Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

July 30 2013

06:00

NASCAR: Analyse Indianapolis 2013

Erst überraschend die Pole gesichert und dann auch noch gewonnen. Ryan Newman zeigt, wie man am besten mit einer Entlassung umgeht und lässt Jimmie Johnson in Indianapolis hinter sich, der über die meiste Zeit das langatmige Rennen beherrschte und erst am Ende durch einen Fehler seiner Crew zurück fiel.

Samuel Deeds 400 At The BrickyardÜber lange Zeit des Rennens konnte man sich fragen, ob man sich dieses nun weiter anschaut, oder doch lieber mit einem Topf voll Wasser auf den Balkon geht und diesem beim Verdunsten zu sieht. Doch am Ende sollte es doch noch spannender werden, da die Pit-Crew von Jimmie Johnson beim letzten Boxenstopp ein Fehler unterlief, welcher der #48 die Führung kostete. Den Rückstand konnte Johnson nicht mehr aufholen und Ryan Newman sich seinen ersten Sieg auf dem Brickyard sichern. Wie für Tony Stewart ist dieser Sieg auch für Ryan Newman etwas ganze besonderes, schließlich ist er zwei Stunden nördlich von Indianapolis in South Bend (Indiana) aufgewachsen. Doch der Sieg ist nicht nur als Gewinn des Heimrennens sehr wertvoll sondern auch als Bewerbungsschreiben für ein Cockpit für die nächste Saison, schließlich steht Newman nach dem Rauswurf bei Stewart/Haas-Racing noch ohne Vertrag für das kommende Jahr da. Die Chance, ihn nächste Saison wieder zu sehen, sollte nun aber erheblich gestiegen sein. Böse Zungen behaupten, manche brauchen erst eine Kündigung damit sie Leistung bringen. Dies könnte man auch bei Newman vermuten, denn schon im Qualifying, in das er als Letzter gestartet war, konnte er sich völlig überraschend die Pole Position mit Streckenrekord vor Jimmie Johnson sichern. Für ihn war es nicht nur die 50. Pole seiner Karriere, sondern auch die Erste seit September 2011.

Ab 19:22 Uhr MEZ galt es dann, diese gute Startposition in ein akzeptables Rennergebnis umzusetzen. Dies gelang Newman auch am Start und Jimmie Johnson verlor sogar seinen zweiten Platz an Carl Edwards, holte sich diesen aber schon in der zweiten Runde wieder zurück. Das Feld hatte sich recht schnell sortiert und die gerade mal 70.000 Zuschauer sahen ein vor sich hin plätscherndes Rennen. Den ersten Aufreger des Rennens gab es dann in Runde 13, als Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr., 15 Runden vor den geplanten Boxenstopps, seine Mannschaft aufsuchte. Grund hierfür war ein lockerer Reifen hinten rechts. Mit vier frischen Pneus und aufgefülltem Tank ging es dann wieder zurück in das Rennen, allerdings mit einer Runde Rückstand. In Umlauf Nummer 25 kamen dann auch die anderen Piloten unter grün an die Box, beginnend mit Martin Truex Jr. und Denny Hamlin. Wenig später folgten auch Jimmie Johnson und Ryan Newman. Die Crew von der #48 lieferte wie gewohnt eine ausgezeichnete Arbeit ab und schaffte es Johnson Boxenstopp bereinigt auf Platz eins, vor Newman, zu bringen. Die beiden Fahrer waren auch die Einzigen die wirklich eine Siegchance hatten, konnten sie doch dem Feld locker mehrere Sekunden davon fahren.

Nach den ersten Boxenstopps passierte erst mal lange nichts, bis Burton in Runde 54 als Erster seine Crew zum zweiten Mal aufsuchte. Kurz darauf folgten ihm Johnson und Newman und fuhren in unveränderter Reihenfolge weiter. Es beschlich einen langsam das Gefühl, dass das ewig so weiter gehen könnte. Doch in Runde 59 kam auf einmal der Retter in der #32 in Person von Timmy Hill. Dieser kroch auf der Gegengeraden so langsam, dass zum ersten Mal die gelbe Flagge in diesem Rennen geschwenkt werden musste. Diese Gelbphase nutzten unter anderem Matt Kenseth und Jeff Gordon, um ihre noch ausstehenden Boxenstopps zu absolvieren. Die Führung ging somit wieder an Jimmie Johnson über, der vor Ryan Newman das Rennen in Runde 65 wieder aufnahm. Newman erwischte einen schlechten Restart und fiel auf Platz vier zurück. Carl Edwards und Kasey Kahne belegten nun die Positionen hinter Johnson.

Genau zur Halbzeit in Runde 80, nach einer Stunde und 16 Minuten Rennzeit, wurde die gelbe Flagge erneut geschwenkt. Schuld war diesmal Jeff Burton, der langsam aus Turn vier in die Boxengasse einrollte und schließlich die Garage aufsuchte. Einige Piloten nutzten diese Möglichkeit, um sich neue Reifen und Benzin zu holen, aber nicht alle. Joey Logano, Brad Keselowski, Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr. entschieden sich, draußen zu bleiben. Ein Kuriosum gab es dabei auch noch. Logano, in Turn vier vor Keselowski liegend, hatte sich schon zur Boxeneinfahrt einsortiert und wurde außen von Keselowski überholt. Als Logano sich doch noch gegen einen Stopp entschied und wieder auf die Strecke zurück kehrte, war Keselowski vor ihm. Die NASCAR entschied daraufhin, dass der Penske-Ford mit der #2 und nicht mit der #22 der Führende sei. So kann man also auch unter gelber Flagge überholen.

Mit Keselowski in Front ging es in Runde 86 weiter. Für Jeff Gordon lief es, ab diesen Moment, nicht mehr allzu gut, denn auf seinen alten Reifen konnte er den anderen Piloten absolut nichts mehr entgegen setzen. Nur sieben Runden nach der erneuten grünen Flagge kam er schon an die Box, vermutlich auch weil sein Motor aufgrund von Debris am Kühler zu warm wurde. Wenig später konnte Jimmie Johnson die Führung erneut übernehmen, da auch Logano und Keselowski an die Box kommen mussten. Zehn Runden später suchten die Führenden ebenfalls ihre Crew auf. Im Gegensatz zu Johnson verlief der Boxenstopp bei Newman nicht reibungslos und er verlor einige Sekunden auf die #48.

Dies sollte aber nicht weiter stören, da in Runde 114 zum dritten und letzten Mal eine Caution ausgelöst wurde. Der Grund war erneut Timmy Hill und wieder war er langsam auf der Gegengerade. Alle Gelbphasen des diesjährigen Brickyard 400 wurden also durch langsame Autos auf der Strecke ausgelöst. Beim Restart konnte sich Johnson wiederholt durchsetzen, auch wenn er Probleme mit durchdrehenden Reifen beim Anfahren hatte. Hinter ihm platzierten sich Joey Logano und Dale Earnhardt Jr., der sich nach seinen Problemen am Anfang des Rennens wieder nach vorn kämpfen konnte. Beide Fahrer wurden allerdings recht zügig vom starken Ryan Newman überholt. Dieser versuchte nun, Boden auf Johnson gut zu machen.

In Runde 133 kam Jimmie Johnson dann zu seinem finalen Boxenstopp und ausgerechnet dieser sollte ihm das Rennen kosten. Beim Reifenwechsel hinten links kam es zu einer Verzögerung und Johnson konnte erst nach 18 Sekunden Standzeit wieder das Rennen aufnehmen. Dies nutzte Ryan Newman eine Runde später bei seinem Stopp aus und setzte sich mit sieben Sekunden vor Johnson in Front. Bemerkenswert hierbei war, dass die #39 im Gegensatz zur #48 nur zwei statt vier neue Reifen bekam. Für die letzten Runden war also noch für Spannung gesorgt und Johnson hob diese aufrecht. Schnell war er bis auf drei Sekunden ran, doch dann ging es nicht weiter voran und Newman konnte die Führung sogar wieder ausbauen. Nach 160 Runden gelang es dem “Rocket-Man” schließlich als Erster, vor Johnson, den Ziegelstein-Streifen zu überqueren und sicherte sich damit seinen ersten Sieg im Heimrennen.

Auf Platz drei kam Kasey Kahne im Hendrick-Chevy vor Lokalmatador Tony Stewart ins Ziel. Überraschend war, dass sich Earnhardt Jr. nach seinen anfänglichen Problemen noch den sechsten Platz sichern konnte und dass diesmal kein einziges Team Start & Park betrieb. Enttäuscht hat hingegen Danica Patrick. Während ihre Teamkollegen in den Top fünf landeten schaffte sie gerade einmal den 30. Platz. Ebenfalls ernüchternd fiel das Resultat für Brad Keselowski aus, welcher durch die 21. Position wieder aus dem Chase fällt. Ryan Newman darf sich hingegen wieder ernsthafte Hoffnungen auf den Einzug in die Playoff-Runde machen, hat er doch nur noch 20 Punkte Rückstand auf den auf zwölf platzierten und mit einem Sieg ausgestatteten Martin Truex Jr.

Zum Abschluss gibt es wie gewohnt noch als PDF das Rennergebnis und die Stände zur Fahrer- und Owner-Wertung. Nächste Woche geht es für den Sprint Cup weiter zum zweiten Rennen auf dem Pocono Raceway.

Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard Samuel Deeds 400 At The Brickyard

452 total views, 428 views today

The post NASCAR: Analyse Indianapolis 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

July 26 2013

18:00

NASCAR: Vorschau Indianapolis 2013

Nachdem der Sprint Cup letzte Woche eine Pause eingelegt hatte, lassen die Fahrer der V8-Boliden dieses Wochenende in Indianapolis ihre Motoren wieder aufheulen. Im Mittelpunkt stehen zum einen die neuen TV-Verträge der NASCAR und, wie immer, Jimmie Johnson, der das Vorjahresrennen gewinnen konnte.

Brickyard 400Indianapolis, ein Mythos, eine legendäre Strecke, die 1909 erbaut wurde und die erste Rennstrecke mit dem “Speedway” im Namen war. Berühmt ist Indianapolis für seine IndyCars, doch seit 1994 traut sich auch der NASCAR Sprint Cup auf das Oval. Dieses Jahr findet das 20. Brickyard 400, oder kurz und bündig “Crown Royal Presents the Samuel Deeds 400 at the Brickyard Powered by BigMachineRecords.com”, auf dem 2,5 Meilen langen mit einer Kurvenüberhöhung von 9° 12′ versehenen Speedway statt. Der Indianapolis Motor Speedway zeichnet sich nicht nur durch seine unverwechselbare Form, sondern auch durch die zwei langen Geraden aus, auf denen das Windschatten-Fahren wieder im Vordergrund steht. Hier gilt es, aus den flachen Kurven genügend Geschwindigkeit mitzunehmen, um sich auf der Geraden heranzusaugen und schließlich zu überholen. Im Gegensatz zu den Superspeedways von Daytona und Talladega werden hier aber keine Restrictor Plates eingesetzt, da durch die geringe Überhöhung der Kurven keine so hohen Geschwindigkeiten möglich sind. Mit diesen Bedingungen kamen bis jetzt Jeff Gordon und Jimmie Johnson am besten klar, denn beide sind jeweils vier Mal als Erster über die Ziellinie aus Ziegelsteinen gefahren. Jimmie Johnson ist auch gleichzeitig der Gewinner des Vorjahresrennens und ihn gilt es, auch dieses Mal wieder zu schlagen. Ebenfalls sollte man den zweifachen Sieger Tony Stewart nicht vergessen, der in den letzten Wochen gut dabei war und sich in New Hampshire fast seinen zweiten Saisonsieg geholt hätte, wären da nicht Brian Vickers und der leere Tank gewesen.

Wenn man einen Blick auf die Meisterschafts-Tabelle wirft, ist natürlich Jimmie Johnson mit inzwischen 696 Punkten, 56 Zähler vor dem Zweiten Clint Bowyer, wiedermal ganz oben. Doch weiter unten herrscht der pure Kampf um die letzten Plätze im diesjährigen Chase. Kurt Busch hatte in New Hampshire ein gutes Auto und durchaus eine Siegchance, bis es zum Zwischenfall mit Matt Kenseth und Ryan Newman kam. Das kostete ihn seine Top-Ten-Platzierung und nun findet er sich auf Platz 14 wieder. Vorjahres-Champion Brad Keselowski ist mit Platz acht hingegen aktuell wieder im Chase, aber noch ohne Sieg. Dies könnte noch zum Problem werden, denn seine Verfolger Kahne, Stewart und Truex Jr. haben bereits einen Saisonsieg auf dem Konto und nur wenige Punkte Rückstand auf den Penske-Piloten. Noch kritischer ist die Lage für Keselowskis Teamkollegen Joey Logano, der in den letzten Wochen bis auf Platz 18 zurückfiel, aber mit nur 46 Punkten Rückstand auf Platz zehn ist auch bei ihm noch alles möglich. Abschließend kann man sagen, dass wir uns auf einen spannenden Kampf bis hin zum letzten Rennen vor dem Chase in Richmond einrichten können.

Doch vor dem Chase gilt es, noch sieben Rennen möglichst erfolgreich zu absolvieren, inklusive dem nächsten auf dem Brickyard. Hier nehmen insgesamt 45 Teams das Training und Qualifying unter die Räder, von denen im Rennen wie gewohnt 43 an den Start gehen werden. Trevor Bayne sitzt wieder im Ford mit der #21 von den Wood Brothers, Timmy Hill übernimmt die #32, die in New Hampshire noch von Ken Shrader pilotiert wurde. Der Sieger des letzten Rennens, Brian Vickers, wird diesmal nicht dabei sein und das Cockpit der #55 an Mark Martin abgeben. Auch die #95 von Leavine ist mit Scott Speed wieder am Start, nachdem sein Team zuletzt beim Coke Zero 400 in Daytona auf der Entry List stand. Landon Cassill tritt in der #40 an, den frei werdenden Platz in der #33 übernimmt Austin Dillon, der nächstes Jahr höchstwahrscheinlich für Richard Childress fahren wird. Childress könnte außerdem in der nächsten Saison ein viertes Auto einsetzen, mit wahrscheinlich Ryan Newman oder Kurt Busch am Steuer.

Doch in den letzten Wochen stand nicht unbedingt das Geschehen auf der Strecke im Mittelpunkt. Vielmehr gab es einige Neuigkeiten außerhalb des Rennbetriebes. Zum einen hat James Finch sein Phoenix-Team verkauft und wird seine Bemühungen nach dem Brickyard 400 einstellen. Der Käufer des Rennstalls mit der #51 auf dem Auto ist bis jetzt unbekannt, aber das Nationwide-Team Turner/Scott Motorsport wird als Käufer hoch gehandelt. Fakt ist, dass dies das letzte Rennen für Finch als Owner von Phoenix Racing ist. AJ Allmendinger wird wie beim letzten Saisonlauf hinter dem Steuer der #51 sitzen.

Kommen wir zur wahrscheinlich wichtigsten Meldung der letzten Tage, und zwar den neuen TV-Verträgen der NASCAR ab 2015. Zuerst die gute Nachricht: TNT ist raus! Nur noch nächstes Jahr und dann kann man den NASCAR-Sommer ohne diese “Übertragungen” verbringen. Ebenfalls zieht sich ABC/ESPN ab 2015 von der Übertragung zurück und macht Platz für NBC, welche zuletzt den Sprint Cup 2006 zeigten, aber aufgrund von schwachen Quoten ausstiegen. Somit werden sich Fox und NBC die Sprint Cup-Saison ab 2015 untereinander aufteilen, wobei NBC die letzten 20 und Fox die ersten 13 Rennen ausstrahlt. Die verbleibenden drei Rennen stehen noch offen, werden aber wahrscheinlich auch von Fox übernommen. Die Übertragungen bei NBC werden größtenteils auf dem Spartensender “NBC Sports Network” laufen, bei dem bereits die Formel 1 und IndyCars zu sehen sind. Nur sieben Rennen werden direkt auf NBC gezeigt. Zusätzlich zum Sprint Cup werden von NBC auch noch 19 Rennen der Nationwide Series ausgestrahlt, hier vier direkt bei NBC und die restlichen 15 Rennen bei NBC Sports Network. Der Vertrag von Fox läuft bis 2022 mit einem Umfang von 2,4 Milliarden Dollar pro Saison, der von NBC bis 2024 und umfasst 4,4 Milliarden Dollar. Das Paket von NBC umfasst neben dem Sprint Cup auch die Nationwide, die sie sich vermutlich ebenfalls mit Fox teilen werden.

Doch kommen wir zurück zum aktuellen Geschehen. Nachdem TNT in New Hampshire seine Sommer-Übertragung beendet hat, übernimmt für die restliche Saison ABC/ESPN. Für die Freunde von deutschen Kommentatoren ist auch Motorvision TV wieder ab Sonntag 18:00 Uhr live dabei.

Zu guter Letzt gibt es wie gewohnt die Entry List und die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung. Der Zeitplan gestaltet sich folgendermaßen:

Freitag, 26.07.2013
14:30 Uhr Nationwide Practice, nicht im TV
16:30 Uhr Nationwide Practice, SPEED
17:35 Uhr Sprint Cup Practice, SPEED

Samstag,27.07.2013
15:00 Uhr Sprint Cup Practice, ESPN2
18:05 Uhr Nationwide Qualifying, SPEED
20:10 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN
22:30 Uhr Nationwide Rennen (Indiana 250),ESPN

Sonntag, 28.07.2013
19:00 Uhr Sprint Cup Rennen (Brickyard 400), ESPN & Motorvision TV (Vorberichterstattung ab 18:00 Uhr)

474 total views, 376 views today

The post NASCAR: Vorschau Indianapolis 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

June 11 2011

04:03

Vorschau: IndyCar Firestone Twin 275s

Die IndyCar probiert was Neues diesen Sommer – und es ist nicht Coke bei drei Grad. Stattdessen schneidet man das 550km-Renen in Texas in zwei Teile. Das verspricht Spektakel und Unwegbarkeiten, birgt aber auch Gefahren.

Wäre es ein normales Rennen in Texas, dann würde ich jetzt über die spannende Rad-and-Rad Duelle schreiben, die auf dem ultraschnellen Speedway in Fort Worth traditionell zu erwarten sind. Ich würde vermutlich auch wieder auf die Gefahren hinweisen, die damit in Verbindung stehen – und zur Debatte stellen, ob die IndyCar dieses künstliche Zusatzrisiko wirklich braucht. Das alles könnte man auch in diesem Jahr schrieben – 2011 gibt es aber ein noch größeres Thema, das diese Fragen überschattet. Die IndyCar testet in Texas nämlich ein neues Format: Statt einem längeren Rennen wird es zwei kurze geben, die direkt aufeinander folgen. Die Startaufstellung für Lauf 2 wird nach dem ersten Durchgang ausgelost. Allemal ein interessantes Experment. Der Modus wirft aber auch einige Fragen auf.

So überraschend die Idee klingen mag, ein IndyCar Rennen in zwei Teile zu schneiden – ganz neu ist der Einfall nicht. In den späten 1960er und in den 1970er-Jahren gab es insgesamt 17 sogenannte “Doubleheader”. Zunächst setzte die USAC den Modus vor allem für Rundkurse ein, etwas später und vor allem in frühen CART-Zeiten fanden die Veranstaltungen auf Ovalen statt. Dann gerieten sie in Vergesseneheit – bis IndyCar CEO Randy Bernard in der vergangenen Saison das Runder übernahm. Der neue Chef sucht fieberhaft nach “Pillar”-Veranstaltungen, die die Serie neben dem Indy 500 tragen könnten. Dabei ist er auch zu Experimenten bereit. Die “IndyCar Word Championships” im Herbst in Las Vegas sind so ein Versuch. Und das Twin-Rennen in der Nacht auf Sonntag eben auch.

Und so soll der Renntag ablaufen: Um 19:45 Uhr Ortszeit (das ist 2:45 Uhr CEST) ist Start des ersten Rennens, die Grid ergibt sich aus den Ergebnissen der Qualifikation (siehe unten). Dieser Lauf soll 275 Kilometer (= 114 Runden) lang sein – für den Rennsieger gibt es die halbe Punktezahl eines normalen Rennens. Danach haben die Teams dann Zeit für allfällige Reparaturen – während die Zusher auf andere Weise unterhalten werden. Denn dann erfolgt in umgekehter Reihenfolge des Zieleinlaufs die Verlosung der Startplätze für den zweiten Durchgang, der ebenfalls über 275 Kilometer geht. Start des zweiten Rennens ist dann um 21:45 Uhr Ortszeit (4:45 Uhr CEST). Auch hier wird die halbe Punktezahl eines “normalen” Laufes vergeben.

Das Format verspricht sicherlich Spannung. Dass die Zuseher gleich zweimal in den Genuss eines Zieleinlaufes kommen, ist sicherlich ein großes Plus. Und die umgekehrte Startreihenfolge im zeiten Lauf sorgt gewiss  für zusätzliche Würze – immerhin kann der Sieger dann durchaus auch aus der letzten Reihe ins Rennen gehen müssen.

Ob es diese Zusatz-Spannung aber ausgerechnet in Texas gebraucht hätte, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Die Verlosung könnte dafür sorgen, dass ein Meisterschaftskandidat an der Spitze des Feldes in den zweiten Lauf geht, und der andere ganz hinten – so richtig fair ist das nicht. Außerdem hat die Strecke auch ohne Gimmicks in den vergangenen Jahren immer äußerst spannende Läufe mit zahlreichen, teils rundenlangen Rad-an-Rad Duellen ermöglicht. Und die sind im Grunde auch dann schon gefährlich genug, wenn sie zwischen den Top-Autos stattfinden, und nicht an der Spitze des Feldes langsamere Wagen “lauern”.

Die Qualifikation

Eine erste – kleine – Überraschung gab es schon bei der Qualifikation am Freitagabend: Zum zweiten Mal in Folge nach dem Indy 500 steht Alex Tagliani auf der Pole. Das Auto von Sam Schmidt Motorsports scheint im Training weiter ganz hervorragend zu gehen – ob sie diesen Speed auch im Rennen halten können, ist weniger klar. Der Rennverlauf in Indianapolis lässt eher vermuten, dass man den Kanadier vielleicht in der vorderen Mitte des Feldes wiederfinden wird.

Dahinter lauern Dario Franchitti und Will Power. Die beiden Meisterschaftsanwärter liegen damit deutlich vor ihren Teamkollegen, die sich allesamt rund um Platz zehn wiederfinden (Dixon: 7, Briscoe 9, Castroneves 13). Vierter ist Takuma Sato, der seinen Aufwärtstrend aus den vergangenen Zeittrainings auch hier fortsetzen konnte – entsprechend strahlte Sato dann auch im Interview nach der Quali. Bleibt zu hoffen, dass es der Japaner auch einmal ins Ziel schafft. Fast schon sensationell: Platz fünf ging an Ed Carpenter im Auto von Sarah Fisher Racing – die Kombination aus dem gereiften Ovalspezialisten und dem engagierten Team scheint weiter Früchte zu tragen. Auf Rang sechs bestätigt Tony Kanaan die gute Forum vom KV Racing.

Sonst noch interessant: Rookie Wade Cunningham aus Neuseeland steht bei seinem allerersten Auftritt auf Rang acht, Danica Patrick auf zehn. Indy 500 Fast-Sieger JR Hildebrand auf Rang 11, Newman/Haas mit Servia und Hinchcliffe auf 14 und 15. Das Ganassi-Farmteam mit Kimball und Rahal auf 17 und 20. Paul Tracy geht bei einem seiner vermutlich letzten Ovalauftritte von 21 ins Rennen; Simona de Silvestro hatte im Training noch einige Probleme, und startet nur vom vorletzten Rang 29.

Ungemach

Hinter den Kulissen gärt es nach dem etwas merkwürdigen Indy 500 gleich an einigen Stellen ein wenig.

Zunächst brachte die kanadische Globe and Mail im Internet einen Artikel, in dem sie einen anonymen IndyCar-Fahrer mit der Vermutung zitierte, JR Hildbrand sei beim Indy 500 mit einem illegalen Auto unterwegs gewesen. (mehr dazu in den Newshappen) Mittlerweile wurde der Artikel von der Zeitung wieder gelöscht. Beweise gibt es für diese schwerwiegenden Vorwürfe freilich nicht. Das Thema ist aber deshalb keineswegs von Tisch, wie Nate Ryan für den Internetauftritt der USA Today berichtet.

Und als ob das nicht ungut genug wäre, hatte JR Hildebrand in der vergangenen Woche gleich nochmal kräftig Pech: Bei einem Sponsorevent verletzte sich der Amerikaner am Knie, und muss nun mit einer Schiene ins Rennen gehen. Gerüchte sprechen davon, dass er sich wohl das Krezband gerissen hat. Eine Operation dieser Verletzung wird auf lange Sicht wohl notwendig sein, im Interview mit Versus meinte Hildebrand aber, dass er das vielleicht erst nach dem Ende der Saison erledigen wird.

Neben Hidebrand schaffte es noch ein weiterer Pilot auf eher kontroversielle Weise ins Rampenlicht: Graham Rahal verlinkte auf seinem Twitter-Account die (mittlerweile gelöschte) Globe and Mail-Story über Hildebrands angeblich illegales Indy 500-Auto – und brach damit offenbar ein Tabu in der IndyCar Community. Aufgebrachte Twitter-Antworten waren die Folge. Im oben verlinkten USA-Today Artikel äußert sich Rahal zu dieser Causa. Er greift dabei Hildebrand nicht persönlich an – die Vorwürfe, Panther Racing könnte geschummelt haben, nimmt er aber nicht vom Tisch.

Das ist aber noch nicht alles: Im Interview mit Versus kritisierte Rahal dann auch noch sein eigenes Team. Das Auto sei im Qualifikationstrimm einfach zu langsam. Außerdem könne er nicht ganz verstehen, wieso sein Wagen zwei km/h langsamer sei, als jene der Teamkollegen Franchitti und Dixon. An sich eine berechtigte Frage – ob es beim Team allerdings gut ankommt, wenn man sie im TV-Interview statt bei internen Besprechungen aufbringt, ist dann aber wieder fraglich.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten zum Rennen in Motegi. Das soll trotz Erdbeben-Schäden an der Strecke zum geplanten Termin stattfinden – allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der Rundstrecke. Grund: Das Oval ist stärker beschädigt, und eine Reparatur würde zu viele Ressourcen von deutlich wichtigeren Wiederaufbau-Vorhaben in der Region abzweigen.

Dieser im Grunde eingängliche Umstand ist wiederum bei Danica Patrick auf wenig Verständnis gestoßen. Weil durch die Änderung nur noch sieben Ovalrennen im Kalender stehen (im vergleich zu zehn Rundstrecken), fürchtet sie, dass sich die Serien zu stark von ihren Oval-Wurzeln entfernt. Dass man in motegi nicht im Oval fahre, sei “enttäuschend“, so wie auch der gesamte Rennplan für 2011. Offene Kritik dieser Art ist im US-Sport eher selten – man darf also vermuten, dass Patrick damit ein konkretes Ziel verfolgt. Womöglich möchte sie den Kalender für 2012 in eine oval-lastigere Richtung bewegen – oder sich einfach eine praktische Ausrede für den Abschied in Richtung NASCAR zurechtlegen.

Im TV

Nach der eher mäßigen Leistung von ABC beim Indy 500 kommt in Texas wieder Versus zum Zug. Die Kommentatoren Bob Jenkins und Jon Beekhuis werden dabei von einem spezillen Gast unterstützt: Indy 500 Sieger Dan Wheldon saß bereits zum Qualifying mit in der Kabine, und wird auch beim Rennen als Experte fungieren. Die Übertragung beginnt laut Zeitplan um 1:30 CEST. Um etwas vom Rennen sehen zu können, wird auch diesmal wieder etwas Internet-Recherche nötig sein. Einen offziellen TV-Anbieter im deutschsprachigen Raum gibt es nicht.

flattr this!

May 31 2011

16:32

Indy 500: Drama zum Jubiläum

Über lange Strecken erregte die Jubiläumsausgabe des Indy 500 vor allem durch eine schlechte TV-Übertragung und Unmassen von Werbung. Im Finale erwies sich das Rennen dann aber doch noch als geschichtsträchtig.

Nur eine Kurve trennte JR Hildebrand vom Triumph und mit ihm das Indy 500 von der großen Sensation. Doch nach 799 erfolgreichen Linksturns krachte der 22-jährige Rookie, der das Rennen völlig überraschend angeführt hatte auf den allerletzten Abdruck doch noch in die Mauer. Sehr zur Freude von Dan Wheldon, der bei seinem ersten – und vermutlich einzigen – Saisoneinsatz wieder einmal bewies, dass er zu Unrecht nur auf der Ersatzbank der IndyCar Series sitzt. Auch sonst war es nicht gerade ein Tag der Favoriten – Penske schlug sich mit allen drei Autos selbst, und Ganassi wurde die Spritsparstrategie diesmal zum Verhängnis. Für die Serie könnten die überraschenden Top 10 allerdings den Weg in eine spannendere Zukunft weisen.

Dabei sah es die längste Zeit so aus, als würde es ein ziemlich konventionelles Indy 500 werden. An der Spitze drehten meist die beiden Ganassi-Autos ihre Runden. Ganz vorne Scott Dixon, etwas dahinter Dario Franchitti, der seine übliche Spritspar-Strategie zu fahren schien. Als aber 36 Runden vor Schluss die letzte Gelbphase des Rennens anbrach, und einige Piloten versuchten, von dort bis zum Ende durchzufahren, sollte sich Hildebrand als der beste Spritsparer im Feld erweisen.

Franchitti hielt sich lange in direkter Lauerposition hinter den Führenden. Wieder einmal schien es, als könnte der Schotte in Führung gehen, wenn die Piloten vor ihm die Box ansteuern müssten. Am Ende ging aber auch ihm der Sprit aus – Franchitti landete als letzter Pilot in der Führungsrunde auf Rang 12.

Ganz anders Hildebrand. Der Kalifornier sparte gleich nach seinem Boxenstop massiv Sprit – und hatte am Ende ausreichend Treibstoff, um einigermaßen brauchbare Rundenzeiten zu fahren. Serienchef Randy Bernard und Co. wohl fast durchgehend den Atem angehalten haben. Ein 22-jähriger, gut vermarktbarer, amerikanischer Pilot mit einem Auto in den Farben der Nationalgarde, der als Rookie das große Jubiläumsrennen in Indianapolis gewinnt – für die Popularität der Serie wäre das ein riesiger Erfolg gewesen.

Der Traum währte 7 Runden und 3 Kurven – dann stand Charlie Kimball in Turn 4 des 200. Umlaufs zur Überrundung an. Hildebrand, unter Druck vom frisch betankten Dan Wheldon, der hinter ihm deutlich bessere Rundezeiten fuhr, entschied sich, nicht von Gas zu gehen, sondern Kimball außen zu überholen. Ein Manöver, das, wie Hildebrand nach dem Rennen zu Protokoll gab, zuvor mehrfach gut gegangen war – mit alten Reifen und halber Konzentration schlug es fehl. Hildebrand landete in der Mauer und Dan Wheldon fuhr am waidwunden Panther-Boliden vorbei zum Sieg. Der Rookie konnte den zerstörten Wagen noch auf Rang zwei über die Linie bringen – ein schwacher Trost für jemanden, der ein 499 1/2 Meilen-Rennen überlegen gewonnen hätte.

Immerhin: Wenn schon nicht der Sieg drin war – der Popularität des Kaliforniers tat das wohl wenig Abbruch. Die Medien waren nach dem Rennen jedenfalls weniger am Sieger interessiert, als am tragischen Helden. Hildebrands Marktwert dürfte deutlich gestigen sein – zumal er auch in der Niederlage Klasse bewies, für Interviews bereit stand, und den Fehler auf seine eigene Kappe nahm. Was ja in der Welt des Motorsport alles andere als selbstverständlich ist, wie die Formel 1 immer wieder beweist. Und auch finanziell ist so ein zweiter Platz nicht übel – etwas mehr als eine Million Dollar haben Hildebrand und Team an Preisgeld gewonnen. (Autosport-Journalist Pablo Elizalde hat hier eine volle Aulistung aller Preisgelder gepostet)

Auch der Drittplatzierte wird der IndyCar Series viel Freude bereitet haben. Graham Rahal, bisher in dieser Saison in Chip Ganassis Farmteam eher im hinteren Mittelfeld unterwegs, schaffte es mit einer cleveren Strategie und einem tadellosen Rennen von der Startposition 29 aus, fast an die Spitze des Feldes zu fahren. Sogar sechs Führungsrunden gab es für den Sohn des ungebrochen populären Bobby Rahal. Es ist nicht die erste gute Vorstellung des Filius auf einem Oval. Und zumal Graham eigentlich auf Straßenkursen groß geworden ist – sein Vater wollte ihn von den gefährlichen Ovalen fernhalten – sollte  wohl in Zukunft auch an der Spitze der Serie insgesamt ein Wort mitreden können, sofern Ganassi es schafft, auch sein zweites Team auf Vordermann zu bringen.

Beachtlich auch die Vorsellungen von Tony Kanaan (4), Oriol Seriva (6) und Bertrand Baguette (7). Kanaan holte im Wagen von KV Racing abermals eine gute Platzierung, und bewies, dass auch im Oval mit dieser Kombination aus Fahrer und Team zu rechnen ist. Servia konnte die sensationelle Leistung aus dem Qualifying zwar nicht ganz umsetzen, demonstrierte aber einmal mehr, dass das Auto von Newman Haas auch auf dem Oval vorne mitfahren kann – als Beleg dafür seien auch die 18 Runden genannt, die der Katalane an der Spitze des Feldes verbrachte. Und Bertrand Baguette schaffte bei seinem bisher einzigen Saisoneinsatz gegen Ende des Rennen ebenfalls einige Führungsrunden. Diese waren zwar, wie sich bald herausstellen sollte, dem Spritpoker geschuldet – seine Platzierung zeigt aber auf, dass sich sowohl der Belgier, als auch das Team von Rahal Letterman Racing mehr als dieses eine Rennen im Jahr 2011 verdient hätten. Änhliches gilt übrigens auch für Tomas Scheckter, der seinen KV Racing Boliden auf Rang acht ins Ziel brachte.

Marco Andretti auf Rang neun und Danica Patrick auf Platz zehn sorgten für ein einigermaßen versöhnliches Rennwochenende für Andretti Autosport. Zumal Patrick ihren Sponsoren auch zehn wertvolle Führungsrunden samt TV-Präsenz bieten konnte. Das ist deutlich mehr, als Ryan Hunter-Reay behaupten kann, das mit drei Runden Rückstand auf Platz 23 einlief. Ich kann mich nicht erinnern, den Wagen des Texaners irgendwann in der Übertragung gesehen zu haben. Bitter, zumal er den Startplatz nach verfehlter Qualifikation ja teuer von AJ Foyt und dessen Fahrer Bruno Junqueira gekauft hatte, um seine Sponsoren im TV unterzubringen.

Überhaupt noch ein Wort zur TV-Übertragung: ABC hat für das Rennen zwar so ziemlich jeden Kommentator und Analysten an die Strecke gebracht, der in der Redaktion von ESPN zu finden war. Gut war die Leistung aber trotzdem nicht: Zwar waren Kommentar und Interviews diesmal informiert und weitgehend fehlerfrei – es hätte aber vielleicht auch noch Themen abseits von Danica Patrick und Chalie Kimballs Diabetes gegeben, die man bei Gelegenheit hätte ansprechen können. Und auch die Bildregie dürfte mit dem Rennsport bisher nicht so viele Berührungspunkte gehabt haben. Abseits der Führenden war kaum jemals ein Auto zu sehen, das sich nicht gerade in die Wand gedreht hatte. Und bei aller Begeisterung für “Side by Side” in den Werbepausen – etwas öfter hätte man schon auch Bilder von der Strecke zeigen können, die über Briefmarkenformat hinausgehen. Mit einer Schätzung, dass etwa die Hälfte des Rennens aus Commercials bestand, liegt man vermutlich nicht weit daneben. Und das ist bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten von ABC und IndyCar doch deutlich zu viel. Vor allem dann, wenn man es nicht fertig bringt, zumindest Restarts und Führungswechsel zu zeigen – und sich bei der letzten, entscheidenden Boxenstop-Phase nicht entscheiden kann, ob man die Werbung nun unterbrechen soll, oder nicht. Und sich dann für “nicht” entscheidet.

Das war jetzt doch etwas mehr als “ein Wort” – aber musste einfach mal gesagt werden.

Wie über Twitter zu vernehmen ist, sind zumindest die Einschaltquoten gegenüber dem historischen Tiefststand aus dem vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Mit einem Overnight Rating von 4.3 liegt das Rennen sowohl über dem Wert aus 2010 (4.0) als auch über jenem der NASCAR-Konkurrenzveranstaltung Coca Cola 600 (ebenfalls 4.0). Kleine Anmerkung zu diesen Zahlen: Die sogenannten Nielsen Ratings sind nicht exakt mit den in Europa bekannten Zahlen, wie etwa dem Marktanteil zu vergleichen. Sie geben den Prozentsatz aller Haushalte mit TV wieder, die im Untersuchungszeitraum ein bestimmtes Programm gesehen haben. Derzeit steht ein Ratings-Punkt für 1,159 Millionen TV-Geräte. Ein Rating von 4.0 entspräche daher 4,636 Millionen Haushalten. (Weil es jedes Jahr in den USA mehr Haushalte mit TV-Geräten gibt, sind die Zahlen auch über den Jahresverlauf nur mit Vorsicht zu vergleichen – wenn es auch im Vergleich wohl die beste Methode dafür ist.) Auch zu beachten: Die sogenannten Overnight Ratings sind nicht die endgültigen Zahlen, sondern geben nur den Wert für die wichtigsten TV-Märkte in den USA wieder – vornehmlich sind das größere Städte. Das schadet der vergleichsweise urbanen IndyCar Series oft, während es der NASCAR eher hilft. So ist das endgültige Rating für das Indy 500 im vergangenen Jahr dann nur bei einem Rating von 3.6 gelegen.

In eineinhalb Wochen steht schon das nächste Saisonhighlight auf dem Programm – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der IndyCar-Chefetage geht. In Texas experimentiert die Serie nämmlich mit einem neuen Rennformat, das das bisher übliche 550km-Rennen ersetzen soll. Der Lauf in Fort Worth wird nämlich in zwei Teile geschnitten. Unter dem noch verbesserungsfähigen Namen Firestone Twin 275s werden direkt nacheinander zwei jeweils 275km lange Rennen ausgetragen, für die es jeweils die halbe Punktezahl gibt. Der Clou: Die Startreihenfolge für den zweiten Lauf wird direkt im Anschluss an Rennen 1 verlost – das Feld wird also munter durchmischt sein. Ob das in Zeiten von Double File Restarts auf dem schnellsten und vielleicht gefährlichsten Oval des Jahres wirklich eine gute Idee ist, wird sich zeigen. Immerhin: Für die Übertragung ist dann wieder Versus zuständig.

2011 IndyCar Indy 500 Race priority Indy_500_2011_001 Indy_500_2011_002 Indy_500_2011_003 Indy_500_2011_004 Indy_500_2011_005 Indy_500_2011_006 Indy_500_2011_008 Indy_500_2011_009 Indy_500_2011_010 2011 IndyCar Indy 500 Race Day priority 2011 IndyCar Indy 500 Race priority

Bilder: INDYCAR

December 31 2010

08:21

Best of 2010: Teil Zwei

Hier der zweite Teil unserer “Best of 2010″-Reihe zum Jahreswechsel. Ich habe dieses Jahr 3 Serien ausführlich verfolgt: Formel 1, NASCAR und die Indycars. Deswegen setzt sich mein Best of 2010 auch hauptsächlich aus Diesen zusammen:

Bestes Rennen:
Bei Der Formel 1 fällt es mir hier schwer mich zwischen Kanada und Türkei zu entscheiden. Türkei war einfach was Szenen anging (Unfall Vettel/Webber; Zweikampf Button/Hamilton) das Rennen, was mir im Gedächtnis geblieben ist und Kanada war einfach nen sehr gutes Rennen mit allem was dazu gehörte.
In der NASCAR war das erste Talladega-Rennen soweit ich mich erinnere sehr gut, allerdings waren alle Superspeedwayrennen dieses Jahr ziemliche Knaller. Auch wenn einige Fahrer diese Rennen nicht mögen und sie gefährlich sind, es sind nunmal für die Zuschauer die besten Rennen. Und unabhängig davon hat die neue Green-White-Checkeredregelung zwar zu viel Schrott geführt, aber insgesamt finde ich sie richtig gut, da nicht mehr so viele Rennen unter gelb beendet werden.
Bei den Indycars fallen mir spontan Texas und Chicagoland ein, was natürlich auch die “schnellen und gefährlíchen” Rennen sind. Bei den Rundkursen muss ich ganz an den Anfang der Saison zurückgehen nach Sao Paulo, ja das war trotz allen Problemen ein schön anzusehendes Rennen.

Bestes Finish:
Ganz klar die Trucks in Talladega, da gibt es keine Diskussion:

Bester Fahrer:
Ganz schwere Sache, wie ich finde. Von den Formel 1 Fahrern her hat sich dieses Jahr keiner so heraus getan, als dass er das verdient hätte. Da waren (viel) zu viele individuelle Fehler dabei, selbst bei einem Alonso. Deshalb teilen sich den Titel Dario Franchitti und Jimmie Johnson. 5-Mal in einer Serie mit 36 Rennen, davon 10 “Play-Off-Rennen”, am Ende den Titel zu holen ist einfach eine unglaubliche Leistung und Franchitti ist cool geblieben und hat auf seine Stärke, die Ovale, vertraut.

Bestes Team:
Sehr schwer ich kann mich irgendwie zwischen Chip Ganassi Racing und RedBull nicht entscheiden, deshalb sind sie für mich beide die besten Teams des Jahres. Chip Ganassi hat in den USA so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann, zumindest an einzelnen Rennen.

Überholmanöver des Jahres:
Zuerstmal geht ein Spezialpreis an Kamui Kobayashi für die vielen schönen Überholmanöver dieses Jahr.

Ein Manöver, was mir in Erinnerung geblieben ist, hat Tony Kanaan in der ersten halbe Runde des Indy 500 gezeigt: 8 Autos in 2 Kurven überholt

Es gab dieses Jahr unzählige schöne Überholmanöver, weswegen ich es unmöglich finde, eins herauszupicken. Aber das “Überholmanöver des Jahres muss ja nicht unbedingt das Schönste sein. Deshalb vergebe ich den Preis an Michael Schumacher und Rubens Barichello. Das Überholmanöver von Schumacher an Barichello gehört sicherlich zu den spektakulärsten und ja auch zu den gefährlichsten der Motorsportsaison 2010. Aber in gewissem Maße sollte man auch die Kirche im Dorf lassen , wie es so schön heißt. Es hat beispielsweise nicht Kobayashi Petrov so überholt. Dies war ein Zweikampf zwischen 2 Piloten die den Rennsport schon beide knapp 3 Jahrzehnte betreiben und im Formel 1-Feld über die meiste Erfahrung verfügen und sich zu dem noch sehr gut kennen, wenn auvh nicht unbedingt mögen. Wie gesagt ja es war gefährlich und darf von mir aus auch bestraft werden, auch wenn ich die Bestrafung der FIA ( + 10 Plätze in Spa ) zu hart fand, aber die Stigmatisierung Schumachers danach “als rücksichtloser Fahrer aller Zeiten” und das Wort “Mordversuch” was im Raum stand war einfach zu viel.

Freunde des Jahres:

Ob sie jetzt wirklich Freunde sind weiß ich nicht, aber ich fand es einfach eine extrem faire Geste, dass sich Bowyer und Harvick nachdem extrem knappen Finish in Talladega im Chase noch in den Autos die Hände geschüttelt haben:

Szene des Jahres:
Ganz klar für mich die Kollision zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel in der Türkei. RedBull hatte sehr schnelle Autos und gute Chancen auf beide WMs, so viel war schon damals absehbar. Allerdings wusste man auch, dass man den unzuverlässigsten Wagen hatte, dass heißt man musste vorsichtig sein und versuchen, so viele Punkte wie möglich mit zu nehmen. Und dann schießt man sich gegenseitig im 7. , in Worten s-i-e-b-t-e-n Rennen der Saison im Kampf um die Führungsposition ab?! Sowas sollte eigentlich nichtmal Fahrern aus unterschiedlichen Rennställen passieren, wenn sie um die Führung kämpfen, aber Teamkollegen DARF das nicht passieren. Auf alle Fälle zeigt genau diese eine Szene wie ich finde die Intensität und Dramatik des WM-Kampfes in der Formel 1 dieses Jahr.

Kostenpunkt des Jahres:
Kameras, jetzt Mal im Ernst. Hat sich schon Mal jemand überlegt wie viele Kameras auf Rennstrecken jedes Jahr durch Kollisionen einen grausamen und qualvollen Tod sterben. Nein? Seht ihr, und jetzt überlegt euch Mal wie teuer das ist.

Schönster Moment des Jahres:
Beide WM-Siege von RedBull. Wie sagte ein Journalist auf Twitter so schön: “Ok, nun hat eine Getränkemarke also die großen Autohersteller Ferrari, McLaren und Mercedes geschlagen.”
Überraschung des Jahres:
Hier muss ich im Prinzip Abbitte leisten, denn für mich ist das Stattfinden und der ziemlich reibungslose Ablauf des Korea-Grandprixs die Überraschung des Jahres. Ich hätte speziell nach den Fotos die immer wieder kurz vorher auftauchten nicht gedacht, dass dies noch möglich wäre.

Enttäuschung des Jahres:
Einige würden hier sicherlich Michael Schumacher schreiben, aber darüber möchte ich erst nächstes Jahr urteilen. Die WTCC ist meine Enttäuschung des Jahres, da sie schön zeigt, wie man eine Rennserie mit unsinnigen Strafen- und Reglementsdiskussionen mit Anlauf gegen die Wand fahren kann. Auch wenn Chevrolet den Titel meiner Meinung nach verdient hat, ist es einfach falsch einen Titel am grünen Tisch zu gewinnen. Nächstes Jahr fährt dann Chevrolet allein um die WM, meinen Glückwunsch.

Langweiligstes Rennen:
Formel 1: Ähm Bahrain, Bahrain und öhm ach ja richtig Bahrain.
NASCAR: Öhm den Preis kriegen die Rennen in Phoenix, Homestead SCHNARCH!… und Pocono. Nicht unbedingt weil die Rennen da dieses Jahr so langweilig waren, außer in Pocono da waren sie wirklich grausam, sondern weil die Strecken allein schon wegen der Charakteristik wenig Möglichkeiten für spannende Rennen bieten und umgebaut gehören. Und warum Phoenix und Homestead unbedingt im Chase sein müssen… Dann lieber 8 Rennen und nicht ein Rumgefahre auf Strecken nur weil die Zahl 10 toll aussieht und es dort warm ist.

Racecontrol-Moment des Jahres:

Viele erwarten jetzt hier sicher irgendeine der diversen DTM-Racecontrolentscheidungen. Jedoch wiegen diese einzeln gesehen für mich nicht so schwer, wie das was sich die Indycarracecontrol in Edmonton geleistet hat. Deshalb geht dieser Preis vielleicht für einige etwas überraschenderweise an die Indycarraacecontrol für die Aberkennung des Sieges von Helio Castroneves in Edmonton. Was war passiert? Helio Castroneves lag wenige Runden vor Schluss in Führung. Dann kam es zu einer Caution. Beim darrauffolgenden Restart verteidigt Castroneves durch Fahren am Innenrand der Kurve seine Führungsposition gegenüber Will Power. Alles fair und gut. Allerdings gab es vor dem Rennen die übliche Fahrerbesprechung, in der gesagt wurde, dass man wie auf Ovalen Überholversuche nicht blockieren dürfte, wenn man dabei eine imaginäre Linie in der Kurvenmitte überfahren würde.

Auf Ovalen macht diese Regel ja sicherheitsmäßig Sinn. Aber auf dem quadratkilometergroßen Flugplatz von Edmonton mit seinen gefühllten 50 Meter breiten Landebahnen ist diese Regel einfach nur völlig Fehl am Platze. Am Ende fuhr Castroneves zwar als erster durchs Ziel , den Sieg bekam aber Dixon, der mittlerweile Power überholt hatte. Ich war selten so , man verzeihe mir die Wortwahl “angepisst” nach einem Rennen wie nach diesem. Dagegen war das was Ferrari am gleichen Wochenende in Hockenheim praktizierte ein Kindergeburtstag.

Ja die Regelauslegung war dem Regelwerk nach konform und ja das wurde auch vorher in der Fahrerbesprechung erläutert, aber in den letzten 3 Runden eines Rennens erwarte ich ein bisschen Feingefühl von der Indycarracecontrol, die ja öfters Sachen so und so auslegt ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen. Castroneves war nachdem Rennen natürlich richtig sauer, fühlte sich um seinen Sieg betrogen und ging dem Indycar Sicherheitschef buchstäblich an den Kragen der aber zum Glück cool blieb. Was bleibt ist die Erinnerung an die schlechteste Racecontrol Entscheidung des Jahres, ich gerate heute noch in Rage wenn ich nur daran denke.

Glückspilz des Jahres:
Herr Conway, Herr van der Drift und Herr Sadler sind die Glückspilze des Jahres. Bei diesen drei wirklich schweren Unfällen in Indianapolis, Brands Hatch und Pocono noch am Leben zu sein, dass ist zwar Einerseits der Verdienst der hochmodernen Sicherheitssysteme , aber Andererseits war da sicherlich bei allen Dreien auch eine gehörige Portion Glück dabei und eine Menge Schutzengel anwesend. Leider hatten andere Motorsportler in diesem Jahr weniger Glück.

Wünsche für 2011:

Wenig schwere Unfälle , viele schöne Rennen, spannende Meisterschaftsentscheidungen, mehr vernünftige legale Streamangebote und weniger strittige Racecontrole-Entscheidungen.

Feinde/Duell des Jahres:

Für mich der Kampf zwischen Audi und Peugeot in Le Mans. 2011 sind die Karten auf Grund der neuen Autos neu verteilt, aber die Materialschlacht auch dieses Jahr war mal wieder fantastisch anzusehen und man bewahrt sich trotz allem noch ein gesundes Maß an menschlicher und sportlicher Fairness.

Zum Schluss noch eine Danksagung an Don, für die Möglichkeit dieses Jahr hier mitzuwirken, an die anderen Autoren für die vielen Mailwechsel und selbstverständlich an die Leser des Blogs, egal ob eher still oder aktiv im Chat und in den Kommentaren! Auf ein gutes Jahr 2011!

August 30 2010

16:09

Indycar Chicagoland: Verdienter Sieger?

Über fast zwei Stunden haben die Indycars Samstagnacht all das geboten, was sich Fans vom Rennen in Chichago erwartet hatten. Aber: Hat am Ende vielleicht “der Falsche” gewonnen?

In der Indycar-Meisterschaft wird es nochmal spannend. Soviel ist nach dem ersten von vier Ovalrennen zum Ende der Saison jetzt endgültig klar. Und das, obwohl Miesterschaftsleader Will Power über weite Strecken des Laufes deutlich besser unterwegs war, als sich manche vom australischen Rundkursprofi erwartet hatten. Doch dann machte sein Team einen entscheidenen Fehler – und schon hatte Rennsieger Dario Franchitti Powers Meisterschaftsvorsprung halbiert. Aber auch sonst ging es am Eineinhalb-Meilen Oval von Joliet, Illinois wieder mal sehr ordentlich zur Sache.


Sollten die Meldungen, wonach die Indycars kommende Saison nicht mehr nach Chicago zurückkehren, wirklich stimmen, dann hat sich die Strecke mehr als stilvoll verabschiedet: Über weite Strecken gab es – vor allem im Spitzenfeld – unglaublich spannende Duelle, zum Teil fuhren die Wagen in zwei Dreierreiehen hintereinander her. Auch die TV-Kommentatoren schienen es manchmal kaum fassen zu können, wie knapp es in der Gruppe von zehn bis 15 Autos zuging. Es waren zwar wiedermal die Autos vom “Todesstern” dominant – allerdings waren einige Verfolger diesmal deutlich näher dran, als das in dieser Saison bisher oft der Fall war.

Wirklich Ton angebend war eigentlich nur eines der beiden Teams: Penske. Vor allem Ryan Brsicoe und Will Power sahen lange Zeit wie die fast schon sicheren Sieger aus. Die beiden Ganassi-Wagen suchten ihr Glück wieder mal eher in der Strategie – und zumindest Dario Franchitti sollte am Ende damit Recht behalten.

Als sich nämlich 30 Runden vor Schluss alle anderen Fahrer beim letzten Boxenstop Sprit und Reifen holten, pokerte Franchitti mit einem reinen “Splash and Dash”-Service. Die Entscheidung spülte den Schotten aus dem vorderen Mittelfeld an die Spitze – und die sollte er schließlich trotz heftiger Angriffe der Verfolger nicht mehr abgeben.

Der Sieg ist also weniger dem reinen Speed, als cleverem Agieren auf der Strecke geschuldet. Aber ist Franchitti deswegen wirklich ein unverdienter Sieger? Ich finde nicht – Strategie war schon immer ein bedeutender Teil des Erfolges bei Ovalrennen. Und niemand hat in den vergangenen Jahren derartig viele clevere Entscheidungen getroffen wie das Team von Chip Ganassi. Auch das verdient, meine ich, Anerkennung.

Und das allein hätte an der Meisterschaft auch noch nicht viel verändert: Will Power lieferte dahinter nämlich eines der besten Ovalrennen seiner Karriere und war das ganze Rennen lang in der Spitze dabei. 17 Führungsrunden sprechen eine deutliche Sprache für jemanden, dessen beste Ovalresultate davor zwei fünfte Plätze in Indianapolis 2009 und Iowa 2010 waren.

Gewonnen hätte er am Ende wohl ohnehin nicht. Dass es aber gar nur für Platz 16 reichte, ist höchst unverdient. Grund war ein Problem beim letzten Boxenstopp, als nicht ausreichend Ethanol in den Tank floss. Daher musste Power wenige Runden vor Schluss den Kampf um den Sieg in Richtung Box verlassen. Resultat: Dario Franchitti holte ganze 30 Punkte auf, und liegt drei (Oval-)rennen vor Saisonschluss nur noch 23 Zähler zurück.

Dominator des Rennens war aber eigentlich ein anderer Penske-Fahrer: Ryan Briscoe, der 2005 hier bei einem Horrorunfall fast ums Leben gekommen wäre, führte das Rennen für 113 Runden an. Er hätte auch am Ende noch das Zeug gehabt, um zu gewinnen. Doch dann wurde er zweimal am Kurveneingang nach oben gedrückt, musste vom Gas gehen – und fand sich schließlich auf einem enttäuschenden elften Rang wieder.

Positive Überraschung des Rennens waren die Andretti Autosport Wagen: Marco Andretti auf Rang drei, Ryan Hunter-Reay auf vier und Tony Kanaan auf fünf konnten wieder einmal beweisen, dass das Team im Oval in Punkto Rennspeed fast zu alter Stärke zurückgefunden hat. Wenn die Mannschaft es fertig bringt, jetzt auch noch die Performance im Qualifying zu verbessern, muss man ihnen bei den kommenden Rennen ernsthafte Siegchancen zugestehen.

Einzig Danica Patrick, die sich nach ihren schwachen Vorstellungen auf den Rundstrecken doch so auf die Oval-Rückkehr gefreut hatte, lieferte abermals eine ziemlich enttäschende Vorstellung und landete am Ende nur auf Rang 14.

In bestechender Oval-Form ist weiterhin das Team von Panther Racing: Dan Wheldon hätte um ein Haar gewonnen, und landete schließlich um Haaresbreite hinter Franchitti auf Platz zwei. Auch das zweite Autos des Teams, der in Kooperation mit Vision Racing eingesetzte Bolide von Ed Carpenter, konnte sich beim Comeback lange in der Spitzengruppe halten. Leider fiel er am Ende aber mit technischen Problemen aus.

Viel Freude dürften mit dem Rennen auch die Sponsoren von Sarah Fisher gehabt haben: Im Zuge der ersten Boxenstopps ging Fisher out of sequence – und lag kurzzeitig sogar in Führung. Die war sie zwar nach dem Restart schnell wieder los – in der Spitzengruppe konnte sie sich allerdings noch eine ganze Weile halten. Dass sie sich so tapfer gegen die heranstürmenden Spitzenfahrer wehrte, dürfte diese zwar wenig gefreut haben – aber wenigstens war der “Dollar General”-Wagen so mal ein paar Runden lang im Bild.

Ihr eigener größter Feind waren wiedermal die Piloten von KV-Racing. Die Autos waren – wie eigentlich immer – für anständige Punkteplätze gut, aber einmal mehr scheiterten Moraes, Viso und Sato an ihrem Übermut. Sato und Viso kollidierten in der Box, Moraes verlor eine mögliche gute Platzierung nach einer Durchfahrtsstrafe. Vielleicht sollte doch mal jemand aus der KV-Führungriege den drei Sponsorlieferanten nahelegen, dass man die Rennen auch beenden sollte. Mit derart wenig Platzierungen und derart viel Kleinholz kann es jedenfalls nicht länger weitergehen. Der Status quo ist eine fast schon unglaubliche Verschwendung eines gutes Teams und dreier im Grunde sehr talentierter Piloten.

Ein positives Wort muss man, finde ich, mal nach der vielen Kritik über die Versus-Übertragung verlieren. Klar – es gab mal wieder viel Werbung, und nicht immer zum idealen Zeitpunkt. Von den grottigen Übertragungen, wie sie in dieser Saison etwa schon mehrfach auf ABC zu sehen waren, war man aber weit entfernt. Was die beiden Sender vor allem unterscheidet: Versus hat nicht besonders viel Geld, man merkt aber, dass sie sich bemühen. ABC/ESPN hätten das Geld, stehen der Serie außerhalb des Indy 500 aber mit demonstrativer Gleichgültigkeit gegenüber.

Weiter geht es am kommenden Samstagabend mit dem Rennen in Kentucky – eine Vorschau folgt noch in den nächsten Tagen.

IRL_Chicago_2010_001 IRL_Chicago_2010_002 IRL_Chicago_2010_003 IRL_Chicago_2010_004 IRL_Chicago_2010_005 IRL_Chicago_2010_006

April 28 2010

08:00

Ferner liefen: Die Newshappen

// In der Reifenfrage für kommendes Jahr herrscht in der Formel 1 offenbar weiter Bewegung. Nachdem beim Rennen in Shanghai bereits bekannt wurde, dass sich neben Michelin auch Avon für den Reifenvertrag 2011 interessiert, scheint sich nun auch Pirelli wieder vorstellen zu können, in die Königsklasse einzusteigen. Bedingung wäre für die Italiener eine Beteiligung der Teams an den Entwicklungskosten. Wer auch immer den Zuschalg erhält: Die Reifen könnten im kommenden Jahr deutlich anders aussehen. Denn sowohl Michelin als auch Pirelli würden statt der derzeit verwendeten 13 Zoll-Felgen gerne seriennähere 18 Zoll-Räder einsetzen.

// Stefan GP hat sich offenbar von der fehlgeschlagenen Bewerbung für diese Saison erholt, und offiziell seine Bewerbung um einen Startplatz für 2011 bekannt gegeben. Und nicht nur das: Wie das serbische Team auf seiner neu designten Website verkündet, plant man auch einen Technologiepark samt F1-tauglicher Rennstrecke in der Nähe von Belgrad aus dem Boden zu stampfen. Wer einen “soft spot” für Underdogs hat, kann auf der Homepage außerdem am “We Want SGP”-Gewinnspiel teilnehmen, bei dem es darum geht, sich mit der entsprechenden Forderung an möglichst ausgefallenen Stellen fotografieren zu lassen.

// 2013 soll das Motorenreglement der Formel Eins verändert werden. Bisher riecht alles nach dem “Weltmotor”, eine 1.5 oder 1.6 Liter Turbomotor der für die nötige Leistung sorgen soll. Nun gibt es aber auch eine Eingabe von einem Projekt namens “Project 1221” eine Gasturbine zulassen zu dürfen. Es wäre nicht das erste Mal, dass man eine Turbine in der F1 einsetzt, allerdings liegt der letzte Versucht schon ein paar Jahre zurück. 1971 versuchte Colin Chapman mit dem Lotus 56B schon mal einen Versuch mit einer Turbine, was aber nicht zum gewünschten Erfolg führte. Schwer vorzustellen, dass die FIA der Eingabe zustimmt, aber der Vorteil der Turbine wäre, dass man mit Biosprit unterwegs sein könnte. Gleichzeitig würde man eine durchaus interessante technische Neuerung einführen.

// Offiziell startet die “Silly Season” in der F1 ja erst ab Monaco, aber es ist auch nach vier Rennen schon ne Menge los. Gerüchten zufolge soll sich Sauber nach einem “Pay Driver” umsehen. Namen werden da einige genannt, aber Sinn macht das nicht. Peter Sauber hat die nach eigenen Angaben die Saison 2010 durch finanziert, braucht also eher mal ein gutes Ergebnis, denn einen neuen Piloten. Bei Ferrari hieß es, dass Massa kurz vor einer Vertragsverlängerung stand, aber das scheint bei weitem nicht sicher zu sein. Luca di Montezemolo, nach seinem Rücktritt als Chef von Fiat mit deutlich mehr Zeit ausgestattet und sowieso heimlicher Teamchef von Ferrari (offiziell sitzt er nur im Aufsichtsrat), hat die Woche deutlich gemacht, das man alle Möglichkeiten auslotet, um Valentino Rossi in einen Ferrari setzen.

// Neue Spekulationen gibt es auch um die Zukunft des GP der USA: Angeblich soll Bernie Ecclestone daran interessiert sein, auf kurze Sicht mit der Formel 1 nach Indianapolis zurückzukehren, um später an den Meadowlands Komplex in New Jersey (mit Blick auf die Skyline von New York) zu übersiedeln. Die CART hat dort mal in den späten 80er-Jahren zwei ziemlich erfolglose Rennen veranstaltet – seitdem wurde das Gebiet aber von der Entertainment-Industrie besser erschlossen, so dass die Erfolgsaussichten diesmal etwas rosiger aussehen könnten.

// Die Veranstalter des “Super Carnivale” in Surfers Paradise haben neue Details zum für Oktober geplanten Rennen bekannt gegeben. Statt wie früher “große” Serien wie die Indycars oder die A1GP an die Goldküste zu locken, fährt man 2010 zwei 300km-Rennen mit den heimischen V8 Suprcars. International wird es trotzdem zugehen: Denn die Fahrer müssen sich die Cockpits in beiden Rennen mit bekannten Piloten aus anderen Rennserien teilen. Vergangene Woche wurden 18 Fahrer bekannt gegeben, die bereits zugesagt haben – und das Feld ist durchaus beeindruckend. Die IRL entsendet etwas gleich eine ganze Delegation nach Down Under, fix sind bereits Scott Dixon, Dario Franchitti, Will Power und Alex Tagliani. Auch sonst sind viele bekannte Namen dabei, zum Beispiel Jacques Villeneuve, Heinz-Harald Frentzen, Fabrizio Giovanardi, Yvan Muller, Alain Menu, Mika Salo und Sebastian Bourdais.

// Zwei zusätzliche Titel können die Piloten in der IRL schon in dieser Saison gewinnen. Wie die Rennserie gestern bekannt gab, werden zusätzlich zum Gesamt-Meistertitel auch Trophäen für den besten Oval- und Rundkurspiloten vergeben. Die beiden Trophies sollen nach Legenden des Sports benannt werden – welche Persönlichkeiten das genau sein werden, können die Fans im Mai und Juni auf indycar.com bestimmen. Die jeweiligen Titelentscheidungen fallen am 22. August in Sears Point und am 19. September in Motegi. Das Finale in Homestead soll so für den Gesamt-Champion reserviert bleiben. Sinn der Übung ist es unter anderem, sparsame Sponsoren dazu zu überreden, Teams zumindest eine halbe Saison zu finanzieren. Ob das unbedingt für vollere Starterfelder auf den Rundstrecken sorgen wird, wenn das “Kronjuwel” Indy 500 doch zur Ovalwertung zählt, bleibt dahingestellt.

// Das Oval des Daytona Speedway bekommt eine neue Asphaltdecke. Nachdem beim letzten Daytona 500 der Asphalt in Turn 1/2 bröckelte, war schon abzusehen, dass der seit 1978 (!) befahrene Asphalt nicht mehr länger nutzbar sein würde. Eine Renovierung der Strecke ist allerdings umstritten. Daytona lebt unter anderem von den Bodenwellen, die die Strecke schwer zu fahren machen. Nimmt man die weg, hat man ein zweites Talladega, was auch keiner so wirklich möchte. Man versucht jetzt die Wellen bei der Renovierung irgendwie drin zu lassen, was aber schwer zu machen sein wird. Offenbar kommt man aber um eine Neuasphaltierung nicht mehr drum herum, weil der nächste Winter den alten Asphalt endgültig zerbröseln wird.

// In der WTCC hofft man nun doch wieder auf eine Rückkehr von Lada noch in dieser Saison. Nachdem es einige Zeit so ausgesehen hatte, als habe der russische Hersteller der Tourenwagen WM endgültig “Doswidanja” gesagt, spricht WTCC-Promoter Marcelo Lotti nun davon, dass eine Rückkehr bereits ab Beginn der europäischen Saison in Monza möglich sei. In dieser Woche soll bei Beratungen des Lada Vorstandes mit Lotti Klarheit über ein mögliches Comeback geschaffen werden.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl