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September 22 2010

16:23

Indycar Motegi 2010 Analyse: Die Meisterschaft bleibt offen

Die Indycars lieferten nicht gerade ihr bestes Rennen in Motegi ab, aber dafür ist die Meisterschaft noch offen. Helio Castroneves siegte in dominanter Art und Weise in Japan, er war schneller als alles Andere, was so auf der Strecke rumfuhr. Aber auch AGR konnte wieder mit einem starken Teamergebnis punkten. Meisterschaftsführer Will Power kam auf Platz 3 und Dario Franchitti als 2. ins Ziel

Doch zunächst zum Rennverlauf: Helio Castoneves konnte seine Pole beim Start auch gleich in die Führung ummünzen, jedoch wurde schon in der 2. Runde das erste Mal das Safetycar auf die Strecke geschickt. Baguette war in Kurve 2 über eine Bodenwelle gefahren, hatte sich dabei gedreht und war hart rückwärts in die Wand eingeschlagen. Dies sollte nicht die letzte Caution wegen der Bodenwelle bleiben. Die Geschwindigkeiten die man in Turn 1 und 2 in Motegi erreicht sind nicht zu unterschätzen, da die beiden Kurven Vollgas gehen, fährt man da so um die 200 Meilen. Diese leider schmerzhafte Erfahrung sollte später auch noch Mario Moraes machen.

An dieser Stelle sei gleichmal Milka Duno gelobt, die für ihre Verhältnisse ein fast sensationelles Rennen ablieferte. Nicht nur das das Auto mal in einem Stück die 200 Runden überstand, sie überholte beim Start 6 Fahrzeuge und nein es war kein Frühstart und kam am Ende auf Platz 19 mit “nur” 3 Runden Rückstand ins Ziel. Doch zum Restart nach dem Crash von Baguette. Franchitti und Briscoe lieferten sich über 5 Runden das Sehenswerteste was das Rennen zu bieten hatte, nämlich einen sehr schönen Zweikampf um Platz 2, den jedoch erstmal Briscoe für sich entscheiden konnte. Will Power lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 6.

Das Feld zog sich zumindest in den Top 10 extremst schnell auseinander und das Rennen wurde ziemlich langweilig, bis Alex Lloyd um Runde 40 rum langsam wurde und deshalb eine Caution ausgerufen wurde. Vorher hatte es Franchitti übrigens wieder geschafft Briscoe zu überholen. Nach den Boxenstopps lag Will Power plötzlich nur noch an 9. Stelle, weil er verlangsamt hatte, bevor die Caution ausgerufen wurde, als er Lloyds langsames Auto sah. Nach den Boxenstops hatte Franchitti ein Déjavu , was ihm weniger gefallen haben dürfte: Briscoe lag wieder vor ihm, er war wieder 3.

Nachdem Restart zog sich das Feld wieder schnell auseinander, was laut den Versus-Kommentatoren daran lag, dass einzelne Autos in Motegi schneller waren, als Im Pack zu fahren, und es gibt in Motegi auch gerade mal so 2 Rennlinien. Auch ein Lob gebührt Sato, der mit einem sensationellem Startplatz 7 und letztendlich einem 12. Rang ein gutes Ergebnis ablieferte.

Dann flog in Runde 66 Mario Moraes ab. Es war ein sehr hässlicher Einschlag, ähnlich wie der von Baguette mit dem Heck vorran in die Mauer, außer dass bei Moraes auf der “berühmten” Bodenwelle in Turn 2 wohl die Radaufhängung brach.Er winkte sofort die Safetycrews heran und konnte nicht von alleine aussteigen, musste geborgen werden und wurde mit dem Hubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus geflogen. Was sich jetzt schlimm anhört, war es zum Glück nicht. Nach intensiven Untersuchungen konnte er das Krankenhaus am Sonntag mit Rückenschmerzen schon wieder verlassen.

Bei den darauffolgenden Boxenstopps blieben  Matos und Mutoh draußen, und versuchten sich so nach vorne zu arbeiten. Nachdem Restart folgte eine kurze “turbulente Phase”, in der es wieder viele Zweikämpfe gab. Bis zur Rennhalbzeit war es dann mit Zweikämpfen aber auch schon wieder vorbei. Vorne lag Briscoe vor Castroneves, dahinter Matos der ja nachdem Boxenstopp kurz geführt hatte. Ihm folge Franchitti, dahinter lag “Nicht-Stopper” Mutoh, gefolgt Patrick, Dixon und Power auf 8.

Kurz nach der Halbzeit war dann Mutohs und Matos Exkurs in die Top 5 vorbei, denn auch sie mussten jetzt reinkommen. Die Taktik sollte sich für beide Fahrer nicht bezahlt machen, Mutoh wurde am Ende 14. , Matos kam gar nur 18 ins Ziel. Tracy streifte in Runde 114 leicht die Wand, was die nächste Caution auslöste. Auch wenn er sein Auto in die Box zurückschleppen konnte, war das Rennen für ihn damit beendet.

Wieder gab es also Pit Stopps, wo Castroneves sich die Führung von Briscoe zurückholte. Franchitti kam als 3. wieder zurück auf die Strecke, Power war nach den Stops 5. Ein Lob muss man auch Andretti-Green-Racing ausrichten, die zwar in letzter Zeit nicht unbedingt durch Rennsiege, aber durch gute Teamergebnisse Erfolge feiern. Danica Patrick sollte am Ende starke 5., Tony Kanaan 7., Ryan-Hunter-Reay 9. und Marco Andretti 11. werden.

Beim Restart schnappte sich Franchitti Briscoe und war somit 2. und dann passierte eine ganze Weile lang nichts, außer das Castroneves vorne sich über 4 Sekunden Vorsprung herausfahren konnte. Doch dann hatte Alex Lloyd der nochmal ins Rennen zurückgekommen war, seinen ganz persönlichen “Turn-2-Moment”, als bei ihm die Lenkung auf der Bodenwelle brach und er gerade in die Safer Barrier knallte. Die gesamte rechte Seite seines Autos war kaputt, und es brannte auch ein bisschen. Lloyd konnte aber zum Glück unverletzt aussteigen.

Dem folgte eine sehr lange Safetycar-Phase, da man nicht nur Lloyds völlig zerstörtes Auto wegbringen musste, sondern wohl auch die Saferbarrier in Turn 2 einer Reparatur bedurfte. Es folgten auch die letzten Stopps, Castroneves kam als Erster zurück auf die Strecke, dahinter Briscoe, Franchitti, Power.

Beim Restart überholte Will Power Ryan Briscoe, der Momentum verlor, als er versuchte Franchitti zu überholen. Somit lagen nun beide Titelanwärter hintereinander auf den Plätzen 2-3, es wurde sogar nochmal eng als Duno plötzlich vor Franchitti auftauchte, doch am Ende siegte Castroneves mit fast 5 Sekunden Vorsprung vor Dario Franchitti und Will Power. Ein letztes Lob gebührt Alex Tagliani der auf einen unauffälligen 13. Platz fuhr und Graham Rahal, der sehr starker 8. wurde.

Damit hat Will Power noch 12 Punkte Vorsprung auf Dario Franchitti vor dem letzten Rennen in Homestead, Miami, welches am Sonntag um 0.00 Uhr startet. Es verspricht also ein sehr spannendes Meisterschaftsfinale zu werden.

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September 16 2010

16:32

Indycar: Vorschau Motegi 2010

Die Indycars biegen auf die Zielgerade der 2010er Saison ein. Es sind noch 2 Rennen zu fahren und man begibt sich über den  großen Teich nach Japan, wo die Meisterschaft im Land der aufgehenden Sonne  entschieden werden könnte.

Zunächst zu den Punktezahlen:

1. Will Power: 552 Punkte

2. Dario Franchitti: 535 Punkte

3. (Scott Dixon: 469 Punkte)

Bei folgenden Szenarien ist Will Power Gesamtsieger der IZOD Indycar Series 2010 (angenommen er nimmt am nächsten Rennen teil und qualifiziert sich)

(Anmerkung: Ich habe das selber ausgerechnet. Dies Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- oder gar Fehlerlosigkeit!):


  • Wenn er die Pole holt, die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 6. oder besser wird.
  • Wenn er die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 8. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 8. oder besser trotz der meisten Führungsrunden und/oder Pole wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die Pole holt und  Dario Franchitti nicht 13. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole nicht 16. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole und meiste Führungsrunden nicht 25. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti trotz der Pole nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2 wird, die Pole hat und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 12. oder besser wird
  • Wenn er 3. wird, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 24. oder besser wird.
  • Wenn er 3. wird, die meisten Führungsrunden ,die Pole holt und Dario Franchitti nicht besser als 17. wird.

Dario Franchitti kann in Japan auch schon A. J. Foyt Trophy für die meisten Punkte auf Ovalen gewinnen. Das genau durchzurechnen erspare ich mir, er führt mit 27 Punkten vor Scott Dixon, der 2 weitere Punkte vor Helio Castroneves liegt, welcher wiederrum 2 Punkte Vorspung auf Tony Kanaan hat.

Die Strecke auf der gefahren wird ist der “Twin Ring Motegi”, genauer gesagt auf einem der “Ringe”. Die moderne Anlage die in etwa 80 Kilometer von Tokyo entfernt liegt, berherbergt neben dem 1,5 Meilen langem Oval mit zwei 180° Kurven, dass die Indycars benutzen nämlich auch noch einen knapp 5 km langen Rundkurs, daher der Name “Twin Ring”. Die Indycars sind hier seit 2003 unterwegs. Die Rennen hier waren bisher eher so durchschnittlich und haben aber natürlich wie viele Ovalrennen der Indycars einen erhöhten Spannungsfaktor durch einen eventuellen Spritpoker.

Beim Blick in die Siegerliste fällt auf, dass weder Will Power noch Dario Franchitti hier schon einmal gewinnen konnten. Aber natürlich standen auch hier Fahrer von den “Todesternteams” schon in der Victory Lane. Zweimal konnte bereits Dan Wheldon hier siegen, während Scott Dixon letztes Jahr gewann. Aber auch Andretti-Green-Racing war hier immer stark, 2007 gewann Tony Kanaan und 2008 Danica Patrick in einem Spritpoker, damals ging der “Hype” um sie erst richtig los. Nicht vergessen möchte ich allerdings auch Scott Sharps Sieg aus dem Jahr 2003.

Die Todessternteams werden am Wochenende ganz sicher wieder vorne mit dabei sein, aber auch AGR sollte man auf dieser Strecke keinesfalls unterschätzen.  Ich traue es speziell jetzt im Meisterschaftskampf keinem der kleineren Teams zu, hier eine Sensation zu landen, außer es wird ein völlig verrücktes Rennen. Besonders ins Zeug legen werden sich aber natürlich Hideki Mutoh und Takuma Sato, in Japan sind sie so etwas wie Volkshelden.

“Nur” 25 Autos werden am Sonntagmorgen unserer Zeit an den Start gehen. Roger Yakusawa ein Us-Amerikaner japanischer Abstammung wird für Scheckter im Team Conquest Racing ins Lenkrad greifen. Er fuhr dieses Jahr noch kein Rennen, seine letzte vollständige Saison hatte er 2005. Sein letzter Start war 2009 in Motegi, wo er 20. wurde. Ebenfalls nicht dabei ist Ed Carpenter von Panther Racing. Das Team von Sarah Fischer ist auch nicht mit nach Japan geflogen, Rahal wird jedoch trotzdem am Rennen in einem Newman-Haas-Racing Auto teilnehmen. Das Wetter sieht etwas wackelig aus, am Freitag soll es regnen und Samstag und Sonntag trocken bleiben, hoffentlich bleibt das so.

Übertragen wird das Rennen wieder von Versus, allerdings für uns durch die Zeitverschiebung zu unmenschliche Zeiten: Sonntagnacht ab 5.00 Uhr, wenn ich mich mit den Zeitzonen nicht vertan habe. Wie immer gibt es natürlich auch den offiziellen Stream unter www.indycar.com. Ob eine Meisterschaftsentscheidung gefallen ist, erfährt man also Sonntagmorgen beim Frühstück.

September 15 2010

05:57

Ferner liefen: Die Newshappen

# Nick Heidfeld hat bei Sauber unterschrieben und wird ab sofort Pedro de la Rosa ersetzen. Das kommt nicht unerwartet, allerdings ist es schon ungewöhnlich, dass die Umbesetzung jetzt schon über die Bühne geht. Zum einen hat Heidfeld erst zweimal für Pirelli getestet, bringt also relativ wenig Daten mit. Zum anderen war de la Rosa jetzt auch nicht so schlecht, nach dem er drei Saison ausgesetzt hatte. Vergleiche hierzu Michael Schumacher. Außerdem soll er angeblich Burger King als Sponsor an Bord geholt haben. Angeblich will Pirelli Heidfeld auch als Testfahrer behalten, was bei der Konkurrenz für ärgerliche Minen sorgen dürfte. Die von Heidfeld gemachten Beobachtungen dürften direkt in die Konstruktion der 2011er Sauber fließen. Man darf gespannt sein, wie Heidfeld mit Kobayashi klar kommt. (Don)

# Epsilon Euskadi und Villeneuve/Durango könnten in der kommenden Saison trotz der Ablehnung durch die FIA in der Formel 1 an den Start gehen. Sowohl Villeneuve als auch Epsilon Euskadi-Chef Joan Villadelprat haben nämlich in den vergangenen Tagen in Interviews bekannt gegeben, dass sie sich nun womöglich auch vorstellen können, ein existierendes Formel 1-Team zu kaufen. Mutmaßlich könnte es sich in beiden Fällen um das Strauchelnde HRT-Team handeln, ein konkretes Team haben aber beide Herren nicht genannt. Noch keine Reaktion gibt es auf der News-Seite von StefanGP, die aber wohl überhaupt seit Mai nicht mehr aktualisiert wurde. (Vorsicht)


# Laut einer Meldung aus Österreich musste Red Bull noch vor Monza den kompletten Unterboden umbauen, weil der wohl doch etwas zu flexibel war/ist. Wenn das stimmt, dann hat man Red Bull einen wichtigen Vorteil genommen und der Rest der Saison muss unter einem völlig neuen Aspekt gesehen werden. Wenn dem Team der Kurvenvorteil flöten gegangen ist, wird es schwer werden mit dem WM-Titel und die Entscheidung pro Webber dürfte ebenfalls neu betrachtet werden. (Don)

# Interessante Zahlen von Adam Cooper. Angeblich hat Mercedes die Übernahme von Brawn im letzten Jahr 110 Millionen Pfund gekostet. Interessant auch, dass BrawnGP 2009 98 Millionen Profit (nicht Gewinn) gemacht hat. Sollte das 2010 auch so sein, ist die Sache für Mercedes also relativ günstig gewesen. Eine Investition in einer überschaubaren zweistelligen Millionenhöhe, dazu die kostenlose Werbung durch die F1. (Don)

# Nach langer Stille war in Monza auf einmal zu hören, dass Rom wohl nun mit Bernie Ecclestonte einen Fünfjahresvertrag über die Ausrichtung eines Grand Prix ab 2012 (oder, möglicherweise 2013) unterschrieben hat. Etwas verblüffend ist allerdings, dass diese Meldung bisher weder auf formula1.com, noch auf den großen englischsprachigen Motorsport-Newsseiten erschienen ist. Italienische Medien berichten allerdings recht ausführlich darüber, unter anderem auch mit genauen Angaben zum Standort und einem möglichen Streckenverlauf. Bisher war gelegentlich zu hören, dass es sich um einem Strecke “in einem Industriegebiet” handeln soll. Das mag auch stimmen – anders als etwa in Valencia handelt es sich dabei in Rom allerdings nicht um eine Baustelle, sondern um einen bereits bestehenden Park, der auf den ersten Blick via Google Streetview gar nicht mal so übel aussieht. Wenn auch sicher einige Arbeit nötig sein wird, um dort eine F1-taugliche Strecke zu bauen. Monza soll durch den Lauf jedenfalls nicht ersetzt werden – allerdings soll die Veranstaltung als “Grand Prix von Europa” firmieren. Ein Name, den bisher das Rennen in Valencia trägt. (Vorsicht)

# Laut diverser Meldungen aus dem Formel Eins Universum hat Renault Teamchef Eric Boullier verlauten lassen, dass Kimi Räikkönen beim Team angeklopft hat. Nicht weiter überraschend, ich vermute der Finne sondiert gerade einfach mögliche Optionen und Renault ist ja nicht die schlechteste Variante. Ich wundere mich allerdings, dass Boullier das einfach so rausposaunt. Entweder sind die Verhandlungen schon erfolglos beendet worden, oder das ist mal wieder ein Schuss in Richtung des Management von Petrov, der in Monza ja auch nicht gerade geglänzt hat. (Don)

# Nach den Kalendern für Formel 1 und WTCC, die die FIA am Mittwoch verlautbart hat, ziehen jetzt auch andere Serien nach: Den Anfang hat am Donnerstag die BTCC gemcht, die wenig überraschend auch 2011 auf den gleichen Strecken unterwegs sein wird, wie in dieser Saison. Allerdings hat sich bei der Reihenfolge einiges getan: Die Saison wird nicht mehr in Thruxton, sondern am ersten Aprilwochenende in Brands Hatch starten – das Finale wird dafür nach Silverstone verlegt. Der gesamte Kalender:

3. April , Brands Hatch
17. April, Donington Park
1. Mai , Thruxton
5. Juni, Oulton Park
19. Juni, Croft
7. August, Snetterton
4. September, Knockhill
18. September, Rockingham
2. Oktober, Brands Hatch
16. Oktober, Silverstone

Die offizielle Pressemitteilung zum Thema ist hier nachzulesen. (Vorsicht)

# Am Freitag war dann auch die IRL dran:

27. März,  St. Peterburg
10. April,  Barber Motorsports Park
17. April, Long Beach
1. Mai, Sao Paulo
29. Mai, Indianapolis 500
12. Juni, 2x Texas (Oval)
19. Juni, Milwaukee (Oval)
25. Juni, Iowa (Oval)
10. Juli, Toronto
24. Juli, Edmonton
7. August, Mid-Ohio
14. August, Loudon (Oval)
28. August, Sonoma
4. September, Baltimore
18. September, Motegi (Oval)
2. Oktober, Kentucky (Oval)
16. Oktober, Las Vegas/Fontana (Oval)

Auch hier gab es keine großen Überraschungen: Wieder 17 Rennen; Die vier ISC-Strecken in Kansas, Chicagoland, Homestead und Watkins Glen fliegen raus, als Ersatz stehen Loudon, Milwaukee, Baltimore und, als Finale, Las Vegas oder (als einzige ISC-Strecke) Fontana auf dem Programm. Ebenfalls neu: Der Double-Header in Texas. Wie berichtet werden dort statt einem 550km-Rennen zwei 275km-Läufe direkt hintereinander stattfinden, wobei jeweils halbe Punkte vergeben werden. Somit stehen formell betrachtet den 8 Rundstrecken auch 8 Rennen auf Ovalen gegenüber. (Vorsicht)

# Mir ist zu Ohren gekommen, dass sich die Entscheidung, ob BMW denn nun in der DTM antreten wird, bis November hinziehen könnte. Grund soll wohl ein jetzt schon ausgebrochener Streit zwischen Mercedes und BMW in Sachen Regeln sein. (Don)

# Aus der gleichen Ecke flog mir das Gerücht zu, dass eine weitere Saison der F3 Euro Serie ganz und gar nicht in trockenen Tüchern ist. Offenbar plagen ART und Signatur heftige Abwanderungsgelüste in Richtung britische F3. (Don)

# Der Auftritt von Mattias Ekström in Richmond war zwar nicht gerade atemberaubend, was das Ergebnis angeht, aber er hat weder den Wagen in die Mauer gesetzt, noch stand er blöd im Weg rum. Auf einem Shorttrack mit nur 3 Runden Rückstand einzulaufen ist so schlecht nicht für einen ersten Ovalauftritt. Die Frage ist jetzt, wie es weiter geht. Red Bull hat das Problem, dass die #83 kurz davor ist aus den Top35 zu fallen, also sind weitere Einsätze von Ekström nur dann wahrscheinlich, wenn es Sorenson gelingt die nötigen Punkte zu sammeln. Audi gibt den Schweden nur auf der Basis von jeweils einem Rennen frei. (Don)

September 08 2010

05:47

Ferner liefen: Die Newshappen

# Karun Chandok hatte am letzten Wochenende die Ehre, die ersten Runden in einem Formel Eins auf der neuen Strecke in Korea zu drehen. Es wird viel spekuliert, ob man rechtzeitig zum Rennen überhaupt fertig wird, und nach Ansicht des Videos sind die Zweifel nicht gerade kleiner geworden. Wie man sehen kann, fehlt noch mindestens eine Asphaltlage, die Curbs und die gesamte Infrastruktur um die Strecke herum. Tribünen gibt es bisher nur an Start/Ziel. Nun sind Tribünen nicht das Problem, die kann man in einer Woche provisorisch erreichten. Weitaus schlimmer wiegt die Tatsache, dass auch vieles um die Strecke nicht fertig erscheint. Die FIA, die den Abnahmetermin eh schon in einem Verstoss gegen die eigenen Regeln weit nach hinten geschoben hat, will die Strecke nun endgültig um den 22.09 abnehmen. Keine Ahnung, wie so eine Abnahmeprozess aussieht, aber ich vermute mal, die FIA wird sehr oft beide Augen zumachen müssen. Der Kurs selber sieht zwar nicht schlecht aus, Überholmöglichkeiten gibt es aber nur am Ende der langen Geraden. (Don)


# Kamui Kobayashi, der in seiner kurzen F1-Laufbahn immer schon zwei schöne Spitznamen aufgesammelt hat (Kamikazeyashi und Cowboyyashi) wird auch 2011 für Spektakel sorgen. Das unbestritten größte Talent Japans seit Jahrzehnten wird auch weiter bei Sauber an den Start gehen. Wie es mit Pedro de la Rosa weitergeht, ist allerdings völlig unklar. Weder sein Input noch seine Ergebnisse scheinen eine Weiterverpflichtung zwingend erforderlich zu machen. Sponsoren hat er ja nun auch nicht gerade mitgebracht. Die Gerüchteküche vermeldet, dass Nick Heidfeld wieder bei Peter Sauber andocken könnte. (Don)

# Vielleicht kommt es aber auch anders: Peter Sauber wollte nämlich am Wochenende im Gespräch mit formula1.com auch nicht dementieren, dass er mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim, dem angeblich reichsten Mann der Welt, über einen Sponsorenvertrag verhandelt. Dessen Telekommunikationsunternehmen Telmex unterstützt seit geraumer Zeit zwei große mexikanische Talente: Den zweiten der aktuellen GP2-Wertung, Sergio Pérez und GP3-Überflieger Esteban Gutiérrez. Sollte der Deal tatsächlich zustande kommen, wären die beiden wohl heiße Kandidaten auf das zweite Cockpit. Gutiérrez hat sogar schon einmal für Sauber getestet – als Belohnung für den Formel BMW-Titel 2008. (Vorsicht)

# Die letzten Reifensätze, die Bridgestone in ihrer Eigenschaft als F1-Ausrüster mit an die Strecke nehmen wird, werden wie folgt aussehen:

Italien: Soft & Hard
Singapore: Super Soft & Medium
Japan: Soft & Hard
Korea: Soft & Hard
Brasilien: Super Soft & Medium
Abu Dhabi: Super Soft & Medium

Mutig erscheint vor allem die Wahl für Brasilien. Wenn es da heiß ist, dürften einige Teams schwere Kopfschmerzen bekommen. (Don)

# Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass sich die FIA wohl entschieden hat, im kommenden Jahr keinem weiteren Formel 1-Team die Starterlaubnis zu erteilen. Demnach habe letztlich keiner der drei Bewerber (Epsilon Euskadi, Villeneuve-Durango und Stefan F1) die notwendige Kombination aus technischen Fähigkeiten und finanzieller Unterstützung präsentieren können. Klarheit wird es vielleicht schon in ein paar Stunden geben, wenn der FIA -Weltrat die Ergebnisse seiner heutigen Sitzung veröffentlicht. (Vorsicht)

# Pirelli wird vermutlich in der GP2 und in der F1 die gleichen Reifenmischungen einsetzen. Wenn sie das machen, dürfte die Nachfrage nach den Daten bei den GP2 Team rasant ansteigen. (Don)

# Wenn man sich das NASCAR-Fahrerfeld so anschaut fällt einem auf, dass es im Sprintcup kaum hispanische, farbige oder weibliche Fahrer gibt. Dies ist anscheinend auch den NASCAR-Offiziellen beim Betrachten der Entry-Lists ins Gedächtnis gerufen worden. Nicht, dass es ein neues Problem wäre, aber man könnte es mal angehen. Die Diskussionen in Charlotte dazu dürften in etwa so ausgesehen haben:

NASCAR-Marketing-Mensch-1: Hey wir haben den Auftrag für mehr hispanische, farbige und weibliche Fahrer in die NASCAR zu sorgen. Allerdings müssen wir das auch gut vermarkten können, denn unsere TV-Ratings sinken, wir brauchen neue Zuschauerschichten.
NASCAR-Marketing-Mensch-2: Das heißt wir brauchen etwas neues, innovatives, marketing-starkes mit dem wir hispanische, farbige und weibliche Fahrer in die NASCAR holen können, mmh. Ich habs wir machen eine TV-Show!
NASCAR-Marketing-Mensch-1: Ja genau und zwar Reality-Tv, eine CASTING SHOW mit hispanischen, farbigen und weiblichen Nachwuchsfahrern!
NASCAR-Marketing-Mensch-2: Super Idee!

Ähm ja oder auch nicht. Das Format “Changing Lines” sieht folgendermaßen aus: 10 farbige, weibliche und hispanische Nachwuchsfahrer aus dem “NASCAR’s Drive for Diversity Programm” treten gegeneinander an, wo sie um 4 Plätze in einem Team konkurrieren. In welcher Serie konnte ich leider nirgendwo finden. Sie leben zusammen in einem Haus und werden einer nachdem anderen eliminiert. Das Grundkonzept dahinter ist die Hoffnung, dass so Sponsoren auf die Talente aufmerksam werden und sie unterstützen. Ausgestrahlt wird das Format übrigens nicht auf ESPN, Versus oder einem anderen Sports Network sondern auf dem Sender BET. BET steht für Black Entertainement Television und ist hauptsächlich ein Musiksender für afro-amerikanische Bevölkerungsgruppen in den USA. Ich bezweifel stark, dass dieses Konzept aufgeht.Quelle</a> . (Link gefunden bei <a href=" http:="" plugins="" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">www.allesaussersport.de) (Chaos)

# Freude bei Traditionalisten: 2011 werden die Indycars wieder auf der Milwaukee Mile Station machen. Wie die Autoweek recherchiert hat, wird der Deal wohl am kommenden Freitag bei der Präsentation des neuen IRL-Kalenders bekannt gegeben. Vermutlich werden dabei nur 16 der 17 geplanten Rennen vorgestellt: Wo das Saisonfinale stattfinden soll, ist nämlich noch unklar – CEO Randy Bernard verhandelt seit geraumer Zeit mit Las Vegas, als Ausweichmöglichkeit würde sich aber auch Fontana anbieten. Die sonstigen Änderungen am Kalender: Watkins Glen, Chicagoland, Kansas und Homestead fliegen raus. Baltimore, New Hamshire, Milwaukee sowie das angesprochene Saisonfinale sind dafür neu dabei. (Vorsicht)

# Die Kollegen von den TouringCarTimes berichten, dass SEAT 2011 wieder werksseitig in der WTCC einsteigen könnte. Als Antrieb würde dabei ein 1.6 Liter Turbomotor fungieren – und zwar der gleiche, den auch Schwestermarke Skoda in der IRC einzusetzen gedenkt. Wie von Don schon erwähnt, hat auch BMW in Oschersleben bestätigt, dass man den Kundenteams im kommenden Jahr einen 1.6 Liter Turbo samt Umbau-Kits bereitstellen wird. Noch nicht entschieden ist dagegen, ob die Münchner im kommenden Jahr auch ein Werksteam an der Start bringen werden. (Vorsicht)

# Wegen der Motorenumstellung soll es für die Teams im kommenden Jahr etwas mehr Vorbereitungszeit geben, als sonst: Wie motorsport-total.com in Erfahrung gebracht hat, wird die Saison 2011 erst am 20. März in Brasilien beginnen. Danach folgt Argentinien und der Beginn der Europa-Tournee. Marrakesch ist im Juni geplant, auch Oschersleben behält sein Rennen. Neu: Aller Wahrscheinlichkeit wird der drittletzte Lauf der Saison am Guandong International Circuit in China ausgetragen, bevor es dann weiter nach Japan (Suzuka) und zum traditionellen WM-Abschluss in Macao geht. (Vorsicht)

September 06 2010

16:44

Kentucky Indy 300: Helio-Man Returns

Nicht dauerndes Rad-an-Rad, aber viele schöne Zweikämpfe: Zum 200. Rennjumbiläum haben sich die Indycars in Kentucky auf klassische Oval-Kost besonnen. Gut so!

Am Ende war es mal wieder gut, dass US-Ovale mittlerweile in stabile Zäune investieren – wie in seinen besten Jugendzeiten ließ sich Helio Castroneves von den Fans für seinen zweiten Saisonsieg feiern. Das ganze Penske-Team dürfte allerdings nicht in Jubelstimmung verfallen sein: Denn erstens wird manchnen aufgefallen sein, dass Castroneves seinen Sieg im Grunde einem Fehler seiner Mannschaft verdankt. Zweitens konnte Will Power trotz guter Vorstellung wieder nur den enttäuschenden achten Rang einfahren. Immerhin schaffte es Dario Franchitti auch nur auf Platz fünf – damit ist die Meisterschaft auch zwei Rennen vor Schluss immer noch völlig offen.


Der Dank dafür gebührt vor allem der starken Vorstellung von Panther Racing: Schon am Freitag hatte Ed Carpenter mit der Pole Position überrascht, am Samstag fuhr er dann zum zweiten Mal in Folge in Kentucky auf Rang zwei. Direkt dahinter vervollständigte Dan Wheldon das großartige Mannschaftsergebnis. Und hätte Penske nicht den angesprochenen Fehler gemacht, hätten die beiden durchaus auch gewinnen können.

So waren sie allerdings chancenlos. Weil Helio Castroneves nämlich nach einem verpatzten Boxenstopp den Eindruck hatte, dass ein Rad locker sei, fuhr er unter Gelb noch einmal in die Box – und war somit out of sequence. Und genau das sollte sich am Ende als versteckter Segen erweisen. Denn als alle andern ein paar Runden vor Schluss noch zum “Splash & Dash”-Stop gen Box abtauchten, konnte Helio draußen bleiben. Und gewann schließlich mit 13 Sekunden Vorsprung.

Ein Abstand, der den falschen Eindruck vom Rennen vermittelt: Denn über 195 der 200 Runden gab es im gesamten Feld immer wieder spannende Positionskämpfe. Anders, als noch in Chicago bleib der Pulk allerings nicht im halsbrecherischen Zentimeter-Abstand. Stattdessen zog sich das Feld immer wieder etwas auseinander, die Duelle fanden oft in Zweier- und Dreiergruppen statt. Das mag für etwas weniger Nervenkitzel sorgen – vernünftigerweise muss man aber anerkennen, dass es sich die Indycar unter einem Sicherheits-Gesichtspunkt eigentlich nicht leisten kann, oft so zu fahren, wie in Chicago. Denn so spannend das auch sein mag: Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, sollte bei so einem Lauf mal wirklich ein Auto in Richtung Tribüne abheben.

Aber auch in Kentucky gab es ein paar haarige Momente. Vor allem Simona de Silvestros frontaler Einschlag in die Infield-Leitplanke nach der Kollision mit Meira und Briscoe war nicht schön anzusehen – gut, dass die Schweizerin dabei unverletzt bleibt.

Ein unschönes Wochenende erwischte auch einmal mehr Takuma Sato, der sich direkt nach dem Start recht unsanft in Richtung Außenwand verabschiedete. Ich bleibe nach wie vor überzeugt, dass der Japaner das besser kann. Aber wenn der Knoten nicht sehr bald platzt – idealerweise beim Honda-Heimrennen in zwei Wochen – wird er wohl im kommenden Jahr vor ziemlich schwierigen Vertragsverhandlungen mit KV-Racing und Lotus stehen.

Ein gutes Rennen erwischte dagegen einmal mehr die Mannschaft von Andretti Autosport: Tony Kanaan auf Platz vier, Marco Andretti auch sechs und Danica Patrick auf neun lieferten ordentliche Leitungen ab. Etwas auf der Reihe fällt leider Ryan Hunter-Reay, der seinen Wagen in Runde 174 abstellen musste. Verblüffend: Just seitdem klar ist, dass er die ganze Saison fahren darf, bringt der Texaner keine Resultate mehr auf die Reihe.

Nicht so schön sind auch ein paar Gerüchte, durch den Paddock schwirren: Demnach soll Andretti Autosport in Chicagoland  mit regelwirdigem Flügelwerk erwischt worden sein. Strafen wurden nicht ausgesprochen, und die IRL schweigt dazu. Dass sich die Teamverantwortlichen nicht durchringen konnten, zu dementieren, sondern stattdessen keinen Kommentar zur Causa abgaben, legt nahe, dass vielleicht ein Körnchen Wahrheit hinter der Geschichte steht. Oder, dass man die Anglegeheit für so lächerlich hält, dass man sie lieber keines Kommentares würdigt.

Andere Gerüchte sind erfreulicher: Die Serie soll nämlich nach langen Gesprächen doch vor einem Vertragsabschluss mit dem Las Vegas Motor Speedway über die Austragung des Saisonfinales stehen. Bis Freitag wird es wohl Klarheit geben, dann soll nämlich der lange erwartete Kalender für die kommende Saison veröffentlicht werden. Schon bekannt: Auch 2011 wird es wieder 17 Rennen geben – das hat der derzeit zu Gesprächen in Europa weilende Serien-CEO Randy Bernard bereits bestätigt.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Meisterschaft: Will Power (552 Punkte) hat trotz anhaltendem Pech immer noch 17 Zähler Vorsprung auf Dario Franchitti (535). Ein Rechenbeispiel: Sollte er bei den kommenden Rennen mit der gleichen Rate Punkte verlieren, gewinnt er die Meisterschaft mit fünf Punkten Vorsprung. Für einen Sieg von Scott Dixon (469) würde es schon ein mittleres Wunder brauchen, Helio Castroneves (418) ist, wenn ich mich nicht verrechnet habe, bereits chancenlos.

In der “AJ Foyt Trophy” führt ein Rennen vor Schluss Dario Franchitti (228) 27 Zähler vor Scott Dixon und 29 vor Helio Castroneves. Bereits ein 16.Rang in Motegi würde Franchitti zum sicheren Gewinn reichen.

Ob er das auch wirklich schafft, werden Schlafrhythmus-Samurai, Nespresso-Werbeträger und die berühmten “echten Fans” in knapp zwei Wochen, am Sonntag, 19.9., ab 5 Uhr Früh erfahren.

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September 01 2010

16:35

Indycar: Vorschau Kentucky Indy 300

Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich zu. Nach dem Rückschlag von Chicago muss es Will Power in Kentucky gelingen, seine gute Ovalform in Punkte umsetzen. Mit einem engen Rennen ist jedenfalls wieder zu rechnen.

Manchmal geschehen auch in der IRL noch Zeichen und Wunder. Nachdem in den vergangenen Wochen so manche Handlung der Offiziellen Anlass zur Verwunderung bot, darf man sich am Samstagabend wieder mal über eine gute Entscheidung freuen: Die Idee, das Rennen in Kentucky von der Saisonmitte wieder ans Ende zu verlagern, wird dem Spannungbogen gut tun. Denn ähnlich wie in Chicagoland stehen auch stehen auch am 1,5 Meilen Oval in Sparta, KY meist enge Rennen mit rundenlangen Positionskämpfen auf dem Programm. Ein zusätzlicher Zug aus dem Riechsalzglas also, für die ohnehin schon spannende Meisterschaft. (Sorry übrigens für das Asbach-Uralt Foto – der IRL Media-Bereich ist leider nicht immer so ganz am aktuellen Stand…)


Seit der Eröffnung der Rennstrecke im Jahr 2000 ging die IRL hier in jeder Saison an den Start. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder gute Rennen und ansehnliche Besucherzahlen – ein Ort also, an den die IRL sicher gerne zurückkehrt. Diesmal muss man wohl auch beim Zusehen nicht Wehrmut statt Bier trinken, denn anders als etwa der Klassiker von Watkins Glen oder der großartige Chicagoland Speedway ist das Rennen in Kansas wohl nicht davon bedroht, für die kommende Saison vom Kalender gestrichen zu werden.

Favoriten sind wohl auch hier – wie immer – die Fahrer der beiden Teams von “Todesstern”. Aber Ganassi und Penske wurde hier in jüngerer Vergangenheit auch schon geschlagen – zuletzt 2007, als Tony Kanaan im Andretti Green-Wagen den Lauf knapp vor Scott Dixon für sich entscheiden konnte. Das war übringes auch jenes Rennen, in dem sich der spätere Meister Dario Franchitti nach Zieldurchfahrt nach einer Kollision mit Kosuke Matsuura überschlug. Ach ja – ein Onboard-Video gibts natürlich auch wieder. Diesmal mit Erklärungen von Dan Wheldon.

Überhaupt scheint der streckeneigene Rennglücksgott gelegentlich ein weiches Herz für Außerseiter zu zeigen: 2002 startete Sarah Fisher hier von der Pole, am folgenden Tag holte Felipe Giaffone seinen ersten und einzigen IRL-Sieg. 2007 schaffte es AJ Foyt IV etwas überraschend auf Platz drei, und im vergangenen Jahr hätte um ein Haar Ed Carpenter gewonnen, wurde dann aber doch in der letzten Kurve noch von Ryan Briscoe überholt, der ihn schließlich um 0,0162 Sekunden schlug.

In Kentucky wieder mal dabei: Paul Tracy. Der Kanadier wird hier und in Motegi im Auto des weiterhin verletzten Mike Conway an den Start gehen. Ansonsten gibt es, was die Teilnehmer betrifft, wohl keine großen Veränderungen gegenüber dem Rennen in Chicagoland. Ed Carpenter ist wieder mit dabei, ebenso Graham Rahal. Letzterer wird diesmal wieder für Sarah Fisher Racing startern, bevor er in Motegi und Homestead wieder zu Newman/Haas zurückkehrt.

Nach dem Penske’schen Tank-Hoppala in am vergangenen Wochenende trennen die beiden Meisterschaftsführenden Will Power (528 Punkte) und Dario Franchitti (505) nur noch 23 Punkte. Dabei ist abzusehen, dass wohl nur noch die beiden realisitsche Chancen auf den Titel haben, sofern sie sich nicht noch gegenseitig ins Auto fahren – denn der Meiterschaftsdritte, Scott Sixon hat bereits 85 Zähler Rückstand auf Power.

In der “AJ Foy Trophy”, der neu geschaffenen Ovalmeisterschaft, sieht zwei Rennen vor dem Finale in Motegi (Homestead soll sich auf die Gesatmeisterschaft konzentrieren, und zählt daher nicht zu dieser Wertung) alles nach einem Sieg von Dario Franchitti (198 Puntke) aus. Der Schotte hat schon 23 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Scott Dixon, und nochmal zehn mehr auf Tony Kanaan.

Übertragen wird auch dieses Rennen wieder live von Versus – Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr. Leider findet fast zeitgleich das NASCAR NW Rennen in Atlanta statt, so dass es hinsichtlich brauchbarer Streams diesmal vielleicht etwas enger werden könnte, als vergangene Woche. Aber zum Glück steht ja im Notfall auch der offizielle Gratis-Stream der Indycar Race Control zur Verfügug.

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der GP von Korea hängt immer noch ziemlich in der Schwebe. Zwar soll diese Woche Karun Chandhok eine Testrunde mit einem Red Bull Auto auf der Strecke drehen, Quellen von der FIA sprechen aber gegenüber Adam Cooper davon, dass diese geplante Veranstaltung ihnen nicht vorstellbar erscheint. Auch die Veranstalter haben sich Anfang der Woche mal wieder zu Wort gemeldet, mit der freudigen Meldung, dass die Strecke nun “zu 90% fertig gestellt” sei – was man darunter zu verstehen hat, wird allerdings nicht erklärt. Außerdem wurden ein paar Fotos veröffentlicht, die den Baufortschritt belegen sollen. Dass es sich dabei lediglich um Bildern von Gebäuden, nicht aber von der Strecke selbst handelt, stimmt allerdings nicht gerade zuversichtlich. Klar verpasst hat das “Korea International Circuit” jedenfalls die Frist von 90 Tagen vor dem Rennen, die die FIA an sich bei neuen Strecke für die finale Inspektion vorschriebt. Sollte das Rennen nicht stattfinden können, steht jedenfalls auch die Ausgabe von 2011 auf dem Spiel – denn die Regeln der FIA besagen, dass auch Rennstrecken, die kurzfristig Rennen absagen aus Strafgründen auch im folgenden Jahr nicht gefahren werden darf. [Vorsicht]


# Sollte es mit Korea in Folge gar nichts mehr werden, steht jedenfalls schon ein weiterer potentieller Austragungsort vor der Tür: Bulgarien. Die lokale Tageszeitung Standart News soll wohl berichtet haben, dass sich das Land mit den Besitzern der Strecke in Abu Dhabi auf ein Abkommen geeinigt habe. Demnach soll der bulgarische Staat ein Stück Land auf dem Gebiet eines ehemaligen Militärflugplatzes zur Verfügung stellen, auf der die Abu Dhabi-Betreiberfirma dann eine Strecke bauen würden. Bereits 2012, spätestens aber 2013 könnte demnach schon der erste GP stattfinden, der das motorsportnahe Image Bulgariens mit der Streckenbaukunst Abu Dhabis vereint. [Vorsicht]

# Nach den starken Beschränkungen der vergangenen Jahr gab es bei der FOTA Diskussionen, den Formel 1-Teams im kommenden Jahr wieder etwas mehr Testfahrten erlauben. Präsident Martin Whitmarsh wurde dahingehend zitiert, dass man sich wohl auf sechs Testsessions im kommenden Winter geeinigt hat. Bei zwei davon handelt es sich um den Young Driver Test sowie den Pirelli-Test, die beide zum Ende dieser Saison über die Bühne gehen sollen, einer weiterer Test sollte demnach unmittelbar vor Beginn der Saison 2011 in Bahrain stattfinden.  Autosport meldet dementgegen allerdings, dass alles beim Alten bleiben soll: 15 Testtage an vier verschiedenen Terminen. Kleine Änderung: Der letzte Testtermin soll wohl tatsächlich vor dem Rennen an der Strecke in Bahrain stattfinden. [Vorsicht]

# Lucas di Grassi scheint bei Virgin nicht sooo schlecht zu verdienen. Er hat sich gerade in das GP3 Team von Addax eingekauft. [Don]

# Es ist ein japanischer Trailer des kommenden Films über Ayrton Senna aufgetaucht. Warum erst auf japanisch? Senna wird in Japan weiterhin wie ein Halbgott verehrt, der Film scheint dort auch zu erst zu starten. (Via NobleF1) [Don]

# Der unzerstörbare Paul Tracy kehrt wieder in die Indycar Series zurück, und zwar im Dreyer & Reinbold-Auto des leider nicht unzerstörbaren Mike Conway. Wie indycar.com meldet, gilt der Vertrag für die kommenden beiden Rennen in Kentuky und Motegi – zum Saisonfinale könnte demnach vielleicht Conway wieder sein Comeback feiern. [Vorsicht]

# Die ADAC GT Masters werden auch 2011 live auf Kabel 1 übertragen. Wie aus einer am Wochenende veröffentlichen Pressemeldung hervorgeht, gibt es auch bereits einen provisorischen Kalender für die Deutsche Sportwagen-Serie. Dieser umfasst acht Rennen – eines mehr, als in dieser Saison. Neu sind zwei zusätzliche Auslandsauftritte in Zolder sowie am renovierten Österreich-Ring – weichen musste dafür der zweite Auftritt Oschersleben. [Vorsicht]

# Die ALMS hatte geplant, im nächsten Jahr ein Rennen auf einem Stadtkurs in Oklahoma City zu fahren. Das wird aber nicht passieren, die Stadtverwaltung hat sich dagegen entschieden. [Don]

# Rästelraten um den nächstjährigen Sponsor von Jeff Gordon. Sein bisheriger Geldgeber, Dupont, der seit 1994 dabei ist, schränkt sein Engagement ab 2011 etwas ein und sponsort nur noch wenige Rennen. Stattdessen sollte, so die Gerüchteküche, Walmart einsteigen. Der Einzelhandelsgigant bastelt seit ein paar Jahren an einem neuen Image. Weg vom Ausbeuter/Billigheimer, hin zu etwas mehr Qualität. Die Ehe NASCAR/Walmart würde eigentlich gut passen, aber offenbar wird die erst einmal nicht zu Stande kommen. Laut Jayski hat Walmart ein Sponsoring der #24 abgelehnt. [Don]

# Die DTM hat mal wieder eine Idee, die einen fassungslos macht. Die dazu gehörige Pressemitteilung ist… ach, lest einfach selbst: ” [...] Der neunte DTM-Lauf auf dem Hockenheimring am 17. Oktober wird auf einer um ca. 20 Prozent gekürzten Streckenvariante ausgetragen. Eigens dafür werden die Rennstrecken-Verantwortlichen den notwendigen Umbau vor der Mercedes-Benz-Tribüne in die Wege leiten und vom DMSB abnehmen lassen. Die Spitzkehre des GP-Kurses wird in der modifizierten Variante ausgelassen, dafür werden die DTM-Fahrzeuge knapp 400 Meter vorher in der Parabolika zwei Mal scharf nach rechts in Richtung Motodrom abbiegen. [...] Eine 20 Prozent kürzere Strecke bedeutet für die Fans auch mehr Action. Durch das veränderte Layout kommen die DTM-Piloten in ihren Boliden auch rund 20 Prozent häufiger an den Fans vorbei und haben somit öfter die Möglichkeit, die Konkurrenten vor der neugestalteten Doppelkurve auszubremsen.” Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Verkürzung die Überholmanöver noch mehr reduzieren wird, weil man auf dem kurzen Stück der Geraden keine Möglichkeit mehr hat, sich anzusagen. Aber – hey – 20% mehr Runden! [Don]

# Heute vor genau 25 Jahren verstarb Stefan Bellof bei seinem schrecklichen Unfall in Spa. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, dass ich die Meldung von seinem Tod im Radio hörte und vollkommen schockiert war. Erst Manfred Winkelhock, dann Stefan Bellof. Es war das “schwarze Jahr” des deutschen Motorsport, nachdem zwei Jahre zuvor auch schon Rolf Stommelen verstorben war. Winkelhocks Tod war schon ein schwerer Schlag, aber die Meldung von Bellof riss vielen Fans den Boden unter den Füssen weg. Er galt als das Talent in Deutschland, einer, der er es nach Graf Berghe von Trips in der Formel Eins endlich wieder ganz nach vorne bringen würde. Seine beiden Jahren bei Tyrell (1984 und 85) waren eher zäh, aber in dem wirklich schlechten Chassis zeigte er immer, was er drauf hatte. Unvergessen sein Wahnsinnsrennen 1984 in Monte Carlo, als er im strömenden Regen auf Platz 3 landete (Dieses und alle anderen Resultate wurden Tyrell am Ende der Saison aberkannt, weil man mit dem Gewicht getrickst hatte). Die 85er Saison lief auch gut, ein vierter Platz in Detroit war dabei, und das noch mit einem Saugmotor. Angeblich hatte Ferrari Interesse daran, den Deutschen für die Saison 1986 zu verpflichten. Weil er bei Tyrell nichts verdiente und weil er dazu Lust hatte, startete er nebenbei in der Sportwagenweltmeisterschaft. Es gibt eine ganz interessante Doku, die neulich im Hessischen Rundfunk lief. Die ist noch ein paar Tage in der Mediathek abrufbar. Dazu unten den Sonntag (29.8.) auswählen und dann die Bellof Doku. [Don]

August 30 2010

16:09

Indycar Chicagoland: Verdienter Sieger?

Über fast zwei Stunden haben die Indycars Samstagnacht all das geboten, was sich Fans vom Rennen in Chichago erwartet hatten. Aber: Hat am Ende vielleicht “der Falsche” gewonnen?

In der Indycar-Meisterschaft wird es nochmal spannend. Soviel ist nach dem ersten von vier Ovalrennen zum Ende der Saison jetzt endgültig klar. Und das, obwohl Miesterschaftsleader Will Power über weite Strecken des Laufes deutlich besser unterwegs war, als sich manche vom australischen Rundkursprofi erwartet hatten. Doch dann machte sein Team einen entscheidenen Fehler – und schon hatte Rennsieger Dario Franchitti Powers Meisterschaftsvorsprung halbiert. Aber auch sonst ging es am Eineinhalb-Meilen Oval von Joliet, Illinois wieder mal sehr ordentlich zur Sache.


Sollten die Meldungen, wonach die Indycars kommende Saison nicht mehr nach Chicago zurückkehren, wirklich stimmen, dann hat sich die Strecke mehr als stilvoll verabschiedet: Über weite Strecken gab es – vor allem im Spitzenfeld – unglaublich spannende Duelle, zum Teil fuhren die Wagen in zwei Dreierreiehen hintereinander her. Auch die TV-Kommentatoren schienen es manchmal kaum fassen zu können, wie knapp es in der Gruppe von zehn bis 15 Autos zuging. Es waren zwar wiedermal die Autos vom “Todesstern” dominant – allerdings waren einige Verfolger diesmal deutlich näher dran, als das in dieser Saison bisher oft der Fall war.

Wirklich Ton angebend war eigentlich nur eines der beiden Teams: Penske. Vor allem Ryan Brsicoe und Will Power sahen lange Zeit wie die fast schon sicheren Sieger aus. Die beiden Ganassi-Wagen suchten ihr Glück wieder mal eher in der Strategie – und zumindest Dario Franchitti sollte am Ende damit Recht behalten.

Als sich nämlich 30 Runden vor Schluss alle anderen Fahrer beim letzten Boxenstop Sprit und Reifen holten, pokerte Franchitti mit einem reinen “Splash and Dash”-Service. Die Entscheidung spülte den Schotten aus dem vorderen Mittelfeld an die Spitze – und die sollte er schließlich trotz heftiger Angriffe der Verfolger nicht mehr abgeben.

Der Sieg ist also weniger dem reinen Speed, als cleverem Agieren auf der Strecke geschuldet. Aber ist Franchitti deswegen wirklich ein unverdienter Sieger? Ich finde nicht – Strategie war schon immer ein bedeutender Teil des Erfolges bei Ovalrennen. Und niemand hat in den vergangenen Jahren derartig viele clevere Entscheidungen getroffen wie das Team von Chip Ganassi. Auch das verdient, meine ich, Anerkennung.

Und das allein hätte an der Meisterschaft auch noch nicht viel verändert: Will Power lieferte dahinter nämlich eines der besten Ovalrennen seiner Karriere und war das ganze Rennen lang in der Spitze dabei. 17 Führungsrunden sprechen eine deutliche Sprache für jemanden, dessen beste Ovalresultate davor zwei fünfte Plätze in Indianapolis 2009 und Iowa 2010 waren.

Gewonnen hätte er am Ende wohl ohnehin nicht. Dass es aber gar nur für Platz 16 reichte, ist höchst unverdient. Grund war ein Problem beim letzten Boxenstopp, als nicht ausreichend Ethanol in den Tank floss. Daher musste Power wenige Runden vor Schluss den Kampf um den Sieg in Richtung Box verlassen. Resultat: Dario Franchitti holte ganze 30 Punkte auf, und liegt drei (Oval-)rennen vor Saisonschluss nur noch 23 Zähler zurück.

Dominator des Rennens war aber eigentlich ein anderer Penske-Fahrer: Ryan Briscoe, der 2005 hier bei einem Horrorunfall fast ums Leben gekommen wäre, führte das Rennen für 113 Runden an. Er hätte auch am Ende noch das Zeug gehabt, um zu gewinnen. Doch dann wurde er zweimal am Kurveneingang nach oben gedrückt, musste vom Gas gehen – und fand sich schließlich auf einem enttäuschenden elften Rang wieder.

Positive Überraschung des Rennens waren die Andretti Autosport Wagen: Marco Andretti auf Rang drei, Ryan Hunter-Reay auf vier und Tony Kanaan auf fünf konnten wieder einmal beweisen, dass das Team im Oval in Punkto Rennspeed fast zu alter Stärke zurückgefunden hat. Wenn die Mannschaft es fertig bringt, jetzt auch noch die Performance im Qualifying zu verbessern, muss man ihnen bei den kommenden Rennen ernsthafte Siegchancen zugestehen.

Einzig Danica Patrick, die sich nach ihren schwachen Vorstellungen auf den Rundstrecken doch so auf die Oval-Rückkehr gefreut hatte, lieferte abermals eine ziemlich enttäschende Vorstellung und landete am Ende nur auf Rang 14.

In bestechender Oval-Form ist weiterhin das Team von Panther Racing: Dan Wheldon hätte um ein Haar gewonnen, und landete schließlich um Haaresbreite hinter Franchitti auf Platz zwei. Auch das zweite Autos des Teams, der in Kooperation mit Vision Racing eingesetzte Bolide von Ed Carpenter, konnte sich beim Comeback lange in der Spitzengruppe halten. Leider fiel er am Ende aber mit technischen Problemen aus.

Viel Freude dürften mit dem Rennen auch die Sponsoren von Sarah Fisher gehabt haben: Im Zuge der ersten Boxenstopps ging Fisher out of sequence – und lag kurzzeitig sogar in Führung. Die war sie zwar nach dem Restart schnell wieder los – in der Spitzengruppe konnte sie sich allerdings noch eine ganze Weile halten. Dass sie sich so tapfer gegen die heranstürmenden Spitzenfahrer wehrte, dürfte diese zwar wenig gefreut haben – aber wenigstens war der “Dollar General”-Wagen so mal ein paar Runden lang im Bild.

Ihr eigener größter Feind waren wiedermal die Piloten von KV-Racing. Die Autos waren – wie eigentlich immer – für anständige Punkteplätze gut, aber einmal mehr scheiterten Moraes, Viso und Sato an ihrem Übermut. Sato und Viso kollidierten in der Box, Moraes verlor eine mögliche gute Platzierung nach einer Durchfahrtsstrafe. Vielleicht sollte doch mal jemand aus der KV-Führungriege den drei Sponsorlieferanten nahelegen, dass man die Rennen auch beenden sollte. Mit derart wenig Platzierungen und derart viel Kleinholz kann es jedenfalls nicht länger weitergehen. Der Status quo ist eine fast schon unglaubliche Verschwendung eines gutes Teams und dreier im Grunde sehr talentierter Piloten.

Ein positives Wort muss man, finde ich, mal nach der vielen Kritik über die Versus-Übertragung verlieren. Klar – es gab mal wieder viel Werbung, und nicht immer zum idealen Zeitpunkt. Von den grottigen Übertragungen, wie sie in dieser Saison etwa schon mehrfach auf ABC zu sehen waren, war man aber weit entfernt. Was die beiden Sender vor allem unterscheidet: Versus hat nicht besonders viel Geld, man merkt aber, dass sie sich bemühen. ABC/ESPN hätten das Geld, stehen der Serie außerhalb des Indy 500 aber mit demonstrativer Gleichgültigkeit gegenüber.

Weiter geht es am kommenden Samstagabend mit dem Rennen in Kentucky – eine Vorschau folgt noch in den nächsten Tagen.

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August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

August 24 2010

21:51

IRL: Analyse Sonoma 2010

Ein eher schwaches Rennen lieferte die IRL in Kalifornien ab, dass Versus noch weiter verstümmelte.

Die puristischen IRL-Fans atmen auf. Endlich sind die Rundstreckenkurse vorbei und die Ovale stehen bis zum Ende der Saison auf dem Programm. Wenn man sich das Rennen in Sonoma angesehen hat, kann man den Rundstreckenhassern nur Recht geben. Überholmanöver gab es kaum, vorne tat sich lange Zeit überhaupt nichts und Überraschungen waren Fehlanzeige. Der einzige, dem das Recht gewesen sein dürfte, war Will Power, der fast ungefährdet einen weiteren Sieg einstreichen konnte. Aber auch bei Ganassi war man nicht unzufrieden, weil man mit den Plätzen zwei und drei den Schaden relativ gering halten konnte. Genervt hat aber nicht nur das langweilige Rennen, sondern auch der Sender Versus.


Natürlich ist da erst einmal die “Cinderella” Story um Will Power. Die Amis lieben ja sowas, dementsprechend verging kaum eine Stunde, in der nicht erwähnt wurde, dass Power genau hier und genau vor einem Jahr seinen schweren Unfall hatte, bei der sich zwei Wirbel brach. Und irgendwie ist man auch froh, dass es noch solche Geschichten im Rennsport gibt. Dass ein Team seinen dritten Fahrer die Treue hält, auch wenn Experten und Sponsoren skeptisch sind. Der Sieg von ihm in Sonoma ist also allein aus dem Grund schon verdient.

Er war allerdings an diesem Wochenende auch nicht zu schlagen. Bis auf einen ganz kleinen Wackler in der Qualifikation, als er erst in letzter Sekunde die Pole-Gruppe erreichte, war Power nicht zu schlagen. Weder beim Restart, noch im Rennen leistete er sich eine Unsicherheit. Er hatte sogar noch die Zeit, zu Beginn der Stints seine Reifen zu schonen. Zunächst hielt er die Konkurrenz auf 1.5 Sekunden Abstand, als denen dann die Reifen eingingen, legte er wenig nach und vergrößerte den Vorsprung nach Belieben. Weder seine Teamkollegen, noch die Ganassi Piloten waren in der Lage Power zu gefährden.

Überraschend war allerdings, wie schwer sich die Penske Piloten am Wochenende taten. Helio Castroneves macht aber schon seit einigen Wochen einen etwas lustlosen Eindruck, Ryan Briscoe kämpfte, versuchte es mit einer “Out-of-sequence” Strategie, aber die Cautions fielen so unglücklich, dass er am Ende, wie alle anderen, dann doch im gleichen Fenster unterwegs war.

So hatte das Rennen also noch nicht mal die Spannung, dass es am Ende bei einem mit dem Benzin knapp werden könnte, was die Sache nicht besser machte. Dabei war der Start sehr spektakulär, weil Betrand Baguette und Dan Wheldon sich ins Gehege kamen. Wheldon bezahlte die Berührung mit einer Überschlag, der gefährlich nah an der Boxenmauer stattfand. Die Sache “offenes Cockpit” und “schmale Boxenmauer” will man ja nicht wirklich sehen. Wheldon konnte aber unverletzt aussteigen. Im weiteren Verlauf des Rennens sorgten Simona di Silvestro und Marco Andretti für die einzigen Aufreger aus sportlicher Sicht. Die Schweizerin legte sich mit dem KV Team an. Erst bugsierte sie Mario Moraes in der Schikane recht unsanft ins Off, ein paar Runden später war es EJ Viso, der di Silvestro mit einem fast identischen Manöver in Turn 2 aus dem Weg räumte. Viso gelang noch das Kunststück, Mutho und Baguette anzurempeln, was Paul Tracy zu dem hübschen Satz:”The kv team has hit everything but the helicopter today” anregte.

Andretti hatte, wie das gesamte Team, mal wieder ein maues Wochenende. Danica Patrick und Rundstrecken sind ja auch eher wie Feuer und Wasser und Marco Andretti hatte die Quali verhauen. Zwischendurch probierte man es auch mal mit einer etwas anderen Strategie, doch Marco machte ein besseres Ergebnis auch zunichte, weil er erst JR Hildebrand rammte, später eine Berührung mit EJ Viso hatte. Am Ende wurde er nur 12. Ryan Hunter-Reay lag zwischenzeitlich zwischen den “Todesstern” Teams, konnte aber auch nichts ausmachen. Tony Kanaan fuhr ebenfalls unauffällig, wurde aber vor RHR auf Platz 7 immerhin bester Andretti-Pilot. Bester “Nicht Penske, nicht Ganassi” Pilot wurde Justin Wilson, der auf Platz 6 einlief.

Weil die Rennleitung Milka Duno mal nicht aus dem Rennen genommen hatte, sorgte die aus Dankbarkeit dann gleich für eine letzte Safety Car Phase ein paar Runden vor Schluss. Es gab also einen netten Shootout, der ab Runde 7 los ging. Power konnte sich nicht von Scott Dixon lösen, der dem Penske-Mann mehrfach im Zentimeterabstand im Genick hing. Endlich hatte das Rennen also einen echten Spitzenkampf, auf den man so lange verzichten musste. Es wäre eine nette Entschädigung gewesen, doch Versus entschloss sich mitten im Zweikampf und vier Runden vor Schluss noch mal eine Werbepause einzulegen. Ein deutlicheres “Fuck you” in Richtung der Fans kann man glaube ich nicht abgeben.

Tatsächlich kann man erst kurz vor der “white flag” wieder aus der Unterbrechnung zurück. Passiert war nichts, aber wenn man drei Minuten lang nicht mal einen Split-Screen sieht, ist die Spannung natürlich weg. Danke, Versus.

In der Meisterschaft sieht es weiter eng aus für Power. Wenn man nach seinen bisherigen Ergebnissen auf den Ovalen ausgeht, wird sehr, sehr schwer für ihn, den Titel zu holen.

1. Will Power 514
2. Dario Franchitti 455 -59
3. Scott Dixon 419 -95
4. Ryan Briscoe 384 -130
5. Helio Castroneves 370 -144

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August 20 2010

20:55

IRL: Vorschau Infineon Raceway 2010

Etwas spät und heute mal in einer verkürzten Form ein Blick auf das IRL Rennen in Sonoma.

Die IRL Saison ist zwar noch lange nicht zu Ende, aber man ist im letzten Drittel der Saison angekommen. Mit dem Rennen in der Nähe von San Francisco sind gerade mal noch 5 Läufe zu absolvieren, also gibt es nicht mehr so viele Punkte, die man einsammeln kann. In der Meisterschaft führt im Moment Stehaufmännchen Will Power vor Dario Franchitti mit gerade mal 39 Punkten. Was, dank des etwas schrägen Punktsystems der IRL ein Wimpernschlag ist. Scott Dixon mit 82 Punkten Rückstand schon etwas viel Abstand, aber chancenlos ist er sicher nicht. Der Abstand von Ryan Briscoe beträgt dann aber schon 109 Punkte, was dann doch etwas viel ist. Die Meisterschaft wird sich also zwischen den ersten Drei entscheiden, und das Rennen am Infineon Raceway könnte eine kleine Vorentscheidung zugunsten von Will Power bringen. Dabei schien vor genau einem Jahr seine Karriere noch beendet.


Denn vor ziemlich genau einem Jahr verunfallte Power im Training so schwer, dass er sich zwei Wirbel im unteren Lendenbereich brach. Er schrammte haarscharf an einer Querschnittslähmung vorbei und zunächst war nicht mal sicher, ob er überhaupt wieder fahren konnte. An der Stelle muss man dem Penske Team auch mal Respekt zollen. Andere Teams hätten Power vielleicht fallen lassen, nicht mehr an ihn geglaubt. Er war eh “nur” der dritte Mann im Team, dessen Wagen keinen vollen Sponsor hatte. Roger Penske hat zu ihm gehalten, ihm auch 2011 einen Wagen verschafft und das obwohl das Sponsoring alles andere als gut war. Um so schöner, dass Power ein Jahr später als Meisterschaftsführender an den Start geht.

Power gilt auch als Favorit für das Rennen. Als Strassenkursexperte ist ein Sieg in Sonoma auch dringend nötig, denn die letzten vier Rennen sind allesamt Ovale und auf denen hat Power in diesem nicht einziges Mal gewonnen. Überhaupt waren seine Ergebnisse in den Ovalen allesamt nicht beeindruckend. In Kansas wurde er 12., danach folgten ein achter Platz beim Indy 500, Platz 14 in Texas und ein fünfter Rang in Iowa. Franchitti gewann in Indianapolis, Dixon in Kansas und beide sind extrem gute Oval-Piloten. Leicht wird es also nicht für Power, seinen schmalen Vorsprung ins Ziel zu retten.

Um so wichtiger wäre ein Sieg in Sonoma, aber das Ganassi Team ist auch nicht gerade erst aufgewacht. Franchitti konnte mit seinem Sieg in Mid-Ohio wichtige Punkte sammeln und sein Optimismus nach dem Rennen war mit Sicherheit auch darauf ausgerichtet, dass mit Chicago, Kentucky, Montegi und Homestead vier Ovale kommen, die ihm und dem Ganassi-Team allesamt liegen. Das einzige Problem was man im Team hat, ist halt der Umstand, dass beide Piloten noch Chancen auf den Titel habe. Chip Ganassi lässt seine Fahrer das unter sich austragen, so lange sie sich nicht in die Kiste fahren. Bei Penske hat aber realistischerweise nur noch Power Chancen, also könnte Helio und Ryan den dritten Mann im Team unterstützen. Das geht auf Ovalen ja relativ leicht, aber auch am Wochenende besteht eine gute Chance, der Konkurrenz ein paar Punkte weg zu nehmen.

Hinter Penske und Ganassi dürfte weiterhin Andretti versuchen, Boden gut zu machen. Die Saison lief bisher, bis auf den Sieg von Tony Kanaan in Iowa, eher bescheiden. Danica Patrick war selten zu sehen, Marco Andretti kam auch nicht auf Touren. Während das bei der Dame Ergebnisse ja eher nebensächlich erscheinen, hat man vom jüngsten Spross des Andretti-Clans doch etwas mehr erwartet. Marco wirkt allerdings auch müde und macht einen angespannten Eindruck. Selbst in den Interviews vor dem Rennen merkt man ihm an, wie sehr unter Druck steht, wie viel die Anspannung ihm abverlangt. Opa Mario hat schon mehrfach angemahnt, dass der Junge mal woanders fahren sollte, zum Beispiel in der GP2, wo Bernie Ecclestone ihm sicher einen guten Platz verschaffen könnte. Aber Vater Michael Andretti sieht das, wohl auch auf Grund seiner Erfahrungen in der F1, etwas anders. Aber irgendwas wird passieren müssen, denn man wird das Gefühl nicht los, dass da gerade ein eigentlich sehr talentierter Fahrer sich langsam verheizt.

Gespannt darf man sein, wie sich Simona di Silvestro am Wochenende schlagen wird. Ich bin ein wenig überrascht, wie gut die Schweizerin in ihrer ersten Saison sich schlägt, und das in einem Team, dass sicher nicht zur Spitzenklasse gehört. Immerhin lässt sie an fast jedem Wochenende reihenweise arrivierte und deutlich erfahrenere Piloten hinter sich und dass muss man auch erst mal können.

Kurz zur Strecke: Der Kurs in Sonoma ist bekannt, da die NASCAR ja gerade da war. Allerdings fährt die IRL die “Inner Loop” Variante. Nach Turn 3 geht es nur kurz geradeaus, dann biegt man rechts ab und fährt dann später den lang gezogenen Turn 8. Auch in den Esses fahren die IRL aus Sicherheitsgründen etwas anders, und werden durch eine Schikane eingebremst. Der Kurs ist nicht leicht, zumal der Sand am Rand gerne auf die Strecke weht, was die Sache rutschig macht.

Da die NASCAR in der Nacht von Samstag auf Sonntag unterwegs ist, hat die IRL den Sonntagabend fast für sich allein. Nur die ALMS überschneidet sich leicht mit dem Rennen.

August 10 2010

16:14

Indycar: Wenig Spannung in Mid Ohio

Besonders aufregend war das Rennen am Sonntag ja nicht gerade. Einzig in der Startphase wurde ein paar Mal überholt – und in den letzten Runden weckte das Duell um den Sieg noch einmal kurz aus dem Schlaf.

Wenn sich auch eingefleischte IRL-Fans lieber das NASCAR-Finish in Watkins Glen ansehen, als die Indycars, dann handelt es sich beim Rennen wohl nicht grade um einen Thriller. Über weite Strecke hatte der Lauf in Mid Ohio vielmehr den Spannungsgrad des BR-alpha Nachtprogramms. Immerhin: Am Ende wurde es dank Will Powers couragierter Angriffe auf Leader Dario Franchitti  noch einmal spannend. Aber auch da gab es am winkeligen “Sports Car Course” am Ende kein vorbeikommen – auch, wenn der Australier schneller wirkte. Power darf sich aber trösten: Denn zumnidest mit einem Titel wird er in Zukunft höchstprominent in der Indycar Historie aufgeführt sein.

Die “Mario Andretti Trophy”, also die Rundkurs-Meisterschaft, ist ihm eine Runde vor dem Saisonabschluss nämlich nicht mehr zu nehmen. Doch auch da war die Luft im eigentlichen Rennen schon draußen – denn schon Powers Pole vom Samstag reichte für den Gewinn dieses Titels.

Doch zurück zum Rennen: Zumindest in der Anfangsphase gab es nämlich doch etwas Spannung. Hauptverantwortlich dafür: Takuma Sato, der sich nach einer tollen Qualifikationsleistung (P3) beim Start hinter Power auf den zweiten Rang schob. Diesen Platz verlor er zwar schnell wieder an Dario Franchitti, das Tempo der Spitzengruppe konnte er in Folge aber recht gut halten. Schade für den Japaner, dass er beim ersten Boxenstopp massiv Positionen verlor, und sich dann beim Restart selbt aus dem Rennen kegelte.

Weitere Überraschung: Alex Tagliani hat mal wieder Führungsluft geschnuppert. Dank einer cleveren Boxenstratiegie hatte sich der Kanadier nach dem ersten Stint an die Spitze gearbeitet, wo er bis zur letzten Runde der Boxenstopps auch bleib. Weil er dabei aber zwei Runden vor Power, Franchitti und Castroneves rein musste, verlor er mit den kalten Reifen ein paar Positionen. Trotzdem: Rang vier ist für Tagliani und das neu gegründete FAZZT-Team ein super Ergebnis – ganz besonders auf einem Rundkurs.

Auch eine lobende Erwähnung verdient hat sich Simona de Silvestro. Rang acht, nur geschlagen vom Todesstern, Tagliani und Matos ist für die Schweizerin aus dem nicht eben finanzstarken HVM Team ein tolles Ergebnis. Ein, zwei zusätzliche Ränge wären aber bei einem besseren letzten Boxenstopp schon noch drinnen gewesen – im Mittelteil des Rennens konnte sie sich sogar (mit gleichem Stoprhythmus!) vor Scott Dixon halten. Schon in Edmonton hatte sie für ihr gutes Qualifying eine Menge Komplimente eingeheimst – die Rennvorstellung in Lexington war aber sicher nochmal eine Klasse besser. Man darf gespannt sein, was de Silvestro in Sonoma zeigen kann.

Trotz fünf verschiedenen Wegen zum Sieg weiter enttäuschend: Andretti Autosport. Marco Andretti landete als bester Pilot auf Rang neun, Ryan Hunter-Reay auf Platz 10. Tony Kanaan, dem auch der Sieg in Iowa nicht aus seinem fundamentalen Formtief geholfen hat, beendete das Rennen gar nur auf Position 17. Der vierte im Bunde, Adam Carrol, konnte seine tolle Leistung vom Serien-Einstand in Watkins Glen nicht bestätigen, und lief nach farbloser Fahrt auf Platz 19 ein. Damit war er immer noch zwei Ränge vor Danica Patrick, die als letzte in der Führungsrunde ins Ziel kam.

Bei KV Racing holte Mario Moraes nach Satos Ausfall zumindest noch ein paar Kohlen aus dem Feuer – Rang 12 entspricht aber gewiss nicht den Erwartungen des Teams. Unter den gegebenen Umständen ist Moraes’ Renn-Leistung trotzdem nicht so übel: Nach einem Unfall am Samstag in der neu verkleinerten Boxengasse (mehr dazu in der Vorschau) musste seine Boxencrew mit zwei Mann weniger auskommen. Fast schon erwartungsgemäß: Teamkollege EJ Viso nahm sich mit einer reichlich unklugen Kollision mit Justin Wilson in Runde 22 einmal mehr selbst aus dem Rennen.

Das Duell der beiden Neulinge entschied ganz klar JR Hildebrand für sich, der mit Rang 16 ein recht achtbares Ergebnis einfahren konnte. Francesco Dracones Einstand lief erwartungsgemäß mau: Nachdem er sich in der ersten Hälfte des Rennens immerhin in der Führungsrunde halten konnte, lieferte er dann in Folge gleich zwei Dreher hintereinander, die jeweils in Gelbphasen mündeten.

Milka Duno stand einmal mehr beim Überholen im Weg, zeigte sich sonst aber gegenüber ihren bisherigen Saisonvorstellungen etwas verbessert. Folglich musste die Renneleitung diesmal auch keine “Handlingprobleme” verordnen – Duno konnte das Rennen mit vier Runden Rückstand immerhin beenden.

Ein paar Neuigkeiten für die kommende Saison und darüber hinaus wurden in Mid Ohio ebenfalls bekannt: So hat Hondy nun auch offiziell verlautbart, dass man für 2012 einen Turbomotor nach neuen Reglement für die Serie bereitstellen wird. Auf zusätzliche Motorenhersteller wartet man bei der Indycar weiterhin vergebens – mittlerweile ist davon die Rede, dass es womöglich erst 2013 Konkurrenz für Honda geben könnte.

Außerdem haben sich im Rahmen des Rennens die Teamowner zu Gesprächen mit Dallara getroffen – und dieses sehr enttäuscht (weiter unten) wieder verlassen. Die italienische Chassis-Schmiede scheint in Punkto Details noch nicht sehr viel Auskünft geben zu wollen bzw. (wahrscheinlicher) können.

Und CEO Randy Bernard hat sich im Interview mit planet-irl.com wiedermal zum Kalender 2011 geäußert. Viel Neues hat er allerdings nicht verraten: Das Premierenrennen in Baltimore wird wohl ein anderes Austragungsdatum erhalten, als bisher verlautbart. Motegi bleibt im Kalender, und wird antiklimatischerweise wieder gegen Ende der Saison stattfinden. Gegenüber USA Today hat Bernard außerdem verraten, dass insgesamt 24 Streckenbetreiber Interesse an der Indycar Series gezeigt hätten – im kommenden Jahr wird es aber aus Kostengründen trotzdem eher bei 17 oder 18 Veranstaltungen bleiben. Mehr Gewissheit in Form eines provisorischen Kalenders soll es bis Ende August geben – bis alle Rennen bestätigt sind, könnte es aber bis Mitte September dauern.

Noch schnell ein Blick auf die Gesamt-Meisterschaft: Dort konnte Franchitti (420 Punkte) seinen Rückstand auf Will Power (461) etwas verringern. Mit nur noch einem Rundkurs aber vier Ovalen auf dem verbleibenden Kalender sieht es für den Schotten in Sachen Titelverteidigung also gar nicht so schlecht aus. Aber auch Scott Dixon (379) und Ryan Brscoe (352) haben mit etwas Glück – etwa einer Kollision zwischen Power und Franchitti – noch Außenseiterchancen. Dahinter hat sich Helio Castroneves (340) wieder an Ryan Hunter-Reay (336) vorbeigeschoben.

Das nächste Rennen ist der Rundkurs-Saisonabschluss in einenhalb Wochen im schönen (aber nicht zwingend überholfreudlichen) Sonoma Valley.

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August 06 2010

16:17

IRL: Vorschau Honda Indy 200 Mid-Ohio

Nach dem Eklat von Edmonton geht die IRL in Mid Ohio in die nächste Runde. Der Kurs hat in den vergangenen Jahren nicht wirklich für Spannung gesorgt, diesmal gibt es zumnidest ein paar positive Vorzeichen.

Nicht ganz umsonst heißt die Strecke, auf der die Indycars am Wochenende Station machen “Mid Ohio Sports Car Course“. Die Bahn ist zwar technisch herausfordernd, interessant zu fahren, und macht auch Spaß beim Zusehen. Aber für Rennaction mit Single-Seatern ist sie einfach nicht geschaffen. Die Überholmöglichkeiten sind rar – und das konnte man den meisten Rennen dort auch anmerken. Das ist auch in diesem Jahr zu befürchten. Allerdings gibt es auch einige Faktoren, die diesmal etwas mehr Spannung versprechen könnten. Denn zumindest die Anzahl derer, die für Action sorgen könnten, ist so groß, wie außerhalb des Indy 500 schon lange nicht mehr. 27 Fahrer werden am Wochenende an den Start gehen, darunter auch zwei neue Gesichter. Nur einer der beiden Piloten dürfte allerdings auch das Zeug zum Erfolg haben.

Damit alle Fahrer am Rennen teilnehmen können, musste die Indycar sogar kurzfristig ihre Regeln ändern. Denn während an Indycar-Rennen außerhalb des Indy 500 sonst 28 Autos zugelassen sind, waren bisher in Mid Ohio (so wie auch in Toronto) nur 26 Starter erlaubt. Grund ist die beengte Boxensituation auf der schon etwas in die Jahre gekommenen Rennstrecke. Um doch 27 Wagen zulassen zu können, musste man die Länge der einzelnen Boxen von 40 Fuß (ca. 12m) auf 35 (ca. 10,5m) verkürzen. Zum Vergleich: Die Autos selbst haben eine Länge von 16 Fuß (ca. 4,9m). Es könnte also sein, dass die Pitstops beim Rennen diesmal wegen des Platzmangels noch etwas kollisionträchtiger sind, als sonst.

Die Situation in den Boxen wird sich damit sehr gut mit der sonstigen Erfahrung auf dem “Mid Ohio Sports Car Course” decken: Es ist, für die Indycars, fast überall etwas zu eng. Und dafür dann eigentlich auch wieder ziemlich schnell. Wegen der Höhenunterschiede gibt es außerdem einige uneinsichtige Kurven, gleich mehrere der Ecken sind so gebaut, dass sie an der Spitze eines kleinen Hügels liegen. Das macht die Strecke anspruchsvoll – aber auch nicht ganz ungefährlich. Vor allem auch deswegen, weil, USA-typisch, nicht überall ausreichend Auslauf zur Verfügung steht. Und weil das alles so flüssig gestaltet ist, fehlen leider auch die Überholmöglichkeiten. Probieren kann mans vor den Esses nach der langen Gegengeraden, auf der traditionell auch der Start abgehalten wird. Und womöglich in der vorletzten Kurve vor Start und Ziel, die so wie die legendäre Passage in Road America Carousel heißt, aber deutlich langsamer zu durchfahren ist. Über die Jahre kann ich mich an beiden Stellen aber an mehr fehlgeschlagene als gelungene Manöver erinnern. Zum besseren Überblick hier noch eine Onboard-Runde mit Marco Andretti.

In den vergangenen Jahren war die Strecke fest in Ozeanischer Hand: Beim Debut 2007 und im vergangenen Jahr konnte sich Scott Dixon durchsetzen, 2008 hatte Ryan Briscoe die Nase vorn. Anders, als auf manch anderen Rundkursen hat in Mid Ohio also bisher immer ein Auto der beiden Top Teams gewonnen. Und wenn im Qualifying und beim Start alles gut geht, dann sind diese beiden Teams wohl auch heuer die großen Favoriten. Konkret wird wohl, wie auf allen Rundkursen, wieder zuallererst mit Will Power zu rechnen sein, der beim vorletzten Rundkursrennen der Saison nur mehr ein paar Pünktchen braucht, um sich die “Mario Andretti Trophy” zu holen. Aber auch Helio Castroneves hat hier in seligen CART Zeiten schon zweimal triumphieren können.

Den letzten Sieg eines noch aktiven Teams abseits von Penske und Ganassi holte im Jahr 1991 Michael Andretti für Newman/Haas Racing. Und das Team könnte auch diesmal zu den Geheimtipps zählen. Denn zum zweiten Mal nach Toronto greift Graham Rahal für die Mannschaft ins Lenkrad – Auftritte bei allen folgenden Rennen (außer Kentuky) werden folgen. Weitere Geheimfavoriten: Wie immer Justin Wilson, der hier allerdings nie wirklich auf Touren gekommen ist; Die KV-Mannschaft (vor allem, sofern sie ein gutes Wochenende erwischen, Sato und Viso); Und natürlich Andretti Autosport, die gleich mit fünf Autos an den Start gehen werden – Adam Carrol wird nämlich zum zweiten Mal nach seinem sehr beachtlichen Debut in Watkins Glen ins IRL-Cockpit steigen.

Ganz neu dabei: J.R. Hildebrand. Der Indy Lights-Meister 2009 kommt im Auto des noch immer rekonvaleszenten Mike Conway endlich zu seinem ersten IRL-Einsatz. Ein wenig Eingewöhnungszeit muss man ihm wohl zugestehen – sofern er in nächster Zeit aber noch ein paarmal starten darf (Sonoma ist schonmal fix), dann würde ich ihm durchaus ein paar solide Leistungen zutrauen. Zu hoffen wäre es, denn etwas mehr US-Vollzeitpiloten würden der Indycar Series ja nicht unbedingt schaden.

Das zweite neue Gesicht ist der Italiener Francesco Dracone, der bei Conquest Racing das Auto von Sponsoren-Pleitier Mario Romancini übernimmt. Zu viel sollte man sich von Dracone aber vielleicht nicht erwarten. Denn, ganz abgesehen davon, dass sich seine bisherige IRL-Erfahrung in einem kürzlich absolvierten Test erschöpft: Er konnte auch in keiner anderen Serie so richtig überzeugen. Zuletzt war er einige Jahre in der Euroseries 3000 unterwegs, wo seine besten Platzierungen drei fünfte Plätze und der Gesamtrang sieben (2009) waren.

Gelegenheits-Starter Jay Howard, der in Mid-Ohio das Auto von Sarah Fischer fährt, komplettiert das Feld.

Einen Abschluss hat mittlerweile die Affäre rund um das angebliche Blocking-Manöver von Helio Castroneves gefunden. Die IRL bleibt vorerst bei der Regel, die in Zweikämpfen den verteidigenden Fahrer verpflichtet, die normale Rennlinie zu verwenden, und eine imaginäre Linie in der Mitte der Strecke nicht zu überfahren. Brian Barnhart ist auch weiterhin in Amt und Würden – hoffentlich schafft er es endlich, die Regel (wenn sie schon existieren muss) wenigstens konsistent umzusetzen. Castroneves hat sich für sein Verhalten nach dem Rennen entschuldigt. Trotzdem wurde er mit einer Strafe in der Höhe von 60.000 US$ und verschärfter Beobachtung bis zum Ende der Saison bestraft.

Lotus, in dieser Saison ja schon als Partner des KV-Autos von Takuma Sato in der Serie vertreten, haben gegenüber Autosport ihr Interesse daran bestätigt, ab 2012 Aero-Kits für das neue Dallara-Chassis zu entwerfen. Motorsport-Direktor Claudio Berro spricht bereits von konkreten Plänen, und davon, dass man dies als “natürliche Evolution” des Indycar-Engagements sehe. Hoffen wir mal, dass sich noch weitere Hersteller finden, die sich dieser Meinung anschließen können.

Der Lauf in Mid Ohio wird in den USA von Versus übertragen, man darf also 1) auf fachkundige Moderatoren, 2) auf einen anständigen Stream in der Racecontrol, und 3) auf zahlreiche Wiederholungen der Worte “Linda”, “awesome” und “selfish” in den Werbepausen hoffen. Für Rundstreckenfreunde etwas bitter: Das Rennen findet parallel zum NASCAR-Lauf in Watkins Glen statt, was auch die Verfügbarkeit brauchbarer Streams ein wenig einschränken könnte. Start des Qualifyings am Samstagabend ist um 18:30, das Rennen selbst beginnt am Sonntag um 20:30 (Green mutmaßlich um 21:00). Fans der Indy Lights können das Rennen der Nachwuchsserie um 18:30 (alles MESZ) in der Racecontrol verfolgen.

August 04 2010

06:38

Ferner liefen: Die Newshappen

// Michael Schumacher hat nach seinem eher mäßigen Comeback und dem überzogenen Blockademanöver gegen Barrichello in Ungarn, gerade gar keine gute Presse. Neben seiner Aggressivität stehen vor allem seine schlechten Ergebnisse im Vordergrund. Bis auf das Rennen in Barcelona konnte er seinen Teamkollegen Nico Rosberg kaum das Wasser reichen. Und je länger die Saison andauert, desto mehr konzentriert sich die Fehlersuche auf die Reifen. Während Rosberg die Entwicklung der Reifen in den letzten Jahren mitgemacht, muss Schumacher den Lernprozess erst vollziehen. Gegenüber autosport.com erwähnte Ross Brawn nun, dass es vor allem die Vorderreifen seien, die dem Ex-Weltmeister zu schaffen machen. Zusammen mit dem auf Untersteuern ausgelegtem Chassis bildet das für Schumacher wohl ein Problem, dass er in dieser Saison nicht mehr lösen wird. Allerdings – auch für Rosberg ist der Wagen neu und er kommt besser damit klar.

// Etwas überraschend hat sport1.de am Wochenende einen Plan veröffentlicht, der angeblich den inoffiziellen Formel 1 Kalender für 2011 darstellen soll. Viele Änaderungen gegenüber diesem Jahr gäbe es demnach nicht: Die Saison würde abermals etwas antiklimatisch im März in Bahrain starten und im November in Abu Dhabi enden. Neu: Südkorea soll als fünftes Saisonrennen in den April verschoben werden. Der erstmals ausgetragene GP von Indien würde demnach als viertletztes Rennen Anfang Oktober seine Premiere feiern.

// Auch der Kalender 2010 scheint immer noch nicht in Stein gemeißelt zu sein: Denn das Debut des GP von Korea steht wohl immer noch auf der Kippe. Einen ersten Fertigstellungtermin Mitte Juli haben die Organisatoren verpasst, auch der Ersatztermin Ende August könnte verfehlt werden. Die Strecke selbst soll bereits fertig sein, aber Tribünen, Boxen und Pressezentrum sind wohl noch im Bau. Auch die politische Situation auf der koreanischen Halbinsel macht manchen Beobachtern Sorgen. Oder wie Bernie Eccelstone so schön sagt:

“You mean if they started a war? It’s not good. It would probably be difficult, the spectators wouldn’t come to the race if there’s a war, which wouldn’t be good. But I shall be there…”

Die Spanische Tageszeitung AS (Print) hat wohl am Wochenende berichtet, dass das Motorland Aragón als Ersatz für Korea einspringen könnte. Auf dem Weg zwischen Japan und Brasilien würde die Strecke ja sogar liegen – ob sich politisch allerdings ein drittes Spanien-Rennen durchsetzen ließe, scheint fraglich.

// Ebenso interessant wie sinnlos ist ein Vergleich der Punktesystem der Formel Eins in diesem Jahr. Vor der Sommerpause sieht der Stand nach der aktuellen Punktevergabe so aus:

Mark Webber 161 Lewis Hamilton 157 Sebastian Vettel 151 Jenson Button 147 Fernando Alonso 141 Felippe Massa 97

Und so sähe es aus, wenn man die Wertung aus dem letzten Jahr nimmt:

Lewis Hamilton 65 Mark Webber 63 Sebastian Vettel 61 Jenson Button 59 Fernando Alonso 57 Felippe Massa 39

// Toyota wird die Basis für das neuentwickelte NGTC (Next Generation Touring Car) der BTCC liefern. In einer etwas überraschenden Presseerklärung, teilten die Organisatoren und Toyota mit, dass ein Toyota Avensis als erster Träger für das NGTC dienen soll. Als erster Einsatz ist das letzte Rennen der BTCC in Brand Hatch erkoren worden. Ob Toyota werksseitig auch 2011 in die Serie einsteigen wird, ist aber nicht bekannt. Bisher beteiligt man sich nur an der Entwicklung. (Via Touringcartimes.com)

// Neuigkeiten von der Herstellerfront gibt es auch aus der DTM. Nachdem schon vergangene Woche bekannt wurde, dass Opel einen Einstieg in die Serie plant, meldet motorsport aktuell (Print) jetzt weitere Details: Demnach soll das Williams Formel 1 Team die Rüsselsheimer bei der Rückkehr in die Serie unterstützen. Geschäftsführer Adam Parr hat Gespräche darüber mittlerweile bestätigt, sowohl aus England als auch von Opel heißt es allerdings, dass eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei. Klarheit über den Einsteig soll innterhalb der nächsten zwei Monate geschaffen werden.

// IRL-Pilot Mario Romancini ist offenbar das Sponsorgeld ausgegangen, der Brasilianer wird daher in Mid Ohio nicht an den Start gehen können. Ersatzmann bei Conquset-Racing könnte der weitgehend unbekannte Intaliener Francesco Dracone sein – der vergangene Woche jedenfalls schon mal für die Mannschaft getestet hat.
Update:
Der Vertrag ist bereits unterschrieben, Dracone wird zusätzlich auch in Sonoma mit von der Partie sein. Sagt Speed TV.

// Helio Castroneves wurde derweil für seinen vielbeachteten Wutausbruch gegenüber IRL-Offiziellen nach der Strafe von Edmonton mit einer Strafe von 60.000 US$ belegt, und fährt den Rest der Saison unter Bewährung.

// Lotus hat derweil gegenüber autosport.com sein Interesse bestätigt, Aero-Packages für die neuen IRL-Autos zu bauen. Endgültig beschlossen ist das zwar noch nicht, Motorsportdirektor Claudio Berro spricht gegenüber dem Magazin davon, dass es sich um eine “natürliche Erweiterung” des schon bestehendes Engagements in der Serie handle. Für die IRL wäre ein solches Engagement jedenfalls sicher ein wichtiger Schritt, der einen Domino-Effekt mit weiteren Einstigen zur Folge haben könnte.

July 28 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

//Die Tinte unter dem Vertrag des US Grand Prix in Texas ist noch kaum trocken, da denkt Bernie Ecclestone schon über ein zweites US-Rennen nach. Nach der schnell verworfenen Idee, im Liberty State Park in Jersey City zu fahren, geht es wohl wieder um ein Rennen im “Garden State” – mit der Skyline der benachbarten New York City im Hintergrund. Herman  Tilke (wer auch sonst?) soll sich diesbezüglich in den letzten Wochen schon vor Ort auf die Suche nach einem passenden Gelände begeben haben. Die gestrige Performance der Austin-Verantwortlichen bei der Pressekonferenz wird ihn wohl darin bestätigt haben, bei möglichen Bietern diesmal etwas genauer hinzusehen.

// Williams wird wahrscheinlich auch 2011 mit Barrichello und Hülkenberg an den Start gehen. Das sagt zumindest Anteilseigner Toto Wolff im Interview mit motorline.cc. Bisher waren über beiden Piloten ein paar Fragezeichen gehangen – über Hülkenberg wegen der teils etwas mangelhaften Leitungen und über Barrchiello trotz guter Ergebnisse wegen seines Alters. Fix ist die Entscheidung aber ohnehin noch nicht, Wolff spricht von “Tendenzen”.

// Bei HRT sieht derweil alles nach einer Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Formel 1-Team von Toyota aus. Die verbleibenden Toyota-Techniker sollen im Auftrag von HRT Arbeiten am aktuellen Wagen durchführen, und dafür den Windkanal in Köln-Marsdorf nutzen. Auch die Tatsache, dass dort nach wie vor ein weitgehend fertiger Toyota für die Saison 2010 herumsteht, dessen Design man verwenden könnte, wird bei HRT sicher für Interesse gesorgt haben.

// Renault hat finanzielle Probleme. Das klingt überraschend, aber mittlerweile hat der Teamchef, Eric Boullier, die Gerüchte, die durch James Allen vor ein paar Tagen aufgebracht wurden, bestätigt. Man hat bei Bernie Ecclestone um einen “Vorschuss” gebeten, damit man die Entwicklung des 2011er Wagens weiter anschieben kann. Der hat die Anfrage aber abgelehnt. Da wundert man sich schon, denn Renault gehört zu 75% der Investmentgesellschaft Genii Capital. Die sollten doch eigentlich genug Geld haben, denkt man, aber offenbar gibt es ein klar vorgegebenes Budget, das dass Team dieses Jahr schon so weit ausgeschöpft hat, dass man nach neuen liquiden Mitteln sucht. Genii will jedenfalls nicht mehr Geld reinstecken. In der Tat hat Renault, nach dem mauen Start bei den Tests, ein erstaunliches Entwicklungstempo vorgelegt, und fast bei jedem Rennen viele neue Teile mit gebracht. Die Hoffnung war wohl auch, das man auf Grund der guten Ergebnisse neue Sponsoren finden würde, aber die Rechnung ist nicht aufgegangen. Damit ist Renault das zweite Team, dass nach Williams in diesem Jahr Geld von Bernie möchte. Man munkelt, dass auch HRT und Force India schon Geld bekommen haben.

// In der Indycar Series gehen die Kalenderspekulationen für die kommende Saison weiter: Edmonton hat, wie bereits berichtet, am Wochenende einen Vertrag für die Jahre 2011 bis 2013 unterzeichnet. Neuer Veranstalter des Rennens ist die Octane Racing Group, die auch das Formel 1-Rennen in Montreal ausrichtet. Ob es Veränderungen an der Strecke geben wird, um die Rennen etwas spannender zu machen, ist noch nicht bekannt. Derweil soll IRL-CEO Randy Bernard wohl mit dem Bundesstaat Wisconsin über eine Förderung für ein Rennen auf der Milwaukee Mile verhandeln. Nötig wären für die Ausrichtung eines Laufes auf der Traditionsstrecke rund 400.000 US$ an Zuschüssen, bisher gibt es keine Zusagen von öffentlicher Stelle.

// Nach BMW soll nun auch Opel an einer Rückkehr in die DTM interessiert sein, wie der Focus unter Berufung auf Motorsport aktuell (Print) berichtet. Demnach soll innerhalb der nächsten zwei Monate eine Entscheidung darüber fallen, ob sich die Rüsselsheimer tatsächlich an der Meisterschaft beteiligen wollen – das wird auch notwenidig sein, immerhin braucht auch der Bau eines geeigneten Autos danach noch so seine Zeit. Klar ist indes schon, dass im Falle einer Teilnehme wohl der Insignia zu Ehren kommen wird.

// In der WTCC hat Promoter Marcello Lotti in der Zwischenzeit bestätigt, dass man 2012 erstmals  in Argentinien und der chinesischen Provinz Guandong an den Start gehen wird – und zwar auf der ehemaligen Formel 1-Strecke in Buenos Aires (auf welchem Layout, ist allerdings unklar) und am brandneuen Guandong International Circuit (Onboard hier). Macao und Marrakesch sollen beide im Kalender bleiben – vor allem über dem marokkanischen Event hängen allerdings noch ein paar Fragezeichen. Die FIA hat den Veranstaltern wohl nach dem Fiasko in diesem Jahr ein Ultimatum gesetzt, wonach sie vor einer Verlängerung des Vertrages ein neues Konzept für die Sicherheit und die Verbesserung der Streckenräumung übermitteln müssen. Angeblich sind im kommenden Jahr gleich 12 Rennen geplant, zwei mehr als in dieser Saison. Es müsste also keines der bestehenden Events seinen Platz wieder abgeben. Ausnahmen: Mexiko ist wohl endgültig weg vom Fenster, Suzuka wird Okayama (ehemals TI Circuit Aida) ersetzen, Portimao wird im Zuge der regulären 2-Jahres-Rotation seinen Platz an Porto abgeben. Und dann ist das noch die Frage, ob Pau wieder auf den Kalender zurückkehrt.

// James Nash, der etwas überraschend Anfang des Jahres in der BTCC bei Triple 8 gelandet war, hat seinen Vertrag bis zum Ende der Saison verlängert bekommen. Obwohl seine Ergebnisse eher so mittelprächtig waren, darf er also weiter den Vorjahres-Astra durch die britische Landschaft schaukeln.

// Währenddessen hat BTCC Ex-Meister Fabrizio Giovanardi in der italienischen Superstar Serie angedockt. Und das bei seinen alten Bekannten von N-Technology, die ja früher in der WTCC mit Alfa unterwegs waren. In der Superstar Serie setzt man einen, ich konnte es selbst kaum glauben, Porsche Panamera ein. Offenbar geht die Kiste gut, denn man gewann gleich das erste Rennen.

// Kasey Kahne wird am Ende der Saison Richard Petty Motorsport verlassen. Wo er nächstes Jahr fahren wird ist noch nicht klar, aber ab 2012 sitzt er in der #5 bei Hendrick Motorsport. Immerhin scheint jetzt klar zu sein, wer sein Nachfolger werden soll: Marcos Ambrose. Der Australier, bisher bei JTG Daugherty unterwegs, die wiederum am Tropf von MWR hängen, hat einige gute Rennen hin gelegt und soll dann ab 2011 im Ford sitzen. Bestätigt ist bisher nur der Abgang von Ambrose, der Wechsel zu RPM ist es noch nicht.

July 27 2010

16:27

Indycar: Edmonton und der regelkonforme Skandal

Die IRL hatte richtig Glück, dass am Wochenende schon die Ferrari-Teamorder aus Hockenheim die Skandalspalten einnahm. Denn sonst wäre man selbst dort gelandet. Und das, obwohl man eigentlich alles richtig gemacht hat.

Dabei hätte alles so gut ausgehen können: Nach einer eher drögen ersten Rennhälfte schaukelte sich das Rennen in Folge einiger Gelbphasen am Ende zu einer richtig spannenden Angelegenheit auf: Schöne Zweikämpfe, ein paar sogar an der Spitze und “local hero” Paul Tracy direkt hinter den Ganassi und Penske-Autos als “best of the rest” auf Rang 6. Als die letzte Caution ein paar Runden vor Schluss zu Ende geht, greift Power Castroneves an. Der fährt innen und verteidigt in einem sehenswerten aber fairen Manöver seine Position – und Power wird von Dixon überholt. Und dann die verblüffende Meldung: Durchfahrtsstrafe wegen Blockierens für Castroneves. Die tritt er zwar nicht an, und fährt als erster durchs Ziel – zum Sieger wird aber Dixon erklärt. Es folgen wütende Proteste von Castroneves und Buhrufe der Zuseher. Mittlerweile hat die IRL ein Video veröffentlicht (nach dem Jump), das die Entscheidung erklärt. Sie war wohl regelkonform. Was nicht heißt, dass man die Sache darauf beruhen lassen sollte.

Wie aus dem Video ersichtlich besagen also die Regeln tatsächlich, dass sich Fahrer nicht gegen Überholmanöver verteidigen dürfen, indem sie vor der Kurven nach Innen fahren. Geahndet wird ein solches Verhalten dann, wenn sich die verteidigenden Piloten über eine fiktive Linie in der Mitte der Strecke hinweg bewegen. In der Fahrerbesprechung vor dem Rennen wurde das, wie auch im Video zu sehen, noch einmal ganz klar erklärt. Castroneves hat es aber trotzdem getan. Die Mindeststrafe dafür ist eine Drive-Through unter Grün – und die hat er dann ja auch bekommen. Die Strafe war also den Regeln nach gerechtfertigt, die Rennleitung konnte gar nicht anders, als so zu reagieren.

Aber: Ist die Regeln an sich sinnvoll? Wohl kaum. In den Ovalen – wo Blockieren ja tatsächlich gefährliche Folgen haben kann – mag sie ihre Berechtigung haben. Auch dort hat sie aber schon für Diskussionen gesorgt, vor allem deshalb, weil sie nicht konsequent eingesetzt wure: Graham Rahal wurde beim Indy 500 bestraft, Danica Patrick eine Woche später in Texas nicht – obwohl ihr Manöver gefährlicher war. Da entsteht schnell mal der Eindruck von Willkür – und das kann der Serie wohl kaum gut tun.

Und davon abgesehen: Auf den Rundstrecken haben die Indycars das doch überhaupt nicht nötig. Schon am engen Stadtkurs von Toronto gab es genug Überhol-Action. Und auf der 25 Meter breiten Landebahn von Edmonton wird die Regel dann endgültig lächerlich. Denn dort liegt ja der Reiz gerade darin, dass mehrere verschiedene Linien funktionieren. Renndirektor Brian Barnhart stand jedenfalls schon vor der Entscheidung schwer in der Kritik, und selbige ist nun nicht gerade leiser geworden. Nicht alles, was im verlinkten Artikel gesagt wird ist fair, manches ist wohl noch auf alte Feindschaften rund um den IRL-CART-Split zurückzuführen. Insgesamt muss man sich aber wohl trotzdem fragen, ob es die Indycar Series nicht mal mit einem neuen Mann an dieser verantwortungsvollen Stelle probieren sollte.

Etwas unter der Oberfläche war dann noch ein zweites Reglement-Thema im Gespräch: In einigen Internet-Foren geistern Gerüchte herum, dass Penske, Ganassi und Andretti Autosport Aufhängungsteile benützen sollen, die nicht vom eigentlichen Alleinausstatter Dallara hergestellt wurden. Während sich dies bei Ganassi und Andretti aber noch im Rahmen des Legalen bewege, seien die Penske-Teile so konstruiert, dass sie dem Team insbesondere auf den Rundkursen unfaire Vorteile bringe. Schwerwiegend: Angeblich weiß die IRL davon, hat sich aber entschlossen, das nicht zu verfolgen, weil man den Verlust von Penske und Konsorten nicht verschmerzen könnte. Die Vorwürfe klingen, insbesondere in der Art ihrer Formulierung, ein wenig dubios. Sie stammen aber angeblich wirklich von einem Insider. Ich gebe das jetzt hier einfach mal so weiter. Man muss aber wohl schon nochmal betonen, dass es an sich nicht ungewöhnlich ist, dass Teams – gerade in einer Serie mit Alleinausstattern – jeden letzten Millimeter des Reglements ausnützen.

Zum Rennen an sich: Der Leistung nach ist der Sieg von Scott Dixon nicht so ganz gerechtfertigt. Ganassi war den ganzen Tag lang den Penskes – vor allem Castroneves und Power – ein wenig unterlegen. Das Resultat fällt eher unter “Abstauber”. Will Power hat wieder ein großartiges Rennen gefahren, und hat lediglich am Ende zur falschen Reifenmischung gegriffen. Castroneves hätte sich den Sieg verdient. Aber gar so aufregen hätte er sich nach dem Rennen auch nicht müssen – denn so unsinng die Blocking-Regel ist, musste ihm doch bewusst sein, dass er ganz klar dagegen verstoßen hatte. Auch hier hat er übrigens mal wieder seine Klasse bewiesen, und sich mittlerweile für sein Verhalten entschuldigt. Weniger toll war das Rennen von Penskes Nr. 3 – Ryan Brsicoe war in Edmonton eher unauffällig unterwegs.

Ein Leistung lieferte war es für Paul Tracy. Nach eher mittelmäßiger Qualifikationsleistung fuhr sich der kanadische Altstar im Laufe des Rennens bis an die “best of the rest”-Position 6 vor, zum Teil mit sehenswerten Manövern. Am Ende wurde er noch vom erneut starken Ryan-Hunter Reay geschnappt. Es wäre sehr schade, hätten wir ihn das letzte Mal in dieser Saison (oder, man muss es in diesem Alter ja sagen: überhaupt) in einem Indycar gesehen.
Auch für die anderen drei KV-Autos war es ein gutes Rennen. Hinter Tracy landeten Moraes, Viso und Sato auf den Rängen sieben bis neun.

Dem Vernehmen nach verhandelt Tracy nun mit Dreyer & Reinbold über ein paar weitere Rennen in dieser Saison. Der Einsatz wäre in dem Fall aber wohl davon abhängig, dass Mike Conway nicht rechtzeitig wieder fit wird. Denn vor kurzem hat ja schon J.R. Hildebrand einen Vertrag mit dem Team abgeschlossen, demnach er drei Rennen bestreiten soll. Und zwar gegebenenfalls auch neben Mike Conway, sofern der ab Sonoma wieder zurückkehrt. Kaum vorstellbar, dass das kleine D&RR-Team noch ein weiteres Auto einsetzen könnte. Angeblich könnte aber auch ein Platz bei Conquest Racing frei werden – Mario Romancini soll nämlich gerüchteweise das Geld ausgegangen sein. Mal sehen, ob sich da was entwickelt.

Im Abwärtstrend befand sich in Edmonton Andretti Autosport. Der einzige Lichtblick blieb Ryan Hunter-Reay auf Rang fünf. Marco Andretti landete nach einem problembehafteten Rennen als erster Überrundeter auf Platz elf, Tony Kanaan direkt dahinter auf P12. Danica Patrick wurde nach einem Dreher nur 15. Viel besser wäre das Ergebnis aber wohl auch ohne den Ausrutscher nicht geworden, denn auch davor war sie nicht im vorderen Teil des Feldes zu finden.

Auf positive Weise von sich Reden machte dagegen wieder mal Simona de Silvestro. Die Schweizerin zeigte eine tolle Quali-Leitung und ging mit Rang sieben von ihrer bisher besten IRL-Startposition ins Rennen. Am Sonntag konnte sie dann auch noch EJ Viso überholen, und fuhr in der ersten Rennhälte auf Platz sechs, direkt hinter den fünf Wagen vom “Todesstern”. Die gute Leistung blieb aber unbelohnt – denn gegen Rennende wurde sie von Viso recht unsanft in den Reifenstapel geschickt.

In der Meisterschaft hat Will Power (420 Punkte) seine Führung wieder ausgebaut, und liegt nun wieder 50 Zähler (also einen ganzen Sieg) vor Dario Franchitti (370). Mit etwas Abstand folgen dann Scott Dixon (349) und Ryan Briscoe (324). In der Mario Andretti Trophy liegt Power (318) zwei Rennen vor Schluss schon fast uneinholbar in Führung, ebenfalls vor Franchitti (222) und Ryan Hunter-Reay (220).

Weiter gehts in zwei Wochen auf dem pittoresken aber nur mäßig Open Wheel geeigneten Mid-Ohio Sports Car Course, eine Vorschau darauf folgt wie immer in der kommenden Woche.

July 21 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Ende Juli soll die Entscheidung fallen, welches Team den 13. Formel 1-Startplatz für das kommende Jahr erhält. Und weil dieser Termin immer näher rückt, beginnen nun die ersten Details zu den Bewerbungen durchzusickern. So wurde Ende vergangener Woche bekannt, dass  Jacques Villeneuve planen soll, mit einem eigenen “Villeneuve Racing”-Team in der WM einzusteigen. Am Samstag wurde dann ruchbar, dass es sich bei diesem mysteriösen Projekt um eine Partnerschaft zwischen dem Weltmeister von 1997 und dem italienischen Durango Team handeln soll. Vor kurzem vermeldete Joe Saward dann auch noch, wie das eigentlich finanzmarode Team dieses Abenteuer finanzieren will: Al Saadi Gaddafi, Sohn des lybischen Diktators Mummar al-Gaddafi, soll demnach maßgeblich an dem Projekt beteiligt sein. Die FIA scheint von den Gerüchten wohl nicht besonders beeindruckt zu sein, denn während ich diese Meldung tippe, kommt grade die Nachricht rein, dass die Motorsportbehörde wohl zustätzlich zu den schon bekannten Finanzgarantien nun auch den Nachweis “robuster technischer Fähigkeiten” von den neuen Teams verlangen wird.

// Ebenfalls konfus, aber nicht ganz so verwirrend: Die Fahrersituation bei Toro Rosso. Zunächst hat Teamchef Franz Tost in einem Interview mit Autosport verkündet, dass beide Fahrer auch für das kommende Jahr bestätigt seien – was Sebastian Buemi gleich am folgenden Vormittag wieder in Abrede stellte. Über das Wochenende wurde dann wohl noch etwas nachverhandelt, denn am Montag bestätigte schließlich auch Buemi den Vertrag.

// Brandon Hartley galt noch vor zwei Jahre als “Supertalent”, aber davon ist im Moment nicht viel zu sehen. Nachdem er quasi im Vorbeigehen die Formula Renault 2.0 Eurocup 2007 gewonnen hatte, wurde es 2008 in der britischen F3 schon etwas zäher. Das er am Ende nicht gewinnen konnte, lag allerdings auch an seinen zahlreichen Abflügen. Hartley galt es schnell, aber auch etwas ungestüm. 2009 brach er dann komplett ein, dieses Jahr dreht er in der Formel Renault 3.5 seine Runden, wird aber von Red Bull Kollegen Daniel Ricciardo regelmäßig gebügelt. Nach Informationen von Joe Saward wird Hartley nun aus dem Red Bull Nachwuchskader geworfen und ist damit auch seinen Platz als Ersatzfahrer bei Red Bull los. Wie es mit ihm weitergeht, ist nicht klar.

// Vertraglich klarer schien dagegen die Situation bei Virgin Racing. Dort hat Timo Glock an sich noch einen Vertrag für die kommenden Saison. Trotzdem ist fraglich, ob der Routinier auch wirklich dort bleiben wird. In Interviews wirkt er immer wieder sehr enttäuscht und demotiviert, auch Virgin Racing selbst gibt mittlerweile zu, dass es nicht ganz klar ist, ob Glock seinen Vertrag wirklich erfüllen wird. Allerdings: Ob Glock derzeit eine Perspektive auf einen deutlich besseren Platz hat?

// Der letzte offene “Top”-Cockpit ist jenes bei Renault an der Seite von Robert Kubica, wo man mit den Vorstellungen von Vitaly Petrov in diesem Jahr nicht besonders zufrieden ist. Neben Glock könnte dort womöglich auch Adrian Sutil auf dem Wunschzettel stehen. Allerdings: So wenig zufriedenstellend die fahrerischen Leistungen von Petrov sein mögen, so attraktiv ist sein Sponsor-Paket. Insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Russland-Grand Prix (möglicherweise schon 2012) könnte es also auch gut sein, dass Petrovs Vertrag am Ende doch verlängert wird.

// Gegen Ende der Indycar-Saison wird das Feld doch wieder etwas voller: Nun scheint sich auch Ed Carpenter ein Cockpit für die Ovalrennen in Chicagoland, Kentucky und Homestead gesichert zu haben. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Außerdem ist noch nicht ganz klar, ob Carpenter wieder für Vision Racing antreten wird, oder ein anderes Team gefunden hat.

// Boris Said, ungemein beliebter Tourenwagenpilot aus den USA, wird in Watkins Glen den Red Bull mit der #83 bewegen. Said gilt als klassischer “road course ringer” also einer, den man vor allem bei Rundstreckenrennen einsetzt. Wie es mit Mattias Ekström und der NASCAR weiter gehen wird, ist nicht klar.

// Die australische V8 Supercars Serie bastelt an ihrer Zukunft. Die in Australien ungemein populäre Serie, die man in Deutschland immer noch mit einiger Verspätung auf MotorsTV sehen kann, denkt seit geraumer Zeit über eine Expansion nach. Einen weiteren Schritt in die Richtung soll es mit dem “Car of the Future” geben, das ab 2012 eingesetzt werden soll. Interessanterweises soll das CoF, laut Touringcar Times, dem NGC des BTCC durchaus ähneln. Es gab in letzter Zeit immer wieder Gerüchte, dass ein dritter Hersteller in die Franchise Serie einsteigen könnte, und offenbar möchte man mit dem NASCAR-ähnlichem Konzept neuen Herstellern zumindest eine Hintertür aufhalten. Aber auf den V8 wird man natürlich nicht verzichten.

// Mal was aus der WRC. Citroen hat Sebastien Loeb und Sebastien Ogier für 2011 bestätigt. Angeblich hatte Ford ja die schon die Finger nach Ogier ausgestreckt, aber die Briten werden sich dann wohl bis mindestens 2012 gedulden müssen.

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July 20 2010

06:48

Indycar: Wenig grün, aber spannend

Ein ziemlich ereignisreiches Rennen haben die Indycars am Sonntag in den Straßen von Toronto abgeliefert – am Ende hat aber doch wieder Will Power gewonnen. Weiter geht es schon kommenden Wochenende in Edmonton.

“Cautions breed cautions” – das hört man bei US-Rennübertragungen ja immer wieder. In so extremer Ausprägung wie vergangenen Sonntag in Toronto kann man diese goldene Regel aber sonst selten beobachten. Sechs Cautions über eine Länge von 21 Runden sagt die Statistik – beim Zusehen hat es gewirkt, als wären es noch deutlich mehr gewesen. Trotzdem war es eines der besseren Rennen in dieser Saison: Wenn nämlich einmal Grün war, denn ging es recht anständig zur Sache. Und endlich waren vorne auch wieder mal ein paar Fahrer dabei, die man sonst eher in der Mitte des Feldes findet. Gewonnen haben dann trotzdem wieder die Favoriten.

Diesmal waren es immerhin nur Power und Franchitti, die an der Spitze die Ehre des “Todessterns” gerettet haben. Ihre drei Teamkollegen fielen allesamt dem Rennchaos zum Opfer. Als ersten erwischte es Helio Castroneves: Der Brasilianer krachte beim Überholversuch hinten in Vitor Meiras Wagen, schlug dann links in die Leitplanke ein, und schließlich auch noch frontal in die Reifenstapel. Etwas später war auch das Rennen von Ryan Briscoe vorbei, nachdem ihm Graham Rahal ins Heck gefahren war. Und in den letzten Runden fiel dann auch noch Scott Dixon einem etwas ruppigen Überholmanöver von Ryan Hunter-Reay zum Opfer.

Gar kein gutes Wochenende gab es abermals für KV Racing: Mario Moraes ist wohl am Sonntag mit dem falschen Fuß aufgestanden, und räumte in zwei verschiedenen Vorfällen gleich zwei Fahrer von der Bahn. Besonders bitter: Einer davon war Teamkollege Takuma Sato, der dringend mal eine gute Zielankunft gebraucht hätte. Entsprechend sauer zeigte sich der Japaner denn auch im TV-Interview. Später landete dann auch noch Mario Romancini nach Feindberührung mit Moraes im Reifenstapel. Dabei galt Moraes nach einigen guten Platzierung zum Ende der vergangenen Saison schon als große Zukunftshoffnung, Team-Mitbesitzer Jimmy Vasser sprach gar vom “neuen Montoya”. In diesem Jahr hat bisher noch wenig gezeigt, das diesem Ruf bestätigen würde.

Eine tadellose Vorstellung lieferte dagengen einmal mehr Justin Wilson ab. Zumindest fast. Denn leider produzierte der Brite nach einer Gelbphase auf kalten Riefen auch einen Dreher. Ein Fehler, der Wilson um einem möglichen zweiten Platz brachte – nach dem Start hatte er das Rennen sogar von der Pole Position aus angeführt. Immerhin konnte er sich in den letzten Runden von Ende der Lead-Lap wieder bis auf Rang sieben nach vorne fahren. Man darf gespannt sein, ob es nicht auf den verbleibenden Rundstrecken doch in diesem Jahr nochmal für einen Sieg reicht. Ein gehobener Geheimtipp ist Wilson allemal.

Ebenfalls erfreulich: Die Leistung von Graham Rahal. Der Kontakt mit Ryan Briscoe war zwar kein Glanzstück, aber sonst gab es ein exzellentes Rennen, das schließlich auf Rang fünf endete. Vor allem, wenn man bedenkt, wo Teamkollege Hideki Mutoh mit dem Auto des gleichen Teams so herumfährt, ist das ein deutlicher Beweis für Rahals Talent. Erfreulich für ihn. Und auch gut für die Indycars, die ja bekanntlich mit Händen und Füßen um Aufmerksamkeit ringen – wofür ein Amerikaner, der Rennen gewinnen kann natürlich ziemlich wichtig ist.

Nicht so toll lief es beim ersten von zwei Heimrennen für die beiden Kanadier im Feld: Alex Tagliani kolldierte nach einem unauffälligen Rennen mit (dem übrigens ebenso unauffälligen) Tomas Scheckter. Sein FAZZT-Team scheint sich derzeit eher nach hinten zu bewegen. Paul Tracy hatte ein sehr bescheidenes Qualifying, kam im Rennen dann aber wegen einer anderen Boxenstrategie immerhin zu ein paar Führungrunden. Die Freude der Zuseher an der Strecke währte aber nur kurz: Nach einem etwas verunglückten Zweikampf mit Simona de Silvestro landete Tracy schließlich mit einer Runde Rückstand auf Rang 13.

Die Schweizerin selbst hatte wieder mal ein recht passables Rennen. Dabei hat sie zwar von einigen Ausfällen profitiert, konnte aber über weite Strecken das Tempo der ersten Verolgergruppe mitgehen. Gegen Ende des Rennens baute das Auto allerdings ab – am Schluss reichte es immerhin noch für Rang neun.

Gut lief es auch für die zweite ernstzunehmende Fahrerin im Feld: Danica Patrick lieferte ihr mit Abstand bestes Rundkursrennen der Saison und landete schließlich auf einem guten sechsten Rang. Geschlagen wurde sie dabei von ihren beiden Teamkollegen Ryan Hunter-Reay und Tony Kanaan, für die der Lauf mit den Plätzen drei und vier ein noch etwas besseres Ende nahm. Marco Andretti auf Rang acht komplettierte schließlich eine mannschaftlich starke, wenn auch insgesamt noch nicht ganz siegverdächtige Vorstellung von Andretti Autosport.

Milka Dunos Rennen war nach acht Runden wegen angeblicher “Handling-Probleme” zu Ende, bis dahin war sie schon einmal überrundet worden. Man hört immer wieder, dass Dale Coyne Duno trotz aller Probleme im Team behalten muss, weil ihr Sponsor CITGO auch den Wagen von Alex Llloyd mitfinanziert. Das ist demnach auch der Grund, wieso die Indycar-Offiziellen noch nicht weitergreifenden Maßnahmen ergriffen haben.

Erstaunlich ist ihre schwache Performance in diesem Jahr vor allem deshalb, weil man ja 2008 und vor allem 2009 ein wenig den Eindruck hatte, sie habe sich – wenn auch am Ende des Feldes – ganz gut in die IRL eingelebt. In diesem Jahr scheint ihre Performance aber leider eher rückwärts zu gehen. Kollege Tegethoff hat im Liveblog am Samstag ja schon eine Meldung aus dem Twitter-Äther gefischt, nach der Indycar-CEO Randy Bernard gesagt haben soll, Duno schade der Glaubwürdigkeit der Serie. Man darf gespannt sein, wie lange sie noch dabei ist.

Am anderen Ende der Meisterschaftstabelle hat Will Power (377 Punte) seine Führung auf Dario Franchitti (335) mit dem Sieg wieder etwas ausgebaut. Sonst hat sich unter den ersten Zehn nicht viel getan – einzig Ryan Hunter-Reay konnte sich verbessern, und liegt jetzt mit einem Punkt Vorsprung auf Helio Castroneves als “best of the rest” auf Rang fünf. In der “Mario Andretti Trophy” dürfte Will Power der Sieg indes kaum noch zu nehmen sein. Der Australier (275) führt bereits mit 85 Punkten Vorsprung vor Hunter-Reay (190) und Franchitti (187).

Next Stop: Edmonton, AB

Weiter geht es am kommenden Wochenende mit dem zweiten Kanada-Rennen in Edmonton. Amerikanische Open-Wheeler sind seit 2005 in der Hauptstadt der Provinz Alberta unterwegs, nach der Wiedervereinigung 2008 fand hier das erste Kanada-Rennen in der Geschichte der IRL statt.

Für besonders spannende Läufe stand die einzige Flughafenstrecke im Kalender bisher bei den Indycars leider nicht gerade. Vor allem das Rennen vom vergangenen Jahr war – abgesehen von Tony Kanaans Feuerunfall in der Box – einer der größten Gähner in jüngerer Vergangenheit.

Dabei sollte der Kurs eigentlich alles liefern, was ein schönes Airport-Rennen ausmacht: ein paar breeeeeeeeeeite Geraden, die in Kurven mit mehreren Linien münden, und einen engen Streckenteil, in dem es etwas mehr auf den Fahrer ankommt. Außerdem gibt es ein paar kräftige Wellen, die eigentlich für Fehler und Überholmöglichkeiten sorgen sollten. Eine detaillierte Vorstellung gibts dann wie immer im obligatorischen Onboard-Video, das ich an dieser Stelle einfügen werde, sobald es verfügbar ist. Als Platzhalter hier inzwischen die Streckenvorstellung vom vergangenen Jahr:

An der Fahrerfront gibt es nach derzeitigem Stand wenig Neues: Tomas Scheckter wird noch einmal den verletzten Mike Conway bie D&RR ersetzen, Paul Tracy sitzt zum vorläufig letzten Mal in einem Auto von KV Racing. Nicht dabei: Graham Rahal und Adam Carroll, die erst beim folgenden Rennen in Mid-Ohio wieder an den Start gehen.

Erfreulich: Versus übernimmt nun für den Rest der Saison wieder die US-Übertragungen. Bei ABC hatte man ja zuletzt eher das Gefühl, die Indycars würden nur mehr als lästige Pflicht betrachtet. Versus hat zwar weniger Zuseher – ist aber wenigstens mit Herzblut dabei. Fans aus dem deutschen Sprachraum werden sich das Rennen weiterhin leider nur im Internet ansehen können. Zur Wahl steht dabei wie immer der legale Weg über die Racecontrol auf indycar.com (kostenlose Anmeldung erforderlich) – oder der Gang in die schattigen Ecken des Webs.

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July 15 2010

07:04

IRL: Meet the new car; same as the old car?

Die Entscheidung ist gefallen: Hersteller des neuen Autos wird wieder Dallara sein – allerdings gibt es einen Dreh, der durchaus interessant klingt. Sportlich geht es am Wochenende mit dem Rennen in Toronto weiter.

Die Spannung war groß vor der Entscheidung des ICONIC Committee. Als sie dann am Mittwoch unter großen Trara verkündet wurde, war die Reaktion erstmal gepflegtes Schweigen. Zu unübersichtlich war in den ersten Momenten die Auflösung, als dass die Fans damit auf die Schnelle etwas anfangen konnten. Dallara soll auch in Zukunft das Indycar-Chassis herstellen – allerdings nur eine Basis, die von der IRL als “safety cell” bezeichnet wird, in der Realität aber deutlich mehr (etwa auch das Getriebe) beinhalten wird. Dazu können die Teams so gennannte “Aero-Kits” von einem Hersteller ihrer Wahl kaufen. Hier soll es einen freien Wettbewerb geben. Das klingt etwas verwirrend – mit ein wenig Glück und Sachverstand könnte es aber durchaus funktionieren.

Weil die Sache etwas kompliziert ist, hier noch einmal das bisher Bekannte im Überblick: Das Basis-Chassis bzw. die “safety cell” kommt von Dallara, Aerodynamikteile von Drittherstellern. Die Autos sollen mit Fahrer ein Mindestgewicht von etwa 1380 Pfund oder 625kg haben, exakt festgelegt ist das aber noch nicht. Angetrieben werden die Wagen von 2.4 Liter Turbo-Motoren mit 550 bis 700PS und maximal 6 Zylindern, die mittels “Overtake Assist” kurzfristig je nach Strecke aber auch bis zu 100PS mehr produzieren können. Das genaue Motorenkonzept kann innerhalb dieser Spezifikationen frei gewählt werden, es wird auch hier ein Wettbewerb der Hersteller und Ideen stattfinden. Das Problem der aufsteigenden Wagen auf Ovalen soll mittles eines nicht näher spezifizierten “Wheel Interlock Prevention System” behoben werden.

Ob das Konzept tatsächlich aufgeht, wird wohl (wie auch bei den Motoren) in erster Linie davon abhängen, ob sich ausreichend Hersteller finden, die solche Aero-Kits bauen wollen. Die IRL spricht in ihrer PR-Mitteilung bewusst große Namen an: “Come on Ford, GM, Lotus, Ferrari. Come on Lockheed Martin, Boeing, General Electric.” Öffentlich zu Wort gemeldet hat sich bisher aber keine der genannten Firmen.

Wie etwa auch bei der A1GP wird das fertige Auto dann nicht mehr “Dallara” heißen, sondern ausschließlich nach dem Hersteller des Aero-Kits benannt sein. Die IRL hofft, dass es renomierte Firmen als gutes Geschäft empfinden, so quasi zu Okkassionspreis zum “Hersteller” aufsteigen zu können. Weniger toll werden die Aero-Hersteller aber womöglich das Kostenlimit von 70.000 US$ pro Stück finden, das die IRL für die Aerodynamik-Packages vorschreibt.

Verständlich ist das aber trotzdem. Immerhin war es ein erklärtes Ziel, mit dem neuen Auto die Kosten für die Teams deutlich zu senken. IRL-CEO Randy Bernard hat dazu bei der Vorstellung des neuen Wagens Reduktionen um die 45 Prozent versprochen. Konkret soll das Basis-Chassis nun 349.000 US$ pro Stück kosten, mit einem Aero-Kit von Dallara 385.000 US$. “Fremde” Aero-Kits dürfen, wie erwähnt mit maximal 70.000 US$ zu Buche schlagen. Teams dürfen die Aero-Kits auch selbst herstellen, müssen sie dann aber der Konkurrenz zum Kauf anbieten. Dank Unterstützung der Regierung von Indiana werden die ersten 28 Safety cells für Teams mit Basis im Bundesstaat sogar nur 235.000 US$ kosten. Ein deutlicher Unterschied zu den 700.000 US$, die Dallara derzeit für ein Chassis verlangt.

Ein weiteres Ziel der IRL war es, die Fertigung der Chassis näher an die Serie “heranzuholen”. Das ist gleich zweifach gelungen: Einerseits hat die IRL nun deutlich mehr Einfluss darauf, wie die Wagen in technischer Hinsicht auszusehen und zu funktionieren haben. Immerhin sind es eben nicht mehr reine Dallara, sondern eher im Auftrag der IRL von Dallara gebaute Wagen. Die IRL hat in ihrer Pressemeldung bereits angekündigt, ihre technische Kapazität deutlich ausbauen zu wollen. Dazu gehört auch der Aufbau eines eigenen technischen Mitarbeiterstabes, der für den neuen Wagen zuständig sein soll.

Andererseits ist man auch geographisch näher dran: Als Teil des Konzeptes hat Dallara versprochen, dass die “safety cells” in einer Fabrik in Speedway, IN – also nur wenige 100 Meter vom Austragungsort des Indy 500 entfernt – gebaut werden sollen. Damit werden auch 80 neue Jobs geschaffen – in diesem Zeiten ein wichtiges Argument, das angeblich auch kräftig zur Entscheidung begetragen haben soll.

Das ist eine schöne Geste von Dallara, die von den anwesenden Fans auch mit Applaus aufgenommen wurde. Allerdings: Nun muss die italienische Chassis-Schmiede bis Anfang 2012 nicht nur die Wagen, sondern vorher auch noch eine Fabrik bauen. Bei der Präsentation wurde mehrfach versichert, dass das gar kein Problem sei, und der Zeitplan stehe – das erste Auto solle im Oktober 2011 rollen. Ob das tatsächlich alles so schnell funktioniert, bleibt abzuwarten.

Die ersten Reaktionen machner Fans waren derweil nicht so toll: Wer die Facebook-Kommentare gelesen hat, die neben dem Livestream auf indycar.com durchliefen, konnte schon ein wenig Angst um die Serie bekommen. Die negative Erstreaktion mag aber auch daran gelegen haben, dass es komplizierte Konzept nicht gleich vollständig bei den Fans angekommen ist. Viele hatten sich einen kompletten Neuanfang erhofft – als dann das Wort “Dallara” fiel, hörten einige schon nicht mehr richtig zu. Weiteres PR-Manko: Wie der neuen Wagen nun wirklich aussehen wird, blieb völlig offen.

Letztendlich halte ich diese erste Reaktion auch nicht für besonders wichtig – wenn die fertigen Wagen nett aussehen, gut klingen und tolle Rennen produzieren, ist das alles sicher schnell wieder vergessen. Die Basis dafür existiert meines Erachtens mit dem neuen Konzept – ob genügend Hersteller anbeißen, muss sich allerdings noch zeigen.

Kurzvorschau: Honda Indy Toronto

Sportlich gesehen geht es schon am Wochenende weiter. Und zwar mit dem Stadtrennen in Toronto, einem jener Traditionsevents, die die Indycar aus der Erbmasse der Champcars übernommen hat. Zwischen 1986 und 2007 war die Serie dort unterwegs, als Erinnerungen bleiben Gedanken an viele tolle Rennen. Aber auch an eine besonders dunkle Stunde: 1996 stieg das Auto von Jeff Krosnoff nach einer Kollision mit Stefan Johansson auf traf zuerst einen Baum und danach zwei Streckenposten. Krosnoff und einer der Streckenposten, Gary Arvin, waren sofort tot, ein weiterer Marshall wurde schwer verletzt.

In Folge wurde die Streckensicherheit stark verbessert, die CART fuhr, wie erwähnt, auch in den Folgejahren weiter auf der Strecke. Nach der Wiedervereinigung der beiden Serien wurde 2008 nicht gefahren – seit vergangenem Jahr steht der Kurs aber wieder auf dem Indycar-Kalender. Die 2009er-Augabe lieferte ein richtig gutes Rennen – vor allem die beeindruckende Fahrt von Paul Tracy (und deren plötzliches Ende) wird vielen in Erinnerung geblieben sein. Die Zuschauerzahlen waren leider nicht ganz so gut. Vermutlich wird man dem Rennen allein wegen der guten Tradition noch etwas Zeit geben. Trotzdem: Wenn sich die Zahlen nicht verbessern, könnte auch dieser Lauf in näherer Zukunft den Umschichtungen im IRL-Kalender zum Opfer fallen.

Neben den “üblichen Verdächtigen” werden in Toronto auch ein paar gern gesehene All-Stars mit von der Partie sein. So hat Paul Tracy für dieses Rennen (und den folgenden Lauf in Edmonton) einen Vertrag mit KV Racing abgeschlossen. Tomas Scheckter wird ebenfalls mit dabei sein, und den Dreyer & Reinbold Boliden von Mike Conway pilotieren. Und auch Graham Rahal kehrt in die Serie zurück: Toronto ist das erste von sechs Rennen, dass der US-Youngster in diesem Jahr mit seinem “alten” Team von Newman/Haas Racing bestreitet.

Alle drei genannten Fahrer muss man in Toronto wohl auch zum erweiterten Favoritenkreis zählen. Paul Tracy hat ja erst im vergangenen Jahr bewiesen, dass auf diesem Kurs mit ihm zu rechnen ist. Und Rahal konnte immerhin sogar den Sarah Fisher Wagen in St. Petersburg im Mittelfeld platzieren. Ob der Newman/Haas in diesem Jahr aber für bessere Platzierungen gut ist, muss sich erst zeigen. Die bisherigen Saisonergebnisse seines Neo-Teamkollegen Hideki Mutoh waren wenig erfolgversprechend.

Ansonsten wohl wieder mit vorne dabei: Die üblichen Verdächtigen. Mit Ganassi und Penske ist bekanntlich immer zu rechnen, in der Stadt besonders mit Dario Franchitti und Will Power. Andretti Autosport war bei den bisherigen Stadtkursen auch schnell unterwegs, Ryan Hunter-Reay konnte in Long Beach sogar gewinnen. Sonst zu beachten: Viso, Wheldon, Meira, unter Umstäden Sato. Und womöglich Adam Carroll, der in Watkins Glen einen sehr beachtlichen Einstand abgeliefert hat.

(Kleines Update, 15.7., 14:50): Mittlerweile hat die Indycar Series auch wieder das obligatorische Onboard-Video hochgeladen, diesmal mit Erklärungen von Will Power. Hier ist es:

Übertragen wird auch dieses Rennen auf ABC, man kann sich also wieder auf eine qualitativ fragwürdige Broadcast-Leistung einstellen. Zumindest ist davon auszugehen, dass sie nach dem Desaster von Watkins Glen diesmal besonderen Wert darauf legen werden, nicht noch einmal den Rennstart zu verpassen. Im deutschen Sprachraum zu sehen ist das Rennen (wie auch alle Trainings, die Qualifikation und der Indy Lights Lauf) wie immer auf der Racecontrol auf indycar.com. Und in den halblegalen Untiefen des Internets.

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July 14 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Obwohl Rubens Barrichello bei Williams hoch geschätzt wird und er bisher fast alle Punkte des Teams zusammen gefahren hat, ist der Vertrag für 2011 noch nicht fix. Die gesamte Führungsmannschaft von Williams redet seit Wochen davon, dass man ohne den Brasilianer nicht da sein würde, wo man jetzt ist, aber Barrichello selber hält sich bedeckt. Offenbar hat er ein Angebot von Williams, schaut aber vielleicht mit einem Auge zu Renault oder Force India, wo sich ja eventuell etwas tun könnte. Weiteres Problem für Williams: Ende des Jahres verabschieden sich die Sponsoren Air Asia und RBS. Vermutlich wird Barrichello bleiben, wenn die Finanzierung seines Vertrages steht.

// Ein weiter Mann, über den im Moment viel geredet wird, ist Kimi Räikkönen. Der Finne ist in der WRC zwar recht flott unterwegs, legt seinen Wagen aber mit schöner Regelmäßigkeit auch in der Botanik ab. Im Moment gibt es gleich drei Szenarien, die ihn als Hauptperson haben: 1. Er geht zu Renault. Es ist kein Geheimnis, das Renault die eher mauen Ergebnisse von Petrov kritisch beäugt und mit Kimi einen passenden Fahrer im Stall hätte. 2. Er geht zu Mercedes. Das Gerücht entstand die Tage, als durchsickerte, dass Norbert Haug vor ein paar Wochen bei Räikkönen zu Besuch war. Man relativierte den Besuch aber als “freundschaftlich”, was immer das heißen mag. Auf der anderen Seite müsste man dann Schumacher entlassen, was ja auch keiner glaubt. 3. Er geht zu Red Bull, Webber geht zu Renault. Nicht so unwahrscheinlich, wie es vielleicht im ersten Moment klingt. Die Probleme zwischen RB und Webber sind bekannt, Räikkönen fährt in der WRC dank des Sponsoring von Red Bull. Alle Szenarien haben nur einen Haken: Angeblich hat der Finne noch bis Ende 2011 einen Vertrag mit Ferrari, die ihm weiter sein Gehalt zahlen. Sollte er in die F1 zurückkehren wollen, wäre der Vertrag hinfällig

// Die FIA legt die Hürden ein 13. Team nach dem Desaster um USF1 offenbar sehr hoch. Wer auch immer den Zuschlag erhält, muss 19 Millionen Euro Sicherheitseinlage vorstrecken. Nach dem Motto: wer das hinbekommt, der kann auch eine Saison finanzieren. Dabei ist nicht mal klar, wer noch im Rennen ist, nachdem ART und Prodrive schon abgewunken haben. Selbst bei Euskadi soll das Geld eng werden. Bleibt Stefan GP und die mysteriöse “Cypher Group” aus den USA, die schon Jonathan Summerton als möglichen Fahrer bekannt gegeben haben. Die Ankündigung einer so hohen Sicherheitszahlung könnte darauf hindeuten, dass man es StefanGP und der Cypher Group schwer machen möchte.

// Dreyer & Reinbold-Racing hat gleich zwei weitere Piloten für das Auto des verunfallten Mike Conway engagiert. Am Wochenende wird Tomas Scheckter den Wagen durch Toronto pilotieren, Indy Lights Meister J.R. Hildebrand kommt dann in Mid-Ohio und Sonoma zu seiner Indycar-Premiere. Hildebrand ist dabei aber kein reiner Ersatz für Conway: Der Brite zielt derzeit auf ein Comeback am Infineon Raceway – sollte sich das tatsächlich ausgehen, wird D&RR dort einen zusätzlichen Wagen bereitstellen. Wer das Auto in der Zwischenzeit in Edmonton bekommt, ist noch unklar.

// Ein Cockpit hat endlich auch Graham Rahal gefunden – und zwar für sechs der verbleibenden acht Saisonrennen bei Newman/Haas. Los gehts bereits am kommenden Wochenende in Toronto, die anderen fünf Rennen sind Mid-Ohio, Sonoma, Motegi, Chicagoland und Homestead. Lediglich Edmonton und Kentucky werden voraussichtlich ohne Rahal auskommen müssen.

// Zumindest die Fans in Edmonton haben aber wohl im kommenden Jahr noch einmal Gelegenheit, den Youngster live bei der Arbeit zu sehen. Allgemein war damit gerechnet worden, dass der Lauf in der Hauptstadt der Provinz Alberta dem Sparstift zum Opfer fällt – immerhin hat die Stadt in den vergangenen Jahren mit dem Rennen Millionenverluste eingefahren. Jetzt hat sich aber wohl doch noch ein neuer Promotor gefunden – und zwar gleich für drei Jahre von 2011 bis 2013.

// Die Superleague Formula hat vom PR-Büro der Volksrepublik China wohl eine all-inclusive Reise geschenkt bekommen. Denn plötzlich sickert durch, dass die Fußball-Rennserie im Oktober dort zwei Rennen absolvieren möchte. Eine offizielle Pressemeldung gibt es noch nicht, aber auf der Homepage der Serie tauchen seit kurzem die zwei neuen Termine im Kalender auf. Der erste der beiden Läufe findet in Ordos, in der inneren Mongolei statt. Die Strecke dort soll im Juli fertig gestellt sein, ein Plan des “Ordos International Circuit” ist bereits verfügbar. Ziel der Regierung ist es, der bisher eher unbekannten aber durchaus wohlhabenden Region ein moderneres Image zu geben. Lokalkolorit bleibt trotzdem erhalten: Der Grundriss der Strecke ist einem durch die Steppe laufenden Pferd nachempfunden. Der Austragungsort des zweiten Rennens steht noch nicht fest, Gerüchte sprechen von einem Stadtkurs in Peking.

// Kalender-News gibt es auch aus der WTCC. Promoter Marcello Lotti hat gegenüber motorsport-total.de bestätigt, dass ein Rennen in Argentinien in der kommenden Saison wohl fix ist. Austragungsort des Laufes ist die ehemalige Formel 1-Strecke in Buenos Aires. Ob allerdings auch das F1-Layout, oder eine der unzähligen anderen Varianten gefahren wird, ist unklar. Die argentinische TC2000, in deren Rahmenprogramm man auftreten wird (bzw. die, wie Lotti versichert des Rahmenprogramm der WTCC darstellen wird) benützt in diesem Jahr die lange und ultraschnelle Variante 12. Beginnen wird die kommende Saison möglicherweise in Marrakesch – die marrokanischen Veranstalter haben sich wohl einen prominenteren Termin gewünscht. Außerdem vermutlich neu: Ein Rennen in China. Lotti hat dafür das neue Guandong International Circuit in der gleichnamigen Provinz – einem der chinesischen Wirtschaftsmotoren – im Auge. Problem: Unweit von der Strecke liegt auch die “Sonderverwaltungszone” Macau, traditioneller Ort des Saisonfinales, das Lotti unbedingt im Kalender halten will.

// Auch in dieser Saison tut sich in der WTCC weiterhin Einiges: So hat Volvo vergangene Woche bekannt gegeben, dass man bei den Rennen in Brands Hatch (also schon am kommenden Wochenende) und Okayama einen von Robert Dahlgren pilotierten c30 an den Start bringen wird. Das ganze soll ein Testlauf fpr 2011 werden – dann plant man nämlich die gesamte Saison zu bestreiten.

// Auch bei den Fahreren gibt es (neben Dahlgren) in Großbritannien zwei Neuzugänge: Tom Boardman wird einen Seat León pilotieren, der Brasilianer Cacá Bueno einen vierten Chevrolet Cruze. Bueno ist neben Leonel Pernía (bekannt durch den Start für Chevrolet in Monza) einer der beiden Piloten, die vermutlich im kommenden Jahr unter der Ägide von Honda Argentinien ganzjährig in der WTCC starten werden. Wieso der zunkünftige Konkurrent Chevrolet gleich beide Fahrer in diesem Jahr ans Steuer lässt, ist unklar.

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