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November 19 2013

08:00

NASCAR: Analyse Homestead 2013 – Six-Pack!

Flammen, Rauch und ein großes Feuerwerk. Der NASCAR Sprint Cup hatte zum Saisonfinale auf dem Homestead-Miami Speedway einiges im Angebot und sorgte am Ende für zwei strahlende Gesichter. 

Ford EcoBoost 400Es ist vorbei! Nach 36 Saisonrennen wurde am Sonntagabend der neue NASCAR-Champion gekrönt. Völlig unerwartet ließ sich Jimmie Johnson seine 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth nicht mehr nehmen und mutierte so von “Five-Time” zu “Six-Pack”. Damit nähert er sich immer mehr den Rekordmeistern Richard Petty und Dale Earnhardt, die insgesamt sieben Mal die höchste Klasse des NASCAR-Sports für sich entscheiden konnten. Ich glaube es bestehen kaum Zweifel daran, dass Johnson diese Rekordmarke einstellen oder sogar übertreffen wird. Doch bevor wir zu weit in die Zukunft blicken, widmen wir uns vorerst der Vergangenheit und dem Ford Eco Boost 400 auf dem Homestead-Miami Speedway, denn hier dürfte nicht nur Jimmie Johnson das Rennen am Sonntagabend freudestrahlend verlassen haben.

Der letzte Saisonlauf begann gegen 21:20 Uhr unserer Zeit und sah zunächst Matt Kenseth an der Spitze dominieren. Die #20 hatte schon die Traningssessions und das Qualifying klar für sich entschieden und ging als großer Favorit ins Rennen. Eine andere Möglichkeit außer der Flucht nach vorn hatte Kenseth auch nicht, denn er musste auf einen Fehler bei Jimmie Johnson hoffen. Dieser allerdings war stetig unter den ersten Zehn zu finden und somit zu diesem Zeitpunkt unangefochten Meister. Aber das Rennen hatte auch erst begonnen und der Schockmoment sollte noch kommen. Zuvor sorgte Travis Kvapil in Runde 11 mit einem Streifschuss an der Mauer in Kurve drei für die erste Caution des Abends. Beim Restart konnte sich zunächst der dritte Titelaspirant Kevin Harvick an die Spitze setzen, doch Kenseth hatte schon kurze Zeit später die passende Antwort gefunden und setzte sich wieder in Front.

Nur zwölf Umläufe nach seinem ersten Mauerkontakt schaffte es Travis Kvapil, dieses Kunststück in der gleichen Kurve erneut zu vollbringen. Er legte sogar noch eine kleine Zugabe oben drauf, indem er sich, beim Versuch sich von der Mauer zu lösen, nach innen abdrehte. Beim Restart dann ein ganz ungewohntes Bild: David Regan (der Gewinner des Talladega Frühjahrsrennens) setzte sich im Ford von Front Row Motorsports an die Spitze, allerdings auch nur, weil er während der Gelbphase nicht an der Box war. Folglicherweise wurde er nach der grünen Flagge wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte weiter seine Runden an der Spitze drehen, um sich den zweiten Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden zu sichern. Travis Kvapil schaffte es inzwischen, sein Auto aus der Mauer zu halten und so kam es schließlich zu den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge. Doch mitten rein platzte mal wieder eine unserer geliebten Debris-Cautions.

Nachdem sich alle Piloten an der Box vier frische Pneus und Sprit geholt hatten, durfte das Feld immerhin 20 Runden mit Vollgas unter die Räder nehmen. Dann sorgte Dave Blaney in seinem vielleicht letzten Sprint-Cup-Rennen für die vierte Gelbphase des Abends, als er – wie schon Kvapil zuvor – sein Auto in die Mauer setzte und sich anschließend Richtung Apron drehte. Das alles kümmerte Matt Kenseth wenig, der weiterhin an der Spitze einsam seine Kreise fuhr. Mehr Probleme hatte der dritte Meisterschaftskandidat Kevin Harvick, der nach dem Boxenstopp mit einem für ihn zu stark untersteuernden Fahrzeug kämpfte. Dies warf ihn zunächst aus den Top 20 und sorgte für einen verfrühten Boxenstopp der #29.

Während also Harvick in argen Problemen war, zeigte Joe Gibbs Racing seine volle Stärke. Mit allen drei Fahrzeugen belegte man die ersten drei Plätze. Hinter den Toyotas sortierte sich mit Ausnahme von Kasey Kahne die Hendrick-Armada ein und es wurde recht schnell klar, dass entweder ein Toyota von Joe Gibbs oder ein Hendrick-Chevrolet diesen Abend in die Victory Lane einfahren würde. Doch noch war das Rennen lang und die Nacht brach über den Süden Floridas herein.

Inzwischen war das Rennen in Runde 140 angelangt und die ersten Piloten suchten ihre Pitcrew erneut auf. Nachdem alle Fahrer ihre Stopps absolviert hatten, zeigte sich ein anderes Bild an der Spitze. Dale Earnhardt Jr. hatte, kurz bevor er an der Box fuhr, die Führung übernommen und behielt diese auch nach dem Besuch in der Boxengasse. Sein Fahrzeug war an diesem Abend besonders schnell auf den Long-Runs, hatte aber bei den kurzen Sprints seine Schwierigkeiten. Außerdem fuhr Earnhardt fast ausschließlich die oberste Linie direkt an der Mauer entlang. Falls er sich doch mal weiter unten versuchte, verlor er Zeit, was ihm wiederum am Ende des Rennens noch zum Verhängnis werden sollte.

Ungeachtet der Stärken und Schwächen der #88 kam es in Runde 153 zur bereits fünften Unterbrechung des Rennens. Schuld waren erneut Debris, die sich dieses Mal auf der Gegengerade befanden. Matt Kenseth holte sich in der Box erneut die Führung, doch konnte anschließend auf der kälter werdenden Strecke nicht mehr so dominieren und musste nach wenigen Runden die Führung an seinen Teamkollegen Denny Hamlin abgeben. Den Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits sicher.

Kurz vor dem Erreichen der 190. Runde wurde die sechste Caution des Renntages ausgelöst und völlig überraschend waren es Debris, nur dass sich diese jetzt in Kurve drei befanden. Diese Caution sollte aber noch ein einschneidendes Erlebnis für unsere beiden Meisterschaftsanwärter Jimmie Johnson und Matt Kenseth werden, denn beim Restart verlor Jeff Gordon in Reihe eins fast sein Fahrzeug und verursachte hinter ihm eine Kettenreaktion. Bei dieser wurde Jimmie Johnson von hinten angeschoben und verlor fast die Kontrolle über sein Fahrzeug. Beim Versuch, sein Auto wieder in den Griff zu bekommen, traf er Matt Kenseth an der rechten hinteren Seite, was diesen ebenfalls in kurzzeitige Probleme brachte. Doch beide Piloten hielten ihre Fahrzeuge auf der Bahn und konnten mit sichtlichen Kampfspuren das Rennen fortsetzen, allerdings nun einige Plätze weiter hinten im Feld. An der Spitze hatte sich inzwischen Kevin Harvick eingefunden.

Kurz nach diesem Zwischenfall gab es erneut eine Gelbphase. Dieses Mal war der rechte Hinterreifen am Fahrzeug von Paul Menard schuld, der seinen Dienst quittierte. Beim Restart setzte der inzwischen entthronte Champion Brad Keselowski nochmal ein Ausrufezeichen, indem er sich die Führung von Kevin Harvick holte. Doch von hinten kam nach einigen Runden erneut der in den letzten Wochen extrem gut aufgelegte Dale Earnhardt Jr. Dieser quetschte sich auf der äußersten Bahn in einem Bombenmanöver in Kurve zwei sowohl an Denny Hamlin als auch am führenden Brad Keselowski vorbei und übernahm die Spitzenposition.

30 Runden vor Schluss sorgte erneut die #27 von Paul Menard für eine Gelbphase. Sein Fahrzeug brannte bereits auf der Gegengeraden am rechten Hinterreifen und verlor einige Teile. Als er sich schließlich an seiner Box einfand, breitete sich das Feuer schnell auf den Rest des Fahrzeuges aus und sorgte für eine recht heftige Explosion, als der rechte Hinterreifen der Hitze nachgab. Als Grund für den Ausbruch des Feuers gab Paul Menard den Restart in Runde 194 an, bei dem er durch die Kettenreaktion (mit Johnson und Kenseth) einen Reifenschaden erlitt. Dadurch verfingen sich einige Gummiteile an der Hinterachse, die man bei den Stopps nicht komplett entfernen konnte. Diese entzündeten sich im weiteren Verlauf und sorgten für seinen spektakulären Ausfall. Zum Glück wurden dabei sowohl Menard als auch seine Crewmitglieder nicht verletzt.

Nach dem anschließenden Restart duellierten sich Dale Eanrhardt Jr. und Denny Hamlin um die Spitze, wobei sich Hamlin nach einigen Runden durchsetzen konnte. Auch Matt Kenseth schob sich an der #88 vorbei und servierte uns dadurch einen spannenden Fight in den letzten Runden. Denn Junior kam erneut über den Long-Run und wollte an Kenseth vorbei. Doch sobald Junior sich auf der unteren Linie versuchte, zog Kenseth wieder davon. Durch diesen Zweikampf mit leichten Berührungen konnte sich Denny Hamlin etwas Luft verschaffen und fuhr nach 267 Runden seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg ein. Hinter ihm kam der nun als Vizemeister feststehende Matt Kenseth vor dem diese Saison sieglosen Dale Earnhardt Jr. ins Ziel. Jimmie Johnson sah auf Platz neun liegend die Zielflagge und sicherte sich nach zwei Jahren Pause seinen nächsten und bereits sechsten Titel. Ohne den Total-Ausfall der #20 in Phoenix hätte auch Matt Kenseth nach der Krone greifen können, doch Fehler darf man sich im Chase eben nicht erlauben. So ist erneut Johnson hochverdient der neue Champion.

Zum Abschluss nun noch die Finalstände der Fahrer- und Ownerwertung. Damit sind wir am Ende angelangt, zumindest für diese Saison. Nach 36 Rennen müssen nun alle NASCAR-Süchtigen den Winter überbrücken, bevor die Saison 2014 mit dem Daytona 500 am 23. Februar eingeläutet wird. Ein abschließendes Dankeschön geht an alle Racingblog-Leser und positiv Verrückten, die dem NASCAR-Zirkus Woche für Woche nicht entkommen. Bis zum nächsten Jahr!

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November 15 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Homestead 2013 – Die große Johnson-Party?

Nach dem katastrophalen Rennen von Matt Kenseth letzte Woche scheint der Kampf um den NASCAR-Titel 2013 bereits entschieden. Wenn Jimmie Johnson keinen Ausfall erleidet, dann ist ihm der sechste Titel kaum mehr zu nehmen. Doch trotzdem ist Vorsicht geboten, denn Kenseth und Harvick warten nur auf ein Problem bei der #48.

HMS-12-384731 FordEcoboost400_FinalsMan mag es kaum glauben, doch am Sonntag steht das letzte Rennen der NASCAR-Sprint-Cup-Saison 2013 auf dem Homestead-Miami Speedway an. Danach darf nach über 13.500 Meilen in 36 schweißtreibenden Rennen der neue Champion gekrönt werden. Doch bevor wir uns den Meisterschaftskandidaten widmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Strecke. Homestead ist ein Intermediate-Oval mit einer Länge von 1,5 Meilen und einem Banking von 18 bis 20° in den Kurven und 3° auf den Geraden. Im Gegensatz zu vielen anderen Intermediate-Ovalen findet man hier keine Cookie-Cutter-Variante vor wie zum Beispiel in Charlotte, Kansas oder Chicagoland. Dies bedeutet, dass wir es hier nicht mit einer geknickten Start/Ziel-Gerade zu tun haben, sondern diese auch wirklich als Gerade bezeichnen können. Das Finale des Sprint Cups wird hier seit 2002 ausgetragen und der letzte Umbau der Strecke erfolgte im Jahre 2003. Dabei wurden die zwei 180°-Kurven mit dem aktuellen progressiven Banking ausgestattet, welches das Überholen auf der inneren als auch auf der äußeren Linie ermöglicht.

Werfen wir nun den Blick auf unsere drei verbleibenden Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson, Matt Kenseth und Kevin Harvick. Bis auf Kenseth konnte keiner von den genannte Piloten hier jemals einen Sieg einfahren. Kenseth stellte sich zuletzt noch im Roush-Ford im Jahre 2007 in die Victory Lane und ist auch, was die Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke angeht, der beste von den drei Titelkandidaten. Kevin Harvick konnte hier ebenfalls oft gut mitfahren, wohingegen Johnson öfters mit Problemen zu kämpfen hatte. Dies sieht man auch an den Resultaten der #48 in den letzten beiden Jahren, bei denen der Hendrick-Chevrolet nur als 32. bzw. 36. die Zielflagge passierte. Das weckt natürlich Hoffnungen bei der Konkurrenz.

Doch wenn man den Blick auf die Meisterschaftstabelle richtet, dann schrumpfen diese Hoffnungen sehr schnell wieder zusammen. Jimmie Johnson kann bereits 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth und 34 Zähler auf Kevin Harvick vorweisen. Nach Adam Riese muss Johnson nur den 23. Platz belegen und er ist Meister, egal was die #20 und #29 veranstalten. Bei Johnson liegt das Hauptaugenmerk also darauf, möglichst ohne die Schockmomente von Phoenix durch das Rennen zu kommen und einen gesicherten Platz in den Top 20 zu erfahren. Matt Kenseth und Kevin Harvick hingegen müssen das Rennen am Besten mit den meisten Führungsrunden gewinnen, um noch den Hauch einer Chance zu haben. Würde Matt Kenseth mit den meisten Runden an der Spitze siegen und Jimmie Johnson nur den 24. Platz belegen, dann wäre Kenseth im Tie-Break durch seine acht Saisonsiege der neue Champion. Für Kevin Harvick ist die Sache schon ein Stück schwieriger, denn wenn er dominant gewinnen würde, dürfte Johnson nicht über den 31. Platz hinaus kommen und Kenseth maximal die dritte Position belegen. Alles möglich, aber doch sehr unwahrscheinlich.

Doch wer kann außer unseren drei Meisterschaftskandidaten noch das letzte Rennen der Saison gewinnen? Auf jeden Fall darf man die Fords von Roush Fenway Racing nicht unbeachtet lassen, denn diese gewannen sieben der insgesamt 14 Rennen. Hier seien besonders Greg Biffle mit bereits drei Siegen und Carl Edwards mit immerhin zwei Erfolgen zu nennen. Aber auch Joe Gibbs Racing sollte man auf dem Schirm haben, denn sie konnten hier bereits vier Mal in die Victory Lane einfahren. Ebenfalls auf der Rechnung gilt es, Martin Truex Jr. zu haben. Auch wenn er in Homestead noch nicht gewinnen konnte, so lässt er sich doch ziemlich oft weit oben auf der Ergebnisliste blicken und zudem wird es sein letztes Rennen in der #56 von Michael Waltrip Racing sein, bevor er nächste Saison Kurt Busch bei Furniture Row Racing ersetzt. Als Letzten im Bunde der Favoriten um den letzten Sieg der Saison dürfen wir auch noch Jeff Gordon begrüßen, der das Vorjahresrennen für sich entscheiden konnte.

Kommen wir zu unserem wöchentlichen Blick auf die Entry List: Die Wood Brothers sind wieder mit der #21 und Trevor Bayne am Start, obwohl unter der Woche bei Bayne Multiple Sklerose festgestellt wurde. Da aktuell noch keine Sympthome auftreten, gaben die NASCAR-Ärzte grünes Licht und Bayne darf weiter seinen NASCAR-Träumen nachjagen. Beim weiteren Stöbern durch die Entry List erkennt man als nächstes, dass in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein zweites Rennen im Cup absolvieren darf. In der #32 wird Ken Shrader wohl in sein letztes Sprint-Cup-Abenteuer starten. Die #33 wird dieses Wochenende von Tony Raines und das Schwesterauto mit der #40 von Landon Cassill pilotiert. AJ Allmendinger kehrt in die #47 zurück und auch Kyle Larson ist in der #51 wieder am Start.

Wie immer zum Schluss nun noch die aktuellen Tabellen zur Fahrer- und Owner-Wertung. Das 36. und finale Rennen der Sprint-Cup-Saison in Homestead wird am Sonntag ab 20 Uhr unserer Zeit bei ESPN und dem deutschen Sender MotorvisionTV ausgestrahlt. Alle weiteren TV-Termine findet ihr in der folgenden Auflistung.

Freitag, 15.11.2013:
16:00 Uhr, Nationwide Practice, Fox Sports 1
17:00 Uhr, Trucks Final Practice, Fox Sports 1
19:30 Uhr, Sprint Cup Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Nationwide Final Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Trucks Qualifying, Fox Sports 2

Samstag, 16.11.2013:
00:00 Uhr, Sprint Cup Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Trucks Rennen (Ford Eco Boost 200), Fox Sports 1 (Green Flag: 02:18 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
19:00 Uhr, Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
21:00 Uhr, Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
22:30 Uhr, Nationwide Rennen (Ford Eco Boost 300), ESPN (Green Flag: 22:46 Uhr)

Sonntag, 17.11.2013:
20:00 Uhr, Sprint Cup Rennen (Ford Eco Boost 400), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:15 Uhr)

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November 22 2011

19:33

NASCAR: Analyse Homestead Saisonfinale 2011

„WOW!“ Mehr braucht man im Prinzip nicht zu dieser knappen Entscheidung sagen, denn Tony Stewart und Carl Edwards standen nach den 36 Saisonrennen am Ende des Jahres wieder bei Null. Die fünf Siege im Chase brachten Stewart letztendlich als Tiebreaker den Gewinn des Cup-Titels 2011, doch dieser Triumph war mehrfach gefährdet.

Letztendlich ist es auf dem Homestead-Miami Speedway genau so gekommen, wie es die nahezu günstigsten Szenarien in puncto Spannung vorschlugen. Tony Stewart und Carl Edwards beendeten das Rennen auf den Plätzen 1 und 2, der direkte Kampf um den Sieg entschied die Meisterschaft. Besser hätte es nur werden können, wenn die beiden Fahrer in der letzten Runde Seite an Seite aus Turn 4 gekommen wären. Doch auch so barg das Resultat einige Brisanz, denn aufgrund der Einlaufreihenfolge waren Stewart und Edwards in den Punkten plötzlich gleichauf. Da fährt man 36 Rennen und kommt am Jahresende wieder nach Florida zurück, nur um erneut bei Null zu stehen. Tony Stewart gewann zwar durch den besseren Tiebreaker die Cup-Trophäe, doch seinem Erfolgsdrang wurden zuvor einige Getriebeteile in den Weg geworfen:

Nach vier Runden sah es bereits aus, als wäre das Rennen des späteren Meisters schon verloren. Ein faustgroßes Loch klaffte am Kühlergrill des Chevrolet mit der #14, vermutlich verursacht durch ein Trümmerteil, welches beim Getriebeschaden von Kurt Busch auf der Strecke zurückgeblieben war. Nun war es für die Crew von Tony Stewart an der Zeit, entsprechend zu handeln und den Einsatzwagen auf dem 1,5-Meilen-Intermediate-Oval aerodynamisch konkurrenzfähig zu belassen. Glücklicherweise kam weniger Runden später eine Caution wegen eines kurzen Schauers heraus, was Smoke eine Reparatur ohne Rundenverlust ermöglichte. Anstatt auf Platz 8, welchen er sich von seiner Startposition innerhalb der ersten 13 Umläufe erkämpft hatte, musste Stewart das Rennen nun von Rang 40 aufrollen und was dann geschah, war geradezu magisch.

In Erwartung des kommenden Spektakels war der US-Proxy für den RaceBuddy auch schneller installiert als dem NASCAR-Region-Coding-Verwalter lieb war. Ich verfolgte nun fast die komplette erste Rennhälfte bis zum erneuten und diesmal stärker einsetzenden Regen aus der Onboard-Kamera von Tony Stewart. Smoke legte eine Hammer-Vorstellung auf den Asphalt und überholte in den ersten sieben Runden nach der Grünen Flagge gleich mal 13 Autos. Three-Wide im Hinterfeld war keine Seltenheit und wenn die obere und untere Spur schon zeitgleich durch die Konkurrenz besetzt war, ging es halt in der Mitte an den Autos vorbei. Zeitweise hatte man echt den Eindruck, die anderen Wagen würden lediglich unter Caution-Tempo rollen.

Seine Aufholjagd wurde jedoch kurze Zeit später durch eine weitere Caution gebremst. In Runde 34 bekam die Crew von Stewart dabei aber noch einmal die Gelegenheit, die Reparaturarbeiten am Chevy zu überprüfen und das Grilltape entsprechend anzubringen. Auf Platz 27 nahm der Verfolger des jederzeit (Boxenstopp-bereinigt) Führenden Carl Edwards dann die Fahrt wieder auf. Zur dritten Gelbphase in Umlauf 83 hatte Smoke die Top10 geknackt und arbeitete sich bis zum Beginn von Caution #4 in Runde 108 noch in die Top5 vor. Dann kam jedoch der erwähnte Regen, welcher die Fahraktivitäten für etwas mehr als eine Stunde unterbrach und den Beteiligen eine Menge bezüglich der Wahnsinns-Fahrt von Tony Stewart zum Rätseln gab.

NASCAR bekam die Strecke zum Glück relativ problemlos wieder trocken, sodass es in Runde 117 nun unter Flutlicht wieder ans Eingemachte gehen konnte. Es folgte eine knapp 50 Umläufe lange Phase mit drei weiteren Cautions, in welcher sich Stewart und ein nur rechtsseitig neu bereifter Kevin Harvick um die Führung stritten. Die letzte dieser genannten Gelbphasen sah Jeff Burton und Dale Earnhardt Jr in Front des Feldes, welche sich den Boxenstopp gespart hatten. Währenddessen wechselten Smoke und Carl Edwards nur jeweils zwei Pneus, wobei Stewarts Crew ein wenig schlampte und aufgrund einer im Schlagschrauber feststeckenden Mutter acht Plätze für die #14 verlor. Ein Four-Wide während des Restarts später klebte Stewart aber wieder an Edwards Allerwertestem und machte sich direkt mit einem kleinen freundschaftlichen Schubser bemerkbar.

Nach einer Ermahnung seitens NASCAR ging das Rennen in die entscheidende Phase, denn es waren noch zwei Boxenstopps zu absolvieren und die lange Grünphase von Runde 161 bis 213 ließ zunächst vermuten, dass dies alles unter Grün passieren würde. Tony Stewarts Crew-Chief Darian Grubb heckte ein riskantes Pokerspiel aus und wollte damit wohl auf Nummer sicher gehen, um bei den Besuchen der eigenen Crew nicht noch mehr Zeit liegen zu lassen, als zuvor schon geschehen. Grubb schickte Smoke also außer Sequenz und wies seinen Schützling und Boss in Personalunion zum Sparen von Benzin an.

Unterdessen setzte Carl Edwards unbeirrt seine Fahrt an der – zwischenzeitlich in der langen Grünphase zurückgewonnenen – Spitze des Feldes fort und blieb bei der konservativen Strategie. Direkt nachdem Stewart den rettenden Pitstop absolviert hatte, welcher ihn bis zur karierten Flagge bringen sollte, kam die achte und letzte Caution des Abends heraus. Diese Gelbphase und ihr Zeitpunkt waren ein echter Glücksgriff für Tony Stewart, da er nun von Platz 15 direkt nach vorne gespült wurde, denn die erneute Regentropfen sorgten für eine längere Parade hinter dem Pacecar, welche die Fahrer in Sequenz zum allerletzten Nachfassen nutzen.

Damit war zum einen klar, dass Homestead kein Benzinkrimi mehr werden sollte und zum anderen lag Stewart wegen der geschickten Taktik plötzlich in „Führung“. Zwar hatte er noch Kyle Busch und Brad Keselowski vor sich, die verzichteten in Erwartung einer weiteren Caution aber zuvor auf einen Boxenstopp und somit noch einmal stoppen mussten. Keselowski schluckte Stewart beim Restart noch in der ersten Runde und führte daraufhin von Umlauf 232 bis einschließlich 267 den Rest des Rennens solo an. Carl Edwards versuchte über die letzten gut 30 Runden zwar noch, Stewart an der Spitze abzufangen, doch auf weniger als 0,8 Sekunden konnte er den Vorsprung zu keinem Zeitpunkt verringern.

Der anschließende Sieg brachte Tony Stewart die Führung in der Meisterschaft aufgrund des Tiebreakers und damit auch den Sprint-Cup-Titel des Jahres 2011 ein. Zwar kamen Carl Edwards und er mit Gleichstand in den Punkten über die Ziellinie, doch Smoke gewann in dieser Saison fünf Rennen, im Gegensatz zu Edwards einzigem Sieg zu Beginn in Las Vegas. Die knappste Meisterschaftsentscheidung in der NASCAR hat damit ihren Weg in die Rekordbücher gefunden. Ich denke, dass wir das realistisch betrachtet spannendst-mögliche Saisonfinale bekommen haben, welches möglich war. Dem 1992er Hooters 500 macht es jedenfalls ganz eindeutig Konkurrenz.

Tony Stewart hat sich den Titel in diesem Mega-Rennen geradezu wirklich und real erarbeitet, indem er den bis zur Halbzeit führenden Kontrahenten Carl Edwards am Ende ausstach und von Platz 40 aus die Spitzenposition eroberte. Ein Meisterschaftsgewinn von Edwards hätte dagegen immer diesen unangenehmen Nachgeschmack gehabt, dass Stewart vielleicht gerade wegen seines Kühlergrillschadens nicht mehr wirklich nach vorne hätte durchbrechen können, um den Ford mit der #99 noch abzufangen. Somit ist Tony Stewart, natürlich auch aufgrund seiner fünf Chase-Siege in zehn Playoff-Rennen ein absolut verdienter und unumstrittener Champion, der gemeinsam mit einem ebenso jederzeit fairen Carl Edwards diese Meisterschaft auskämpfen konnte.

Edwards hatte zwar zuvor lange Zeit die Führung inne, musste aber trotzdem auch mehrmals um den, nach Stewarts Grillschaden zunächst perfekt geglaubten, Titelgewinn fürchten: In der Ford-Armada von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports verabschiedeten sich gleich drei Roush-Yates-Aggregate mit Schall und Rauch, denn neben David Ragan und Marcos Ambrose musste auch Greg Biffle vorzeitig die Segel streichen. Zumindest bei Ragen war aber im Vorfeld bereits klar, dass es sich um eine Testversion des Motors für das nächste Jahr handelte.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung.

Ansonsten verabschiede ich mich mit dieser Analyse bis zum Beginn der 2012er-Speedweeks in Daytona im Februar. Es wird in diesem Jahr vermutlich nur ein kurzes Best-Of analog zur letzten Saison geben, da ich über den Winter meine Diplomarbeit schreiben werde und die Zeit anderweitig sicher gut gebrauchen kann. Vielen Dank für das Interesse am Racingblog und meinen Artikeln, wir hören uns sicher das ein oder andere Mal im Podcast während der Motorsport-freien Zeit, in welchem ich auch das jeweils neueste zur Silly-Season ausbreiten werde!

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November 18 2011

09:10

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2011

Zum letzten Mal in dieser Saison röhren am Wochenende in der NASCAR die Motoren, bevor es in die knapp drei Monate lange Winterpause geht. Das Zentrum im finalen Kampf um den Titel bilden Carl Edwards und Tony Stewart, welche nur durch drei Punkte getrennt sind. Am Sonntag erwartet uns in Homestead also ein spannendes Rennen.

Das Saisonfinale findet 2011 zum zehnten Mal in Folge auf dem aHomestead-Miami Speedway statt, wo aber bereits seit 1999 Cup-Rennen stattfinden. Früher hatte die Strecke ein ähnliches Layout wie der Indianapolis Motor Speedway, war jedoch kürzer als das legendäre Oval. Ein späterer Umbau brachte dem Speedway das heutige Aussehen mit den charakteristischen zwei 180°-Kurven und einem progressiven Banking von maximal 20 Grad auf 1,5 Meilen Länge. Weitere Details können in unserer oben verlinkten Streckenbeschreibung nachgelesen werden. Homestead hat sich im Laufe der Jahre aber vor allem einen sehr bestimmten Ruf aufgebaut, welcher die Meisterschaftsentscheidung noch entscheidend beeinflussen könnte:

Der Homestead-Miami Speedway ist nämlich geradezu eine reine Ford-Domäne. Von den letzten neun Austragungen – und das sind alle bisherigen Saisonfinals auf der Strecke – konnten Piloten von Roush-Fenway Racing sage und schreibe sieben Rennen gewinnen. Dazwischen schlichen sich lediglich 2003 Bobby Labonte, noch in einem Chevrolet von Joe Gibbs Racing, sowie zuletzt 2009 Denny Hamlin in einem JGR-Toyota. Sowohl für Chevy als auch für den japanischen Motorenhersteller waren dies die einzigen beiden Fahrten in die Victory Lane von Homestead überhaupt. Das letzte Event der Saison trägt also nicht umsonst den Namen „Ford Championship Weekend“.

Zwischen 1999 und 2002 verfügte das Oval noch nicht über sein progressives Banking zwischen 18 und 20°, wodurch sich auch die Siegerlisten etwas anders lesen: Als der Homestead-Termin noch nicht das letzte Rennen im Kalender war, gewannen nämlich Tony Stewart (1999 in einem Gibbs-Pontiac) und Bill Elliott (2001 in einem Evernham-Dodge), während Kurt Busch die letzte Ausgabe auf dem alten Layout (2002 damals noch in einem Roush-Ford) siegreich beenden konnte. Die beste Serie in Homestead legte Greg Biffle zwischen 2004 und 2006 hin, als er drei Rennen in Folge für sich entscheiden konnte.

In diesem Jahr ist der Kampf um die Meisterschaft an Spannung kaum zu überbieten, denn nur drei winzige Punkte trennen Carl Edwards und seinen Verfolger Tony Stewart voneinander. Diese Konstellation besteht schon seit dem Sieg von Stewart vor zwei Wochen in Texas, denn das vorletzte Rennen der Saison in Phoenix konnte daran nichts mehr ändern. Der Lauf am vergangenen Wochenende sorgte im Prinzip lediglich dafür, dass nun alle anderen Chase-Teilnehmer auch rechnerisch vom möglichen Gewinn des Titels ausgeschlossen sind. Kevin Harvick kann seinen Rückstand von 51 Punkten nämlich nicht mehr aufholen, da pro Rennen maximal 48 Punkte vergeben werden.

Mit der aktuellen Punktedifferenz zwischen Carl Edwards und Tony Stewart (-3) lassen sich nun ein paar Rechenspiele anstellen: Zunächst einmal besteht für beide Fahrer die Möglichkeit, mit einem Rennsieg die Meisterschaft komplett aus eigener Kraft zu gewinnen. Für eine Fahrt in die Victory-Lane vergibt die NASCAR derzeit 43 Punkte plus 3 Bonuszähler für den Sieg an sich sowie noch einen weiteren Extrapunkt, weil man ja als Gewinner mindestens die letzte Runde in Führung gelegen haben muss. Summa summarum bekommt ein Rennsieger also mindestens 47 Punkte, wobei er sich noch einen weiteren Zähler für die meisten Führungsrunden anrechnen lassen kann.

Gewinnt nun Stewart (43+3+1 = 47) direkt vor Edwards, welcher jedoch die meisten Führungsrunden holt (42+1+1 = 44), dann haben wir die engst-mögliche Entscheidung im Titelkampf, nämlich einen Gleichstand zwischen beiden Fahrern, da Stewart exakt den Rückstand von drei Punkten aufholen konnte. Da er in diesem Fall aber über insgesamt fünf Rennsiege 2011 verfügt, im Gegensatz zu Edwards‘ einzigem Saisonerfolg in Las Vegas, macht ihn dieser Tie-Breaker zum neuen Meister.

Alle anderen Szenarien hängen von den Positionsunterschieden der beiden Fahrer im Rennen ab. Pro Platzierung abwärts vergibt die NASCAR einen Punkt weniger, womit Stewart also außer bei einem Sieg immer drei Plätze vor Edwards ankommen muss, um Meister zu werden. Die Bonuspunkte können diesen Abstand allerdings noch um +/-2 Positionen verändern. Einfaches Bespiel: Holt Tony Stewart Platz 4, dann kann Carl Edwards auf Platz 5 trotzdem den Titel verlieren, wenn er selber keine Runde anführen konnte, während Smoke aber die meisten Umläufe an der Spitze gedreht hat. Hier hätten wir dann wieder einen Gleichstand mit Vorteil Stewart.

Bleibt also nur noch die Frage zu beantworten, welcher der beiden Piloten sich auf dem Intermediate-Oval in Homestead die besten Chancen ausrechnen darf. Auf dem Papier schlägt die Statistik zunächst recht klar in Richtung von Carl Edwards aus, auch wenn die bisherigen Erfolge der zwei Titelkontrahenten nahezu identische Zahlen zu Tage befördern: Denn einerseits verfügen beide Fahrer jeweils über 2 Siege und 6 Top10s in Homestead, nur bei den Top5s hat Edwards mit 4 knapp die Nase vor Tony Stewart mit 3. Zusätzlich konnte Ersterer auch schon eine Pole-Position einfahren.

Andererseits muss man aber wiederum beachten, dass Carl Edwards seit seinem Cup-Debüt nur sieben Rennen dafür zur Verfügung hatte, während Tony Stewart schon seit Beginn im Jahr 1999 zwölf Ausgaben in Homestead gefahren ist. Zudem sind Edwards Erfolge wesentlich jüngeren Datums: Die Ausgabe in 2008 während seiner 8-Siege-Saison und das Chase-Rennen im letzten Jahr konnte der Meisterschaftsführende zuletzt einstreichen.

Auf Edwards Seite steht damit die Overall-Performance in Homestead, denn nur in seiner Debüt-Saison gelang ihm mit Platz 14 nicht der Sprung in die Top8. Stewart erreichte dagegen in den letzten sechs Jahren nur zwei Mal die Top10 und das waren dann auch nur die Ränge 8 sowie 9. Interessant ist in puncto Hersteller-Strecke auch noch die Tatsache, dass zuletzt sowohl Tony Stewart als auch Carl Edwards jeweils auf dem starken Oval des anderen Piloten sehr gut mithalten, bzw. sogar gewinnen konnten. Smokes Sieg auf dem Ford-Oval in Texas unterstützt diese Beobachtung ebenso wie der zweite Platz von Edwards auf der eigentlichen Chevy-Strecke in Phoenix.

Das Finale wird also eine ganz ganz enge Kiste, die an Spannung vermutlich kaum zu überbieten sein wird, sollte denn alles optimal bzw. normal ablaufen. Natürlich kann immer mal ein schlechter Startplatz für eine Verwicklung in Scharmützel im Mittelfeld mit Folgen sorgen. Auch der Ausfall einer der beiden Titelkontrahenten ist denkbar, wollen wir aber hoffen, dass Smoke und Cousin Carl bis zur letzten Runde fighten. In diesem Szenario natürlich am besten um den Sieg!

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 18.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (um 17 Uhr)
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 19.11.
19:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 20.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

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November 23 2010

07:20

NASCAR: Analyse Homestead Saisonfinale 2010

Jimmie Johnson holte in Homestead seine fünfte Meisterschaft in Folge und reiht sich damit hinter den absoluten Größen Richard Petty und Dale Earnhardt Sr. ein, die jeweils noch zwei Titel mehr errungen haben. Johnson profitierte dabei vom Pech Denny Hamlins während seiner Aufholjagd von Platz 38. Carl Edwards gewann unterdessen in dominanter Manier das Rennen

Am Ende war es im Sprint Cup wieder einmal Jimmie Johnson, der sich nun schon zum fünften Mal in Folge die Meisterschaft sicherte. Dabei war es eine Chase-Premiere, dass der Tabellenführer vor dem letzten Rennen (Hamlin) schlussendlich leer ausging. Johnson war zudem der einzige der drei verbliebenen Playoff-Piloten, welcher sich in Homestead keinen einzigen Fehler erlaubte. Außerdem brachte er mit seinem zweiten Platz hinter Carl Edwards ein ausreichend gutes Ergebnis nach Hause und hat damit seine Schuldigkeit getan, um den Titel aus eigener Kraft und verdient geholt zu haben.

Bei allem Unfrieden, den die Johnson-Dominanz in den letzten Jahren hervorgerufen hat, muss man doch anerkennen, dass das Team mit der #48 hart für den Erfolg arbeitet und deswegen auch zu Recht seit fünf Saisons dort an der Spitze der Tabelle steht. In der Geschichte der NASCAR ist eine derartige Leistung schon seit dem vierten Titel in Folge einmalig und wird vermutlich nie wieder erreicht werden. Johnson sortiert sich nach dem „Drive for Five“ unmittelbar hinter den absoluten NASCAR-Größen Richard Petty und Dale Earnhardt Sr. mit jeweils sieben Titeln ein und ist auf dem besten Weg, sich selbst ebenfalls unsterblich zu machen.

Während die Leistungen seines Mentors Jeff Gordon zu Beginn des Jahrtausends abrupt nach dem vierten Titel 2001 einbrachen, nahm der damalige Jungspund Johnson dagegen bei Hendrick Motorsports an Fahrt auf und überzeugt von Beginn seiner NASCAR-Karriere an die zunächst lauten Kritiker: Schon im ersten kompletten Jahr 2002 wurde er Fünfter in der Meisterschaft und holte sich in den beiden folgenden Saisons jeweils die Silbermedaille. 2004 unterlag Johnson dabei nur mit winzigen acht Pünktchen Kurt Busch. 2005 wiederholte er seinen fünften Platz aus dem Debütjahr, bevor er 2006 seine beachtliche Serie begann.

Während Johnson feierte, war Denny Hamlin nach einem guten Start in die zweite Chase-Hälfte der Unglücksrabe der letzten beiden Wochen: Fünf Platzierungen und 39 Punkte ihm am Ende gefehlt, um seine erste Meisterschaft zu gewinnen. Die Schuld für den Misserfolg kann man nun wahlweise auf den verlorenen Benzinkrimi in Phoenix vom vorherigen Wochenende schieben, oder auf den schlechten Startplatz am Sonntag in Homestead, der eine Aufholjagd von Platz 38 bedeutete. Dabei geriet Hamlin nach 23 Runden mit Greg Biffle aneinander und löste die zweite von zehn Gelbphasen aus, nachdem er in kurzer Zeit schon die Top20 knacken konnte. Ein Schaden am Splitter war die Folge, für dessen Beseitigung die Crew der #11 fast 150 Runden benötigte. Das Handling des Toyotas war allerdings trotzdem im Eimer, was einen späteren Vorstoß an die Spitze unmöglich machte.

Letztendlich sorgte dann noch eine Fehlentscheidung von Crew-Chief Mike Ford dafür, dass Hamlin bei der vorletzten Gelbphase auf einen Boxenstopp verzichtete und mit alten Reifen sukzessive zurückfiel. Nach der letzten Caution blieben Hamlin dann nur noch 17 Runden, um von Platz 18 am Ende der Führungsrunde neun Positionen aufzuholen, wovon mit dem ondulierten Auto jedoch nur noch knapp die Hälfte des Weges möglich war – zu wenig um Johnson auf Rang 2 in der Punktedifferenz noch gefährlich zu werden. An dem Zusammenstoß mit Greg Biffle trug Hamlin die alleinige Schuld, weil er ausgangs von Turn 2 bei seiner optimistischen Aufholjagd die Strecke hinauf rutschte und die vor ihm fahrende #16 touchierte, welche selbst auf der Innenbahn in einen Positionskampf verstrickt war. Für die schlechten Calls bezüglich der Boxenstopps in Phoenix und Homestead darf Hamlin sich bei seinem Crew-Chief bedanken.

Der dritte Meisterschaftskandidat im Bunde war Kevin Harvick, welcher trotz eines hervorragenden dritten Platzes in Homestead leider ebenfalls nichts mehr gegen Jimmie Johnson ausrichten konnte. Zwar gelang ihm wieder eines seiner bekannten, häufigen Top10-Ergebnisse und auch durchschnittlich zeigte Harvick mit Platz 5,8 im Chase mehr Konstanz als die Konkurrenz bestehend aus Johnson (Platz 6,2) und Hamlin (Platz 7,2). Dass er dennoch nicht den Titel holen konnte, leitet sich aus einem allgemeinen Problem von Richard Childress Racing ab: Zwar holte Harvick drei Saisonsiege vor den Playoffs, fuhr aber häufig trotz Top5- oder Top10-Resultaten nicht um den Sieg mit. Ähnlich ergeht es seinen RCR-Teamkollegen ebenfalls schon seit Jahren.

Jimmie Johnson leistete sich zu Beginn des Chase in New Hampshire mit Platz 25 zwar einen De-facto-Totalausfall, fuhr danach aber einen Sieg und insgesamt vier Top3-Ergebnisse in Folge ein. Das berühmte letzte Quäntchen entschied am Ende also gegen Harvick und für Johnson, sein Rückstand von 41 Punkten ist zu Saisonende jetzt ja auch wahrlich nicht astronomisch. Nach der alten Meisterschaftswertung ohne Chase hätte Harvick durch seine überragende Regular-Season übrigens auch den Titel gewonnen, Johnsons Abstand beträgt in dieser Tabelle 285 Zähler. Erwähnenswert ist bei Kevin Harvick bezüglich des Rennverlaufs noch eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse, welche den Chevrolet mit der #29 zwischenzeitlich zurückwarf, für sein Endergebnis aber bedeutungslos war.

Denn um den Sieg hatte Harvick zu keiner Zeit mitzubestimmen, an Spitze stritten sich derweil ganz andere Fahrer: Carl Edwards dominierte das Rennen in Homestead förmlich und führte mit Ausnahme einiger Boxenstopp-Platzwechsel fast durchgehend das Feld an, 190 von 267 möglichen Führungsrunden kamen somit für Edwards zusammen. Interessant ist dabei, dass er wie von mir vorgerechnet, tatsächlich die letzten beiden Rennen gewinnen konnte und Homestead noch dazu mit den fünf Bonuspunkten für die meisten Runden in Front. Vor Phoenix rechnete ich dieses Szenario bekanntlich einmal durch und bescheinigte Edwards in diesem Falle sogar noch eine minimalste Restchance auf den Titel. Dies aber nur am Rande, denn schließlich schwächelten zum einen die anderen drei Contender wie erwartet keineswegs und zum anderen hätte er auch in Phoenix die fünf zusätzlichen Zähler holen müssen.

Als einziger ernsthafter Konkurrent für Edwards entpuppte sich nach dem ersten Rennviertel plötzlich Martin Truex Jr., der in den letzten vier Jahren in Homestead mit konstanten Top10-Ergebnissen auf sich aufmerksam machte. Besonders auf den Longruns jagte Truex dem bei den Restarts dominanteren Edwards die Führung immer wieder ab. Leider platzte ihm nur 67 Runden vor Schluss ein Reifen, was den Toyota mit der #56 zum Ende auf Rang 11, knapp außerhalb der Top10 zurückwarf. An dieser Stelle wäre sicher mehr für Truex drin gewesen, was schon ein wenig enttäuschend ist.

Abseits vom Titelkampf in Carl Edwards‘ Rückspiegel spielten sich am Sonntag dann auch noch einzelne Privatfehden ab, so gerieten zunächst Juan Pablo Montoya und Joey Logano aneinander: In Runde 140 räumte Montoya den Joe-Gibbs-Fahrer ab und schickte ihn frontal in die Mauer. Logano kündigte sofort an, die Rechnung später zu begleichen. Nach 40 Umläufen Reparaturpause war die #20 dann soweit wiederhergerichtet, um auf die Strecke zurückzukehren. Dort dauerte es 25 Runden, bis Logano in der nächstbesten Gelbphase zum Angriff blies und seinerseits den Earnhardt-Ganassi-Chevy mit der #42 abräumte.

Grundsätzlich finde ich die „Have at it, boys“-Direktive der NASCAR ja ganz nett, aber man sollte vielleicht in Zukunft doch darauf achten, dass sowas nicht zu sehr in Richtung Kindergarten abdriftet. Wenn Logano seine Absicht schon 65 Runden vorher am Funk ankündigt, sehe ich keinen Grund, warum man ihn auf die Strecke zurückkehren lassen sollte, um mutwillig sich und andere zu gefährden. Damit will ich nicht sagen, dass hier jeder Kontakt ähnlich wie in einer bekannten deutschen „Tourenwagen“-Rennserie hart bestraft werden sollte, aber offensichtliche Vergeltungsaktionen auf einer schnellen Strecke darf NASCAR doch bitteschön verhindern. Ich erinnere mich nämlich noch ganz genau an den Aufschrei nach „Keselowski vs. Edwards – Teil 2“ in Atlanta, was schon ziemlich gefährlich war. Immerhin hat Logano wenigstens bis zur Caution gewartet, um Montoya aus dem Rennen zu nehmen.

Die zweite Auseinandersetzung lieferten sich kurz vor Ende Kyle Busch und Kevin Harvick: Busch war den ganzen Nachmittag über gut unterwegs und steuerte geradewegs auf ein Top5-Resultat zu. Mit seiner aggressiven Fahrweise machte Kyle sich allerdings wieder einmal keine Freunde und stritt sich teilweise heftig mit den drei Chase-Piloten um Positionen. Harvick hatte dann letztendlich die Nase voll und räumte Busch aus dem Weg. Ausgangs Turn 2 befand sich der Toyota mit der #18 direkt vor dem Kühlergrill von Harvick, war jedoch langsamer. Anstatt zu Lupfen nahm er Busch jedoch auf die Hörner und drehte ihn in die innere Mauer. Bei der Rückfahrt in die Boxengasse fing Kyles Auto dann auch noch Feuer, was für einen spektakulären Anblick sorgte.

Meine Ansichten zu dieser Szene sind geteilt, denn zum einen fahren hier beide Piloten gleichberechtigt ein Rennen, zum anderen muss man in der besonderen Chase-Situation schon ein wenig mehr auf die Titelkontrahenten Acht geben. Wenn Busch niemals ernsthaft versucht hat, Harvicks Rennen zu gefährden, dann sollte Kevin auch so fair bleiben und Kyle nicht mutwillig abräumen, nur weil ihm sein Fahrstil nicht gefällt. Genau danach hörte es sich nämlich an, als Harvick nach dem Rennen aussagte, Busch wäre „den ganzen Tag wie ein Clown um ihn herum gefahren“. Kyle Busch blieb danach erstaunlich ruhig, das muss man nach den jüngsten Ereignissen aber auch mal anerkennen. Ob er sich nur wegen der Bewährungsstrafe nicht getraut hat, mehr zu unternehmen?

Noch ein paar ausgewählte Ergebnisse anderer Piloten:

- Mit Aric Almirola (4.) und AJ Allmendinger (5.) stießen zwei Fahrer des angeschlagenen Teams Richard Petty Motorsports in die Top5 vor. Wie man derzeit hört, übernimmt wohl eine Investorengruppe um Richard Petty selbst die ausgebrannten Reste des Teams von George Gillett, der sich unverschämterweise immer noch nicht zur Sachlage geäußert hat. Für 2011 plant man, mit zwei Wagen in einem Nachfolge-Unternehmen von RPM anzutreten, welches nur die „gesunden“ Teile des Teams übernimmt.

- Kasey Kahne (6.) holte außer einer Pole-Position auch sein erstes Top10-Resultat für Red Bull Racing, bevor er in der nächsten Saison voll durchzustarten plant. Seine Zukunftsaussichten sind sicherlich sehr gut, vor allem wenn er ab 2012 für Hendrick Motorsports ins Lenkrad greifen wird.

- Die Top10 komplettierten recht unauffällig Ryan Newman (7.), Tony Stewart (8.), Matt Kenseth (9.) und Greg Biffle (10.). Neben drei Roush-Fenway-Piloten bestätigte auch Bill Elliott im Auto der Wood Brothers die Ford-Stärke in Homestead mit einem für das Team hervorragenden 15. Platz.

- Jeff Burton (31.) fiel nach einem Reifenproblem eine Runde zurück und legte sich bei der Aufholjagd etwas zu sehr mit der Mauer an, was sein Rennen endgültig ruinierte. Noch schlimmer erwischte es Jeff Gordon (37.) der mit einem Motorschaden ausschied, nachdem er zuvor bereits länger auf nur noch sieben Zylindern unterwegs war.

- Dale Earnhardt Jr. (27.) beendete eine erneut schwache Saison mit wenigen Lichtblicken (nur zwei Top10s in der zweiten Saisonhälfte) am Ende der Führungsrunde. Hier wird Rick Hendrick im Winter eingreifen müssen, um Junior noch eine letzte Chance mit einem weiteren Crew-Chief zu geben. Gerüchte besagen, dass Ray Evernham nach seinem RPM-Ausstieg diese Aufgabe übernehmen könnte, doch der dementierte prompt.

Weil NASCAR-Media leider keine grafische Übersicht der abschließenden Meisterschaftstabellen anbietet, verlinke ich hier die endgültigen Stände in Fahrer- und Owner-Wertung bei Jayski.com. Dazu kommt hier noch das komplette Rennergebnis.

Ein Wort noch zum beendeten Kampf um die Top35 in besagter Owner-Wertung: Die #38 von Front Row Motorsports konnte nicht mehr auf einen sicheren Startplatz zurückgebracht werden, weil Dave Blaney in einen Unfall verwickelt wurde. Da das Starterfeld im nächsten Jahr aber vermutlich weiter schrumpfen wird (-2 Wagen bei RPM, -1 Auto bei Penske, dafür +1 Wagen bei RCR), könnte sich auch in Zusammenhang mit möglichen Punkteverkäufen noch viel ergeben, sodass ich hier zu diesem Zeitpunkt ziemlich ausschweifend spekulieren müsste. Da muss man wohl zumindest den Dezember abwarten.

Damit geht eine spannende und sehenswerte NASCAR-Saison 2010 zu Ende und mit der letzten Analyse für dieses Jahr verabschiedet sich die NASCAR-Berichterstattung von den Rennen quasi in die Winterpause. Es wird im Dezember allerdings noch einen ausführlichen Jahresrückblick geben, sowie eine Saison-Vorschau für 2011 im Januar. Die wöchentlichen Artikel kehren dann im Februar zurück. Ich bedanke mich für eure Treue, alle Kommentare und die tollen Unterhaltungen im Chat!

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November 19 2010

07:36

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2010

In Homestead findet der bisher engste Chase der NASCAR-Geschichte sein Ende, wenn Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick unter sich den neuen Sprint-Cup-Champion ausmachen. Dabei stellt das Erfolgsteam Hendrick Motorsports auf dem Intermediate-Oval am Wochenende ausnahmsweise nicht den Favoriten für einen Rennsieg.

Seit 2002 findet das jährliche Championship-Weekend auf dem Homestead-Miami Speedway in Florida statt, gefahren wird auf dem 1,5-Meilen-Oval im Cup schon seit 1999. Ein Rückblick auf die bisher elf Ausgaben verspricht am Sonntag einen wahren Meisterschaftsknüller, denn bisher konnte kein Fahrer von Hendrick Motorsports in Homestead in die Victory-Lane fahren. Vielmehr ist die Strecke seit acht Jahren fast reines Ford-Territorium, wenn man die beiden Siege von Chevrolet (2003) und Toyota (2009) mal abzieht. Der Toyota-Erfolg im letzten Jahr gelang dabei ausgerechnet Denny Hamlin, der damit als einziger verbliebener Meisterschaftskandidat überhaupt schon in Homestead gewinnen konnte.

2010 setze ich dagegen wieder ganz auf den Hersteller Ford und vor allem auf Roush-Fenway Racing, immerhin haben die Top-Piloten Greg Biffle, Matt Kenseth und Carl Edwards zwischen 2004 und 2008 alle Homestead-Ausgaben für sich entscheiden können. Biffle gewann dabei sogar drei Rennen in Folge und bewies in diesem Jahr schon zwei Mal, dass das Team von Jack Roush wieder konkurrenzfähig ist. Edwards holte sich dazu einen Sieg in Phoenix und fährt damit optimal vorbereitet und mit viel Momentum zum Saisonfinale.

Dabei gibt es zwischen den Roush-Fahrern aber einige wenige Unterschiede: Während Carl Edwards in Homestead bisher eine Menge Konstanz gezeigt hat, die ihn in seinen sechs Teilnahmen fünf Mal in die Top8 und drei Mal in die Top5 gebracht haben, so lautete die Losung bei Greg Biffle und Matt Kenseth stets „Hop oder Top“. Das beste Resultat, welches Biffle außer seinen drei Siegen vorweisen kann, ist lediglich Platz 13, während Kenseth aus zehn Rennen sogar nur drei Top10s mitnehmen konnte. Diese Ergebnisse waren dann aber ähnlich wie bei Biffle wenigstens für die Top6 gut.

Auch wenn es so scheint, als wäre den Fords von Jack Roush der Rennsieg nicht zu nehmen, so müssen es die drei Meisterschaftsanwärter doch zumindest versuchen, denn gerade für Denny Hamlin und Jimmie Johnson gilt: Wer siegt, gewinnt den Titel. Möglich macht diese einfache Rechnung die geringe Führung von Hamlin in der Tabelle mit lediglich 15 Punkten vor Johnson. Allerdings sind dabei noch ein paar wenige Ausnahmen der Regel zu beachten, die ein Blick auf das Punktesystem der NASCAR offenbart:

185 Punkte gibt es für einen Sieg und 170 Zähler für den zweiten Platz, dazu kommen noch einmal jeweils 5 Bonuspunkte für eine Führungsrunde, sowie die meisten Führungsrunden in einem Rennen. Weil der Sieger zwangsläufig den letzten Umlauf in Front des Feldes gelegen haben muss, bekommt er also sicher 190 Punkte. Denny Hamlin hat 2010 bereits acht Erfolge auf dem Konto, während Jimmie Johnson nur deren sechs vorweisen kann. Weil bei Punktgleichheit wie allgemein üblich der Fahrer mit den meisten Saisonsiegen Meister wird, sollte Johnson bei einem Sieg verhindern, dass Hamlin eine einzige Runde führt oder einfach gleich selbst die meisten Umläufe in Führung liegen.

Etwas abgelegen hinter dem Favoriten-Duo befindet sich Kevin Harvick mit 46 Punkten Rückstand auf Hamlin, sowie 31 Zähler auf Johnson. Das bedeutet, sobald Harvick mit den meisten Führungsrunden gewinnt, darf Johnson nicht besser als auf Platz 4 ankommen und Hamlin sollte maximal Siebter werden. Führt Harvick nicht die meisten Umläufe an, muss zu den Platzierungen der Konkurrenz noch jeweils ein Rang addiert werden. Das gilt natürlich immer nur, falls Hamlin und Johnson keine einzige Runde anführen, denn dann verschieben sich die Szenarien logischerweise um weitere fünf Punkte. Alles klar soweit? Grundsätzlich gilt: Alles ist möglich, denn die bisher beste Homestead-Statistik der drei Titelkandidaten kann durchschnittlich Kevin Harvick aufweisen!

Ein gemitteltes Ergebnis von 8,4 steht gegen die Platzierungen 10,6 und 12,7 von Hamlin und Johnson. Harvick fuhr in neun Teilnahmen nur zwei Mal nicht in die Top10, in den vergangenen beiden Jahren wurde er Zweiter und Dritter. Für Hamlin stehen ein Sieg im Vorjahresrennen, sowie zwei dritte Plätze 2006 und 2007 in den Büchern. Die anderen beiden Ergebnisse waren mit Rang 13 und 33 eher nicht eines Meisters würdig und wenn Hamlin am Wochenende so ein Ausfall unterläuft, kann er den Titel vergessen.

Johnson ist bekanntlich der konstanteste Chase-Fahrer unter den drei Kandidaten, denn er und sein Team sind in den letzten zehn Rennen einer Saison immer besonders fit und aufmerksam. In neun Homestead-Rennen konnte Johnson mit drei Ausnahmen immer in die Top9 fahren, landete dabei aber meist am oberen Ende der Skala; soll heißen, dass in den letzten fünf Jahren nur ein Top5-Resultat für den vierfachen Meister herausgesprungen ist. Erklären könnte man die Homestead-Schwäche von Jimmie Johnson mit dem Umstand, dass er die letzten vier Jahre stets nur auf Ankommen fahren musste, um seinen Vorsprung in einen Titel umzumünzen. 2010 führt nun stattdessen Hamlin die Wertung an und Johnson muss schon ein Ergebnis ähnlich 2003 (3.) oder 2004 (2.) bringen.

Zum Vergleich liste ich einmal die Playoff-Ergebnisse dieses Jahres von Hamlin, Johnson und Harvick auf:

Hamlin: 2/9/12/8/4 – 1/9/1/12
Johnson: 25/1/2/3/3 – 5/7/9/5
Harvick: 5/15/3/7/8 – 3/2/6/6

Dabei fällt ins Auge, dass alle Piloten ihren „Joker“ schon genutzt haben und mehr als ein Resultat jenseits der Top15 darf man sich für gewöhnlich nicht erlauben. Ebenfalls interessant ist die Stärkeverteilung über die Zeit gesehen, denn während Johnson eher zu Beginn des Chase erfolgreich war, konnten Hamlin und Harvick in der zweiten Hälfte zulegen. Vor allem Denny Hamlin ist in den vergangenen vier Rennen extrem stark unterwegs gewesen und hätte ohne sein Benzinpech in Phoenix durchaus auch schon drei Siege in den Playoffs einfahren können. Der neunte Platz war übrigens Talladega und dafür ist das recht ordentlich.

Außer den drei Chase-Piloten, die bei derart geringen Abständen eigentlich konsequent auf Sieg fahren müssen und der Roush-Fenway-Armada, gibt es noch zwei weitere Fahrer mit größeren Erfolgschancen am Wochenende: Zum einen wäre da Jeff Gordon, der in den bisher elf Ausgaben nur zwei Mal nicht in den Top10 ankam. Die letzten drei Homestead-Rennen beendete Gordon sogar in den Top6. Zum anderen muss man auf Kurt Busch achten, der die blaue #2 vor seinem teaminternen Abschied noch einmal in die Victory-Lane entführen könnte. Seit 2002 brachte er in stetigem Wechsel immer einen Totalausfall und ein Top5-Resultat nacheinander. Wollen wir für ihn hoffen, dass der vierte Platz aus dem Vorjahr ihm kein Unglück bringt.

Für die Top10 habe ich noch Kyle Busch, Tony Stewart, Clint Bowyer, Jeff Burton, Mark Martin, Jamie McMurray, AJ Allmendinger, Kasey Kahne und Martin Truex Jr als potentielle Kandidaten auf der Liste stehen. Busch kam erst im letzten Jahr zu seinem ersten Homestead-Top10, während Stewart die ersten beiden Ausgaben auf dem Intermediate-Oval für sich entschied und danach in den letzten fünf Jahren nur ein Top10-Resultat folgen ließ. Die RCR-Fahrer sind immer für solche Ergebnisse gut und vor allem Bowyer bewies das in zwei der letzten drei Saisonrennen, sowie 2006 und 2008 in Homestead selbst. Burton wurde im letzten Jahr Zweiter, konnte in dieser Saison zuletzt aber nicht mehr so überzeugen.

Außerhalb des Chase lauern Martin und McMurray auf eine letzte Chance, beide konnten in den letzten fünf Jahren mindestens einmal die Top10 erreichen. Dasselbe gilt für Kahne, der sicherlich heiß auf sein erstes Top10-Ergebnis für Red Bull Racing sein dürfte. Konstant gut in Homestead waren bisher auch AJ Allmendinger und Martin Truex Jr: Allmendinger trat bisher zwei Mal auf den Plan und nahm dabei die Plätze 11 und 10 mit nach Hause, Truex kommt in fünf Ausgaben auf vier Top10-Resultate, wobei 2006 sogar ein zweiter Rang möglich war. Noch ein kleiner Ausblick auf Juan Pablo Montoya: In bisher fünf Homestead-Auftritten war maximal Platz 15 zu holen, die anderen Ergebnisse waren Rang 17 und zwei Ausfälle jenseits von Platz 30; einmal in seinem ersten Cup-Rennen überhaupt 2006 und noch dazu im vergangenen Jahr.

Die Meisterschaftsentscheidung beginnt am Sonntagabend zur besten Sendezeit um 19 Uhr und wird sicherlich für einige Dramatik und Spannung sorgen. Ebenfalls eng geht es noch beim Kampf um die Top35 zu, wobei aber ein Ausblick auf das nächste Jahr bereits für etwas Entspannung sorgt: 2011 tritt Richard Petty Motorsports wenn überhaupt nur mit zwei Wagen an und auch bei Penske Racing ist das Auto von Sam Hornish Jr nach dem Abgang von Mobil1 alles andere als sicher. Dazu kommt allerdings ein neuer Entry bei Richard Childress Racing für Paul Menard, der wahrscheinlich ohne feste Qualifikation in die Saison starten muss. Gewinnt Kevin Harvick die Meisterschaft, so könnte man die Owner-Points der #29 zur neuen #27 transferieren und Harvick mit dem Champions-Provisional antreten lassen.

Vielleicht rücken also die #38 von Front Row Motorsports, die #26 von Bill Jenkins/Latitude 43 und die #13 von Germain Racing noch nachträglich in die Top35 auf, wenn keines der ausscheidenden Teams ihre Punkte verkaufen sollte. Auch hier gibt es mehrere potentielle „Merger“, um an Owner-Punkte zu kommen. Das Ford-Team mit der #26 könnte beispielsweise bei RPM andocken oder der Whitney-Dodge mit der #46 die Punkte von Sam Hornishs #77 übernehmen. Die Off-Season wird sicherlich noch einiges an Bewegung bieten und es stellt sich die Frage, ob wir 2011 überhaupt ein volles Starterfeld erleben.

Nach den Statistiken zu Homestead, der Fahrerwertung und den Owner-Points folgen noch die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende. In den anderen beiden nationalen Serien ist die Spannung dagegen größtenteils raus, denn Brad Keselowski und Todd Bodine stehen schon als Meister in Nationwide und Trucks Series fest. Interessant könnte es nur noch bei der Team-Wertung werden, wo die beiden #18s von Kyle Busch bzw. Joe Gibbs Racing noch die Owner-Titel holen können. Ich wünsche allen viel Spaß am Wochenende! Damit melden sich die wöchentlichen Vorschauen zunächst bis zum Budweiser Shootout im Februar 2011 ab, vielen Dank fürs regelmäßige Lesen!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 19.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 20.11.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (TV um 21:00 Uhr)
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 21.11.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

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