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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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June 24 2011

15:21

NASCAR: Vorschau Sonoma 2011

Das kommende Wochenende entschädigt höchstwahrscheinlich für die drögen Nummern in Pocono und Michigan, denn es ist endlich wieder Rundstrecken-Zeit in der NASCAR! Samstag fährt die Nationwide Series auf der legendären Road America, während am Sonntag der Sprint Cup im kalifornischen Sonoma die Reifen qualmen lässt.

Für die eine Gruppe von Fans beginnt am heutigen Freitag eine ganz besondere Zeit in der NASCAR, denn am Wochenende steht das erste von nur zwei Rundkursrennen der Cup-Saison an. Traditionell beschließt dann später im August Watkins Glen diese – durch so wunderbare Rennen in Daytona und Indianapolis unterbrochene – Phase. Doch es gibt auch eine zweite Meinung, welche sich nicht so sehr mit den Auftritten abseits der so prominent vertretenen Ovale anfreunden kann.

Grundsätzlich sollte man dabei aber bedenken, dass die Rundkurse schon seit der Gründung der NASCAR 1948 eine (wenn auch kleine) Rolle spielen und diese Art des Racings somit ebenfalls über eine Menge Tradition verfügt sowie ihre Daseinsberechtigung besitzt. Streng genommen war sogar die erste Daytona-Strecke, welche mittels zweier Kurven den Strand der Stadt mit der Hauptstraße verband, trotz ihrer Form ein Rundkurs! So sagt es dann auch der Name „Daytona Beach Road Course“. Außerdem sehr populär war der Riverside International Raceway, welcher 1989 leider zugunsten des Baus eines Einkaufszentrums abgerissen wurde und lange Zeit sogar mit zwei Saisonrennen im Kalender vertreten war.

Das Jahr des letzten Rennens in Riverside sah gleichzeitig das Debüt des Sears Point Raceway, heute dank Streckensponsoring als Infineon Raceway bekannt. Der gut 4km lange Rundkurs war sozusagen der Ersatz für die Traditionsstrecke im stetig wichtiger gewordenen Markt an der kalifornischen Westküste. In der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Von der Nationwide Series in Road America wird leider nur das Rennen selbst im TV übertragen. Was den Sprint Cup betrifft, so ist zwar alles zu sehen, allerdings mit teils großer Verzögerung: Das Qualifying findet zum Beispiel um 00:40 Uhr statt, wird aber erst am Samstag um 5 Uhr morgens zu sehen sein. Ich kann mir dieses Muster im Moment nur mit der Zeitverschiebung zu Kalifornien erklären. Vermutlich hat SPEED nur zu den regulären Zeiten entsprechende Kapazitäten frei und musste die Ausstrahlungen daher entsprechend verschieben. In Sonoma hat man anscheinend keine Möglichkeit alles vier Stunden später stattfinden zu lassen, damit es der Ostküste in den Kram passt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 24.06.
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
00:40 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED (TV um 5 Uhr!)

Samstag, 25.06.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 20:30 Uhr!)
19:45 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED (TV um 21:30 Uhr!)
21:05 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
23:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bucyrus 200), ESPN

Sonntag, 26.06.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Toyota/Save Mart 350), TNT / NASCAR.com RaceBuddy

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August 20 2010

20:55

IRL: Vorschau Infineon Raceway 2010

Etwas spät und heute mal in einer verkürzten Form ein Blick auf das IRL Rennen in Sonoma.

Die IRL Saison ist zwar noch lange nicht zu Ende, aber man ist im letzten Drittel der Saison angekommen. Mit dem Rennen in der Nähe von San Francisco sind gerade mal noch 5 Läufe zu absolvieren, also gibt es nicht mehr so viele Punkte, die man einsammeln kann. In der Meisterschaft führt im Moment Stehaufmännchen Will Power vor Dario Franchitti mit gerade mal 39 Punkten. Was, dank des etwas schrägen Punktsystems der IRL ein Wimpernschlag ist. Scott Dixon mit 82 Punkten Rückstand schon etwas viel Abstand, aber chancenlos ist er sicher nicht. Der Abstand von Ryan Briscoe beträgt dann aber schon 109 Punkte, was dann doch etwas viel ist. Die Meisterschaft wird sich also zwischen den ersten Drei entscheiden, und das Rennen am Infineon Raceway könnte eine kleine Vorentscheidung zugunsten von Will Power bringen. Dabei schien vor genau einem Jahr seine Karriere noch beendet.


Denn vor ziemlich genau einem Jahr verunfallte Power im Training so schwer, dass er sich zwei Wirbel im unteren Lendenbereich brach. Er schrammte haarscharf an einer Querschnittslähmung vorbei und zunächst war nicht mal sicher, ob er überhaupt wieder fahren konnte. An der Stelle muss man dem Penske Team auch mal Respekt zollen. Andere Teams hätten Power vielleicht fallen lassen, nicht mehr an ihn geglaubt. Er war eh “nur” der dritte Mann im Team, dessen Wagen keinen vollen Sponsor hatte. Roger Penske hat zu ihm gehalten, ihm auch 2011 einen Wagen verschafft und das obwohl das Sponsoring alles andere als gut war. Um so schöner, dass Power ein Jahr später als Meisterschaftsführender an den Start geht.

Power gilt auch als Favorit für das Rennen. Als Strassenkursexperte ist ein Sieg in Sonoma auch dringend nötig, denn die letzten vier Rennen sind allesamt Ovale und auf denen hat Power in diesem nicht einziges Mal gewonnen. Überhaupt waren seine Ergebnisse in den Ovalen allesamt nicht beeindruckend. In Kansas wurde er 12., danach folgten ein achter Platz beim Indy 500, Platz 14 in Texas und ein fünfter Rang in Iowa. Franchitti gewann in Indianapolis, Dixon in Kansas und beide sind extrem gute Oval-Piloten. Leicht wird es also nicht für Power, seinen schmalen Vorsprung ins Ziel zu retten.

Um so wichtiger wäre ein Sieg in Sonoma, aber das Ganassi Team ist auch nicht gerade erst aufgewacht. Franchitti konnte mit seinem Sieg in Mid-Ohio wichtige Punkte sammeln und sein Optimismus nach dem Rennen war mit Sicherheit auch darauf ausgerichtet, dass mit Chicago, Kentucky, Montegi und Homestead vier Ovale kommen, die ihm und dem Ganassi-Team allesamt liegen. Das einzige Problem was man im Team hat, ist halt der Umstand, dass beide Piloten noch Chancen auf den Titel habe. Chip Ganassi lässt seine Fahrer das unter sich austragen, so lange sie sich nicht in die Kiste fahren. Bei Penske hat aber realistischerweise nur noch Power Chancen, also könnte Helio und Ryan den dritten Mann im Team unterstützen. Das geht auf Ovalen ja relativ leicht, aber auch am Wochenende besteht eine gute Chance, der Konkurrenz ein paar Punkte weg zu nehmen.

Hinter Penske und Ganassi dürfte weiterhin Andretti versuchen, Boden gut zu machen. Die Saison lief bisher, bis auf den Sieg von Tony Kanaan in Iowa, eher bescheiden. Danica Patrick war selten zu sehen, Marco Andretti kam auch nicht auf Touren. Während das bei der Dame Ergebnisse ja eher nebensächlich erscheinen, hat man vom jüngsten Spross des Andretti-Clans doch etwas mehr erwartet. Marco wirkt allerdings auch müde und macht einen angespannten Eindruck. Selbst in den Interviews vor dem Rennen merkt man ihm an, wie sehr unter Druck steht, wie viel die Anspannung ihm abverlangt. Opa Mario hat schon mehrfach angemahnt, dass der Junge mal woanders fahren sollte, zum Beispiel in der GP2, wo Bernie Ecclestone ihm sicher einen guten Platz verschaffen könnte. Aber Vater Michael Andretti sieht das, wohl auch auf Grund seiner Erfahrungen in der F1, etwas anders. Aber irgendwas wird passieren müssen, denn man wird das Gefühl nicht los, dass da gerade ein eigentlich sehr talentierter Fahrer sich langsam verheizt.

Gespannt darf man sein, wie sich Simona di Silvestro am Wochenende schlagen wird. Ich bin ein wenig überrascht, wie gut die Schweizerin in ihrer ersten Saison sich schlägt, und das in einem Team, dass sicher nicht zur Spitzenklasse gehört. Immerhin lässt sie an fast jedem Wochenende reihenweise arrivierte und deutlich erfahrenere Piloten hinter sich und dass muss man auch erst mal können.

Kurz zur Strecke: Der Kurs in Sonoma ist bekannt, da die NASCAR ja gerade da war. Allerdings fährt die IRL die “Inner Loop” Variante. Nach Turn 3 geht es nur kurz geradeaus, dann biegt man rechts ab und fährt dann später den lang gezogenen Turn 8. Auch in den Esses fahren die IRL aus Sicherheitsgründen etwas anders, und werden durch eine Schikane eingebremst. Der Kurs ist nicht leicht, zumal der Sand am Rand gerne auf die Strecke weht, was die Sache rutschig macht.

Da die NASCAR in der Nacht von Samstag auf Sonntag unterwegs ist, hat die IRL den Sonntagabend fast für sich allein. Nur die ALMS überschneidet sich leicht mit dem Rennen.

June 22 2010

16:30

NASCAR: Analyse Sonoma 2010

Zwei actionreiche Rennen bot die NASCAR am Wochenende bei den ersten Ausflügen des Jahres auf Rundkursen. Dabei wiesen die Meisterschaftsläufe von Nationwide Series und Sprint Cup erstaunliche Parallelen auf und hatten auf ihre Art quasi jeweils einen „first time“-Sieger.

Zwei Rundkursspezialisten, die fast gewonnen hätten wäre das Pech nicht hinzu gekommen, Dreher teilweise fast im Minutentakt, eine Unterbrechung des Rennens wegen einer Massenkarambolage und am Ende einen Sieger, für den es auf eine bestimmte Art und Weise das erste Mal war. Damit könnten jetzt im Prinzip beide Rennen des Wochenendes gemeint sein, da sich große Teile der Action des Nationwide Rennens bei den Cup-Stars wiederholten. Am Samstag war es Carl Edwards, der das Rennen auf der Road America in Elkhart Lake, Wisconsin gewann und damit den ersten Sieg für Ford in diesem Jahr einstrich. Dabei hätte auch Jacques Villeneuve am Ende in der „victory lane“ landen können, wäre ihm nicht wenige Runden vor Schluss der Motor hochgegangen. Zuvor musste er sich auch mit einem eingedrückten Kotflügel inkl. „tire rub“ auseinandersetzen.

Die turbulente Schlussphase, welche fast keine Runde ohne einen Dreher auf der Strecke sah, wurde nach einer Massenkarambolage in Runde 30 von 50 eingeleitet. Da gleich neun Wagen in diesen Unfall verwickelt waren, dauerten die Aufräumarbeiten einige Zeit, was NASCAR zu einer halbstündigen Unterbrechung des Rennens zwang. Außer Edwards und Villeneuve konnten auch Paul Menard und Brendan Gaughan mit einer Menge Talent aufblitzen, deren „road course“-Talent war mir bisher unbekannt. Weil Brad Keselowski als Dritter abgewinkt wurde, konnte Edwards nicht sonderlich viele Punkte auf den Meisterschaftsführenden aufholen. Keselowskis Vorsprung beträgt nach dem Rennen in Wisconsin und vor dem in New Hampshire nun immer noch gewaltige 272 Punkte. Der Dritte Justin Allgaier konnte nach einem Schaden an der Antriebsachse nur einen 35. Platz ins Ziel bringen. Die Strecke selbst erhielt von den Beteiligten gute Noten.

Das Cup-Rennen kam nach einem vorsichtigen Start dann doch noch richtig in Schwung

Der Sonntag gehörte dann dem Sprint Cup in Sonoma, der auch nicht zu wenig Action bot. Auffällig war aber, dass sich im Gegensatz zum Nationwide Rennen weniger Fahrer mit Drehern von der Strecke verabschiedeten. Das Fahrermaterial in der ersten Liga wartete also mit deutlich mehr Können und Klasse auf. Allerdings gab es auch Ausnahmen, z.B. schob Jeff Gordon gleich drei Konkurrenten während des Rennens auf uncharmante Art und Weise von der Piste. Martin Truex Jr sinnt derweil auf Rache und kommentierte die Szene im Boxenfunk auch nicht gerade familienfreundlich. Auch Brad Keselowski machte sich hier im Chat wohl keine Freunde, als er Mattias Ekström abräumte und ihn womöglich ein Top10/Top15-Ergebnis kostete. Am besten fange ich mit der Analyse aber ganz am Anfang des Rennens an:

Polesitter Kasey Kahne überstand an der Spitze nach dem Start keine komplette Runde und wurde ziemlich schnell von Jimmie Johnson überholt. Johnson kristallisierte sich schnell als einer der beiden Fahrer heraus, die es zu schlagen galt. Der andere Pilot war Marcos Ambrose, der mit Bestzeiten in allen drei Trainingssitzungen auf sich aufmerksam machte. Nur im Qualifying beraubte er sich mit einem Fahrfehler eines besseren Startplatzes und musste vom sechsten Rang ins Rennen gehen. Die erste Caution lies nicht lange auf sich warten, denn nach elf Runden wurden einige Fahrer zu ungeduldig. Eine Kollision beendete das Rennen für Kyle Busch, zwar kam er nach aufwändigen Reparaturen noch einmal zurück auf die Strecke, doch mit Rundenrückstand war maximal Platz 39 drin. Einige Fahrer nutzten diese frühe Gelbphase für erste Abstimmungsarbeiten am Auto, unter anderem Juan Pablo Montoya und Jeff Burton. Die Führenden blieben geschlossen auf der Strecke.

Diese unterschiedlichen Entscheidungen sorgten dann schon für eine Aufteilung der Strategien, weil das Rennen in einen ordentlichen Fluss kam. Ab Runde 27 waren die ersten Stopps unter grüner Flagge angesagt, aber nicht weil das Benzin knapp wurde. Die Reifen verloren auf der Berg- und Talbahn von Sonoma einfach zu schnell an Grip, was einen frühen Wechsel vorteilhaft machte. Beim „cycle-through“ übernahm dann in Runde 35 Tony Stewart kurzzeitig die Führung, bevor er sie zwei Umläufe später an Mattias Ekström abgeben musste. Der Schwede hatte in der ersten Gelbphase nachgetankt und konnte nun einige Führungskilometer sammeln. Da seine Reifen recht schnell nachließen, war Ekström den Platz an der Sonne aber schon in Runde 43 wieder an Jimmie Johnson los.

Denny Hamlin hatte genau wie seine anderen Gibbs-Teamkollegen eine Menge Pech

Einen Umlauf später bekam Denny Hamlin ein mehr oder weniger schlimmes Problem: Weil die Halterungen der Motorhaube versagten, klappte diese gegen die Windschutzscheibe. Hamlin musste unter Anleitung seines Spotters die Runde beenden und im Blindflug die Boxengasse ansteuern, wo sein Team die Haube wieder befestigte. Damit war das Problem gelöst, aber sofort tat sich ein weiteres auf: Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse war Hamlin zu schnell unterwegs und musste prompt noch eine Durchfahrtsstrafe absolvieren. Das alles brachte den Meisterschaftsanwärter so aus dem Konzept, dass am Ende nicht mehr als Platz 34 drin war. In der Punktetabelle kostete Busch und Hamlin das Sonoma-Rennen zwei Ränge, denn Konkurrent Jimmie Johnson konnte sich mit seinem späteren Sieg an beiden Fahrern vorbei auf Platz 2 hinter Kevin Harvick schieben.

Die lange Grünphase hielt derweil bis kurz nach Rennhalbzeit an und NASCAR kam der Dreher von Dave Blaney in Runde 58 vermutlich sehr gelegen, denn Johnson hatte sein Führungspolster mittlerweile auf 13 Sekunden ausbauen können. Der vierfache Meister war von seinem Crew Chief Chad Knaus aufgrund des großen Abstands angewiesen worden, die Reifen zu schonen und Benzin zu sparen, damit die #48 mit zwei Boxenstopps durchfahren könnte. Marcos Ambrose entschloss sich zwischenzeitlich anders und bog nur ein paar Runden zuvor mit einer Drei-Stopp-Strategie in die Boxengasse ab, wohl auch weil die neuen Reifen so gut funktionierten. Boris Said blieb während der Caution auf der Strecke und übernahm die Führung von Johnson, Ekström der weiterhin „out of sequence“ war, lag plötzlich auf Rang vier.

Said konnte die Führung exakt eine Runde lang verteidigen, bevor Marcos Ambrose zur Stelle war und von da an unwiderstehlich auf seinen ersten Cup-Sieg zufuhr. Nun begannen die lustigen fünf Minuten von Jeff Gordon: Zuerst legte er sich in Turn 7a mit Montoya an, was einen weiteren Konkurrenten auf der Außenbahn in einen Dreher zwang. Nur wenige Kurven weiter in Turn 11 räumte Gordon dann Martin Truex Jr ab, weil Ersterer in der Anfahrt der Haarnadelkurve einfach zu spät auf der Bremse war. Kurz danach in Runde 64 drehte sich Brad Keselowski von der Strecke und löste damit Gelbphase Nummer Vier aus. Beim folgenden Restart brach das totale Chaos aus, weil Boris Said einen Rückstau verursachte, der am Ende des Feldes einem Nebelunfall auf der A3 glich. Leider nahm diese Massenkarambolage auch den Rachsüchtigen Truex aus dem Rennen, der Jeff Gordon am liebsten noch vor New Hampshire ein weiteres Mal begegnet wäre.

Während der Aufräumarbeiten hatten die Gemüter ein wenig Zeit, um abzukühlen

Nach 20 Minuten Unterbrechung hatte das Streckenpersonal die Unfallstelle geräumt und gesäubert, sodass Marcos Ambrose in Runde 70 beim Restart das Feld anführen konnte. Schnell war Johnson auf Platz 2 zurück und das Favoritenduo fuhr gemeinsam an der Spitze Runde um Runde ab. Schon sieben Umläufe später begann eine neue Welle von „green flag stops“, die Montoya einleitete. Da noch ca. 30 Runden bis zum Ende des Rennens zu fahren waren, lag man somit nach einem Boxenstopps ab sofort im Benzinfenster, um bis zum Schluss durchzufahren. Auch Johnson und Ambrose nutzten diese Möglichkeit, was dann nacheinander Clint Bowyer und Elliott Sadler und Boris Said beim „cycle-through“ einige Führungsrunden bescherte. Robby Gordon, der spätere Zweitplatzierte, hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt schon still und heimlich in die Top5 gefahren.

Die Sonoma-Pechsträhne von Joe Gibbs Racing setzte dann Joey Logano im dritten JGR-Toyota fort. Montoya nahm den Rookie des Vorjahres aus dem Rennen und wünschte dessen Vater Tom über Funk einen fröhlichen Vatertag – auch nicht unbedingt eine nette Aktion. Loganos Rennen war damit genauso wie das seiner Teamkollegen gelaufen, am Ende kam er auf Rang 33 an. Die dadurch ausgelöste fünfte Caution war in Runde 88 beendet und Boris Said verlor seine Führung recht schnell wieder an Marcos Ambrose und Jimmie Johnson, während er sich selbst mit Brad Keselowski um Platz 3 prügelte. Keselowski fiel nach einigen Kontakten im Feld zurück und war in Runde 92 knapp außerhalb der Top10 bei Mattias Ekström angekommen. In den „Esses“ war der Schwede dann dran, „Bad Brad“ ließ dem Gaststarter keinen Platz und schickte ihn in einen Dreher, der ein gutes Resultat nach einem soliden Rennen leider verhinderte.

Im Finale musste sich Marcos Ambrose nur aufgrund eines Fehlers geschlagen geben

Zum Restart in Runde 95 waren dann die Plätze für den finalen Kampf in den letzten 15 Umläufen bezogen. Marcos Ambrose und Jimmie Johnson gingen als größte Favoriten gemeinsam in Führung, dahinter lauerten Robby Gordon, Greg Biffle und Boris Said. Bis Runde 103 ging alles gut, doch dann verwickelte Keselowski sich erneut in ein Scharmützel. Nach einer Kollision mit David Gilliland gelangten Flüssigkeiten auf die Strecke, welche NASCAR unter Gelb beseitigen wollte. Da niemand sicher war, ob es zu einer, zwei oder gar drei „green-white-checkered“-Verlängerungen kommen würde, begannen einige Fahrer damit, Benzin zu sparen. Für den Führenden Marcos Ambrose sollte sich das als fatal und rennentscheidend entpuppen. Bei der Überfahrt der Ziellinie schaltete er den Motor ab, um im Leerlauf den Wagen rollen zu lassen. Allerdings bekam er selbigen nicht mehr rechtzeitig für die Bergauf-Passage angeschaltet, was die #47 komplett zum Stillstand brachte.

Da die NASCAR-Regeln besagen, dass ein Auto unter Gelb mit der Geschwindigkeit des Pace-Cars mithalten muss, um seine Platzierung zu behalten, war Ambrose durch seinen Stopp die Führung los. Er versuchte zwar, seinen alten Platz wieder einzunehmen, doch NASCAR pfiff den Australier zurück. Durch diesen blöden Zwischenfall konnte Ambrose also seinen ersten Sprint-Cup-Sieg knicken und Jimmie Johnson war an der Spitze Tür und Tor geöffnet, seinerseits seinen ersten Rundkurs-Erfolg einzufahren. Robby Gordon konnte nach dem Restart nicht mehr gegen Johnson auftrumpfen und gab sich zugunsten eines Sprunges in der Owner-Wertung mit dem zweiten Platz zufrieden. Ambrose kam nur auf einem für ihn enttäuschenden sechsten Platz an. Kevin Harvick (3.) und Kasey Kahne (4.) konnten sich in einem unauffälligem Rennen aus allen Reibereien heraushalten und ein Top5-Ergebnis nach Hause bringen. Jeff Gordon komplettierte die Top5.

Die Plätze 7 bis 10 gingen an Greg Biffle, Boris Said, Tony Stewart und Juan Pablo Montoya. Dale Earnhardt Jr erzielte ein für ihn gutes Rundkurs-Ergebnis und konnte mit Rang 11 einige Plätze in der Meisterschaftswertung gutmachen. Die beiden Gaststarter Jan Magnussen und Mattias Ekström kamen auf den Plätzen 12 und 21 ins Ziel und ohne die Verwicklung der #83 in einige Zwischenfälle wäre ein ähnliches Resultat wie das von Magnussen möglich gewesen. Auffällig ist auch, dass die Hersteller-Marken recht gleichmäßig verteilt in den Top10 zu finden sind. Eine Ausnahme bildet nur Dodge, deren bester Vertreter überraschenderweise nicht aus dem Penske-Lager kommt, das einen rabenschwarzen Tag erwischte. JJ Yeley im unterfinanzierten Whitney-Dodge kam auf Platz 26 ins Ziel, noch vor Kurt Busch und Co.

In der Meisterschaft haben sich Jimmie Johnson, Robby Gordon und die #26 verbessert

An der Verteilung der Chase-Plätze änderte sich eine Woche vor dem Start des „Race to the Chase“ nichts, nur die Reihenfolge wurde etwas durcheinander geworfen. Jimmie Johnson ist nach seinem Sieg wieder Zweiter und holte gleich vier Positionen auf. Da Kevin Harvick mit seinem dritten Platz einen sehr guten Punktetag hatte, konnte er seinen Vorsprung in der Meisterschaft ausbauen. Die Gibbs-Piloten fielen etwas zurück, sollten aber in New Hampshire wieder voll mit dabei sein. Mit Dale Earnhardt Jr, Clint Bowyer und Ryan Newman haben wohl nur noch drei Fahrer eine wirklich ernsthafte Chance, sich einen Platz im Chase zu sichern. Alle Fahrer ab Platz 16, wie z.B. Jamie McMurray, Joey Logano, Kasey Kahne, Martin Truex Jr und Juan Pablo Montoya liegen mehr als 100 Punkte hinter Rang 12 und besitzen nun höchstens noch Außenseiterchancen.

Viel bewegt hat sich dagegen in den Top35 der Owner-Wertung: Robby Gordon und Boris Said haben mit zwei hervorragenden Resultaten viel Boden gewonnen. Die #7 ist nun sogar an Bobby Labonte vorbeigezogen und hat mit 39 Punkten einen halbwegs soliden Stand. In New Hampshire wird Gordon allerdings nicht fahren und auch die Vertretung PJ Jones darf wegen Sponsorenmangel nur einen „start&park“-Einsatz durchführen, damit bleibt es also knapp für Robby Gordon. Die #26 wird nun wieder von David Stremme gefahren und steht kurz vor einem garantierten Startplatz. Boris Saids achter Platz in Sonoma brachte das Auto von Latitude 43 an Travis Kvapil vorbei. Außerdem mischen Bobby Labonte und Front Row Motorsports freudig mit: Die #71 liegt nur noch knapp in den Top35, während Kvapil schon 90 Punkte Rückstand aufzuholen hat.

Die Qualität des Rennens haben wir sicher nicht der Berichterstattung von TNT zu verdanken

Das Rennen war mal wieder eines der besseren in letzter Zeit und hatte es wirklich in sich. Zwar hatten viele der Dreher und Zwischenfälle nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun, aber um eine Aussage aus dem Chat sinngemäß zu zitieren: „Es ist doch auch mal schön, wenn sich die Siegesanwärter nicht reihenweise nacheinander verabschieden.“ Leider ist das nun aber doch ein Mal passiert und kostete dem „Sieger der Herzen“ Marcos Ambrose den großen Triumph, um es mit einer bekannten deutschen Floskel auszudrücken. Ambrose war im Nachhinein a  

June 18 2010

07:30

NASCAR: Vorschau Sonoma 2010

An diesem Wochenende fährt die NASCAR wieder Rechtskurven: Der Cup ist auf dem Infineon Raceway in Sonoma, Kalifornien unterwegs und auch die Nationwide Series schnuppert „road course“-Luft, allerdings auf der Road America in Wisconsin; spaßig für die Doppelstarter.

Nun kommt wieder eines dieser Wochenenden auf das wir Europäer uns besonders freuen, denn Cup und Nationwide Series fahren gemeinsam nur fünf Rundstreckenrennen pro Saison, bei insgesamt 71 kombinierten Saisonläufen ist das eine Quote von gerade einmal 7%. Wieder werten gast-startende „road course ringer“ das Feld qualitativ auf, zudem sind einige Überraschungen möglich. Allerdings ist das Klischee der Rundstreckenspezialisten mittlerweile fast überfällig: Da die Leistungsdichte in den letzten Jahren deutlich angewachsen ist, braucht man eben selbst als „road course ringer“ ein vernünftiges Auto. Die Oval-Fahrer seien auf den „road courses“ mittlerweile konkurrenzfähig, so hört man seit einiger Zeit die Spatzen von den Dächern pfeifen.

Trotzdem hat man einige große Namen dabei und auch drei Europäer werden versuchen, sich ihren Weg ins Rennen zu bahnen. Dazu aber später mehr, zunächst gibt es einen Überblick über die Strecken: Die Nationwide Series fährt in Elkhart Lake, Wisconsin auf der Road America, die eher den Sportwagen- und ALMS-Fans bekannt sein dürfte, aber auch die ChampCars waren bis zu ihrer Beerdigung Ende2007/Anfang 2008 dort 26 Jahre lang unterwegs (außer 2005). Das neue Nationwide-Rennen kam eher zufällig zu Stande: Zwar trug der Cup 1956 schon einmal ein Rennen auf der Strecke aus, doch wäre die Milwaukee Mile bzw. deren Promoter nicht Pleite gegangen, hätte NASCAR nie nach einem Ersatzprogramm für dieses Wochenende suchen müssen. Den Sprint Cup verschlägt es an diesem Wochenende nach Sonoma, Kalifornien und zur dortigen Strecke habe ich etwas umfangreicher recherchiert. Da dies hier meine erste Vorschau für Sonoma ist, kommt die a  

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