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January 01 2014

08:00

Best of 2013 – Yankee

Zum Jahreswechsel schauen die Racingblog-Autoren auf das vergangene Jahr zurück und stellen ihre persönliche Highlights und Enttäuschungen zusammen.

Super GT JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 Day 2 GT500 Start2013 war ein Auf und Ab. Ein Jahr mit vielen gemischten Gefühlen. Wir haben gejubelt, gelacht, getrauert. Auf die schönen, unterhaltsamen Momente folgten die Stunden der Trauer, die Stunden des Schmerzes. Auch 2013 forderte der Motorsport erneut seine Opfer – Fahrer, Streckenposten, Zuschauer – die viel zu früh von uns gegangen sind. Zu früh bei einer Tätigkeit die sie liebten auszuführen. Mit Schock erinnere ich mich noch an den Moment, als Allan Simonsens Tod bei den 24 Stunden von Le Mans verkündet wurde.

Ich operierte damals die ersten beiden Rennstunden in unserem Live-Ticker, hatte dementsprechend die unliebsame Aufgabe über jene Schockmeldung zu berichten. Simonsens plötzliches Ableben war der zunächst traurige Höhepunkt einer Motorsport-Saison, die bereits im Februar beim NASCAR Nationwide Series-Rennen nur knapp an einer Katastrophe vorbeischrammte. 2013 steht im Zeichen von Allan Simonsen, Sam Edwards, Wolf Silvester, Janina Depping wie auch ihrer Beifahrerin, Jason Leffler, Maria de Vilotta sowie vielen weiteren, die viel zu früh von uns gegangen sind. Überschattet wurden die letzten Tage dieses emotional hügeligen Jahres mit der schockierten Meldung über Michael Schumachers schweren Ski-Unfall, der zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels (Stand: Montag, 30.12.2013) um sein Leben kämpft. Ich hoffe inständig, dass Schumacher die Kraft und das Glück hat, dieses eine „letzte Rennen“ um sein Leben zu gewinnen.

Den richten Übergang zum eigentlichen Hauptteil dieses Artikels ist nach diesem Einstieg nur schwierig. Trotz der Trauer gab es sie doch noch, die schönen Momente im Motorsport-Jahr 2013. Momente die uns erinnern, warum wir die ganze PS-Hatz und Kreisfahrerei eigentlich schauen und lieben. Momente die uns erinnern, weshalb wir früh am Morgen respektive spät in der Nacht uns vor den Fernseher oder Stream setzen, um Rennen von aller Welt zu verfolgen.

Bestes Rennen
Das Rennen der Super GT im Sportsland Sugo. Zugegeben, ich bin da natürlich etwas voreingenommen. Doch auch so wäre meine Wahl nach Japan gefallen. Das Rennen auf der malerischen Naturrennstrecke nahe Sendai bot nahezu alles, was man sich als Motorsport- / Sportwagen-Fan wünschen konnte. Viele Zweikämpfe in beiden Klassen, Überholmanöver, Spannung, wechselhafte Witterungsbedingungen und eine höchst kuriose Szene. Tatort Rainbow-Corner in Runde 70: Im erbarmungslosen aber stets fairen Zweikampf versuchen bei Nieselregen sich der Führende Yuji Tachikawa (außen) sowie Juichi Wakisaka (innen) am Evangelion-McLaren vorbei zu quetschen. Dabei berührt Wakisaka den lila McLaren leicht, der wiederum den Zent Cerumo-Lexus von Tachikawa touchiert. Tachikawa dreht sich ins Kies, während von hinten die beiden Honda mit Takashi Kogure und Frédéric Makowiecki ein 3-wide-Manöver auf der Geraden mit Wakisaka in der Mitte aufmachen. Dabei kommen Makowiecki sowie Kogure, jeweils von außen, dem Denso Kobelco SC430 von Wakisaka zu nahe. Makowiecki berührt den Lexus, schießt quer rüber und trifft Kogure. Vier der Top-Favoriten auf den Rennsieg waren eliminiert; Wakisaka schleppte sich mit einem Schaden noch auf Position Vier ins Ziel. Am Ende fuhr das ARTA-Team von Aguri Suzuki einen Doppelsieg in der GT500 wie auch GT300 ein. Sugo wie es leibt und lebt. Viel Action sowie ein denkwürdiger Moment, der schon jetzt in die Geschichte der Super GT eingeht.

Andere, denkwürdige Rennen waren jenes der Super Formula, ebenfalls im Sportsland Sugo, der Grand Prix von Long Beach der IndyCar (Takuma Sato gewinnt als erster Japaner ein IndyCar-Rennen) sowie der Saisonauftakt der Super GT in Okayama und das Finale der Super Formula in Suzuka.

Bestes Finish
Meine Kollegen Don und Thomas haben mir schon meine Wahl für die „weiteren Plätze“ mit jenen Zieleinläufen der IndyCar in den Straßen von Sao Paulo sowie dem Indy-Lights-Finish in Indianapolis abgenommen. Meine persönliche Nummer Eins fällt aber erneut nach Japan, wenn ich auch persönlich in einer kleinen Zwickmühle stecke. Das Duell in den letzten Runden mitsamt Foto-Finish von André Lotterer und Loic Duval (0.041 Sekunden!) in der Super Formula im Sportsland Sugo war außergewöhnlich. Vorausgehend war ein spektakuläres Rennen, das wohl auch aufgrund von vier Safety-Car-Phasen stets spannend blieb. Meine Wahl fällt jedoch auf das Finale der Super Formula in Suzuka, speziell auf den zweiten Lauf. Die Ausgangslage war eindeutig: Naoki Yamamoto musste mindestens den dritten Platz erreichen, um bei Punktegleichheit den Titel vor dem aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht am Rennen teilnehmenden André Lotterer zu gewinnen. Vorausgegangen war ein Start-Ziel-Sieg Yamamotos im strömenden Regen in Lauf Eins. Der Regen spielte auch im zweiten Durchgang eine wichtige Rolle, als sich zum Ende hin wieder der Himmel über der legendären Grand-Prix-Strecke öffnete. Es folgte ein Finish, das in Punkto Dramatik jenem der Formel Eins in Brasilien 2008 in nichts nachstand.

Bester Fahrer
Die Wahl könnte so einfach sein: Sebastian Vettel dominierte die diesjährige Formel-Eins-Saison spätestens ab der Halbzeit nahezu fehlerlos. Dies erfordert Respekt und Anerkennung. Ermöglicht wurde dieser Erfolg vor allem aber auch durch den technisch absolut überlegenen Red-Bull-Boliden. Freilich muss solch ein Gefährt erst fehlerlos pilotiert werden. Doch auch wegen der Überlegenheit konnte Vettel seiner Konkurrenz nicht einmal den Hauch einer Chance lassen. Die Wahl könnte so einfach sein… Ist sie aber nicht, weshalb ich mich für „Mr. Sixpack“ Jimmie Johnson entscheide. In acht Jahren sechs Mal den NASCAR Sprint Cup bei 36 Rennen im Jahr zu gewinnen ist eine unglaubliche Leistung. Oder anders ausgedrückt: der schiere Wahnsinn. Johnsons Erfolg kam nicht von ungefähr und gewiss nicht von ihm alleine. Es ist das komplette Team rund um Crew-Chief Chad Knaus, die das Jahr über mehr als 100% gaben und zusammen mit Johnson stets Top-Resultate einfuhren.

Ebenfalls erwähnen möchte ich André Lotterer, der vielleicht etwas untergegangen vom Trubel anderer Fahrer erneut eine bärenstarke Saison fuhr, trotz hervorragender Leistungen aber aufgrund von ein bisschen Pech sein persönliches „Triple“ (24 Stunden von Le Mans, WEC, Super Formula) nicht erzielte. Im gleichen Atemzug muss man seinen Audi-Kollegen Loic Duval erwähnen, dem es zusammen mit Tom Kristensen und Allan McNish erstmals gelang beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe zu obsiegen sowie Team LeMans in der Super Formula mit dem Erfolg im Sportsland Sugo nach Jahren wieder auf die Erfolgsspur zu manövrieren. Die Ehrenerwähnung geht an Allan McNish, der erst kürzlich als frisch gekürter Weltmeister seine aktive Rennfahrerkarriere beendete. Der symphytische Schotte zählt zu den Größen des Motorsports, den wir hoffentlich schon bald als TV-Kommentator begrüßen dürfen. Sein Vater erzählte einst, dass er bei seiner Geburt nicht sicher war, ob Allan ein echter McNish sei. „Doch als ich seine Eier sah, da wusste ich, dass er ein echter McNish ist.“ Vielen Dank für die tollen und unterhaltsamen Jahre, Allan!

Bestes Team
Red Bull Racing, weil die lassen die Eier nicht im Pool hängen. Sagt der Vettel.

Wenn ich nun sarkastisch klingen wollte, hätte ich Michael Waltrip Racing benannt. Kein Team hat besser (lies: schlechter) beschissen als diese Truppe. Da dreht sich einer, da wird ein anderer geparkt. Und am Ende gibt es vor allem einen Dummen: Matrix Truex jr. Das Ergebnis vom Versuch ihn ungewollt mit irgendwelchen Team-Ordern in den Chase zu holen: Punkte weg. Sponsor und damit auch Job weg. Glücklicherweise fand er bei Furniture Row ein neues Cockpit.

Die ernstgemeinte Antwort fällt auf das Team rund um Jimmie Johnson und Chad Knaus bei Hendrick Motorsports. Weshalb habe ich bereits in der Kategorie zuvor erwähnt. Die Ehrenerwähnung geht an Team Cerumo in der Super GT, weil man trotz unverschuldeten Pech (u.a. in Sepang, Sugo und Suzuka) nicht aufgab und doch noch die Meisterschaft in der GT500 gewann.

Überholmanöver des Jahres
Der Dreikampf zwischen Ronnie Quintarelli, Takashi Kogure und Koudai Tsukakoshi in der Super GT zum Saisonauftakt in Okayama fünf Runden vor Schluss um den Sieg. Sollte der Timestamp nicht funktionieren, einfach bis Minute 9:30 vorspulen:

Feinde / Duell des Jahres
Sebastian Vettel und Mark Webber konnten sich noch nie so wirklich leiden. Das aber sowieso schon angespannte Team-Verhältnis wurde noch weiter belastet, als der Deutsche in der so genannten „Multi-21-Affäre“ sich nicht an die Team-Order hielt und Webber den Sieg strittig machte. Mehr als Zoff und lange Gesichter gab es bei Red Bull jedoch nicht. Ganz im Gegenteil zwischen den beiden Streithähnen Joey Logano und Denny Hamlin. Dieser Zoff endete, ausgehend von harten, kritisierenden Worten Hamlins nach dem Frühlingsrennen in Bristol, in einem schweren Unfall in Fontana, bei dem weder Hamlin noch Logano nachgeben wollten. Hamlin verletzte sich dabei schwer, so dass er für einen Großteil der Saison pausieren musste. Einen zumindest aus fahrerischen Sicht tröstenden Abschluss hatte diese „verlorene“ Saison für Denny Hamlin aber doch noch: Wieder einigermaßen genesen gewann er das Finale in Homestead-Miami.

Kostenpunkt des Jahres
Hier fällt meine Wahl eindeutig auf den kuriosen, in einem großen Blechhaufen endenden Start der American Le Mans Series in Baltimore. Glücklicherweise wurde niemand dabei verletzt.

Enttäuschung des Jahres
Enttäuschungen gab dieses Jahr so einige. Aus Motorsport-technischer Sicht ist mir allerdings besonders die Problematik zwischen Japan und Südkorea im Gedächtnis geblieben. Sowohl Super GT wie auch Super Formula haben versucht ein Einladungsrennen respektive einen Meisterschaftslauf im koreanischen Nachbarsstaat auszutragen. Ohne Erfolg. Die Absagen beider Serien kamen zwar kurzfristig und überraschend, gingen jedoch einer langen und öffentlich zumindest erfolgreich suggerierten Vorarbeit heraus. Offiziell sprachen GTA und JRP jeweils von „diversen Gründen“. Nach entsprechender Recherche konnte ich allerdings einige der genauen Streitpunkte benennen, über die ich in meiner

December 18 2013

06:51

Ferner liefen: Die Newshappen vom 18-12-2013

Ein Blick in die Nachrichten der vergangenen Tage, vor allem was die Formel Eins und die WEC betrifft, denn da hat sich einiges getan.

Audi WEC Test// Starten wollen wir mit einer Verneigung: Alan McNish hat gestern seinen Rücktritt vom Motorsport bekanntgegeben. Das kommt einerseits etwas überraschend, andererseits kann man McNish verstehen. Mit knapp 44 Jahren hat der Schotte eine Grenze für den Motorsport erreicht. Auch wenn er den jüngeren Kollegen immer noch mal um die Ohren fahren kann – ein so gutes wie erfolgreiches Jahr 2013 wäre wohl kaum zu wiederholen. Le Mans Sieger und WEC-Champion – besser kann es kaum laufen. Seine waghalsigen Manöver werden alle Motorsportfreunde auf der Welt allerdings vermissen. Kaum ein Fahrer konnte einen LMP1 derartig aggressiv um den Kurs prügeln, wie Alan McNish. Bleibt zu hoffen, dass wir ihn und seinen schottischen Akzent so oft wie möglich bei Radio Le Mans hören werden.

// Die FIA hat offenbar gerade Spaß daran, die Regeln noch komplexer zu machen. Nach der Einführung der doppelten Punkte für das letzte Saisonrennen gibt es jetzt ein Punktesystem für die Fahrer und der Vergehen. Wer in einer Saison 12 Punkte sammelt, darf ein Rennen aussetzen. Nicht bekannt ist, welche Punkte für welche Vergehen vergeben werden. Schwierig an der Sache ist zu dem das System der FIA bei jedem Rennen andere Rennkommissare einzusetzen. (DD)

// Die FIA hat auch klar gestellt, wie das im nächsten Jahr mit den Strafen für die Teams aussieht, wenn ein Bauteil kaputt geht. Bekanntermaßen dürfen im nächsten Jahr nur noch fünf Motoren und drei Getriebe ausgetauscht werden. Doch beim Motor wird die Sache kompliziert (was auch sonst), denn die Regel besagt nun folgendes:

“For the purposes of this Article 28.4 the power unit will be deemed to comprise six separate elements, the engine (ICE), the motor generator unit – kinetic (MGU – K), the motor generator unit – heat (MGU – H), the energy store (ES), turbocharger (TC) and control electronics (CE). Each driver will therefore be permitted to use five of each of the above six components during a Championship season and any combination of them may be fitted to a car at any one time.”

Auch wenn der gesamte Motor nicht hinüber ist, reicht schon der sechsmalige Austausch eines der genannten Bauteile für eine +10 bei der nächsten Startaufstellung. Und die Strafen sind dann noch mal so komplex, dass ich mir nicht so richtig sicher bin, was genau die FIA da meint:

“Replacement of a complete power unit: The driver concerned must start the race from the pit lane
The first time a 6th of any of the elements is used: Ten grid place penalty
The first time a 6th of any of the remaining elements is used: Five grid place penalty
The first time a 7th of any of the elements is used: Ten grid place penalty
The first time a 7th of any of the remaining elements is used, and so on: Five grid place penalty”

Wir überlegen jetzt mal über den Winter, wie die FIA das gemeint haben könnte und wünschen RTL jetzt schon viel Spaß das zu erklären. Den ganzen Spaß kann man in diesem PDF nachlesen. (DD)

// Neues vom Fahrermarkt: Sutil hat bekanntlich bei Sauber unterschrieben, Perez bei Force India. Bleibt die Frage, was Paul di Resta macht. Caterham wäre die letzte Variante, aber die Frage ist, ob er dafür Geld genug hat und ob er sich das antun möchte. Die IndyCar (siehe weiter unten) scheint kein Thema zu sein, bleibt vermutlich nur die DTM, in der Mercedes 2014 etwas besser ausschauen möchte. (DD)

// Auch wenn bei Sutil nun bei Sauber ist, die Zukunft des Teams ist immer noch nicht gesichert. Der ominöse Deal mit den russischen Investoren scheint nicht so zu laufen, wie man dachte. Jedenfalls wird berichtet, dass neue Käufer in Hinwil aufgetaucht sind, die sich auf Vermittlung von Kimi Räikkönen eingefunden haben. Bleibt die Frage: Wen kennt Kimi, der ein F1-Team kaufen möchte? (DD)

// Noch zwei Analysen, die ganz interessant sind. Zum einen erklärt Craig Scarborough wie die Arbeit im Windkanal und per CFD von der FIA reduziert werden soll. Das man einen Windkanal überprüfen kann mag ja sein, aber wie will die FIA die Nutzung von 30 Teraflops kontrollieren? Vor allem, wenn ich mir als Team Serverfarmen anmieten kann? Die zweite Analyse betrifft die Crashtest der FIA.

Audi R18 e-tron quattro// Zur WEC und damit zu Audi, die ihren neuen Einsatzwagen für 2014 vorgestellt haben. Die offizielle Präsentation ist am heutigen Mittwoch, findet aber nur intern statt. Die Änderungen am Wagen sind durchaus groß, wie die Kollegen von Mulsanne Corner schreiben. Allerdings darf man sich nicht täuschen lassen. Das ist nicht der Wagen, den wir im April in Silverstone sehen werden. Zum einen was die Lage des Auspuff angeht, zum anderen werden weitere aerodynamische Feinheiten hin zu kommen. (DD)

// Porsche hat bisher den Wagen noch nicht ohne Tarnung gezeigt und auch hier kann davon ausgehen, dass das Endprodukt noch etwas anders aussehen wird. Immerhin hat der Wagen jetzt einen Namen: Porsche 919hybrid. Auch die Fahrer sind nun bekannt. Neben Mark Webber, Neel Jani, Timo Bernhard und Romain Dumas werden Marc Lieb und Brandon Hartley für Porsche an den Start gehen. (DD)

// In Bahrain hatte Porsche auch bekannt gegeben, dass man 2014 das GTE-Programm weiterlaufen lassen wird und Kundenteams mit dem RSR bestücken möchte. Passend dazu kommt jetzt die Meldung, dass man 51 % am Team von Olaf Manthey erworben hat. Das geschah auch auf Wunsch von Manthey selber, wie die Autosport berichtet. (DD)

// Die Gerüchte, dass Ferrari eventuell nach Le Mans zurückkehren könnte, gibt es schon seit ein paar Jahren. Neue Nahrung haben sie die Tage gefunden, als Luca di Montezemolo befand, die LMP1 sei durchaus interessant, auch für den Einsatz des neuen V6-Turbom, den man für die F1 baut. Die WEC ist für Ferrari allein aus Marketinggründen durchaus interessant. Gegen Porsche zu fahren (und zu gewinnen) wäre sicherlich reizvoll, aber auch Audi wildert mit dem R8 und Lamborghini im Revier von Ferrari. Vermutlich wird man sich die Saison 2014 genau anschauen, ein Einsatz vor 2016 scheint aber nicht Frage zu kommen. Würde man 2015 einsteigen wollen, müsste man spätestens Mitte 2014 mit den Tests beginnen. Angesichts der Belastung durch die F1 scheint das aber unrealistisch. Ferrari hatte den letzten Auftritt als Werksteam 1973 in Le Mans. (DD)

// Paul Truswell hat bei Wirth Research vorbei geschaut und einen interessanten Bericht geschrieben. (DD)

// Die IndyCar befindet sich noch in ihrem langem Winterschlaf, aber es gibt ein paar Neuigkeiten auf dem Fahrermarkt. Nach dem Dario Franchitti seine Karriere beenden musste, hat Chip Ganassi dringend Ersatz gesucht. Nachfolger in der #10 wird nun Tony Kanaan, der eh schon als Fahrer gesetzt war, allerdings die #8 mit anderen Sponsoren fahren solle. Auf Wunsch von Franchitti und des Sponsors wechselt Kanaan nun dieses Auto. Die #8 wird dafür von Ryan Bricoe pilotiert, der damit wieder ein festes Cockpit in der IndyCar hat. (DD)

// Mit Vita4One Racing hat sich ein weiteres Team für das 12h Rennen in Bathurst angemeldet. Auch wurde diese Woche die Entry List veröffentlich und es werden über 20 GT3 Fahrzeuge das Rennen in Angriff nehmen. Dadrunter sind auch Teams wie Rotek Racing, Phoenix Racing und NISMO. (MA)

// Craft Racing wird auch nächstes Jahr mindestens 1 Aston Martin Vantage GT3 in der GTC der AsLMS an den Start bringen. Zudem gibt es auch Pläne einen LMP2 oder zumindest LMP3/CN zu kaufen und auch in der AsLMS einzusetzen. Zudem wird man in Le Mans mit einem geleasten Aston Martin Vantage V8 GTE(-AM) staren. Dies berichtet sportscar365.com. (MA)

// Am Wochenende hat der Bentley Continental GT3 sein Debüt in Abu Dhabi gegeben. Immerhin ein 4. Platz ist bei den Gulf 12 Hours herausgekommen und auch technische Probleme gab es verhältnismäßig wenige. Auch aufgrund dieses Erfolges gibt es nun Pläne bei Bentley nächstes Jahr in der Werkfahrer ab 2014 freuen. Er wird das GTE Programm unterstützen und wahrscheinlich für Manthey Racing in der TUSC starten.

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October 23 2013

22:10

Racingblog Podcast: Ausgabe vom 24.10.2013

Der wöchentliche Podcast des Racingblog-Teams. Im Stream, im Download und bei iTunes.

Wir sind im heutigen Podcast zu zweit, was Flo die Gelegenheit gegeben hat, ein paar Einblicke in verschiedene technische Bereiche zu geben. Wir starten mit einem kurzen Update zum tödlichen Unfall von Sean Edwards und gehen dann zur IndyCar, die am letzten Wochenende eine Ausfallorgie zu beklagen hatte. Die NASCAR und das etwas merkwürdige Rennen aus Talladega folgen, dann verabschieden wir uns mit etwas schwerem Herzen von der ALMS. Flo gibt zum letzten Lauf der VLN einen Überblick, es folgen die F1, die WEC und noch ein wenig DTM.

Download (MP3, 48 MB)
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Dauer: ca. 101 Minuten

00:00:00 IndyCar
00:20:00 NASCAR
00:31:00 ALMS
00:49:00 VLN
01:00:00 F1
01:25:00 WEC/DTM

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October 04 2013

15:00

IndyCar: Vorschau The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Nach fünf Wochen Pause, in der sich hoffentlich die Gemüter ein wenig beruhigt haben, finden die beiden letzten Straßenrennen der IndyCar-Saison in Houston statt. Die Augen werden sich vor allem auf Helio Castroneves und seine Verfolger in der Meisterschaftswertung richten.

Helio Castroneves in Baltimore (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Helio Castroneves in Baltimore
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Durch eine strittige Strafe in Sonoma und einen diskussionswürdigen Unfall mit Will Power in Baltimore büßte Scott Dixon viele Punkte auf Helio Castroneves ein. Aktuell liegt er 49 Punkte hinter dem Brasilianer, der seit seinem Sieg in Texas die Meisterschaftswertung anführt. Bei einem Rennen kann man – bei 24 Teilnehmern – maximal 47 Punkte aufholen und nach dem Double-Header in Houston steht nur noch das Finale in Fontana auf dem Programm. Insgesamt hat Castroneves also gute Chancen, seinen ersten Meistertitel zu gewinnen.

Das Double-Header-Format hingegen sollte Scott Dixon noch einmal Mut geben. Bei den vier Double-Header-Rennen in diesem Jahr konnte sich der Neuseeländer immer in den Top 5 platzieren, in Toronto gab es sogar zwei Siege. Das ergibt eine durchschnittliche Zielankunft auf Position 2,5. Helio Castroneves durchschnittliche Platzierung ist mit 5,25 aber nur geringfügig schlechter. Wir können uns also auf einen spannenden Zweikampf freuen.

Nur wenn Helio Castroneves sich ein komplett schwarzes Wochenende leisten sollte, könnten auch noch Simon Pagenaud und die beiden Andretti-Autosport-Piloten Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay in den Meisterschaftskampf eingreifen. Vor allem Pagenaud wird als exzellenter Pilot auf Stadtkursen alles daran setzten, die Entscheidung noch enger werden zu lassen.

Neben eventuell der Meisterschaft wird auf jeden Fall die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt/Straßenkurs-Fahrer der Saison vergeben. In dieser Wertung führt Dixon mit elf Punkten vor Castroneves. Es folgen mit geringem Abstand Pagenaud, Andretti und Dario Franchitti. Wie in den Jahren zuvor bei Will Power, könnte sich der Verlierer der Meisterschaft also wieder mit der Mario Andretti Trophy trösten müssen.

Strecke

Der Grand Prix in Houston findet zum ersten Mal im Rahmen der IndyCar Series statt. Man nutzt aber eine Streckenführung im Reliant Park, die schon die Champ Car World Series in den Jahren 2006 und 2007 befuhr. Beide Rennen gewann damals übrigens Sebastien Bourdais für Newman/Haas Racing. Mit 1,7 Meilen (2,7 km) ist die Strecke sehr kurz und bei zehn Kurven trägt selbst die längste Gerade diesen Namen fast zu Unrecht. Die Start-Ziel-Gerade an der Reliant Arena mündet in einen leichten Linksknick. Eine Links-Rechts-Schikane führt zur ersten 90° Linkskurve. Kurve 4, eine Spitzkehre, endet in eine lange Rechtskurve um den Reliant Dome herum. Es folgen vier der üblichen 90° Stadtkurs-Kurven. Kurve 7 ist wenigsten etwas weiter. Ein Linksknick bringt die Fahrer schon wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade.

Überholen war mit den Champ Cars fast unmöglich und dank der Kürze der Strecke steckte der Führende schnell im Überrundungsverkehr fest. Zu allem Überfluss versucht die IndyCar es beim ersten Rennen wieder mit einem stehenden Start. Dallara wird sich also über viele Aufträge freuen können.

Favoriten

Die Fahrer, die um Meisterschaft und Mario Andretti Trophy kämpfen, werden auch in den Straßen von Houston vorne zu finden sein. Wobei Helio Castroneves auf Sicherheit fahren kann und seine Verfolger schon gewinnen müssen. Dies ist am ehesten Scott Dixon und Simon Pagenaud zuzutrauen, die drei der vier Double-Header-Stadtrennen gewinnen konnten.

In den letzten Jahren war Will Power der beste Fahrer auf Stadt- und Straßenkursen. In diesem Jahr lief es nicht rund und erst in den letzten Rennen konnte er seine Qualitäten wieder nachweisen. Auch in Houston sollte man ihn auf dem Zettel haben. Immerhin kennt er die Strecke und konnte 2007 auch die Qualifikation gewinnen.

Ganz vergessen darf man Andretti Autosport auch nicht, die bis Pocono eigentlich das beste Team waren. Diese Position mussten sie aber an Chip Ganassi Racing abgeben, sodass man auch Dario Franchitti und Charlie Kimball zum engeren Favoritenkreis zählen muss. Auf James Hinchcliffe sollte man aber genau achten, der in den Straßen von St. Peterburg und Sao Paulo gewinnen konnte und für nächstes Jahr noch kein Cockpit hat.

Auf der Suche nach einem Platz für 2014 ist Tony Kanaan wahrscheinlich nicht mehr. Es deutet vieles darauf hin, dass er für Chip Ganassi fahren wird. Abgesehen von seinem Sieg beim Indy 500 fährt er eine unterdurchschnittliche Saison. Gerade auf Stadtkursen stehen nur zwei Top-10-Ergebnisse zu Buche. Besser lief es für seine Teamkollegin Simona de Silvestro auch nicht, sodass es auch ein Problem vom ganzen Team sein kann. Immerhin zeigte die Formkurve der Schweizerin zuletzt mit den Plätzen 11, 9 und 5 deutlich nach oben.

Dies gilt auch Sebastien Bourdais, der in den letzten fünf Rennen dreimal das Podium erreichen konnte. Für Houston, immerhin hat er dort schon zweimal gewonnen, ist er sicherlich einer der aussichtsreichsten Außenseiter. Sein Teamkollege Sebastian Saavedra wird sich wie üblich fünf bis zehn Plätze hinter Bourdais platzieren.

Zu den Außenseitern darf man Justin Wilson eigentlich nicht mehr zählen. Er fährt zwar für das kleine Team von Dale Coyne, aber Platz 6 in der Meisterschaft, noch vor Dario Franchitti und James Hinchcliffe, ist sicher kein Zufall. Zu konstant ist Wilson in diesem Jahr. Nur zweimal konnte er sich nicht in den Top 15 platzieren. Sein Teamkollege an diesem Wochenende ist wieder Mike Conway. Der Engländer ist natürlich, nach seinem Sieg in Detroit und Top-7-Ergebnissen bei seinen weiteren Einsätzen für Dale Coyne, ein sicherer Kandidat für ein Top-10-Ergebnis.

Bei Panther Racing übernimmt wieder Oriol Servia das Steuer der Nummer 4. Für Dreyer & Reinbold Racing hat er in Long Beach und Sao Paulo zwei sehr gute Platzierungen in den Top 10 geholt. Bei seinem Unfall im ersten Rennen in Toronto hat er sich leider verletzt, sodass er zum zweiten nicht mehr antreten konnte. Da er auch noch auf der Suche nach einem freien Cockpit für 2014 ist, wird er alles für ein gutes Ergebnis geben.

Für Graham Rahal und James Jakes dürfte es wieder ein zähes Wochenende werden. Bei Rahal Lettermann Lanigan Racing fuhr man die meiste Zeit deutlich der Konkurrenz hinterher. Dragon Racing hat mit Bourdais aber zuletzt gezeigt, dass es plötzlich den Schritt nach vorne geben kann. Unter normalen Umständen sind Plätze in den Top 15 für Rahal und Jakes schon das maximal Erreichbare.

Einen, besser noch zwei bis drei Schritte nach vorne sollte auch Takuma Sato machen. Er ist eigentlich zu schnell für die ständigen Platzierungen außerhalb der Top 20. Um eine Platzierung innerhalb der Top 20 geht es auch für Ed Carpenter. So gut wie er auf Ovalen unterwegs ist, so schlecht macht er seinen Job auf Straßen- und Stadtkursen. Für sein eigenes Team wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn er sich das Cockpit mit einem anderen Fahrer wie zum Beispiel Mike Conway teilen würde.

Zeitplan

Freitag

11:30 am EST (17:30 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:05 pm EST (22:05 MESZ) – 5:15 pm Qualifikation Race 1

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 12:15 pm Qualifikation Race 2
1:30 pm EST (19:30 MESZ) – 2:30 pm Rennen Indy Lights

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network; Sport 1 US
3:40 pm EST (21:40 MESZ) IndyCar Series Race 1, 90 Runden

Sonntag

9:45 am EST (15:15 MESZ) – 9:15 am Warm Up

12:00 pm EST (18:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network
12:00 pm EST (18:00 MESZ) – 1:00 pm Rennen Indy Lights as-live
1:30 pm EST (19:40 MESZ) IndyCar Series Race 2, 90 Runden

Rennen 2 am Sonntag wird aufgrund der NFL nicht live bei Sport 1 US gezeigt. Am Montag kann man sich aber ab 14:00 Uhr Rennen 1 und ab 16:30 Uhr auch Rennen 2 as-live bei Sport 1 US ansehen.

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September 28 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 6 Sugo

Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause begibt sich die Super Formula an diesem Wochenende im Sportsland Sugo in ihre vorletzte Saisonstation. André Lotterer kann am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft gewinnen; Takuma Sato steigt in das zweite Cockpit bei Mugen.

Super Formula Sugo 2012 StartDas Unmögliche möglich machen. Vor dem Saisonstart hatte eigentlich keiner so richtig daran geglaubt, dass André Lotterer zwei Rennen vor Saisonschluss der Hauptanwärter auf den Titel sein würde. Selbst Lotterer gab sich zu Beginn des Jahres eher vorsichtig, sprach lediglich davon so viele Punkte wie möglich sammeln zu wollen. Der Hintergrund: Wie auch Loic Duval konnte der deutsche Audi-Werksfahrer aufgrund seines WEC-Engagements nicht am Saisonstart teilnehmen. Da sich auch das Super-Formula-Finale in Suzuka mit dem China-Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft überschneidet, werden sowohl Lotterer wie auch Duval nicht in Suzuka antreten. Weil der Saisonabschluss in diesem Jahr erneut in zwei Sprintrennen aufgeteilt ist, entgehen ihnen somit 18 mögliche Punkte – jeweils 8 für den Rennsieg + jeweils ein weiterer Punkt für die Pole-Positionen.Super Formula Fuji 2013 Andre Lotterer Kazuki Nakajima

Der zweite Titelgewinn für Lotterer nach 2011 (damals noch unter dem Namen Formula Nippon) scheint somit denkbar schwer, gar unmöglich. Gleich zu seinem persönlichen Saisonstart beim zweiten Rennen in Autopolis bewies der Duisburger allerdings erneut seine Klasse, als er neben der Pole-Position auch den Rennsieg einfuhr. Das Unmögliche möglich machen. Dies erscheint nach der Absage des Rennens in Inje (Korea) für den zweifachen Le-Mans-Sieger in noch weitere Ferne gerückt zu sein, schließlich entgingen ihm so etwaige Punkte, mit denen er sich weiter von der direkten Konkurrenz hätte absetzen können. Diese stellte sich im bisherigen Saisonverlauf häufiger selbst das Bein, weshalb zum sowieso sehr konstanten Speed Lotterers auch noch das gewisse Quäntchen Glück hinzukam. Der Deutsche führt in der Meisterschaft derzeit mit 29 Punkten vor Loic Duval (20 Punkte), der aufgrund des Audi-Engagements chancenlos auf den Titel ist. Der erste direkte Konkurrent ist Naoki Yamamoto mit 18 Zählern. Zwar schaffte der Mugen-Pilot bislang noch nicht den Schritt in die Mitte des Podests, beendete dafür aber alle Rennen in den Punkten. Die erste Enttäuschung geschah zuletzt auf dem Twin Ring Motegi, als Yamamoto in eine Kollision mit Takuya Izawa verwickelt war und lediglich einen Zähler mit nach Hause nahm. Letzterer schien nach seinem Sieg beim Auftakt in Suzuka als einer der Hauptanwärter auf den Titel. So wirklich hold wollte das Glück mit dem letztjährigen Vize-Champion allerdings nicht sein. In Autopolis blieb er nach einer Kollision wie auch in Motegi punktlos; in Fuji erreichte er lediglich einen etwas enttäuschenden fünften Rang. Dementsprechend findet sich Izawa nur auf dem sechsten Tabellenplatz (15 Punkte) mit 14 Zählern Rückstand auf Lotterer wieder.

Ebenfalls enttäuschend verlief die bisherige Saison für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima. In Suzuka kam er mit Platz Fünf nicht so wirklich in Schwung. In Autopolis blieb er nach der Kollision mit Takashi Kogure sowie Takuya Izawa punktlos; in Fuji staubte er lediglich ein mageres Pünktchen ab. Erst auf dem Twin Ring Motegi bewies Nakajima seine alten Qualitäten und sicherte sich neben der Pole-Position auch seinen ersten Saisonsieg. Dank dem Pech der direkten Konkurrenz (Ausfall Izawa, Joao Paulo de Oliveira kam nicht in Fahrt, Defekthexe schlug erneut bei Tsugio Matsuda zu) katapultierte dieser Triumph ihn auf den dritten Tabellenrang (16 Punkte), punktgleich mit dem Brasilianer Joao Paulo de Oliveira. Mathematisch gesehen haben noch ganze acht Fahrer eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet darf vor Sugo aber wohl der „Cut“ nach Takuya Izawa, mitunter auch erst nach Tsugio Matsuda (Platz Sieben, 12 Punkte) gemacht werden. Letzterer müsste bei einem möglichen Sieg in Sugo auf das Pech der Anderen hoffen, um sich in eine entsprechende Position für das Saisonfinale zu manövrieren.

Super Formula Suzuka 2013 Takuya IzawaDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737 km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt zwölf Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht in den Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchsvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet. Das Sportsland Sugo lässt sich somit als eine „typisch japanische“ Rennstrecke bezeichnen. Wunderschön in die Natur eingebettet, mit vielen schwungvollen Kurven sowie Steigungen.

Im folgendem eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima mit dem Mugen CR-Z GT aus der GT300-Klasse der Super GT vom letzten Jahr, da es leider kein entsprechendes Super-Formula-On-Board-Material gibt:

Im letzten Jahr reüssierte Takuya Izawa im strömenden Regen vor Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi wechselte zu Beginn des Jahres zurück zu seinem alten Team HP Real Racing, für das er auch in der Super GT antritt. Seine Chancen auf eine Wiederholung des Podiums sind, zumindest im trockenen, deshalb eher gering. Zwar holt Tsukakoshi das Maximum aus dem Wagen heraus. Die Mittel von HP Real Racing sind jedoch deutlich limitierter als jene von Petronas Team Tom’s, Lenovo Team Impul oder Docomo Team Dandelion Racing, weshalb der 26-jährige Japaner maximal um die letzten Punkteränge kämpfen kann. Anders als im vergangenen Jahr soll sich die Region um Sendai laut der aktuellen Wetterberichte an diesem Wochenende für die Jahreszeit ungewöhnlich warm präsentieren. Bei rund 24 Grad besteht lediglich eine geringe Chance auf vereinzelte, isolierte Regenschauer. Dass dies nicht viel zu bedeuten hat, musste unter anderem die Super GT im Juli dieses Jahres erfahren, als sich die Wetterfront zum Rennende schlagartig änderte und füSuper Formula Autopolis 2013 Joao Paulo de Oliveirar ein wenig Chaos auf der Strecke sorgte.

Das Hauptaugenmerk wird selbstredend auf der Zuspitzung des Titelkampfes liegen. Wird André Lotterer das Unmögliche möglich machen und sich zum zweiten Mal vorzeitig die Super-Formula-Krone aufsetzen? Neben einem Sieg (am besten auch noch mit dem Bonuspunkt für Pole-Position) benötigt der Duisburger das entsprechende Quäntchen Glück und Patzer der Konkurrenz. Versimpelt ausgedrückt benötigt Lotterer mindestens 19 Punkte Vorsprung nach dem Rennen in Sugo auf seine Kontrahenten. Dann wäre er trotz Nicht-Teilnahme am Finale in Suzuka uneinholbar. An dieser Stelle könnten nun mehrere Szenarien durchgerechnet werden, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Selbst wenn Lotterer nicht die benötigen 19 Punkte herausfahren würde (bei 18 Punkten könnte es noch zum Punktgleichstand in Suzuka kommen, wodurch der Direktvergleich bei den Anzahl der Siegen, zweiten Plätzen usw. herangezogen würde), müssen die anderen Fahrer auf den entsprechenden Positionen beim Finale ins Ziel kommen. Mit anderen Worten: Trotz der Nicht-Teilnahme in Suzuka kann André Lotterer am 10. November zum neuen Super-Formula-Meister und somit dem ersten Champion unter dem neuen Seriennamen gekürt werden. Ob dies im Sinne der JRP ist, einen Champion zu küren der nicht vor Ort ist, sei mal dahingestellt. Subjektiv gesehen hätte es Lotterer auf jeden Fall verdient, schließlich ist er dieses Jahr der wohl kompletteste und vor allem auch konstanteste Pilot im Feld. Persönlich gesehen hoffe ich, dass die Meisterschaftsentscheidung nach Suzuka vertagt wird, einfach um die entsprechende Spannung beim Saisonfinale zu haben.

Super Formula Sugo 2012 Takuma SatoWeitere mediale Aufmerksamkeit wird Takuma Sato erhalten, der nach seinem Gaststart beim Saisonstart erneut ins zweite Cockpit an der Seite von Naoki Yamamoto bei Mugen klettern wird. Sato gewann dieses Jahr als erster Japaner überhaupt ein Rennen der amerikanischen IndyCar Series beim Prestige-Rennen in Long Beach und feierte just in Sugo letztes Jahr sein Super-Formula-Debüt. Sato wird außerdem am Finale in Suzuka sowie am JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup Mitte November teilnehmen.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nichts geändert, womit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. Der japanische Sender J Sports 3 überträgt ab 7:30 Uhr deutscher Zeit live. Der Start zum 68-Runden-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 8:00 Uhr.

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June 21 2013

06:00

IndyCar: Vorschau Iowa Corn Indy 250

Nach der Milwaukee Mile steht schon der nächste Short Track auf dem Programm der IndyCar Series. Wiederum ist es Ryan Hunter-Reay, der seinen Sieg aus dem Vorjahr verteidigen will.

Ryan Hunter-Reay (c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Ryan Hunter-Reay
(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der Iowa Speedway ist eine der jüngsten Strecken im Kalender der IndyCar Series. In der kurzen Siegerstatistik dominiert vor allem der Name „Andretti“. Die Premiere gewann Dario Franchitti 2007 für Andretti Green Racing. In den Jahren 2008 und 2009 konnte sich Chip Ganassi Racing mit Dan Wheldon und wieder Dario Franchitti den Sieg sichern. Die letzten drei Ausgaben gingen dann aber geschlossen an die Fahrer von Andretti Autosport. Nach Tony Kanaan und Marco Andretti hat Ryan Hunter-Reay im Vorjahr einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

Qualifikation

Um ein wenig Abwechslung in die ganzen Ovalrennen ab dem Indy 500 zu bringen, hat sich die IndyCar einen besonderen Qualifikationsmodus für das Iowa Corn Indy 250 erdacht. Im Prinzip ist es eine Mischung der gewohnten Modi für Oval- und Straßenrennen:

Single-Car/Single-Lap-Qualifiying

Anders als auf den sonstigen Ovalen bestreitet der Fahrer nur eine fliegende Runde. Gemäß den erreichten Rundenzeiten wird das Feld erstellt und in drei Gruppen geteilt. Gruppe 3 umfasst dabei die schnellsten sechs Piloten, die direkt ins Heat Race 3 einziehen. Ab Position 7 wird das Feld nach ungeraden und geraden Platzierungen geteilt. Dies kennt man von der Qualifikation für Straßenrennen.

Heat Race 1 und 2

Die Heat Races sind kurze Sprintrennen von nur 50 Runden. In Race 1 kämpfen die Fahrer auf geraden Plätzen um die geraden Startplätze ab Platz 12. Die ersten Beiden qualifizieren sich nämlich auch noch für Race 3. In Race 2 werden entsprechend die ungeraden Startplätze ab Platz 11 vergeben.

Heat Race 3

Aus den ersten drei Startreihen von Race 3 starten die schnellste sechs Fahrer des Single-Car/Single-Lap-Qualifyings. Dahinter folgen die Sieger aus Rennen 2 und 1 vor den jeweiligen Zweitplatzierten. Die zehn Piloten fahren in 50 Runden dann die Pole Position und die ersten fünf Startreihen für das Hauptrennen aus. Für die ersten zwölf Qualifizierten gibt es auch Meisterschaftspunkte angefangen bei 9 Punkten für die Pole Position bis runter zu einem Punkt für die Plätze 11 und 12.

Auf der Homepage der IndyCar ist dieser Qualifikationsmodus mit einer schönen Grafik erklärt.

Strecke

Der Iowa Speedway wurde von Rusty Wallace mit entworfen und orientiert sich am Richmond International Speedway. Der Kurs ist nur 0,875 Meilen (1,4 km) lang und die Kurven habe eine Überhöhung von 12° bis 14°. Die geschwungene Start/Ziel-Gerade hat noch eine Überhöhung von 10°, die Gegengerade nur von 2°. Entscheidenden Einfluss werden wieder die Reifen und vor allem der Reifenverschleiß haben. Wichtig ist auch die Abstimmung für die Dirty-Air, da es sehr schnell zu Überrundungen kommen wird. Wenn man zu viel aerodynamische Haftung in der verwirbelten Luft verliert, strapaziert man die Reifen noch mehr und man verliert doppelt Zeit.

Favoriten

Eigentlich könnte ich hier den Absatz aus der Vorwoche hinein kopieren. Denn wieder sind die Fahrer von Andretti Autosport die absoluten Favoriten. Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay haben auf dem Iowa Speedway schon gewonnen und waren auch letzte Woche auf der Milwaukee Mile mit die schnellsten Fahrer im Feld. Aber auch James Hinchcliffe und EJ Viso darf man nicht vergessen.

Helio Castroneves wird versuchen, seine Meisterschaftsführung gegen den Angriff von Andretti Autosport zu verteidigen. In den letzten Jahren war er aber nicht besonders erfolgreich in Iowa. Das gilt auch für seinen Teamkollegen Will Power sowie das ganze Penske-Team. Sehr gut hingegen kam Tony Kanaan in Iowa zurecht. Seinem Sieg 2010 ließ er noch Platz 2 und 3 in den beiden Jahren danach folgen.

Schon nicht mehr zu den ganz großen Favoriten muss man die Fahrer von Chip Ganassi Racing zählen. Dario Franchitti mag die Strecke und konnte sich im Vorjahr auch die Pole Position sichern. Trotzdem sind er, Scott Dixon und Charlie Kimball gefühlt weit von einem Sieg entfernt. Sie waren in diesem Jahr mehrfach gut unterwegs, aber nie wirkliche Sieganwärter. Anders als zum Beispiel Takuma Sato in der Vorwoche, den man natürlich auch in Iowa wieder beachten sollte.

Dahinter folgen die aussichtsreichen Außenseiter in den kleinen Teams. Dazu gehören die ausgezeichneten Ovalpiloten Ed Carpenter und Alex Tagliani. Konstant noch besser unterwegs waren in diesem Jahr bisher Justin Wilson für Dale Coyne Racing und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing. Achten sollte man auch auf Rahal Lettermann Lanigan Racing, ob die schwachen Leistungen von Graham Rahal und James Jakes auf Ovalen anhalten.

Für Ryan Briscoe, der für Level 5 an diesem Wochenende in Le Mans fährt, sitzt wieder Oriol Servia im Panther Dallara mit der Nummer 4. Mit etwas Glück wird er um die Top 10 mitfahren. Einen besonderen Blick werde zumindest ich auf die Fahrer von Dragon Racing und Simona de Silvestro haben. In Milwaukee überraschten Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra im ersten Rennviertel mit Platzierungen innerhalb der Top 10. Simona de Silvestro hatte in den letzten Rennen doch einiges Pech, sodass man ihr nur wünschen kann, ohne Strafe, ohne technischen Defekt und ohne Unfall durchzukommen.

In den Heat Races wird es darauf ankommen, seinen Wagen unbeschädigt über die Renndistanz zu bringen. Eine vordere Startposition ist wie eine gute Track-Position sehr wichtig, aber zu hohes Risiko dürfte sich in der Qualifikation nicht lohnen. Mit einem frisch reparierten Auto hat man dann neben einer schlechten Startposition auch neue Probleme im Rennen. Es muss sich zeigen, ob die Sprintrennen Spannung generieren, so wie sich die IndyCar Series das vorstellt. Das Iowa Corn Indy 250 ist ein wichtiges Rennen und daran ändern auch die wenigen Bonuspunkte nichts, die man in den Top 12 erlangen kann.

Zeitplan

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:00 pm EST (22:00 MESZ) – 4:45 pm single-car/single-lap-Qualifying
6:45 pm EST (0:45 MESZ) – 8:15 pm Heat Races

Sonntag

2:30 pm EST (20:30 MESZ) Übertragungsbegin ABC

3:05 pm EST (21:05 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Die Heat Races werden auf der Seite der IndyCar gestreamt. Der Einsatz eines Geo-Blocks ist nicht auszuschließen, aber bei bisherigen Streamings der IndyCar, z.B. Training für das Indy 500, wurde aber darauf verzichtet.

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June 11 2013

11:15

IndyCar: Analyse Firestone 550

Helio Castroneves gewann deutlich überlegen das Nachtrennen in Fort Worth. Er bewies damit, dass Penske Racing doch noch gewinnen kann und dass er ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft der IndyCar Series ist.

Helio Castroneves  (C) John Cote/IndyCar Media

Helio Castroneves
(C) John Cote/IndyCar Media

Wie schon beim Indy 500 zeigten sich die IndyCar-Fahrer in Texas sehr diszipliniert. Auch wenn die Starts bzw. die Restarts noch ausbaufähig sind, kamen sie ohne Unfall über die 220 Runden. Diese Entwicklung ist sehr positiv, auch wenn einigen „Fans“ sicher die „Action“ fehlt. Da aber in Fort Worth im Gegensatz zu Indianapolis die engen Windschattenduelle, vor allem um die Spitze, fehlten, waren die 550 km eine eher zähe Angelegenheit. Die Kommentatoren und die Regie von ABC hatten auch nicht ihren besten Tag, sodass Zuschauen keine absolute Freude war. Immerhin waren die Tribünen am Texas Motor Speedway sehr ordentlich gefüllt.

Um das Pack-Racing zu verhindern, wurde wie schon im Vorjahr der aerodynamische Abtrieb stark vermindert. Umso wichtiger wurde so natürlich die mechanische Haftung der Reifen. Firestone hatten auf Wunsch der IndyCar Reifen geliefert, die im Laufe des Stintes deutlich an Haftung verloren. Mit neuen Reifen konnten die Fahrer ohne Probleme 5 mph pro Runde schneller fahren. Der schonende Umgang mit den Reifen stellte sich als einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg von Helio Castroneves heraus. Sein Haftungsverlust zum Ende des Stintes war deutlich geringer als bei seinen Konkurrenten.

Neben den Reifen waren die Abstimmung der Wagen und natürlich die Fähigkeit der Fahrer entscheidend für schnelle Rundenzeiten. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Geschwindigkeit der einzelnen Wagen. An der Spitze legten die Andretti Autosport Dallara von Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay sowie die Penske Racing Dallara von Helio Castroneves und Will Power ein sehr hohes Tempo vor. In Runde 31 wurde schon Graham Rahal überrundet, obwohl eine frühe Gelbphase, ausgelöst durch einen Motorschaden bei Pippa Mann, erst in Runde 13 endete. Schnell folgten ihm Sebastian Saavedra, Oriol Servia, Simon Pagenaud.

Mitten in die erste Runde der Boxenstopps fiel die zweite Gelbphase als Scott Dixon nach seinem Boxenstopp nicht beschleunigen konnte und in Turn 4 seinen Wagen abstellen musste. Unter Grün verlor man mindestens eine Runde auf die Spitzenreiter bei einem Boxenstopp. Dadurch, dass nun einige Fahrer unter Gelb stoppten, konnten sich viele auch nicht mehr zurückrunden. Zum Restart in Runde 62 waren nur noch die Top 14 in der Führungsrunde. Da die IndyCar das Feld unter Gelb nicht sortiert, wie z.b. die NASCAR, waren überrundete Fahrer mitten unter den Top 14 und Charlie Kimball konnte sich so auch zurückrunden. Die Spitze übernahm Ryan Hunter-Reay vor Marco Andretti und Helio Castroneves. Im Mittelfeld gab es einige enge Kämpfe, meist aber zwischen Autos in unterschiedlichen Runden.

Ab Runde 90 verschlechterte sich das Fahrverhalten von Hunter-Reays Dallara deutlich durch abbauende Reifen und in Runde 94 musste er einen frühen dritten Stopp einlegen. In der Folge sah man sehr gut den Faktor, den neue Reifen ausmachten. Hunter-Reay schnitt durch das Feld und konnte sich in Runde 108 zurückrunden. In Runde 112 drehte sich Oriol Servia in Turn 1 und löste so die letzte Gelbphase aus. Wieder fiel sie mitten in die Runde der Boxenstopps. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Top 7, bestehend aus Helio Castroneves, Justin Wilson, EJ Viso, Ed Carpenter, Will Power, Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay in der Führungsrunde. Da aber alle geschlossen in Runde 116/117 in die Box fuhren, konnten sich einige Fahrer, unter anderem Simona de Silvestro, eine Runde zurückholen.

Simona de Silvestro hatte ein sehr bewegtes Rennen. Durch einen Motorwechsel musste sie von Platz 22 starten, konnte sich aber durch sehr schnelle Runden bis zur zweiten Gelbphase auf Platz 16 verbessern. Durch die Problematik mit den Boxenstopps verlor sie dann aber eine Runde, blieb aber deutlich Schnellste unter den überrundeten Fahrern. In der unübersichtlichen Situation um Runde 116/117 überholte Simona de Silvestro das Pace Car und musste nach dem Restart eine 30-Sekunden-Strafe absitzen. Mit drei Runden Rückstand und Platz 22 nahm sie das Rennen wieder auf. Mit extrem schnellen und konstanten Runden, nur Helio Castroneves war in der Regel ähnlich schnell unterwegs, konnte sie sich am Ende Platz 16 mit nur zwei Runden Rückstand sichern. Ohne das Pech mit Motorenwechsel und dem Rundenverlust während der zweiten Gelbphase sowie den Fehler mit dem Überholens des Pace Cars wäre ein absolutes Top-Ergebnis drin gewesen, vergleichbar mit Toni Kanaan, der Platz 3 holte.

Während Simona de Silvestro ihr eigenes Rennen unbemerkt bestritt, entschied sich vorne das eigentliche Rennen. Helio Castroneves konnte sich problemlos von Will Power und Ryan Hunter-Reay absetzten. Je tiefer die Sonne sank und damit auch die Temperatur der Strecke, umso besser wurde das Fahrverhalten von Castroneves Penske Dallara. Er nutzte dabei nicht die von den anderen Piloten favorisierte unterste oder die mittlere Linie, sondern fuhr erheblich höher durch die Kurven. Da Castroneves auch sehr schonend mit den Reifen umging, konnte er ohne Probleme auf eine Strategie mit nur einem weiteren Stopp setzten. Dieser Strategie folgten Will Power, Dario Franchitti, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe aus der Spitzengruppe. Marco Andretti und Toni Kanaan waren die Topfahrer der Gruppe, die auf zwei weitere Stopps setzten. Für beide sollte sich diese aggressive Strategie auszahlen. Beim letzten Restart in Runde 122 lagen sie noch auf den Plätzen 8 und 9. Bis zum Ziel konnten sie sich auf Platz 3 (Toni Kanaan) und Platz 5 (Marco Andretti) verbessern. Ein Angriff auf Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay war dann aber nicht mehr möglich. Nur die Top 5, mit Ed Carpenter auf Platz 4, konnten die volle Renndistanz von 228 Runden bzw. 550 km beenden. Das restliche Feld hatte mindesten eine Runde Rückstand.

Auf Platz 6 kam Dario Franchitti im besten Honda vor Will Power und Josef Newgarden ins Ziel. Newgarden hat sich im kleinen Team von Sarah Fisher zu einem guten, konstanten Fahrer entwickelt. Das war immerhin schon seine vierte Top-10-Platzierung in diesem Jahr. Die Top 10 in Texas schlossen die beiden restlichen Fahrer von Andretti Autosport James Hinchcliffe und EJ Viso ab. Auf Platz 11 folgte Takuma Sato, der bis zur Rennmitte noch gut in den Top 10 gelegen hatte. Mit kühler werdender Strecke kam er dann aber nicht mehr so gut zurecht. Letzter Pilot mit nur einer Runde Rückstand war James Jakes. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Marco Andretti und Toni Kanaan, absolvierte seinen letzten Stopp aber deutlich später. Für ihn zahlte sich diese Strategie nicht aus und von Platz 4 zum Zeitpunkt des Stopps fiel er noch auf Platz 12 zurück. Immerhin war er so noch deutlich besser als ein Teamkollege Graham Rahal. Dieser kam vom Beginn an nicht mit Strecke und Wagen zurecht und beendete mit fünf Runden Rückstand das Rennen auf Platz 21. Nur Alex Tagliani war, vor den ausgefallenen Scott Dixon und Pippa Mann, noch schlechter.

Nach dem guten Wochenende in Detroit waren die Fahrer von Sam Schmidt in Fort Worth deutlich unauffälliger unterwegs. Simon Pagenaud wurde auf Platz 13 und Tristan Vautier, der sein erstes Rennen auf einem so stark überhöhten Oval fuhr, auf Platz 18 gewertet. Sebastian Saavedra konnte sich mit Platz 14 zwar erheblich vor seinen Kollegen Sebastien Bourdais auf Platz 20 fahren, aber man muss sich schon fragen, ob Katherine Legge nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Besonders positiv sind beide Dragon Racing Piloten in diesem Jahr noch nicht aufgefallen. Mit Platz 15 dürfte Justin Wilson nicht ganz zufrieden sein. Zeitweise lag er in den Top 5, aber auch er kämpfte später mit der sich veränderten Strecke.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt nun Helio Castroneves (256 Punkte) mit 22 Punkten Vorsprung auf Marco Andretti (237). Vorjahresmeister Ryan Hunter-Reay (232) liegt auf Platz 3 vor Indy-500-Sieger Toni Kanaan (195). Dahinter folgen punktgleich Simon Pagenaud und Takuma Sato mit jeweils 194 Punkten und einem Sieg. Noch ohne Sieg in dieser Saison belegen Scott Dixon (193) und Justin Wilson (184) die Plätze 7 und 8. Der zweimalige Sieger James Hinchcliffe liegt nur auf Platz 9 (176) vor Dario Franchitti (168).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das Rennen hatte Samstag ein Overnight-Rating von 1.1 auf ABC. Abgesehen vom tragischen Saisonfinale 2011 in Las Vegas war das das beste Rating für ein Rennen der IndyCar auf ABC seit dem Saisonauftakt in St. Petersburg 2011. Eigentlich könnte man dies positiv sehen, wenn die 1.1 nicht ein absolute katastrophaler Wert für Sportübertragungen zur Prime Time wären. Zum Vergleich hatten NBC mit einem NHL Playoff Spiel (Kings, Blackhawks) ein Rating von 2.9 und Fox (regionale MLB-Spiele) sogar 3.2. Die beiden Detroit Rennen jeweils am frühen Nachmittag hatten ein endgültiges Rating von 0.6 (Samstag) und 0.7 (Sonntag). Das dürften die letzten rund 900.000 treusten Fans der IndyCar Series in den USA sein, die sich wirklich jedes Rennen anschauen. Auf eine ähnliche Quote kommt ja auch NBC Sports regelmäßig, das aber natürlich nicht über die Verbreitung eines großen Networks wie ABC verfügt.

Am nächsten Sonntag steht schon das Rennen auf der Milwaukee Mile auf dem IndyCar-Programm.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

lat abbott indy512 08381 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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May 09 2013

10:18

IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe ist, nach seinem primären Sieg bei den IndyCars überhaupt in St. Petersburg, der erste Fahrer in dieser Saison mit seinem zweiten Saisonsieg. Für sein Team Andretti Autosport ist es schon der dritte Sieg im vierten Rennen.

Hichcliffe Sao Paulo IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen kann man eigentlich in zwei Abschnitte teilen: Die ersten 60 Runden, inklusive der Qualifikation, in denen schon ein Teil der großen und kleinen Favoriten strauchelten und einer wahnsinnig intensiven Schlussphase. In dieser sich dann der Zweikampf von Takuma Sato und Josef Newgarden zu einem Fünfkampf mit James Hinchcliffe, Marco Andretti und Oriol Servia um den Sieg und das Podium entwickelte. Erst in der letzten Kurve des Rennens konnten sich Hinchcliffe gegen Sato und Andretti gegen Newgarden und Servia durchsetzen. Mit hartem aber immer fairen Racing zeigten sie das spektakulärste Rennende in dieser Saison.

Das sehr gute Abschneiden von Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartman Racing und Oriol Servia für Dreyer & Reinbold Racing wurde begünstigt durch die Probleme der größeren Teams. Für Penske Racing fingen diese schon in Qualifikationssegment 1 an. James Jakes verursachte mit einem Unfall einen Abbruch und weil die Zeit weiterlief konnten weder Will Power noch Helio Castroneves eine Zeit setzen und mussten von Platz 18 (Castroneves) und 22 (Power) aus starten. Will Power konnte sich bis Runde 18 sehr gut nach vorne arbeiten, musste aber nach einem technischen Defekt, Öl trat aus und endzündete sich am heißen Auspuff, seinen Penske Dallara auf Position 11 liegend abstellen. Helio Castroneves war in mehrere kleine Unfälle verwickelt. So wurde er z.B. bei einem Restart in Runde 26 von Scott Dixon in einen Dreher geschickt. Am Ende blieben für die beiden Penske Piloten nur die Plätze 13 und 24. Mit Platz 13 verlor Helio Castroneves auch die Führung in der Meisterschaftswertung.

Bei der Aktion gegen Castroneves beschädigte sich Scott Dixon seinen Frontflügel und musste diesen später in einem Extrastopp wechseln lassen. Im Mittelfeld steckend, konnte er sich auch nicht mehr nach vorne arbeiten und musste sich mit Platz 18 begnügen. Sein Teamkollege Dario Franchitti war von der Pole gestartet, konnte im Rennen diese Zeiten aber nie bestätigen. Er wurde früh von Ryan Hunter-Reay überholt und fiel sukzessive nach hinten. Probleme am linken Hinterrad beim letzten Pitstop verhinderten endgültig, dass er in den Kampf um das Podium eingreifen konnte. Mit Platz 7 betrieb er aber Schadensbegrenzung.

Ryan Hunter-Rey blieb, nachdem er Franchitti überholt hatte,  für  weite Teile des Rennens in führender Position. In Runde 10 musste er die Führung an Toni Kanaan abgeben, konnte sich diese aber beim Stopp unter Gelb in Runde 19 zurückholen. Takuma Sato überholte Hunter-Reay in Runde 34, musste aber aufgrund eines leicht anderen Boxenrhythmus, die Führung bei seinem Stopp zwei Runden später wieder abgeben. In Runde 46 verlor Ryan Hunter-Reay durch einen Luftverlust im Hinterreifen  massiv an Zeit und der folgende Reifenwechsel beförderte ihn ins umkämpfte Mittelfeld, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Mit Platz 11 war er am Ende schlechtester Pilot von Andretti Autosport.

Nach Hunter-Reys Problemen erbte Toni Kanaan die Führung. Das Publikum hatte aber nur wenige Runden Freude an der Führung des heimischen Piloten, da dieser mit mangelndem Benzindruck erst zurückfiel und dann seinen KV Dallara ganz abstellen musste. Nach kurzer Reparaturpause, während der so ausgelösten Gelbphase, konnte er das Rennen auf Platz 21 beenden. Da auch Ana Beatriz ihren Dale Coyne Racing Dallara früh mit technischem Defekt abstellen musste, gab es in diesem Jahr wieder kein gutes Ergebnis für die brasilianischen Piloten in Sao Paulo.

In Runde 55 führte ein Unfall von Justin Wilson, der bis dahin nicht an seine gute Form anknüpfen konnte, zur letzten Caution. Der Restart in Runde 59 läutete dann die atemberaubende Schlussphase ein. Hinter Takuma Sato hatte sich Josef Newgarden geschoben, der von seiner Box aufgefordert wurde, an die Punkte zu denken und nicht zu viel zu riskieren. So ganz hielt er sich nicht an die Anweisung und blieb nah an Sato dran. Mit etwas Abstand folgten James Hinchcliffe und Simon Pagenaud, der aber Probleme mit den Reifen bekam und auf Platz 9 zurückfiel. Ab Runde 66 wurde der Kampf zwischen Sato und Newgarden härter und durch die Kampflinien konnte Hinchcliffe aufschließen. Dieser hatte sich mehr Push-to-pass Einsätze aufgespart, konnte so in den Zweikampf eingreifen und in Runde 72 Newgarden in der Spitzkehre am Ende der lange Gerade überholen. An dieser Stelle sollten sich auch alle weiteren kritischen Manöver abspielen. Mittlerweile fanden auch Marco Andretti und Oriol Servia den Anschluss an die Kampfgruppe. Sato verteidigte seine Führung geschickt erst gegen Newgarden dann gegen Hinchcliffe indem er klassisch innen die Tür zumachte. Die Aktionen waren hart aber noch absolut im normalen Rahmen. In der letzten Runde rutschte er aber etwas weit heraus und James Hinchcliffe konnte innen zum Sieg vorbei gehen. Auf gleiche Art und Weise konnten sich auch Marco Andretti und Oriol Servia noch an Josef Newgarden vorbei schieben. Das fantastische Finish entschädigte doch für ein nicht immer spannendes Rennen.

Sehr interessant sind die verschiedenen Boxenstrategien der Top-5, die trotzdem für jeden einzelnen erfolgreich waren. Josef Newgarden musste nach einer Strafe das Rennen von Startplatz 23 in Angriff nehmen und setzte mit einem Stopp während der ersten Gelbphase in Runde 7 auf eine aggressive 3-Stopp-Strategie. Hinchcliffe, Sato, Andretti und Servia hingegen nutzen erst die zweite Caution in Runde 21 für ihren ersten Stopp. Mit Benzinsparen konnte man mit einem weiteren Stopp durchfahren, was Oriol Servia auch gemacht hat. James Hinchcliffe und Marco Andretti hingegen füllten in der direkt folgenden Caution in Runde 25 bzw. 26 ihre Tanks auf und waren auch ohne Sparmodus auf der sicheren Seite. Takuma Sato setzte direkt auf drei Stopps und kam jeweils in der Doppel-Caution in Runde 38 und 42 in die Box. Die letzte Gelbphase führte dann alle Strategien wieder zusammen. Josef Newgarden konnte sich dank seiner aggressiven Strategie von Platz 23 auf Platz 5 verbessern. Aber auch Takuma Sato (12 auf 2), Oriol Servia (13 auf 4), und Marco Andretti (10 auf 3) können sich sicher nicht bei ihren Teams beschweren.

Hinter der Kampfgruppe kamen EJ Viso, Dario Franchitti, Simona de Silvestro, Simon Pagenaud und Charlie Kimball ins Ziel. Außer Franchitti, hatten alle ein sehr unauffälliges Rennen und waren entsprechend auch kaum im Fernsehen zu sehen. Im hinteren Mittelfeld platzierten sich, abgesehen von Ryan Hunter-Reay (Platz 11), Helio Castroneves (Platz 13) und Scott Dixon (Platz 18), die üblichen Verdächtigen in Form von Alex Tagliani, Sebastian Bourdais, JR Hildebrand, Tristan Vautier , James Jakes und Sebastian Saavedra.  Mit Rundenrückstand komplettierten ab Platz 20 Justin Wilson, Toni Kanaan und Ed Carpenter das Feld vor den ausgefallenen Will Power und Ana Beatriz.

In der Meisterschaft führt nun Takuma Sato mit 136 Punkten vor Marco Andretti (123) und Helio Castroneves (116). James Hinchcliffe folgt, mit zwei Siegen aber auch zwei DNF, auf Platz 4 (112) vor Scott Dixon (101) und dem amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay (94). Sehr gut liegen auch Justin Wilson (91) und Oriol Servia (89) für die kleinen Teams von Dale Coyne und Dreyer & Reinbold Racing in der Meisterschaft. Simona de Silvestro (86) und Charlie Kimball (80) vervollständigen die Top 10. Die eigentlichen Toppiloten Dario Franchitti, Tony Kanaan und Will Power sind nur auf den Plätzen 15, 17 und 18 zu finden.

Zum Abschluss noch die Links zum Rennergebnis und zur Meisterschaftswertung.
Am nächsten Wochenende geht es schon weiter mit der Eröffnung des Indianapolis Motor Speedway für die freien Trainingssitzungen. Das Indianapolis 500 findet dann am 26.05. statt.

 IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

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April 10 2013

06:00

IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Ryan Hunter-Reay konnte die Erfolgsserie von Andretti Autosport fortsetzen und beendete die Siegesserie von Penske Racing in Alabama. Scott Dixons Abfolge von zweiten Plätzen im Barber Motorsport Park hält dagegen weiter an.

Barber Winner IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Der strahlende Sieger – Ryan Hunter-Reay
(C) Shawn Gritzmacher; IndyCar Media

Nur eine Gelbphase zu Rennbeginn, unterschiedliche Strategien hinsichtlich Reifenwahl und Zahl der Stopps sowie einige enge Duelle auf der Strecke bildeten die Grundlage für ein sehr schönes Rennen. Die maximale Stintlänge wurde vor dem Rennen mit 27 Runden angenommen, was bei 90 Rennrunden zu drei regulären Stopps führen sollte. Es zeigte sich aber, dass man auch mit zwei Stopps und gedrosseltem Tempo durchfahren konnte. Nach einem schwächeren Saisonstart und bisherigen Platzierungen außerhalb der Top 10 in Alabama konnte sich dabei Champion Ryan Hunter-Reay vor Scott Dixon durchsetzen. Mit einigem Abstand folgte der neue Meisterschaftsführende Helio Castroneves vor Charlie Kimball und Will Power. Insgesamt war es ein gutes Rennen, das weder ein Team noch ein Motorenhersteller zu dominieren vermochte.

Am Start konnte sich Ryan Hunter-Reay von der Pole Position kommend an die Spitze setzen. Hinter ihm fächerte das Feld auf und Will Power, von Startplatz 2 aus, musste in der ersten Kurve weit ausholen und verlor einige Plätze. Hinter Hunter-Reay schob sich derweil innen der wieder starke Rookie Tristan Vautier auf Position 2. Das Feld sortierte sich schnell und nur zwischen EJ Viso, James Hinchcliffe und Graham Rahal wurde es zu eng. Abgefahrene Carbonteile führten zur einzigen Gelbphase. Beim Restart in Runde 7 musste Will Power in Turn 1 wieder einen weiten Weg gehen und verlor weitere Positionen.

In Lap 19 eröffneten Helio Castroneves und Dario Franchitti die erste Runde der Boxenstopps. Durch die frühen Stopps versuchten beide, Positionen auf der Strecke zu gewinnen. Alle Toppiloten wechselten von den weicheren roten Reifen auf die haltbareren schwarzen. Will Power hingen blieb draußen und versuchte sich an einer 2-Stopp-Strategie. In Führung liegend, aber auf älteren roten Reifen, konnte er dem Feld um etwa 0,5 Sekunden pro Runde davon fahren.

In Runde 33 holte Will Power seinen Boxenstopp nach und nur ein weiterer in Runde 61 sollte ihm bis zum Rennende ausreichen. Ryan Hunter-Reay war somit wieder in Führung, gefolgt von Helio Castroneves, der durch den frühen Stopp einige Plätze gut machen konnte, sowie den beiden Chip-Ganassi-Piloten Charlie Kimball und Scott Dixon. Will Power sortierte sich auf Platz 5 ein.

Helio Castroneves war zu dieser Zeit der schnellste Fahrer im Feld und konnte seinen Rückstand deutlich verkürzen. Nach der nächsten Runde der Boxenstopps ab Lap 43 kam das Spitzenduo direkt hinter Will Power wieder auf die Strecke. Power musste Benzin sparen und konnte auch wegen der älteren Reifen nicht das Tempo der Verfolger gehen. Den leichten Stau nutzte Castroneves aus und ging außen an Ryan Hunter-Reay vorbei. Dieser rutschte leicht in den Penske Chevrolet hinein, was aber zu keinen Beschädigungen führte. Helio Castroneves konnte auch seinen Teamkollegen überholen und setzte sich fast 10 Sekunden von Will Power, der Hunter-Reay hinter sich halten konnte, ab.

In Runde 61 ging Power zu seinem letzten Pitstop und gab den Weg frei für Ryan Hunter-Reay. Nur fünf Runden später kamen auch die 3-Stopper zum letzten Mal an die Box. Der Großteil der Fahrer setzte auf die haltbareren schwarzen Reifen, nur Hunter-Reay hatte sich einen Satz der weicheren Reifen aufgespart. Auf der Strecke führte Helio Castroneves vor Ryan Hunter-Rey, Will Power, Scott Dixon und Charlie Kimball, der sein bisher bestes IndyCar-Rennen überhaupt zeigte. Hunter-Reay konnte schnell die Lücke zu Castroneves schließen und dank der besseren Reifen auch zum Sieg überholen. Scott Dixon ging schon in Runde 70 an Power und in Runde 76 an Castroneves vorbei. Er konnte noch nah an Hunter-Reay heran fahren, ihn aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzten. Charlie Kimball zog in derselben Runde in einem waghalsigen aber erfolgreichen Manöver an Will Power vorbei. Dieser konnte sich im Benzinsparmodus und mit alten Reifen nicht mehr ernsthaft wehren. Andretti Autosport, Chip Ganassi Racing und Penske Racing zeigten ihre ganze Stärke und teilten sich die Top 5 redlich untereinander auf.

Die drei Topteams hatten aber auch mit jeweils einem Auto große Probleme. Der Sieger des Saisonauftakts James Hinchcliffe konnte sich im Andretti Chevrolet nur auf Platz 20 qualifizieren und während der engen Startphase kollidierte er auch noch mit EJ Viso und Graham Rahal. Die beiden letzteren beschädigten sich stark ihre Autos und mussten zur Reparatur in die Box. Hinchcliffe konnte die Fahrt erst einmal fortsetzen, blieb dann aber in Runde 3 mit einem losen linken Hinterreifen liegen. Das Rennen war für ihn beendet, obwohl er weitere 70 Runden im Auto sitzen blieb. Bei Andretti Autosport hatte man wohl die Hoffnung, das Auto während einer Gelbphase wieder zur Box zu bekommen und dann das Rennen fortsetzen zu können. Eine weitere Gelbphase blieb aber aus und so sorgte der steif gesessene Hinchcliffe beim Aussteigen für die kuriosesten Bilder des Tages.

Dario Franchitti konnte seinen Chip Ganassi Honda nach seinem Unfall in St. Peterburg auch in Alabama nicht ins Ziel bringen. In Runde 44 musste er die Box mit Motorproblemen ansteuern. Der erst vermutete elektronische Fehler stellte sich als gebrochener Krümmer heraus. Aber schon in den Trainings konnte er nicht die Zeiten seiner Teamkollegen Dixon und Kimball fahren. Wie im letzten Jahr hat der Schotte einen sehr zähen Saisonstart. Immerhin steigen so seine Chancen auf den Sieg bei den Indianapolis 500.

Rückkehrer AJ Almendinger, der auch beim nächsten Rennen in Long Beach und eventuell auch beim Doubleheader in Detroit für Roger Penske fahren wird, konnte sich auf Platz 10 qualifizieren. Im Rennen konnte er sich zwischen Platz 8 und 11 halten und erfüllte so die Erwartungen. Beim seinem letzten Boxenstopp würgte er aber seinen Motor ab und verlor viele Plätze. Aus dem dichten Hinterfeld konnte er sich nicht mehr befreien und beendete das Rennen auf Platz 19. Damit landete er aber immerhin noch zwei Plätze vor Graham Rahal, der wiederum früh in kleinere Scharmützel verwickelt war und nie auf schnelle Zeiten kam. Sein Teamkollege bei Rahal Lettermann Lanigan Racing James Jakes war mit Platz 12 in den ersten Runden ganz gut unterwegs, wurde dann aber durch technische Probleme gebremst. Mit drei Runden Rückstand blieb am Ende nur Platz 23 übrig, immerhin konnte er aber die schnellste Rennrunde für sich verbuchen.

Ein ganz schlechtes Rennen erwischten auch die Piloten von KV Racing Technologie. Simona de Silvestro war im dritten freien Training noch schnellste, konnte diese Leistung später im Qualifying und Rennen aber nicht bestätigen. Auch ihr Teamkollege Tony Kanaan konnte nie wirklich schnelle Runden drehen. Nach den freien Trainings hatte man bei KV Racing in der Abstimmung der Autos die falsche Richtung eingeschlagen. Die Plätze 13 für Tony Kanaan und 18 für Simona de Silvestro waren die Folge.

Ein sehr unauffälliges Rennen zeigte JR Hildebrand und platzierte seinen Panther Racing Honda auf die 17, direkt hinter Sebastian Bourdais. Der Franzose blieb, trotz eines teilweise schönen Kampfes mit Tristan Vautier um Platz 10, wieder unter seinen Möglichkeiten. Ganz im Gegensatz dazu konnte Rookie Tristan Vautier seine bisherigen guten Leistungen mit Platz 10 am Ende bestätigen. Sein Teamkollegen Simon Pagenaud war auf Platz 6 sogar „Best-of-the-Rest“. Insgesamt war es wieder eine sehr gute Leistung von Sam Schmidt Motorsport. Hinter Pagenaud fuhr Marco Andretti einen soliden siebten Platz ein und belegt Platz 4 in der Meisterschaftswertung.

Die Top 10 komplettierten Justin Wilson für Dale Coyne Racing, der einen noch besseren Platz bei seinem zweiten Pitstop liegen ließ, und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing, der zum ersten Mal in die Top 10 fahren konnte. Für diese beiden kleinen Teams, sind das zwei herausragende Ergebnisse. Takuma Sato, der sich in St. Petersburg noch sehr gut aufgelegt gezeigt hatte, blieb an diesem Wochenende, abgesehen von einer Strafe wegen Blockierens im Qualifying, sehr blass. Mehr als Platz 14 sprang für den Fahrer von AJ Foyt Enteprises nicht heraus.

In der Meisterschaftswertung führt nun Helio Castroneves vor Scott Dixon und den drei Andretti-Piloten Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti und James Hinchcliffe. Dahinter vollenden Tony Kanaan, Will Power, Justin Wilson und EJ Viso die Top 10.

Der Honda Indy Grand Prix of Alabama wird immer mehr zu einem Zuschauermagneten mitten im NASCAR-dominierten Süden der USA. Mit über 83.000 Zuschauern am Wochenende konnte wieder ein neuer Rekord aufgestellt werden. Entsprechend ist es auch keine Überraschung, dass der Vertrag zwischen der IndyCar und dem Baber Motorsport Park bis 2016 verlängert wurde. Wir können uns also weitere spannende Rennen in den Hügeln Alabamas freuen.

Ryan Briscoe, im letzten Jahr Stammpilot bei Penske Racing, wird wahrscheinlich das Indy 500 in einem Chip Ganassi Honda bestreiten können. Noch ist das Feld von 33 Startern nicht ganz gefüllt.

Das für Morgen angesetzte Rookie Orientation Programm auf dem Indianopolis Motor Speedway musste aufgrund von Regen und tiefen Temperaturen abgesagt werden. Wann AJ Allmendinger, Conor Daly, Carloz Munoz und Tristan Vautier das Programm nachholen, steht noch nicht fest. Rookies müssen, bevor sie zu den Trainings bzw. zum Qualifying für das Indy 500 antreten dürfen, ein dreiteiliges Trainingsprogramm durchlaufen.

Die Reifentests auf dem Pocono Raceway können dagegen stattfinden. Zum ersten Mal seit 1989 wird dort in diesem Juli wieder ein IndyCar-Rennen stattfinden. Dario Franchitti, Simon Pagenaud, Will Power und Marco Andretti werden für Firestone testen. Nutzen wird man dabei die Aero-Konfiguration für Indianapolis und Fontana und als Basis für die Datenerfassung werden die Reifen für das Indy 500 dienen.

Zum Abschluss der Link zur Statistikseite der IndyCar für das Rennergebniss und die Meisterschaftswertung und noch der Hinweis auf das nächste Rennen in Long Beach am 21.04.2013.

 

 IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

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April 03 2013

14:05

IndyCar: Vorschau 2. Rennen – Honda Indy Grand Prix of Alabama

Zwei Wochen nach dem Saisonauftakt besucht die IndyCar zum vierten Mal den Barber Motorsport Park in Alabama. Andretti Autosport wird versuchen, die Spitzenposition gegen die Angriffe von Penske und Chip Ganassi Racing zu verteidigen.

barber 26 IndyCar: Vorschau 2. Rennen   Honda Indy Grand Prix of Alabama

Vorjahressieger Will Power
(C) Firestone Racinf/Dennis Ashlock

Die Teams konnten vor der Saison ausführlich auf dem Barber Motorsport Park testen. Dabei wurde der Rundenrekord aus dem letzten Jahr von fast allen Fahrern unterboten. Schnellster Pilot war wenig überraschend Vorjahressieger Will Power im Penske Racing Chevrolet. Insgesamt war das Feld aber sehr dicht zusammen. Die ersten 16 Fahrer trennte nur eine Sekunde. Uns steht also hoffentlich ein spannendes Rennen auf der wunderschönen Strecke in Alabama bevor.

Aktuelles

Für AJ Allmendinger, der seine Rückkehr in die IndyCar feiern wird, setzt Penske Racing einen dritten, von IZOD gesponserten, Wagen ein. Bei den letzten Testfahrten im Barber Motorsport Park vor der Saison verlor Allmendinger pro Runde eine knappe Sekunde auf seinen Teamkollegen Will Power. Mit ein wenig mehr Eingewöhnung sollte aber eine Position im vorderen Mittelfeld für ihn möglich sein.

Mike Conway, der für Bobby Rahal den Grand Prix of Long Beach bestreiten wird, hat bei G-Drive/Delta-ADR einen Vertrag für die komplette WEC-Saison unterschrieben. Weitere Einsätze bei den IndyCar sind also unwahrscheinlich.

Beim Indy 500 wird es zu einem weiteren Debüt kommen: Conor Daly, Vollzeit in der GP2 unterwegs, wird Teamkollege von Takuma Sato bei AJ Foyt Enterprises. Am selben Wochenende fährt aber auch die GP2 in Monaco. Ob und wie er beides unter einen Hut bringen will, ist noch nicht bekannt.

Mit den zwei Rennen in Toronto im Juli bestreitet die IndyCar nach Wegfall der Veranstaltung in Edmonton nur noch ein Wochenende in Canada. Eine Gruppe von Geschäftsleuten um Ric Peterson, Teilhaber bei Sam Schmidt Motorsport, plant die IndyCar für einen weiteren Meisterschaftslauf 2015 nach Canada zu holen. Dafür soll nördlich von Calgary in Alberta eine neue Rennstrecke entstehen. Erste Gespräche fanden im Rahmen des Grand Prix St. Petersburg statt.

Im Rahmen des Saisonauftaktes gingen auch die Gespräche im Hintergrund zur Struktur der IndyCar und des Indianapolis Motor Speedway weiter. Nach der Entlassung von Randy Bernard als IndyCar-CEO im Oktober letzten Jahres sind einige Posten und auch die Machtverhältnisse im ganzen Hulman-George-Konstrukt unklar. Neuer starker Mann, der das jetzt alles zum Besseren wenden soll, ist Mark Miles, ehemaliger Präsident der ATP-Tour, als Aufsichtsratsvorsitzender des Hulman-Konzerns. Zum Indy 500 im Mai sollen die wichtigen Entscheidungen getroffen worden sein. Die mächtigen Teambesitzer Chip Ganssi und Roger Penske wünschen sich eine starke zentrale Führung, wie bei der NASCAR mit Brian France und seiner Familie. Leider wird das wohl, mit dem teilweise zerstrittenen Hulman-George-Clan im Hintergrund, nur ein Wunsch bleiben.

Strecke

Der Barber Motorsport Park liegt wunderbar eingebettet in die Hügel Alabamas in der Nähe von Birmingham. Der berühmte Talledega Speedway befindet sich etwa 50 km östlich der Rennstrecke. Auf eine Länge von 3,84 km verteilen sich insgesamt 17 Kurven. Nach Start-Ziel geht es in einer kleinen Senke 64° links hinauf und in einer langgezogenen Doppelrechts wieder bergab. Turn 4, eine blind anzufahrende Rechtskurve, führt auf eine kurze Gerade zur langsamsten Stelle der Strecke. Die Haarnadel lädt zu Überholmanövern ein. Es folgt ein Vollgasteil durch eine leichte Linkskurve zu einer langsamen Rechts-Links-Schikane, die in eine immer weiter werdende Rechtskurve mündet. Nach kurzer Beschleunigung führt eine schnelle S-Kurve auf die längste Gerade der Strecke, die von einer Links-Rechts-Passage beendet wird. Der folgende Rechtsknick muss wieder blind angefahren werden und führt bergauf zum Horseshoe, einer langen doppelten Rechtskurve. Eine 90°-Linkskurve bringt die Fahrer wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade. Insgesamt eine sehr schön flüssige und fahrerisch anspruchsvolle Strecke.

Favoriten

Penske Racing ist nach den Siegen von Will Power 2011 und 2012 sowie dem Premierensieg von Helio Castroneves 2010 im Barber Motorsport Park noch ungeschlagen. In St. Petersburg waren beide, auch wenn sie nicht gewinnen konnten, die Fahrer mit den meisten Führungsrunden und entsprechend geht auch diesmal der Sieg nur über sie. In St. Petersburg gewann James Hinchcliffe und auch seine Andretti-Autosport-Kollegen Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay waren, zumindest zeitweise, sehr gut unterwegs. Dritte Kraft war KV Racing mit Toni Kanaan und Simona de Silvestro. Beide sind auch in Alabama für ein Topresultat gut. Bei Chip Ganassi Racing muss sich hingegen zeigen, ob das enttäuschende Abschneiden in St. Petersburg einem eventuell etwas schwächerem Honda-Motor anzulasten  ist oder ob man sich nur bei der Abstimmung der Wagen etwas verhauen hat. Immerhin konnten ja Takuma Sato in seinem AJ Foyt Honda und Tristan Vautier im Honda von Sam Schmidt meist das Tempo der Chevrolets mitgehen; nach dem sehr guten Auftakt in St. Petersburg sollte man ein Auge auf den französischen Neuling haben.

Vor zwei Wochen sind Dario Franchitti und JR Hildebrand vor allem durch dumme Fehler aufgefallen. Hoffentlich glänzen sie diese Woche durch gute Leistungen. Insgesamt muss sich zeigen, ob zwischen den Aggregaten von Chevrolet und Honda ein deutlicher Leistungsunterschied besteht. Eine erneute Motorendiskussion, wie im letzten Jahr, kann sich die IndyCar nicht leisten.

Zeitplan

Am Freitag stehen um 1:45 pm ET (17:45 MESZ), 4:45 pm (20:45 MESZ) und Samstag 9:00 am (17:00 MESZ) drei einstündige Trainingssitzungen an, bevor um 11:25 am (18:25 MESZ) das Qualifying startet. Vor zwei Wochen gab es im Chat einige Fragen zum etwas komplizierten Modus des Qualifyings. Die möchte ich versuchen zu beantworten. Das Qualifying ist in drei beziehungsweise vier Abschnitte 1A, 1B, 2 und 3 unterteilt. Ausgehend von den gefahrenen Zeiten im Freitagstraining wird das gesamte Feld in zwei Gruppen geteilt. Die Piloten auf ungeraden Plätzen fahren in Gruppe A, die auf geraden Plätzen in Gruppe B. Der schnellste Pilot am Freitag fährt also in Gruppe A zusammen mit dem dritt-, fünft,- siebt- … -schnellsten. Das Ganze ist also vergleichbar mit den Duells vor dem Daytona 500. Die Abschnitte 1A und 1B dauern jeweils 10 Minuten und die sechs schnellsten Fahrer jeder Gruppe kommen in Abschnitt 2. Die Startplätze ab Position 13 werden nach den Zeiten aus Abschnitt 1 besetzt – Gruppe A auf den ungeraden Plätzen: 13, 15, 17 usw. und Gruppe B auf den geraden: 14, 16, 18 usw. Qualifying-Abschnitt 2 dauert 10 Minuten und wiederum die schnellsten sechs Piloten kommen eine Runde weiter. Die Zeiten aus Abschnitt 2 bilden die Reihenfolge für die Startplätze 7 bis 12. In den 10 Minuten von Abschnitt 3 werden dann die Pole und die Plätze bis 6 ausgefahren. Dieses Format wird bei allen Nicht-Oval-Rennen genutzt.

Für Freitag und Sonntag besteht die Möglichkeit von leichten Regenschauern bei sehr angenehmen 20°C. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein sonniges beziehungsweise leicht bewölktes Wochenende wird, ist aber deutlich höher. Einem guten Rennwochenende steht somit nichts im Weg. Am Sonntag um 3:00 pm ET (19:00 MESZ) beginnt die Übertragung von NBC Sports. “Driver’s Start Your Engines” werden wir gegen 3:30 pm vernehmen, bevor dann um 3:40 pm der Rennstart erfolgt.

 IndyCar: Vorschau 2. Rennen   Honda Indy Grand Prix of Alabama

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March 23 2013

09:00

IndyCar: Saisonvorschau 2013 und 1. Rennen in St. Petersburg

Nach einer langen Winterpause sind auch die IndyCars zurück zum Saisonauftakt in St. Petersburg. Mit Ryan Hunter-Reay muss nach sechs Jahren wieder ein US-Amerikaner seine Meisterschaft verteidigen.

stpete 08 IndyCar: Saisonvorschau 2013 und 1. Rennen in St. Petersburg

Champion Ryan Hunter-Reay in St. Petersburg
(C) Firestone Racing / Dennis Ashlock

Nachdem vor einem Jahr fast alles neu war, halten sich die Änderungen für diese Saison in Grenzen. Wenig überraschend hat sich Lotus als Motorenlieferant zurückgezogen, da kein Team die schwachen Motoren einsetzen wollte. Damit verbleiben nur noch Honda und Chevrolet als Motorenpartner in der IndyCar-Serie. Auf den Einsatz der geplanten Aero-Kits anderer Hersteller wird aus Kostengründen verzichtet. Die Teams beziehen also weiterhin alle Teile von Dallara.

Mit Rubens Barrichello und Ryan Briscoe haben zwei prominente Fahrer die Serie nicht ganz freiwillig verlassen. Mit AJ Allmendinger gibt es aber auch einen namhaften Zugang, mindestens für das Rennen im Barber Motorpark und das Indy 500. Aber der Reihe nach.


Teams, Fahrer

Andretti Autosport (Chevrolet)
Hier setzt man auf bewährte Kräfte. Neben Meister Ryan Hunter-Reay sind auch Marco Andretti und James Hinchcliff weiter dabei. In Zusammenarbeit mit HVM wird das Team um ein Auto, das von EJ Viso pilotiert wird, erweitert. Im Gegenzug mussten die Teilzeitfahrer Ana Beatriz und Sebastian Saavedra das Team verlassen.

Nach der hervorragenden letzten Saison von Ryan Hunter-Reay sind die Erwartungen natürlich sehr hoch. Es ist fraglich, ob man sich wieder gegen die beiden Überteams Penske Racing und Chip Ganassi Racing durchsetzten kann. Auch sollte Marco Andretti langsam mal konstant gute Ergebnisse abliefern, denn nur der Name wird ihm auf Dauer kein Cockpit sichern.

Team Penske (Chevrolet)
Aufgrund von Sponsorenmangel musste das dritte Vollzeit-Auto von Ryan Briscoe aufgegeben werden. Rückkehrer AJ Allmendinger wird aber mindestens bei zwei Rennen, Barber Motosports Park (07.04.) und Indy 500 (26.05.), in einem von IZOD gesponserten Wagen sitzen. Allmendinger fuhr 2004 und 2005 in der Champ Car World Series, bevor er in die NASCAR wechselte. Im letzten Sommer verlor er aufgrund eines Verstoßes gegen die Drogenrichtlinien sein Vollzeitcockpit bei Penske Racing.

Die beiden anderen Wagen werden weiterhin von Will Power und Helio Castroneves pilotiert.

Nach der Serie von Vizemeisterschaften ist auch in diesem Jahr Will Power einer der ganz großen Meisterschaftsanwärter. Helio Castroneves hatte in den letzten Jahren nicht die Konstanz für eine Meisterschaft, ist aber immer für Rennsiege gut.

Chip Ganassi Racing (Honda)
Bei Ganassi wurde das Junioren-Team auf ein Auto für Charlie Kimball reduziert. Graham Rahal ist in das Team seines Vaters gewechselt. Die beiden Top-Autos werden weiter von Dario Franchitti und Scott Dixon gefahren.
Nach einem etwas zäheren letzten Jahr wird man bei Chip Ganassi alles daran setzen, wieder die Nummer 1 zu werden. Die fahrerischen Qualitäten dafür haben Dario Franchitti und Scott Dixon natürlich.

KV Racing Technologie (Chevrolet)
Rubens Barichello ist zurück in seine brasilianische Heimat gewechselt und wird durch Simona de Silvestro ersetzt, die auch ihren Sponsor von HVM mitbringt. Ihr erfahrener Teamkollege wird Toni Kanaan sein.

Mit dem Veteran Toni Kanaan ist auf allen Strecken zu rechnen. Interessant wird es zu sehen, wie sich Simona de Silvestro nach dem verlorenen Lotus-Jahr schlagen wird. Auf Straßenkursen und permanenten Rennstrecken war sie 2011 schon häufig sehr schnell unterwegs.

Rahal Lettermann Lanigan Racing (Honda)
Das Team wird um einen Vollzeit-Wagen für James Jakes erweitert. Beim Indy 500 und evtl. weitere Ovalrennen wird ein weiteres Auto für Mike Conway eingesetzt. Takuma Sato wird durch Graham Rahal ersetzt.

In der Vergangenheit lief die Zusammenarbeit von Graham und seinem Vater Bobby Rahal nicht besonders erfolgreich ab. In den letzten Jahren hat Graham Rahal, unter anderem bei Chip Ganassi, aber viel gelernt und über genug Talent verfügt er auch. Zwischen Top-Resultaten und hinterem Mittelfeld ist bei dieser Kombination alles möglich.

Dale Coyne Racing (Honda)
Den abgewanderten James Jakes hat man durch Ana Beatriz ersetzt, die nun eine ganze Saison bestreiten darf. Im zweiten Auto ist Justin Wilson gesetzt.

Dragon Racing (Chevrolet)
Im Winter hat man sich, trotz eines laufenden Vertrags und Sponsorendeals, von Katherine Legge getrennt. Wahrscheinlich treffen sich die Parteien noch vor Gericht. Das freie Cockpit hat sich Sebastian Saavedra gesichert. Sein Teamkollege wird Sebastian Bourdais sein, der in seine zweite Vollzeit-Saison geht.

Ed Carpenter Racing (Chevrolet)
Der Stiefsohn von Tony George setzt weiterhin einen Dallara Chevrolet ein und fährt ihn auch selbst. Auf schnellen Ovalen ist er immer für eine Überraschung gut. Dies zeigte zuletzt sein Sieg beim Saisonabschluss in Fontana.

Panther Racing/ Panther Dreyer & Reinbold Racing (Chevrolet)
Für Panther Racing greift wieder JR Hildebrand ins Lenkrad. Die Kooperation von Dreyer & Reinbold Racing mit Panther Racing, die sich durch den Motorenwechsel von DRR zu Chevrolet vor dem Indy 500 ergeben hatte, wird auch in dieser Saison fortgesetzt. Der gemeinsame Wagen wird auch diese Saison von Oriol Servia pilotiert.

Barracuda Racing (Honda)
Bryan Herta Racing hat mit Barracuda, einem IT-Unternehmen, einen Namenssponsor gefunden. Der Fahrer ist weiterhin Alex Tagliani, mit dem man zumindest auf den schnellen Ovalen rechnen muss.

Sarah Fisher Hartmann Racing (Honda)
Beim kleinen Team von Sarah Fisher hat sich über den Winter wenig geändert. Weiterhin ist Josef Newgarden der Stammfahrer.

Schmidt Hamilton HP Motorsport/ Schmidt Peterson Motorsport (Honda)
Für Sam Schmidt gehen in dieser Saison zwei Franzosen an den Start. Simon Pagenaud, der weiterhin für Schmidt Hamilton HP Motorsport antreten wird, hat mit Tristan Vaultier einen neuen Teamkollegen bekommen. Dieser hat sich mit der Meisterschaft bei den Indy Lights im letzten Jahr für einen Platz bei den IndyCars empfohlen. Für das zweite Auto hat Sam Schmidt mit Ric Peterson einen neuen Partner gefunden.

AJ Foyt Enterprises
In seinem dritten IndyCar-Jahr tritt Takuma Sato für sein drittes Team an. Einzig den Honda-Triebwerken ist er treu geblieben. Für das Indy 500 ist geplant, für Chase Austin ein zweiten Auto eingesetzt.

Strecken, Rennen
Am Rennkalender hat sich nur wenig verändert. Das Rennen in Edmonton wird durch ein Ovalrennen auf dem Pocono Raceway ersetzt. Kurz vor dem Ende der Saison wird vor Fontana noch ein Straßenkurs in Houston eingeschoben. Die Rennen auf den drei großen Ovalen in Indy, Pocono und Fontana werden zur Triple Crown zusammengefasst. Sollte ein Fahrer zwei dieser Rennen gewinnen bekäme er 250.000 Dollar Extra-Preisgeld, bei drei Siegen sogar 1.000.000 Dollar.

Die Rennen auf den Stadtkursen in Detroit, Toronto und Houston werden als Double-Header ausgetragen. Dort wird dann, abweichend von der Tradition und den anderen Rennen, auch stehend gestartet. Insgesamt kommt man so auf 19 Saisonrennen:

  1. 24. März    Honda Grand Prix of St. Petersburg (Saint Petersburg)
  2. 7. April      Honda Indy Grand Prix of Alabama (Birmingham)
  3. 21. April    Toyota Grand Prix of Long Beach (Long Beach)
  4. 5. Mai         São Paulo Indy 300 (São Paulo)
  5. 26. Mai      Indianapolis 500 (Indianapolis)
  6. 1. Juni        Chevrolet Indy Dual in Detroit (Detroit)
  7. 2. Juni
  8. 8. Juni        Firestone 550 (Fort Worth)
  9. 15. Juni      Milwaukee IndyFest (West Allis)
  10. 23. Juni     Iowa Corn Indy 250 (Newton)
  11. 7. Juli         Pocono INDYCAR 400 (Pocono)
  12. 13. Juli       Honda Indy Toronto (Toronto)
  13. 14. Juli
  14. 4. August           Honda Indy 200 at Mid-Ohio (Lexington)
  15. 25. August        GoPro Indy Grand Prix of Sonoma (Sonoma)
  16. 1. September    Grand Prix of Baltimore (Baltimore)
  17. 5. Oktober         The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston (Houston)
  18. 6. Oktober
  19. 19. Oktober       MAVTV 500 (Fontana)

St. Petersburg
Die Strecke kombiniert eine Start- und Landebahn mit einem US-typischen Stadtkurs. Die lange Start-Ziel-Gerade mündet in eine recht enge Rechtskurve, wo in den letzten Jahren viele Überholmanöver stattfanden. Nach zwei flüssigen Kurven führt eine kurze Gerade in eine 90 Grad Rechtskurve, die zu einem, meist nicht funktionierenden, Überholversuch einlädt. Nach einem engen verwinkelten Bereich kommen die Fahrer auf eine lange Gerade, direkt am Meeresufer entlang, mit zwei schnellen Linkskurven und einer flüssigen Schikane. Eine doppelte Rechtskurve führt wieder auf die Start- und Zielgerade.

Von den acht IndyCar-Läufen in St. Peterburg haben Penske-Fahrer fünf gewonnen. Allein Helio Castroneves hat dort drei Siege, zuletzt auch im Vorjahr, zu Buche stehen. Entsprechend sind er und sein Teamkollege Will Power, auch nach den sehr guten Ergebnissen beim letzten Test auf dem Barber Motorsport Park, die ersten Sieganwärter. Neben Penske Racing muss man auch immer die Fahrer von Chip Ganassi und den amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay auf der Rechnung haben. Besonders sollte man auch auf Simona de Silvestro achten, die in St. Petersburg 2011 einen hervorragenden vierten Platz belegte. Nach einem schwachen Jahr mit Lotus-Power dürfte sie im Chevrolet befeuerten KV Dallara wieder bessere Ergebnisse abliefern.

 IndyCar: Saisonvorschau 2013 und 1. Rennen in St. Petersburg

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September 05 2012

15:49

IndyCar in Baltimore: Hunter-Reay bittet zum Duell

Nach einem beeindruckendem Sieg für Ryan Hunter-Reay (und einer erstaunlichen Fehlleistung der Penske-Taktiker) wird das Finale in Fontana zum Zweikampf.

(c) Firestone Racing / Dennis Ashlock

Eine Portion Glück mit dem Wetter und ein ganzer Happen Kaltschnäuzigkeit beim letzten Restart: Das waren am Ende die Zutaten, die Ryan Hunter-Reay zu seinem Sieg beim zweiten “Grand Prix of Baltimore” benötigte. Darüber hinaus hat der schnellste US-Amerikaner im Feld gezeigt, dass er nicht nur zu Saisonmitte ein kurzes Zwischenhoch erreicht hat, sondern auch zum Ende der Jahres wieder glänzend in Fahrt ist. Weniger glücklich agierten in den Straßen der Ostküsten-Metropole Will Power und seine Penske Mannschaft. Die Entscheidung, auf halbnasser, aber schon wieder abtrocknender Piste Regenreifen aufzuziehen, entpuppte sich als kostspieliger Schuss in den Ofen. Fehlende Dynamik bei den Restarts zum Ende des Rennens kostete noch einmal ein paar Positionen. Das Penske-Team erwies sich mit letztlich unbegründeter Kritik an Hunter-Reays Restarts zudem als schlechter Verlierer. Das Ergebnis spendiert den Fans ein spannendes Finale bei den 500 Meilen von Fontana in eineinhalb Wochen.

Denn den ersten Matchball auf den Titel hat Power in Baltimore vergebeben: Wäre der Australier ein paar Positionen vor Hunter-Reay ins Ziel gekommen, was zur Hälfte des Rennens noch durchaus realistisch erschien, hätte er sich schon beim vorletzten Saisonrennen zum Meister krönen können. So muss der Rundkurs-Spezialist beim Oval-Finale hoffen, nicht zu weit hinter seinem auf Ovalen aussichtsreicheren Konkurrenten ins Ziel zu kommen. (Eine Vorschau auf das Finale mit sämtlichen Szenarios für den Meisterschaftsausgang folgt dann wie gewohnt in der kommenden Woche).

Da ist es gewiss auch ein schwacher Trost, dass die beiden anderen Titelaspiranten in Baltimore auch keine guten Rennen hinlegten, und nun endgültig das Rennen um die IndyCar-Krone 2012 verlassen müssen: Scott Dixon holte mit einem beherzten Finish nach unauffälligem Rennen immerhin noch einen vierten Platz. Helio Castoneves verwachste seinen Chancen mit einer rumpeltourigen Fahrt auf Rang zehn.

Insgesamt war es ein Rennen, bei dem sich nur wenige Piloten in ein positives Licht stellten. Und das liegt nicht nur an den zahlreichen Gelbphasen, die allesamt durch kleinere und größere Fahrfehler auf der zugegebenermaßen holprigen und nassen Strecke hervorgerufen wurden. Sogar sonst solide Piloten wie der in der Anfangsphase wieder einmal starke Sebastien Bourdais oder die unerschütterliche Simona de Silvestro schieden mit Fahrfehlern aus dem Rennen. Besonders bitter für Bourdais, der nach zwei unbelohnten Galavorstellungen bei den letzten Rennen sein Auto in Fontana an Teamkollegin Katherine Legge abtreten muss.

Auch in taktischer Hinsicht leisteten sich auch die großen und vermeintlich erfahrenen Teams teils haarsträubende Fehler. Penskes Idee, Will Power zwar im ärgsten Regen auf Slicks fahren zu lassen, ihm dann aber bei nachlassendem Niederschlag doch noch Regenreifen zu verpassen, war an diesem Sonntag nur eine von zahlreichen Fehlentscheidungen.

Überzeugen konnten dagegen einmal mehr Takuma Sato und Rubens Barrichello: Der Japaner holte sich zunächst auf halbnasser Strecke mit Slicks die Führung, und fuhr auch bei den Restarts ein zwar etwas zögerliches, sonst aber ungewohnt kontrolliertes und cleveres Rennen. Rubens Barrichello war dagegen ungewohnt anriffig unterwegs, und holte in der Schlussphase eines weiteren guten IndyCar-Laufes mit Rang fünf seine zweitbeste Platzierung in der Serie. Nach zwei starken Rennen scheint sich der Brasilianer schön langsam einzuleben – das Saisonende kommt für ihn nun vielleicht sogar etwas zu früh. Immerhin ließ er vor dem Rennen im Interview mit Reporter Robin Miller durchklingen, dass er auch 2013 wieder dabei sein wird. Dann allerdings wohl bei einer Honda-befeuerten Mannschaft.

Die Strecke

Ein Wort noch zur Strecke in Baltimore: Nach berechtigt heftiger Kritik hat sich der Kurs in dieser Saison von seiner besseren Seite präsentiert. In Kurve eins wurde der Radius erweitert – mit dem Effekt, dass Überholen dort jetzt ganz eindeutig möglich ist. Die 2011 noch brandgefährliche Schikane an der Boxeneinfahrt ist nun zu einer unbedenklichen, für einen Stadtkurs sogar recht interessanten Kurvenkombination geworden. Wenn man das Problem mit den Straßenbahnschienen und der Schikane am Anfang der Start- und Zielgerade noch in den Griff bekommt, dann ist Baltimore vielleicht sogar einer der besseren nordamerikanischen Stadtkurse.

Umso erfreulicher also, dass man Michael Andrettis Promotion-Firma, die die Austragung des Rennen kurzfristig übernommen hat, vermutlich einen Gewinn schreiben wird. Denn im Vergleich zum Vorjahr waren diesmal zwar weniger Fans an der Strecke – weil 2011 aber viele Fans unentgeltlich das Gelände betreten hatten, könnten es in diesmal Jahr vielleicht sogar mehr zahlende Zuschauer gewesen sein. Auch die innerstädtische Geschäfts- und Restaurantszene scheint mit dem Rennen in diesem Jahr deutlich zufriedener zu sein.

Kontroverse des Wochenendes™

…war diesmal das Thema Restart. Nachdem schon das ganze Jahr lang bei den Double File Restarts der IndyCar Series Chaos herrschte, und sich die Fahrer seit Long Beach darüber beschweren, von Frühstartern überholt zu werden, drängte das Thema in Baltimore endgültig in den Vordergrund.

Vor allem das Penske-Team beschwerte sich, Ryan Hunter-Reay habe beim letzten Restart den bis dahin führenden Ryan Briscoe irregulär überholt. Zeitlupenwiederholungen belegten das Gegenteil, Hunter-Reay hat also regulär gewonnen.

Das Problem mit dem Restarts ist deswegen aber nicht gelöst: Denn die aktuelle Regelung (oder zumindest ihre Interpretation), wonach nur bis zum Fallen der grünen Flagge und dem Erreichen der durch “Cones” gekennzeichneten Restart-Area nicht überholt werden darf,  ist ein massiver Nachteil für den Führenden. Denn während alle dahinter “früh ans Gas” gehen und auf eine baldige grüne Flagge spekulieren können, darf der Leader erst beschleunigen, wenn der grüne Flagge tatsächlich fällt. Die resultierenden Unterschiede im “Momentum” machen es meist unmöglich, bei Restarts die Führung zu behalten.

Zudem sorgt die Regelung auch weiter hinten im Feld für Chaos, wo überhaupt jeder dann aufs Gas zu steigen scheint, wenn er es für richtig hält. Es ist schwierig, bei Restarts (oder fliegenden Starts), ganz besonders mit Open Wheelern, die richtige Formel zu finden. Es handelt sich aber wohl um einen jener Bereiche, in der die sonst heuer massiv verbesserte Rennleitung der IndyCars 2013 noch deutlichen Raum für weiterem Fortschritt hat. Edit: Das findet auch die kanadische “Globe and Mail”, die dem Thema einen ganzen Artikel widmet.

Business 2013

Einige Nuggests aus einem Interview mit IndyCar-CEO Randy Bernard liefert der Internet-Auftritt der Zeitschrift Autoweek: Demnach spricht Bernard mit Dodge darüber, 2014 als dritter Motorenlieferant in die Serie einzusteigen. Zudem erhofft sich der Chef auch Zuwachs bei den Teams – vor allem durch Wechsel von Mannschaften aus der nun offenbar von der GrandAm (und damit der France-Familie) gekauften ALMS.

Gelöst scheint indes der lange schwelende Streit um die Kosten für Ersatzteile des neuen Dallara-Chassis. Der italienischen Rennwagenbauer hat sich mit der IndyCar offenbar informell auf eine Preisreduktion um 20 Prozent geeinigt.

Bleibt noch die Frage des Kalenders für das kommende Jahr. Barnard plant immer noch mit 19 Rennen – dieses Ziel dürfte sich aber nur durch einige Double-Header (also Rennen am Samstag und Sonntag) auf Rundstrecken erreichen lassen. Rennstreckenbetreiber und Teams sind von der Idee offenbar angetan – der Schreiber dieser Zeilen kann darin allerdings keinen so großen Mehrwert erkennen. Eine jener Strecken, die immer wieder als mögliche Kalender-Erweiterungen genannt werden ist Pocono – Streckenpräsident Brandon Igdalsky war auch in Baltimore wieder einmal vor Ort. Auch hier hat der Autor dieses Blogeintrages allerdings Bedenken – vor allem wegen den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen auf dem Traditionsoval in Pennsylvania.

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August 30 2012

11:11

IndyCar: Power verliert und sagt Danke

Der Ärger über Platz zwei währte nur kurz: Will Power baute auch ohne Sieg seinen Vorsprung in der Meisterschaft aus. Am Sonntag  könnte er in Baltimore schon Meister werden.

(c) Firestone Racing / Dennis Ashlock

Es ist das Ergebnis, auf das die IndyCar-Verantwortlichen wohl gehofft hatten, weil es die Meisterschaft bis zum letzten Rennen spannend machen könnte: Will Powers matte Serie ist gerissen – der Australier hatte endlich wieder einmal ein gutes Rennen. Und das, obwohl er den Sieg am Ende doch an seinen Teamkollegen und Landsmann Ryan Briscoe abgeben musste. Power profitierte vor allem von Pech und Unvermögen seiner Konkurrenten: Scott Dixon wurde in der Startphase umgedreht. Seine furiose Aufholjagd endete, als er in der Box über einen Schlauch fuhr, und dafür eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Helio Castroneves runierte sich bei einem Überholversuch seinen Frontflügel, und wurde am Ende nur Sechster. Auch Ryan-Hunter Reay wurde gegen Schluss in der neuen Haarnadelkurve umgedreht; Übeltäter war Alex Tagliani. Weil Hunter-Reay dabei seinen Motor abwürgte, kam er mit einer Runde Rückstand auf Platz 18 ins Ziel und verlor ebenfalls viele Punkte. Noch ist aber trotzdem nichts entschieden. Zwar kann sich Power schon in Baltimore zum Meister krönen, er brauchte dafür aber noch einmal Pech seiner Konkurrenten.

Das reine Glück hatte aber auch Power nicht beim Rennen auf der idyllischen, aber renovierungsbedürftigen Berg-und-Talbahn nahe der kalifornischen Pazifikküste. Denn eigentlich hätte er den Lauf gewinnen müssen: Der Meisterschaftsleader dominierte weite Strecken des Rennens, und verlor seine Führung erst in der Gelbphase nach einem schweren Unfall zwischen Sebastien Bourdais und Josef Newgarden – und wegen einer ziemlich zweifelhaften Änderung in den IndyCar-Regeln.

Weil nämlich die Rennleitung vermeiden will, dass Piloten kurz vor Ende des Rennens ohne Benzin liegen bleiben, bleibt die Boxengasse nun auch während Gelbphasen geöffnet. Mit dem Resultat, dass dadurch jene belohnt werden, die trotz Gelbphase möglichst schnell zum Tanken brettern (und dabei nicht von anderen Piloten aufgehalten werden, die ihr Tempo bereits verlangsamt haben). Besonders fair ist das nicht – und dem Sicherheitsgedanken einer Gelbphase kommt es auch nicht gerade entgegen.

Glück hatte mit der Regel in diesem Fall Ryan Briscoe, der bereits vor dem Unfall getankt hatte. Weil Power nämlich von “braven” Piloten vor ihm auf dem Weg in die Boxen behindert wurde, konnte er nicht mit vollem Speed in Richtung Zapfsäule fahren. Briscoe dahinter hatte dagegen freie Bahn – und holte sich damit Rang eins von seinem Landsmann. Weil Power außerdem wegen eines technischen Fehlers seinen Push-to-Pass Button nicht verwenden konnte, musste es sich am Ende mit Rang zwei zufrieden geben. In den Interviews nach dem Rennen zeigte er sich dann auch im ersten Moment nicht sehr begeistert und bezeichnete die Gelbphasen-Regel ironisch als “another bright idea by INDYCAR”. Dass er Briscoe dennoch im Winner’s Circle vor laufenden Kameras herzlich gratulierte, war eine faire Geste.

Ebenfalls mit Kritik nicht gespart hat nach dem Rennen Ryan Hunter-Reay. Der Meisterschaftsanwärter wurde beim Restart Opfer eines Manövers von Alex Taliani, der den dahinter fahrenden Dario Franchitti vor der Haarnadel überholen wollte, dabei aber das Hinterrad von Hunter-Reay traf. Ein wenig sollte er sich aber auch an die eigene Nase fassen: Denn beim ungeschickten Versuch, gegen das gesamte entgegen kommene Feld den Wagen zu wenden, würgte er den Motor ab. Folge waren eine weitere Gelbphase – und eine Durchfahrtsstrafe für das als gefährlich gewertete Anfahren gegen das Feld.

Und dann gab es noch den großen “Unglück im Glück im Unglück”-Moment in Gestalt einer Kollision (Unglück #1) zwischen dem bis dahin starken Sebastien Bourdais und Josef Newgarden, die den Amerikaner frontal in eine Reifenstapel-Wand einschlagen ließ. Dass diese wohl zu dünn war, ist daran zu ermessen, dass die dahinterstehende Betonmauer beim Einschlag um einen guten Meter nach hinten verschoben wurde. Glück: Newgarden kann froh sein, nicht erst etwas später abgeflogen zu sein – wenige Meter von Unfall-Spot entfernt endet nämlich auch die dünne Reifenmauer zu Gunsten einer wackelig anmutenden (und zudem lückenhaften) Betonwand. Unglück #2: Newgarden konnte seine Hand nicht rechtzeitig vom Lenkrad nehmen, und zog sich einen ziemlich unschönen Bruch seines Fingers zu. Zumindest in Baltimore wird aus diesem Grund Bruno Junqueira statt Newgarden im Auto von Sarah Fischer Racing Platz nehmen.

Die ehemaligen F1-Piloten hatten recht unterschiedliche Wochenenden: Takuma Sato hatte nach einem schwachen Qualifying wieder einmal einen frühen Ausfall zu verzeichnen. Rubens Barrichello holte auf der ersten Strecke, die er etwas besser kannte einen starken vierte Platz – seine bisher beste Platzierung in der IndyCar Series und womöglich Ansporn, in der kommenden Saison doch eine weitere Saison dort zu bestreiten. Und Sebastien Bourdais konnte – bis zu seinem Ausfall – überhaupt mit der Spitze des Feldes mithalten. Dass er dann aber bei seinem Crash laut eigener Aussage “mein Gebtriebe im Nacken” hatte, wird ihm dennoch die Erinnerung an das Rennen ein wenig vergällen.

In der Meisterschaft hat Power nun einen deutlichen Vorsprung von 36 Punkten vor Hunter-Reay und 41 vor Castroneves. Dixon hat bereits 54 Zähler Rückstand. Pro Rennen gibt es 53 Punkte zu gewinnen. Dixon muss also sehr wahrscheinlich vor Power landen, um in Fontana noch Meisterschaftschancen zu haben. Hunter-Reay und Castronves können auch mit einem Platz knapp hinter Power ihre Chancen noch wahren, sollen sich aber ebenfalls bemühen, vor dem Australier zu landen.

Schafft es Rundstrecken-Spezialist Power in Baltimore nicht, den Sack zuzumachen, ist in zweieinhalb Wochen bei den 500 Meilen auf dem schnellen Oval von Fontana wieder alles möglich.

Wenige Neuigkeiten gibt es zum Kalender für 2013, der eigentlich “bis Anfang September” hätte feststehen sollen. Einzig Texas und Iowa haben in der vergangenen Woche bestätigt, dass auf den beiden Oval auch im kommenden Jahr wieder Rennen stattfinden werden. Damit haben nun elf der bestehenden Strecken plus, als bisher einzig neues Rennen, Houstons Reliant Park einen Termin für 2013 bestätigt.

Baltimore

Schon am kommenden Sonntag findet zum zweiten Mal ein IndyCar Grand Prix in Baltimore statt. Die Veranstaltung im vergangenen Jahr hat die etwas verblüffende Auszeichnung, gleichzeitig ein großer Erfolg und ein Desaster gewesen zu sein. Einer teils hastig aufgebauten, unsicher wirkenden Strecke und einem massiven finanziellen Verlust des Veranstalters stand eine Besucherzahl von 100.000 Fans gegenüber – das meistbesuchte Rennen der vergangenen Saison. Um diese Zahl in Relation zu setzen: Den Meisterschaftslauf in Edmonton verfolgten nur etwa 150.000 Zuseher vor den Fernsehgeräten.

Nach dem Konkurs des ursprüngliches Promotors musste die IndyCar über den Winter lange bangen, ob es auch 2012 wieder ein Rennen geben würde. Erst wenige Wochen vor dem geplanten Termin hat dann Michael Andrettis Veranstaltungfirma, die auch schon für Toronto und Milwaukee verantwortlich ist, auch diesen Grand Prix übernommen.

Die Strecke wurde gegenüber 2011 an drei Stellen leicht verändert. Kurve eins nach Start und Ziel wurde verbreitert, und sollte nun mehr Überholmanöver zulassen. Die Schikane auf der Gegengerade, Höhe Boxeneinfahrt, die im vergangenen Jahr wegen eines möglichen spitzen Einschlagwinkels ziemlich gefährlich war, wurde angeblich entschärft. Und die Straßenbahngleise bei Start und Ziel wurden mit einer Asphaltschicht bedeckt – eine improvisierte Schikane ist an dieser Stelle heuer also nicht mehr nötig.

Eine kleine Änderung gibt es auch gegenüber den Rennen in Mid-Ohio und Sonoma: Die IndyCar hat die sehr umstrittene (aber zumindest in Mid-Ohio auch ziemlich erfolgreiche) Verzögerung beim Einsetzen des Push-to-Pass Effektes wieder abgeschafft.

Ansonsten bleibt ganz einfach abzuwarten, ob auf der ziemlichen eckigen Bahn mit dem neuen Auto ein spannenderes Rennen zu Stande kommt als es 2011 zu sehen war.

Im TV

Auf NBC Sports, die auch dieses Rennen wieder übertragen, gibt es diesmal zwei IndyCar-Termine.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (0:00 Uhr) läuft dort eine Wiederholung des Qualifyings.

Am Sonntag beginnt die umfangreiche Berichterstattung mit einer Folge von “Indycar 36″ (18:00 Uhr), die diesmal Will Power einen Tag lang begleitet hat. Danach folgt live das Rennen des IndyLights (18:30 Uhr). Von 20:00 bis 23:00 Uhr wird schließlich der IndyCar Lauf übertragen. Die grüne Flagge fällt nach Invocation und US-Hymne wohl gegen 20:30 Uhr.

 

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August 22 2012

15:24

Vorschau: GoPro Indy Grand Prix of Sonoma

Bei den IndyCars geht es jetzt Schlag auf Schlag: Letzter Rundkurs, letzter Stadtkurs, Finale im Oval. Zum “Tri-nale”-Beginn in Sonoma haben noch 15 Fahrer Titelchancen. Leider gibt es hinter dem Kulissen schon wieder Ärger ums liebe Geld.

(c) INDYCAR/LAT USA

Zugegeben: Diese Zahl ist nicht ganz realistisch, und obendrein einer PR-Meldung der Serie entnommen. Rein rechnerisch stimmt es aber. Bis hin zu Marco Andretti auf Platz 15 der Tabelle können alle Piloten noch den Meistertitel erringen. In der Praxis wird es sich wohl zwischen vier Fahrern entscheiden: Will Power, Ryan-Hunter Reay, Helio Castroneves und Scott Dixon liegen nur 28 Punkte voneinander entfernt (für einen Sieg bekommt man 50). Gemeinsam mit den soliden bis spannenden Rennen der letzten Zeit könnte man also vermuten, dass sich nun die ganze Aufmerksamkeit auf das Titelrennen richtet. Das ist aber vielleicht trotzdem nicht der Fall – denn einmal mehr scheinen die Ränkespiele hinter den Kulissen der Serie die Aufmerksamkeit auf die unerfreulicheren Aspekte des IndyCar-Konkurrenzkampfes ziehen. Angeblich wollen nämlich einige Teamchefs CEO Randy Bernard und dem IMS zugleich entmachten, und die Serie selbst kaufen und künftig betreiben. 

Doch zunächst zum Rennen am kommenden Wochenende. Das findet am gewohnt schönen Raceway von Sonoma (ehemals Infineon Raceway) statt, und zu gewohnt unschöner Westküstenzeit (grüne Flagge um 22:30 Uhr). Ungewohnt soll dagegen angeblich sein, dass die Zuschauer  nach leichten Umbauten an der Strecke jetzt endlich nicht mehr nur die Umgebung der Strecke schön finden werden, sondern auch die Zweikämpfe auf dem Asphalt. Den “traditionellen” Verlauf der Strecke habe ich ja schon in der Vorschau für die vergangene Saison geschildert, und außerdem hat Kollege Kristian Stooss auch eine seiner wunderbaren Streckenbeschreibungen für die NASCAR der Bahn in Sonoma gewidmet. Weil er dabei netterweise auch ein paar Zeilen zur IndyCar Serie geschreiben hat, kann ich in diesem Artikel also getrost auf eine genauere Beschreibung verzichten, und gleich zu den Umbauten übergehen.

Diese beziehen sich auf lediglich drei Kurven rund um die Strecke. Glaubt man den Aussagen der Fahrer nach den Testfahrten der vergangenen Woche, scheinen sie aber den Charakter des Kurses trotzdem recht deutlich zu verändern. Zunächst gibt es eine neue Kurve 7 (das ist die Kehre, an der die Fahrer ankommen, nachdem sie den ersten “Berg”  nach Start und Ziel einmal hinauf, und dann wieder hinuntergefahren sind). Diese wurde nach bestem Tielke-Vorbild in eine enge 180-Grad Kurve umgewandelt, und soll nun angeblich die beste Überholmöglichkeit des Kurses darstellen. Außerdem gibt es eine kleine Änderung am Layout der Schikane (Turn 9) auf der geschwungenen Gegengerade – das soll einerseits der Sicherheit dienen, und außerdem ein Stop-and-Go Element in den Kurs einbauen, das die Autos wieder etwas stärker zusammenzieht. Schließlich wurde auch die Zielkurve etwas weiter nach hinten (in die Nähe der NASCAR-Variante) verlegt, und mit einem spitzeren Layout versehen. Nach den Tests waren die Piloten zuversichtlich, dass man nun auch hier überholen kann. Ein Video davon gibt es hier – bitte aber nicht zu viel erwarten, es handelt sich leider nicht um große Filmkunst.

Außerdem hat man die Push-to-Pass Regeln abermals geändert. In Mid Ohio gab es erstmals fünf Sekunden Wartezeit von Drücken des Boost-Knopfes bis zum Einsetzen der Zusatz-Power, um das Verteidigen für den Vordermann schwieriger zu machen – was augenscheinlich auch gut funktioniert hat. In Sonoma hat man diese Zeit wegen der kürzeren Geraden auf dreieinhalb Sekunden verkürzt.

Rundkurs-Spezialist Will Power, der dank zweitem Platz in Mid Ohio wieder die Führung in der Meisterschaft übernommen hat, wird sich auch in Sonoma bemühen müssen, diese weiter auszubauen. Denn gemeinsam mit dem Rennen in Baltimore muss der Australier versuchen, sich einen “Ruhepolster” für das Abschlussrennen in Fontana zu schaffen, wo die hinter ihm liegenden Castroneves und Dixon – und wahrscheinlich auch Hunter-Reay – sich als bessere und erfahrenere Oval-Piloten bessere Chancen ausrechnen dürfen. Schafft er es, vor seinen drei Konkurrenten sowie Simon Pagenaud ins Ziel zu kommen, hat er sich zumindest schon  - wie schon in den vergangenen zwei Jahren – die “Mario Andretti Road Course Trophy” gesichert.

Nach Giorgio Pantanos Gastspiel für Ganassis B-Team in Mid Ohio kehrt der an der Hand verletzte Charlie Kimball in Sonoma wieder ins Cockpit zurück. Auch bei Dragon Racing gibt es eine Rückkehrerin: Neben Sebastien Bourdais wird Katherine Legge erstmals seit dem Wechsel des Teams von Lotus zu Chevrolet ein zweites Auto des Teams bekommen. Außerdem wird Sebastian Saavedra unter dem Banner des AFS-Teams wieder einmal ein Rennen in einem vierten Auto von Andretti Autosport bestreiten.

Gerüchteküche

Eine erstaunliche Meldung hat sich in der vergangenen Woche in IndyCar-Kreisen breitgemacht. Angeblich wollen “4 bis 5″ nicht näher benannte Teamchefs die Serie kaufen, und unter eigenem Management weiterführen. Abgesehen von der Frage, was ein solcher Schritt für die restlichen IndyCar-Teams bedeuten würde, bleibt in der Meldung auch unklar, welche Teamchefs das denn sein sollen. Brennend interessant wäre etwa, ob Teamchef Ed Carpenter (der das ehemalige Vision-Racing-Team seine Stiefvaters Tony George unter seinen Nahmen führt) zu diesem Personenkreis gehört.

Insgesamt sollte man aber mit der Meldung vielleicht etwas vorsichtig umgehen. Dafür spricht auch der Urheber des Gerüchtes, Journalist Robin Miller, der in der Vergangenheit schon mehrfach durch das Lancieren von (meist im Kern richtigen) Geschichten zu Zeitpunkten aufgefallen ist, die für die IndyCar Series zumindest äußerst unpassend waren. So war es etwa auch Miller, der nach dem spannenden und auch quotentechnisch erfolgreichen Indy 500 die Geschichte über einen angeblichen Putschversuch zweier Teamchefs gegen Randy Bernard an die Öffentlichkeit brachte.

Derweil laufen in der (noch?) amtierenden Führungsetage der IndyCars die Planungen für die kommende Saison nun auf Hochtouren – und kommen doch nicht so wirklich vorwärts. Mindestes 19 Saisonrennen möchte Bernard in der Saison 2013 austragen, bis Mitte September soll es einen fertigen Kalender geben. Das Problem: Es ist immer noch völlig unklar, wo die dafür nötigen vier zusätzlichen Austragungsorte herkommen sollen. Umso mehr, als die Antrittsgelder der IndyCar Series sich offenbar weiterhin in einem Bereich bewegen, der für viele Streckenbetreiber nicht machbar ist – und die INDYCAR ihrerseits bei dieser Summe kaum zu Kompromissen bereit ist.

Bei den Ovalrennen ist immer wieder von möglichen Auftritten in Phoenix, Michigan und Pocono die Rede – gleichzeitig gibt es die begründete Sorge, dass das Rennen in Texas künftig wegfallen könnte. Der Texas Motor Speedway hat außerdem kürzlichen den Vertrag verlängert. Die Gespräche mit Phoenix scheinen in letzter Zeit etwas eingeschlafen zu sein. Michigans Streckenpräsident bezifferte die Chancen auf ein IndyCar-Rennen auf seiner Strecke im Jahr 2013 kürzlich mit unter 50 Prozent, deutlich wahrscheinlicher sei aber ein Rennen dann 2014. Bleibt Pocono, das zwar eine reiche IndyCar-Tradition hat, und ersthaft an einem Rennen interessiert scheint – das aber wohl einiges in Umbauten zu Gunsten der Sicherheit investieren müsste, bevor die IndyCars dort ernsthaft einen Lauf veranstalten können.

Auch bei den Rundstrecken sind die Aussichten eher blass: Einziges bisher bestätigtes neues Rennen für 2013 ist ein Lauf im Reliant Park der texanischen Stadt Houston. Möglich ist auch weiterhin ein Rennen auf der neuen Formel 1-Strecke von Austin, Texas – davon war allerdings nach einer Meldung über ein Angebot der Strecke an die IndyCars vor einigen Monaten nichts neues mehr zu hören. Die Pläne für einen Stadtkurs in Fort Lauderdale, Florida scheinen ebenfalls ein wenig eingeschlafen zu sein. Im Zuge der Kanada-Rennen sprach Bernard davon, dass die Serie einen weiteren Lauf nördlich der US-Grenzen abhalten könnte – wo das sein könnte, ist allerdings unklar. Zuletzt war gelegentlich von einem Wiederaufleben des CART-Rennens von Vancouver oder von einem Stadtkurs in Quebec City die Rede. Möglich ist weiterhin auch ein zweites Brasilien-Rennen in der Stadt Porto Alegre. In den vergangenen Woche wurde zudem die Idee an die Öffentlichkeit gebracht, auf dem neu gebauten NOLA Motorsports-Park in der Nähe von New Orleans zu fahren – Bernard schwebt dafür ein Termin im Frühjahr vor, um vom Superbowl-Hype rund um die Stadt zu profitieren. Ob die eigentlich für Motorräder gebaute, enge, und im Übrigen ziemlich kurze Strecke für die IndyCars wirklich geeignet ist, wird von Beobachtern allerdings in Zweifel gezogen.

Großen Ärger gibt es hinter den Kulissen vor allem um die Kosten für einige Ersatzteile des neues Dallara-Chassis, wie die USA Today jüngst aufgedeckt hat. Der DW12 wurde den Teams unter anderem damit schmackhaft gemacht, dass er günstiger sein sollte als der alte Wagen. Was er auch ist – allerdings nur so lange, bis niemand damit an die Wand fährt. Denn Dallara hat mit der INDYCAR einen Vertrag abgeschlossen, der es den Teams nicht erlaubt, Ersatzteile von anderen Anbietern als Dallara zu kaufen. Und die findigen Italiener verlangen dafür angeblich Preise, die teils um ein Mehrfaches über jenen der Konkurrenz liegen. Teambesitzer fordern nun von der INDYCAR und dem dafür zuständigen Brian Barnhart (Ja, genau. Das ist der, der im vergangenen Jahr auch noch als Rennleiter tätig war, und diese Funktion nach heftiger Kritik zu Beginn des Jahres verlassen hat) eine deutliche Kostenreduzierung im Bereich von 40 Prozent. Das wiederum lehnt Dallara aber ab. Man habe für den neuen Wagen große Investitionen geleistet, und müsse daher nun mehr für die Ersatzteile verlangen, um selbst wirtschaftlich überleben zu können.

Klar ist jedenfalls: Geht es mit der Serie, ihren Einschaltquoten und Besuchszahlen so weiter wir bisher, ist wieder einmal Sparen angesagt. Entsprechende Pläne hat die Serie in der vergangenen Woche vorgestellt, man möchte vor allem mit einer Reduzierung der Testtage die Teams ein wenig entlasten.

Auch das Transfer-Karussel dreht sich in der IndyCar Serie bereits ein wenig. So ist nun klar, dass Graham Rahal in der kommenden Saison nicht mehr für Ganassi Racing fahren wird – Beobachter vermuten, dass er nach langem Selbstboycott nun doch in der Team seines Vaters wechseln könnte, was mit Takuma Sato einen potenziellen Top-Piloten mit beträchtlicher Honda-Finanzierung für andere Teams verfügbar machen könnte. Ein Teamwechsel könnte auch Rubens Barrichello bevorstehen. Der Brasilianer will dem Vernehmen nach in ein Honda-Team übersiedeln. Sofern er nicht doch noch das Angebot aus der Formel 1 erhält auf das er nun schon eine Monate lang vergeblich wartet. Endgültige Klarheit über die Cockpit-Besetzungen gibt es bei den IndyCars aber meistens erst gegen Ende der Winterpause.

Zunehmend fix scheinen – mangels anderslautender Verlautbarungen – zwei Ausstiege. Einerseits wird sich Lotus aller Wahrscheinlichkeit nach zum Ende der Saison aus der IndyCar Series zurückziehen. Andererseits macht auch die IndyCar selbst endgültig einen Rückzieher, und wird die für 2013 geplanten unterschiedlichen Aero-Kits nicht in der kommenden Saison einsetzen.

Im TV

…läuft die Serie abermals nicht im deutschsprachigen Raum. Wie alle andere Rennen in dieser Saison muss man also auf Bekannte und Familienmitglieder in den USA zurückgreifen, und sich bei einem Live-Telefonat über den aktuellen Stand des Rennens informieren lassen. Oder aber in den Tiefen des Internets nach einer komfortableren, aber nicht ganz offiziellen Lösung fahnden. Besserung könnte 2013 in Sicht sein, wenn man Andeutungen der beiden Motorvision-Kommentatoren Lenz Leberkern und Stefan Heinrich im Rahmen der NASCAR-Übertragung aus Watkins Glen glauben darf. Schön wäre es jedefalls.

In den USA werden alle drei verbleibenden Rennen dieses Jahres auf NBC Sports übertragen, was zwar weiterhin nicht auf besondere Einschaltquoten, aber zumindest auf eine brauchbare Qualität hoffen lässt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gibt es um 0:00 Uhr das Qualifying (live), am Sonntag ab 22:00 Uhr startet die Übertragung des Rennens (Green gegen 22:30 Uhr).

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August 06 2012

13:08

IndyCar: Jetzt kommt Dixon

Das IndyCar Finale entwickelt sich zu einem regelrechten Krimi. Nun greift auch noch Scott Dixon nach der Meisterschaft.

Das Rennen in Mid-Ohio wird nicht als Klassiker in die Renngeschichte eingehen, sorgte aber dafür, dass die Meisterschaft richtig spannend wird. Das liegt vor allem an Scott Dixon, der nach einem tadellosen Rennen endlich mal wieder einen Sieg für das Ganassi-Team einfahren konnte. Dabei sah es lange so aus, als ob Will Power das Rennen gewinnen konnte, doch dann patzte man beim letzten Boxenstopp. Richtig miserabel lief es für Ryan Hunter-Ray und Helio Castroneves, die beide nur um Hinterfeld unterwegs waren. RHR musste am Ende sogar den Wagen komplett abstellen.

Schon in der Qualifikation zeigte Ganassi, dass man die anfänglichen Probleme in der Saison scheinbar überwunden hat. Dario Franchitti prügelte den Ganassi-Honda auf P2 und wurde nur knapp von Will Power geschlagen. Dahinter überzeugte erneut Simon Pagenaud im Sam Schmidt Auto. Dixon startete von P5, RHR lag auf P8. Helio Castroneves hatte doppeltes Pech. Im Training hatte er sich bei einem Unfall an der Hand verletzt, dazu kam dann noch ein Motorwechsel, der ihn dann von P23 starten ließ.

Im Rennen tauchte Helio dann auch nicht mehr wirklich auf. Ob es an der Handverletzung lag, oder an einem schlecht abgestimmten Auto wurde nicht klar, aber mehr als P16 war am Ende nicht drin. Dabei reihte er sich sogar noch hinter Giorgio Pantano ein, der für Charlie Kimball im Ganassi saß. Pantano fuhr kein schlechtes Rennen, war jederzeit schnell und verbesserte sich von P24 auf P14. Die gute Fahrt dürfte einigen Teamchefs aufgefallen sein und vielleicht schafft der Italiener ja nächstes Jahr den Sprung in die IndyCar. Zu wünschen wäre es dem ehemaligen GP2-Meister allemal.

Vorne hielt Will Power die Konkurrenz zunächst locker in Schach. Teilweise betrug sein Vorsprung über 3 Sekunden, aber das Rennen bestimmte nicht allein die Geschwindigkeit. Die Renndistanz war gerade so ausgelegt, dass man mit zwei Stopps würde durchfahren können. Eine Drei-Stopp-Strategie war möglich, auf dem Papier wegen der langen Standzeiten in der IndyCar aber langsamer. Die Spitzengruppe beschloss unisono aufs Spritsparen zu setzen, was das Rennen dann leider sehr eintönig machte. Ryan Hunter-Ray sah im ersten Drittel schon früh seine Felle, bzw. Will Power wegschwimmen, und funkte verzweifelt an die Box, ob es nicht ein wenig schneller gehen würde. Die Antwort lautete immer “No” und den Push-To-Pass durfte er auch nicht einsetzen. Was er aber dennoch tat. Die Sorgen von RHR waren nicht unbegründet, denn er steckte in einer Kampfgruppe um P8 herum. Während Newgarden und Co fröhlich Gas gaben, musste RHR irgendwie seine Position verteidigen. Das zeigte sich in einer Situation, als in einem Kampf mit Newgarden und Patano geriert und unverschuldet in die Wiese geschickt wurde.

In Runde 54 gingen die Probleme dann richtig los, denn der Motor wollte nicht mehr so wirklich. Der Chevy-Motor hatte nur das Rennen aus Edmonton auf dem Buckel, stellte aber nach und nach seinen Dienst ein. RHR krebste um P22 herum, drei Runden vor Schluss musste er den Wagen komplett einstellen. Einen Nuller im Titelkampf kann man nun wirklich gebrauchen.

Vorne hatte sich mittlerweile Scott Dixon auf P2 gekämpft. Weniger mit Überholmanöver, auch bei ihm waren es späte Stopps, die ihn an der Konkurrenz vorbei schleusten. Zum letzten Stopp kamen dann beide Fahrer gleichzeitig. Dixon hatte die Box vor Power, konnte also gerade an seine Crew heranfahren, während Power um Dixon herum musste. Beim Stopp an der Penske-Box klemmte dann der Tankstutzen für einen Sekundenbruchteil. Der kleine Bogen und der Tankstutzen reichten Dixon, um die Führung zu übernehmen, die er bis zum Ziel nicht mehr abgab.

Hinter Dixon und Power landete Simon Pagenaud, der mal wieder ein sauberes Rennen hinlegte. Wirklich eingreifen konnte vorne nicht, zu dem hatte er Sebastian Bourdais im Nacken, der endlich mal wieder ein gutes Rennen zeigte. Pagenaud und Bourdais kämpften bis zu letzten Runde, aber auch hier spielte der Spritverbrauch bei beiden eine wichtige Rolle. Auf P5 kam James Hinchcliff, gefolgt von Tony Kanaan, der es mit einer Drei-Stopp-Strategie versuchte.

Für die Meisterschaft war das Ergebnis richtig gut. Der Stand:

Will Power: 379
Hunter-Ray: 374
Castoneves: 353
Scott Dixon: 351

Drei Rennen stehen noch auf dem Programm, alle mit einer unterschiedlichen Charakteristik: Zunächst geht es nach Sonoma, es folgt der Stadtkurs von Baltimore und am Ende steht das 500 Meilen Rennen in Fontana. Auf dem Papier gibt es da keinen Favoriten. Power hat auf den Ovalen immer noch mal Schwächen, da sollten Dixon und Helio besser sein, die aber etwas viel Abstand haben. Klar ist auf jeden Fall: Einen Ausfall kann sich keiner der vier Titel-Aspiranten leisten.

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August 02 2012

16:28

Vorschau: Honda Indy 300 in Mid Ohio

Noch vier Rennen stehen in der spannenden IndyCar Saison 2012 auf dem Programm. Das erste davon am kommenden Wochenende in Mid-Ohio.

(c) Firestone Media/Dennis Ashlock

Die nicht ganz umsonst “Sports Car Course” genannte Strecke nahe der Ortschaft Lexington ist zwar eine von nur noch drei klassischen Rundkursen im Kalender der IndyCar – besonders begeistern konnte die ziemlich winkelige und auch nicht ganz ungefährliche Bahn in den vergangenen Jahren aber meist trotzdem nicht. Mit dem alten Auto gab es schlicht und einfach zu wenige Gelegenheiten für Überholmanöver. Der neue Wagen hat sich bisher meist als überholfreudiger erwiesen. Man darf gespannt sein, ob sich das auch am kommenden Wochenende bestätigt. Die INDYCAR experimentiert jedenfalls schon mit einer neuen Variante des Push-to-Pass, die den defensiven Einsatz der Extra-PS einschränken soll. Aber selbst wenn das Rennen auf der Strecke “statischere” Phasen haben sollte – das Zusehen könnte sich dank der extrem spannenden Meisterschaft trotzdem lohnen.

Um es gleich aus dem Weg zu räumen: Nachdem ich schon in den vergangenen beiden Jahren jeweils ausführliche Streckenbeschreibungen in den Vorschauen der IndyCar Rennen verfasst habe, werde ich diesmal darauf verzichten. Wer sich genauer über den Streckenverlauf der Traditionsbahn im Herzen der USA informieren will, dem sei vor allem die Vorschau aus 2010 ans Herz gelegt. Damals hieß die Serie zwar noch IRL – die Strecke ist aber seither unverändert. Hier nur die Kurzfassung: Der Mid-Ohio Sports Car Course ist relativ technisch und knifflig, und bietet an mehreren Stellen Raum für kostspielige Ausrutscher. Nicht überall gibt es aber viel Auslauf, was auch deswegen schlecht ist, weil die Strecke relativ schnell ist. Dieses Faktum sorgt auch, in Kombination mit den wenigen “echten” Geraden dafür, dass das Überholen ziemlich schwierig ist.

Der Grund, wieso der IndyCar Series dort immer noch fährt, hat übrigens wenig mit der Strecke an sich zu tun. Sondern eher mit dem Faktum, dass Honda ganz in der Nähe eine große Fabrik betreibt, und daher unbedingt ein Rennen will. Das ist immerhin gut für die Besucherzahlen, denn der japanische Motorenbauer lädt oft massig VIPs (allerdings mit wenig Glamour-Faktor, weil aus der Wirtschaft) dorthin ein. Auf den restlichen Plätzen sollen in der Vergangenheit auch schon günstigere Karten an Mitarbeiter aus der Fabrik verteilt worden sein, wenn das Rennen nicht ausverkauft war.

Und damit zur Situation in der Meisterschaft: Nachdem es in Edmonton (man möchte fast sagen: endlich einmal wieder) ein weitgehend Drama-freies, aber dennoch ziemlich spannendes Rennen gab, könnte man meinen, es habe sich nicht viel geändert. Weit gefehlt: Ryan Hunter-Reays vor dem Rennen ziemlich beachtlicher Vorsprung ist wegen seines schwachen Abschneidens nun auf fast die Hälfte geschmolzen, und liegt nun bei nur noch 23 Punkten. Dahinter liegen, untereinander nur durch drei Punkte getrennt, Helio Castroneves und Will Power.

Power wird wohl versuchen müssen, auf den verbleibenden drei Rundstrecken (neben Mid-Ohio handelt es sich um Sonoma und Baltimore) einen Vorsprung auf seine beiden Konkurrenten herauszufahren – denn beim 500 Meilen Saisonabschluss in Fontana dürfte jedenfalls Teamkollege Helio Castroneves als besserer Ovalfahrer gute Chancen haben, Zähler auf Power gutzumachen. Und weil bei einem so langen Rennen aus einem so schnellen Oval vieles passieren kann – und die Kombination Hunter-Reay und Andretti wohl auch im Oval gut funktioniert – wäre Power auch hier gut beraten, sich einen Sicherheitspolster zu erarbeiten. Wenn seine Rundkurs-Performance vom Saisonbeginn ein Maßstab ist, dann könnte das auch durchaus funktionieren.

Alles neu macht der August

- Nicht dabei ist in Mid-Ohio (und womöglich auch darüber hinaus) Charlie Kimball. Der Ganassi-Pilot hat sich beim Testen einen Finger in der rechten Hand gebrochen, und kann daher im Moment kein Rennauto lenken. Das ist bitter für den Nachwuchs-Piloten, vor allem, weil seine Formkurve in den vergangenen Rennen deutlich nach oben gezeigt hat. Für seinen Ersatzmann Giorgio Pantano ist es allerdings eine riesige Chance. Der Italiener ist nach wie vor der einzige GP2-Champion, der nach seinem Titelgewinn keinen Platz in der Formel 1 bekommen hat. Das liegt allerdings eher an der unglücklichen Kombination aus unverlässlichen Sponsoren und vorgerücktem Alter. Denn dass Pantano einiges an Speed mitbringt, hat er in der Vergangenheit fast in jeder Serie gezeigt, in der er angetreten ist. Ein Platz bei Ganassi ist also – nach den vergeblichen Versuchen, im Winter in die Serie zu wechseln – ein gute Gelegenheit, sein Können auch in den USA unter Beweis zu stellen.

- Das Push to Pass-System wurde von der IndyCar für den Lauf in Mid Ohio erneut geändert. Nachdem das Extra in Toronto erstmals im neuen Auto zum Einsatz kam, hat sich gezeigt, dass es genauso oft zur Verteidigung engesetzt wurde wie zum Angriff. Weil das natürlich nicht im Sinne des Erfinders ist, hat sich die INDYCAR schon vor Saisonbeginn die Option geschaffen, den Turbo-Knopf so wie DRS in der Formel 1 nur dann einzusetzen, wenn ein Auto in einem bestimmten Abstand hinter einem anderen herfährt. Diese Möglichkeit kommt in Mid Ohio allerdings nicht zum Einsatz. Statdessen wird der Push-to-Pass Knopf so eingestellt, dass die Wirkung erst nach 5 Sekunden eintritt. Ein verteidigender Pilot hat also zumindest eine Reaktionszeit in dieser Länge, sobald er (oder sein Team) merkt, dass der Verfolger zum Überholen mit Überschuss antritt. Sollte auch dieses System nicht so wirklich funktionieren, hat die INDYCAR angekündigt, tatsächlich zur DRS-ähnlichen Variante zu wechseln.

- Ebenfalls wegen mangelnder Überholmanöver hat die IndyCar schließlich in der vergangenen Woche Änderungen an den beiden Strecke in Sonoma und Mid Ohio vorgestellt. Am ehemaligen Infineon Raceway gibt es drei Änderungen (Plan hier): Kurve sieben wird nach einem erfolglosen Umbau zu einer mittelschnellen Kurve vor ein paar Jahren nun wieder zu einer Haarnadel. Kurve 9 (im Geschlängel vor Start und Ziel) wird verbreitert und ausgebaut, um eine Überholzone zu schaffen. Und die “IndyCar-Variante” der Schlusskurve wird nun in der Mitte des “Parkplatzes” vor der Start- und Zielgeraden gebaut, also näher an die NASCAR-Variante herangezogen.
Drei Änderungen gibt es auch in Baltimore: Die leidige Schikane eingangs Start und Ziel, die 2011 in aller Hast aufgebaut wurde, um zu verhindern, dass die Autos mit Vollgas über Straßenbahnschienen fahren, wird wieder entfernt. Die als gefährlich kritisierte Schikane vor der Boxeneinfahrt wird erneuert. Und Turn 1 wird verbreitert – hoffentlich nicht nur, um dort eine Gegenverkehrszone für Streckensicherungsfahrzeuge zu schaffen.

Kurioses im TV

Die TV-Übertragung wird am Wochenende ein höchst ungewöhnliches Bild liefern. Denn statt “ESPN on ABC” wird es diesmal “NBC on ABC” geben. Schuld sind die olympischen Spiele und ein ganzer Batzen mangelnder Übersicher bei den Organisatoren. Denn bei der Erstellung des Jahresplans für die IndyCar Serie hat NBC Sports das Rennen für sich beansprucht – und wohl ein wenig darauf vergessen, dass man ja auch London 2012 in ganztägigen Berichten verfolgt. Weil auf dem Sender deswegen kein Platz ist, rutsche der Lauf zu ABC, die sich aber wohl aus Kostengründen weigerten, die Übertragung auch selbst zu produzieren.

Das muss stattdessen NBC Sports machen, die ja einen gültigen Vertrag zur Übertragung des Rennens unterschrieben haben. Auch die Kommentatoren kommen von NBC, man darf also gespannt sein, wie oft sie die Zuseher “versehentlich” beim falschen TV-Sender begrüßen. Für die INDYCAR ist es natürlich die bestmögliche Situation: Man bekommt die hochwertige NBC-Übertragung plus die Reichweite von ABC. Das wird die Serie übrigens auch dringend brauchen, denn in Edmonton gab es zuletzt trotz spannendem Rennens ein Rating unter 0,1. Das ist selbst für die IndyCar Series unglaublich schlecht, und liegt im Bereich von etwa 150.000 Zusehern – so viel, wie anderen Rennserien gelegentlich auf den Zuschauerrängen begrüßen.

Hier in deutschsprachigen Europa muss man sowieso ins Internet ausweichen. Dort gibt es den Lauf am Sonntag ab 19:00 Uhr live zu sehen.

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July 25 2012

14:24

IndyCar: Spiderman ist wieder da

Das Rennen auf dem Flugplatz von Edmonton zeigte sich trotz fehlender Gelbphasen sehr abwechslungsreich. Vielleicht waren die nicht vorhandenen Caution aber auch der Grund dafür.

© Bridgestone Media

Am Ende hing dann einer im Zaun. Helio Castroneves war es und das ist normalerweise immer ein deutliches Zeichen dafür, dass er sich freut. Im Gegensatz zu 2010, da hing er am Kragen eines IndyCar Offiziellen, der ihm kleinkariert ein Blocking-Manöver vorwarf und den Sieg einkassierte. Helio hat sich seinen Sieg also zurück geholt und dies in einem sehr klug gefahrenen und strategisch durchdachtem Rennen. Und plötzlich liegt Castroneves auch in der Meisterschaft in einer guten Position. Auch Will Power konnte seine Tabellensituation verbessern, weil Andretti Racing in Edmonton patzte.

Irgendwie ist Castroneves in diesem Jahr unter meinem Radar gefahren. Seit zwei Jahren tut sich der Ex-Meister schwer, auch gegen seinen Teamkollegen Will Power, der die Meisterschaft zwar zu dominieren pflegte, diese aber gerne im letzten Rennen an Dario Franchitti abtrat. Tatsächlich hat Helio in diesem Jahr schon mal gewonnen, in St. Petersburg war es. Und ähnlich wie Mark Webber in der Formel Eins, brachte sich Helio durch fleissiges, aber unauffälliges Punktesammeln in eine gute Position.

Das Rennen sah aber zunächst Alex Tagliani an der Spitze. Von Platz 3 kommend, quetschte er sich in der ersten Kurve an allen vorbei und übernahm die Spitze. So richtig groß wurde sein Abstand auf die Konkurrenz nicht, aber es reichte um ca. 2/3 des Rennens die Spitzenposition zu belegen. Will Power musste wegen eines Motorenwechsel von P17 starten, kämpfte sich aber langsam durch das Feld. Sein Problem war, dass er dabei einige “Push to pass” Sekunden verbrauchte, die ihm am Ende im Finish fehlen sollten.

Ryan Hunter-Ray lag zu Beginn des Rennens um P11 herum, war aber auch auf der härteren Mischung gestartet. Er versuchte seine Postion zu halten, vermutlich ging man davon aus, dass eine Gelbphase das Feld wieder zusammen bringen würde. Mit neuen, weichen Reifen wäre er in der Schlussphase dann in einer guten Position gewesen. Doch die Caution kam nicht, und die Strategen an der Andretti-Box sahen sich erhöhtem Druck von Penske ausgesetzt. RHR schien mit stumpfen Waffen zu kämpfen, denn auch mit den weichen Reifen kam er später kaum vom Fleck. Im Gegensatz zu Will Power, der sich langsam aber sicher an die Top 5 heran robbte.

Das letzte Renndrittel wurde dann von der Strategie bestimmt. Tagliani kämpfte mit nachlassenden Reifen, aber das Herta-Team wollte den letzten Stopp so spät wie möglich setzen, damit man genügend Sprit hatte. Penske holte Castroneves dann schliesslich an die Box, was sich als Glücksgriff erweisen sollte. Tagliani kam zwar eine Runde später, aber da hatte Castroneves den Undercut mit frischen Reifen schon geschafft.

Doch damit war Helio noch nicht durch, denn von hinten nahte der im ganzen Rennen sehr stark fahrende Takuma Sato. Der Japaner waar vor allem auf der Bremse deutlich besser als Castroneves, der hatte aber wiederum mehr “Push to Pass” Sekunden übrig. Sato kämpfte verzweifelt, kam aber nie in eine Position, in der er hätte angreifen können. Helio hilt dem Druck stand und holte sich schließlich den wohlverdienten Sieg.

Will Power schaffte am Ende P3, während Hunter-Ray nur auf P7 ins Ziel lief. Das kostet den Andretti-Piloten wichtige Punkte und die Meisterschaft ist nun wieder völlig offen. Noch führt RHR mit 362 Punkten, doch dahinter lauern die Castroneves mit 339 und Power mit 336 Zählern. Vier Rennen stehen noch aus, bei jedem kann man 50 Punkte einsammeln. Die nächsten Rennen werden also entscheidend sein. RHR braucht für das letzte Rennen in Fontana ein satten Vorsprung, denn im Oval werden die Penske schwer zu schlagen sein.

© Bridgestone Media edmonton_26 edmonton_17 edmonton_24 edmonton_15 edmonton_07 edmonton_11 edmonton_02 edmonton_03 edmonton_01

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March 07 2012

06:26

Ferner liefen: Die Newshappen für 07.03.2012

// HRT hat als letztes Team den neuen Einsatzwagen vorgestellt. Der Wagen soll eine komplette Neukonstruktion sein, was angesichts des mittlerweile drei Jahre alten Dallara-Chassis auch sicher notwendig war. Neu ist auch die Lackierung, die noch jeden Sponsor vermissen lässt. HRT hat die gesamten Wintertests ausfallen lassen und ist gestern in Barcelona nur ein paar Installationsrunden gefahren. Man tritt in Melbourne also mit einem komplett ungetesteten Wagen an, was die Chancen nicht besser aussehen lässt. Immerhin hat HRT in diesem Jahr auch KERS an Bord. Man setzt das System von Williams ein. Dennoch dürfte HRT auch weiterhin die letzten Startplätze besetzen. Positiv zu vermerken ist allerdings, dass man mit Pedro de la Rosa einen sehr erfahrnen und bekanntermaßen guten Entwickler ins Team geholt hat. (Don)

// Bei Ferrari sind die Sorgenfalten nach dem Test sehr zahlreich. Der F2012 hat Potential, aber offenbar hat man nicht komplett verstanden, wie der Wagen eigentlich arbeitet. Fernando Alonso zeigt sich mittelmäßig beeindruckt, weiß aber laut GPupdate darauf hin, dass Red Bull jetzt auch nicht gerade problemlos unterwegs war. Hätte Ferrari so zwei schlechte letzte Testtage gehabt, würde man über das Team herfallen, so der Ex-Weltmeister. (Don)

// Ein möglicher Grund für die Probleme bei Ferrari dürfte die Vorderachse bzw. dessen Konstruktion sein, denn am letzten Montag, also dem 27.02 war Dr. Petter Schöggl, seines Zeichens leitender Ingenieur bzw. Simulationsexperte bei AVL zu Gast bei Servus TV und äußerte diese Vermutung (ab 55. bzw. 72. Minute). Hintergrund sind die sehr spitzen bzw. kleinen Winkel in den Querlenkern bzw. dem Pull Rod. Dies kann sehr schnell sein, allerdings ist der Aufwand hierfür sehr hoch und die Abstimmung sehr schwer. (Flo aus N)

// Laut Joe Saward steckt eh ungeliebte GP von Europa in Valencia in Schwierigkeiten. Angeblich hat man mal wieder die Sicherheitszahlungen an Eccelstone nicht geleistet, der nun damit droht, den GP ausfallen zu lassen. Laut Saward sucht der F1-Chef schon einen Ersatz. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Paul Ricard wäre eine, erfüllt aber (noch) nicht die Anforderungen in Sachen Anreise und Hotels der Formel Eins. Imola wäre eine andere Variante, hier fehlt aber vermutlich auch das Geld. Ähnliches gilt für den Nürburgring, wo es zudem einen Rechtsstreit zwischen dem Land und Pächter gibt. Da dieser offiziell gekündigt ist und das Land noch keinen Nachfolger benannt hat, gibt es eh keine Verhandlungen mit Eccelstone. Ein Rennen im euruopäischen Ausland fällt vermutlich aus logistischen Gründen flach. (Don)

// Laut Dr. Helmut Marko hat Mercedes ein F-Duct System, welches mittels DRS aktiviert wird. Dr. Helmut Marko war am Montag zu Gast in der Sendung Sport und Talk von Servus TV äußerte die Vermutung dass Mercedes massiv aufgeholt haben wird. Mitverantwortlich soll dabei ein Schacht System sein, welches mittels DRS aktiviert wird. Wie das ganze genau aussieht oder funktionieren soll wurde aber nicht verlautbart. (Flo aus N)

// Es gibt in diesem Jahr eine neuer Version der iPhone/iPad/Android/Blackberry Timing App der Formel Eins. Programmiert und verkauft wird diese über ein Unternehmen namens Soft Pauer. Dahinter verbirgt sich Otmar Szafnauer, der bei Force India momentan den Chief Operating Officer gibt und vorher bei Honda F1 angestellt war. Die App hat zwar einige interessante Feature wie ein Live-Tracking per GPS, Live-Timing, Reifenwahl usw. kostet aber auch stolze 25 Euro. Ich hatte sie im letzten Jahr auf meinem iPad und kann auf Grund meiner Erfahrungen keine Kaufempfehlung ausprechen. Das Live-Tracking ist nett, manchmal auch recht hilfreich, wenn es um sehr enge Boxenstopps geht und auch das Livetiming ist sehr schön, weil es ein wenig mehr Infos bietet (Letzte Rundenzeit z.B.) Allerdings habe ich bei bestimmt 40% aller Rennen einen Totalausfall des Feeds erlebt. Manchmal kam er wieder, manchmal auch nicht. Wenn man unterwegs ist und über eine stabile UMTS Verbindung verfügt, mag das eine nette Ergänzung sein, aber das Livetiming auf der offiziellen Seite geht auch auf dem Smartphone. (Don)

// Rahal Letterman Lanigan Racing hat es doch noch geschafft, ein zweites Auto für die IndyCar Series auszufinanzieren. Allerdings wird der Wagen, gesteuert vom Italiener Luca Filippi, erst mit dem Indy 500 in die laufende Saison einsteigen. Grund ist wohl, dass Honda erst dann wieder einen Motor liefern kann. Etwas merkwürdig ist die Sache trotzdem: RLL hatte bis vor kurzem nämlich einen zweiten Motor ab Saisonbeginn zur Verfügung – hat diesen aber an Sarah Fisher Racing abgegeben. (Vorsicht)

// Sebastian Saavedra wird 2012 das Indy 500 für Andretti Autosport bestreiten, und wird zudem “offizieller Ersatzfahrer” des Teams. Ansonsten nimmt der Kolumbianer allerdings einen Schritt zurück, und fährt die gesamte Saison der Indy Lights. Der gewöhnlich gut informierte Curt Cavin vom Indianapolis Star meldet allerdings, dass Saavedra ”vielleicht zwei bis drei weitere IndyCar-Rennen” für Andretti Autosport fahren darf. (Vorsicht)

// Währenddessen beginnen in Sebring die ersten “Open Tests” der neuen IndyCar-Saison. Am ersten Testtag hatte Ryan Hunter-Reay im Andretti-Chevy die Nase vorn, dicht gefolgt von Helio Castroneves im ebenfalls Chevrolet-befeuerten Penske. Honda war allerdings in Kombination mit Sam Schmidt Racing und Fahrer Simon Pagenaud ebenfalls nur eine Zehntelsekunde von der Bestzeit entfernt. Auch, wenn die Zeiten wohl noch nicht sehr viel wert sind – riesige Leitungsunterschiede zwischen den beiden großen Herstellern scheint es auf der Rundstrecke momentan nicht zu geben. Allerdings dürfte Chevrolet in Sachen Standfestigkeit und Entwicklungsfortschritt die Nase im Moment noch vorne haben. Mit zwei Sekunden Rückstand (auf einer knapp einminütigen Runde) und einigen technischen Problemen bildete Simona de Silvestro im einzigen Auto mit Lotus-Motor das Schlusslicht am ersten Testtag. Im Interview mit autosport.com zeigt sich die Schweizerin allerdings zuversichtlich, dass Lotus/Judd die Probleme bis zum Saisonstart in den Griff bekommt. (Vorsicht)

// Auch erste Details zur TV-Übertragung gibt es: In den neuen Autos werden neben den bekannte, drehbaren Kameras auf dem Überrollbügel auch drei neue Perspektiven zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Kamera am Heckflügel, eine in den Rückspiegeln sowie eine weitere in Richtung der vorderen Aufhängung. Weiterhin werden aber nicht alle Autos mit einen Onboard-Videosystem ausgestattet, sondern bei “normalen” Rennen sechs, und beim Indy 500 zwölf Wagen. Der Rest bekommt der aerodynamischen Chancengleichheit halber Kameraatrappen. (Vorsicht)

// Die Formel Renault 3.5 hat via Twitter bekanntgegeben, dass der bisher noch fehlende Austragungsort für das August-Rennen Silverstone sein wird. Das ganze wird allerdings kein komplettes WSbR-Wochenende werden, sondern nur als Rahmenrennen der WEC dienen – ähnlich dem Auftritt gemeinsam mit der WTCC im vergangenen Frühjahr in Monza. Das Rennen in Brasilien, über das im vergangenen Sommer kurz spekuliert wurde, wird damit vorerst nicht stattfinden. (Vorsicht)

// “Lotus” (née Gravity Charouz Racing) hat derweil bekanntgegeben, dass man 2012 in der Formel Renault 3.5 mit dem Neuseeländer Richie Stanaway, Meister des deutschen F3 Cups, und dessen Vize, dem Dänen Marco Sørensen an den Start gehen wird. Sicher ein interessanter Referenzpunkt für die Fahrerqualität der deutschen Nachwuchsserie. (Vorsicht)

// Reiter Engineering wird 2012 zwei Gallardo LP600+ in der FIA GT1 einsetzen, die ja nun nach GT3 Regeln gefahren wird. Damit wächst das Starterfeld so langsam auf brauchbare Dimensionen an. (Don)

// In weniger als einem Monat (31. März / 01. April) startet die japanische Super GT auf dem Okayama International Circuit in ihre neue Saison. Über die letzten Wochen verteilt, haben einige der GT300-, insbesondere aber natürlich die GT500-Mannschaften, bereits ihre Fahrzeuge ausführlich über den Inselstaat verteilt getestet — ein direkter Vergleich war somit nur bedingt möglich. Im letzten Jahr aufgrund der tragischen Naturkatastrophe abgesagt, finden die offiziellen Testfahrten in diesem Jahr wieder in Okayama vom 17. bis 18. März 2012 statt. Für einige der GT300-Teams, die sich erst vor kurzem für die diesjährige Saison eingeschrieben haben, wird es die erste und einzige ausführliche Testfahrt vor dem Saisonstart sein, und gleichzeitig einen ersten Indikator für die Stärke, egal ob in der GT300- oder GT500-Klasse darstellen. Die Nennliste für die Testfahrten umfasst 40 von 45 für diese Saison gemeldeten Fahrzeugen. Interessante Nebenbemerkung: Für Petronas Team Tom’s ist lediglich Kazuki Nakajima für die Testfahrten gemeldet. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits hat die Formel Nippon das offiziell als Round 0 bezeichnete Show-Rennen über 10 Runden bei Regen letzten Sonntag absolviert. Obwohl es lediglich als Unterhaltung für Fans gedacht war und es quasi “nur” um die Goldene Ananas (oder Prestige…) ging, entbrannte um den Sieg ein packender Dreikampf zwischen Joao Paulo de Oliveira, Takuma Sato und André Lotterer. Sato war von Beginn an konkurrenzfähig und erlangte kurz nach dem Start auch bereits die Führung. Erst kurz vor Schluss konnte de Oliveira den Japaner nach einem packenden Kampf vor der berühmten Löffelkurve überholen. Lotterer fiel bei dem Kampf ein wenig zurück, konnte sich allerdings kurz vor Schluss wieder auf knapp eine Sekunde an Sato herantasten, aber nicht mehr angreifen. Auf den Plätzen Vier und Fünf kamen Serienrückkehrer Loic Duval sowie Tsugio Matsuda ins Ziel. Das komplette Ergebnis sowie einige Bilder zum Rennen gibt es auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon, eine Amateur-Aufnahme vom Start hier. (Yankee)

// Im Anschluss an die Feierlichkeiten absolvierte die Formel Nippon am letzten Montag und Dienstag zwei offizielle Testtage auf dem Suzuka Circuit. Nach schönsten Sonnenschein am Samstag, hatte der Regen wie auch am Sonntag am Montag allerdings keine Einsicht mit den Teams und bewegte die Organisatoren dazu, alle Fahraktivitäten für den Vormittag abzusagen. Glücklicherweise nahm der Regen ein wenig ab, so dass die für 15 Uhr Ortszeit geplante Session gestartet werden konnte. Auf der noch immer sehr nassen Fahrbahn hatte Joao Paulo de Oliveira am meisten Pech und beendete nach nur einer Runde seinen Testtag unsanft im Kiesbett. Am Wagen von Loic Duval wurde der neue Diffusor getestet. Unter anderem soll dieser bei Regenrennen die Gischt für den Hintermann reduzieren, ein akutes Problem des FN09. Laut den ersten Stimmen des japanischen Magazins Autosport Web fielen die Ergebnisse allerdings nicht wie erhofft aus, wenn auch ein kleiner Erfolg zu verzeichnen war. Die Ergebnisse für den ersten, verkürzten Testtag sind auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Am zweiten Testtag verschonte der Regen, abgesehen von der ersten Session am frühen Morgen, dann die Fahrer, während zur Mittagszeit der Himmel noch etwas verschlossen blieb, zum Nachmittag dann aber, passend zu den schnellsten Zeiten beider Tage, die Sonne zum Vorschein kam. Takuma Sato nahm wie bereits im Vorfeld verkündet lediglich am ersten der beiden Testtage teil, fuhr im Regen aber einen respektablen neunten Platz, mit lediglich knapp einer Sekunde (wohlgemerkt im Regen) Abstand auf den Tagesschnellsten Koudai Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing. Überhaupt waren beide Testtage fest in Honda-Hand. Beide Docomo-Piloten (Koudai Tsukakoshi & Takuya Izawa) könnten nicht nur aufgrund ihrer schnellen Zeiten eine entsprechende Rolle beim Saisonstart am 14. / 15. April, ebenfalls in Suzuka, spielen. Eine Zusammenfassung aller über beide Tage verteilten Testzeiten ist ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Wer eine Auflistung der einzelnen Sessions von Tag 2 möchte, wird hier und hier, ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Rennserie fündig. Zwei weitere, offizielle Testtage werden am 20. und 21. März in Fuji stattfinden. (Yankee)

// Die offizielle Präsentation der Formel Nippon wird am 26. März in Tokyo stattfinden. Entgegen einiger Gerüchte wird es 2012 (noch) keine Rückkehr des Freien Trainings am Freitag vor jedem Rennwochenende geben, auch die angedachte Änderung des Rennformats (längere Rennen, zwei Pflichtboxenstopps) wird es in diesem Jahr nicht geben. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten in Suzuka hat die JRP (Japanese Race Promotion) einige interessante Informationen zur Zukunft der Formel Nippon bekanntgegeben. Zum einen wurde über die schon länger geplante Expansion der Serie in den asiatischen Raum gesprochen. Konkrete Pläne gäbe es zwar noch keine, möglich wäre allerdings ein Rennen auf der F1-Strecke in Süd-Korea, vielleicht zusammen mit der Super GT, die 2013 dort das erste mal gastieren wird. In wie fern die Verhandlungen mit den Streckenbetreibern und Organisatoren vor Ort verläuft, liegt allerdings auch an der Wirtschaftslage. Die lediglich in einer Skizze vorhandenen Ideen für ein Rennen in Singapur sind derzeit hingegen komplett auf Eis gelegt, da hinter dem Bau einer permanenten Rennstrecke in Changi (für internationale Rennserien abseits der Formel 1, zum Beispiel der MotoGP) ein großes Fragezeichen steht. Ursprünglich sollte der Bau für die kürzer als 3km lange Strecke spätestens Anfang 2011 beendet werden, aufgrund von unter anderem nicht zahlenden und abgesprungenen Investoren rechnet allerdings fast niemand mehr mit der Fertigstellung des Kurses.

// Des Weiteren wurde über System E, ein Energierückgewinnungssystem ähnlich KERS in der Formel 1, gesprochen. Nach derzeitigen Stand soll das System, nach einiger Verzögerungen, 2014 zusammen mit dem neuen Einheitswagen eingesetzt werden, da die beiden von Toyota und Honda entwickelten Systeme nicht sonderlich gut mit dem FN09 funktionieren. Erste Testfahrten, unter anderem in Fuji, ergaben deutlich langsamere Zeiten als mit dem aktuellen “Boost”-System. Mehr zu den Zukunftsplänen der Formel Nippon erfahrt ihr in unserer Saisonvorschau Anfang April. (Yankee)

 

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March 05 2012

11:30

TV Rechte 2012: Wer zeigt was?

Die Motorsport Saison 2012 beginnt langsam wieder Fahrt aufzunehmen, und daher gibt es wie die letzten Jahr schon eine Vorschau vom Racingblog, wo es welche Rennserie zu sehen gibt.

Auch 2012 gibt es wieder einiges an Motorsport im Fernsehen zu sehen, bei den übertragenden Sendern hat sich nicht viel geändert. Die Situation der Internet-Streams ist dagegen in Bewegung. So gibt es dieses Jahr wohl zum ersten mal die V8 Supercars Live als Stream ohne “Geoblock” in Deutschland zu sehen. Bei den zwei größten Motorsportserien der Welt sieht es leider anders aus. Bei der Formel1 gibt es wie die letzten Jahre schon keinen offiziellen Stream, sondern nur ein Livetiming für registrierte User der Internet Seite. Auch bei der NASCAR sieht es nicht besser aus. Dort besitzt der Turner-Konzern sämtliche Internet Rechte für 2012. Und der machte bisher keine Anstalten, Rennen im Internet zu streamen (abgesehen von den Rennen auf TNT, die es dann im Racebuddy aus 10 verschieden Perspektiven gibt). Hoffen kann man allerdings auf das nächste Jahr: Anfang Februar hat die NASCAR die gesamten Online Rechte samt Livestreaming-Möglichkeiten ab 2013 von Turner zurückgekauft.

Insgesamt lässt sich allerdings feststellen, dass immer mehr Serien ihr Produkt auch übers Internet via offiziellen Livestreams und Interviews verbreiten. Zum Beispiel die oben erwähnte V8 Supercars oder die BTCC. Andere Serien übertragen sogar teilweise die ganzen Racedays samt Rahmenserien im Internet, etwa die ADAC GT Wochenende (abgesehen von den “Hauptrennen” der GT Masters) und die FFSA GT (Französische GT3 Meisterschaft). Als interessant lässt sich zudem sehen, dass vor allem der ACO wohl gemerkt hat, welche Möglichkeiten das Internet bietet. So wurden letztes Jahr die ALMS (American Le Mans Series) und die WEC (World Endurance Championship) komplett live gestreamt. Manche Dinge werden sich wohl nie ändern, und so gibt es auch dieses Jahr wieder keinen (legalen) Stream von MotorsTV – schade, da mal dieses Jahr einige interessante Serien überträgt.

Die folgende Übersicht ist nach den vorhanden Infos vom 4. März , wird allerdings im Laufe der Saison erweitert bzw geupdate wenn es neue Informationen gibt. Kleiner Hinweis: Eurosport zeigt sein Programm sowohl live, als auch on demand über den Eurosportplayer.

Eine generelle Übersicht der Streams haben wir auch zusammen gestellt.

Formelserien

F1 – sky/RTL
Sky hat den Vertrag wie schon letztes Jahr wieder um 1 Jahr verlängert, und zeigt alle Trainings, Qualifikationen und Rennen. Die Vorberichte und Nachberichte für die Rennen wird aus dem Sky Sport News Studio kommen. Zudem sind Jacques Schulz , Marc Surer und Tanja Bauer vor Ort. sky HD Kunden, die ein iPad haben, können die F1 wohl auch live über die skyGo Applikation schauen.
Bei RTL wird die Übertragung so ähnlich aussehen wie schon die letzten Jahre. Das heißt: FP3, Qualifikation, Rennen.
Die Freitags-Trainings wird es nach aktuellem Informationsstand nicht im Free TV geben, da Sport 1 aus der Übertragung aussteigt.

GP2 – sky
Alle Rennen der GP2 Meisterschaft werden live auf Sky übetragen

GP3 – Euro(2)
Die Rennen der GP3 werden wie letztes Jahr schon auf Eurosport (2) live oder mit delay gezeigt.

Formel Renault 3.5 – Euro(2)
Auch die Formel Renault 3.5 gibt es wieder auf Eurosport (2) live oder As-live zu sehen.

Auto GP World Series – Euro(2)
Eurosport (2) überträgt dieses Jahr alle Rennen der AutoGP live.

F2- MotorsTV, Stream
Die Formel 2 gibt es auch dieses Jahr wieder Live auf MotorTV. Zudem sollte es einen offiziellen Stream auf formulatwo.com geben.

F3 Euro – n-tv (?)
Bis jetzt gibt es keine Infos ob n-tv auch dieses Jahr wieder die Formel 3 Euro Series überträgt. Allerdings darf man darauf hoffen, nachdem der Sender die letzten Jahre sogar die Formel 3 Rennen aus Macao gezeigt hat. Sollte n-tv einsteigen, werden die Rennen auch auf deren Homepage gestreamt.

European F3 Open – MotorsTV / Stream (?)
Alle Rennen gibt es wohl Live oder Re-Live auf MotorsTV. Im vergangenen Jahr hat man die Läufe außerdem im Stream unter www.livestream.com/f3open gezeigt.

US-Racing

NASCAR Sprint Cup – Motorvision/ServusTV 
11 Rennen (Daytona+Chase) werden dieses Jahr live auf Motorvision gezeigt. Zudem überlegt man, weitere ausgewählte Rennen live zeigen. Von den restlichen Rennen wird es ausführliche Zusammenfassungen geben.
ServusTV zeigt dieses Jahr auch wieder den Sprint Cup als Zusammenfassung immer Montags gegen 23 Uhr. Zudem plant man wohl einige Rennen live zu übertragen, hierbei dürfte es sich wohl um Nachtrennen handeln. Bestätigt ist das aber noch nicht.

NASCAR Nationwide Series – MotorsTV
MotorsTV plant dieses Jahr alle Rennen live oder As-Live zuzeigen.

Indycar
Die Indycar Series wird es wahrscheinlich auch 2012 nicht im Deutschen Fernsehen geben. Auch die Chancen auf ein Livestream sind eher gering.

Tourenwagen

WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird alle Rennen + Qualifying auf Eurosport und Eurosport2 (live) zeigen.

BTCC – itv4
Die BTCC wird dieses Jahr samt kompletten Raceday wieder auf ITV4 gezeigt. Zudem gibt es einen legalen Stream, der allerdings mit “Geoblock” versehen ist.

DTM – ARD
Nicht neues.

GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Die SRO Serien werden wie letztes Jahr schon komplett im Internet übertragen und danach VoD gestellt. Inwiefern es eine Übertragung der GT1 WM bei Sport1(+) gibt, steht noch nicht fest. Allerdings ist noch nichts im TV Plan von Sport1 eingetragen, sodass man von einer Nicht-Übertragung ausgehen muss. Den Stream findet man auf der jeweiligen Homepage der Serien.

ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 weiter an der ADAC GT Masters fest, die Rennen werden jetzt allerdings um 12:15 erst gestartet. Ob die Rahmenrennen (so wie 2011) wieder via Internet-Stream versendet werden, ist derzeit noch ungewiss.

VLN – Sport1 (Zusammenfassungen)
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.

Porsche Supercup – Sky/Euro2
Sky überträgt die Serie auch 2012. Sollte auch bei Eurosport(2) zu sehen sein.

Porsche Cup – Sport1(+)?
Sport1(+) dürfte wohl wieder die Rennen des Porsche Carrera Cup zeigen. Zudem sollte es einen Livestream geben.

Scirocco Cup – MotorsTV/Sport1(+)
Läuft auf MotorsTV. Auch auf Sport1(+) eventuell zu sehen. Außerdem hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das auch dieses Jahr wieder da sein könnte.

V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt) / Livestream
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt, der Rest mit delay (1 Tag – 1 Woche). Zudem gibt es einen Livestream unter www.v8supercars.com.au, auf dem auch einige der Rahmenrennen zu sehen sind.

Superstar Serie – MotorsTV
Die interessante und gut besetzte italienische Serie läuft live auf MotorsTV.

International GT Open – MotorsTV
Die Rennen der Südeuropäisch geprägten Meisterschaft gibt es wieder auf MotorsTV und mit offiziellem Livestream (www.gtopen.tv) dieses Jahr zu sehen.

GT Sprint – MotorsTV
Die Rennen der GT Sprint (fährt zusammen mit der Superstars Serie) gibt es dieses Jahr wieder Live auf MotorsTV.

Ferrari Challenge Europa – MotorsTV
Live auf MotorsTV

Prototypen

WEC – Euro2
Eurosport(2) überträgt die Rennen wohl dieses Jahr wieder. In welchem Umfang die Rennen übertragen werden steht noch nicht fest. Zudem könnte es wieder einen Live Stream geben.

LMS – MotorsTV 
Die LMS läuft dieses Jahr auf MotorsTV, zudem soll es einen Livestream geben. Inwiefern Radio Le Mans von den Rennen berichtet, steht noch nicht fest.

24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden live bei Eurosport.

ALMS – MotorsTV
MotorsTV wird auch dieses Jahr wieder die meisten Rennen der ALMS live zeigen. Zudem gibt es die Rennen, die man nicht live zeigt As-Live. Auch wieder geplant: Ein guter Livestream auf der Homepage der Serie mit dem Kommentar der Jungs von Radio Le Mans.

GrandAm – MotorsTV
Die Rennen der GrandAm gibt es dieses Jahr auf MotorsTV fals Speed auch live überträgt. Ansonsten gibt es die Rennen mit delay.

Japan

Super GT
Die überaus interessante Super GT wird man leider auch dieses Jahr allenfalls über einen Stream aus den unendlichen Rändern des Internets verfolgen könnnen.

Formel Nippon
Auch die Formel Nippon wird es wohl nicht auf legalem Wege zu sehen geben.

Argentinien

Turismo Carretera / TRV6 / TC2000
Die höchste argentinische Rennklasse gibt es 2012 via (offenbar) offiziellem Stream auf justin.tv/tcarretera. Ebenfalls einen Livestream gibt es zur Silhouetten-Serie TRV6 (unter trv6.com.ar). Die Qualität beider Streamingangebote liegt allerdings, wie man so schön sagt, im Auge des Betrachters. Die vermutlich beste Tourenwagenserie Südamerikas, die TC2000, wird wird wohl leider auch weiterhin keinen offiziellen Stream bereitstellen.

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