hendrick-Chevrolets an der Spitze des Feldes liegen würden und Jimmie Johnson wäre keiner davon? Ungefähr 15 Umläufe hielt diese Paradefahrt an und Kahne schien vorne mit gut sieben Sekunden Vorsprung bei noch zehn zu fahrenden Runden quasi enteilt. In Umlauf 150 von 160 fanden die NASCAR-Offiziellen dann allerdings Debris auf der Ideallinie und lösten folgerichtig eine weitere Caution aus.

Jetzt ging es eigentlich nur noch darum, wer denn den besseren Restart erwischen und zudem das schnellere Auto auf dem letzten Short-Run besitzen würde. Jeff Gordon reagierte besser und holte sich Kasey Kahne auf der Innenbahn. Schnell hatte er sich einen kleinen Vorsprung erarbeitet und setzte zum ersten und so dringend benötigten Saisonsieg an – zudem noch an seinem 42. Geburtstag. Doch wer glaubte, hier war das Rennen nun entschieden, der irrte gewaltig: Matt Kenseth bugsierte sich und seinen Gibbs-Toyota drei Runden vor Schluss zum dritten Mal in die Schlagzeilen (dazu gleich mehr), als er in Turn 2 einen Dreher hinlegte und daher die letzte Gelbphase des Tages ausgerufen werden musste.

Der entscheidende Restart zwei Umläufe vor dem Ende begann also mit umgedrehten Vorzeichen, da nun Jeff Gordon vorne vor Kasey Kahne den Takt angeben musste. Gordon war eigentlich schlau genug, die für ihn zuvor erfolgreiche Innenbahn zu wählen, allerdings hatte er nicht mit der Entschlossenheit von Kahne gerechnet. In einem wahnsinnigen Manöver schob die #5 sich im sehr schwierigen Tunnel-Turn bzw. Turn 2 AUSSEN an der #24 vorbei. Dabei sah es wirklich aus, als wenn Kahne überhaupt nicht vom Gas gegangen wäre. Gordon war wohl derart perplex, dass er schnell noch weiteren Boden auf seinen Teamkollegen verlor und die Entscheidung somit gefallen war.

Für Kasey Kahne bedeutet sein zweiter Saisonsieg die fast sichere Chase-Qualifikation, denn zumindest per Wildcard sollte er jetzt über sehr gute Chancen verfügen, wenn er denn aus den Top10 herausfallen würde. Das ist jetzt nicht ganz so unwahrscheinlich wie man zunächst denkt, da Kahne als Achter lediglich 18 Punkte Vorsprung auf den Cut besitzt.

Schade ist es für Jeff Gordon, der sicherlich gerne seinen ersten Saisonerfolg gefeiert hätte und das nicht hauptsächlich wegen seines Geburtstags: Zwar brachte ihn sein zweiter Platz auf Rang 9 in der Meisterschaft, aber ohne Sieg sind die 8 Punkte Vorsprung auf den Cut natürlich wahnsinnig gefährlich. Entweder Gordon gewinnt demnächst oder er bleibt zumindest konstant am Ball. Ansonsten darf Jeff nach Richmond zuschauen, wenn der neue Champion ermittelt wird.

Hinter dem Hendrick-Duo positionierte sich ein wieder mal sehr stark auffahrender Kurt Busch, welcher derzeit bei seinem Farmteam Furniture Row Racing das eigentliche Mutterschiff von Richard Childress Racing gewaltig auf Trab sowie deutlich auf Distanz hält. Für die Chase-Qualifikation könnte auch Busch endlich einen – inzwischen sehr verdienten – Sieg gebrauchen. In der Fahrerwertung liegt er nämlich nur auf Rang 13, hinter dem ebenfalls noch sieglosen Brad Keselowski und vor Martin Truex Jr, welcher momentan die zweite Wildcard nach Tony Stewart besetzt. Auch hier kommt es derzeit jede Woche zu Verschiebungen.

Die Top7 ist weiterhin ziemlich safe, lediglich Matt Kenseth ist mit 44 Zählern Vorsprung etwas zurückgefallen. Das lag wohl an seinem katastrophalen Tag, welcher schon in Runde 1, Turn 1 begann. Juan Pablo Montoya wurde beim Rennstart von hinten angeschoben und kam deshalb etwas ungestüm in die erste Kurve gefahren, wo er neben Kenseth auch noch Ricky Stenhouse Jr das Rennen versaute. Kenseth machte danach noch mit einer zu spät abgesessenen Durchfahrtsstrafe von sich reden, weshalb ihn die NASCAR-Offiziellen sogar kurzzeitig von der Zeitnahme ausschlossen. Seine verlorene Runde bekam Matt jedoch anschließend durch einen Lucky-Dog zurück. Der letzte Incident mit „Mad Kansas“ war dann die bereits erwähnte finale Caution drei Umläufe vor Schluss. Kein guter Tag also für den meiner Meinung nach größten Johnson-Konkurrenten in diesem Jahr.

Weitere nennenswerte Zwischenfälle:

- Danica Patrick und ihr mittlerweile ja schon „persönlicher Freund“ Travis Kvapil trafen sich mal wieder auf der Strecke. Patrick wurde im side-by-side loose und kassierte bei ihrem Dreher noch das RCR-Duo Jeff Burton und Paul Menard. Schade, denn sie lag in Aussicht auf ein Top20-Resultat. Es war aber ein ganz normaler Rennunfall.

- Pechvogel Denny Hamlin erlebte durch einen weiteren Reifenschaden das dritte DNF der letzten fünf Rennen. Ich weiß nicht, ob vielleicht Goodyear eine Wette platziert hat, wann Hamlin sich den Rest der Saison frei nimmt, um seine anhaltenden Rückenschmerzen ärztlich behandeln bzw. operieren zu lassen? Auf jeden Fall ist der Chase für ihn nun außerhalb realistischer Reichweite: Bis zu Rang 20 müsste Denny 118 Punkte aufholen und dabei noch mindestens zwei Siege in den verbleibenden fünf Rennen einfahren. Ja ne, is klar…

Der Vollständigkeit halber kurz noch zum Endergebnis: Die Top5 komplettierten hinter dem Führungstrio Ryan Newman und Dale Earnhardt Jr. Ein Top10-Resultat ließen sich Brad Keselowski, Joey Logano, Kyle Busch, Tony Stewart sowie Greg Biffle gutschreiben.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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June 18 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan Juni 2013

Das Rennen am Sonntag war definitiv keines, bei dem es sich lohnte, das Feld anzuführen. Nahezu alle Siegkandidaten wurden nacheinander eliminiert, vor allem bei Hendrick Motorsports erlebte man ein komplettes Debakel. Der lachende Drölfte war am Ende Greg Biffle, der den 1000. NASCAR-Sieg für Ford holte.

287152In Michigan konnte die NASCAR wie erwartet ein ganz ansehnliches Rennen produzieren, jedoch fingen sich Goodyear und TNT erneut eine Menge Hohn und Spott ein: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte es an der Strecke geregnet, weshalb die Piloten mit einer komplett grünen Strecke beginnen mussten. Die Offiziellen setzten zur Sicherheit eine Competition-Caution in Runde 20 an, um den Teams die Möglichkeit zur Kontrolle der Reifen zu geben und danach war schnell klar, wohin die Reise gehen sollte. Die meisten Reifen zeigten nämlich keinen signifikanten Verschleiß, sodass Two-Tire-Stops über weite Teile des Rennens das Mittel der Wahl darstellten. Die Strecke nahm somit auch nur wenig Gummi an, was einige Fahrer besonders früh am Nachmittag in arge Probleme brachte. Im Finale löste sich die Eisenvariante von Goodyear bei erhöhter Beanspruchung zu allem Überfluss auch noch recht schnell auf.

Davon wird besonders Jimmie Johnson ein Liedchen singen können, der eindeutig über das schnellste Fahrzeug im Feld verfügte, zum Schluss aber erneut glücklos in Michigan blieb. Damit war er bei Hendrick Motorsports weiß Gott nicht alleine, denn die komplette Spitzentruppe von Rick Hendrick gab für den Fernsehzuschauer ein debakel-farciges DNF-Konzert zum Besten und reihte sich damit nahtlos in die Regiekünste von TNT ein. Naja gut, Jeff Gordon hat angefangen, wenn man es ganz genau nehmen will und zu diesem Zeitpunkt war die TV-Übertragung auch noch ganz in Ordnung. Während Gordon in Runde 7 dem übersteuernden Bobby Labonte nicht mehr ausweichen konnte, wartete TNT mit der Werbung brav auf die Gelbphase. Für die #24 war das Rennen daraufhin mehr oder weniger beendet, insgesamt 52 Runden konnte das Team nach einer ewig langen Reparaturpause noch abspulen.

Kurz darauf machte auch Kurt Busch seine Erfahrungen mit der grünen Strecke und bereitete seinem guten Start in Führung liegend ein jähes Ende. Nach dem Dreher musste man auch an der #78 den Hammer und das Klebeband rausholen, wodurch Platz 35 das höchste der Gefühle bleiben sollte. Dann entglitt TNT die TV-Übertragung zusehends, weil offenbar der zuständige Regisseur den Zufallsgenerator für Werbepausen einschaltete, um sich einen Kaffee zu holen. Dumm nur, dass er sich dabei aus dem Ü-Wagen aussperrte. So oder so ähnlich lässt sich das anschließende Wirr-Warr ganz gut erklären. TNT hat echt gut angefangen, verpasste dann aber wieder Boxenstopps unter Gelb (also mit Ansage), kehrte daraufhin kurz zurück, ohne etwas aufzulösen und ging wieder in die Werbung. Dieses Mal habe ich mitgezählt und vier Werbeblöcke in 15 Minuten ermittelt, die jeweils 3 Minuten lang waren.

Ganz übel wurde es dann gegen Rennmitte, als bei Kasey Kahne ein Teil an der Aufhängung brach oder der rechte Vorderreifen nachgab – so richtig sicher war man sich beim Team mit der #5 anschließend selbst nicht. TNT blieb jedoch trotz des echt heftigen Einschlags einfach stur in der Werbepause, während FOX und ESPN mit absoluter Sicherheit sofort wieder auf Sendung gegangen wären; hat man ja auch oft genug gesehen. Kahne lag zu diesem Zeitpunkt übrigens ebenfalls in Führung und war somit nach Busch der zweite Lap-Leader, den es hart traf. Sein Rennen war natürlich sofort vorbei, denn die letzte Amtshandlung von Kahne war es, die brennende #5 per Knopfdruck mit dem Bordfeuerlöscher zu behandeln.

Daraufhin setzte sich zu Beginn der zweiten Rennhälfte Dale Earnhardt Jr. unter dem Jubel der Massen an die Spitze und konnte gemeinsam mit Jimmie Johnson – wie schon zuvor Kasey Kahne – zeigen, dass die Hendrick-Wagen am Sonntag vom Speed her das Maß aller Dinge darstellten. Leider setzte sich der Leader-Fluch fort und so erwischte es in Runde 132 dann ohne Vorwarnung auch Junior. Bei ihm war jedoch ein Motorschaden Schuld an der nicht performancegerechten Zielankunft. Earnhardt hatte wirklich kaum Zeit zu reagieren, denn nachdem er den ersten Zylinder verlor, dauerte es keine zwei Runden, bis die #88 komplett in einer weißen Rauchwolke verschwand. Schade, denn in Michigan wäre wieder einmal ein Sieg für Junior möglich gewesen.

Nun übernahm Jimmie Johnson kurz das Ruder, holte sich unter Gelb an der Box jedoch vier anstatt zwei neue Reifen ab und musste danach aus den Top20 neu angreifen. Johnson arbeitete sich recht zügig nach vorne durch, wurde aber erneut von einer Gelbphase aufgehalten. Diese achte und letzte Caution fiel unglücklicherweise mitten in die letzte Serie von Green-Flag-Pitstops und brachte das Feld etwas durcheinander. In Führung befand sich zu diesem späten Zeitpunkt Greg Biffle, der den Platz an der Sonne von seinem Teamkollegen Carl Edwards geerbt hatte. Edwards selbst begann kurz zuvor den Boxenstoppreigen, weil sein Ford langsam aber sicher überhitzte und war nun durch die plötzliche Gelbphase wenigstens in den Genuss des Lucky-Dogs gekommen.

Bei Jimmie Johnson tankte man die #48 randvoll und verlor dadurch erneut einige Plätze, die der Fahrer nun mit zwei neuen Reifen auf der Strecke zurückzuerobern hatte. Während also vorne Greg Biffle gefolgt von Kevin Harvick seine Runden abspulte, überforderte Johnson bei seiner zweiten Jagd durchs Feld endgültig die Goodyears. Nachdem er sich an Harvick vorbeigesetzt hatte und von Biffle auf Distanz gehalten wurde, verabschiedete sich der rechte Vorderreifen am Johnson-Chevy, was ihn natürlich schlagartig aus der Entscheidung nahm. Weil keine weitere Cautions ausgerufen wurde, konnte Biffle vorne seinen ersten Saisonsieg und damit den 1000. Erfolg von Hersteller Ford in der NASCAR unter Dach und Fach bringen.

Mal schauen, ob sich Greg Biffle damit etwas in den Chase-Regionen festsetzen kann, wo er nun den achten Platz belegt. In der Vorschau vermutete ich ja schon, dass Michigan so etwas wie der Turnaround werden könnte. Ob das natürlich auch für das nächste Rennen in Sonoma gilt, bleibt abzuwarten. Biffle ist ja nun nicht der klassische Road-Warrior, aber auch die Oval-Spezies haben in den letzten Jahren eine Menge auf den Rundstrecken dazugelernt. Enttäuscht verlief der Sonntag wie erwähnt für Hendrick Motorsports, die mit Jimmie Johnson (28.), Dale Earnhardt Jr (37.), Kasey Kahne (38.) und Jeff Gordon (39.) einen De-facto-Totalausfall hinlegten.

Hinter Biffle komplettierten Kevin Harvick, Martin Truex Jr., Kyle Busch und Tony Stewart die Top 5. Busch zeigte nach einer Strafe zu Beginn des Rennens eine gute Aufholjagd und Stewart unterstrich mit Rang 5 den Erfahrungsgewinn bei den zurückliegenden Testfahrten seines Teams. Die Top 10 rundeten Matt Kenseth, Clint Bowyer, Carl Edwards, Joey Logano und Jeff Burton ab. Ebenfalls lobenswerte Ergebnisse holten Austin Dillon als Elfter und Danica Patrick als starke Dreizehnte hinter Brad Keselowski. Irgendwie blieb aber am Ende das Gefühl, dass die meisten Fahrer nur deshalb so weit vorne gelandet sind, weil man bei Hendrick Motorsports so grandios desaströs die Top-5-Resultate am laufenden Band aufgeben musste.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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September 04 2012

15:15

NASCAR: Analyse Atlanta 2012

Nach zuletzt zwei sehr guten Rennen in Michigan und Bristol bot Atlanta dagegen wieder das leidlich gewohnte Bild der Saison 2012: Keine abweichenden Faktoren im Vergleich zum letzten Jahr ließen nicht zuletzt dank Goodyear einen zähen Mittelteil entstehen, der Kampf um den Sieg zwischen Hamlin, Gordon und Truex war dann aber durchaus spannend.

Denny Hamlin holte sich in einem über weite Strecken zähen Atlanta-Rennen seinen zweiten Sieg in Folge und belegt damit vorerst die Spitze der noch nicht finalen Chase-Setz-Tabelle. Vier Saisonsiege konnte Hamlin 2012 bisher insgesamt einfahren, was ihn kurz vor den Playoffs nun zum nächsten ernsthaften Kandidaten für den diesjährigen Sprint-Cup-Titel beförderte. Dabei war die Fahrt in die Victory-Lane für den Gibbs-Piloten nicht gerade selbstverständlich, denn beim vorletzten Restart setzte sich erstmals Martin Truex Jr in Führung und läutete damit einen sehr spannenden letzten Stint ein, dessen Länge aber sowas von knapp an der Grenze eines Fuelruns lag. Beginnen wollen wir aber wie üblich vorne:

Recht schnell zeigte sich, dass Goodyear die wohl härtesten Reifen mitgebracht hatte, welche man im Lager finden konnte. Die Autos waren das ganze Rennen über nur am Rutschen und dabei spielte es keine Rolle, auf welcher der unzähligen Linien gefahren wurde. Auch mit sinkenden Asphalttemperaturen nach dem Sonnenuntergang verschwand das Übersteuern bei den meisten Teams nicht. Einige Fahrer berichteten auch von der spitzenmäßigen Kombination aus Übersteuern am Kurveneingang und Untersteuern am Kurvenausgang, was man ja nun überhaupt nicht gebrauchen kann.

Der Einheitslieferant hat sich meiner Meinung nach mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert, was den Einfluss auf die Spannung des Rennens anbelangt. Das ist aber auch kein Wunder, da Goodyear nach dem Indianapolis-Debakel nur noch darauf aus ist, einen haltbaren Reifen an die Strecke zu bringen, um weitere PR-Desaster zu verhindern. Immerhin muss man sagen, dass ihnen das mittlerweile zu gut gelingt. In Schwierigkeiten kommt Goodyear häufig nur, wenn eine Neuasphaltierung oder Konfigurationsarbeiten eine Strecke signifikant verändert haben und das bringt dann Spannung und Dynamik in die Rennen, wie wir in Michigan und Bristol zuletzt sehen konnten. Nach ein bis zwei Ausgaben sind die Parameter aber wieder ausreichend bekannt und die (ungewollten) Ausschläge im Gripniveau meistens ausgebügelt.

Für das Rennen in Atlanta bedeutete das viele Green-Flag-Runs ohne Unterbrechung, die ersten zwei Drittel des Abends wurde so zum Beispiel lediglich zwei Mal neutralisiert: Die erste Caution löste Aric Almirola (32.) mit einem rauchenden Wagen aus, was in Runde 39 jedoch ohnehin zum Ende des ersten Fuelruns geschah und deshalb wenig Einfluss auf die Strategie der Teams nahm. An der Spitze hatten sich unterdessen die beiden Gibbs-Toyotas von Denny Hamlin und Kyle Busch vor Jeff Gordon festgesetzt. Zusätzlich gesellten sich Kevin Harvick und Jimmie Johnson zur Spitzengruppe.

Es folgte eine lange Grünphase, bis es der NASCAR in Runde 130 zu bunt wurde und die Offiziellen zwar nicht den unsichtbaren Obama, dafür aber immerhin Phantom-Debris fanden. Bei Restart begann der Tag von Kevin Harvick (5.), welcher die nächsten etwas mehr als 100 Umläufe bestimmte und endlich mal wieder mit einer soliden Vorstellung überzeugen konnte. Zu einem Sieg sollte es für Harvick zwar am Ende nicht reichen, doch immerhin konnte er das Rennen in den Top5 beenden. Ob er nun im letzten Fuelrun Benzin sparen musste oder einfach im letzten Renndrittel das Handling seines Autos verlor, konnte ich leider nicht ermitteln.

Unterdessen hatte Joey Logano (18.) ein Erlebnis der besonderen Art frei nach dem Motto „Wenn es schon blöd läuft, dann aber bitte auch richtig!“ Der Wildcard-Anwärter fing sich zum Start des Wochenendes eine Lebensmittelvergiftung ein, was das Team sogar dazu veranlasste, einen Ersatzfahrer in Person von Michael McDowell zu benennen, der auf dem War-Wagon der #20 seinen möglichen Einsatz erwartete. Logano biss jedoch die Zähne zusammen und setzte sich nicht nur gegen die Erkrankung zur Wehr, sondern strotze zu allem Überfluss auch noch einer defekten Helmkühlung. Wahrlich bemerkenswert…

Der bereits angesprochene zähe Mittelteil endete schließlich in Runde 241 mit einer leichten Mauerberührung von Juan Pablo Montoya (21.), was die NASCAR erneut dazu veranlasste, den Fans eine Möglichkeit zum Nachfüllen ihrer Getränke zu bescheren. Hierzu gibt es eigentlich nur zwei Dinge zu sagen: Von Montoya war mal wieder überhaupt nichts zu sehen, sein Ergebnis bestätigte die verbesserungswürdige Performance von Earnhardt-Ganassi Racing. Zudem war auch bei dieser die Caution klar erkennbar, dass sie einzig und alleine dazu diente, etwas mehr Dynamik ins Rennen zu bringen. Immerhin befanden sich zwischenzeitlich nur noch knapp 10 Fahrzeuge in der Führungsrunde, was diese Maßnahme irgendwie doch berechtigte.

Ab dem Restart in Runde 247 übernahm dann Denny Hamlin erneut das Ruder und gab die Führung auch wie zuvor erwähnt bis zur vorletzten Gelbphase nicht mehr ab. Die nächste Caution folgte allerdings schon nach knapp 20 Umläufen, weil sich ausgerechnet der Motor von Carl Edwards (36.) in Schall und Rauch auflöste, was ihn wertvolle Punkte kostete. Für den leidgeprüften Ford-Piloten ist das sicherlich ein herber Rückschlag in Sachen Chase-Qualifikation, auf die genauen Auswirkungen werde ich aber zum Ende dieses Artikels eingehen.

Die Caution kam etwas ungelegen, da man bei noch 60 zu fahrenden Runden einen weiteren Tankstopp oder mehrere Gelbphasen benötigen würde. Vorsichtshalber fingen einige Fahrer schon mal mit dem Spritsparen an, wobei aber zumindest die Rechnung des Crew-Chiefs von Kevin Harvick dann weniger optimistisch stimmte – man war nämlich ca. acht Runden short!

Beim Restart in Runde 269 ging es jedoch nicht lange gut, denn Sam Hornish Jr (11.) kam Jimmie Johnson (34.) in die Quere, wobei zusätzlich auch noch Ryan Newman (35.) mit ins Verderben gerissen wurde. Während Hornish seinen Weg zu einem recht ordentlichen Resultat fortsetzen konnte, mussten Johnson und Newman die Segel streichen. Das war besonders für Newman äußerst bitte, da er nun ähnlich wie Edwards auf einen weiteren Saisonsieg angewiesen ist, um noch den Chase erreichen zu können. Johnson verfügte in Atlanta dagegen über ein klares Shortrun-Auto, weshalb er immer pünktlich zur Halbzeit eines Fuelruns nach hinten durchgereicht wurde. Das machte die #48 zum einen nicht zu einem Siegkandidaten und zum anderen war Johnson ohnehin schon für die Playoffs qualifiziert, wodurch ihn dann aufgrund der möglichen Bonuspunkte eh nur eine Fahrt in die Victory-Lane interessierte.

Die Benzinstrategie wurde 49 Runden vor Schluss unter Gelb noch einmal richtig durcheinander gewürfelt, da sich bis auf Denny Hamlin, Martin Truex Jr, Kyle Busch und Matt Kenseth alle Fahrer für einen zusätzlichen und rettenden Boxenstopp entschieden. Ich kann nicht so richtig verstehen, wie man zu diesem Zeitpunkt bei den vier Teams denken konnte, das Rennen so beenden zu können. Nach dem Restart in Runde 279 setzte sich Martin Truex Jr an Denny Hamlin vorbei, nachdem er dies bereits kurz vor dem Ausbruch der Caution-Flut 15 Umläufe zuvor nur versucht hatte. Im Camp von Truex war man sich unterdessen ziemlich sicher, dass der Sprit reichen würde, wenn man unter Grün noch etwas sparsamer mit dem Gaspedal umginge.

Herausfinden werden wir das leider nie, da sich Jamie McMurray (24.) nur fünf Runden vor Schluss in die Mauer verabschiedete und noch eine letzte Gelbphase auslöste. An diesem Punkt ging jeder dann noch einmal tanken, weil zum einen die erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde und zum anderen noch zwei weitere davon drohten. Die Boxencrew von Denny Hamlin arbeitete hier am schnellsten und brachte die #11 wieder vor die #56 von Truex. Die finalen zwei Umläufe ließ Hamlin dann nichts mehr anbrennen und konnte sich sogar noch gegen ein Dive-Bomb-Manöver von Jeff Gordon (2.) wehren, der beim Restart seinerseits zunächst Martin Truex Jr (4.) einkassieren konnte. Letzterer musste sich sogar noch Brad Keselowski (3.) geschlagen geben, der irgendwie aus dem Nichts auftauchte. Fünfter wurde wie erwähnt Kevin Harvick.

Die Top10 komplettierten Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr, Paul Menard, Matt Kenseth und Mark Martin. Für Menard ist Rang 8 natürlich wieder ein starkes Ergebnis, welches auch zeigt, wie gut er sich in den letzten beiden Jahren entwickelt hat. Vom Rest dieser fünf Piloten hat man mit Ausnahme von Busch eigentlich kaum etwas gesehen, vor allem Earnhardt und Martin fuhren ein sehr unauffälliges Rennen. Solche Ergebnisse könnten Junior im Chase dann weit nach vorne bringen.

Sonstige Bemerkungen: Kasey Kahne (23.) hatte im Finale anscheinend Motorenprobleme und verlor insgesamt zwei Runden. Auch Clint Bowyer (27.) hatte keinen guten Abend, denn nachdem er zuvor wegen eines Motorenwechsels vom Ende des Feldes starten musste, ging auch noch die Batterie kaputt. Während man diese an der Box wechselte, verlor Bowyer drei Umläufe. Danica Patrick (29.) schwamm unterdessen irgendwie mit und handelte sich sechs Runden Rückstand ein. Für sie geht es aber nicht um Ergebnisse, sondern um Streckenzeit und dieses Ziel hat sie kurz und knapp erfüllt.

Die Enttäuschung des Tages erlebte ausgerechnet Polesitter Tony Stewart, welcher seine im Qualifying gewonnene Initial-Führung lediglich acht Runden lang beibehalten konnte. Im gesamten Verlauf des Abends wollte das Handling an seinem Chevrolet einfach überhaupt nicht passen, was ihn zunächst in Runde 92 aus der Lead-Lap warf und am Ende nur Rang 22 für Smoke bedeutete. Stewart steht aber immerhin sicher im Chase, wobei wegen seines knappen Vorsprungs von nur 18 Punkten auf Platz 11 noch nicht klar ist, ob er auf seine drei Saisonsiege und damit die erste Wildcard zurückgreifen muss. Letzteres Szenario wäre natürlich schade, weil der Owner-Driver dann auf seine neun Bonuszähler verzichten müsste, welche ihm im Falle einer Qualifikation unter den Top10 zustehen würden.

Insgesamt betrachtet ist die Wildcard-Situation direkt vor dem letzten Rennen der Regular-Season endlich berechenbar geworden – zumindest mathematisch. Die magische Zahl für Richmond lautet dann 48, denn so viele Punkte kann man in einem NASCAR-Event noch maximal auf die Konkurrenz gutmachen. Damit sind die Top9 (+56 Zähler auf den Cut) sowie Tony Stewart (3 Saisonsiege) fest qualifiziert, was noch zwei offene Positionen für den Chase bedeutet. Die 8 Bewerber können dabei in kleine Grüppchen unterteilt werden:

- Kasey Kahne hat mit seinen zwei Saisonsiegen die besten Chancen und muss nur um die Playoff-Teilnahme zittern, falls noch jemand Stewart aus den Top10 verdrängt und gleichzeitig einer der direkten Konkurrenten einen zweiten Erfolg einfährt. Platz 10 ist für Kahne (-18) ebenfalls erreichbar, dann würde er im Chase sogar über sechs Bonuspunkte verfügen.

- Kyle Busch (-23) und Jeff Gordon (-35) sind in Reichweite der Top10, allerdings müsste Stewart in diesem Szenario schon sehr schlecht abschneiden. Mit einem zweiten Saisonsieg wäre einer der beiden Piloten sicher im Chase, solange nicht der jeweils andere noch die Qualifikation über die Punkte hinbekommt, was dann möglicherweise Stewart und Kahne in die Playoffs bringt.

- Carl Edwards (-49) und Paul Menard (-59) haben mehr als 48 Punkte Rückstand auf Platz 10, womit ein Sieg in Richmond ihren letzten Strohhalm darstellt. Dabei benötigen sie allerdings Schützenhilfe, denn weder Busch noch Gordon dürfen Stewart aus den Top10 verdrängen – solange Kahne nicht extrem früh ausfällt.

- Marcos Ambrose (-63), Ryan Newman (-72) und Joey Logano (-105) müssen gewinnen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch an Gordon oder Busch vorbeiziehen liegt irgendwo zwischen „gering“ und „mathematisch gleich Null“. Auch hier wäre ein Verbleib von Stewart in den Top10 fast Voraussetzung.

Die ganz detaillierten Rechenspiele folgen dann in der Vorschau am Freitag, wobei wir sicherlich auch im Podcast noch genauer darauf eingehen werden. Ob ich allerdings in dieser Woche dabei bin, kann ich noch nicht sagen, da ich zeitlich leider momentan etwas begrenzt aufgestellt bin.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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August 28 2012

06:15

NASCAR: Analyse Bristol August 2012

WOW, was für ein Wahnsinns-Rennen war das denn am Wochenende? Der Umbau in Bristol hat sich absolut gelohnt und produzierte eine sehenswerte Shorttrack-Schlacht inklusive wahnsinnig vieler Siegkandidaten und einer Menge „Bumpin‘ & Bangin‘“. Dabei kam sogar eine lange vermisste, fast olympische Disziplin wieder zum Vorschein: der Helm-Weitwurf!

Zu Beginn aber erstmal hoch mit den Händen: Wer hat bei 13 Cautions (die meisten seit 2007) und 22 Führungswechseln (All-Time-Platz 5) unter 13 Fahrern eigentlich den Überblick behalten? Niemand? Finde ich ja total sympathisch! Falls ich also etwas vergessen sollte, bitte direkt per Kommentarfunktion ergänzen, danke. Jetzt aber zum wichtigsten Thema des Wochenendes, denn nachdem die Streckenbetreiber im Anschluss an das Frühjahrsrennen den Betonhobel auf das kleine Oval geschickt hatten, zeigten sich wie erhofft einige Veränderungen an den Fahrspuren. Gab es vorher zwei komplette und gleichberechtigte Linien, verfügt Bristol nach der teilweisen Entfernung des oberen progressiven Bankings nur noch über deren 1,5. Dies wirkte sich jedoch etwas anders aus, als ich zunächst gedacht hatte:

Im Prinzip blieb es nämlich trotzdem bei zwei unterschiedlichen Linien, jedoch war die obere so weit nach unten gerückt, dass sie sich zur Hälfte mit der unteren Spur überschnitt. Interessanterweise entpuppte sich nun die obere Linie als die schnellere, was wohl daran liegt, dass immer noch eine gewisse ansteigende Kurvenüberhöhung auf der Betonbahn existiert. Wie groß diese allerdings ist, weiß man bei der bescheidenen Informationspolitik des Speedways zu diesem Thema natürlich nie so genau. Wer also in der Mitte der Strecke unterwegs war, konnte sich in den meisten Fällen gegen die Konkurrenz auf der unteren Seite durchsetzen.

Gegen Ende bewegte sich die Ideallinie sogar sehr hoch in Richtung Außenmauer, da später gebremst wurde und möglichst viel Schwung mit durch die Kurven genommen werden wollte. Das alles führte automatisch dazu, dass man innen deutlich aggressiver fahren musste, um eine Position zu gewinnen. Bei einem Fahrfehler samt Unter- oder Übersteuern kam dann natürlich der Wagen auf der Außenbahn als Prellbock zum Einsatz, was öfter im Rennen zu erbitterten Kämpfen und teilweise auch zu wilden Abflügen führte. Das beste Beispiel dafür boten Matt Kenseth (25.) und Tony Stewart (27.) in Runde 333, als beide Piloten nach einem Restart fünf Runden zuvor beinhart um die Führung stritten.

Kenseth war auf der unteren Bahn unterwegs und lehnte sich großzügig bei Stewart an, welcher seinerseits natürlich keinen Meter nachgab. Es kam, wie es kommen musste, beide drehten sich in die innere SAFER-Barrier und konnten ihr Rennen danach abschreiben. Meiner Meinung nach ein klarer Rennunfall, welcher entsteht, wenn beide Piloten einfach zu hart fahren, doch Smoke sah die Sache anders und holte zum großen Wurf aus. Nachdem Kenseth seine mühsam getapte #17 wieder aus der Boxengasse schleppte, wartete Stewart noch immer am Unfallort und donnerte seinen Helm auf die Motorhaube des Fords. Lange nicht gesehen, großer Unterhaltungswert, deshalb hier nochmal:

Seinen Helm wollte Stewart übrigens nicht wieder haben, Zitat: „I don’t give a crap! To hell with the helmet!“ Mal schauen, wie es in den nächsten Wochen zwischen den beiden Fahrern weitergeht, denn Smoke hat schon angekündigt, Kenseth bei jeder ihm sich bietenden Gelegenheit abzuräumen. Auf Dauer dürfte das aber ganz schön ins Budget seines eigenen Teams gehen und Stewart wird sich vermutlich eines Besseren besinnen, sobald er denn ein paar Mal kalt geduscht hat. Diese Fehde war jedoch nicht die einzige in einer hitzigen Bristol-Nacht:

Ebenso gerieten Danica Patrick (29.) und Regan Smith (16.) in Runde 434 aneinander, um die letzte Gelbphase des Abends auszulösen. Auch hier ein ähnliches Missverständnis: Patrick dachte wohl, sie sei schon clear und zog im Ausgang von Turn 4 nach unten, wo allerdings Smith wartete. Ich hatte den Eindruck, dass er noch versuchte, den Crash zu verhindern, aber es war schon zu spät. Danica schlug hart in die innere SAFER-Barrier ein und musste somit ein recht solides Rennen beenden, in welchem sie sich bis dahin ansonsten aus allem Ärger heraushielt und durchgehend in der Führungsrunde verbleiben konnte. Smith machte mit einem Top20-Resulatet noch das Beste aus einem verkorksten Tag, denn dieses Scharmützel war nicht das einzige, an dem er beteiligt war.

Weitere Unfälle:
- Caution #1: Ken Schrader und Jason Leffler (Runde 9)
- Caution #3: Sam Hornish Jr und Kurt Busch in separaten Vorfällen (Runde 122)
- Caution #4: Motorschaden bei David Ragan – er und Kasey Kahne rutschen auf dem Öl aus (Runde 148)
- Caution #5: Ryan Newman und Jeff Burton – ausgelöst durch Juan Pablo Montoya, der Newman umdrehte (Runde 191)
- Caution #6: Aric Almirola und David Gilliland (Runde 224)
- Caution #7: Brad Keselowski (Runde 271)
- Caution #8: Regan Smith und Kurt Busch (Runde 322)
- Caution #10: Casey Mears (Runde 413)

Wie man sieht, gab es also genügend Kaltverformungen, um das Geschehen mehrmals komplett durchzumischen und den Fahrern ausreichend Möglichkeiten für unterschiedliche Strategien zu bieten. Aufgrund der vielen Gelbphasen fielen diese jedoch wie in Michigan zum Ende wieder zusammen, sodass nur Carl Edwards (22.) vier (kurze) Runden vor Schluss mit trockenem Tank ausrollte. Der einzige große Wildcard-Anwärter ohne Saisonsieg ging viel Risiko ein und blieb in Runde 415 draußen, als die meisten Piloten noch einmal zum Nachfassen kamen. Edwards muss nun eigentlich die nächsten beiden Rennen in Atlanta und Richmond gewinnen, um sicher im Chase zu stehen, ein Einzelerfolg könnte schon zu wenig sein. Allerdings gibt es auch hier noch ein paar Szenarien, in denen selbst das nicht reichen würde.

Gewonnen hat das Rennen am Ende Denny Hamlin, welcher sich in Runde 461 während des letzten Green-Flag-Runs seinerseits am spritsparenden Carl Edwards vorbeisetzen konnte – Edwards hatte zudem nicht mehr die neuesten Reifen. Hamlin hielt sich schadlos, war die meiste Zeit in den Top5 unterwegs und stieg somit in die nun vier Mann starke Riege der Dreifachsieger auf. Im Grunde genommen hätte aber auch jeder andere Fahrer in die Victory-Lane fahren können, so chaotisch verlief der Abend. Eigentlich kam es wie in den alten Zeiten darauf an, im entscheidenden Moment an der Spitze zu sein. Eine Gelbphase mehr und das Ergebnis hätte wieder ganz anders aussehen können.

Auf Platz 2 lauerte nämlich schon Jimmie Johnson, welcher bei freier Fahrt nicht mehr zu Hamlin aufschließen konnte. Johnson war zuvor nur von Rang 37 ins Rennen gegangen, weil das Qualifying wegen Regens abgesagt werden musste und sich die Startreihenfolge aus dem ersten freien Training ergab, in welchem die #48 nicht wirklich eines der schnellsten Autos war. Bis zur Hälfte der 500 Runden hatte Johnson sich aber schon in die Top5 nach vorne gearbeitet. Die Belohnung ist ein zweiter Platz in der Fahrerwertung und eine nun mittlerweile rechnerisch sichere Teilnahme am Chase.

Ein (fast) ruhiger Tag war am Ende schon fast die Garantie für ein Top5-Ergebnis, welches hinter Johnson auch sein Teamkollege Jeff Gordon (3.) sowie Brian Vickers (4.) und Marcos Ambrose (5.) einfahren konnten. Vickers zeigte sich wie bei seinem ersten Bristol-Auftritt des Jahres für Michael Waltrip Racing erneut stark, während ich von Ambrose eher ein wenig überrascht war. Der Australier legte aber in den letzten vier Saisonrennen eine sehr gute Serie hin (10/1/5/5) und fuhr jedes Mal in die Top10. Für eine Chase-Qualifikation könnte das aber leider zu spät kommen, es sei denn, er gewinnt in Atlanta oder Richmond noch ein weiteres Event. Auch Gordon bringen diese soliden Punkte-Tage bei 55 Punkten Rückstand auf Platz 10 nicht viel mehr als Momentum – er MUSS jetzt gewinnen, wenn er in die Playoffs will.

Die Top10 komplettierten Kyle Busch, Clint Bowyer, Joey Logano, Kasey Kahne und Paul Menard: Von Busch habe ich ehrlich gesagt gar nichts gesehen, doch sein sechster Platz brachte ihn dank des gleichzeitigen Ausfalls von Ryan Newman (36.) auf Wildcard-Position #2 nach vorne. Bowyer unterstrich ebenso wie sein Teamkollege Vickers die momentane Stärke von Michael Waltrip Racing, welche zusätzlich noch durch Martin Truex Jr auf Rang 11 untermauert wurde. Die beiden Vollzeitfahrer von MWR befinden sich auf Platz 5 und 6 in der Meisterschaft verdienterweise auf einem soliden Chase-Kurs. Logano hätte das Rennen auch anstelle von Hamlin gewinnen können, bedenkt man, dass er mit 139 Umläufen die meisten Führungsrunden einfuhr. Irgendwie hat er dann aber leider den Anschluss verloren und damit vielleicht seine letzte Chance auf eine Playoff-Teilnahme vergeben.

Für Dale Earnhardt Jr (12.) hatte das Rennen in Bristol eine gute und eine schlechte Seite: Zum einen war er wieder in der Boxengasse auffällig, wo er in der Anfangsphase eine Rückversetzung wegen Speedings kassierte und später eine weitere Strafe absitzen musste, weil die Pitlane bei seinem Stopp wegen einer Caution noch geschlossen war. Zum anderen ist er neben seinem Teamkollegen Jimmie Johnson ab sofort einer von insgesamt drei Piloten, die rechnerisch sicher im Chase stehen – der Dritte im Bunde ist derweil Greg Biffle (19.). Für die NASCAR ist es natürlich unbezahlbar einen konkurrenzfähigen Junior in den Playoffs zu haben, was sich hoffentlich auch bald in den Einschaltquoten und Kartenverkäufen niederschlägt.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!), über die Wildcard-Situation werde ich wie gewohnt in der nächsten Vorschau ausführlicher sprechen.

IRWIN Tools Night Race 2012_Bristol2_Casey_Mears_Leads_Field_To_Green_Flag 2012_Bristol2_Cup_Michael_Buffer_Before_The_Race 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Dances_During_Driver_Introductions 2012_Bristol2_Ryan_Newman_Spins_In_Front_Of_Juan_Pablo_Montoya IRWIN Tools Night Race 2012_Bristol2_Danica_Patrick_Wags_Finger_At_Regan_Smith_After_Incident 2012_Bristol2_Dale_Earnhardt_Jr._Pit_Stop 2012_Bristol2_Tony_Stewart_Matt_Kenseth_Race_Alongside_Each_Other 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Takes_Checkered_Flag 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Celebrates_With_Burnout 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Celebrates_With_Checkered_Flag 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Celebrates_In_Victory_Lane

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August 07 2012

13:15

NASCAR: Analyse Pocono August 2012

Getreu nach dem Motto „Wenn die ersten beiden Reihen sich streiten, freut sich die dritte!“ übernahm Jeff Gordon beim letzten Restart die Führung und wurde kurz danach aufgrund des erneut einsetzenden Regens zum Sieger gekrönt. Grund zum Feiern gab es jedoch eher weniger, denn das Unwetter forderte unglücklicherweise ein Todesopfer auf Seiten der Fans.

Aus diesem Grund schieben wir die Analyse ein wenig nach hinten und sprechen kurz über die unschönen Vorfälle nach dem Abbruch des Rennens. Dazu zunächst ein Zeitablauf der Geschehnisse: Spätestens zur Halbzeit der Veranstaltung war klar, dass sich eine weitere Unwetterzelle der Strecke näherte und das Rennen möglicherweise nicht bis zum geplanten Ende würde absolviert werden können. Aus Gründen der Sicherheit informierte der Streckenbetreiber daher die anwesenden Fans bereits um 16:12 Uhr über die Unwetterwarnung, während die Wagen natürlich noch munter auf dem Oval um Positionen kämpften. Eine knappe halbe Stunde später begann dann der Regen und sorgte innerhalb einer Runde recht schnell – um 16:44 Uhr – für eine Unterbrechung des Rennens.

Weitere zehn Minuten später stand dann Sieger Jeff Gordon in einer eher provisorischen Victory-Lane, da man die Strecke zur vorgerückten Stunde schließlich aufgeben musste. Zum Trocknen hätte man nach dem Gewitter nämlich weitere zwei Stunden benötigt, weshalb das Oval erst zur Dämmerung und damit ohne Flutlicht viel zu spät wieder einsatzbereit gewesen wäre. Um 17:01 Uhr ereignete sich dann die erwähnte Tragödie, als Brian F. Zimmerman aus Moosic, Pennsylvania auf dem Parkplatz an seinem Auto lehnend vom Blitz getroffen wurde. Außerdem wurden neun weitere Personen bei diesem und einem weiteren Einschlag verletzt. Zunächst möchte ich natürlich der Familie des Opfers unser aller Beileid aussprechen und ihnen alles Gute in dieser schwierigen Zeit wünschen.

Erst jetzt kommen wir nun zu der Frage, ob alle Beteiligten richtig gehandelt haben: Es gab also tatsächlich eine Warnung an der Strecke, was auch erklärt, warum die Tribünen zum Finish nur noch zur Hälfte gefüllt waren, während sie am Anfang des Rennens nahezu ausverkauft aussahen. Warum haben sich nicht alle Fans in Sicherheit begeben? Ed Klima, der Verantwortliche für den Rettungsdienst am Dover International Speedway brachte es wohl am besten auf den Punkt, indem er sagte: „it’s very difficult to get people to leave if there’s still cars going around the racetrack.“

Vielleicht sollte man an dieser Stelle überlegen, das Rennen bei einem so offensichtlich nahenden Unwetter schon vorher zu unterbrechen. Brian Neudorff, der selbsternannte inoffizielle Meteorologe der NASCAR, blies in ein ähnliches Horn: „If lightning is eight to 10 mile away, clear the stands. If lighting is present, NASCAR should red flag the race. If you can hear thunder, you can be struck by lightning. Obviously, fans would not be very appreciative of evacuating, especially if it’s not raining at the time. But safety first.“

Als etwas schwach empfand ich jedoch die offizielle Reaktion der NASCAR, welche lediglich in Form eines Statements per Marketing-Sprecher David Higdon erfolgte und besagte, dass die Sicherheit der Fans letztlich in der Verantwortung der Streckenbetreiber läge. Er fügte hinzu, dass in Pocono niemand der Verantwortlichen unaufmerksam gewesen wäre und es auf vielen Strecken für diesen Fall zudem überhaupt gar kein Sicherheitskonzept gäbe. In der Zukunft würde man aber sicherlich genau die Vorgehensweisen überprüfen und notwendige Änderungen umsetzen. Naja, klingt für mich ein wenig schwammig, vielleicht sollte man ein Rennen einfach wirklich früher unterbrechen oder die Evakuierung der Tribünen strenger forcieren.

Analyse Pocono

Das Rennen entschied etwas überraschend wie erwähnt Jeff Gordon für sich, nachdem es lange Zeit danach aussah, dass Jimmie Johnson das Geschehen fest im Griff hat. Die entscheidende Szene ereignete sich jedoch beim letzten Restart in Runde 91, nachdem zuvor Kurt Busch durch seinen Mauereinschlag aufgrund eines geplatzten Reifens die Caution auslöste. Der Führende Johnson sprintete gemeinsam mit Matt Kenseth zur grünen Flagge, gefolgt von Brad Keselowski und Greg Biffle in der zweiten Reihe sowie Kasey Kahne und Gordon in der dritten.

Am Hendrick-Chevrolet mit der #48 verabschiedete sich sofort in Turn 1 der rechte Hinterreifen, was sich wohl auch während der Aufwärmphase für den Restart angekündigt hatte. Johnson bekam direkt massives Übersteuern und nahm Kenseth mit ins Verderben, wobei auch Keselowski, Biffle und Kahne einigen Schwung verloren. Einzig Jeff Gordon hatte freie Fahrt und konnte sich an die Spitze setzen, wo er auch verblieb, da wenige Runden später unter der erneuten gelben Flagge der gefürchtete Regen einsetzte.

Kasey Kahne (2.) und Brad Keselowski (4.) konnten sich immerhin in den Top5 halten, wobei Kahne noch sehr viel Glück hatte, da er einige Trümmerteile der vorausfahrenden Wagen aufsammelte, die ihm einen Plattfuß bescherten. Wegen des nahenden Abbruchs ließ er aber keine Reifen mehr wechseln. Für Matt Kenseth (23.) war die Party nach dem Zwischenfall quasi vorbei, da er vom nachfolgenden Denny Hamlin (29.) torpediert wurde und somit nach Indianapolis die zweite Woche in Folge frühzeitig aufgrund eines nicht selbst verschuldeten Unfalls aufgeben musste. Kenseth konnte sein beschädigtes Auto aber immerhin bis zum Abbruch am Ende der Führungsrunde halten.

Jimmie Johnson fing seinen übersteuernden Chevrolet übrigens äußerst spektakulär ab und cruiste unter Gelb noch auf Platz 14 ins Ziel. Seine Platzierung dort stieß allerdings Greg Biffle etwas sauer auf, den NASCAR seinerseits während der Gelbphase nur auf Rang 15 gesetzt hatte. Natürlich gab es auf der anderen Seite auch einige Abstauber bzw. Profiteure von dieser rennentscheidenden Situation, so konnte z. B. Martin Truex Jr. einen dritten Platz nach Hause fahren.

Auch die beiden Piloten von Stewart-Haas Racing rutschten noch weiter nach vorne und belegten die Ränge 5 (Tony Stewart) und 6 (Ryan Newman). Die Top10 komplettierten unterdessen Carl Edwards (7.), Clint Bowyer (8.) und etwas überraschend Regan Smith (9.) sowie Marcos Ambrose (10.).

Nicht so gut lief es erneut für das Team von Earnhardt-Ganassi Racing, welches immerhin Juan Pablo Montoya (20.) auf die Pole-Position brachte. Der Chevy mit der #42 war im Renntrimm allerdings so unterlegen, dass die Führung schon nach sieben Runden wieder verloren war. Im weiteren Verlauf des Rennens fiel er sukzessive zurück und landete gerade noch so in den Top 20, die auch für seinen Teamkollegen Jamie McMurray (17.) das Höchste der Gefühle waren. Bei EGR besteht also weiterhin massiver Nachholbedarf und die Äußerungen von Montoya nach dem Qualifying fand ich da auch eher amüsant: „We know we’ve been working in the right direction. We know we’ve been working hard, and we feel that the cars are getting a little better, but to actually get out there and get a pole…“ Immerhin hat man nicht ernsthaft mit der Pole-Position gerechnet.

Ganz übel erwischte es an diesem Wochenende ausgerechnet Dale Earnhardt Jr. (32.), welcher in den Wochen zuvor mit einer Marke von 21 die bisher längste Serie der NASCAR-Geschichte von Zielankünften in der Führungsrunde aufbaute.  In Runde 50 machte ihm allerdings das Getriebe seines Hendrick-Chevrolets einen Strich durch die Rechnung und so verlor er die meistgenutzten Gänge 3 und 4. Dabei hatte man wie eigentlich alle Teams aufgrund der besonderen Umstände in Pocono (Schalten in den Turns) extra vor dem Qualifying noch das Getriebe gewechselt. Die Reparaturpause kostete Junior zwar 20 Runden, aber wegen des Pechs vieler seiner Verfolger in der Meisterschaft glücklicherweise nicht die Führung in der Fahrerwertung.

Die erste der insgesamt drei Cautions löste übrigens Kyle Busch (33.) aus, der in Runde 19 nach einem offensichtlichen Defekt in die Mauer von Turn 1 abbog und bei den anschließenden Arbeiten am Auto ganze 24 Umläufe auf die Konkurrenz einbüßte. Diese Gelbphase diente dann auch gleich als Competition-Caution, welche ohnehin für Runde 20 geplant war, damit die Teams den Reifenverschleiß auf der grünen Strecke überprüfen konnten. Das Rennen wurde nämlich wegen eines weiteren Regenschauers kurz vor dem Start mit knapp zwei Stunden Verspätung angegangen.

In puncto Chase-Qualifikation hat sich durch den Sieg von Jeff Gordon natürlich einiges geändert, weil der Artikel aber schon eine stattliche Länge erreicht hat, werde ich darauf in der Vorschau für Watkins Glen am Freitag genauer eingehen. An dieser Stelle vielleicht noch so viel: Gordon rückte gleich um zwei Plätze nach vorne und steht nun gemeinsam mit Kasey Kahne in den Playoffs. Allerdings ist die #24 punktgleich mit Ryan Newman (ebenfalls ein Saisonsieg), welcher jedoch im Gegensatz zu Gordon über einen fünften Platz weniger verfügt, der in diesem Falle ausschlaggebend ist. Weiter vorne ist es ebenso eng, da die Top4 nach Pocono innerhalb von nur acht winzigen Punkten liegen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 27 2011

10:22

NASCAR: Analyse New Hampshire September 2011

Tony Stewart gibt sich derzeit größte Mühe, meine Vorhersagen bezüglich des Chase von vor einer Woche zu unterminieren. In New Hampshire gewann Smoke auch das zweite Playoff-Rennen und mauserte sich damit innerhalb von zwei Wochen zum derzeit größten Favoriten auf den Titel. Die üblichen Verdächtigen blieben dagegen farblos.

Zwei Rennen ist der Chase nun alt und beide Saisonläufe entschied am Ende Tony Stewart für sich, womit er auch sofort an die Tabellenspitze vorrückte, um dort Kevin Harvick abzulösen. Zwar gilt zu beachten, dass sowohl der Playoff-Auftakt in Chicagoland als auch das Rennen vom Sonntag in New Hampshire aufgrund der wiederholten Spritpoker keine klassischen Fälle waren, Smoke aber auch ohne die Fuel-Mileage mindestens innerhalb der Top5 ins Ziel gefunden hätte. Seine Erfolge kann und darf die Benzinstrategie damit keinesfalls abwerten! Überraschend kamen sie trotzdem, denn Stewart betreffend, schrieb ich in der Vorschau für Chicagoland und den Chase folgende Worte nieder:

Newmans Teamchef Tony Stewart lieferte wirklich eine ungewöhnliche Regular-Season ab, denn für gewöhnlich gewinnt Smoke in der Sommerperiode normalerweise mindestens ein Rennen. In diesem Jahr hat es leider nicht ganz gereicht und auch die wenigen Top5-Ergebnisse (3) lassen eher für ein Übergangsjahr sprechen. Bei Stewart könnte ich mir vorstellen, dass er seinen NASCAR-Zenit bereits überschritten hat und sich fortan eher auf sein Dasein als Owner konzentrieren sollte, vielleicht liegt aber auch hier die störende Ablenkung. Ausschließen sollte man aber bekanntlich nichts…

Doch nicht nur mich traf dieser plötzliche Aufschwung unerwartet, auch die US-Kollegen konnten bisher keine vernünftige Erklärung dafür finden. Auch Stewart selbst hat wohl nicht mit einer solchen Performance gerechnet, jedenfalls betonte er dies im Siegerinterview. Letzteres brachte dann auch zusätzlichen Diskussionsstoff, da Smoke in einem Nebensatz erwähnte, dass die Leistung des Teams wieder stimmen würde, nachdem man Anfang der Woche überflüssigen Ballast („dropped some dead weight“) von Bord geworfen hätte. Was Tony Stewart damit meinte, blieb er auch in der anschließenden Pressekonferenz in gewohnt „liebenswürdiger“ Art den nachfragenden Journalisten schuldig. Immerhin konnte man ihm entlocken, dass niemand Stewart-Haas Racing verlassen hätte.

Keiner weiß nichts Genaues oder so, würde ich mal behaupten. Falls jemand über das ein oder andere spitze Ohr in den USA verfügt, wäre ich über eine Aufklärung sehr erfreut. Immerhin mutet es schon komisch an, wenn Stewart erst seinen sonst so erfolgreichen Sommer auslässt, nur um dann im Chase wie aus heiterem Himmel die Konkurrenz zu bügeln. Die Qualifikation war ja nun nicht unbedingt so sicher, da konnte man keinesfalls von trockenen Tüchern sprechen. Daher dürfte man an dieser Stelle eine taktische Spielerei ausschließen. Was ist/war dieses „dead weight“? Doch ganz sicher keine halbvolle Burger-King-Tüte im Cockpit der #14, die Smoke nach dem Frühstück dort vergessen hat…

Um nun noch mal kurz ins Reich der Spekulationen vorzudringen: Jeff Gordon monierte nach dem Rennen etwas den Benzinverbrauch, während die Leistung des Motors nach wie vor spitzenmäßig sei. Interessant ist an dieser Stelle, dass Stewart-Haas Racing seine Aggregate von Hendrick Motorsports least (und auch die Chassis dort vorproduziert werden), wobei ich nicht weiß, inwiefern da nun Änderungen und sonstige Tuning-Maßnahmen im Nachhinein möglich sind. Wer Stewart kennt, der weiß, dass der Teambesitzer solche Äußerungen nicht mal eben nebenbei macht und dann im Nachhinein bedächtig schweigt. Vermutlich hat man bei SHR etwas Entscheidendes gefunden, nur was, das bleibt zu beantworten!

Jedenfalls ging die Benzinrechnung von Tony Stewart mehr als auf und der Grundstein dafür wurde in der dritten und letzten (!) Gelbphase in Runde 173 von 300 (!) gelegt. Das Rennen blieb über weite Strecke relativ ruhig, was Unterbrechungen anging und so musste man die wenigen Cautions ganz klar dafür nutzen, wichtige Track-Position zu gewinnen. Wer dieses Mal unter Gelb vier Reifen aufziehen ließ, der war paradoxerweise klar im Nachteil. Zum einen verlor er viele Platzierungen und dann erwies sich das Renngeschehen als zu gedrängt, um ernsthaft Positionen unter Grün gut zu machen. Die perfekte Formel lautete somit, während der Cautions die Track-Positionen mit einer Zwei-Reifen-Strategie zu holen, um bei den Boxenstopps unter grüner Flagge auch die linke Fahrzeugseite neu zu bestücken.

Um zu verstehen, warum Jeff Gordon die Meute nach der letzten Gelbphase wieder auf Rennspeed führte, müssen wir zunächst eine Caution weiter in die Vergangenheit schauen und finden dabei folgende Ausgangsposition vor: Dreher von Landon Cassill gegen Ende der Green-Flag-Pitstops, einzig Gordon und David Ragan waren noch nicht zum Tanken gekommen und haben somit fast dem gesamten Rest des Feldes mehr als eine Runde Rückstand aufgebrummt. Der #24 war es nun möglich, vier neue Reifen und Benzin zu fassen, ohne eine Top3-Platzierung zu verlieren, während sich die anderen Fahrer per Wavearound zurückrundeten.

Gute 15 Runden später löste dann Carl Edwards (8.) die angesprochene letzte Caution aus, indem er ausgerechnet seinen Teamkollegen und ebenfalls Chase-Teilnehmer Matt Kenseth (6.) in einen Dreher schickte. Immerhin konnten die beiden Piloten von Roush-Fenway Racing am Ende noch Top10-Resultate verbuchen. An dieser Stelle verzichteten Jeff Gordon und acht andere Mitstreiter auf einen Tankstopp, wobei sich lediglich Gordon mit einem letzten Boxenaufenthalt sicher sein konnte, über die Distanz zu kommen. Zurück also zum Anfang der Analyse und dem Restart mit Jeff Gordon in Führung:

Während sich von außerhalb der Top10 die Piloten mit neueren Reifen langsam aber sicher in der folgenden langen Grünphase wieder nach vorne kämpften, hatte Gordon das Rennen im Prinzip in der Tasche. Ein weiterer Tankstopp sollte ihm eigentlich genügen, so war die einhellige Meinung. Die letzten Green-Flag-Pitstops folgten für einige Fahrer nur sehr knapp im Rahmen des Benzinfensters, was wieder für etliche Ausroller in den finalen Rennrunden sorgte. Ausgerechnet für Gordon ging der Boxenstopp aber mächtig schief, denn in der Anfahrt auf seine Pitcrew riss die Benzinversorgung ab. Der Chevy musste erst mächtig rödeln, bis er wieder in Gang kam und zu allem Überfluss stellte sich auch noch heraus, dass nicht genügend Benzin aus der Spritkanne in den Tank geflossen war. Gordon war damit früh zum Sparen verdammt und musste die Konkurrenz ziehen lassen. Immerhin rettete er noch einen halbwegs versöhnlichen vierten Rang ins Ziel.

Die Boxenstopp-Phase zog sich über gute 25 Runden hinweg und an deren Ende war plötzlich wieder Kasey Kahne in Führung, dicht gefolgt von Clint Bowyer, welcher wirklich gefühlt aus der tiefsten Versenkung auftauchte. Wo Bowyer die Zeit und Positionen gutgemacht hat, würde ich nur zu gerne wissen. Kahne war jedenfalls kein Gegner für den Überraschungsmann, der sich auf dem besten Weg zum Rennsieg befand, aber ebenso wie Jeff Gordon den kürzeren Halm zog. Im Gewusel der – mit leerem Tank ausrollenden – Gegner, geriet auch Vorjahressieger Bowyer ins Stocken und wurde prompt zwei Runden vor Schluss vom heraneilenden Tony Stewart geschnappt, welcher 2010 im Chase-Rennen von New Hampshire noch in der gleichen Situation das Nachsehen hinter Ersterem hatte.

Verkehrte Welt also, was man vor allem bei der Betrachtung der Ergebnisse der übrigen Chaser feststellen kann:

- Jimmie Johnson war so ein Beispiel des missglückten Versuchs, mit frischen Reifen Boden zu gewinnen. Der sonst so allmächtige Chad Knaus und sein Erfüllungsgehilfe am Steuer der #48 waren sich dabei auch ungewohnt uneinig, da wurde über den Boxenfunk schon mal etwas schärfer gepöbelt. Johnson war akustisch-ersichtlich derart angefressen, dass er Knaus in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich verwies. Doch auch seine selbst angepriesenen Fahrkünste konnten das Rennen nicht mehr retten, denn nach der letzten Gelbphase (mit Four-Tire-Stop) ging er auf Position 19 wieder ins Rennen und konnte in den folgenden gut 100 Runden nur fünf Ränge zurückholen. Dann stieß er auf Kyle Busch!

Im Kampf um Platz 13 gingen die beiden eigentlichen Titelfavoriten sehr hart miteinander ins Gericht und drehten sich beinahe in die Mauer. Während Kyle Busch noch mit Glück davonkam und später Rang 11 sichern konnte, hatte Johnson härter zu knabbern. Der Dauermeister ruinierte sich das Handling seines Chevrolets und musste am Ende abgeschlagen mit Rang 18 Vorlieb nehmen. Die ungewohnt schlechte Leistung in den ersten beiden Chase-Rennen katapultierte ihn auf Platz 10 der Playoffs zurück. Busch ist immerhin Sechster, jedoch liegen beide Piloten nur drei Zähler auseinander und mehr dürfen es auf keinen Fall werden!

Bei Johnson fällt übrigens deutlich auf, dass die Stimmung im Team sofort ruiniert ist, falls mal die Leistung nicht stimmt. Da kann man ihm nur wünschen, dass er nicht noch in ein richtiges Tief absackt und sich dieser Effekt multipliziert. Das könnte auch so eine Situation sein, welche die so erfolgreiche Fahrer-Crew-Chief-Kombination Jimmie Johnson / Chad Knaus eines Tages sprengt.

- Noch mehr Pech hatten Dale Earnhardt Jr. (17.), Ryan Newman (25.) und Denny Hamlin (29.), welche eigentlich mit einem Top10-Resultat gerechnet hatten. Junior war, wie er später bestätigte, auf „Red-Bull-Kurs“ unterwegs und wurde vermutlich Opfer eines übertriebenen Radsturzes! Ein Reifenschaden folgte dem anderen, doch glücklicherweise traten beide zu halbwegs günstigen Zeitpunkten (knapp vor dem letzten Boxenstopp und in der finalen Rennrunde) auf, sodass Earnhardt nicht noch mehr wertvolle Plätze verlor.

Ryan Newman wurde übrigens ebenfalls von einem explodierenden Pneu überrascht, hatte aber weniger Glück mit dem Timing und verlor eine ganze Runde. Denny Hamlin konnte sich dieses Mal anders als in Chicagoland um einen Reifenplatzer drücken, lief jedoch trocken und kann seine Meisterschaftschancen mit 66 Punkten Rückstand nun wohl schon begraben…

- Mann des Rennens hinter Stewart war wieder einmal Brad Keselowski, der am Ende noch einen ausrollenden Greg Biffle (3.) einholen konnte, um sich Platz 2 in New Hampshire zu sichern. Damit verbesserte er sein Top5-Ergebnis aus der letzten Woche noch einmal und hielt seine Serie somit aufrecht. In der Meisterschaft rangiert der Überraschungspilot der Saison nun sogar schon auf Platz 3, mit nur 11 Punkten Rückstand auf Tony Stewart. Mal angenommen, Keselowski hätte sich über die Top10 in den Chase gefahren, dann wäre er dank der neun Bonuspunkte derzeit sogar Zweiter. Mal schauen, wie es in Dover weitergeht, vielleicht ist der große Triumph für ihn am Ende gar nicht so unwahrscheinlich bei dieser Performance.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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September 13 2011

06:07

NASCAR: Analyse Richmond September 2011

Vor Richmond = Nach Richmond, denn an der Liste der Chase-Teilnehmer hat sich am Wochenende nichts mehr geändert. Sowohl Tony Stewart als auch Dale Earnhardt Jr und Denny Hamlin schafften als letzte Fahrer den Cut für die Playoffs. Gewonnen hat unterdessen Kevin Harvick, obwohl kurz vor Schluss Jeff Gordon wie der sichere Sieger aussah!

Ein ganz simpler Faktor bestimmte in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Renngeschehen maßgeblich und sorgte am Ende dafür, dass Kevin Harvick anstatt Jeff Gordon in die Victory-Lane fuhr: Cautions – und zwar ohne Ende! Für ganze 15 Gelbphasen reichte es in bester Shorttrack-Manier auf dem Richmond International Raceway, was sogar den bisherigen Rekord egalisierte. Doch während der Löwenanteil dieser Hausnummer kurioserweise in den ersten drei Vierteln des Rennens aufaddiert wurde, ging die Schlussphase relativ ruhig und unfallfrei über die Bühne. Lediglich zwei weitere Cautions in den letzten 100 Runden sorgten nicht zuletzt durch ihr Timing für eine Vorentscheidung im Rennen.

Drei Gelbphasen im 12-Runden-Takt leiteten das letzte Viertel der Nacht ein und zu diesem Zeitpunkt führte mit Carl Edwards der dritte Favorit auf den Sieg. Im Verlauf des Rennens kam der Ford-Pilot insgesamt auf 113 Führungsrunden und nur Harvick konnte mit seinen 202 Umläufen in Front am Ende dagegen anstinken. Caution #14 sah David Reutimann nach einem Kontakt mit Clint Bowyer in der Mauer und es waren noch knappe 90 Runden bis zur schwarz-weiß-karierten Flagge zu absolvieren, was die Teams das Benzinfenster – zumindest mit Ausnahme einer durchaus möglichen Verlängerung – schließen ließ. Etliche Fahrer kamen somit zum errechnet letzten Tankstopp in die Boxengasse, doch ausgerechnet Leader Edwards pokerte und blieb auf der Strecke.

Dieses Verhalten muss man schon als grandiose Fehlentscheidung bewerten, denn frische Reifen entpuppten sich trotz der häufigen Gelbphasen und Pitstops als überlebenswichtig! Zwar gewannen viele Piloten im Verlauf des Renngeschehens mit einem Two- oder No-Tire-Boxenbesuch eine gute Portion Track-Position, konnten diese aber auf alten Reifen nicht lange halten. Warum Edwards hier draußen blieb, war mir ein Rätsel, entweder hatte Crew-Chief Bob Osborne gepennt oder sich schlicht und ergreifend verzockt. Vielleicht spekulierte er auf zehn weitere Cautions in einem wilden Finish, doch trotzdem müsste er eigentlich um den Vorteil der neuen Pneus gewusst haben, immerhin wurde es dem Team mit der #99 den gesamten Abend über vorgelebt.

Nächster Auftritt Kevin Harvick: Mit frischen Reifen pflügte er innerhalb von nicht mal zehn Runden von außerhalb der Top5 an die Spitze vor, während Edwards in besagte Gefilde zurückfiel. Harvick konnte sich also zu einem Short-Run-Auto im Rennfinale beglückwünschen, welches für die zu erwartende, kurzatmige Caution-Schlacht top-gerüstet erschien. Zur selben Zeit allerdings machte Jeff Gordon nun massiv Druck und brachte sich in der immer länger werdenden Grünphase mit seinem Harvick-entgegengesetzten Long-Run-Wagen an die Verfolgung der Spitze. Gordon war auf Platz 5 in den Restart gegangen und benötigte gut 25 Runden, um Greg Biffle den zweiten Rang streitig zu machen. In Runde 378, gut 47 Umläufe später hatte der seit Atlanta alleinige Drittplatzierte in der Cup-Sieges-Historie den Führenden Harvick abgefangen und war auf dem Weg zu Erfolg #86.

Wohlgemerkt geschah dies alles in einer ungewöhnlich langen Grünphase, welche sich zu diesem Zeitpunkt bereits über 72 Runden erstreckte. Gordon trennten also nur noch 22 Umläufe bzw. knappe zehn Minuten von der Victory-Lane, denn sein Wagen war nun klar der schnellste Bolide auf dem Shorttrack. Dass er dort nicht als Erster ankam, hatte er dann der letzten Caution in Runde 384 zu verdanken, für die Paul Menard aufgrund eines Drehers verantwortlich war.

Natürlich war es nun an der Zeit, für den Endspurt noch ein letztes Mal neue Reifen abzuholen und hier arbeitete dann die Crew von Kevin Harvick am schnellsten. Carl Edwards und Jeff Gordon mussten sich beim Restart mit den Platzierungen begnügen und hatten zudem Harvicks Short-Run-Flitzer mit der #29 nicht viel entgegenzusetzen. Gordon fiel zunächst aus den Top5 heraus und schien komplett geschlagen, holte aber kurz vor dem Ende die Ränge zurück, da sein Chevrolet später im Run über zwölf Runden wieder auf Touren kam. Mehr als Platz 3 war am Ende für den Atlanta-Sieger aber nicht drin. Etwas besser kam Carl Edwards (2.) zurecht, welcher seinen Ford bis zur Zielflagge noch auf 0,2 Sekunden an den Sieger Kevin Harvick heranbringen konnte.

Die Top5 komplettierten ein unauffälliger und starker David Ragan sowie Kurt Busch. Dahinter liefen Kurts Bruder Kyle Busch, Tony Stewart, Ryan Newman, Denny Hamlin und Mark Martin ein. Alle diese Piloten haben sich während des Rennens aus nahezu allen Scharmützeln herausgehalten und konnten somit in einem hart umkämpften Saisonlauf weiter vorne die Ziellinie überqueren. Interessant sind vielleicht noch die Positionen 11-16, die AJ Allmendinger, Brad Keselowski, Greg Biffle, Jamie McMurray, Juan Pablo Montoya und Dale Earnhardt Jr belegten.

Stewart und Hamlin nutzten ihre Top10-Resultate, um den Chase aus eigener Kraft zu erreichen, selbiges gelang auch Junior mit seinem Top16-Ergebnis! Für alle drei Piloten ist diese Playoff-Teilnahme ein Muss und gerade Earnhardts Qualifikation könnte eine Besserung der diesjährigen TV-Quoten gegen die Playoffs der NFL bringen, denn ohne den Publikumsliebling in der Meisterschaftsendscheidung flaute das Interesse in den vergangenen Jahren stets ab. Somit ist dieser bestimmte Teilnehmer auch für die NASCAR an sich eine wichtige Größe im Hinblick auf die nächsten zehn Wochen.

Brad Keselowski kam teilweise dicht an eine reguläre Qualifikation innerhalb der Top10 der Meisterschaft heran, weil Earnhardt über weite Strecken außerhalb der Top20 im Rennen unterwegs war. Keselowski darf nun als erster Wildcard-Teilnehmer die Bonuspunkte für seine drei Saisonsiege nicht nutzen. Juan Pablo Montoya war längere Zeit gut unterwegs und bewegte sich in der Nähe der Top5, bis nachlassende Bremsen ihn zum Verlangsamen zwangen. Mehr als die Top15 waren somit am Ende nicht drin, in der Meisterschaft brachte ihn das wieder auf Platz 18 voran – sicherlich nicht das angestrebte Ziel in dieser Saison.

Aber auch andere Piloten gerieten in Probleme, sei es nun selbst verschuldet oder unschuldig. Die 15 Cautions lösten sich schließlich nicht von selbst aus:

- Bowyer und Reutimann waren sich nicht erst am Ende des Rennens alles andere als Grün, denn schon nach 8(!) Runden lösten die beiden eine Massenkarambolage aus, der unter anderem Denny Hamlin und Dale Earnhardt Jr zum Opfer fielen. Die Crew der #88 hatte dann einen verdammt langen Abend vor sich und brachte den Chevrolet von Junior am Ende nach Reparaturarbeiten trotz teils extremer Kaltverformungen in Position für den Chase. Dafür möchte ich an dieser Stelle meinen Respekt aussprechen, denn die Möhre war doch arg demoliert und das selbst noch am Schluss.

- Marcos Ambrose räumte nach 50 Runden in seiner zweiten ausgelösten Caution die beiden Red-Bull-Fahrer Kasey Kahne und Brian Vickers ab. Kahne landete allerdings schon zu Gelbphase #3 hart in der Mauer. Vickers revanchierte sich mit einigen Schubsern und einem unfairen Blockade-Manöver an Ambrose, wofür NASCAR die #83 lange Zeit zum Abkühlen in die Garage schickte.

- Außerdem kamen sich auch Jimmie Johnson und Kurt Busch ordentlich ins Gehege, denn zunächst drehte Busch den Dauermeister in Runde 185 um, weil er mit Untersteuern die Strecke hochrutschte. Johnson wollte dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen und zeigte eine seiner eher seltenen Revanchen. Vermutlich kam es dazu nur, weil die #48 eh schon für den Chase qualifiziert war. In Umlauf 246 versagten dann plötzlich Johnsons Bremsen kurzzeitig, so dass er die #22 in einen Dreher bugsierte. Dieser kleine Rammstoß verlief allerdings auch für Johnson nicht vorteilhaft, denn seinen Chevy versenkte er dabei mit gehöriger Hitze unterm Helm selbst in der Mauer.

Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle kein wichtiges Ereignis unter den Tisch fallen lassen habe, immerhin war ja in den ziemlich genau vier Stunden einige Action geboten. Das Rennen habe ich über den Internet-Stream von ServusTV angeschaut, der in puncto Bildqualität wie immer kaum Wünsche übrig ließ. Was mir allerdings nur mit Abstrichen gefiel, war der Kommentar: Walter Zipser stellte zwar stets die richtigen Fragen an den Experten (oder wie ServusTV es ausdrückte: ehem. NASCAR-Team-Besitzer) Christian Kuhn, doch wenn er ewig Fahrernamen falsch ausspricht, tut es irgendwann weh. „Paul Menar“ war da ein schönes bzw. unschönes Beispiel, wann die Ohren anfangen zu klingeln.

Kuhn litt teilweise an derselben „Krankheit“, denn trotz mehrmaligen Vorsprechens des richtigen Namens durch Zipser, kam der eigentlich gut informierte Experte nicht über „Travis Kvofil“ hinaus. Christian Kuhn glänzte dafür jedoch an einer anderen Stelle, denn er gab wie gewohnt etliche Anekdoten und viel Insiderwissen an die Zuschauer weiter. Ob das Gerücht von Kevin Harvicks potentieller Scheidung auf wahren Tatsachen beruht, kann ich nicht bestätigen. Die Einstellung seines Truck- und Nationwide-Programms zugunsten der Cup-Karriere kann durchaus in dem Wunsch zum Gewinn der Meisterschaft ohne Ablenkungen begründet liegen. Warum man dafür aber mindestens 70 Leute auf die Straße setzen muss, hat sich mir nicht erschlossen.

Kuhn, der ehemalige NASCAR-Team-Besitzer – wobei ich mich Frage, ob man die Verantwortung für fünf Einsätze von Klaus Graf (3x 2004, 2x 2007) denn so bezeichnen kann –, machte insgesamt aber eine gute Figur, auch wenn er sichtliche Mühe hatte, die Funktion einer Trackbar zu erklären. Was er stattdessen erzählte war eine gute Beschreibung der Wedge-Einstellung, einer Art Feder-Vorspannung. Letzterer Begriff war sicherlich auch derjenige, den Kuhn in der Live-Übertragung suchte. Die Trackbar dagegen ist ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

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August 02 2011

06:08

NASCAR: Analyse Indianapolis 2011

Auf dem Indianapolis Motor Speedway gab es eine faustdicke Überraschung, als sich der Nebel der Strategien lichtete und im Endspurt plötzlich Paul Menard an der Spitze zu finden war. Ihm gelang es als einziger Fahrer ohne finalen Boxenstopp, genügend Sprit für ein Duell mit dem heranstürmenden Favoriten Jeff Gordon zu sparen und seinen ersten Sieg im Sprint Cup zu holen.

Wer hätte gedacht, dass am Ende des Nachmittags auf einmal Paul Menard in der Victory Lane steht? Na klar, der Name der Menard-Familie ist untrennbar mit dem Indianapolis Motor Speedway verbunden und jahrelang musste man auf den ersten Sieg auf dieser so legendären Strecke warten. Doch dass dies ausgerechnet dem als Paydriver verschrieenen Sprössling des Baumarktmagnaten John Menard gelingen würde, kam dann doch schon etwas überraschend. Immerhin hatte Team Menard in der IndyCar-Series einige Hochkaräter im Einsatz, um das große Indy 500 zu gewinnen, doch die beste Platzierung bei den Open-Wheelern blieb 1992 ein dritter Rang des großen Al Unser Sr. Fast zehn Jahre später toppte man diesen Rekord nun familienintern und der Erfolg im Benzinkrimi war durchaus gerechtfertigt!

Man kann über Paul Menard sagen was man will, doch eines ist er nicht: ein klassischer Paydriver! Menard hat sich seine Meriten und Chancen immer selbst verdient, auch wenn er es durch Papas Geld natürlich etwas einfacher als die Konkurrenz hatte. Zwar gehörte er in den unteren Rennklassen nicht immer zu den Meisterschaftsanwärtern, doch nach mehreren regionalen Kart-Titeln konnte er auch in den Folgejahren bei stärker werdender Konkurrenz noch einzelne Rennsiege in den damaligen unterklassigen NASCAR-Ligen sammeln. Seit 2003 fährt Menard in den drei nationalen Serien der NASCAR und legte in Nationwide Series und bei den Trucks sofort einige Top10-Resultate auf den Asphalt.

Nach vereinzelten Rennen 2005 und 2006 (wo er im zweiten Auftritt bereits einen siebten Platz in Atlanta herausfuhr) begann schließlich 2007 seine Cup-Karriere vollends. In besagtem Jahr startete er gemeinsam mit Rookies wie Juan Pablo Montoya und David Ragan in der höchsten NASCAR-Liga. Passend zu David Ragan und dem annähernd gleich gestarteten Regan Smith (ab 2008 Vollzeit) holte auch Menard 2011 seinen ersten Sprint-Cup-Sieg. Die bisher größten Erfolge in den Oberklassen der NASCAR waren für Paul Menard 2006 ein Sieg in Milwaukee (in seinem Heimatstaat Wisconsin) und eine Top5-Meisterschaftsplatzierung 2010, beides in der Nationwide Series.

Seit diesem Jahr verfügt er nach seinem Wechsel von Richard Petty Motorsports zu Richard Childress Racing über eines der besten Autos im Feld, was die drei Saisonsiege von Teamkollege Kevin Harvick 2011 beweisen. Mit dem Erfolg in Indianapolis hat sich Paul Menard sogar zu den Wildcard-Contendern aufgeschwungen und verdrängte David Ragan vom zweiten Bonus-Platz für den diesjährigen Chase. Dass Menard ein passabler Fahrer ist, wenn er über passendes Material verfügt, bewies er durch seine Top5- und Top10-Statistik, welche er zu Saisonhalbzeit im Vergleich zur bisherigen Karriere gleich mal verdoppeln konnte. Mit etwas Glück bringt ihn das als zweiten RCR-Fahrer hinter Kevin Harvick und noch vor Clint Bowyer sowie Jeff Burton in die Playoffs. Zu gönnen wäre es dem in Interviews immer sehr sympathischen Paul Menard!

Nun bleibt natürlich die Frage, wie Menard sich so spät im Rennen an die Spitze des Feldes brachte, um dem bis dahin riesigen Siegkandidaten Jeff Gordon den Erfolg vor der Nase wegzuschnappen. Alles in allem empfand ich das Rennen über seine knapp drei Stunden mehr als unübersichtlich. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich erst rund 60 Minuten nach dem Start einschalten konnte, weil mir die A1 mal wieder viel Freude bereitete…

In puncto Strategie ergaben sich schon vom Start weg einige interessante Möglichkeiten, so waren ausgerechnet auf der Reifen-mordenden Strecke von Indianapolis Two-Tire-Stops möglich. Das zeigt natürlich, wie Goodyear in den vergangenen Jahren die Gummimischung auf diesem Speedway für das CoT verbessern konnte, was angesichts des rauen Asphalts in Indy schon eine mehr als gute Leistung ist. Diese Two-Tire-Stops sorgten dann auch dafür, dass das Feld bei den nur fünf Gelbphasen gleich einige Male kräftig durcheinandergeworfen wurde.

Diese Reifensituation in Kombination mit dem Fallen der letzten Caution des Tages legte dann auch den Grundstein eines jeden Resultats am Sonntagnachmittag: 40 Runden vor Schluss ergab sich für einige Fahrer weiter hinten im Feld die Möglichkeit, das Pit-Window von gut 30 (!) Runden zu schließen – zumindest bei einer weiteren Caution. Diese Taktik nutzten unter anderem Paul Menard, Jamie McMurray, Mark Martin, Trevor Bayne, Regan Smith und Tony Stewart. Letzterem wurde nach gut 25 Runden klar, dass der Sprit bei ihm nicht reichen würde, was Smoke aus der Entscheidung nahm. Die anderen fünf Piloten sparten in den folgenden Runden unter Grün massiv an Benzin und hofften auf eine weitere Gelbphase, um die letzten Gallonen zu sparen. Da diese Caution allerdings nicht mehr kam, wurde es für die Gambler eng.

Zum einen lieferten sich zum Beispiel Menard und McMurray rundenlange Duelle im Schneckentempo, während sie zum anderen zeitgleich vom Rest des Feldes mit vollen Tanks im Sprint-Tempo eingeholt wurden. Fahrer wie Jeff Gordon, der ein Viertel des Rennens in Führung lag und als Favorit auf den Sieg galt, konnten nicht mit der Stochastik spielen und mussten sich ca. 15 Runden nach der fünften und letzten Gelbphase noch eine weitere Ladung Sprit und neue Reifen abholen, um nicht trockenzulaufen. Ebenfalls in dieser Gruppe unterwegs und während der letzten Caution nicht tanken waren unter anderem Brad Keselowski, Juan Pablo Montoya, Jeff Burton, Matt Kenseth und Jimmie Johnson, welche später zu 50% weit außerhalb der Top10 landeten.

Hier gab eine weitere taktische Entscheidung den Ausschlag: Montoya hatte zum Beispiel in der vorletzten Gelbphase nur zwei neue Reifen aufziehen lassen und musste für das große Finale noch einmal neue Gummis auf der linken Seite holen. Da aber nach der fünften Caution keine weitere mehr kam, musste er unter grüner Flagge alle vier Räder wechseln, was sich als katastrophaler Zeitverlust entpuppte. Am Ende landete Montoya somit nur auf einem extrem enttäuschenden 28. Rang und kann seine Playoff-Träume nun wohl endgültig begraben, wenn in Pocono und/oder Watkins Glen nicht gerade ein Wunder geschieht.

Platz 20 in der Meisterschaft ist die Quittung für die letzten Fehlentscheidungen auf Crew-Chief-Seite, man muss Jim Pohlman anscheinend noch etwas mehr Zeit einräumen. Trotzdem hat Pohlman den schlechtesten Call des Rennens aller Crew-Chiefs zu verantworten, denn so weit hinten landete letztendlich kein Siegfavorit am Sonntag. Montoya hielt sich immerhin einen großen Teil des Tages in den Top10 auf und kam bis zum letzten Boxenstopp sogar in den Top3 unter.

Jeff Gordon wiederum brauchte bei seinem Green-Flag-Pitstop nur noch zwei Reifen auf der rechten Seite wechseln lassen und war damit dann der spritsparenden Spitze auf den Fersen. Das Duell wurde ca. vier Runden vor Schluss zum Endspurt, als Paul Menard das Signal zum Durchstarten bekam und Jamie McMurray und Mark Martin auf einen Schlag stehen ließ. Von hinten kam zwar Gordon mit riesen Schritten näher und näher, doch an einen Erfolg kam Letzterer nicht mehr näher als 100m ran. Zu souverän verteidigte Menard die Führung auch im Überrundungsverkehr und warf anders als JR Hildebrand beim Indy 500 nicht in der letzten Kurve der letzten Runde seinen Wagen in die Mauer. Ein bisschen daran denken musste ich ja zugegebenermaßen schon.

Was Menards Sieg dann wirklich verdient und überragend machte, war die Tatsache, dass er gute zehn Runden Sprit sparen konnte, was außer ihm keinem anderen Fahrer bei vergleichbarer Pace gelang. McMurray konnte im Schlusssprint nicht mithalten und rutsche noch auf Rang 4 ab, während Mark Martin am Ende bis auf Platz 8 durchgereicht wurde. Regan Smith wurde überraschend Dritter! Die Marken-Verteilung in den Top10 entsprach am Ende tatsächlich meiner Prognose aus der Vorschau, auch wenn die Fords mich über das gesamte Wochenende hinweg doch mehrfach mit Trainingsbestzeiten und einer Pole-Position an den Rand der Unglaubwürdigkeit brachten…

Trotzdem dominierten im Rennen die Chevrolets von Hendrick Motorsports, gefolgt von Kasey Kahne, der bemerkenswerterweise in seinem Red-Bull-Toyota die meisten Führungsrunden einfahren konnte. Diese kamen jedoch direkt zum Start des Rennens zusammen, am Ende war er nach einem Ausritt durchs Gras nach dem Dreher von Landon Cassill zu weit ins Hinterfeld zurückgefallen und hatte keine Chance mehr auf den Sieg. Was mich ziemlich überrascht hat, ist die die Performance von Penske Racing, die ich doch deutlich weiter vorne vermutet hatte. Immerhin konnte Brad Keselowski ein Top10-Ergebnis und 17 Führungsrunden einstreichen, während Kurt Busch nach einem kleinen Mauerkuss früh im Rennen nie zur erwarteten Form finden konnte.

Ein kurzer Blick noch auf die Meisterschaftstabelle: Carl Edwards konnte sich an der Spitze der Fahrerwertung halten, da Jimmie Johnson und Kurt Busch noch schlechtere Ergebnisse einfuhren. Busch rutschte sogar um drei Positionen auf Platz 6 ab! Für Dale Earnhardt Jr wird es als Zehnter am Ende der Playoff-Positionen langsam eng, doch das war an diesem Wochenende wieder nicht seine Schuld. Junior war lange in den Top10 unterwegs und wurde am Ende ein weiteres Opfer der unterschiedlichen Strategien. Was er derzeit braucht, ist ein Sieg, der seine Chase-Qualifikation festigen könnte.

Außerhalb der Top10 lauern derzeit Denny Hamlin und Clint Bowyer in halbwegs unmittelbarer Nähe, wobei Hamlin auch eine Wildcard besetzt. Die zweite geht momentan an Paul Menard, der nach seinem Sieg in der Meisterschaft sieben Punkte vor dem dritten Sieger zwischen Platz 11 und 20, David Ragan, liegt.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

July 15 2011

06:21

NASCAR: Vorschau New Hampshire Juli 2011

Im letzten Jahr war New Hampshire noch der Startschuss für das Race to the Chase, doch mit dem überarbeiteten 2011er-Kalender sind wir um die gleiche Zeit schon weiter im Rennen um die besten Plätze in den Playoffs. Acht Rennen verbleiben den Piloten ab diesem Wochenende noch, um die Teilnehmer der Titeljagd auszufahren.

Am Wochenende besuchen die beiden höchsten Rennklassen der NASCAR zum ersten Mal in diesem Jahr den adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Der Sprint Cup wird in New Hampshire von der Nationwide Series unterstützt und beide Ligen bieten sowohl Freitag als auch Samstag jede Menge Programm für den Couch-Potato. Dazu kommt, dass nach einigen Nachtrennen endlich wieder früher losgefahren wird, damit wir dann auch mal etwas mehr Schlaf bekommen. Zusätzlich sind die Trucks in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Iowa für all jene Fans unterwegs, die trotzdem nicht genug von den Flutlichtrennen bekommen können. Ich habe unten mal nur das Rennen aufgelistet, Trainings und Qualifying werden eh nicht übertragen.

Achso, bevor ich es vergesse: Nach New Hampshire geht der Sprint Cup in sein letztes Off-Weekend für dieses Jahr und zwar weit früher als sonst. Zwar gab es vor dem Indianapolis-Ausflug schon länger ein freies Wochenende, doch im alten Kalender bot NASCAR den Teams auch nach Bristol kurz vor dem Ende des Race to the Chase noch eine Pause an. Das heißt dann, dass der Cup seine zweite Saisonhälfte fast vollständig in 17 Wochen am Stück durchzieht. Ganz schön heftig… Wer trotzdem nicht auf NASCAR verzichten kann oder will, holt sich am besten seine Dosis Racing in Nashville ab, denn dort sind Nationwide Series und die Trucks unterwegs – selbstverständlich nachts!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 15.07.
16:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED

Samstag, 16.07.
15:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
17:45 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (New England 200), ESPN
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Coca-Cola 200 presented by Hy-Vee), SPEED

Sonntag, 17.07.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Lenox Industrial Tools 301), TNT / NASCAR.com RaceBuddy

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