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November 14 2013

15:51

Formel Eins: Vorschau GP Austin USA 2013

Das Rennen in Texas wird an der Spitze vermutlich wenig Neuigkeiten bringen. Dafür dreht sich im Moment das Fahrerkarusell immer schneller.

usagpDiese Woche fiel der erste Dominostein in Sachen Fahrern, als Williams bekannt gab, dass man Pastor Maldonado durch Felipe Massa ersetzen wird. Die Ankündigung ist durchaus etwas überraschend, hatte Maldonado mit seinen Öl-Millionen das Team doch durchaus am Leben erhalten. Dazu kommt, dass der Venezolaner sicher kein schlechter Pilot ist, sein Sieg in Spanien war kein Zufall. Und das er dieses Jahr nicht weiter vorne auftaucht, ist auch nicht seine Schuld. Immerhin hat er auch für den einzigen Punkt gesorgt, den Williams in diesem Jahr erlangen konnte. Eigentlich wäre Bottas der Kandidat gewesen, der gehen muss, denn seine Leistungen waren jetzt auch nicht zwingend besser als die von Maldonado. In diesem Fall war es aber wohl so, dass Maldonado selber das Team verlassen wollte. Für Williams ist Massa sicher eine sehr gute Lösung, zumal es Gerüchte gibt, dass sein Renningenieur Rob Smedley gleich mitkommt. Die Frage ist nun, was Maldonado macht.

Lotus hat schon gesagt, dass er auf der Liste steht, aber der neue Teilhaber “Quantum” hätte gerne Nico Hülkenberg als Nummer Eins im Team. Auf der anderen Seite geht es auch um Geld und davon hat Maldonado mehr als genug im Gepäck. Grosjean rauszuwerfen wäre eine andere Variante, aber zum einen hat der Franzose bewiesen, dass er gereift ist, zum anderen zahlt “Elf/Total” die Renault-Motoren, die nächstes Jahr deutlich teurer werden. Könnte also auch passieren, dass für Maldonado die Türen bei Lotus zufallen.

Damit bliebe dann Sauber, wenn denn Hülkenberg weggeht. Sirotkin wird vermutlich keine Superlizenz bekommen, dafür fehlen ihm die Ergebnisse. Vermutlich wird er eine Runde GP2/WSbR einlegen müssen. Er kann nicht mal an einem Freitag eingesetzt werden, solange die Lizenz nicht da ist. Sollte man wider erwarten die Lizenz erhalten, könnte Guiterrez dran glauben müssen. Zum einen ist das Sponsoring von TelMex nicht so groß, zum anderen bringt Maldonado mehr Geld und Erfahrung mit.

Eine weitere, aber vermutlich ungeliebte Lösung für Maldonado könnte Caterham sein. Da sucht man sowieso wieder erfahrene Piloten, nachdem man Kovalainen fast jeden Freitag ins Auto setzt.

Bei Lotus ist man im Moment sowieso schlecht gelaunt. Kimi Räikkönen hat die letzten Rennen abgesagt und so zwischen den Zeilen vermutete Teambesitzer Lopez, dass der Finne halt keine Lust mehr hatte. Und für Ferrari fit sein möchte. Die anstehende Rücken-OP benötigt wohl vier Wochen, bis sie verdaut ist. Da sie nun schon jetzt stattfindet, ist Räikkönen im Januar wieder fit. Stand Mittwochabend gab es noch keinen Ersatzfahrer für den Finnen, angeblich ist man an Heikki Kovalainen dran. Im Notfall muss halt Valsecchi ran.

Bei McLaren ist die Lage klar. Sergio Perez hat am Mittwoch per Twitter (!) einen Brief veröffentlicht, der an seine Fans und an McLaren ging. Darin verabschiedet er sich mit schönen Worten vom Team, ohne dass böse Worte fallen. Auch nicht zwischen den Zeilen. Sein Nachfolger wird Kevin Magnussen sein, der aus dem Förderungsprogramm von McLaren kommt. Unklar ist auch weiterhin, wer neuer Hauptsponsor bei McLaren wird. Im Moment werden immer wieder Gilette, Coca-Cola und McDonalds genannt (Wir freuen uns schon alle auf Witze über “McDonalds-McLaren” und Ron “McDonalds” Dennis).

Komplett offen ist die Fahrersituation bei Force India. Sutil scheint sicher zu sein, obwohl er weniger Punkte als di Resta hat. Aber Sutil ist der aggressivere Pilot und hat “Medion” im Rücken. Paul di Resta könnte durch Jules Bianchi ersetzt werden, aber da stehen noch ein paar andere Piloten Schlange. Zum einen der Nachwuchs, zum anderen (wenn er gehen muss) Perez und Maldonado.

Es tut sich also noch eine Menge, vor allem wenn Perez und Maldonado mit ihren Millionen hausieren gehen.

Zum Rennen. Die Strecke wird zum zweiten Mal gefahren und dieses Mal gibt es auch zwei DRS-Zonen. Einmal die lange Gerade, einmal Start/Ziel. Im letzten Jahr war das Rennen sehr abwechslungsreich und spannend, ob das dieses Jahr wieder so wird, wage ich mal zu bezweifeln. Red Bull hat bisher auf allen Strecken dominiert, die Schwäche in Sachen Topspeed aus dem letzten Jahr hat man auch nicht mehr. Es spricht also nichts gegen Vettel und einen weiteren Sieg.

Erste Verfolger sollten die Mercedes sein, die sich zumindest von Ferrari abgesetzt haben. Hamilton und Rosberg haben im Moment sowieso nur noch den Auftrag, den zweiten Platz in der Team-WM zu sichern, wo man elf Punkte mehr als Ferrari hat. Lotus ist durch den Wegfall von Kimi sehr geschwächt und wird wohl höchstens mit Grosjean in die Top 5 fahren können. Dass Lotus sich in der WM noch hinter Red Bull platzieren kann, halte ich für unwahrscheinlich.

Ferrari schleppt sich mehr oder weniger noch durch die Saison. Felipe Massa hat sich letzte Woche bei einem Event schon verabschiedet und so deutet alles darauf hin, dass man das Jahr 2013 einfach nur noch vergessen will. Das will Alonso vermutlich auch. Die Chancen, Mercedes zu schlagen, sind aber noch da, man wird die Strategie auch auf diesen Punkt ausrichten und nicht auf einen Sieg, der eh unwahrscheinlich ist.

Die restlichen WM-Plätze sind fast alle entschieden. McLaren auf P5 hat 95 Punkte, Force India 77. Das könnte nur dann eng werden, wenn McLaren in Texas einen Totalausfall hat und die Inder zehn oder mehr Punkte holen. Eng ist es noch zwischen Sauber (P7, 45 Punkte) und Toro Rosso (P8, 32 Punkte).

Strategie:

Pirelli bringt “Hard” und “Medium” an die Strecke. Das hat man letztes Jahr auch gemacht, allerdings sind die diesjährigen “Medium” etwas weicher als im letzten Jahr. Die Strecke geht durchaus auf die Reifen. Zum einen in den schnellen “Esses” im ersten Segment, zum anderen im nicht weniger schnellen letzten Teil der Strecke, wo eine dreifache Rechtskurve die Reifen stark belastet. Noch mehr Spannung könnte das Wetter bringen. Es sind für Samstag und Sonntag leichte Regenschauer vorhergesagt, allerdings ist noch nicht klar, ob und wann genau die kommen sollen.

Davon ausgehend, dass es trocken bleibt, wird die klassische Frage aufkommen, ob man einmal oder zweimal stoppen mag. Im letzten Jahr stoppten fast alle nur einmal. Die “Medium” halten lange durch, wenn man sich etwas einbremst locker 25 Runden, mit der harten Mischung kommt man locker ins Ziel, ohne Zeit zu verlieren. Ein Stopp kostet ca. 21 Sekunden, das holt man auch mit frischen “Medium” am Ende nicht mehr raus. Die Frage wird nur sein, wie lange die Fahrer den ersten Stint ziehen werden. Die Gefahr lauert im “Undercut”, also wenn jemand weiter hinten früher auf die “Hard” wechselt.

Eine interessante Strategie gibt es für die Fahrer ab Platz 11, die auf den “Hard” starten könnten. Damit verliert man in den ersten Runden zwar etwas Zeit, auf der anderen Seite kann man dann im letzten Drittel des Rennens auf frische “Medium” setzen, während der Rest auf angenagten “Hard” unterwegs ist. Es ist aber schwer vorherzusagen, wie viel Zeit man im ersten Stint verliert und ob man dies ohne Safety Car wieder rausholen kann. Letzteres wird man vermutlich in Austin nicht sehen.

Die Übertragungszeiten sind angenehm. Quali ist am Samstag um 19:00 Uhr, das Rennen startet um 20:00 Uhr. Es gibt eine leichte Überschneidung mit der NASCAR, die ihr Rennen um ca. 21:15 Uhr startet.

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October 31 2013

12:01

Formel Eins: Vorschau Abu Dhabi 2013

Die Weltmeisterschaft ist entscheiden, aber es geht noch um die Plätze in der Konstrukteursmeisterschaft. Gleichzeitig gibt es eine Menge Bewegung hinter den Kulissen.

abuIm Zentrum der Aufmerksamkeit steht Ross Brawn. Eddie Jordan vermeldete via BBC vor ein paar Tagen, dass Brawn das Mercedes-Team verlassen wird, was von Niki Lauda zum wiederholten Male dementiert wurde. Angeblich wolle man sich nach dem letzten Rennen in Brasilien zusammensetzen, um eine Entscheidung zu treffen. Dabei geht es wohl vor allem um die Frage, wie weit der Einfluss von Brawn ab 2014 reichen wird. Der Brite verlangt weiterhin die komplette Kontrolle über das Team, was Technik und Rennen angeht. Mercedes würde wohl gerne Paddy Lowe stärker einbinden und damit Brawn Kompetenzen aberkennen, was dieser aber nicht will. Die Situation ist pikant, immerhin war es Brawn, der das Team in diesem Jahr nach vorne gebracht hat. Natürlich gibt es viele Gerüchte um Brawn. Honda würde ihn einkaufen wollen, ebenso McLaren und seit ein paar Tagen wird Williams genannt.

Honda halten viele Beobachter für unwahrscheinlich, nachdem ihn die Japaner 2008 mehr oder weniger im Regen haben stehen lassen. McLaren klingt nett, aber da wäre noch Martin Whitmarsh. Der steht zwar wegen der schlechtesten Saison seit 1980 intern unter Druck, aber es ist nicht vorstellbar, dass Brawn Whitmarsh ablösen sollte. Wenn das aber nicht der Fall ist – warum sollte Brawn in ein Team wechseln, in dem er eine ähnliche Position einnehmen soll, wie ihm jetzt Mercedes anbietet? Williams klingt nach einer charmanten Lösung. Dem Team fehlt neben Frank Williams eine starke Führungspersönlichkeit, Brawn passt auf den ersten Blick da gut rein. Mit Pat Symonds hat man einen erfolgreichen Designer an Bord, er ihm fehlen aufgrund seiner Zwangspause ein paar Jahre Erfahrung und er muss erst beweisen, dass er wieder gute Autos bauen kann. Brawn wäre die ideale Besetzung.

Williams bestreitet, dass man mit Brawn geredet hat, lässt aber auch durchblicken, dass eine derartige Verpflichtung interessant wäre. Bezahlen kann man ihn aber nicht – eine Variante wäre, dass Brawn zu günstigen Konditionen die 20-%-Anteile von Toto Wolff übernimmt und somit bezahlt werden kann.

Bei Williams ist im Moment eh viel Bewegung. Pastor Maldonado will wohl unbedingt weg, der Sponsoren-Deal mit dem Ölkonzern aus Venezuela läuft aber noch bis 2015. Angeblich hat man zugestimmt, dass Maldonado gehen darf, die Sponsoren aber eine weitere Saison auf den Autos bleiben. Weiters Geld soll von Felippe Massa kommen, der wieder einen brasilianischen Ölmulti im Hintergrund hat. Massa wäre sicher keine schlechte Ergänzung für Williams, immerhin bringt er viel Know-how von Ferrari mit. Maldonado selber würde gerne bei Lotus andocken, wo man sein Geld willkommen wäre, aber man ein Platzproblem hat. Grosjean hat eine sehr gute zweite Saisonhälfte hingelegt und er hat das Geld von “Elf-Total” im Rücken, die die Motoren zahlen. Eric Boullier hätte gerne Hülkenberg, der wiederum aber keine Sponsoren hat. Boullier hat klar gemacht, dass man eine Entscheidung bis Ende der Woche haben will. Wenn Maldonado zu Lotus gehen sollte, was macht dann Hülkenberg? Der Deutsche, der vor zwei Monaten noch einen unterschriftsreifen Vertrag von Ferrari hatte, könnte am Ende bei all dem Geschacher auf der Strecke bleiben, denn bei McLaren neigt man wohl dazu Sergio Perez eine weitere Saison zu geben, was er sich durchaus auch verdient hat. Maldonado und sein Geld sind die Schlüsselfaktoren im Moment.

Zum Rennen. Abu Dhabi ist eine durchaus ansprechende Strecke, die langen Gerade werden dank der zwei DRS-Zonen für jede Menge Überholmanöver sorgen. Red Bull hat hier letztes Jahr ausnahmsweise mal nicht gewonnen, weil Lotus die bessere Strategie hatte. Die werden mit Räikkönen und Grosjean auch in diesem Jahr gute Chancen auf den Sieg haben. Der längere Radstand des Lotus scheint zu bewähren, auch was den Reifenverschleiß angeht.

Um Red Bull gab es mal wieder Gerüchte, wo deren plötzlicher Vorteil herkommen mag. Gary Anderson schrieb bei der BBC über eine Theorie, die darauf aufbaut, dass der T-Träger vorne, der den Unterboden stabilisiert, mittels verformbarer Materialien beweglich sein könnte. Das wäre in der Tat ein Verstoß gegen die Regeln. Laut AMuS (kann ich leider wegen des Leistungsschutzrechtes nicht verlinken) hat Charlie Whiting in Indien den T-Träger erhitzt und festgestellt, dass sich da nichts bewegt. Neu ist die Theorie nicht. Schon im letzten Jahr, als die Lasttests für Frontflügel usw. noch deutlich geringer waren, war bekannt, dass Ferrari, Red Bull und McLaren mit flexiblen Kohlefaserwerkstoffen arbeiten. Warum sollte man die nicht am Unterboden einsetzen, um die den Wagen abzusenken. Anderson hat in seiner Analyse zumindest in dem Punkt recht, dass ein so steil angestelltes Fahrzeug wie der Red Bull normalerweise Probleme mit der Anströmung im Heck und der Abdichtung des Diffusors haben müsste. Aber genau da liegt ja auch eine Stärke des RB9.

Klar ist, dass Newey und seine Mannschaft irgendwas gefunden haben, ob das unsere Theorie mit der Traktionskontrolle ist, ob es was mit flexiblen Werkstoffen zu tun hat oder ob es eine Mischung aus Mapping, Anströmung, Werkstoffen usw. sein sollte – den Vorteil könnte Red Bull auch 2014 auf ihrer Seite haben.

Das Rennen sollte sich also zwischen Red Bull und Lotus entscheiden, der Rest dürfte wenig Chancen auf den Sieg haben. Mercedes hat ebenso wie Ferrari Zeit auf Red Bull eingebüßt, wobei der Zeitverlust von Ferrari noch eklatanter ist. Beim GP von Deutschland fehlen Alonso 7 Sekunden auf Vettel, in Japan waren es 45 Sekunden. Gegenüber Mercedes und Ferrari hat Red Bull im Rennen pro Runde rund 0,5 bis 0,7 Sekunden über die Sommerpause gewinnen können.

Dafür droht beiden Teams von hinten wenig Ungemach. McLaren sollte in Abu Dhabi etwas langsamer, als in Indien sein, Sauber dürfte da eher eine Rolle spielen. Die langen Geraden dürften dem schnellen Sauber liegen. Dahinter werden sich Force India und Toro Rosso um die Plätze streiten.

Strategie

Pirelli bringt erneut die “Soft/Medium” Reifen mit. In Abu Dhabi ist es recht warm (30 Grad), aber das Rennen startet ja kurz vor Sonnenuntergang und geht in die Nacht. Das bedeutet, dass die Strecke abkühlen wird, was bei der Strategie einiges an Fragen aufwirft. Zum Beispiel, was man mit den “Soft” macht und ob man mit einem Stopp über die Runden kommen wird. Force India und Lotus ist das Kunststück in Indien gelungen, warum also nicht in Abu Dhabi? Dafür spricht auch der Zeitverlust beim Stopp. Wegen der merkwürdigen Tunnelausfahrt verliert man etwas mehr Zeit, als sonst, auch wenn die Ausfahrt die Strecke etwas abkürzt. Gegen einen einmaligen Wechsel spricht ein möglicher Zeitverlust, vor allem mit abbauenden “Medium” am Ende, wie man bei Räikkönen in Indien sehen konnte.

Es könnte aber gut gehen, wenn man es wie Sutil in Indien machen. Auf den “Medium” starten, die lange fahren, um dann die letzen 20 Runden auf “Soft” zu gehen. Sutil fuhr beim letzten Rennen 19 Runden mit den “Soft” und in der vorletzten Runde seine schnellste Runde des Rennens. Ein leichtes Auto am Ende belastet die Reifen nicht allzu sehr.

Eine andere Variante wäre es auf den “Soft” zu starten, um dann nach 10 Runden auf die “Medium” zu gehen. Im letzten Stint könnte man dann, so man denn noch einen Satz hat, wieder auf “Soft” wechseln. Auf dem Papier erscheint dies die beste Lösung zu sein, wenn man denn einen Satz in Q2 oder Q3 sparen kann, was vermutlich nur Red Bull gelingen wird.

Rennzeiten sind wie in Europa, Quali und Rennen starten um 14.00 Uhr.

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October 28 2013

11:09

Formel Eins: Analyse GP Indien 2013 – Vettel und die Vier

Das Sebastian Vettel den Titel holen würde, daran gab es keinen Zweifel. Und wirklich gefährden konnte ihn auch in Indien niemand.

F1 Grand Prix of India - RaceVier WM-Titel in vier Jahren – das muss man erst einmal schaffen. Dazu kommen in diesem Jahr alleine 10 Siege aus 16 Rennen, sechs Siege davon in Folge. Vettel und Red Bull dominieren die F1 in diesem Jahr wie Schumacher mit Ferrari in seinen besten Jahren. In den ersten Stunden nach dem WM-Erfolg von Vettel gab es aber auch in Stimmen, die sofort sagten, dass Vettel erst noch beweisen muss, dass er zu den Allerbesten gehört in dem er mal das Team wechselt. Ich halte das für Quatsch. Senna wurde nur mit McLaren Weltmeister, Häkkinen ebenso. Jim Clark nur mit Lotus. Alles Fahrer, die man zu den besten Piloten ihrer Zeit zählt. Natürlich – der Red Bull ist überlegen, aber man muss auch als Fahrer eine solche Serie hinbekommen. Vettel ist in der Qualifikation fast unschlagbar. Fehler in der Quali bedeuten bei ihm, dass er irgendwo zwei Zehntel liegen lässt. Vettel überfährt das Auto nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er in den letzten Jahren irgendwann mal seinen Wagen im Training oder im Rennen in ein Kiesbett gesetzt hat. Im Rennen ist er fehlerlos, er kommt mit allen Reifen klar. Es gibt kleine Klagen über Graining oder Grip. Er nimmt, was er bekommt und macht das Beste draus. Er leistet sich keine Flüchtigkeitsfehler und er verliert nicht den Biss. Nach seinem dritten WM-Titel war genauso ehrgeizig wie vor seinem ersten Titel.

Aber kommen wir mal zum Rennen, das, mal abgesehen von der Spitze, gar nicht so uninteressant war, weil es die verschiedenen Strategien es teilweise unmöglich machten, die spätere Reihenfolge zu erahnen. Etwas überrascht war man über den ultrakurzen Stint von Vettel mit den “Soft”. Da man die Soft, zumindest auf dem Red Bull, wohl nicht lange fahren konnte, entschloss man sich dazu, Vettel in den ersten Runden einfach volles Rohr fahren zu lassen. Man baute, nicht zu Unrecht, darauf, dass der Rest die “Soft” etwas länger drauf lassen und dementsprechend vorsichtiger agieren würde. Die Strategie war aber nicht ungefährlich. Zum einen fiel Vettel damit ins Mittelfeld zurück, zum anderen gab es da noch Webber, der auf “Medium” gestartet war und von dem man nicht wusste, wie lange und wie schnell er würde fahren können.

Webber hatte allerdings das Problem, dass er am Start aufgrund seiner Reifen einen Platz verlor und dann nicht überholen konnte, weil alle vor ihm auf “Soft” waren. Er musste warten, bis die Herren Kollegen an die Box gingen. In der Zwischenzeit hatte sich Vettel durchs Feld gewühlt, bzw. wurde nach vorne gespült, weil die anderen zum Reifenwechsel kamen. In dieser wichtigen Phase war Webber nicht in der Lage den nötigen Vorsprung herauszufahren, mit dem er Vettel hätte unter Druck setzen können. Es fehlten ihm am Ende rund 10 Sekunden, was aber durch seinen Ausfall obsolet wurde. Danach cruiste Vettel ins Ziel, was für den Rest der F1 frustrierend zu sehen sein muss, denn der Deutsche hatte im Ziel 30 Sekunden Vorsprung.

Hinter den Red Bull war es sehr, sehr unübersichtlich. Ein schönes Beispiel sind Rosberg und Hamilton, die nach dem Start noch direkt hintereinander lagen. Im Ziel betrug der Vorsprung von Rosberg aber 22 Sekunden. Wie konnte das passieren? Den ersten Stopp erledigte Rosberg in Runde 7, Hamilton in Runde 8. Rosberg kam in Runde 27 wieder, Hamilton in Runde 30 und beide fuhren dann durch. Der Vorteil lag eigentlich bei Hamilton, weil er gegen Ende die frischeren Reifen hatte. Tatsächlich lagen beide bis zum letzten Stopp eng zusammen, doch Rosberg hatte nach seinem letzten Reifenwechsel das Glück auf eine freie Strecke zu kommen, Hamilton hing dagegen erst kurz hinter Sutil und dann hinter Massa fest. Am Schluss verlor er noch einen Platz an Sergio Perez, der erstaunlich gut unterwegs war. Immerhin konnte Mercedes mit Rosberg den zweiten Platz sichern.

Der war aber gar nicht so sicher, denn da war der sehr gut aufgelegt Felippe Massa, der ihn immer wieder unter Druck setzen konnte. Noch mehr Ärger drohte aber von Romain Grosjean, der scheinbar aus dem Nichts auftauchte. Lotus hatte sich in der Quali vertan und Grosjean blieb in Q1 hängen. Von P17 gestartet lag er in Runde 5 schon auf P11. Dann profitierte er von den frühen Stopps der anderen und reihte sich in P4 ein. Sein erster und letzter Stopp folgte dann in Runde 13, der ihn auf P15 zurückwarf. Grosjean fuhr dann ein sehr kluges Rennen. Er blieb geduldig hinter Fernando Alonso und auch Jenson Button und schonte seine Reifen, die immerhin 47 Runden durchhalten mussten. Als alle zum zweiten Stopp kamen, zog Grosjean das Tempo an und offenbar hatten seine Reifen noch genug Leben in sich, um vorne bleiben zu können. Das ist doppelt interessant, weil Räikkönen eine ähnliche Strategie hatte. Er war aber in Runde 7 schon drin und versuchte mit den “Medium” 53 Runden durchzuhalten. Das gelang nicht, obwohl sich der Finne lange hinter dem Sauber von Hülkenberg anstellte. Als alle Zwei-Stopper an die Box kamen, zog er das Tempo deutlich an, was aber dann natürlich auf Kosten der Reifen ging. Und die brachen dann am Schluss so sehr ein, dass er der berühmte “Sitting Dog” war. Er kam dann in Runde 58 noch mal rein. Das hatte aber keine weiteren Folgen für seine Position, da der Abstand zu di Resta groß genug war.

Aber warum gelang Grosjean das Kunststück aufs Podium zu fahren, während Alonso nicht mal Punkte holen konnte? Zum einen lag das am frühen Zwangsstopp des Spaniers, der sich am Start unglücklich den Frontflügel beschädigt hatte, was ihn auf P19 zurückwarf. Dann klemmte er hinter Vergne und kämpfte mit einem einem Ferrari, nach den diversen Berührungen nicht mehr komplett in Ordnung war. Erschwerend kam hinzu, dass er die Medium nicht so lange fahren konnte, wie die Lotus-Piloten. Wie schlecht sein Wagen war, sieht man alleine daran, dass er in den letzten 20 Runden hinter Daniel Ricciardo steckte und nicht an ihm vorbei kam.

Interessant war auch die Strategie von Force India. Paul di Resta kam schon in der ersten Runde zu einen Stopp. Danach stoppte man noch einmal in Runde 26 und fuhr das Rennen dann zu Ende. Weil der Stopp des Schotten kürzer war, als der von Alonso, landete er vor dem Spanier. Sutil startete mit den “Medium” und kam erst in Runde 41 zu seinem einzigen Stopp. Ihm gelang dann das Kunststück 19 Runden mit den “Soft” zu fahren. Am Ende bedeutete dies, dass beide Force India bei ihrem Heim GP in die Punkte kamen, was für die Team-WM sehr wichtig war, da beide Sauber dieses Mal kein Glück hatten. Hülkenberg fiel mit einem Bremsdefekt aus, Guiterrez bremste eine Durchfahrtsstrafe.

Aber am Ende gab es die große Feier nur bei Red Bull und Vettel. Dessen hübsche Donuts vor der Haupttribüne kosteten den Weltmeister am Ende dann tatsächlich auch noch 25.000 Dollar Strafe. Das dürfte er angesichts seines Erfolges verschmerzen können.

Nächste Woche geht es in Abu Dhabi weiter, und in der Team-WM wird es richtig eng. Mehr dazu dann in der Vorschau am Donnerstag.
Mercedes 313
Ferrari 309
Lotus 285

Sergio on track Jenson on track Motor Racing - Formula One World Championship - Indian Grand Prix - Race Day - New Delhi, India Motor Racing - Formula One World Championship - Indian Grand Prix - Race Day - New Delhi, India F1_IND_2013 00007 F1_IND_2013 00008 F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race

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October 24 2013

14:08

Formel Eins: Vorschau GP Indien 2013

Die WM ist entschieden, man kann sich also ganz auf das Rennen konzentrieren. Aber auch in Indien wird Red Bull die Nase vorne haben.

indienKein Zweifel, die Strecke in Indien dürfte dem Red Bull mal wieder sehr gut passen. Sie ist der aus Korea nicht unähnlich. Zwei lange Geraden zu Beginn, gefolgt von einem teilweise sehr engen aber auch sehr schnellen Abschnitt. Da Red Bull keine Probleme mehr mit dem Topspeed hat, der Rest der Welt nach der WM-Entscheidung die Konzentration aber auf 2014 verschoben hat, sollte einem weiteren Sieg von Vettel nichts entgegenstehen. Eine kleine Unsicherheit gibt es aber doch, und die kommt von Lotus.

Der mit einem 10 cm längeren Radstand ausgestattete E21 (jetzt E21LWB) hat in Suzuka außerordentlich gut funktioniert. Zumindest gelang es Lotus zum ersten Mal nach der Sommerpause, die Red Bull richtig unter Druck zu setzen. Der Erfolg aus Suzuka deutet auch darauf hin, dass man in Indien nicht viel langsamer sein wird. Wichtig für Lotus ist es aber, dass man die Quali auch für Räikkönen hinbekommt. Der Finne schlüpft zwar immer in Q3 rein, hat dort aber dann Probleme. Grosjean dagegen scheint der neue Wagen weniger Sorgen zu machen. Seine Performance in den letzten Rennen war sowieso bemerkenswert gut, vor allem in Suzuka.

Etwas unsicher ist noch, wie es bei Lotus generell weiter geht. Die Finanzierung für 2014 scheint noch nicht sicher zu sein, jedenfalls bestätigt Eric Boullier, dass man im Moment weiter das Budget für das kommende Jahr zusammenzurrt. Dies sei auch der Grund, warum man Nico Hülkenberg bisher nicht unter Vertrag genommen habe, was man aber gerne machen würde. Grosjean scheint nach seinen guten Ergebnissen für den Moment sicher zu sein. Für Hülkenberg selber gibt es im Moment nicht so viele Optionen. Sauber ist die eine, Lotus die andere. McLaren hat Interesse, wird aber Perez und Button im Team behalten. Williams ist keine Option, die benötigen eh das Geld von Bottas und Maldonado.

Bei Mercedes rätselt man derweil, wo und warum man Performance verloren hat. Einen wirklichen Grund kennt man auch nicht, man weiß nur, dass man irgendwo in der Entwicklung falsch abgebogen ist. Es mag teilweise auch an den neuen Reifen liegen, aber dies allein soll es, so Mercedes, nicht sein. Siege scheinen im Moment jedenfalls nicht in Reichweite zu sein. Daher wird man sich auch in Indien damit begnügen, das Podium anzuvisieren, wenn man denn an den starken Lotus vorbeikommt.

Bei Ferrari ist man sich darüber im Klaren, dass die WM durch ist. Jetzt geht es darum, Alonso und das Team wenigstens auf P2 der Wertungen zu halten. Kein einfaches Unterfangen, vor allem nicht in der Konstrukteurs-WM, wo man nur zehn Punkte vor Mercedes liegt. Auch Lotus, denen 33 Punkte auf Ferrari fehlen, hat bei noch vier ausstehenden Rennen gut Chancen. Die Schwäche von Ferrari heißt weiter Massa. Von den 297 Punkten in der Team-WM hat Alonso 207 geholt. Selbst Grosjean hat nur drei Punkte weniger als Massa auf dem Konto. Zumindest das wird sich 2014 dann wohl ändern.

Eine Überraschung könnte es in Indien wieder durch Sauber geben. Die Schweizer haben einen regelrechten Lauf, nachdem sie in Japan erstmals beide Autos in die Punkte bekommen konnten. Die Konkurrenz ist genervt. Sowohl Force India als auch Toro Rosso beklagen, das Sauber durch die Reifenumstellung einen unfairen Vorteil erlangt hat. Dass beide Teams vorher diesen Vorteil hatten, vergessen sie dann aber auch gerne. Tatsächlich ist Sauber auf dem Vormarsch. Force India liegt in der Team-WM nur noch 17 Punkte vor Sauber. Seit der Umstellung in Ungarn konnte Force India nur drei Punkte holen, Sauber dagegen 38. Kein Wunder, dass man bei den Indern etwas genervt ist, zumal man beim Heim-GP vermutlich auch nicht besser dastehen wird.

Zwei Teams, die weiter im Niemandsland stecken, sind McLaren und Williams. Zwar kann McLaren regelmäßig Punkte einfahren, aber schön sind die Rennen auch nicht gerade. Wenn man sich von Sauber schlagen lassen muss, dann sagt das schon einiges aus. Interessanterweise ist McLaren aber das einzige Team, dass durch die Änderung der Reifenmischungen in diesem Jahr keinerlei Veränderung erlebt hat. McLaren ist nicht besser, aber auch nicht schlechter geworden. Das deutet daraufhin, dass man die Reifen in diesem Jahr im Griff hatte, aber halt den ganzen Rest am Wagen nicht.

Ganz am Ende des Feldes liegt Marussia immer noch vor Caterham. Die wiederum sind sich im Klaren darüber, dass es in diesem Jahr vermutlich nichts wird mit dem 10. Platz in der WM. Die 10 Millionen Dollar, die es dafür gibt, hat man schon abgeschrieben.

Strategie

Der Wetterbericht sagt für Indien hübsche 29 Grad voraus, was die Streckentemperatur nach oben schnellen lässt. Und das dürfte Probleme für alle Teams schaffen, denn Pirelli hat die Mischungen “Medium/Soft” dabei, wobei die “Soft” sich bei hohen Streckentemperaturen gar nicht so schlecht machen. Ein schwer zu fassender Faktor dürfte der Staub auf dem Asphalt sein. Die Strecke wird im Jahr kaum genutzt und der viele Staub stört vor allem am Freitag.

Da die weiche Mischung deutlich flotter als die “Medium” (ca. 1,2 Sekunden) ist, wird man versuchen, die “Soft” auch im Rennen einzusetzen. Entscheidend wird dabei sein, ob man noch einen frischen Satz der weichen Mischung für den letzten Stint übrig hat. Theoretisch könnte man es auch mit einem Stopp versuchen, der “Medium” sollte in Indien etwas länger halten als in Suzuka, wo die Lotus knapp 27 Runden geschafft haben. Aber man verliert gerade gegen Ende des Stints viel Zeit, dazu kommt, dass die Stopps mit ca. 21 Sekunden nicht wirklich lange dauern. Die Strategie dürfte bei allen Teams relativ gleich aussehen. “Soft” zum Start, ein längerer Mittelstint mit den “Medium” und am Ende wieder “Soft”, wenn die Wagen leichter sind und auf der Ideallinie kein Staub mehr liegt.

Die Rennzeiten sind ein wenig anders. Weil Neu-Dehli zwischen zwei Zeitzonen liegt, starten die Quali und das Rennen schon um 10:30 Uhr. Nicht vergessen: Samstagnacht wird in Deutschland die Uhr eine Stunde vorgestellt.… zurückgestellt. (Oder…???) :)))

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October 07 2013

12:50

Formel Eins: Analyse Korea 2013 – Hülkenberg empfiehlt sich

Zwei Safety Car Phasen, ein sicherer Vettel und ein überragender Hülkenberg standen im Zentrum des Grand Prix. Aber auch sonst gab es viel zu sehen.

Korean GP Race 06/10/13Vierter Sieg in Folge, 77 Punkte Vorsprung und nur noch fünf Rennen zu fahren. Die Chancen, dass noch jemand anderes als Vettel Weltmeister wird, sind sehr gering. Auch Korea zeigte, dass Red Bull im Moment mal wieder das stärkste Auto hat, auch wenn die Abstände etwas kleiner waren, als in den letzten Rennen. Aber der Mann des Rennens war ein anderer Deutscher: Nico Hülkenberg. “The Hulk” fuhr mal wieder ein grandioses Rennen und hielt über das gesamte Rennen die Konkurrenten hinter sich, obwohl er nicht das allerbeste Auto im Feld hatte. Lewis Hamilton und Fernando Alonso verzweifelten hinter Hülkenberg, der sich keinen Fehler erlaubte.

In den freien Trainings sah es noch so aus, als könne Mercedes in Korea Druck auf die Red Bull ausüben, doch in der Qualifikation stellte Vettel die Hackordnung wieder her. Der Abstand auf Vettel war mit zwei Zehnteln einigermaßen gering, doch damit war klar, dass Red Bull wieder die übliche Strategie würde fahren können. Den Start gewinnen, vorne in clean air ein paar Sekunden Abstand gewinnen, um dann das Rennen zu kontrollieren. Dass Vettel den Abstand dieses Mal etwas geringer hielt, lag am rechten Vorderreifen, der allen Teams sorgen machte. Da der Kurs gegen Uhrzeigersinn gefahren wird, leidet der rechte Reifen etwas stärker, was man in den Zeitlupenaufnahmen auch sehen gut sehen konnte.

Hinter Vettel richtete sich Romain Grosjean ein, der mal wieder eines seiner guten Wochenenden hatte. In der Quali hatte er Räikkönen klar hinter sich gelassen, im Rennen bügelte er gleich in der erste Runde Lewis Hamilton, der danach keinen Weg am Lotus vorbei finden konnte. Grosjean hatte aber auch nicht die Mittel Vettel unter Druck setzen zu können, sondern musste sich eher nach hinten orientieren, wo der Mercedes lauerte.

Dahinter bildete sich ein ein veritabler Stau hinter Nico Hülkenberg, der zusammen mit Alonso, Button und zeitweise Perez um die Plätze kämpfte. Für Alonso war es, gemessen an seinen Ansprüchen, ein Wochenende zum Vergessen. Der Ferrari war zu keiner Zeit in der Lage um das Podium zu kämpfen, es fehlte der Speed in allen Belangen. Es sieht auch schwer danach aus, dass Ferrari die Saison in Sachen Fahrer-WM nach dem Rennen in Suzuka endgültig abschreiben wird. Aber in Sachen Team-WM kann man sich eine komplette Fokussierung auf 2014 eigentlich nicht leisten, weil Mercedes nur noch einen Punkt hinter den Italienern auf P3 liegt. Aber in Korea hatte Ferrari nichts zu melden, man lag hinter Red Bull, Lotus und knapp auf Augenhöhe mit Mercedes.

Die Deutschen hatten ein eher schwaches Rennen, und dass man mit beiden Fahrzeugen hinter dem Sauber von Hülkenberg lag, wird das Team auch nicht erfreut haben. Das hatte zwar auch etwas mit der Strecke zu tun, auf der man nur schwer überholen kann, aber es waren vor allem die Reifen, die die Leistung des Teams reduzierten. Von P2 zu starten und nur auf P5 ins Ziel zu kommen, ist schon eher enttäuschend. Dabei lag es nicht mal an den Supersoft, die alle Teams schnell von den Autos nahmen, sondern an Medium, die dem W04 nicht lagen.

Kurios waren die beiden Safety Car Phasen, die kurz hintereinander kamen. Erst zerriss es Perez den rechten Vorderreifen, den der Mexikaner vorher mit einem heftigen Bremsplatten versehen hatte. Die Trümmer sorgten für SC-Phase Nummer Eins. Nach dem Restart rutschte Sutil in Mark Webber und zerstörte dabei dessen Ölkühler. Das heiße Öl entzündete sich sofort und setzte das Heck des Red Bull in Brand. Webber stieg sofort aus, verstörend war dabei, dass es dann doch etwas länger dauerte, bis die ersten Feuerlöscher gezückt wurden. Die Rennleitung schickte einen Löschjeep auf die Strecke, was ein paar Fahrer dann doch überraschte.

Nach dem Restart entwickelte sich dann der dramatische und sehr spannende Kampf zwischen Hülkenberg, Hamilton und Alonso um P4, der sich bis zum Rennende hinzog. Es gehörte zu den den besten Dreikämpfen, die man in letzter Zeit gesehen hat. Hülkenberg gelang das Kunststück vor Hamilton bleiben zu können, weil er und Sauber den Wagen vor allem für den ersten Sektor abgestimmt und auf Highspeed getrimmt hatten. Dazu kam ein massiver Traktionsvorteil des Sauber aus der ersten Kurve heraus, den Hülkenberg immer genau die paar Meter Vorsprung brachten, die ihm über die Gerade halfen. Und das, obwohl der Mercedes hinter ihm immer den Flügel flach stellen konnte. Nur einmal kam Hamilton kurz vorbei, weil er aus dem letzten Turn etwas mehr Speed mitnahm und sich vor der ersten Kurve am Sauber vorbei schob. Doch Hülkenberg konterte auf der Geraden.

Für den Deutschen hagelte es nach dem Rennen jede Menge Lob. Seine Team freute sich sowieso, immerhin gehen alle Punkte des Teams in diesem Jahr auf das Konto von Hülkenberg. Hamilton zollte seinen Respekt, ebenso Alonso, der die Fahrt des Deutschen als “superb” bezeichnete. Damit dürfte die Tür für Nico bei einigen Teams weit offen sein. Lotus hat Interesse, aber auch bei McLaren scheint der Platz Sauber weiter so ansteigen, gibt es eigentlich keinen Grund ins unsichere Team von Lotus zu wechseln.

Neben Hülkenberg gab es aber noch einen weiteren Mann des Rennens: Kimi Räikkönen. Der Finne startete nur von P9 und verlor am Start auch noch einen weiteren Platz. Doch irgendwie wurschtelte sich Räikkönen durch das Feld, wobei die SC-Phasen dabei halfen, dass der Abstand nach vorne nicht zu groß wurde. Eine gute Strategie von Lotus half ebenfalls, aber dazu wird James Allen am Mittwoch noch etwas schreiben. Ferrari wird sich jedenfalls über die Verpflichtung des Finnen freuen, da Massa mal wieder eher mit Fehlern auf sich aufmerksam machte.

Alles in allen war ein guter Grand Prix. Die WM ist so oder so entschieden, Vettel wird Weltmeister, Red Bull führt in der Team-WM 118 Punkte Vorsprung. Man kann sich also bei den noch ausstehenden Rennen auf spannende Positionkämpfe konzentrieren. Und mit dem Rennen in Japan steht schon der nächste Klassiker am kommenden Wochenende auf dem Programm.
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September 19 2013

11:23

Formel Eins: Vorschau GP Singapur 2013

Wenn es Nacht wird in Singapur, dreht die Formel Eins erst richtig auf. Sebastian Vettel könnte seine vierte WM am Wochenende schon mehr oder weniger klar machen.

singaWeltmeister kann Vettel am Wochenende natürlich noch nicht werden, aber ein weiterer Sieg, bei einem Ausfall oder einer schlechten Platzierung von Fernando Alonso, dürfte die WM schon entscheiden. Sein Vorsprung auf den Ferrari-Piloten beträgt bei noch sieben zu fahrenden Rennen schon 53 Punkte, im günstigsten Fall wären es am Sonntag nach dem Rennen dann 78 Punkte. Die Chancen, dass Red Bull auch in Singapur den Rest mal wieder weit hinter lässt, stehen gar nicht mal so schlecht und für Ferrari gibt es weitere Probleme.

Denn bisher konnten die Italiener auf engen Kursen nicht wirklich überzeugen. In Monaco holte Alonso magere sechs Punkte, in Ungarn waren 10 Zähler. Nicht gerade eine Bilanz, die Ferrari sehr fröhlich stimmen sollte. Zwar verbreitet die PR-Abteilung weiter gute Laune und spricht von “maximaler Attacke”, hinter den Kulissen sickert aber auch schon durch, dass man bei einem schlechten Abschneiden in Singapur den Fokus schon mal auf 2014 verschieben wird. Dass Ferrari aus eigner Kraft noch den WM-Titel holen kann, ist nicht ausgeschlossen, aber wer glaubt schon, dass man die restlichen Rennen der Saison alle gewinnen kann?

Dazu kommt, dass die Konkurrenz in Singapur groß ist. Mercedes hat in Monaco und in Ungarn gewonnen, der enge Kurs sollte ihnen also liegen. Nach den schlechten Ergebnissen in Spa und Monza soll auch dringend mal wieder ein Sieg hier und die Deutschen stehen auf den Wettlisten auch ganz weit oben. Rosberg, der als Spezialist für solche Kurse gilt, ist der erste Siegesanwärter. Aber selbst ein Doppelsieg der Mercedes dürfte Red Bull nicht weiter beunruhigen, denn Platz 3 sollte allemal drin sein, was auch reicht, um den Abstand zu Ferrari vergrößern zu können.

Bei Lotus hat man die Saison auch schon abgehakt. Räikkönen hat bei Ferrari unterschrieben und sein Rückstand in der WM beträgt 88 Punkte. Die beiden Nullnummern in den letzten Rennen haben die WM-Ambitionen des Finnen komplett zerstört. Beides sind schlechte Nachrichten für Teamchef Eric Boullier, der seit dem Sommer damit beschäftigt ist, das Paket für 2014 zu schüren. Nach dem Weggang des Finnen gibt es für den Franzosen zwei Varianten, was die Fahrerbesetzung angeht. Zum einen Hülkenberg, zum anderen auch Felippe Massa, der sich und sein Ferrari-Insiderwissen offenbar bei Lotus anpreist. Die Frage für Boullier ist, ob er Grosjean behalten will, oder nicht. Gleichzeitig gibt es Gerüchte, dass Renault eventuell Teile des Teams kaufen möchte. Entweder selber oder über die Marke “Infinity”. In Monza war eine ganze Horde hoher Nissan-Manager zur Gast, was die Gerüchte noch weiter angetrieben hat. Dafür müssten aber auch weitere gute Ergebnisse her, aber der Lotus funktioniert auf engen und ultraschnellen Kursen in diesem Jahr nicht.

Da könnte eher McLaren für eine Überraschung sorgen, denn die waren in Ungarn schon recht dabei. Man ist zwar immer noch weit, weit von der üblichen Form entfernt, aber in den letzten beiden Rennen machte das Auto der Briten einen zunehmend besseren Eindruck. Jedenfalls nicht mehr katastrophal. Button mag Singapur, Perez wird vermutlich wieder eher ein paar Probleme haben. Aber McLaren könnte “best of the rest” werden.

Was auch daran liegt, dass die anderen Mittelfeldteams in Singapur eher Probleme haben werden. Force India scheint für dieses Jahr weg vom Fenster zu sein, die neuen Pirelli liegen dem Wagen einfach nicht. Sauber war in Monza sensationell unterwegs, aber ob das auch auf der engen Strecke in Singapur klappt? Man darf aber nicht vergessen, dass die Schweizer dank des frischen Geldes aus Russland den Entwicklungsstau etwas abbauen konnten, was dem Wagen sichtlich gut getan hat. Toro Rosso ist schwer einzuschätzen. In Monza habe ich sie etwas weiter vorne erwartet, obwohl Ricciardo ja Punkte geholt hat. In Singapur dürfte es allerdings schwieriger werden.

Williams, Marussia und Caterham werden das Schlusslicht bilden. Vor allem der Williams ist weiterhin eine einzige Enttäuschung, denn er funktioniert auf überhaupt keiner Strecke.

Strategie

Singapur ist ein Albtraum für Techniker und Strategen. Der Kurs ist eng, hat 23 Kurven und kaum eine lange Gerade. Dazu kommen hohe Temperaturen von über 30 Grad am Abend und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die gerne mal so richtig 75 % gehen kann. Das bedeutet, dass die Motoren und vor allem die Bremsen nicht richtig abgekühlt werden. Zwar bremst man in Singapur nur einmal aus hoher Geschwindigkeit ab, aber dafür steht man permanent auf der Bremse, was den Kohlefaserscheiben nicht gefällt. Auch für alle anderen Systeme ist das Wetter eher Gift. Durch den Coanda-Auspuff sammelt sich viel Hitze unter der Abdeckung, das KERS wird zusätzlich belastet. So hatten etliche Teams im Rennen schon Probleme mit dem KERS und da denkt man ja auch und gerne an Red Bull.

Nicht leichter wird die Angelegenheit, wenn man sich die Reifen anschaut. Pirelli bringt “Supersoft/Medium” mit. Das engt die Strategie ein wenig ein, denn niemand wird die Supersoft im Rennen lange fahren wollen. Die Top Ten werden nach acht bis zehn Runden auf die Medium wechseln, was aber mindestens einen weiteren Stopp nötig machen wird. Aber auch, wenn man die Strategie umgekehrt und die Supersoft erst gegen Ende aufschnallt, wird das nicht viel ändern. Dreistopps wären auch eine Möglichkeit, halte ich aber für unwahrscheinlich, weil sich die Medium in der Saison als sehr standfest erwiesen haben.

Eine weitere Unsicherheit ist das Safety Car, das bisher bei jedem Rennen in Singapur im Einsatz war. Klassischerweise macht fast jedes liegen gebliebene Auto eine SC-Phase nötig. Im letzten Jahr musste Bernd Mayländer zweimal raus, das kann dieses Jahr auch passieren. Und wie immer kann das Rennen dann darüber entschieden werden, wer sich bei der Ausfahrt des SC dann wo auf der Strecke befindet. Man kann, wenn man Pech hat, mehrere Plätze nach hinten durchgereicht werden, wenn es gerade nicht passt.

Das alles gibt dem Rennen auch die nötige Würze, denn Überholmanöver sind in Singapur, zwei DRS-Zonen hin oder her, eher selten. Man sollte sich also auf einen längeren Grand Prix einstellen. Aber immerhin sind die Nachtbilder aus Singapur jedes Jahr sensationell schön.

Achtung bei den Zeiten. Die Quali ist um 15.00 Uhr, das Rennen aber um 14.00. Mehr bei uns im TV-Planer.

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August 11 2013

12:36

Formel Eins: Halbzeitanalyse 2013 Ferrari & Lotus

Halbzeit in der Formel Eins Saison des Jahres 2013. Wie üblich gibt es eine kleine Analyse, wie die Form der einzelnen Teams und Fahrer aussieht.

Weiter geht es mit unserer Halbzeitanalyse der Formel Eins Saison 2013 mit einem Blick auf Ferrari und Lotus. Beide starten sehr gut in die Saison, aber bei Ferrari ging die Formkurve unerklärlicherweise schnell wieder bergab. So steil, dass es hinter den Kulissen wohl schon Streitigkeiten zwischen Alonso und dem Team gibt. Für Lotus lief es etwas, aber auch nicht viel besser. Die Leistungen beider Teams waren bisher zu ungleichmäßig um Red Bull wirklich zu gefährden.

Ferrari

GP UNGHERIA F1/2013Stark anfangen, stark nachgelassen. Das beschreibt die Saison von Ferrari vermutlich am Besten. Es ist ein wenig rätselhaft, warum die Italiener in diesem Jahr mal wieder so viele Probleme haben. Denn eigentlich hat der F138 alle Grundzüge eines sehr guten und sehr erfolgreichen Wagens. Der Reifenverschleiß liegt in der Norm, der Speed auf den Longruns ist ok, die berühmte Standfestigkeit ist auch da. Aber statt einen Schritt nach vorne zu machen, entwickelte sich der F138 nach hinten. Fast alle Updates, die man zwischen Monaco und Nürburgring ans Auto geschraubt hatte, sind wieder verschwunden. Entweder hat Ferrari komplett in eine falsche Richtung entwickelt (was nicht das erste Mal wäre), oder der F138 ist schon jetzt am Ende seiner Entwicklungsfähigkeit angekommen.

Der Druck bei Ferrari ist hoch. Luca di Montezemolo hat nach dem katastrophalen Rennen (für Ferrari Ansprüche) in Ungarn eine Sondersitzung einberufen und verkündet, dass man in den nächsten Wochen kein Stein auf dem anderen lassen würde. Er will wissen, warum der Wagen keine Fortschritte macht und man kann ihn da durchaus verstehen. Dass man sich James Allison von Lotus als neuen Chefdesigner geschnappt hat, ist nur eine langfristige Lösung. Allison fängt erst im September an und wird sich wohl mehr um den 2014er Wagen kümmern. Aber es ist auch eine Degradierung des bisher für den Wagen verantwortlichen Pat Fry und deutet an, dass Montezemolo bei weiteren Misserfolgen die Managementstruktur im Team vielleicht noch weiter ändern will.

Dies alles deutet auch darauf hin, dass die Probleme bei Ferrari hausgemacht sind, was auch keine große Neuigkeit wäre. Wie groß die Unruhe im Team ist, erkennt man auch daran, dass Montezemolo, wo er gerade mal so hübsch in Schwung war, gleich auch noch Fernando Alonso abgekanzelt hat. Dieser hatte sich nach dem Rennen in Silverstone und Ungarn Kritik an Ferrari erlaubt, was man in Maranello nicht gerne sieht. Ferrari sei größer als seine Fahrer und alle Fahrer seien ersetzbar, verkündete der Ferrari-Chef. Derartig ruppig ist man seit Jahren nicht mehr mit einem Fahrer umgegangen und wer die empfindliche Seele von Alonso kennt weiß, dass die Zurechtweisung den Spanier getroffen haben dürfte. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine gute zweite Saisonhalbzeit.

Dabei kann man Alonso, wie immer, rein fahrerisch keinen Vorwurf machen. Was er aus dem F138 rausholt scheint auch das Maximum zu sein. Der Ex-Weltmeister leistete sich dieses Jahr nur einen seiner extrem seltenen Fehler, als er in Malaysia mit einem defekten Frontflügel weiter fuhr. Zu seiner Verteidigung muss man aber vielleicht auch sagen, dass die Fahrer den Flügel nicht sehen können, das Ausmaß des Schadens war ihm also nicht bewusst. Ansonsten blieb Alonso wie immer fehlerfrei.

Was man von Massa nicht behaupten kann. Seine Leistungen sind in diesem Jahr wieder eher schwach, zwingende Rennen sah man von ihm nie. Es waren ein paar gute Läufe dabei, doch die meiste Zeit fuhr unterhalb des Radars. Und genau das könnte ihm nun endgültig zum Verhängnis werden. Denn auf dem Markt gibt es neben Nico Hülkenberg auch noch Paul di Resta und selbst das Wagnis Jules Bianchi (der von Ferrari gefördert wird) wäre eine Variante. Traditionell gibt Ferrari seine Fahrer für die kommende Saison immer in Monza bekannt, vielleicht erleben wir da ja eine Überraschung,

Lotus

Lotus Räikkönen Kanasa 2013 Dass Lotus in diesem Jahr erneut um die WM mitfahren kann, hat zwei Gründe. Der Erste heißt Kimi Räikkönen, der zweite Budgetüberziehung. Es ist bekannt, dass Lotus 2012 mit einem operativen Minus von knapp 60 Millionen Euro das Jahr beendet hat. Und auch in diesem Jahr lebt man über die eigenen Verhältnisse, wie Teamchef Eric Boullier die Tage zugegeben hat. Man wartet dringend auf das Geld der arabischen Investoren, die 35% des Teams gekauft haben wollen. Für Lotus geht es in diesem Jahr um alles oder nichts. Den Designer James Allison hat man schon verloren, wenn Räikkönen das Team Richtung Red Bull verlassen sollte, dürfte die Luft für den Rennstall eng werden. Zwar haben die Besitzer, GenII, genug Geld, aber wegwerfen will man es sicher auch nicht. Auf der anderen Seite könnte es auch gut laufen. Das Räikkönen geht steht nicht fest, Lotus tut wohl alles, um den Finnen zu halten. Der hat auch schon angedeutet, dass seine Entscheidung nicht unbedingt allein davon abhängt, wer im Moment das schnellere Auto hat. 2014 kann das sowieso wieder alles anders aussehen.

Die Leistung des Teams kann man also gar nicht hoch genug bewerten, denn von den Budgets, die Ferrari und Red Bull haben, dürfte man weit entfernt sein. Es war auch eine richtige Entscheidung den letztjährigen Wagen als Basis für 2013 zu nehmen. Die Änderungen an der Aerodynamik waren zu Beginn des Jahres so minimal, dass man schon sehr genau hinschauen musste. Aber das Rezept stimmte, der Sieg im ersten Rennen war dann auch eine schöne Belohnung.

Das knappe Budget diktiert dann aber auch die Entwicklungsgeschwindigkeit und hier liegt die Schwachstelle des Teams. Im Verlaufe des Frühsommers verlor man massiv an Boden, konnte aber durch die neuen Reifen wieder etwas aufholen. Eine realistische Chance auf den WM-Titel sehe ich aber nicht, denn der Herbst dürfte zu einer Materialschlacht zwischen Mercedes, Ferrari und Red Bull ausarten. Und hier fehlen Lotus einfach die Ressourcen.

Kimi Räikkönen fährt, wie schon im letzten Jahr, eine sehr gute Saison. Im Rennen ist er immer da, seine Longstints sind allesamt perfekt und oft ist er auch in Sachen Strategie klüger als sein Team. Fehler habe ich bei ihm keinen gesehen und seine Hartnäckigkeit dürfte ihn noch lange im WM-Kampf halten.

Bei Romian Grosjean sieht es anders aus. Das der Franzose schnell sein kann steht außer Frage. Aber seine Fehleranfälligkeit ist einfach zu hoch. Dazu kam in diesem Jahr, dass er mit den Reifen nicht klar kam. Seine im Vergleich zu Räikkönen deutlich aggressivere Fahrweise führte oft zu überhitzten Hinterreifen, die sein Rennen dann zerstörten. Sein Problem ist aber auch, dass das Team komplett auf Räikkönen eingestellt, er muss sehen, wie er mit der Restaufmerksamkeit zurecht kommt. Ob er noch eine weitere Saison bei Lotus bleiben wird, ist wohl auch nicht mehr seine Entscheidung. Boullier redet mit Hülkenberg, der angeblich schon ein Seatfitting bei Lotus hatte. Wenn Räikkönen geht, stehen die Chancen des Franzosen etwas besser, denn zwei Fahrer möchte Lotus vermutlich nicht ersetzen.

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July 28 2013

16:24

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2013

Der Grand Prix von Ungarn brachte vor allem die Erkenntnis, dass Mercedes auf dem Weg ist, in der Weltmeisterschaft noch ein Wörtchen mitzureden. Der Titel ist durchaus in Reichweite.

GP Ungarn 2013Das vermutlich heißeste Rennen des Jahres, die Reifen der Marke “Soft”, konstanter Druck in der Frühphase des Rennens – und doch kann Mercedes das Rennen gewinnen. Red Bull genießt mit Sebastian Vettel zwar noch einen großen Vorsprung in der WM, aber die Sache könnte noch enger werden, als es den Österreichern lieb ist. Und auch Lotus rückt Red Bull dank der neuen Pirelli auf die Pelle. Großer Verlierer des Wochenendes ist jedoch Ferrari, die mal wieder kein Bein auf den Boden bekommen haben und im Entwicklungswettkampf der vier führenden Teams offenbar unterlegen sind.

Es war schnell klar, dass sich das Rennen über zwei Dinge entschieden wird: Strategie und Reifenverschleiß. Und in beiden Punkten sah sich Red Bull eigentlich im Vorteil. Am Freitag schimpfte Lewis Hamilton noch über einen schlecht liegenden Mercedes, nach seiner Pole spielte er die Siegchancen runter und hoffte auf ein Podium. Doch offensichtlich war das eher Theater. Denn Lewis konnte in Ungarn von Anfang an die Pace bestimmen und er musste auch nicht mehr oder weniger auf seine Reifen aufpassen, als das Vettel tat. Die beiden kamen nach dem ersten Stint mit nur einer Runde Abstand in die Box, um die “Soft” gegen die “Medium” zu tauschen. Dabei war der frühere Stopp von Hamilton am Ende sogar die bessere Strategie, denn er konnte auf seiner Outlap Vettel klar distanzieren. Helmut Marko sprach nach dem Rennen von einer schlechten Inlap, die Vettel gefahren sein, Vettel wiederum erklärte, dass die Reifen in den letzten zwei Runden des Stint einfach komplett eingebrochen seien.

Für Vettel bedeutete dieser Zeitverlust allerdings, dass er das Rennen schon nach dem ersten Stopp verloren hatte. Während Hamilton vor den auf “Medium” gestarteten Jenson Button raus kam, landete Vettel hinter dem Briten und verlor dort sehr viel Zeit. Knapp 8 Sekunden werden es über die Runden gewesen sein, die der Deutsche einbüßte, wobei man Button keinen Vorwurf machen kann. Der fuhr sein Rennen und kämpfte um seine Position.

Für Vettel bedeutete dies ein weiteres Problem, wie sich allerdings erst später im Rennen rausstellen sollte. Lotus hatte Räikkönen nach einem langen ersten Stint auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt, die der Finne mustergültig umsetzen konnte. Ein wenig abseits der Kameras und nur sichtbar, wenn man den Zeitenmonitor verfolgte, fuhr er sehr schnelle und sehr konstante Rundenzeiten. Sein Abstand zu Hamilton war wegen seines schlechten Qualis schon kurz nach dem Start zu groß, das Ziel hieß also P2. Lotus stellte die Strategie just in dem Moment um, in dem man sah, dass Vettel sehr viel Zeit hinter dem McLaren verlor. Eine strategische Meisterleistung, aber auch eine grandiose Fahrt von Kimi, der von seinen Reifen im letzten Stint (32 Runden) genau die richtige Leistung abverlangte. In der letzten Runde, so der Finne, brachen die Medium dann ein, was man auch am tänzelnden Heck des Wagens sehen konnte.

Interessant an der Sache ist, dass Lotus Red Bull mit der Taktik unter Druck setzen konnte. Dass Vettel hinter Kimi ins Ziel kam, lag sicher auch daran, dass er hinter Button feststeckte, aber auch der anderen Seite musste Räikkönen zu Beginn des Rennens mit Alonso kämpfen und konnte seinen Speed auch nicht fahren. Mag sein, dass die Umstände (Strecke, Hitze) auch dazu geführt haben, dass Red Bull nicht wie gewohnt dominieren konnte, aber es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass neuen Reifen vielleicht im Moment doch nicht so recht passen. Wenn Lotus auch in Zukunft immer einen Stopp weniger machen kann, dürfte das interessante Rennen geben.

Das Ergebnis für Renault hätte noch besser ausfallen können, wenn Romain Grosjean nicht mal wieder Ärger mit den Kommissaren bekommen hätte. Bei einem Überholmanöver gegen Button, zog der Franzose etwas früh rüber und die beiden Fahrzeuge berührten sich. Ein paar Runden später zog in er einem sensationellen Manöver außen in T4 an Massa vorbei. Blöderweise lag die weiße Linie dieses Mal vor der schraffierten Fläche und er war mit beiden Rädern außerhalb der Strecke. Die Folge war eine regelkonforme Durchfahrtsstrafe, die aber sich aber ein wenig harsch anfühlt. Für die Berührung mit Button brummten ihm die Kommissare dann auch noch eine 20-Sekunden Strafe auf, die sein Ergebnis (P6) aber nicht änderte.

Ferrari hatte mit dem Ausgang des Rennens überhaupt nichts zu tun. In der Quali kam Alonso immerhin auf P5. Das ist jetzt nicht toll, aber auch nicht schlecht. Und wie man bei Mark Webber sehen konnte, kann man daraus was machen, wenn das Auto stimmt. Am Ende kam Alonso auch auf P5 raus, rund 31 Sekunden hinter Hamilton. Man verliert pro Runde also knapp 0,5 Sekunden und das ist einfach zu viel. Ferrari fährt im Nirvana hinter Mercedes, Red Bull und Lotus. Nach hinten muss man sich nicht wirklich verteidigen, nach vorne geht aber auch nicht. Das Problem für Ferrari ist, dass ihnen die Zeit davon läuft. Zwar kommen noch neun Rennen, aber die liegen wiederum so dich beisammen, dass es schwierig sein wird parallel die Entwicklung voranzutreiben. Es ist auch nicht so, dass Ferrari grundsätzlich Schwächen zeigen würde. Der Reifenverschleiß ist ok, der Topspeed usw. Auch die Fahrer berichten, dass sie mit dem Wagen grundsätzlich zufrieden sind. Der F138 ist einfach grundsätzlich zu langsam und Ferrari gelingt nicht, die Lücke nach vorne zu schließen.

Da wundert es fast nicht, dass Ungarn Gerüchte aufgetaucht sind, Alonso könnte zu Red Bull wechseln. Schuld daran war ein Gespräch von Luis Garcia, der Manager von Alonso, mit Christian Horner. Helmut Marko ließ es sich nicht nehmen, etwas Feuer unter der Sache zu machen, aber man sollte darauf nichts geben. Alonso hat bei Ferrari einen Vertrag bis Ende 2016, der eng an den Sponsorvertrag mit Santander gekoppelt ist. Red Bull wird sich Alonso auch nicht antun wollen. Hintergrund des Gespräches dürfte viel mehr Carlos Sainz jr. gewesen sein, der ebenfalls von Gracia vertreten wird.

McLaren zeigte sich in Ungarn etwas verbessert. Perez schaffte es recht locker in Q3, im Rennen lagen beide aufgrund der Zwei-Stopp-Strategie recht gut im Rennen. Für einen Moment sah es sogar so aus, als könne Button aufs Podium fahren, aber dann war der MP4/28 dann doch zu lahm und wurde von der Konkurrenz aufgeschnupft. Perez und Button kamen beide in Punkte, was insofern wichtig war, weil Force India am Wochenende patzte.

Die Inder hatten sich gegen die Änderung der Reifen mit allem gewehrt, was sie hatten. Sie wussten wohl schon, dass die neuen Pirelli dem Wagen nicht gut tun würden. Schon in der Quali blieben beide Piloten blass und schafften nicht den Sprung in Q3. Sutil hatte in seinem Rennen Pech und fiel mit einem Hydraulikproblem aus, allerdings lag er zu diesem Zeitpunkt auch nicht in Punktenähe. Paul di Resta kämpfte sich durchs Rennen, dass man sich am Ende aber einem Williams geschlagen geben musste, sagt schon einiges.

Williams gelang es in Ungarn endlich den ersten Punkt in diesem Jahr zu holen. Bedanken können sie sich da bei Pastor Maldonado, der mit einem sehr guten Start die Basis für den Erfolg legte. Man sollte das allerdings nicht überbewerten. Die enge Strecke liegt dem Williams besser, als das, was sonst so in der Saison fährt, dazu kam das Glück, dass Rosberg kurz vor Schluss liegen blieb. Aus eigener Kraft hätte Williams den Punkt nicht geholt.

Force India war während des gesamten Wochenendes nicht zu sehen. Q3 war utopisch, die Rundenzeiten auf den Long Runs schlecht. Grund mag die Strecke gewesen sein, der STR mag die schnellen Kurse lieber.

Sauber hatte ebenfalls ein, wie in diesem Jahr schon fast gewohnt, zähes Rennen. In der Quali blieb Guiterrez mal wieder in Q1 hängen, im Rennen fiel der Mexikaner früh aus. Hülkenberg lag zwischenzeitlich auf P10, verlor aber viel Boden, als er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam.

Ein Wort noch zu Mark Webber, der von P10 auf P4 fahren konnte. Er startete mit den “Medium”, was sich als gute Entscheidung für den ersten Stint herausstellen sollte. Allerdings, und das habe ich nicht so ganz verstanden, setzte man Webber ebenfalls auf eine Drei-Stopp-Strategie. Entweder kann der Red Bull nicht mehr, oder man hat sich da vertan. Durch das zweimalige Wechseln auf die “Medium” verlor Webber rund 20 Sekunden an der Box, ob er die auf der Strecke auf verloren hätte, ist zumindest mal eine Frage wert.

Das Rennen war also durchaus interessant, bot packende Zweikämpfe und für Ungarn erstaunlich viele und vor allem sehenswerte Überholmanöver. Leider geht die Serie jetzt in eine vierwöchige Pause, das nächste Rennen ist erst Ende August in Spa. Die Fabriken müssen zwei Wochen geschlossen bleiben, was aber nicht bedeutet, dass keiner arbeiten wird. Vier Wochen sind viel Zeit, um den Wagen zu verbessern.

Vettel führt in der WM zwar mit 38 Punkten vor Räikkönen, Alonso hat 39 Punkte Rückstand und bei Hamilton sind es 48 Zähler. Das bedeutet, dass die WM noch längst nicht entschieden ist. Ein Ausfall von Vettel und die Sache sieht wieder anders aus. Mercedes hat mit Hamilton auch noch durchaus Chancen. Wenn deren Performance weiter so stabil ist, Vettel noch einmal ausfällt und es gelingt, immer ein oder zwei Plätze vor Vettel liegen, dann könnte es gegen Ende der Saison noch mal knapp werden. Das klingt etwas viel nach “wenn und sollte”, aber ausgeschlossen ist es nicht, dass Red Bull noch mal ins Schwitzen kommt.

In der Sommerpause gibt es von uns wie gewohnt die Halbzeitanalyse, damit es nicht ganz so langweilig wird.

2013 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_Ungarn_2013 00007 F1_Ungarn_2013 00018 F1_Ungarn_2013 00006 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00005 F1_Ungarn_2013 00010 F1_Ungarn_2013 00004 F1_Ungarn_2013 00017 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Sergio Perez in action F1_Ungarn_2013 00015 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00011 Jenson button in action 2013 Hungarian Grand Prix - Saturday

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March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

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September 02 2012

16:52

Formel Eins: Analyse Spa 2012

Ein ereignisreiches Rennen, dass allerdings am Start knapp an einer Katastrophe vorbei schrammte. Die WM ist jetzt wieder völlig offen.

Die Wetten, dass Maldonado am Start irgendeinen Blödsinn fabrizieren würde, standen recht gut und er tat mit seinem Fehlstart alles, sie zu erfüllen. Aber was Grosjean sich in Spa geleistet hat, war dann doch eine ganze Ecke zu viel. Ein Unfall in der Startphase ist immer schlimm, man lässt sich deswegen auch immer etwas Platz. Eine Regel, von der der Franzose offenbar nichts gehört hat. Er klemmte Hamilton ein, der keine Chance hatte und er wusste, dass er den Briten den Weg abschneidet. Er war nicht mal halb vorbei, da hatte der McLaren-Pilot nicht mal die Chance vom Gas zu gehen, ohne eine Berührung zu riskieren. Die anschliessende Kollision war furchterregend, gerade weil der gesamte Lotus quer in der Luft liegend ein paar Zentimeter am Cockpit des Ferrari vorbei flog. Wie knapp das war, twitterte Alonso nach dem Rennen dann selber. Niemand kam zu Schaden, und Unfall würfelte das Feld gehörig durch. Die FIA war aber mächtig sauer.

Nach dem Rennen bestrafte die FIA dann Grosjean und sperrte ihn für das Rennen in Monza. Plus eine Strafe von 50.000 Dollar. Man wirft ihm eine “schweren Bruch der Regeln” vor und die willentliche Gefährdung anderer Fahrer. Zu dem war man wohl sauer, weil sich weder das Team, noch Grosjean während und nach dem Rennen offiziell entschuldigt hat. Wie auch immer: So einen Unfall will man nicht auf einer Strecke sehen, wo der Weg vom Start zur ersten Kurve länger ist und es weniger Auslaufzonen gibt, die Strafe ist hart, aber vielleicht hilft es ja. Normalerweise müsste jetzt Jerome D’Ambrosio in Monza fahren, aber mal abwarten, was Lotus diese Woche entscheidet. Ich bin mit der Strafe einverstanden. Sie ist nicht allein auf den Unfall in Spa zurückzuführen, sondern basiert auf einer ganzen Reihe von Kollisionen in diesem Jahr. Die Heftigkeit des Unfalls in Spa und das Fehlen jeder Entschuldigung hat die Strafe nachvollziehbar gemacht.

Mit dem Unfall verabschiedeten sich auch die Hoffnungen von Sauber, Alonso und Hamilton. Sauber, aussichtsreich aus P2 und P5 gestartet, verlor Perez sofort. Kobayashi, der schlecht gestartet war, fiel ans Ende des Feldes zurück. Das sein Wagen überhaupt noch fuhr nach dem Hamilton drüber flog, war schon eine kleine Sensation. Der Ausfall von Alonso eröffnete dann eine gute Möglichkeit für Räikkönen und beide Red Bull. Letztere steckten nach dem Crash um P10 herum, doch der RB8 erwies sich im Rennen mal wieder etwas besser, als in der Qualifikation.

Vorne zog jedoch Jenson Button nach dem Restart einsam seine Runde. Kein Konkurrent war in der Lage, dem McLaren zu folgen, Button brannte die schnellsten Rundenzeiten in den Asphalt und besorgte sich schnell ein Polster von mehr als 10 Sekunden. Der Champion von 2009 hatte schon in der Quali geszeigt, dass die neuen Updates am McLaren perfekt funktionieren. Dazu kam ein neuer Heckflügel, um den es teamintern aber großen Ärger gab. Während sich die Button-Mannschaft dazu entschloss, den Flügel zu fahren, schraubte man Hamilton die alte Version drauf. Der beschwerte sich nach dem Rennen per Twitter mit einem herzhaften “wtf” und stellte bei Instagram als Beweis ein Bild der Telemetriedaten ein. Er löschte das Bild zwar wieder, aber da war es dann schon zu spät.

Erklärung der Linien von unten nach oben:
- Gaspedalstellung
- Getriebe, Gang
- Gestrichelte Linie = Zeitverlust zu Button, je weiter sie nach unten zeigt
- Bremse (nicht ganz sicher)
- Geschwindigkeit
- Die Zahlen links zeigen Unterschiede zu Button

Red Bull und Ferrari vermeldeten süffisant, dass sie sich die Zahlen sehr genau anschauen würden. Viel anders als das, was man selber an Daten hat, wird es aber auch nicht sein.

Aber zurück zum Rennen. Button vorne war weg, dahinter wollte es sich Räikkönen bequem machen, der musste sich aber mit Nico Hülkenberg rumschlagen, der im Startgetümmel irgendwie auf P3 gelandet war. Hinter lag Paul di Resta, der allerdings das gesamte Rennen ohne KERS auskommen musste, und dementsprechend zurück fiel. Der Deutsche brannte vorne aber ein kurzes Feuerwerk und schnappte sich dank DRS auch den Lotus. Wegen des hohen Reifenverschleiss des Force India musste er aber eine andere Strategie einschlagen und verlor P2 am Ende gegen Räikkönen und Vettel. Aber er hat sich mal wieder nachdrücklich für ein Cockpit in einem Top Team empfohlen und die Gerüchteküche in Spa bringt in mittlerweile mit Ferrari in Verbindung. Die werden sich das Rennen des Deutschen genau angeschaut haben, landete er doch vor Massa.

Maßgeblich für den Ausgang des Rennens war aber die Reifenstrategie. Es hatte kurz vor dem Rennen Gerüchte gegeben. das Red Bull eventuell Probleme haben würde. Es war sogar zu lesen, dass Horner von Pirelli verlangt habe, aus Sicherheitsgründen alle Teams auf drei Stopps festzulegen. Paul Hembry kommentierte die Meldungen mit “Blödsinn” und auch bei Red Bull wollte man nichts davon wissen. Tatsächlich splitteten sie die Strategie von Vettel und Webber und ließen Vettel mit einer Ein-Stopp-Strategie fahren. Im Falle von Button, der ebenfalls nur einmal hielt, war ich mir sicher, dass es klappen würde, bei Vettel nicht. Aber offenbar ist die harte Mischung sehr widerstandsfähig und hält locker eine halbe Renndistanz in Spa durch. Das es recht kühl war, mag Red Bull geholfen haben.

Vettel profitierte aber nicht nur von einer guten Strategie. Er kämpfte sich an Webber, Massa und Senna vorbei, jeweils in der letzten Schikane. Besonders peinlich für Massa, den gleich zweimal auf die gleiche Art und Weise stehen ließ. Vermutlich wäre Vettel Button am Ende noch näher gekommen, wäre er schneller an Michael Schumacher vorbei gekommen, der ihn eine Zeit lang aufhalten konnte. Ein weiteres Glück war, dass Vettel nach seinem Stopp in eine Lücke rauskam und so “clean air” hatte, seine neuen Reifen also effektiv nutzen konnte. Und so konnte er dann von P11 auf P2 vorfahren.

Sein ärgster Konkurrent war Kimi Räikkönen, aber bei Lotus hatte man sich mit der Strategie verhauen. Der erste Stopp kam zwar spät, aber eigentlich noch etwas zu früh. Die Zwei-Stopp-Strategie war nur auf dem Papier schneller, dazu kam, dass sich der Finne mit Schumacher rumschlagen musste, der auf der Geraden deutlich schneller war, als der Lotus. Zwar passierte Räikkönen den Ex-Meister vor, bzw. in Eau Rouge auf spektakuläre Art und Weise, profitierte aber auch davon, dass Schumacher zu diesem Zeitpunkt der sechste Gang fehlte. Räikkönen war von vielen als möglicher Sieger getippt worden, aber das Rennen zeigte dann doch, dass Lotus noch ein ganzes Stück davon entfernt ist, Druck auf die Spitze ausüben zu können. Immerhin holte der Finne einen dritten Platz, mehr wäre auch nicht drin gewesen. Im Gegenteil, mit Alonso und Hamilton wäre es sehr eng geworden.

Mercedes machte in der Quali genau das, was man erwartet hatte, nämlich in Q2 hängen bleiben. Im Rennen sah die Sache jedoch ganz anders aus. Schumacher hatte in der Unfallphase etwas Glück und wurde auf P5 nach vorne gespült. Im Verlauf des ersten Stints zeigte er aber, was er noch kann und schnappte sich nacheinander die Force India und den Lotus. Die Strategie von Mercedes sah nur einen Stopp vor, doch das ging am Ende schief. Erstaunlicherweise schien der Wagen mit leichter werdenden Auto die Reifen mehr zu belasten, als mit vollen Tanks. Am Ende wurde es nur P7, aber das entspricht dann auch dem Platz, auf den Mercedes zur Zeit gehört.

Rosberg erging es ebenfalls nicht gut. Er fand sich nach der ersten Runde auf P13 wieder, immerhin 10 Plätze vor seinem Startplatz. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Rosberg sich von dort aus, ebenso wie Massa, der vor ihm lag, nach vorne würde fahren können, aber das passierte nicht. Rosberg blieb einfach stecken. Durch die teilweise frühen Boxenstopps wurde er nach vorne gespült, Mercedes ließ ihn allerdings zu lange draussen und er verlor seine gute Position wieder. Auch seine Ein-Stopp-Strategie ging am Ende schief. Immerhin zeigte er mit frischen Reifen und leeren Auto am Ende sehr gute Rundenzeiten.

Massa hatte ein unauffälliges Rennen. Von P14 gestartet schob er sich langsam aber sich durch das Feld und belegte am Ende P5. So ein Rennen hätte man eigentlich von Rosberg erwartet, also kann man schon sagen, dass Massa sich gut geschlagen hat. Sein Abstand auf die Spitze betrug am Ende knapp 30 Sekunden und zeigt, wie gut der F2012 im Rennen war. Und was man mit Alonso vorne verpasst hat.

Erwähnenswert sind doch die Toro Rosso. Vergne und Ricciardo überlebten den Startunfall und fanden sich zeitweise auf P6 und P7 wieder. Beide fuhren ein kluges Rennen, ohne unnötigen Risiken einzugehen, konnten aber Webber, Vettel und Massa nicht halten, die von hinten an ihnen vorbei stürmten. Am Ende landete Vergne auf P8 und Ricciardo auf P9, was Toro Rosso wichtige Punkte einbrachte.

Was sonst noch war:

- Maldonado hatte erst einen fulminanten Fehlstart (er war von der Kupplung abgerutscht) und zerlegte den Williams dann nach dem Restart irgendwo zwischen La Source und Eau Rouge. Und wieder keine Punkte. Er hat seit seinem Sieg keine mehr geholt. Dafür bestrafte ihn die FIA nach dem Rennen mit einer Rückversetzung von 10 Plätzen in Monza. 5 für den Frühstart, 5 weil er eine weitere Kollision hatte. Maldonando ist auf einem guten Weg, alle Strafen, die die FIA in einer Saison so aussprechen kann, einzuholen. Langsam hat man den Eindruck, dass der Venezuelaner Williams mehr kostet, als er bringt.

- Bruno Senna fuhr mal wieder ein gutes Rennen. Er hielt beide Red Bull eine Zeit hinter sich und blieb die ganze Zeit in den Punkten. Die Eins-Stopp-Strategie passte beim ihm aber nicht so ganz, dazu kam ein schleichender Plattfuss in den letzten Runden. P12 entspricht nicht der Leistung von Senna, der zu dem die schnellste Rennrunde fuhr. Wenn Senna seine Quali-Schwäche abstellen könnte, wären Punkte drin.

- Marussia hatte ein neues Update nach Spa geschleppt und das hat sich offenbar ausgezahlt. Zwar war man immer noch weit hinten, verkürzte aber Rückstand auf Caterham. Die waren in Spa einfach nur langsam.

Für die WM bedeutet der Ausfall von Alonso mehr Spannung.

Alonso – 164
Vettel – 140
Webber – 132
Räikkönen – 131
Hamilton – 117
Button – 101

Button dürfte aus der WM raus sein, für Hamilton gibt es eine kleine Restchance. Ab Räikkönen haben alle noch sehr gute Aussichten auf die WM-Krone. Für Alonso geht es jetzt darum, so schnell wie möglich die Gegner wieder hinter sich zu lassen. Gut für ihn ist, dass er bisher erst vier neue Motoren eingesetzt hat. Für Monza wird auf jeden Fall ein neues Aggregat benötigen, aber die Konkurrenz hat schon den fünften Motor im Heck. Ein kleiner Vorteil für Ferrari, der sich am Ende der Saison noch richtig auszahlen könnte.

2vzix Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_029 F1_SPA_2012_028 F1_SPA_2012_027 F1_SPA_2012_026 2012 Belgian Grand Prix - Saturday 2012 Belgian Grand Prix - Saturday F1_SPA_2012_023 F1_SPA_2012_022 F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium F1 Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_012 F1_SPA_2012_011 Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Qualifying Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_006 GP BELGIO F1/2012 GP BELGIO F1/2012 GP BELGIO F1/2012
Bilder: Ferrari, McLaren, Daimler AG, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Marussia, Caterham, Force India, Lotus

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August 20 2012

05:21

Formel Eins: Halbzeit-Zeugnis 2012

Abwechslungsreich, spannend, unvorhersehbar. Die 2012er Ausgabe der F1-Weltmeisterschaft hat bisher aller Erwartungen übertroffen. Das gilt allerdings nicht für alle Teams.

Während die Formel Eins Teammitglieder eine wohlverdiente Pause einlegen, kann man nach etwas mehr als der Hälfte der Rennen der diesjährigen Saison ja mal eine Zwischenbilanz ziehen. Wer hat enttäuscht, wer hat überrascht? Die Bilanz fällt unterschiedlich aus, vor in der Spitzengruppe. In den bisherigen Rennen wurde deutlich, dass die unterschiedlichen Chassis-Konzepte so nah wie nie zusammenliegen. Gerade im letzten Teil der Quali wird deutlich, wie eng es oft zu geht. Zwischen P3 und P13 liegen manchmal nur drei oder vier Zehntel. Das macht die Formel Eins spannend, verzerrt aber auch ein wenig den Blick darauf, wie gut ein Team wirklich ist. Manche haben eine Performance, die einem Jo-Jo gleicht: heute toll, morgen miserabel. Aber grundsätzlich lässt sich schon feststellen, wer 2012 gut und wer schlecht gearbeitet hat.


Das die WM überhaupt so ausgesprochen spannend ist, hat man teilweise Pirelli zu verdanken. Die neuen Mischungen waren für viele Teams ein Rätsel, vor allem das Arbeitsfenster, in dem das Gummi möglichst lange durchhält. Das hat sich mittlerweile etwas relativiert. Die Medium Mischung ist folgsamer geworden, die Teams haben zu dem genügend Daten gesammelt, um mit den meistverwendeten Mischungen, Medium/Soft, zurecht zu kommen. Manche Teams rätseln noch immer (Mercedes, Force India), andere haben die Sache im Griff (Red Bull, Ferrari, Lotus). Ein weiterer Grund ist der Wegfall des doppelten Diffusor. Das Verbot sorgt dafür, dass die Kurvengeschwindigkeiten sich angeglichen haben, was einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass die Teams in diesem Jahr so eng zusammen liegen. Grosse Veränderungen brachte noch die Auspuff-Führung, an der weiter gebastelt wird. Vor allem im Anströmungsbereich der Heckpartie wird es sicher noch etliche Veränderungen geben. Raum für Entwicklungen ist in diesem Jahr also noch reichlich vorhanden.

Als Grundlage dient der momentane Stand der Team-WM.

1. Red Bull

Als der RB8 zum ersten Mal im Februar gesichtet wurde, dachte alle: “Was hat sich Newey denn jetzt schon wieder ausgedacht.” Die Öffnung in der Front kurz vor dem Cockpit diente aber nur zur Belüftung und war kein geheimnisvoller F-, W- oder sonst wie Duct. Und irgendwie spiegelt, dass auch die Saison der “Bullen” wider. Hohe Erwartungen, problematische Saison. Wenn man denn von “Problemen” sprechen kann, wo man doch P1 in der Team-WM einnimmt und mit zwei Fahrern noch gute Chancen auf die WM hat. Aber zumindest die Dominanz aus den letzten zwei Jahren ist weg. Es wurden strategische Fehler gemacht, der Wagen schrammte oft über die feine Linie der Legalität und mit den Reifen klappte es auch nicht immer. Dazu kam ein wenig Pech für Vettel, der mind. einen Sieg hätte mehr haben können. Dagegen sieht sein Teamkollege Mark Webber in diesem Jahr wieder deutlich besser aus, auch wenn die Quali-Ergebnise oft eher mau sind. Aber Webber fährt konstant in die Punkte, in diesem Jahr eine sehr wichtige Sache. Klar ist aber auch, dass der RB8 keine Wunderwaffe ist. Mit mittelschnellen Kursen hat der Wagen Probleme und davon kommen mit Korea, Indien, Abu Dhabi und Austin noch so einige. Der Titel in der Team-WM sollte sicher sein, die Fahrer-WM sehe ich im Moment nicht.

2. McLaren
Irgendwann muss McLaren in Sachen Entwicklung nach den ersten drei Rennen falsch abgebogen sein. War man zu Beginn der Saison absolut auf der Höhe, änderte sich das Bild nach den Tests in Mugello deutlich. Wo genau die Probleme des MP4-27 liegen, wird nicht so recht klar, aber nach der Änderung der Seitenkästen in Hockenheim, geht es wieder bergauf. Erstaunlich, dass McLaren so lange gebraucht hat, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen, denn normalerweise gelten sie als Meister der Weiterentwicklung. Zu Red Bull fehlen in der Team-WM 53 Punkte. Das ist aufholbar, wenn auch schwer, zu mal Jenson Button immer mal wieder schlechte Rennen hat und das Glück auch nicht immer auf der Seite von Lewis Hamilton zu sein scheint. Beiden Fahrern kann man wenig vorwerfen, vor allem Button nicht, der in den ersten zwei Monaten schon als Weltmeister gehandelt wurde. Das kann er sich nun abschminken, Hamilton hat mit seinem Rückstand von 47 Punkten auch nur noch Außenseiterchancen.

3. Lotus
Sicher das Überraschungs-Team des Jahres. Wer hätte nach der völlig verkorksten Saison 2011, den Gerüchten um finanzielle Probleme und der kompletten Fahrer-Neubesetzung gedacht, dass ausgerechnet Lotus mit dem eher konservativ entwickelten E20 so weit vorne sein würde? Also großes Lob an die Ingenieure, die allerdings ein wenig Glück hatten, dass die Pirelli scheinbar für sie gemacht werden. Als weiterer Glücksgriff erwies sich die Verpflichtung von Kimi Räikkönen. Ich war, wie viele andere auch, sehr skeptisch, was den Finnen angeht, seine lustlose Saison 2009 und seine eher schmalen Erfolge in der WRC stimmten da nicht sonderlich euphorisch. Und doch, Kimi ist seit dem ersten Rennen vorne mit dabei. Wäre die Strategie von Renault in Spanien und Ungarn besser gewesen, wäre der Sieg schon längst da. So ist er langsam überfällig. Und seine Chancen in der WM sind mit 48 Rückstand auch nicht schlechter als die von Hamilton. Im Gegensatz zum Briten hat Räikkönen aber einen Wagen, der auf allen Strecken gut geht. Eine weitere Überraschung ist Romain Grosjean, der sich so langsam in den Griff bekommt. Er hat einige gute Ergebnisse weggeworfen (Australien, China als Beispiel), sich aber im Laufe der Saison verbessert. Grosjean ist im Moment eines der größten Talente in der F1, wenn seine Ungeduld weiter kontrollieren kann und mehr Erfahrung hat, dürfte der erste Sieg nicht weit weg sein. Lotus hat eine fantastische erste Saisonhälfte hingelegt – und damit auch die Basis für 2013 gelegt.

4. Ferrari
Eigentlich müsste man Ferrari in “Ferrari Alonso” umbenennen. Ohne den Spanier wäre Ferrari im Nirgendwo und in Maranello würde wöchentlich ein weiterer Fernseher aus dem Wohnzimmerfenster von Luca di Montezemolo fliegen. Alonso scheint in der Form seines Lebens zu sein, auch wenn in diesem Jahr immer mal wieder ein wenig Glück dazu kam (China, Valencia). Der F2012 ist ebenso hässlich wie unausgegoren. Die neue, ungewöhnlich flache Vorderradaufhängung ist kein Glücksgriff, das Heck war es auch nicht. Aber Ferrari hat Alonso und viel Geld, damit hat man den Wagen den Wagen flott bekommen. Da muss man dem Team schon Respekt zollen, wie man sich durch die schwierige Anfangsphase gearbeitet hat. Zwei weitere Geheimnisse sind die nicht vorhandene Ausfallquote von Alonso und dass Ferrari-Motoren auch im gebrauchten Zustand kaum an Leistung verlieren. In Maranello ist man sich sicher, dass man zwischen 3 und 5 % weniger Leistung verliert, als die Konkurrenz. Dennoch ist die klare WM-Führung insgesamt eine Überraschung und spiegelt auch nicht so richtig die Saison wider. Denn auch bei Ferrari gibt es Probleme und die heißen Felippe Massa. Der Brasilianer hat Probleme mit den Reifen und dem Wagen, was eine unschöne Kombination ist. Der fahrerische Komplettausfall von Massa kostet Ferrari auch richtig Geld, denn eigentlich müsste man an Red Bull dran sein. Das Massa noch eine Saison dranhängen darf, ist aber so unwahrscheinlich nicht, denn Ferrari fehlen die Alternativen in Sachen Top-Piloten und Sergio Perez macht noch nicht zwingend den Eindruck, dass er reif für die Italiener ist.

5. Mercedes
“Wir hatten den Speed”. Den Spruch wird Norbert Haug wohl nicht mehr los, in diesem Jahr passte es dann wenigstes auch zwei Mal. Der erste Sieg in China und die Pole von Schumacher von Monaco dürften einigen ranghohen Teammitgliedern den Job gerettet haben. Das F1-Engagement von Mercedes ist in der Daimler AG nicht unumstritten, auch wenn es, laut Haug, kein Geld kostet, sondern einbringt. Damit mein der Motorsport-Chef vermutlich aber auch die mediale Reichweite. Aber Mercedes sieht dabei insgesamt nicht gut aus. Das Chassis ist deutlich besser als das letztjährige, die schon angesprochenen engen Abstände lassen Mercedes etwas schlechter aussehen, als es tatsächlich ist. Über einen Abstand von 3 Zehnteln auf die ersten Drei hätte man sich letztes Jahr gefreut. Aber der W03 scheint die Entwickler vor Rätsel zu stellen. Eine Weiterentwicklung ist zu sehen, der große Sprung fehlt aber. Vermutlich hat man deswegen die Aero-Abteilung zur Saisonmitte noch mal umgekrempelt. Die Leistung von Schumacher ist schwer einzuschätzen. Er hatte viele Defekte, seine Rennen sind insgesamt nicht schlecht. Rosberg scheint in diesem Jahr manchmal frustriert zu sein, gerade wenn er im Mittelfeld unterwegs ist, kann er sich nicht recht befreien. Ein Grund dafür kann das offenbar sehr enge Fenster sein, in dem man die Reifen mit dem Mercedes bewegen muss. Bleibt zu hoffen, dass Mercedes auf Strecken wie Spa und Monza noch mal glänzen kann.

6. Sauber
In dieser Saison läuft es für die Schweizer deutlich besser. Der Wagen ist allerdings weiter ein kleines Rätsel. Mal schiebt man sich in die Top 5, mal reicht es gerade, um die Toro Rosso hinter sich zu halten. Auch die Fahrer machen keinen konstanten Eindruck, was aber mit dem Wagen zusammenhängen dürfte. Im Grunde scheinen die Zutaten bei Sauber zu stimmen: hoher Topspeed, kaum Reifenverschleiß, zuverlässiger Ferrari im Heck. Aber dennoch stimmt das Gesamtpaket selten, von außen ist das schwer zu beurteilen. Mit 80 Punkten steht Sauber aber relativ sicher auf P6 der Team-WM, ein Auge muss man nur auf die Williams habe. Aber dort steht man sich auch oft selbst im Weg. Sergio Perez macht in diesem Jahr einen guten Eindruck, in der WM liegt er 13 Punkte vor Kamui Kobayashi. Der Japaner steckt seit letztem Jahr in einer kleinen Krise. Irgendwie scheint es bei ihm nicht richtig weiter zu gehen, auch wenn er immer mal wieder bravouröse Rennen einstreut, wie zum Beispiel in Barcelona. Aber es fehlt der letzte, entscheidende Schritt nach vorne. Kein Wunder, dass es mittlerweile ein offenes Geheimnis im Paddock ist, dass das Team an Heikki Kovalainen dran ist, der bei Lotus einen guten Job macht. Der Finne dürfte Kobayashi aber vermutlich nur dann ersetzen, wenn Perez zu Ferrari geht. Interessant ist noch, dass man ja Anfang des Jahres James Key entlassen hatte, der den Wagen entwickelt hatte. Ersetzt hat man ihn nicht, das bestehende Team arbeitet am 2013er Chassis. Da wird sich dann zeigen, wie viel Input von Key kam.

7. Williams
Einerseits ein gutes Jahr für das Traditions-Team, nach dieser katastrophalen Saison 2011. Andererseits: Der FW 34 ist ein sehr, sehr gutes Auto. Und man fragt sich immer wieder, was ein Fahrer vom Schlage Alonso, Räikkönen oder Vettel damit anfangen könnten. Pastor Maldondo fuhr in Spanien zwar ein brillantes Rennen, danach war es aber mit der Herrlichkeit vorbei. Dazu kamen etliche dumme Manöver auf der Strecke, die ihm zurecht viel Ärger einbrachten. Ich bin mir in Sachen Maldonado immer noch nicht sicher, aber das Pendel schlägt im Moment wieder mehr in die Richtung “eher blasses Mittelfeld”. Bruno Senna hat sich dagegen recht positiv entwickelt. Ein “Hot Shot” wird er nicht mehr, aber es gelingt ihm den Williams regelmäßig in die Punkte zu bringen. Was Williams fehlt, ist nur Geld, sondern auch ein guter Fahrer. Vielleicht sollte man es 2013 mit Jamie Alguersuari oder Adrian Sutil probieren, aber beide haben das Problem, dass sie die neuen Pirelli Reifen nicht kennen. Eine weitere Alternative wäre sicherlich Heikki Kovalainen, der aber wieder kein Geld mitbringt oder Valeri Bottas, der in dem freien Trainings gute Leistungen zeigte. Immerhin – Toto Wolff scheint mehr und mehr das Ruder bei Williams zu übernehmen und bisher macht seinen Job richtig gut. Für Williams wird es aber in der zweiten Saisonhälfte schwer werden, denn ihnen fehlt das Geld für die rasante Weiterentwicklung.

8. Force India
Durch die Pleite der Kingfisher Airline ist Vijay Mallya etwas unter Druck, das Geld scheint im Moment mehr vom Anteilseigner Sahara zu kommen. Aber offenbar reicht das aus, um wirklich beeindruckende Rennen abzuliefern. Grund dafür ist das gute Händchen, das Mallya bei der Auswahl seiner Konstrukteure hat. Er setzt auf ein junges Team, was aber auch bedeutet, dass diese schnell woanders hingehen, wo sie offenbar besser bezahlt werden. James Key und Mark Smith (CaterhamF1) sind zwei Beispiele. Erstaunlich, was die relativ junge Truppe mit geringem Budget auf die Beine stellt. Der achte Platz spiegelt die Leistung des Teams nicht so ganz wieder, schuld daran ist der zähe Saisonstart und die Probleme mit dem Reifenverschleiß. Eine gute Leistung bieten Nico Hülkenberg und Paul di Resta, wobei letzter ein wenig unter Druck gerät. Der Deutsche hat di Resta im Rennen meist im Griff, und dies, nachdem er ein Jahr gar nicht gefahren ist. Das Talent von Hülkenberg ist klar sichtbar, die Frage ist, bei di Resta fehlt es etwas an der Weiterentwicklung. Force India wird gute Chancen haben, Williams von Platz 7 zu verdrängen.

9. Toro Rosso
Es ist kein gutes Jahr bei Toro Rosso. Der Wagen funktioniert nicht, die neuen Fahrer tun sich schwer. Dazu kommt Unruhe im Team. Wie man hört, hat Teamchef Franz Tost den bisherigen technischen Leiter Giorgio Ascanelli entlassen und will ihn angeblich durch James Key ersetzen. Ascanelli wird wiederum mit Ferrari in Verbindung gebracht. Klar ist nur, dass Toro Rosso weit hinter den Erwartungen geblieben ist. Ob es auch so klug war im Winter beide Fahrer zu ersetzen, ist dann wieder eine andere Sache. Zumindest Alguersuari zeigte eine klare Aufwärtstendenz. Vergne und Ricciardo geben sich im Toro Rosso nicht viel, wobei Vergne vor allem in der Quali einen schwachen Eindruck macht. Im Rennen läuft es zwar besser, aber gefallen wird das Toro Rosso nicht. Schwer zu sagen, woran Vergne und Ricciardo, die beide viel Talent haben, bei Toro Rosso scheitern. Und ob sie 2013 noch im Wagen sitzen werden. Aber die Nachwuchsdecke bei Red Bull ist jetzt auch nicht mehr so dick. Ich erwarte nicht, dass sich Toro Rosso im Herbst noch wird verbessern können, eher müssen sie auf Caterham aufpassen.

10. Caterham
Und damit wäre ich dann bei der vielleicht größten Enttäuschung des Jahres. Caterham hat das Budget, einen Renault-Motor und das KERS von Red Bull. Was will man mehr? Hat sich sicherlich auch Tony Fernandes gefragt, der vor der Saison gefordert hatte, dass man in Reichweite der Punkte kommt. Davon ist man meilenweit entfernt. Der Wagen ging erst einmal überhaupt nicht, wurde im Mai komplett umgebaut und hängt den Toro Rosso immer noch nach. Jeder zufällige Einzug in Q2 wird schon wie ein Sieg gefeiert. Das kann es nicht sein, kein Wunder, dass Tony Fernandes seinen Chef-Konstrukteur Mike Gascoyne zum “Caterham Chef-Konstrukteur” weg befördert. Dabei durften gleich einige Angestellte als Gascoyne/Toyota Seilschaft mitgehen. Seit dem geht es etwas besser für Caterham. Heikki Kovalainen macht einen richtig guten Job, vor allem im Rennen. Von Vitaly Petrov hatte ich mir etwas mehr erwartet, der Russe schimpft viel über den unfahrbaren Caterham, ansonsten sieht man ihn selten. Wäre zu wünschen, wenn Caterham im Herbst noch etwas näher ans hintere Mittelfeld ranrücken kann.

11. Marussia
Hier war nicht viel zu erwarten, und so wird es auch weiterhin sein. Die Russen haben, trotz der technischen Kooperation mit McLaren, nicht viel Zustande gebracht. Der Abstand zu Caterham ist enttäuschend hoch, in der Quali, wie im Rennen. Auch der große Umbau des Wagens zur Saisonmitte brachte nicht die gewünschten Ergebnisse. Dazu kam dann auch noch der Unfall von Maria de Villota. Zu den Fahrern kann man naturgemäß wenig sagen. Timo Glock macht den Eindruck, dass ihm manchmal schwerfällt, die 110%ige Motivation zu finden, Charles Pic ist immerhin besser unterwegs, als ich das zunächst erwartet habe. Als Pay-Driver macht er seine Sache gut, mal sehen ob er anderes als D’Ambrosio und Luca di Grassi noch eine weitere Saison fahren darf.

12. HRT
Man sieht die HRT eigentlich nur zweimal: einmal von hinten beim Start, einmal, wenn sie überrundet werden. Der Zeitabstand nach vorne ist so groß und breit wie der Grand Canyon. HRT ist ein Geister-Team. Neulich mit einem Motorsport Printkollegen über HRT gesprochen, dem fiel dann nicht mal der Name des zweiten Fahrers neben de la Rosa ein. Narain Karthikeyan heißt der, und er macht seine Sache gut, wenn “gut” bedeutet, dass er nicht im Weg rumsteht und nichts kaputt macht. Teamchef Sala meinte neulich, dass man das Potenzial des Autos erst zu 50% ausgeschöpft hat, was schwer danach klingt, dass man mit dem Wagen auch im nächsten Jahr starten will. Aber nun gut – Teams wie HRT gehören zur Formel Eins. Es wäre nur schön, wenn sie sich weiterentwickeln würden.

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July 30 2012

05:57

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2012

Das Rennen gehörte eher zu den schwächsten der Saison, hat dafür aber die WM etwas spannender gemacht Hamilton hat wieder Chancen und Kimi Räikkönen ist auch dran.

Wenn Jacques Schulz bei sky von einem “Taktik-Klassiker” spricht, dann kann mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass sich auf der Strecke nicht viel tut. Und so war es dann auch in Ungarn, wo der versprochene Regen nicht kam und die Teams im Rennen lange auf ihre Reifen achten mussten. Aber dennoch gab es viel Bewegung im Feld, was vor allem Kimi Räikkönen zu verdanken war, der ein grandioses Rennen hinlegte. Damit zeigte er auch, dass er und Lotus auch in der WM ein Wörtchen mitreden wollen. Die Gegner sollten aufpassen, denn Kimi liegt nur noch 48 Punkte hinter Alonso und das große Update mit dem Doppel-DRS wird erst in Spa im Rennen eingesetzt. Den Sieg verschenkte Lotus aber mal wieder in der Quali.

Während Romain Grosjean auf P2 fahren konnte, blieb Räikkönen auf P5 stecken – und damit mitten im Gewühl um Alonso, Button und Vettel. Daraus resultierte dann ein ziemlich großer Zeitverlust, den Räikkönen erst wieder wett machen musste. Zeitweise lag er, ohne Boxenstopp-Bereinigung, 13 Sekunden hinter dem Lewis Hamilton, während Grosjean den Abstand zum Briten einigermaßen klein halten konnte. Dem Franzosen fehlen im Rennen aber immer noch die Erfahrung und die Fehlerlosigkeit, die einen Kimi Räikkönen auszeichnen. Wäre der Finne von P2 gestartet, hätte er siegen können. Der Lotus konnte mit den weichen Reifen längere und schnellere Stints fahren, als der McLaren. Räikkönen dampfte den Vorsprung von Hamilton vor dem letzten Reifenwechsel von 9 auf 3 Sekunden ein. Man kann sich vorstellen, was er gemacht hätte, wenn er wie Grosjean auf P2 gelegen hätte. Sensationell war auch sein Manöver gegen den Teamkollegen nach seinem letzten Stopp. Auf brandneuen Reifen, bremste er vor der Haarnadel spät und drängte Grosjean nach außen. Der musste da klar Lehrgeld zahlen.

Der Franzose fuhr dabei nicht mal ein schlechtes Rennen. Er verteidigte seine Position am Start klug und ließ Hamilton nie aus den Augen. Nach dem ersten Stopp versuchte er mit seinen weichen Reifen den McLaren unter Druck zu setzen, doch Lewis konnte sich vorne schadlos halten. Ein Grund dafür war auch, dass man in Ungarn nicht überholen kann, wenn der Gegner keine Fehler macht. Auch die Vorverlegung der DRS-Linie um knapp 200 Meter änderte daran nicht. Das Problem: Man kommt zwar an Gegner auf bis einer halben Sekunde ran, danach ist aber Schluss, weil man in den Kurven zu viel Abtrieb auf der Vorderachse verliert. Die Folge: Untersteuern, überhitzte Vorderreifen woraus sich ein Teufelskreis ergibt. Hamilton wäre es genauso ergangen, hätte er hinter Räikkönen gelegen.

Das Lotus stark sein würde, hatte man erwartet. Auch das Red Bull, nach dem Verbot des Drehmoment-Mappings, nicht ganz vorne mitspielen konnte, war keine Überraschung. Das Ferrari aber so große Probleme hatte, war dann schon überraschend. Die schlechte Quali-Performance war eine Sache, aber auch im Rennen ging nichts nach vorne. Alonso konnte im ersten Stint Vettel nicht halten und musste sich eher nach hinten orientieren. Nach dem Rennen bekannte er, dass einfach nicht mehr drin. Dabei waren die hohen Temperaturen durchaus nicht schlecht für Ferrari, aber es war wohl der Kurs, mit dem der F2012 nicht klar kam. Die Ferrari-Führung hatte so etwas vor dem Rennen schon befürchtet, nach der Sommerpause wird es wohl weitere Updates geben. Immerhin – mal abgesehen vom Rennen in Singapur folgen nur noch Strecken, auf denen der Wagen besser aussehen wird.

Red Bull kämpfte, versuchte es mit einer 3-Stopp-Strategie, die aber nichts brachte. Webber war nach dem Start auf P7, am Ende landete er hinter Senna auf P8. Da hatte man sich eindeutig verzockt. Bei Vettel lief es besser. Er verlor den Start gegen Button, den man aber auch auf die riskante 3-Stopps setzte und der zu allem Übel nach seinem zweiten Stopp hinter Perez hängen blieb, was ihm etliche Sekunden kostete. Damit rückte P3 wieder in Reichweite, wäre da nicht Räikkönen gewesen, der an Vettel und Button mit seinem grandiosen Mittelstint an der Box vorbei schlüpfte. Red Bull sah zu keiner Sekunde so aus, als habe man eine Chance auf den Sieg, weder in der Quali, noch im Rennen. Da wartet viel Arbeit in der Sommerpause.

Mercedes spielte erwartungsgemäß keine Rolle. Man hielt sich bedeckt bei der öffentlichen Begründung, und sprach von allgemeinen Problemen. Vielleicht stimmt das, wenn man den Wagen als “allgemeines Problem” nimmt. Die Rundenzeiten waren kaum der Rede wert. Rosberg schob sich mit einem guten Start auf P11 vor und schnappte sich dann Hülkenberg für P10. Das war es dann auch schon. Schumacher verursachte einen Start-Abbruch, weil sein Motor ausgegangen war, startete aus der Boxengasse, bekam dann auch noch eine Durchfahrtsstrafe und stellte den Wagen, auf P17 liegend, dann kurz vor Ende des Rennens ab. Ein Debakel, vor allem wenn man sieht, dass vor Rosberg dann ein Bruno Senna lag. Der neue Aerodynamiker, Mark Ellis, wird eine Menge Arbeit haben.

Die Force India fuhren beide ein unauffälliges Rennen. Für Hülkenberg wäre mehr drin gewesen, wenn er in Q3 nicht gepatzt hätte. Der zehnte Startplatz war einfach nicht gut genug, der notorisch hohe Reifenverschleiss des Wagens ließ kaum Spielraum bei der Strategie. Mit einem Startplatz um P6 rum, was zeitlich drin gewesen wäre, hätte er auf der Höhe von Senna gelegen.

Dem Brasilianer gebührt ein großes Lob. Am Williams wird es nicht mehr allzu viele große Updates geben, daher sind die Punkte, die man jetzt einfährt, um so wichtiger. Während Maldonado weiter seiner Form hinterher fährt, kommt Senna immer besser in Fahrt. Er schaffte den Sprung in Q3 und konnte im Rennen auch dem Druck von Webber standhalten, der auf besseren Reifen hinter ihm lag. Maldonado kämpfte lange um P11 herum und ärgerte sich mit Paul di Resta herum. Mit einem Überraschungsangriff setzte sich der Williams neben den Schotten und schob ihn am Kurvenausgang leicht raus. Das Manöver war hart, aber auch nicht schlimmer als das, was Räikkönen mit Grosjean angestellt hatte. Weil der Venezuelaner gerade auf Kriegsfuss mit der Rennleitung steht, verpasste diese ihm einen Durchfahrtsstrafe. Eine zu harte Bestrafung, absolut unnötig. Auch wenn Maldonado auf der Strecke schon mal den Rüpel gibt, diese Aktion war völlig ok.

Von Sauber war in Ungarn nichts zu sehen. Nachdem sehr guten Rennen in Hockenheim, ging das Team aus der Schweiz in Ungarn ziemlich ein. Weder in der Quali noch im Rennen konnten Perez und Kobayashi vernünftige Rundenzeiten in den Asphalt brennen. Vermutlich litt der Wagen wie der Mercedes unter der Hitze, aber am Reifenverschleiss kann es nicht gelegen haben. Vielleicht hat man in der kurzen Testzeit am Freitag ein falsches Setup gewählt.

Der Sieg von Hamilton hätte für McLaren zu keinem späteren Zeitpunkt kommen dürfen. In der Team-WM liegt man 53 Punkte hinter Red Bull und nur 1 (!) Punkt vor Lotus. In der Fahrer-WM sieht es jetzt so aus:

Alonso 164
Webber 124 (-40)
Vettel 122 (-42)
Hamilton 117 (-47)
Räikkönen 116 (-48)

Wie man sieht, ist es durchaus noch eng. Bei noch acht ausstehenden Rennen, kann einiges passieren, auch wenn Alonso weiterhin eine sehr beruhigende Führung hat. Und man sieht, wie gut Räikkönen in diesem Jahr ist. Wer hätte gedacht, dass er zur Mitte der Saison auf WM-Kurs liegt?

Die F1 geht in eine vierwöchige Sommerpause und startet wieder Ende August mit dem Rennen in Spa. Von mir gibt es in den nächsten eine kleine Halbzeit-Analyse.

Lewis Hamilton at Hungarian Grandprix F1 Grand Prix of Hungary - Qualifying F1 Grand Prix of Hungary - Qualifying F1 Grand Prix of Hungary - Qualifying F1 Grand Prix of Hungary - Practice F1 Grand Prix of Hungary - Practice F1 Grand Prix of Hungary - Practice F1_UNG_2012_7 GP UNGHERIA F1/2012 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Hungary Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_UNG_2012_13 F1_UNG_2012_15 Jenson Button at Hungarian Grandprix F1_UNG_2012_17 F1_UNG_2012_18 F1_UNG_2012_19 F1_UNG_2012_20 2012 Hungarian Grand Prix - Saturday 2012 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_UNG_2012_23 F1_UNG_2012_24

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March 02 2012

18:08

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 02.03.2012

Ähnlich wie gestern, fuhren die Teams nur wenig Aussagekräftige Londruns. Stattdessen probierte man weiter neue Teile, sowohl mechanische, wie aerodynamische.

Auch nach dem zweiten Tag in Barcelona, kann man noch wenig über die Form der Teams sagen. Die meisten Teams waren zwar sehr fleissig heute, teilweise fuhr man über 100 Runden, aber genaue Aussagen lassen sich kaum treffen. Das gilt vor allem für die Rangordnung in der Formel Eins. Wirft man einen nur oberflächlichen Blick auf die Zeiten, könnte man den Eindruck bekommen, dass Red Bull noch etwas sehr viel bastelt, ebenso McLaren, während Ferrari fleissig Renndistanzen übt. Das stimmt so nicht, wie die Rundenzeiten belegen, wenn man sie mal nebeneinander legt. Dann stellt man fest, dass Red Bull gegenüber Ferrari und Mercedes immer noch einen ziemlich großen Vorteil hat.

Und der dürfte beim Reifenverschleiss liegen. Es ist schwer, die Zeiten zu vergleichen, weil ich nicht immer die genaue Reifenmischung zur Hand habe, die genutzt wurde. Aber man findet über die Tage verteilt zumindest ähnliche Stints und kann einen Querschnitt des Drop-Off feststellen. Ein typischer kurzer Stint von Red Bull sieht so aus:

Vettel heute mit seinem längstem Stint:
28.8, 29.0, 28.6, 28.7, 28.9, 28.8, 28.9, 29.8, 29.3

Dagegen Alonso:
29.1, 29.2, 29.3, 29.7, 29.9, 30.3, 30.7

Der Drop-Off scheint bei Red Bull so bei 1.5 Sekunden auf 10 Runden zu liegen, bei Ferrari ist er doch etwas höher. Auch wenn es nur um Zehntel geht, auf eine Renndistanz gesehen, potenziert sich dieser Nachteil schon. Zwar hat Ferrari das Problem verglichen zu den ersten Testwochen besser in den Griff bekommen, doch man ist noch nicht da, wo man gerne sein würde. Bei Rennen, in denen der Asphalt besonders heiss ist, dürfte das Problem noch etwas größer werden.

Mercedes scheint da mit dem Verschleiss ebenso Probleme zu habe. Einen richtigen Longrun fuhr man heute nicht, dafür simulierte man wohl einen schnellen ersten oder zweiten Stint. Die Zeiten sind nicht schlecht, aber sie fallen auch recht flott in den Keller:

Schumacher:
24.8, 24.7, 25.0, 26.0, 26.1, 26.3, 26.6, 26.6

Ein anderer Stint:
24.4, (29.6), 25.2, 25.5, 26.0, 26.6, 26.2, 26.5

Dieser Drop-Off zieht sich durch alle bisherigen Tests. Der W03 scheint von der reinen Geschwindigkeit auf dem Niveau von Ferrari zu sein, denen ihrerseit Zeit nach vorne fehlt. Bei den Longruns ergibt sich im Moment eventuell ein kleiner Vorteil für die Italiener. Der ist aber so gering, dass er auf Strecke wenig ausmachen dürfte. Zumindest kann man sagen, dass Mercedes in diesem Jahr besser aufgestellt und nicht mehr im Niemandsland zwischen den Top3 und dem Mittelfeld unterwegs ist. Und zufrieden ist man bei Mercedes auch. Schumacher verkündete, dass man in allen Belangen die Testziele erreicht habe, die man sich vorgenommen hatte. Man begibt sich also schon in die Weiterentwicklung, was ein gutes Zeichen ist.

Zu McLaren kann ich heute gar nicht sagen. Hamilton fuhr zwar 65 Runden, aber da war nich ein längerer Stint bei. Vermutlich hat man den Freitag dazu genutzt, Vergleichswerte mit neuen Teilen einzufahren.

Verdächtig gut war Lotus unterwegs. Man sicher etwas nachzuholen, aber der Eindruck aus Jerez, dass der Lotus gar nicht so schlecht ist, verstärkt sich doch deutlich. Grosjean war fast den gesamten Nachmittag auf der Strecke und fuhr einige interessante Longruns. Auch hier geht es mehr um den Drop-Off, weniger um die reinen Zeiten. Grosjean fuhr einen bemerkenswert gleichmäßigen Stint mit wenig Zeitverlust:

Grosjean:
29.3, 29.3, 29.5, 29.5, 29.6, 29.3, 29.4, 29.6, 29.7, 30.9, 30.6, 30.3, 30.6

Diese und ähnliche, sehr gleichmäßigen Zeiten bei offenbar recht voll getanktem Wagen erzielte Grosjean mehrfach und scheinbar problemlos. Sicher geht es Lotus, nach dem Umbau an der Vorderachse, sicher auch noch darum zu sehen, wie die Reifen sich bei langen Stint verhalten. Aber schnell ist Lotus auch noch. In seinem letzten Stint zeigte Grosjean folgendes:

22.6, 23.8, 24.6, 24.4

Ich bin mir aufgrund der fehlenden Zeiten aus der letzten Woche noch nicht sicher, wo Louts steht, aber das sieht alles besser aus, als nach den Problemen befürchtet. Im vorderen Mittelfeld sind sie auf jeden Fall zu finden.

Force India kam heute kaum zum fahren, weil man Probleme mit dem Antrieb hatte und am Nachmittag gar nicht mehr auf die Strecke kam. Sauber beließ es heute bei sehr konstanten, teilweise langen Stint, während bei Toro Rosso auch der Fehlerteufel zuschlug und man nur wenig zum Fahren kam. Die italienische Red Bull Filiale wirkt zwar schnell, aber auch etwas anfällig. Auch zu Williams kann man wenig sagen. Von denen hat man noch keine richtigen Longruns gesehen, dort scheint man, nach den Fortschritten in der letzten Woche, doch wieder unzufrieden zu sein.

Bei Caterham scheint sich die Lage etwas stabilisiert zu haben. Mike Gasconye twittere letzte Woche, dass man da sein, wo man es erwartet hatte. Aber ob Tony Fernandes damit zufrieden ist? Ein langer Stint des Caterham fängt bei 30.0 an und hört dann 15 Runden später bei 32.3 auf. Das sind Seiten, die man weder von Sauber, noch von Force India gesehen hat, die derartige Volltank-Stints meist bei 28.x oder 29.x beginnen. Immerhin stimmt der Reifenverschleiss, trotz KERS und allem anderen. Caterham dürfte noch ein gutes Stück von den Punkten entfernt sein, aber man hat sich zumindest etwas nach vorne bewegt. Allerdings: Richtig schnelle Zeiten hat man vom Auto auch nicht gesehen, was keine guten Aussichen für die Qualifikation sind. Ein Zeichen dafür, dass man bei Caterham noch nicht so ganz zufrieden ist, belegt auch die Aussage von Riad Asmat, Caterham Group Chief Executive Officer: “Another very good day, and signs that we are starting to find out what this car can do.”

Am Wochenende testen die Teams weiter, vielleicht sieht man dann dort mal ein paar aussagekräftigeren Zahlen.

TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain F1_BarTest02_03_2012_5 Lewis Hamilton Testing Lewis Hamilton Testing F1 Testing in Barcelona - Day Two Lewis Hamilton Testing F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day Two F1_BarTest02_03_2012_12 F1_BarTest02_03_2012_13 F1_BarTest02_03_2012_14 2012 F1 Testing Barcelona 2012 F1 Testing Barcelona F1_BarTest02_03_2012_17

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February 21 2012

17:57

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 21-02-2012

Wenig Neues gibt es aus Barcelona zu berichten, die Teams mauern noch kräftig. Für Lotus ist der Test schon beendet.

Barcelona ist die Standart-Teststrecke der Formel Eins. Man kennt hier jeden Millimeter und Grashalm am Rande des Kurses. Da man auch die Referenzzeiten aus Simulationen und dem letzten Jahr kennt, arbeitet man mit sehr viel Vergleichsdaten im Hintergrund. Oder anders ausgedrückt. Man kan Sektorzeiten interpolieren, muss also nicht eine schnelle zusammenhängende Runde am Stück fahren. Die Schikane vor der letzten Kurve erlaubt zu dem, dass man den Bremspunkt etwas früher legen kann, ohne dass es weiter auffällt. Oder kurz gesagt: Die Zeiten, die man zu sehen bekommt, sind relativ wertlos. Leider fehlt in diesem Jahr die Quelle für die Zeiten auf den Long Runs, die 2011 ein guter Indikator für die Form der Teams waren. [<-- Siehe Kommentare] Lotus wird das alles nicht stören, denn für das Team ist die Testwoche schon komplett beendet.

Am Abend gab Lotus bekannt, dass die komplette Testwoche absagt. Es gibt wohl Probleme mit dem Chassis, die so grundlegend sind, dass man so nicht weiterfahren kann. Man hatte heute in Barcelona ein neues Chassis (Nr.2) dabei, damit kam Grosjean nur rund 170 km weit. Danach stellte man den Wagen ab. Erst hieß es, dass man Chassis Nr. 1, das vorletzte Woche in Jerez unterwegs war, aus Enstone einfliegen lassen möchte, aber in einer Presseerklärung bekannte man, dass beide Chassis vom gleichen Problem betroffen sind. Das könnte auf einen Fabrikationsfehler hindeuten, wofür es wiederum viele Ursachen geben kann. Grundsätzlich schien der Lotus letzte Woche recht gut unterwegs zu sein. Bitter ist es auf jeden Fall, weil man wichtige Testzeit verliert.

Zurück zu den Testzeiten und den Long Runs: Williams hat zwar ein Livetiming, dass auch die Zeiten der letzten Runde anzeigt, aber ich hatte zu viel zu tun um mir die einzelnen Rundenzeiten anzuschauen. Wer aber nur auf die schnellsten Runden schaut, kommt kaum weiter. Im letzten Jahr war Michael Schumacher bei den Tests laufend vorne und man holte die schnellste Zeit, die insgesamt gefahren wurde. Die Long Runs sahen allerdings schlecht aus und in Australien kam das die Überraschung, als man 1.5 Sekunden hinter den Red Bull lag.

Ein wenig lässt sich aber schon sagen, denn die Zeiten lagen sehr dicht beeinander und alle Teams verlegten sich auf Long Runs, also mal kurze, mal längere Stints. Force India und Toro Rosso sollte man raus rechnen, es ist kaum zu erwarten, dass beide Teams die knapp 2 Sekunden aufgeholt haben, die ihnen im letzten Jahr mindestens nach vorne gefehlt haben. Auch sollte man wissen, dass Vettel seine Bestzeit auf der harten Mischung eingefahren hat, wie das bei den anderen Teams war, kann man leider nicht sagen.

Immerhin fällt auf, dass der Mercedes auf Anhieb recht gut unterwegs ist. Die Fahrer äußerten sich vorsichtig optimitisch und deutlich entspannter, als im letzten Jahr. Bei Ferrari ist weiterhin (scheinbar) der Wurm drin. Am Vormittag hatte man kleinere technische Probleme, daher verlor man wichtige Testzeit. Man ist aber sichtbar noch nicht da, wo man gerne wäre.

Etwas Sorgen wird man sich bei Caterham machen. Während Sauber, Toro Rosso und Force India vorne mitschwimmen, fehlen den Malayen weiter rund 3 Sekunden. Immerhin hat man die Williams in nicht allzu großer Entfernung vor der Nase.

Mein Gefühl sagt mir, dass man an der Spitze etwas zusammen gerückt ist. Mercedes scheint zumindest den Abstand zu Ferrari aufgeholt zu haben (oder die sind halt langsamer geworden), nach vorne fehlen aber noch 0,8 bis 1 Sekunde. Bercelona ist zudem eine Strecke, die dem Mercedes recht gut liegt, auch hier muss man vorsichtig sein.

Die Testfahrten gehen noch bis Freitag.

P Driver Team Time Laps 1  Vettel Red Bull  1m23.265s 79 2  Hulkenberg Force India  1m23.440s  +0.175 97 3  Hamilton McLaren  1m23.590s  +0.325 114 4  Ricciardo Toro Rosso  1m23.618s  +0.353 76 5  Alonso Ferrari  1m24.100s  +0.835 75 6  Schumacher Mercedes  1m24.150s  +0.885 51 7  Perez Sauber  1m24.219s  +0.954 66 8  Senna Williams  1m25.711s  +2.446 97 9  Kovalainen Caterham  1m26.035s  +2.770 31 10  Grosjean Lotus  1m26.809s  +3.544 7 11  Pic Marussia  1m28.026s  +4.761 121

Note: Etwas wenig Bilder heute, aber mehr gab gerade nicht. McLaren zeigt wie immer keine Bilder von den Tests.

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February 15 2012

10:50

Ferner liefen: Die Newshappen für 15.2.2012

// Lotus expandiert weiter mit seiner Marke und sponsort in diesem Jahr das Motopark Team aus Oscherleben. Lotus steigt damit auch in einer kleinen Klasse ein, um den eigenen Nachwuchs besser fördern zu können. Das sind auch gute Nachrichten für den F3 Cup, der sich im Gegensatz zur F3 Euro Serie immer besser entwickelt. Das sich Lotus für den Cup entschieden hat, dürfte auch Kostengründe haben, zeigt aber, dass die Serie auf dem richtigem Weg ist.

// Beim F1 Lotus Team ist man derweil guter Stimmung. Die Tests letzte Woche haben wohl bessere Ergebnisse eingebracht, als man erwartet hatte. In der Tat waren die Zeiten vor allem bei den Longruns sehr gut, auch fuhr Grosjean eine der schnellsten Zeiten in Jerez. Es gibt weiterhin Gerüchte, dass Lotus über den Winter irgendwas gefunden haben soll, was dem Team einen großen Schritt nach vorne erlaubt. Bei Ferrari ist man bei weitem nicht so optimistisch. Alonso vermeldete, dass seine Bestzeit in Jerez gar nichts wert sei und man immer noch dabei sei, die Abstimmung zu verstehen. Da habe man ca. 20% erreicht, weil der Wagen derartig komplex sein, dass man einfach Zeit benötigen würde. Weitere Einschätzungen gibt es morgen im Racingblog Podcast.

// Keine guten Nachrichten gibt es aus Bahrain. Die Proteste sind in den letzten Wochen wieder etwas heftiger geworden, zum Jahrestag der Proteste hat man am Demonstrationsverbot geschraubt. Gerade in England mehren sich die Stimmen, dass ein F1-Rennen eventuell keine gute Idee sein könnte. Ecclestone hält offiziell am Grand Prix fest.

// Rubens Barrichello steht wohl kurz vor einem Vertragsabschluss mit KV Racing. Er wird nächste Woche erneut testen und Jimmy Vasser vermeldete, dass man “good to go” sei. Offen Fragen betreffen wohl das endgültige Sponsorenpaket und die “Heimatfront”. Barrichello hatte seiner Familie versprochen, dass er keine Oval-Rennen fahren wolle, sieht das jetzt aber wohl etwas anders.

// Ed Carpenter Racing tritt in diesem Jahr mit Chevrolet-Motoren in der IndyCar an.

// Neuigkeiten gibt es auch in Sachen Sponsoren bei der IndyCar. Mit Firestone hat man den Deal um 2 weitere Jahre verlängert, dazu kommen mit Discover Network und Frist Bankcard zwei weitere potente Geldgeber. Etwas ungewöhnlich ist ein weiterer Sponsor: Die Firma “Fuzzy’s Ultra Premium Vodka” darf sich nun “Offizeller Vodka der IndyCar” nennen. Na dann Prost.

// Etwas untergegangen ist die Meldung, dass Sprint Network den Vertrag mit der NASCAR verlängert hat. Man wird bis 2016 weiter Titelsponsor sein.

// Ryan Pemberton, ehemaliger Crew Chief von Brian Vickers bei Red Bull, hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Er wird ab sofort bei Tommy Baldwin Racing für den Wagen von Dave Blaney zuständig sein.

// Tom Onslow-Cole hat in der BTCC bei West Surrey Racing angedockt und wird dort neben Nick Foster und Rob Collard unterwegs sein. WSR setzt wieder auf ein BMW-Chassis, dem aber ein ein NGTC-Motor eingepflanzt wird.

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February 09 2012

17:10

Formel Eins: Testfahrten Jerez 09-02-2012

Ein paar Erkenntnisse gab es heute schon in Jerez. Für ein Team lief es richtig schlecht.

Kalt war es heute morgen in Jerez, denn das Thermometer zeigte gerade mal etwas mehr als Null Grad an. Zwar wurde es über den Tag hinweg wärmer, doch die Morgensession zeigte einstellige Asphalttemperaturen. Eigentlich schlecht, denn so kann man kaum einen GP-Einsatz simulieren. Auf der anderen Seite wurde den Teams so die Gelegenheit geboten, die Reifentemperaturen zu überprüfen. Wer bei 4 Grad Asphalt die Reifen schnell aufwärmt, könnte ein Verschleissproblem bei 35 Grad bekommen. Insgesamt wurde fleissig getestet, alles voran mal wieder Mercedes, die die Tagesbestzeit erzielten, allerdings im alten Auto. Dahinter lag Romain Grosjean, der den Lotus E20 schon am frühen Morgen auf eine 1.18.4min prügelte.

Damit war Grosjean eine knappe Sekunde schneller als Räikkönen, aber man weiß nicht, welches Testprogramm der Finne gefahren ist. Ein Lebenszeichen gab es heute auch von McLaren, die fast zeitgleich mit Red Bull waren. Auch gilt wieder Vorsicht, denn Vergne im Toro Rosso lag auch nicht weit zurück. Leichte Sorgenfalten gibt es wohl bei Ferrari. Die Italiener sind unzufrieden, Massa erwähnte gestern, dass man noch sehr viele neue Teilen am Wagen anbringen wird. Ferrari hat also noch schweren Nachholbedarf hat. Beobachter an der Strecke berichteten zumdem von einem sehr unruhigen Heck des F2012.

Richtig schlecht lief es heute für Force India. Jules Bianchi knallte den Wagen in seiner dritten Runde am Morgen in einen Reifenstapel und zerstörte dabei einiges an der Front. Da man offensichtlich bestimmte Bauteile, die in Mitleidenschaft geraten waren, nicht vorrätig hatte, war der Tag gelaufen. Man hat einen wichtigen Testtag verloren, vor allem Nico Hülkenberg ärgerte sich, der heute Nachmittag hätte fahren sollen.

Mercedes spielte heute wohl mal wieder mit dem passiven F-Duct-System am Frontflügel herum, was zumindest bedeutet, dass das System noch nicht vom Tisch ist. Rosberg fuhr eine deutliche, aber wertlose Bestzeit. Bei Williams saß Bruno Senna am Steuer, der dem FW34 problemlos 125 Runden abrung. Überhaupt fällt auf, dass die meisten Neuwagen vom Stand weg sehr zuverlässig sind. Nur Ferrari hatte mit einem kleinen Hydraulikproblem zu kämpfen.

Grundsätzlich herrscht der Eindruck vor, dass die Teams weiter Funktions- und Reifentests fahren. Sauber probierte gestern mal aus, wann dem Wagen der Sprit ausgeht, Caterham teste mit der KERS und dem DRS hin und her. Das wird bei anderen Teams ähnlich aussehen.

P Driver Team Time Laps 1  Grosjean Lotus  1m18.806s 25 2  Perez Sauber  1m19.780s  +0.974 17 3  Vettel Red Bull  1m20.154s  +1.348 15 4  Hamilton McLaren  1m20.303s  +1.497 16 5  Vergne Toro Rosso  1m20.933s  +2.127 17 6  Alonso Ferrari  1m22.712s  +3.906 14 7  Rosberg Mercedes  1m24.251s  +5.445 23 8  Senna Williams  1m24.321s  +5.515 20 9  Van der Garde Caterham  1m25.164s  +6.358 21 F1_JerezTest03_2012_2 F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day Three TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ Motor Racing - Formula One World Championship - Jerez F1 Test - Day 3 - Jerez, Spain Formula One Testing Formula One Testing F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day One F1_JerezTest03_2012_13 2012 Formula One Jerez Test Day Two 2012 Formula One Jerez Test Day Three 2012 Formula One Jerez Test Day Two F1_JerezTest03_2012_17

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August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht austauscht, hat vermutlich nur etwas damit zu tun, dass man keinen brauchbaren Ersatz findet.

4. Mercedes
Da hat man mehr erwartet. So einfach kann man die Saison von Mercedes zusammenfassen. Ross Brawn ist mit dem MGP02 schon wieder ein eher nur mittelprächtiger Entwurf gelungen, dazu kommt, dass das offensichtlich schmale Budget kaum Verbesserungen zulässt. Zumindest von außen macht der Mercedes den Eindruck, als würde er sich kaum verändern. Man kann eine lange Liste von Gründen aufführen, warum der Wagen nicht läuft (langer Radstand, schlechte Kühlung, schlechter Diffusor, zu wenig Grip vorne), aber am Ende stimmt halt das gesamte Paket nicht. Als Hoffnungsschimmer muss man aber auch sagen, dass es dem Team gelungen ist den Abstand nach vorne während der Saison deutlich zu verringern. Es waren mal 2 Sekunden, in den letzten Rennen waren dann noch rund 1.3 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass die anderen auch schneller geworden sind, ist das ein gutes Ergebnis.
Die Fahrer blieben beide blass. Schumacher hatte Lichtblicke aber noch mehr Tiefpunkte, Nico Rosberg konnte mich bisher auch nicht wirklich überzeugen, aber das mag am Chassis liegen. Insgesamt macht das Team leider nicht den Eindruck, als könne man 2011 den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

5. Renault
Auch Renault hat sich mit dem nach vorne gelegten Auspuff was hübsches ausgedacht, aber die Saison war eigentlich mit den Unfall von Kubica schon vorbei. Man hatte dem Polen den R27 auf den Leib geschneidert und als er weg war, hatte man den Salat. Dazu kam, dass die Idee, den gesamten Unterboden anzublasen, in der Realität nicht wirklich ausreichend funktioniert. Man hat mit einem “normalen” Auspuff experimentiert, aber die Konzeption des Wagens passt nicht dazu. Intern gab es auch jede Menge Ärger, denn sehr viele Mitarbeiter aus der Entwicklung sind in den letzten 12 Monaten gegangen. Eric Boullier hat einen eigenwilligen Führungsstil, wie man so hört. Die Verpflichtung von Nick Heidfeld war die richtige Entscheidung, aber der Deutsche konnte nicht wirklich überzeugen. Seine Quali-Schwäche ist in der heutigen F1 ein gravierender Nachteil und die Niederlagen gegen Petrov nicht schön. Der Russe wiederum fährt eine erstaunlich stabile Saison, aber ich bin mir sicher – würde Kubica im Wagen sitzen, sähe die Sache anders aus. Renault wird die zweite Hälfte der Saison damit verbringen, viele Neuteile für 2012 und Fahrer auszuprobieren. Grosjean gilt als einer, der Heidfeld noch in diesem Jahr ersetzen könnte.

6. Sauber
Der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist vermutlich das Beste, was die Schweizer erreichen können. Die Top 3 sind nicht zu bekommen, Mercedes einen Schritt besser und Renault durchaus erreichbar in einigen Rennen. Und doch bin ich etwas enttäuscht. Immerhin fährt Sauber mit dem kompletten Ferrari-Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) und mit James Key hat man einen jener Designer bekommen, der zu den Besten seiner Generation zählt. Dazu hat man mit Kamui Kobayashi und dem erstaunlich schnellen Perez ein gutes Fahrerteam. Aber der diesjährige Sauber läuft nicht so gut, ihm fehlt vor allem der heiß angeblasene Diffusor, den man nicht baute, nachdem die FIA ihn zunächst verbieten wollte. Also wird man versuchen die Saison mit Stil zu Ende zu bringen und der sechste Platz ist drin, wäre da nicht das aufstrebende Force India Team.
Kamui Kobayashi hat in diesem Jahr mal wieder viel Spaß gemacht und ich hätte ihn 2012 schon gerne in einem Top Team gesehen, aber da ist ja kein Platz. 2013 könnte das anders aussehen, wenn er seine Fehleranfälligkeit noch etwas reduziert. Sergio Perez ist eine der Überraschungen in diesem Jahr. Auch wenn er nicht immer mit Kobayashi mithalten kann, da könnte ein interessantes Talent heranreifen.

7. Force India
Die Inder liefern eine durchwachsene Saison ab, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet sind. Auch hat Vijay Mallya in den letzten 18 Monate das komplette Entwicklungsteam umbauen müssen, von daher sind die guten und vor allem besser werdende schon eine kleine Überraschung. Das hat aber auch mit den Fahrern zu tun, die nach einigen Schwächen zu Beginn des Jahres, eine starke Leistung zeigen. Sutil ist nach einem unschönen Start endlich wieder auf seinem normalen Niveau angekommen, Paul di Resta liefert für seine erste Saison sehr gute Ergebnisse ab und steht vermutlich auf der Long List einiger Teamchefs. Das Problem bei Force India ist halt, dass ihnen gegen Ende des Jahre die Ressourcen ausgehen, weil man am neuen Wagen arbeitet. Aber noch haben sie durchaus eine Chance auch Sauber abzufangen, aber die ist wirklich nur sehr schmal.

8. Toro Rosso
Das B-Team von Red Bull steht zwar in Sachen Design auf eigenen Beinen, hängt aber weiter am Tropf von Red Bull. Und so richtig gut läuft es in diesem Jahr wirklich nicht. Der erste eigene Entwurf eines F1-Chassis hat vielversprechende Ansätze, aber mehr eben auch nicht. Normalerweise sollte man auf dem Niveau von Force India unterwegs sein, was im Rennen auch gelingt. Aber in der Quali liegt man doch ein gutes Stück zurück. Die Punkte hat man bisher über die Strategie und die saubere Fahrweise der Piloten holen können.
Wobei mich bisher weder Sebastian Buemi noch Jamie Alguersuari wirklich überzeugen konnten. Buemi ist der bessere Mann in der Qualifikation und sieht auch im Rennen oft besser aus. Aber die Unterschiede im Rennen sind eher marginal. Klar dürfte sein, dass einer im Winter wird gehen müssen. Vielleicht auch beide, wenn man neben Daniel Ricciardo noch einen weiteren Mann findet.

9. Williams
Sicherlich die Enttäuschung des Jahres. Der FW33, dessen Konzept auf dem Papier interessant ausschaut, ist ein totaler Flop. Und zwar ein Flop von derartigen Ausmaßen, dass man sich fragt, warum das niemanden vorher aufgefallen. Patrick Head, Adam Parr und Frank Williams haben dann das einzig richtige gemacht und schnell Konsequenzen gezogen. Sam Michael und große Teile der Entwicklung mussten gehen, man hat sich mit Mike Coughlin einen durchaus interessanten Mann geholt, der in der Lage ist, einen sehr schnellen und zuverlässigen Wagen zu bauen. Auch der Deal mit Renault bringt Williams in die richtige Richtung, auch wenn der Cosworth offenbar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Barrichello macht seinen Job, wirkt aber lustlos, Maldonado überrascht immer mal wieder mit einer guten, versackt aber dann im Rennen. Die 4 Punkte, die Williams hat (letztes Jahr um die Zeit waren es 40), sagen eigentlich schon alles.

10. Lotus
Für mich die zweite Enttäuschung des Jahres. Es war klar, dass man im zweiten Jahr keine Bäume würde ausreißen können, aber im Grunde ist der Abstand noch vorne zwar kleiner geworden, aber nicht so weit, dass man zumindest mit Williams mithalten könnte. Dabei hat Lotus sehr viel Geld in die Hand genommen, darunter auch für die Renault-Motoren. Auffallend ist, dass beide Wagen sehr mit technischen Problemen ausfallen, bei Kovalainen waren das immerhin 5 Ausfälle und damit ist er in diesem Jahr der Spitzenreiter auf dieser Liste. Da gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der eigenen Fabrik, denn der Renault-Motor ist ja in anderen Teams stabil. Allerdings – Lotus fehlt der “hot blown diffusor” und KERS, wenn das kommt, ist man vielleicht in der Lage Q2 zu erreichen.
Zu Trulli und Kovalainen kann man wenig sagen. Der Finne macht den besseren Eindruck in diesem Jahr, die besseren Rennergebnisse hat aber Trulli. Tony Fernandes hat angedeutet, dass man Trulli evtl. behalten könnte. Wenn ich ihm einen Rat geben müsste, würde ich schauen, dass ich jemanden wie Hülkenberg ins Team hole.

11. HRT
Ja, in der Wertung liegt HRT wieder vor Virgin, weil Liuzzi mal ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Was soll man sagen – das Wunder ist eigentlich, dass das Team noch fährt, was man Colin Kolles zu verdanken hat, der die Wagen in seiner Firma nahe Ingolstadt vorbereitet. Spanisch war an dem Team nur der Besitzer, der aber gewechselt hat. Mit der Investmentfirma kommt Geld, aber bei der momentan schwierigen Wirtschaftslage muss man da vorsichtig sein. Dass HRT nicht voran kommt liegt auch am alten, kaum veränderten Dallara Chassis, das nächstes Jahr dann wohl endgültig ausgetauscht wird. In Sachen Fahrer – Luizzi macht seinen Job, Karthikeyan fiel nicht weiter auf und sein Nachfolger, Daniel Ricciardo konnte bisher nicht überzeugen, aber dem muss man sicher noch etwas Zeit geben.

12. Virgin
Die Briten stehen am Ende der Wertung, was ihrer tatsächlichen Leistung vermutlich nicht ganz entspricht. Auch Virgin hat die technische Abteilung umgekrempelt. Nick Wirth ist raus (auch wenn man die F1-Abteilung von Wirth gekauft hat) und ab 2012 arbeitet man eng mit McLaren zusammen, was dem Team sicher etwas bringen wird. Aber dieses Jahr kann man abhaken. Interessant ist, dass man Timo Glock für weitere drei Jahre verlängert hat, aber offen darüber spricht, dass D’Ambrosio wohl 2012 nicht weiterfahren wird. Man sucht offenbar einen Fahrer aus dem Mittelfeld. Das könnte ein Ex-Toro Rosso Mann werden, aber auch die diversen Ersatzfahrer wird man sich anschauen.

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July 28 2011

14:54

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2011

Bevor sich die Formel Eins in die Sommerpause verabschiedet, steht der Klassiker auf dem Hungaroring noch mal auf dem Programm. Das Rennen könnte interessant werden.

Nach dem teilweise sensationell spannenden Rennen am Nürburgring, wird man die Erwartungen für den GP in Ungarn etwas zurückschrauben müssen. Die Strecke ist nicht gerade für extrem spannenden Rennen bekannt, obwohl sie in der Vergangenheit immer mal wieder gute Rennen lieferte. Aber wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten wird auch in diesem Jahr mal wieder sehr viel über die Strategie laufen. Da passt es recht gut ins Bild, dass Pirelli am Wochenende die Kombination “Soft” und “Supersoft” an die Strecke schleppt. Die waren bisher in Monaco und in Kanada im Einsatz, aber in Montreal regnete es und Monaco ist in Sachen Reifenabrieb keine Referenz. Da es zu dem recht warm werden soll, könnte das Rennen einige Überraschungen bieten.

Ferrari wird die Mischungen dankbar auf die F150 ziehen. Denn der Wagen geht mit den härteren Mischungen nicht so gut, dafür aber umso besser mit den weichen Reifen. Dazu kommt, dass der Ferrari bekanntermaßen schonend mit den Reifen umgeht, über einen langen Stint also konstant schnelle Rundenzeiten liefert, ohne einen heftigen “Drop-Off” zu haben. Das hilft Ferrari dabei, eine flexible Strategie zu entwicklen, die man eh nach Startplatz und Verkehr auf der Strecke dann umsetzen kann.

Red Bull dürfte die weichen Reifen auch gelassen betrachten. Bisher kam der RB7 mit allen Mischungen hervorragend aus, auch wenn der Verschleiß auf der Hinterachse mit weichen Reifen etwas höher ist. Spannend dürfte die Frage sein, ob Vettel sein Mini-Tief vom letzten Wochenende überwunden hat, oder ob es Webber wieder gelingt, zumindest in der Quali, vor seinem Konkurrenten zu stehen. Überhaupt macht Red Bull aber den Eindruck, als sei man im Moment schon eher daran interessiert, den WM-Titel abzusichern. In beiden Wertungen führt man mit weitem Abstand. Zwar ist ja auch erst gerade Halbzeit, aber es ist wohl unrealistisch, dass Red Bull aus den Top 5 fällt.

Hinter McLaren steht in Ungarn mal wieder ein großes Fragezeichen. Deren Form war, auch begründet durch das Mapping-Chaos, in den letzten Rennen dann eher schwankend. Ich rechne nicht damit, dass sie ihren Sieg vom Nürburgring wiederholen können, da der McLaren die weichen Reifen nicht so sehr mag. Hier ist der erhöhte Abrieb das Problem, meist sind Hamilton und Button recht flott an der Box. Da man auch kaum in einer Woche großartig neue Teile an den Wagen bringen wird, wird sich da auch nichts tun. Ein Kandidat fürs Podium sind sie aber allemal.

Für eine kleine Überraschung könnte Mercedes sorgen. Der Wagen ist zwar grundsätzlich immer noch zu langsam, aber wie der Ferrari mag der MGP02 eher die weichen Reifen und sein kurzer Radstand sollte in Ungarn helfen. Ich kann da allerdings auch komplett falsch liegen, denn in Monaco hatte ich das Team auch weiter vorne auf der Rechnung, um dann sehen zu müssen, dass gar nichts ging. Mercedes hat in den letzten Rennen aber den Rückstand nach vorne etwas verkürzen können, was ein gutes Zeichen ist. Aber alles, was vor P5 liegt, wäre eine kleine Überraschung.

Hinter Mercedes ist es eng geworden. Renault, Force India, Sauber und auch Toro Rosso liegen nicht weit auseinander. Bei Renault hängt der Haussegen sowieso schief. Eric Boullier ist unzufrieden mit Nick Heidfeld und spekuliert öffentlich herum, dass Romain Grosjean ja auch kein schlechter Fahrer sei. Gleichzeitig wird das Team immer noch umstrukturiert und viele Angestellten werden “gegangen”. Das ist in sofern ungewöhnlich, als dass der Renault zum Start der Saison ja relativ gut ging, dann aber absackte. Es kann also nicht an der grundsätzlichen Entwicklung des mutig designten Wagens gelegen haben, sondern eher an der Weiterentwicklung. Und wenn man dann Leute entlässt, wirft das ein merkwürdiges Bild auf das Team.

Force India ist in diesem Jahr etwas unter dem Aufmerksamkeitsradar geblieben, sieht man mal von einem zeitweise schwächelnden Sutil ab. Der hat sich aber wieder gefangen und seinen Teamkollegen auch wieder im Griff. Man muss Vijay Mallya und seinen kleinen, sehr jungen Team, schon Respekt zollen, dass es ihnen gelingt, den Wagen auch in der Saison weiter zu verbessern.

Das ist Sauber, bisher, nicht so gut gelungen. Nachdem man zunächst recht zuverlässig in die Punkte kam, ist es für das Team ein wenig bergab gegangen. Ich hatte das Gefühl, dass Sauber sich in der Entwicklung einen falschen Pfad begeben hat, aber es liegt wohl eher daran, dass man keinen “hot blown diffsor” im Auto hat, während Force India da nachrüsten konnte. Vor dem Rennen hat man aber bekannt gegeben, dass man auch 2012 mit Kobayahsi und Perez starten wird. Die Entscheidung wird dem Team gut tun.

Williams und Toro Rosso bilden weiter das Schlusslicht des hinteren Mittelfeld. Bei Toro Rosso mag es am Geld liegen, dass man nicht so schnell entwickeln kann und daran, dass man praktisch erst im zweiten Jahr eine eigene Aero-Abteilung hat. Bei Williams ist es der verkorkste FW33, an dem man offenbar noch so viele Teile erneuern kann, ohne das sich was tut. Mittlerweile testet man schon Bauteile für 2012.

HRT, Lotus und Virgin schenke ich mir jetzt mal, da wird es keine Neuigkeiten geben.

Das Rennen auf den Hungaroring ist lang, immerhin fährt man auf dem 4.3 Kilometer langem Kurs 70 Runden. Beansprucht werden vor allem die Reifen und die Bremsen, da man hier durchaus bis zu 300 km/h schnell wird. In Sachen Strategie wird das eine Rolle spielen, ebenso aber auch die Frage, wie viel Sprit man ins Auto packt. Normalerweise verliert man rund 0,3 Zehntel auf eine Runde, da lohnt es sich also, etwas knapper zu kalkulieren. Safety Cars sind auch immer so eine Sache, die in Ungarn schnell mal passieren können.

Das Wetter wird im Moment als “gemischt” angezeigt. Am Freitag soll es regnen, danach steigt die Temperatur auf bis zu 28 Grad. Für Sonntag ist die Prognose noch nicht so ganz eindeutig, der Regen könnte eine Rolle spielen.

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July 27 2011

06:16

Newshappen vom 27.07.2011

// Für Nick Heidfeld wird die Luft bei Renault eng. Nachdem der Deutsche auch in diesem Jahr seine Quali-Schwäche nicht in den Griff bekommen hat und Vitaly Petrow zumindest auf Augenhöhe mit ihm unterwegs ist, sucht man bei Renault wohl nach Alternativen. Die erste Option ist Robert Kubica, aber ob der überhaupt noch mal wird fahren können, ist eine andere Frage. Um Topfahrer ins Team zu holen, fehlt es dann wieder an Performance. Aber man überlegt wohl, Heidfeld zu ersetzen. Der erste Warnschuss könnte sein, dass in Ungarn Bruno Senna den Wagen von Heidfeld im ersten Training fahren wird. Niemand glaubt, dass Senna schneller als Heidfeld ist, aber vermutlich geht es Renault im Moment schon nicht mehr allein um Punkte, sondern darum, ob es Fahrer gibt, die gutes Feedback liefern. Ganz oben auf der Liste von Renault steht aber offenbar Romain Grosjean. Das kommt nicht ganz unerwartet, hätte Renault, obwohl nicht mehr Mehrheitsbesitzer im Team, gerne einen Franzosen im Cockpit. Gerüchteweise könnte Grosjean nach Monza im Renault Platz nehmen, aber auch nur dann, wenn er den GP2-Titel gewinnen sollte.

// Berrnie Ecclestone hat die Tage zugegeben, dass er dem ehemaligen Top-Manager der Bayrischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Euro bezahlt hat. Allerdings gibt es unterschiedliche Aussagen darüber, weswegen er soviel Geld auf den Tisch gelegt hat. Gerhard Gribkowsky behauptet wohl, dass Ecclestone ihn bestochen hat, der Engländer spricht von Erpressung. Angeblich habe Gribkowsky ihm damit gedroht, dass er Informationen an die Behörden weitergeben könnte, die Eccelstone Probleme bei den Steuerbehörden machen könnten. Diese Anschuldigungen, so Ecclestone, seien gelogen, aber er habe nicht Jahre vor dem Gericht verbringen wollen, um Recht zu bekommen. Nun ja, kann man glauben, muss man aber nicht. Bei Gordon Mccabe gibt es eine schöne Zusammenfassung der hektischen Wochen um den Verkauf der SLEC, der damaligen Holding der F1. Das hartnäckigste Gerücht bzgl. der Zahlungen lautet im übrigen, dass Ecclestone die Summe gezahlt habe, damit die BLB ihre Anteile an die CVC verkauft und nicht an einen anderen, Bernie nicht genehmen Interessenten.

// Weil es etwas untergegangen ist: Timo Glock hat bei Virgin um drei Jahre verlängert. Das kam etwas überraschend, aber offenbar war ihm auch klar, dass er im Moment aus der Ecke, in der er steckt, nicht raus kommt. Glock setzt viel auf den Deal mit McLaren, den Virgin nun geschlossen hat.

// Diskussionen gibt es auch bei Lotus, wo Karun Chandok am Wochenende Trulli ersetzt hatte, und dabei nicht so wirklich überzeugen konnte. Lotus beeilte sich mitzuteilen, dass man mit Trulli über eine Vertragsverlängerung verhandeln würde, aber nach der ganzen Aufbauarbeit des Teams wird es wohl auch mal Zeit, dass man evtl. neue Fahrer einsetzt. Trulli wirkt in diesem Jahr schwach und verliert auch in Quali gegen Kovalainen, was ungewöhnlich ist. Die Frage ist aber, wen Lotus nehmen kann? Da bietet sich eigentlich nur ein Nachwuchsfahrer mit viel Talent an (Hülkenberg?)

// Jeff Burton bekommt einen Crew Chief. Luke Lambert ersetzt Todd Berrier. Richard Childress musste wohl reagieren, weil Burton in den Punkte nur auf Platz 25 zu finden ist. Etwas ungewöhnlich ist die Umbesetzung schon, denn Lambert ist gerade einmal 28 Jahre alt und damit etwas jung für einen Crew Chief. Berrier bleibt vorerst im Team.

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May 26 2011

15:58

GP2 & Formel Renault 3.5: Vorschau Monaco

Die ersten Rennen in den zwei wichtigsten Nachwuchsserien sind geschlagen, zaghafte Trends scheinen sich abzuzeichnen. Am Wochenende fahren beide in Monaco.

Die GP2 hat die Rennen in der Türkei und in Barcelona hinter sich, die Formel Renault 3.5 sogar bereits drei Wochenenden in Aragon, Spa und Monza. Klare Favoriten gibt es in beiden Serien noch nicht – wer vorne dabei sein wird, scheint aber mittlerweile klar. Fest steht außerdem: 2011 ist eine gute Nachwuchs-Saison. Freilich, ein paar Geheimtipps haben enttäuscht, nur manche haben ihre Vorschusslorbeen bestätigt. Aber in beiden Serien gibt es gleich eine Reihe von Fahrern, die bald auch für die Formel 1 interessant werden könnten.

GP2

In der GP2 war es bisher eher eine Saison der Überraschungen: Weder Ferrari-Junior Jules Bianchi, noch Sauber-Tester Esteban Gutierrez oder Ex-Renault Pilot Romain Grosjean konnten bisher so richtig überzeugen.

Ganz unbekannt sind die Piloten an der Tabellenspitze aber auch nicht: Der Führende, Guido van der Garde ist schon länger im Umfeld der Formel 1 unterwegs – etwa als Testpilot für Super Aguri und Spyker. 2008 war der Niederländer Meister der Formel Renault 3.5. In der GP2 hat er sich bislang nicht so glänzend in Szene gesetzt, in dieser Saison könnte er den Durchbruch aber endlich schaffen.

Auf Rang zwei findet sich derzeit Sam Bird – der Brite hat sich schon 2010 als schneller und überholfreudiger Pilot erwiesen, und hat heuer die konstantesten guten Leistungen gezeigt. Im vergangenen Jahr durfte er beim F1-Juniortest einen Mercedes pilotieren, und konnte auch in dieser Funktion sein Talent beweisen. Man darf gespannt sein, wie er sich im weiteren Laufe der Saison entwickelt – gut vorstellbar, dass man ihm in nächster Zeit auch in der F1 wiederfinden könnte.

Dahinter lauern mit Charles Pic und Romain Grosjean gleich zwei Franzosen: Beide haben zweifelsfrei Talent, vor allem Grosjean stieg bei seinem Auftritt in der Königsklasse sehr unglücklich aus. Will heißen: Er hat sicher mehr Talent, als er in der halben Saison an der Seite von Fernando Alonso und unter der Regie Flavio Briatores zeigen konnte. Theoretisch steht ihm der Weg von Timo Glock (GP2-Champ und dann zurück in die F1) offen – praktisch könnte er aber durchaus auch so enden, wie Giorgio Pantano.

Ansonsten konnten sich bisher in Szene setzen: Dani Clos (Meisterschaft: Rang 6), der sich in Barcelona sowohl durch eine etwas eigenwillige Interpretation der Safety Car Regeln (die erstaunlicherweise nicht bestraft wurde) als auch durch ein gutes zweites Rennen ins Rampenlicht fuhr. Und Fabio Leimer (7), der in Barcelona zwei tolle Rennen zeigte, und als Lohn den Sieg im Sprintlauf holte.

Von den beiden deutschen Fahrern war bisher weniger zu sehen: Christian Vietoris war in Istanbul eher mager unterwegs, verunfallte dann im zweiten Rennen, und trat in Barcelona wegen der gesundheitlichen Folgen dieses Crashes erst gar nicht an. Angesichts der Tatsache, dass er ein Wochenende zuvor (!) in Zandvoort in der DTM trotz der Crashfolgen schon am Start war, könnte man seine Motivation für die GP2 Saison doch etwas hinterfragen. Kevin Mirocha (zuvor in der deutschen und europäischen F3 sowie der Formel Rnault 2.0 NEC unterwegs) war zwar wegen reger Teilnahme an Zweikämpfen oft im TV zu sehen, konnte allerdings auch noch keine Topleistungen zeigen.

Formel Renault 3.5

Medial steht die Serie trotz guter Liveübertragung bei Eurosport noch immer im Schatten der GP2. Sie hat in den vergangenen Jahren aber bewiesen, dass sie sich hinter dem großen Konkurrenten nicht zu verstecken braucht: Zumindest was die Spitze des Feldes betrifft war die Serie zuletzt ähnlich gut bestückt wie die GP2 – nicht zuletzt auch deswegen, weil Red Bull die etwas günstigeren Preise nützt, um dort seine Juniorpiloten auf größere Aufgaben vorzubereiten.

So auch heuer. Und mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne hat der österreichische Getränkehersteller endlich wieder Piloten unter Vertrag, deren Leitungen Großes versprechen. Anfangs der Saison wurde Ricciardo, Vizemeister des Vorjahres und Star der F1-Juniortests im vergangenen Herbst, als großer Tipp auf die Meisterschaftskrone gehandelt. In den bisherigen Rennen hat sich der britische F3 Champion Vergne allerdings als mindestens ebenbürtig erwiesen – wenn auch Ricciardo heuer nicht mehr alles gibt, und den Saisonauftakt wegen seiner Verpflichtungen als Toro Rosso-Tester sogar auslassen musste.

Ersthafte Chancen auf den Titel haben neben den beiden aber noch mindestens drei weitere Piloten: US-Hoffnung Alexander Rossi, Robert Wickens und der Este Kevin Korjus, im vergangenen Jahr Meister der Formel Renault 2.0.

Alex Rossi hatte vor allem in Aragon ein tolles Wochenende, danach war nicht mehr so ganz konstant unterwegs. In Monaco konnte er allerdings im vergangenen Jahr bei seinem einzigen Saisoneinsatz in der Formel Renault 3.5 mächtig beeindrucken – auch, wenn er wenige Runden vor Schluss nahe Casino in die Leitplanken abflog. Wenn er diese Leistung heuer wiederholen kann, dann ist von ihm sicher so einiges zu erwarten.

Formel Renault 3.5, A1GP, F3 Euro, Formel 2, britische F3, Formel Atlantic, GP3 – und jetzt wieder Formel Renault 3.5: Robert Wickens war in seiner langen Juniorkarriere schon in allen erdenklichen Serien unterwegs. Gemeinsam ist allen diesen Auftritten ein Mangel an Konstanz – und die Tatsache, dass er an guten Tagen richtig schnell unterwegs ist. Die fehlende Beständigkeit mag sich zum Teil auch aus seiner Zeit als Red Bull Junior erklären – wer an jedem Wochenende von Dr. Marko in ein wieder anderes Auto gesetzt wird, kann sich eben nie richtig auf eine Serie einstellen. So manches Talent ist an diesen Anforderungen schon gescheitert – siehe etwa den ebenfalls in der Formel Renault 3.5 fahrenden Brendon Hartley. Ohne Red Bull Sponsorship war Wickens 2010 zweiter der GP3 – und ist in diesem Jahr in der Formel Renault wieder richtig schnell unterwegs. In Monza kam zuletzt allerindgs wieder die mangelnde Konstanz zum Vorschein. Wenn er es schafft, dieses Problem in den Griff zu bekommen, dann ist mit dem Kanader aber gewiss zu rechnen. Andernfalls droht dem 22-jährigen der Ruf des ewigen Talents.

Bleibt noch Kevin Korjus: Dass der Este bereits bei seinen ersten Auftritten in der Formel Renault 3.5 so schnell unterwegs ist, spricht für sein Talent. Einen Sieg im erst zweiten Rennen in Aragon hätte wohl kaum jemand erwartet. Nun aber einen Titel in der Premirensaison zu erhoffen, wäre vielleicht doch etwas vermessen. Im Laufe der kommenden Jahre ist mit Korjus aber womöglich auch in höheren Aufgaben zu rechnen.

Schade: Nachdem die Formel Renault 3.5 mit einer Reihe von tollen Strecken begonnen hat, wird mit dem Spaß nun bald Schluss sein – im weiteren Verlauf der Saison winken (immerhin) der Nürburgring und Silverstone – aber auch die garantierten Langweiler am Hungaroring, in Le Castellet und Barcelona. Trost: Immerhin sind die Kurse für die Fahrer anspruchsvoll – und wenn es bei einem Rennen (so wie etwa beim Finale 2010 in Barcelona) regnen sollte, dann kann es trotzdem spannende Läufe geben. Das Niveau und die Anzahl der Spitzenpiloten versprechen allemal eine interessante Saison.

Am Wochenende im TV

Achtung: Die GP2 fährt ihr erstes Monaco-Rennen traditionsgemäß schon am Freitag (11:10 Uhr), Lauf 2 folgt dann nach dem Formel 1 Qualifying am Samstagnachmittag (16:05 Uhr). Beide Läufe werden wie immer live auf sky sport 2 (bzw. sky sport 1 HD) übertragen. Außerdem zeigt auch der via Hotbird frei empfangbare rai sport 2 die Rennen (wie immer bei den italienischen Sendern möchte ich aber keine Garantie dafür übernehmen, dass es für die Übertragung nicht ein Satelliten-Blackout gibt).

Die Formel Renault 3.5 fährt in Monaco nur ein Rennen, das findet aber dafür in direkter zeitlicher Nähe zum F1-Lauf statt: Am Sonnatg um 11:00 Uhr. Eurosport 2 ist live dabei, für Free TV-Zuseher gibt es um 23:00 eine Zusammenfassung auf Eurosport Deutschland (und um 22:30 auf Eurosport HD).

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Schweinderl