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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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July 27 2011

06:16

Newshappen vom 27.07.2011

// Für Nick Heidfeld wird die Luft bei Renault eng. Nachdem der Deutsche auch in diesem Jahr seine Quali-Schwäche nicht in den Griff bekommen hat und Vitaly Petrow zumindest auf Augenhöhe mit ihm unterwegs ist, sucht man bei Renault wohl nach Alternativen. Die erste Option ist Robert Kubica, aber ob der überhaupt noch mal wird fahren können, ist eine andere Frage. Um Topfahrer ins Team zu holen, fehlt es dann wieder an Performance. Aber man überlegt wohl, Heidfeld zu ersetzen. Der erste Warnschuss könnte sein, dass in Ungarn Bruno Senna den Wagen von Heidfeld im ersten Training fahren wird. Niemand glaubt, dass Senna schneller als Heidfeld ist, aber vermutlich geht es Renault im Moment schon nicht mehr allein um Punkte, sondern darum, ob es Fahrer gibt, die gutes Feedback liefern. Ganz oben auf der Liste von Renault steht aber offenbar Romain Grosjean. Das kommt nicht ganz unerwartet, hätte Renault, obwohl nicht mehr Mehrheitsbesitzer im Team, gerne einen Franzosen im Cockpit. Gerüchteweise könnte Grosjean nach Monza im Renault Platz nehmen, aber auch nur dann, wenn er den GP2-Titel gewinnen sollte.

// Berrnie Ecclestone hat die Tage zugegeben, dass er dem ehemaligen Top-Manager der Bayrischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Euro bezahlt hat. Allerdings gibt es unterschiedliche Aussagen darüber, weswegen er soviel Geld auf den Tisch gelegt hat. Gerhard Gribkowsky behauptet wohl, dass Ecclestone ihn bestochen hat, der Engländer spricht von Erpressung. Angeblich habe Gribkowsky ihm damit gedroht, dass er Informationen an die Behörden weitergeben könnte, die Eccelstone Probleme bei den Steuerbehörden machen könnten. Diese Anschuldigungen, so Ecclestone, seien gelogen, aber er habe nicht Jahre vor dem Gericht verbringen wollen, um Recht zu bekommen. Nun ja, kann man glauben, muss man aber nicht. Bei Gordon Mccabe gibt es eine schöne Zusammenfassung der hektischen Wochen um den Verkauf der SLEC, der damaligen Holding der F1. Das hartnäckigste Gerücht bzgl. der Zahlungen lautet im übrigen, dass Ecclestone die Summe gezahlt habe, damit die BLB ihre Anteile an die CVC verkauft und nicht an einen anderen, Bernie nicht genehmen Interessenten.

// Weil es etwas untergegangen ist: Timo Glock hat bei Virgin um drei Jahre verlängert. Das kam etwas überraschend, aber offenbar war ihm auch klar, dass er im Moment aus der Ecke, in der er steckt, nicht raus kommt. Glock setzt viel auf den Deal mit McLaren, den Virgin nun geschlossen hat.

// Diskussionen gibt es auch bei Lotus, wo Karun Chandok am Wochenende Trulli ersetzt hatte, und dabei nicht so wirklich überzeugen konnte. Lotus beeilte sich mitzuteilen, dass man mit Trulli über eine Vertragsverlängerung verhandeln würde, aber nach der ganzen Aufbauarbeit des Teams wird es wohl auch mal Zeit, dass man evtl. neue Fahrer einsetzt. Trulli wirkt in diesem Jahr schwach und verliert auch in Quali gegen Kovalainen, was ungewöhnlich ist. Die Frage ist aber, wen Lotus nehmen kann? Da bietet sich eigentlich nur ein Nachwuchsfahrer mit viel Talent an (Hülkenberg?)

// Jeff Burton bekommt einen Crew Chief. Luke Lambert ersetzt Todd Berrier. Richard Childress musste wohl reagieren, weil Burton in den Punkte nur auf Platz 25 zu finden ist. Etwas ungewöhnlich ist die Umbesetzung schon, denn Lambert ist gerade einmal 28 Jahre alt und damit etwas jung für einen Crew Chief. Berrier bleibt vorerst im Team.

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May 10 2011

06:36

NASCAR: Analyse Darlington 2011

In welcher Rennserie kann ein Underdog aus einem leicht unterfinanziertem Team noch gewinnen? In der NASCAR, wie Regan Smith am Wochenende gezeigt hat.

Ein bisschen sensationell ist die Sache schon. Furniture-Row-Racing gehört jetzt nicht zwingend zu den Team, die man oft vorne sieht. Aber der Kurs in Darlington, der unter dem Beinamen “to tough to tame” läuft, machte diesem Zusatznamen mal wieder alle Ehre. Es flogen die Fetzen, und das nicht nur, weil Brian Vickers einen der kuriosesten Unfälle seit Ewigkeiten hatten, sondern auch weil nach dem Rennen fast zu viel los war, wie auf der Strecke. Denn die beiden durchaus als Heißsporne bekannten Kyle Busch und Kevin Harvick gerieten ebenso aneinander, wie vor dem Rennen Ryan Newman und Juan Pablo Montoya, die sich angeblich bei einer “Aussprache” am Freitag wortwörtlich in den Haaren gelegen haben sollen. Die NASCAR bezeichnete das Ergebnis der Aussprache als “unglücklich”, beide Fahrer wollten sich nicht so recht äußern. Offenbar sind bei einigen Fahrern die Nerven etwas angespannt.

Das kann man auch verstehen, denn bei kaum einen Team läuft es so richtig rund. Die Earnhardt-Ganassi Fahrer Montoya und McMurray kommen nicht so recht in Schwung, zäh läuft es auch bei RCR, trotz einiger vielversprechender Ergebnisse. Und bei Hendrick will es auch nicht so recht laufen. Mark Martin knallte seinen Chevy etwas zu heftig in die Mauern von Darlington und verlor so viel Zeit, dass er er nur auf P19 einlief. Dem Rest erging es nicht besser. Jeff Gordon tauchte zunächst vorne auf, pendelte dann aber zwischen P5 und P12 rum. Junior hatte man wieder eine beschiedene Quali, kämpfte sich aber bis in die Top 5 vor, bevor er weiter nach hinten durch gereicht wurde. Meister Johnson drehte sich gleich zweimal, einmal wurde er von Montoya angeschubst, ein anderes Mal machte er einen seiner seltener Fehler. Die Hendrick Mannschaft kam dann fast geschlossen auf den Plätzen 12 (Gordon), 14 (Junior) und 15 (Johnson) an. Das hat man schon anders gesehen.

Im Rennen dominierte etwas überraschend Kasey Kahne im Red Bull, der sich schon die Pole geholt hatte. Er führte im ersten Drittel, bevor von hinten Carl Edwards angerauscht kam. Es mischte sich dann noch Kevin Harvick in den Kampf ein, der aber über die Distanz das Tempo nicht ganz halten konnte. Also teilten sich Kahne und Edwards die Führung. Kyle Busch fuhr in teilweiser atemberaubender Manier zwischenzeitlich durchs Feld, hatte aber Pech, weil sein Team gegen Mitte des Rennen ein loses Rad vermutete und der Mehrfach-Sieger an die Box musste. Er holte sich zwar seine verlorene Runde wieder zurück, kam aber nach der Runde 204 von 367 nicht mehr an die Front.

Es war ein typisches Darlington Rennen. Viel Single-File, aber nicht uninteressant, da es trotzdem viele Zweikämpfe gab. Hilfreich war auch, dass es kaum Cautions gab, obwohl etliche Fahrer mehr als einen “Stripe” an der Mauer hinterließen. Den interessantesten Unfall hatte wohl Brain Vickers. Der gerat in Runde 231 mit David Ragan aneinander. Vickers kam etwas quer aus der Ecke, Ragan versuchte auszuweichen, was natürlich schief ging. Irgendwie hakte sich die linke Front von Ragan im rechten Kotflügel von Vickers ein und riss ihm die gesamte rechte Seite. Sogar die Hartschaumeinlagen aus der Tür wurden rausgerissen. So konnte Vickers nicht weiterfahren, die Reparatur dauerte dann ewig.

15 Runden vor Schluss hatte sich Edwards an der Spitze etwas von Kahne und Harick auf P3 abgesetzt. Dahinter lagen Newman, Hamlin und auf P6 der erstaunliche Regan Smith. Kyle Busch lag einen Platz dahinter. Alle hatten genug Sprit und konnten also durchfahren. Doch dann platzte Jeff Burton in Runde 359 der Motor – Caution. Die Frage war: Reinkommen oder draussen bleiben? Bis auf Regan Smith, Brad Keselowski und Stewart kamen alle Piloten herein. Dabei hatte Stewart die besten Karten, den er hatte einen andern Stopp-Rhythmus gewählt und seine Reifen hatten nur 19 Runden auf dem Buckel. Es konnte also ein deftiges Finale geben – und das kam auch.

Der Restart sah Regan Smith auf der ersten Position, doch schon einer Runde gab es wieder Gelb. Kyle Busch, Harvick und Bowyer konnten sich nicht einigen und versuchten es “3-wide”, was in Darlington nicht so die wirklich gute Idee ist. Busch rumpelte in Kevin Harvick, der ausgerechnet auf der Start/Zielgeraden seinen Teamkollegen Clint Bowyer hart in die Mauer schickte. Damit war die Sache aber nicht beendet, denn ein paar Meter weiter schob Busch, der offenbar einen Aussetzer hatte, auch noch Harvick einfach zur Seite und in die Mauer. Das sollte nach dem Rennen noch ein Nachspiel haben.

Wegen des vielen Schrotts war ein “GWC” angesagt. Regan Smith war in Front geblieben und kam beim Restart sehr gut weg. Er konnte Carl Edwards in Schach halten, bis er in der letzten Runde in Turn 2 noch die Mauer berührte. Edwards schien das ausnutzen zu können, doch Smith gelang es tatsächlich Edwards geschickt zu blocken und er gewann das Rennen, was auch sein erster Sieg und der des Teams war. Bei Furniture-Row-Racing wusste man nicht, ob man vor lauter Freude lachen oder weinen sollte. Ein toll heraus gefahrener Sieg, absololut verdient.

Derweil war in der Boxengasse die Hölle los. Harvick war offenbar noch sauer und versuchte Busch noch auf der Strecke zu stellen. In einem sehenswerten Wendemanöver inkl. Rückwärtsfahrt manövrierte Busch Harvick aus, der sich dann allerdings in der Boxengasse vor ihn stellte…. ach, das muss man selber sehen.

Am Ende lagen sich dann auch noch die Crews beider Mannschaften in den Haaren. That’s NASCAR. Sowohl was den Sieger angeht, als auch den Rest.

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March 21 2011

16:47

NASCAR: Analyse Bristol März 2011

Es war mal wieder das Wochenende von Kyle Busch, der beide Rennen der NASCAR am Wochenende gewinnen konnte. Aber auch für andere Fahrer lief das Wochenende nicht schlecht.

Bristol entwickelt sich zum “Wohnzimmer” von Kyle Busch. Gleich fünf der letzten acht Rennen konnte der jüngere Busch gewinnen, was nicht nur seine, sondern auch die Stärke von Joe Gibbs Racing auf den Short Tracks zeigt. Dabei sah es zunächst aber nicht nach einem Sieg von ihm aus, denn zu Beginn bestimmte der erstaunlich gut aufgelegte Paul Menard das Tempo, bevor er von dem normalerweise in Bristol ebenfalls starken Martin Truex abgelöst wurde. Aber das Rennen selber war dieses Mal eher eins von der schlechteren Sorte. Seit dem Bristol vor ein paar Jahren eine neue Asphaltdecke bekommen hat und man ein progressives Banking Einzug hielt, habe die Rennen sehr an Biss verloren. Das alte “beatin’ and bangin’” gibt es kaum noch, lange Phasen unter Grün sind mittlerweile völlig normal. Die Langeweile der letzten Jahre schlägt sich auch auf die Anzahl der Besucher nieder.

Noch vor ein drei Jahren war Bristol immer ausverkauft. Der Witz machte die Runde, dass man nur durch ein Erbe in den Besitz von Karten kommen konnte. Vor zwei Jahren gab es dann plötzlich Restkarten, in diesem Jahr waren die Tribünen erschreckend leer. Das kann nicht nur an den immer noch recht hohen Preisen oder der weiterhin schlechten Wirtschaftslage in den USA liegen. Auch die Rennen der NASCAR waren einigermaßen gut, aber Bristol hat eben durch den Umbau viel von seinem Charme verloren. Da helfen auch keine “Debris-Caution”. 120.000 Besucher vermeldet die NASCAR für Sonntag, 160.000 passen auf die Tribünen. Das sagt schon eine Menge aus und wenn man die Bilder so sieht, dann finde ich die 120.000 schon eine sportliche Aussage.

Auch gestern war es ein eher zähes Rennen. Wer unten auf der inneren Linie klebte, musste nicht fürchten, dass die Konkurrenz vorbei kam, da oben rum kaum etwas ging. Nur 18 Leadchanges verzeichnet die Statistik, wenn man diejenigen abzieht, die nur eine Runde vorne waren, dann waren es sogar nur 13.

Während in der ersten Rennhälfte Truex und Ryan Newman den Ton angaben, tauchte ab Mitte des Rennens Jimmie Johnson an der Spitze auf, dessen Chevrolet im Gegensatz zu seinen anderen Hendrick-Kollegen vernünftig ging. Zusammen mit Kyle Busch dominierte er ab Runde 192 und die beiden wechselten sich regelmäßig in der Führung ab, ohne jedoch in bissige Zweikämpfe verwickelt zu sein. Das passierte eher weiter hinten, wo es ein wenig Action gab, die allerdings von den Fox-Kameras nur selten eingefangen wurde. Überhaupt gab Fox in Bristol ein eher lustloses Bild ab. Das zähe Rennen zerrte wohl auch an der Laune der Kommentatoren, die sich vor allem im zweiten Rennteil schwer taten, noch irgendetwas neues zu Busch oder Johnson erzählen zu können.

Aber zurück zum Hendrick Team. Während sich Johnson in guter Form zeigte, waren die drei anderen Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, der eh einen schlechten Start in die Saison hat, blieb wieder unauffällig. Sein Wagen hatte massive Handlingsprobleme, dazu kam, dass er mit Brad Kesolowski aneinander rasselte, als er diesen überrunden wollte. “Bad Brad” lag drei Runden zurück, kämpfte aber derartig verbissen gegen Gordon, dass er ihn fast abgeräumt hätte. Am Ende kam nur ein Platz 14 raus. Nicht besser lief es bei Mark Martin, der ebenfalls mit seinem Wagen zu kämpfen hatte, und nicht vorne eingreifen konnte. Auf Platz 11 und damit einen vor Martin, kam Earnhardt jr. ins Ziel, dessen Aufwärtstrend sich zumindest im Moment weiter fortsetzt. Nach einer schlechten Qualifikation arbeitete sich der Publikumsliebling in Richtung Top 10 vor, bevor ihm eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box wieder zurück warf. Doch während Junior im letzten Jahr nach derartigen Vorfällen meist im Nirvana der Wertung verschwand, kämpfte er sich in Bristol wieder an die Top Ten. Das ist zwar alles noch nicht wirklich richtig gut, aber die konstanten Platzierungen unter den ersten 10 zeigt, dass er zusammen mit Steve Letarte auf einem gutem Weg ist.

Richtig miserabel läuft es dagegen bei RCR. Wenn der bestplatzierte Chevrolet von Childress der von Bezahlfahrer Paul Menard ist, dann heißt das schon was. Jeff Burton und Clint Bowyer hatten früh im Rennen Unfälle, bzw. Probleme, Kevin Harvick drehte sich im letzten Renndrittel und verursachte dabei weitere Kollisionen, die unter anderem den bedauernswerten Trevor Bayne das Rennen kostete. Aber es läuft nicht und bei RCR und die ersten Sorgenfalten dürften im Team auftauchen. Paul Menard liegt in der Meisterschaft zwar auf Platz 5, aber Kevin Harvick nur auf 15, während Bowyer und Burton nicht mal unter den Top 20 sind.

Auch bei ECR ist man mit angezogener Handbremse in die Saison gestartet. Montoya konnte in Las Vegas kurz zeigen, das man noch dabei ist, doch bei Jamie McMurray läuft es überhaupt nicht. Montoya liegt nach Bristol in der Wertung auf Platz 8, sein Teamkollege wird in den Top 20 noch vermisst.

Es war, wie erwähnt, kein sonderlich gutes Rennen in Bristol. Nächste Woche steht Fontana auf dem Program. Eigentlich ein programmierter Langweiler, weil es aber ein Highspeed Oval ist, und Bump Drafting gehen sollte, könnte es doch interessanter werden, als man es gewöhnt.

Das ganze Ergebnis bei Racing Reference.
225040 2011BristolMar_NSCS_Race_Edwards_Busch_SideBySide 2011BristolMar_NSCS_Race_Harvick_Spin 2011BristolMar_NSCS_Race_Hamlin_Vickers_Reutimann_Spin 2011BristolMar_NSCS_Race_Menard_Johnson_Leading 2011BristolMar_NSCS_Race_Bristol_HighAngle_TrackShot

February 18 2011

20:29

NASCAR: Daytona Speedweeks Update II

Drei Tage vor dem Daytona 500 steht nun auch das Starterfeld zum Great American Race fest, dabei gab es in zwei interessanten Gatorade Duels ein paar Überraschungen: Zum einen was die Qualifikanten betraf und zum anderen bezüglich der Regeländerungen seitens NASCAR.

Letztere zeigten am Donnerstagabend nämlich so gut wie keine Auswirkungen auf das Drafting-Verhalten der Fahrer. Trotz Begrenzung des Kühlerquerschnitts und Verringerung des Maximaldrucks im Kühlwasserkreislauf änderte sich wider Erwarten wenig. Zwar verkleinerte NASCAR vor den Duels zusätzlich auch noch die restrictor plates um 1/64 inch, was ca. 15 PS weniger Leistung bedeutete, doch damit wurden die Autos lediglich langsamer. Immerhin hat man damit nun zumindest die Geschwindigkeiten wieder unter Kontrolle. Noch immer ist das Fahren in two-car trains viel zu effizient, um es nicht während der gesamten Renndistanz auszunutzen.

Durch die neuen Regelungen ist das Anschieben zwar nur noch für ca. vier Runden möglich, der Geschwindigkeitsvorteil beträgt aber nach wie vor mindestens 5 mph gegenüber dem Rest des Feldes. Die Silhouette des CoT scheint wie für diese Art des bump drafting entworfen worden zu sein und die nur leicht unterschiedlichen Bumper der Hersteller lassen sich perfekt miteinander verbinden. Meiner Meinung nach wird man die two-car trains wohl nicht mehr los, was jetzt aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Ich selbst muss mich derzeit zwar auch noch sehr stark an diesen Anblick gewöhnen, wie das Ganze dann letztendlich bei einem 500-Meilen-Rennen aussieht, wird man aber abwarten müssen.

In dieser Hinsicht kann es also nur spannend werden, Series Director John Darby kündigte schon mal an, dass es vermutlich keinerlei weitere Änderungen seitens NASCAR vor dem Daytona 500 geben wird. In der Nationwide Series waren übrigens gleich mehrere Veränderungen an den bekannten Metallplatten mit vier Löchern notwendig. Dort sind die two-car trains allerdings nicht ganz so einfach möglich: Dies liegt zum einen daran, dass die Bumper der Hersteller wesentlich unterschiedlicher sind als die der Cup-Autos und zum anderen an der Form der Stoßstangen an sich. Die Nationwide Series setzt nämlich auf abgerundete Ausgaben, die sich nicht ganz so gut verbinden lassen. Was die Trucks am heutigen Abend betrifft, brauchen sich Traditionalisten keine Sorgen zu machen. Dort wird dem allgemeinen Tenor zur Folge wohl auch weiterhin im großen Paket gedraftet.

Gatorade Duels, endgültige Startaufstellung und Terminplan

Nun aber zu den Duels und der endgültigen Startaufstellung für das Daytona 500 am Sonntagabend. Im ersten Qualifikationsrennen hatte ich die Möglichkeit, den Boxenfunk von Juan Pablo Montoya mitzuhören, der während der Speedweeks im Rahmen des bekannten Scanners kostenlos auf NASCAR.com angeboten wird. Dabei war es interessant zu verfolgen, wie die Spotter auf dem Tribünendach die Kommunikation zwischen den beiden Drafting-Partnern übernahmen und die Wechsel ankündigten. Das erste Duel gewann Kurt Busch, der statistisch gesehen damit seine Siegchance im Hauptrennen gegen Null getrieben hat: Nie in der Geschichte der NASCAR gelang einem Fahrer ein Sieg im Budweiser Shootout, seinem Duel und dem Daytona 500 selbst. Bill Elliott und ein überraschender JJ Yeley fuhren sich direkt ins Rennen am Sonntag.

Da Elliott schnellster go or go-homer im Einzelzeitfahren war, eine Qualifikation per Duel aber höher in der Rangfolge steht, gab er diesen sicheren Platz aus dem Pole-Qualifying an den nächstschnellsten weiter. Damit stand vor dem Beginn des zweiten Duels plötzlich Michael Waltrip schon sicher im Feld. Zusätzlich musste Joe Nemechek nach dem ersten Rennen auf seine gute Qualifikationsrunde zurückgreifen. Außerdem konnte noch Dave Blaney hoffen, der im ersten Duel zwar nicht direkt den Einzug ins Hauptfeld geschafft hatte, nach Michael Waltrip aber den nächsten Nachrücker aus dem Einzelzeitfahren darstellte.

Diese Chance einer Qualifikation aus fremder Kraft konnte Blaney dann auch sozusagen nutzen, da Waltrip sich im zweiten, actionreicheren Duel dann noch einmal selbst ins Rennen fuhr. Ebenfalls auf seine Qualifikationszeit musste sich auch Travis Kvapil verlassen und da Terry Labonte ohnehin durch sein champion’s provisional qualifiziert war, verblieb noch ein letzter Platz im Daytona 500. Die Vergabe dieses Startplatzes sorgte dann für das Märchen des Abends, involviert waren die Gebrüder Keselowski und ihre zwei Dodges Baujahr 2011 und 2006(!). Brian, der ältere Bruder von Brad, hätte in seinem CoT der ersten Generation aus Altbeständen von Gillett-Evernham Motorsports auf sich selbst gestellt wohl keine Chancen gehabt. Mit der PS-starken Unterstützung von Bruder Brads Penske-Dodge konnte er aber durch Platz 5 in seinem Duel ins Daytona 500 einziehen. Der Vollständigkeit halber: Das zweite Qualifikationsrennen gewann Jeff Burton.

Damit steht die Startaufstellung für das Great American Race endgültig fest und kann hier noch einmal übersichtlich bei Jayski.com eingesehen werden. Dale Earnhardt Jr musste seine Pole-Position für das Daytona 500 aber leider aufgeben, nachdem er sein Einsatzauto im Practice vor den Duels gemeinsam mit Martin Truex Jr zerschossen hatte und ins Backup-Vehikel wechseln musste.

Zum Abschluss hier noch der Terminplan für die verbleibenden drei Tage der Speedweeks:

Freitag, 18. Februar 2011
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 19. Februar 2011
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
19:15 Uhr, Nationwide Series Rennen (DRIVE4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 19. Februar 2011
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

January 27 2011

16:34

NASCAR: Neue Regeln 2011

Seit Wochen wurde spekuliert, dass die NASCAR ihre Regeln in Sachen Chase und Punktesystem verändern möchte. Und genau das ist tatsächlich eingetreten.

Das es in diesem Jahr Änderungen am Chase-Format geben würde, hatte sich schon im letzten Sommer abgezeichnet. Die Fans waren und sind noch nie so richtig mit dem Chase warm geworden, vor allem, weil im Grunde immer die gleichen Fahrer drin sind und gleichzeitig Lieblinge wie Earnhardt oder Montoya meist nur zuschauen dürfen. Denen gibt man jetzt eine bessere Chance mittels eines Wild-Card Systems. Denn es werden ab sofort die besten 10 Piloten für den Chase ausgewählt, plus zwei, die die meisten Siege haben und die innerhalb der Top 20 platziert sind. Im letzten Jahr hätte so Jamie McMurray den Sprung in den Chase geschafft, David Reutiman und Ryan Newman, die ebenfalls einen Sieg hatten, wären nicht qualifiziert gewesen, weil Kurt Busch auf Platz 11 ebenfalls 2 Siege hatte. Hat keiner der Fahrer zwischen Platz 11 und 20 einen Sieg auf dem Konto, rutschen die Fahrer in den Chase, die punktemäßig auf Platz 11 und 12 liegen. Auch das Punktsystem wurde überarbeitet, und eine sehr interessante Neuerung gibt es jetzt für die Qualifikation.

Ab sofort bekommt der Sieger 43 Punkte, die nachfolgenden Piloten erhalten jeweils einen Punkt weniger, bis der letzte nur noch einen Punkt bekommt. Das soll die Sache übersichtlicher machen. Auch das Bonussystem ist neu. Es gibt weiterhin Bonuspunkte (3) für einen Sieg, einen für eine Führungsrunde und einen für die meisten geführten Runden. So wie ich das verstanden habe, bekommt man die aber nur dann, wenn man das Rennen auch gewinnt. (Winners also can earn an extra point for leading a lap and leading the most laps [Quelle]) Gelingt das nicht, gibt es auch keine Punkte. Die Bonuspunkte für den Sieg gibt es wie immer zu Beginn des Chase.

Änderungen gibt es auch bei der Qualifikation und beim Training. Letzteres wird aufgewertet und ist nun viel wichtiger. Denn die Reihenfolge in der Quali richtet sich nach den Zeiten, die man in den freien Trainings erzielt hat. Der langsamste muss zu erst raus, der schnellste kommt als letzter dran. Das kann, muss aber nicht auf allen Strecken ein Vorteil sein. Fällt die Quali wegen Regen aus, ergibt sich die Startaufstellung ebenfalls aus der Reihung aus dem Training. Bedeutet, dass man schon im letzten Training darauf achten muss, dass man möglichst weit vorne ist. Das ändert vor allem auf den Shorttracks die Herangehensweise der Teams massiv.

Sonstige Änderungen:
- Die Reifensätze im Training werden von sechs auf fünf limitiert
- Es gibt ein neues Tanksystem. Die Kanne hat jetzt ein eigenes Entlüftungssystem, der “Catch-Can-Man” entfällt
- Es gibt eine neue Front am Wagen. Die Streben am Splitter entfallen, die neue Front ist runder. Das soll den Herstellern erlauben, neue Frontpartien einzusetzen. Ford wird vermutlich den Mustang wählen, Chevy evtl. den Camaro, Dodge hat eh den Charger. Nur was Toyota macht ist unklar.
- Die Motoren werden nicht auf Einspritzung umgestellt. Das soll 2012 passieren.

Fazit:
Ein paar gute Ideen von der NASCAR, auch das neue Wild-Card Modell gefällt. Ich hab mal geschaut, wie dass in den letzten Jahren den Chase verändert hätte:

2010: Jamie McMurray statt Jeff Burton
2009: Kyle Busch statt Carl Edwards
2008: Kasey Kahne statt Matt Kenseth
2007: Keine Änderung

Davor waren nur die besten 10 qualifiziert.

Im Grunde werden Siege mehr belohnt. Das Punktsystem und die Wild-Card Option verlangen nun, dass man mehr Siege einfährt, um am Ende eine Chance auf den Chase zu haben. Auf der anderen Seite sieht man, dass die Änderungen meist nur kosmetisch sind. McMurray oder Burton, Kahne oder Kenseth sind, bei allem Respekt, nur marginale Veränderungen, die am Format selber nichts ändern.

Das neue Punktsystem ist gut, wird aber vor allem bei den Statistikfans nicht auch sehr viel Gegenliebe stossen. Auf anderen Seite – es gilt ja erst seit 1975, davor gab es auch ein anderes System. Es ist zumindest besser zu verstehen, als das alte.

Die wichtigste Änderungen dürfte das Training betreffen. Das die Quali-Aufstellung nach dem Ergebnissen im Training ausgerichtet ist und im Notfall so auch die Startaufstellung gefunden wird, verändert für die Teams viel, gerade, wenn man mit Regen rechnen muss. Man hat weniger Zeit für die Rennabstimmung und muss zur Not die Arbeit komplett auf den Samstag verschieben. Sollte es da auch regnen, wird die Arbeit im Rennen groß sein. SpeedTV wird sich auch freuen, denn der Freitag wird damit sehr aufgewertet. Das neue Quali-Format ist auch fairer, nach dem alten System wurde die Startreihenfolge ja nach der Meisterschaftswertung ermittelt.

December 30 2010

07:01

Best of 2010: Teil Eins

In diesem Jahr gibt es mal etwas Neues. Alle Mitglieder des Autorenteams haben eine Liste erstellt, in der sie die Saison und ihre persönlichen Highlights raustellen. Die fallen natürlich, je nach Schwerpunkt, etwas unterschiedlich aus.

Bestes Rennen
Das ist immer etwas schwer, denn es waren ja nicht gerade wenige Rennen, die man sehen konnte. Die F1 lieferte einige richtig gute Rennen ab, die ALMS oder die BTCC aber auch. Mein persönliches Highlight in diesem, wie auch in den vergangenen Jahren, waren die 24H von Le Mans, die vor allem in der GT2 bis weit in den Morgen extrem spannend war und wo Porsche, Corvette und Ferrari Stoßstange an Stoßstange um den Sieg kämpften. Vergessen sollte man auch nicht die 24H am Ring, wo es nach einer Ausfallorgie mit dem BMW einen überraschenden Sieger gab.

Auf der Kurzstrecke dürfte das F1 Rennen in Kanada das Beste gewesen sein.

Die BTCC bietet ja fast in jedem Rennen ziemliche Spannung, aber die letzte Runde des dritten Rennens in Croft war dann doch recht eindrucksvoll.



Bestes Finish
Dank der “GWC-Regel” in der NASCAR kommt das beste Finish eindeutig auch aus der Serie. Diesmal aber aus der Truckserie, wo Kyle Busch in irgendwie den Sieg holen konnte.

Bester Fahrer
Ich bin geneigt, Jimmie Johnson den Titel zu geben, denn fünfmal Meister in der NASCAR zu werden, ist schon eine Sache für sich. Wäre da nicht die Schwäche der NASCAR-Piloten mit den Rechtskurven und wenn ein Wagen mehr als vier Gänge hat. Aber in der F1 haben die Piloten zu viele individuelle Fehler gemacht, im Tourenwagenbereich ist mir keiner groß aufgefallen, Jason Plato hat zwar gute Rennen gezeigt, aber für den “Besten Fahrer” reicht es dann doch nicht. Daher bleibt es am Ende doch bei Jimmie Johnson, dessen Ruf schon jetzt langsam in Richtung “legendär” gehen dürfte.

Bestes Team
Es gab kein Team, dass in diesem Jahr nicht einen schwachen Moment hatte. Aber immerhin gab es eine Organisation, die zumindest in den USA fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab: Chip Ganassi. Franchitti ist IRL-Champion, die GrandAm hat er auch gewonnen, dazu die Daytona 500 und das Indy 500. Mehr Erfolg kann man nicht haben.

Überholmanöver des Jahres
Hamilton vs. Button beim GPm Türkei. War auch einer der besten Zweikämpfe des Jahres in der F1.

Freunde des Jahres
Ob sie jetzt Freunde sind, kann ich nicht sagen, aber nachdem Simona di Silvestro in XXX ihrem brennenden Wagen nur leicht angekokelt entsteigen konnte, schrieb ihr Tony Kanaan per Twitter “Welcome to the torch club”. Wenn das mal nicht der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist.

Feinde/Duell des Jahres
Der zähe Kampf zwischen Audi und Peugeot gehört sicher zu den besten Duellen, die man seit Jahren erlebt hat. Auch wenn die Franzosen in diesem Jahr deutlich schneller waren, am Ende scheiterten sie dramatisch an ihrer Technik. Selten so mit einem Team mitgelitten, wie in diesem Jahr.
Das schönste kurzzeitige Duell lieferten sich wohl Jeff Gordon und Jeff Burton in Texas.

Szene des Jahres
Die Szene des Jahres stammt aus der Türkei und ist die Kollision zwischen Webber und Vettel. Das sagt so ziemlich alles über die Saison 2011 aus.

Kostenpunkt des Jahres
Der F-Schacht. Grandiose Idee von McLaren, zwang aber alle Teams dazu, ihre Wagen aufwendig nachzurüsten. Das billigste wäre ein neues Chassis gewesen, aber dann hätte man den FIA-Chrashtest nachholen müssen, der Zeit in Anspruch nimmt. Also bastelten alle irgendwie darum herum, sägten Löcher ins Chassis und zwangen die Fahrer einhändig um den Kurs zu fahren. Überflüssig, gefährlich und teuer.

Knapp dahinter: Die Entscheidung von Peugeot statt der bewährten Stahlkolben für Le Mans welche aus Titan zu nehmen. Und zwar in allen eingesetzten Motoren.

Platz drei: Kimi Räikkönen in der WRC.

Schönster Moment des Jahres
Der heulende Sebastian Vettel nach der Zieldurchfahrt in Abu Dhabi.

Überraschung des Jahres
Der fünfte Titel Johnson, der sehr starke Danny Hamlin, ein auftrumpfender Jenson Button und Audi, denen der Sieg in Le Mans in die Schoss fiel.

Enttäuschung des Jahres
In Sachen Rennen waren das sicher die Rennen der DTM. Die Serie produziert meist Langweiler (Ausnahme Oschersleben, Zandvoort) und wenn es mal zur Sache gehen könnte, dann greift die Rennleitung mit vllig absurden Strafen ein (Oschersleben). Nicht weit dahinter liegt in diesem Jahr allerdings die WTCC, die mittels nicht mehr nachvollziehbaren Strafen und Gewichtssystemen fast jede Form von Motorsport unterbunden hat. Das der WM-Titel am grünen Tisch entschieden wurde, war da nur konsequent, auch wenn ich ihn Chevrolet gönne, weil sie ihn verdient haben.

Langweiligstes Rennen
Auch da gab es eine schöne Auswahl. Weit vorne stehen, wie jedes Jahr, die Rennen der NASCAR in Pocono, die dieses Jahr auch noch durch den Wahnsinns-Unfall von Reutimann auffielen. Danach folgt aber schon der Saisonauftakt der Formel Eins in Bahrain. Natürlich dürfen die meisten DTM-Rennen hier nicht fehlen, aber von beeindruckender Ödnis war dann das Rennen am Norisring.

Racecontrol-Moment des Jahres
Da bleibt ja nur die “Alonso is faster than you” Nummer von Ferrari aus Hockenheim. Dass die DTM Überholmanöver mit weniger als einem halben Meter Abstand per se nicht so gerne sieht, ist mittlerweile ja bekannt.

Glückspilz des Jahres
Chris van der Drift – Brand Hatch

Die Streckenposten bei Seat Rennen

Marcel Thiemann, dem es zwar deutlich besser geht, aber der immer schwer unter dem Unfall leidet, wie er in einem Blogpost geschrieben hat.

Spruch des Jahres
“Jedes Mal, wenn die denken, die hätten mich an den Eiern, stellen sie fest, dass ihre Hände dafür gar nicht groß genug sind.”
Bernie Ecclestone

Wünsche für 2011
Keine schweren Unfälle, viele schöne Rennen.

November 09 2010

07:21

NASCAR: Analyse Texas November 2010

Bis zur Halbzeit schwappte das drittletzte Saisonrennen auf dem Texas Motor Speedway so dahin und drohte lediglich zu einem Rechenspiel der Top3 der Meisterschaft zu verkommen, während Greg Biffle an der Spitze einsam seine Runden drehte. Kyle Busch läutete dann mit einem Paukenschlag den Abend der überkochenden Emotionen ein.

Die erste Rennhälfte brachte mit Greg Biffle zunächst einen dominanten Fahrer hervor, der sich anschickte, im Alleingang das Rennen zu gewinnen. Ernsthafte Konkurrenz bekam er anfangs nur von Mark Martin und später durch Joey Logano, bevor ein defektes Getriebe 30 Runden vor Schluss schließlich seine Siegchancen pulverisierte. Biffle führte 224 der 334 Runden in Texas, bevor der zweite Gang bei einem Boxenstopp brach. Damit musste er während der folgenden, letzten beiden Restarts hilflos zusehen, wie die Meute an ihm vorbeizog. Glücklicherweise ließ sein Auto aber im vierten Gang keine Performance vermissen, sodass er immerhin einen fünften Platz retten konnte.

Zur Stelle war nach Biffle, Martin und Logano am Ende Denny Hamlin, der sich mit seinem Sieg sogar in der Fahrerwertung an Jimmie Johnson vorbeischieben konnte. Der Zweitplatzierte Matt Kenseth zog im Schlussspurt über drei Runden zwar noch kurzfristig an Hamlin vorbei, zerstörte sich seinen potentiellen Erfolg aber direkt darauf mit einem Mauerkontakt, der ihn die entscheidenden Meter kostete. Dieses durchaus spannende Finale, welches der plötzliche Chancentod von Biffle auslöste, war aber nicht die Hauptattraktion des Abends. Dafür sorgten andere Protagonisten, denen auf dem Texas Motor Speedway ordentlich die Nerven durchgingen. Kyle Busch und später Jeff Gordon sowie Jeff Burton nahmen die „Have at it, boys!“-Regelung der NASCAR wohl etwas zu wörtlich.

Kyle Busch löste zur Halbzeit mit einem Dreher die sechste von insgesamt neun Gelbphasen aus. Dabei konnte er sich zwar von der Mauer fernhalten, benötigte aber dringend neue Reifen, weil sich die alten natürlich fast komplett in Rauch aufgelöst hatten. Während seines Boxenstopps bog das Pace-Car bereits auf die Zielgerade des Intermediate-Ovals ein, was Crew und Fahrer in besondere Bedrängnis brachte. Der Videobeweis zeigte anschließend, dass Busch rechtzeitig die Boxengasse verlassen hatte, bevor ihn das Pace-Car überholen konnte, um keine Runde zu verlieren. Dabei drückte er wohl etwas zu heftig auf das Gaspedal der #18 und wurde von NASCAR beim Speeding erwischt. Die Offiziellen entschlossen sich dazu, Busch die eine Runde an der Box warten zu lassen, welche er sich zuvor quasi illegal zurückholte.

Dem als notorisch bekannten Nervenbündel brannten daraufhin die Sicherungen durch, was sich in einer unsportlichen Geste äußerte, die unglücklicherweise auch noch Live über den Äther ging: Kyle Busch hatte allen Ernstes die Nerven, dem NASCAR-Offiziellen einen (und meiner Meinung nach während dem Schnitt der Regie auch noch einen zweiten) Stinkefinger zu zeigen. Völlig zu Recht bekam er dann zwei weitere Runden Rückstand aufgebrummt, eine für jeden Finger sozusagen. Die „nette“ Geste rechtfertigte Busch über Funk mit freedom of speech, einem in den USA und auch hierzulande hoch gehaltenen Gut, aber natürlich auch nur, solange man niemanden persönlich mit seinen Worten oder Taten beleidigt. Der Offizielle war an der gesamten Aktion vollkommen unschuldig, ist er doch nur damit beauftragt gewesen, den Busch-Toyota eine Runde an der Box aufzuhalten.

Bereits einen Tag zuvor machte Kyle Busch nicht gerade positiv auf sich Aufmerksam, als er nach dem Nationwide-Rennen den letzten Restart von Carl Edwards als Frühstart betitelte und NASCARs Nichteingreifen rügte. Das klingt jetzt nicht sonderlich provokativ, doch auch hier ist es wieder der Ton, der die Musik macht: Busch entglitt in einem Radio-Interview zweimal das F-Wort und noch dazu einmal während der anschließenden Pressekonferenz. NASCAR ist bei sowas bekanntlich nicht zimperlich und so konnte Busch froh sein, dass seine Tirade zum einen nicht bei ESPN2 über den Sender ging und zum anderen, dass das Radio-Interview noch rechtzeitig zensiert wurde. Die Stinkefinger-Aktion im Cup-Rennen könnte allerdings eine weitere Bestrafung nach sich ziehen, welche in diesem Fall noch im Laufe des Tages bekanntgegeben würde.

J.D. Gibbs, der Sohn von „Coach“ Joe Gibbs und Owner der #11 von Denny Hamlin, äußerte sich bereits zu der Situation mit folgendem, sehr interessanten Zitat: „Ich denke, das ist ein Bereich im Allgemeinen und im Leben, dem er sich wird widmen müssen. Und ich denke, er weiß das und das ist nichts Neues. Wir müssen nur sicherstellen, dass dies eher früher als später passiert.“ Damit scheint Busch nun also endlich auch mal einen Warnschuss seines Arbeitgebers bekommen zu haben, der ihm sagt, dass es so nicht mehr lange weitergeht. So sehr wir die NASCAR für solche Aktionen lieben und sie deswegen auch als hemdsärmelig bezeichnen, so weniger ist sowas allerdings sportsman-like. Damit ist die Diskussion freigegeben, denke ich.

Weiter geht es direkt bei der Kontroverse #2: Nur eine Caution später drehte Jeff Burton seinen Namensvetter Jeff Gordon ausgangs von Turn 2 unter Gelb(!) in die Mauer. Gordons Sonntagnachmittags-Ausflug war sofort beendet, während Burton sich noch bis zum Ende der Gegengerade rettete, vorausahnend dem, was noch folgen sollte. Jeff Gordon verzichtete darauf, den für ihn bereitgestellten Krankenwagen in Anspruch zu nehmen und machte sich umgehend in Richtung Burton auf. Dieser sah den Stier, der dort auf ihn „zugerannt“ kam und scheute seinerseits nicht die Konfrontation. So bewegten sich die beiden Fahrer also aufeinander zu, begleitet von zwei übergewichtigen NASCAR-Offiziellen.

Unter lautem Gejohle des Publikums brachte Gordon sofort den ersten Schubser an, ohne dass er Burton ausreden ließ oder geschweige denn selbst etwas sagte. Ob nun auch die Fäuste flogen, konnte ich dem TV-Bild nicht entnehmen, ich vermutete Burton jedoch für einige Augenblicke im Schwitzkasten, bevor die etwas langsameren Offiziellen die beiden Streithähne schließlich trennen konnten. Pikanterweise setzten sich Gordon und Burton dann unter Begleitung des Streckenpersonals in denselben Krankenwagen. Dort entschuldigte Jeff Burton sich angeblich in einem wahren Redeschwall, während der Kollege überwiegend still geblieben sein soll.

Die Frage nach der Ursache der Kollision beantwortete Burton mit einem Kommunikationsproblem auf der Strecke. Nachdem man sich zuvor ausgangs eines Turns etwas näher kam, beantwortete Gordon die Aktion mit einer nicht überlieferten Geste. Burton veranlasste dies nach eigener Aussage dazu, die Caution dafür zu nutzen, „Gordons Ärger anzuerkennen“. Anstatt neben die #24 zu fahren und eine entsprechende Geste zu äußern, schob er Jeff Gordon jedoch direkt in die Mauer. Natürlich sei das alles nicht seine Absicht gewesen usw., doch da muss sich nun jeder seine eigene Meinung bilden. Ich für meinen Teil stimme Jeff Gordon zu und finde solch eine Aktion, gerade von einem erfahrenen und respektierten Fahrer wie Jeff Burton, ziemlich verdächtig, um es mal so zu sagen.

Nachzulesen sind die Aussagen beider Piloten in diesem Artikel auf NASCAR.com. Auch in diesem Fall könnte es zu einer nachträglichen Bestrafung der Fahrer kommen, aber natürlich nicht wegen der körperlichen Auseinandersetzung, denn solche Möglichkeiten gesteht man den Piloten seit Anfang des Jahres ja mehr oder weniger offiziell ein. Eher schon aufgrund des nachzuweisenden, absichtlichen „Wreckens“, welches ganz besonders während einer Gelbphase verunfallte Fahrer und vor allem das Hilfspersonal gefährdet. Auch wenn es in diesem frühen Moment der Gelbphase vielleicht harmloser wirkte, sollte NASCAR trotzdem eine entsprechende Klarheit schaffen und sei es mit einer Strafe.

Anschauen kann man sich die beiden Vorfälle, freundlicherweise in Eins zusammengeschnitten, in folgendem Video:


Die einzigen Anwesenden, welche von der Gordon-Burton-Konfrontation profitierten, waren ausgerechnet Jimmie Johnson und sein Crew-Chief Chad Knaus: Die Boxenmannschaft der #48 schlug sich in Texas nicht gerade bravourös und verlor bei fast jedem Stopp mindestens eine Sekunde auf die Konkurrenz. Das mag jetzt nicht nach viel klingen, doch unter Gelb bedeutet das möglicherweise schon eine Verbannung in die zweite Startreihe, wenn die Gegner eben schneller gearbeitet haben.

Dieser Teil der NASCAR ist gerade in der heutigen Zeit eine wahre Präzisionsangelegenheit geworden: Unter der Woche trainieren die Boxenmannschaften mit einem eigens angestellten Coach ihre Fähigkeiten. Dabei kommt außer dem wiederholten Einstudieren und Einüben der Abläufe auch noch Krafttraining zum Einsatz. Die Anforderungen sind bei den Top-Teams so hoch, dass überwiegend ehemalige Athleten aus anderen Sportarten zum Einsatz kommen. Der jackman ist meist ein wirklich kräftiger ehemaliger Footballer, der über genügend Kraft verfügt, das Auto mit 1-2 Mal „pumpen“ am fast handelsüblichen Wagenheber in die Höhe zu befördern. Die flinken tire changers sind meist vorherige Flügelläufer, ebenfalls aus dem professionellen Football-Sport.

Wenn da die Leistung des Teams nicht stimmt, dann wird eben wie beim Fußball gewechselt und genau dazu kam es am Sonntag bei Hendrick Motorsports. Nach dem Ausfall von Jeff Gordon war seine Boxencrew, die zuvor exzellente Arbeit geleistet hatte, akut unterbeschäftigt. Chad Knaus schaltete schnell und berief Gordons Mannschaft an das Auto mit der #48. Schnell sah man ungläubige Gesichter bei Johnsons Crew, welche schon wenige Runden zuvor eine Standpauke von Knaus erhalten hatte. Dafür war der Crew-Chief sogar eigenhändig von seinem Elfenbeinturm herabgestiegen, so schlecht standen also die Zeichen.

So ein Vorgehen festigt die Moral der Mannschaft nun wirklich nicht, zumindest nicht die der eigenen. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Boxencrews der #24 und der #48 gemeinsam trainieren. Generell sind die beiden Teams unter dem Dach von Hendrick Motorsports ja ziemlich eng verschmolzen. Konsequenterweise hat das Team gestern in einer Pressemitteilung angekündigt, dass der Tausch der Mannschaften bis zum Ende der Saison bestehen bleibt. Sicherlich eine richtige Antwort auf Chad Knaus‘ Kurzschlussreaktion vom Sonntag, denn die Moral der eigenen Truppe dürfte nun im Keller sein und damit unbrauchbar für den Titelkampf. Es sei noch erwähnt, dass die Crew der #24 am neuen Arbeitsplatz keinesfalls enttäuschte. Die nächsten drei Boxenstopps verliefen absolut fehlerfrei und ohne den Verlust von wertvollen Sekunden.

Nachfolgend noch die Ergebnisse ausgewählter Piloten mit guten Leistungen:
- Hinter Denny Hamlin und Matt Kenseth kamen die beiden starken Mark Martin und Joey Logano ins Ziel, welche jeweils mehr als 30 Runden in Führung lagen.
- Kevin Harvick überzeugte als Sechster wieder mit einem soliden Top10-Resultat vor seinem Teamkollegen Clint Bowyer.
- Die erwartete Stärke der Ford-Truppe unterstrichen außer dem verhinderten Sieger Greg Biffle (5.) auch noch David Ragan (8.) und Paul Menard (10.).
- Jimmie Johnson rettete in einem durchwachsenen Texas-Rennen nach dem Crew-Wechsel wenigstens noch Platz 9, verlor aber durch den Hamlin-Sieg die Führung in der Meisterschaft.
- Marcos Ambrose (12.) wurde bester MWR-Pilot, vor Kasey Kahne (13.), der sich selbst und Red Bull Racing mal wieder in Top10-Nähe brachte.
- Das große Roush-Talent Trevor Bayne (17.) kam in seinem ersten Cup-Rennen in die Top20. Sicherlich eine sehr gute Leistung des Neulings, der im nächsten Jahr bis zu sieben ausgewählte Cup-Einsätze bestreiten soll, um 2012 laut Reglement noch eine Chance auf den Rookie-Titel zu besitzen.

Die schlechteren Geschichten des Wochenendes folgen hier:
- Kurt Busch (24.) konnte wieder nicht überzeugen und verlor nach einem frühen Mauerkontakt das Handling seines Wagens. Eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse half der Sache auch nicht, wenigstens blieb er cooler als sein Bruder, auch wenn er sich später noch irgendwie eine Runde Rückstand einfing.
- Dale Earnhardt Jr (25.) versank nach zuletzt zwei guten Rennen wieder im Mittelfeld, der Lap-by-Lap-Ticker auf NASCAR.com erwähnte ihn nicht einmal.
- Juan Pablo Montoya (28.) hatte mit einem gebrochenen Splitter zu kämpfen, der ihm das Handling versaute.
- Martin Truex Jr (38.) hatte einen wahren Tag zum Vergessen, denn er löste nicht weniger als drei der insgesamt neun Gelbphasen aus. Einem Dreher ins Infield folgten ein Reifenplatzer, sowie das letztendliche Rennende nach einem Einschlag in die Mauer.

In der Meisterschaft ist die Situation nun ein wenig eindeutiger geworden, zumindest was das Ausscheiden einiger Chase-Teilnehmer angeht: Pro Rennen kann der Sieger maximal 195 Punkte holen, aber nur 161 Zähler auf die Konkurrenz gutmachen, denn der letzte Platz wird immerhin noch mit 34 Punkten belohnt. Die magischen Grenzen liegen zwei Rennen vor dem Ende also bei 390 bzw. 322 Zählern. Clint Bowyer, Kurt Busch und Jeff Burton haben damit also auch rechnerisch jegliche Chancen auf die Meisterschaft verloren. Gerade für Bowyer ist das ärgerlich, denn ohne die 150-Punkte-Strafe kürzlich läge er in der Chase-Tabelle auf Platz 4. Natürlich ist das bei dann noch 247 Punkten Rückstand auch nur Kosmetik, wäre aber um einiges hübscher anzusehen gewesen.

Die zweite Marke von 322 Zählern betrifft alle Fahrer ab Matt Kenseth auf Platz 5, womit diese Piloten keine Chance mehr auf den Titel besitzen, sobald die Top4 zu jedem der verbleibenden zwei Rennen antreten, was sie wohl auch tun werden. Carl Edwards Rückstand von 317 Punkten auf Rang 4 ist aber realistisch nicht mehr einzuholen. Die verbleibenden Meisterschafts-Kandidaten sind weiterhin Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick, die sich am Wochenende keine Punkte geschenkt haben. Durch den Sieg von Hamlin liegt dieser nun allerdings 33 Punkte vor Johnson, Harvick folgt mit 59 Zählern auf Hamlin. Alle drei Piloten fuhren in Texas in die Top10, was zeigt wie eng der Chase ist, wenn Hamlin trotzdem an Johnson vorbeiziehen kann. In diesem Jahr wird es für den Dauermeister nicht mehr ganz so einfach, auch wenn er mit Phoenix natürlich noch ein letztes Ass im Ärmel besitzt.

Eine Statistik in Grafikform wirft hinter dem schriftlichen Teil und vor den Meisterschaftstabellen einen ausführlichen Blick auf die Resultate der Chase-Fahrer auf den verbleibenden zwei Strecken von Phoenix und Homestead.

In der Owner-Wertung muss Robby Gordon zwar einen Rückschlag hinnehmen, weil ihm durch einen Motorschaden einige Punkte auf die #38 von Front Row Motorsports, sowie die #26 von Bill Jenkins entgingen, doch trotzdem rutschte er in den Top35 ein paar Positionen nach oben. Grund dafür sind die schlechten Leistungen der anderen beiden FRM-Teams, die entweder frühzeitig ausfielen oder nicht genug Sponsorengeld für ein volles Rennen hatte. Eigentlich komisch, weil Owner Bob Jenkins die Wagen aus eigener Tasche finanziert, um ein garantiertes Startrecht zum Daytona 500 zu retten. Wenn beide Autos nach nur 23 Runden im Abstand von zwei Umläufen mit „Überhitzung“ als Grund ausscheiden, riecht das aber nach einem start & park-Einsatz, wobei Dave Blaneys #37 deutliche Rauchzeichen von sich gab.

Auch Andy Lally überzeugte in der #71 von TRG Motorsports nicht sonderlich, was dem Team nun den Platz auf dem wackeligen Stuhl eingebracht hat. Insgesamt liegen Platz 32 bis 36 nur 112 Punkte auseinander, da könnte es in den verbleibenden beiden Rennen vielleicht doch nochmal spannend werden. Da sich die erwähnten Teams jedoch meist am Ende des Feldes aufhalten, sind größere Abstands-Sprünge als 50 Punkte eher selten. Der #26 fehlen 208 Zähler und das ist rechnerisch machbar, aber ziemlich unwahrscheinlich. In Phoenix sitzt Bill Elliott am Steuer, kann sein champion’s provisional allerdings nur nutzen, wenn Terry Labonte dies für die #81 von Whitney Motorsports nicht in Anspruch nimmt. Generell sieht die Entry-List für Phoenix sehr interessant aus, da tauchen einige Fahrer an unerwarteten Stellen auf. Den Link gibt es hier.

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November 02 2010

07:25

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2010

Das restrictor plate-Rennen in Talladega bot bis auf eine vernünftige letzte Runde eigentlich alles, was ein Superspeedway so herzugeben hat: viele Führungswechsel, ein großes Fragezeichen am Ende und ordentlich Spannung! Die Chase-Tabelle schafft nach diesem Wochenende beste Voraussetzungen für einen engen Titelkampf in den verbleibenden drei Rennen.

In den knapp drei Stunden am Sonntagabend sorgte restrictor place racing für gehörige Action, auch wenn es leider nicht mehr zu einem Zieleinlauf unter grüner Flagge kam. Weil der Kampf um die Führung eingangs von Turn 1 im Moment des Auslösens der Gelbphase noch in vollem Gange war, mussten die NASCAR-Offiziellen zunächst die Videobänder befragen, um einen Sieger zu ermitteln. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei two car trains auf dem Weg zur Ziellinie: Clint Bowyer wurde von Juan Pablo Montoya angeschoben und Kevin Harvick bekam einen Push von David Reutimann. Ich werde etwas anders als sonst üblich versuchen, den Weg hin zu diesem Szenario zu beschreiben.

Ein Superspeedway-Rennen kann man schließlich nicht Runde für Runde einzeln zusammenfassen. Wie lautete noch das Zitat aus dem Film Fear & Loathing in Las Vegas? Richtig: „Über dieses Rennen im konventionellen Stil zu berichten, war absurd.“ Denkt man alleine an die 87 Führungswechsel zwischen 26 Fahrern, dann wird einem ganz schwindelig und der Rekord von 88 lead changes aus dem Frühjahr konnte nur ganz knapp nicht geknackt werden. Statt einzelne Phasen genauer zu analysieren, beschränke ich mich deshalb auf die Protagonisten dieses Spektakels und ihre Leides- bzw. Erfolgsgeschichten:

Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die two car trains mal wieder ausgezeichnet funktionierten. Jeff Burton outete sich früh als bester Pusher des Tages und zog mit Matt Kenseth vor der Kühlerhaube dem Feld davon. Burton schob außerdem noch seinen Teamkollegen Clint Bowyer, sowie Dale Earnhardt Jr in Führung, bevor ihn das restrictor plate-Schicksal erwischte. Als Folge einer Uneinigkeit bei der Linienwahl verabschiedete sich Burton in die Mauer und kollidierte dabei ausgerechnet mit Earnhardt, der zuvor seine Superspeedway-Fähigkeiten unter Beweis stellte und insgesamt 24 Runden führte. Für beide Fahrer war daraufhin das Rennen gelaufen, Junior kassierte immerhin noch die Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden, da im verbleibenden Renndrittel niemand mehr seine Leistung überbieten konnte. Schade, denn nach Martinsville war Talladega erneut ein Rennen mit Siegchancen für Earnhardt.

Diese Caution war bereits die zweite am Nachmittag, nachdem zuvor AJ Allmendinger zur Rennhalbzeit einen Schubs von Brad Keselowski bekam. Einen Einschlag im Infield konnte der Kalifornier dieses Mal noch verhindern, am Ende des Rennens sah es dann leider ganz anders aus. Dort überschlug er sich im Gewimmel einer größeren Rauferei und krachte kopfüber frontal in die innere SAFER-Barrier, passiert ist Allmendinger dabei glücklicherweise nichts. Damit war er aber Urheber der letzten Gelbphase des Rennens und das ausgerechnet kurz nach dem Schwenken der weißen Flagge. Weil nun keine Verlängerung mehr möglich war, musste der Schlusssprint abgebrochen werden.

Ansonsten blieben die restlichen drei Gelbphasen mit einer Ausnahme unspektakulär: Bevor Caution #4 und #5 wegen Debris ausgerufen wurden, flog Marcos Ambrose nach einem Bump von Clint Bowyer ab und landete dabei unglücklich vor der Stoßstange von Kevin Harvick, der einige kosmetische Schäden an seiner Front erlitt. Um die Aerodynamik wieder zu kitten, kam NASCAR-üblich Blechstreifen und Klebefolie zum Einsatz. Dass sein Auto noch gut lief, konnte er mit der späteren Siegchance anschließend untermauern.

Da die Namen Burton, Harvick und Bowyer nun schon des Öfteren fielen, kann man erahnen, dass die Richard-Childress-Truppe sich in Talladega leistungsmäßig besonders gut geschlagen hat. Das lag nicht zuletzt an den Motoren aus der Schmiede von Earnhardt-Childress Technologies, welche auch das Team von Earnhardt-Ganassi Racing beliefert. Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray zeigten sich als weitere Siegkandidaten und harmonierten besonders im teaminternen two car train exzellent. Montoya ließ sich nach einer Führungsrunde zu Beginn schnell ans Ende des Feldes zurückfallen, um einem möglichen big one zu entgehen. In Kooperation mit McMurray konnte er gegen Halbzeit wieder vorstoßen und weitere 17 Runden führen. Während sein Teamkollege sich die #1 später durch einige unvorteilhafte Kontakte beschädigte und die anfängliche Leistung nicht mehr abrufen konnte, war Montoya im unterbrochenen Finale mit Siegchancen hinter Clint Bowyer zu finden. McMurray verlor in der Folge fünf Runden wegen notwendiger Reparaturarbeiten.

An diesem Wochenende waren die Augen aber natürlich besonders auf die Top3 der Chase-Tabelle gerichtet: Während Kevin Harvick wie erwartet gut abschnitt und sogar um den Sieg kämpfte, musste Denny Hamlin einen temporären Rückschlag hinnehmen. Zur Halbzeit verlor er den Draft und fing sich eine Runde Rückstand ein. Während Rusty Wallace rätselte, warum denn kein Toyota-Mann zu Hamlins Unterstützung zurückbeordert wurde, wusste Dale Jarrett die logische Antwort: Zum einen wartete man zu lange, um etwaige Teamkollegen zurückfallen zu lassen. Hamlin verlor pro Runde drei Sekunden auf das Hauptfeld, womit er schnell außer Reichweite gelangt war. Zum anderen kann bei einem solchen Abstand nicht dauerhaft durch einen two car train Boden gutgemacht werden. Die Motoren überhitzen dabei mit wenig Frischluftzufuhr recht schnell, so dass nach 1-2 Runden die Positionen getauscht werden müssen und das kostet wiederum zusätzliche Zeit.

So blieb es Hamlin selbst überlassen, sich mit dem lucky dog seine Runde zurückzuholen, was ihm in Gelbphase #3 dann auch gelang. Am Ende reichte ihm ein neunter Platz, um den Rückstand hinter Jimmie Johnson nur weitere acht Pünktchen anwachsen zu lassen. Tabellenführer Johnson verfolgte eine ähnliche Taktik wie Montoya und ließ sich ebenfalls hinter das Hauptfeld zurückfallen. Knappe 20 Runden vor Schluss bekamen Johnson und sein Teamkollege Jeff Gordon dann das Zeichen von Crew Chief Chad Knaus, nach vorne durchzubrechen. Innerhalb weniger Umläufe kamen sie tatsächlich mit einer echten Meisterleistung in Top5-Nähe, doch der Öldruck der #24 drohte durch den two car train in astronomische Höhen zu entschwinden. Gordon ließ sich daraufhin zurückfallen und erreichte noch den achten Platz. Für Johnson war ebenfalls Schluss, er musste sich mit Rang 7 zufrieden geben, weil ihn unverwunderlicherweise niemand mehr anschieben wollte.

Um das große Fragezeichen vom Anfang dann doch noch aufzulösen: Clint Bowyer gewann schließlich das Talladega-Rennen, weil Montoya ihn eingangs von Turn 1 beim Auslösen der Gelbphase schon an Kevin Harvick vorbeigeschoben hatte. Minutenlang war der Ausgang des Rennens unklar und kuriose Szenen spielten sich auf dem Apron vor der Boxengasse ab: Zunächst fuhren die RCR-Teamkollegen Bowyer und Harvick Fahrerfenster-an-Fahrerfenster nebeneinander und gaben sich freundschaftlich die Hand. Als es Bowyer dann mit dem Warten zu blöd wurde, drehte er gleich mal provisorisch seine Siegerdonuts, nach denen NASCAR ihn dann endlich als Sieger bestätigte. So gab es zwar keinen nervenzerreißenden Schlusskampf in der letzten Runde, jedoch ein spannendes Warten auf die Verkündigung des Ergebnisses. Alles in allem hätte aber auch nur diese letzte Runde zu einem wirklich perfekten Rennen gefehlt. Das Talladega-Chase-Rennen war das bisher beste Rennen in den Playoffs, nachdem zuvor Martinsville schon die Latte recht hoch gelegt hatte.

Weitere Ergebnisse:
- David Reutimann und Joey Logano konnten in die Top5 fahren, Martin Truex Jr auf den sechsten Platz und Brad Keselowski komplettierte die Top10.
- Kyle Busch führte wenige Runden vor Schluss noch, fiel dann aber bis auf Platz 25 zurück. Damit sind seine Meisterschaftschancen nun wohl auch gleich Null.
- Schlechter erwischte es im Chase außer Jeff Burton (41.) nur Kurt Busch (30.) und Tony Stewart (31.). Kurt tauchte zwischenzeitlich mal in den Top5 auf, konnte sich zum Schluss aber nicht mehr nach vorne durchdrücken. Stewart lag zwischenzeitlich zwei Runden zurück, holte sich die Umläufe aber mittels wave around und lucky dog wieder zurück. Er beendete das Rennen am Ende der lead lap.
Die komplette Ergebnisliste habe ich hier bei Jayski.com verlinkt, denn die ist immer ganz übersichtlich.

Damit verbleiben noch drei Rennen im Chase 2010: Zunächst geht es nach Texas auf das 1,5-Meilen-Oval in Fort Worth, wo auch die IndyCars regelmäßig unterwegs sind. Die letzten beiden Meisterschaftsläufe finden in Phoenix und Homestead statt. Die ersten beiden Strecken gehören dabei definitiv zu den starken Ovalen von Jimmie Johnson, vor allem in Phoenix hat er im Chase nie schlechter als auf Platz 2 abgeschnitten, wenn er später Meister wurde. Die letzten drei Playoff-Rennen dort gingen an Johnson. In Texas kam er 2006 und 2007 auf Rang 1 und 2 an, danach schwächelte er etwas und erreichte 2008 nur Platz 15. Im letzten Jahr wurde er Opfer eines Unfalls und musste Platz 38 einstecken, was beinahe seine vierte Meisterschaft in Gefahr brachte. In Homestead fehlt Johnson noch ein Sieg und in seinen Meisterjahren wurde er dort bestenfalls Fünfter. Das mag aber damit zusammenhängen, dass ihm im letzten Rennen des Jahres jeweils ein solides Ergebnis reichte und er nicht auf Sieg fahren musste.

Die einzigen verbliebenen ernsthaften Verfolger von Johnson sind nun Denny Hamlin (-14) und Kevin Harvick (-38), noch dazu mit einem verschwindend geringen Rückstand. Alle anderen Piloten ab Jeff Gordon (-207) haben wohl nur noch rechnerische Titelchancen. Auch Hamlin und Harvick müssen sich auf den verbleibenden Strecken nicht verstecken, denn sie können ebenfalls so Fabeljahre inkl. einer guten Serie in Texas, Phoenix und Homestead vorweisen. Hamlin gelang dies im letzten Jahr (2/3/1) und auch 2006 (10/3/3) war er recht ordentlich unterwegs. Harvick legte 2006 (3/1/5) und 2008 (7/7/2) jeweils nur Top10s hin. Das wird in den nächsten drei Wochen also noch ziemlich interessant werden, zumal es auch zu diesem Zeitpunkt im Chase nie so eine enge Situation gab.

Ein Wort noch zu den Top35: Weil Travis Kvapil die Qualifikation verpasst hat, verlor die #38 von Front Row Motorsports wichtige Punkte in der Owner-Wertung. Gleichzeitig legte Robby Gordon einen guten Platz 18 in Talladega vor und überholte damit sogar die #71 von TRG Motorsports, welche Chad McCumbee am Wochenende auf Rang 22 ins Ziel brachte. Damit liegt die #38 jetzt 116 Punkte hinter der #71, was vermutlich in dieser Saison nicht mehr aufzuholen sein wird. Robby Gordon Motorsports und die anderen beiden Teams von FRM liegen innerhalb von 151 Punkten vor dem Cut. Das ist zwar eng, aber wahrscheinlich bereits genug.

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October 26 2010

06:08

NASCAR: Analyse Martinsville Oktober 2010

Denny Hamlin verlängerte die unheimliche Martinsville-Serie, welche er gemeinsam mit Jimmie Johnson Ende 2006 begann, um ein weiteres Rennen. Mit nur insgesamt 40 Führungsrunden konnte er sich seinen ersten Chase-Erfolg holen und den Rückstand in der Meisterschaft signifikant verkürzen. Kevin Harvick bleibt derweil dran, während der Rest so gut wie draußen ist.

Das Martinsville-Rennen am Sonntag war recht spannend, denn über den Verlauf der 500 Runden setzten sich insgesamt sieben verschiedene Fahrer für mehr als 30 Umläufe in Führung. Denny Hamlin begann den Tag in Front des Feldes und beendete ihn auch dort, zwischendrin tauschte das Feld auf dem kürzesten Shorttrack der Saison mitunter gehörig die Positionen. Zudem wurde während 15 Cautions eine Menge Schrott produziert und für ca. ein Fünftel des Rennens unter gelber Flagge gefahren. Am Ende blieben die Gelbphasen aber aus, was gerade Hamlin nützte. Denn während er vorne einsam seine Runden abspulte, drehte hinter ihm jemand noch einmal richtig auf, mit dem man schon nicht mehr gerechnet hatte:

Mark Martin trumpfte mit einem heftig ondulierten Auto richtig auf und fuhr plötzlich die schnellsten Runden im Feld. Eine letzte Gelbphase, die den Altstar direkt an Hamlin herangebracht hätte, ließ jedoch nach dem zuvor turbulenten Rennverlauf plötzlich auf sich warten. Martin hätte den Führenden vielleicht noch abfangen können, doch ihm gingen zum Schluss die Runden aus. Wie es zu diesem Szenario kam, ist aus der nachfolgenden Zusammenfassung des Renngeschehens ersichtlich.

DAS RENNEN IN DER ZUSAMMENFASSUNG:

Nachdem Denny Hamlin das Martinsville-Rennen von der Pole-Position in Angriff nahm, dauert es nicht lange, bis Marcos Ambrose von der „outside pole“ das Ruder übernehmen konnte. Der Australier qualifizierte sich am Freitag sensationell gut und schnupperte nun für 40 Runden Führungsluft. Nach einem guten Rennstart sollte der Tag aber schlecht für ihn enden. Eine umgedrehte Situation erlebte Kevin Harvick, der von Platz 36 aus ins Rennen ging und sich erst mühsam nach vorne kämpfen musste. Harvicks Aufgabe an diesem Wochenende war es, nicht zu viele Punkte auf Johnson und Hamlin zu verlieren, die in Martinsville über einen großen Stärkevorteil verfügen.

In Runde 47 löste Travis Kvapil die erste Gelbphase aus, weil ihm ein Reifen platzte. Damit begann ein unglücklicher Nachmittag für Front Row Motorsports, denn Kvapil fuhr in Martinsville ausgerechnet den Ford mit der #38. Dieses Auto stand in der Owner-Wertung vor dem Rennen nur fünf Punkte hinter der #7 von Robby Gordon Motorsports und verlor somit wieder etwas Boden im Kampf um die Top35, doch dazu später mehr. Zu diesem Zeitpunkt war Kevin Harvick bereits in die Top20 vorgedrungen.

Bei den ersten Boxenstopps war die Crew von Ryan Newman am schnellsten und brachte den Stewart-Haas-Piloten an die Spitze des Feldes. Polesitter Denny Hamlin hatte im Rennen lange mit dem Handling seines Gibbs-Toyotas zu kämpfen, was bereits nach spätestens 50 Runden ersichtlich war, denn außer einer Luftdruckveränderung wurde auch an „wedge“ UND „track bar“ gedreht. Die „pit stops“ brachten Harvick nun noch weiter nach vorne und so konnte er den Restart bereits auf Platz 8 angehen.

Newmans Führung hielt jedoch nicht lange, denn von hinten nahte Jeff Burton mit Riesenschritten, um sich an die Spitze zu setzen. Burton begann damit seine dominante Phase, welche etwa bis zur Hälfte des Rennens andauern sollte und sich als sehr hektisch, unfallträchtig und reich an Cautions darstellte. Zum Zeitpunkt des Führungswechsels hatten sich übrigens die Top3 der Meisterschaft unter den besten Zehn im Rennen eingefunden und kämpften um Platz 5. Nachfolgend liste ich die insgesamt sieben(!) Gelbphasen während der Burton-Dominanz auf, um nicht noch ausführlicher als eh schon zu werden:

- #2 (Runde 111): Elliott Sadler drehte sich in Turn 2 und bekam von NASCAR zwei Runden aufgebrummt, weil diese einen absichtlichen Dreher vermuteten.

- #3 (Runde 119): Marcos Ambrose traf mit dem Splitter die Curbs auf der Innenseite der Turns, was ihn direkt in einen Zweikampf mit dem aufschließenden Jimmie Johnson beförderte. Nach einem Kontakt platzte Ambrose ein Reifen, was ihn in einen Dreher zwang, der einen Einschlag in die Mauer nach sich zog. Damit war ein hoffnungsvolles Rennen für den Australier leider frühzeitig beendet.

- #4 (Runde 132): Ken Schrader drehte sich mit der #26 auf der Gegengerade, nachdem er einen Schubs von Casey Mears bekommen hatte.

- #5 (Runde 170): Martin Truex Jr blieb direkt vor der Einfahrt zur Boxengasse stehen und hatte allen Vortrieb verloren. Nachdem er die #56 nicht wieder anwerfen konnte, musste NASCAR eine Caution auslösen, um den Wagen zu bergen. Bei den nachfolgenden „pit stops“ wurden an Denny Hamlins Wagen erneut größere Abstimmungsarbeiten vorgenommen.

- #6 (Runde 185): Sam Hornish Jr und Scott Speed stritten sich um eine Position im Mittelfeld und kamen sich dabei ein wenig zu nah. Hornish traf den unbeteiligten Regan Smith und schickte ihn in einen Dreher inklusive Mauerkontakt.

- #7 (Runde 193): Clint Bowyer drehte sich in Turn 4 und schlug in die Mauer ein. Zum Restart sprach NASCAR eine Warnung an den Führenden Jeff Burton aus, der mit zögerlichem Neustarten immer wieder Auffahrkettenreaktionen im Verfolgerfeld auslöste. Dieses Mal gab Burton sich dann mehr Mühe dabei, seine Position fair zu verteidigen.

- #8 (Runde 209): Aric Almirola schob Paul Menard an, welcher sich daraufhin drehte. Menard konnte aber der Mauer fernbleiben.

Kurz nach dem Restart in Runde 214 konnte Harvick Harvick die dominante Phase seines Teamkollegen Jeff Burton beenden und diesen auf Platz 2 verweisen. Dort hielt sich Burton aber nur wenige Umläufe auf, bevor er in Runde 222 erneut die Führung übernehmen konnte. Allerdings hatte er nicht lange etwas von der wiedereroberten, sauberen Luft in Front des Feldes, denn ein Techtelmechtel zwischen Mark Martin und AJ Allmendinger sorgte für Gelbphase #9. Allmendinger schickte Martin nach einem Shorttrack-üblichen „bump“ in einen Dreher. Die #5 von Hendrick Motorsports kam jedoch auch in Kontakt mit der Mauer, was in einem total verbogenen Heck resultierte.

An dieser Stelle triumphierte Jeff Gordons Crew Chief Steve Letarte mit einem Strategie-Kniff, denn er ließ seinen Fahrer bei den Boxenstopps nicht antreten, um ihn so in Führung zu spülen. Mit Gordon blieben auch einige andere Piloten ihrer „pit crew“ fern, sodass sich das Feld zum Restart etwas durcheinandergewirbelt präsentierte: Gordon führte in Runde 232 Kyle Busch, Tony Stewart, Dale Earnhardt Jr und Carl Edwards zur grünen Flagge, während die Top3 der Meisterschaft plötzlich knapp außerhalb der Top10 abgetaucht waren.

Lange hielt der Rennspeed aber nicht an, weil Brad Keselowski schon nach einer Runde etwas optimistisch David Reutimann abräumte. Erneut war es nach dieser Gelbphase Jeff Gordon, der den Neustart anführte und diesmal entwickelte sich für knappe 40 Runden ein guter Fluss. Während dieser Zeitspanne war viel Bewegung im Feld, denn von weiter hinten stach Jeff Burton wieder nach vorne in die Top5 vor und wollte seine durch Taktikspielchen verlorene Führung wieder zurückgewinnen. Mark Martin hatte erneut Pech, als ihn ein Reifenschaden zum Boxenstopp zwang, wodurch er sich nun schon die zweite Runde Rückstand einfing. Umso mehr ist dadurch allerdings seine Aufholjagd gegen Rennende zu loben, denn wann konnte man zuletzt sehen, dass ein Fahrer mit zwei Runden Rückstand noch fast das Rennen gewonnen hätte.

Insgesamt gesehen lief es für Hendrick Motorsports eigentlich recht gut, denn Jeff Gordon führte zu diesem Zeitpunkt das Rennen an und Jimmie Johnson hielt sich den ganzen Nachmittag über in Reichweite der Top5 auf. Martins unglaubliche Fahrt sollte ja noch folgen und auch der ewig totgesagte Dale Earnhardt Jr fuhr nach langer Zeit endlich mal wieder ein tolles Rennen. Durch den ausgelassenen Boxenstopp konnte Junior in die Top3 vorstoßen und auch dort verbleiben. Nach vielen Meisterschaftsläufen, bei denen er chancenlos im Mittelmaß versank, war er in Martinsville sogar in der Lage, einige Führungsrunden zu absolvieren: Nach dem Restart in Runde 246 benötigte er zunächst zwölf Umläufe, um den zweitplatzierten Kyle Busch zu überholen. Weitere 27 Runden auf der halben Meile später nahm er Gordon unter lautem Gejubel seiner leidgeplagten Fans die Spitzenposition ab.

Direkt darauf folgte bereits Gelbphase #11, weil JJ Yeley auf der Gegengerade zum Stehen kam und dort aus eigener Kraft nicht mehr wegkam. Beim Restart folgten Earnhardt dann Tony Stewart, Jeff Gordon, Kyle Busch und der wieder zurückgekehrte Jeff Burton auf dem Fuße. In den Top5 ging es ordentlich zur Sache, denn Burton pflügte weiter durchs Feld und war in Runde 317 bereits wieder auf Platz 2 angekommen. Zwischenzeitlich stritten sich dahinter Jimmie Johnson und Kevin Harvick erbittert aber jederzeit fair um den siebten Rang. Bevor sich Burton um den zweitplatzierten Gordon kümmern konnte, musste NASCAR fast eine weitere Gelbphase auslösen: Marcos Ambrose drehte sich erneut und räumte dabei Sam Hornish Jr ab, was beide Autos in die Mauer schickte. Weil beide Fahrer es aber zügig von der Strecke schafften, konnte die Gelbe Flagge im Köcher der Offiziellen verbleiben.

Langsam nagte Burton nun am Vorsprung von Dale Earnhardt Jr und verkürzte ihn erst auf 1,3 und später auf 0,5 Sekunden, bevor Caution #12 seine Aufholjagd einbremste, denn Greg Biffle platzte ein Reifen und die #16 drehte sich auf der Strecke. Beim Restart in Runde 356 bekam Earnhardt dann wirklich massiven Druck vom Richard-Childress-Duo bestehend aus Jeff Burton und dem ebenfalls wieder in die Top5 zurückgekehrten Kevin Harvick. Auch Denny Hamlin war zu diesem Zeitpunkt wieder gemeinsam mit den besten Fünf unterwegs und legte langsam aber sicher den Grundstein für seinen späteren Sieg.

Nach gerade mal zwei Umläufen war Sam Hornish Jr bereits in den nächsten Zwischenfall verwickelt und musste sich nun endlich auch höflich bei der SAFER-Barrier vorstellen. Es war in Martinsville wirklich auffällig, wie oft der Ex-IndyCar-Pilot sich durch Kontakte oder Abflüge bemerkbar machte. In Anbetracht der Lage, dass er für 2011 noch keinen neuen Sponsor gefunden hat, dürfte dieser Fahrstil seine Chancen auf ein Cockpit im nächsten Jahr nicht gerade verbessern. Es sei denn, Roger Penske findet einen Geldgeber, der einfach nur möglichst oft im Fokus der TV-Kameras sein möchte. Mobil 1 wechselt ja bekanntlich zu Stewart-Haas Racing, weil Penske für 2011 einen Vertrag mit der Konkurrenz von Shell-Pennzoil abgeschlossen hat.

Bei ihrer Jagd auf Earnhardt kamen sich derweil Burton und Harvick immer wieder sehr nahe und beschwerten sich während der Gelbphase per Funk über den jeweils anderen. In Runde 363 führte Junior das Feld zum Restart und bot den RCR-Fahrern eine neue Möglichkeit, ihn abzufangen. Kevin Harvick nutzte dies und kassierte fünf Umläufe später zuerst seinen Teamkollegen und in Runde 378 schließlich Dale Earnhardt Jr. Letzterer fiel dann recht schnell auf Platz 4 zurück, nachdem ihn Burton und Jimmie Johnson ebenfalls überholten.

In Runde 384 war dann der gute Tag von Jeff Gordon vorbei, weil er sich mit einem nicht sehr kooperativen Kurt Busch anlegte. Gordon „bumpte“ Busch, welcher nicht sonderlich zufrieden sofort umfangreiche Vergeltungsmaßnahmen einleitete: Ausgangs Turn 4 nahm Busch die #24 aufs Korn, drehte sie um und schickte Gordon so in die innere Mauer der Zielgerade. Ob die Aktion nun sonderlich fair war, sei mal dahingestellt. Jeff schob die blaue #2 schließlich nur in bekannter Shorttrack-Manier an und bekam dafür im Gegenzug gleich sein Auto zerstört. Da ist die Rache sicherlich nicht verhältnismäßig ausgefallen.

An dieser Stelle nützte das Geschehen allerdings einem anderen Hendrick-Fahrer, denn Mark Martin bekam den „lucky dog“ und befand sich nun pünktlich zur finalen Phase des Rennens wieder in der Führungsrunde. Die nachfolgenden Boxenstopps sollten gleichzeitig auch die letzten des Nachmittags bleiben, denn bei noch ca. 115 zu fahrenden Runden betrug das Spritfenster noch einmal zehn bis zwanzig Umläufe mehr.

Ken Schrader entschied sich allerdings, nicht an die Box zu fahren und war somit plötzlich an der Spitze des Feldes zu finden. Das es eine schlechte Entscheidung war, den zwar äußerst erfahrenen Fahrer im unterlegenen Auto auf dem engen Shorttrack auch dann noch in Führung zu lassen, nachdem er sich die fünf Bonuspunkte abgeholt hatte, verstand sich von selbst: Harvick ging bereits eine Runde nach dem Restart in Umlauf 394 außen an Schrader vorbei, welcher mit einem „tire rub“ ziemlich schnell aus den Top10 herausfiel. Direkt danach löste Tony Raines die allerletzte Gelbphase des Rennens aus, weil er sich in Turn 4 beim Versuch drehte, die Boxengasse zu erreichen. Jeff Gordon bekam übrigens den „lucky dog“ und konnte seinen Rundenverlust durch den Reparaturstopp nach dem Crash mit Kurt Busch ausgleichen.

Den letzten Restart ca. 100 Runden vor dem Ende führte Kevin Harvick an, gefolgt von Jeff Burton und Denny Hamlin. Ziemlich spät im „run“ fand Hamlin in seinem Toyota dann doch noch das Gaspedal, welches er im gesamten Rennverlauf zuvor vermisst hatte. In Runde 456 überholte er zunächst Burton und kämpfte dann 15 Umläufe später über fünf Runden lang mit dem Führenden Harvick.

Unterdessen startete Mark Martin seine erwähnte Aufholjagd und verfügte plötzlich über das schnellste Auto im Feld, nachdem die #5 eigentlich schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen war. Rusty Wallace begründete diese Performance-Änderung in einem Anflug von großer Weisheit mit einer besseren Aerodynamik eben durch die Beschädigungen. Nun zum einen weiß man, dass die Aerodynamik auf einem Shorttrack so gut wie keine Rolle spielt, denn nur deswegen sind z.B. „bump & run“-Manöver ohne größere Auswirkungen möglich. Zum anderen bietet ein beschädigtes Chassis vor allem auf den Intermediate-Ovalen keine ausreichenden Aerodynamikeigenschaften mehr, um noch konkurrenzfähig mitzufahren. Das war wieder so eine geistreiche Bemerkung von Wallace, die man am liebsten überhört.

ÜBERSICHT DER PLATZIERUNGEN EINIGER FAHRER:

Weil in den letzten 100 Runden eine weitere Gelbphase ausblieb, ging Martin die Zeit aus, um Denny Hamlin an der Spitze noch abzufangen. Der Lokalmatador aus Virginia gewann deshalb zu Hause sein bereits drittes Martinsville-Rennen in Folge und hält damit die unheimliche Serie gemeinsam mit Jimmie Johnson aufrecht: Seit Ende 2006 haben nur diese beiden Piloten auf der Büroklammer von Martinsville in der „victory lane“ gestanden.

Hinter Mark Martin landete Kevin Harvick auf Position drei, gefolgt von Kyle Busch und Jimmie Johnson, was den Meisterschaftskampf an der Spitze vor Talladega noch einmal richtig eng macht. Die Top10 komplettierten Joey Logano, Dale Earnhardt Jr, Carl Edwards, Jeff Burton und Brad Keselowski. Vor allem die Gibbs-Fahrer Busch und Logano fuhren ein äußerst unauffälliges Rennen und zeigten gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Hamlin ein großartiges Mannschaftsergebnis: Top6 für Joe Gibbs Racing! Für Earnhardt ist das Top10-Resultat ein großer Schritt nach vorne und nach der langen sehr erfolglosen Zeit mehr als zufriedenstellend. Immerhin führte die #88 in Martinsville mehr Runden als in allen vorangegangenen Rennen der Saison zusammengerechnet.

Auch Edwards hat sich schadlos gehalten und dabei sehr unauffällig agiert. Keselowski konnte in Martinsville das erste Top10-Ergebnis seiner Cup-Karriere einfahren und war nur kurz in einen Zwischenfall mit David Reutimann verwickelt. Außerdem wurde er nach dem ersten Rennviertel zu schnell in der Boxengasse erwischt, was ihn ans Ende der Führungsrunde zurückschickte.

Die andere Hälfte der Chaser erwischte einen schlechten Tag: Matt Kenseth (15.) war bis zu den letzten Boxenstopps in den Top10 unterwegs und musste dann genauso wie Keselowski seine Position zum Restart aufgeben. Kurt Busch (16.) fuhr bis auf die Konfrontation mit Jeff Gordon (20.) unauffällig, verfügte aber einfach nicht über ein schnelles Auto. Gordon verlor nach besagtem Zwischenfall noch zwei Runden und wegen der Überreaktion von Busch wohl auch die letzten, bis dahin verbliebenen Meisterschaftschancen. Tony Stewart (24.) lag ebenfalls auf Top10-Kurs, musste aber zehn Runden vor Schluss einen geplatzten Reifen hinnehmen.

Greg Biffle (33.) traf es noch schlimmer: Nachdem der Roush-Pilot im ersten Rennviertel noch gut unterwegs war, erwischte es ihn zunächst zwei Mal an der Box (zu viele Mechaniker am Auto, Radmutter vergessen) und später auf der Strecke, als auch ihm ein Reifen platzte. Clint Bowyer (38.) war nach seinem Mauerkuss und der anschließenden Reparaturpause mit Rundenrückstand unterwegs. Bis dahin war er wie so viele ebenfalls in den Top10 umhergefahren.

Kasey Kahne beendete sein erstes Rennen für Red Bull Racing sehr unauffällig auf Platz 14, während Aric Almirola in der #9 von Richard Petty Motorsports einen 21. Rang einfuhr. Juan Pablo Montoya war lange Zeit in den Top10 unterwegs, hatte aber im Endspurt kein konkurrenzfähiges Auto mehr. Das Resultat war nur Platz 19. Sein Teamkollege Jamie McMurray wurde Elfter.

ANALYSE DER PUNKTETABELLEN:

Der Kampf um die Meisterschaft ist mit dem Sieg von Denny Hamlin wieder etwas enger geworden: Nur winzige sechs Punkte trennen ihn jetzt noch von Jimmie Johnson. Weil auch Kevin Harvick vor dem Tabellenführer ins Ziel gekommen ist, beträgt sein Rückstand nur noch 62 Zähler. Der nächste Verfolger ist nach diesem Wochenende Kyle Busch, der hat allerdings schon 172 Punkte Rückstand. Ab Jeff Gordon benötigen alle Fahrer mit mehr als 200 Zählern Differenz in Talladega ein Wunder. Falls Johnson auf dem von ihm nicht sonderlich geliebten Superspeedway nach einem Unfall letzter der 43 Piloten würde, könnten maximal 161 Punkte von den anderen Chasern aufgeholt werden. Der Talladega Superspeedway wird dem Meisterschaftskampf sicherlich eine Menge Würze verleihen und die finalen Voraussetzungen für die letzten drei Rennen schaffen.

In der Owner-Wertung kann sich Robby Gordon wieder ein wenig entspannen, denn Travis Kvapil hatte mit der #38 von Front Row Motorsports in Martinsville etwas Pech und landete nur 13 Plätze hinter der #7 von RGM. Gordon versuchte sich am Wochenende übrigens auch mit der #07 selbst zu qualifizieren, scheiterte aber im Einzelzeitfahren an der Konkurrenz. Daraufhin ersetzte man teamintern Kevin Conway und der Teamchef griff selbst ins Lenkrad, um nicht erneut wichtige Punkte zu verlieren. Zwischen den beiden Teams kam Hermie Sadler im Auto mit der #71 von TRG Motorsports ins Ziel. Weil auch Tony Raines und David Gilliland für FRM kein gutes Rennen ablieferten, wird es im Kampf um die Top35 etwas kompakter. Der aktuelle Stand kann in der nachfolgenden Tabelle überblickt werden, natürlich ebenso die Fahrerwertung.

Talladega ist am nächsten Wochenende übrigens wegen der Zeitumstellung in Deutschland eine Stunde früher, das gilt allerdings nicht für das Truckrennen am Samstag. Die Amerikaner stellen ihre Uhren erst in der darauffolgenden Woche um, sodass die Nationwide Series und die Trucks in Texas bei uns ebenfalls eine Stunde eher über den Äther fließen, der Cup am Sonntag jedoch wieder mit den gewohnten sechs Stunden Verzögerung gesendet wird.

2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_stands_by_car 2010_Martinsville_Oct_NSCS_race_start at Martinsville Speedway on October 24, 2010 in Martinsville, Virginia. 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Marcos_Ambrose_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_33_car_in_garage 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_fans_cheer 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Jeff_Burton_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Jimmie_Johnson_races_Kyle_Busch 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_Kevin_Harvick_side_by_side 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_crosses_finish_line 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_after_burnout 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_Victory_Lane Web OnTheBubbleNSCS2010_32Martinsville

September 17 2010

18:09

NASCAR: Vorschau Chase 2010

In New Hampshire beginnt an diesem Wochenende der insgesamt siebte „Chase for the Sprint Cup“ und damit die entscheidende Phase der Meisterschaft. Während der kommenden zehn Rennen streiten sich nur noch zwölf Fahrer um die Krone der NASCAR.

Der „Chase for the Sprint Cup“ wurde 2004 eingeführt, um eine vorzeitige Entscheidung in der Meisterschaft zu verhindern; zumindest ist das der offizielle Grund. Gerüchte besagen, dass Matt Kenseth für die Einführung der NASCAR-Playoffs verantwortlich war, indem er 2003 mit nur einem Rennsieg die Meisterschaft gewinnen konnte. Das ursprüngliche Punktesystem des Chase ist nun aber nicht wirklich freundlich zu den Rennsiegern der „regular season“ gewesen, weshalb es 2007 auch überarbeitet wurde. Alles in allem dürfte der Chase eine Ausgeburt des amerikanischen Gedanken gewesen sein, immer hochdramatisch in Playoffs entscheiden zu wollen. Zusätzlich entgeht man dem Zuschauerschwund pünktlich zum Start der Football-Saison, wenn Spannung bis zum letzten Rennen garantiert bleibt.

Die Tabellenführer der „regular season“ bekamen im Chase meist so ihre Probleme, was z.B. Tony Stewart im vergangenen Jahr erfahren musste. Mit weit über 200 Punkten führte Stewart das Verfolgerfeld in die Playoffs, doch dort angekommen musste er seine Vorsprung aufgeben und sich hinter Mark Martin einreihen. Warum? Weil im Chase die Punkte zurückgesetzt werden und zwar nach folgenden Regeln:

- Die zwölf bestplatzierten Fahrer in der Meisterschaft nehmen am Chase teil, bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der Siege, danach die Anzahl der Top5s usw.

- Die Punkteanzahl dieser zwölf Fahrer wird auf 5000 Zähler gesetzt, was somit dem Rest des Feldes rechnerisch die Chance auf die Meisterschaft nimmt.

- Jetzt bekommt jeder Chase-Fahrer zusätzlich zu den 5000 Punkten noch zehn Bonuszähler pro Saisonsieg auf seinem Konto gutgeschrieben.

Verständlicherweise zeigte Stewart sich nicht gerade begeistert und meiner Meinung nach sollte der Tabellenführer am Ende der „regular season“ nach 26 Saisonrennen auch ähnlich wie die Rennsieger des Jahres einen Extra-Bonus bekommen. Zusätzlich könnte man auch gleich alle Rennsieger der Saison am Chase teilnehmen lassen, auch wenn die Playoffs dann vielleicht etwas überfrachtet würden. In anderen US-Sportarten ist es aber üblich, dass ca. die Hälfte aller Mannschaften an der Meisterschaftsentscheidung teilhat.

Die NASCAR-Offiziellen überlegen derzeit noch angestrengt, ob das System im nächsten Jahr erneut verändert werden soll. Dabei sind auch Überlegungen auf dem Tisch, nach denen schlechter positionierte Fahrer jeweils nach mehreren Rennen aus dem Chase eliminiert würden. Wer beispielsweise nach der Hälfte der zehn Rennen nicht mehr in den Top6 zu finden ist, der wäre aus der Entscheidung ausgeschlossen. Was mir dabei Bauchschmerzen bereitet, ist dass am Ende möglicherweise die drei besten Fahrer im letzten Rennen die Meisterschaft unter sich ausfahren, nachdem zuvor die Punkte erneut zurückgesetzt wurden! Ein totaler Bruch mit den traditionellen Motorsportregeln, bei dem die vorangegangenen 35 Rennen dann kaum noch einen Wert hätten.

Den Hinweis, dass diese Alles-oder-nichts-Situation auch bei anderen Sportarten, wie z.B. im KO-Modus beim Fußball gang und gäbe sind, nehme ich gerne an. Vermutlich bin ich aber zu konservativ, um mich im Motorsport damit anfreunden zu können, dass plötzlich zu jedem Zeitpunkt alles vorbei sein kann und Punktepolster nicht mehr gelten. Für diesen Faktor hat der Rennsport schließlich etwas, was bei anderen Sportarten seltener vorkommt: Unfälle! Bitte nicht falsch verstehen, ich bin grundsätzlich für den Chase, finde aber, dass viele Errungenschaften während der „regular season“ generell zu wenig gewürdigt werden. Außerdem ermöglicht das, meiner Meinung nach schlecht gewählte, NASCAR-Punktesystem diese Konstanz-Orgien à la Matt Kenseth 2003 oder Kevin Harvick in diesem Jahr.

Naja, jedenfalls bin ich gespannt, was die Verantwortlichen für die Zukunft beschließen werden, auch wenn es möglich erscheint, dass nichts am bestehenden System geändert wird. Dieser Artikel soll jetzt aber zu seinem eigentlichen Fokus zurückkehren, nämlich der Bewertung der Chase-Fahrer 2010:

1. Denny Hamlin, #11 Joe Gibbs Racing, 5060 Punkte

Noch vor der Saison wurde Denny Hamlin zum Johnson-Herausforderer bestimmt und bekam damit eine schwere Last aufgebürdet. Als er sich dann das Kreuzband riss und eine Operation unumgänglich wurde, schienen alle Meisterschaftsträume ausgeträumt. Wenige Tage vor seiner OP zeigte er dann allen Kritikern, aus welchem Holz er geschnitzt ist und gewann sein erstes Saisonrennen in Martinsville. Danach folgten Texas und Darlington, bevor Hamlin eine kleine Verschnaufpause einlegte, um erst im Juni nacheinander in Pocono und Michigan zu gewinnen. Während des Sommers lief es für ihn allerdings nicht so gut, da sein Team mit vermehrt auftretenden technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Im zweiten Michigan-Rennen hätte er beispielsweise ohne die Elektronikprobleme seinen Sieg wiederholen können, musste aber Kevin Harvick den Vortritt lassen, der mit dem Erfolg auf einem nicht „restrictor plate“-Oval seine eigenen Meisterschaftschancen untermauerte. Sein sechster Saisonsieg folgte unmittelbar vor dem Chase-Beginn in Richmond am vergangenen Wochenende, was Hamlin eine Menge „momentum“ bescheren könnte. Die #11 ist jederzeit siegfähig, wenn die kleinen Problemchen im Team abgestellt werden. Mit Martinsville folgt zudem eine der Hausstrecken von Denny Hamlin.

Prognose: Ernsthafter Meisterschafts-Kandidat, falls Jimmie Johnson sich selbst schlägt und Hamlin keine DNFs mehr hinnehmen muss.

2. Jimmie Johnson, #48 Hendrick Motorsports, 5050 Punkte (-10)

Obwohl der Chase 2010 so offen erscheint, wie schon lange nicht mehr, möchte sicherlich niemand gegen Jimmie Johnson wetten. Vier der bisher sechs Playoff-Ausgaben konnte der Dauermeister bisher gewinnen und das auch noch direkt hintereinander in den letzten vier Jahren. Seine Vorstellung 2009 war dabei sogar so dominant, dass er die Meisterschaft auch nach den alten Punkteregeln gewonnen hätte. In diesem Jahr sah die #48 bisher aber nicht so überzeugend aus: Zwar gewann er gleich mal mit Fontana, Las Vegas und Bristol drei der ersten fünf Saisonrennen, doch dann war lange Zeit Schluss mit seiner Dominanz. Viele Experten machen den Wechsel vom Heckflügel zum –spoiler für sein schlechtes Abschneiden in den Rennen danach verantwortlich.

Nach einem Durchhänger im Frühling gelangen Johnson dann aber doch noch zwei Rennsiege und zwar „back-to-back“ in Sonoma und New Hampshire. Der Erfolg auf dem Infineon Raceway stellte zudem seinen ersten Rundkurs-Sieg dar. Im Sommer kamen dann aber Abstimmungsprobleme auf, denn Chad Knaus und Johnson bekamen die #48 im Laufe der Nachtrennen einfach nicht in den Griff; eigentlich ungewöhnlich für den Meister-Crew-Chief. Zum Chase ist Johnson aber in den letzten Jahren immer wieder rechtzeitig fit gewesen und kann das mit einer unglaublichen Statistik auch belegen: 18 der bisher 60 Playoff-Rennen konnte der Kalifornier gewinnen, was knapp 20% oder aber drei Rennen pro Chase bedeutet.

Prognose: Die Statistik sagt, dass Jimmie Johnson sich nur selbst schlagen kann. Zudem ist Johnson auf den Intermediate-Ovalen und in Martinsville stark. In diesem Jahr erscheint er zwar angreifbarer als sonst zu sein, trotzdem ist der der Favorit auf den Titel.

3. Kevin Harvick, #29 Richard Childress Racing, 5030 Punkte (-30)

An dritter Stelle im Chase steht der Meister der „regular season“ Kevin Harvick, der 2010 bisher soviel Top5- und Top10-Resultate einfahren konnte wie kein anderer Konkurrent. In 26 Rennen kam er elf Mal unter die besten Fünf und siebzehn Mal unter die besten Zehn, was bedeutet, dass Harvick in jedem zweiten Rennen ein Top5-Resultat eingefahren hat. Diese unglaubliche Konstanz brachte ihn nach Richmond mit 228 Zählern in Front. Nachdem er im letzten Jahr den Chase verpasste und die Saison außerhalb der Top20 in den Punkten abschloss, kam 2010 das große Comeback. Zwei Siegen in den „restrictor plate“-Rennen von Talladega und Daytona im Sommer folgte dann auch ein Sieg unter „normalen“ Bedingungen in Michigan. Spätestens dort untermauerte Harvick seine Chancen auf die Meisterschaft.

Prognose: Harvick ist ein ernsthafter Kandidat auf die Meisterschaft, das hat er in den ersten 26 Rennen eindrucksvoll bewiesen. Zudem hat er das Zeug dazu, das Talladega-Rennen im Chase zu gewinnen. Wenn die Konstanz weiterhin stimmt, dann kann er endlich seinen ersten Titel holen.

4. Kyle Busch, #18 Joe Gibbs Racing, 5030 Punkte  (-30)

Nachdem er den Chase im letzten Jahr trotz vier Siegen verpasst hat, gab Kyle Busch der Vernunft eine Chance und hielt sich mit einer defensiven Fahrweise nicht einfach nur in die Top12, sondern beförderte sich zum Abschluss der „regular season“ sogar auf Platz 2 hinter Kevin Harvick. Die Tatsache, dass er dabei nur einen Sieg weniger einfuhr als 2009, sollte ihm zu denken geben. Kyles Chancen vorauszusagen fällt mir sehr schwer, denn bei ihm kann alles passieren. Wenn es läuft und das Auto schnell ist, gewinnt er und das durchaus auch mal mehrere Wochen hintereinander. Fällt er jedoch in eines seiner Tiefs, kann er die Meisterschaft abhaken. Kyle Busch ist am wenigsten durchschaubar, hat aber wie eigentlich immer die Chance, den großen Wurf zu landen.

Prognose: Wenn Busch seine Rookie-Fehler und sein Temperament jetzt endgültig abgestellt hat und solide Resultate wie in der „regular season“ auch an schlechten Wochenenden liefern kann, dann hat er eine realistischen Titelchance, falls die obengenannten drei Fahrer patzen.

5. Kurt Busch, #2 Penske Racing, 5020 Punkte (-40)

Kyles Bruder Kurt Busch gewann die erste Ausgabe des Chase 2004. Diese Meisterschaft hätte er nach traditionellen Regeln nicht holen können, denn im alten System wäre nur ein vierter Platz für den Penske-Piloten drin gewesen. Kurt hat 2010 in Atlanta und Charlotte gewonnen, was seine Gefährlichkeit auf den Intermediate-Ovalen unterstreicht. Außerdem ist er ein guter „restrictor plate“-Fahrer, was seine Chancen auf ein schlechtes Talladega-Resultat verringert. Das große Fragezeichen ist aber Penske Racing: Das Team stellt Busch gutes Material zur Verfügung, was zu vereinzelten Glanzleistungen und Rennsiegen führt. Insgesamt ist die Performance des letzten verbliebenen Dodge-Teams derzeit aber allgemein zu schlecht, um wirklich eine Meisterschaft zu gewinnen, was man besonders bei seinen Teamkollegen sehen kann. Busch ist einfach in einer Außenseiterposition gefangen und holt an schlechten Wochenenden keine Schadensbegrenzungsresultate, sondern geht komplett unter.

Prognose: Ein oder zwei Siege sind für Kurt Busch im Chase drin, aber wenn bei Penske Racing auf der Performance-Seite nicht plötzlich ein Wunder passiert, dann ist er kein Kandidat auf den Titel.

6. Tony Stewart, #14 Stewart-Haas Racing, 5010 Punkte (-50)

Im letzten Jahr führte Tony Stewart sein eigenes Team in der Debüt-Saison gleich mal als Tabellenführer in den Chase und damit hatte eigentlich niemand ernsthaft gerechnet. In diesem Jahr geriet das Unternehmen etwas ins Stocken und keiner weiß so richtig, woran das liegt. Im Sommer hatte er wie gewohnt wieder seine starke Zeit und gewann auch vor zwei Wochen das Rennen in Atlanta, ob er das Tempo allerdings halten kann, ist unsicher. Seine zweite Meisterschaft 2005 gewann Stewart unter Chase-Regeln, er weiß also wie es geht. Es kommt aber stark auf die Leistung seines Teams in den kommenden Wochen an, was er aus seiner Playoff-Qualifikation machen kann.

Prognose: Für Stewart sollte ein weiterer Sieg ähnlich wie für Kurt Busch möglich sein, doch wenn sein Team nicht plötzlich einen Wahnsinnsaufschwung erlebt, sollte die #14 nichts mit der Titelvergabe zu tun haben.

7. Greg Biffle, #16 Roush-Fenway Racing, 5010 Punkte (-50)

Ford ist in diesem Jahr so etwas wie das Problemkind der NASCAR: Erst ein Sieg gelang der Marke 2010 und diesen so wichtigen Erfolg holte Greg Biffle kurz nach Halbzeit der Saison in Pocono. Biffle war die letzten beiden Jahre ebenfalls im Chase vertreten, konnte aber nur als Dritter und Siebter abschneiden. Der dritte Rang 2008 kam in der starken Saison von Ford zustande, wo alleine Carl Edwards neun Saisonsiege abräumte. Danach ging so ein wenig das „momentum“ bei Roush-Fenway Racing verloren, bis Biffle und seine Teamkollegen im August endlich wieder zur Spitze aufschlossen. Vor Jack Roushs Team liegt in den kommenden Wochen und Monaten aber noch eine Menge Arbeit, die Chase-Qualifikation kann nur ein Ansporn und eine Bestätigung sein, mehr nicht.

Prognose: Bevor Roush-Fenway Racing nicht vollends zu seiner ehemaligen Stärke – vor allem auf den Intermediate-Ovalen – zurückfindet, sehe ich Biffle nicht in einer ernsthaften Anwärterposition. Vielleicht gelingt 2010 noch ein weiterer Sieg.

8. Jeff Gordon, #24 Hendrick Motorsports, 5000 Punkte (-60)

Jeff Gordon wartet ja nun schon seit längerer Zeit auf einen Sieg und außer Jimmie Johnson schwächeln zurzeit alle Fahrer bei Hendrick Motorsports ein wenig. Mark Martin verpasste die Chase-Qualifikation und Dale Earnhardt Jr ist meilenweit von Gut und Böse unterwegs. HMS hat in dieser Saison massiv an Dominanz eingebüßt, ob es nun am Wechsel Flügel-Spoiler lag, weiß ich letzten Endes nicht. Trotzdem ist Jeff Gordon bei gefühlt schlechterer Leistung in diesem Jahr als drittplatzierter Fahrer in den Chase eingezogen, nur zwei Pünktchen hinter Kyle Busch. Gordon stand 2010 oft dicht vor einem Sieg, vor allem zu Beginn der Saison und der Durchbruch könnte immer noch jede Woche kommen. In den vergangenen Jahren war er stets ein Mitfavorit auf den Titel, nur um am Ende immer knapp Zweiter oder Dritter zu werden.

In diesem Jahr scheint er einen ganz besonderen Beweis erbringen zu wollen: Eine Meisterschaft ohne einen einzigen Saisonsieg. Möglich ist das Ganze und es würde NASCARs Punktesystem total ad absurdum führen. Gordon hat aber viel von seinem früheren Biss verloren, immerhin ist er schon seit Ende 1992 im Cup unterwegs und hat bereits vier Meisterschaften gewonnen. Gordons Karriere klingt ähnlich wie die von Mark Martin langsam aus, doch er kann stolz auf seine jetzigen Resultate sein. Er ist nach all den Jahren wirklich immer noch ein guter Fahrer, dass muss man einfach mal so sehen. Es gibt nicht viele Piloten, die jede Woche so konstant vorne unterwegs sind wie Gordon.

Prognose: Ich würde Gordon schon gerne ohne einen einzigen Rennsieg die Meisterschaft holen sehen, das wäre einfach schon vom Gedanken her zu genial irgendwie. Er kann es schaffen, muss aber wirklich konstant in die Top5 oder sogar Top3 fahren. Ein Rennsieg erscheint mir jedoch wahrscheinlicher, wobei sich dann seine Chancen auf den Titel noch vergrößern würden. Jeff Gordon kann in diesem Jahr eigentlich nur noch gewinnen (jetzt nicht unbedingt auf einen Rennsieg oder die Meisterschaft bezogen).

9. Carl Edwards, #99 Roush-Fenway Racing, 5000 Punkte (-60)

Bei Carl Edwards angekommen, beginnt die Riege der wirklichen Außenseiter. Für ihn gilt im Prinzip dasselbe wie für Greg Biffle, denn es liegt wohl zurzeit mehr an Roush-Fenway Racing als an seinem Talent. Wenn man Edwards ein gutes Auto hinstellt, dann gewinnt er neun Saisonrennen, wie 2008 geschehen. Damals hat er die Intermediate-Ovale fast nach Belieben dominiert und musste sich am Ende nur knapp Jimmie Johnson geschlagen geben. In diesem Jahr konnte er nach dem noch beginnenden Wiederaufschwung bei Roush eine schöne Top10-Serie mit vereinzelten Top5-Resultaten hinlegen, die ihn auf Platz vier in der Meisterschaft liegend in den Chase brachte. Noch ist sein Team aber nicht weit genug an der Spitze dran.

Prognose: Ein Sieg ähnlich wie bei Biffle erscheint bei Carl Edwards möglich, wenn Roush-Fenway Racing aber nicht plötzlich schlagartig besser wird, dann hat er keine Chancen auf den Titel.

10. Jeff Burton, #31 Richard Childress Racing, 5000 Punkte (-60)

Der „Bürgermeister“ der NASCAR war bereits 2006 (7.), 2007 (8.) und 2008 (6.) im Chase vertreten, musste 2009 allerdings wie die gesamte Restflotte von Richard Childress Racing passen. Jeff Burton wartet schon seit geraumer Zeit auf seinen ersten Cup-Titel, den er sich auf jeden Fall verdient hätte. Seine erfolgreicheren Jahre hatte er aber vor seinem Wechsel zu RCR damals noch bei Jack Roush in einem Ford. Mit der Konstanz und der Leistung seines Teamkollegen Kevin Harvick kann Burton derzeit leider nicht mithalten, deswegen ist er aber kein schlechter Fahrer. Seine starke Strecke im Chase ist Texas, vielleicht kann er dort aufblitzen.

Prognose: Mit der Meisterschaftsentscheidung hat Burton vermutlich nichts zu tun, er könnte eher als Unterstützer von Kevin Harvick von sich Reden mache, vor allem in Talladega. In Aussicht ist ein mögliches Top-Resultat in Texas, an einem Sieg habe ich aber noch Zweifel.

11. Matt Kenseth, #17 Roush-Fenway Racing, 5000 Punkte (-60)

Für Matt Kenseth gilt im wesentlich dasselbe wie für Greg Biffle und Carl Edwards, da ist wohl das meiste schon gesagt worden. Kenseths Erfolg stoppte 2009 schlagartig, nachdem er zuvor noch die ersten beiden Saisonrennen für sich entscheiden konnte, darunter auch das Daytona 500. Er war bis auf das letzte Jahr in jedem Chase mit dabei und erreichte von Platz 2 bis Rang 11 so ziemlich alles. Bei ihm kommt es immer stark auf die momentane Form an, wo er am Ende landet. Er kann konstante Ergebnisse liefern, das hat er 2003 mit seiner Meisterschaft bewiesen, doch zurzeit ist er davon weit entfernt.

Prognose: Kenseth nimmt 2010 eine Statistenrolle im Chase ein und ist in diesem Jahr hinter Edwards und Biffle nur der drittstärkste Fahrer bei Roush-Fenway Racing. Auf die Meisterschaft hat er wohl keine Chance und auch ein möglicher Rennsieg erscheint mehr als fraglich.

12. Clint Bowyer, #33 Richard Childress Racing, 5000 Punkte (-60)

Clint Bowyer kann schon zwei Chase-Teilnahmen verbuchen und landete dabei immer in den Top5. 2007 konnte er bei Playoff-Beginn in New Hampshire sogar seinen ersten Cup-Sieg feiern und beendete die Saison auf einem guten dritten Platz. Bei Richard Childress Racing spielt er häufig nur die dritte Geige, ist aber was das fahrerische Talent angeht ebenbürtig. Ob er in diesem Jahr wieder eine ähnlich bemerkenswerte Abschlussposition erreichen kann, bleibt abzuwarten. Für den Chase qualifizierte er sich in den beiden Jahren ähnlich knapp wie 2010, also ist ein erneuter Aufschwung wohl auch nicht unwahrscheinlicher. Es kommt aber stark auf sein Team an und ob man ihm gute Autos hinstellt. Will er in Zukunft weiterhin oben mitspielen, muss er die Saison wieder oben in der Punktetabelle beenden.

Prognose: Ähnlich wie Jeff Burton hat er eine Chance, vielleicht ein Rennen zu gewinnen, die Meisterschaft wird ihm aber unter normalen Umständen verwehrt bleiben. Er kann dem Team etwas zurückgeben und Schützenhilfe für Kevin Harvick leisten.

Zum Schluss noch eine Übersicht über die kumulierten, bisherigen Leistungen der Chase-Fahrer auf den zehn Rennstrecken der Playoffs. Auch hier hat Jimmie Johnson statistisch gesehen ganz klar die besten Karten aller Piloten. Die Chase-Rennen finden auf den folgenden Strecken statt:

1. New Hampshire Motor Speedway (1 Meile, Short Track, 2x 180°-Turns)
2. Dover International Speedway (1 Meile, Short Track, 2x 180°-Turns)
3. Kansas Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Trioval)
4. Auto Club Speedway (2 Meilen, Intermediate, D-shaped)
5. Charlotte Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval)
6. Martinsville Speedway (0,526 Meilen, Short Track, 2x 180°-Turns)
7. Talladega Superspeedway (2,66 Meilen, Superspeedway, Trioval)
8. Texas Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval)
9. Phoenix International Raceway (1 Meile, Intermediate/Short Track, Unique)
10. Homestead-Miami Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, 2x 180°-Turns)

(Fünf Strecken fehlen noch in unserer Übersicht, werden aber bis zum Ende des Jahres nachgereicht!)

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