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October 05 2013

10:26

ELMS: Rückblick Le Castellet / ALMS: Vorschau Virginia

Die European Le Mans Series hat am vergangenen Wochenende auf dem südfranzösischen Circuit Paul Ricard ihre Relaunch-Saison erfolgreich abgeschlossen. Nach den schwierigen Jahren 2011 (mit nur 2-3 LMP1-Fahrzeugen) und 2012 (ohne LMP1 und fast ohne GTs) hat sich die Runderneuerung durch das Organisationsteam um Patrick Neveu (der auch die WEC managt) als richtig und lohnenswert herausgestellt.

Zwar nahm nach den 24h vMOTORSPORT - 3 HOURS OF HUNGARORING ELMS 2013on Le Mans auch diesmal die Größe des Starterfeldes leicht ab, doch es stießen auch neue hinzu. Insgesamt herrschte auch ein sehr gutes Niveau durch die Klassen hinweg, den Fans wurde toller Rennsport geboten. Einige Teams konnten dabei überraschen, allen voran RAM Racing, Morand Racing und SMP Racing.

In Le Castellet waren es Jota Sport (Sieger in Silverstone), Morand Racing und Murphy Prototypes (beide noch sieglos), die sich um den Sieg stritten und sich dabei teils heftige direkt Zwei- und Dreikämpfe, aber ebenso taktische Fernduelle lieferten. Zunächst ging jedoch für die amtierenden Champions Thiriet by TDS Racing alles schief: ein Rad löste sich, der Wagen rutschte von der Strecke und verlor viel Zeit. Die Titelverteidigung konnte sich das französische Team damit abschminken.

In der ersten Rennhälfte zog derweil Oliver Turvey im Jota-Zytek auf und davon. Während die meisten Teams darauf setzten, den Profi-Piloten später einzuwechseln, versuchte Turvey einen Vorsprung herauszufahren, der für den erfahrenen und schneller Gentleman Driver Simon Dolan ausreichen würde. Die Rechnung ging jedoch nicht auf: vor allem Brendon Hartley für Murphy Prototypes, aber auch Christian Klien für Morand, waren so schnell unterwegs, dass der Jota-Vorsprung stetig schwand. Knapp eine Stunde vor Schluss kam es zum großen Dreikampf zwischen Jota, Murphy und Morand. Über einige Runden wurde spektakulär gekämpft, bis sich schließlich Hartley in Front setzte und dort blieb.

Auch taktische Spielchen wie möglichst weit herausgezögerte Tankstopps halfen der Konkurrenz nicht mehr, Hartley im Murphy-Oreca zu stoppen und so konnte das irische Team endlich den lang verdienten ersten Sieg einfahren. Sechs Sekunden betrug der Vorsprung von Hartley/Hirschi am Ende vor Gachnang/Klien; Turvey/Dolan wurden mit 21 Sekunden Rückstand Dritte, während Ragues/Panciatici auf Rang 4 die Meisterschaft für Signatech Alpine sicherten.

Das Team war in der Saison das konstanteste, wenn auch oft unauffällig unterwegs. Der Sieg in Ungarn war schließlich ausschlaggebend, um Thiriet (zwei Siege, aber zweimal magere Punkte in den letzten beiden Rennen) und Jota (Sieger beim Auftakt, aber punktlos in Imola) auf die Plätze zu verdrängen.

Die GTE-Klasse wurde wie so oft in dieser Saison von Johnny Mowlem und Matt Griffin im RAM-Ferrari dominiert, fast eine ganze Runde nahmen sie dem zweitplatzierten JMW-F458 über die 3h-Distanz ab, ohne auch nur eine einzige Führungsrunde zu verschenken. Damit hat sich das Duo verdient den Fahrer- und den Team-Titel gesichert.

In der GTC konnte das in Imola neu hinzugestoßene Team SMP Racing aus Russland einen Doppelsieg verbuchen, wieder standen Babini/Shaitar/Ladygin ganz oben auf dem Podest. Nach vier Siegen in Folge springt damit für das Trio trotz des verpassten Auftaktrennens klar der Titel heraus. Die mit nur zwei Autos besetzte LMPC wurde von Pons/Ayari gewonnen, der Titel geht jedoch an Gary Hirsch und Paul-Loup Chatin.

Im kommenden Jahr wird die „neue“ ELMS nur vorsichtig weiterentwickelt, was auch richtig ist, um das Niveau zu stabiliseren und das Erreichte zu sichern. So wird Estoril als Saisonabschluss den Hungaroring ersetzen und die Rennen werden 2014 über je vier statt nur drei Stunden gehen, um den Langstrecken-Charakter wieder etwas hervorzuheben.

Verabschieden wird man sich allerdings von den gemeinsamen Wochenenden mit der World Series by Renault. Die ELMS will wieder alleiniger Headliner sein, auch in Erwartung größerer Starterfelder. Hoffentlich wird hier nicht zu hoch gegriffen…

Vorschau: ALMS in Virginia

Noch zwei. Das Gastspiel am Virginia International Raceway ist der vorletzte Auftritt in der Geschichte der ALMS. Überraschenderweise ist die Strecke auch Teil des Kalenders der USCR für 2014 – kaum jemand hatte die größere Clubrennstrecke auf der Viehweide für die Nachfolgeserie auf der Rechnung. Man verzeihe mir die etwas flapsige Beschreibung der Rennstrecke – doch trotz der tollen Streckenführung mit vielen schnellen Kurven und schwierigen Bergauf- und Bergab-Passagen sehe ich die Strecke als grenzwertig für eine Top-Rennserie mit so schnellen Fahrzeugen wie den LMPs an. Im kommenden Jahr werden die LMP2- und Daytona-Prototypen dort auch pausieren, stattdessen sollen Die beiden GT-Klassen sowie die Prototype Challenge-Klasse zwei separate Rennen austragen.

Zurück zur Gegenwart: Der Titel in der LMP1 ist seit Baltimore an Muscle Milk Pickett Racing mit Klaus Graf und Lucas Luhr vergeben, quasi mangels Konkurrenz. In Virginia setzt Dyson allerdings noch einmal zwei Profis ans Steuer, Johnny Mowlem (gerade Champion in  der ELMS-GT geworden, s.o.) und Stammfahrer Guy Smith. Damit könnte der Kampf um den Sieg noch einmal etwas spannender werden: um zwei Zehntel holte sich das Dyson-Duo die Pole. Auch das gewöhnungsbedürftige Delta Wing-Coupe ist wieder am Start.

Noch nicht ganz gegessen ist die Sache in der LMP2: Level 5 liegt in der Teamwertung 22 Punkte vor Extreme Speed Motorsports, in der Fahrerwertung liegt Marino Franchitti (Level 5) allein um 4 Punkte vor Guy Cosmo, der allerdings während der Saison von Extreme Speed zu Level 5 „übergelaufen“ ist. Die Fights zwischen den vier HPDs waren in diesem Jahr oft sehenswert, wenn auch gelegentlich nicht ganz fair.

Der übliche Krimi ist in der GT-Klasse zu erwarten: die Top 4 waren in der Quali nur durch zweieinhalb Zehntel getrennt, darunter die beiden BMWs (Auberlen/Martin starten von Pole), der Beretta/Malucelli-Ferrari und der Müller/Holzer-Porsche. Die Corvettes schwächeln und liegen auf den Klassen-Rängen 8 und 9. Trotzdem hat das RLL-BMW-Team kaum noch eine Chance, sie in der Teamwertung noch einzuholen (44 Punkte noch maximal zu vergeben, 38 Punkte Rückstand), doch in der Fahrerwertung beträgt der Nachteil nur 13 Zähler (Dirk Müller hinter Magnussen/Garcia).

GTC und LMPC sind wie gewohnt auch dabei, hier sind die Tabellenstände enger. Das Renen startet am Samstagabend um 20:15 deutscher Zeit, ab 20 Uhr ist der offizielle Livestream auf alms.com drauf. MotorsTV zeigt das Rennen leider nicht live, sondern erst in einer Zusammenfassung am Sonntag um 19 Uhr.

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June 20 2013

16:00

24 Stunden von Le Mans: Vorschau – Die LMP2

Schon im letzten Jahr war die LMP2-Klasse stark besetzt und bot ein einigermaßen spannendes Rennen. Dieses Jahr platzt die Klasse aus allen Nähten – nur der Vorjahressieger fehlt.

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Quelle: Nissan Europe

Eigentlich ist es nie so wirklich ein gutes Zeichen, wenn der Titelverteidiger nicht mehr antritt. Bei der LMP2 trifft das nicht zu: Peter Barrons Starworks-Team musste seine Pläne ändern, weil Sponsor und Gentleman Driver Enzo Potolicchio „sein eigenes Ding“ machen wollte und nun mit 8 Star Motorsports in der GTE-Am antritt. Doch mit 22 Teilnehmern könnte die LMP2 auch ein eigenständiges Rennen fahren und sich damit durchaus sehen lassen – vor allem, da wie schon 2012 zwei Drittel des Feldes Chancen auf einen Podiumsplatz haben. Die Kostendeckelung funktioniert und so treffen die zahlreichen Teams aus WEC und ELMS aufeinander; aus der ALMS, wo nur wenige LMP2 starten, ist nur Level 5 Racing dabei.

Leider bietet die Klasse nicht ganz die Vielfalt, die wünschenswert wäre: 15 der 22 Wagen haben sich dem tollen Kundensport-Programm von Nissan anvertraut und setzen deren aus der Super GT abgeleitetes V8-Aggregat ein, hinzu kommen sechs Judd-Motoren und leider nur noch ein HPD/Honda, auch wenn dieser sich im Vorjahr als stark erwiesen hat. Möglicherweise liegt das Problem darin, dass das Programm von Beginn an (damals noch als Acura) sehr US-zentriert war und mit Strakka (jetzt LMP1 mit Honda) lediglich ein europäisches Team jemals den LMP2-HPD einsetzte. Bei den Chassis herrscht etwas mehr Abwechslung und so ergeben sich zahlreiche Kombinationen. An der Balance of Performance wurde nicht mehr geschraubt – wie in der zweiten Saisonhälfte des vergangenen Jahres sind die Kunden aller drei Motoren-Marken mit der Ausgangseinstufung unterwegs.

Die LMP2 ist leider die einzige Klasse, in der es noch einen echten Wettbewerb zwischen Reifenherstellern gibt (von dem einsamen JMW-Ferrari auf Dunlops in der GTE-Pro mal abgesehen). Im Gegensatz zu allen anderen Klassen hat hier Dunlop die Oberhand – zumindest zahlmäßig, mit 18 Wagen; nur vier Starter sind auf Michelins unterwegs. Doch zumindest zwei davon sollten in der Lage sein, um den Klassensieg mitzukämpfen – und damit nun zur Team-Vorschau, die ich nach meiner Performance-Einschätzung gliedere, um einen Überblick über die zahlreichen Fahrzeuge zu geben.

Die Favoriten

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Das AF Corse-Partnerteam Pecom Racing (#49) hat im Laufe der Saison 2012 endlich den Durchbruch geschafft, für den es das Potential schon von Beginn an hatte. Der dritte Platz in Le Mans im Vorjahr gegen ein schon starkes LMP2-Feld markierte die Wende. Den ersten Sieg gab es jedoch erst in Bahrain, als erstmals Peugeot-Flüchtling Nicolas Minassian den vorherigen Stammfahrer Soheil Ayari ersetzte. Mit Minassian ist das Team um Finanzier Luis Perez-Companc und Pierre Kaffer noch stärker geworden und dürfte in diesem Jahr als eines von zwei Michelin-bereiften Teams um den Klassensieg mitfahren.

Das zweite Michelin-Team ist Level 5 Racing (#33), für die es schon 2011 zum dritten Rang in der Klasse reichte, 2012 folgte ein DNF. Dieses Jahr ist das Team, das Scott Tucker aus seinen zwielichtigen Kreditgeschäften aufgebaut hat, leider als einziges mit einem HPD (Chassis + Motor) unterwegs, was nach dem Sieg von Starworks gegen die Nissan-Armada im Vorjahr erstaunlich ist. Mit Marino Franchitti und IndyCar-Ass Ryan Briscoe hat sich Tucker zwei sehr starke Co-Piloten gesichert.

Die Dunlop-bereiften Top-Teams sind allerdings von den Fahrern her noch einmal stärker einzuschätzen, allen voran die #24 von OAK Racing mit Olivier Pla, David Heinemeier-Hansson und Alex Brundle. Pla ist einer der schnellste Prototypen-Piloten überhaupt und Programmierer Heinemeier-Hansson hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem der besten Amateure entwickelt. Das auf dem alten Pescarolo 01 basierende OAK-Chassis, immer noch als Morgan gebrandet, war schon immer sehr schnell in Le Mans, allerdings mangelte es zu oft an der Standfestigkeit. Wenn dieses Manko ausgemerzt werden kann, ist die #24 für mich DER Top-Favorit.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Knapp dahinter folgt Jota Sport mit dem #38 Zytek-Nissan. Geschäftsmann und Geldgeber Simon Dolan hat sich in den letzten Jahren ebenfalls zu einem soliden, jedoch gelegentlich übermütigen Herrenfahrer entwickelt (wie sich z.B. im Vorjahr beim ELMS-Lauf in Donington zeigte); seinen langjährigen Partner Simon Dolan hat er verloren, stattdessen bestreitet er die 24 Stunden mit Ex-Audi-Werksfahrer Lucas Luhr und Formel-Youngster Oliver Turvey.

Knapp dahinter…

Nicht ganz so stark wie die #24, aber ebenfalls zu den sehr guten Autos in der Klasse gehört der #35 Morgan-Nissan von OAK Racing. Von Bertrand Baguette, Martin Plowman und Ricardo Gonzalez kann man ein solide Rennen erwarten, das sie aufs Podium bringen könnte.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Thiriet by TDS Racing (#46) wäre eigentlich noch weiter oben in meiner Liste zu finden – jedoch muss das französische Team auf den früheren Stammfahrer Mathias Beche verzichten, der „nebenher“ auch noch in der WEC für Rebellion fährt, was bei Überschneidungen – also in Silverstone und in Le Mans – den Vorrang vor seinem LMP2-Engagement hat. Stattdessen wird Tiefkühlkost-Lieferanten-Sohn Pierre Thiriet von Ludovic Badey und Maxime Martin unterstützt. Bei Badey habe ich so meine Zweifel – der Franzose hat viel Erfahrung, aber wenig Erfolge vorzuweisen, im Vorjahr war er für das schwache Gulf Racing Middle East-Team unterwegs. Maxime Martin jedoch ist einer der aktuell stärksten jungen GT-Piloten, was er am Nürburgring wieder einmal unter Beweis stellte; und auch in einem LMP hat er schon Erfahrung gesammelt: 2011 mit Kronos Racing in der LMP1, 2012 mit OAK in der LMP2, beide Male reichte es zum siebten Klassenrang. Wenn Badey konstant fährt und Thiriet und Martin die meiste Zeit hinterm Steuer sitzen, ist mit diesem Team zu rechnen.

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Quelle: ACO

Die beiden Oreca-Nissan #25 (Delta-ADR) und #26 (G-Drive Racing) sind zwar unter unterschiedlichen Namen genannt, jedoch handelt es sich hier prinzipiell um das Delta-ADR-Team, das sich im Debutjahr 2012 nur Starworks geschlagen geben musste; neu dabei ist Roman Rusinov aus Russland mit G-Driver-Geld. Rusinov unterstützte im Vorjahr das Signatech-Nissan-Team und ist ein guter Gentleman Driver. Mit den beiden Monoposto-Piloten Mike Conway und John Martin bildet er ein noch stärkeres Trio als Graves/Nakano/Hamilton im Schwesterauto es sind. Schwer einzuschätzen ist hier der junge Brite Archie Hamilton, dessen Großvater vor 60 Jahren die 24h von Le Mans gewann.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Auch Signatech ist weiterhin dabei, zwar noch mit Nissan-Motor, aber nicht mehr mit Nissan-Sponsorship. Stattdessen tat sich das Team von Philippe Sinault mit der Renault-Sportmarke Alpine zusammen, die wieder mehr im Motorsport tätig werden möchten. Zwar ist das Chassis als Alpine A450 genannt, doch es handelt sich um einen der vielen Oreca 03. Für Signatech Alpine am Steuer sitzen Nelson Panciatici, Pierre Ragues und Tristan Gommendy. Auch wenn 2012 und bisher 2013 wenig rund lief für Signatech, sollte man das Team im Auge behalten.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Greaves Motorsport, das LMP2-Siegerteam von 2011, ist auch wieder mit zwei Zytek-Nissan dabei. In der #42 sitzen die Nissan GT Academy-Gewinner Jann Mardenborough und Lucas Ordonez, wobei der erstgenannte schwer einzuschätzen ist: Im Vorjahr holte er beinahe den Titel in der British GT, warf dann aber im letzten Rennen den Wagen weg. Beide werden unterstützt vom starken Michael Krumm. Die #41 startet nicht im Greaves-üblichen Weiß-Rot, sondern in den grellen Farben von Caterham, die in Zukunft auch verstärkt in die LMP2 einsteigen wollen. Die Besetzung dieses Wagens ist mit Tom Kimber-Smith, Eric Lux und US-Youngster Alexander Rossi durchmischt, könnte aber für ein Top-Ergebnis gut sein, wenn Rossi nicht übermütig wird.

Murphy Prototypes um den irischen Industriellen Greg Murphy ist eines der sympathischsten Teams auf dem Grid, allerdings oft vom Pech verfolgt. So schied der Oreca-Nissan (an dem das Team festhält) 2012 in Führung liegend in der Nacht mit einem Defekt aus. Der flotte Kiwi Brendon Hartley ist dabei geblieben; leider hat man aber Jody Firth und Warren Hughes verloren, stattdessen stoßen der 61jährige US-Amerikaner Mark Patterson (bekannt aus dem GT3-Team United Autosport) und Karun Chandhok dazu, der in der F1 vermutlich unter Wert geschlagen wurde, aber sich in den Sportwagen nach einem schwierigen Jahr mit JRM auch noch beweisen muss. Hier könnte eine der Tücken liegen: Allen drei Fahrern sind Fehler zuzutrauen; wenn sie diese nicht machen, ist viel möglich.

Geheimtipps fürs Podium

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Zwei „Dark Horses“, die überraschen könnten, und beide kommen aus der Schweiz. Race Performance mit dem einzigen Oreca, der keinen Nissan, sondern einen Judd-Motor im Heck hat, ist ein Team, das immer unter dem Radar fliegt, um dann beim Fallen der Zielflagge in der Top-5-Region aufzutauchen. Mit Jeroen Bleekemolen hat das Team einen starken Gaststarter anheuern können, Patrick Niederhauser ist dagegen ein Kollege jüngeren Baujahrs und Stammpilot ist Michel Frey.

JOURNEE TEST - 24 heures du mans 2013

Quelle: ACO

Neu dabei ist das ELMS-Team Morand Racing mit einem Morgan Judd. Die Besatzung mit Natacha Gachnang, Franck Mailleux und Olivier Lombard ist flott und sehr ausgeglichen. Knackpunkt ist bei neuen Teams aber stets, ob sie die Technik in den Griff bekommen. Gelingt ihnen das, können sie überraschen.

Das „echte“ Mittelfeld

Da so viele Wagen Chancen auf den Sieg oder wenigstens auf einen Podiumsplatz haben, ist das tatsächliche Mittelfeld – also solche Teams, die gut sind, aber keine Chance auf die Spitze haben – sehr klein.

HVM Status Grand Prix (#30) wollte eigentlich die WEC bestreiten, ist aufgrund von Geldmangel aber bisher nur beim ELMS-Lauf in Imola angetreten. Dort lief es auch nicht besonders. Besonders beeindrucken konnte die Kombination aus Lola-Coupé und Judd-Motor auch im Vorjahr nicht. Mit Johnny Mowlem und Jonathan Hirschi hat man sich die beiden Le-Mans-erfahrenen Ex-Lotus-Entwicklungsfahrer schnappen können, unterstützt vom Kanadier Tony Burgess, der lange in der ALMS unterwegs war.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Im dritten Auto von OAK Racing (#45) sitzt Teambesitzer Jacques Nicolet, unterstützt durch Jean-Marc Merlin, der sich bisher hauptsächlich im historischen Motorsport bewegte, und Philippe Mondolot, dem mehrfachen Meister der französischen VdeV-Serie. Ein klassisches Gentlemen-Driver-Lineup, das im flotten Morgan-Nissan sauber durchs Rennen kommen könnte, aber keine Chancen auf einen Top-Platz hat. Dieser Morgan-Nissan ist eines der diesjährigen Art Car, die Hommage an 90 Jahre Le Mans vom Künstler Fernando Costa sieht jedoch reichlich wild aus.

Die chinesischen Neueinsteiger von KCMG sind das vierte Michelin-Team und setzen einen Morgan-Nissan ein, außerdem bekommen sie technische Unterstützung von Oak, die das Morgan-Chassis entwickelt haben. Eigentlich lieferte das Team beim bisher einzigen Rennen in Silverstone eine recht gute Performance ab, aber über 24 Stunden rechne ich eher mit einer unauffälligen Fahrt im Mittelfeld. Die Fahrer sind Alexandre Imperatori, Ho-Pin Tung und Matthew Howson.

Ohne Chance…

Quelle: ACO

Quelle: ACO

…dürften leider in diesem Jahr noch die beiden Lotus T128 sein. Zwar sind beide gut besetzt – die #31 mit Weeda/Rossiter/Bouchut, aber leider ohne den bisher starken Vitantonio Liuzzi, und die #32 mit Holzer/Kraihamer/Charouz, doch der Wagen ist einfach noch zu neu, um mit den seit Jahren erprobten Modellen mithalten zu können. Der Wagen wirkt etwas klobiger, weil seine Cockpit-Maße schon dem LMP1-Reglement für 2014 entsprechen, denn der T128 soll zukünftig auch in der Top-Klasse eingesetzt werden. Für den Mut ist das Kolles/Kodewa-Team zu beglückwünschen, der neue Wagen sieht auch nicht schlecht aus; hoffentlich übernehmen sie sich nicht und gehen einen Schritt nach dem anderen. Update: Zumindest finanziell scheint man sich übernommen zu haben, denn am Mittwochabend wurden Teile der Wagen mit der Verfügung eines französischen Gerichts aufgrund ausgebliebener Zahlungen konfisziert. Ausgang unklar…

Boutsen Ginion Racing konnte leider nie an das starke Debütjahr 2011 anknüpfen, als sie mit Kraihamer/de Crem um Siege mitfuhren, auch wenn die Technik ihnen den Erfolg damals verwehrte. Dennoch ist das Team um den Ex-F1-Piloten Thierry Boutsen dem Oreca-Nissan treu geblieben. Als Fahrer sind die beiden Formula-Le-Mans- bzw. LMP-Challenge-Piloten Thomas Dragoneau und Matt Downs am Start, hinzu kommt der unbekannte und zweifelhafte Rodin Younessi. Viel dürfte so nicht zu holen sein.

Quelle: ACO

Quelle: ACO

Das gilt auch für das luxemburgische Team DKR Engineering. Olivier Porta hat 2004 schon einmal ein LMP2-Podium in Le Mans geholt; mit seinen Herrenfahrer-Kollegen Raffin und Brandela ist er im einzigen offenen Lola unterwegs, der seit Einführung der Kostenbegrenzung in der LMP2 Rennen bestritten hat, aber schnell von Pecom entsorgt und ersetzt wurde. Viel ist mit diesem Wagen und dieser Besetzung nicht zu holen, wie sich auch am Testtag zeigte.

Bleibt zu guter Letzt Gulf Racing Middle East (ohne Gulf-Logos auf dem Wagen), von denen genausowenig zu erwarten ist wie im Vorjahr: Fabien Giroix, Keiko Ihara und Philippe Haezebrouck sind allesamt als Silber-Piloten klassifiziert, sind diesem Status jedoch bisher nicht wirklich gerecht geworden. Bleiben sie auf der Straße und hält der Wagen, ist – optimistisch betrachtet – ein Mittelfeld-Platz drin, mehr nicht.

Bereits am Montag gab es hier im Blog die Vorschau auf die Top-Klasse, die LMP1. Am Mittwoch folgte der Blick auf die GTE-Klassen. Wer sich für die Geschichte der 24h von Le Mans sowie des Circuit de la Sarthe interessiert, kann diese hier nachlesen.

Alle wichtigen und praktischen Informationen zum Rennen, wie TV-Zeiten und Spotter Guide, sind außerdem in unserem Forum zusammengestellt. Dort gibt es – wie im Vorjahr – auch wieder ein Tippspiel zum 24 Stunden-Rennen (Teilnahmeschluss ist Samstag um 15 Uhr).

 

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September 03 2012

14:28

ALMS: Bericht Baltimore 2012 & Ende der ALMS?

Ein ungewöhnliches Rennen der ALMS sahen die Zuschauer in Baltimore. Mittlerweile verdichten sich auch Gerüchte, dass die ALMS bald Geschichte ist.

Wie schon in der Vorschau befürchtet, war Baltimore keine gute Strecke für die Prototypen. Zu eng, zu wellig, zu eckig. Vor allem die LMP1 tat sich schwer und zu dem waren Muscle Milk und beide Dyson Wagen von Problemen gebeutelt, die sie weit zurückfallen ließen. Und so kam es dann zu dem seltenen Ergebnis, dass ein LMP2 Wagen den Sieg einfahren konnte. Das auch diese Klasse nicht von Schwierigkeiten verschont blieb zeigt der dritte Platz auf dem Podium, der von einem LMPC-Team erreicht werden konnte. Immerhin: Das Rennen war recht spannend und in der GT-Klasse ging es ordentlich zur Sache.

Das Rennen hatte eigentlich wie immer angefangen: Das Muscle Milk Team ging in Führung und baute diese auch rasch aus. Dahinter platzierte sich Chris Dyson, der allerdings unter massiven Druck vom LMP2 Wagen des Conquest-Teams stand. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie der Morgan-Nissan den Dyson-Lola vor sich herschob. Ähnliche Bilder sah man teilweise zwischen GT und LMPC Wagen, die auf dem Kurs in Baltimore kaum von der Stelle kamen. Doch der Tag für Conquest verlief unglücklich. Erst handelte man sich eine 60 Sekunden Stopp & Go ein, weil David Heinemeier-Hanson sich etwas ruppig am Dyson-Lola vorbei geschoben hatte, später forderte der wellige Kurs seinen Tribut in Form einer gebrochenen Aufhängung. Über die Strafe gegen Conquest wurde viel diskutiert, denn eigentlich war der LMP2 Wagen klar schneller und Eingangs Turn 1 auch schon deutlich neben dem Dyson. Dennoch sah die Rennleitung ein Vergehen, obwohl die Berührung keinerlei Schäden an beiden Wagen verursachte. Damit war dann zumindest der Weg für beide Level 5 Wagen an der Spitze der LMP2 frei.

Doch es sollte noch besser für Scott Tucker laufen. Erst verabschiedete sich vorne der Muscle Milk Wagen mit einem Getriebeproblem, dass den HPD etliche Runden an der Box aufhielt. Dann verabschiedeten sich auch noch beide Dyson mit Problemen von der Spitze. Zwar konnten alle LMP1 das Rennen beenden, aber die Platzierung sagt schon alles. Chris Dyson landete auf P23, Muscle Milk einen Rang dahinter. Der zweite Dyson mit Eric Lux und Michael Marsal erreichte immerhin P13. So konnte Level 5 nach dem ALMS Klassensieg in Sebring den zweiten Gesamtsieg einfahren. Das es ein Doppelsieg wurde, erfreute die Mannschaft um so mehr.

Die GT-Klasse war wie erwartet hart umkämpft, am Ende konnte sich der Falken Porsche mit Wolf Henzler und Bryan Sellers vor der Corvette mit Gavin/Millner durchsetzen. Auf P3 kam der Ferrari von Extrem Sport mit Scott Sharp und Johannes van Overbeek ins Ziel. Das die Porsche auf Grund ihrer Gewichtsverteilung in Baltimore einen Vorteil haben würde, war vor dem Rennen klar, man hatte jedoch allgemein auf das Flying Lizard Team mit Bergmeister/Long gesetzt. Die kamen innerhalb der Zwei-Stunden-Distanz nie so recht an die Spitzengruppe ran. Der Falken Porsche dominierte das Rennen die meiste Zeit, auch wenn die Corvette in Schlagdistanz blieben. Oliver Gavin berichtete nach dem Rennen, dass man vor allem in Sachen Traktion nicht mithalten konnte. Abgeschlagen blieben die BMW, die auf der Strecke nicht zurechtkamen.

ALMS vs. GrandAm

Das Rennen war angesichts der kursierende Gerüchte fast nur eine Nebensache. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass die ALMS und GrandAm kurz vor einem Zusammenschluss stehen. Mehr noch: Gerüchte besagen, dass Don Panoz, dem die ALMS gehört, die gesamte Serie, inkl. aller Verträge mit den Strecken usw. an die GrandAm verkauft haben soll. Startschuss für die neue, gemeinsame Serie soll 2014 sein.

Es gibt seit Jahren Gerüchte, dass ALMS und GrandAm gemeinsame Sachen machen wollen. Der Prototypen-Sport hat in den USA wenig Freunde, der ALMS ist es nie richtig gelungen die LMP1 in den USA zu verankern. Seit dem Rückzug von Audi darbt die Serie in der obersten Klasse mehr oder weniger vor sich hin. Die Grundidee, eine vom ACO sanktionierte und mit den ACO-Regeln ausgestattete Serie in den USA zu etablieren, damit mehr US-Teams und Hersteller sich auch in Le Mans engagieren, ist nie richtig aufgegangen. Das lag zum einen an den Kosten, zum anderen an der Dominanz von Audi in den frühen Jahren. Panoz musste in den letzten Jahren die Regeln des ACO immer mehr aufweichen, damit überhaupt noch Starter in der LMP1 anwesend waren. Was wiederum den ACO verärgerte und für weitere Probleme sorgte.

Erstaunlich ist es allerdings, dass die LMP2 in den USA nicht richtig Fuss fassen konnte. Analog zur ELMS hätten eigentlich genügend Teams das Geld für die Klasse, die dank der Kostenbegrenzung auch kaum teurer ist, als die GT-Klasse. Doch Teams wie Starworks, die in Le Mans und in der ELMS einen LMP2 einsetzen, fahren lieber in der GrandAm. Dabei scheint die ALMS mit einer starken LMP2 Klasse durchaus überlebensfähig, die P1-Prototypen braucht man nicht wirklich.

Zum Jahr 2014 gibt es ein neues Regelement des ACO in allen Klassen, das wird der ALMS den Todesstoß versetzt haben. Schon jetzt mangelt es in der P1 an Mitstreitern, es ist nicht mal klar, was 2013 mit der Klasse passieren wird. Durch die Pleite von Lola gehen Dyson die Ersatzteile aus. Er wird 2013 wohl kaum noch auf das Lola-Chassis setzen können, dass zusammen mit dem Mazda-Motor dem HPD-Honda auch klar unterlegen ist. Nach unseren Informationen ist es aber so, dass die ALMS für 2013 noch einen Vertrag mit dem ACO und eine weitere Saison fahren könnte.

Der GrandAm geht es eigentlich auch nicht besser. Das Starterfeld in der DP-Klasse ist aber deutlich größer, die GT-300 Klasse meist gut gefüllt. Zuschauer sind aber eher Mangelware, die Übertragungen laufen, wenn es sie live gibt, auf Speed, deren Reichweite auch begrenzt ist. Aber hinter der GrandAm steht die NASCAR, die die Serie vor ein paar Jahren gekauft haben. Da ist also genug Geld vorhanden.

Die Frage ist nun, wie es weiter geht. Am Mittwoch wird es eine Pressekonferenz geben, auf der der Merger und die weitere Vorgehensweise bekanntgegeben werden soll. Die Vermutung ist, dass die LMP-Klassen verschwinden, was die Teams dann machen, ist unklar, zu mal Dempsey Racing gerade aufsteigen wollte. Völlig unklar ist, wie man mit den GT-Klassen umgehen möchte. Die Reglements von GrandAm und ALMS sind grundverschieden, eine Anpassung ist so leicht nicht. Entweder müsste man eine BoP einrichten, oder eigene Klassen.

Auch was mit den Events passiert ist nicht klar. Die 12 Stunden von Sebring bilden das größte Fragezeichen, weil sie in diesem Jahr auch zur WEC gehörten. WEC vs. GrandAm? Schwer vorstellbar. Auch das Petit Le Mans in Gefahr, allein schon aus Namensrechtlichen Gründen. Wenn der ACO seine Sanktionierung stoppt, dürfte auch der Name des Rennens wegfallen.

Was auch immer passieren wird: Wir halten Euch natürlich hier auf dem laufenden.

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August 27 2012

14:08

WEC: Analyse Silverstone 2012

Audi gewinnt zwar in Silverstone, aber das Ergebnis sah knapper aus, als man erwartet hatte. Aber hat Audi alle Karten auf den Tisch gelegt?

© FIA WEC

Audi gewinnt, Toyota kann sich mit einem Wagen zwischen die beiden R18 schieben und das Rennen war bis in die letzte Stunde richtig spannend. Eigentlich können alle zufrieden sein. Die Hersteller, die Piloten und die Zuschauer, die ein gutes und abwechslungsreiches Rennen gesehen haben. Doch ein paar offene Fragen bleiben am Ende doch. Warum hat Toyota einen derartig hohen Verbrauch? Und haben die Audi eine sehr konservative Strategie eingeschlagen, ohne den R18 wirklich auszuquetschen? Auch in der LMP2 ging es spannend zu, wenn auch nicht so, wie man erwartet hatte.

Audi vs Toyota

Vom Start weg übernahm der Audi mit Tréluyer, Fässler und Lotterer das Kommando an der Spitze. Alex Wurz schob sich nach der ersten Kurve von auf den zweiten Platz und sprengte die Audi-Phalanx. Doch in den ersten Runden konnten sich die Le Mans Sieger leicht von Wurz absetzen. Der Vorsprung betrug teilweise mehr als sechs Sekunden, doch gegen der Verkehr sorgte dafür, dass Wurz schnell wieder im Heck des R18 klebte. Es gelang ihm sogar die Führung zu übernehmen und sich leicht vom e-tron abzusetzen. Der R18 Ultra konnte den Speed der beiden Führenden derweil nicht mitgehen. Die Vermutung lag schon in diesem Moment nahe, dass der Ultra, der mit Kristensen und McNish besetzt war, eine andere Stratege einschlagen würde.

Ab Runde 25 hatte man die ersten Boxenstopps erwartet und hier sollte sich dann das weitere Rennen entscheiden. Doch zur Überraschung aller kam Alex Wurz schon Ende Runde 22 an die Box und musste sich neuen Sprit holen. Die Audi blieben im ersten Stint 5, bzw 6 Runden (Ultra) länger draussen. Dazu kam, dass die Standzeit des Toyota ca. 5 bis 7 Sekunden länger war, als bei beiden R18. Vielleicht wollte Toyota ja auch Nummer Sicher gehen, erster Check in einem bislang extrem schnellen Rennen. Doch als die zweiten Stopps anstanden wiederholte sich das Spiel. Der Toyota kam pünktlich wie die japanische Eisenbahn nach 44 Runden an die Box, die erst um Runde 53 und später. Und so zog sich das dann auch über das gesamte Rennen. 23 Runden für den Toyota, 26 Runden für den e-tron, 27 Runden für den Ultra. Man konnte sich ausrechnen, dass am Ende ein Stopp mehr für die Toyota auf dem Papier stehen würden. Tatsächlich waren es sogar zwei. Bei den sieben Stopps der #1 ist eine Stopp & Go dabei.

Spätestens nach dem zweiten Stopp wusste Audi also, wie Sache laufen würde, man konnte sich auf eine schnelle Pace einlassen, musste aber nicht all zu sehr drücken. Auffällig ist dabei, dass die #1 ihre schnellste Runde (1.44.5min) schon in Runde 2 drehte, also mit vollen Tanks. Im späteren Verlauf des Rennens drehte nur der Ultra auf (1.44.6 min), als dieser wegen eines platten Reifen einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegen musste. Der Toyota fuhr seine schnellste Runde (1.44.0 min) in Runde 139, eine Runde vor Ende des Stints.

Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass Audi nicht volles Risiko gegangen ist, sonst wären die Zeiten deutlich unter 1.44 gelandet. Allerdings stellt sich die Frage, was dann mit dem Verbrauch und dem Reifenverschleiss gewesen wäre. Wie schon in Le Mans konnte man beobachten, dass der e-tron zwar zu Beginn eines Stints den Vorsprung halten, bzw. ausbauen konnte, ihn gegen Ende des Stints aber verlor. Je leichter der Toyota wurde, desto schneller wurde er auch, gleichzeitig schien beim Audi der Speed wegzugehen. Doch der Eindruck täuscht ein wenig.

Die Stintzeiten des e-tron sahen meist so aus (Runde 28 bis Runde 54)

46.6, 47.5, 46.3, 48.5, 46.4, 50.4, 47.7, 47.2, 47.8, 46.7, 46.3, 46.3, 47.0, 47.9, 46.8, 50.2, 47.9, 47.1, 48.2, 47.2, 48.6, 48.7, 46.7, 47.9, 48.2

Toyota (Runde 24 bis 22)

47.9, 47.4, 45.3, 44.8, 47.1, 47.2, 46.8, 46.4, 47.6, 48.6, 45.4, 46.1, 46.4, 46.0, 47.4, 45.2, 46.7, 46.5, 47.1, 47.0, 46.4

Einige Schwankungen sind dem Überrundungsverkehr geschuldet, aber es wird deutlich, wie das Rennen lief. Toyota holte konstant Zeit auf, aber viel zu wenig, um sich den Vorsprung heraus fahren zu können, den man gebraucht hätte. Zu dem verteilten sich Glück und Pech gleichermaßen. Der e-tron bekam eine Durchfahrtsstrafe, weil einen Ferrari abgeschossen hatte, Toyota hatte während der zweiten SC-Phase Pech, dass man hinter dem zweiten Safety-Car hing und nicht hinter dem Führenden. So verlor man ein paar Sekunden, wäre es anders gelaufen, hätte man fast 40 Sekunden gut gemacht. Aber selbst das hätte das Ergebnis des Rennens nicht verändert. Toytoa war schnell, aber Standzeiten und Effizienz vernichteten alle Siegchancen. Dass man am Ende auf P2 landen konnte, war auch noch Glück. Der Ultra hatte sich nach seinem zweiten Stopp einen platten Reifen hinten rechts eingefangen und musste noch mal rein. Beim Stopp verlor man ca. 30 Sekunden man lag am Ende aber nur 18 Sekunden hinter dem Toyota, dem wiederum 55 Sekunden auf den e-tron fehlten.

Dennoch: Man darf nicht vergessen, dass das erst das zweite Rennen des Toyota TS030 war und Toyota sowieso dieses Jahr eigentlich gar nicht voll mitfahren wollte. Dazu fehlte der zweite Wagen, mit dem man eventuell die Strategie hätte aufteilen können. Bei den beiden Asien Rennen in Fuji und Shanghai werden wohl zwei Toyota an den Start gehen. Gerade in Fuji könnte das Rennen dann deutlich anders aussehen. Toyota muss dringend am Verbrauch des Wagens arbeiten, aber es ist leichter, einen schnellen Wagen effizient zu machen. Tatsache ist, dass man an Audi dran ist.

Sonstige LMP1

Auch das Rennen hinter den beiden Top Teams gestaltete sich extrem spannend. Die beiden Rebellion Lola übernahmen zunächst die Spitze. Der Strakka HPD blieb aber auf Tuchfühlung, nur der JRM HPD hatte mal wieder Pech. In der ersten Runde kam man sich mit dem Greaves LMP2 der Brundle Familie ins Gehege und fiel gleich 40 Sekunden zurück. Aber alle Fahrzeuge blieben während des Rennens innerhalb von einer Runde. Der nominell stärkste Rebellion mit der #12 und der Besetzung Jani/Prost konnte sich auf Platz 4 behaupten, bekam aber später eine Stopp and Go, weil man mit einem Krohn Ferrari kollidiert war. Den Unfall kann man auch genau anders herum sehen, aber seis drum. Damit ging das Schwesterauto in Führung, das mit Belicchi/Primat besetzt war. Im letzten Stint holte Danny Watts im Strakka dann plötzlich mächtig auf und radierte einen Rückstand von 16 Sekunden aus. In der letzten Runde lag Watts hinter dem Rebellion, konnte aber keinen Überholvorgang mehr setzen. Am Ende trennten Watts ganze 0,6 Sekunden vom Rebellion. Dahinter lag der zweite Rebellion vor dem JRM.

LMP2

In der Quali lagen 10 LMP2 innerhalb von einer Sekunde und es versprach ein spannendes Rennen zu werden. Tatsächlich wechselte die Führung sehr häufig. Das favorisierte OAK Morgan-Nissan Team mit der #35 und der Besetzung Kraihammer, Heinermeier-Hanson und Baguette fiel jedoch früh mit Problemem am Anlaser zurück. Auch der zweite OAK mit Nicolet, Lahaye und Pla hatte Pech. Man war gerade an der Box, als die zweite SC-Phase fiel und musste dann an der roten Ampel warten, bis das halbe Feld vorbei gezogen war.

Probleme hatte auch das Team von Murphy Motorsport. Erst platzte ein Reifen, dann gab es Probleme mit dem Motor, was das Team weit zurück warf. Bei Greaves sah es mit dem Glück nicht besser aus. Der Brundle Wagen fiel wegen einer Kollision schon in der ersten Runde weit zurück, später ereilte die Mannschaft eine Stopp and Go.

Wie erwartet, war das Starworks Team mit Dalziel, Sarratin und Potolicchio extrem stark unterwegs. Die Mannschaft lag eine gute zeitlang in Führung, wurde aber ebenfalls von der SC-Phase auf dem falschen Fuss erwischt. Man musste sich erneut durch das halbe Feld kämpfen. Im Verlauf des Rennens kristallisierte sich dann etwas überraschend das ADR-Delta Team auf einem Oreca-Nissan als stärktes Team heraus. Die Besetzung Martin, Charout und Graves hielt sich zu dem aus allen Scharmützeln heraus und konnte vor allem im letzten Stint, als der Starworks Wagen auf P2 lag und Druck machte, das Tempo mitgehen. Am Ende gewann man mit 5 Sekunden Vorsprung. Auf Platz 3 landete der zweite Signatech-Nissan mit Panciatici, Ragues und Rusinov, die während des Rennens einen starken Eindruck hinterliessen. Jota und Pecom waren nicht ganz so stark wie erwartet.

GTE-Pro

Die Pro-Kategorie sah in den ersten Runden einen sehr heftigen Zweikampf zwischen dem AF Corse (Fisichella/Bruni) und dem Felbermayr Porsche (Lieb/Lietz). Doch auch hier war schon nach dem ersten Stint die Musik raus. Der RSR konnte zwar das Tempo des Ferrari F458 mithalten und sich an die Spitze setzen, doch dann kamen die Boxenstopps. Der Porsche musste in Runde 29 an die Box, der Ferrari kam erst ganze 5 Runden später. Das ist, bei ähnlichen Konzepten in der Serie, schon ziemlich erstaunlich. Der Porsche ist zwar so schnell wie der F458, beim Verbrauch sieht die Sache aber deutlich anders aus. Was Porsche nicht gefallen wird. Die Spannung war dann vollends raus, als der RSR einen Schaden an der Hinterradaufhängung hatte und rundenlang in der Box stand. Damit war der Sieg des AF-Corse zemtiert. Etwas überraschend konnte sich der JMW-Ferrari auf P2 festsetzen.

Der Aston Martin war nicht ganz so stark, wie man das erwarten konnte, zu dem musste auch deutlich früher an die Box, als die Ferrari. Stefan Mücke prügelte den Wagen im letzten Stint aber um den Kurs und nahm dann den zweiten AF Corse mit Bertolini/Beretta auf P3 ins Visier. In der letzten Kurve der letzten Runde gingen beide nebeneinander in die Bremszone. Leider konnte man nicht genau sehen, was dann passierte, aber plötzlich steckte der Ferrari im Kies. Ob es eine Berührung gab, oder Bertolini den Wagen selber weg geworfen hat, wurde nicht klar. Einen Protest gab es jedenfalls nicht. Bitter für Bertolini: Auch beim 6 Stunden Rennen muss man über die Ziellinie fahren. Da man ca. 100 Meter vor der Linie im Kies steckte wurde man als “nicht gewertet” klassifiziert.

GTE-Am

Wegen der vielen Ereignisse in den anderen Klassen habe ich die Am-Kategorie nur so halb verfolgt. Bilder gab es auch kaum zu sehen. Um die Spitze stritten sich die meiste Zeit der Felbermayr Porsche und der AF-Corse-Waltrip Wagen. Wie in der Pro-Klasse konnte sich der Ferrari wegen der längeren Stints am Ende durchsetzen. Auf Platz 3 landere der Krohn Ferrari.

Es stehen noch vier Rennen der WEC auf dem Programm, als nächstes folgen die 6 Stunden von Sao Paulo am 15. September. Die vorläufige Entry-List nennt 30 Autos, was etwas weniger als in Silverstone ist. Da scheuen einige britische LMP2 Teams die weite Reise, was verständlich ist. Das Duell Audi vs. Toyota wird auf dem engen Kurs in Sao Paulo vermutlich nicht ganz so dramatisch ausfallen, wie in England. Die Piste ist Sachen Verbrauch keine gute Angelegenheit für die Japaner.

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August 23 2012

13:29

WEC: Vorschau Silverstone 2012

Nach zwei Monaten Pause meldet sich die WEC zurück. Das Rennen in Silverstone dürfte sehr interessante Kämpfe in den beiden Prototypenklassen bieten.

Das Hauptinteresse dürfte beim 6-Stunden-Rennen in Silverstone auf dem Kampf zwischen Toyota und Audi liegen. In Le Mans zeigten die Japaner, dass sie, je nach Reifenwahl, durchaus in der Lage sind, die Audi unter Druck zu setzen. In den vergangenen zwei Monaten hat man den Hybrid-Benziner weiter entwickelt und die versucht, die in Le Mans gefundenen Schwachpunkte zu eliminieren. Wenn man dem Twitteraccout von Alex Wurz folgt, konnte man schon lesen, dass Toyota vor allem in Sachen Hybrid-Antriebsstrang und Aerodynamik gearbeitet hat. Natürlich wird Toyota nicht mit einer neuen Aerodynamik in Silverstone aufwarten, aber Änderungen soll es schon geben. Die dürften auch nötig sein, denn Audi hatte bisher die Nase vorn.

LMP1

Der R18 war zwar auf der Geraden in Le Mans einen Tick langsamer als die Toyota, holte die Zeit aber vor allem in den Porsche-Kurven. Jenes lange Geschlängel, dass der berühmt-berüchtigen Passage Maggotts, Becketts, Chapel ja sehr ähnlich ist. Dazu kommt noch Stowe und die Kombination Brooklands/Luffield, die dem R18 liegen sollte. Natürlich war Audi in der Zwischenzeit auch nicht untätig und hat vor allem am e-tron R18 geschraubt. Wie üblich bekommt man aber nur tiefstes Schweigen zu hören, wenn man nach Änderungen fragt.

Bei Audi werden die Le Mans Sieger André Lotterer, Benoit Tréluyer, Marcel Fässler den e-tron steuern, während Kristensen und McNish sich das Cockpit im Ultra teilen. Dindo Capello hat sich ja aus dem Prototypen-Sport zurückgezogen, einen dritten Fahrer hat Audi für den Wagen nicht benannt. Toyota rückt mit nur einem Wagen an, der von Alexander Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima pilotiert wird. Der Einsatz nur eines Wagens schmälert die Chancen natürlich, zumal dem Auto immer noch Testkilometer fehlen und kleinere Schäden schnell mal auftreten können. Aber immerhin hat man in Le Mans die nun in Silverstone anstehende 6-Stunden Distanz fehlerfrei durch gehalten. Spannend wird es also in jedem Fall, auch die Vorteile klar bei Audi liegen.

Hinter den drei Favoriten wird vor allem das Rebellion-Team auf Fehler hoffen. Das Lola B12 mit dem Toyotamotor machte in Le Mans einen bärenstarken Eindruck, auch (oder vielleicht gerade weil) das Team die Entwicklung mittlerweile selber voran treibt und eigene Kohlefaserteile für das Lola-Chassis fertigt. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen. In Wagen mit der #12 sitzen Nicolas Prost und Neel Jani, in der #13 Andrea Belicchi und Harold Primat. Nick Heidfeld ist nicht im Einsatz, der Vertrag sah nur einen Einsatz in Le Mans vor. Er meinte mir gegenüber neulich bei einem Treffen am Rande der GT-Academy, dass er durchaus Interesse habe, 2013 Vollzeit in der WEC anzutreten. Wenn denn das Team stimmt.

Leicht wird es Rebellion aber nicht haben, denn gleich zwei der schnellen HPD starten an diesem Wochenende. Strakka setzt auf die Kombination Nick Leventis, Danny Watts und Jonny Kane, JRM, die in Le Mans vom Pech gebeutelt waren, schickt David Brabham, Peter Dumbreck und Karun Chandhok ins Rennen. Dem HPD liegt Silverstone, die Rebellion Mannschaft wird sich strecken müssen. Es wird sich also lohnen, auch mal einen Blick hinter die Audi und Toyota zu werfen, immerhin geht es um einen möglichen dritten Platz, wenn einer der Favoriten schwächelt.

LMP2

Spaß dürfte auch die LMP2 bereiten, die sich in diesem Jahr als “die” Klasse des Prototypen-Sports entwickelt hat. Gute Teams, hervorragende Fahrer und Abstände, wie man sie sonst nur aus den GT-Klassen kennt. Hier einen Sieger vorher zusagen ist eher schwer und da die Klasse mit 15 Startern recht voll ist, konzentriere ich mich mal auf diejenigen, die ich als Favoriten im Blick habe.

Als erstes wären da die beiden OAK Morgan-Nissan zu vermelden, die in allen bisherigen Rennen der europäischen Serie sehr, sehr schnell waren. In der #24 sitzen Jacques Nicolet, Matthieu Lahaye und Olivier Pla, der schnellere Wagen scheint mir aber die #35 zu sein, wo Bertrand Baguette, David Heinemeier Hansson und Dominik Kraihamer auf einen Sieg aus sind. Im Status GP Auto werden Alexander Sims, Julien Jousse und Maxime Jousse ins Lenkrad greifen, allerdings zeigte sich der Status wegen seines Judd-Motors eher anfällig. Leistung hat der Judd ja, aber es hapert an Standfestigkeit, weswegen man in Silverstone auch nur diesen einen Motor in einem LMP2 findet. Die Jungs von Pecom Racing dürften auch ein Wort um den Sieg mitreden dürfen (Luis Perez Companc, Pierre Kaffer, Soheil Ayari), aber ebenso die ebenfalls auf einem Oreca-Nissan antretenden Iren von Murphy Motorsport mit Brendon Hartley, Warren Hughes und Jody Firth. Die sind in diesem Jahr schon mehrfach an einem Sieg vorbei geschrammt.

Die Le Mans Sieger von Starworks Motorsport treten ebenfalls an, dabei sind Enzo Potolicchio, Ryan Dalziel und Stéphane Sarrazin. Nach dem großartigen Erfolg gilt Starworks mit dem HPD ARX-03b-Honda natürlich auch in Silverstone zu den ganz großen Favoriten. Nicht vergessen darf man aber auch Greaves Motorsport, die weiter auf den Zytek-Nissan setzten. Im Wagen mit der #42 sitzen Alex Brundle, Martin Brundle und Lucas Ordonez, die nominell stärker sein sollten als die #41 mit Christian Zugel, Ricardo Gonzalez und Elton Julian. Nicht vergessen sollte man Jota, ebenfalls im Zytek, mit Simon Dolan, Sam Hancock und dem sehr schnellen Nicolas Minassian. Zu guter Letzt will ich noch Lotus nennen, die wie Status auf das Lola B12/80 Chassis setzen. In der #31 sitzen Thomas Holzer, Mirco Schultis und Luca Moro, interessanter ist die Besetzung in der #32 wo Kevin Weeda, James Rossiter und zum ersten Mal Vitantonio Liuzzi sitzen werden. Für den Sieg kommen aber beide Lotus wohl eher nicht Frage.

Wie man sieht, ist das Staraufgebot in der LMP2 auch nicht schlechter, als in der LMP1. Da die Regie aber meist dazu neigt, die Führenden zu zeigen, muss man die LMP2 per Twitter und Livetiming im Blick behalten.

GTE-Pro

Die GTE-Klasse ist mit insgesamt 13 Autos gar nicht so schlecht besetzt, aber nur 5 davon finden sich der Pro-Kategorie. Und davon sind dann allein drei Ferrari F458, von denen wiederum zwei von AF Corse kommen. In der #51 sitzen Giancarlo Fisichella und Gianmaria Bruni, der #71 wie gewohnt Andrea Bertolini und Olivier Beretta. Der dritte Ferrari kommt wie immer von JMW mit James Walker und Jonny Cocker. Porsche ist nur durch Felbermayr-Proton vertreten, die den neuen RSR mit Richard Lietz und Marc Lieb besetzen. Der neue Wagen kommt so langsam in Schwung, zumindest kann man dein Eindruck bekommen, wenn man sich die ALMS anschaut, aber herrschen ja andere “BoP” Gesetze. Ich bin skeptisch, was die Chancen des 911er auf der sehr schnellen Strecke in Silverstone angeht.

Für eine Überraschung könnte da eher der Aston Martin sorgen, der zu dem mit Stefan Mücke, Adrian Fernandez und
Darren Turner extrem gut besetzt ist. Weil der ACO dem Aston Martin einige Waiver zugebilligt hat (Heckflügel, Luftmengenbegrenzer) ist der Vantage ziemlich schnell unterwegs und könnte in England die Phalanx der Ferrari durchaus unter Druck setzen. Die 458 haben sich zudem in diesem Jahr hier und da anfällig gezeigt, was in der Klasse ebenfalls die Spannung erhöhen sollte. Aber alles andere als ein Sieg eines Ferrari wäre eine Überraschung.

GTE-AM
Die AM-Klasse lässt sich wegen der vielen Gentleman-Driver nur schwer vorhersagen. Die Klasse zeigte in Le Mans aber ein fantastisches Rennen, dass sich erst in der letzten Runde entschied. Auf dem Schirm für den Sieg habe ich in Silverstone den JMW-Avila Porsche mit Joël Camathias, Markus Palttala und Paul Daniels neben dem Krohn Ferrari mit Tracy Krohn, Niclas Jönsson und Michele Rugolo. Die Labre-Corvette mit Patrick Bornhauser, Julien Canal und Fernando Rees sollte man auch nicht unterschätzen.

Auch hier empfiehlt sich ein Blick ins Livetiming zu Twitter, wenn man die Klasse verfolgen möchte.

Übertragung:
MotorsTV überträgt, ebenso mit ein paar Einblendungen Eurosport 2. Einen Livestream sollte es auf der offiziellen Seite des ACO geben, war zumindest angekündigt. Wir reichen den im Chat usw. noch nach. Radio Le Mans liefert den Kommentar und ich plane den Tag ebenfalls per Liveblog zu begleiten. Da die BTCC aber parallel unterwegs ist, muss ich sehen, wie ich das aufteile. Bitte auf kurzfristige Ankündigungen im Chat und bei Twitter achten!

Den Spotterguide gibt es schon, auch hier vor dem Rennen die aktuelle Version besorgen!

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August 20 2012

15:49

ALMS: Road America 2012

Die Rennen in Road America waren schon immer für knappe Finishes bekannt. Aber am Wochenende hat die ALMS den knappsten Zieleinlauf in ihrer Geschichte erlebt.

Das Vier-Stunden-Rennen in Road America begann in der LMP1 eigentlich so, wie alle Rennen in diesem Jahr. Der Muscle Milk HPD mit Luhr/Graf stand auf der Pole und dies auch mit der bei weitem besten Zeit. Die Lola B12 von Dyson konnten auf der knapp sieben Kilometer langen Strecke nicht mithalten, und stellten sich hinten an. Die erste Stunde verlief dann auch relativ unspektakulär. Das Team von Greg Pickett hatte die Sache im Griff und führte mit deutlichem Abstand. Doch dann brach ein Kühlschlauch am Honda-Motor und Lucas Luhr musste die Box ansteuern. Die Crrew schraubte wie verrückt, doch am Ende lag der HPD vier Runden zurück. Was folgte, war eine furiose Aufholjagd, die auch das wahre Potential des Wagens zeigte.

Lucas Luhr und Klaus Graf fuhren reihenweise Rundenbestzeiten und knallten um den Kurs, als seinen sie in der Qualifikation. Das Tempo konnte der Dyson vorne nicht mitgehen, also verließ man sich auf ein gutes Durchschnittstempo und eine konservative Strategie, die dem Team möglichst viele Optionen offen hielt. Es war teilweise geradezu nervenaufreibend, was Luhr und Graf mit dem HPD anstellten und so arbeiteten sie sich Runde um Runde weiter nach vorne. Dazu kamen dann zwei SC-Phasen, die dem Mucsle Milk Team halfen, den Rückstand zu verkürzen. Vor allem die letzte Unterbrechung rund 20 Minuten vor Schluss war ein Segen für das Team. Denn erst jetzt konnte sie aufschließen und tatsächlich bestand noch Aussicht auf den Sieg. Der HPD robbte sich immer weiter an den Lola heran, die letzten Runden waren dann geradezu Wahnsinn.

Dank You Tube gibt es die letzte Phase des Rennens komplett zu sehen. 20 Minuten, die sich lohnen!

Auffallend war, dass der Dyson-Lola sich in den letzten Runden relativ gut vor dem HPD-Honda halten konnte. Luhr versuchte alles und war besonders im engen Infield etwas besser, aber am Kurvenausgang schien der Lola ein paar Vorteile zu haben. Guy Smith fuhr dabei ein grandioses Finish und positionierte den Lola immer so, dass Luhr mit einem Rempler vorbei gekommen wäre. Der Deutsche blieb aber fair und so ging der Sieg in diesem Jahr zum ersten Mal an den Dyson und das mit einem Vorsprung von gerade einmal 83 Tausendstel.

In der LMP2 gab es den gewohnten Zweikampf zwischen dem Conquest Morgan-Nissan, der von Martin Plowman und David Heinermeier-Hanson pilotiert wurde, und beiden Level 5 HPD-Honda, wo sich Scott Tucker die Cockpits mit Luis Diaz und Christophe Bouchut teilte. Tucker/Bouchut waren eigentlich die schnellere Variante, aber beide HPD hatten im Rennen mit massiven Problemen zu kämpfen. Bouchut hatte sich bei einer Berührung einen kleinen Schaden an der linken Hinterradaufhängung zugezogen und stand deswegen länger an der Box. Auch beim zweiten HDP gab es Probleme mit starken Vibrationen, weswegen beide Autos mir 2 bzw. 3 Runden Rückstand hinter dem Conquest Wagen gewertet wurden. Für Scott Tucker also ein Tag zum Abhaken.

In der GT-Klasse ging es wie üblich recht bunt zur Sache. Die beiden Flying Lizard Porsche erwiesen sich auf der Strecke als die besten Fahrzeuge, knapp gefolgt von der Corvette. Aber beim Rennen in der GT-Klasse ging es vor allem um die richtige Strategie. Überraschenderweise konnten die BMW an diesem Wochenende mal richtig mithalten. Mir ist nicht bekannt, ob die BMW in Sachen BoP etwas mehr Dampf bekommen haben, oder ob das Rahal-Letterman-Team einfach noch etwas gefunden hat. Jedenfalls blieben die M3s in Schlagdistanz und somit auch gefährlich. Eine Chance gegen die Porsche hatte man in Sachen Speed nicht, aber man setzte auf eine etwas verschobene Strategie, was das Rennen in der GT-Klasse dann teilweise auch etwas unübersichtlich machte. Wie auch in der LMP1 entschied sich der Sieg nach der letzten SC-Phase. Die kam für die Porsche außerordentlich ungünstig, so dass plötzlich die BMW wieder vorne waren. In den letzten Runden schob sich der 911er mit Bergmeister/Long zwar wieder ran, aber er konnte den Abstand nicht so weit verkleinern, dass man hätte überholen können. Auf P3 landete das Duo Overbeeck/Sharp mit dem Ferrari.

Mal abgesehen vom spannenden Finish hatte das Rennen in vier Stunden durchaus seine Längen. Die Aufholjagd von Luhr/Graf sorgte erst in der letzten Stunde für so etwas wie Spannung an der Spitze. Aber so ist das bei Langstreckenrennen halt oft.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen auf dem Stadtkurs von Baltimore. Es folgen dann noch ein Rennen in Virgina (15.9) und das Petit Le Mans (20.10).

Anmerkung: Es gibt leider keine Bilder, weil die ALMS es auch nach zwei Tage nach dem Rennen nicht schafft, Material hochzuladen. Dem Meisterschaftstand hat man auch noch nicht aktualisiert.

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August 02 2012

06:34

ALMS: Vorschau Mid-Ohio 2012

Nach der Highspeed-Strecke von Mosport, folgt mit Mid-Ohio ein etwas abwechslungsreicherer Kurs für die ALMS. In der LMP1 wird das aber keine Änderung bewirken.

Der HPD von Muscle Milk ist dieses Jahr wohl nicht zu schlagen. Lucas Luhr und Klaus Graf fahren nicht nur fehlerfrei, das Chassis scheint, zumindest in der ALMS, der Konkurrenz auch überlegen zu sein. Obwohl der Lola B12 in Le Mans die HPD deutlich hinter sich halten konnte, hat das Dyson-Team in den USA kaum eine Chance. Das mag daran liegen, dass der Lola nicht mehr weiterentwickelt wird, es mag aber auch mit dem Mazda-Motor zusammenhängen, dem vielleicht gegenüber dem vom Rebellion in Europa verwendeten Toyota etwas Leistung fehlt. Jedenfalls sollten Luhr/Graf auch in Mid-Ohio die Nase vorn haben. Richtig eng wird es dagegen wieder sicher bei den LMP2 und GTs.

Die Meldeliste in der LMP2 sieht aber (Stand 25.07) nicht allzu vollgepackt aus. Dempsy Racing kommt mit einem Lola B12, der den oft kritisierten Judd-Motor im Heck hat und vermutlich daher im Rennen keine Rolle spielen wird. Den Sieg werden das schon in Mosport siegreiche Conquest Team (Morgan/Nissan) mit Plowman und Heinermeier-Hansson und der Level 5 HPD-Honda mit Tucker/Bouchut unter sich ausmachen. Level 5 hat mal wieder zwei Wagen gemeldet, beide mit Tucker am Steuer. Wie in den letzten Rennen wird man sich dann zum Rennen für einen Einsatzwagen entscheiden. Es ist natürlich schade, dass in der ALMS auch die LMP2 deutlich schwächelt. Wenn sieht, was für fantastische Rennen die LMP2 in der ELMS in diesem Jahr gezeigt hat, wären mehr Nennungen wünschenswert.

In der GT geht es deutlich lebhafter zu. Insgesamt haben sich 13 Teams angemeldet, darunter auch der erwartete Lotus Evora, der von Alex Job Racing eingesetzt wird. Am Steuer sitzen Bill Sweedler und der eher bekannte Townsend Bell. Um den Sieg wird der Lotus nicht mitfahren, aber es ist schön, eine weitere Marke in der Meisterschaft zu sehen.

Brandneu sind die beiden Dodge Viper, die SRT Motorsports gemeldet sind. Der quasi Werkseinsatz der neuen Viper wurde lange erwartet, die ersten Rennen, die man in diesem Jahr fährt, dienen aber wohl eher, dem Wagen die Kinderkrankheiten auszutreiben. Das Fahrer Lineup zeigt aber schon, dass Dodge es ernst meint mit dem Angriff. In der #91 sitzen Kuno Wittmer und Dominik Farnbacher, die #93 wird von Marc Goossens und Tommy Kendal pilotiert. Auch hier kann man davon ausgehen, dass die Viper noch nicht um den Sieg fahren wird, eine starke Bereicherung sind sie aber allemal.

Um den Sieg werden wohl wieder Flying Lizard, die Corvette und der Extreme Motorsport F458 kämpfen. Bei den BMW bin ich mir unsicher, da ich auch noch keine neue BoP-Daten habe. In Mosport erreichte man einen dritten Platz, dies aber erst nach der Disqualifikation des zunächst siegreichen Flying Lizard Porsche. Wirklich eingreifen konnte das Rahal-Letterman Auto während des gesamten Rennens nicht. Der Kurs in Mid-Ohio ist aber etwas kurvenreicher, die M3 könnten also wieder weiter vorne liegen.

Wenn denn da nicht die sehr starken Corvette und die zwei Porsche wären. Der neue RSR scheint sich, nach einiger Entwicklungszeit, doch noch als guter Entwicklungsschritt herausstellen. Lange Geraden mag der in die Breite gegangene Porsche nicht, davon gibt es in Ohio auch nicht allzuviel. Der enge mittlere Bereich der Strecke sollte dem Porsche gut liegen. Flying Lizard tritt wie immer mit Bergmeister/Long und Neiman/Holzer an. Dazu kommt noch der Falken Porsche mit Henzler/Sellers, die aber nicht so stark einzuschätzen sind.

Dazu kommen noch die zwei Ferrari von Extreme Motorsport. Den ersten Sieg haben Sharp/Overbeek nun in der Tasche, dass sollte genügend Motivation für das kommende Rennen geben. Im Gegensatz zu Europa sind die Ferrari in der ALMS nicht ganz so stark eingestuft, ein weiterer Sieg wäre demnach eine Überraschung. Eng wird es vorne aber in jeden Fall.

Dazu kommen dann noch 8 Wagen in der LMPC und drei Porsche aus der GTC, die weiter vor sich hinschrumpft und an Attraktivität verliert.

Das Rennen ist schon Samstag, da man einen Double-Header mit den IndyCars fährt. Aus Zeitgründen kommt die Analyse dann mit etwas Verspätung gegen Ende der nächsten Woche, da ich am Wochenende nicht da bin und das Rennen erst einmal nachschauen muss.

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September 16 2011

16:00

Vorschau: ALMS in Laguna Seca / Grand-Am in Mid-Ohio

Mit zwei Ausdauerrennen auf klassischen US-Kursen beendet die ALMS ihre Saison – als erstes an der Reihe: Laguna Seca.

Über sechs Stunden wird am Samstagabend gefahren – in die Abendstunden hinein, was immer wieder für tolle Bilder sorgt. Und da es auch noch einige interessante Neuzugänge bzw. Rückkehrer im Feld gibt, sollten sich Sportwagen-Fans dieses Rennen nicht entgehen lassen. Laguna Seca allein schon ist legendär und sollte jedem Motorsport-Fan ein Begriff sein: die Corkscrew ist quasi die Eau Rouge des Westens; die Andretti Hairpin produziert oft tolle Überholmanöver ebenso wie Fahrfehler; Turn 10 ist dank Banking schneller als sie auf den ersten Blick scheint; und so weiter und so fort… Viele Geraden gibt es in Laguna Seca nicht, aber wer braucht schon Geraden, wenn man solche Kurven hat.

Eine Runde mit dem Chris Dyson in seinem aktuellen Lola-Mazda (für die Marke ist es quasi das “Heimrennen”, immerhin sind sie schon länger namensgebende Sponsor der Strecke) sieht so aus:

Überholen und Überrunden wird dadurch natürlich schwierig und man sieht häufig harte Zweikämpfe, bei denen ein schnellerer Wagen nicht vorbei kommt, einfach weil die Geraden zu kurz und zu ungerade sind – das führt zu spektakulären, manchmal leider auch eher haarsträubenden Szenen (beides bot etwa aLivestream</a>. Ein paar Klicks entfernt finden sich auch alle sonst nötigen a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Infos wie Spotterguide, Live Timing, Streckenplan usw.

Grand-Am – Mid-Ohio

Die Stiefschwester der ALMS findet ja meist in Europa, und entsprechend auch hier im Blog, weniger Beachtung, da die Serie nach NASCAR-Vorbild weniger international ausgerichtet ist und auch von den Fahrzeugen her eher auf den amerikanischen Geschmack abzielt. Das könnte sich aber im nächsten Jahr ändern, denn die GT-Klasse wird zum 50. Jubiläum der 24h von Daytona einigen europäischen Zuwachs bekommen: Ferrari hat den F458, Audi den R8 LMS auf die spezifischen Anforderungen der Serie umgerüstet, Mercedes wird vermutlich auch in näherer Zukunft noch hinzustoßen.

Nun steht aber erstmal das letzte Rennen der 2011er Saison an, ein dreistündiger Lauf auf dem Mid-Ohio Sports Car Course. Die ALMS lieferte dort vor gut gefüllten Rängen (es war ein Doubleheader-Event mit den IndyCars) bei teilweise heftigem Regen ein spektakuläres Rennen ab. Den gab es allerdings nicht live im TV zu sehen – die in NASCAR-Besitz befindliche Grand-Am hat nun den „guten“ TV-Deal mit vielen Live-Rennen auf dem NASCAR-Sender SpeedTV.

In der Rolex Sports Car Series ist in beiden Klassen die Meisterschaftsentscheidung noch nicht gefallen. Bei den Daytona Prototypes liegen Scott Pruett und Memo Rojas mit 20 Zählern Vorsprung vor Max Angelelli und dem jungen Ricky Taylor an der Spitze; letzterer hat im Laufe der Saison für einiges Aufsehen gesorgt. Bei 35 Punkten ist zwar noch einiges möglich, aber dafür müsste das Ganassi-Duo – das in den letzten vier Jahren zweimal Meister wurde und die beiden anderen Male knapp Zweite – allerdings schon ein schlechtes Rennen erwischen.

Auch die Motoren-Wertung könnte über die Positionen der beiden entschieden werden, dort liegt Chevrolet (mit u.a. SunTrust Racing) nur zwei Punkte vor BMW (Ganassi). Auf bestem Wege, den vermutlich letzten Chassis-Titel in der Ära der zweiten Generation der DPs einzufahren, ist wieder einmal Riley. Übrigens ist auch United Autosports wieder am Start, Ex-F1-Pilot Mark Blundell wird neben Teamchef Zak Brown am Steuer des in Kooperation mit Michael Shank Racing eingesetzten Riley-Ford sitzen.

Bei den GTs geht es auch in der Fahrerwertung extrem eng zu: nur drei Punkte trennen Jordan Taylor/Bill Lester (Autohaus-Camaro) von Andrew Davis/Leh Keen (Brumos-Porsche), weitere zwei Punkte zurück liegen Jonathan Bomarito/Sylvain Tremblay (SpeedSource-Mazda) in Lauerstellung. Für den US-Markt dürfte es nicht von Nachteil sein, wenn mit dem Chevy Camaro ein amerikanischer Wagen den Titel holt – die Verteidigung im nächsten Jahr dürfte gegen die europäische Konkurrenz umso schwieriger werden.

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July 22 2011

16:00

ALMS: Vorschau Mosport

Die ALMS tritt mit einem leicht gewachsenen Feld ihren jährlichen Ausflug nach Kanada an – zum großartigen Mosport International Raceway. Aber auch hinter den Kulissen geht es turbulent zu…

Viel tut sich im Moment hinter den Kulissen, die großen aktuellen Probleme der ALMS sind bekannt und offensichtlich: zum einen ist das jetzt schon kleine Prototypen-Feld der ehemals für diesen Sport so wichtigen Serie unwürdig, vor allem aber wird die WEC im nächsten Jahr weitere Teams, vermutlich auch einige der GT-Werksteams, auf die internationale Bühne locken. Es könnte das Ende der ALMS sein, wie wir sie jetzt kennen. Gerüchtelt wird in alle möglichen Richtungen: zurück zu einer LMP-Klasse wie 2010, die Addition einer Delta Wing-Klasse irgendwann später, Verzicht auf Prototypen zugunsten einer reinen GT-Serie, Reglements-Öffnung für mehr GT-Fahrzeugtypen, Verbindung mit dem ACO beibehalten oder kappen… wir werden abwarten müssen, wohin</a> die Reise geht.<span id=">

Vielleicht lässt sich damit auch die etwas kryptische aamericanlemans.com</a> nutzen, der auch die Quali live zeigt. Dort gibt es auch den a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Race Hub mit Links zu allen weiteren wichtigen Infos und Services.

(Foto: ALMS)

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August 24 2010

15:49

Analyse: LMS und ALMS – A Day of Firsts

Beide Le Mans-Serien boten einiges an Spektakel und vor allem überraschende Ergebnisse und Vorentscheidungen in einigen Meisterschaftswertungen.

Schon in den Trainingssessions der Le Mans Series zeichnete sich ab, dass der Vorsprung des Oreca-Peugeots vor der Benziner-Konkurrenz aus beiden Prototypen-Klassen nicht allzu groß sein würde – dass es dann Danny Watts im Strakka-HPD tatsächlich auf die Pole Position schaffte, war dann aber doch überraschend. Der Peugeot schaffte es gar nur auf Rang 4, hinter den beiden Rebellion-Lola, deren viel Abtrieb produzierendes Chassis auf dem engen Hungaroring so gut passte wie nirgendwo sonst.

Watts war am Start gegen die großen LMP1-Maschinen chancenlos, war sich dessen auch bewusst und machte Platz. Er sortierte sich auf Rang 4 ein und hielt mit. Vor ihm jedoch duellierte sich für die erste Hälfte des Rennens der jeweilige Peugeot-Pilot zunächst mit Andrea Belicchi, dann mit Jean-Christophe Boullion. Der geringere Diesel-Verbrauch bescherte dem Oreca-Team im Laufe der Zeit eine größere Führung, auch einige Fehler der Rebellion-Piloten kamen dazu, wie es überhaupt viel Gerangel beim Überrunden und viele Ausrutscher auf dem wegen der Hitze rutschigen Asphalt gab.

Dann schlug nach etwa zwei Renndritteln das der Defektteufel zu: sowohl bei der Rebellion-#13 als auch beim Peugeot – der zu diesem Zeitpunkt schon Rundenvorsprung hatte – streikte beinahe zeitgleich das Getriebe, möglicherweise spielte auch hier die Hitze ein Rolle, wie beispielsweise bei den Orecas der Formula Le Mans-Klasse, die fast geschlossen ausfiel.

Da auch der zweite Rebellion-Lola sowie der Signature-Aston Martin mit Problemen zurückgefallen waren, erbten Leo und Greg Mansell, beobachtet von Vater Nigel in der Box, die LMP1-Führung – jedoch nicht die Gesamtführung, denn vor ihnen lagen stets fünf bis sechs LMP2-Fahrzeuge. Nachdem das Strakka-Team den Stint des vergleichsweise langsamen Gentleman Driver Nick Leventis (um den herum das Team überhaupt nur aufgebaut wurde) in Führung überstanden hatte, war ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen und so gab es den ersten Gesamtsieg in der Le Mans Series für ein LMP2-Team. Quifel-ASM, Oak, RML, Bruichladdich und Racing Box kamen jeweils mit Rundenabstand dahinter ins Ziel, erst dann mit dem Beechdean-Mansell-Ginetta der LMP1-Sieger.

Die Klassen GT1 und Formula Le Mans sind kaum der Rede wert: letztere löste sich im Laufe des Rennes auf, nur das die Meisterschaft anführende #43 DAMS-Auto (Barlesi/Cicognani/Chalandon) kam ohne technische Probleme über die Distanz. In der GT1 blieb nach einem äußerst heftigen Crash des eFX Atlas-Saleen, bei dem Carlo van Dam aber nicht zu Schaden kam, nur der Larbre-Saleen übrig. Das Atlas-Team wird das Fahrzeug wohl auch nicht bis Silverstone wieder aufbauen können, sodass Larbre Meister ist – nun steht nur noch ein einziges unverdient unrühmliches „Rennen“ für diese Klasse an.

In der GT2 schien es zunächst, als würde die Ferrari F430 der Teams AF Corse und CRS das Wochenende dominieren. In der Quali räumte man die ersten drei Plätze ab und auch im Rennen lagen lange drei Ferrari vorn. Doch je dunkler und kühler es wurde, desto stärker wurde das Felbermayr Proton-Team, bis Richard Lietz und Marc Lieb in Runde 154 die Führung übernahmen und sie nicht mehr hergaben. Andrew Kirkaldy versuchte alles, um den Sieg für CRS zu holen, bis kurz vor Schluss verfolgte er Lietz mit teilweise nur einigen Zehntelsekunden Abstand, doch vorbei kam er nicht und musste in den letzten Runden abreißen lassen.

Rang 3 erreichten dahinter Patrick Pilet und Raymond Narac mit einem eher unauffälligen Rennen, erst dann kamen zwei der drei AF Corse-Ferrari ins Ziel, Alesi/Fisichella/Vilander vor Alvaro Barba Lopez und Alvaro Parente, der sich bei seinem LMS-Debüt sehr wacker schlug. Für Rob Bell und Darren Turner reichte es nach dem vierten Rang in Portimao dieses Mal zu Platz 6, nachdem man das quälende Untersteuern der Startphase abstellen konnte.

Die Meisterschaft ist Richard Lietz und Marc Lieb nun kaum noch zu nehmen: 15 Punkte beträgt der Vorsprung auf Alesi/Fsichella/Vilander, genau so viele Zähler gibt es für den Rennsieg, einen weiteren kann man durch die Pole Position dazuverdienen.

Ähnlich ist der Stand der Dinge in der LMP2, wo RML sieglos, aber dank Konstanz um 13 Punkte vorn liegt. Strakka mag zwar das schnellste Team sein, aber zwei Ausfälle in nur vier Rennen haben die Meisterschaftschancen beinahe zunichte gemacht.

Wirklich spannend ist allerdings die Meisterschaft in der Königsklasse, der LMP1: hier haben beim Saisonfinale der Oreca-Peugeot (49 Punkte), der Signature Plus-Aston Martin (47), der #7 Audi R15 (44) und die beiden Rebellion-Lola (43 bzw. 41) noch Meisterschaftschancen. Zu beachten ist natürlich, dass in Silverstone die versammelte Werkskonkurrenz von Audi, Peugeot und Aston Martin am Start sein wird – das wird zumindest die Chancen von Signature und Rebellion minimieren, die Frage wird also sein, ob die Crew des Oreca-Peugeot es schafft, nicht mehr als sechs Punkte weniger zu holen als Audis Top-Besetzung Capello, McNish und Christensen in der #7.

American Le Mans Series

Der Sommer wird immer besser für Drayson Racing: zunächst die Zielankunft in Le Mans, dann der zweite Platz beim ALMS-Lauf in Utah, die erste Pole vor zwei Wochen in Mid-Ohio und nun die nächste Pole, wieder herausgefahren vom immer mehr aufblühenden Jonny Cocker. Seit dem Petit Le Mans 2009, also seit fast einem Jahr, fährt die britische Mannschaft in der LMP1-Klasse mit, bisher fehlte es aber stets an der Zuverlässigkeit oder am letzten Quentchen Glück. Bisher…

In dem unglaublich spannenden Sprit-Krimi von Elkhart Lake fiel die Entscheidung zwei Kurven vor der Zielflagge, als Klaus Graf im Cytosport-Porsche auf dem Weg zur Canada Corner nicht schnell genug am Robertson Ford GT vorbeikam und dann nach Kampflinie und mit magerem Benzingemisch nicht optimal aus der Kurve herausbeschleunigen konnte. Cocker nutzt die Chance und zog vorbei, nachdem er zwanzig Minuten vor Schluss seinen letzten Tankstopp eingelegt hatte. Und so räumte Drayson Racing alles ab, was es zu gewinnen gab: Gesamtsieg, Pole, Schnellste Rennrunde und den Sieg in der Green Challenge-Wertung der Prototypen. Außerdem dürfte es der erste Gesamtsieg für ein E85-befeuertes Fahrzeug in der ALMS gewesen sein.

Doch von Anfang an: Zunächst war es Johnny Mowlem im turbogeladenen Autocon-Lola, der in Führung ging und diese ganze 23 Runden lang halten konnte. Die zwar angeglichene, aber eigentlich ja für die LMP2 konstruierte Konkurrenz konnte mit den kleineren Motoren nicht mithalten, der Intersport-Lola erlag früh einem Motorschaden und seiner Lordschaft Paul Draysons ehrenvolle Aufgabe war es, konstant und fehlerfrei seinen Stint abzuspulen. Denn auf einer Strecke wie der Road America, wo die Spreu vom Weizen getrennt wird, kann der Privatier nicht mit Vollprofis a la Mowlem, Timo Bernhard und Simon Pagenaud mithalten. Drei bis vier Sekunden fehlten pro Runde, aber dieses Programm spulte er immerhin bis zum Fahrerwechsel gegen Rennmitte fehlerfrei und konstant ab. Ohne die Gelbphasen wäre es zwar wohl trotzdem schwierig gewesen, in der Führungsrunde zu bleiben, aber das Team hätte in dem Fall den Fahrerwechsel früher vornehmen können.

In Runde 23 streikte dann das Autocon-Getriebe, in der Folge kämpften Chris Dyson, Simon Pagenaud und Timo Bernhard um die Führung. Das Bild änderte sich mit der dritten Caution: Jonny Cocker übernahm den grünen Lola mit der #8. Draysons Rückstand war zum Glück des Teams von der Gelbphase wieder egalisiert worden, sodass Cocker sofort vorn mitmischen konnte: beim Restart nach einer weiteren Gelbphase  (aufgrund eines kuriosen Unfalls des GTC-Porsches von Bryce Miller) flog der junge Brite – der übrigens heute 24 Jahre alt wird! – am Porsche RS Spyder und dem HPD ARX-01c vorbei und ging in Führung.

Bis zu sechs Sekunden schneller fuhr er Cocker der Folge – die langen Geraden bevorteilen natürlich die LMP1-Fahrzeuge. Allerdings würde er noch einen weiteren Stopp einlegen müssen. Die SpeedTV-Kommentatoren wunderten sich, dass er das nicht während der letzten Caution getan hatte, aber der entscheidende Unterschied ist, dass Drayson im Gegensatz zu Highcroft, Dyson und Cytosport Konkurrenz den E85-Sprit nutzt, der aufgrund der geringeren Energiedichte einen höheren Verbrauch bedeutet. Dieser Nachteil kostete das Team in Salt Lake City den Sieg und auch hier sollte es wieder knapp werden

Zwanzig Minuten vor Schluss steuerte Cocker die Box an und stand entsprechend dem hohen Verbrauch auch vergleichsweise lange. Zwischen zwei und fünf Sekunden holte er danach jede Runde auf, kämpfte sich am Dyson-Lola und dem HPD vorbei und machte Jagd auf Graf im Porsche. Das Ergebnis ist bekannt, der Weg dahin sah so aus:

Der Tank war, wie Cytosport hinterher per Twitter mitteilte, wohl nicht leer, sonst hätte es Graf kaum noch den Berg hinauf geschafft, aber die Kombination aus knappem Sprit und der schwierigen Überrundung haben das Team wohl den Sieg gekostet. In der Meisterschaft hat Graf trotzdem drei Punkte auf Pagenaud und Brabham aufgeholt, der Rückstand beträgt noch 20 Punkte. Die sind theoretisch zwar aufholbar, aber bei der Konstanz des Highcroft-Teams, für die dieser dritte Platz das schlechteste Saisonergebnis war, wäre es zumindest überraschend.

In der GT-Klasse ging es ebenfalls hoch her, aber im Endeffekt war BMW nicht zu schlagen, auch wenn nur einer der beiden das Ziel erreichte. Für Bill Auberlen war bereits früh Feierabend, nachdem er in Runde 10 mit dem Flying Lizard-Porsche und Scott Tucker, dem LMPC-Meisterschaftsführenden, aneinandergeriet. Tucker und Auberlen schlugen auf dem Vollgasstück in Richtung Canada Corner hart ein, aber beide Fahrer waren in Ordnung. Es stellt sich die Frage, ob man die LMP Challenge-Boliden mit dem neuen Restriktor nicht vielleicht etwas zu sehr verlangsamt hat. Auf der langen Road America waren sie pro Runde nur sechs Sekunden schneller als die GT-Fahrzeuge.

Joey Hand und Dirk Müller im anderen BMW waren jedoch nicht zu stoppen und fuhren nach einem Jahr an gleicher Stelle den verdienten zweiten Sieg in der ALMS ein, vor Bergmeister/Long und den beiden Corvettes. Die Risi-Ferrari schwächelten: für Melo/Bruni und Salo/Kaffer reichte es nur für die Klassenränge 6 und 7.

Damit wächst die Führung des Flying Lizard-Duos um 10 auf 18 Punkte an, Müller/Hand haben gar gleichgezogen mit Melo/Kaffer. Bei noch zwei ausstehenden Rennen ist aber noch nichts entschieden, denn beim Saisonfinale, dem Petit Le Mans, werden 30 Punkte für den Sieg vergeben statt der bei den kürzeren Renndistanzen üblichen 20.

In der LMPC gewannen Gunnar Jeannette und Elton Julian, Jeannette rutscht somit bis auf vier Punkte an Scott Tucker heran, der dank seines Doppeleinsatzes in beiden Level5-Autos trotz des Unfalls noch 13 Zähler für den dritten Klassenrang retten konnte.

Die GTC-Klasse dominieren weiterhin Jeroen Bleekemolen und Timothy Pappas, nach dem vierten Sieg in fünf Rennen haben sie nun einen Vorteil von 21 Punkten gegenüber Andy Lally, der durch Verschulden seines für den verhinderten Henri Richard eingesprungenen Teamkollegen Duncan Ende nur acht Punkte einsammeln konnte, und Velox Motorsport-Pilot Shane Lewis.

Vor dem Rennen verkündete Serienchef Scott Atherton außerdem den Rennkalender für das Jahr 2011. Er wird mit zehn Rennen ein Event mehr umfassen als der diesjährige Kalender. Dies wird vermutlich ein gemeinsamer Auftritt mit der IndyCar-Serie auf dem Stadtkurs von Baltimore am ersten Septemberwochenende sein. Laut Atherton ist es ein „done deal“, der aber noch nicht offiziell verkündet werden könne – man wird das vermutlich gemeinsam mit der Ankündigung der IRL und den Baltimore-Organisatoren machen.

Die 12h von Sebring und das Petit Le Mans bilden traditionell den Rahmen der Serie, beide werden ja auch zur Intercontinental Le Mans Challenge gehören. Das in diesem Jahr auf sechs Stunden verlängerte Rennen auf dem Mazda Raceway Laguna Seca wird aus dem Mai in den September verschoben, was etwas schade ist, da es sich als letzter Test vor Le Mans für die US-Teams aufgrund der Rennlänge gut eignete. Möglicherweise hat mein bei der ALMS-Führung die Hoffnung, an diesem Termin Mitte September einige europäische Teams anzulocken, falls die LMS-Saison zu diesem Zeitpunkt bereits vorüber sein sollte.

Und dann ist da noch ein „To be decided“-Event am Vortag des Independence Day. Von den diesjährigen Rennen fehlt der Miller Motorsports Park im Kalender, ob an jedem datum dort gefahren wird, oder ob Atherton für dieses große Wochenende noch etwas anderes aus dem Ärmel zaubert, bleibt abzuwarten.

Außerdem verkündete der CEO der ALMS, dass man die Rennlängen wieder mehr variieren werde, auf Wunsch der Fans würde man über längere Distanzen für einige Rennen nachdenken, um den Endurance-Gedanken wieder mehr zu betonen. Der Road America-Lauf etwa war bis 2008 ein 4h-Rennen. Fraglich ist, wie gut sich das mit der TV-Berichterstattung vereinbaren lässt, die Probleme der Live-Übertragung langer Rennen kennt man ja in Europa.

Wer will, kann übrigens seit diesem Wochenende an der a

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