Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

December 21 2011

20:00

IndyCar: Saisonrückblick 2011

Das “Gap Year” vor Eintreffen des neuen Autos nahm im Oktober ein tragisches Ende. Bis zum Saisonstart muss die IndyCar nun einige Probleme überwinden.

Randy Bernards erstes “richtiges” Jahr an der Spitze der IndyCar Series ist zu Ende. Vor dem furchtbaren Finale in Las Vegas war 2011 vor allem eine Saison der Experimente. Die neue Chefetage kramte allerhand neue, alte und sehr alte Ideen aus dem Köcher, die man vor dem großen Neustart 2012 ausprobieren wollte. Das Fazit zu Double-File Restarts, Twin-Races und Las Vegas World Championships fällt auch abseits der Tragödie etwas mager aus. Immerhin haben sich die TV-Quoten, wenn auch auf niedrigem Niveau, ein wenig stabilisiert. Wohl auch deswegen, weil im Schatten der teils fehlgeleiteten Showelemente auch heuer wieder einige spannende Rennen und überraschende Sieger geboten wurden. Die Pläne für das kommenden Jahr wurden von den Ereignissen in Las Vegas noch einmal durcheinandergewürfelt – bis heute gibt es etwa keinen vollständigen Kalender für 2012. Auch das neue Auto macht noch einige Probleme. Doch zumindest das könnte sich als Glück im Unglück erweisen – durch die vielen Änderungen könnte die gewohnte Hackordnung nämlich endlich aus den Fugen zu geraten.

Die war im vergangenen Jahr nämlich ohne Überraschungen. Am Ende stand meist ein Pilot des Ganassi Premiumteams oder ein Penske-Fahrer im Winner’s Circle. Immerhin gab es die eine oder andere Ausnahme: Mike Conways Überraschungstriumpf in Long Beach, Marco Andrettis souveräne Siegfahrt in Iowa und Ed Carpenters lang verdienter Premierenerfolg in Kentucky. Und natürlich die chaotische letzte Kurve beim Indy 500, in der JR Hildebrand die Chance verspielte, als Rookie das prestigeträchtigste Rennen des Jahres zu gewinnen – und Dan Wheldon seinen, grade in der Nachbetrachtung, erinnerungswürdigsten Sieg einfuhr.

Diese vereinzelten Erfolge können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die kleineren Teams der Spitze auch 2011 nicht näher gekommen sind. Andretti Autosport dümpelt weiterhin im Mittelfeld dahin, und ist ein Schatten seiner früheren Größe. KV verbrachte auch die vergangene Saison wieder am Sprung an die Spitze – erreichte diese aber nie, und war gegen Ende wieder im Rückwärtsgang begriffen. Am ehesten hätte man, auch dank einer starken Pilotenpaarung, Newman/Haas zugetraut, vielleicht irgendwann aus eigener Kraft den Anschluss zu schaffen – leider ging dem Team nach Saisonende das Geld aus, im kommenden Jahr ist man nicht mehr in der IndyCar Series dabei.

Es hat sich aber auch wieder gezeigt, dass bei den beiden “Todesstern”-Teams nicht nur die Technik-Mischung stimmt – es sind dort auch die besten Piloten unterwegs. Ob man die meist etwas zurückhaltende und defensive Fahrweise von Dario Franchitti und Scott Dixon nun schätzt, oder nicht: Dass die beiden Piloten wohl die konstantesten Punkte- und Podienlieferanten der vergangenen Jahre sind, bleibt unbestritten. Auch Will Power hat, trotz manchem Durchhänger, wieder eindrucksvoll bewiesen, dass jedenfalls auf den Rundkursen mit ihm zu rechnen ist. Sein Sieg beim zweiten Twin-Rennen in Texas zeigt, dass er auch auf den Ovalen immer besser zurecht kommt. Auch Ryan Briscoe und Helio Castroneves waren wieder anständig unterwegs. Dafür, dass die in einem der beiden Top-Teams fuhren, hätten sie aber gelegentlich auch etwas mehr zeigen können.

Wer sonst noch überzeugen konnte: Tony Kanaan, der nach seinem Ende bei Andretti erst in letzter Minute den Deal mit KV Racing vereinbaren konnte – und im wohl deutlich schwächeren Wagen mehrere Male sein Talent aufblitzen ließ. Außerdem die beiden Newman/Haas-Fahrer: Oriol Servia gilt schon lange als ein Pilot der gutes Cockpit verdient hätte – zumal der Katalane nicht nur die Qualitäten eines europäischen Rundkurs-Spezialisten mitnimmt, sondern auch auf den Ovalen mithalten kann. In Loudon hätte es – ohne die diskutable Entscheidung der Rennleitung – fast zum Sieg gereicht. Dass aber auch Rookie James Hinchcliffe so gut mithalten konnte, war schon eher eine Überraschung. Der Kanadier war in seinen Jahren in ChampCar und Indy-Juniorformeln meist eher durch seine Fähigkeiten hinter dem Mikrofon aufgefallen, als durch jene hinter dem Lenkrad.

Mehr zu erwarten war dagegen von den beiden Piloten des Ganassi-Juniorteams. Charlie Kimball und insbesondere Graham Rahal konnten in der vergangenen Saison nicht die erhofften Erfolge zeigen. Rahals mehrfach geäußerte Kritik, er bekomme nicht das gleiche Material, wie die beiden Piloten des “großen” Teams, mag zwar begründet sein – mehr als Plätze im hinteren Mittelfeld wären aber dennoch gefordert.

Auch das Gesamtpaket “IndyCar Series” zeigte sich trotz zahlreicher Änderungen 2011 weiter verbesserungsfähig. Regelbuch-Experimente wie die Double File Restarts bleiben in zwiespältiger Erinnerung. Vor allem aber die Entscheidungen der Rennleitung sorgten immer wieder für größere Diskussionen. Randy Bernard hat nun reagiert, und Brian Barnhard vom Posten des Rennleiters entfernt. Er kommt mit diesem Schritt den Wünschen zahlreicher Fans nach, die in Barnhard Tätigkeit schon länger die Wurzel allen Indy-Übels vermuten. 2012 wird sich zeigen, ob dieser Schritt den gewünschten Erfolg bringt.

Barnhards Abschied ist konsequent und vermutlich alternativlos. Er hat sich in langen Jahren in seiner Funktion gewiss einige Fehler erlaubt. Die Kritik war aber auch eine Art selbsterfüllender Prophezeiung: Zuletzt spürte man Barnards wachsende Verunsicherung bei der Beurteilung von Rennsituationen – Super-GAU war sicherlich die völlig fehlgeleitete Entscheidung, das Ovalrennen in Loudon trotz einsetzendem Regen neu zu starten. Damit ging auch der letzte Respekt der Fahrer und Teams verloren, die nun auch bei korrekten Strafen die Möglichkeit erkannten, sich durch Kritik an der Rennleitung ins Recht zu setzen.

Dass die Probleme nicht an Barnhard allein lagen hat auch die INDYCAR erkannt. Die zahlreichen Unklarheiten im Reglement will man daher nun beseitigen. Über den Winter wird an einem neuen Regelbuch gearbeitet, dass eindeutiger formuliert und erstmals auch öffentlich zugänglich sein soll. Ein längst überfälliger Schritt, der den kommenden Rennleiter – er immer es auch sein wird – sicherlich manche Probleme erspart, mit denen Barnhard zu kämpfen hatte. Es ist aber auch zu hoffen, dass es sich dabei um eine starke Persönlichkeit handelt, die Randy Bernards Hang zur Show im Namen von Sport und Sicherheit entgegentreten kann.

Hindernis zum medialen Erfolg waren auch 2011 kleine Quoten und mangelhafte Besucherzahlen an den Strecken. Die Übertragungen auf Versus boten zwar lange Sendezeiten und mit Herzblut gestaltete Beiträge – trotz leichtem Anstieg konnte die Serie aber auch 2011 dort keine großen Quoten erreichen. Auch beim Kommentatorenteam gibt es dort – bei aller Sympathie – noch ein wenig Aufholbedarf. Denn mit manch unklarer Situation war man doch etwas arg überfordert.

Deutlich verbessert zeigte sich dagegen, gerade gegen Ende der Saison, die Coverage bei ESPN/ABC. Beim Regenchaos in Loudon sparte man nicht mit Kritik an der Serie, ließ aber alle Seiten, inklusive Brain Barnhard live zu Wort kommen. Unter denkbar tragischen Umständen lief man schließlich in Las Vegas zu journalistischer Hochform auf. Die Berichterstattung war professionell und angemessen, Marty Reids “Goodbye” an Dan Wheldon traf den richtigen Ton, und wird den meisten Zusehern wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Durch Wheldons Unfall wurden auch die Weichen für 2012 noch einmal neu gestellt. Die bereits vereinbaren Rennen in Las Vegas und Texas wurden hinterfragt (und, wie man hört, wohl beide abgesagt). Das Auto sollte auf Ovalen nun möglichst das Pack-Racing, also das knappe Neben- und Hintereinanderfahren von Rennautokolonnen, vermeiden.

“Dank” Dallara sind dafür aber nun keine großen Änderungen dafür nötig. Der Chassis-Lieferant hat sich offenbar sowohl bei der Gewichtsbalance als auch bei der Aerodynamik ein wenig vergriffen – der neue Wagen ist auf den Ovalen schwer zu kontrollieren und bisher auch langsamer als der Vorgänger. Sollte dieses Fahrverhalten zu führen, dass die Piloten nun häufiger von Gas gehen müssen, wäre zumindest das Pack-Racing-Problem behoben. Etwas besser fahrbar müsste das Auto allerdings doch noch werden. Derzeit zeigt es noch eine etwas unberechenbare Mischung auf Übersteuern am Kurveneingang und Untersteuern am Ausgang, die wohl zu einer Zunahme an Unfällen führen würde. Was auch nicht im Sinne der Sicherheit sein kann.

Es könnte aber sein, dass das Oval-Fahrverhalten im kommenden Jahr ohnehin keine große Rolle spielt. Aktueller Wasserstand im Kalender-Chaos ist, dass es abseits des Indy 500 nur zwei weitere Ovale geben könnte. Iowa und Fontana stehen wohl außer Streit, die Verhandlungen mit Texas scheinen aber am Rande des Scheiterns zu stehen. Fast täglich kündigen die IndyCar-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen die Veröffentlichung eines “offiziellen Kalenders” an – bekannt geworden ist bisher aber nur ein provisorischer Entwurf. Dieser enthält noch das Rennen in Texas, bietet sonst aber keine Überraschungen. Derzeitige Gerüchte sprechen davon, dass ein weiterer Lauf im US-Ausland dazukommen könnte. Interessantes Detail: Randy Bernard war am Wochenende in Brasilien.

Abseits der Probleme gibt es aber durchaus auch Grund zu Hoffnung: Die Teams haben die ersten Dallara-Chassis erhalten. Die Aufmerksamkeit für die IndyCar Series ist 2011 (schon vor dem Rennen in Las Vegas) wieder etwas angestiegen – einige Nachrichtenagenturen und größere Zeitungen berichteten wieder über die Rennen der Serie. Mit Honda, Chevrolet und Lotus sind nun mehrere Hersteller in der IndyCar Series aktiv. Das Rennen in Detroit findet 2012 wieder statt, außerdem besucht die Serie mit dem Premierenlauf in Tsingtao erstmals China – das mag zwar die meisten Fans nicht besonders faszinieren, international tätige Sponsoren und die drei Hersteller aber umso mehr. Einige Teams stehen nun wieder auf solideren Beinen: Sarah Fisher Racing hat mit dem Öl-Mann Wink Hartmann einen offenbar potenten neuen Unterstützer gefunden. Rahal/Letterman wird wieder eine ganze Saison bestreiten – man plant sogar mit zwei Autos. Und Vision Racing wird unter dem Namen “Ed Carpeter Racing” und unter Leitung von Derek Walker neu auf die Beine gestellt.

Zweifellos bleibt viel zu tun – ganz besonders nach den Ereignissen von Las Vegas. Auch manche Showelemente, mit denen man 2011 experimentiert hat, sind gescheitert. Unter der problematischen Oberfläche steht die IndyCar Series aber deutlich besser da, als noch vor einem Jahr. Wenn man die Probleme mit dem neuen Auto lösen kann, und es schafft, einen tragfähigen Kalender auf die Beine zu stellen, kann die Serie aber erstmals seit langem wieder mit etwas Optimismus in die Zukunft blicken.

flattr this!

September 15 2011

15:57

Vorschau: The Final Indy Japan 300

Zum vorläufig letzten Mal starten die IndyCars Sonntagfrüh in Motegi. Wegen der Erdbebenschäden steht statt dem Oval der Rundkurs auf dem Programm.

Immerhin 26 Einsatzwagen wurden auf die lange Reise nach Japan geschickt. Es wird also ein gut gefülltes Feld geben, wenn Sonntagmittag (Ortszeit) die IndyCar-Motoren zum “Final Indy Japan 300″ gestaaaaartet werden. Ein Portion Wehmut wird allerdings auch dabei sein. Schon im Winter wurde bekannt, dass sich die IndyCar Series aus Japan zurückzieht, weil Honda nicht mehr für die Kosten aufkommen will. Nicht vergessen darf man aber auch, dass Motegi unweit jener Küstenregion liegt, die im März vom großen Erdbeben und Tsunami heimgesucht wurde – als Tomikazu Fukuda, der Mann, der für den oben verinkten, vermutlich besten aller Startcommands verantwortlich ist, plötzlich andere Nachrichten an den “Partner-Bundesstaat” Indiana übermitteln musste. Beim Erdbeben wurde auch das Oval am “Twin Ring Motegi” beschädigt. Für die Reparatur will man derzeit kein Geld ausgeben, weil das an anderer Stelle dringender gebraucht wird. Daher fährt die IndyCar Series heuer erstmals auf dem Rundkurs.

Jedes Jahr seit 1998 gab es in Motegi ein Ovalrennen einer amerikanischen Serie. Zunächst war von 1998 bis 2002 die CART dort zu Gast, seit 2003 fährt nun schon die IndyCar Series dort. Besonders spannende Rennen hat der Kurs zwar, vor allem in den letzten Jahren, nicht wirklich geboten. Zumindest ein histoischer Moment wird ihn aber wohl bleibend in den Geschichtsbüchern halten. Danica Patrick gewann hier 2008 ihr erstes und bisher einziges Rennen – der erste Sieg einer Frau in einer großen Formelrennserie. 2009 verspielte Ryan Briscoe auf kalten Reifen bei der Boxenausfahrt unter Gelb seine Meisterschaftschancen. Im vergangenen Jahr gewann Helio Castroneves eine weitgehend unspektakuläre Ausgabe.

Zugegeben: Die Statistiken aus dem vergangenen Jahren sind Makulatur, zumal die Serie ja heuer nicht mehr auf dem Oval antritt. Jüngere Erfahrungen mit dem Rundkurs in Motegi hat nur einer der Starter: Der Brasilianer Joao Paulo de Oliveira, Formel Nippon Meister 2010 und vor einigen Wochen Rennsieger am Twin Ring, wird für Conquest Racing sein Debut bei den IndyCars geben.

Freuen werden sich die japanischen Fans wohl über einen weiteren Rückkehrer. Hideki Mutoh, 2010 wenig erfolgreich für Newman/Haas und heuer in der Super GT unterwegs, wird bei Sam Schmidt Racing das Auto von Martin Plowman übernehmen. Zudem ist natürlich mit Takuma Sato ein weiterer Japaner am Start – womöglich bei seinem drittletzten Einsatz in einem Honda. Nachdem er in seiner bisherigen Karriere noch nie ein von einem anderen Hersteller befeuertes Auto bewegt hat, könnte im kommenden Jahr ein Wechsel zu Chevrolet bevorstehen. Zumindest dann, wenn er bei KV Racing bleibt.

Erneut am Start ist auch, vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr, Giorgio Pantano, der einmal mehr den verletzten Justin Wilson im Team von Dreyer und Reinbold ersetzt. Auf den folgenden Ovalen von Kentucky und Las Vegas wird man sich wohl nach einem anderen Fahrer umsehen wollen.

Bisher als Wackelkandidaten galten James Hinchcliffe und Simona de Silvestro. Beide habe aber die nötige Sponsorunterstützung gefunden, um nach Japan reisen zu können. Hinchliffe bekommt etwas Geld von seinem Dauersponsor Sprott Asset Management, den Rest zahlt offenbar Newman/Haas selbst. De Silvestros Sponsor “Nuclear Clean Air Energy” sollte indes eher eine kurzfristige Umlackierung überdenken.

Der Kurs, den die IndyCar Series in diesem Jahr befahren wird, ist jener, auf dem auch die Moto GP, Super GT und Formel Nippon ihre Rennen austragen. Er wirkt auf den ersten Blick etwas schmal, und dürfte mit seinen vielen mittelschnellen, langgezogenen Kurven nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten bieten. Allerdings: Videoschnipsel aus den japanischen Vierradserien zeigen, dass dort durchaus auch gute Duelle möglich sind. Und noch eines muss zu Gunsten der Strecke gesagt werden: Es handelt sich vermutlich um jene Strecke, die im gesamten IndyCar Kalender den höchsten Standard in Sachen Sicherheit und Modernität bietet.

Nach dem Start, der im Infield des Ovals erfolgt, geht es in eine 180-Grad Kehre, die allerdings etwas zu schnell sein dürfte, um erfolgreiche Überholmanöver zu ermöglichen. Danach folgen zwei schnelle Linkskurven, für die leider das gleiche gelten sollte.

Dann allerdings geht es auf eine schnelle Gerade, an deren Ende sich eine relativ scharfe Rechtskurve befindet. Hier könnte das eine oder andere Überholmanöver zu bewundern sein. Der folgende Streckenabschnitt verlässt dann das Oval, und führt in ein schnelles Geschlängel, das ähnlich wie der erste Sektor in Silverstone oder die Esses in Suzuka anmutet – spannend zu fahren, spektakulär aus der Onboard-Perspektive, Überholen unmöglich.

Dann allerdings folgt die längste Gerade des Kurses, an deren Ende vielleicht noch einmal das eine oder andere Überholmanöver möglich sein könnte. Eine kurzes, kurviges Verbindungsstück führt dann wieder zurück ins Infield des Ovals und aus die Start- und Zielgerade.

Das folgende Video zeigt die Strecke aus der Formel Nippon Perspektive. Es wird interessant sein zu sehen, welche der beiden Serien den Kurs schneller umrundet. Wer sich eine Zeit zum Vergleich notieren will. De Oliveira fuhr vor wenigen Wochen in 1:35.012 zur Pole.

In der Meisterschaft wird es nach Will Powers Erfolg vor zwei Wochen in Baltimore noch einmal eng. Dario Franchittis Vorsprung beträgt nur noch fünf Zähler. Alle anderen Piloten haben kaum noch Chancen. Power muss versuchen, in Japan möglichst viele Punkte Vorsprung auf Franchitti einzufahren. Denn auf den letzten beiden Strecken, den schnellen Ovalen in Kentucky und Las Vegas, sollte er gegenüber Franchitti etwas im Nachteil sein.

Las Vegas News

Das Leben ist kurz, wie man nicht nur in Las Vegas weiß. Um ein vorzeitiges Ende zu vermeiden, braucht die IndyCar Series vor allem eines: Aufmerksamkeit. Diese wollte man mit einer spektakulären 5 Millionen Challenge zum Saisonfinale in Las Vegas erreichen. Piloten aus anderen Serien wären dem Plan nach gegen die IndyCar Profis angetreten – und hätten im Falle eines Sieges den Jackpot gewonnen. Leider haben sich aber keine Piloten gefunden, die an diesem Bewerb teilnehmen wollten.

Nun hat IndyCar Chef Randy Bernard ein Ausweichprogramm vorgestellt. Indy 500 Sieger Dan Wheldon wird am Saisonfinale teilnehmen, und das Rennen von letzten Startplatz aus in Angriff nehmen. Gewinnt Wheldon, bekommt er 2,5 Millionen Dollar. Weitere 2,5 Millionen gehen an einen zufällig ausgewählten Fan.

Das Format mag aus der Not geboren sein. Es bietet aber einige Vorteile gegenüber der ursprünglichen Idee. Am wichtigsten: Im Vergleich zu IndyCar-unerfahrenen Piloten aus anderen Serien kennt Wheldon Autos und Rennsituation genau, und stellt daher keine Gefahr für die anderen Fahrer oder gar das Publikum an der Strecke dar. Wheldon weiß, was er tut, und hat eine realistische Chance, zumindest in die Nähe des 5 Millionen Bonus zu kommen – vor allem deshalb, weil er ohne Qualifying-Druck das gesamte Training zum Feilen an der Rennabstimmung verwenden kann. Dass er aus der letzten Position startet, und um Geld für einen Fan fährt, macht ihn außerdem zum Underdog – was ihm sicher Sympathien einbringen wird.

Motegi im TV

Für das Rennen in Japan gilt das gleiche, wie für fast alle anderen Läufe in diesem Jahr. Eine Übertragung im deutschen TV gibt es nicht, man muss daher hoffen, im Netz fündig zu werden. In den USA überträgt Versus das Rennen. Wegen der Zeitverschiebung spielt sich die Action leider zu recht unchristlicher Zeit ab – los geht es bei Versus um 5:30 Uhr MESZ am Sonntagmorgen, die grüne Flagge fällt wohl um 6:00 Uhr.

Foto: INDYCAR

flattr this!

June 21 2011

16:43

Indycar Milwaukee: Guter Sport, schlecht verkauft

Eine klassische Strecke, viele Überholmanöver und ein interessantes Finish – was will man eigentlich mehr? Die IndyCar Series hat es trotzdem nicht geschafft, Fans auf die Tribünen zu locken. Und ABCs Dauerwerbesendung vertrieb sie von den Schirmen.

Und wieder eine vergebene Chance. Die Milwaukee Mile ist für die IndyCars historischer Grund, noch in den 1990er-Jahren strömten 50.000 Fans am Renntag der CART-Serie an die Strecke. Nach einem Jahr Pause kehrte man heuer wieder zurück. Und wurde von nur etwa 15.000 Besuchern begrüßt. Schade. Nicht zuletzt deswegen, weil das Rennen durchaus sehenswert war. Wenn man denn etwas davon zu sehen bekam. Denn wesentlich öfter als die Action von der Strecke zeigte ABC im Sonntag leider Werbeeinschaltungen. Immerhin: Die Schlussphase gab es ohne Werbeunterbrechung zu sehen. Und die lieferte, trotz eines am Ende ungefährdeten Siegers, noch einmal richtig Spannung. Abseits der Strecke brodeln derweil Spannungen zwischen den Teams.

Auch, wenn sie am Ende doch meist gewinnen – die Dominanz von Penske und Ganassi schien während den letzten Rennen zunehmend in Gefahr zu geraten. Diesmal hätte es fast geklappt: Tony Kanaan konnte an der Spitze mithalten, und lag zeitweise sogar recht komfortabel in Führung. Leider warf er den Wagen 29 Runden von Schluss mit einem Fahrfehler in die Wand, so dass Franchitti schließlich doch wieder ziemlich unbedrängt den Sieg nach Hause fuhr.

Auf Rang zwei landete Graham Rahal, der seinen Aufwärtstrend der vergangenen (Oval-)Rennen mit einem weitern starken Rennen verfestigte. Ebenso beeindruckend war abermals die Performance von Newman/Haas Racing: Oriol Seriva landete unauffällig aber effektiv auf Rang drei, James Hinchcliffe bewies mit Rang sechs erneut, dass er nicht zu Unrecht in der IndyCar Serie unterwegs ist. Besonders beim Spanier scheint es, als müsst nur der letzte Knoten noch platzen – der erste Sieg scheint heuer durchaus in Reichweite.

Auch KV Racing war wieder flott unterwegs: Kanaan hätte fast gewonnen, EJ Viso war konstant in den Top Ten unterwegs, bis auch er den Wagen etwa nach Rennmitte in der Mauer parkte. Auch der dritte im Bunde, Takuma Sato, fuhr zunächst in der Spitzengruppe mit. Bei einem Boxenstopp traf er dann aber einen Reifen (und fast auch noch einen Mechaniker), was die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe quittierte. Dass es trotzdem noch für Rang acht (in der Führungsrunde) reichte, spricht für die Performance von Team und Fahrer.

Etwas unter den Erwartungen: Team Penske. Einzig Powers guter (aber keineswegs überragender) vierter Rang rettete das Wochenende. Helio Castroneves lag zwar zeitweise in Führung – Druckverlust in einem Hinterreifen zwang ihn dann aber in die Box. Der enttäuschende neunte Rang war die Folge. Ryan Briscoe war zwar oft im Bild (weil als einer von wenigen mit einer Onboard-Kamera unterwegs), dass es ohne gröbere Probleme aber nur für Rang elf gereicht hat, ist für den Australier aber gewiss eine weitere Enttäuschung. Fährt er so weiter, ist sein Penske Cockpit für 2012 sicher in beträchtlicher Gefahr.

Die deprimierende Story des Wochenendes lieferte aber einmal mehr Simona de Silvestro. Die Schweizerin flog im Qualifying schon wieder hart in die Wand, und musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. Für den Renntag gab es zwar eine Starterlaubnis – weder das Auto noch (wenn die Fernsehbilder nicht sehr trügen) sie selbst waren aber in wirklich konkurrenzfähiger Rennverfassung. Nach tapferem Startversuch stellte sie den Wagen elf Runden später wieder ab.

Die Meisterschaft beginnt beim nächsten Rennen quasi von neuem. Denn sowohl Will Power als auch Dario Franchitti liegen nach dem Lauf in Milwaukee gleichauf bei 271 Punkten. Mit gehörigem Respektabstand folgt dann auf Rang drei der erstaunliche Oriol Servia (198) denkbar knapp vor Scott Dixon (195) und dem dritten Ganassi in den Top fünf, Graham Rahal (176). In der Ovalwertung führt Franchitti nach drei Läufen mit 117 Zählern von Scott Dixon (111), Power (103), Rahal (94) und Servia (88).

Ein wenig Unbill gab es wieder einmal nach dem Rennen – und in beiden Fällen stand Dario Franchitti im Fokus. Denn ob Niederlage wie in Texas oder Sieg wie in Milwaukee: Kritik im Post-Race Interview scheint bei Franchitti neuerdings zum guten Ton zu gehören. Diesmal war Helio Castroneves dran, bei dem der Schotte Blocking-Manöver im Kampf im Platz eins ortete. In einem anderen Aspekt stand Franchitti selbst in der Kritik: Denn auch der spätere Rennsieger soll bei einem Boxenstopp den Reifen eines Konkurrenzteams (der Penske-Crew von Will Power) berührt haben. Anders als Takuma Sato ereilte den Schotten aber keine Durchfahrtsstrafe – angeblich gab es keine schlüssigen Videobeweise.

Und auch wenn es sie gegeben hätte: Die Chance, sie zu sehen wäre zumindest für den TV-Zuseher verschwindend gering gewesen. Denn Broadcaster ABC behandelte das IndyCar Rennen einmal mehr als Dauerwerbesendung mit kurzen Rennunterbrechungen. Dass man als Network am Ende schnell aus der Übertragung raus muss, und wenig Zeit für Nachberichte hat – verständlich. Wenn aber auch während des Rennens in jeder Sekunde zu merken ist, dass man die IndyCar Serie viel lieber nicht zeigen würde – dann kann das für keinen der Beteiligten eine weise Business-Entscheidung sein. Auch die Zuseher in den USA waren diesmal wohl nicht begeistert: Ein Overnight Rating von nur 0.9 (Erklärung zum US-Ratings-System im Indy 500 Artikel) dürfte wohl weder die Serie, noch Team und Sponsoren, noch ABC nachhaltig begeistern.

Hoffentlich tröstet man sich bei ABC nicht damit, dass auch die Besucherzahlen vor Ort ziemlich enttäschend waren. Nach der Pleite des Milwaukee-Promoters im vergangenen Jahr hat man diesmal einen handverlesenen Veranstalter aus dem Serien-Heimatstaat Indiana mit der Ausrichtung beauftragt. Auch der hatte keinen Erfolg: Nur etwa 15.000 Zuseher waren am Sonntag vor Ort. Eine Rückkehr der Serie an die Traditonsstrecke wollte CEO Randy Bernard zwar am Rande des Rennens noch nicht ausschließen, sie scheint aber zunehmend unwahrscheinlich. Zumal auch, was ja im Grunde erfreulich ist, Strecken wie Elkhart Lake und Chicagoland (die beiden einen ähnlichen Markt bedienen) offenbar gute Chancen haben, 2012 wieder ein IndyCar Rennen austragen zu dürfen.

Vorschau: Iowa

Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2:00 Uhr) steht in Iowa das nächste Rennen auf dem Plan. In früherer Zeit war das progressiv überhöhte Oval eher als Langweiler verschrien. Der Plan, dort mehrere Fahrspuren zu schaffen, schien nicht immer so richtig so funktionieren. 2010 gab es aber zur allgemeinen Überraschung ein ziemlich enges und spannendes Rennen – vielleicht hat man also nun auch in Iowa den richtigen Modus für knappes Racing gefunden. Damals gewann Tony Kanaan, vielleicht schafft ja auch in diesem Jahr ein Außenseiter die Überraschung.

In einer Hinsicht dürfen Fans jedenfalls aufatmen: Statt der desinteressierten Truppe von ABC übernimmt diesmal wieder Versus die Übertragung. Man soll den Sender ja nicht in den Himmel loben, denn auch dort könnte man manches besser machen. Im Vergleich mit ABC ist der Spartenkanal aber geradezu Oscar-verdächtig. Das gilt leider nicht für die Empfangbarkeit im deutschen Sprachraum, wo man auch am kommenden Sonntag wieder auf alternative Quellen angewiesen sein wird.

IndyCar_Milwaukee_2011_0001 IndyCar_Milwaukee_2011_0002 _DRG0373 IndyCar_Milwaukee_2011_0004 IndyCar_Milwaukee_2011_0005 IndyCar_Milwaukee_2011_0006

Fotos: INDYCAR

flattr this!

June 11 2011

04:03

Vorschau: IndyCar Firestone Twin 275s

Die IndyCar probiert was Neues diesen Sommer – und es ist nicht Coke bei drei Grad. Stattdessen schneidet man das 550km-Renen in Texas in zwei Teile. Das verspricht Spektakel und Unwegbarkeiten, birgt aber auch Gefahren.

Wäre es ein normales Rennen in Texas, dann würde ich jetzt über die spannende Rad-and-Rad Duelle schreiben, die auf dem ultraschnellen Speedway in Fort Worth traditionell zu erwarten sind. Ich würde vermutlich auch wieder auf die Gefahren hinweisen, die damit in Verbindung stehen – und zur Debatte stellen, ob die IndyCar dieses künstliche Zusatzrisiko wirklich braucht. Das alles könnte man auch in diesem Jahr schrieben – 2011 gibt es aber ein noch größeres Thema, das diese Fragen überschattet. Die IndyCar testet in Texas nämlich ein neues Format: Statt einem längeren Rennen wird es zwei kurze geben, die direkt aufeinander folgen. Die Startaufstellung für Lauf 2 wird nach dem ersten Durchgang ausgelost. Allemal ein interessantes Experment. Der Modus wirft aber auch einige Fragen auf.

So überraschend die Idee klingen mag, ein IndyCar Rennen in zwei Teile zu schneiden – ganz neu ist der Einfall nicht. In den späten 1960er und in den 1970er-Jahren gab es insgesamt 17 sogenannte “Doubleheader”. Zunächst setzte die USAC den Modus vor allem für Rundkurse ein, etwas später und vor allem in frühen CART-Zeiten fanden die Veranstaltungen auf Ovalen statt. Dann gerieten sie in Vergesseneheit – bis IndyCar CEO Randy Bernard in der vergangenen Saison das Runder übernahm. Der neue Chef sucht fieberhaft nach “Pillar”-Veranstaltungen, die die Serie neben dem Indy 500 tragen könnten. Dabei ist er auch zu Experimenten bereit. Die “IndyCar Word Championships” im Herbst in Las Vegas sind so ein Versuch. Und das Twin-Rennen in der Nacht auf Sonntag eben auch.

Und so soll der Renntag ablaufen: Um 19:45 Uhr Ortszeit (das ist 2:45 Uhr CEST) ist Start des ersten Rennens, die Grid ergibt sich aus den Ergebnissen der Qualifikation (siehe unten). Dieser Lauf soll 275 Kilometer (= 114 Runden) lang sein – für den Rennsieger gibt es die halbe Punktezahl eines normalen Rennens. Danach haben die Teams dann Zeit für allfällige Reparaturen – während die Zusher auf andere Weise unterhalten werden. Denn dann erfolgt in umgekehter Reihenfolge des Zieleinlaufs die Verlosung der Startplätze für den zweiten Durchgang, der ebenfalls über 275 Kilometer geht. Start des zweiten Rennens ist dann um 21:45 Uhr Ortszeit (4:45 Uhr CEST). Auch hier wird die halbe Punktezahl eines “normalen” Laufes vergeben.

Das Format verspricht sicherlich Spannung. Dass die Zuseher gleich zweimal in den Genuss eines Zieleinlaufes kommen, ist sicherlich ein großes Plus. Und die umgekehrte Startreihenfolge im zeiten Lauf sorgt gewiss  für zusätzliche Würze – immerhin kann der Sieger dann durchaus auch aus der letzten Reihe ins Rennen gehen müssen.

Ob es diese Zusatz-Spannung aber ausgerechnet in Texas gebraucht hätte, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Die Verlosung könnte dafür sorgen, dass ein Meisterschaftskandidat an der Spitze des Feldes in den zweiten Lauf geht, und der andere ganz hinten – so richtig fair ist das nicht. Außerdem hat die Strecke auch ohne Gimmicks in den vergangenen Jahren immer äußerst spannende Läufe mit zahlreichen, teils rundenlangen Rad-an-Rad Duellen ermöglicht. Und die sind im Grunde auch dann schon gefährlich genug, wenn sie zwischen den Top-Autos stattfinden, und nicht an der Spitze des Feldes langsamere Wagen “lauern”.

Die Qualifikation

Eine erste – kleine – Überraschung gab es schon bei der Qualifikation am Freitagabend: Zum zweiten Mal in Folge nach dem Indy 500 steht Alex Tagliani auf der Pole. Das Auto von Sam Schmidt Motorsports scheint im Training weiter ganz hervorragend zu gehen – ob sie diesen Speed auch im Rennen halten können, ist weniger klar. Der Rennverlauf in Indianapolis lässt eher vermuten, dass man den Kanadier vielleicht in der vorderen Mitte des Feldes wiederfinden wird.

Dahinter lauern Dario Franchitti und Will Power. Die beiden Meisterschaftsanwärter liegen damit deutlich vor ihren Teamkollegen, die sich allesamt rund um Platz zehn wiederfinden (Dixon: 7, Briscoe 9, Castroneves 13). Vierter ist Takuma Sato, der seinen Aufwärtstrend aus den vergangenen Zeittrainings auch hier fortsetzen konnte – entsprechend strahlte Sato dann auch im Interview nach der Quali. Bleibt zu hoffen, dass es der Japaner auch einmal ins Ziel schafft. Fast schon sensationell: Platz fünf ging an Ed Carpenter im Auto von Sarah Fisher Racing – die Kombination aus dem gereiften Ovalspezialisten und dem engagierten Team scheint weiter Früchte zu tragen. Auf Rang sechs bestätigt Tony Kanaan die gute Forum vom KV Racing.

Sonst noch interessant: Rookie Wade Cunningham aus Neuseeland steht bei seinem allerersten Auftritt auf Rang acht, Danica Patrick auf zehn. Indy 500 Fast-Sieger JR Hildebrand auf Rang 11, Newman/Haas mit Servia und Hinchcliffe auf 14 und 15. Das Ganassi-Farmteam mit Kimball und Rahal auf 17 und 20. Paul Tracy geht bei einem seiner vermutlich letzten Ovalauftritte von 21 ins Rennen; Simona de Silvestro hatte im Training noch einige Probleme, und startet nur vom vorletzten Rang 29.

Ungemach

Hinter den Kulissen gärt es nach dem etwas merkwürdigen Indy 500 gleich an einigen Stellen ein wenig.

Zunächst brachte die kanadische Globe and Mail im Internet einen Artikel, in dem sie einen anonymen IndyCar-Fahrer mit der Vermutung zitierte, JR Hildbrand sei beim Indy 500 mit einem illegalen Auto unterwegs gewesen. (mehr dazu in den Newshappen) Mittlerweile wurde der Artikel von der Zeitung wieder gelöscht. Beweise gibt es für diese schwerwiegenden Vorwürfe freilich nicht. Das Thema ist aber deshalb keineswegs von Tisch, wie Nate Ryan für den Internetauftritt der USA Today berichtet.

Und als ob das nicht ungut genug wäre, hatte JR Hildebrand in der vergangenen Woche gleich nochmal kräftig Pech: Bei einem Sponsorevent verletzte sich der Amerikaner am Knie, und muss nun mit einer Schiene ins Rennen gehen. Gerüchte sprechen davon, dass er sich wohl das Krezband gerissen hat. Eine Operation dieser Verletzung wird auf lange Sicht wohl notwendig sein, im Interview mit Versus meinte Hildebrand aber, dass er das vielleicht erst nach dem Ende der Saison erledigen wird.

Neben Hidebrand schaffte es noch ein weiterer Pilot auf eher kontroversielle Weise ins Rampenlicht: Graham Rahal verlinkte auf seinem Twitter-Account die (mittlerweile gelöschte) Globe and Mail-Story über Hildebrands angeblich illegales Indy 500-Auto – und brach damit offenbar ein Tabu in der IndyCar Community. Aufgebrachte Twitter-Antworten waren die Folge. Im oben verlinkten USA-Today Artikel äußert sich Rahal zu dieser Causa. Er greift dabei Hildebrand nicht persönlich an – die Vorwürfe, Panther Racing könnte geschummelt haben, nimmt er aber nicht vom Tisch.

Das ist aber noch nicht alles: Im Interview mit Versus kritisierte Rahal dann auch noch sein eigenes Team. Das Auto sei im Qualifikationstrimm einfach zu langsam. Außerdem könne er nicht ganz verstehen, wieso sein Wagen zwei km/h langsamer sei, als jene der Teamkollegen Franchitti und Dixon. An sich eine berechtigte Frage – ob es beim Team allerdings gut ankommt, wenn man sie im TV-Interview statt bei internen Besprechungen aufbringt, ist dann aber wieder fraglich.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten zum Rennen in Motegi. Das soll trotz Erdbeben-Schäden an der Strecke zum geplanten Termin stattfinden – allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der Rundstrecke. Grund: Das Oval ist stärker beschädigt, und eine Reparatur würde zu viele Ressourcen von deutlich wichtigeren Wiederaufbau-Vorhaben in der Region abzweigen.

Dieser im Grunde eingängliche Umstand ist wiederum bei Danica Patrick auf wenig Verständnis gestoßen. Weil durch die Änderung nur noch sieben Ovalrennen im Kalender stehen (im vergleich zu zehn Rundstrecken), fürchtet sie, dass sich die Serien zu stark von ihren Oval-Wurzeln entfernt. Dass man in motegi nicht im Oval fahre, sei “enttäuschend“, so wie auch der gesamte Rennplan für 2011. Offene Kritik dieser Art ist im US-Sport eher selten – man darf also vermuten, dass Patrick damit ein konkretes Ziel verfolgt. Womöglich möchte sie den Kalender für 2012 in eine oval-lastigere Richtung bewegen – oder sich einfach eine praktische Ausrede für den Abschied in Richtung NASCAR zurechtlegen.

Im TV

Nach der eher mäßigen Leistung von ABC beim Indy 500 kommt in Texas wieder Versus zum Zug. Die Kommentatoren Bob Jenkins und Jon Beekhuis werden dabei von einem spezillen Gast unterstützt: Indy 500 Sieger Dan Wheldon saß bereits zum Qualifying mit in der Kabine, und wird auch beim Rennen als Experte fungieren. Die Übertragung beginnt laut Zeitplan um 1:30 CEST. Um etwas vom Rennen sehen zu können, wird auch diesmal wieder etwas Internet-Recherche nötig sein. Einen offziellen TV-Anbieter im deutschsprachigen Raum gibt es nicht.

flattr this!

June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

May 31 2011

16:32

Indy 500: Drama zum Jubiläum

Über lange Strecken erregte die Jubiläumsausgabe des Indy 500 vor allem durch eine schlechte TV-Übertragung und Unmassen von Werbung. Im Finale erwies sich das Rennen dann aber doch noch als geschichtsträchtig.

Nur eine Kurve trennte JR Hildebrand vom Triumph und mit ihm das Indy 500 von der großen Sensation. Doch nach 799 erfolgreichen Linksturns krachte der 22-jährige Rookie, der das Rennen völlig überraschend angeführt hatte auf den allerletzten Abdruck doch noch in die Mauer. Sehr zur Freude von Dan Wheldon, der bei seinem ersten – und vermutlich einzigen – Saisoneinsatz wieder einmal bewies, dass er zu Unrecht nur auf der Ersatzbank der IndyCar Series sitzt. Auch sonst war es nicht gerade ein Tag der Favoriten – Penske schlug sich mit allen drei Autos selbst, und Ganassi wurde die Spritsparstrategie diesmal zum Verhängnis. Für die Serie könnten die überraschenden Top 10 allerdings den Weg in eine spannendere Zukunft weisen.

Dabei sah es die längste Zeit so aus, als würde es ein ziemlich konventionelles Indy 500 werden. An der Spitze drehten meist die beiden Ganassi-Autos ihre Runden. Ganz vorne Scott Dixon, etwas dahinter Dario Franchitti, der seine übliche Spritspar-Strategie zu fahren schien. Als aber 36 Runden vor Schluss die letzte Gelbphase des Rennens anbrach, und einige Piloten versuchten, von dort bis zum Ende durchzufahren, sollte sich Hildebrand als der beste Spritsparer im Feld erweisen.

Franchitti hielt sich lange in direkter Lauerposition hinter den Führenden. Wieder einmal schien es, als könnte der Schotte in Führung gehen, wenn die Piloten vor ihm die Box ansteuern müssten. Am Ende ging aber auch ihm der Sprit aus – Franchitti landete als letzter Pilot in der Führungsrunde auf Rang 12.

Ganz anders Hildebrand. Der Kalifornier sparte gleich nach seinem Boxenstop massiv Sprit – und hatte am Ende ausreichend Treibstoff, um einigermaßen brauchbare Rundenzeiten zu fahren. Serienchef Randy Bernard und Co. wohl fast durchgehend den Atem angehalten haben. Ein 22-jähriger, gut vermarktbarer, amerikanischer Pilot mit einem Auto in den Farben der Nationalgarde, der als Rookie das große Jubiläumsrennen in Indianapolis gewinnt – für die Popularität der Serie wäre das ein riesiger Erfolg gewesen.

Der Traum währte 7 Runden und 3 Kurven – dann stand Charlie Kimball in Turn 4 des 200. Umlaufs zur Überrundung an. Hildebrand, unter Druck vom frisch betankten Dan Wheldon, der hinter ihm deutlich bessere Rundezeiten fuhr, entschied sich, nicht von Gas zu gehen, sondern Kimball außen zu überholen. Ein Manöver, das, wie Hildebrand nach dem Rennen zu Protokoll gab, zuvor mehrfach gut gegangen war – mit alten Reifen und halber Konzentration schlug es fehl. Hildebrand landete in der Mauer und Dan Wheldon fuhr am waidwunden Panther-Boliden vorbei zum Sieg. Der Rookie konnte den zerstörten Wagen noch auf Rang zwei über die Linie bringen – ein schwacher Trost für jemanden, der ein 499 1/2 Meilen-Rennen überlegen gewonnen hätte.

Immerhin: Wenn schon nicht der Sieg drin war – der Popularität des Kaliforniers tat das wohl wenig Abbruch. Die Medien waren nach dem Rennen jedenfalls weniger am Sieger interessiert, als am tragischen Helden. Hildebrands Marktwert dürfte deutlich gestigen sein – zumal er auch in der Niederlage Klasse bewies, für Interviews bereit stand, und den Fehler auf seine eigene Kappe nahm. Was ja in der Welt des Motorsport alles andere als selbstverständlich ist, wie die Formel 1 immer wieder beweist. Und auch finanziell ist so ein zweiter Platz nicht übel – etwas mehr als eine Million Dollar haben Hildebrand und Team an Preisgeld gewonnen. (Autosport-Journalist Pablo Elizalde hat hier eine volle Aulistung aller Preisgelder gepostet)

Auch der Drittplatzierte wird der IndyCar Series viel Freude bereitet haben. Graham Rahal, bisher in dieser Saison in Chip Ganassis Farmteam eher im hinteren Mittelfeld unterwegs, schaffte es mit einer cleveren Strategie und einem tadellosen Rennen von der Startposition 29 aus, fast an die Spitze des Feldes zu fahren. Sogar sechs Führungsrunden gab es für den Sohn des ungebrochen populären Bobby Rahal. Es ist nicht die erste gute Vorstellung des Filius auf einem Oval. Und zumal Graham eigentlich auf Straßenkursen groß geworden ist – sein Vater wollte ihn von den gefährlichen Ovalen fernhalten – sollte  wohl in Zukunft auch an der Spitze der Serie insgesamt ein Wort mitreden können, sofern Ganassi es schafft, auch sein zweites Team auf Vordermann zu bringen.

Beachtlich auch die Vorsellungen von Tony Kanaan (4), Oriol Seriva (6) und Bertrand Baguette (7). Kanaan holte im Wagen von KV Racing abermals eine gute Platzierung, und bewies, dass auch im Oval mit dieser Kombination aus Fahrer und Team zu rechnen ist. Servia konnte die sensationelle Leistung aus dem Qualifying zwar nicht ganz umsetzen, demonstrierte aber einmal mehr, dass das Auto von Newman Haas auch auf dem Oval vorne mitfahren kann – als Beleg dafür seien auch die 18 Runden genannt, die der Katalane an der Spitze des Feldes verbrachte. Und Bertrand Baguette schaffte bei seinem bisher einzigen Saisoneinsatz gegen Ende des Rennen ebenfalls einige Führungsrunden. Diese waren zwar, wie sich bald herausstellen sollte, dem Spritpoker geschuldet – seine Platzierung zeigt aber auf, dass sich sowohl der Belgier, als auch das Team von Rahal Letterman Racing mehr als dieses eine Rennen im Jahr 2011 verdient hätten. Änhliches gilt übrigens auch für Tomas Scheckter, der seinen KV Racing Boliden auf Rang acht ins Ziel brachte.

Marco Andretti auf Rang neun und Danica Patrick auf Platz zehn sorgten für ein einigermaßen versöhnliches Rennwochenende für Andretti Autosport. Zumal Patrick ihren Sponsoren auch zehn wertvolle Führungsrunden samt TV-Präsenz bieten konnte. Das ist deutlich mehr, als Ryan Hunter-Reay behaupten kann, das mit drei Runden Rückstand auf Platz 23 einlief. Ich kann mich nicht erinnern, den Wagen des Texaners irgendwann in der Übertragung gesehen zu haben. Bitter, zumal er den Startplatz nach verfehlter Qualifikation ja teuer von AJ Foyt und dessen Fahrer Bruno Junqueira gekauft hatte, um seine Sponsoren im TV unterzubringen.

Überhaupt noch ein Wort zur TV-Übertragung: ABC hat für das Rennen zwar so ziemlich jeden Kommentator und Analysten an die Strecke gebracht, der in der Redaktion von ESPN zu finden war. Gut war die Leistung aber trotzdem nicht: Zwar waren Kommentar und Interviews diesmal informiert und weitgehend fehlerfrei – es hätte aber vielleicht auch noch Themen abseits von Danica Patrick und Chalie Kimballs Diabetes gegeben, die man bei Gelegenheit hätte ansprechen können. Und auch die Bildregie dürfte mit dem Rennsport bisher nicht so viele Berührungspunkte gehabt haben. Abseits der Führenden war kaum jemals ein Auto zu sehen, das sich nicht gerade in die Wand gedreht hatte. Und bei aller Begeisterung für “Side by Side” in den Werbepausen – etwas öfter hätte man schon auch Bilder von der Strecke zeigen können, die über Briefmarkenformat hinausgehen. Mit einer Schätzung, dass etwa die Hälfte des Rennens aus Commercials bestand, liegt man vermutlich nicht weit daneben. Und das ist bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten von ABC und IndyCar doch deutlich zu viel. Vor allem dann, wenn man es nicht fertig bringt, zumindest Restarts und Führungswechsel zu zeigen – und sich bei der letzten, entscheidenden Boxenstop-Phase nicht entscheiden kann, ob man die Werbung nun unterbrechen soll, oder nicht. Und sich dann für “nicht” entscheidet.

Das war jetzt doch etwas mehr als “ein Wort” – aber musste einfach mal gesagt werden.

Wie über Twitter zu vernehmen ist, sind zumindest die Einschaltquoten gegenüber dem historischen Tiefststand aus dem vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Mit einem Overnight Rating von 4.3 liegt das Rennen sowohl über dem Wert aus 2010 (4.0) als auch über jenem der NASCAR-Konkurrenzveranstaltung Coca Cola 600 (ebenfalls 4.0). Kleine Anmerkung zu diesen Zahlen: Die sogenannten Nielsen Ratings sind nicht exakt mit den in Europa bekannten Zahlen, wie etwa dem Marktanteil zu vergleichen. Sie geben den Prozentsatz aller Haushalte mit TV wieder, die im Untersuchungszeitraum ein bestimmtes Programm gesehen haben. Derzeit steht ein Ratings-Punkt für 1,159 Millionen TV-Geräte. Ein Rating von 4.0 entspräche daher 4,636 Millionen Haushalten. (Weil es jedes Jahr in den USA mehr Haushalte mit TV-Geräten gibt, sind die Zahlen auch über den Jahresverlauf nur mit Vorsicht zu vergleichen – wenn es auch im Vergleich wohl die beste Methode dafür ist.) Auch zu beachten: Die sogenannten Overnight Ratings sind nicht die endgültigen Zahlen, sondern geben nur den Wert für die wichtigsten TV-Märkte in den USA wieder – vornehmlich sind das größere Städte. Das schadet der vergleichsweise urbanen IndyCar Series oft, während es der NASCAR eher hilft. So ist das endgültige Rating für das Indy 500 im vergangenen Jahr dann nur bei einem Rating von 3.6 gelegen.

In eineinhalb Wochen steht schon das nächste Saisonhighlight auf dem Programm – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der IndyCar-Chefetage geht. In Texas experimentiert die Serie nämmlich mit einem neuen Rennformat, das das bisher übliche 550km-Rennen ersetzen soll. Der Lauf in Fort Worth wird nämlich in zwei Teile geschnitten. Unter dem noch verbesserungsfähigen Namen Firestone Twin 275s werden direkt nacheinander zwei jeweils 275km lange Rennen ausgetragen, für die es jeweils die halbe Punktezahl gibt. Der Clou: Die Startreihenfolge für den zweiten Lauf wird direkt im Anschluss an Rennen 1 verlost – das Feld wird also munter durchmischt sein. Ob das in Zeiten von Double File Restarts auf dem schnellsten und vielleicht gefährlichsten Oval des Jahres wirklich eine gute Idee ist, wird sich zeigen. Immerhin: Für die Übertragung ist dann wieder Versus zuständig.

2011 IndyCar Indy 500 Race priority Indy_500_2011_001 Indy_500_2011_002 Indy_500_2011_003 Indy_500_2011_004 Indy_500_2011_005 Indy_500_2011_006 Indy_500_2011_008 Indy_500_2011_009 Indy_500_2011_010 2011 IndyCar Indy 500 Race Day priority 2011 IndyCar Indy 500 Race priority

Bilder: INDYCAR

May 27 2011

06:49

Vorschau: Indy 500 Centennial

Nach einer spannenden Qualifikation mit einigen Überrschungen ist alles für ein spektakuläres Jubiläumsrennen bereit. Leider gibt es aber auch wieder etwas Ärger.

Das mit Abstand wichtigeste Rennen der IndyCar-Saison steht vor der Tür: Am Sonntag gegen 18 Uhr (CEST) wird IMS-Eignerin Mari Hulman George wieder den Command zum Starten der Motoren erteilen. Diesmal schwingt ganz besonders viel Tradition mit: Denn vor fast genau 100 Jahren, am 30. Mai 1911 fand das erste Indy 500 statt. (Das hundertste Rennen ist es trotzdem nicht – während der beiden Weltkriege mussten einige Läufe abgesagt werden.) Die Ergebnisse der Qualifikation versprechen zu diesem Anlass ein spannendes Rennen: Vorne sind einige Außenseiter dabei, und manch vermeintliche Favoriten starten von weit hinten im Feld. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine etwas fragwürdige Entscheidung nach der Qualifikation.

Die Qualifikation

Es war vor allem der Pole Day, der diesmal voller Überraschungen steckte: Da war zunächst die verblüffende Stärke einiger Fahrer, die in der bisherigen Saison entweder nur im hinteren Teil des Feldes zu finden waren, oder heuer noch gar nicht in Erscheinung getreten sind.

Insbesondere gilt das für Polemann Alex Tagliani. Der Kanadier war zwar auch auf den Road Courses schon recht gut dabei, und hat sich auch im vergangenen Jahr im Indy 500-Qualifying recht achtbar geschlagen – dass er aber im Sam Schmidt-Wagen die Qualifikation gewinnen würde, das hätten wohl nur die wenigsten erwartet. In Punkto Rennpace muss man wohl abwarten – 2010 war er im Rennen nicht ganz so gut wie im Training.

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch erstaunlich: Oriol Servia auf Rang 3. Die gute Oval-Performance von Newman-Haas überrascht nach dem Katastrophenjahr 2010. Man darf aber nicht vergessen, dass die Truppe schon einmal, Ende 2009, fast den Speed der großen zwei mitgehen konnte. James Hinchchliffes 13. Position beim ersten IndyCar Oval-Auftritt bestätigt die gute Pace des Autos. Ähnliches gilt für den viertplatzierten Townsend Bell (etwas kontroverserweise mit Greg Moores Startnummer 99 unterwegs), dessen vierte Position die Performance von Sam Schmidt Racing unterstreicht.

Dan Whelson (für Bryan Herta Autosport auf Rang sechs) zeigt, dass er eine volle Saison in der IndyCar verdient hätte; Gleichfalls die dahinter liegenden Oval-Spezialisten Buddy Rice und Ed Carpenter.

Ganz gut im Mittelfeld unterwegs: Die drei KV Racing-Wagen von Takuma Sato (10), EJ Viso (18) und Tony Kanaan (23). Ebenso Dreyer & Reinbold mit Davey Hamilton (15) und Justin Wilson (20). Beeindruckend die Leistung von Simona de Silvestro, die sich trotz schwerem Unfall und Verbrennungen an den Händen im Erstazauto auf Platz 24 qualifiziert hat.

Erstaunlich: Die Schwäche der beiden Top Teams. Mag schon sein, dass man bei Penske und Ganassi vielleicht etwas mehr in Richtung Rennsetup gearbeitet hat. Dass allerdings die beiden “echten” Ganassi Piloten fast beide Opfer eines Sprit-Rechenfehlers werden – das ist schon erstaunlich. Immerhin haben sich beide innerhalb der ersten neun platzieren können (Dixon: 2, Franchitti: 9). Ganz im Vergleich zum “Juniorteam” mit Kimball und Rahal, die sich beide ihren Platz am Grid erst am Bump Day gesichert haben.

Auch bei Penske lief es nicht viel besser: Lediglich Will Power hat es unter die ersten neun geschafft – sein fürnfter Platz ist vermutlich unter dem Ansprüchen des erfolgsverwöhnten Teams. Für Dreifach-Champion Helio Castroneves reichte es nur für Rang 16; Ryan Briscoe schaffte es nach einem Crash am Pole Day zunächst gar nicht, sich in die Ränge der Qualifizierten zu fahren – am Sonntag holte er dann Startplatz 26.

Das alles ist aber nichts nichts gegen das Desaster, dass das einstige Spitzenteam von Andretti Autosport erleben musste. Innerhalb der ersten 24 konnte sich am Pole Day allein John Andretti platzieren – auf Rang 17. Damit waren vor Beginn des Bump Day noch alle vier Stars (Danica Patrick, Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway) ohne Platz im wichtigsten Rennen des Jahres. Patrick und Andretti fuhren dann immerhin noch ins Feld (auf die Startpositionen 26 und 28), Conway und Hunter-Reay mussten draußen bleiben.

Die Kontroverse

Sollte man zumindest meinen. Denn im Laufe des Montag wurde klar, dass Ryan Hunter-Reay doch am Rennen teilnehmen würde. Möglich ist das, weil AJ Foyt den Startplatz von Bruno Junqueira an Andretti Autosport verkauft hat. Damit ist der Brasilianer trotz Qualifikation auf Rang 19 nicht im Rennen dabei. Und Hunter-Reay muss den Lauf von Startplatz 33 in Angriff nehmen.

Anlass für diesen Schritt war offenbar weniger der sportliche Ehrgeitz, als vielmehr das liebe Geld: AJ Foyt hatte Junqueira den Startplatz im Rennen quasi geschenkt – der Brasilianer selbst bringt keine Sponsoren mit ins Team. Das finanzielle Angebot von Andretti war für Foyt also umso attraktiver, als er nun unabhängig vom Resultat mit seinem Auto Geld verdient.

Für Andretti wiederum ging es darum, die Sponsoren von Hunter-Reay (SunDrop und die bewährten DTM-Förderer von DHL) im Rennen unterzubringen – möglicherweise war ein Auftritt beim Indy 500 Teil des Sponsorvertrages mit diesen Firmen.

Das Wagen wird jetzt mit einer Mischung aus den genannten Hunter-Reay-Sponsoren und jenen von AJ Foyt ins Rennen gehen, und Junqueiras (ehemalige) Startnummer 41 tragen. Noch nicht ganz klar ist, wer den Wagen technisch betreuen wird. Aktuelle Meldungen deuten aber darauf hin, dass auch das von AJ Foyt Enterprises erledigt wird.

Junqueira hat in ersten interviews recht besonnen auf die Aktion reagiert – für den Brasilianer kann das Ergebnis aber ganz sicher nicht erfreulich sein, zumal er ja um das Wiederaufleben seiner Karriere kämpft. Schon 2009 hatte er seinen Startplatz an Conquest Teamkollege Alex Tagliani abgeben müssen. Dass er den Speed für die Teilnahme am Rennen (oder auch an einer vollen Saison) nach wie vor hat, hat er bewiesen. Die Chance, das auch einer größeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, bleibt ihm aber wieder verwehrt.

Das Rennen – Vorschau

Mit Vorhersagen muss man beim Indy 500 immer ganz besonders vorsichtig sein. Nicht nur, weil in einem 500 Meilen-Rennen ohnehin ziemlich viel passieren kann. Sondern auch deswegen, weil nach dem Qualifying noch unklar ist, wer vor allem am Speed auf vier Quali-Runden gearbeitet – und wer stattdessen an der Rennpace gefeilt hat.

Von der schwachen Performance bei Penske und Ganassi sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die beiden Spitzenteams haben für das Rennen ganz sicher noch den einen oder anderen Trumph in der Hand – das betrifft auch die zweite Garde rund um Rahal oder möglicherweise sogar Kimball.

Ein weiterer heißer Tipp ist, wie oben schon angedeutet, Newman-Haas. Vor allem dem Ovalfreund Oriol Servia ist durchaus zuzutrauen, dass er auch an der Spitze des Feldes mithalten kann.

Wo sehen?

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer kein Sender im deutschen Sprachraum gefunden, der den Lauf überträgt – anders als etwa im benachbarten Ausland, wo etwa sky UK, sky Italia und Motors TV Frankreich das Rennen zeigen. Wie auch immer: Man wird sich wohl auch diesmal wieder in den Weiten des Internets auf die Suche nach einem Stream begeben müssen, wenn man den Lauf live verfolgen will. Los geht die Übertragung in den USA um 12Uhr ET (also 18Uhr CEST) auf ABC. Außerdem angeblich in Internet auf ESPN3.com – die Homepage des Senders bietet allerdings keine Bestätigung für diese in manchen Foren kursierende Information. Zum Einstimmen zeigt Versus schon am heutigen Freitag um 17 Uhr CEST live das “Firestone Freedom 100″ – das Rennen der Indy Lights.

May 04 2011

06:48

Ferner liefen: Die Newshappen

# Seit gestern Nachmittag überschlagen sich die Meldungen über einen möglichen Verkauf der F1 an ein Konsortium bestehend aus der News Corp. (Murdoch) und EXOR, der Investmentgesellschaft der Familie Agnelli (Fiat). Das Thema ist derartig komplex, dass ich da heute einen eigenen Eintrag zu schreiben werde. Ich muss dafür einfach erst einmal die Fakten sortieren und mit ein paar Kollegen aus England sprechen.

# Bei Williams gibt es spektakuläre Veränderungen. Der bisherige Team Director und Williams Ur-Gestein Sam Michael verlässt das Team ebenso wie der Chef der Aerodynamik, Jon Tomlinson. Beide bleiben zwar bis zum Ende des Jahres in ihrem Positionen, werden Williams aber dann verlassen. Das ist schon mal die erste Bombe. Die zweite ist jedoch, dass Williams ausgerechnet Mike Coughlan reaktiviert hat. Genau den Coughlan, der 2007 zusammen mit Nigel Stepney in die “Spygate” Sache zwischen Ferrari und McLaren verwickelt war. Stepney hatte Coughlan Material über den aktuellen Ferrari angeboten, dass dieser dann annahm. Am Ende kostete McLaren die Sache schlappe 100 Millionen Dollar Strafe und Ron Dennis nahm später seinen Hut. Coughlan ist allerdings kein schlechter Mann. Er ist erfahren und hat bei McLaren gute Arbeit geleistet. Ob es allerdings eine gute Idee ist jemanden ins Team zu holen, der in der F1 völlig verbrannt ist und zudem seit 4 Jahren an keinem Wagen mehr gearbeitet hat, ist dann eine andere Sache.

Gleichzeitig wird mit der Umbesetzung dann auch klar, dass bei Williams die Probleme tiefer gehen. Zum einen scheint man wenig Hoffnung zu haben, dass man den FW33 noch so hin biegen kann, dass er vernünftig läuft, zum anderen scheint kein Vertrauen mehr in die eigene Entwicklungsabteilung zu haben. Williams steht vor einem kompletten Neuanfang, was aber wohl nötig war. Ob Coughlan den doch sehr erfahrenen Sam Michael ersetzen kann, halte ich für fraglich. Michael selber wird vermutlich bald bei einem anderen Team auftauchen.

Das klingt alles nach einer klassisch rationalen Entscheidung á la Williams, aber hinter den Kulissen brodelt es wohl im Team. Im Zentrum der Kritik steht der Geschäftsführer Adam Parr, dem hinter den Kulissen zur Last gelegt wird, dass er sich zu wenig um den Sport und die damit verbundenen Strukturen kümmert. Der Misserfolg in diesem Jahr geht zwar zu Lasten von Sam Michael, der aber offenbar das Team mehr oder weniger alleine führen muss. Parr hat sich gestern noch eine verbale Ohrfeige von Patrick Head eingefangen, da Parr gesagt habe, dass Head Endes des Jahres aus “Altersgründen” ebenfalls seinen Posten bei Williams aufgeben wird. Head hat scharf zurück geschossen und gesagt “”He wasn’t in a position to make that statement. My plans are not in the public domain and they will only be when I make my own statement later in the year.” (Don)

# Die FIA hat, wie von Bernie Ecclestone gewünscht, den Veranstaltern in Bahrain vier Wochen Gnadenfrist gegeben, bis über die Zukunft des Grand Prix in diesem Jahr entschieden wird. Aber auch mit den weiteren vier Wochen wird sich in Bahrain so schnell nichts ändern. Das Land schrammt weiter knapp am Bürgerkrieg herum. (Don)

# Die Silly Season geht in diesem Jahr besonders früh los, was aber damit zu tun hat, dass wohl bei entlichen Top Teams Veränderungen anstehen. Bei Red Bull wird wohl Mark Webber gehen, dem eine Rückkehr zu Williams nach gesagt wird, wo er Rubens Barrichello ersetzen könnte. Ferrari hat laut den divesen Twitter-Gerüchten bei Nico Rosberg angeklopft, nach dem die gewünschte Neubesetzung mit Robert Kubica nicht stattfinden kann. Massa wiederum wird mit Sauber in Verbindung gebracht, während Renault die Fühler nach Kobayashi ausgestreckt haben soll. Als gesetzt für die Saison 2012 gelten im Moment nur Alonso bei Ferrari, Vettel bei Red Bull sowie Hamilton und Button bei McLaren. Alle anderen Plätze sind wohl zu haben. (Don)

# Martin Truex ist sauer auf seine Crew, und verlangt <öffentlich nach einer Neubesetzung. Verschiedene Fehler seiner Pit-Crew haben ihm in den letzten Rennen einige Plätze gekostet. (Don)

# Nur 30.000 Besucher verloren sich am Sonntag im weiten Rund des Motordroms in Hockenheim. Das ist absoluter Minusrekord. Natürlich hat das nichts mit der Serie zu tun, in diesem Fall soll es das schöne Wetter (!), die Osterferien und der Feiertag gewesen sein, der die Menschen von der DTM ablenkt hat. Das lasse ich dann mal so stehen. Klar ist aber, dass im nächsten mehr los sein wird, dafür werden schon die BMW-Fans sorgen. (Via Mikes Blog) (Don)

# Buddy Rice, 2004 Sieger des Indy 500, wird laut speed.com in diesem Jahr für das Panther Team neben JR Hildebrand an den Start gehen. (Don)

April 21 2011

17:03

IndyCar: Analyse Long Beach

Ein bekanntes Sprichwort lautet: 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Unter diesen Motto stand am Wochenende der jährliche Aufgalopp der Indy Car Series beim Toyota Grand Prix of Long Beach. Bereits im Vorfeld des Rennen wurden hohe Erwartungen geschürrt, woran die beiden Rückkehrer Paul Tracy und dessen Lieblingsgegner Sebastian Bourdais sicher nicht ganz unschuldig waren.

Nach den freien Trainings sah alles noch so aus, als würde das Wochenende seinen üblichen Verlauf nehmen. Vorne weg fuhren die beiden Teams des Todessternes in Person von Will Power und Ryan Briscoe welcher 2 Trainings gewinnen konnte, dicht gefolgt von Ryan Hunter Reay und den anderen Wagen der beiden Big Teams. Dieser Trend setzte sich auch im Zeittraining fort, aber bei Leibe nicht mehr so stark wie man erwartet hatte bzw. dauerte nur bis zum vorletzten Segment. So schafften es Dario Franchitti und Scott Dixon als 7. und 8. nicht sich fürs Firestone Fast 6 zu qualifizieren, da sie in aller letzter Sekunde noch von Justin Wilson verdrängt wurden. Etwas überaschend verpasste auch Ryan Briscoe das Fast 6 als 12. und letzter der 2. Runde, während sich Will Power vor RHR, dem überaschend starken Mike Conway, Oriol Servia im überaschend starken NH-Dallara und Justin Wilson die Pole sichern konnte während Helio die 6 Fahrer komplettierte.

Dass mit Newman Haas in dieser Saison auf den Rundkursen zu rechnen scheint, bestätigte auch James Hinchcliffe auf P11, hinter Tony Kanann im besten KV. Beste Dame wurde Simona de Silvestro im HVM auf Startplatz 18, noch vor Matos und Patrick, während sich Sebastian Bourdais und Pault Tracy nur mit den Startpositionen 21 bzw. 25 begnügen mussten. Ein herber Rückschlag für beiden schon vor dem Rennen, da man in Long Beach schon traditionell nur sehr schwer überholen kann und sich die beiden Rückkehrer sicher mehr ausgrechnet haben.

Somit war alles perfekt für das Rennen angerichtet und auch die anfänglich befürchteten Regenschauer blieben – so viel sei schon mal gesagt, aus.

Leider vermasselte sich Ana Beatriz das Rennen schon vor dem Start, als sie sich in der Einführungsrunde ausgangs der Fountain Kurve drehte und den Motor dabei 2 mal abwürgte, was bedeutete, dass sie von ganz hinten beginnen musste.
Den Start konnte Will Power gewinnen, nachdem er sehr früh ausgangs der Hairpin aufs Gas trat und sich nur die ersten 2 Reihen in Formation bringen konnten, vor Ryan Hunter Reay und Mike Conway, während sich Oriol Servia auf Platz 4 halten konnte und auch die anderen Piloten mehr oder unverändert zu ihrer Startposition durch die ersten Kurven kamen, denn der befürchtete Massencrash in Turn 1 blieb nämlich aus.

So blieb dann auch alles bis zur 7. Runde mehr oder weniger unverändert, bis Ryan Briscoe – immer noch auf Platz 12 liegend sich entschlossen hat an die Box zu kommen, harte Reifen zu nehmen und somit out of Seqenze zu gehen, denn die ersten Stopss wurden nach normalen Rennverlauf erst gegen Runde 27 erwartet. Da Brisoce aber einen ordentlichen Vorsprung auf Platz 13 derweil herausfahren konnte blieb er nach dem Stopp unverändert auf Platz 12.
Währenddessen konnten sich Power, RHR und Conway etwas vom Rest des Feldes absetzen und gute 5 Sekunden Vorsprung auf das Duo Orial Servia und Justin Wilson herausfahren.

Leider blieben die folgenden 10 Runden ohne Ereignisse und er einzige Fahrer, welcher etwas Boden gut machen konnte, war Bourdais, der sich in Runde 17 Simona de Silvestro und damit Rang 18 holen konnte.

Mehr Action gab es dann allerdings erst ab der 24. Runde, als auf einmal Justin Wilson in der in der Hairpin quer stand, nachdem er von Helio Castroneves (welcher nochmals von sich reden machen wird) leicht angestoßen wurde. Dies nutzten sofort Ryan Briscoe, Tony Kanann, Alex Tagliani und Helio um in die Box zu kommen, da sie fest mit einer bald ausgerufenen Full-Course Yellow rechneten. Da aber Justin Wilson den Rückwärtsgang einlegen konnte und somit die Stelle schnell räumen konnte, schien es so als haben sich diese Herren getäuscht.

Aber da man im Leben manchmal Glück hat, wurde 1 Runde später Simona de Silvestro von PT an der selben Stelle angestupst, was ebenfalls einen Dreher zur Folge hatte und diesmal aber eine Full-Course Yellow ausgelöst hat. Für Simona war das Rennen somit schon sehr frühzeitig gegessen, da sie bald vom PaceCar überrundet wurde und somit das Rennen nur mit Rundenrückstand wieder aufnehmen konnte.
Auch PT kam nicht ohne Folgen davon, denn er erhielt im Gegensatz zu Helio eine drive Through was ihn ans Ende der Lead Lap befördert hatte, was aber nicht viele Postionen waren, denn er hielt sich eh nur ab Position 20 aufwärts auf.

In dieser Gelbphase kamen nun natürlich all jene zum tanken welche nicht vorher auch schon beim tanken waren und somit war in der Boxengase ordentlich Betrieb vorprogrammiert, was nicht ohne Folgen blieb. Zum einen verpasste Mike Conway beim 1. Versuch die Box um einen guten Meter weil er sich verbremste, was dazu führte dass er nicht betankt und somit ein 2. Mal zum Service kommen musste. Blieb dieser Vorfall noch ohne Folgen außer dass er auf Platz 21 zurückfiel und man meinte das Rennen sei auch für ihn gelaufen, blieb ein 2. Vorfall definitiv nicht ohne Folgen.

Nachdem Bourdais und Marco Andretti dicht beinander zum Service kamen, hatte Marco beim ausfahren aus seiner Box als das Go-Signal kam einen Moment lang nicht aufgepasst und den nebenihm fahrenden Bourdais komplett übersehen was eine Kollision in der Pit Road zur folge hatte. Das Rennen war für Seabass sofort gelaufen, da er einen mittelschweren Aufhängungsschaden hatte, da halfen ihm auch die Entschludigungen von Andretti nix und auch Marco musste kurze Zeit später das Segel streichen, nachdem man noch versucht hatte das Rennen wieder aufzunehmen. Jedoch war der Schaden auch an seinem Auto nach seinem Aussetzer zu groß.

Die Führung hatte nun aufgrund der Ereignisse Alex Tagliani vor Ryan Briscoe und Will Power übernommen, während Ryan Hunter Reay auf P4 vor Helio Castroneves und Dario Franchitti lag. Oriol Servia hat leider ein paar Positionen verloren und lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 7, noch vor Scott Dixon und James Hinchcliffe während Vitor Meira die Top 10 komplettierte. Danica Patrick lag als beste Dame auf P.15, 8 Plätze besser als Paul Tracy welcher dieses Wochende sicher gerne ganz schnell vergessen möchte, denn auch im weiteren Verlauf verlief es für ihn katastrophal und es sprang am Ende für ihn nicht mehr als ein 16. Platz heraus.

Beim folgenden Restart musste Alex Tagliani die sitting duck spielen, denn er wurde sofort von Ryan Briscoe und Ryan Hunter Reay kassiert, nachdem dieser erst Will Power eingangs Turn 1 überholen konnte. Jener Will Power konnte dann aber auch Tags schnell überholen. Unterdessen konnte sich Ryan Briscoe als einziger auf den schnelleren Reds sich etwas absetzen, denn seine Strategie ging bis jetzt perfekt auf.

Auch jetzt zog sich das Feld wieder sehr schnell auseinander, was dazu führte dass es auch hier kaum Überholmanöver gab und man wie auf einer Perlenschnurr druch die Straßen fuhr und auch an der Spitze gab es kaum Duelle, so fuhren die ersten 3 jeweils mit gut 1 Sekunde Abstand vor sich her. Die einzige Ausnahme bildetete aber Mike Conway für Andretti Autosport welcher an jenem Tag über ein Bomben-Auto verfügte und sich Stück für Stück wieder nach vorne arbeiten konnte.

Erst ab Runde 42 entwickelte sich wieder etwas Spannung, denn Justin Wilson kam in die Box auf P13 liegend zum Service, da er keine Möglichkeit besaß sich weiter nach vorne zu arbeiten. Ob diese Entscheidung sinnvoll oder nicht war, darüber kann man streiten denn das Fuel Window war hier 25-30 Runden und kurz Halbzeit hätte er es somit nicht ins Ziel geschafft. Aber hätte wäre wenn, in Runde 62 hat Justin Wilson beim anbremsen einen Achsschaden als ihm beim anbremsen von Turn 8 auf die Gegengerade das Heck wegging. Er schlug zwar nur leicht ein, jedoch war die Hinterachse dermaßen kaputt dass das Aus besiegelt war.

In Runde 54 läuteten dann Tony Kanann und Oriol Servia die Phase der 2. und letzten Stopps ein und nacheinander kamen dann auch alle Piloten zum Service rein, welche im Gegensatz zu den 1. Stops diesmal ohne Probleme verliefen. Jedoch konnte Will Power eine Runde länger als Ryan Hunter Reay draussen bleiben, was dazu führte dass er beim anbremsen von Turn1 die 2. Position erobern konnte, was zu diesem Zeitpunkt eine Penske Doppelführung bedeutete da Ryan Briscoe seinen Platz an der Sonne verteidigen konnte. Jedoch sah man dann in den folgenden Kurven den Unterschied zwischen kalten und warmen Reifen mehr als deutlich, sodass RHR sich wieder Platz 2 zurückerobern konnte.

Quizfrage: “Was gehört zu jedem normalen IndyCar Rennen dazu was wir bisher im Verlaufe des Rennen nicht haten ?” – Richtig ein Crash. und die 2. Frage lautet: “Von wem ?” auch wieder richtig, von E.J Viso in Diensten von KV Racing welcher seinen Dallara im 60. Umlauf in die Reifen setzte und somit mit KV-Kleinholz Nummero 8, wovon alleine 7 auf seine Kappe gehen (!!!) eine local yellow auslöste, als er beim anbremsen der links vor der Haarnadel sehr optimitisch nach innen zu Danica Patrick zog, worauf sich die Wagen berührten und er nach rechts in die Reifen abbog.

In Runde 62 kam es dann zum schon vorher angesprochenen Unfall von Justin Wilson welcher aber nun eine Full-Courese Catuon auslöste. Diese Caution sollte aber dann beim restart von rennentscheidender Bedeutung sein. Aber der Reihe nach. Vor dem Restart lag Briscoe, vor RHR, Power und Castroneves während sich Servia auf Platz 5 vor Dario und Scott Dixon platzieren konnte. Mike Conway war derweil der “biggest mover” und fand sich auf Platz 11 vor dem Restart wieder.
Beim Resart in Runde 66 konnte sich Ryan Briscoe durchsetzen, während Will Power versuchte sich aussen an RHR in Turn 1 zu bremsen. Dies gelang jedoch nicht und so wollte Will Power hinter RHR in Turn 1 biegen. Wollte deshalb weil Helio dachte “hey da ist ja eine Lücke, die ist zwar 40m vor mir und Will Power zieht da gleich rein, aber was Matt Jackson, Jason Plato und Co in der BTCC können, das kann ich doch auch!” So verlegte Castroneves seinen Bremspunkt einfach mal um gute 30m nach vorne. Will Power zog natürlich nach innen in Turn1, da da natürlich (noch) niemand war. Als er innen in Turn war, rauschte ihm jedoch Helio natürlich ins Heck und drehte somit sich und den auf Platz 3 liegenden Will Power weg.
Da aber beide keine Schäden davon trugen, konnten sie das Rennen sofort wieder aufnehmen und es wurde keine Caution ausgelöst.

Eine vorsichtig ausgedrückt “sehr optimistische” Aktion von Helio, da sich nach diesem Unfall beide auf Platz 12 und 13 wiederfanden. Dass Helio dieses Jahr anscheinend gerne sehr auf Verdacht in die Kurven beim restart bremst, konnte man ja schon in St. Pete sehen, aber hier räumte er seinen eigenenden Teamkollegen ab, welcher sicher höchstwahrscheinlich auf das Podest gekommen wäre. Für Will Power sprang am Ende ein 10. Platz raus, deutlich weniger als man sich in seinem Lager erhofft hatte.
Ein weiterer Verlierer dieser Aktion war Scott Dixon, welcher sich dabei die vordere linke Spurstange verbogen hatte. Jedoch konnten seine Mechaniker dieses Teil an der Box sehr zügig wechseln, so dass er auf Platz 18 mit 1 Runde Rückstand ins Ziel rollte.

Eine Runde später zeigte sich, dass die Entscheidung, noch schnell ein paar Dallara-Aktien zu kaufen absolut die richtige Entscheidung war, denn Takuma Sato kollidierte mit Charlie Kimball leicht, was dazu führte dass beide nicht sofort die Stelle räumen konnten und somit eine weitere Gelbphase zur Folge hatte. Während für Chalie Kimball, Teamkollege von Rahal bei Ganassi das Rennen sofort zu Ende war, kam Sato mit 4 Runden Rückstand ins Ziel.

Profiteure der Unfälle war zum einen Daio Franchitti welcher sich nun auf einmal auf Position 4 fand, vor Alex Tagliani und James Hinchcliffe, während Mike Conway bereits auf Position 6 lag, vor seiner Kollegin Danica Patrick und Orial Servia im 2. Newman/Haas Auto.

Beim Restart in Runde 70 schlug dann endgültig die Stunde von Mike Conway. Als Alex Tagliani aussen denn 3. Dario Franchitti angreifen will, schafft es Mike sich auf P4 reinzudrücken nur um dann kurze Zeit sogar Dario von Platz 3 zu verdrängen. Ziemlich zeitgleich, bekamm der bis dato beste Fahrer von Andretti Autosport, Ryan Hunter Reay Probleme mit der Bordelektronik sodass er auf einmal keine Vortrieb mehr hatte und aufgeben musste.
Da aber Ryan Briscoe nur 1,5 Sekunden Vorsprung auf Mike Conway hatte, war die Jagd auf Platz 1 eröffnet.

Etwas mehr als 1 Runde später hatte Conway den Rückstand bereits aufgeholt und holte sich eingangs Turn 7 beim anbremsen den Australier, welcher sich kaum zur Wehr setzen konnte, denn Mike hatte zu diesem Zeitpunkt ein unglaublich gutes Auto und konnte seinen Vorsprung daher innerhalb kurzer Zeit auf mehrere Sekunden ausbauen.

So gewann Mike Conway vöölig überaschend das Rennen vor Ryan Briscoe welcher dank kluger Strategie am Anfang von 12 auf 1 fahren konnte. 3. wurde Dario Franchitti als bester Ganassi Pilot, denn die anderen 3 bleiben mit Rahal auf 3, Dixon auf 18 und Kimball mit seinem Ausfall absolt unter den Erwartungen. Platz 4 ging an Indy-Rookie James Hinchcliffe welcher in seinem 2. Rennen völlig überaschend noch fast aufs Podest gekommen wäre, vor dem erfahrenen Alex Tagliani.
Dieser Erfolg wird Tags sicher auch gut tun, denn sein Teams stand kurz vor Beginn vor dem Aus, bevor es noch von Sam Schmidt aufgekauft wurde. Platz 6 ging an Oriol Servia im 2. Newman Haas welcher Danica Patrick als beste Dame auf Platz 7 verweißen konnte. Achter wurde Tony Kanann im KV, der wieder der einzige KV-Pilot war der ohne Unfall auskamm. Die Top 10 wurde noch von Vitir Meria und Will Power komplettiert, während R. Matos einen grundsoliden 11. Rang nach Hause fahren konnte.

Auf 12 und 13 fanden sich somit die schon angesprochenen Rahal, (welcher bis jetzt ziemlich unter seinen Möglichkeiten liegt) und Helio Castroneves. Platz 14 holte sich der Kollege von Bourdais, James Jakes welcher damit immerhin Paul Tracy in Schacht halten konnte. Mann kann für PT und Jay Penskes Dragon Team nur hoffen, dass sei bei ihrem nächsten Einsatz in Texas die Probleme gefunden haben und auf Speed kommen können, denn in Sao Paulo und Indy wird PT nicht im Dienste von Rogers Sohn stehen.
platz 17 ging an den enttäuschenden Jr Hildebrand, welchen man vor der Saison auch eher weiter vorne erwartet hätte.

Ein ebenfalls sehr schelchtes Wochenende hatte wie schon angesprochen Simona de Silvestro, was sehr schade war, denn bei diesem Rennverlauf hätte es durchaus weiter nach vorne gehen können, aber man war die ganze Zeit auf der Suche nach dem Speed. Hoffentlich hat man ihn bis Sao Paulo am 1. Mai wieder gefunden.

In der Meisterschaft führt nun Dario Franchitti mit 122 Zählern 5 vor Will Power, bevor Tony Kanaan mit 87 Zählern auf Platz 3 folgt. 4. ist nun Oriol Servia vor dem vorgerückten Mike Conway und Alex Tagliani für Sam Schmidt auf Platz 6, während sich Dixon, de Silvestro und Ryan Briscoe Platz 7 teilen.

In der Andretti Road Course Wertung sieht es gleich aus, denn bisher standen noch keine Ovale auf dem Programm und das wird auch so bleiben, denn am nächsten Wochenende pausiert die Indy Car Series, bevor es am 1. Mai in Sao Paulo zum letzten Lauf vor dem Indy 500 kommt.

2011 IndyCar Long Beach Priority _MG_3075 [1600x1200] 02DH6076 [1600x1200] 02DH6136 [1600x1200] 02DH6143 [1600x1200] 2011 IndyCar Long Beach Priority 04CJ7296 [1600x1200] 04CJ7057 [1600x1200] 04CJ2353 [1600x1200]

April 20 2011

06:00

Ferner liefen: Die Newshappen

#Formel 1: Sehr interessantes läuft im Moment hinter den Kulissen ab, so es denn stimmen sollte. Die Formel 1 gehört im Moment mehrheitlich der Delta Topco, welche eine Kombination von vielen verschiedenen Firmen hauptsächlich von Bernie Ecclestone ist. Delta Topco wiederrum gehört zu 70% den CVC Capital Partners, zu 20% JPMorgan und zu 10% Ecclestone selbst beziehungsweise seiner Familie . CVC hält also einen Großteil der Anteile an der Formel 1, wenn man so mag. Dies ist etwas vereinfacht dargestellt, denn ohne Ecclestone läuft nichts, da seine zahllosen Firmen verschiedene Rechte (Namen, TV, Vermarktung, etc…) halten. Wer mehr zu den extrem komplizierten Besitzverhältnissen wissen mag, kann gerne in diesem wunderbarem alten Artikel von Don mehr erfahren: http://www.racingblog.de/2008/12/07/formel-eins-das-finanzmonster-ein-blick-hinter-die-kulissen/ .

Es gibt einen Blog auf Sky News von Mark Kleinman ( http://blogs.news.sky.com/kleinman/Post:ba1e6a4b-b146-4edc-ae17-1bdcdcbeb360 ), der dort im Grunde folgendes schreibt: Die News Corp, eines der mächtigsten Medienunternehmen der Welt, denkt eventuell darüber nach, die Anteile von CVC an Delta Topco zu kaufen, was wohl faktisch einer Übernahme der Formel 1 durch die News Corp gleich kommen würde. Kurz zur News Corp: Dieser gehören unter anderem FOX, The Sun, The Times, Wall Street Journal und viele viele andere bedeutende (inter)nationale Zeitungen und TV-Sender. Das wichtigste ist jedoch, dass der News Corp auch unter anderem Sky Deutschland, Sky GB und Sky Italy gehören. Anmerkung: Vielen Dank an dogfood, der in den Kommentaren auf folgendes hinweist: “Kleine Ergänzung: News Corp gehört nicht BSkyB (Sky UK). Sie besitzen nur 39% und befinden sich gerade in fortgeschrittenen Übernahmegespräche (inkl. kartellrechtlichen Gesprächen). Das ist insofern etwas mehr als ein Detail, weil diese Übernahme News Corp zirka 8 bis 10 Milliarden Euro kosten dürfte und damit den Bewegungsspielraum der News Corp hinsichtlich einer möglichen Übernahme der F1 weiter verkleinert. Umgekehrt macht es deutlich, dass der Versuch BSkyB- *und* F1-Übernahme stemmen zu wollen, ein sehr aggressives/expanisionistisches Vorgehen wäre.”

Dies sind landestechnisch gesehen die absoluten Formel 1 Kernmärkte. Was eine Übernahme der Delta Tepco von der News Corp auf die Tv-Rechte für einen Einfluss haben würde, kann sich vermutlich jeder denken, auf alle Fälle wäre es vermutlich mit der breiten Free-Tv Präsenz der Formel 1 erstmal vorbei.

Aber selbst die News Corp mit ihren massiven Finanzreserven kann eine Übernahme der Formel 1 wohl nicht alleine stemmen, deswegen sondiert man wohl gerade Partner. Gesprochen hat man mit dem reichsten Mann der Welt, Carlos Slim. Diesem gehört unter anderem Telmex, die Sauber hauptsächlich sponsoren. Allerdings befinden sich die Pläne der News Corp, so es sie denn gibt in einem sehr frühen Stadium, es hat noch keine Kontakte zwischen der CVC und der News Corp gegeben. Unklar ist desweiteren ob und ab wann die Anteile von CVC an Delta Topco überhaupt zum Verkauf stehen und Ecclestone selbst schließt einen Verkauf innerhalb der nächsten 2 Jahre wohl aus, aber was heißt schon unverkäuflich in der heutigen Zeit? (Chaos)

#Le Mans: Am Ostersonntag steht auf dem Circuit de la Sarthe der Testtag an, den der ACO nach dreijähriger Pause wiederbelebt hat. 56 Fahrzeuge sind dafür gemeldet</a>, ebenso viele wie für das Rennen, doch es gibt einige Unterschiede. Audi und Peugeot sind aber mit je drei Werks-Fahrzeugen genauso aufgestellt wie in sechs Wochen zum 24 Stunden-Rennen. Lola wird <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">neue Aero-Teile an die Rebellion-Coupés montieren. Highcroft und Quifel lassen den Test aus, stattdessen ist das Reserveteam von Kronos Racing auf der Liste, die mit Vanina Ickx an der Spitze des Lineups noch auf einen freiwerdenden Platz für das Rennen hoffen. Keine Chancen auf einen Rennstart 2011 hat das Team MIK Corse, die Italiener bringen ihren neuen Hybrid-Zytek trotzdem an die Strecke. Aus der LMP2 lassen TDS und Strakka die Testmöglichkeit aus, aus der GTE-Pro u.a. die US-Teams Corvette Racing und Flying Lizard, die noch am vergangenen Wochenende in Long Beach um den Sieg fuhren. JMW verzichtet auf eine weitere Möglichkeit, den neuen F458 besser kennenzulernen. Robertson Racing, bringt beide Ford GT nach Le Mans, obwohl bisher nur einen einen festen Platz im Rennen hat, und auch Young Driver AMR testet seinen Vantage V8, während man in Paderborn weiter darauf hofft, nachrücken zu können. Wie üblich bei solchen Tests vor großen Rennen werden die Teams nicht ihr ganzes Potential zeigen, aber vielleicht wird der Test doch einige aufschlussreiche Informationen bringen. Viele Teams testen außerdem zurzeit auf anderen Strecken, so hat etwa Jetalliance erstmals den GT2-Lotus Evora auf die Strecke gebracht</a>, während AF Corse und Aston Martin in Spa a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">unterwegs sind, wo Anfang Mai auch der nächste ILMC-Lauf stattfinden wird, das letzte Rennen vor den 24h. (Stefan)

#WTCC: Die Rennserie plant wohl die Aufstockung des Kalenders auf 14 Rennen. Hinzukommen sollen Rennen in den USA, Russland und eventuell noch eine weitere Veranstaltung in Asien. (Chaos)

#GP2: Kurz vor dem Saisonstart testet die Serie nochmal in Barcelona. Am ersten Testtag war Davide Valsechhi vom Team Air Asia der schnellste Pilot auf der Strecke. Ganz knapp dahinter lag Luca Filippi, der ja für Supernova an den Start geht. 3. wurde Charles Pic. Saisonstart der GP2 ist zum Europaauftakt der Formel 1 in der Türkei am 7./8. Mai . (Chaos)

#Gp3: Auch hier wurde kurz vor Saisonstart nochmal getestet. Erster wurde Nigel Melker von Mücke Motorsport, Alexander Sims und Nico Muller wurden 2. und 3. Auch die GP3 beginnt am F1-Europaauftakt ihre neue Saison. (Chaos)

#Indycar: Pippa Mann, Fünfte der letzten Indylightssaison wird für Conquestracing das Indy 500 bestreiten, nun ja zumindest versucht sie sich zu qualifizieren. Sie konnte beim Indylightsrennen letztes Jahr sogar die Poleposition erringen, allerdings weiß ich nicht, ob es besonders schlau ist, jemanden im höchst anspruchsvollem Indy 500 sein Debut feiern zu lassen, aber den Themenkomplex “Fahrer-Erfahrung-Sicherheit” sieht man ja im Moment eher lasch bei den Indycars. (Chaos)

#NASCAR: Greg Biffle hat für 3 weitere Jahre bei Roush-Fenway-Racing unterschrieben. (Chaos)

#RoC: Das “Race of Champions” wird auch 2011 in Deutschland stattfinden, und zwar vom 3.-4. Dezember in der Commerzbankarena in Frankfurt. Am Grundkonzept wird sich wohl nichts ändern. (Chaos)

#Nissan hat angekündigt</a>, eine Rennversion des Elektroautos LEAF zu konstruieren. Der Wagen soll heute auf der New York Motor Show der Öffentlichkeit präsentiert werden. Noch sollen damit allerdings keine Rennen bestritten werden, die Schaffung einer eigenen Rennserie hält Nissan jedoch für möglich. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der NISMO-LEAF irgendwann in den kommenden Jahren im a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">EV Cup, der dieses Jahr startet, einen Platz finden wird. (Stefan)

March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

February 23 2011

07:07

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der Formel 1 Lauf in Barcelona könnte im Jahr 2012 zum letzten Mal stattfinden. Zwar geht der Vertrag der Rennstrecke mit der FOM noch bis 2016 – der katalanische Regierungspräsident Artur Mas hat allerdings gegenüber der Tageszeitung El País erklärt, dass die Finanzierung nur noch für die nächsten zwei Rennen gesichert sei. Damit steht neben dem Lauf in Valencia, der angeblich Probleme hat, der Formel 1 die Startgelder zu überweisen auch das zweite Rennen in Spanien auf der Kippe. (Vorsicht)

# Das Finale der IndyCar Saison 2011 wird am 16. Oktober am Las Vegas Motor Speedway stattfinden. Das haben die Veranstalter, wie allgemein erwartet, auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend bekanntgegeben. Überraschend ist dagegen das Konzept für das 200 Runden-Rennen: Die INDYCAR schreibt nämlich ein Preisgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar aus, das ausbezahlt wird, sofern ein Fahrer aus einer anderen Serie den Lauf gewinnen sollte. Welche Piloten man für dieses All-Star Konzept gewinnen will, ist allerdings ungewiss. Der Sprint Cup fährt am 15. Oktober in Charlotte ein Chase-Rennen. Es scheint also eher unwahrscheinlich, dass sich einer der großen NASCAR-Stars den Start in Las Vegas antut. Immerhin sollten zum Finale 2011 etwas mehr Fans vor Ort sein: Denn die ersten 80.000 Besitzer eines beliebigen IndyCar Tickets für 2011, die sich bei den Organisatoren melden erhalten gratis Eintritt zum Rennen in Las Vegas. (Vorsicht)

# Jules Bianchi hat die Meisterkrone in der GP2 Asia errungen. Das scheint im Moment zumindest sehr wahrscheinlich. Denn mit der Absage/Verschiebung des Formel 1-Rennens in Bahrain ist nun klar, dass dort auch die GP2 Asia nicht fahren wird. Weil der mäßig üppige Kalender dieser Serie nur drei Veranstaltungen umfasst, wäre der Franzose nach nur einem Lauf in Abu Dhabi Champion 2011. Ganz fix ist das aber bisher noch nicht: Eine Ersatzveranstaltung für zumindest eines der beiden Wochenenden steht nämlich noch im Raum – die GP2 Asia hält sich zur Zeit noch bedeckt. (Vorsicht)

# Die WTCC nähert sich langsam dem Start der neuen Saison, und das Fahrerfeld beginnt Formen anzunehmen. Team Engstler hat schon vor einiger Zeit die Verpflichtung von Kristian Poulsen, Marchy Lee und Engstler selbst bekannt gegeben, diese Woche waren Sunred und Proteam dran. Sunred wird 2011 mit sechs Wagen starten: Wieder dabei ist Gabriele Tarquini, der sich mit dem russischen Rennfahrer Aleksei Dudukalo die Sponsorenunterstützung von Lukoil teilen wird. Tiago Monteiro, Michel Nykjaer und Pepe Oriola werden in den Farben von Sunred Engineering antreten, Fredy Barth für SEAT Swiss Racing. Der Marokkaner Mehdi Bennani greift für Proteam ins Lenkrad, wo Fabio Fabiani und GP2-Veteran Javier Villa seine Teamkollegen sein werden. Eine Auflistung aller schon bekannten Fahrer (Stand Montag 21. 2.) gibt es in der provisorischen Entry-List bei den Kollegen von touringcartimes.com (Vorsicht)

# Neuigkeiten gibt es auch zu den Strecken: In Suzuka wird die WTCC, wie aus der Streckengrafik auf fiawtcc.com hervorgeht, auf der Kurzanbindung antreten. Das ist einerseits sinnvoll, denn die gesamte Strecke wäre für die Tourenwagen vielleicht wirklich etwas zu lang gewesen. Andererseits besteht der aktuelle Entwurf nur noch aus den Esses und der Zielgeraden. Das ist einerseits mit etwa 2 Kilometern dann etwas gar kurz, und verspricht auch nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten. Aber da gelten bei den Tourenwagen ja ohnehin andere Gesetze – ob es die richtige Entscheidung war, wird wohl erst das Rennen im Oktober zeigen. Ganz andere Probleme gibt es in Marokko – dort könnte nämlich das ganze Rennen wegen “finanzieller Probleme” vor der kurzfristigen Absage stehen. (Vorsicht)

# Und damit nochmal zur IndyCar Series, wo sich auch das Transferkarussell weiterhin fleißig dreht: So soll Simon Pagenaud, 2007 sehr ordentlich in der ChampCar Serie unterwegs, und im vergangenen Jahr für den ALMS-Erfolg des Highcroft Teams mitverantwortlich über einen Vollzeit-Vertrag für 2011 verhandeln. Wie er speedtv.com verraten hat, ist er mit mehreren Teams in verheißungsvollen Gesprächen. Um welche Mannschaften es sich dabei genau handelt, wollte er allerdings nicht verraten. Nur soviel: Highcroft, denen man für 2012 ebenfalls IndyCar-Ambitionen nachsagt ist nicht darunter. (Vorsicht)

# Twitter-Gerüchte sprechen außerdem davon, dass Oriol Servia bei Newman-Haas untergekommen sein soll. (Vorsicht)

# Und Sam Schmidt Racing hat bestätigt, dass man 2011 in Texas, Kentucky und Las Vegas mit dem neuseeländischen Indy Lights Veteran (und Meister 2005) Wade Cunningham an den Start gehen wird. (Vorsicht)

# Die amerikanische Tochter des deutschen DHL Konzerns wird zukünftig Hauptsponsor von Ryan Hunter Reays Auto. Zusätzlich wird man als Nebensponsor von Mike Conway auftreten. (Flo aus N)

# Das Indy 500 wirft seine Schatten voraus. Im kommenden Jahr werden sie allerdings etwas kürzer sein. Denn die IndyCar Series gab bekannt dass man die Startzeit um eine Stunde von Ein auf Zwölf Uhr vorverlegen will. (Flo aus N)

# Auch in der DTM werden im kommenden Jahr einige Cockpits neu besetzt: Audi hat in der vergangenen Woche die Verpflichtungen von Formel 3 Euroseries-Meister Edoardo Mortara, des ehemaligen GP2 und A1GP Piloten Felipe Albuquerque (zuletzt in der italienischen GT Meisterschaft unterwegs) und der schweizer Formula Master und GT1-Pilotin Rahel Frey bekanntgegeben. (Vorsicht)

# Die GP3 Series ist seit gestern ebenfalls um einen Fahrer reicher: Der erst sechzehnjährige Neuseeländer Mitch Evans wird in der kommenden Saison ein Auto des Arden Teams pilotieren. (Vorsicht)

# Gute Neuigkeiten für GT1-Fans: Die Sportwagenserie wird auch im kommenden Jahr wieder live auf Sport 1 zu sehen sein – zumindest dann, wenn man der Programmvorschau auf der Homepage des Senders glauben schenken darf. (Vorsicht)

# Und die Superleague Formula hat in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass man im Laufe der kommenden Tage die (Renn-)Teams für die kommenden Saison bekannt geben will. Angeblich haben 14 Mannschaften Interesse gezeigt. Da die SLF aber mit maximal 20 Autos an den Start gehen will, und jedes Team zumindest zwei Autos einsetzen muss, werden wohl einige außen vor bleiben. Interessanter als diese Ankündigung war aber eine Bemerkung von Serienchef Robin Webb am Rande der Pressemeldung, wonach die SLF “fünf Überseerennen auf vier verschiedenen Kontinenten” abhalten will. Geht man davon aus, dass zwei dieser Veranstaltungen in China stattfinden werden, bleiben noch drei weitere Austragungsorte übrig. Eines davon soll, wie berichtet, angeblich in Taupo, Neuseeland stattfinden. Über die Austragungsorte der anderen beiden Läufe gibt es bisher noch nicht einmal Gerüchte. Daher setze ich selbst eines in die Welt: Ein Lauf in Südamerika, wo ja gleich mehrere in der Serie vertretene (Fußball)-Teams herkommen würde sich gewiss anbieten. (Vorsicht)

# Auch in “Ferner liefen” noch unter “ferner liefen”: Der Inder Armaan Ebrahim wird auch in der kommenden Saison wieder in der Formel 2 antreten. Viel interessanter ist das schon die (meines Wissens nach) erste Onboard-Runde vom neuen Snetterton 300 Circuit, die vor ein paar Tagen ebenfalls auf der Homepage der Serie gepostet wurde. (Vorsicht)

# Verdächtig ruhig ist es in den vergangenen Wochen um die angeblich geplante A10 World Series geworden. Die verheißungsvollen aber inhaltsarmen Updates auf der Serienhomepage sind schon vor einigen Wochen verstummt, seither gab es keine neuen Meldungen mehr. Die Fanseite A10 GPGrid will nun immerhin von angeblichen Insidern ein Update bekommen haben: Die Pläne für die Serie sind demnach ungebrochen, die Verhandlungen rund um die Hinterlassenschaften der A1GP ziehen sich aber stärker als geplant in die Länge. (Vorsicht)

January 14 2011

09:30

TV Rechte 2011: Was wird wo gezeigt?

Wer in diesem Jahr viel Motorsport sehen möchte, der kommt um eine gute Internetleitung nicht herum. Die Zahl der Streams steigt, einige Serien sind ohne Rechner überhaupt nicht mehr zu sehen.

Es gibt auch 2011 viel Motorsport im Fernsehen zu sehen, aber einige Serien bekommt man weiterhin nur um Netz. Das gilt vor allem für die US-Serien, wobei sich die Lage etwas entspannt. Denn so wie es im Moment ausssieht, wird die ALMS ab 2011 ihre Rennen komplett live auf der eigenen Webseite zeigen. Düster sieht es aber weiterhin bei der NASCAR aus. Die NASCAR selber würde gerne die Rennen, vor allem für das internationale Publikum, gerne im Netz zeigen. ESPN und TNT ziehen schon mit aber FOX stellt sich quer. Der Grund: FOX ist der einzige Sender, der nicht allein per Kabel übertragen wird, sondern auch über die sogenannten “Affiliates” vertrieben wird. Und denen will FOX nicht die Zuschauer und damit die regionalen Werbeeinnahmen wegnehmen. Die NASCAR steckt da in einer Zwickmühle. Zum einen ist FOX, zusammen mit Speed, einer der wichtigsten Partner, andererseits laufen die Verträge noch bis Ende 2015 und so lange will man wohl nicht warten, bis man im Netz präsent ist. Das gilt auch für die sportlich zwar gute, ansonsten aber vor sich hinschwächelnde GrandAm Serie. Warum man die nicht per SpeedTV im Netz zeigt, ist nicht nachvollziehbar.

Ohne Rechner geht in diesem Jahr immer weniger. Die Streams werden mehr und laufen teilweise parallel zu den TV-Übertragungen. Einige Serien bieten sogar einen “On-Demand” Service an, aber das ist eher noch selten. Grundsätzlich ist die Tendenz aber zu erkennen, dass man das Netz als Verbreitungsplattform nicht ignorieren kann. Die Menge und die Qualität der Streams nimmt zu, es gibt immer weniger Serien, die völlig darauf verzichten. Dazu kommt, dass man Geo-IP-Blocking mittlerweile relativ einfach umgehen kann.

Verwunderlich ist aber weiterhin, dass MotorsTV das Internet komplett ignoriert. Die Webseite war schon immer eine Baustelle, der Youtube Kanal beitet nur Fitzel des Programms. Nachdem Kabel Deutschland den Sender aus dem Programmangebot genommen hat, sieht es mit der Verbreitung nicht so doll aus. Zwar ist Motors in England relativ stark, aber es würde Sinn machen, wenn man ein kostenpflichtes Abo-Modell für einen Stream anbieten würde. Warum da bei MotorsTV in dieser Richtung nichts passiert, ist mir ein Rätsel. Für die von MotorsTV übertragenden Serien dürfte die Netzrechte nicht allzu teuer sein, zudem hätte man die Chance sich vor allem für internationale Serien als zuverlässiger Verbreiter zu etablieren.

Interessant ist aber auch, dass die meisten Serien ihr internationales Potential bisher brach liegen lassen. Die Grand Am hatte ich erwähnt, aber auch teilweise hochklassig besetzte europäische Serien gehören dazu. Gemeint sind unter anderem die BTCC und die britische F3. Vor allem letztere ist gerade dabei eine, eine Chance zu verpassen. Die letzten Meister haben es allesamt in die F1 geschafft, die Qualität der Rennen ist enorm, die Konkurrenz hoch, dazu kommt der klassische britische Touch der Serie. Vermarktet wird sie mittlerweile von SRO, die ja auch die FIA GT organisieren, und die wohl auch für die weitere internationalisierung der britischen F3 zuständig sind. Im Moment gibt es nicht mal eine Liveübertragung der Rennen irgendwo im Fernsehen, MotorsTV strahlt eine Zusammenfassung mit ein bis zwei Wochen Verspätung aus. Das kann es ja nun nicht sein, wenn man gegen die F3 Euro usw. antreten möchte. Ein Stream wäre hier besonders dringend zu empfehlen.

Die folgende Übersicht hat noch ein paar Lücken, ich ergänze den Eintrag, sobald ich die Infos habe.

Formelserien
F1 – sky/RTL
sky hat den Vertrag mit der F1 nach viel Hin und Her um ein Jahr verlängert. Grund für die kurze Vertragslaufzeit: Bei RTL laufen die Rechte Ende 2011 aus, beide Sender müssen dann neuverhandeln. sky erhofft sich, dass man Exklusivpartner bei HD/3D werden wird, plus weitere Kameraperspektiven usw.

GP2 – sky
Weiter bei sky.

GP3 – Euro?
Lief 2010 auf Eurosport, habe aber keine Antwort, ob das auch 2011 so sein wird.

Formel Renault 3.5 – Euro
Sollte weiter auf Euro laufen.

Auto GP – Euro
Neu bei Eurosport, weil sie im Rahmen der WTCC die F2 ersetzt.

F2- MotorsTV, Stream
Die F2 wandert zu MotorsTV, wird alle Rennen aber auch als Livestream auf der eigenen Webseite anbieten. Ob es auch On-Demand sein wird, ist nicht bekannt. Ob sich Serienorganisator Dr. Jonathan Palmer damit einen Gefallen getan, bleibt abzuwarten. Hauptgrund für seinen Rückzug aus der WTCC sind wohl die unregelmäßigen Startzeiten der Serie, die Europosrt immer wieder dem Programm anpasst und vor allem im Sommer wild zwischen allen Sendern hin und her schiebt.

F3 Euro – n-tv
Bleibt bei n-tv, die letztes Jahr einen guten Job gemacht haben.

SLF – Stream
Hier bleibt es beim Stream auf der Webseite.

Tourenwagen
WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird die Startzeiten wieder dem Programm anpassen.

BTCC – itv4
Bleibt die nächsten Jahre auch dort, einen legalen Stream gibt es nicht. Wobei man abwarten muss, ob itv4 eventuell auf der Webseite was zeigt. Das könnte man mit einem britischen VPN dann sehen.

DTM – ARD
Nicht neues.

GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Ob Sport 1 die GT1-Übertragung fortsetzt ist mir nicht bekannt. Kann auch sein, dass es zu Sport1+ weiter geschoben wird. Die Streams laufen aber weiter, von daher ist es egal. Die GT3-EM wird außerdem live auf MotorsTV gesendet. Ob die dreistündigen Rennen der neuen GT Endurance Series von FIA und SRO im TV zu sehen sein werden, oder ob es wie bei den beiden anderen internationalen GT-Serien auch hier einen Stream geben wird, ist noch unbekannt.

ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 an der ADAC GT ein weiteres Jahr fest.

VLN – ??
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.

Porsche Supercup – sky/Euro
sky überträgt die Serie auch 2011. Sollte auch bei Eurosport zu sehen sein.

Porsche Cup – ??
Sport1, Motorvision?

Scirocco Cup – ??
Sport 1? Motorvision? Auf jeden Fall hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das dieses Jahr wieder da sein sollte.

V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt)
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt. Muss man auch abwarten, wie sich das bei MotorsTV entwickelt. Ohne eigenen Stream macht das bei denen langsam keinen Sinn mehr.

Prototypen
LMS – Euro
Vermutlich gibt es wieder die zerstückelte Berichterstattung auf Europsort. Einen Livestream scheint es auch in diesem Jahr nicht zu geben, was mir immer noch ein Rätsel ist. Bleibt Radio Le Mans.

24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden bei Eurosport.

USA
NASCAR – ??
ServusTV verhandelt mit der NASCAR über eine Verlängerung der Rechte. Es bleibt aber bei der Zusammenfassung am Montag. Gerüchteweise könnte das Daytona 500 live bei Servus laufen, weil die Amis das als Paket verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das stimmt, liegt aber bei unter 10%.

ALMS – Stream?
Es herrscht immer noch eine leichte Verwirrung darüber, ob die ALMS nun alle ihre Rennen live über die eigene Webseite streamt oder doch “nur” on-demand. Wenn es stimmt, wäre das natürlich toll. Das Angebot auf espn3.com soll nur ein Zusatz für die Amis sein. Die Rennen laufen in den USA nur noch teilweise live, der Rest zeitversetzt und zurechtgestutzt oder gar in dem 2010 erprobten “Doku-Drama”-Format, aber immer über ABC/ESPN. SpeedTV ist raus. Über die internationale Verbreitung hat man noch nichts gesagt. Laut Midweek Motorsport ist Radio Le Mans auch noch in Verhandlungen, allerdings ist man ziemlich sicher, dass man wieder dabei ist.

GrandAm – ??
Da wird man auf einen Stream von SpeedTV zurückgreifen müssen.

IRL – Stream
Die IRL streamt auch in diesem Jahr fast alle Rennen. Ausgenommen ist das Indy 500, das muss man sich woanders “besorgen”.

January 12 2011

11:03

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das spanische HRT-Team hat einen seiner beiden Fahrer für 2011 vorgestellt – und damit eine mittlere Überraschung geliefert. Narain Kartikeyan, zuletzt 2005 für Jordan unterwegs, wird 2011 ein Auto des spanischen Teams pilotieren. Nach dem Ende seiner ersten F1-Karriere war der finanzkräftig von Tata-Konzern unterstütze Inder unter anderem in der A1GP und der LeMans-Serie, bei den NASCAR-Trucks sowie in der Superleague Formula unterwegs – wobei er, vielleicht mit Ausnahme der Trucks, in keiner dieser Serien so wirklich überzeugen konnte. Andererseits hat er in den frühen 2000er-Jahren in diversen Juniorklassen recht anständige Leistungen gezeigt – man darf also gespannt sein. Sofern sich übrigens sonst noch jemand immer schon gefragt hat, wie man den Namen richtig ausspricht – hier ein Hörbeispiel. Das Verhältnis des anderen F1-Inders, Karun Chandhok, zu seinem früheren Arbeitgeber ist dagegen wohl endgültig demoliert. HRT behauptet, Chandhoks Sponsoren hätten dem Team nur zwei von acht vereinbarten Millionen überwiesen und überlegt angeblich sogar eine Klage. Der zweite HRT-Sitz bleibt somit vorläufig unbesetzt – Colin Kolles hat lediglich verlautbart, dass Bruno Senna das Team verlassen wird. Gerüchten zufolge zanken sich um den Platz GP2-Asia Meister Davide Valsecchi, der Malaysier Fairuz Fauzy und, sofern Force Indian ihn wirklich fallen lässt, Vitantonio Liuzzi. (Vorsicht)

// Sky hat offiziell bekannt gegeben, dass man die Formel 1 im kommenden Jahr erstmals in nativem HD ausstrahlen wird – die FOM hat mittlerweise bestätigt, dass das Signal auch für andere TV-Sender, etwa die BBC, in diesem Format vorliegen wird. Einzige Ausnahme: Die Onbaord-Bilder blieben weiterhin in SD. Außerdem bestätigt: Die GP2 und der Porsche Supercup werden auch 2011 im Rahmenprogramm der F1 auf sky ausgestrahlt. (Vorsicht)

// Neuigkeiten auch bei der BBC. Dort wurde Kommentator Jonathan Legard nach zwei etwas farblosen Jahren gegangen, den Job wird sein bisheriger Co Martin Brundle übernehmen. Der wiederum bekommt als neuen “Colour Commentator” David Coulthard an die Seite gestellt. Wieso man das Risiko eingeht, zwei GP-Piloten in die Kabine zu lassen, anstatt auf den bewährten und vielgelobten David Croft zu setzen, ist nicht ganz klar. Immerhin: Für den legendären Gridwalk bleibt Brundle dem Vernehmen nach trotz Doppelbelastung erhalten. (Vorsicht)

// Reb Bull Formel 1-Tester und Freitagsfahrer Daniel Ricciardo wird auch 2011 einen kleinen Nebenjob haben. Der Australier wird auch in der kommenden Saison neben seinen Verpflichtungen in der Königsklasse in der Formel Renault 3.5 an den Start gehen, in der er heuer Vizemeister wurde. Eine kleine Frage bleibt allerdings offen: Zwei Rennwochenenden der WSbR überschneiden sich mit den F1-Rennen in China und Japan. Wird Ricciardo diese Rennen einfach auslassen, oder müssen sich RBR und Toro Rosso für diese beiden Läufe einen anderen Ersatzfahrer suchen? (Vorsicht)

// Eine Stunde weniger Däumchendrehen und Figurenzeichnen im kommenen Jahr: Die NASCAR hat auch vielfachen Fan-Wunsch das verbleibende Rennen am Auto Club Speedway in Fontana von 500 auf 400 Meilen verkürzt. (Vorsicht)

// Die Indycars sind gestern mit einer “State of INDYCAR“-Veranstaltung ins neue Jahr gestartet. Dabei wurden einige kleinere Änderungen beschlossen, die die Serie 2011 attraktiver machen sollen:

/ Die bedeutendste Änderung ist wohl, dass die Serie endgültig den Namen “IRL” begräbt. Stattdessen gibt es jetzt eine etwas unübersichtliche Menge von Bezeichnungen.
- Die gesamte Gruppe und die Sporthoheit über die Rennserie und ihre Nachwuchsserien, also das, was bisher noch IRL geheißen hat, läuft ab jetzt unter der Bezeichnung INDYCAR. In Anlehnung an die NASCAR wird auch hier der ganze Name in Großbuchstaben gehalten, obwohl es sich im Falle der INDYCAR nicht um ein Akronym handelt – und die Verantwortlichen zum Glück auch nicht der Marketingversuchung erlegen sind, eines zu erfinden.
- Die Haupserie, die von der INDYCAR geleitet wird heißt IZOD IndyCar Series.
- Außerdem veranstaltet die INDYCAR noch die Firestone Indy Lights und die sonstige “Mazda Road to Indy” aus US F2000 und der Star Mazda Serie.

/ Auch sportlich hat man ein paar Dinge “an die Erwartungen der Fans angepasst”:
- Auf Ovalen wir es schon ab 2011 Double File Restarts geben. Mutigerweise also erstmals beim Indy 500. Außerdem sollen die Restarts auf allen Strecken näher an die Start- und Ziellinie herangeführt werden. Beschleunigende und sich auseinanderziehende Felder schon in den letzten Kurven unter gelb soll es damit auf Rundestrecken und Ovalen nicht mehr geben.
- Der Modus für die Auswahl der Boxengassenplätze wird geändert: Statt wie bisher das bestplatzierte Team in der Meisterschaft hat nun der Gewinner des letzten Qualifyings das Recht, als erster den Platz zu wählen.
- Die IndyCar Serie bekommt einen “commitment cone” – auch, wenn man ihn nicht so nennen will oder darf: Bisher musste man in die Box fahren, sobald man sich die Bremsspur im inneren Streckenbereich eines Ovals eingereiht hatte. Nun darf man diese, etwa wenn es eine Caution gibt, wieder verlassen, bis man tatsächlich die Zone erreicht, ab der das Speedlimit gilt.

/ Schließlich gibt es auch noch ein paar technische und organisatorische Neuerungen:
- Das Motorenreglement für 2012 wurde auch noch einmal leicht geändert: Statt 2.4 Liter Turbos sind nun 2.2 Liter vorgesehen.
- Außerdem hat der 2012-Verantwortliche Tony Cotman bekannt gegeben, dass er für übernächstes Jahr mit mindestens vier verschiedenen Aero-Kits rechnet. Neben Dallara, Chevrolet und Lotus wird es also wohl mindestens noch einen weiteren Hersteller geben.
- Die Rettung des Rennens in Edmonton wurde offiziell bestätigt.
- ABC wird im kommenden Jahr neben dem Indy 500 auch den Saisonauftakt in St. Petersburg, die Klassiker von Milwaukee und Loudon und das Saisonfinale (vermutlich in Las Vegas) übertragen.
- Die Indy Lights kehren ins TV zurück, und werden als Re-Live auf Versus übertragen.
- Und das Indy 500 erhält das selbstbewusste Prädikat “The Most Important Race in History”.
(Vorsicht)

// Der kommenden Winter könnte wieder spannender werden. Glaubt man (bisher völlig unbestätigten) Gerüchten, könnte sich nämlich aus den Trümmern der A1GP-Serie eine neue “A10 World Series” erheben. Diese neue Serie würde, sofern sich die Gerüchte nicht als völlige Ente erweisen (was keineswegs ausgeschlossen ist) V10-Motoren verwenden (also wohl nicht die Ferrari V8er), und erstmals in der Wintersaison 2011/12 zehn Rennwochenenden an internationalen Rennstrecken rund um den Erdball veranstalten. Das Nationenkonzept bliebe dabei erhalten. Anders als bisher wäre diese Serie allerdings nicht mehr in die Führung der Teams involviert, sondern würde die Plätze als Franchises verkaufen. Eine Website gibt es schon. Dort befindet sich ein Countdown, der darauf hindeutet, dass wir am 13.1. um 11:30Uhr etwas schlauer sein sollten. Ach ja: A1GP-Pleitier Tony Teixiera soll angeblich nicht mehr in die Geschäfte der Serie involviert sein, stattdessen ist die Homepage auf die britische Firma “Teamcraft Motorsport” regisitriert, die bisher als Team in der alten A1GP und in der britischen F3 in Erscheinung getreten ist. (Vorsicht)

// Die IMSA hat heute ihre Interpretation des neuen ACO-Reglements bekanntgegeben, das für die 2011er ALMS-Saison maßgeblich sein wird. Die bedeutendsten Neuerungen: Man übernimmt das technische Reglement, die Balance of Performance-Artikel der Franzosen ebenso wie die Fahrerkategorisierung für die Klassen LMP2, LMPC und GTC. Die im letzten Jahr zusammengezogenen Prototypen-Kategorien LMP1 und LMP2 werden entsprechend auch wieder separiert, es bleibt zu hoffen, dass beide Klassen ansprechend besetzt sein werden. (Stefan)

// Langsam aber sicher füllt sich die ALMS-Entry List, mit dem neuen Team Signature aus Florida (hat nichts mit dem französischen Signature Plus zu tun!) hat sich endlich ein Abnehmer für das noch in Entwicklung befindliche Riley-LMP2-Chassis gefunden, man wird aber wohl erst ab dem dritten Rennen in Lime Rock dabei sein. Das Team um Amateurfahrer Matt Tarleton könnte sich auch vorstellen, 2012 an der ILMC teilzunehmen. (Stefan)

// In der europäischen LMS wird das neue französische Team Extrême Limite mit dem Norma-Chassis antreten, das Pegasus Racing im vergangenen Jahr halbwegs erfolgreich eingesetzt hat. (Stefan)

// Nick Wirth berichtet, dass es neben Strakka in diesem Jahr noch ein weiteres Team geben wird, das den weiterentwickelten HPD-LMP2-Boliden in der LMS einsetzen wird und dass seine Firma außerdem an einem LMP1-Coupé für 2012 arbeitet, wobei die Honda-Partnerschaft für dieses angeblich fast in trockenen Tüchern ist. (Stefan)

January 02 2011

07:58

Best of 2010: Teil Vier

Spannende Rennen, Glückspilze und spektakuläre Szenen – die Vierte. Und diesmal ohne Dach. Mein “Best of” eines außergewöhnlich interessanten Jahres 2010.

Bestes Rennen

Gar nicht so einfach! Im Rückblick eigentlich sogar ziemlich erstaunlich, wie viele tolle Rennen wir im vergangenen Jahr hatten – und das in fast allen Serien, die ich so verfolge. Am Ende gibt es für mich einen Sieger, der sicher viele überraschen wird. Aber der Reihe nach:

Bei der Formel 1 sehe ich den Lauf in Kanada wieder vorn. Auch, wenn einiges an der Spannung wegen der Reifenprobleme “küstlich” erzeugt wurde – die legendäre Kombination aus schneller Strecke, nahen Leitplanken, Risiko und den vielen Überholstellen haben das Rennen auch in diesem Jahr wieder aus der Masse herausgehoben. Auf den Ehrenplätzen: Melbourne, China – und die allen Unkenrufen zum Trotz ganz fantastische neue Strecke in Korea.

Auch auf die Gefahr hin, den Fanboy raushängen zu lassen: Die besten Rennen waren 2010 meiner Ansicht nach gut versteckt. Denn eigenwilliges Konzept und mangelnde Akzeptanz hin oder her: Das, was die Superleague Formula in Ordos (zweiter Platz) und Navarra (Sieger: “Bestes Rennen”) gezeigt hat, muss ihr erstmal jemand nachmachen. Das Superfinale aus Ordos (wo ja auch die GT1 im kommenden Jahr Station machen wird) gibt es hier in seiner Gesamtheit:

Wer sich aber wirklich in einer stillen Stunde einen Gefallen tun will, der sollte an einschlägigen Download-Orten nach dem zweiten Lauf aus Navarra suchen. Die Ausgangsposition: Meisterschaftsverfolger Craig Dolby (Tottenham Hotspur) muss sich vom Ende des Feldes bis ins Spitzenfeld vorkämpfen, um noch eine Chance auf den Einzug in Superfinale und den Gewinn der Meisterschaft zu haben. (Achtung – es folgen Spoiler): Die folgende entfesselte, aber stets faire Fahrt sollte ihn am Ende tatsächlich weiter in der Meisterschaft halten – die er schließlich um nur zwei Punkte (697 zu 699) an Davide Rigon und den RSC Anderlecht verlor.

Bestes Finish

Am engsten war es bei den Serien die ich näher verfolgt habe wohl beim IRL-Rennen in Chicagoland.

Westentlich spannender habe ich aber die letzten Runden der Formel Renault 3.5 in Silverstone und – vor allem – beim letzten Saisonrennen in Barcelona gefunden. Und zwar deshalb, weil es um wesentlich mehr ging: In Silverstone musste Esteban Guerrieri, der am Vortag zwar gewonnen hatte, aber wegen einer Lappalie disqualifiziert worden war unbedingt an Daniel Ricciardo vorbeigehen, um sich in der Meisterschaft zu halten – was ihm eine Runde vor Schluss in einem sehenswerten Manöver um den Sieg dann auch gelang. Und in Barcelona ging es überhaupt um die Meisterschaft: Mikhail Aleshin lag bis drei Runden vor Schluss bei unglaublich schwierigen, regnerischen Bedinungen hinter Daniel Ricciardo. Dann ging er am Australier vorbei. Und musste ihn drei Runden lang um jeden Preis hinter sich halten. Das Finish des Jahres (leider nur auf Französisch – ich denke aber, die Emotion kommt trotzdem rüber…):

Bester Fahrer

Jimmie Johnson hin, Dario Franchitti her – der beste Fahrer kann sich nach wie vor nur gegen die Haifisch-Konkurrenz der Königsklasse beweisen. Und das ist nunmal die Formel 1. Das Problem: Von den Spitzenpiloten hat sich in diesem Jahr keiner so recht würdig gezeigt. Vettel: Zu viele Fehler. Webber: Viel zu wenig Konstanz. Alonso: Zu viel Funk-Geheul, zu wenig überholt. Hamilton: Zu unkonzentriert; Button: Überraschend gut, aber im Vergleich mit Hamilton dann doch wieder zu langsam. Massa: Wohl kaum. Bleibt also nur der Griff ins Mittelfeld. Wenn es also auch nicht übermäßig originell sein mag: Für mich ist Robert Kubica der Fahrer des Jahres 2010.

Bestes Team

Wieder schwierig. Im Grunde gilt für mich das gleich wie oben – die Königsklasse ist der Maßstab. Und auch bei den Teams haben alle Fehler gemacht: Red Bull hat es nicht geschafft, für eine produktive Arbeitsatmosphäre zwischen Vettel und Webber zu sorgen. McLaren war – vor allem im zweiten Teil der Saison – zu langsam. Ferrari? Den Positionwechsel in Hockenheim mag man ihnen nachsehen – es geht ja in dieser Wertung nicht nur um Sympathie, sondern auch um Effizienz. Der unwürdige Theaterstadel und das mangelnde Medienmanagement danach disqualifizieren sie aber als Team.

Bleiben wieder die Hinterbänkler: Und da fand ich das, was das Team von Peter Sauber in diesem Jahr geschafft hat unglaublich beeindruckend. Fast keine Sponsoren, und trotzdem: Aus einer Gurke ein Mittelfeld-Auto gemacht; Den mittelmäßig eingeschätzten Kamui Kobayashi zum Teamleader entwickelt – und gleich auch noch durch den Teamkollegentausch auf Herz und Speed getestet; Und mit Sergio Pérez den vielleicht einzig verfügbaren Juniorpiloten verpflichtet, der Speed und einen vollen Geldkoffer vereint. Chapeau! – das Team des Jahres 2010.

Überholmanöver des Jahres

Realistisch betrachtet war wohl der Zweikampf zwischen Jenson Button und Lewis Hamilton in Istanbul das Highlight des Jahres. Das will ich aber hier nicht verwenden, weil 1) das Don schon gewählt hat, und 2) die beiden ohnehin noch die gebührende Ehre erhalten (siehe gleich unten).

Muss es also ein anderes Manöver sein. Fällt mir aber keines ein. Muss ich wohl die Kategorie abändern – “die Überholmanöver des Jahres”. Und die gab es meiner Meinung nach bei Auftaktrennen der IRL in Sao Paulo: Die lange Gegengerade dort ist im Grunde höchst kriminell und gefährlich – aber wenn die Wagen dort mit massiv arbeitenden Aufhängungen aus den Windschatten ausscheren, dann muss man eben auch zugeben: Das ist verdammt gutes Racing.

Freunde des Jahres

Die allerbesten “Freunde” sind sie vielleicht nicht. Aber Lewis Hamilton und Jenson Button haben der Rennsportwelt heuer vorgeführt, dass man einen teaminternen Wettkampf zwischen zwei Weltmeistern auch respektvoll führen kann. Hoffentlich bleibt das auch so, wenn die beiden mal wirklich um den Titel kämpfen.

Feinde/Duell des Jahres

Milka Duno vs. the World ist zwar lustig – aber irgendwie auch ein etwas zu dankbares Ziel. Genauso wie Danica Patricks Streitereien mit ihrem Team vor dem Indy 500.

Daher geht dieser glorreiche Titel an die Twitter-Konversationen der Indycar-Stars: Alex Tagliani verunglimpft dort Tomas Scheckter als “Wreckter”, dieser lädt in Folge den Kanadier zu einem “persönlichen Gespräch” beim nächsten Rennen ein; Ryan Briscoe legt Graham Rahal nahe, sich für den “Mist” den er gebaut haben soll doch endlich zu entschuldigen; Und Paul Tracy schimpft permanent über Paydriver, die ihm angeblich den Platz wegnehmen. Oder bietet überhaupt einem gewissen belgischen Rookie an, “big meatballs and sausage” zum “Baguette” mitzubringen.

Wenn die Piloten diese offene und vor allem herrlich kindische Form in die kommenden Saison retten können, dann kann die gerüchteweise geplante Reality-TV-Show um die Indycar-Serie (schon jetzt ein heißer Anwärter auf die “Un-Idee 2011″) wohl nur ein voller Erfolg werden!

Szene des Jahres

“I’m in a sandwich!” (bei ~6:40 Min)

…oder doch der hier?

Kostenpunkt des Jahres

Die Sache ist zwar etwas undurchsichtig, aber sehr wahrscheinlich setzt sich die überhastete Fertigstellung der Grand Prix Strecke in Südkorea mühelos in dieser Kategorie durch. Überhaupt legt das Bauchaos dort nahe, dass womöglich nicht das gesamte Budget in völlig legale Kanäle geflossen sein könnte – eine koreanische Zeitungsmeldung spricht gar davon, dass im Fertigstellungschaos insgesamt die Kleinigkeit von 53,7 Millionen US-$ “ohne Dokumentation” ausgegeben worden sein soll.

Schönster Moment des Jahres

Everyone loves an Underdog! Folglich: Karun Chandhoks erster Auftritt in der Formel 1 im Qualifying für den Bahrain GP – nachdem die Mechaniker es doch noch geschafft hatten, das Auto zusammenzubauen. Und sein folgender Ausfall in den ersten Runden des Rennens, als er auf einer Bodenwelle ausrutschte, die ihm verständlicherweise “vorher noch nie aufgefallen war”. Heroisches Scheitern von Fahrer und Team – und die fast perfekte Zusammenfassung der ganzen HRT-Saison in nur wenigen Runden!

Überraschung des Jahres

Das stechen für mich zwei Ereignisse im vergangenen Jahr heraus:

Einerseits die Leistung von Esteban Guerrieri in der WSbR: Ohne Budget für das ganze Jahr unterwegs, ein paar Rennen wegen Geldmangels ausgelassen und zweimal wegen Kleinigkeiten disqualifiziert. Und trotzdem bis zum letzten Rennwochenende im Titelrennen – und auf der Strecke stets fair unterwegs. Große Klasse vom Argentinier, dem dennoch der große Durchbruch versagt bleibt. 2011 startet er bei den Indy Lights und angeblich auch bei den TC2000-Tourenwagen. Silberstreif am Horizont: Gerüchte aus Chile sprechen davon, dass in Sonoma auch ein Einsatz in der IRL auf dem Programm stehen soll.

Und die Formel 1-Vertragsverlängerung von sky: Nach Schulz & Surers emotionalem Abschied aus Abu Dhabi, dem Gereade über Kundenbefragungen und mangelnde Exklusivität schwante mir schon Übles – zum Glück zu Unrecht.

Enttäuschung des Jahres

Meine Enttäuschung des Jahres kommt auch aus der IRL – und heißt Takuma Sato. Vor Saisonbeginn hatte ich der Kombo aus dem Japaner und KV Racing den einen oder anderen Sieg zugetraut. Oder zumindest fix mit Podestplätzen gerechnet. Aber trotz gelgentlicher Ausreißer im Qualifying oder einiger guter Runden auf den Ovalen bleibt am Ende nur die Hoffnung auf Besserung 2011. Und zwar nicht nur, was die häufigen Ausfälle betrifft – auch wenn die Konstanz mal funktioniert hat, war Sato für einen Mann seines unbetrittenen Talents auf den Rundkursen einfach schlicht zu langsam.

Unehrenhafte Erwähnung: Das Starterfeld der F3 Euroseries.

Langweiligstes Rennen

In der Negativwertung kann es wohl nur einen klaren Gewinner geben: Der Formel 1 Grand Prix in Bahrain – diesmal in der XXL(angweil)-Version. In dieser Saison wohl auch deshalb so besonders auffällig, weil die sonst so sicheren Langweiler in Barcelona, Valencia und Budapest diesmal aus verschiedenen Gründen ihre Highlights hatten. Die waren zwar nicht immer positiv (Hamiltons Crash in Barcelona, Webbers Freiflug in Valencia, und das fliegenden Rad in der Hungaroring-Box), aber immerhin: Man schläft nicht ein.

Racecontrol-Moment des Jahres

Da gibt es so einige Entscheidungen, die man im kommenden Jahr besser machen könnte. Vor allem die Formel 2 hat sich ein paarmal recht negativ hervorgetan. Ganz besonders zu Beispiel in Portimao, wo man trotz eines in der (uneinsichtigen) letzten Kurve gestrandeten Autos nur gelb schwenkte, und kein SC auf die Strecke brachte. Mit dem Ergebnis, dass Plamen Kralev sich dort dann auch drehte, und fast die Streckenposten abgeräumt hätte, die grade den anderen Wagen ausbuddeln wollten.

Die unumfochtene Krone geht aber an die SLF-Racecontrol in Beijing. Für die weise Entscheidung, trotz einsetzender Dunkelheit, dichtem Smogs, Regens und eines mitten auf der Strecke stehenden Autos (!) samt Fahrer (!!) auf der engsten Stelle des Kurses (!!!) kein SC auf die Strecke zu holen, sondern nur lokale Gelbflaggen zu werfen – die bei diesem Bedingungen natürlich niemand mehr sehen konnte. Zwei kleine Ausschnitte:



aa

December 01 2010

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

# Die FIA hat die Formel 1-Nennliste für 2011 veröffentlicht. Große Überraschungen sucht man vergebens, einiges sticht aber doch ins Auge: Das Team von Tony Fernandes ist als “Team Lotus” aufgeführt – ob die Verhandlungen über den Namen aber von Erfolg gekrönt waren, oder ob Fernandes es einfach drauf ankommen lässt, ist daraus nicht zu erschließen.  Renault nennt sich weiterhin “Renault”, Sauber heißt jetzt nicht mehr “BMW”, dafür ist Virgin offiziell als “Marussia Virgin Racing” eingetragen. Als Lotus-Fahrer sind Jarno Trulli und Heikki Kovalainen laut Meldeliste bestätigt. Je ein freies Cockpit gibt es dagegen noch bei Renault und bei Williams. Etwas überraschend sind bei einigen Teams noch beide Autos unbesetzt: Force India, wo Adrian Sutil lange als gesetzt galt; Toro Rosso, wo ebenfalls beide Piloten einigermaßen sicher erschienen – und Virgin, wo Timo Glock im Grunde noch unter Vertrag stehen sollte. Bei HRT sind ebenfalls noch beide Cockpits zu haben. Vorsicht

# Heikki Kovalainen und seine Freundin Catherine Hyde haben sich beim Crash im Rahmen des Race of Champions in Düsseldorf doch etwas schwerer verletzt, als vermutet. Kovalainen selbst hat sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen, und muss “als Vorsichtsmaßnahme” einige Tage das Bett hüten. Gleiches gilt für Hyde, die sich Ermüdungsbrüche im Becken und der Hüfte sowie eine Verletzung der Beinmuskulatur zugezogen hat. Vorsicht

# Bernie Ecclestone könnte drauf und dran sein, dem British Racing Driver’s Club die Kontrolle über die Rennstrecke von Silverstone abzuluchsen. Laut einem Bericht von pitpass.com sieht die finanzielle Situation der Strecke alles andere als rosig aus, nachdem sich die Umbauten an der Strecke als wesentlich teurer herausgestellt hatten, als geplant. Demnach suchen die Betreiber ziemlich angestrengt nach einem Retter, der die angeblich fehlenden Gelder in Höhe von immerhin 70 Mio. GBP aufbringt – und könnten schließlich gezwungen sein, Bernie Ecclestone als “weißen Ritter” zu akzeptieren. Ja, genau: Den selben Bernie Ecclestone, der jahrelang von den Streckenbetreibern verlangt hat, Umbauten durchzuführen, die sich diese nicht leisten konnten. Vorsicht

# Mikhail Aleshin hat sich in einem Interview äußerst positiv über seine Aussichten für 2011 gezeigt. Angeblich sei die Frage seiner Formel 1-Teilnahme bereits “gelöst”, eine Verlautbarung soll unmittelbar bevorstehen. Wo der WSbR-Champion starten soll, ist noch nicht bekannt – in Frage kommt wohl vor allem das vom russischen Sportwagenhersteller Marussia unterstützte Virgin-Team. Aber auch ein Cockpit bei Force India, HRT oder gar Renault scheint denkbar. Vorsicht

# Bei Force India könnte aber auch Nico Hülkenberg unterkommen. Das berichtet zumindest die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen gewissen Timo Gans, der im Management-Team des jungen Deutschen arbeitet. Zuvor hatten sich demnach Chancen auf einen Platz im Team von Toro Rosso zerschlagen. Vorsicht

# Schon wieder eine Woche mit zahlreichen Indycar-Neuigkeiten:
Ed Carpenter wird Sarah Fisher ersetzen, welche in die Leitung ihres Teams wechseln wird und vermutlich nicht mal mehr zum 500 ins Volant greifen wird. Geplant sind neun Rennen, wobei natürlich die Ovale im Vordergrund stehen werden und man auf den Rundkursen eher am Ende des Feldes sein wird. Flo aus N
- Das Rennen in Edmonton könnte nun doch gerettet sein – und womöglich im kommenden Jahr mit einer interessanteren Streckenführung überraschen. Der Stadtrat hat vergangene Woche einem Plan zugestimmt, zusätzliche 3 Mio. kanadische Dollar für Umbauten am Kurs bereitzustellen. Ursprünglich waren die Pläne für den Lauf ja deswegen ins Trudeln geraten, weil die Rennstrecke wegen des regen Flugaufkommens auf dem internationalen Flughafen auf einen stillgelegten Teil der Landebahn ausweichen muss – aber weder Promotor Octane noch die Stadt bereit waren, dafür zu bezahlen. Eine Bestätigung der Rückkehr seitens offizieller Indycar-Stellen steht noch aus. Vorsicht
- Dafür sind vergangene Woche Gerüchte aufgetaucht, wonach es ab 2012 einen zweiten Indycar-Lauf in Brasilien geben könnte. Das nach der südamerikanischen Freihandelszone “GP Mercosur de Indycar” getaufte Rennen würde demnach in Porto Alegre stattfinden – einer Stadt im Süden von Brasilien, in der Nähe von Uruguay und Argentinien. Dementsprechend wäre es auch das Ziel, diese beiden Länder bei der Ausrichtung mit an Bord zu nehmen. Vorsicht
- Und dann gibt es noch eine kleine Meldung aus der Kategorie “mysteriös”: Dienstagabend tauchten in mehreren Twitter-Feeds Meldungen auf, wonach der kanadische Indy Lights-Pilot James Hinchcliffe Mitte Dezember für Newman-Haas testen solle. Der in den Meldungen angegebene Link ist allerdings nicht aufrufbar – und auch sonst ist im Internet nichts dazu zu finden. Ob an der Meldung also was dran ist? Abwarten… Vorsicht

#Int. GT Open: In der nächsten Saison wird man an 8 Wochenenden Rennen fahren. Saisonstart ist am 1. Mai in Imola, das Finale findet am 30. Oktober in Barcelona statt. Ansonsten wird die Serie unter anderem in Monza, Magny Cours, Spa, Brands Hatch und am Nürburgring am Start sein. Neu dabei ist außerdem ein Termin am österreichischen Red Bull Ring. Die F3 Open wird bei den meisten Rennen wieder als Support unterwegs sein, hat aber auch ein paar Standalone-Termine in Spanien.

1. Mai: Imola (GT)
15. Mai: Magny-Cours (GT & F3)
17. April: Valencia (F3)
26. Juni: Spa (GT & F3)
3. Juli: Nürburgring (GT & F3)
24. Juli: Brands Hatch GP Kurs (GT & F3)
28. August: Red Bull Ring (GT)
2. Oktober: Monza (GT & F3)
16. Oktober: Jerez (F3)
30.Oktober: Barcelona (GT & F3)
Flo aus N & Vorsicht

#LMS: Der ACO hat das Programm für die LMS vorgestellt (Achtung, .pdf). Leider ist wieder kein Lauf in Deutschland dabei, dafür fährt man in Imola, welches den Hungaroring ersetzen wird. Finale ist in Portimao geplant, wobei 1 Woche später des Petit Le Mans ansteht und man daher davon ausgehen kann, dass sich hier noch was tun wird. Die Distanz wurde von 1000 km auf 6h geändert, um den TV-Sendern entgegen kommen zu können.

11.&12. März: Testfahrten Paul Ricard
3. April: Paul Ricard
8. Mai: Spa
3. Juli: Imola
11. September: Silverstone
25. September: Portimao
Flo aus N

# Außerdem wurde auch ein überarbeiteter Kalender für den ILMC bekannt: Insgesamt wird es sieben Rennen geben, Das Petit Le Mans wird Teil der Serie sein, außerdem auch, etwas überraschend,  die 6 Stunden von Imola. Als Saisonabschluss wird ein 6-Stunden-Rennen in China fungieren, wo genau sich die sicher hervorragend präparierte Strecke dafür befinden wird, ist derzeit noch unbekannt.

19. März: 12h Sebring
8. Mai: 6h Spa
11.&12. Juni: 24h LeMans
3. Juli: 6h Imola
11. September: 6h Silverstone
1. Oktober: Petit LeMans (12h, Road Atlanta)
12. November: 6h China (Strecke noch unbekannt)
Vorsicht

November 03 2010

07:38

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nach Informationen der FAZ hat sich der Volkswagen-Konzern gegen den Einstieg in die Formel 1 entschieden. Weder wird man mit einem eigenen Team antreten, noch andere Teams mit Motoren beliefern. In den letzten Wochen gab es Spekulationen etwa über eine Rückkehr von Porsche in die Königsklasse. Entsprechende Analysen und Konzepte wurden wohl auch ausgearbeitet, letztlich nun aber verworfen. Stattdessen könnte es ein Engagement in der WRC geben, ebenso lässt der Artikel die Vermutung anklingen, es könne einen Porsche-Prototypen in Le Mans geben. (Stefan)

// HRT wird, sofern man den Winter finanziell überlebt, im kommenden Jahr Getriebe von Williams nutzen. Derzeit setzt man ja, so wie auch die anderen Newcomer Lotus und Virgin Getriebe von Xtrac – mit diesen Produkten ist aber keines der Teams wirklich zufrieden. Lotus wird aller Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr auch beim Getriebe auf Renault setzen, einzig Virgin scheint noch keinen Ersatz gefunden zu haben. Die Kooperation mit Williams ist für HRT jedenfalls nahe liegend – benützt das Team doch als einzige der etablierten Mannschaften ebenfalls Cosworth-Motoren. (Vorsicht)

// Während HRT also noch mit grundsätzlicheren Planungen beschäftigt ist, beschäftigen sich die anderen beiden Newcomer-Teams schon intensiver mit den Fahrerpaarungen für 2011. So soll bei Lotus Jarno Trulli vor der Ablöse stehen – und zwar angeblich durch Bruno Senna. Der hat sich zwar in seinem ersten Jahr nicht durch großartige fahrerische Leistungen profilieren können und hatte in Japan und Korea sogar mit Sakon Yamamoto zu kämpfen. Aber Senna im Lotus-Renault – das hätte trotzdem was. Jarno Trulli wird unterdessen nachgesagt, er könnte sich im kommenden Jahr womöglich in Richtung NASCAR orientieren, sollte es mit der Formel 1 tatsächlich nichts mehr werden. Bei Virgin scheinen sich derweil die Anzeichen zu verdichten, dass Neo-Testfahrer Jerome D’Ambrosio 2011 vor einen Beförderung zum Einsatzpiloten stehen könnte. (Vorsicht)

// Ex-HRT Pilot Karun Chandhok wird in diesem Jahr wohl nicht mehr in einem Formel 1 Auto zu sehen sein – zumindest hat der Inder selbst kürzlich in einem Interview bestätigt, dass seine Aufmerksamkeit nun einem Cockpit für 2011 gelte. Und da will er angeblich derzeit mit drei Teams in Gesprächen über ein Renncockpit stehen – um welche Mannschaften es sich dabei konkret handeln könnte, ist allerdings unklar. (Vorsicht)

// Etwas überraschend: Vergangene Woche hat Mercedes GP bekannt gegeben, dass beim Junior-Test in Abu Dhabi der britische Youngster Sam Bird im Cockpit sitzen wird. Nicht bekannt ist, welche Gründe für die Wahl des aktuell Fünften in der GP2-Meisterschaft ausschlaggebend waren, und ob Mercedes konkrete Zukunftspläne mit dem ART-Piloten hat. (Vorsicht)

// Bernie Ecclestone setzt derweil seine beliebte Serie kontroversieller Interviews fort, und zwar in der Financial Times. Kernaussagen diesmal: Bernie ist von den neuen Teams enttäuscht, und meint wörtlich, er würde gerne “ein paar dieser Krüppel” wieder loswerden. Gemeint ist damit wohl im wesentlichen HRT – auch bei Virgin rät er allerdings Richard Branson dringend dazu, finanziell eine Schippe nachzulegen. Sonst habe einzig Lotus eine realistische Zukunftsperspektive. Joe Saward spekuliert, dass hinter Bernies wiederholten Attacken auf die kleinen Teams ein finanzielles Motiv stecken könnte. Das in der Konstrukteurs-WM elft- und zwölftplatzierte Team erhält nämlich gemäß dem bis 2012 gültigen Concorde-Agreement je 10 Millionen Dollar aus einem speziellen Topf. Dieses Geld könnte sich die FOM aber behalten, wenn es nur zehn Team gäbe. (Vorsicht)

// Fraglich ist demnach auch, ob es wirklich schon 2011 eine HD-Übertragung von der Königsklasse geben soll – zumindest Onboard-Aufnahmen sind laut Ecclestone keinesfalls in HD möglich, da die Kameras dafür zu groß seien. Dem entgegen steht die Nachricht, dass der brasilianische TV-Sender Globo kürzlich bestätigt haben soll, die Formel 1 im kommenden Jahr in nativem HD zu übertragen. (Vorsicht)

// Stecken die Planungen für den US-Grand Prix 2012 nun doch in Problemen? Ein internes Planungsdokument, das von Austin News KXAN veröffentlicht wurde, spricht von einer Bauzeit von 24 Monaten – bei einem Baubeginn im Dezember dieses Jahres also zu lange für einen Grand Prix im Juni 2012. Die Planungsgesellschaft spricht in einer ersten Reaktion von einem Missverständnis – in den 24 Monaten sei auch die längt angelaufene Planungsphase mit einbegriffen. Das Dokument listet übrigens auch eine ganze Reihe von Serien auf, die die Veranstalter neben der F1 auf die Strecke locken möchten – darunter die NASCAR, Indycar und die “Moro GP” (sic). (Vorsicht)

// In Bulgarien schreiten die Planungen für den möglichen Bau einer Formel 1-Strecke dagegen voran – angeblich möchte man im Dezember so weit sein, mit Bernie Ecclestone einen Vertrag abzuschließen. Schon 2012 könnte der Lauf dann auf dem Kalender stehen. Das wiederum könnte die Rennen in der Türkei und in Ungarn gefährden – meint jedenfalls Organisator Bogdan Nikolov. Um auch abseits der Formel 1 Betrieb auf die Strecke zu locken, plant man in Bulgarien ein ganz besonderes Feature – eine Art Bodenheizung, die den Asphalt stets auf einer konstanten Temperatur halten soll. (Vorsicht)

// Peugeot hat vergangene Woche in Monza eine Übergangsversion seines LMP1 getestet. Auffälligste Neuerungen an dem bislang 90X genannten Fahrzeug waren die nach dem 2011er Reglement vorgeschriebene Finne über der Heckverkleidung, die Airbox auf dem (weiterhin geschlossenen) Cockpit und die Heckpartie. Die Motorabdeckung ist nun flacher, der Heckflügel hängt an zwei “Schwanenhälsen” und die Auspuffrohre enden am Heck, nicht wie bisher seitlich vor den Hinterrädern, diese drei Eigenschaften teilt sich das neue Modell mit dem Audi R15. Die Konfiguration des hinteren Fahrzeugendes ist aber noch nicht abschließend, ebenso ist laut technischem Direktor Bruno Famin noch unklar, mit welchem Motor der 908-Nachfolger ausgerüstet wird; motorsport-aktuell.com jedoch schreibt, es sei ein neuer Hybrid-Dieselmotor an Bord gewesen. Einige Bilder gibt es hier. (Stefan)

// Knalleffekt bei der Formel 2: Der britische TV-Kommentator Ben Constanduros meldet, dass die Nachwuchsformel 2011 nicht mehr im Rahmenprogramm der WTCC startet – damit wird die F2 sehr wahrscheinlich auch nicht mehr auf Eurosport zu sehen sein. Erstaunlich ist, dass die Trennung angeblich von der F2-Betreiberin Motorsport Vision ausgegangen sein soll – die fühlte sich nämlich von der WTCC stiefmütterlich behandelt, weil in Monza 2011 die Formel Renault 3.5 in deren Rahmenprogramm an den Start gehen wird. Zudem war man wohl bei Eurosport auch mit der Rolle der “zweiten Geige” hinter der WTCC unzufrieden. Im Rahmen welcher Serie die F2 nun im kommenden Jahr an den Start geht, ist bisher unbekannt – und auch, wo und ob man die Rennen im TV sehen kann ist fraglich. Ebenfalls unklar ist zur Stunde, welche Serie nun die WTCC unterstützen soll – angeblich arbeitet man bei Eurosport aber schon an Ersatz. (Vorsicht)

// Turbulente Woche auch bei den Indycars: Tony Kanaan wurde endgültig von Andretti Autosport aus seinem laufenden Vertrag entlassen, und “darf” sich nun bei anderen Teams nach einem Cockpit umsehen. Nur wenige Stunden später gab das Team dann dafür die Verpflichtung von Ryan Hunter-Reay bis 2012 bekannt. Dem Vernehmen nach hat man sich bei Andretti finanziell etwas verrant: Im Vertrauen darauf, dass 7-Eleven als Kanaan-Sponsor erhalten bleibt, hat man angeblich schon direkt nach dem Indy 500 einen zweijährigen Vertrag mit “RHR” unterfertigt – und so die verbleibenden Sponsoren an den Texaner gebunden. Als 7-Eleven dann unerwartet doch absprang, stand das Team mit einem ausfinanzierten Auto und an Hunter-Reay gebundenen Geldgebern da – aber hatte plötzlich kein Geld mehr für Teamleader Kanaan. Verständlich, dass der Brasilianer im Moment nicht so gut auf die Mannschaft zu sprechen sein soll. (Vorsicht)

// Ein Top-Cockpit soll dagegen Graham Rahal ergattert haben – Gerüchte sprechen davon, dass der Jungstar im kommenden Jahr für Chip Ganassi starten wird. Ein Grund zur Besorgnis für Fans von Dario Franchitti und Scott Dixon ist das aber nicht. Denn Rahal bringt über eigene Sponsoren angeblich um die 10 Millionen Dollar mit – genug für ein drittes Ganassi-Auto neben den beiden Stammpiloten. (Vorsicht)

// Ebenfalls der IRL erhalten bleibt Rookie Bertrand Baguette – das hat er zumindest der belgischen Nachrichtenagentur Belga erzählt. Details zu einem konkreten Vertrag mit einem Team sind nicht bekannt. (Vorsicht)

// Das Team von Signature Plus hat derweil bekannt gegeben, dass man 2011 in der F3 Euroseries mit dem aktuellen F3-Cup Vizemeister Daniel Abt an den Start gehen will. Was ja auch dafür sprechen würde, dass das Team 1) davon ausgeht, dass es im kommenden eine F3 Euroeries geben wird, und, dass man 2) dort auch wirklich teilnehmen will. (Vorsicht)

// Zwei Neuigkeiten gibt es in dieser Woche auch von den australischen V8 Supercars:
- Einerseits sind Gerüchte aufgetaucht, wonach BMW daran interssiert sein könnte, ab 2012 in der Serie zu starten. Und zwar dann, wenn das neue Reglement jenem der “neuen” DTM ausreichend ähnlich ist, um mit einem geringfügig umgebauten Auto in beiden Serien antreten zu können.
- Und andererseits gibt es einen Kalender für die Saison 2011. Viele Änderungen sind diesmal nicht dabei – es wird allerdings mit Abu Dhabi nur noch ein Rennen im Nahen Osten geben, Bahrain wurde aus dem Kalender entfernt. Dafür kehrt Barbagallo Raceway nahe Perth zurück. Das ist ein wenig erstaunlich, weil man der Strecke in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen den Rücken gekehrt hatte – die notwendigen Umbauten sollen aber erst 2012 abgeschlossen sein.

1. 12. Februar – Abu Dhabi
2. 20. März – Adelaide
Ohne Punkte: 27. März – Royal Albert Park (F1-Rahmenprogramm)
3. 17. April – Hamilton
4. 8. Mai – Barbagallo
5. 19. Juni – Hidden Valley
6. 10. Juli – Townsville
7. 21. August – Queensland Raceway
8. 18. September – Phillip Island
9. 9. Oktober – Bathurst
10. 23. Oktober –  Surfers Paradise
11. 13. November – Symmons Plains
12. 20. November – Sandown
13. 4. Dezember – Sydney
(Vorsicht)

// LMS: OAK Racing wird für 2011 das offzielle Entwicklunsteam für die Reifen von Dunlop in den LMP-Klassen. GT-Eins berichtet indes auch darüber, dass das Team ab 2011 mit 3,4 Liter Judd Motoren in der LMP1 am Start sein wird. (Flo aus N.)

// Dallara bastelt derweil schon eifirg am neuen Chassis für die Indy Car Series, welche ab 2012 mit einem neuem Chassis antreten will. Zur Zeit konzentriert man sich auf die sogenannte “Safety-Cell(Flo aus N.)

August 30 2010

16:09

Indycar Chicagoland: Verdienter Sieger?

Über fast zwei Stunden haben die Indycars Samstagnacht all das geboten, was sich Fans vom Rennen in Chichago erwartet hatten. Aber: Hat am Ende vielleicht “der Falsche” gewonnen?

In der Indycar-Meisterschaft wird es nochmal spannend. Soviel ist nach dem ersten von vier Ovalrennen zum Ende der Saison jetzt endgültig klar. Und das, obwohl Miesterschaftsleader Will Power über weite Strecken des Laufes deutlich besser unterwegs war, als sich manche vom australischen Rundkursprofi erwartet hatten. Doch dann machte sein Team einen entscheidenen Fehler – und schon hatte Rennsieger Dario Franchitti Powers Meisterschaftsvorsprung halbiert. Aber auch sonst ging es am Eineinhalb-Meilen Oval von Joliet, Illinois wieder mal sehr ordentlich zur Sache.


Sollten die Meldungen, wonach die Indycars kommende Saison nicht mehr nach Chicago zurückkehren, wirklich stimmen, dann hat sich die Strecke mehr als stilvoll verabschiedet: Über weite Strecken gab es – vor allem im Spitzenfeld – unglaublich spannende Duelle, zum Teil fuhren die Wagen in zwei Dreierreiehen hintereinander her. Auch die TV-Kommentatoren schienen es manchmal kaum fassen zu können, wie knapp es in der Gruppe von zehn bis 15 Autos zuging. Es waren zwar wiedermal die Autos vom “Todesstern” dominant – allerdings waren einige Verfolger diesmal deutlich näher dran, als das in dieser Saison bisher oft der Fall war.

Wirklich Ton angebend war eigentlich nur eines der beiden Teams: Penske. Vor allem Ryan Brsicoe und Will Power sahen lange Zeit wie die fast schon sicheren Sieger aus. Die beiden Ganassi-Wagen suchten ihr Glück wieder mal eher in der Strategie – und zumindest Dario Franchitti sollte am Ende damit Recht behalten.

Als sich nämlich 30 Runden vor Schluss alle anderen Fahrer beim letzten Boxenstop Sprit und Reifen holten, pokerte Franchitti mit einem reinen “Splash and Dash”-Service. Die Entscheidung spülte den Schotten aus dem vorderen Mittelfeld an die Spitze – und die sollte er schließlich trotz heftiger Angriffe der Verfolger nicht mehr abgeben.

Der Sieg ist also weniger dem reinen Speed, als cleverem Agieren auf der Strecke geschuldet. Aber ist Franchitti deswegen wirklich ein unverdienter Sieger? Ich finde nicht – Strategie war schon immer ein bedeutender Teil des Erfolges bei Ovalrennen. Und niemand hat in den vergangenen Jahren derartig viele clevere Entscheidungen getroffen wie das Team von Chip Ganassi. Auch das verdient, meine ich, Anerkennung.

Und das allein hätte an der Meisterschaft auch noch nicht viel verändert: Will Power lieferte dahinter nämlich eines der besten Ovalrennen seiner Karriere und war das ganze Rennen lang in der Spitze dabei. 17 Führungsrunden sprechen eine deutliche Sprache für jemanden, dessen beste Ovalresultate davor zwei fünfte Plätze in Indianapolis 2009 und Iowa 2010 waren.

Gewonnen hätte er am Ende wohl ohnehin nicht. Dass es aber gar nur für Platz 16 reichte, ist höchst unverdient. Grund war ein Problem beim letzten Boxenstopp, als nicht ausreichend Ethanol in den Tank floss. Daher musste Power wenige Runden vor Schluss den Kampf um den Sieg in Richtung Box verlassen. Resultat: Dario Franchitti holte ganze 30 Punkte auf, und liegt drei (Oval-)rennen vor Saisonschluss nur noch 23 Zähler zurück.

Dominator des Rennens war aber eigentlich ein anderer Penske-Fahrer: Ryan Briscoe, der 2005 hier bei einem Horrorunfall fast ums Leben gekommen wäre, führte das Rennen für 113 Runden an. Er hätte auch am Ende noch das Zeug gehabt, um zu gewinnen. Doch dann wurde er zweimal am Kurveneingang nach oben gedrückt, musste vom Gas gehen – und fand sich schließlich auf einem enttäuschenden elften Rang wieder.

Positive Überraschung des Rennens waren die Andretti Autosport Wagen: Marco Andretti auf Rang drei, Ryan Hunter-Reay auf vier und Tony Kanaan auf fünf konnten wieder einmal beweisen, dass das Team im Oval in Punkto Rennspeed fast zu alter Stärke zurückgefunden hat. Wenn die Mannschaft es fertig bringt, jetzt auch noch die Performance im Qualifying zu verbessern, muss man ihnen bei den kommenden Rennen ernsthafte Siegchancen zugestehen.

Einzig Danica Patrick, die sich nach ihren schwachen Vorstellungen auf den Rundstrecken doch so auf die Oval-Rückkehr gefreut hatte, lieferte abermals eine ziemlich enttäschende Vorstellung und landete am Ende nur auf Rang 14.

In bestechender Oval-Form ist weiterhin das Team von Panther Racing: Dan Wheldon hätte um ein Haar gewonnen, und landete schließlich um Haaresbreite hinter Franchitti auf Platz zwei. Auch das zweite Autos des Teams, der in Kooperation mit Vision Racing eingesetzte Bolide von Ed Carpenter, konnte sich beim Comeback lange in der Spitzengruppe halten. Leider fiel er am Ende aber mit technischen Problemen aus.

Viel Freude dürften mit dem Rennen auch die Sponsoren von Sarah Fisher gehabt haben: Im Zuge der ersten Boxenstopps ging Fisher out of sequence – und lag kurzzeitig sogar in Führung. Die war sie zwar nach dem Restart schnell wieder los – in der Spitzengruppe konnte sie sich allerdings noch eine ganze Weile halten. Dass sie sich so tapfer gegen die heranstürmenden Spitzenfahrer wehrte, dürfte diese zwar wenig gefreut haben – aber wenigstens war der “Dollar General”-Wagen so mal ein paar Runden lang im Bild.

Ihr eigener größter Feind waren wiedermal die Piloten von KV-Racing. Die Autos waren – wie eigentlich immer – für anständige Punkteplätze gut, aber einmal mehr scheiterten Moraes, Viso und Sato an ihrem Übermut. Sato und Viso kollidierten in der Box, Moraes verlor eine mögliche gute Platzierung nach einer Durchfahrtsstrafe. Vielleicht sollte doch mal jemand aus der KV-Führungriege den drei Sponsorlieferanten nahelegen, dass man die Rennen auch beenden sollte. Mit derart wenig Platzierungen und derart viel Kleinholz kann es jedenfalls nicht länger weitergehen. Der Status quo ist eine fast schon unglaubliche Verschwendung eines gutes Teams und dreier im Grunde sehr talentierter Piloten.

Ein positives Wort muss man, finde ich, mal nach der vielen Kritik über die Versus-Übertragung verlieren. Klar – es gab mal wieder viel Werbung, und nicht immer zum idealen Zeitpunkt. Von den grottigen Übertragungen, wie sie in dieser Saison etwa schon mehrfach auf ABC zu sehen waren, war man aber weit entfernt. Was die beiden Sender vor allem unterscheidet: Versus hat nicht besonders viel Geld, man merkt aber, dass sie sich bemühen. ABC/ESPN hätten das Geld, stehen der Serie außerhalb des Indy 500 aber mit demonstrativer Gleichgültigkeit gegenüber.

Weiter geht es am kommenden Samstagabend mit dem Rennen in Kentucky – eine Vorschau folgt noch in den nächsten Tagen.

IRL_Chicago_2010_001 IRL_Chicago_2010_002 IRL_Chicago_2010_003 IRL_Chicago_2010_004 IRL_Chicago_2010_005 IRL_Chicago_2010_006

August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

June 03 2010

16:30

Vorschau: IRL Firestone 550K in Texas

Auch in diesem Jahr versucht die IRL, den Buzz des Indy 500 gleich eine Woche später in ein weiteres Rennen hinüberzuretten. Anders, als in den vergangenen Jahren fährt man dieses Jahr allerdings nicht die Milwaukee Mile, sondern am superschnellen Texas Motor Speedway.

Das in Fort Worth gelegene Oval ist jene Strecke, auf der die CART 2001 ihr Rennen absagen musste, weil den Fahrern wegen der hohen Fliehkräfte bei 370 km/h schwindlig wurde (und wenn man sich die Onboard-Aufnahmen aus der Qualy ansieht, kann man auch sofort verstehen, wieso). Die IRL fährt allerdings schon länger auf dem Kurs, und das ohne größere Probleme. Das Rennen ist sogar so populär, dass die Indycars in den Jahren von 1998 bis 2004 zweimal pro Jahr in Texas Station machten. Außerdem war die Strecke bis 2005 auch bereits als Schauplatz des Indy 500-Nachspiels im Einsatz. Diesen Platz hat sie nun von der finanziell strauchelnden Milwaukee Mile zurückerobert. Das ist schade, denn die Traditionsrennstrecke von Wisconsin war in gewisser Weise ein idealer Partner für das geschichteträchtige Indy 500. Spektakulärere Rennen könnten wir aber durchaus in Texas zu sehen bekommen.

Die Veranstaltung trägt den klingenden Titel “Firestone 550″ – man sollte sich davon aber nicht irritieren lassen. Es handelt sich bei der marketingtechnisch geschickt gewählten Rennlänge nämlich nicht um Meilen, sondern um Kilometer. Der Lauf erstreckt sich also lediglich über 340 Meilen – und ist mithin nur geringfügig länger als die zahlreichen 300 Meilen-Rennen, die sonst noch am Indycar-Kalender stehen. Beim Zusehen könnte die Zeit aber trotzdem schneller vergehen als sonst. Denn in den vergangenen Jahren gab es in Texas fast durchgehend äußerst spannende Rennen mit zahlreichen, über mehrere Kurven und Runden gehenden Duellen. Das liegt vor allem daran, dass die gesamte Strecke flat-out gefahren wird, und dass mehrere Linien möglich sind – die ideale Voraussetzung für epische Windschattenschlachten. An technischer Finesse gibt die Youtube Onboard-Runde, die die IRL für jedes Rennwochenende bereitstellt dafür diesmal nicht allzuviel her:

Leider ist die Strecke nicht nur wegen der guten Duelle spektakulär – es gab dort auch schon einige sehr unschöne Unfälle. Dan Wheldon hatte hier laut eigener Aussage etwa den heftigsten Abflug seiner Karriere, Tony Kanaan hatte dort mal beim Queren einer Unfallstelle so richtig viel Glück. Zuoberst steht aber wohl jener Crash, der 2003 Kenny Bräck fast das Leben und jedenfalls einen Teil seiner Karriere geraubt hat – ein ähnlicher Unfall wie jener, den Mike Conway am Wochenende erlitten hat, nur noch etwas schlimmer. Es ist also Vorsicht geboten, wenn es Samstagnacht wieder losgeht.

Wer Mike Conway, der für mindestens drei Monate ausfallen wird, bei Dreyer und Reinbold ersetzen soll, ist noch unklar. An erste Stelle steht aber wohl Tomas Scheckter, der schon in Teilen der vergangenen Saison und beim heurigen Indy 500 für Dreyer & Reinbold unterwegs war, und außerdem just in Texas 2005 seinen ersten und einzigen IRL-Sieg landen konnte. Auch Scheckters Twitter-Meldungen deuten sehr darauf hin, dass der Südafrikaner wohl in Texas am Start sein wird. Auf lange Sicht wäre aber auch ein anderes Szenario denkbar: Ryan Hunter-Reay, einer der großen Überraschungsmänner der bisherigen Saison, hat bei Andretti Autosport nur genügend Sponsorgelder, um bis einschließlich Texas dort zu fahren. Die IRL-Verantwortlichen dürften aber wohl sehr daran interessiert sein, den mit Abstand besten US-Fahrer 2010 über das ganze Jahr hindurch in der Serie zu halten. Die nötigen Gelder bringt der reine Wille zwar auch nicht – aber vielleicht lässt sich ja doch eine Lösung finden, zumal wohl auch Dreyer & Reinbold daran interessiert sein wird, den bestmöglichen Fahrer zu finden.

An der Spitze werden wohl trotzdem wieder die alten Bekannten von Penske und Ganassi zu finden sein. Denn auch, wenn die Charakteristik des Ovals enge Duelle erlaubt – es wäre sehr erstaunlich, wenn die anderen Teams ihren Rückstand plötzlich ganz aufgeholt hätten. Bei Penske würde ich die innerhalb des Teams am ehesten auf Helio Castroneves tippen, weil der Brasilianer ganz einfach mit Abstand über die größte Oval-Erfahrung verfügt. Bei Ganassi sehe ich eher Dario Franchitti vorn. Scott Dixon ist zwar auf Ovalen auch nicht zu unterschätzen – in Indianapolis hatte er aber auch schon vor dem Fehler seiner Boxencrew, der seinen Wagen kurzfristig zum Dreiradler machte kein rechtes Mittel gegen seinen schottischen Teamkollegen parat.

Gespannt darf man sein, ob die Wagen von Andretti Autosport ihre Pace vom Indy 500 auch auf anderen Ovalen umsetzen können. Zumindest mit Tony Kanaan und Marco Andretti wäre dann ja allemal zu rechnen. Der angesprochene Ryan Hunter-Reay musste sich nach dem Unfall mit Mike Conway einer Operation an den Bändern in seiner linken Hand unterziehen, und muss eine Schiene tragen – er will aber trotzdem antreten, was sehr unangenehme Assoziationen weckt. Danica Patrick war am Ende beim Indy 500 auch wieder ganz gut unterwegs – ihre Platzierung verdankt sich allerdings nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch dem Pech mancher Kollegen. Trotzdem sollte der sechste Platz ein Ergebnis sein, an dem sie sich mental ein wenig aufrichten kann – ob das reicht, um zu alter Stärke zurückzufinden, bleibt abzuwarten.

Das Rennen von Texas (in der Nacht von Sa auf So, 2:00Uhr) wird in den USA wieder von Versus, anstatt von ABC/ESPN übertragen. Endlich, möchte man sagen, denn Versus hat in der bisherigen Saison doch einen deutlich inspirierteren Job gemacht, als die eher lustlosen Network-Kollegen. Wer hierzulande zusehen will, muss leider weiterhin auf den offiziellen Stream von der Indycar Race Control zurückgreifen. Es ist allerdings zu hoffen, dass die vertraglichen Rahmenbedingungen, anders als beim Indy 500, diesmal wieder etwas abwechslungsreichere Kamerapositionen erlauben. Andernfalls bleibt wieder nur der Weg ins inoffizielle Stream-Milieu – wegen des gleichzeitig stattfinden Rennens der NASCAR NW könnte es dabei allerdings zu gewissen Engpässen kommen.

Planungen für 2011 und 2012

Teils überraschend gab es in dieser Woche dann noch zwei Verlautbarungen über die Zukunft der Rennserie.

Ziemlich unerwartet kam am Mittwochabend die Meldung, dass sich die Arbeitsgruppe mit dem klingenden Namen ICONIC (das steht für Innovative, Open-Wheel, New, Industry-Relevant, Cost Effective) auf die Rahmenbedingungen für das Motorenkonzept geeinigt hat, das ab 2012 zum Einsatz kommen soll. Es wird sich dabei um Turbomotoren mit 550 bis 700 PS handeln. Der Clou: Die Regeln werden sehr weit gefasst, es soll also ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Konzepten und Herstellern stattfinden. Festgelegt ist lediglich, dass die Ethanol-betriebenen Triebwerke maximal sechs Zylinder und 2,4 Liter Hubraum haben dürfen. Dass das alles noch etwas zu vage klingt, finden wohl auch manche Hersteller, etwa Honda, Ford und Mazda, die zwar prinzipiell Interesse signalisiert haben, aber gerne mehr Details hören würden. Die sollen am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Texas folgen.

Eher erwartbar dagegen: Ebenfalls am Mittwoch hat die IRL bestätigt, dass die Indycars ab der kommenden Saison ein Stadtrennen in Baltimore abhalten werden. Die IRL hofft drauf, bis zu 100.000 Fans auf die Tribünen der zwischen Washington, DC und Philadelphia gelegenen Metropole zu locken. Als Termin wird der 5.-7. August genannt, der Vertrag mit der Stadt läuft über fünf Jahre. Ein vollständiger Kalender für die kommende Saison soll bis Juli feststehen – wegen Unstimmigkeiten mit der Betreiberfirma ISC, die unter anderem die Strecken von Chicagoland, Homestead, Kansas und Watkins Glen besitzt, ist möglicherweise mit größeren Änderungen zu rechnen.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl