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July 07 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nach den Rennen in Barcelona und Valencia und den Formel1-zertifizierten Strecken in Valencia (Ricardo Tormo), Jerez und Aragon soll es in Spanien bald noch eine Strecke geben, auf der die Königsklasse des Motorsports Rennen bestreiten könnte. Joan Jaume Mulet, Bürgermeister der Gemeinde Llucmajor auf Mallorca soll sich beim GP von Europa mit Bernie Ecclestone über den Bau einer solchen Anlage auf der Baleareninsel unterhalten haben. Fertig könnte die Bahn frühestens 2013 sein. Architekt ist ausnahmsweise nicht Hermann Tilke – auch, wenn man das dem ersten Streckenplan nicht wirklich ansehen würde.

// Kein Formel 1 Rennen wird es dagegen wohl in nächster Zeit auf dem ehemaligen A1-Ring geben. Dietrich Mateschitz, dessen Red Bull-Konzern die Strecke gekauft hat, und derzeit renoviert, hat dementsprechende Gerüchte jedenfalls in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten als “unfassbaren Unsinn” bezeichnet. Fazit: “Da ist nichts dran.”

// Eine andere Strecke scheint sich dagegen allen Unkenrufen zum Trotz ihrem F1-Debut zu nähern: Ein Sprecher des Korea International Circuit hat noch einmal bestätigt, dass der Kurs bereits jetzt fast fertig gestellt sei, und dem Formel 1 Rennen Ende Oktober folglich nichts im Wege stehen sollte.

// Autosport hat mal wieder den Fotospion losgeschickt. Ziel war diesmal Magny-Cours, wo das GP2-Auto für 2011-2013 seine ersten Runde gedreht hat. Der Ersteindruck: Die ganze Schönheit des Wagens geht aus dem Foto – sofern überhaupt vorhanden – wohl noch nicht hervor. Dafür ist der Wagen jetzt zumindest optisch deutlich näher an der Formel 1.

// Ryan Hunter-Reays Nagelbetten werden sich freuen: Die Zeit, in der er jede Woche bangen musste, ob er am folgenden Rennwochenende an der Start gehen kann, ist vorbei. IZOD und Andretti Autosport haben am Sonntag in Watkins Glen bekannt gegeben, dass der in der Meitschaft derzeit bestplatzierte Amerikaner nun doch genügend Sponsorengelder gefunden hat, um den Rest der Saison bestreiten zu können. Hauptgeldgeber bleibt IRL-Titelsponsor IZOD selbst (praktischerweise auch schon länger persönliche Sponsoren von Hunter-Reay), weiteres Geld kommt von Ethanol USA – und einer ganzen Reihe weiterer Sponsoren, die bei Interesse auf der oben verlinkten Teamhomepage nachzulesen sind.

// Weiter News gibt es derweil zum IRL-Kalender für 2011: planet-irl.com will von Serien-CEO Randy Bernard erfahren haben, dass die Saison 2011 nicht in Homestead ihr Finale feiern wird, was wohl überhaupt das Ende des Ovals auf dem Indycar-Kalender bedeuten würde. Stattdessen wünscht sich Bernard einen Saisonabschluss in Las Vegas – die Gespräche darüber sind allerdings noch nich abgeschlossen. Watkins Glen könnte dagegen – anders, als noch vorige Woche berichtet – doch auch im kommenden Jahr wieder ein Rennen ausrichten.

// Möglichweise auch schon im kommenden Jahr könnte das Indy 500 um 11 Uhr statt um 1 Uhr Ortszeit über die Bühne gehen. Grund dieses für europäische TV-Bedürfnisse nicht ganz unpassenden Wechsels: Indy 500 und Coca Cola 600 wären dann zeitlich weit geug voneinander entfernt, um Piloten die Möglichkeit zu geben, in beiden Rennen zu starten – und den geplanten 20 Mio. Dollar-Preis für beide Rennsiege zu gewinnen.

// Auch bei der NASCAR könnten im nächsten Jahr größere Veränderungen des Kalenders anstehen. Laut CBS-Informationen haben die beiden großen Streckenbetreiber-Firmen ISC und SMI um Anpassungen gebeten. Der Kentucky Speedway könnte endlich sein langersehntes Cup-Rennen bekommen, ebenso soll Las Vegas ein zweites Rennen zugesprochen werden. Dafür könnte das mangels Spektakel oft kritisierte New Hampshire ein Datum verlieren, ebenso der schnelle Atlanta-Kurs (bisher alles SMI-Besitz). Im ISC-Programm könnte Kansas das Februar-Rennen des stets schlecht besuchten Auto Club Speedway nahe LA erhalten. So harsch die Kritik an den Ovalen in Fontana und Loudon auch oft sein mag, insgesamt gäbe es, sollten diese Spekulationen sich bewahrheiten, weniger Abwechslung und mehr 1,5-Meiler im Sprint Cup-Kalender.

// Staunen auf dem Friedhof der Rennserien: Aus der Gruft mit der Aufschrift “A1 GP, 2005-2009″ ist Rumoren zu vernehmen! Autosport berichtet, dass der “Weltcup des Motorsports” vor der Rückkehr in der Wintersaison 2011/12 stehen könnte. Allerdings mit leicht verändertem Konzept – die Teams würden nicht mehr von der Serie finanziell unterstützt, sondern müssten – wie in anderen Rennserien auch – selbst ihr Auslangen finden. Unverändert bliebe der Kern: Nationenteams, die in der sonst motorsportfreien Wintersaison auf weniger genutzten Rennstrecken rund um die Welt ans Werk gehen.

// Peugeot hat nach intensiver Analyse die Ursache für die drei Motorschäden in Le Mans a  

July 06 2010

08:07

Indycar: Der “GP at the Glen” und die Saisonhalbzeit

Ein großer Knaller war es nicht gerade, was die IRL am Sonntagabend in Watkins Glen präsentiert hat. Insgesamt kann die Serie zur Saisonhalbzeit aber ganz zufrieden sein – wenn es auch ein paar Schönheitsfehler gibt.

Der Kurs von Watkins Glen bevorzuge Underdogs, habe ich vergangene Woche hier geschrieben. Daher solle man am Renntag ganz besonders auf Paul Tracy, Justin Wilson und Takuma Sato achten. Nunja. Am Ende stand doch wieder Meisterschaftsleader Will Power in der Victory Lane, gefolgt von einem weiteren Penske und einem Ganassi. Bester aus dem Geheimtipp-Trio: Justin Wilson auf Rang 10. Auch in einer anderen Sache könnte ich daneben gelegen sein: Das Rennen am vergangenen Sonntag war vielleicht doch nicht der letzte IRL-Lauf auf dem Kurs in Upstate New York. Zumindest haben sich Veranstalter Michael Printup und Indycar-CEO Randy Bernard am Wochenende recht positiv zur Veranstaltung geäußert. Und das ist auch gut so. Denn auch, wenn “The Glen” nicht die spannendsten Rennen produziert – es gibt dort etwas, was die IRL abseits des Indy 500 dringend braucht: einen Hauch von Tradition.

Immerhin versucht man, die Verbindungen zu alter Größe anderswo fast schon etwas bemüht herzustellen. Das zeigt sich etwa bei der Namensgebung der neuen Oval- und Rundkursmeisterschaften nach alten Idolen des Sports. Oder auch beim großen Trara, das die Indycar-Offiziellen kürzlich um die “Rückkehr” des Rennens in Loudon auf den IRL-Kalender veranstaltet haben. Oder aber auch daran, dass man mehrfach kundgetan hat, auch dann bereit zu sein, ein Rennen auf der (historischen) Milkwaukee Mile zu fahren, wenn man dadurch keinen finanziellen Gewinn erzielen könnte. Dass daraus trotzdem nichts zu werden scheint, zeigt, wie bescheiden es nach wie vor um das Open Wheel Racing in den USA steht. Aber bitte: Zumindest das Problem scheint den Verantwortlichen jetzt klar zu sein.

Das Indy 500 mag sich als Tradition gehalten haben – aber die IRL als Rennserie ist für viele Fans immer noch eine neue, etwas unnatürliche Erfindung. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil gegenüber der NASCAR mit ihren vielen altherbebrachten Bräuchen und ihrer umfangreichen Historie, die bei allen Gelegenheiten auch im TV erwähnt wird. Dabei gäbe es auch genug Open Wheel Tradition in den USA – der IRL muss es nur gelingen, in den Augen der Fans als legitimer Träger dieser Tradition dazustehen. Und nicht als die Piratenserie, deren Abspaltung die CART zerstört hat. Viele Wunden aus dem Split sind noch immer nicht verheilt. Der neue Serien-CEO Randy Bernard scheint das erkannt zu haben. Seine Bitten an die Medien, die Serie nicht länger als “IRL”, sondern als “Indycar Series” zu bezeichnen, zielen jedenfalls auf dieses Problem.

Überhaupt scheint derzeit manches in die richtige Richtung zu gehen. Der neue Kurs in Brasilien hat sich trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten als spannend und spektakulär erwiesen – wenn man im nächsten Jahr die Probleme mit Organisation und Sicherheit in den Griff bekommt, wird der Lauf ein echtes Plus sein. Die zwei bisher bekannten Neuheiten im Kalender 2011 klingen sinnvoll: Baltimore ist im amerikanischen Sportkalender unterrepräsentiert. Demensprechend viel wird die Stadt in die Promotion des Indycar-Rennens investieren. Außerdem ist der Standort gut gewählt: Der Großraum wird von der NASCAR ein wenig vernachlässigt, beherbergt aber eine Menge Menschen – ein womöglich ungesättigter Motorsportmarkt. Auch die zweite neue Rennen in Loudon ist bei den amerikanischen Fans auf Zustimmung gestoßen. Ein weiteres kleineres Oval wird der Vielfalt im Kalender jedenfalls gut tun. Und dass man angeblich nicht mehr in Homestead fahren will, halte ich auch für keine schlechte Idee. An ein richtig tolles Saisonfinale dort kann ich mich nämlich nicht erinnern.

Auch die sonstigen Entscheidungen über die Zukunft der Serie scheinen mit Bedacht gefallen zu sein. Die neue Motor-Formel für 2012 klingt sinnvoll – es bleibt zu hoffen, dass sich jetzt auch wirklich mehrere Hersteller zu einem Engagement in der Serie hinreißen lassen. Ähnliches gilt beim Chassis: Nach der großen Fan-Aufregung über den Delta Wing war es wohl clever, die Sache erstmal etwas abzukühlen, und dann die Auswahl aus mehreren Bietern von einem Kommittee aus erfahrenen Experten treffen zu lassen. Mittlerweile ist die Entscheidung gefallen – bekanntgegeben wird sie aber erst am 14. Juli. Bleibt zu hoffen, dass das ICONIC-Committee den Erwartungen gerecht wird, und eine Entscheidung trifft, mit der Teams und Fans leben können.

Man darf die Sache aber auch nicht zu rosig sehen. Die Serie kämpft nach wie vor mit massiven Problemen. Das größte davon ist, dass es trotz verstärkter Anstrengungen und guter Promotion durch Seriensponsor IZOD noch nicht wirklich gelungen ist, die Indycars über die allgemeine Wahrnehmungsschwelle zu heben. Die TV-Quoten bleiben schwach, die Besucherzahlen an den Strecken reichen auch gerade dafür aus, dass die Veranstalter am Rande der Profitabilität balancieren können.

Das liegt zum einen sicher daran, dass die Serie einen Großteil ihrer Saison gut versteckt im Programm des Sport-Nischensenders Versus verbringt. Der macht zwar eine gute Übertragung, ist aber vielen Durchschnitts-Konsumenten einfach kein Begriff. Auch diese Problem hat die Indycar-Führung aber erkannt. Randy Bernard hat als großes Ziel ausgegeben, die Ratings der Serie zu erhöhen – auch einer Trennung von Versus scheint er nicht ganz abgeneigt zu sein. Aber: Die damalige IRL hat erst 2008 einen Zehnjahresvertrag(!) mit dem Sender unterzeichnet, aus dem es womöglich kein Entrinnen geben wird. Das einzige Problem kann das aber ohnehin nicht sein – denn auch die Quoten auf ABC sind nicht gerade berauschend, die des “Kronjuwels” Indy 500 sogar nach wie vor rückläufig.

Der Indycar Series fehlt es wohl auch an interessanten Storylines und (US-)Persönlichkeiten. Damit meine ich nicht, dass man à la Wrestling einfach irgendwelche Handlungsstränge erfinden sollte. Derzeit wirken viele der Fahrer aber einfach gar zu nett – zum Teil sogar anonym bis austauschbar. Etwas mehr Rivalität würde der Identifikation der Fans mit bestimmten Piloten sicher gut tun. In der NASCAR geht es ja immerhin auch. Zugegeben: Die Art und Weise, wie manche Fahrer dort miteinander umgehen, würde bei den Indycars schnell zu üblen Crashes und Verletzungen führen. Also vielleicht zu einem passenderen Beipiel: Der Formel 1. Aktionen wie bei den Stockcars kommen dort in der Regel nicht vor. Wenn etwa ein Hamilton aber auf der Strecke auf Herrn Alonso trifft, wissen trotzem alle Fans, dass es um mehr geht, als eine Platzierung – und halten erstmal den Atem an.

Ein gute Anfang wäre es aber allemal, endlich etwas mehr Fahrer aus den USA in die Serie zu bringen. Bester Amerikaner in Watkins Glen war etwa Ryan Hunter-Reay auf Platz 7. Ferner liefen noch Marco Andretti (Platz 13) und Danica Patrick (20) – und wenn ich nicht einen groben Fehler gemacht habe, dann wars das auch schon wieder. Dass etwa Grahan Rahal nur häppchenweise in der Serie auftreten kann, während eine Milka Duno das ganze Jahr unterwegs sein darf, ist im Grunde ein Armutszeugnis. Und dass auch Ryan Hunter-Reay bis vergangene Woche um seinen Stammplatz bangen musste, setzt der Angelegenheit die Krone auf.

Fahrer und Teams

Will Power macht es einem nicht schwer, ihn bisher als den Fahrer der Saison zu betiteln. Seine Leistungen auf den Rundkursen waren durchwegs ordentlich. Die gelegentlichen Patzer, die ihm in früheren Jahren öfter mal gute Ergebnisse geraubt haben, scheint er abgestellt zu haben. Auch auf den Ovalen hat der Australier teils starke Leistungen abgeliefert. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Power im vergangenen Jahr noch nicht mal alle Rennen fahren konnte – zuerst deshalb, weil Helio Castroneves doch noch in seinem Steuer-Prozess freigesprochen wurde. Und danach wegen der Verletzung nach dem heftigen Crash in Sonoma. Auch, wenn Power im wohl besten Auto der Saison sitzt – die Führungen in der Gesamtmeisterschaft und der “Mario Andretti Trophy” gehen völlig in Ordnung.

Auch die sonstigen Penske- und Ganassi-Fahrer haben sich bisher nicht viel Blöße gegeben: Dario Franchitti fährt auch im zweiten Comeback-Jahr sehr konstant vorne mit und führt immerhin in der “A.J. Foyt Trophy”. Ähnliches gilt für seinen Teamkollegen Scott Dixon. Schon etwas unauffälliger, aber immer noch gut: Ryan Briscoe. Helio Castroneves ist derzeit wohl der schwächste des Top-Quintettes. Aber auch der Brasilianer braucht nur ein gutes Wochenende, um wieder voll vorne dabei zu sein.

Beeindruckt hat mich sonst noch Ryan Hunter-Reay. Vor allem auf den Rundkursen hat der Texaner unter Druck ein paar schöne Rennen gezeigt, insbesondere in Brasilien, wo er fast gewonnen hätte, und beim großen Klassiker in Long Beach, wo es dann tatsächlich für den Sieg gereicht hat. In Watkins Glen war die Form nicht ganz so toll, mit Platz sieben war er aber immer noch mit Abstand der beste Andretti Autosport-Pilot.

Außerdem toll: Die Leistungen des neuen FAZZT Racing Teams und von Alex Tagliani. Vor allem auf den Ovalen lieferte die Truppe die eine oder andere Überraschung, aber auch auf der Rundkursen gab es so manchen Ausreißer nach oben.

Simona de Silvestro hat sich vor allem zu Beginn der Saison gleich eine beachtliche Fanbasis erarbeitet. Die Schweizerin zählt sicher zu den besseren Rookies in dieser Saison, hat aber an manchen Wochenenden noch Potential nach oben. Das gilt vor allem für die Ovale, die für de Silvestro völliges Neuland sind. Sofern sie es schafft, ihre Leistung zu stabilisieren, traue ich ihr aber durchaus zu, auch dann und wann mal an der Spitze mitzukämpfen.

Das gleiche gilt für den zweiten bekannten Rookie Takuma Sato. Es fehlt dem Japaner noch an Konstanz, ein paarmal hat er auch unnötig Kleinholz produziert. Experten bescheinigen ihm aber, dass er sich überraschend schnell an das Fahren im Oval gewöhnt hat. In Iowa hätte er wohl den Speed für einen Podestplatz gehabt – bis er den Wagen im letzten Renndrittel in die Wand schmiss.

Eher mittelprächtig war die bisherige Saison für Andretti Autosport. Siege in Long Beach und Iowa können nicht darüber hinwegtäuschen, dass man insgesamt den Anschluss an die Spitze noch nicht gefunden hat. Manchmal ist die Truppe fast vorne dabei, an anderen Tagen versinken die Piloten im Mittelfeld. Das gilt ganz besonders für Starfahrerin Danica Patrick. Einem tollen Rennen in Texas stehen enttäuschende Leistungen zu Beginn der Saison und nun auch wieder in Watkins Glen gegenüber.

Insgesamt ist die Leistungsdichte in der IRL aber im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen, was Tony Kanaans Sieg in Iowa – der erste Oval-Sieg eines nicht Penske- oder Ganassi-Autos seit Nashville 2008 – nochmal nachdrücklich gezeigt hat. Man darf also schon gespannt sein, wie sich die Serie im zweiten Saisonteil präsentiert.

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July 01 2010

16:43

IRL Vorschau: Grand Prix at The Glen

Nach den ersten vier Ovalrennen kehrt die Indycar Series über den Sommer wieder auf die Road Courses zurück. Los geht es am kommenden Sonntag mit dem Lauf am historischen Boden von Watkins Glen.

Fans der alterhwürdigen Strecke in Upstate New York sollten am Sonntag unbedingt zusehen – es könnte nämlich gut sein, dass es sich um das vorläufig letzte Rennen der Indycar Series in Watkings Glen handelt. Ob die Serie ab kommender Saison wieder dort Halt macht ist derzeit zwar noch unklar – man hört aber immer wieder davon, dass der Lauf wohl ziemlich gefährdet sei. Das wird vor allem die Underdogs in der IRL nicht freuen. Denn kleinere Teams waren in der vergangenen paar Jahren dort oft erfolgreich. 2008 konnte hier Ryan Hunter-Reay im Rahal-Letterman Wagen gewinnen, im vergangenen Jahr schenkte Justin Wilson dem Team von Dale Coyne den allerersten Sieg im Rahmen einer größeren Meisterschaft. Man darf gespannt sein, ob sich die Serie auch in diesem Jahr fortsetzt.

Ein möglicher Kandidat für eine solche Cindarella-Story ist in diesem Jahr etwa Paul Tracy. Der kanadische Altstar hatte zwar das Pech, beim Indy 500 in der Quali-Hürde zu scheitern – ich bezweifle aber, dass das an Talent oder Einsatz lag. Was er an einem guten Tag noch immer kann, hat Tracy ja erst vor weniger als einem Jahr in Toronto bewiesen. Diesmal sitzt er allerdings nicht im gewohnten KV-Racing Boliden, sondern im Dreyer & Reinbold-Wagen des verletzten Mike Conway. Das Team mag nicht unbedingt zuu den Spitzenmannschaften der IRL gehören – aber was Dale Coyne im vergangenen Jahr konnte, das müssten sie eigenlich heuer auch können.

Für das gleiche Team geht in diesem Jahr ja auch Vorjahressieger Justin Wilson an den Start. Auf den Ovalen lief es zwar eher mittelmäßig – auf einem Rundkurs ist dem Briten aber durchaus zuzutrauen, dass er die Überraschung vom vergangenen Jahr wiederholt. Ein weiterer Außenseitertipp ist für mich Takuma Sato. Der ehemalige Grand Prix Pilot hat sich zwar beim ersten Teil des Rundkurs-Reigens in diesem Jahr nicht grade mit besonderem Ruhm bekleckert, auf den Ovalen lief es aber dann in letzter Zeit doch schon richtig gut – wenn er denn einmal ins Ziel gekommen wäre. Sofern er sich mittlerweile auch an das Rundkurs-Verhalten des Autos gewöhnt hat, ist mit dem Japaner aber sicher zu rechnen.

Neu dabei an diesem Wochenende: Adam Carrol. Der letzte Champion der seligen A1GP-Serie (mit Team Irland 2008-09) wird bis auf weiteres eines der Autos von Andretti Autosport pilotieren. Ob der Nordire allerdings gleich vorne mitfahren kann, bleibt fraglich. Die bisherigen Erfahrungen von zweifelsohne talentierten Fahrern wie Sato oder Baguette lassen eher vermuten, dass auch bei Carroll eine gewisse Eingewöhungszeit von Nöten sein wird.

Carroll wird dabei das fünfte Auto des Teams zur Verfügung haben – denn auch Ryan Hunter-Reay hat für dieses Rennen wieder ausreichende Sponsoren auftreiben können. Laut Spotter-Guide (Achtung, .pdf) dürfte es sich bei diesen “neuen Sponsoren” um  die altbekannten Geldgeber von IZOD handeln, die noch einmal ein paar Dollar locker gemacht haben. Ob die aber auch den Rest der Saison weiter finanzieren können oder wollen ist unklar.

Die traditionsreiche Strecke von Watkins Glen war auch für die IRL einer der ersten Kurse, auf denen man Rundstreckenrennen fuhr. Seit dem Übergang von einer reinen Ovalserie im Jahr 2005 waren die Indycars hier in jedem Jahr am Start. Und auch sonst magelt es in Watkins Glen nicht an Geschichte. In den 60er- und 70er-Jahren war die Formel 1 hier unterwegs, seit 1986 fährt die NASCAR eines ihrer derzeit zwei jährlichen Rundstrecken-Rennen auf dem Kurs. Allerdings benützt die IRL ein etwas anderes Layout, wie Danica Patrick auf dem aktuellen Onboard-Video erklärt:

Was dabei sofort auffällt: Wie nahe in vielen Kurven (und besonders auf den Geraden) die Leitplanken an der Strecke stehen. Obwohl man in den vergangenen Jahren einige Umbauten durchgeführt hat, damit die Indycars ohne Probleme fahren können: Besonders sicher ist der Kurs noch immer nicht.

Das ist allerdings nicht der Grund, wieso gemunkelt wird, dass die IRL dort vorerst zum letzten Mal Station macht. Vielmehr geht es dabei wieder einmal um das liebe Geld. 1,5 Millionen US-Dollar verlangt die IRL von Streckenbetreibern im Moment dafür, dass man auf einem Kurs an der Start geht. Das lohnt sich, wie Kevin Lee im aktuellen Trackside-Podcast vorechnet, erst dann, wenn man mindestens 50.000 Tageskarten zum üblichen Preis von 30$ verkauft. Das schafft Warkins Glen im Moment aber nicht.

Und zu Konzessionen gegenüber der Strecke wird sich die IRL wohl kaum hinreissen lassen. Denn der Kurs befindet sich im Besitz der NASCAR-nahen International Speedway Corporation (ISC), einer Betreiberfirma mehrerer amerikanischer Motorsport-Stätten, mit der sich die IRL derzeit in harten Verhandlungen über ihren zukünftigen Kalender befindet. Zudem hat man ja für 2011 mit Baltimore bereits einen weiteren Rundkurs bestätigt. Und nachdem Indycar CEO Randy Bernard unbedingt bei 17 Rennen und bei einer Balance zwischen Ovalen und Rundkursen bleiben will (derzeit hält man bei 8 Rundstrecken und 7 Ovalen) muss wohl mindestens ein Road Course über die Klinge springen.

Eigentlich sollten gestern die Ergebnisse des ICONIC-Committees bekannt gegeben werden, das seit ein paar Monaten darüber berät, welches Chassis ab 2012 eingesetzt werden soll. Stattdessen gab es nur eine Pressemeldung. Und die sagt, dass die Entscheidung auf den 14. Juli vertragt wurde. Man darf also noch ein wenig länger gespannt sein, welche Richtung die Serie dann nehmen wird. Mehr dazu gibt es vermutlich  in der Vorschau auf das Rennen in Toronto, das kurz nach diesem ominösen Termin in etwas mehr als zwei Wochen über die Bühne wird.

Das Rennen aus Watkins Glen wird übrigens wieder von ABC übertragen. Das verspricht zwar nicht gerade eine besonders tolle TV-Show (das macht, finde ich, Versus um Längen besser) – dafür könnte sich die in letzter Zeit etwas prekäre Stream-Situation ein wenig entschärfen. Immerhin findet diesmal auch nicht zeitgleich ein NASCAR-Rennen oder Fußball WM-Spiel statt, was ebenfalls helfen dürfte. Sofern sich doch nichts finden lässt, kann man ja immer noch auf den kostenlosen Race Control-Stream auf indycar.com zurückgreifen.

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June 30 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das Safety Car Chaos von Valencia wird weiter fleißig diskutiert. Während Ferrari irgendwie auch den Frust des WM-Aus in Südafrika an der FIA abarbeiten, macht sich auch Williams-Technikchef Sam Michael
dafür stark, dass man über die Modalitäten nachdenkt. Er spricht sich dafür aus, dass man generell die Sache anpackt, und nicht, wie sonst, so lange rumwurschtelt, bis es gerade mal passt.

// Robert Kubica ist eigentlich ein begehrter Mann. Er ist extrem schnell, er hat mittlerweile sehr viel Erfahrung und so mit wäre er durch aus ein Kandidat für eines der Top Teams. Doch der Pole hat das Pech, dass alle Teams, die momentan vor Renault liegen, keinen Platz frei haben. McLaren, Red Bull, Ferrari und Mercedes sind für 2011 komplett dicht, verschlechtern will er sich wohl auch nicht. Sein Manager, Daniele Morelli, stellte klar, dass man 2011 aus Mangel an Alternativen bei Renault bleiben würde. 2012 sei dann allerdings wieder ein anderes Thema.

// Update Vorschau für Silverstone: McLaren wird ein großes Update bringen, Mercedes schraubt mit wachsender Verzweiflung ebenfalls neue Teile an und Williams wird auch nachlegen. Red Bull wird, wenn überhaupt, nur Kleinigkeiten verändern.

// Und dann ist da noch eine Meldung, die völlig überraschend kommt: Die Kleine Zeitung aus der schönen Steiermark berichtet, Bernie Ecclestone plane mit der Formel 1 auf den ehemaligen A1-Ring in Spielberg zurückzukehren – und zwar womöglich schon 2011. Im Fahrerlager von Valencia war wohl gelegentlich das Gerücht zu hören, dass eines der Asien-Rennen durch den Österreich-GP ersetzt werden könnte. Welches das sein mag, ist allerdings völlig unklar. In Singapur hat man gerade erst angefangen zu fahren, Korea ist wohl – sofern rechtzeitig fertig – für die nächsten Jahre fix, gleichfalls Indien. Bleiben Suzuka, Shanghai und Sepang. Aber ob man wirklich einen dieser Läufe dafür opfern will? Oder ist mit dem “Asien-Rennen” am Ende der Türkei GP gemeint? Zu früh sollte man sich allerdings nicht freuen – eine F1 Rückkehr wäre wegen der strengen Umweltkriterien für Rennen am zukünftigen Red Bull Ring wohl kompliziert.

// Wie vergangene Woche schon spekuliert, hat die IRL am Wochenende im Rahmen des NASCAR-Rennens ihren Vertrag mit dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon über die Austragung eines Rennens in der kommenden Saison bekanntgegeben. In den 90er-Jahren war die CART bzw. später die IRL schon ein paar Mal dort unterwegs, 2011 soll das Rennen am Wochenende vor dem ebenfalls neuen Baltimore Grand Prix stattfinden. Über die Laufzeit des Kontrakts ist nichts bekannt, man muss also davon ausgehen, dass es sich erstmal nur um einen einjährigen “Test” handelt.

// Wie die touringcartimes.com unter Berufung auf die italienische Autosprint berichten,überlegt Subaru wohl 2012 in die WTCC einzusteigen. Entsprechende Gerüchte schwirren schon länger herum – neu ist aber, dass der japanische Autokonzern dabei mit Cosworth zusammenarbeiten möchte. Die amerikanische Motorenschmiede würde dabei einen 1.6 Liter Turbo entwickeln, wie er sowohl in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft als auch in der WRC zum Einsatz kommen könnte. Motorsport-total.de vermeldet derweil, dass auch Fords Pläne 2012 in die WTCC einzusteigen zunehmend konkreter werden – zuletzt sei eine Delegation der US-Herstellers in Zolder zu Gast gwesen.

// BMW wendet sich derweil in Sachen WTCC eher dem Ausgang zu. Mario Theissen hat sich jedenfalls in einem Interview mit Autosport (Print) wenig erfreut über die nun beschlossene Einführung des neuen Weltmotors für 2011 gezeigt. Die offizielle Linie lautet aber nach wie vor, dass man noch keinerlei Entscheidung über einen Verbleib in der Serie gefällt hat.

// James “Catweazle” Thompson, in diesem Jahr unerklärlichweise ohne Cockpit in der WTCC und der BTCC hat dann noch eine Beschäftigung gefunden. Er wird die die BTCC offizieller Testfahrer des NGTC, des neuen Einsatzwagens der BTCC ab 2011.

// sky-Experte Marc Surer macht einen seiner sehr, sehr seltenen Gastauftritte als Rennfahrer. Am Wochenende wird er im Scirocco-Cup am Norisring antreten.

// Sobald die NASCAR am Sonntag wieder gen Charlotte unterwegs ist, wird abgerissen. Der Daytona Speedway bekommt eine neue Asphaltdecke, was angesichts des 30 alten und bröckligen Teers dringend nötig erscheint. Man hofft bei der Renovierung auf zweierlei: zum einen, dass man vor Weihnachten fertig wird, zum anderen, dass man die “Bumps” nicht komplett wegradiert. Auf jeden Fall wird Daytona im Februar anders aussehen.

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June 23 2010

06:27

Ferner liefen: Die Newshappen

// Eine gerade Linie ist es nicht gerade, was die Formel 1 in Sachen KERS fährt: Im vergangenen Jahr noch im Einsatz, in diesem Jahr “aus Kostengründen” verboten. Und 2011 wohl wieder dabei, wie in Kanada beschlossen wurde. Und zwar nicht, wie auch einmal angedacht, als Einheits-System, sondern von jedem Team selbst entwickelt. Es soll aber, wie bei den Motoren, für die Teams die Möglichkeit geben, KERS zu einem Maximalpreis von 1 Mio. Dollar von einem anderen Team zu kaufen – man darf vermuten, dass das wohl im Verbund mit den Motoren geschehen wird.

// Eine weitere Folge gibt es bei der Reifensaga, die in dieser Hinsicht bald der Lindenstraße Konkurrenz machen wird. Es gibt nämlich trotz zahlloser verstrichener Deadlines immer noch keine endgültige Entscheidung, welcher Hesteller nun den Zuschlag für die nächste Saison bekommen wird. Joe Saward berichtet, dass Ferrari, McLaren, Renault und die FIA wohl für die (teureren) Michelin-Gummis sind, der Rest für die scheinbar günstigeren Pirellis. Allerdings: Auch die italienischen Reifen könnten teuer werden – dann nämlich, wenn für die neuen Reifen massive Umbauten an den Autos notwenidig würden.

// Der Noch-Reifenausrüster der F1 Bridgestone hat derweil bekannt gegeben</a>, welche <strong>Mischungen </strong>man zu den <strong>kommenden Grand Prix</strong> mitbringen wird. Dabei gibt es einige Änderungen zur 2009 getroffenen Wahl, für Hockenheim, wo die F1 seit der Wiedereinführung von Slicks noch nicht wieder gefahren ist, werden sogar die beiden Extrem-Mischungen <em>Hart </em>und <em>Superweich </em>herangekarrt. Für die darauf folgenden Rennen in Budapest (Medium & Superweich), Spa und Monza (jeweils Hart & Weich) entschied man sich dafür, im Gegensatz zu 2009 eine Mischung zu überspringen. Die Idee dahinter ist, nach dem spannenden Kanada-Grand Prix häufiger solche interessanten Rennen durch sehr unterschiedliche Reifen zu produzieren. Was in Montreal ein unvorhergesehenes Problem war, soll also mehr Spektakel in eine F1-Saison bringen, die auch so schon viel Spannung und Abwechslung bietet – und ob das nötig ist, wird auch von den Teamchefs a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">diskutiert.

// Pat Fry, ehemaliger Chefentwickler in Sachen Aerodynamik bei McLaren, hat bei Ferrari angeheuert. Das muntere gegenseitige Abwerben von Entwicklungskräften beider Rennställe geht damit in die nächste Runde. Fry wird als zweiter Mann hinter Aldo Costa am 2011er Wagen arbeiten und vermutlich die ein oder andere Idee aus England mitbringen.

// Raider heißt immer noch Twix, aber aus “BMW-Sauber-Ferrari” wird wohl wieder “Sauber-Ferrari“. Peter Sauber hat die Namensänderung bei der FIA eingereicht, die bei der nächsten Weltratsitzung im Juli darüber abstimmen wird.

// Ein wenig Off-Topic, aber womöglich trotzdem die Story der Woche: Der unzerstörbare Alex Zanardi hat in seiner Klasse den italienischen Handbike-Meistertitel errungen. Ziel des CART- sowie Lebenschampions: Eine Teilnahme bei den paralympischen Sommerspielen 2012 in London.

// Trotz der großen Enttäuschung am Bump Day für das Indy 500 scheint die IRL-Saison für Paul Tracy noch nicht gelaufen zu sein: Ein Autritt mit KV Racing in Edmonton scheint bereits bestätigt zu sein, auch eine Teilnahme am Rennen in Toronto, ebenfalls für KV Racing, scheint wahrscheinlich. Zudem soll Dreyer & Reinbold daran interessiert sein, Tracy in Watkins Glen einzusetzen – was Tracy selbst schon mehr oder weniger indirekt bestätigt hat. Der Kanadier würde dort den Wagen des verufallten Mike Conway übernehmen, den in Texas Tomas Scheckter und in Iowa Graham Rahal pilotiert haben. Das Aus für Rahal müsste dies trotzdem nich bedeuten – D&R Racing bemüht sich derzeit wohl, genügend Geld für einen dritten Wagen aufzutreiben.

// Der Lauf in Watkins Glen könnte übrigens das vorübergehend letzte IRL-Rennen auf der Traditionsstrecke in Upstate New York sein. Zumindest haben die gewähnlich verlässlichen Indycar-Journalisten Kurt Cavin und Kevin Lee in der Radiosendung “Trackside” entsprechende Andeutungen gemacht. Der Grund: Der andauernde Streit zwischen der IRL und der Streckenbetreiber-Firma ISC (International Speedway Corporation), der die IRL schlechte Vermarktung ihrer Rennen vorwirft. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte das überhaupt große Auswirkungen auf den IRL-Kalender für 2011 haben. Denn der NASCAR-nahen ISC gehören neben Watkins Glen auch noch die Ovale in Kansas, Chicagoland und Homestead, auf denen die IRL in diesem Jahr ebenfalls noch unterwegs ist.

// Beschlossen ist derweil wohl eine Rückkehr auf das Oval in Loudon, New Hampshire, wo man bereits 1996 bis 1998 (und davor als CART-Serie) einige Auftritte absolviert hat. Der Indianapolis Star berichtet, dass der Vertrag mit den Streckenbetreibern kommendes Wochenende beim NASCAR-Rennen verlautbart werden soll. Außerdem verhandelt IRL-Präsident Randy Bernard demnach über Rennen auf den Ovalen von Phoenix, Las Vegas und Fontana - wobei Phoenix und Fontana auch der ISC gehören, also wohl allenfalls als Teil eines Paket-Deals auf dem Kalender aufscheinen dürften. Nicht so viel Hoffnung gibt es für eine Rückkehr auf die Milwaukee Mile – Bernard möchte zwar schon allein aus Traditionsgründen dort unbedingt fahren, die finanziellen Hürden scheinen derzeit aber zu groß. Insgesamt soll es auch 2011 wieder 17 Rennen geben, ein endgültiger Kalender ist für den Juli angekündigt.

// Romain Grosjeans Karriere befindet sich weiter im Rückwärtsgang. Von der Formel 1 führte der Weg geradeaus zur GT1-Weltmeisterschaft. Der nächste Schritt ist eine Formel-Nachwuchsserie: Der Franzose wird am kommenden Wochenende beim Rennen der AutoGP in Spa für das DAMS-Team antreten.

//Volvo setzt die Reihe der sporadischen Einsätze in der WTCC mit dem Bio-Fuel C30 weiter fort. Man wird in Brands Hatch und in Okayama an den Start gehen. Derweil überlegen die Veranstalter der Serie, ob man 2011 in Macau antreten wird. Man hätte vom Veranstalter gerne etwas Entgegenkommen in Sachen Startzeit, damit das Rennen in Europa mehr Einschaltquote bekommt. Zu dem gibt es Sicherheitsbedenken. So die offizielle Seite. Inoffiziell würde man wohl lieber in Shanghai an den Start gehen.

// Alexandre Premat, Bruchpilot in Diensten von Audi, wird sich wohl demnächst bis sehr bald einen neuen Job suchen müssen. Bei Audi ist man weiterhin “not amused” über seine Leistungen. Der Crash am Eurospeedway, als er Ekström und Scheider abräumte, dürfte auch nicht geholfen haben. Mögliche Nachfolger sind bisher erstaunlicherweise nicht bekannt, vielleicht bedient sich Audi aus dem Heer der Nachwuchs GT3 Piloten (Johannes Stuck?)

//Marcel Tiemann, bei einem Lauf der GT Open in Imola Ende Mai schwer verunglückt, wurde gestern aus dem künstlichen Koma erweckt. Laut seines Blogs, das vom Admin der Seite geführt wird, geht es ihm besser und die ersten Tests waren wohl vielversprechend. Wir drücken Marcel weiter die Daumen, dass er schnell wieder gesund wird und wieder auf den Beinen ist!

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June 22 2010

06:38

Iowa Corn Indy 250: Der “Todesstern” ist geschlagen

Endlich mal wieder jemand anderer: Zum ersten Mal seit Nachville 2008 hat beim einem Ovalrennen ein Auto gewonnen, das nicht aus den Teams von Penske oder Ganassi kommt. Und auch sonst war der Lauf mehr als sehenswert.

Was will man eigentlich mehr? Spannende Duelle das ganze Rennen hindurch, vorne ein paar Fahrer, die dort nicht immer anzutreffen sind und endlich mal kein Rennfinish im Spritspar-Modus. Der Lauf in Iowa bot endlich wieder mal das, was viele Indycar-Puristen ganz besonders schätzen: Eineinhlb Stunden enges Duell zwischen den besten Fahrern. Und – bei aller Begeisterung für Texas – endlich mal so, dass auch das fahrerische Talent wieder etwas mehr zählt. In Iowa hat die IRL bewiesen, dass sie auch dann auf Ovalen für Thrill sorgen kann, wenn man nicht in jeder Runde befürchten muss, dass jemand im Fangzaun landet. Und mit Tony Kanaan hat endlich mal wieder ein richtiger Sympathieträger gewonnen.

Das Rennen in Iowa hat vor allem aber auch gezeigt, wie gut die Aero-Änderungen samt “Overtake Assist”, die man Mitte der vergangenen Saison eingeführt hat auf kleineren Ovalen funktionieren. Die Piloten konnten fast den ganzen Lauf hindurch sowohl auf den unteren Linien, also auch etwas versetzt weiter oben durch die Kurven fahren. Dass das nach einiger Zeit aber auch mit Risken verbunden ist, mussten Sarah Fisher und Takuma Sato erfahren: Beide kamen nur geringfügig von der Linie ab, und runtschten prompt auf den Reifen-Marbles in die Wand. Nicht umsonst schickte die IRL in den Gelbphasen immer wieder Reinigungsfahrzeuge auf die Strecke, um die Gummifetzen wieder wegzuräumen.

Sehr erfreulich für die Rennserie: Die Dominanz von Penske und Ganassi, die unter IRL-Fans schon zu wenig vorteilhaften Vergleichen mit dem Imperium aus Star Wars geführt hatte ist gebrochen. Im vergangenen Jahr teilten sich die beiden Teams 16 von 17 Rennsiegen, auch in dieser Saison konnte bisher nur Ryan Hunter-Reay in Long Beach die Dominanz brechen. Auf einem Oval hatte überhaupt seit Mitte 2008 kein anderes Auto mehr gewonnen.

Auch, wenn ohne seinen Ausfall wegen Getriebeschadens wohl wieder Dario Franchitti gesiegt hätte – es ist sehr erfreulich, dass Andretti Autosport wie schon in Texas auch in Iowa voll dabei war. Neben Rennsieger Tony Kanaan konnte auch Ryan Hunter-Reay das Tempo der Spitze mitgehen, bis er (meiner Meinung nach völlig zu Recht) mit einer Durchfahrtsstrafe dafür zur Verantwortung gezogen wurde, dass er beim Boxenstopp im Zentimeterabstand an Kanaans Mechaniker vorbeirasiert war. Trotzdem schade, denn wenn er keine Sponsoren findet, könnte es das letzte Rennen für Hunter-Reay in dieser Saison gewesen sein.

Auch Marco Andretti zeigt einen recht anständigen Autritt, konnte die Spitze gefährden, und sogar ein paar Führungsrunden sammeln. Allerdings nur bis Runde 50 – dann schlichen sich Handling-Gremlins ein, und Andretti ward für den Rest des Rennens nur noch beim Überrunden gesehen. Schlechteste Andretti-Green Pilotin: Danica Patrick. Die zweite von Fort Worth konnte zu keiner Zeit glänzen, und landete am Ende auf einem enttäuschenden zehnten Platz.

Die positive Überraschung des Rennens war dafür KV Racing. Das ehemalige Champcar Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser ist drauf und dran sich als vierte Kraft in der IRL zu etablieren. Takuma Sato und EJ Viso konnten sich fast das ganze Rennen lang in den Top 10 behaupten, und fuhren gegen Ende teils die schnellsten Runden im ganzen Feld. Vor allem für Sato hätte es sein Rennen des Jahres werden können – leider rutschte der Japaner beim Versuch nach der Spitze zu greifen in Runde 177 auf den Marbles ins Aus. Was er bis dahin gezeigt hatte, war für einen Oval-Rookie allerdings ziemlich bemerkenswert.

Sato wäre fast nicht rechtzeitig an der Strecke angekommen, weil die Leihwagen-Firma in Iowa Probleme mit seinem japanischen Führerschein machte. Dass er sich trotzdem bis zum Oval durchgekämpft hat, hat sich aber gelohnt: Seine Leistungskurve geht definitiv nach oben. Und im Vergleich zu anderen Crashes, die Sato im Laufe des Jahres schon passiert sind, war der in Iowa verzeihlich. Diesmal war immerhin nicht irgendeine kopflose Aktion der Auslöser. Der Ausfall ist ganz einfach auf seine Unerfahrenheit in der IRL zurückzuführen – fast jeder Neuling muss irgendwann mal auf diese Art Oval-Lehrgeld zahlen. Dass das Team trotz trotz Ausfall mit seiner Vorstellung zufrieden war, sagt eigentlich alles. Mal sehen, wie es bei den jetzt kommenden Road Course Rennen für den Japaner so läuft.

EJ Viso dagegen war den Großteil des Rennens hinter seinem Formel 1-erfahrenen Kollegen gehangen – am Ende konnte aber der Venezoelaner nach einer fehlerfreien Vorstellung mit Platz 3 die verdienten KV-Loorbeeren abholen.

Pech hatte Graham Rahal. Nach einer respektablen Fahrt im ersten Teil des Rennens konnte er beim ersten Boxenstop-Reigen wegen einer Funkstörung das Kommando zum Reinfahren nicht hören. Rahal bleibt draußen, ging out of sequence, und weil es nicht rechtzeitig zu einer weiteren Gelbphase kam, war der Kampf um einen Spitzenplatz für ihn vorbei. Immerhin zeigte Rahal Moral, und zog sich am Ende mit einem neunten Platz noch ziemlich achtbar aus der Affäre.

Nicht so toll war wieder mal der Auftritt von Milka Duno. Zum zweiten Mal in ihrer Indycar-Karriere wurde die Venezoelanerin von der Rennleitung geparkt, weil sie nicht den Speed der übrigen Teilnehmer halten konnte. Vorausgegangen war der längst überfälligen Entscheidung eine etwas unüberlegte Aktion von Duno beim Überrunden, als sie Will Power an der Spitze Platz machte, und sich damit direkt vor Marco Andretti schob, der gerade versucht hatte, sie außen zu überholen. Dass es nicht gekracht hat, wundert mich noch immer.

Wieso die Indycar nicht endlich so etwas wie eine Superlizenz einführt, die es Piloten vom Kaliber einer Milka Duno etwas erschwert, alle anderen Teilnehmer zu gefährden, ist mir einfach nicht klar. Es mag sicher ein guter erste Schritt sein, sie zu parken, wenn sie das Tempo nicht mitgehen kann. Es reicht aber nicht. Denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie geparkt wird, fungiert sie trotzdem als rollende Schikane. Und die IRL ist ja nicht so ganz ungefährlich – dass es mit Duno bisher nicht zu schwereren Unfällen gekommen ist, ist reines Glück. Und das sollte man bekanntlich nicht überstrapazieren.

In der Meisterschaft hat sich in Iowa einiges getan: Will Power hat mit Platz fünf die Tabellenführung zurückerobert (274 Punkte), hauchdünn dahinter liegen Scott Dixon (263) und Dario Franchitti (260). Weniger als einen Rennsieg von der Tabellenspitze entfernt sind auch noch Helio Castroneves (251), Ryan Briscoe (240), Tony Kanaan (229) und Wackelkandidat Ryan Hunter-Reay (225).

In der “A.J. Foy Oval-Trophy” führt Scott Dixon (151), nur drei Punkte vor Teamkollegen Dario Franchitti (148). Dahinter liegen Ryan Briscoe (137), Tony Kanaan (135) und Helio Castroneves (121). Das wird jetzt auch erstmal so bleiben, denn das nächste Oval steht erst Ende August in Chicagoland auf dem Programm.

Weiter geht es mit der Indycar Series in zwei Wochen am Independence Day mit dem Rennen in Watkins Glen. Mann darf gespannt sein, ob auch zu diesem symbolträchtigen Datum der Todesstern wieder unter Beschuss gerät. Immerhin konnte dort im vergangenen Jahr Justin Wilson die Dominanz von Penske und Ganassi brechen. Eine ausführliche Vorschau folgt kommende Woche.

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June 18 2010

16:36

IRL-Vorschau: Iowa Corn Indy 250

Das vorläufig letzte Ovalrennen steht bei den Indycars am kommenden Sonntag in Iowa auf dem Programm. Und anders als in Texas werden hier auch Fans von traditionellerem Open Wheel Motorsport auf ihre Kosten kommen.

Schon zum vierten Mal ist die Indycar Series auf der Rennstrecke unweit Iowas Hauptstadt Des Moines unterwegs – und so ein richtiger Garant für tolle Rennen war das Oval bisher leider nicht. Im vergangenen Jahr war es sogar eines aus jener Serie fader Läufe, nach der sich die Fahrer schließlich gezwungen sahen, sich für das mangelnde Spektakel bei den Fans zu entschuldigen. In diesem Jahr könnte es allerdings besser laufen – immerhin gab es seitdem die Modifikationen an den Autos samt Push to Pass Button, die das Überholen erleichtern sollen. Ob das reicht, um auch am kommenden Wochenende für Spannung zu sorgen, muss man abwarten. Ein großes Problem hat die Indycar aber vorläufig schon mal abgewandt: Die zwei US-Boys Ryan Hunter-Reay und Graham Rahal bleiben der Serie vorerst erhalten.

Der Iowa Speedway wurde 2006 mit hohen Erwarungen eingeweiht: Eine der modernsten Rennstrecken der USA sollte er sein. Die progressiv mit 12 bis 14 Grad überhöhten Kurven sollten es den Fahrern ermöglichen, nebeneinander mehrere Linien zu fahren. Allein: So richtig hat das bisher nur in Ausnahmefällen wie beim grandiosen Start von Tomas Scheckter im vergangenen Jahr funktioniert. Ansonten bot die IRL dort eher Prozessionen, nicht selten kamen die Wagen schließlich mit Sekundenabständen ins Ziel. Grund: Die Aerodynamik verhinderte in den langen Ovalkurven ein zu enges Auffahren, die Geraden waren bei weitem nicht lang genug, um wieder entsprechend aufholen zu können. Aber wie schon gesagt: In diesem jahr könnte dank veränderter Technik alles besser werden. Auf anderen Ovalen hat das ja erstaunlich gut funktioniert… Mal sehen.

Doch auch, wenn das Spektakel etwas hinter dem flat-out Rennen in Texas zurückbleiben sollte – Fans werden sich damit trösten dürfen, dass es in Iowa wieder mehr auf die Fähigkeiten der Fahrer ankommt, als vor eineinhalb Wochen.

Auch auf die große Gefahr hin, mich zu wiederholen: In Iowa werden wohl wieder die Wagen von Ganassi und Penske die sein, die es zu schlagen gilt. Spannend wird dabei sein, ob die sonst so streng geführte Penske-Organisation es endlich geschafft hat, die in Indy und Texas viel zu hohe Fehlerquote wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen. Und, ob man bei Ganassi diesmal eine Abstimmung findet, die nicht nur dann schnell ist, wenn man vorne wegbläst, sondern auch dann, wenn man im Pulk hinter anderen Autos herfahren muss. Dazu wird es nämlich dank Überrundungen auf dem vergeleichsweise kurzen Oval in Iowa wieder wesentlich häufiger kommen, als in Kansas, Indianapolis und Fort Worth.

Außerdem bleibt abzuwarten, ob es Andretti Autosport geschafft hat, den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen beizubehalten. Im Rennen waren sie ja in Texas schon fast gleichauf mit Ganassi und Penske – der nächste Schritt müsste dazu führen, dass man auch im Qualifying die schnellsten Zeiten mitgehen kann.

Immerhin wird das Team auch weiterhin vier heiße Eisen im Feuer haben: Neben Tony Kanaan, Marco Andretti und Danica Patrick wird auch Ryan Hunter-Reay in Iowa für die Truppe antreten können. Denn zumindest für dieses eine Rennen hat sich ein Sponsor für den Texaner gefunden: Ethanol USA wird ihm den Einsatz am kommenden Wochenende ermöglichen. Entgegen meiner etwas optimistischen ersten Twitter-Meldung ist der Rest der Saison aber leider noch nicht gesichert. Michael Andretti zeigte sich aber auch diesbezüglich im Interview mit der Website von Speed TV “vorsichtig optimistisch”.

Ebenfalls dabei sein wird am kommenden Wochenende wieder Graham Rahal: Der US-Hoffnungsträger hat einen Deal mit Dreyer & Reinbold gelandet, in Iowa den verletzten Mike Conway zu ersetzen. Allerdings gilt auch dieser Vertrag wieder nur für dieses eine Rennen. Ob Rahal auch in Watkins Glen wieder in den Wagen mit der Nummer 24 steigen wird, ist noch völlig unklar. Immerhin: Rahal, der jetzt schon für das dritte Team in dieser Saison unterwegs sein wird, kann auf diese Art der vor der Saison geäußerten Kritik entgegentreten, er wäre nur daran interessiert, für ein gewinnversprechendes Team anzutreten. Die Saison mag zwar für ihn nach Punkten nicht besonders erfolgreich verlaufen: Die Sympathien der Fans hat er aber allemal gewonnen.

Auch Rahals altes Team Newman/Haas Racing darf sich am kommenden Wochenende ein besseres Ergebnis als bei den vergangenen Läufen erhoffen. Denn deren Fahrer Hideki Mutoh ist soetwas wie ein Iowa-Spezialist: 2008 landete der Japaner im Andretti-Green-Wagen auf Platz zwei, im vergangenen Jahr reichte es für Rang drei – die zwei besten IRL-Platzierungen des Piloten aus Tokio. Ob auch im etwas schwächeren Newman/Haas Team eine Podiumsplatzierung drinnen ist, darf bezweifelt werden. Aber zumindest mit einem Auge sollte man Mutoh am kommenden Wochenende gelegentlich im Blick behalten.

Sonst noch zu beachten: Alex Lloyd, der bei den vergangenen beiden Ovalrennen sehr beachtliche Leistungen zeigen konnte; Bertrand Baguette, der zumindest in Texas den Eindruck vermittelte, er habe sich langsam an sein neues Arbeitsgerät gewöhnt; Und Takuma Sato: Der Japaner konnte zwar schon gelegentliche Glanzlichter setzen – ein gutes Resultat fehlt aber noch. Schön langsam sollte er auch in den USA mal zeigen, was er so drauf hat. Sonst kann es nämlich sein, dass es auch mit der Zweit-Karriere im Land der unbegrentzen Möglichkeiten ein wenig eng wird.

Neben der Indycar Series fährt in Iowa auch wieder die gesamte Palette der “Road to Indy”-Nachwuchsklassen. Zumindest das Rennen der Indy Lights (in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 3:30 Uhr) sollte wieder live in der Indycar Race Control zu sehen sein. Die Star Mazda fährt direkt davor um 2:15, die USF2000 um 20:30. Als sie im Rahmenprogramm des Indy 500 fuhren, wurden die Rennen der beiden Serien ebenfalls live übertragen – allerdings nicht in der Racecontrol sondern auf deren beiden Homepages. Ob das diesmal auch so ein wird, ist noch unbekannt.

Das Indycar Rennen selbst findet diesmal wieder am Sonnatg statt – Versus überträgt ab 19:30 MESZ. Bekanntlich hat sich weiterhin kein Sender gefunden, der die Serie im deutschen Sprachraum überträgt. Man wird sich also auch diesmal wieder auf den offiziellen Stream der Indycar Racecontrol oder auf einen der hoffentlich zahlreichen inoffiziellen Streams aus den Weiten des Internets verlassen müssen. Leider überschneidet sich das Ende des Rennens mit dem Start des NASCAR-Laufes, so dass sich die Suche etwas schwieriger als sonst gestalten könnte.

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June 16 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Schlappe 70 Prozent der von LG kürzlich befragten Formel 1 Fans wünschen sich Übertragungen in HD. Bernie Ecclestone ist trotzdem von der Technologie nicht überzeugt: In Kanada ließ der F1-Chef jedenfalls schon mal wissen, dass mit einer Einführung des Übertragungsstandards in der Königsklasse nicht vor 2012 zu rechnen ist. Grund ist angeblich mangelndes Interesse seitens der TV-Stationen. Außerdem sagte ein Techniker von LG im Interview, man müsse auch noch einige technische Probleme – etwa durch die Vibrationen der Autos – lösen. Vielleicht könnte LG ja mal bei der NASCAR, Indycar oder auch bei WTCC und Formel 2 nachfragen – denn dort wird bereits seit geraumer Zeit ohne gröbere Probleme in HD übertragen.

//F1-Reifen-Update aus Montreal: Es gibt immer noch keine endgültige Entscheidung, aber die Teams scheinen nach wie vor Pirelli zu bevorzugen. Angeblich soll sogar schon ein fertiger Vertragsentwurf zwischen den Italienern und den Teams im Umlauf sein. Nicht so ganz ernst zu nehmen scheinen die Teams die Äußerungen von Jean Todt, die FIA werde über die Reifen für die Königsklasse entscheiden. Red Bull-Mann Christian Horner wurde dazu mit den Worten zitiert, er hoffe doch sehr, die FIA würde sich gegebenenfalls einen Konsens der Teams akzeptieren.

// Neuigkeiten gibt es mal wieder zu den amerikanschen Ambitionen, in die Formel 1 einzusteigen. Von der mysteriösen Cypher-Group war zwar nichts mehr zu hören, dafür war Parris Mullins in Montreal im Paddock zu Gast. Der ehemalige Verhandler von Youtube-Chef Chad Hurley beim geschieterten USF1-Projekt soll dort unter Beteiligung von Bernie Ecclestone Gespräche über die Übernehme eines bestehenden Formel 1 Teams mit Hilfe amerikanischer Investoren geführt haben. Wie autosport.com berichtet, soll es sich bei den möglichen Übernahmekandidaten vor allem um Sauber und Toro Rosso handeln. Die Gespräche scheinen sich allerdings noch in einem recht frühem Stadium zu befinden, bis Valencia könnte angeblich aber schon mehr bekannt werden.

//Ferrari wird in Valencia wohl mit einer komplett neuen B-Version ihres Einsatzwagens erscheinen. Vor allem hat man wohl das Heck einer kompletten Renovierung unterzogen um den Abtrieb zu höhen. Beide Fahrer beklagten beim F10 bisher nicht den Speed oder Fahrbarkeit des Boliden, sondern schlicht und ergreifend mangelnden Grip. Allerdings wird Ferrari nicht das einzige Team sein, dass große Upgrades mit nach Spanien bringt. Wegen des Einsatzes in Kanada mussten die Teams ihre Einsatzwagen nach dem GP in der Türkei etwas früher verpacken und konnten die Updates nicht anbringen. Red Bull, McLaren, Mercedes, Renault und Sauber wollen ebenfalls mit einigen Neuerungen antanzen.

//Aufgelöst hat sich mitterweile die Frage, worauf sich Graham Rahals freudige Tweets aus der vergangenen Woche bezogen haben: Der IRL-Youngster wird am kommenden Wochenende in Iowa den Dreyer & Reinbold-Wagen des in Indianapolis verunglückten Mike Conway übernehmen. Der Deal gilt worerst nur für dieses eine Rennen, ob weitere Drives dazukommen, ist derzeit noch unklar. Von Ryan Hunter-Reay war in der vergangenen Tagen zu hören, dass zumindest für Iowa wohl Sponsoren gefunden sind. Der Rest der Saison ist weiterhin nicht gesichert, Michael Andretti zeigte sich aber auch diesbezüglich “vorsichtig optimistisch”.

// Mike Conway hat das Krankenhause mittlerweile wieder verlassen, und denkt bereits daran, möglicherweise noch in dieser Saison ins Cockpit zurückzukehren. Davor wird sich der Brite allerdings noch einer längeren Rehabilitätionsphase unterziehen müssen – mindestens drei Monate soll es dauern, bis er wieder rennfähig ist. Im Interview mit dem Indianapolis Star befürwortet Conway übrigens die Einführung einer Mindestmenge Benzin, die nach dem Rennen noch im Auto sein muss. Alernativ wird bei die IRL derzeit auch die Einführung eines Warnlichtes bei niedrigem Benzinstand, oder eine Regel, die Fahrer mit wenig Benzin verpflichten soll, auf Ovalen nicht auf der Rennlinie zu fahren diskutiert.

// Alain Menu und Rob Huff waren schon öfter dabei, diesmal wird auch Gabriele Tarquini beim traditionsreichen 200km-Rennen der argentinischen TC2000 in Buenos Aires antreten. Der Italiener wird sich dort ein Auto mit Vorjehresmeister José María López teilen – dem Piloten, der beim missglückten USF1-Team unter Vertrag war. Das Rennen findet am 7. November statt, für eine Übertragung wird man sich wohl in die Untiefen der Stream-Szene begeben müssen.

// Nach der bitteren Niederlage in Le Mans, mottet Peugeot den 908 HDI wohl vorzeitig ein. So zumindest das Gerücht aus einem Forum. Angeblich hat man sich nach dem Schock vom letzten Wochenende nun voll auf den Nachfolger des 908 gestürzt. Seitens Audi hört man, dass der Konzern auch an einem Nachfolger des R15+ bastelt. Der soll dann R18 genannt werden, wenn denn Audi überhaupt 2011 wieder dabei ist. Aus Hause VW schwappen seit Monaten Gerüchte, dass man die Motorsportaktivitäten neu sortieren möchte. Darunter zählt auch ein eventueller Einsatz der Marke Porsche in der LMP1. Geäußert hat sich Audi bisher nicht zur Zukunft des Prototypen-Programms. Das soll, wie üblich, erst im November erfolgen. Leider startet damit wohl weder Peugeot noch Audi beim Petit Le Mans. (Link via Apollo im Chat. Danke!)

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June 09 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Und jeden Mittwoch wieder eine Meldung zur Formel 1 Reifenfrage 2011 – wenn es nach Jean Todt geht, dann haben wir sogar noch ein paar Wochen lang das Vergnügen neuer Wasserstandsmeldungen. Denn der FIA-Präsident hat kürzlich in einem Interview darauf hingewiesen, dass die Entscheidung, welche Firma im kommenden Jahr die Reifen für die Königsklasse bereit stellt bei ihm liegt – und nicht etwa bei den Teams. Angeblich möchte Todt die Sache im Rahmen eines Bieterverfahrens lösen – was wieder einige Wochen dauern könnte. Wieso dem Franzosen das erst jetzt einfällt, wo es schien, als hätten sich die Teams für Pirelli (und damit gegen Todts Landsleute von Michelin) entschieden, ist unklar. Die Techniker warten jedenfalls schon sehnsüchtig auf die für die Konstruktion der 2011er-Wagen so wichtige Entscheidung.

// Steckt HRT in Finanzproblemen? Die Spanische Tageszeitung El Mundo hat wohl berichtet, dass Hispania-Besitzer José Ramón Carabante vor der Pleite stehen soll. Angeblich hat der Spanier sein auf 1 Milliarde Euro geschätztes Vermögen während kurzer Zeit verspielt – seine Firmen sollten mittlerweile sogar Probleme haben, jene Rechnungen zu begleichen, die für die Abwendung eines Konkurses nötig sind. Carabante selbst hat den Berichten in der Zeitung La Opinión de Murcia (einer Regionalzeitung aus jener Region, in der auch das HRT-Team beheimatet ist) widersprochen, und sagt, er habe sich mit einer spanischen Großbank auf einen Finanzierungsplan für seine Unternehmungen geeinigt. Ob und welche Auswirkungen eine Carabante-Pleite tatsächlich auf der HRT-Team hätte, ist indes unklar, zumal die Truppe ja angeblich sowieso in nächster Zeit den Beitzer wechseln sollte.

//Allen Entgegnungen zum Trotz scheint es für die Premiere des südkoreanischen Formel 1 Grand Prix 2010 nun doch eng zu werden. Angeblich sollen die in den vergangenen Wochen wieder aufgeflammten Spannungen zwischen Nord- und Südkorea zu Verzögerungen beim Bau der Strecke geführt haben. Die Teams sind laut Speedweek jedenfalls so skeptisch, dass sie ihre Reisen nach Korea bisher nicht gebucht haben.

// Russische Quellen sprechen derweil davon, dass sich Ecclestone mit der Stadtregierung Sochi auf die Austragung eines eines Grand Prix von Russland ab 2014 geeinigt haben soll. Der erste Termin soll ein knappes Jahr nach den Winterspielen 2014 im Herbst stattfinden. Auch der Architiekt für den Kurssoll bereits feststehen – wenig überraschend wird ein weiteres Mal Hermann Tilke zum Zug kommen.

// In der NASCAR steht nach dem Pocono-Rennen eine Rekordstrafe für Front Row Motorsports ins Haus. Am Auto mit der Nummer #38, welches zur Zeit Travis Kvapil fährt, ist während der Regenverzögerung ein gravierender Verstoß gegen das Reglement festgestellt worden. So sei während der Unterbrechung die Luft aus den Hinterreifen entwichen, weil man nicht erlaubte Luftausblasventile installiert hatte. Diese sogenannten “bleeder valves” regulieren nachträglich den Luftdruck während des eigentlichen Rennens, was die NASCAR nicht erlaubt. Veränderungen an den Reifen werden ähnlich hart bestraft wie Verstöße bei den Motoren und dem Benzin, dies sind im NASCAR-Jargon “untouchable items”. Das zu erwartende Strafmaß wird momentan mit einer Viertelmillion US-Dollar, sowie 300 Punkten Abzug in Fahrer- und Owner-Wertung angegeben. Außerdem wird Crew Chief Steve Lane vermutlich suspendiert werden, eine offizielle Meldung seitens NASCAR steht noch aus. Das dürften gute Nachrichten für Robby Gordon sein, der momentan auf Platz 36 in den Owner-Points rangiert.

// Außerdem gibt es noch Neues von der Sponsoren-Front: Whitney Motorsports hat einen Geldgeber für die #46 gefunden, welche seit einigen Rennen von JJ Yeley pilotiert wird. Bei den vier Meisterschaftsläufen in Daytona, Indianapolis, Phoenix und Homestead springt “Cash America” als Hauptsponsor ein und ermöglicht somit einige komplette Rennen für die Truppe (Quelle: jayski.com). Zudem denkt derzeit WalMart über einen Einstieg in die NASCAR nach. Dabei gibt es mehrere Optionen: Einem einzigen Fahrer Rennen zu bezahlen (möglicherweise Jeff Gordon, weil DuPont Gerüchten zur Folge keine komplette Saison mehr löhnen möchte), einige verschiedene Fahrer in einzelnen Rennen unterstützen (Hendrick Motorsports wird hoch gehandelt) oder eine ähnliche Kampagne wie Coca-Cola oder Gilette mit vielen Fahrern starten. Obendrein geht es auch um Lizensierungs- und Vermarktungsrechte, welche letzteren Fall am wahrscheinlichsten aussehen lassen, da man mit vielen Partner mehr Geld verdienen könnte. Dale Earnhardt Jr, Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Danica Patrick haben sich am vergangenen Freitag bereits mit WalMart-Führungskräften im Hauptquartier in Orlando, Florida getroffen.

// Graham Rahal hat gestern mutmaßlich Erfreuliches getwittert: Er habe “aufregende” Neuigkeiten, eine offizielle Verlautbarung stünde bevor. Dabei kann es sich wohl nur um einen IRL-Ride handeln. Wo, ist allerdings noch unklar. Bei Dreyer & Reinbold ist nach Mike Conways Ausfall ein Wagen frei, bei Andretti Autosport könnte er womöglich den vakanten Boliden von Ryan Hunter-Reay übernehmen. Dieser twittert derweil, dass er selbst noch nicht weiß, ob er in Iowa und darüber hinaus weiter antreten kann.

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June 08 2010

06:34

IRL Texas 550 – Wieder mit einem blauen Auge entkommen

Massenhaft Positionskämpfe, Andretti Autosport wieder vorn dabei und um ein Haar Danica Patrick als Siegerin – ein richtig schönes Ovalrennen. Stimmungsbremse: Der Crash von Simona de Silvestro – und die amateurhaften Versuche des Rettungsteams, ihr zu helfen.

Wenn es stimmt, was Manfred Jantke bei den legendären CART-Übertragungen auf Eurosport gerne erzählt hat, dass sich während der Rennen in Ovalen kleine Wirbelstürme bilden, dann muss am vergangenen Samstag in Fort Worth die Windstärke ganz ordentlich zugenommen haben. Denn in Texas gab es endlich wieder mal ein richtig spektakuläres Ovalrennen zu sehen. Irgendwo im Feld gab es fast in jeder Runde Positionskämpfe, und der Sieger stand diesmal auch nicht zur Rennhälfte fest. Einen kräftigen Schönheitsfehler hatte der Lauf aber dann doch: Dass Streckenposten bei einem Feuerunfall so lange hilflos neben dem Auto stehen, das hätte man sich im Jahr 2010 nicht mehr erwartet. Die IRL hate in Texas schon wieder Glück – sie muss aber trotzdem dringend reagieren.

Doch vorher noch zum sportlichen Teil: Eigentlich hatte man auch in Texas wieder mit einer Gala-Vorstellung von Penske und Ganassi gerechnet. Und am Ende holte sich Penske-Pilot Ryan Briscoe tatsächlich völlig verdient den Sieg. Schön für den Australier, der zuvor teamintern ein wenig in die Kritik geraten war. Völlig zufrieden wird man im Team aber trotzdem nicht sein. Denn wäre Will Power nicht ein Karbonteil unters Autos geraten, und hätte Mario Moraes nicht Helio Castroneves abgeräumt, dann wäre für die Truppe noch viel mehr drinnen gewesen.

Unerwartete Schwächen zeigte dagegen Ganassi: Scott Dixon konnte das ganze Rennen hindurch nicht wirklich glänzen – am Ende reichte es immerhin noch zu Platz vier. Dario Franchittis Wagen schien zwar zu Rennbeginn konkurrenzfähig zu laufen – im Verkehr war aber auch der Schotte nicht besonders gut unterwegs. Wie schon beim Indy 500 dürfte man bei Ganassi wohl eine riskante Abstimmung gewählt haben, die zwar an der Spitze des Feldes schnell ist, mit Luftverwirbelungen im Pulk aber nicht gut zurecht kommt. In Indianapolis hatte sich die Taktik noch ausgezahlt – in Texas reichte es nur für Platz fünf.

Strahlende Gesichter gab es dagegen bei Andretti Autosport: Am Ende standen alle vier Wagen in den Top sieben. Man darf nicht übersehen, dass die Leistung nur wegen des Pechs einiger Konkurrenten zustande kam – Power und Castroneves, womöglich auch Tagliani und Moraes wären bei normalem Rennverlauf womöglich vor der Truppe gelandet. Trotzdem ist es ein schöner Schritt nach vorn. Die zuletzt so vielgescholtene Danica Patrick hätte immerhin um ein Haar um den Sieg kämpfen können, und holte sich mit Rang zwei ihre mit Abstand beste Saisonplatzierung. Nach den eher frostigen Worten der vergangenen Wochen bedankte sie sich im Anschluss auch ganz artig beim Team. Ausschließlich Freunde hat se sich aber auch in Texas nicht gemacht: Ein ziemlich unschönes Blocking-Manöver an Tony Kanaan brachte den Brasilianer und (zumindest kurzfristig) auch Michael Andretti gegen sie auf.

Wieso sie dafür nicht bestraft wurde, weiß wohl nur Brian Barnhart allein. Andere Piloten (und zwar auch populäre, wie etwa Graham Rahal) hatten beim Indy 500 noch für harmlosere Manöver Durchfahrtsstrafen erhalten. Mag sein, dass eine starke Danica Patrick für die Show besser ist, als eine mit Rundenrückstand. Auf Dauer kann die Indycar Serie aber nur glaubhaft sein, wenn Strafen nach rein resportlichen Kriterien, und vor allem nicht derart willkürlich vergeben werden. Woher soll ein Fahrer am in zwei Wochen in Iowa sonst wissen, was er sich gerade noch  erlauben kann, und was nicht mehr? Auch unter den Fans mehrt sich in letzter Zeit die offene (und ziemlich persönliche) Kritik an den Entscheidungen der Rennleitung. Hinweis: Es mag aber auch sein, dass in der verlinkten Kolumne von Robin Miller, der aus der CART-Ecke kommt, auch einfach alte Rechnungen beglichen werden.

Weiterhin nicht so richtig auf Touren kommt bei den Indycars Takuma Sato. Nach einem tollen, aber frühzeitig beendeten Rennen in Kansas lief es für den Japaner in Texas eher mittelmäßig. Platz elf in der Qualifikation war noch recht gut. Im Rennen ging es dann aber eher rückwärts. Und in Runde 56 klebte der KV-Lotus überhaupt wieder mal in der Wand. Schwacher Trost: Am Ausfall war diesmal wohl nicht Sato selbst schuld, sondern ein technisches Gebrechen am Wagen. Mal sehen, wie sich der ehemalige F1-Fahrer in eineinhalb Wochen am traditionell japaner-freundlichen Oval von Iowa anstellt.

Ein anderer Rookie scheint sich dafür schön langsam in der IRL zurecht zu finden: Bertrand Baguettes Name wird zwar von den TV-Kommentatoren nach wie vor ziemlich abenteuerlich ausgesprochen. Auf der Strecke legte der Belgier aber in Texas seine mit Abstand beste Leistung hin. In Runde 129 war die Herrlichkeit zwar nach einem heftigen Mauerkontakt zu Ende, bis dahin fuhr Baguette aber munter im vorderen Mittelfeld mit. Wenn er seine Leistung weiter so steigern kann, dann wird er auf den Road Courses womöglich doch nur für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Und damit zum unerfreulichsten Aspekt des Rennens: Es darf einfach nicht sein, dass es in einer derart professionellen Rennserie zu Szenen kommt, wie sie nach Simona de Silvestros Unfall zu sehen waren. Wer beim Youtube-Video mitstoppt, wird erschrocken feststellen, dass es vom Eintreffen des Sicherheitsteams an fast 40 Sekunden dauerte, bis die Schweizerin aus dem immer noch brennenden Auto befreit war. Dass sie sich dabei nur kleinere Brandwunden an der linken Hand zugezogen hat spricht für die Qualität der feuerfesten Ausrüstung, ändert aber nichts an der unprofessionellen Reaktion des Sicherheitsteams. Heftige Kritik von de Silvestros HVM-Team war die Folge.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kritik da nicht die Falschen trifft: Dass ein darart entscheidendes Teil wie der Löschschlauch des Sicherheitsfahrzeuges – wie auch die IRL zugibt – schlicht nicht funktioniert hat, ist ein Skandal. Die Kritik dafür trifft aber die IRL, nicht die Sicherheitscrew selbst. Darüber, wie man de Silvestro schließlich aus dem brennenden Auto herausgezogen hat, muss man sicher auch noch diskutieren. Nicht auszudenken, wenn man jemanden, der bei einem Crash etwa Rückverletzungen erlitten hat in dieser Weise extrahiert. Selbst in die Flammen zu greifen, um der Pilotin zu helfen, erfordert aber zumindest eine gehörige Portion Mut – Retter Mike Yates, der sich bei der Aktion selbst Verbrennungen im Gesicht zugezogen hat verdient dafür größten Respekt.

Dass es allerdings nicht gelingt, das Feuer binnen 40 Sekunden zu löschen, sollte auf jeden Fall ein Weckruf sein. Auch wenn der Schlauch nicht funktioniert, sollte in dieser Zeit doch wohl jemand auf die Idee kommen, einen Feuerlöscher einzusetzen. Es mag sein, dass man in den vergangenen Jahren andere Dinge trainiert hat, als den Umgang mit Feuerunfällen. Immerhin sind derartige Situationen im modernen Motorsport glücklicherweise sehr selten geworden. Das ist aber keine Entschuldigung, nicht dafür bereit zu sein. Wie die Vorfälle in Texas (und etwa auch jener, der sich vor zweieinhalb Wochen in Brünn ereignet hat) zeigen, muss man weiterhin auch mit dieser Gefahr rechnen.

Zurück zum Sport. In der Meisterschaft hat sich in Texas einiges getan: Indy 500 Sieger Dario Franchitti hat Will Power überholt, und liegt jetzt mit 246 zu 243 Punkten in Front. Ebenfalls noch realistische Chancen auf den Titel haben Scott Dixon (235), Helio Castroneves (211) und Ryan Biscoe (208). Sechster ist Ryan Hunter-Reay (201), der ebenfalls noch als Außenseitertipp af den Titel gelten könnte – in der Realitöt aber wohl leider keine Chancen hat. Denn wenn sich nicht auf die Schnelle noch ein wohlmeinender Geldgeber findet, dann war Texas das letzte Indycar-Rennen, das “RHR” in dieser Saison gefahren hat. Ein Jammer für die Serie, die ohnehin an einem Mangel an US-Fahrern leidet.

In der Oval-Wertung (die seit diesem Wochenende offiziell “A.J. Foyt Trophy” heißt) führt nach drei Rennen ebenfalls Dario Franchitti (134) vor seinem Teamkollegen Scott Dixon (123) und Ryan Briscoe (105). Wie die Road Course-Wertung heißen soll, wird in knapp einem Monat in Watkins Glen verlautbart. Bis dahin kann sich Will Power aber trotzdem schonmal über eine üppige Führung (172) vor Helio Castroneves (130) und Ryan Hunter-Reay (129) freuen.

Vorher geht es in eineinhalb Wochen aber noch einmal auf Oval. Dann steht nämlich das erfahrungsgemäß nicht ganz so mitreißende Rennen auf dem Iowa Speedway auf dem Programm.

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June 06 2010

00:33

IRL Firestone 550K Liveblog

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June 03 2010

16:30

Vorschau: IRL Firestone 550K in Texas

Auch in diesem Jahr versucht die IRL, den Buzz des Indy 500 gleich eine Woche später in ein weiteres Rennen hinüberzuretten. Anders, als in den vergangenen Jahren fährt man dieses Jahr allerdings nicht die Milwaukee Mile, sondern am superschnellen Texas Motor Speedway.

Das in Fort Worth gelegene Oval ist jene Strecke, auf der die CART 2001 ihr Rennen absagen musste, weil den Fahrern wegen der hohen Fliehkräfte bei 370 km/h schwindlig wurde (und wenn man sich die Onboard-Aufnahmen aus der Qualy ansieht, kann man auch sofort verstehen, wieso). Die IRL fährt allerdings schon länger auf dem Kurs, und das ohne größere Probleme. Das Rennen ist sogar so populär, dass die Indycars in den Jahren von 1998 bis 2004 zweimal pro Jahr in Texas Station machten. Außerdem war die Strecke bis 2005 auch bereits als Schauplatz des Indy 500-Nachspiels im Einsatz. Diesen Platz hat sie nun von der finanziell strauchelnden Milwaukee Mile zurückerobert. Das ist schade, denn die Traditionsrennstrecke von Wisconsin war in gewisser Weise ein idealer Partner für das geschichteträchtige Indy 500. Spektakulärere Rennen könnten wir aber durchaus in Texas zu sehen bekommen.

Die Veranstaltung trägt den klingenden Titel “Firestone 550″ – man sollte sich davon aber nicht irritieren lassen. Es handelt sich bei der marketingtechnisch geschickt gewählten Rennlänge nämlich nicht um Meilen, sondern um Kilometer. Der Lauf erstreckt sich also lediglich über 340 Meilen – und ist mithin nur geringfügig länger als die zahlreichen 300 Meilen-Rennen, die sonst noch am Indycar-Kalender stehen. Beim Zusehen könnte die Zeit aber trotzdem schneller vergehen als sonst. Denn in den vergangenen Jahren gab es in Texas fast durchgehend äußerst spannende Rennen mit zahlreichen, über mehrere Kurven und Runden gehenden Duellen. Das liegt vor allem daran, dass die gesamte Strecke flat-out gefahren wird, und dass mehrere Linien möglich sind – die ideale Voraussetzung für epische Windschattenschlachten. An technischer Finesse gibt die Youtube Onboard-Runde, die die IRL für jedes Rennwochenende bereitstellt dafür diesmal nicht allzuviel her:

Leider ist die Strecke nicht nur wegen der guten Duelle spektakulär – es gab dort auch schon einige sehr unschöne Unfälle. Dan Wheldon hatte hier laut eigener Aussage etwa den heftigsten Abflug seiner Karriere, Tony Kanaan hatte dort mal beim Queren einer Unfallstelle so richtig viel Glück. Zuoberst steht aber wohl jener Crash, der 2003 Kenny Bräck fast das Leben und jedenfalls einen Teil seiner Karriere geraubt hat – ein ähnlicher Unfall wie jener, den Mike Conway am Wochenende erlitten hat, nur noch etwas schlimmer. Es ist also Vorsicht geboten, wenn es Samstagnacht wieder losgeht.

Wer Mike Conway, der für mindestens drei Monate ausfallen wird, bei Dreyer und Reinbold ersetzen soll, ist noch unklar. An erste Stelle steht aber wohl Tomas Scheckter, der schon in Teilen der vergangenen Saison und beim heurigen Indy 500 für Dreyer & Reinbold unterwegs war, und außerdem just in Texas 2005 seinen ersten und einzigen IRL-Sieg landen konnte. Auch Scheckters Twitter-Meldungen deuten sehr darauf hin, dass der Südafrikaner wohl in Texas am Start sein wird. Auf lange Sicht wäre aber auch ein anderes Szenario denkbar: Ryan Hunter-Reay, einer der großen Überraschungsmänner der bisherigen Saison, hat bei Andretti Autosport nur genügend Sponsorgelder, um bis einschließlich Texas dort zu fahren. Die IRL-Verantwortlichen dürften aber wohl sehr daran interessiert sein, den mit Abstand besten US-Fahrer 2010 über das ganze Jahr hindurch in der Serie zu halten. Die nötigen Gelder bringt der reine Wille zwar auch nicht – aber vielleicht lässt sich ja doch eine Lösung finden, zumal wohl auch Dreyer & Reinbold daran interessiert sein wird, den bestmöglichen Fahrer zu finden.

An der Spitze werden wohl trotzdem wieder die alten Bekannten von Penske und Ganassi zu finden sein. Denn auch, wenn die Charakteristik des Ovals enge Duelle erlaubt – es wäre sehr erstaunlich, wenn die anderen Teams ihren Rückstand plötzlich ganz aufgeholt hätten. Bei Penske würde ich die innerhalb des Teams am ehesten auf Helio Castroneves tippen, weil der Brasilianer ganz einfach mit Abstand über die größte Oval-Erfahrung verfügt. Bei Ganassi sehe ich eher Dario Franchitti vorn. Scott Dixon ist zwar auf Ovalen auch nicht zu unterschätzen – in Indianapolis hatte er aber auch schon vor dem Fehler seiner Boxencrew, der seinen Wagen kurzfristig zum Dreiradler machte kein rechtes Mittel gegen seinen schottischen Teamkollegen parat.

Gespannt darf man sein, ob die Wagen von Andretti Autosport ihre Pace vom Indy 500 auch auf anderen Ovalen umsetzen können. Zumindest mit Tony Kanaan und Marco Andretti wäre dann ja allemal zu rechnen. Der angesprochene Ryan Hunter-Reay musste sich nach dem Unfall mit Mike Conway einer Operation an den Bändern in seiner linken Hand unterziehen, und muss eine Schiene tragen – er will aber trotzdem antreten, was sehr unangenehme Assoziationen weckt. Danica Patrick war am Ende beim Indy 500 auch wieder ganz gut unterwegs – ihre Platzierung verdankt sich allerdings nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch dem Pech mancher Kollegen. Trotzdem sollte der sechste Platz ein Ergebnis sein, an dem sie sich mental ein wenig aufrichten kann – ob das reicht, um zu alter Stärke zurückzufinden, bleibt abzuwarten.

Das Rennen von Texas (in der Nacht von Sa auf So, 2:00Uhr) wird in den USA wieder von Versus, anstatt von ABC/ESPN übertragen. Endlich, möchte man sagen, denn Versus hat in der bisherigen Saison doch einen deutlich inspirierteren Job gemacht, als die eher lustlosen Network-Kollegen. Wer hierzulande zusehen will, muss leider weiterhin auf den offiziellen Stream von der Indycar Race Control zurückgreifen. Es ist allerdings zu hoffen, dass die vertraglichen Rahmenbedingungen, anders als beim Indy 500, diesmal wieder etwas abwechslungsreichere Kamerapositionen erlauben. Andernfalls bleibt wieder nur der Weg ins inoffizielle Stream-Milieu – wegen des gleichzeitig stattfinden Rennens der NASCAR NW könnte es dabei allerdings zu gewissen Engpässen kommen.

Planungen für 2011 und 2012

Teils überraschend gab es in dieser Woche dann noch zwei Verlautbarungen über die Zukunft der Rennserie.

Ziemlich unerwartet kam am Mittwochabend die Meldung, dass sich die Arbeitsgruppe mit dem klingenden Namen ICONIC (das steht für Innovative, Open-Wheel, New, Industry-Relevant, Cost Effective) auf die Rahmenbedingungen für das Motorenkonzept geeinigt hat, das ab 2012 zum Einsatz kommen soll. Es wird sich dabei um Turbomotoren mit 550 bis 700 PS handeln. Der Clou: Die Regeln werden sehr weit gefasst, es soll also ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Konzepten und Herstellern stattfinden. Festgelegt ist lediglich, dass die Ethanol-betriebenen Triebwerke maximal sechs Zylinder und 2,4 Liter Hubraum haben dürfen. Dass das alles noch etwas zu vage klingt, finden wohl auch manche Hersteller, etwa Honda, Ford und Mazda, die zwar prinzipiell Interesse signalisiert haben, aber gerne mehr Details hören würden. Die sollen am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Texas folgen.

Eher erwartbar dagegen: Ebenfalls am Mittwoch hat die IRL bestätigt, dass die Indycars ab der kommenden Saison ein Stadtrennen in Baltimore abhalten werden. Die IRL hofft drauf, bis zu 100.000 Fans auf die Tribünen der zwischen Washington, DC und Philadelphia gelegenen Metropole zu locken. Als Termin wird der 5.-7. August genannt, der Vertrag mit der Stadt läuft über fünf Jahre. Ein vollständiger Kalender für die kommende Saison soll bis Juli feststehen – wegen Unstimmigkeiten mit der Betreiberfirma ISC, die unter anderem die Strecken von Chicagoland, Homestead, Kansas und Watkins Glen besitzt, ist möglicherweise mit größeren Änderungen zu rechnen.

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June 02 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Es wäre ja auch fast schon eine Überraschung gewesen: Die Formel 1 hat sich auch in Istanbul nicht auf einen Reifenausstatter für 2011 einigen können. Vergangene Woche hatten einige Medien (unter anderm auch dieses Blog) noch von Gerüchten berichtet, Pirelli habe für die kommenden drei Jahre den Zuschlag erhalten – doch am Wochenende war davon keine Rede mehr. Stattdessen war im Fahrerlager Michelin-Mann Nick Shorrock unterwegs, um die Team doch noch von den Vorzügen der französischen Pneus zu überzeugen. Ein verbessertes Angebot hatte er allerdings laut eigenen Angaben nicht im Aktenkoffer. Mit expliziten Deadlines ist man inzwischen zwar geworden -  es heißt aber, man wolle sich nun “innerhalb der nächsten paar Tage” entscheiden. Bernie Eccelestone soll derweil Techniker angewiesen haben, Machbarkeitsstudien zum Einsatz von Hovercrafts durchzuführen.

// Änderungen könnnte es 2011 auch bei den Motoren geben. Wie die Speedweek berichtet, sind vor allem die Cosworth-Kunden zunehmend mit dem Motor unzufrieden. Angeblich soll das Aggregat nämlich mit zunehmender Beanspruchung schneller an Leistung verlieren als die Konkurrenz – besonders, wenn gegen Ende der Saison dann die ungebrauchten Motoren zur Neige gehen, wäre man dann im Nachteil. Lotus soll deshalb bereits die Fühler in Richtung Mercedes und Renault ausgestreckt haben, auch das ART-Teams soll für den Fall, dass es 2011 in der Königsklasse antreten darf an einem Vertrag mit Mercedes interessiert sein.

// Gerüchten aus Hinwil zufolge könnte ART übrigens 2011 womöglich nicht als eigenständiges Team, sondern als Fusionspartner von Sauber in der Formel 1 dabei sein. ART-Teilhaber Nicolas Todt war vergangene Woche in der Sauber-Fabrik zu Gast – was die spanische Zeitung El Mundo als Anlass zu entsprechenden Spekulationen genommen hat. Peter Sauber hat allerdings gegenüber der schweizer Boulevardzeitung Blick versichtert, er werde sein Team nicht verkaufen.

// In den kommenden Wochen möchte IRL-Meister Dario Franchitti mit Chip Ganassi über einen neuen Vertrag für 2011 sprechen. Franchitti schließt gewöhnlich nur einjährige Verträge ab – die Verhanldungen über eine Fortführung der Zusammenarbeit dürften also eher eine Formsache sein, zumal Franchitti in Interviews auch seine Zufriedenheit mit Ganassi und dem Engegement in der Indycar Series zum Ausdruck gebracht hat.

// Die Chemie zwischen Mattias Ekström und der NASCAR scheint zu stimmen: Der Schwede zeigte sich nach den Testfahrten für Red Bull am Virginia Internatinal Raceway von seinem Auto begeistert, und auch umgekeht dürfte man bei Red Bull mit der Vorstellung des DTM-Piloten zufrieden gewsesen sein. Gerüchten zufolge war Ekström eine halbe Sekunde schneller als Juan Pablo Montoya, und in etwa auf dem Niveau von Marcos Ambrose. Auch, wenn man Testzeiten nicht überbewerten soll – eine starke Vorstellung wäre das allemal gewesen.

// Macht die DTM 2011 wieder am ehemaligen A1-Ring Station? Die österreichische Sportwoche (Print) will erfahren haben, dass die renovierte Rennstrecke im Mai des kommenden Jahres mit einem Rennen der Tourenwagenserie eröffnet werden soll.

// Mercedes hat sich derweil wohl entschieden, doch im kommenden Jahr noch keine Autos nach dem Reglement für 2012 in der DTM einzusetzen. Die ITR hatte zuvor entschieden, dass schon im kommenden Jahr Autos nach dem Reglement für die übernächste Saison antreten dürften, allerdings dann keine Punkte bekommen würden. Mercedes hatte ursprünglich mit einem solchen Einsatz geliebäugelt, nun die Pläne aber wieder fallen gelassen.

// Der Austragungsort für das Asien-Event des Intercontinental Le Mans Cup wurde bekanntgegeben: am 6. und 7. November werden die Sportwagen auf dem Zhuhai International Circuit zu einem 1000km-Rennen antreten. Nicht die attraktivste Wahl unter den asiatischen Rennstrecken, aber immerhin weniger eng und abgelegen als der Okayama Int’l Circuit, auf dem letztes Jahr die Asian Le Mans Series ausgetragen wurde. Zu der neu ins Leben gerufenen Meisterschaft, die in den kommenden Jahren zu einer Neuauflage der Sportwagen-Weltmeisterschaft weiterentwickelt werden könnte, gehören außerdem noch das LMS-Saisonfinale in Silverstone (1000 km) und das Petit Le Mans (1000 Meilen) in den USA, sowohl Audi als auch Peugeot haben die Teilnahme bereits zugesagt.

// Esteban Guerrieri hat ofenbar ein wenig Geld zusammegekratzt, und kann am kommenden Wochenende in Brünn wieder bei der WSbR dabei sein. Der Argentinier musste wegen Zahlungsschwierigkeiten die Läufe in Monaco auslassen, nachdem er beim Rennen in Spa unmittelbar davon noch gewonnen hatte. Für den Rest der Saison fehlen allerdings wohl noch die Finanzen, Fans haben sich mittlerweile mit Bittschreiben an die argentinische Regierung und an Privatfirmen gewendet.

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June 01 2010

06:30

Indy 500: Knapp an der Katastrophe vorbei

Ein dominanter Dario Franchitti hätte dem Rennen fast die Spannung genommen – die starken Andretti-Autos und der Benzinpoker sorgten dann doch nochmal für Unterhaltung. Und Mike Conways Crash zeigte deutlich, wie gefährlich Open-Wheel Ovalrennen immer noch sind.

Am Ende wurde es doch nochmal knapp: Nachdem Dario Franchitti den Großteil des Rennens nach Belieben dominierte, hätte ihm der Spritpoker am Ende fast noch den Sieg gekostet. Das sorgte immerhin für ein wenig Spannung in einem sonst eher taktisch geprägten Ovalrennen. Immerhin:  Auf den Plätzen hinter dem Schotten tummelten sich Fahrer, mit denen man nicht wirklich rechnen durfte. Vor allem Andretti Autosport überraschte mit einer starken Performance. Wenig Grund zur Zufriedenheit hat dagegen Roger Penske: Fehler von Team und Fahrern kosteten allen drei Wagen eine Spitzenplatzierung. Dass man sich bei aller Spannung vielleicht etwas überlegen sollte, um den Spritpoker auf Ovalen einzudämmen zeigte dann der Crash von Mike Conway. Der Brite hatte noch viel Glück im Unglück. Ein etwas anderer Einschlagswinkel hätte für die große Katastrophe gesorgt.

In gewisser Weise erfüllte das Rennen schließlich doch die Erwartungen: Viele waren davon ausgegangen, dass die Penske und Ganassi-Autos den Klassiker dominieren würden. Dass dann aber nur einer der Wagen so deutlich vorausfahren würde, ist schon eine Überraschung. Vor allem Franchittis Vorsprung auf Scott Dixon war verblüffend. Der Kiwi verlor zwar auch zahlreiche Plätze wegen eines lose montierten Vorderrads – auch ohne diesen Fehler seiner Boxencrew war er aber nie eine Bedrohung für den amtierenden IRL Meister.

Klarer war da die Sache schon bei Penske: Dort wären die Fahrer – allen voran Helio Castroneves – vielleicht näher an Franchitti drangewesen. Schließlich verhinderten aber zahlreiche Fehler ein gutes Ergebnis. Mit Will Power auf Rang acht als besten der drei Piloten wird die erfolgsverwöhnte Truppe sicher nicht zufrieden sein können. Zumal man ja auch immer noch auf der Suche nach einem Hauptsponsor ist.

Damit zu den positiven Überraschungen: Da wäre allen voran Andretti Autosport. Damit, dass das Team so gut mithalten kann, hätte nach den riesigen Problemen beim Qualifying vor einer Woche wohl kaum jemand gerettet. Vor allem Tony Kanaan, der sich von Startplatz 33 zeitweise bis Rang zwei vorkämpfte zeigte eine äußerst beeindruckende Leistung. Gut dabei war aber auch Marco Andretti, der sein bestens Ovalrennen seit langen ablieferte, und am Ende mit Rang drei belohnte wurde.

Eher diskret unterwegs war Ryan Hunter-Reay: Der im bisherigen Saisonverlauf konstant beste Andretti-Pilot war brav im Mittelfeld unterwegs. Sein Rennen endete zwar mit einem Paukenschlag, bis zur letzten Runde blieb er aber ziemlich unauffällig. Danica Patrick war zwar wieder mit dem Auto nicht zufrieden, schaffte aber am Ende trotzdem mit Rang sechs ihre beste Saisonplatzierung. In guter Erinnerung wird sie den Mai 2010 dennoch nicht behalten: Auch vor dem Rennen waren wieder vereinzelte Buhrufe von den Tribünen zu vernehmen. Für jemanden, der so an Schulterklopfer und positiven Medienhype gewöhnt ist, sicher eine charakterbildende Erfahrung.

Ein tolles Rennen erwischte Dan Wheldon: Fast die ganze Zeit war der Brite im vorderen Feld unterwegs, sparte dabei aber ausreichend Sprit, um am Ende fast noch Franchitti angreifen zu können. Nach eher unauffälligen Rennen auf den Rundkursen schient die Truppe von Panther Racing auf den Ovalen wieder zu Form aufzulaufen.

Beeindrucken konnte auch das Rahal-Letterman-Team: Niedmand hätte gemerkt, dass seit dem Indy 500 im vergangenen Jahr kein IRL-Wagen der Truppe mehr auf der Strecke war. Trotzdem konnte man zahlreiche etablierte Teams schlagen, und sich über weite Strecken im Vorderfeld halten. Schließlich wurde Graham Rahal mit einer eher fragwürdigen schwarzen Flagge aus den Top 10 entfernt: Der US-Pilot hatte im Zweikampf mit Dan Whelon wohl zu oft die Linie gewechselt. Für europäische Verhältnisse sah das Manöver nicht strafwürdig aus – andererseits zeigt der Unfall von Conway, dass man bei der IRL schon richtig handelt, wenn man unter allen Umständen Duelle zu vermeiden versucht, die so gefahren werden, dass sich die Räder der Autos berühren könnten.

Bester Rookie war am Ende Mario Romancini (Platz 13), der der Duell mit Simona de Silvestro (14) knapp für sich entscheiden konnte. Verdient hätten den Sieg in der Rookie-Kategorie aber beide: Romancini konnte nach bisher eher mittelmäßigen Fahrten am Bump Day und im Rennen endlich zeigen, dass er doch über mehr Talent verfügen dürfte, als bisher zu sehen war. Aber auch Simona de Silvestro lieferte auf dem kräfteraubenden Indianapolis Speedway bei ihrem erst zweiten Lauf auf einem Oval eine tadellose Leistung ab.

Auch Justin Wilson und Mike Conway waren in den Dreyer&Reinbold Wagen gut unterwegs, und konnten über 199 Runden das beste aus ihrem Material machen.

Conways Unfall in der letzten Runde führte dann plastisch vor Augen, wie gefährlich Open-Wheel Ovalrennen immer noch sind: Dem vor ihm fahrenden Ryan Hunter-Reay ging in der letzten Runde plötzlich der Sprit aus, Conway konnte nicht mehr ausweichen, und fuhr auf. Der Wagen stieg in Richtung Fanzaun auf und brach beim folgenden Einschlag in mehrere Teile. Glücklicherweise blieb immerhin das Monocoque intakt. Conway brach sich bei dem Unfall das linke Beim und einen Brustwirbel. Als Folge muss er nun drei Monate lang einen Stützgips für den Rücken tragen – die Saison ist wohl gelaufen. Ryan Hunter-Reay verletzte sich ein paar Bädner im Daumen, und musste sich ebenfalls einer Operation unterziehen. Er soll aber schon am kommenden Wochenende in Texas wieder dabei sein.

Das alles ist übel – Trotz der teils schweren Verletzungen hatten beide Fahrer aber noch immenses Glück im Unglück. Denn hätte sich Conways Wagen nach dem Abheben etwas anders bewegt, wäre er mit dem Helm im Fangzaun gelandet – und ob er in dem Fall noch unter und weilen würde, muss bezweifelt werden. Auch Hunter-Reay hatte riesiges Glück: Conways fliegendes Auto traf seinen Boldien in Helmhöhe. Die Fahrgastzelle hat Kratzer vor und hinter dem Helm. Nur Hunter-Reays Kopf bleib durch schieries Glück verschon. Auch hier gilt: Hätte ihn der Wagen am Kopf getroffen, wäre die Katastrophe wohl unvermeidlich gewesen.

So ist die IRL noch einmal entkommen. Trotzdem sollte man sich bei allem Spektakel, das ein Tankdrama bringt vielleicht überlegen, ob man das weiterhin riskieren will. Denn kein Fahrer kann schnell genug reagieren, um auf einem Oval einem unmittelbar davor langsamer werdenen Auto noch angemessen auszuweichen. Unfälle wie der vom Sonntag können wohl nur vermieden werden, wenn man etwas am Tankregelemnt ändert. Eine Prüfmenge, die nach der Zieldurchfahrt noch vorhanden sein muss, würde nichts von der Spannung eines Spritpokers nehmen – denn ob es dabei darum geht, das gerade noch mit Sprit oder “gerade noch mit 5 Litern” ins Ziel zu kommmen ist für die Spannung unerheblich. Sie könnte das Risiko solcher Unfälle aber massiv verringern.

In der Meisterschaft hat sich auch nach dem Indy 500 wenig getan: Will Power führt weiterhin relativ deutlich – auch, wenn der Vorsprung wegen des magern Platz Acht in Indy etwas gesunken ist. Dahiner lauert nunmehr Dario Franchitti, der seinerseits vom Teamkollegen Dixon verfolgt wird.

Das nächste Rennen findet schon Samstagnacht in Fort Worth, Texas statt. Eine ausführliche Vorschau darauf folgt gegen Ende der Woche.

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May 28 2010

09:00

Vorschau: Indy 500

Allen Problemen zum Trotz: Einmal im Jahr blickt die Motorsportwelt noch gebannt auf die IRL. Am kommenden Wochenende ist dieser Zeitpunkt wieder erreicht – das 94. Indy 500 steht vor der Tür.

Auch, wenn die Quoten in den vergangenen Jahren gesunken sind: Das Indy 500 ist noch immer einer der ganz großen Ereignisse im Motorsportkalender. Wenn Jack Nicholson am Sonntagabend die grüne Flagge schwenkt, dann wendet der motorsportbegeisterte Teil der USA für ein paar Stunden seinen Blick von North Carolina ab, und blickt in Richtung Indiana. (Am Abend dreht sich der Kopf dann wieder zurück in Richtung Coca Cola 600). Nach dem eher schleppenden Rennen im vergangenen Jahr hat die IRL alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in dieser Saison wieder einen spannenderen Lauf zu bieten. Und wenn das Qualifying einen Vorgeschmack auf das Rennen geboten hat, dann darf man sich am Sonntagabend auch wirklich auf ein packendes Rennen freuen.

Etwas Historisches hat die Ausgabe von 2010 jedenfalls schon jetzt an sich: Es ist das zweite Indy 500 innerhalb des dreijährigen “Centennials”, also das 100-jährigen Jubiläums. Dass man gleich drei Jahre lang Jumbiläum feiert hat gleich mehrere Gründe. In erster Linie natürlich den geschäftlichen: Zu einer solchen Feierlichkeit lässt sich womöglich der eine oder andere Fan locken, der sonst eher zu Hause geblieben wäre. Andererseits gibt es aber auch eine historische Begründung: Der Speedway wurde schon im Jahr 1909 eröffnet, das erste 500-Meilen Rennen fand aber erst zwei Jahre später statt (damalige Siegerzeit: 6 Stunden, 42 Minuten – ein Schnitt von 120 km/h). Die Jubiläen 2009 und 2011 sind also “echt” – der heurige Lauf reitet eher auf der Welle von Feierlichkeiten mit. Dass am Wochenende trotzdem erst die 94. Ausgabe des Indy 500 stattfindet hat übrigens ganz einfache Gründe: 1917/18 und 1942-45 gab es wegen des ersten und zweiten Weltkrieges keine Rennen.

Historisches könnte auch Helio Castroneves leisten: Schafft es der Brasilianer am Sonntag, das Rennen als Sieger zu beenden, wäre er der erste Fahrer, der zweimal zwei hintereinander stattfindende Ausgaben das Klassikers für sich entscheiden konnte (2001/2002 und 2009/2010). Außerdem würde er in den elitären Kreis von AJ Foyt, Al Unser und Rick Mears aufsteigen – nur diese drei Piloten konnten bisher viermal aus der legendären Milchflasche trinken, die dem Sieger überreicht wird. Die Ausgangsposition ist schonmal vielversprechend: Der Brasilianer wird das Rennen am Sonntag von der Pole in Angriff nehmen. Und auch die Statistik gibt ihm recht: Insgesamt elf Mal hat ein Auto mit der (seiner) Startnummer 3 das Rennen gewonnen – öfter als alle anderen Startnummern. Andererseits: Demnach hätten auch die Nummern 1, 2 und 5 gute Chancen. Eine Startnummer 1 gibt es in diesem Jahr wegen Dario Franchittis Sponsorverpflichtungen nichtmal, 2 und 5 haben Raphael Matos und Takuma Sato – also recht deutliche Außenseitertipps.

Rein sportlich hätten da schon die Nummern 12 und 10 bessere Chancen – das sind nämliche jene von Will Power und Dario Franchitti, die mit Castroneves gemeinsam in der ersten Reihe stehen. Auch sonst ist wohl zunächst wieder mit den “üblichen Verdächtigen” zu rechnen: Der zweite Ganassi mit Scott Dixon und der dritte Penske von Ryan Briscoe stehen direkt hinter ihren Markenkollegen in der zweiten Reihe. Dort lauert mit Alex Tagliani aber auch schon die erste große Unbekannte: Im Training machte der Wagen des neu gegründeten FAZZT-Teams dem Namen alle Ehre. Wie “zznell” der Bolide aber über die Long Runs läuft, ist wohl noch ein wenig unklar. In Reihe drei lauern Graham Rahal, Ed Carpenter und Hideki Mutoh – ein Sieg von einem dieser drei Fahrer wäre aber in die Rubrik “Cindarella Stories” einzuordnen.

Für eine positive Überraschung könnten womöglich die Fahrer von Andretti Autosport sorgen: Die Startpositionen für Marco und John Andretti, Danica Patrick, Ryan Hunter-Reay und vor allem Tony Kanaan sind zwar nicht so toll – aber vielleicht gehen die Wagen im Renntrim ja besser. Zumindest Kanaan sollte den Trainingsergebnissen nach zu urteilen das Potential haben, einen deutlichen Sprung nach vorne zu machen. Und dann ist da noch Dan Wheldon: Der Wagen des Indy 500 Siegers von 2005 lief zwar im Qualifying nicht so gut wie erhofft, machte aber über die Long Runs einen deutlich schnelleren Eindruck.

Wie immer wird das Indy 500 von einem ausführlichen Rahmenprogramm begleitet. Darauf, wer die Hymne singt (Jewel), wer das Pace Car fährt (“Good Morning America” Moderatorin Robin Roberts), welche Band am Freitag auftritt (ZZ Top) oder welcher Promi sich vor dem Rennen im Zweisitzer von Michael Andretti um den Kurs chauffieren lässt (Mark Wahlberg), möchte ich hier nicht näher eingehen. Denn auch das sportliche Rahmenprogramm verspricht einiges: Schon am Freitag (18:30h) findet das traditionelle “Freedom 100″ der Indy Lights statt. Die “Night before the Indy 500″ am Samstag steht dann ganz im Zeichen des “Road to Indy” Nachwuchsprogramms. Sinnigerweise finden die Rennen der Star Mazda und US F2000 aber nicht am Indianapolis Speedway statt, sondern “nebenan” im O’Reilly Raceway Park (um 0:00h und 2:10h).

Übertragen wird das Spektakel wie schon in den vergangenen Jahren auch 2010 wieder von ABC, deren Schwesterfirma ESPN die Sendung produziert. Im deutschen Sprachraum hat sich traurigerweise kein Sender gefunden, der den Klassiker in dieser Saison ausstrahlen will. Deshalb müssen Fans wohl – wie schon bei den anderen Rennen – auf einen Internet-Stream zurückgreifen. Ob die Indycar-Racecontrol auf indycar.com (nach Anmeldung gratis) auch das Kronjuwel der Serie überträgt, ist leider unbekannt. Sofern nicht, wird man sich wohl bei den bekannten Quellen um eine Alternative umsehen müssen – zumindest sollte sich für das Highlight des IRL-Jahres auch da vermutlich etwas finden lassen. Die Rahmenrennen – auch jene vom O’Reilly Motorsports Park – sind dem Vernehmen nach fix als Streams bei der Racecontrol eingeplant.

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May 25 2010

06:00

Indy 500 Qualifikation: Die Analyse

Das Qualifying für das Saisonhighlight der IRL ist gelaufen, das Zusehen hat sich gelohnt. Denn während der Pole Day noch einigermaßen unspektakulär verlief, gab es zum Ende des Bump Day dann doch noch jede Menge Spannung.

Tony Kanaan muss am Bump Day um seinen Startplatz bangen. Paul Tracy scheitert an der Qualifikation. Sebastian Saavedra zerstört erst sein Auto – und ist am Ende doch beim Rennen dabei. Und Danica Patrick wird von der Tribüne ausgebuht. Die IRL wollte das Qualifying entstauben und wieder spannender machen – die Bemühungen wurden belohnt, vor allem die letzte Stunde des Bump Day wird man wohl so schnell nicht wieder vergessen. Der Pole Day war im Vergleich etwas weniger spektakulär. Aber auch vorne sind ein paar Autos aufgetaucht, die man nicht unbedingt dort erwartet hätte.

Sieger

Die erste Reihe ist noch überraschungsfrei: Die zwei Indy 500 Sieger Helio Castroneves und Dario Franchitti und der Meisterschaftsleader Will Power. In der zweiten Reihe stehen Ryan Briscoe und Scott Dixon – auch die hätte man dort erwartet. Doch zwischen den beiden wartet schon die erste große Überraschung: Alex Tagliani hat das Auto des in dieser Saison neu eingestiegenen FAZZT-Teams auf Platz fünf gestellt. Auch, wenn das Mannschaft nicht gänzlich neu ist, sondern den Shop von Marty Roth übernommen hat: So weit vorne hätte die Truppe auf einem Oval sicherlich kaum jemand erwartet.

Die zweite Cindarella-Story ist Graham Rahal: Bis vor wenigen Wochen war völlig unklar, mit welchem Auto der Sohn von Rennlegende Bobby das Indy 500 bestreiten würden. Für die ganze Saison konnte er nicht genug Sponsorengelder zusammekratzen, auf den Straßenkursen hielt er sich mit Gelegenheitsdrives für Sarah Fischer Racing im Gespräch. Für Indy hatten die Experten bei Newman-Haas erwartet. Doch der Deal kam nicht zustande, und Graham musste sich anderswo umsehen. Schließlich landete er beim familieneigenen Rahal-Letterman Team, das seit dem Indy 500 im vergangenen Jahr kein IRL-Rennen mehr bestritten hat. Umso erstaunlicher also, dass Rahal das Indy 500 von der siebten Position aus in Angriff nehmen wird.
Die dritten Reihe komplettieren Ed Carpenter und Hideki Mutoh – vor dem Training auch eher noch Geheimtipps.

“Zweite Sieger”

Gar nicht nach Wunsch lief es dafür für Andretti Autosport. Als schnellster Fahrer aus dem Siegerteam vergangener Jahre platzierte sich Marco Andretti auf Rang 16, einen Rang vor Ryan Hunter-Reay. Veteran John Andretti konnte sich immerhin sicher qualifizieren und startet von Rang 28. Danica Patrick und Tony Kanaan hatten dafür überhaupt ein Wochenende zum Vergessen.

Patrick konnte sich am immerhin am Sonntag locker für Platz 24 qualifizieren – das Qualifying lief für sie also aus sportlicher Sicht nicht gerade glänzend, aber durchaus noch solide. Dass sie das Wochenende dennoch in schlechter Erinnerung beahlten wird, hat allerdings einen anderen Grund. Als sie am Samstag an der Strecke etwas kritisch interviewt wurde, meinte sie “[...] it’s not my fault. The car is not good.” Anders ausgedrückt: Schuld sei das Team. Das kam beim Publikum an der Strecke gar nicht gut an. Folge: Buhrufe für für die merklich verdutzte Rennfahrerin. Danica wirkte noch immer völlig perplex, als sie etwas später dazu interviewt wurde. Auch, wenn der Hype um ihre Person ihr Können übersteigen mag – ihre Reaktion am Samstag halte ich für nachvollziehbar: Patrick wurde jahrelang als großer Star IRL aufgebaut, jeder kleine Erfolg wurde bejubelt. Jetzt lassen auch diese kleinen Erfolge auf sich warten – und die Schulterklopfer haben sich plötzlich aus dem Staub gemacht.

Aber auch, wenn es stimmen mag, dass Andretti Autosport schon mal konkurrenzfähiger war – clever ist ihre Kritik am Team ganz sicher nicht. Das Klima scheint schon zu leiden. Zumindest hat sich Tony Kanaan bereits berufen gefühlt, ihr über die Medien auszurichten, sie müsse ihre Einstellung ändern. Was natürlich auch von Kanaan kein wirklich cleverer Zug ist. Wie bei Patrick ist aber auch seine Frustration nachvollziehbar. In allen Trainings war der Brasilianer vorn dabei, das Team setzte ihn sogar in die Autos seiner Kollegen, um Tipps für die Abstimmung zu bekommen. Und dann die Enttäschung: Ein Dreher samt Mauerkontakt am Pole Day, das selbe noch einmal am Sonntagmorgen – und schon musste Kanaan um die Qualifikation bangen. Am Ende ging es dank eines passablen Versuchs etwa 30 Minuten vor Ende doch noch einmal gut, wenn auch denkbar knapp: Der Brasilianer wird das Rennen von Rang 32 aus in Angriff nehmen müssen.

Nur unwesentlich besser lief es für Takuma Sato. Der ehemalige Formel 1 Pilot zerstörte ebenfalls am Samstagmorgen seinen KV-Racing-”Lotus” und musste am Bump Day um die Qualifikation fahren. Schließlich reichte ein dramatischer Run in den letzten Minuten für Platz 31.

Besonders unglaublich war aber der Kampf um den letzten Startplatz am Ende des Bump Day. Erst zerstörte der auf dem Bubble-Platz 33 qualifizierte Sebastian Saavedra beim Trinaing sein Auto – sollte ihn also jemand überholen, würde er keine Zeit mehr haben, seine Zeit zu verbessern. Dann kamen die Versuche von Kanaan und Sato – Saavedra war draußen, vor ihm “on the bubble”: Mario Romancini.

Und dann fuhr Romancini einen Versuch, seine Zeit zu verbessern. Da der Nachwuchspilot zu diesem Zeitpunkt noch qualifiziert war, konnte kaum jemand verstehen, wieso er das Risiko einging, seine Zeit streichen zu lassen. Doch der Poker lohnte sich, Romancini schaffte die sichere Qualifikation auf Rang 27, alle anderen rutschten nach unten. Als nächster Pilot versuchte der auf den Bubble-Platz abgerutschte Paul Tracy den gleichen “Präventivschlag” – und scheiterte.

Und dann stand eine Minute vor Trainingsende Jay Howard auf Platz 33 – und vor einer riskanten Wahl: Würde er einen neuen Trainingsversuch wagen, wäre die schon gefahrene Zeit weg. Ohne einen neuen Trainingsversuch wäre allerdings Paul Tracy an der Reihe, und könnte veruschen, ihn aus der Startaufstellung zu bumpen. Howard entschied sich dafür, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und zu fahren – und schaffte es nicht. Der letzte Startplatz ging damit an den schon sicher draußen geglaubten Sebastian Saavedra, der im Infield Care Center von seinem Glück erfuhr.

Eine bittere Pille für Howard und Sarah Fischer Racing. Das kleine Team hatte wohl fix mit der Qualifikation beider Autos für das Indy 500 kalkuliert – im Interview direkt nach Trainingsende erklärte die völlig aufgelöste Sarah Fischer jedenfalls unter Tränen, dass sich das Ergebnis sehr nachteilhaft auf den Rest der Saison auswirken würde.

Äußerst schade ist die Sache auch für Paul Tracy: Anders als im vergangenen Jahr hatte der Kanadier diesmal nur einen Deal für das Indy 500, nicht auch für die Läufe in Edmonton und Toronto. Die Nichtqualifikation lässt befürchten, dass es wohl der letzte Auftritt von Tracy in dieser Saison war. Und ob er es mit diesem Ergebnis in kommenden Jahren noch einmal schafft, die nötigen Gelder für das Indy 500 aufzutreiben, steht in den Sternen.

Trotz dieser Wermutstropfen:  Die Qualifikation lässt diesmal wieder ein spannenderes Indy 500 hoffen, als es das Rennen vom vergangenen Jahr war. Eine ausführliche Vorschau folgt gegen Ende der Woche.

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May 20 2010

06:30

Indy 500: Die Qualifikation

Am Wochenende startet wieder der Qualifikationsreigen für das Saisonhighlight der IRL. Kürzer, knapper und spektakulärer soll in diesem Jahr alles ablaufen – ganz unkompliziert sind die Regeln trotzdem nicht. Eine kurze Erklärung.

Nach ein paar schönen Rennen zum Saisonauftakt, einem erfolgreichen Wochenende in Alabama, und dem gut besuchten Klassiker in Long Beach war das erste Ovalrennen der Saison ein wenig antiklimatisch. So mau das Rennen in Kansas gewesen sein mag – beim Indy 500 hat die IRL noch immer Spektakel geliefert. An diesem Wochenende steht die Qualifikation auf dem Programm. Und da haben sich die Verantwortlichen in diesem Jahr einen neuen Modus überlegt. Ziel: Mehr Spannung vorm TV-Gerät, weniger Ausgaben für die Teams. Die grobe Struktur mit “Pole Day” und “Bump Day” wurde beibehalten – aber sonst ist vieles neu. Denn erstmals findet die Qualifikation an nur noch zwei Tagen statt – und den besten winken schon am Sonntag erste Punkte und Preisgelder.

Pole Day (Samstag)

Am Samstag Vormittag (17:00 – 22:00Uhr MESZ) steht erstmal eine “konventionelle” Oval-Qualifikation auf dem Programm: Alle gemeldeten Fahrer (siehe unten) haben drei Versuche, im Einzelzeitfahren eine Marke zu setzten. Jeder Versuch besteht aus vier Runden (= zehn Meilen), es zählt die Gesamtzeit.

Wer in dieser Qualifikation auf der ersten neun Plätzen landet, ist bereits fix für das Indy 500 qualifiziert. Unter diesem neun Fahrern geht es im Anschluss (2:30 – 0:00 Uhr) dann um die Pole: Dafür werden die Zeiten aus dem ersten Quali-Segment gestrichen, jeder Fahrer hat mindestens einen Versuch, eine Marke zu setzen. Solle noch Zeit bleiben, ist aber auch ein zweiter Quali-Run möglich.

Bump Day (Sonntag)

Am Folgetag (12:00 – 0:00 MESZ) geht es dann im klassischen “Bump Day”-Modus um die restlichen 24 Startplätze für das Rennen. Jene Piloten, die am Samstag einen Platz zwischen zehn und 24 belegt haben, dürfen ihre Zeit behalten. Alle anderen beginnen bei Null – ihre Zeit wird nämlich gestrichen. Primär geht es also darum, dass sich jene, die am Samstag noch keine Marke gesetzt haben für einen der verbleibenden neun Startplätze (25-33) qualifizieren. Sicher ist aber niemand: Wer immer eine schnelle Zeit setzt, bumpt alle, die langsamer sind um einen Platz nach unten. Theoretisch können also alle Fahrer ab Position 10 noch ihren Startpatz verlieren.

Und was ist bei Regen?

Darüber scheint sich keiner so wirklich Gedanken gemacht zu haben. Momentan sieht es zum Glück auch so aus, als wäre das auch nicht nötig, denn am Wochenende soll es in Indianapolis schön und trocken sein. Sollte es aber tatsächlich so sein, dass man nicht, oder nur wenig fahren kann, wird die Qualifikation verschoben. Im Notfall, so hört man, wäre man auch bereit, auf das neue System zu verzichten, und eine “normale” Oval-Quali zu machen.

Neu: Punkte und höhere Geldpreise

Um die Wichtigkeit der Qualifikation zu heben, hat die IRL die Geldpreise für die drei Front-Row-Starter noch einmal deutlich erhöht. Dem ersten winken 175.000$, für Rang zwei gibt es 75.000$, und für den Dritten immerhin noch 50.000$. Außerdem bekommen alle 33 Starter Meisterschaftspunkte: Während es bei normalen IRL-Rennen lediglich einen Punkt für die Pole gibt, gewinnt der Pole-Mann hier gleich 15 Zähler. Der zweite bekommt 13, der dritte zwölf. Für die anderen Top-Neun Positionen gibt es elf bis sechs Zähler, für die Plätze zehn bis 24 vier, für die restlichen Starter drei.

Wer ist dabei?

Auf der offiziellen Entry List (Achtung, .pdf. Nicht verwirren lassen, die Startnummer mit einem “T” dahinter zeigen nur an, dass auch ein Ersatzfahrzeug bereit steht) werden noch 38 Fahrzeuge geführt, das 3G-Team ist allerdings noch zu keinem der bisherigen Trainings aufgetaucht – nachdem auch der Fahrer als “TBA” geführt ist, muss man wohl davon ausgehen, dass nur 37 Piloten und in die Qualifikation gehen. Unter jenen, die in dieser Saison bisher nicht dabei waren, finden sich gleich einige bekannte Namen: Paul Tracy (KV Racing) wird erstmals dabei sein, AJ Foyt IV (Foyt Racing) und Bruno Junqueira (FAZZT), Townsend Bell (Schmidt/Ganassi), Ed Carpenter (Panther Racing), Davey Hamilton (de Ferran) und Tomas Scheckter (Dreyer&Reinbold) feiern ebenfalls ihre Serien-Comebacks. Ana Beatriz (ebenfalls Dreyer&Reinbold) geht nach Sao Paulo zum zweiten Mal in der IRL an den Start, Graham Rahal kehrt von Sarah Fischer Racing zum heimatlichen Rahal/Letterman-Team zurück. Überhaupt zum ersten Mal könnte Sebastian Saavedra in der IRL an den Start gehen – bisher sieht es aber so aus, als hätte der Kolumbianer Probleme, eine anständige Zeit zu setzen. Mal sehen, ob er sich qualifizieren kann.

Insgesamt könnten in diesem Jahr zum ersten Mal fünf Frauen (Danica Patrick, Sarah Fischer, Simona de Silvestro, Ana Beatriz und Milka Duno) beim Indy 500 starten. Ob es tatsächlich zu dieser Premiere kommt, wird wohl vor allem davon abhängen, ob sich Beatriz und Duno wirklich qualifizeiren können. Vor allem letztere machte in den bisherigen Trainings einen etwas wackligen Eindruck.

Was bisher geschah

Besonders viel kamen die Piloten bis jetzt noch nicht zum Fahren – die ersten Rookie-Tests am Wochenende wurden von häufigem Regen unterbrochen, das Montags-Training musste überhaupt abgesagt werden. Bei ersten wirklich seriösen Training am Dienstagnachmittag war Scott Dixon am schnellsten. Dahinter etwas überrschend Mario Moraes, gefolgt von Marco Andretti und dem erstaulichen Alex Tagliani. Weitere Überraschungen: Simona de Silvestro auf Rang zehn, Ryan Briscoe nur auf 18. Graham Rahal schaffte es auf Position 20, Takuma Sato auf 26. Danica Patrick setzt ihre Misserfolgsserie mit Platz 30 fort. Den ersten härteren Abflug hatte EJ Viso, der im Anschluss über Rückenschmerzen klagte. Ersthaft verletzt hat sich der Venezoelaner nach bisherigem Informationsstand aber zum Glück nicht.

Die Aussagekraft dieser ersten Zeiten darf freilich bezweifelt werden. Vor allem die guten Teams werden ihre Karten wohl erst am Samstag wirklich auf den Tisch legen.

Die 20 Millionen-Idee

Für Aufsehen hat in der vergangenen Woche eine Idee vom neuen Indycar-CEO Randy Bernard gesorgt. In einem Interview erzählte der CEO von Speedway Motorsports (einer Oval-Betreiberfirma, der unter anderem auch die Strecke in Charlotte gehört) von Verhandlungen mit der IRL, schon ab 2011 einen Preis von 20 Millionen Dollar für jenen Piloten auszuschrieben, der es schafft, an einem Tag die Indy 500 und das Coca Cola 600 zu gewinnen. Eigentlich war geplant, die Idee noch geheim zu halten – denn zu viele Details sind noch ungeklärt. So fehlt etwa noch die Zustimmung von Mari Hulman George, der Besitzerin des Indianapolis Motor Speedway. Außerdem stünden dem Plan derzeit noch die zu nahe beieinander liegenden Beginnzeiten der beiden Rennen im Wege – angeblich wäre die IRL aber bereit, den Indy 500 Start von 13:00 auf 11:00 Uhr vorzuverlegen. Interesse an einem solchen Doppelstart haben in der Vergangenheit etwa die NASCAR-Stars Kyle und Kurt Busch, Kasey Kahne, Dale Earnhardt, Jr. und Kevin Harvick geäußert. Tony Stewart, Robby Gordon und John Andretti, die in der Vergangenheit schon in beiden Rennen gestartet sind, wären womöglich auch wieder für den Double Header zu gewinnen.

Übertragungszeiten

Ein kompletter Plan für alle Veranstaltungen rund um das Indy 500 ist auf der Indycar-Homepage verfügbar. Der Pole- sowie der Bump Day werden jeweils ausführlich auf Versus übertragen – hierzulande wird man wieder auf den offiziellen Stream von der “Indycar Race Control” setzten müssen, wo ebenfalls beide Qualifikationstage ausgestrahlt werden.

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May 19 2010

08:00

Ferner liefen: Die Newshappen

// Keine Entscheidung gibt es weiter in der Reifenfrage 2011. Zwar wollte man eigentlich schon “spätestens in Spanien”, und dann aber “jedenfalls in Monaco” eine Einigung erzielen, jetzt soll es aber doch erst “in der Türkei” so weit sein. James Allen hat am Wochenende getwittert, dass die Wahl wohl zwischen Michelin und Pirelli fallen würde. Glaubt man dem oben verlinkten autosport.com-Artikel, ist unter den beiden Marken wohl Pirelli derzeit eher der Favorit auf den Zuschlag – die Italiener bieten wohl günstigere Konditionen.

// Die Amerikaner geben nicht auf. Die Cypher Group, die angeblich aus sehr erfahrenen Formel-1 Ingenieuren, Designern und Geschäftsleuten besteht, möchte für 2011 ein erfolgreiches US-Formel-1 Team stellen. Die Website ist, vorsichtig formuliert, nicht informativ. Man schreibt, dass man einen Brief an die FIA am 13. April geschrieben hat, in dem man seine Absicht bekundet, 2011 an der Formel 1 teilzunehmen. So weit, so gut. Das wars dann aber auch großartigem Informationsgehalt… Keine Namen, keine Sponsoren, nix, null Komma nix, bis auf http://www.f1-photo.com/, die aber wohl nur die Fotos für die Website stellen, unter anderem das eines alten BAR-Honda. Bei Contact steht nicht mal mehr eine Anschrift, sondern nur eine Em@iladresse. Der Versuch, über eine Whois Suche mehr heraus zu finden, verlief leider bei einem Domainregistrar im Sande. Desweiteren schaffen sie es irgendwie keinen einzigen Namen auf die Website zu schreiben. Wenn ich schon mit erfahrenen Leuten werbe, dann muss ich doch auch Namen nennen. Sieht also nicht besonders ernstzunehmend aus das Ganze, aber abwarten.

// Glaubhafter ist das schon die Bewerbung des in diversen Nachwuchsklassen erfahrenen ART Grand Prix Teams, die ebenfalls am vergangenen Wochenende bekannt wurde. Für schiefe Blicke bei der Konkurrenz könnte sorgen, dass das Teams im Teilbesitz von Nicolas Todt ist, dessen Vater, FIA-Präsident Jean Todt, nun die Behörde führt, die über Wohl und Wider der Bewerbung zu entscheiden hat. Ganz unabhängig davon hätte sich das Team aber mit den Leistungen in F3 Euro und GP2 durchaus eine Chance in der Königsklasse verdient. Über mögliche Geldgeber des Projektes ist zur Stunde noch nichts bekannt.

// Ganz anders beim derzeit noch einzigen französischen Team in der Formel 1. Renault setzt die Serie an neuen Sponsorverpflichtungen fort, und scheint diesmal einen besonders dicken Fisch an Land gezogen zu haben. In Monaco wurde nämlich Tarek Essam Ahmad Obaid, seines Zeichens Mitbesitzer der saudi-arabischen Ölfirma PetroSaudi als neuer Teilhaber bekannt gegeben. Mitbesitzer dieser Ölfirma ist der saudische Prinz Turki, ein Sohn des Königs Abdullah – das Geld dürfte dort also nicht so schnell zur Neige gehen. Ob Obaid auch außerhalb seiner finanziellen Beteiligung eine Rolle beim Teams spielen soll, ist noch nicht bekannt.

//Nicht ganz so dolle scheint es um das HRT Team zu stehen. Zumindest hat Bernie Ecclestone in einem Interview mit dem britischen Telegraph die Befürchtung geäußert, das Team werde womöglich die Saison nicht überstehen. Die Lage scheint aber auch nicht hoffnungslos, denn Bernie hat angekündigt, dem Team notfalls helfen zu wollen – ob das reicht, bleibt natürlich abzuwarten. Teamchef Colin Kolles den Gerüchten zur finanziellen Lage im Interview mit autosport.com mittlerweile widerspochen, und sogar für die kommenden Wochen die Verkündigung eines Planes zur technischen Entwicklung des Autos für 2011 angekündigt.

// Im gleichen Interview äußert sich Eccelstone außerdem erstmals konkret über Pläne, in Sotchi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 einen Grand Prix von Russland auszurichten. Nach dem GP von Monaco will er sich jedenfalls bei einem Lokalaugenschein in Russland selbst ein Bild von den Plänen machen. Läuft alles nach Plan, könnte es 2013 erstmals so weit sein. Im selben Jahr könnte dem Interview zu Folge auch der schon länger durch die Medien geisternde GP von Rom Realität werden.

// Ferraris Stefano Domenicali fordert nach dem Alonso-Missgeschick vom Monaco-Samstag – wenig verwunderlich – die Rückkehr des Ersatzautos, das bis zum Verbot aus Kostengründen vor einigen Jahren Standard in der Formel 1 war. Dem Publikum Fernando Alonso im Qualifying vorzuenthalten sei schlimmer als die höheren Kosten für ein T-Car. Für eine solche Regeländerung müssten aber wohl auch die anderen Teams zustimmen und gerade die neuen Teams, aber auch an chronischem Geldmangel leidende Privatteams wie Williams und Force India dürften mit dem aktuellen Zustand recht glücklich sein und Ferrari diesen Wunsch nicht erfüllen.

// Bei der Indycar Series rüht der neue CEO Brain Barnhard weiter heftig um: So wurde diese Woche Überlegungen bekannt, ab 2011 ein Preis in der Höhe von 20 Millionen Dollar (!) für jenen Fahrer auszuschrieben, der am selben Tag sowohl das Indy 500 als auch das Coca Cola 600 gewinnt. Ziel der Aktion ist es, die Attraktivität des Indy 500 durch den Einsatz von NASCAR-Stars zu steigern. In der Vergangenheit haben etwa Tony Stewart, Robbie Gordon und John Andretti das Double bestritten, in Interviews haben zudem auch Kyle und Kurt Busch, Kasey Kahne, Dale Earnhardt Jr. und Kevin Harvick signalisiert, dass sie sich mit der richtigen Vorbereitung und einem konkurrenzfähigen Indycar vorstellen könnten, beide Rennen zu fahren. Im Weg stehen dem Deal derzeit noch die mittlerweile zu knapp beieinander liegenden Startzeiten der beiden Rennen – und Bedenken von General Motors, die “firmeneigenen” NASCAR-Stars in Honda-betriebenen Indycars fahren zu lassen.

// Erste Probleme bei der Superleague Formula? Einer Meldung von Autosport (Print) zufolge soll jedenfalls SLF-Präsident Alex Andreu vergangene Woche den Hut genommen haben – seinen Anteil an der Rennserie hat er aber wohl behalten. Sonst ist um die Causa wenig bekannt. Der Abgang könnte also durchaus auch geplant gewesen sein, oder persönliche Gründe haben. Vielleicht werden aber auch die Geldgeber langsam nervös.

// In der Starterliste für die 24 Stunden von Le Mans am 12./13. Juni werden nach und nach “TBA”s durch Fahrernamen ersetzt: bereits letzte Woche wurde die Teilnahme des amtierenden DTM-Champions Timo Scheider (im Scuderia Italia-Porsche mit Richard Westbrook und Marco Holzer) verkündet, OAK Racing vervollständigte sein Sextett kürzlich mit dem Meister der 2006er IFM und 2009er LMS sowie letztjährigen Aston Martin LMP1-Piloten Jan Charouz in der #35 und Jean-Francois Yvon in der #24. Letzterer kann bereits auf zehn Teilnahmen einen Klassensieg zurückblicken: im Jahr 1984 (lange vor dem Einbau der Hunaudieres-Schikanen!) gewann er die Klasse B auf einem BMW M1. Als dritter Mann im gelben JMW Racing Aston Martin Vantage GT2 wurde der 27jährige Hawaiianer Bryce Miller auserkoren, der aktuell auch in der GT Challenge-Kategorie der ALMS antritt.

// Nachdem bereits Anfang April die japanischen Teams von Dome und der Tokai University ihre Teilnahmen an den 24 Stunden von Le Mans absagen (bzw. im letzteren Fall den ersten Platz auf der Reserveliste aufgeben) mussten, kamen im Mai noch der Team Modena-Ferrari, die PK Racing-Corvette und die Pescarolo-Teams hinzu. Nachrücker sind Pegasus Racing (geplant ist die Teilnahme mit einem Norma-Chassis, das aber noch nicht rechtzeitig für die 1000km von Spa fertig war) und die deutsche Kruse Schiller Motorsport-Mannschaft bei den Prototypen und jeweils ein zweites Auto für Felbermayr-Proton (Porsche), AF Corse (Ferrari) und Matech (Ford) in den Gran Tourismo-Klassen.

// Aston Martin hat sich für das Motorsport-Jahr 2010 vorgenommen, sein Modell Vantage groß herauszubringen. Unter anderem siegte bei den 24h am Nürburgring am vergangenen Wochenende eines dieser V8-Fahrzeuge in der SP10/GT4-Klasse (Gesamtrang 27) und auch am ersten Rennwochenende des GT4 European Cup gab es zwei Doppelsiege zu verzeichnen. Die neu ins Leben gerufene “Aston Marton British GT4 Challenge” versucht der Edelhersteller mit prominenten Teilnehmern zu promoten: beim zweiten Lauf am kommenden Wochenende wird Sportchef David Richards sich einen Vantage GT4 mit “Mr. Bean”-Darsteller Rowan Atkinson teilen. Der Autonarr, der in den späten 80ern am britischen Renault 5-Markenpokal teilnahm, wird am Freitag zum ersten Mal überhaupt den Wagen testen.

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May 12 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Wieder keine Reifenentscheidung in der Formel 1: Ursprünglich hatte man geplant, sich bis Barcelona hinsichtliches des Ausrüsters für 2010 einig zu werden, jetzt waren Stimmen zu vernehmen, die zumindest eine Einigung bis zum kommenden Wochenende in Monaco fordern. Offiziell beworben haben sich Michelin, Pirelli und Avon/Cooper. Gestern wurde allerdigs bekannt, dass die Teams auch weiterhin versuchen, Bridgestone zum Bleiben zu überreden. Zeit wäre es allemal für eine Entscheidung, denn immerhin ist bei den Teams die Entwicklung der Wagen für kommendes Jahr schon lange angelaufen – da wäre es schon mal praktisch zu wissen, mit welchen Reifen das Design dann arbeiten muss. Der Vorschlag, bereits 2011 mit 18 Zoll-Reifen zu fahren schient derweil vom Tisch – Michelin und Pirelli wären zwar weiterhin an einer Umstellung interessiert, würden aber wegen der hohen Entwicklungskosten einer Verschiebung auf 2012 oder 2013 zustimmen.

//2011 wird es in der Formel 1 keinen F-Schacht mehr geben: Die Team-Organisation FOTA beschloss am Rennsonntag in Spanien das System für 2011 zu verbieten. Die wohl kontroverseste Entwicklung dieses Jahres wird damit schon fürs nächste Jahr ausgeschlossen. McLaren bat die FOTA zwar kein Verbot auszusprechen, diese Bitte wurde jedoch abgelehnt. Sicherheitstechnische Aspekte sollen hierbei ebenfalls eine Rolle gesehen haben, da die Lösung von Ferrari, mit der Hand das Loch zuzuhalten, als kritisch angesehen wird, da ein Fahrer beide Hände wenn möglich am Lenkrad haben sollte.

// Dietrich Mateschitz hat überraschenderweise durchblicken lassen, wie viel Leistung dem Motor von Renault fehlt. Laut seiner Aussage sind es 30 bis 40 PS. Das erscheint mir etwas viel, vor allem wenn man den aerodynamisch leicht benachteiligten Renault sich so anschaut und wie der in der Lage ist, je nach Quali-Ergebnis sich unter den Top5 zu tummeln. Wenn dem Renault wirklich so viel Power fehlt, dann müsste Red Bull deutlich benachteiligt sein.

// Doch keine Rennen der GP2 und GP3 in Portimão – weil die Strecke “vertraglichen Verpflichtungen” nicht nachgekommen ist, wurden die für Juni geplanten Läufe abgesagt. Nach der Auto GP, die ihren für Portimão geplanten Saisonauftakt schon vor zwei Monaten wegen eines angeblichen Mangels an Streckenposten nach Brünn verschoben hat, ist es bereits das zweite Event auf der portugiesischen Bahn, das in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Bleibt zu hoffen, dass sich die Berg- und Talbahn nicht so kurz nach der Eröffnung schon wieder in finanziellen Problemen befindet.

// Massig Zukunftsspekulationen gibt es auch in dieser Woche wieder in der WTCC: Promoter Marcello Lotti hat in einem Gespräch mit Autosport bestätigt, dass Ford, Honda, Toyota und Alfa Romeo am Einstieg in die Serie interessiert sind. Angeblich denkt zusätzlich auch noch Subaru über einen Einsatz nach. Alfa Romeo-Mutter FIAT macht ein mögliches Engagement allerdings davon abhängig, ob die WTCC in Hinkunft den den Einsatz von Biogas-Motoren erlaubt. Ist dies der Fall, könnte sich dem Vernehmen nach auch SEAT wieder einen verstärkten Einsatz in der Serie vorstellen. Ein möglicher Einsatz von Honda wiederum könnte über den Umweg über die Zweigstelle Honda Argentinien stattfinden – in diesem Sinne scheint die WTCC derzeit auch darüber nachzudenken, die kommende Saison in dem südamerikanischen Land zu beginnen. Bevor sich jetzt einige zu früh freuen: Ein Rennen in Potrero de los Funes (San Luis) ist wohl leider nicht angedacht, zur Wahl stehen offenbar die ehemalige Formel 1 Strecke in Buenos Aires oder eine Strecke bei der Stadt Termas del Rio Hondo im Nordwesten des Landes.

// Ein wenig zeitweisen Zuwachs wird es aber auch in diesem Jahr bereits geben: Kristian Poulsen und Fabio Fabiani werden in Monza zwei zusätzliche private BMW 320si pilotieren, Pierre-Yves Corthals in Zolder einen SEAT Léon Benziner.

// Eine Bestätigung des IRL-Straßenrennens in Baltimore rückt näher. Vergangene Woche haben die zuständigen Stellen der Stadtregierung Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Dollar über die nächsten fünf Jahre für das Event bereitsgestellt. Nach Klärung der letzten Details könnte ein über diesen Zeitraum laufender Vertrag mit der IRL noch in diesem Monat bekannt gegeben werden. Das geplante Layout der Strecke folgt dem Stadtkurs-üblichem Schema – langen Geraden, zahlreiche 90-Grad Kurven und zwei enge Kehren – und soll unter anderem am pittoresken Inner Harbor und am M&T Bank Stadium vorbeiführen.

// Überhaupt scheinen die Überlegungen zum Indycar Kalender 2011 derzeit in einer kritischen Phase zu stecken. Die IRL ist nämlich ziemlich unzufriden mit der Vermarktung, die die Betreiberfirmer mehrerer Rennen am Indycar-Kalender, die ISC (International Speedway Corporation) für die Rennen betreibt. Der personell und strukturell eng mit der NASCAR verbundenen Firma gehören unter anderem die Ovale von Chicagoland, Homestead und Kansas sowie die Traditionsstrecke in Watkins Glen. Die Unstimmigkeiten scheinen so weit zu gehen, dass die Indycar angeblich sogar überlegen soll, alle der genannten Rennen 2011 aus ihrem Kalender zu streichen. Über möglichen Ersatz (New Hampshire? Atlanta? Charlotte? Road America?) wird bereits eifrig diskutiert.

// Beim Indy 500 in diesem Jahr könnten derweil erstmals fünf Frauen an den Start gehen. Neben Danica Patrick, Simona de Silvestro, Sarah Fischer und Milka Duno wird auch Ana Beatriz versuchen, sich für das Rennen am Brickyard zu qualifizieren.

// Gute Nachrichten aus Donington: Auf dem Traditionskurs in der Grafschaft Leicestershire sollen nach den glücklosen Umbauversuchen vom vergangenen Jahr bereits heuer wieder Rennen stattfinden. Schon im August sollen historische Motorräder unterwegs sein, das BTCC-Rennen Mitte September wird wohl auch wie geplant über die Bühne gehen können. Zunächst wird allerdings nur der “National Course” wieder in Stand gesetzt, der “Melbourne Loop” hinter den Boxen könnte später folgen. Die von Hermann Tilke geplante Verlängerung im Infield der Strecke wird dagegen wohl nicht gebaut.

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May 05 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Über den Umweg einer Beschwerde der “Friends of Liberty State Park” ist es nun also bestätigt worden: Die Stadt New Jersey verhandelt mit Bernie Ecclestone über die Austragung des US Grand Prix 2012. Stattfinden soll das Rennen im besagten Liberty State Park – einer Grünanlage, der das geschichtsträchtige Ellis Island vorgelagert ist, wo bis Mitte der 1950er-Jahre mehr als 12 Millionen Einwanderer in die USA ihre Papiere erhielten. Direkt auf der anderen Seite des Hudson River erhebt sich die Skyline von New York. Wie ernst man die Bewerbung nehmen muss, ist indes unklar. Umfang, Professionalität und Streckenplan deuten – vorsichtig gesagt – auf ein eher frühes Planungsstadium hin.

// Der Eyjafjallajökull hat doch noch ein Opfer in der Formel 1 gefunden. Wenig überraschend handelt es sich dabei um die Truppe von Virgin Racing, die wegen des Zeitmangels nun doch nur einen der beiden Wagen schon in Barcelona mit dem neuen, vergrößerten Tank ausstatten kann. Timo Glock wird das Vergnügen haben, das neue Auto zu fahren – Lucas di Grassi muss wieder im alten Boliden Platz nehmen. Aerodynamische Verbesserungen sind aber weiterhin für beide Wagen geplant.

// Force India wird in Spanien ein komplett renoviertes Motorhome mitbringen. Mal sehen, wie lange es steht, im letzten Jahr gab es ja angeblich ein paar Gläubiger, die die Hospitality pfänden wollten. Ein ganz neues Motorhome wird McLaren mit schleppen. Das gar nicht mal so alte, sehr imposante Ding aus den letzten Jahren entsprach wohl nicht mehr den Ansprüchen.

// Auch über das KERS-Comeback wird weiterhin diskutiert. Renault und Ferrari möchten das Energierückgewinnungssystem gern so bald als möglich wieder eingeführt sehen, andere Teams sind da eher skeptisch, was aber überwunden werden könnte, da das britische Unternehmen Flybrid angeboten hat, interessierte Teams mit einem Schwungrad-KERS zu wirtschaftlichen Konditionen zu versorgen.

// Aus dem Ferrari-Lager gab es erst kürzlich die Forderung, dass das für 2013 anstehende neue Motorenreglement mehr in Richtung moderner Technologien gehen müsse, Geschäftsführer Armedeo Felisa plädierte für eine Einführung der Direkteinspritzung zusammen mit dem kleinvolumigen Turbomotor, um die Effizienz zu steigern und Technologien zu fördern, die für Straßenfahrzeuge relevant sind. Der italienische Sportwagenbauer hat 2009 begonnen, sein Modell California mit einer Direkteinspritzung anzubieten, der 2010 in Produktion gehende 458 Italia, Nachfolger der 430, wird Ferraris erster Mittelmotor-Sportwagen mit diesem System.

// Die am Wochenende startende GP3 hat ein weiteres Rennen zu ihrem Saisonkalender hinzugefügt, und wird nun auch in der Türkei an den Start gehen. Damit werden an allen GP2 Wochenenden mit Ausnahme von Monaco auch Läufe der kleineren Schwestererie stattfinden.

// In der WTCC gibt es neue Spekulationen um ein Ersatzrennen für den abgesagten Lauf in Mexiko: Wie motorsport-total.de berichtet, hat Serienpromoter Marcello Lotti die Strecken von Katar und Bahrain, und einen nicht näher genannten Kurs in China in die engere Auswahl genommen. Angeblich sollten die Details dazu am Wochenende in Marrkesch besprochen werden, bisher sind aber keine weiteren Neuigkeiten nach Außen gedrungen. Was dagegen schon bekannt ist: Sollte es wirklich einen Ersatzlauf geben, würde der Termin zwischen dem europäischen Saisonabschluss Mitte September in Valencia und dem Japan-Rennen Ende Oktober liegen.

// Wie heute Nacht gemeldet wurde, wird Graham Rahal nach langem Tauziehen nun doch beim Indy 500 an den Start gehen. Anders als vermutet, wird er allerdings nicht für Newman-Haas (seit kurzem ja wieder ohne “Lanigan”) fahren, sondern für die familieneigene Rahal-Letterman Truppe.

// Vergangenen Freitag ist die Auktion für die Konkursmasse der A1GP-Serie zu Ende gegangen. Gerüchten zufolge soll es mindestens zwei mehr oder minder seriöse Bieter gegeben haben – ob einer davon den Zuschlag erhalten hat, ist zur Stunde aber noch nicht bekannt. Sollte die Serie nicht in ihrer Gesamtheit (sprich: alle Wagen, die Namensrecht inkl. “powered by Ferrari”-Slogan, etc.) verkauft worden sein, wird man allerdings in Bälde davon hören. In diesem Fall sollen die Bestandteile nämlich einzeln unter den Hammer kommen, um zumindest Teile der Schulden begleichen zu können.

// Rätselraten in der NASCAR. Man fragt sich, was Kevin Harvick und Kasey Kahne 2011 und Mark Martin 2012 so machen werden. Harvick, bzw. RCR hat Hauptsponsor Shell an Hendrick verloren. Harvick selber, der seit 2001 für RCR fährt, als er den tödlich verunglückten Dale Earnhardt ersetzte, ist wohl etwas unzufrieden bei RCR. Das erscheint, angesichts seiner erneuten Tabellenführung in der Serie, etwas merkwürdig, aber die Probleme sind wohl nicht sportlicher Natur. Offenbar hat man sich etwas auseinander gelebt und Harvick schaut, was woanders so geht. Weit oben auf seiner Liste stehen wohl Stewart und ECR. Kahne wiederum hat zwar für 2012 einen Wagen (die #5 bei Hendrick) aber für 2011 sieht es noch duster aus. Auch hier wird über eine Lösung bei Stewart-Haas nachgedacht. Dort könnte dann auch Mark Martin 2012 landen, wenn er denn nicht entweder bei JR Motorsports andockt. Man sagt Junior seit langem nach, dass er gerne mit seinem Team in die Oberliga aufsteigen möchte. Die Silly Season ist also schon richtig in Schwung.

// Nelson Piquet jr. soll angeblich in diesem Jahr noch ein paar Truckrennen fahren. Seine bisherigen Einsätze waren ja so schlecht nicht.

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