Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

July 15 2010

07:04

IRL: Meet the new car; same as the old car?

Die Entscheidung ist gefallen: Hersteller des neuen Autos wird wieder Dallara sein – allerdings gibt es einen Dreh, der durchaus interessant klingt. Sportlich geht es am Wochenende mit dem Rennen in Toronto weiter.

Die Spannung war groß vor der Entscheidung des ICONIC Committee. Als sie dann am Mittwoch unter großen Trara verkündet wurde, war die Reaktion erstmal gepflegtes Schweigen. Zu unübersichtlich war in den ersten Momenten die Auflösung, als dass die Fans damit auf die Schnelle etwas anfangen konnten. Dallara soll auch in Zukunft das Indycar-Chassis herstellen – allerdings nur eine Basis, die von der IRL als “safety cell” bezeichnet wird, in der Realität aber deutlich mehr (etwa auch das Getriebe) beinhalten wird. Dazu können die Teams so gennannte “Aero-Kits” von einem Hersteller ihrer Wahl kaufen. Hier soll es einen freien Wettbewerb geben. Das klingt etwas verwirrend – mit ein wenig Glück und Sachverstand könnte es aber durchaus funktionieren.

Weil die Sache etwas kompliziert ist, hier noch einmal das bisher Bekannte im Überblick: Das Basis-Chassis bzw. die “safety cell” kommt von Dallara, Aerodynamikteile von Drittherstellern. Die Autos sollen mit Fahrer ein Mindestgewicht von etwa 1380 Pfund oder 625kg haben, exakt festgelegt ist das aber noch nicht. Angetrieben werden die Wagen von 2.4 Liter Turbo-Motoren mit 550 bis 700PS und maximal 6 Zylindern, die mittels “Overtake Assist” kurzfristig je nach Strecke aber auch bis zu 100PS mehr produzieren können. Das genaue Motorenkonzept kann innerhalb dieser Spezifikationen frei gewählt werden, es wird auch hier ein Wettbewerb der Hersteller und Ideen stattfinden. Das Problem der aufsteigenden Wagen auf Ovalen soll mittles eines nicht näher spezifizierten “Wheel Interlock Prevention System” behoben werden.

Ob das Konzept tatsächlich aufgeht, wird wohl (wie auch bei den Motoren) in erster Linie davon abhängen, ob sich ausreichend Hersteller finden, die solche Aero-Kits bauen wollen. Die IRL spricht in ihrer PR-Mitteilung bewusst große Namen an: “Come on Ford, GM, Lotus, Ferrari. Come on Lockheed Martin, Boeing, General Electric.” Öffentlich zu Wort gemeldet hat sich bisher aber keine der genannten Firmen.

Wie etwa auch bei der A1GP wird das fertige Auto dann nicht mehr “Dallara” heißen, sondern ausschließlich nach dem Hersteller des Aero-Kits benannt sein. Die IRL hofft, dass es renomierte Firmen als gutes Geschäft empfinden, so quasi zu Okkassionspreis zum “Hersteller” aufsteigen zu können. Weniger toll werden die Aero-Hersteller aber womöglich das Kostenlimit von 70.000 US$ pro Stück finden, das die IRL für die Aerodynamik-Packages vorschreibt.

Verständlich ist das aber trotzdem. Immerhin war es ein erklärtes Ziel, mit dem neuen Auto die Kosten für die Teams deutlich zu senken. IRL-CEO Randy Bernard hat dazu bei der Vorstellung des neuen Wagens Reduktionen um die 45 Prozent versprochen. Konkret soll das Basis-Chassis nun 349.000 US$ pro Stück kosten, mit einem Aero-Kit von Dallara 385.000 US$. “Fremde” Aero-Kits dürfen, wie erwähnt mit maximal 70.000 US$ zu Buche schlagen. Teams dürfen die Aero-Kits auch selbst herstellen, müssen sie dann aber der Konkurrenz zum Kauf anbieten. Dank Unterstützung der Regierung von Indiana werden die ersten 28 Safety cells für Teams mit Basis im Bundesstaat sogar nur 235.000 US$ kosten. Ein deutlicher Unterschied zu den 700.000 US$, die Dallara derzeit für ein Chassis verlangt.

Ein weiteres Ziel der IRL war es, die Fertigung der Chassis näher an die Serie “heranzuholen”. Das ist gleich zweifach gelungen: Einerseits hat die IRL nun deutlich mehr Einfluss darauf, wie die Wagen in technischer Hinsicht auszusehen und zu funktionieren haben. Immerhin sind es eben nicht mehr reine Dallara, sondern eher im Auftrag der IRL von Dallara gebaute Wagen. Die IRL hat in ihrer Pressemeldung bereits angekündigt, ihre technische Kapazität deutlich ausbauen zu wollen. Dazu gehört auch der Aufbau eines eigenen technischen Mitarbeiterstabes, der für den neuen Wagen zuständig sein soll.

Andererseits ist man auch geographisch näher dran: Als Teil des Konzeptes hat Dallara versprochen, dass die “safety cells” in einer Fabrik in Speedway, IN – also nur wenige 100 Meter vom Austragungsort des Indy 500 entfernt – gebaut werden sollen. Damit werden auch 80 neue Jobs geschaffen – in diesem Zeiten ein wichtiges Argument, das angeblich auch kräftig zur Entscheidung begetragen haben soll.

Das ist eine schöne Geste von Dallara, die von den anwesenden Fans auch mit Applaus aufgenommen wurde. Allerdings: Nun muss die italienische Chassis-Schmiede bis Anfang 2012 nicht nur die Wagen, sondern vorher auch noch eine Fabrik bauen. Bei der Präsentation wurde mehrfach versichert, dass das gar kein Problem sei, und der Zeitplan stehe – das erste Auto solle im Oktober 2011 rollen. Ob das tatsächlich alles so schnell funktioniert, bleibt abzuwarten.

Die ersten Reaktionen machner Fans waren derweil nicht so toll: Wer die Facebook-Kommentare gelesen hat, die neben dem Livestream auf indycar.com durchliefen, konnte schon ein wenig Angst um die Serie bekommen. Die negative Erstreaktion mag aber auch daran gelegen haben, dass es komplizierte Konzept nicht gleich vollständig bei den Fans angekommen ist. Viele hatten sich einen kompletten Neuanfang erhofft – als dann das Wort “Dallara” fiel, hörten einige schon nicht mehr richtig zu. Weiteres PR-Manko: Wie der neuen Wagen nun wirklich aussehen wird, blieb völlig offen.

Letztendlich halte ich diese erste Reaktion auch nicht für besonders wichtig – wenn die fertigen Wagen nett aussehen, gut klingen und tolle Rennen produzieren, ist das alles sicher schnell wieder vergessen. Die Basis dafür existiert meines Erachtens mit dem neuen Konzept – ob genügend Hersteller anbeißen, muss sich allerdings noch zeigen.

Kurzvorschau: Honda Indy Toronto

Sportlich gesehen geht es schon am Wochenende weiter. Und zwar mit dem Stadtrennen in Toronto, einem jener Traditionsevents, die die Indycar aus der Erbmasse der Champcars übernommen hat. Zwischen 1986 und 2007 war die Serie dort unterwegs, als Erinnerungen bleiben Gedanken an viele tolle Rennen. Aber auch an eine besonders dunkle Stunde: 1996 stieg das Auto von Jeff Krosnoff nach einer Kollision mit Stefan Johansson auf traf zuerst einen Baum und danach zwei Streckenposten. Krosnoff und einer der Streckenposten, Gary Arvin, waren sofort tot, ein weiterer Marshall wurde schwer verletzt.

In Folge wurde die Streckensicherheit stark verbessert, die CART fuhr, wie erwähnt, auch in den Folgejahren weiter auf der Strecke. Nach der Wiedervereinigung der beiden Serien wurde 2008 nicht gefahren – seit vergangenem Jahr steht der Kurs aber wieder auf dem Indycar-Kalender. Die 2009er-Augabe lieferte ein richtig gutes Rennen – vor allem die beeindruckende Fahrt von Paul Tracy (und deren plötzliches Ende) wird vielen in Erinnerung geblieben sein. Die Zuschauerzahlen waren leider nicht ganz so gut. Vermutlich wird man dem Rennen allein wegen der guten Tradition noch etwas Zeit geben. Trotzdem: Wenn sich die Zahlen nicht verbessern, könnte auch dieser Lauf in näherer Zukunft den Umschichtungen im IRL-Kalender zum Opfer fallen.

Neben den “üblichen Verdächtigen” werden in Toronto auch ein paar gern gesehene All-Stars mit von der Partie sein. So hat Paul Tracy für dieses Rennen (und den folgenden Lauf in Edmonton) einen Vertrag mit KV Racing abgeschlossen. Tomas Scheckter wird ebenfalls mit dabei sein, und den Dreyer & Reinbold Boliden von Mike Conway pilotieren. Und auch Graham Rahal kehrt in die Serie zurück: Toronto ist das erste von sechs Rennen, dass der US-Youngster in diesem Jahr mit seinem “alten” Team von Newman/Haas Racing bestreitet.

Alle drei genannten Fahrer muss man in Toronto wohl auch zum erweiterten Favoritenkreis zählen. Paul Tracy hat ja erst im vergangenen Jahr bewiesen, dass auf diesem Kurs mit ihm zu rechnen ist. Und Rahal konnte immerhin sogar den Sarah Fisher Wagen in St. Petersburg im Mittelfeld platzieren. Ob der Newman/Haas in diesem Jahr aber für bessere Platzierungen gut ist, muss sich erst zeigen. Die bisherigen Saisonergebnisse seines Neo-Teamkollegen Hideki Mutoh waren wenig erfolgversprechend.

Ansonsten wohl wieder mit vorne dabei: Die üblichen Verdächtigen. Mit Ganassi und Penske ist bekanntlich immer zu rechnen, in der Stadt besonders mit Dario Franchitti und Will Power. Andretti Autosport war bei den bisherigen Stadtkursen auch schnell unterwegs, Ryan Hunter-Reay konnte in Long Beach sogar gewinnen. Sonst zu beachten: Viso, Wheldon, Meira, unter Umstäden Sato. Und womöglich Adam Carroll, der in Watkins Glen einen sehr beachtlichen Einstand abgeliefert hat.

(Kleines Update, 15.7., 14:50): Mittlerweile hat die Indycar Series auch wieder das obligatorische Onboard-Video hochgeladen, diesmal mit Erklärungen von Will Power. Hier ist es:

Übertragen wird auch dieses Rennen auf ABC, man kann sich also wieder auf eine qualitativ fragwürdige Broadcast-Leistung einstellen. Zumindest ist davon auszugehen, dass sie nach dem Desaster von Watkins Glen diesmal besonderen Wert darauf legen werden, nicht noch einmal den Rennstart zu verpassen. Im deutschen Sprachraum zu sehen ist das Rennen (wie auch alle Trainings, die Qualifikation und der Indy Lights Lauf) wie immer auf der Racecontrol auf indycar.com. Und in den halblegalen Untiefen des Internets.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  

July 07 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nach den Rennen in Barcelona und Valencia und den Formel1-zertifizierten Strecken in Valencia (Ricardo Tormo), Jerez und Aragon soll es in Spanien bald noch eine Strecke geben, auf der die Königsklasse des Motorsports Rennen bestreiten könnte. Joan Jaume Mulet, Bürgermeister der Gemeinde Llucmajor auf Mallorca soll sich beim GP von Europa mit Bernie Ecclestone über den Bau einer solchen Anlage auf der Baleareninsel unterhalten haben. Fertig könnte die Bahn frühestens 2013 sein. Architekt ist ausnahmsweise nicht Hermann Tilke – auch, wenn man das dem ersten Streckenplan nicht wirklich ansehen würde.

// Kein Formel 1 Rennen wird es dagegen wohl in nächster Zeit auf dem ehemaligen A1-Ring geben. Dietrich Mateschitz, dessen Red Bull-Konzern die Strecke gekauft hat, und derzeit renoviert, hat dementsprechende Gerüchte jedenfalls in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten als “unfassbaren Unsinn” bezeichnet. Fazit: “Da ist nichts dran.”

// Eine andere Strecke scheint sich dagegen allen Unkenrufen zum Trotz ihrem F1-Debut zu nähern: Ein Sprecher des Korea International Circuit hat noch einmal bestätigt, dass der Kurs bereits jetzt fast fertig gestellt sei, und dem Formel 1 Rennen Ende Oktober folglich nichts im Wege stehen sollte.

// Autosport hat mal wieder den Fotospion losgeschickt. Ziel war diesmal Magny-Cours, wo das GP2-Auto für 2011-2013 seine ersten Runde gedreht hat. Der Ersteindruck: Die ganze Schönheit des Wagens geht aus dem Foto – sofern überhaupt vorhanden – wohl noch nicht hervor. Dafür ist der Wagen jetzt zumindest optisch deutlich näher an der Formel 1.

// Ryan Hunter-Reays Nagelbetten werden sich freuen: Die Zeit, in der er jede Woche bangen musste, ob er am folgenden Rennwochenende an der Start gehen kann, ist vorbei. IZOD und Andretti Autosport haben am Sonntag in Watkins Glen bekannt gegeben, dass der in der Meitschaft derzeit bestplatzierte Amerikaner nun doch genügend Sponsorengelder gefunden hat, um den Rest der Saison bestreiten zu können. Hauptgeldgeber bleibt IRL-Titelsponsor IZOD selbst (praktischerweise auch schon länger persönliche Sponsoren von Hunter-Reay), weiteres Geld kommt von Ethanol USA – und einer ganzen Reihe weiterer Sponsoren, die bei Interesse auf der oben verlinkten Teamhomepage nachzulesen sind.

// Weiter News gibt es derweil zum IRL-Kalender für 2011: planet-irl.com will von Serien-CEO Randy Bernard erfahren haben, dass die Saison 2011 nicht in Homestead ihr Finale feiern wird, was wohl überhaupt das Ende des Ovals auf dem Indycar-Kalender bedeuten würde. Stattdessen wünscht sich Bernard einen Saisonabschluss in Las Vegas – die Gespräche darüber sind allerdings noch nich abgeschlossen. Watkins Glen könnte dagegen – anders, als noch vorige Woche berichtet – doch auch im kommenden Jahr wieder ein Rennen ausrichten.

// Möglichweise auch schon im kommenden Jahr könnte das Indy 500 um 11 Uhr statt um 1 Uhr Ortszeit über die Bühne gehen. Grund dieses für europäische TV-Bedürfnisse nicht ganz unpassenden Wechsels: Indy 500 und Coca Cola 600 wären dann zeitlich weit geug voneinander entfernt, um Piloten die Möglichkeit zu geben, in beiden Rennen zu starten – und den geplanten 20 Mio. Dollar-Preis für beide Rennsiege zu gewinnen.

// Auch bei der NASCAR könnten im nächsten Jahr größere Veränderungen des Kalenders anstehen. Laut CBS-Informationen haben die beiden großen Streckenbetreiber-Firmen ISC und SMI um Anpassungen gebeten. Der Kentucky Speedway könnte endlich sein langersehntes Cup-Rennen bekommen, ebenso soll Las Vegas ein zweites Rennen zugesprochen werden. Dafür könnte das mangels Spektakel oft kritisierte New Hampshire ein Datum verlieren, ebenso der schnelle Atlanta-Kurs (bisher alles SMI-Besitz). Im ISC-Programm könnte Kansas das Februar-Rennen des stets schlecht besuchten Auto Club Speedway nahe LA erhalten. So harsch die Kritik an den Ovalen in Fontana und Loudon auch oft sein mag, insgesamt gäbe es, sollten diese Spekulationen sich bewahrheiten, weniger Abwechslung und mehr 1,5-Meiler im Sprint Cup-Kalender.

// Staunen auf dem Friedhof der Rennserien: Aus der Gruft mit der Aufschrift “A1 GP, 2005-2009″ ist Rumoren zu vernehmen! Autosport berichtet, dass der “Weltcup des Motorsports” vor der Rückkehr in der Wintersaison 2011/12 stehen könnte. Allerdings mit leicht verändertem Konzept – die Teams würden nicht mehr von der Serie finanziell unterstützt, sondern müssten – wie in anderen Rennserien auch – selbst ihr Auslangen finden. Unverändert bliebe der Kern: Nationenteams, die in der sonst motorsportfreien Wintersaison auf weniger genutzten Rennstrecken rund um die Welt ans Werk gehen.

// Peugeot hat nach intensiver Analyse die Ursache für die drei Motorschäden in Le Mans a  

July 06 2010

08:07

Indycar: Der “GP at the Glen” und die Saisonhalbzeit

Ein großer Knaller war es nicht gerade, was die IRL am Sonntagabend in Watkins Glen präsentiert hat. Insgesamt kann die Serie zur Saisonhalbzeit aber ganz zufrieden sein – wenn es auch ein paar Schönheitsfehler gibt.

Der Kurs von Watkins Glen bevorzuge Underdogs, habe ich vergangene Woche hier geschrieben. Daher solle man am Renntag ganz besonders auf Paul Tracy, Justin Wilson und Takuma Sato achten. Nunja. Am Ende stand doch wieder Meisterschaftsleader Will Power in der Victory Lane, gefolgt von einem weiteren Penske und einem Ganassi. Bester aus dem Geheimtipp-Trio: Justin Wilson auf Rang 10. Auch in einer anderen Sache könnte ich daneben gelegen sein: Das Rennen am vergangenen Sonntag war vielleicht doch nicht der letzte IRL-Lauf auf dem Kurs in Upstate New York. Zumindest haben sich Veranstalter Michael Printup und Indycar-CEO Randy Bernard am Wochenende recht positiv zur Veranstaltung geäußert. Und das ist auch gut so. Denn auch, wenn “The Glen” nicht die spannendsten Rennen produziert – es gibt dort etwas, was die IRL abseits des Indy 500 dringend braucht: einen Hauch von Tradition.

Immerhin versucht man, die Verbindungen zu alter Größe anderswo fast schon etwas bemüht herzustellen. Das zeigt sich etwa bei der Namensgebung der neuen Oval- und Rundkursmeisterschaften nach alten Idolen des Sports. Oder auch beim großen Trara, das die Indycar-Offiziellen kürzlich um die “Rückkehr” des Rennens in Loudon auf den IRL-Kalender veranstaltet haben. Oder aber auch daran, dass man mehrfach kundgetan hat, auch dann bereit zu sein, ein Rennen auf der (historischen) Milkwaukee Mile zu fahren, wenn man dadurch keinen finanziellen Gewinn erzielen könnte. Dass daraus trotzdem nichts zu werden scheint, zeigt, wie bescheiden es nach wie vor um das Open Wheel Racing in den USA steht. Aber bitte: Zumindest das Problem scheint den Verantwortlichen jetzt klar zu sein.

Das Indy 500 mag sich als Tradition gehalten haben – aber die IRL als Rennserie ist für viele Fans immer noch eine neue, etwas unnatürliche Erfindung. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil gegenüber der NASCAR mit ihren vielen altherbebrachten Bräuchen und ihrer umfangreichen Historie, die bei allen Gelegenheiten auch im TV erwähnt wird. Dabei gäbe es auch genug Open Wheel Tradition in den USA – der IRL muss es nur gelingen, in den Augen der Fans als legitimer Träger dieser Tradition dazustehen. Und nicht als die Piratenserie, deren Abspaltung die CART zerstört hat. Viele Wunden aus dem Split sind noch immer nicht verheilt. Der neue Serien-CEO Randy Bernard scheint das erkannt zu haben. Seine Bitten an die Medien, die Serie nicht länger als “IRL”, sondern als “Indycar Series” zu bezeichnen, zielen jedenfalls auf dieses Problem.

Überhaupt scheint derzeit manches in die richtige Richtung zu gehen. Der neue Kurs in Brasilien hat sich trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten als spannend und spektakulär erwiesen – wenn man im nächsten Jahr die Probleme mit Organisation und Sicherheit in den Griff bekommt, wird der Lauf ein echtes Plus sein. Die zwei bisher bekannten Neuheiten im Kalender 2011 klingen sinnvoll: Baltimore ist im amerikanischen Sportkalender unterrepräsentiert. Demensprechend viel wird die Stadt in die Promotion des Indycar-Rennens investieren. Außerdem ist der Standort gut gewählt: Der Großraum wird von der NASCAR ein wenig vernachlässigt, beherbergt aber eine Menge Menschen – ein womöglich ungesättigter Motorsportmarkt. Auch die zweite neue Rennen in Loudon ist bei den amerikanischen Fans auf Zustimmung gestoßen. Ein weiteres kleineres Oval wird der Vielfalt im Kalender jedenfalls gut tun. Und dass man angeblich nicht mehr in Homestead fahren will, halte ich auch für keine schlechte Idee. An ein richtig tolles Saisonfinale dort kann ich mich nämlich nicht erinnern.

Auch die sonstigen Entscheidungen über die Zukunft der Serie scheinen mit Bedacht gefallen zu sein. Die neue Motor-Formel für 2012 klingt sinnvoll – es bleibt zu hoffen, dass sich jetzt auch wirklich mehrere Hersteller zu einem Engagement in der Serie hinreißen lassen. Ähnliches gilt beim Chassis: Nach der großen Fan-Aufregung über den Delta Wing war es wohl clever, die Sache erstmal etwas abzukühlen, und dann die Auswahl aus mehreren Bietern von einem Kommittee aus erfahrenen Experten treffen zu lassen. Mittlerweile ist die Entscheidung gefallen – bekanntgegeben wird sie aber erst am 14. Juli. Bleibt zu hoffen, dass das ICONIC-Committee den Erwartungen gerecht wird, und eine Entscheidung trifft, mit der Teams und Fans leben können.

Man darf die Sache aber auch nicht zu rosig sehen. Die Serie kämpft nach wie vor mit massiven Problemen. Das größte davon ist, dass es trotz verstärkter Anstrengungen und guter Promotion durch Seriensponsor IZOD noch nicht wirklich gelungen ist, die Indycars über die allgemeine Wahrnehmungsschwelle zu heben. Die TV-Quoten bleiben schwach, die Besucherzahlen an den Strecken reichen auch gerade dafür aus, dass die Veranstalter am Rande der Profitabilität balancieren können.

Das liegt zum einen sicher daran, dass die Serie einen Großteil ihrer Saison gut versteckt im Programm des Sport-Nischensenders Versus verbringt. Der macht zwar eine gute Übertragung, ist aber vielen Durchschnitts-Konsumenten einfach kein Begriff. Auch diese Problem hat die Indycar-Führung aber erkannt. Randy Bernard hat als großes Ziel ausgegeben, die Ratings der Serie zu erhöhen – auch einer Trennung von Versus scheint er nicht ganz abgeneigt zu sein. Aber: Die damalige IRL hat erst 2008 einen Zehnjahresvertrag(!) mit dem Sender unterzeichnet, aus dem es womöglich kein Entrinnen geben wird. Das einzige Problem kann das aber ohnehin nicht sein – denn auch die Quoten auf ABC sind nicht gerade berauschend, die des “Kronjuwels” Indy 500 sogar nach wie vor rückläufig.

Der Indycar Series fehlt es wohl auch an interessanten Storylines und (US-)Persönlichkeiten. Damit meine ich nicht, dass man à la Wrestling einfach irgendwelche Handlungsstränge erfinden sollte. Derzeit wirken viele der Fahrer aber einfach gar zu nett – zum Teil sogar anonym bis austauschbar. Etwas mehr Rivalität würde der Identifikation der Fans mit bestimmten Piloten sicher gut tun. In der NASCAR geht es ja immerhin auch. Zugegeben: Die Art und Weise, wie manche Fahrer dort miteinander umgehen, würde bei den Indycars schnell zu üblen Crashes und Verletzungen führen. Also vielleicht zu einem passenderen Beipiel: Der Formel 1. Aktionen wie bei den Stockcars kommen dort in der Regel nicht vor. Wenn etwa ein Hamilton aber auf der Strecke auf Herrn Alonso trifft, wissen trotzem alle Fans, dass es um mehr geht, als eine Platzierung – und halten erstmal den Atem an.

Ein gute Anfang wäre es aber allemal, endlich etwas mehr Fahrer aus den USA in die Serie zu bringen. Bester Amerikaner in Watkins Glen war etwa Ryan Hunter-Reay auf Platz 7. Ferner liefen noch Marco Andretti (Platz 13) und Danica Patrick (20) – und wenn ich nicht einen groben Fehler gemacht habe, dann wars das auch schon wieder. Dass etwa Grahan Rahal nur häppchenweise in der Serie auftreten kann, während eine Milka Duno das ganze Jahr unterwegs sein darf, ist im Grunde ein Armutszeugnis. Und dass auch Ryan Hunter-Reay bis vergangene Woche um seinen Stammplatz bangen musste, setzt der Angelegenheit die Krone auf.

Fahrer und Teams

Will Power macht es einem nicht schwer, ihn bisher als den Fahrer der Saison zu betiteln. Seine Leistungen auf den Rundkursen waren durchwegs ordentlich. Die gelegentlichen Patzer, die ihm in früheren Jahren öfter mal gute Ergebnisse geraubt haben, scheint er abgestellt zu haben. Auch auf den Ovalen hat der Australier teils starke Leistungen abgeliefert. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Power im vergangenen Jahr noch nicht mal alle Rennen fahren konnte – zuerst deshalb, weil Helio Castroneves doch noch in seinem Steuer-Prozess freigesprochen wurde. Und danach wegen der Verletzung nach dem heftigen Crash in Sonoma. Auch, wenn Power im wohl besten Auto der Saison sitzt – die Führungen in der Gesamtmeisterschaft und der “Mario Andretti Trophy” gehen völlig in Ordnung.

Auch die sonstigen Penske- und Ganassi-Fahrer haben sich bisher nicht viel Blöße gegeben: Dario Franchitti fährt auch im zweiten Comeback-Jahr sehr konstant vorne mit und führt immerhin in der “A.J. Foyt Trophy”. Ähnliches gilt für seinen Teamkollegen Scott Dixon. Schon etwas unauffälliger, aber immer noch gut: Ryan Briscoe. Helio Castroneves ist derzeit wohl der schwächste des Top-Quintettes. Aber auch der Brasilianer braucht nur ein gutes Wochenende, um wieder voll vorne dabei zu sein.

Beeindruckt hat mich sonst noch Ryan Hunter-Reay. Vor allem auf den Rundkursen hat der Texaner unter Druck ein paar schöne Rennen gezeigt, insbesondere in Brasilien, wo er fast gewonnen hätte, und beim großen Klassiker in Long Beach, wo es dann tatsächlich für den Sieg gereicht hat. In Watkins Glen war die Form nicht ganz so toll, mit Platz sieben war er aber immer noch mit Abstand der beste Andretti Autosport-Pilot.

Außerdem toll: Die Leistungen des neuen FAZZT Racing Teams und von Alex Tagliani. Vor allem auf den Ovalen lieferte die Truppe die eine oder andere Überraschung, aber auch auf der Rundkursen gab es so manchen Ausreißer nach oben.

Simona de Silvestro hat sich vor allem zu Beginn der Saison gleich eine beachtliche Fanbasis erarbeitet. Die Schweizerin zählt sicher zu den besseren Rookies in dieser Saison, hat aber an manchen Wochenenden noch Potential nach oben. Das gilt vor allem für die Ovale, die für de Silvestro völliges Neuland sind. Sofern sie es schafft, ihre Leistung zu stabilisieren, traue ich ihr aber durchaus zu, auch dann und wann mal an der Spitze mitzukämpfen.

Das gleiche gilt für den zweiten bekannten Rookie Takuma Sato. Es fehlt dem Japaner noch an Konstanz, ein paarmal hat er auch unnötig Kleinholz produziert. Experten bescheinigen ihm aber, dass er sich überraschend schnell an das Fahren im Oval gewöhnt hat. In Iowa hätte er wohl den Speed für einen Podestplatz gehabt – bis er den Wagen im letzten Renndrittel in die Wand schmiss.

Eher mittelprächtig war die bisherige Saison für Andretti Autosport. Siege in Long Beach und Iowa können nicht darüber hinwegtäuschen, dass man insgesamt den Anschluss an die Spitze noch nicht gefunden hat. Manchmal ist die Truppe fast vorne dabei, an anderen Tagen versinken die Piloten im Mittelfeld. Das gilt ganz besonders für Starfahrerin Danica Patrick. Einem tollen Rennen in Texas stehen enttäuschende Leistungen zu Beginn der Saison und nun auch wieder in Watkins Glen gegenüber.

Insgesamt ist die Leistungsdichte in der IRL aber im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen, was Tony Kanaans Sieg in Iowa – der erste Oval-Sieg eines nicht Penske- oder Ganassi-Autos seit Nashville 2008 – nochmal nachdrücklich gezeigt hat. Man darf also schon gespannt sein, wie sich die Serie im zweiten Saisonteil präsentiert.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  

July 01 2010

16:43

IRL Vorschau: Grand Prix at The Glen

Nach den ersten vier Ovalrennen kehrt die Indycar Series über den Sommer wieder auf die Road Courses zurück. Los geht es am kommenden Sonntag mit dem Lauf am historischen Boden von Watkins Glen.

Fans der alterhwürdigen Strecke in Upstate New York sollten am Sonntag unbedingt zusehen – es könnte nämlich gut sein, dass es sich um das vorläufig letzte Rennen der Indycar Series in Watkings Glen handelt. Ob die Serie ab kommender Saison wieder dort Halt macht ist derzeit zwar noch unklar – man hört aber immer wieder davon, dass der Lauf wohl ziemlich gefährdet sei. Das wird vor allem die Underdogs in der IRL nicht freuen. Denn kleinere Teams waren in der vergangenen paar Jahren dort oft erfolgreich. 2008 konnte hier Ryan Hunter-Reay im Rahal-Letterman Wagen gewinnen, im vergangenen Jahr schenkte Justin Wilson dem Team von Dale Coyne den allerersten Sieg im Rahmen einer größeren Meisterschaft. Man darf gespannt sein, ob sich die Serie auch in diesem Jahr fortsetzt.

Ein möglicher Kandidat für eine solche Cindarella-Story ist in diesem Jahr etwa Paul Tracy. Der kanadische Altstar hatte zwar das Pech, beim Indy 500 in der Quali-Hürde zu scheitern – ich bezweifle aber, dass das an Talent oder Einsatz lag. Was er an einem guten Tag noch immer kann, hat Tracy ja erst vor weniger als einem Jahr in Toronto bewiesen. Diesmal sitzt er allerdings nicht im gewohnten KV-Racing Boliden, sondern im Dreyer & Reinbold-Wagen des verletzten Mike Conway. Das Team mag nicht unbedingt zuu den Spitzenmannschaften der IRL gehören – aber was Dale Coyne im vergangenen Jahr konnte, das müssten sie eigenlich heuer auch können.

Für das gleiche Team geht in diesem Jahr ja auch Vorjahressieger Justin Wilson an den Start. Auf den Ovalen lief es zwar eher mittelmäßig – auf einem Rundkurs ist dem Briten aber durchaus zuzutrauen, dass er die Überraschung vom vergangenen Jahr wiederholt. Ein weiterer Außenseitertipp ist für mich Takuma Sato. Der ehemalige Grand Prix Pilot hat sich zwar beim ersten Teil des Rundkurs-Reigens in diesem Jahr nicht grade mit besonderem Ruhm bekleckert, auf den Ovalen lief es aber dann in letzter Zeit doch schon richtig gut – wenn er denn einmal ins Ziel gekommen wäre. Sofern er sich mittlerweile auch an das Rundkurs-Verhalten des Autos gewöhnt hat, ist mit dem Japaner aber sicher zu rechnen.

Neu dabei an diesem Wochenende: Adam Carrol. Der letzte Champion der seligen A1GP-Serie (mit Team Irland 2008-09) wird bis auf weiteres eines der Autos von Andretti Autosport pilotieren. Ob der Nordire allerdings gleich vorne mitfahren kann, bleibt fraglich. Die bisherigen Erfahrungen von zweifelsohne talentierten Fahrern wie Sato oder Baguette lassen eher vermuten, dass auch bei Carroll eine gewisse Eingewöhungszeit von Nöten sein wird.

Carroll wird dabei das fünfte Auto des Teams zur Verfügung haben – denn auch Ryan Hunter-Reay hat für dieses Rennen wieder ausreichende Sponsoren auftreiben können. Laut Spotter-Guide (Achtung, .pdf) dürfte es sich bei diesen “neuen Sponsoren” um  die altbekannten Geldgeber von IZOD handeln, die noch einmal ein paar Dollar locker gemacht haben. Ob die aber auch den Rest der Saison weiter finanzieren können oder wollen ist unklar.

Die traditionsreiche Strecke von Watkins Glen war auch für die IRL einer der ersten Kurse, auf denen man Rundstreckenrennen fuhr. Seit dem Übergang von einer reinen Ovalserie im Jahr 2005 waren die Indycars hier in jedem Jahr am Start. Und auch sonst magelt es in Watkins Glen nicht an Geschichte. In den 60er- und 70er-Jahren war die Formel 1 hier unterwegs, seit 1986 fährt die NASCAR eines ihrer derzeit zwei jährlichen Rundstrecken-Rennen auf dem Kurs. Allerdings benützt die IRL ein etwas anderes Layout, wie Danica Patrick auf dem aktuellen Onboard-Video erklärt:

Was dabei sofort auffällt: Wie nahe in vielen Kurven (und besonders auf den Geraden) die Leitplanken an der Strecke stehen. Obwohl man in den vergangenen Jahren einige Umbauten durchgeführt hat, damit die Indycars ohne Probleme fahren können: Besonders sicher ist der Kurs noch immer nicht.

Das ist allerdings nicht der Grund, wieso gemunkelt wird, dass die IRL dort vorerst zum letzten Mal Station macht. Vielmehr geht es dabei wieder einmal um das liebe Geld. 1,5 Millionen US-Dollar verlangt die IRL von Streckenbetreibern im Moment dafür, dass man auf einem Kurs an der Start geht. Das lohnt sich, wie Kevin Lee im aktuellen Trackside-Podcast vorechnet, erst dann, wenn man mindestens 50.000 Tageskarten zum üblichen Preis von 30$ verkauft. Das schafft Warkins Glen im Moment aber nicht.

Und zu Konzessionen gegenüber der Strecke wird sich die IRL wohl kaum hinreissen lassen. Denn der Kurs befindet sich im Besitz der NASCAR-nahen International Speedway Corporation (ISC), einer Betreiberfirma mehrerer amerikanischer Motorsport-Stätten, mit der sich die IRL derzeit in harten Verhandlungen über ihren zukünftigen Kalender befindet. Zudem hat man ja für 2011 mit Baltimore bereits einen weiteren Rundkurs bestätigt. Und nachdem Indycar CEO Randy Bernard unbedingt bei 17 Rennen und bei einer Balance zwischen Ovalen und Rundkursen bleiben will (derzeit hält man bei 8 Rundstrecken und 7 Ovalen) muss wohl mindestens ein Road Course über die Klinge springen.

Eigentlich sollten gestern die Ergebnisse des ICONIC-Committees bekannt gegeben werden, das seit ein paar Monaten darüber berät, welches Chassis ab 2012 eingesetzt werden soll. Stattdessen gab es nur eine Pressemeldung. Und die sagt, dass die Entscheidung auf den 14. Juli vertragt wurde. Man darf also noch ein wenig länger gespannt sein, welche Richtung die Serie dann nehmen wird. Mehr dazu gibt es vermutlich  in der Vorschau auf das Rennen in Toronto, das kurz nach diesem ominösen Termin in etwas mehr als zwei Wochen über die Bühne wird.

Das Rennen aus Watkins Glen wird übrigens wieder von ABC übertragen. Das verspricht zwar nicht gerade eine besonders tolle TV-Show (das macht, finde ich, Versus um Längen besser) – dafür könnte sich die in letzter Zeit etwas prekäre Stream-Situation ein wenig entschärfen. Immerhin findet diesmal auch nicht zeitgleich ein NASCAR-Rennen oder Fußball WM-Spiel statt, was ebenfalls helfen dürfte. Sofern sich doch nichts finden lässt, kann man ja immer noch auf den kostenlosen Race Control-Stream auf indycar.com zurückgreifen.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  

June 18 2010

16:36

IRL-Vorschau: Iowa Corn Indy 250

Das vorläufig letzte Ovalrennen steht bei den Indycars am kommenden Sonntag in Iowa auf dem Programm. Und anders als in Texas werden hier auch Fans von traditionellerem Open Wheel Motorsport auf ihre Kosten kommen.

Schon zum vierten Mal ist die Indycar Series auf der Rennstrecke unweit Iowas Hauptstadt Des Moines unterwegs – und so ein richtiger Garant für tolle Rennen war das Oval bisher leider nicht. Im vergangenen Jahr war es sogar eines aus jener Serie fader Läufe, nach der sich die Fahrer schließlich gezwungen sahen, sich für das mangelnde Spektakel bei den Fans zu entschuldigen. In diesem Jahr könnte es allerdings besser laufen – immerhin gab es seitdem die Modifikationen an den Autos samt Push to Pass Button, die das Überholen erleichtern sollen. Ob das reicht, um auch am kommenden Wochenende für Spannung zu sorgen, muss man abwarten. Ein großes Problem hat die Indycar aber vorläufig schon mal abgewandt: Die zwei US-Boys Ryan Hunter-Reay und Graham Rahal bleiben der Serie vorerst erhalten.

Der Iowa Speedway wurde 2006 mit hohen Erwarungen eingeweiht: Eine der modernsten Rennstrecken der USA sollte er sein. Die progressiv mit 12 bis 14 Grad überhöhten Kurven sollten es den Fahrern ermöglichen, nebeneinander mehrere Linien zu fahren. Allein: So richtig hat das bisher nur in Ausnahmefällen wie beim grandiosen Start von Tomas Scheckter im vergangenen Jahr funktioniert. Ansonten bot die IRL dort eher Prozessionen, nicht selten kamen die Wagen schließlich mit Sekundenabständen ins Ziel. Grund: Die Aerodynamik verhinderte in den langen Ovalkurven ein zu enges Auffahren, die Geraden waren bei weitem nicht lang genug, um wieder entsprechend aufholen zu können. Aber wie schon gesagt: In diesem jahr könnte dank veränderter Technik alles besser werden. Auf anderen Ovalen hat das ja erstaunlich gut funktioniert… Mal sehen.

Doch auch, wenn das Spektakel etwas hinter dem flat-out Rennen in Texas zurückbleiben sollte – Fans werden sich damit trösten dürfen, dass es in Iowa wieder mehr auf die Fähigkeiten der Fahrer ankommt, als vor eineinhalb Wochen.

Auch auf die große Gefahr hin, mich zu wiederholen: In Iowa werden wohl wieder die Wagen von Ganassi und Penske die sein, die es zu schlagen gilt. Spannend wird dabei sein, ob die sonst so streng geführte Penske-Organisation es endlich geschafft hat, die in Indy und Texas viel zu hohe Fehlerquote wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen. Und, ob man bei Ganassi diesmal eine Abstimmung findet, die nicht nur dann schnell ist, wenn man vorne wegbläst, sondern auch dann, wenn man im Pulk hinter anderen Autos herfahren muss. Dazu wird es nämlich dank Überrundungen auf dem vergeleichsweise kurzen Oval in Iowa wieder wesentlich häufiger kommen, als in Kansas, Indianapolis und Fort Worth.

Außerdem bleibt abzuwarten, ob es Andretti Autosport geschafft hat, den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen beizubehalten. Im Rennen waren sie ja in Texas schon fast gleichauf mit Ganassi und Penske – der nächste Schritt müsste dazu führen, dass man auch im Qualifying die schnellsten Zeiten mitgehen kann.

Immerhin wird das Team auch weiterhin vier heiße Eisen im Feuer haben: Neben Tony Kanaan, Marco Andretti und Danica Patrick wird auch Ryan Hunter-Reay in Iowa für die Truppe antreten können. Denn zumindest für dieses eine Rennen hat sich ein Sponsor für den Texaner gefunden: Ethanol USA wird ihm den Einsatz am kommenden Wochenende ermöglichen. Entgegen meiner etwas optimistischen ersten Twitter-Meldung ist der Rest der Saison aber leider noch nicht gesichert. Michael Andretti zeigte sich aber auch diesbezüglich im Interview mit der Website von Speed TV “vorsichtig optimistisch”.

Ebenfalls dabei sein wird am kommenden Wochenende wieder Graham Rahal: Der US-Hoffnungsträger hat einen Deal mit Dreyer & Reinbold gelandet, in Iowa den verletzten Mike Conway zu ersetzen. Allerdings gilt auch dieser Vertrag wieder nur für dieses eine Rennen. Ob Rahal auch in Watkins Glen wieder in den Wagen mit der Nummer 24 steigen wird, ist noch völlig unklar. Immerhin: Rahal, der jetzt schon für das dritte Team in dieser Saison unterwegs sein wird, kann auf diese Art der vor der Saison geäußerten Kritik entgegentreten, er wäre nur daran interessiert, für ein gewinnversprechendes Team anzutreten. Die Saison mag zwar für ihn nach Punkten nicht besonders erfolgreich verlaufen: Die Sympathien der Fans hat er aber allemal gewonnen.

Auch Rahals altes Team Newman/Haas Racing darf sich am kommenden Wochenende ein besseres Ergebnis als bei den vergangenen Läufen erhoffen. Denn deren Fahrer Hideki Mutoh ist soetwas wie ein Iowa-Spezialist: 2008 landete der Japaner im Andretti-Green-Wagen auf Platz zwei, im vergangenen Jahr reichte es für Rang drei – die zwei besten IRL-Platzierungen des Piloten aus Tokio. Ob auch im etwas schwächeren Newman/Haas Team eine Podiumsplatzierung drinnen ist, darf bezweifelt werden. Aber zumindest mit einem Auge sollte man Mutoh am kommenden Wochenende gelegentlich im Blick behalten.

Sonst noch zu beachten: Alex Lloyd, der bei den vergangenen beiden Ovalrennen sehr beachtliche Leistungen zeigen konnte; Bertrand Baguette, der zumindest in Texas den Eindruck vermittelte, er habe sich langsam an sein neues Arbeitsgerät gewöhnt; Und Takuma Sato: Der Japaner konnte zwar schon gelegentliche Glanzlichter setzen – ein gutes Resultat fehlt aber noch. Schön langsam sollte er auch in den USA mal zeigen, was er so drauf hat. Sonst kann es nämlich sein, dass es auch mit der Zweit-Karriere im Land der unbegrentzen Möglichkeiten ein wenig eng wird.

Neben der Indycar Series fährt in Iowa auch wieder die gesamte Palette der “Road to Indy”-Nachwuchsklassen. Zumindest das Rennen der Indy Lights (in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 3:30 Uhr) sollte wieder live in der Indycar Race Control zu sehen sein. Die Star Mazda fährt direkt davor um 2:15, die USF2000 um 20:30. Als sie im Rahmenprogramm des Indy 500 fuhren, wurden die Rennen der beiden Serien ebenfalls live übertragen – allerdings nicht in der Racecontrol sondern auf deren beiden Homepages. Ob das diesmal auch so ein wird, ist noch unbekannt.

Das Indycar Rennen selbst findet diesmal wieder am Sonnatg statt – Versus überträgt ab 19:30 MESZ. Bekanntlich hat sich weiterhin kein Sender gefunden, der die Serie im deutschen Sprachraum überträgt. Man wird sich also auch diesmal wieder auf den offiziellen Stream der Indycar Racecontrol oder auf einen der hoffentlich zahlreichen inoffiziellen Streams aus den Weiten des Internets verlassen müssen. Leider überschneidet sich das Ende des Rennens mit dem Start des NASCAR-Laufes, so dass sich die Suche etwas schwieriger als sonst gestalten könnte.

Digg This  Reddit This  Stumble Now!  Buzz This  Vote on DZone  Share on Facebook  Bookmark this on Delicious  Kick It on DotNetKicks.com  Shout it  Share on LinkedIn  Bookmark this on Technorati  Post on Twitter  Google Buzz (aka. Google Reader)  
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl