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April 14 2013

14:34

Formel Eins: Analyse GP China 2013

Der GP von China brachte einige Überraschungen: Red Bull fehlte Pace, Ferrari war dagegen ultraschnell und Mercedes ist näher dran, als gedacht.

F1 CHI 13 00009 300x199 Formel Eins: Analyse GP China 2013 Das scheint mal wieder eine Saison zu werden, in der man nur schwer sagen kann, wer bei welchem Rennen die Nase vorne hat. In Malaysia schien Red Bull unschlagbar, in China sahen die Weltmeister dagegen schwach aus. Bei Ferrari war es genau umgedreht, das Rennen konnten sie scheinbar locker dominieren. Grund dafür war der gute Start von Alonso und eine hervorragende Strategie von Ferrari, die den ehemaligen Weltmeister immer zur richtigen Zeit an die Box holten, sodass dieser kaum im Verkehr steckte. Für Mercedes, für die Lewis Hamilton die Pole geholt hatte, lief es nicht ganz so gut, denn der W04 scheint immer noch ein Problem mit dem Reifenverschleiß zu haben. Red Bull hatte ein zähes Wochenende, aber Vettel hätte durchaus noch von Platz Neun auf das Podium fahren können. Doch man leistete sich einen strategischen Fehler am Schluss und zu Beginn des Rennens.

Hamilton konnte sich am Start durchsetzten, musste aber nach wenigen Runden beide Ferrari passieren lassen. Das kam nicht ganz unerwartet, denn es war abzusehen, dass die Ferrari mit den “Soft” etwas besser umgehen würden, als der Mercedes. Das Problem von Hamilton war dann, dass er wegen des früheren Stopps in die Kämpfe im Mittelfeld fiel, während die Ferrari sich etwas mehr Luft verschaffen konnten. Im Rennen war die Pace des Mercedes nicht schlecht. Massa, der ein merkwürdig schlechtes Rennen fuhr, konnte er hinter sich lassen, ebenso Button im McLaren, aber gegen Kimi Räikkönen sah es nicht gut aus. Der Finne startete von der “schmutzigen” Seite des Grid und hatte zudem mit durchdrehenden Reifen zu kämpfen. Er fiel schon vor der ersten Kurve weit zurück, kämpfte sich aber schnell auf P4 zurück. Weil Lotus bei der Strategie etwas mehr Spielraum hatte als Mercedes, schaffte der Finne den Undercut und konnte sich vor Hamilton setzen. Im Grunde hat Mercedes aber am Wochenende alles richtig gemacht. Der Speed des Wagens ist zu sehen, was fehlt, ist die Konstanz im Reifenverschleiß. Aber man ist auf jeden Fall deutlich näher an der Spitze (Ferrari, Red Bull) und unmöglich ist ein Sieg in diesem Jahr sicher nicht. Allerdings gibt es immer noch die Probleme mit der Haltbarkeit des Autos. Rosberg wurde mal wieder Opfer der komplizierten Aufhängungsmechanik, dazu kamen Hydraulikprobleme in der Quali.

Ferrari überzeugte in China, zumindest mit Fernando Alonso. Der F138 zeigt langsam genau die Eigenschaften, die man schon länger vermutet. Auf eine Runde ist er dem Red Bull unterlegen, aber im Renntrimm geht der Wagen extrem gut. Die Balance zwischen Reifenverschleiß und Speed stimmt beim Ferrari im Moment. Dazu kommt, dass sich das Team seit einiger Zeit schon keinerlei strategischer Fehler erlaubt. Bereits im letzten Jahr fiel auf, dass die Strategie meist passte und genau zwischen “aggressiv” und “konservativ” angesiedelt war. Der Wagen erlaubt Ferrari aber auch, das Boxenstoppfenster zu verschieben. In China war der Verschleiß bei den “Medium” deutlich geringer, als man erwartet hatte und das selbst im zweiten Stint, in dem Alonso sich teilweise durchs Feld kämpfen musste. Dazu kommt weiterhin ein Alonso in Topform, der genau zu richtigen Zeit pusht, aber auch Abstände konservieren kann, wenn es sein muss. So, wie Ferrari im Moment aufgestellt ist, sollte der Wagen auch nächste Woche in Bahrain richtig gut gehen.

Red Bull gibt mir dagegen Rätsel auf. Warum man in China in der Quali so langsam war, ist mir nicht klar. Der Topspeed des Wagens ist weiter nicht so gut, man verliert sicherlich Zeit auf den Geraden. Aber das alleine kann es in China nicht gewesen sein. Das Team hält sich über die Gründe sehr bedeckt, beide Fahrer sprachen nur davon, dass man zur Quali hin bemerkt habe, dass das Auto nicht schnell genug war. Erstaunlicherweise stimmte aber dann wieder die Rennpace. Sowohl Vettel als auch Webber zeigten sehr gute Rundenzeiten, der Verschleiß hielt sich bis zum Schluss auch in Grenzen. Vettel hätte sogar das Podium erreichen können, hätte sich Red Bull nicht zwei kleine Fehler erlaubt. Im ersten Stint hing man einfach zu lange hinter Hülkenberg fest. Statt zu pushen hielt man Vettel aus Angst um die Reifen wohl zurück, was gleichzeitig Alonso erlaubte, sehr viel Zeit gut zu machen. Man hätte Vettel etwas früher reinholen müssen, damit dieser freie Fahrt hat. Die Zeit, die man hinter dem Sauber verlor, fehlte am Ende. Der zweite Fehler war der verspätete Wechsel auf die “Soft” am Schluss. Allerdings: Im Training hatten die Reifen keine fünf Runden ausgehalten, daher war die Vorsicht beim Wechsel durchaus nachzuvollziehen. Über das Wochenende von Webber muss man nicht viel sagen. Erst der Fehler von Red Bull in der Quali, dann löst sich im Rennen der rechte Hinterreifen. Und zu allem Überfluss bekommt er in Bahrain auch noch drei Plätze aufgebrummt, weil er mit Jean-Eric Vergne kollidierte.

Dem Lotus wurden in China mal wieder die Grenzen gezeigt. Man ist schnell, aber es reicht nicht für ganz nach vorne. Gegen Alonso hatte Räikkönen nie eine Chance, den Mercedes konnte er aufgrund des besseren Reifenverschleißes hinter sich halten. Vielleicht hat der kleine Unfall mit Perez sein Rennen etwas negativ beeinflusst. Die Nase war beschädigt, ebenso der Frontflügel. Der Finne sprach nach dem Rennen von “Untersteuern”, was allerdings auf dem Kurs nicht ganz so viel ausmacht. Auch die Rundenzeiten waren ok. Lotus fehlt, ebenso wie Mercedes, nicht viel auf die Ferrari und auf einer anderen Strecke kann die Sache dann auch wieder anders aussehen.

Etwas überrascht haben die McLaren, die etwas besser unterwegs waren als gedacht. Für China hatte man einige Updates am Wagen, die scheinbar auf dieser Strecke funktioniert haben. Button zeigte in den ersten zwei Dritteln des Rennens eine gute Pace und führte das Rennen sogar zwischendurch an. Gegen Ende fiel er etwas ab und es fehlten dann doch mehr als 35 Sekunden auf Alonso im Ziel. Man ist weiterhin weit von der Form des letzten Jahres entfernt und es sieht auch nicht so aus, als könne man mit Riesenschritten aufholen. Mclaren abzuschreiben wäre noch zu früh, da wird man die Entwicklung bis zum Frühsommer abwarten müssen. Etwas enttäuscht hat mich Sergio Perez, der nicht mal in die Punkte kam und dabei hinter einem Toro Rosso landete, der sogar hinter ihm gestartet war. Perez zeigt im McLaren nicht den Speed, den er bei Sauber hatte, weder in der Quali noch im Rennen. Mag sein, dass auch sein Rennen wegen des Unfalls mit Räikkönen etwas kompromittiert war, aber dennoch hat Perez größere Probleme, als man erwartet hatte.

Im Mittelfeld ging wie erwartet bunt zu. Force India scheint im Moment immer noch den stärksten Wagen zu haben. Adrian Sutil wäre sicherlich “best of the rest” geworden, hätte der weiterhin leicht überfordert wirkende Esteban Guiterrez ihn nicht abgeschossen. Der Mexikaner bekommt dafür fünf Plätze in Bahrain aufgebrummt. Sauber zeigte aber zumindest mit Hülkenberg im ersten Renndrittel mal wieder Flagge, was erfreulich war. Die Idee, den Deutschen dann in der Mitte des Rennens auf die Soft zu setzen, war aber nicht gut. Zum einen musste Hülkenberg damit mehr Runden drehen, als die Reifen hergaben, zum anderen spülten ihn die zwei Stopps dann weit nach hinten. Immerhin rettete er einen WM-Punkt.

Wie schon in meiner Vorschau angekündigt, muss man im Rennen immer ein Auge auf die Toro Rosso haben. Ricciardo gelang ein guter Start, aber vor allem waren die Rundenzeiten im Rennen außerordentlich gut. Der Australier hielt sich fast die gesamte Zeit um P8 herum auf und fuhr ein fehlerloses Rennen. Dass er am Ende vor einem ebenfalls gut fahrenden di Resta landete, ist dessen letzten Stopp zu verdanken, da der Schotte kurz vor Schluss noch mal die “Soft” aufziehen musste. Toro Rosso mausert sich jedenfalls zu einem Team, das auf jeden Fall für Punkte gut ist.

Ein Wort noch zu Williams. Die hängen im Nirvana des hinteren Mittelfelds. Weder in der Quali noch im Rennen gelingt ihnen ein Schritt nach vorne, der Abstand ist mittlerweile auch so groß, dass man sich fragen muss, wie die Saison weiter gehen soll. Eine Überrundung konnte man zwar knapp vermeiden, aber im Grunde fährt man ein komplett eigenes Rennen. Man ist deutlich schneller als Marussia und Caterham, aber auch deutlich langsamer als Toro Rosso und Sauber. Im Ziel fehlten knapp 30 Sekunden auf die vor Williams liegenden Teams. Es scheint auch nicht so, als ob Williams den Abstand verkleinern kann, denn Mike Coughlan sagte nach dem Rennen, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe.

Es war also ein abwechslungsreicher Grand Prix, dessen strategische Entscheidungen sehr interessant zu beobachten waren. Doch dazu gibt es die Woche noch die Analyse unseres Kolumnisten James Allen.

Nächste Woche geht es schon weiter, es folgt der GP von Bahrain.
F1 CHI 13 00001 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00002 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00003 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00004 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00005 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00006 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00007 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00008 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00010 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00011 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00012 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00013 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00014 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00015 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00016 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00017 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00018 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00019 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00020 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00021 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00022 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00023 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013 F1 CHI 13 00024 150x150 Formel Eins: Analyse GP China 2013

 Formel Eins: Analyse GP China 2013

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March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

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September 06 2012

16:15

Formel Eins: Vorschau GP Italien 2012

Das wohl schnellste und kürzeste Rennen steht auf dem Programm. Monza ist eine einzige Hochgeschwindigkeitsorgie. Hinter den Kulissen wartet alles auf eine Entscheidung von Lewis Hamilton.

Schon fast traditionell verabschiedet sich die Formel Eins mit dem Rennen in Monza aus Europa. Die Strecke braucht man nicht mehr vorstellen und auf den ersten Blick sieht es nach einer leichten Strecke aus. Aber der Teufel liegt auch in Monza im Detail, bzw. in beiden Lesmo-Kurven und der Parabolica. Erstaunlich, wie viele Fehler man in diesen drei Ecken jedes Jahr sieht. Allerdings gewinnt und verliert man hier auch die Zeit, denn der Vollgasanteil in Monza beträgt atemberaubende 75%. 11% der Zeit steht man auf der Bremse, den Rest rodelt man durch die Kurven. Mit anderen Worten: Die Zeit holt man über die Traktion, die Kurvengeschwindigkeit und die Bremse. Und natürlich den Topspeed, denn man erreicht gleich vier Mal die 300er Marke, am Ende der langen Start/Zielgerade werden es so um die 330 km/h sein. Ohne DRS. Dementsprechend sind die Wagen klar im Vorteil, die einen guten Topspeed haben.

Doch ganz so einfach ist das nicht, wie man im letzten Jahr gesehen, als Red Bull gewinnen konnte. Der RB7 war auf der Geraden bis zu 12 km/h langsamer, Vettel gewann das Rennen dennoch. Möglich wurde dies durch den angeblasenen Diffusor und die flexiblen Frontflügel von Red Bull, die dem Wagen derartig viel Abtrieb geben gaben, dass Vettel einfach schneller aus den Kurven raus kam. Der Verlust beim Topspeed fiel dann nicht mehr ins Gewicht.

Der angeblasene Diffusor ist, ebenso die Flexi-Wings und das extreme Motor-Mapping sind aber Geschichte und wie man in Spa sehen konnte, hilft der Topspeed dann doch. Sichtbar war das ausgerechnet an den Telemetriedaten, die Hamilton gepostet hatte. Mit dem Heckflügel, der mehr Abtrieb erzeugte, verlor er die meiste Zeit die Kemmel Gerade hinauf, im zweiten Sektor holte er dann wieder auf. Für Monza bedeutet dies, dass die Teams alle Flügel abschrauben werden.

Schaut man sich die Geschwindigkeiten aus Spa an, sieht man, dass Ferrari sehr schnell war, aber grundsätzlich lag man dicht beieinander. Die TV-Bilder zeigten, dass Mercedes und Ferrari einen guten Topspeed hatten, McLaren fiel nicht weiter auf, aber Button lag ja auch die gesamte Zeit an der Spitze. Red Bull war nicht schlecht unterwegs, aber Webber und Vettel steckten oft im Windschatten und kamen trotzdem nicht vorbei. Lotus war ebenfalls nicht sonderlich schnell.

Dazu kommen noch Toro Rosso, Force India und Sauber, die auf den Geraden sehr gut unterwegs waren. Dementsprechend könnte man in Monza ein sehr gemischtes Starterfeld sehen, mit einigen Überraschungen auf den ersten Plätzen. McLaren scheint im Moment das beste Paket zu haben, das sollte in Monza auch nicht anders sein. Aber Sauber und Mercedes sind durchaus eine Gefahr, und das nicht nur in der Qualifikation. Pirelli spielt in Italien die sichere Karte und bringt wie in Spa die harte und medium Mischung an die Strecke. Das ist nachvollziehbar, besonders weil man ja nie weiß, wie heiss es in Monza wird. Die harten Mischungen liegen mittlerweile fast allen Autos, hier sollte es also keine großen Unterschiede geben.

Bei den Boxenstopps wird es keine Überraschungen geben: Wie schon immer, werden die meisten Teams mit einem Stopp auskommen, mehr macht aus zwei Gründen keinen Sinn. Zum einen ist der Zeitverlust zwischen den Medium und den Hart nicht sehr groß, er liegt bei 0,2 Sekunden und wird vermutlich geringer, wenn die Strecke genug Gummi hat. Zum anderen kostet ein Stopp in Monza richtig viel Zeit, weil man mit 80 km/h durch die Box schleicht, während die Konkurrenz mit 310 km/h draussen vorbei rauscht. Problematisch könnten aber die Temperaturen werden, es soll bis 30 Grad warm werden. Die Reifen werden in Monza wegen der hohen Geschwindigkeiten extrem belastet, es ist die einzige Strecke, auf der man schon mal Blasen auf den Reifen sehen kann. Die Teams werden vor allem am Freitagnachmittag austesten, wie lange man die Medium-Reifen fahren kann.

Insgesamt wird man sich auf ein spannendes und sehr enges Rennen einstellen können. Ich vermute, dass die Abstände sehr gering sein werden, dazu kommt, dass man, wie in Spa gesehen hat, mit den Wagen mittlerweile auch recht dicht in den Kurven an den Vordermann ranfahren kann. Der Einsatz von KERS und die DRS-Zone (Start-Ziel und zwischen der letzten Lesmo und der Ascari) werden entscheidende Bedeutung haben. Ein Auge sollte man auf Jerome D’ Ambrosio werfen, der den gesperrten Romain Grosjean ersetzt. Monza ist eine gute Strecke für einen Einsatz, zum dem kennt der ehemalige Marussia-Pilot die Strecke sehr gut. Man wird von ihm nicht erwarten, dass er in Q3 kommt, aber irgendwas um P10 herum wäre schon nett.

Es fällt schwer, einen Favoriten zu bestimmen. McLaren vielleicht, eventuell überrascht wieder einmal Sauber. Mercedes hat, wenn sie denn nicht wieder in Reifenprobleme kommen, eine Chance auf das Podium. Lotus wird sich schwer tun und ich vermute auch Ferrari. Ein Alonso-Sieg in Monza wäre für die Fans eine schöne Sache, aber die Chancen stehen eher nicht so gut.

Hinter den Kulissen bewegt sich auch einiges. Wie im Podcast schon besprochen, scheint Hamilton im Moment in ernsthaften Gesprächen mit Mercedes zu sein. Das macht für Hamilton sportlich gesehen auf den ersten Blick wenig Sinn. Langfristig betrachtet aber vielleicht schon. Der W03 ist nicht sonderlich gut, aber besteht kein Grund zur Annahme, dass das Team um Ross Brawn die Fehler nicht ausmerzen kann. Wie schnell sich die Gewichte in der F1 verschieben hat man in diesem Jahr gesehen. Dazu kommt, dass ab 2014 neue Motoren kommen, vermutlich will man dann in einem Werkswagen sitzen. Die Gerüchteküche besagt zu dem, dass Mercedes, dank arabischer Unterstützung, 25 Millionen pro Saison auf den Tisch legen will. Alle Seiten halten sich im Moment bedeckt, es gibt aber auch keine Dementis. An der Sache ist also mehr dran, als man denkt.

Gerüchte gibt es auch um Nico Hülkenberg (ebenfalls siehe Podcast). Meinen Informationen nach ist noch nichts fest, aber Ferrari sucht wohl einen Fahrer, der für ein Jahr Massa ersetzen kann. 2014 will man Perez in den Wagen heben und ihn als Alonso-Nachfolger aufbauen, der 2015 oder 2016 aufhören möchte. Für Hülkenberg ist das natürlich eine Chance, aber offenbar ist er im Moment sowieso sehr begehrt. Wenn Hamilton McLaren verlässt und die Briten nicht Räikkönen bekommen (Lotus hat das schon kategorisch ausgeschlossen), wird man an Hülkenberg interessiert sein. Oder Paul di Resta, aber der Deutsche macht im Moment im Rennen den besseren Eindruck. Sollte Räikkönen aber dennoch zu McLaren wechseln wollen (und können) steht der Deutsche wiederum wohl auch weit oben auf der Liste von Lotus. Bewegung wird in die ganze Sache aber erst reinkommen, wenn sich Hamilton entschieden hat.

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September 02 2012

16:52

Formel Eins: Analyse Spa 2012

Ein ereignisreiches Rennen, dass allerdings am Start knapp an einer Katastrophe vorbei schrammte. Die WM ist jetzt wieder völlig offen.

Die Wetten, dass Maldonado am Start irgendeinen Blödsinn fabrizieren würde, standen recht gut und er tat mit seinem Fehlstart alles, sie zu erfüllen. Aber was Grosjean sich in Spa geleistet hat, war dann doch eine ganze Ecke zu viel. Ein Unfall in der Startphase ist immer schlimm, man lässt sich deswegen auch immer etwas Platz. Eine Regel, von der der Franzose offenbar nichts gehört hat. Er klemmte Hamilton ein, der keine Chance hatte und er wusste, dass er den Briten den Weg abschneidet. Er war nicht mal halb vorbei, da hatte der McLaren-Pilot nicht mal die Chance vom Gas zu gehen, ohne eine Berührung zu riskieren. Die anschliessende Kollision war furchterregend, gerade weil der gesamte Lotus quer in der Luft liegend ein paar Zentimeter am Cockpit des Ferrari vorbei flog. Wie knapp das war, twitterte Alonso nach dem Rennen dann selber. Niemand kam zu Schaden, und Unfall würfelte das Feld gehörig durch. Die FIA war aber mächtig sauer.

Nach dem Rennen bestrafte die FIA dann Grosjean und sperrte ihn für das Rennen in Monza. Plus eine Strafe von 50.000 Dollar. Man wirft ihm eine “schweren Bruch der Regeln” vor und die willentliche Gefährdung anderer Fahrer. Zu dem war man wohl sauer, weil sich weder das Team, noch Grosjean während und nach dem Rennen offiziell entschuldigt hat. Wie auch immer: So einen Unfall will man nicht auf einer Strecke sehen, wo der Weg vom Start zur ersten Kurve länger ist und es weniger Auslaufzonen gibt, die Strafe ist hart, aber vielleicht hilft es ja. Normalerweise müsste jetzt Jerome D’Ambrosio in Monza fahren, aber mal abwarten, was Lotus diese Woche entscheidet. Ich bin mit der Strafe einverstanden. Sie ist nicht allein auf den Unfall in Spa zurückzuführen, sondern basiert auf einer ganzen Reihe von Kollisionen in diesem Jahr. Die Heftigkeit des Unfalls in Spa und das Fehlen jeder Entschuldigung hat die Strafe nachvollziehbar gemacht.

Mit dem Unfall verabschiedeten sich auch die Hoffnungen von Sauber, Alonso und Hamilton. Sauber, aussichtsreich aus P2 und P5 gestartet, verlor Perez sofort. Kobayashi, der schlecht gestartet war, fiel ans Ende des Feldes zurück. Das sein Wagen überhaupt noch fuhr nach dem Hamilton drüber flog, war schon eine kleine Sensation. Der Ausfall von Alonso eröffnete dann eine gute Möglichkeit für Räikkönen und beide Red Bull. Letztere steckten nach dem Crash um P10 herum, doch der RB8 erwies sich im Rennen mal wieder etwas besser, als in der Qualifikation.

Vorne zog jedoch Jenson Button nach dem Restart einsam seine Runde. Kein Konkurrent war in der Lage, dem McLaren zu folgen, Button brannte die schnellsten Rundenzeiten in den Asphalt und besorgte sich schnell ein Polster von mehr als 10 Sekunden. Der Champion von 2009 hatte schon in der Quali geszeigt, dass die neuen Updates am McLaren perfekt funktionieren. Dazu kam ein neuer Heckflügel, um den es teamintern aber großen Ärger gab. Während sich die Button-Mannschaft dazu entschloss, den Flügel zu fahren, schraubte man Hamilton die alte Version drauf. Der beschwerte sich nach dem Rennen per Twitter mit einem herzhaften “wtf” und stellte bei Instagram als Beweis ein Bild der Telemetriedaten ein. Er löschte das Bild zwar wieder, aber da war es dann schon zu spät.

Erklärung der Linien von unten nach oben:
- Gaspedalstellung
- Getriebe, Gang
- Gestrichelte Linie = Zeitverlust zu Button, je weiter sie nach unten zeigt
- Bremse (nicht ganz sicher)
- Geschwindigkeit
- Die Zahlen links zeigen Unterschiede zu Button

Red Bull und Ferrari vermeldeten süffisant, dass sie sich die Zahlen sehr genau anschauen würden. Viel anders als das, was man selber an Daten hat, wird es aber auch nicht sein.

Aber zurück zum Rennen. Button vorne war weg, dahinter wollte es sich Räikkönen bequem machen, der musste sich aber mit Nico Hülkenberg rumschlagen, der im Startgetümmel irgendwie auf P3 gelandet war. Hinter lag Paul di Resta, der allerdings das gesamte Rennen ohne KERS auskommen musste, und dementsprechend zurück fiel. Der Deutsche brannte vorne aber ein kurzes Feuerwerk und schnappte sich dank DRS auch den Lotus. Wegen des hohen Reifenverschleiss des Force India musste er aber eine andere Strategie einschlagen und verlor P2 am Ende gegen Räikkönen und Vettel. Aber er hat sich mal wieder nachdrücklich für ein Cockpit in einem Top Team empfohlen und die Gerüchteküche in Spa bringt in mittlerweile mit Ferrari in Verbindung. Die werden sich das Rennen des Deutschen genau angeschaut haben, landete er doch vor Massa.

Maßgeblich für den Ausgang des Rennens war aber die Reifenstrategie. Es hatte kurz vor dem Rennen Gerüchte gegeben. das Red Bull eventuell Probleme haben würde. Es war sogar zu lesen, dass Horner von Pirelli verlangt habe, aus Sicherheitsgründen alle Teams auf drei Stopps festzulegen. Paul Hembry kommentierte die Meldungen mit “Blödsinn” und auch bei Red Bull wollte man nichts davon wissen. Tatsächlich splitteten sie die Strategie von Vettel und Webber und ließen Vettel mit einer Ein-Stopp-Strategie fahren. Im Falle von Button, der ebenfalls nur einmal hielt, war ich mir sicher, dass es klappen würde, bei Vettel nicht. Aber offenbar ist die harte Mischung sehr widerstandsfähig und hält locker eine halbe Renndistanz in Spa durch. Das es recht kühl war, mag Red Bull geholfen haben.

Vettel profitierte aber nicht nur von einer guten Strategie. Er kämpfte sich an Webber, Massa und Senna vorbei, jeweils in der letzten Schikane. Besonders peinlich für Massa, den gleich zweimal auf die gleiche Art und Weise stehen ließ. Vermutlich wäre Vettel Button am Ende noch näher gekommen, wäre er schneller an Michael Schumacher vorbei gekommen, der ihn eine Zeit lang aufhalten konnte. Ein weiteres Glück war, dass Vettel nach seinem Stopp in eine Lücke rauskam und so “clean air” hatte, seine neuen Reifen also effektiv nutzen konnte. Und so konnte er dann von P11 auf P2 vorfahren.

Sein ärgster Konkurrent war Kimi Räikkönen, aber bei Lotus hatte man sich mit der Strategie verhauen. Der erste Stopp kam zwar spät, aber eigentlich noch etwas zu früh. Die Zwei-Stopp-Strategie war nur auf dem Papier schneller, dazu kam, dass sich der Finne mit Schumacher rumschlagen musste, der auf der Geraden deutlich schneller war, als der Lotus. Zwar passierte Räikkönen den Ex-Meister vor, bzw. in Eau Rouge auf spektakuläre Art und Weise, profitierte aber auch davon, dass Schumacher zu diesem Zeitpunkt der sechste Gang fehlte. Räikkönen war von vielen als möglicher Sieger getippt worden, aber das Rennen zeigte dann doch, dass Lotus noch ein ganzes Stück davon entfernt ist, Druck auf die Spitze ausüben zu können. Immerhin holte der Finne einen dritten Platz, mehr wäre auch nicht drin gewesen. Im Gegenteil, mit Alonso und Hamilton wäre es sehr eng geworden.

Mercedes machte in der Quali genau das, was man erwartet hatte, nämlich in Q2 hängen bleiben. Im Rennen sah die Sache jedoch ganz anders aus. Schumacher hatte in der Unfallphase etwas Glück und wurde auf P5 nach vorne gespült. Im Verlauf des ersten Stints zeigte er aber, was er noch kann und schnappte sich nacheinander die Force India und den Lotus. Die Strategie von Mercedes sah nur einen Stopp vor, doch das ging am Ende schief. Erstaunlicherweise schien der Wagen mit leichter werdenden Auto die Reifen mehr zu belasten, als mit vollen Tanks. Am Ende wurde es nur P7, aber das entspricht dann auch dem Platz, auf den Mercedes zur Zeit gehört.

Rosberg erging es ebenfalls nicht gut. Er fand sich nach der ersten Runde auf P13 wieder, immerhin 10 Plätze vor seinem Startplatz. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Rosberg sich von dort aus, ebenso wie Massa, der vor ihm lag, nach vorne würde fahren können, aber das passierte nicht. Rosberg blieb einfach stecken. Durch die teilweise frühen Boxenstopps wurde er nach vorne gespült, Mercedes ließ ihn allerdings zu lange draussen und er verlor seine gute Position wieder. Auch seine Ein-Stopp-Strategie ging am Ende schief. Immerhin zeigte er mit frischen Reifen und leeren Auto am Ende sehr gute Rundenzeiten.

Massa hatte ein unauffälliges Rennen. Von P14 gestartet schob er sich langsam aber sich durch das Feld und belegte am Ende P5. So ein Rennen hätte man eigentlich von Rosberg erwartet, also kann man schon sagen, dass Massa sich gut geschlagen hat. Sein Abstand auf die Spitze betrug am Ende knapp 30 Sekunden und zeigt, wie gut der F2012 im Rennen war. Und was man mit Alonso vorne verpasst hat.

Erwähnenswert sind doch die Toro Rosso. Vergne und Ricciardo überlebten den Startunfall und fanden sich zeitweise auf P6 und P7 wieder. Beide fuhren ein kluges Rennen, ohne unnötigen Risiken einzugehen, konnten aber Webber, Vettel und Massa nicht halten, die von hinten an ihnen vorbei stürmten. Am Ende landete Vergne auf P8 und Ricciardo auf P9, was Toro Rosso wichtige Punkte einbrachte.

Was sonst noch war:

- Maldonado hatte erst einen fulminanten Fehlstart (er war von der Kupplung abgerutscht) und zerlegte den Williams dann nach dem Restart irgendwo zwischen La Source und Eau Rouge. Und wieder keine Punkte. Er hat seit seinem Sieg keine mehr geholt. Dafür bestrafte ihn die FIA nach dem Rennen mit einer Rückversetzung von 10 Plätzen in Monza. 5 für den Frühstart, 5 weil er eine weitere Kollision hatte. Maldonando ist auf einem guten Weg, alle Strafen, die die FIA in einer Saison so aussprechen kann, einzuholen. Langsam hat man den Eindruck, dass der Venezuelaner Williams mehr kostet, als er bringt.

- Bruno Senna fuhr mal wieder ein gutes Rennen. Er hielt beide Red Bull eine Zeit hinter sich und blieb die ganze Zeit in den Punkten. Die Eins-Stopp-Strategie passte beim ihm aber nicht so ganz, dazu kam ein schleichender Plattfuss in den letzten Runden. P12 entspricht nicht der Leistung von Senna, der zu dem die schnellste Rennrunde fuhr. Wenn Senna seine Quali-Schwäche abstellen könnte, wären Punkte drin.

- Marussia hatte ein neues Update nach Spa geschleppt und das hat sich offenbar ausgezahlt. Zwar war man immer noch weit hinten, verkürzte aber Rückstand auf Caterham. Die waren in Spa einfach nur langsam.

Für die WM bedeutet der Ausfall von Alonso mehr Spannung.

Alonso – 164
Vettel – 140
Webber – 132
Räikkönen – 131
Hamilton – 117
Button – 101

Button dürfte aus der WM raus sein, für Hamilton gibt es eine kleine Restchance. Ab Räikkönen haben alle noch sehr gute Aussichten auf die WM-Krone. Für Alonso geht es jetzt darum, so schnell wie möglich die Gegner wieder hinter sich zu lassen. Gut für ihn ist, dass er bisher erst vier neue Motoren eingesetzt hat. Für Monza wird auf jeden Fall ein neues Aggregat benötigen, aber die Konkurrenz hat schon den fünften Motor im Heck. Ein kleiner Vorteil für Ferrari, der sich am Ende der Saison noch richtig auszahlen könnte.

2vzix Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_029 F1_SPA_2012_028 F1_SPA_2012_027 F1_SPA_2012_026 2012 Belgian Grand Prix - Saturday 2012 Belgian Grand Prix - Saturday F1_SPA_2012_023 F1_SPA_2012_022 F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium F1 Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_012 F1_SPA_2012_011 Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Qualifying Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_006 GP BELGIO F1/2012 GP BELGIO F1/2012 GP BELGIO F1/2012
Bilder: Ferrari, McLaren, Daimler AG, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Marussia, Caterham, Force India, Lotus

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August 20 2012

05:21

Formel Eins: Halbzeit-Zeugnis 2012

Abwechslungsreich, spannend, unvorhersehbar. Die 2012er Ausgabe der F1-Weltmeisterschaft hat bisher aller Erwartungen übertroffen. Das gilt allerdings nicht für alle Teams.

Während die Formel Eins Teammitglieder eine wohlverdiente Pause einlegen, kann man nach etwas mehr als der Hälfte der Rennen der diesjährigen Saison ja mal eine Zwischenbilanz ziehen. Wer hat enttäuscht, wer hat überrascht? Die Bilanz fällt unterschiedlich aus, vor in der Spitzengruppe. In den bisherigen Rennen wurde deutlich, dass die unterschiedlichen Chassis-Konzepte so nah wie nie zusammenliegen. Gerade im letzten Teil der Quali wird deutlich, wie eng es oft zu geht. Zwischen P3 und P13 liegen manchmal nur drei oder vier Zehntel. Das macht die Formel Eins spannend, verzerrt aber auch ein wenig den Blick darauf, wie gut ein Team wirklich ist. Manche haben eine Performance, die einem Jo-Jo gleicht: heute toll, morgen miserabel. Aber grundsätzlich lässt sich schon feststellen, wer 2012 gut und wer schlecht gearbeitet hat.


Das die WM überhaupt so ausgesprochen spannend ist, hat man teilweise Pirelli zu verdanken. Die neuen Mischungen waren für viele Teams ein Rätsel, vor allem das Arbeitsfenster, in dem das Gummi möglichst lange durchhält. Das hat sich mittlerweile etwas relativiert. Die Medium Mischung ist folgsamer geworden, die Teams haben zu dem genügend Daten gesammelt, um mit den meistverwendeten Mischungen, Medium/Soft, zurecht zu kommen. Manche Teams rätseln noch immer (Mercedes, Force India), andere haben die Sache im Griff (Red Bull, Ferrari, Lotus). Ein weiterer Grund ist der Wegfall des doppelten Diffusor. Das Verbot sorgt dafür, dass die Kurvengeschwindigkeiten sich angeglichen haben, was einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass die Teams in diesem Jahr so eng zusammen liegen. Grosse Veränderungen brachte noch die Auspuff-Führung, an der weiter gebastelt wird. Vor allem im Anströmungsbereich der Heckpartie wird es sicher noch etliche Veränderungen geben. Raum für Entwicklungen ist in diesem Jahr also noch reichlich vorhanden.

Als Grundlage dient der momentane Stand der Team-WM.

1. Red Bull

Als der RB8 zum ersten Mal im Februar gesichtet wurde, dachte alle: “Was hat sich Newey denn jetzt schon wieder ausgedacht.” Die Öffnung in der Front kurz vor dem Cockpit diente aber nur zur Belüftung und war kein geheimnisvoller F-, W- oder sonst wie Duct. Und irgendwie spiegelt, dass auch die Saison der “Bullen” wider. Hohe Erwartungen, problematische Saison. Wenn man denn von “Problemen” sprechen kann, wo man doch P1 in der Team-WM einnimmt und mit zwei Fahrern noch gute Chancen auf die WM hat. Aber zumindest die Dominanz aus den letzten zwei Jahren ist weg. Es wurden strategische Fehler gemacht, der Wagen schrammte oft über die feine Linie der Legalität und mit den Reifen klappte es auch nicht immer. Dazu kam ein wenig Pech für Vettel, der mind. einen Sieg hätte mehr haben können. Dagegen sieht sein Teamkollege Mark Webber in diesem Jahr wieder deutlich besser aus, auch wenn die Quali-Ergebnise oft eher mau sind. Aber Webber fährt konstant in die Punkte, in diesem Jahr eine sehr wichtige Sache. Klar ist aber auch, dass der RB8 keine Wunderwaffe ist. Mit mittelschnellen Kursen hat der Wagen Probleme und davon kommen mit Korea, Indien, Abu Dhabi und Austin noch so einige. Der Titel in der Team-WM sollte sicher sein, die Fahrer-WM sehe ich im Moment nicht.

2. McLaren
Irgendwann muss McLaren in Sachen Entwicklung nach den ersten drei Rennen falsch abgebogen sein. War man zu Beginn der Saison absolut auf der Höhe, änderte sich das Bild nach den Tests in Mugello deutlich. Wo genau die Probleme des MP4-27 liegen, wird nicht so recht klar, aber nach der Änderung der Seitenkästen in Hockenheim, geht es wieder bergauf. Erstaunlich, dass McLaren so lange gebraucht hat, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen, denn normalerweise gelten sie als Meister der Weiterentwicklung. Zu Red Bull fehlen in der Team-WM 53 Punkte. Das ist aufholbar, wenn auch schwer, zu mal Jenson Button immer mal wieder schlechte Rennen hat und das Glück auch nicht immer auf der Seite von Lewis Hamilton zu sein scheint. Beiden Fahrern kann man wenig vorwerfen, vor allem Button nicht, der in den ersten zwei Monaten schon als Weltmeister gehandelt wurde. Das kann er sich nun abschminken, Hamilton hat mit seinem Rückstand von 47 Punkten auch nur noch Außenseiterchancen.

3. Lotus
Sicher das Überraschungs-Team des Jahres. Wer hätte nach der völlig verkorksten Saison 2011, den Gerüchten um finanzielle Probleme und der kompletten Fahrer-Neubesetzung gedacht, dass ausgerechnet Lotus mit dem eher konservativ entwickelten E20 so weit vorne sein würde? Also großes Lob an die Ingenieure, die allerdings ein wenig Glück hatten, dass die Pirelli scheinbar für sie gemacht werden. Als weiterer Glücksgriff erwies sich die Verpflichtung von Kimi Räikkönen. Ich war, wie viele andere auch, sehr skeptisch, was den Finnen angeht, seine lustlose Saison 2009 und seine eher schmalen Erfolge in der WRC stimmten da nicht sonderlich euphorisch. Und doch, Kimi ist seit dem ersten Rennen vorne mit dabei. Wäre die Strategie von Renault in Spanien und Ungarn besser gewesen, wäre der Sieg schon längst da. So ist er langsam überfällig. Und seine Chancen in der WM sind mit 48 Rückstand auch nicht schlechter als die von Hamilton. Im Gegensatz zum Briten hat Räikkönen aber einen Wagen, der auf allen Strecken gut geht. Eine weitere Überraschung ist Romain Grosjean, der sich so langsam in den Griff bekommt. Er hat einige gute Ergebnisse weggeworfen (Australien, China als Beispiel), sich aber im Laufe der Saison verbessert. Grosjean ist im Moment eines der größten Talente in der F1, wenn seine Ungeduld weiter kontrollieren kann und mehr Erfahrung hat, dürfte der erste Sieg nicht weit weg sein. Lotus hat eine fantastische erste Saisonhälfte hingelegt – und damit auch die Basis für 2013 gelegt.

4. Ferrari
Eigentlich müsste man Ferrari in “Ferrari Alonso” umbenennen. Ohne den Spanier wäre Ferrari im Nirgendwo und in Maranello würde wöchentlich ein weiterer Fernseher aus dem Wohnzimmerfenster von Luca di Montezemolo fliegen. Alonso scheint in der Form seines Lebens zu sein, auch wenn in diesem Jahr immer mal wieder ein wenig Glück dazu kam (China, Valencia). Der F2012 ist ebenso hässlich wie unausgegoren. Die neue, ungewöhnlich flache Vorderradaufhängung ist kein Glücksgriff, das Heck war es auch nicht. Aber Ferrari hat Alonso und viel Geld, damit hat man den Wagen den Wagen flott bekommen. Da muss man dem Team schon Respekt zollen, wie man sich durch die schwierige Anfangsphase gearbeitet hat. Zwei weitere Geheimnisse sind die nicht vorhandene Ausfallquote von Alonso und dass Ferrari-Motoren auch im gebrauchten Zustand kaum an Leistung verlieren. In Maranello ist man sich sicher, dass man zwischen 3 und 5 % weniger Leistung verliert, als die Konkurrenz. Dennoch ist die klare WM-Führung insgesamt eine Überraschung und spiegelt auch nicht so richtig die Saison wider. Denn auch bei Ferrari gibt es Probleme und die heißen Felippe Massa. Der Brasilianer hat Probleme mit den Reifen und dem Wagen, was eine unschöne Kombination ist. Der fahrerische Komplettausfall von Massa kostet Ferrari auch richtig Geld, denn eigentlich müsste man an Red Bull dran sein. Das Massa noch eine Saison dranhängen darf, ist aber so unwahrscheinlich nicht, denn Ferrari fehlen die Alternativen in Sachen Top-Piloten und Sergio Perez macht noch nicht zwingend den Eindruck, dass er reif für die Italiener ist.

5. Mercedes
“Wir hatten den Speed”. Den Spruch wird Norbert Haug wohl nicht mehr los, in diesem Jahr passte es dann wenigstes auch zwei Mal. Der erste Sieg in China und die Pole von Schumacher von Monaco dürften einigen ranghohen Teammitgliedern den Job gerettet haben. Das F1-Engagement von Mercedes ist in der Daimler AG nicht unumstritten, auch wenn es, laut Haug, kein Geld kostet, sondern einbringt. Damit mein der Motorsport-Chef vermutlich aber auch die mediale Reichweite. Aber Mercedes sieht dabei insgesamt nicht gut aus. Das Chassis ist deutlich besser als das letztjährige, die schon angesprochenen engen Abstände lassen Mercedes etwas schlechter aussehen, als es tatsächlich ist. Über einen Abstand von 3 Zehnteln auf die ersten Drei hätte man sich letztes Jahr gefreut. Aber der W03 scheint die Entwickler vor Rätsel zu stellen. Eine Weiterentwicklung ist zu sehen, der große Sprung fehlt aber. Vermutlich hat man deswegen die Aero-Abteilung zur Saisonmitte noch mal umgekrempelt. Die Leistung von Schumacher ist schwer einzuschätzen. Er hatte viele Defekte, seine Rennen sind insgesamt nicht schlecht. Rosberg scheint in diesem Jahr manchmal frustriert zu sein, gerade wenn er im Mittelfeld unterwegs ist, kann er sich nicht recht befreien. Ein Grund dafür kann das offenbar sehr enge Fenster sein, in dem man die Reifen mit dem Mercedes bewegen muss. Bleibt zu hoffen, dass Mercedes auf Strecken wie Spa und Monza noch mal glänzen kann.

6. Sauber
In dieser Saison läuft es für die Schweizer deutlich besser. Der Wagen ist allerdings weiter ein kleines Rätsel. Mal schiebt man sich in die Top 5, mal reicht es gerade, um die Toro Rosso hinter sich zu halten. Auch die Fahrer machen keinen konstanten Eindruck, was aber mit dem Wagen zusammenhängen dürfte. Im Grunde scheinen die Zutaten bei Sauber zu stimmen: hoher Topspeed, kaum Reifenverschleiß, zuverlässiger Ferrari im Heck. Aber dennoch stimmt das Gesamtpaket selten, von außen ist das schwer zu beurteilen. Mit 80 Punkten steht Sauber aber relativ sicher auf P6 der Team-WM, ein Auge muss man nur auf die Williams habe. Aber dort steht man sich auch oft selbst im Weg. Sergio Perez macht in diesem Jahr einen guten Eindruck, in der WM liegt er 13 Punkte vor Kamui Kobayashi. Der Japaner steckt seit letztem Jahr in einer kleinen Krise. Irgendwie scheint es bei ihm nicht richtig weiter zu gehen, auch wenn er immer mal wieder bravouröse Rennen einstreut, wie zum Beispiel in Barcelona. Aber es fehlt der letzte, entscheidende Schritt nach vorne. Kein Wunder, dass es mittlerweile ein offenes Geheimnis im Paddock ist, dass das Team an Heikki Kovalainen dran ist, der bei Lotus einen guten Job macht. Der Finne dürfte Kobayashi aber vermutlich nur dann ersetzen, wenn Perez zu Ferrari geht. Interessant ist noch, dass man ja Anfang des Jahres James Key entlassen hatte, der den Wagen entwickelt hatte. Ersetzt hat man ihn nicht, das bestehende Team arbeitet am 2013er Chassis. Da wird sich dann zeigen, wie viel Input von Key kam.

7. Williams
Einerseits ein gutes Jahr für das Traditions-Team, nach dieser katastrophalen Saison 2011. Andererseits: Der FW 34 ist ein sehr, sehr gutes Auto. Und man fragt sich immer wieder, was ein Fahrer vom Schlage Alonso, Räikkönen oder Vettel damit anfangen könnten. Pastor Maldondo fuhr in Spanien zwar ein brillantes Rennen, danach war es aber mit der Herrlichkeit vorbei. Dazu kamen etliche dumme Manöver auf der Strecke, die ihm zurecht viel Ärger einbrachten. Ich bin mir in Sachen Maldonado immer noch nicht sicher, aber das Pendel schlägt im Moment wieder mehr in die Richtung “eher blasses Mittelfeld”. Bruno Senna hat sich dagegen recht positiv entwickelt. Ein “Hot Shot” wird er nicht mehr, aber es gelingt ihm den Williams regelmäßig in die Punkte zu bringen. Was Williams fehlt, ist nur Geld, sondern auch ein guter Fahrer. Vielleicht sollte man es 2013 mit Jamie Alguersuari oder Adrian Sutil probieren, aber beide haben das Problem, dass sie die neuen Pirelli Reifen nicht kennen. Eine weitere Alternative wäre sicherlich Heikki Kovalainen, der aber wieder kein Geld mitbringt oder Valeri Bottas, der in dem freien Trainings gute Leistungen zeigte. Immerhin – Toto Wolff scheint mehr und mehr das Ruder bei Williams zu übernehmen und bisher macht seinen Job richtig gut. Für Williams wird es aber in der zweiten Saisonhälfte schwer werden, denn ihnen fehlt das Geld für die rasante Weiterentwicklung.

8. Force India
Durch die Pleite der Kingfisher Airline ist Vijay Mallya etwas unter Druck, das Geld scheint im Moment mehr vom Anteilseigner Sahara zu kommen. Aber offenbar reicht das aus, um wirklich beeindruckende Rennen abzuliefern. Grund dafür ist das gute Händchen, das Mallya bei der Auswahl seiner Konstrukteure hat. Er setzt auf ein junges Team, was aber auch bedeutet, dass diese schnell woanders hingehen, wo sie offenbar besser bezahlt werden. James Key und Mark Smith (CaterhamF1) sind zwei Beispiele. Erstaunlich, was die relativ junge Truppe mit geringem Budget auf die Beine stellt. Der achte Platz spiegelt die Leistung des Teams nicht so ganz wieder, schuld daran ist der zähe Saisonstart und die Probleme mit dem Reifenverschleiß. Eine gute Leistung bieten Nico Hülkenberg und Paul di Resta, wobei letzter ein wenig unter Druck gerät. Der Deutsche hat di Resta im Rennen meist im Griff, und dies, nachdem er ein Jahr gar nicht gefahren ist. Das Talent von Hülkenberg ist klar sichtbar, die Frage ist, bei di Resta fehlt es etwas an der Weiterentwicklung. Force India wird gute Chancen haben, Williams von Platz 7 zu verdrängen.

9. Toro Rosso
Es ist kein gutes Jahr bei Toro Rosso. Der Wagen funktioniert nicht, die neuen Fahrer tun sich schwer. Dazu kommt Unruhe im Team. Wie man hört, hat Teamchef Franz Tost den bisherigen technischen Leiter Giorgio Ascanelli entlassen und will ihn angeblich durch James Key ersetzen. Ascanelli wird wiederum mit Ferrari in Verbindung gebracht. Klar ist nur, dass Toro Rosso weit hinter den Erwartungen geblieben ist. Ob es auch so klug war im Winter beide Fahrer zu ersetzen, ist dann wieder eine andere Sache. Zumindest Alguersuari zeigte eine klare Aufwärtstendenz. Vergne und Ricciardo geben sich im Toro Rosso nicht viel, wobei Vergne vor allem in der Quali einen schwachen Eindruck macht. Im Rennen läuft es zwar besser, aber gefallen wird das Toro Rosso nicht. Schwer zu sagen, woran Vergne und Ricciardo, die beide viel Talent haben, bei Toro Rosso scheitern. Und ob sie 2013 noch im Wagen sitzen werden. Aber die Nachwuchsdecke bei Red Bull ist jetzt auch nicht mehr so dick. Ich erwarte nicht, dass sich Toro Rosso im Herbst noch wird verbessern können, eher müssen sie auf Caterham aufpassen.

10. Caterham
Und damit wäre ich dann bei der vielleicht größten Enttäuschung des Jahres. Caterham hat das Budget, einen Renault-Motor und das KERS von Red Bull. Was will man mehr? Hat sich sicherlich auch Tony Fernandes gefragt, der vor der Saison gefordert hatte, dass man in Reichweite der Punkte kommt. Davon ist man meilenweit entfernt. Der Wagen ging erst einmal überhaupt nicht, wurde im Mai komplett umgebaut und hängt den Toro Rosso immer noch nach. Jeder zufällige Einzug in Q2 wird schon wie ein Sieg gefeiert. Das kann es nicht sein, kein Wunder, dass Tony Fernandes seinen Chef-Konstrukteur Mike Gascoyne zum “Caterham Chef-Konstrukteur” weg befördert. Dabei durften gleich einige Angestellte als Gascoyne/Toyota Seilschaft mitgehen. Seit dem geht es etwas besser für Caterham. Heikki Kovalainen macht einen richtig guten Job, vor allem im Rennen. Von Vitaly Petrov hatte ich mir etwas mehr erwartet, der Russe schimpft viel über den unfahrbaren Caterham, ansonsten sieht man ihn selten. Wäre zu wünschen, wenn Caterham im Herbst noch etwas näher ans hintere Mittelfeld ranrücken kann.

11. Marussia
Hier war nicht viel zu erwarten, und so wird es auch weiterhin sein. Die Russen haben, trotz der technischen Kooperation mit McLaren, nicht viel Zustande gebracht. Der Abstand zu Caterham ist enttäuschend hoch, in der Quali, wie im Rennen. Auch der große Umbau des Wagens zur Saisonmitte brachte nicht die gewünschten Ergebnisse. Dazu kam dann auch noch der Unfall von Maria de Villota. Zu den Fahrern kann man naturgemäß wenig sagen. Timo Glock macht den Eindruck, dass ihm manchmal schwerfällt, die 110%ige Motivation zu finden, Charles Pic ist immerhin besser unterwegs, als ich das zunächst erwartet habe. Als Pay-Driver macht er seine Sache gut, mal sehen ob er anderes als D’Ambrosio und Luca di Grassi noch eine weitere Saison fahren darf.

12. HRT
Man sieht die HRT eigentlich nur zweimal: einmal von hinten beim Start, einmal, wenn sie überrundet werden. Der Zeitabstand nach vorne ist so groß und breit wie der Grand Canyon. HRT ist ein Geister-Team. Neulich mit einem Motorsport Printkollegen über HRT gesprochen, dem fiel dann nicht mal der Name des zweiten Fahrers neben de la Rosa ein. Narain Karthikeyan heißt der, und er macht seine Sache gut, wenn “gut” bedeutet, dass er nicht im Weg rumsteht und nichts kaputt macht. Teamchef Sala meinte neulich, dass man das Potenzial des Autos erst zu 50% ausgeschöpft hat, was schwer danach klingt, dass man mit dem Wagen auch im nächsten Jahr starten will. Aber nun gut – Teams wie HRT gehören zur Formel Eins. Es wäre nur schön, wenn sie sich weiterentwickeln würden.

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July 23 2012

05:21

Formel Eins: Analyse GP Deutschland 2012

Ferrari war wie erwartet bärenstark in Hockenheim, McLaren zeigte, dass die Updates funktionieren und Red Bull hatte jede Menge Ärger mit den Rennkommissaren.

Der Ärger für Red Bull ging schon vor dem Rennen los. Cirka drei Stunden vor dem Start sickerte im Paddock durch, dass die Rennkommissare einige Probleme mit den Telemetrie-Daten von Red Bull hatten. Genau ging es um die Drehmomentwerte im mittleren Drehzahlbereich. Offenbar entwickelte sich das Drehmoment nicht linear zur Drehzahl des Motors, bzw. zur Pedalstellung. Im Grunde versuchte Red Bull das Verbot des angeblasenen Diffusor zu umgehen. Wie genau der Trick aussah, ist leider nicht bekannt. Nach langem hin und her beschloss die FIA, dass das Mapping von Red Bull nicht erlaubt, aber auch nicht verboten sei, da sie eine Lücke im Reglement ausnutzten. Klar ist aber, dass die FIA die Regeln für das Rennen in Ungarn anpassen wird. Aber der Ärger ging für Red Bull nach dem Rennen weiter. Zuvor lieferte Ferrari eine ziemlich beeindruckende Show ab.

Mein Tipp, dass die Ferrari in Hockenheim stark sein würden, bewahrheitete sich dann auch mal. Die Strecke und das Wetter passten perfekt auf den F2012, der sich in den letzten Rennen stark verbessert gezeigt hat. Alonso zog am Start locker in Front, konnte während des Rennens aber weder Vettel noch Button abschütteln. Normalerweise versucht man seinen Vorsprung auf 5 bis 8 Sekunden auszudehnen, aber davon war Alonso weit entfernt. Sein Glück war, dass der Ferrari innerhalb der langen DRS-Zone schnell genug war, um vor dem Red Bull und dem McLaren zu bleiben. Auch bei der Strategie machten die Italiener keine Fehler. Die 2-Stopp-Strategie war richtig, ebenso die Entscheidung, zwei mal auf die “Medium” Mischung zu setzen. So blieb man mit Vettel auf Wellenlänge. Eventuell könnte man Red Bull den Vorwurf machen, im zweiten Stint nicht auf die “Soft” Mischung gesetzt zu haben. Damit hätte Vettel den Spanier eigentlich schnappen müssen, allerdings wäre sein letzter Stint auf den Medium dann sehr lange geworden. Zu dem zeigten die Rundenzeiten in diesem Moment des Rennens, dass die härtere Mischung die besseren und vor allem konstanteren Rundenzeiten lieferte.

Es war kein leichter Sieg für Alonso, da er, bis wenige Runden, immer unter Druck stand. Ferrari scheint aber im Moment die richtige Balance aus Speed und Reifenverschleiss zu haben, gleichzeitig kommt der Wagen auf allen Strecken gut klar. Was er bisher nicht mag sind Temperaturen unter 20 Grad, da man dann die Reifen nicht mehr richtig aufheizen kann. Den schnellsten Wagen hatte man aber nicht unbedingt. Zum einen gelang Schumacher mit frischen weichen Reifen und leerem Tank die schnellste Runde, zum anderen gelang es Jenson Button einen Rückstand von knapp 8 Sekunden nach den ersten Runden zu beseitigen. Wie Vettel vorher steckte er aber in der dirty air des Ferrari fest.

McLaren hatte ein großes Updatepaket mit nach Deutschland gebracht. Die Seitenkästen fallen nun steiler nach unten und haben einen leichten Undercut, ähnlich dem von Red Bull. Auch die Auspuffanlage und der Unterboden sind neu. Um so mehr ärgerte sich McLaren über den verregneten Freitag, an dem man weniger ausprobieren konnte, als vorher. Offensichtlich liefert die neue Variante mehr Abtrieb und sorgt so dafür, dass die Reifen besser auf Temperatur kommen. Ein Grund auch dafür, warum Jenson Button in Hockenheim wieder aus der Versenkung auftauchte.

Der Brite fuhr ein sehr gutes Rennen, kämpfte sich von P6 gestartet auf P2 nach vorne. Allerdings fiel auf, dass ihm am Ende die Reifen ausgingen und Vettel, der schon 2.5 Sekunden hinter lag, konnte wieder aufschliessen. Und dann kam dann die Szene, die nach dem Rennen noch für Ärger sorgte. Ausgangs der Haarnadel, wenige Runden vor Schluss, versuchte Vettel außen an Button vorbei zu gehen. Der drückte den Deutschen etwas raus, Vettel war mit allen vier Reifen hinter der weißen Linie, überholte Button aber dennoch. Nach dem Rennen entschieden die Kommissare dann, dass Vettel dafür eine 20 Sekunden Strafe bekommen würde. Er fiel damit von P2 auf P5 zurück.

Man kann nicht darüber streiten, dass Vettel sich außerhalb der weißen Linie einen Vorteil verschafft hat. Ich darf aber an Bahrain erinnern, wo Hamilton selbiges mit Rosberg machte, nach dem dieser den Briten weit raus gedrückt hatte. Damals sah man von einer Strafe ab, weil Hamilton während des Vorgangs schon vor Rosberg gelegen hatte. Vettel war am Ausgang der Kurve aber hinter Button. Kann man bestrafen, muss man aber nicht. In diesem Fall wäre es vielleicht fair gewesen, die Strafe auf 10 Sekunden zu beschränken, dann wäre Vettel auf P3 zurück gefallen.

Klar war während des gesamten Rennens, dass Ferrari, Red Bull und McLaren im Moment gleich schnell unterwegs sind. Es gibt Unterschiede, je nach dem, wie der Reifenverschleiss ist, das gleicht sich aber über eine Renndistanz wieder aus. Hamilton, der schon in der ersten Runde einen Reifenschaden hatte, zeigte im Rennen, dass auch er vorne hätte mitfahren können. Sein Überholmanöver gegen Vettel, als er eine Runde zurücklag, bezeichnete der Deutsche als “Idiotisch”, was man auch so sehen kann. Ich verstehe auch nicht, warum Hamilton zu diesem Zeitpunkt sich in den Führungskampf einmischte. Um zu beweisen, dass er hätte mithalten können, hätte es auch ausgereicht, wenn er sich ins Heck von Vettel geklemmt hätte. Allerdings: Falsch gemacht hat Hamilton nichts, die blaue Flagge gilt nur, wenn man langsamer ist.

Hinter den Top 3 ging es bis Runde 40 sehr eng zu. Das Schumacher P3 nicht würde halten können, war schon vor dem Rennen klar. Räikkönen und Button waren deutlich schneller und dementsprechend fiel er auf P5 zurück. Dass er sich am Ende aber auch beiden Sauber geschlagen geben musste, war dann doch etwas überraschend. Interessant war es auch deswegen, weil Kobayashi auf einer 2-Stopp-Strategie unterwegs waren. Schumacher stoppte in Runde 14, 36 und 52. Kobayashi, der von P12 gestartet war, stoppte in Runde 22 und 43. Perez, der auf P6 ins Ziel kam, stand in Runde 17 und Runde 40. Überhaupt zeigte sich die 2-Stopp-Strategie überlegen. Auch wenn die Gesamtstandzeit in Hockenheim relativ gering ist, das Problem waren die Reifen. Die “Medium” Mischung war der “Soft” nicht so weit unterlegen, wie man erhofft hatte. Schumacher gelang am Ende zwar die schnellste Runde, kam aber an den Sauber nicht mehr vorbei. Der Fehler lag dabei in der Strategie von Mercedes, die aber wohl nicht anders konnten, als drei Stopps zu machen, da sie mal wieder Probleme mit dem Reifenverschleiss hatten.

Sauber holte mit der Strategie das Maximum raus. Immerhin schob man Kobayashi und Perez auf P4 und P6, nachdem beide in der Regen-Quali nicht gut aussahen. Interessant ist der Vergleich mit Hülkenberg, der von P4 gestartet war. Er lag lange in Top 5, doch dann schlug die Strategie zu. Weil der Sauber besser mit den Reifen umgeht, musste Force India wie Mercedes auf 3-Stopps setzen. Das kostete Hülkenberg viel Zeit und so landete er nur auf P9. Di Resta erging es noch schlechter, er verlor durch den letzten Stopp seine Position in den Top 10 und kam auf P11, da er sich Nico Rosberg geschlagen geben musste. Rosberg gelang ein gutes Rennen, immerhin musste er von P22 starten. Allerdings fiel auch auf, dass er in seinem Mittelstint um P12 stecken blieb und nicht weiter nach vorne kam. Der Speed des Mercedes ist zwar besser als der des Force India, aber nur gerade so.

Ein zähes Rennen hatte auch Mark Webber, der kaum von der Stelle kam. Er startete als Achter und landete am Ende auch dort. Im Gegensatz zu Vettel schien der RB8 nicht die Rundenzeiten zu bringen, die man aus den letzten Rennen gewohnt war.

Weitere Fahrer:

- Pastor Maldonado ging völlig unter. Immerhin von P5 gestartet, landete er am Ende nur auf P15. Auch bei Williams versuchte man es mit einer 3-Stopp-Strategie, aber dem Williams fehlte dafür die Geschwindigkeit. Er wurde nach und nach durch gereicht.

- Bruno Senna hatte wie Hamilton ein Problem in der ersten Runde und fiel auf den letzten Platz zurück. Bemerkenswert waren seine Runden nach dem Stopp. Er kam kurz vor Alonso auf die Strecke, konnte sich aber vor dem Führungsduo halten und fuhr teilweise schnellere Zeiten. Immerhin ein Lichtblick für Williams.

- Romain Grosjean hatte ebenfalls einen Nasenwechsel und fiel danach nicht weiter auf

- Felippa Massa zerstörte sich seinen Flügel am Start an einem Toro Rosso, konnte sich aber immerhin auf P12 zurück kämpfen. Für Ferrari dennoch ärgerlich, weil man wichtige Punkte in der Team-WM verlor.

- Beide Toro Rosso sind weiter zu langsam und spielen auch im Mittelfeld kaum eine Rolle.

- Caterham war im Rennen wieder etwas besser, aber es fehlt weiterhin der entscheidende Schritt nach vorne.

In einer Woche geht es schon weiter, dann steht der GP von Ungarn auf dem Programm.

F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1 Grand Prix of Germany - Qualifying GP GERMANIA F1/2012 GP GERMANIA F1/2012 GP GERMANIA F1/2012 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany Motor Racing - Formula One World Championship - German Grand Prix - Race Day - Hockenheim, Germany Motor Racing - Formula One World Championship - German Grand Prix - Race Day - Hockenheim, Germany F1_HOC_2012_12 F1_HOC_2012_13 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1_HOC_2012_18 F1_HOC_2012_19 F1_HOC_2012_20 2012 German Grand Prix - Saturday 2012 German Grand Prix - Friday F1_HOC_2012_23 F1_HOC_2012_24 GP GERMANIA F1/2012
Bilder: Ferrari, DaimlerAG, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Williams, Sauber, McLaren, Lotus, Force India, Caterham, Marussia

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February 24 2012

21:20

Formel Eins: Analyse Erste Testwoche Barcelona

Wie zu erwarten war, haben die Teams auch in Barcelona weiter gemauert. Eine genaue Analyse fällt schwer, Tendenzen sind aber auf jeden Fall zu erkennen.

Die Teams waren allesamt fleissig in der vergangenen Woche, sieht man mal von Lotus ab, die wegen eines Problems mit dem Chassis gar nicht testen konnten. Sie bekommen beim letzten Test zwar einen “Gratistag” geschenkt, verlieren aber insgesamt dennoch zwei sehr wichtige Testtage. Wie ungemein wichtig die Zeit auf der Strecke ist, hat Ferrari bewiesen, die heute zumindest mal ein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Dennoch scheint es so, als ob der aerodynamisch und technisch sehr komplexe F2012 noch einiges an Arbeit benötigt, bis auf dem Niveau von Red Bull und McLaren ist, die beide die bisherigen Tests domniert haben. Im Mittelfeld sieht es vor allem zwischen Sauber und Force India sehr eng aus, Toro Rosso scheint nicht ganz auf deren Niveau zu sein. Weiterhin Großbaustellen sind der Williams und vor allem der Caterham.

Ferrari kam heute endlich mal dazu, richtig viele Runden zu drehen. In den ersten Tagen war man noch mit Abstimmungtests beschäftigt und probierte verschiedene Auspuff-Konfigurationen aus. Auffallend war auch, das der Drop-Off bei den Reifen und Rundenzeiten sehr hoch war. Doch das hat man offenbar etwas besser in den Griff bekommen. Am Schluss des Tests sprach Massa sogar von einem “Durchbruch” den man erzielt habe. Wie der aussieht, kann man an den Zahlen sehen:

Am Mittwoch fuhr Alonso einen Stint, der so aussah:
24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Massa schaffte heute in einem vergleichbaren Stint folgende Zahlen:
24.7, (34.5), 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Mal abgesehen von der eingesteuten 27.8 (vermutlich Verkehr) sind das für eine mittlere Spritbeladung durchaus annehmbare Zeiten. Auch mit etwas mehr Sprit im Wagen geht der F2012 nicht so schlecht:
26.5, 26.4, 26.3, 26.6, 26.7, 27.0, 27.2, 27.2, 28.6, 28.0

Zusammengefasst liegt der Drop-Off in einem Stint bei rund 1.5 Sekunden, was ein guter Wert ist. Auch Red Bull und McLaren liegen in dieser Region. Der Ferrari war auf eine Runde gesehen bisher nie langsam, es fehlte allerdings an Abtrieb und laut den Berichten aus Spanien lag der Wagen sehr unruhig mit einer deutlichen Tendenz zum Übersteuern. Das würde dann auch den hohen Verschleiss und die damit verbundenen, teilweise dramatischen Zeitverluste auf den Long Runs erklären. Man darf gespannt sein, was die Ingenieure aus Maranello bis zum nächsten Test finden werden.

Ebenfalls auf einem guten Weg ist Mercedes. Man hat definitiv etwas vom Rückstand wegfeilt, den man im letzten Jahr noch hatte. Der W03 macht einen zuverlässigen, stabilen und schnellen Eindruck. Das belegt auch ein Stint von Freitag, den Rosberg gefahren ist:

24.0, 24.9, 25.4, 25.7, 25.4, 26.6, 26.0, 28.8, 27.1, 27.0, 27.1, 27.4, 27.5, 27.5

Der Drop-Off wirkt hoch, allerdings könnten hier gebrauchte Reifen im Spiel gewesen sein. Mittwoch gab es folgenden Stint:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,
Zum Vergleich noch mal der Massa-Stint:
24.7, 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Rosberg ist also an Ferrari daran, aber Ferrari hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wenn denn die Spritladungen einigermaßen identisch waren.

Red Bull und McLaren fuhren Freitag Abtrieb und Reifentest mit relativ vom vollem Tank. Button für über gesamten Tag sehr konstante 28er Zeiten, ohne Ausreisser nach oben oder unten, Red Bull machte es ebenso. Der Eindruck verstärkt sich, dass McLaren zum jetzigen Zeitpunkt ganz leicht die Nase vorne haben könnte, aber auch hier geht es wieder um die Spritmengen. 10 kg machen schnell 0,3 Sekunden aus, daher muss man das mit Vorsichit geniessen. Zwei Stint im Vergleich:

Button:
27.4, 27.7, 28.0, 28.1, 28.1, 28.2, 28.4, 28.6, 28.4, 28.6, 28.9, 29.0, 30.1, 29.7, 30.1

Vettel (Donnerstag):
27.7, 28.3, 28.5, 28.7, 28.7, 28.9, 29.3, 29.7, 29,2, 29.4, 30.1, 30.0, 30.2, 30.4, 30.4

Das sieht jetzt dramatischer aus, als es vermutlich ist, zu mal wie erwähnt die Spritmengen nicht klar sind. Vergleicht man die Zeiten von Red Bull und McLaren über gesamte Woche, sieht es schon so aus, als ob beide sich wenig tun an der Spitze. Wenn Red Bull nicht extrem mauert und immer mit vollem Tank unterwegs ist, dürfte der Vorsprung in diesem Jahr kaum vorhanden sein. McLaren zeigt sich jedenfalls extrem zuversichtlich, zumal man erst beim letzten Test die letzten, wichtigen Aero-Packete drauf schnallen will.

Vorne sieht es also so aus, dass Red Bull und McLaren gleichauf liegen. Gleiches gilt, zumindest wenn man Zeiten von Freitag nimmt, für Mercedes und Ferrari, der Abstand nach vorne dürfte rund 1 Sekunde betragen. Allerdings haben beide Team noch das Problem, dass der Drop-Off auf den Longruns einfach zu hoch ist. Wo Red Bull und McLaren eine Sekunde verlieren, sind es bei Mercedes und Ferrari 1.5 und mehr. Das dürfte den Weg aufs Podium schwer machen.

Im Mittelfeld kann auch nach eingehender Betrachtung der Zeiten nur sagen “to close to call”. Sauber macht einen schnellen Eindruck. Kobayashi fuhr Freitag einen sehr beeindruckenden Longrun:

28.6, 28.6, 29.3, 29.0, 29.0, 29.2, 29.3, 29.7, 29.5, 30.1, 30.4, 30.7, 30.5, 31.1, 31.3

Der Abstand nach vorne ist zwar da, aber so groß wie im letzten Jahr ist er nicht. Aber auch bei Sauber gilt immer eine gewisse Vorsicht. Man sah auch im letzten Jahr bei den Tests gut aus um dann bei den ersten Rennen zu enttäuschen.

Interessant ist ein Vergleich mit Force India, wo Paul di Resta gestern am Steuer war. Dessen Rundenzeiten sahen in einem vergleichbaren Stint so aus:

28.3, 29.4, 28.3, 28.4, 28.6, 28.8, 28.9, 28.9, 29.4, 29.3, 30.1

Etwas merkwürdig sind die teilweise pro Runde sehr hohen Zeitverluste. Kann an Paul dir Resta liegen, kann auch sein, dass der Force India das Phänomen ausweist, dass man zwei schnelle Runden hat, dann bricht der Reifen ein ganzes Stück, stabilisiert sich usw. Aber vom reinen Speed her geht der FI sehr gut, wie Hülkenberg die Woche gezeigt hat.

Toro Rosso einzuschätzen fällt etwas schwerer. Die haben die Woche zwar immer wieder gute Zeiten hingelegt, aber kaum innerhalb eines gescheiten Lonruns. Vergne fuhr Freitag endlich mal 20 Runden am Stück, allerding mit einem vollgetankten Auto:

30.6, 30.5, 30.4, 30.2, 30.4, 30.3, 30,4, 30.6, 31.4, 31.0, 32.1, 31.6, 32.5, 32.2, 32.4, 32.7, 32.6, 32.5, 32.8, 32.9

Offensichtlich war es das Ziel, einen möglichst langen und gleichmäßigen Stint zu fahren. Toro Rosso ist aus den letzten zwei Jahren bekannt dafür, dass man meist einen Stopp spart und zwei sehr lange Stints im Rennen einlegt. Für ein vollgetanktes Auto sind die Zeiten nicht schlecht, man dürfte rund 2 Sekunden und mehr hinter dem Red Bull liegen. Einen Vergleich zu Sauber oder Force India kann man aber nur bedingt ziehen. Ich sehe das Team im Moment etwas weiter zurück.

Williams hat die Woche ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe allerdings keine Stints gefunden, die sich mit den anderen Teams vergleichen lassen. Bei den vermutlichen Volltanktests sah man teilweise Zeiten um die 33.0, was deutlich zu wenig ist, um mit Sauber oder Force India konkurrieren zu können. Im Moment fehlen mir da aber noch genügend Zeiten, um das genau einschätzen zu können. Insgesamt tut man sich ein wenig schwer.

Bei Caterham geht es in kleinen Schritten vorwärts. Einen Lichtblick gab es am Freitag mit folgendem Stint:

29.8, 30.2, 30.2, 30.4, 30.4, 30.8, 30.8, 31.5, 31.3, 31.5

Vergleicht man die Zeiten über die Woche, gibt es eine Tendenz nach vorne, allerdings war von richtigen Longruns auch wenig zu sehen. Man bastelt wohl vor allem noch an der Abstimmung und ist nicht richtig zufrieden. Vergleicht man den Stint allerdings mit Force India von Freitag, sieht man wie weit Caterham vom Mittelfeld weg ist. Gegenüber Force India dürfte es mindestens eine Sekunde sein, vermutlich aber eher mehr. Deutlich sind da auch die Worte von Kovalainen: “Things haven’t exactly gone as we would have liked, but I think we all know where the car can and should be when it gets real in Australia, so now the challenge is to regroup in time for next week and make sure we come back here ready to put in a final week of hard work on track and get back to where we want to be.”

Nächste Woche geht es ab dem 1.3. weiter mit den Testfahrten. RB und Ferrari stossen aber erst am Freitag dazu, dafür fährt man noch am Montag. Warum die beiden Teams erst später in Barcelona aufschlagen ist nicht klar, vermutlich werden dann erst neue Teile fertig oder man benötigt noch etwas mehr Zeit, die Daten auszuwerten.

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February 22 2012

17:07

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 22-02-2012

Interessantes gibt es aus Spanien zu berichgten. Red Bull und McLaren scheinen ziemlich gleich auf zu liegen.

Heute fuhren McLaren und Red Bull etliche Long Runs, die meisten so um die 20 Runden, was einer mittleren Stint-Länge entspricht. Pirelli hat die “Harte” Mischung ein wenig entschärft und sie weicher gemacht, was in näher an die “Medium” Reifen bringt. Der Unterschied pro Runde zwischen den Mischungen soll von 1.2 bis 1.5 Sekunden auf 0.8 Sekunden betragen. Das ändert einerseits ein wenig die Strategie auf manchen Kursen, andererseits ist der “Drop-Off”, also der Verschleiss der Reifen auf einen Stint nun auch bei der harten Mischung etwas höher. Zu Erinnerung – manches Team konnte fast ein gesamtes Rennen mit den Harten fahren. Der Drop-Off wird bei einigen Team eine große Rolle spielen und könnte bei einem derartig engen Feld rennentscheidend werden. Gut sortiert scheinen McLaren und Red Bull zu sein, unsicher darf man sich bei Ferrari und Mercedes sein.

Vor allem die Italiener bleiben schwer einzuschätzen. Man fuhr heute mehr oder weniger Funktionstest, spielte also weiter mit der Abstimmung rum. Alonso kam auf 87 Runden, sein längster Stint betrug gerade mal 10 Runden. Die Zeiten spielen dabei keine gr0ße Rolle, aber es war schon auffällig, dass sie gegen Ende des Stints deutlich schlechter wurden. Als Beispiel der Stint von Runde 42 bis 51:

24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Diese Zeiten ziehen sich, teilweise mit deutlich ansteigender Verschlechterung, durch den ganzen Tag. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die aggressive Herangehensweise bzgl. der Aufhängung etwas über das Ziel heraus geschossen ist, kann aber auch sein, dass man heute Quali-Simulationen mit halbleeren Tank gefahren ist. Dafür sprechen zumindest die konstanten Zeiten. Aber in 10 Runden rund 3 Sekunden zu verlieren ist schon arg.

Zur gleichen Zeit war Nico Rosberg auf der Strecke. Ich kenne die Reifenwahl nicht, aber es war ein langer Stint und ich vermute, es waren die “Medium”. Seine Zahlen sind nicht schlecht:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,

Schlechter als Alonso angefangen, aber deutlich weniger Drop-Off. Allerdings stand der Wagen ab dem Nachmittag in der Garage. Bei einem so neuen Wagen allerdings nicht weiter verwunderlich. Die Zeiten sehen stabil aus, auch die, wo er etwas langsamer unterwegs war. Zumindest verstärkt sich der Eindruck, dass Mercedes auf Ferrari aufgeholt hat. Ob es für ganz vorne reicht? Eher nicht.

Red Bull und McLaren waren heute wohl eher in Richtung Volltank-Test unterwegs. Ein Zeitvergleich:

Vettel:
29.1, 29.3, 29.5, 29.6, 29.8, 29.9, 30.4, 30.4., 30.4, 30.5

Hamilton
29.6, 29.5, 29.3, 29.4, 29.5, 29.7, 30.9, 30.5, 31.7

Etwas später folgte dann diese Runden, die ebenfalls sehr beeindruckend sind.
28.8, 28.6, 28.8, 28.9, 29.0, 29.1, 29.3, 29.5, 30.3, 30.7, 30.4

In Sachen Verschleiß sieht es sowohl bei Red Bull, als auch bei McLaren sehr gut aus, wenn es um einen vollgetankten Wagen und die harte Mischung geht. Das ist schon beeindruckend, allerdings fehlt der Vergleich mit Mercedes und Ferrari. Andeutungsweise kann aber erkennen, dass beide Teams, trotz völlig unterschiedlicher Chassis-Konzepte, etwas gleich auf liegen könnten. Der scheinbar sehr moderate Verschleiß bei den Reifen kommt Hamilton auf jeden Fall entgegen. Interessant ist auf jeden Fall, dass beide Teams schon an den Rennsimulationen arbeiten, während Ferrari noch immer an der Abstimmung bastelt. Mercedes muss man noch außen vor lassen, da diese ja den neuen Wagen erst im zweiten Testtag haben.

Nico Hülkenberg legte heute die schnellste Runden hin, aber leider lässt sich von seinen Long Runs wenig erkennen. Der Deutsche fuhr am Nachmittag zwei 15 Runden Stint, beide aber mit verdächtig konstanten Zeiten, die immer zwischehn 28.4 und 29.0 (Stint 1) und 28.4 und 29.1 lagen. Schwer zu sagen, was dahinter steckt, ich tippe auf reinen Reifenverschleiß bei mittelschweren Wagen und harten Reifen.

Ein Blick ins Hinterfeld. Bei Williams fuhr erstaunlicherweise Valteri Bottas und nicht die Einsatzfahrer, daher lässt sich zu den Zeiten nichts sagen. Sauber fuhr fast ausschließlich kurze Stints, auch hier kann man wenig mitteilen. Aber immerhin war Perez zweitschnellster. Etwas Sorgen kann man um CaterhamF1 machen. Während Sauber, Force India und Toro Rosso alle schon mal flotte Zeiten zeigen konnten, bleibt der Abstand des Caterham konstant bei rund 3 Sekunden auf die Spitze. Das erscheint mir im Moment etwas viel, vor allem, weil nicht eine schnelle Runden dabei war. Mal abwarten, was die beiden weiteren Tage ergeben.

P Fahrer Team Zeit Runden 1  Hulkenberg Force India  1m22.608s 112 2  Perez Sauber  1m22.648s  +0.040 85 3  Vettel Red Bull  1m22.891s  +0.283 104 4  Alonso Ferrari  1m23.180s  +0.572 87 5  Ricciardo Toro Rosso  1m23.639s  +1.031 50 6  Hamilton McLaren  1m23.806s  +1.198 120 7  Rosberg Mercedes  1m24.555s  +1.947 82 8  Bottas Williams  1m25.738s  +3.130 117 9  Petrov Caterham  1m26.605s  +3.997 69 10  Pic Marussia  1m27.343s  +4.735 108 F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain 6920230953_efa456441e_o F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One sam22022012006565 sam22022012006566

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February 09 2012

17:10

Formel Eins: Testfahrten Jerez 09-02-2012

Ein paar Erkenntnisse gab es heute schon in Jerez. Für ein Team lief es richtig schlecht.

Kalt war es heute morgen in Jerez, denn das Thermometer zeigte gerade mal etwas mehr als Null Grad an. Zwar wurde es über den Tag hinweg wärmer, doch die Morgensession zeigte einstellige Asphalttemperaturen. Eigentlich schlecht, denn so kann man kaum einen GP-Einsatz simulieren. Auf der anderen Seite wurde den Teams so die Gelegenheit geboten, die Reifentemperaturen zu überprüfen. Wer bei 4 Grad Asphalt die Reifen schnell aufwärmt, könnte ein Verschleissproblem bei 35 Grad bekommen. Insgesamt wurde fleissig getestet, alles voran mal wieder Mercedes, die die Tagesbestzeit erzielten, allerdings im alten Auto. Dahinter lag Romain Grosjean, der den Lotus E20 schon am frühen Morgen auf eine 1.18.4min prügelte.

Damit war Grosjean eine knappe Sekunde schneller als Räikkönen, aber man weiß nicht, welches Testprogramm der Finne gefahren ist. Ein Lebenszeichen gab es heute auch von McLaren, die fast zeitgleich mit Red Bull waren. Auch gilt wieder Vorsicht, denn Vergne im Toro Rosso lag auch nicht weit zurück. Leichte Sorgenfalten gibt es wohl bei Ferrari. Die Italiener sind unzufrieden, Massa erwähnte gestern, dass man noch sehr viele neue Teilen am Wagen anbringen wird. Ferrari hat also noch schweren Nachholbedarf hat. Beobachter an der Strecke berichteten zumdem von einem sehr unruhigen Heck des F2012.

Richtig schlecht lief es heute für Force India. Jules Bianchi knallte den Wagen in seiner dritten Runde am Morgen in einen Reifenstapel und zerstörte dabei einiges an der Front. Da man offensichtlich bestimmte Bauteile, die in Mitleidenschaft geraten waren, nicht vorrätig hatte, war der Tag gelaufen. Man hat einen wichtigen Testtag verloren, vor allem Nico Hülkenberg ärgerte sich, der heute Nachmittag hätte fahren sollen.

Mercedes spielte heute wohl mal wieder mit dem passiven F-Duct-System am Frontflügel herum, was zumindest bedeutet, dass das System noch nicht vom Tisch ist. Rosberg fuhr eine deutliche, aber wertlose Bestzeit. Bei Williams saß Bruno Senna am Steuer, der dem FW34 problemlos 125 Runden abrung. Überhaupt fällt auf, dass die meisten Neuwagen vom Stand weg sehr zuverlässig sind. Nur Ferrari hatte mit einem kleinen Hydraulikproblem zu kämpfen.

Grundsätzlich herrscht der Eindruck vor, dass die Teams weiter Funktions- und Reifentests fahren. Sauber probierte gestern mal aus, wann dem Wagen der Sprit ausgeht, Caterham teste mit der KERS und dem DRS hin und her. Das wird bei anderen Teams ähnlich aussehen.

P Driver Team Time Laps 1  Grosjean Lotus  1m18.806s 25 2  Perez Sauber  1m19.780s  +0.974 17 3  Vettel Red Bull  1m20.154s  +1.348 15 4  Hamilton McLaren  1m20.303s  +1.497 16 5  Vergne Toro Rosso  1m20.933s  +2.127 17 6  Alonso Ferrari  1m22.712s  +3.906 14 7  Rosberg Mercedes  1m24.251s  +5.445 23 8  Senna Williams  1m24.321s  +5.515 20 9  Van der Garde Caterham  1m25.164s  +6.358 21 F1_JerezTest03_2012_2 F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day Three TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ Motor Racing - Formula One World Championship - Jerez F1 Test - Day 3 - Jerez, Spain Formula One Testing Formula One Testing F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day One F1_JerezTest03_2012_13 2012 Formula One Jerez Test Day Two 2012 Formula One Jerez Test Day Three 2012 Formula One Jerez Test Day Two F1_JerezTest03_2012_17

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November 24 2011

17:30

Formel Eins: Vorschau GP 2011

Das letzte Rennen einer ungewöhnlich langen Saison steht auf dem Programm. In der WM geht es noch um zwei Entscheidungen.

Dass der Saisonabschluss wieder in Brasilien stattfindet, kann man nur begrüßen. So imposant die Anlange in Abu Dhabi auch sein mag, ein traditioneller Kurs, wie der von Sao Paulo macht doch dann irgendwie mehr Spaß. Interlagos ist etwas in die Jahre gekommen, besonders die Boxenanlage und Teile der Auslaufzonen, aber sie ist immer noch eine spektakuläre Strecke, die die meisten Fahrer auch mögen. Zudem ist der Kurs immer wieder für eine Überraschung gut, auch wenn es mal nicht um die Meisterschaft (2007/2008) geht. Im letzten Jahr stand, in einer etwas chaotischen Qualifikation, Nico Hülkenberg auf der Pole, und auch in diesem Jahr verspricht das Wetter eine große Rolle zu spielen, so dass das Rennen mehr oder weniger schwer vorherzusagen ist.

Klar ist – es geht mal wieder darum, die Red Bull zu schlagen. Vettel gewann hier im letzten Jahr vor Webber und Alonso, die beiden McLaren mit Hamilton und Button wurden auf die Plätze 4 und 5 verwiesen. Bei trockenen Bedingungen dürfte das Rennergebnis in diesem Jahr ähnlich aussehen, allerdings sind die McLaren deutlich stärker und vor allem Hamilton dürfte nach seinem Sieg in Abu Dhabi und seiner verkorksten Saison, noch auf einen weiteren Sieg scharf sein. Sollte das Wetter wieder wechselhaft sein, kann sein Geld vermutlich wieder auf Jenson Button setzen. Red Bull dürfte es schwerer haben, als ihnen lieb ist. Für Button ist das Rennen durchaus noch wichtig, der er kann Vize-Weltmeister werden. Er führt mit 10 Punkten vor Alonso, das sollte sich also, wenn es er keinen Unfall oder Defekt hat, für ihn ausgehen. Der “best of the rest” zu sein bringt McLaren und Button zwar auch nichts, ist aber ein ein halbwegs versöhnliches Ergebnis.

Mercedes wird sich dahinter einreihen, sollte Rosberg nicht ausfallen, wird er in der WM auch mal wieder vor Schumacher landen. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr, ist die Sache in diesem Jahr etwas knapp. Rosberg hat 83, Schumacher 76 Punkte. Interessanterweise war die Saison von Mercedes 2011 noch schlechter, als 2010. Da konnte man in der 214 Punkte holen, dieses Jahr werden es selbst mit einem Doppelsieg in Brasilien maximal 202 Punkte. Im Moment steht man bei 159 Punkten. Dabei hatte ich eher den Eindruck, dass die Saison dieses gefühlt etwas besser lief.

Spannend wird es noch um Platz 6, 7 und 8 in der Team-WM. Stand ist dort folgender:

6. Force India 57
7. Sauber 42
8. Toro Rosso 41

Theoretisch kann man Force India noch abfangen, praktisch wird das schwer, da Sutil und di Resta in den letzten Rennen sehr gut unterwegs waren. Für Vijay Mallya wäre der 6. Platz ein tolles Ergebnis, immerhin ist man damit bestes Privatteam. Aber im Rennen sollte man Sauber und Toro Rosso im Auge behalten, für beide Teams geht es hier auch um sehr viel Geld, da die Team-Wertung auch festlegt, wie viel der Transportkosten übernommen werden und wie viel Anteil man an den TV-Geldern bekommt.

Vom Rennen darf man also durchaus etwas erwarten, zumal Pirelli mal wieder einen neuen Reifen mitbringt. Man setzt auf die Mischungen Soft/Medium, wobei die “Soft” Mischung neu ist. Sie soll etwas härter sein, was die thermische Langlebigkeit erhöht. Damit kann man dann länger draussen bleiben, der Abstand zu den Medium ist damit auch nicht mehr so groß. Wegen der kurzen Boxenein- und Ausfahrt wird man (bei Trockenheit) sicher um die drei Stopps sehen, aber Teams wie Force India und Sauber könnten auch auf nur einen Stopp setzen, da der Zeitverlust mit dem Medium vor allem in der letzten Hälfte des Rennens nicht mehr so groß sein wird.

Eine DRS-Zone(pdf) gibt es auch. Man hat sich für die zweite Gerade entschieden, nach den ersten beiden Kurven. Aktiviert wird sofort nach Turn 3, die Zone ist dann 600 Meter lang, was etwas knapp ist. Dennoch hat man vor allem Eingangs Turn 4 immer wieder gute Überholmanöver gesehen.

Ein paar Fakten:

- Topseed 323 km/h (mit DRS), 311 km/h (ohne)
- Vollgasanteil 60% (normal/hoch)
- Gesamtverbrauch 144 (normal/niedrig)
- Verbrauch pro Runde 2 Kilo (niedrig)
- Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,33 Sekunden (Normal)
- Bremsen pro Runde: 16% (niedrig)
- Zeitverlust beim Boxenstopp: ca. 20 Sekunden

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August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht