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October 08 2013

05:44

NASCAR: Analyse Kansas Chase 2013 – Chrash, boom, bang

Eine regelrechte Caution-Orgie sorgte für ein interessantes Rennen der NASCAR. Und dann brannte auch noch ein Busch. Allerdings ein richtiger, nicht einer der Brüder.

Hollywood Casino 400Kalte Temperaturen, eine neue Asphaltdecke und mal wieder Reifenprobleme von Goodyear sorgten auf dem Oval in Kansas für einen sehr abwechselungsreichen Renntag, bei man allerdings ein wenig Geduld mitbringen musste. Denn 15 Cautions waren dann doch etwas viel für ein Rennen, auf der anderen Seite beschweren wir uns das halbe Jahr über langweilige 1,5-Meilen-Ovale, auf denen nichts los ist. Dann doch lieber etwas mehr Abwechslung, wobei einige Unfälle wirklich nicht schön aussahen. Der Spannung im Chase hat das Rennen ein wenig geholfen.

Schuld an den ganzen Cautions der NASCAR waren, glaubt man den Fahrern, zu einem großen Teil die Reifen. Goodyear hatte zum dritten Mal in diesem Jahr die sogenannten “Zone Tread”-Reifen für die linke Seite mit nach Kansas gebracht. Auf dem neuen, eher rutschigen Asphalt geben die Reifen etwas mehr Grip, was die Belastungen auf der rechten Seite etwas reduziert. Dadurch entstand aber wohl ein neues Problem, was sich meist ausgangs der Kurven zeigte. Sobald der Druck am Ausgang der Kurve auf die rechte Seite wieder etwas nachließ, neigten die Autos zum Übersteuern, was diverse Dreher verursachte. Praktisch jeder Fahrer hatte mindestens einen “close call”.

Aber ganz schuldlos waren die Fahrer auch nicht. Gleich in der ersten Runde erwischte es Danica Patrick, die in der ersten Kurve rechts abbog und ziemlich heftig in die Safer Wall einschlug. Der Wagen war komplett zerstört, der Tag für Danica damit gelaufen. Immerhin musste sie dann nicht weitere vier Stunden im Auto sitzen. So lange dauerte es nämlich, bis am Ende endlich der Sieger feststand.

An der Spitze ging es während des Rennens recht bunt zu. Zunächst konnte sich Pole-Sitter Kevin Harvick an die Spitze setzen, meist gefolgt von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Nach einem Drittel des Rennens hatte sich der bisherige Dominator des Chase, Matt Kenseth, die Führung geschnappt, doch lange konnte er sich dort nicht festsetzen. In einer der vielen Caution handelte er sich eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Box ein. Von dem Desaster konnte er sich bis zum Schluss nicht erholen. Nach dem Rennen klagte er über einen schwer zu fahrenden Gibbs-Toyota.

Überhaupt war es nicht das Wochenende der Gibbs-Mannschaft. Hamlin blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und Kyle Busch, immerhin aussichtsreich im Chase positioniert, haderte mit sich, dem Wagen, den Reifen und den Mitstreitern. Im Verlauf des Rennens gelang es ihm nicht wie gewohnt, in die Top 3 zu fahren, nach einem Restart gegen Mitte des Rennens versuchte er Montoya zu blocken, der ihn auf der unteren Linie überholen wollte. Montoya touchierte Busch, der sich in einen langen Dreher verabschiedete. Immerhin sammelte er im dichten Feld niemanden auf. Für seinen Ausfall sorgte er ein paar Runden später, als er in Turn 1 massiv in die Mauer einschlug. Der Toyota war vorne komplett platt, Busch selber konnte aber aussteigen. Nach dem Rennen gab er erst Montoya einen mit (“Den werden wir nicht vermissen”), dann Goodyear (“Schlechter Reifen”), bevor er schnell nach Hause flog.

Die kurioseste Caution kam dann in Runde 156, als plötzlich dichter Rauch über Turn 1 zog. Am Rande der Strecke brannte plötzlich eine Hecke und der Qualm vernebelte die Sicht. An eine Caution aus diesem Grund konnten sich die Veteranen auch nicht erinnern.

In der Schlussphase des Rennens hatte sich Noch-Meister Brad Keselowski an die Spitze gesetzt und behauptete diese problemlos. Doch dann machte das Team einen schwer zu verstehenden Fehler und ließ Keselowski zu lange draußen. Dies hatte zur Folge, dass ihm der Spirt ausging und er gerade noch so an die Box rollen konnte. Bis der Tank voll und der Motor wieder gestartet war, hatte der Penske-Mann zwei Runden verloren. Offensichtlich hatte man sich in Sachen Verbrauch verrechnet oder beim Stopp zuvor war weniger Sprit in den Tank geflossen, als man gedacht hat.

Kaum war Keselowski wieder im Rennen, zerlegte Brian Vickers seinen MWR-Toyta nachhaltig ausgangs Turn 2. Der Einschlag war heftig, der Wagen zerstört, aber auch Vickers konnte unverletzt aussteigen. Die schweren Unfälle glichen sich sehr. Ein Fahrzeug, allein, niemand rechts, links oder knapp dahinter, und doch rutschten die Autos plötzlich über die Hinterachse raus und waren nicht mehr zu kontrollieren. Ein “Save” war offenbar nicht mehr möglich, nachdem der Wagen einmal den Grip verloren hatte. Ob Goodyear die “Zone Tread”-Reifen in diesem Saison noch mal unverändert an den Start bringen wird, darf bezweifelt werden.

Die Endphase des Rennens verlief dann ruhig. Kevin Harvick gewann den letzten Restart, dahinter positionierte sich Kurt Busch, der wegen eines Unfalls im Training vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war. Hinter Busch kam Jeff Gordon ins Ziel, der allerdings nach dem Rennen einiges mit Busch zu diskutieren hatte. Man war im Rennen zwei Mal aneinander geraten, was man nach dem Rennen dann (friedlich) besprach.

Hinter Gordon lautete die Reihenfolge Logano, Edwards, Johnson. JJ musste in der letzten Runde seinen Motor abstellen, weil dieser wohl den Geist aufgegeben hatte. Es folgten Menard, Junior, Ambrose und Amirola. Matt Kenseth kam auf P11.

Im Chase hat sich Johnson an Kenseth ran gerobbt, dessen Vorsprung nur noch drei Punkte beträgt. Dahinter liegt nun Kevin Harvick, dem 25 Punkte auf Kenseth fehlen. Mehr Abstand haben schon Gordon (-32), Kyle Busch (-35) und Greg Biffle (-44). Die Chancen von Harvick, Gordon und Busch sind zwar noch intakt, aber wenn Kenseth und Johnson weiter so regelmäßig punkten, dürfte es schwer werden. Aber mit dem Rennen in Talladega folgt ja noch ein Lauf, der den Chase stark verändern kann. Am kommenden Samstag geht es erst einmal nach Charlotte zum Nachtrennen.

Stand Fahrer (pdf)
Stand Owner (pdf)

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June 18 2013

06:15

NASCAR: Analyse Michigan Juni 2013

Das Rennen am Sonntag war definitiv keines, bei dem es sich lohnte, das Feld anzuführen. Nahezu alle Siegkandidaten wurden nacheinander eliminiert, vor allem bei Hendrick Motorsports erlebte man ein komplettes Debakel. Der lachende Drölfte war am Ende Greg Biffle, der den 1000. NASCAR-Sieg für Ford holte.

287152In Michigan konnte die NASCAR wie erwartet ein ganz ansehnliches Rennen produzieren, jedoch fingen sich Goodyear und TNT erneut eine Menge Hohn und Spott ein: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte es an der Strecke geregnet, weshalb die Piloten mit einer komplett grünen Strecke beginnen mussten. Die Offiziellen setzten zur Sicherheit eine Competition-Caution in Runde 20 an, um den Teams die Möglichkeit zur Kontrolle der Reifen zu geben und danach war schnell klar, wohin die Reise gehen sollte. Die meisten Reifen zeigten nämlich keinen signifikanten Verschleiß, sodass Two-Tire-Stops über weite Teile des Rennens das Mittel der Wahl darstellten. Die Strecke nahm somit auch nur wenig Gummi an, was einige Fahrer besonders früh am Nachmittag in arge Probleme brachte. Im Finale löste sich die Eisenvariante von Goodyear bei erhöhter Beanspruchung zu allem Überfluss auch noch recht schnell auf.

Davon wird besonders Jimmie Johnson ein Liedchen singen können, der eindeutig über das schnellste Fahrzeug im Feld verfügte, zum Schluss aber erneut glücklos in Michigan blieb. Damit war er bei Hendrick Motorsports weiß Gott nicht alleine, denn die komplette Spitzentruppe von Rick Hendrick gab für den Fernsehzuschauer ein debakel-farciges DNF-Konzert zum Besten und reihte sich damit nahtlos in die Regiekünste von TNT ein. Naja gut, Jeff Gordon hat angefangen, wenn man es ganz genau nehmen will und zu diesem Zeitpunkt war die TV-Übertragung auch noch ganz in Ordnung. Während Gordon in Runde 7 dem übersteuernden Bobby Labonte nicht mehr ausweichen konnte, wartete TNT mit der Werbung brav auf die Gelbphase. Für die #24 war das Rennen daraufhin mehr oder weniger beendet, insgesamt 52 Runden konnte das Team nach einer ewig langen Reparaturpause noch abspulen.

Kurz darauf machte auch Kurt Busch seine Erfahrungen mit der grünen Strecke und bereitete seinem guten Start in Führung liegend ein jähes Ende. Nach dem Dreher musste man auch an der #78 den Hammer und das Klebeband rausholen, wodurch Platz 35 das höchste der Gefühle bleiben sollte. Dann entglitt TNT die TV-Übertragung zusehends, weil offenbar der zuständige Regisseur den Zufallsgenerator für Werbepausen einschaltete, um sich einen Kaffee zu holen. Dumm nur, dass er sich dabei aus dem Ü-Wagen aussperrte. So oder so ähnlich lässt sich das anschließende Wirr-Warr ganz gut erklären. TNT hat echt gut angefangen, verpasste dann aber wieder Boxenstopps unter Gelb (also mit Ansage), kehrte daraufhin kurz zurück, ohne etwas aufzulösen und ging wieder in die Werbung. Dieses Mal habe ich mitgezählt und vier Werbeblöcke in 15 Minuten ermittelt, die jeweils 3 Minuten lang waren.

Ganz übel wurde es dann gegen Rennmitte, als bei Kasey Kahne ein Teil an der Aufhängung brach oder der rechte Vorderreifen nachgab – so richtig sicher war man sich beim Team mit der #5 anschließend selbst nicht. TNT blieb jedoch trotz des echt heftigen Einschlags einfach stur in der Werbepause, während FOX und ESPN mit absoluter Sicherheit sofort wieder auf Sendung gegangen wären; hat man ja auch oft genug gesehen. Kahne lag zu diesem Zeitpunkt übrigens ebenfalls in Führung und war somit nach Busch der zweite Lap-Leader, den es hart traf. Sein Rennen war natürlich sofort vorbei, denn die letzte Amtshandlung von Kahne war es, die brennende #5 per Knopfdruck mit dem Bordfeuerlöscher zu behandeln.

Daraufhin setzte sich zu Beginn der zweiten Rennhälfte Dale Earnhardt Jr. unter dem Jubel der Massen an die Spitze und konnte gemeinsam mit Jimmie Johnson – wie schon zuvor Kasey Kahne – zeigen, dass die Hendrick-Wagen am Sonntag vom Speed her das Maß aller Dinge darstellten. Leider setzte sich der Leader-Fluch fort und so erwischte es in Runde 132 dann ohne Vorwarnung auch Junior. Bei ihm war jedoch ein Motorschaden Schuld an der nicht performancegerechten Zielankunft. Earnhardt hatte wirklich kaum Zeit zu reagieren, denn nachdem er den ersten Zylinder verlor, dauerte es keine zwei Runden, bis die #88 komplett in einer weißen Rauchwolke verschwand. Schade, denn in Michigan wäre wieder einmal ein Sieg für Junior möglich gewesen.

Nun übernahm Jimmie Johnson kurz das Ruder, holte sich unter Gelb an der Box jedoch vier anstatt zwei neue Reifen ab und musste danach aus den Top20 neu angreifen. Johnson arbeitete sich recht zügig nach vorne durch, wurde aber erneut von einer Gelbphase aufgehalten. Diese achte und letzte Caution fiel unglücklicherweise mitten in die letzte Serie von Green-Flag-Pitstops und brachte das Feld etwas durcheinander. In Führung befand sich zu diesem späten Zeitpunkt Greg Biffle, der den Platz an der Sonne von seinem Teamkollegen Carl Edwards geerbt hatte. Edwards selbst begann kurz zuvor den Boxenstoppreigen, weil sein Ford langsam aber sicher überhitzte und war nun durch die plötzliche Gelbphase wenigstens in den Genuss des Lucky-Dogs gekommen.

Bei Jimmie Johnson tankte man die #48 randvoll und verlor dadurch erneut einige Plätze, die der Fahrer nun mit zwei neuen Reifen auf der Strecke zurückzuerobern hatte. Während also vorne Greg Biffle gefolgt von Kevin Harvick seine Runden abspulte, überforderte Johnson bei seiner zweiten Jagd durchs Feld endgültig die Goodyears. Nachdem er sich an Harvick vorbeigesetzt hatte und von Biffle auf Distanz gehalten wurde, verabschiedete sich der rechte Vorderreifen am Johnson-Chevy, was ihn natürlich schlagartig aus der Entscheidung nahm. Weil keine weitere Cautions ausgerufen wurde, konnte Biffle vorne seinen ersten Saisonsieg und damit den 1000. Erfolg von Hersteller Ford in der NASCAR unter Dach und Fach bringen.

Mal schauen, ob sich Greg Biffle damit etwas in den Chase-Regionen festsetzen kann, wo er nun den achten Platz belegt. In der Vorschau vermutete ich ja schon, dass Michigan so etwas wie der Turnaround werden könnte. Ob das natürlich auch für das nächste Rennen in Sonoma gilt, bleibt abzuwarten. Biffle ist ja nun nicht der klassische Road-Warrior, aber auch die Oval-Spezies haben in den letzten Jahren eine Menge auf den Rundstrecken dazugelernt. Enttäuscht verlief der Sonntag wie erwähnt für Hendrick Motorsports, die mit Jimmie Johnson (28.), Dale Earnhardt Jr (37.), Kasey Kahne (38.) und Jeff Gordon (39.) einen De-facto-Totalausfall hinlegten.

Hinter Biffle komplettierten Kevin Harvick, Martin Truex Jr., Kyle Busch und Tony Stewart die Top 5. Busch zeigte nach einer Strafe zu Beginn des Rennens eine gute Aufholjagd und Stewart unterstrich mit Rang 5 den Erfahrungsgewinn bei den zurückliegenden Testfahrten seines Teams. Die Top 10 rundeten Matt Kenseth, Clint Bowyer, Carl Edwards, Joey Logano und Jeff Burton ab. Ebenfalls lobenswerte Ergebnisse holten Austin Dillon als Elfter und Danica Patrick als starke Dreizehnte hinter Brad Keselowski. Irgendwie blieb aber am Ende das Gefühl, dass die meisten Fahrer nur deshalb so weit vorne gelandet sind, weil man bei Hendrick Motorsports so grandios desaströs die Top-5-Resultate am laufenden Band aufgeben musste.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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August 28 2012

06:15

NASCAR: Analyse Bristol August 2012

WOW, was für ein Wahnsinns-Rennen war das denn am Wochenende? Der Umbau in Bristol hat sich absolut gelohnt und produzierte eine sehenswerte Shorttrack-Schlacht inklusive wahnsinnig vieler Siegkandidaten und einer Menge „Bumpin‘ & Bangin‘“. Dabei kam sogar eine lange vermisste, fast olympische Disziplin wieder zum Vorschein: der Helm-Weitwurf!

Zu Beginn aber erstmal hoch mit den Händen: Wer hat bei 13 Cautions (die meisten seit 2007) und 22 Führungswechseln (All-Time-Platz 5) unter 13 Fahrern eigentlich den Überblick behalten? Niemand? Finde ich ja total sympathisch! Falls ich also etwas vergessen sollte, bitte direkt per Kommentarfunktion ergänzen, danke. Jetzt aber zum wichtigsten Thema des Wochenendes, denn nachdem die Streckenbetreiber im Anschluss an das Frühjahrsrennen den Betonhobel auf das kleine Oval geschickt hatten, zeigten sich wie erhofft einige Veränderungen an den Fahrspuren. Gab es vorher zwei komplette und gleichberechtigte Linien, verfügt Bristol nach der teilweisen Entfernung des oberen progressiven Bankings nur noch über deren 1,5. Dies wirkte sich jedoch etwas anders aus, als ich zunächst gedacht hatte:

Im Prinzip blieb es nämlich trotzdem bei zwei unterschiedlichen Linien, jedoch war die obere so weit nach unten gerückt, dass sie sich zur Hälfte mit der unteren Spur überschnitt. Interessanterweise entpuppte sich nun die obere Linie als die schnellere, was wohl daran liegt, dass immer noch eine gewisse ansteigende Kurvenüberhöhung auf der Betonbahn existiert. Wie groß diese allerdings ist, weiß man bei der bescheidenen Informationspolitik des Speedways zu diesem Thema natürlich nie so genau. Wer also in der Mitte der Strecke unterwegs war, konnte sich in den meisten Fällen gegen die Konkurrenz auf der unteren Seite durchsetzen.

Gegen Ende bewegte sich die Ideallinie sogar sehr hoch in Richtung Außenmauer, da später gebremst wurde und möglichst viel Schwung mit durch die Kurven genommen werden wollte. Das alles führte automatisch dazu, dass man innen deutlich aggressiver fahren musste, um eine Position zu gewinnen. Bei einem Fahrfehler samt Unter- oder Übersteuern kam dann natürlich der Wagen auf der Außenbahn als Prellbock zum Einsatz, was öfter im Rennen zu erbitterten Kämpfen und teilweise auch zu wilden Abflügen führte. Das beste Beispiel dafür boten Matt Kenseth (25.) und Tony Stewart (27.) in Runde 333, als beide Piloten nach einem Restart fünf Runden zuvor beinhart um die Führung stritten.

Kenseth war auf der unteren Bahn unterwegs und lehnte sich großzügig bei Stewart an, welcher seinerseits natürlich keinen Meter nachgab. Es kam, wie es kommen musste, beide drehten sich in die innere SAFER-Barrier und konnten ihr Rennen danach abschreiben. Meiner Meinung nach ein klarer Rennunfall, welcher entsteht, wenn beide Piloten einfach zu hart fahren, doch Smoke sah die Sache anders und holte zum großen Wurf aus. Nachdem Kenseth seine mühsam getapte #17 wieder aus der Boxengasse schleppte, wartete Stewart noch immer am Unfallort und donnerte seinen Helm auf die Motorhaube des Fords. Lange nicht gesehen, großer Unterhaltungswert, deshalb hier nochmal:

Seinen Helm wollte Stewart übrigens nicht wieder haben, Zitat: „I don’t give a crap! To hell with the helmet!“ Mal schauen, wie es in den nächsten Wochen zwischen den beiden Fahrern weitergeht, denn Smoke hat schon angekündigt, Kenseth bei jeder ihm sich bietenden Gelegenheit abzuräumen. Auf Dauer dürfte das aber ganz schön ins Budget seines eigenen Teams gehen und Stewart wird sich vermutlich eines Besseren besinnen, sobald er denn ein paar Mal kalt geduscht hat. Diese Fehde war jedoch nicht die einzige in einer hitzigen Bristol-Nacht:

Ebenso gerieten Danica Patrick (29.) und Regan Smith (16.) in Runde 434 aneinander, um die letzte Gelbphase des Abends auszulösen. Auch hier ein ähnliches Missverständnis: Patrick dachte wohl, sie sei schon clear und zog im Ausgang von Turn 4 nach unten, wo allerdings Smith wartete. Ich hatte den Eindruck, dass er noch versuchte, den Crash zu verhindern, aber es war schon zu spät. Danica schlug hart in die innere SAFER-Barrier ein und musste somit ein recht solides Rennen beenden, in welchem sie sich bis dahin ansonsten aus allem Ärger heraushielt und durchgehend in der Führungsrunde verbleiben konnte. Smith machte mit einem Top20-Resulatet noch das Beste aus einem verkorksten Tag, denn dieses Scharmützel war nicht das einzige, an dem er beteiligt war.

Weitere Unfälle:
- Caution #1: Ken Schrader und Jason Leffler (Runde 9)
- Caution #3: Sam Hornish Jr und Kurt Busch in separaten Vorfällen (Runde 122)
- Caution #4: Motorschaden bei David Ragan – er und Kasey Kahne rutschen auf dem Öl aus (Runde 148)
- Caution #5: Ryan Newman und Jeff Burton – ausgelöst durch Juan Pablo Montoya, der Newman umdrehte (Runde 191)
- Caution #6: Aric Almirola und David Gilliland (Runde 224)
- Caution #7: Brad Keselowski (Runde 271)
- Caution #8: Regan Smith und Kurt Busch (Runde 322)
- Caution #10: Casey Mears (Runde 413)

Wie man sieht, gab es also genügend Kaltverformungen, um das Geschehen mehrmals komplett durchzumischen und den Fahrern ausreichend Möglichkeiten für unterschiedliche Strategien zu bieten. Aufgrund der vielen Gelbphasen fielen diese jedoch wie in Michigan zum Ende wieder zusammen, sodass nur Carl Edwards (22.) vier (kurze) Runden vor Schluss mit trockenem Tank ausrollte. Der einzige große Wildcard-Anwärter ohne Saisonsieg ging viel Risiko ein und blieb in Runde 415 draußen, als die meisten Piloten noch einmal zum Nachfassen kamen. Edwards muss nun eigentlich die nächsten beiden Rennen in Atlanta und Richmond gewinnen, um sicher im Chase zu stehen, ein Einzelerfolg könnte schon zu wenig sein. Allerdings gibt es auch hier noch ein paar Szenarien, in denen selbst das nicht reichen würde.

Gewonnen hat das Rennen am Ende Denny Hamlin, welcher sich in Runde 461 während des letzten Green-Flag-Runs seinerseits am spritsparenden Carl Edwards vorbeisetzen konnte – Edwards hatte zudem nicht mehr die neuesten Reifen. Hamlin hielt sich schadlos, war die meiste Zeit in den Top5 unterwegs und stieg somit in die nun vier Mann starke Riege der Dreifachsieger auf. Im Grunde genommen hätte aber auch jeder andere Fahrer in die Victory-Lane fahren können, so chaotisch verlief der Abend. Eigentlich kam es wie in den alten Zeiten darauf an, im entscheidenden Moment an der Spitze zu sein. Eine Gelbphase mehr und das Ergebnis hätte wieder ganz anders aussehen können.

Auf Platz 2 lauerte nämlich schon Jimmie Johnson, welcher bei freier Fahrt nicht mehr zu Hamlin aufschließen konnte. Johnson war zuvor nur von Rang 37 ins Rennen gegangen, weil das Qualifying wegen Regens abgesagt werden musste und sich die Startreihenfolge aus dem ersten freien Training ergab, in welchem die #48 nicht wirklich eines der schnellsten Autos war. Bis zur Hälfte der 500 Runden hatte Johnson sich aber schon in die Top5 nach vorne gearbeitet. Die Belohnung ist ein zweiter Platz in der Fahrerwertung und eine nun mittlerweile rechnerisch sichere Teilnahme am Chase.

Ein (fast) ruhiger Tag war am Ende schon fast die Garantie für ein Top5-Ergebnis, welches hinter Johnson auch sein Teamkollege Jeff Gordon (3.) sowie Brian Vickers (4.) und Marcos Ambrose (5.) einfahren konnten. Vickers zeigte sich wie bei seinem ersten Bristol-Auftritt des Jahres für Michael Waltrip Racing erneut stark, während ich von Ambrose eher ein wenig überrascht war. Der Australier legte aber in den letzten vier Saisonrennen eine sehr gute Serie hin (10/1/5/5) und fuhr jedes Mal in die Top10. Für eine Chase-Qualifikation könnte das aber leider zu spät kommen, es sei denn, er gewinnt in Atlanta oder Richmond noch ein weiteres Event. Auch Gordon bringen diese soliden Punkte-Tage bei 55 Punkten Rückstand auf Platz 10 nicht viel mehr als Momentum – er MUSS jetzt gewinnen, wenn er in die Playoffs will.

Die Top10 komplettierten Kyle Busch, Clint Bowyer, Joey Logano, Kasey Kahne und Paul Menard: Von Busch habe ich ehrlich gesagt gar nichts gesehen, doch sein sechster Platz brachte ihn dank des gleichzeitigen Ausfalls von Ryan Newman (36.) auf Wildcard-Position #2 nach vorne. Bowyer unterstrich ebenso wie sein Teamkollege Vickers die momentane Stärke von Michael Waltrip Racing, welche zusätzlich noch durch Martin Truex Jr auf Rang 11 untermauert wurde. Die beiden Vollzeitfahrer von MWR befinden sich auf Platz 5 und 6 in der Meisterschaft verdienterweise auf einem soliden Chase-Kurs. Logano hätte das Rennen auch anstelle von Hamlin gewinnen können, bedenkt man, dass er mit 139 Umläufen die meisten Führungsrunden einfuhr. Irgendwie hat er dann aber leider den Anschluss verloren und damit vielleicht seine letzte Chance auf eine Playoff-Teilnahme vergeben.

Für Dale Earnhardt Jr (12.) hatte das Rennen in Bristol eine gute und eine schlechte Seite: Zum einen war er wieder in der Boxengasse auffällig, wo er in der Anfangsphase eine Rückversetzung wegen Speedings kassierte und später eine weitere Strafe absitzen musste, weil die Pitlane bei seinem Stopp wegen einer Caution noch geschlossen war. Zum anderen ist er neben seinem Teamkollegen Jimmie Johnson ab sofort einer von insgesamt drei Piloten, die rechnerisch sicher im Chase stehen – der Dritte im Bunde ist derweil Greg Biffle (19.). Für die NASCAR ist es natürlich unbezahlbar einen konkurrenzfähigen Junior in den Playoffs zu haben, was sich hoffentlich auch bald in den Einschaltquoten und Kartenverkäufen niederschlägt.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!), über die Wildcard-Situation werde ich wie gewohnt in der nächsten Vorschau ausführlicher sprechen.

IRWIN Tools Night Race 2012_Bristol2_Casey_Mears_Leads_Field_To_Green_Flag 2012_Bristol2_Cup_Michael_Buffer_Before_The_Race 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Dances_During_Driver_Introductions 2012_Bristol2_Ryan_Newman_Spins_In_Front_Of_Juan_Pablo_Montoya IRWIN Tools Night Race 2012_Bristol2_Danica_Patrick_Wags_Finger_At_Regan_Smith_After_Incident 2012_Bristol2_Dale_Earnhardt_Jr._Pit_Stop 2012_Bristol2_Tony_Stewart_Matt_Kenseth_Race_Alongside_Each_Other 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Takes_Checkered_Flag 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Celebrates_With_Burnout 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Celebrates_With_Checkered_Flag 2012_Bristol2_Denny_Hamlin_Celebrates_In_Victory_Lane

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August 21 2012

06:15

NASCAR: Analyse Michigan August 2012

In Michigan lieferte der Sprint Cup endlich mal wieder ein solides Rennen ab – das musste man seit Anfang der Saison ja des Öfteren vermissen. Es steckte viel Dynamik in Form von alternativen Strategien, vielen Gelbphasen und Führungswechseln im Nachmittag. Am Ende blieb etwas überraschend Greg Biffle siegreich, doch das lag vor allem am Favoritensterben.

Die Eckdaten vom Sonntag lauten: 8 Cautions (6 davon wegen Drehern), 26 Führungswechsel unter 13 Fahrern, 3 Motorschäden und einige geplatzte Reifen! So ein Rennen hatte man in der obersten NASCAR-Liga schon länger nicht mehr zu sehen bekommen. Bis zum Anfang des Jahres war sowas eigentlich die Norm und in Michigan fand die Serie endlich mal wieder zu ihrer gewohnten Dynamik zurück. Das Schöne daran ist, dass ich mir aufgrund der vielen Vorkommnisse sogar den Luxus leisten kann, komplett auf eine Analyse der unterschiedlichen Spritstrategien zu verzichten. Durch die häufigen (und auch späten) Cautions hatte eigentlich jeder Fahrer irgendwann eine günstige Gelegenheit zum Tanken, weshalb im Finale alle Autos wieder in derselben Sequenz fuhren. Dies war auch der Grund, warum man so viele unterschiedliche Piloten an der Spitze sah, doch einer hatte das Rennen bis ins zweite Viertel hinein eigentlich recht deutlich im Griff:

Mark Martin – der alte Mann und das Meer sein Auto kämpfen gegen das Unrecht! (oder so ähnlich) – führte bis in Runde 64 geschlagene 54 Umläufe von der Pole-Position aus an und schwang sich damit früh zum großen Favoriten auf den Sieg empor. Ein schwerer Unfall, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, beendete diese Serie leider jäh: Martin wurde gerade von Kasey Kahne (3.) verfolgt, als direkt davor die beiden Wagen von Bobby Labonte (22.) und Juan Pablo Montoya (mehr zu ihm später) zur Überrundung anstanden. Plötzlich wurde Labonte völlig ohne Berührung durch Montoya aero-loose, was einen typischen Auffahrunfall auslöste, in dessen Folge Martin zunächst auf die #42 krachte und anschließend vom ebenfalls mit voller Kraft bremsenden Kahne in die Boxengasse abgeschossen wurde.

Dort passierte dann einer dieser fürchterlichen „Freak-Accidents“, die eigentlich keiner voraussehen kann: Die #55 schlug seitlich und nur knapp hinter dem Fahrersitz in die spitze, offene Stelle einer Garagenzufahrt der Boxenmauer ein. Zum Glück wurde der Fahrersitz nicht direkt getroffen und außerdem hatte Mark Martin die Geschwindigkeit durch einige Dreher schon recht weit verringern können. Allerdings reichte die Aufprallenergie dafür aus, einen Öltank in Fetzen zu reißen, der ein kleineres Feuer auslöste und den Pitstall von Kasey Kahne komplett einschmierte. Zur genauen Ansicht gibt es an dieser Stelle noch ein Video von diesem außergewöhnlichen Unfall, für den ESPN sogar frühzeitig aus der Werbung zurückkehrte:

Danach wurde es bis zum Finale etwas unübersichtlich, da aufgrund der unterschiedlichen Strategien insgesamt sechs weitere Fahrer mehr als zehn Führungsrunden absolvieren konnten. Während die anderen beiden Piloten von Michael Waltrip Racing – Clint Bowyer (7.) und Martin Truex Jr (10.) – nur kurz an die Form ihres verunfallten Teamkollegen anknüpfen konnten, qualifizierten sich vorne Jimmie Johnson, Greg Biffle, Brad Keselowski sowie Dale Earnhardt Jr für den Rennsieg. Johnson verfügt dabei über das schnellste Auto im Feld, brachte die #48 aufgrund des nicht entscheidenden Strategiewirrwarrs jedoch nur 23 Mal als ersten Wagen über die Linie.

Die Führung holte sich Jimmie Johnson zum letzten Mal in Runde 190 – also zehn Runden vor Schluss – von Brad Keselowski, nachdem der Dauermeister beim vorletzten Restart in Umlauf 187 als Zweiter ins Finale gegangen war. Eine abschließende Caution stand dem Feld aber noch ins Haus und jene sollte ausgerechnet Johnson auslösen, als sich an der #48 der Chevrolet-Motor in die Ahnengalerie verabschiedete. Das war eine ganz unglückliche Situation, da das Aggregat nur noch sechs Runden vor sich hatte und zudem extra noch nach dem Qualifying ausgetauscht wurde. Johnson startete deshalb übrigens vom Ende des Feldes ins Rennen.

Dieses Missgeschick wäre natürlich isoliert schon ziemlich schlimm gewesen, doch eigentlich war es nur das Sahnehäubchen auf dem Michigan-Schrottplatz der Hendrick-Chevrolet-Motorenschmiede: Vor Jimmie Johnson (27.) kamen nämlich schon Tony Stewart (32.) und Jeff Gordon (28.) einzelne Zylinder abhanden, was natürlich DER Einsatz schlechthin für die Ventilfeder-Animation in Tim Brewers Tech-Garage gewesen wäre. Ansonsten bleibt hier nur zu bemerken, dass die hohen Geschwindigkeiten auf dem neuasphaltierten 2-Meilen-Oval wohl einen zu extremen Anspruch an die Aggregate von Rick Hendrick gestellt haben. Dass dann 50% der im Rennen befindlichen Motoren ausfallen, darf aber echt nicht passieren!

Doch neben den Motoren gab es noch weitere Themen, wie z. B. die Reifen:

Recht früh während der ESPN-Übertragung bekam man ein Paradebeispiel von optimal verschlissenem Gummi präsentiert, welches zwei komplette Fuelruns auf der Innenseite durchgestanden hatte. Nach den zusätzlichen Reifentests von Goodyear war aber auch klar, dass der Hersteller absolute Holzreifen mit an die Strecke bringen würde, um bei den sehr hohen Geschwindigkeiten jenseits der 200 mph eine Blasenbildung wie im Juni zu verhindern. Dennoch kam es später im Rennen zu einigen Reifenplatzern, welche den durchaus prominenten Fahrern Matt Kenseth (17.), Trevor Bayne (24.) sowie Juan Pablo Montoya (26.) den Nachmittag ruinierten. Sowas kann aber auch in einer zu aggressiven Fahrwerksabstimmung begründet liegen, welche einerseits höhere Temperaturen und/oder andererseits ungleichmäßige Abnutzung bewirkt haben könnte.

Juan Pablo Montoya hatte ohnehin wieder einen bescheidenen Tag und geriet mit Joey Logano (31.) aneinander, welchen er umdrehte. Dabei sah es so aus, als wenn beide Seiten mit etwas defensiverer Fahrweise diesen Unfall hätten verhindern können. Meiner Meinung nach trägt keiner die Alleinschuld daran, da sich beide Autos gleichzeitig auf ein gemeinsames Zentrum zwischen der oberen und der unteren Linie zubewegten. Trevor Bayne löste übrigens die vorletzte Caution in Runde 180 aus, welche die unterschiedlichen Spritstrategien wieder zusammenführte.

Zurück zum finalen Sprint: Der Restart nach der Johnson-Gelbphase war wegen der Ölspur und längeren Säuberungsarbeiten schon zum ersten Versuch eines Green-White-Checkered-Finishes befördert worden, zu dem jetzt Brad Keselowski und Greg Biffle in Reihe 1 gefolgt von Dale Earnhardt Jr (4.), Carl Edwards sowie Kasey Kahne antraten. Letzterer brannte einen grandiosen Run in den Asphalt, da er sofort Three-Wide die zweite Startreihe hinter sich ließ und Keselowski um Platz 2 herausforderte. Derweil konnte Biffle vorne enteilen und sich bis zur karierten Flagge in der Spitzenposition halten. Teamkollege Carl Edwards (6.) verlor unterdessen noch einen Platz an einen stark auffahrenden Marcos Ambrose (5.).

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Dort hat sich nicht zu viel verändert: Jimmie Johnson musste seine Führung an Greg Biffle abgeben und außerdem zogen auch gleich Matt Kenseth sowie Dale Earnhardt Jr wieder an der #48 vorbei. Für Biffle bringt der zweite Saisonsieg natürlich drei weitere Bonuspunkte im fast sicheren Chase. Die Wildcard-Situation hat sich nicht grundlegend verändert, hier befindet sich immer noch Ryan Newman mit einem Erfolg hinter Kasey Kahne, welcher über deren zwei verfügt. Kahne konnte aber seinen Rückstand auf den zehntplatzierten Denny Hamlin weiter verringern, dieser beträgt jetzt nur noch 33 Punkte.

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October 19 2011

06:13

NASCAR: Analyse Charlotte / Vorschau Talladega Oktober 2011

Am letzten Wochenende ging die erste Chase-Hälfte zu Ende und brachte auf dem Charlotte Motor Speedway womöglich eine kleine Vorentscheidung in der Meisterschaft mit sich. Schon am Sonntag geht es aber in Talladega weiter, wo sich das Blatt in der Restrictor-Plate-Lotterie natürlich jederzeit wieder wenden könnte.

Die NASCAR-Berichterstattung vom vergangenen Wochenende kommt dieser Tage etwas später, da die emotionale Aufarbeitung der tragischen Geschehnisse vom Sonntag in Las Vegas erstmal Vorrang vor dem Tagesgeschehen haben sollte. Weil mir wie sicherlich vielen von euch in den letzten beiden Tagen nicht so wirklich nach Motorsport – geschweige denn Oval-Rennen – war, habe ich mich für eine Kompromisslösung entschieden: In dieser Woche gibt es ausnahmsweise einen Kombi-Artikel bestehend aus Analyse des Charlotte-Rennens und einer kleinen Vorschau auf Talladega am kommenden Sonntag. So steht uns der Rest der Woche noch für etwas mehr Besinnung zur Verfügung, anstatt groß die Freuden des Motorsports zu preisen. An dieser Stelle möchte ich mich, bevor wir zum eigentlichen Artikel kommen, noch den zahlreichen Kommentaren auch hier im Racingblog anschließen: Rest in Peace, Dan Wheldon! You will be missed! Als jahrelanger Beobachter des amerikanischen Motorsports kann ich das Ergebnis des traurigen Tages immer noch nicht richtig begreifen und erfassen…

Analyse Charlotte Oktober 2011

Da ist es zwar eher zweitrangig, dass Matt Kenseth am Wochenende in Charlotte sein drittes Saisonrennen gewinnen konnte und Jimmie Johnson sich nach einem Unfall möglicherweise schon aus dem Titelrennen verabschiedet hat, doch lasst uns ein wenig ablenken und zurückblicken: Die ersten knapp zwei Drittel des Rennens blieben auffällig ruhig und wurden nur durch zwei Gelbphasen unterbrochen. Diesen Teil des Tages konnten vor allem Tony Stewart und Greg Biffle für sich nutzen, wobei sie knapp die Hälfte der zu vergebenden Führungsrunden für sich beanspruchten. Vor allem Biffle konnte lange Zeit über das Rennen nach Belieben bestimmen, nachdem er Smoke kurz nach den ersten Green-Flag-Pitstops in Runde 50 die Spitzenposition abgenommen hatte.

Doch sein Tag sollte es nicht werden, denn nach weiteren Boxenstopps unter grüner Flagge in Umlauf 125 vergaß seine Mannschaft beim Reifenwechsel eine Radmutter aufzuziehen, was Biffle zu einem erneuten Besuch bei seiner Crew zwang. Glücklicherweise gab es schon kurz danach eine Caution, wodurch er direkt seinen Rundenrückstand per Lucky-Dog wieder aufholen konnte. Zwar konnte Biffle später wieder in die Top5 vordringen, jedoch beendete ein Feindkontakt mit Tony Stewart und Außenmauer knapp 35 Runden vor Schluss sämtliche Hoffnungen auf einen Sieg. Greg Biffle kam nur auf Platz 15 ins Ziel, was jedoch nicht so wichtig ist, da er ohnehin nicht am diesjährigen Chase teilnimmt.

Nachdem Biffle sich aus der Spitzengruppe verabschiedet hatte, nahm der spätere Rennsieger Matt Kenseth für knapp 20 Runden seinen Platz ein, bevor Tony Stewart ihm mit einem Two-Tire-Stop während Caution #2 in Umlauf 149 die Führung wieder abjagte. Der Chevrolet mit der #14 lief anschließend in der nachfolgenden Grünphase nicht langsamer als erwartet, da um ihn herum viele andere Fahrer ebenfalls mit nur zwei neuen Reifen pokerten. Chad Knaus und Jimmie Johnson setzten in dieser Gelbphase dagegen auf vier Pneus und verzockten sich gewaltig, denn ihre Restart-Position war anschließend nicht mehr die 3, sondern die 15! Das Gerangel im Mittelfeld sollte Johnson später auch noch das Rennen versauen.

An zweiter Stelle startete Kyle Busch nach besagter Gelbphase zurück ins Renntempo und benötigte einen kompletten Fuel-Run (50 Umläufe), bevor er seinerseits für etwas mehr als 100 Runden die Führung übernehmen konnte und die letzte Phase des Rennens einleitete. Ursache für den Positionsverlust bei Stewart war letztendlich die Leistung der eigenen Mannschaft, denn sein Team konnte ihn nach einem anstehenden Boxenstopp unter grüner Flagge lediglich als Dritten zurück auf die Strecke bringen. Die nächsten vier (teilweise direkt aufeinander folgenden) Cautions überstand Busch noch als Leader, da er sich bei jedem Restart gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, doch in Runde 310 kam die Wende:

Nachdem Matt Kenseth bei fast allen Restarts zuvor die Räder durchdrehen ließ und mehrere Plätze verlor, erwischte er beim vorletzten Neustart einen Riesen-Lauf. Innerhalb von nur fünf Runden knackte er zunächst Carl Edwards und zog anschließend tatsächlich auch an Kyle Busch vorbei. Doch Kenseth hatte noch eine letzte Schwierigkeit zu überstehen, denn Jimmie Johnson verlor bei seiner Aufholjagd am Ende der Top10 liegend sein Auto im Positionskampf aus der Kontrolle und schlug sehr hart frontal in die SAFER-Barrier ein.

Der Unfallhergang erinnerte mich sehr an den fatalen Crash von Dale Earnhardt Sr. damals in Daytona, denn auch Johnson geriet beim Korrigieren auf den Apron und krachte anschließend fast im 90°-Winkel frontal in die Mauer. Schon beeindruckend zu sehen, wie in den letzten zehn Jahren der Sicherheit Rechnung getragen wurde. Auf einen Videolink verzichte ich an dieser Stelle, der geneigte Zuschauer wird sicherlich eigenständig bei YouTube fündig werden. Jedenfalls ließ sich in der Wiederholung sehr gut die Energie-absorbierende Wirkung der SAFER-Barrier erkennen. Johnson wurde zwar ordentlich durchgeschüttelt und sprach anschließend von einem „hard hit“, blieb jedoch zum Glück unverletzt.

Zurück zum Finale: Ausgerechnet beim letzten Restart gelang es Kyle Busch nicht, dagegen zu halten, womit Matt Kenseth anschließend ungefährdet seinen dritten Saisonsieg einfahren konnte. Busch hingegen musste sich noch in eine Auseinandersetzung mit Carl Edwards begeben, doch Kyle setzte sich schlussendlich gegen einen wieder sehr konstanten Ford-Piloten durch. Die Top5 komplettierten die temporär gut zu Recht kommenden Kasey Kahne und Marcos Ambrose. Alleine Kahne holte sich das dritte Top5-Ergebnis in Folge ab und unterstricht damit seine Vorfreude auf Hendrick Motorsports 2012.

Kevin Harvick, AJ Allmendinger, Tony Stewart, Denny Hamlin und Ryan Newman sicherten sich die Plätze 6-10, wobei vor allem Hamlin mal wieder mit einem recht guten Resultat aufwarten konnte. Vielleicht gibt ihm das den nötigen Schwung, die Saison würdevoll zu beenden, nachdem die Chancen auf den Titel ja schon maximal minimiert sind.

Die übrigen Chaser stammen allesamt aus den Teams von Penske Racing und Hendrick Motorsports, welche beide kein tolles Wochenende erwischten. Kurt Busch (13.) und Brad Keselowski (16.) konnten das gesamte Rennen über keine Akzente setzen und kamen trotz zwischenzeitlichem Rundenverlust sogar noch halbwegs gut ins Ziel. Für die Meisterschaft bedeutete dies aber einen gehörigen Rückschritt, vor allem da Keselowskis Momentum jetzt am Ende sein könnte.

Noch schlechter lief es für Dale Earnhardt Jr. (19.), Jeff Gordon (21.) und Jimmie Johnson (34.), wobei ich die Ursache von Johnsons Resultat ja schon erwähnt habe. Von Gordon war am gesamten Wochenende nichts zu sehen, nur ein kleines Scharmützel mit David Ragan und Kasey Kahne brachte ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag kurz ins Bild. Juniors kleiner Aufschwung scheint ebenfalls beendet, er konnte zu keinem Zeitpunkt in die Top10 vordringen und kann mit Platz 19 noch durchaus zufrieden sein.

Auf die Situation in der Punktetabelle gehe ich am Ende des zweiten Teils dieses Artikels ein:

Vorschau Talladega Oktober 2011

Am nächsten Wochenende geht es mit dem Restrictor-Plate-Klassiker auf dem ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

October 11 2011

06:09

NASCAR: Analyse Kansas Oktober 2011

Jimmie Johnson ist wieder da! Nachdem er sich in Dover Kurt Busch knapp geschlagen geben musste, dominierte der Dauermeister in Kansas fast nach Belieben. Nach langen Grünphasen hätte Johnson nur Kasey Kahne am Ende wirklich gefährlich werden können, doch auch den Red Bull ließ er beim letzten Restart einfach stehen.

197 von 272 Runden führte Jimmie Johnson am Sonntag auf dem Kansas Speedway an und holte sich damit nach Dover zum zweiten Mal in Folge die meisten Führungsmeilen ab. Dieses Mal reichte es am Ende sogar für eine Fahrt in die Victory-Lane, nachdem er sich am vergangenen Wochenende noch mit Platz 2 hinter Kurt Busch zufriedengeben musste. Dabei sah zunächst alles nach einem Triumpf der Ford-Mannschaft von Roush-Fenway Racing aus, denn im ersten Renndrittel zeigten vor allem Matt Kenseth (26) und Polesitter Greg Biffle (23) mit – im Vergleich zu Johnson – einigen Führungsrunden an, dass auch sie Anspruch auf die Trophäe hätten.

Doch der fünffache Titelträger war schnell zur Stelle und holte sich in der ersten Gelbphase mit nur zwei neuen Reifen die nötige Track-Position. Den Platz an der Spitze musste er wegen des alten Gummis zwar noch kurz wieder an Kenseth abtreten, aber nach den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge war dann Johnson-Time! Das Team der #48 zeigte damit auch gleich, was schon früh im Rennen strategisch so möglich war und brachte auch andere Mannschaften zum Pokern: So kopierte zum Beispiel Kyle Busch in Caution #2 den Meister, hielt sich wegen des in Kansas generell schlechten Handlings seines Toyotas aber nur acht Runden an der Spitze, bevor Johnson wieder übernahm und die zweite Phase des Rennens einläutete.

Von besagter Gelbphase in Runde 84 bis zur dritten und nächsten Caution dauerte es sage und schreibe 122 Umläufe, bevor NASCAR Einsehen mit den durstigen Fans hatte und Debris auf der Strecke fand. Das Schwenken der gelben Flagge hätte in Runde 206 von eigentlich 267 eigentlich nicht besser für die Spannung sein können, denn immerhin lag man bei einem Spritfenster von ca. 50 Runden in Reichweite eines Fuel-Runs. Schon ein merkwürdiger Zufall eigentlich… Den Restart führte übrigens wieder Jimmie Johnson an, gefolgt von Tony Stewart, Kyle Busch, Greg Biffle und Brad Keselowski. Nun kam eine alte Rennfahrerweisheit zum Tragen, denn plötzlich gebaren Cautions weitere Cautions und machten somit die Benzinsituation noch interessanter.

Nachdem sich Regan Smith etwas zu sehr in Landon Cassill verbissen hatte, kam die gesamte Meute zum nächsten Tankstopp, um das Spritfenster endgültig zu schließen – mit Ausnahme von Kurt Busch und Kevin Harvick, die sich mit einem gehörigen Gewinn von Track-Position wieder ins Rennen brachten. Allerdings mussten beide Piloten ja noch massiv an Benzin sparen, um am Ende nicht trockenzulaufen. Bei Richard Childress Racing führte das alsbald zur taktischen Finesse: Da sich hinter Harvick zufällig bis zum anstehenden Boxenstopp der überrundeten Fahrzeuge Einmal-Teamkollege, Childress-Enkel und Cup-Premier Austin Dillon befand, wurde dieser kurzerhand zum Anschieben beordert. Da ein solches VORgehen nur in der letzten Rennrunde zum VERgehen wird, hat Harvick sicherlich die eine oder andere Gallone sparen können.

Genützt hat es ihm allerdings kaum etwas, denn plötzlich wurde Kansas nach der langen Grünphase in der Mitte des Rennens noch zur Caution-Orgie und gab somit eher wieder die Spielwiese für weitere Reifenpoker frei! Es war schon wirklich schwierig, zum diesem Zeitpunkt den Überblick zu behalten, wer denn nun wie viele Pneus gewechselt hat und wann dies geschah. An dieser Stelle fallen mir lediglich zwei prominente Beispiele auf Anhieb ein:

Tony Stewart gab in Caution #5 ca. 30 Runden vor Schluss eine Top5-Platzierung auf und entschied sich für vier neue Reifen, was ihn sogar aus den Top10 herauskatapultierte. Zwar konnte er sich wieder in Reichweite der Top5 zurückkämpfen, verpasste aber in der sechsten und letzten Gelbphase seinen Pitstall und mähte fast die eigene Boxencrew um. Dieser letzte Fehler ließ ihn schließlich nur auf Platz 15 die Zielflagge sehen. Warum Smoke da nochmal kommen musste, hat sich mir nicht gänzlich erschlossen, immerhin kann es nicht wegen Benzin gewesen sein und seine neuen Pneus sollten unter normalen Umständen noch ausreichend Grip geboten haben.

Das zweite Beispiel ist Kasey Kahne, welcher sich zum selben Zeitpunkt wie Stewart für vier neue Reifen entschied, diese aber wesentlich besser nutzen konnte und plötzlich von hinten durchs Feld pflügte. Innerhalb von nicht mal 30 Runden hatte er sich von außerhalb der Top10 auf Platz 2 nach vorne gekämpft und hatte nur noch Jimmie Johnson vor sich. Leider war dieser schon außer Reichweite für seinen zukünftigen Teamkollegen und nur noch eine sehr späte Caution hätte Johnson stoppen können. Tatsächlich hatte der Dauermeister dann ungewöhnliches Pech und konnte sich prompt bei Jeff Gordon bedanken, dessen Motor nach längerer Ankündigung drei Runden vor Schluss noch sein Leben aushauchte.

Eine Verlängerung war angesagt, aber Kahne konnte Johnson leider nicht mehr gefährden. Beim letzten Restart – nach der erwähnten Caution #6 – ließ der noch Red-Bull-Pilot seine Reifen durchdrehen, während sein Konkurrent den schnelleren Gasfuß bewies. Brad Keselowski versuchte zwar noch, Kasey Kahne anzuschieben, da er selbst vor der Ziellinie nicht ausscheren und überholen durfte, aber genützt hat es nichts mehr. So fuhr Johnson dem sicheren Sieg entgegen und positionierte sich mit einer Menge Oberwasser noch einmal neu in der Stärkeverteilung des Chase.

Hinter Johnson, Kahne und Keselowski kamen die Fords von Roush-Fenway Racing mit Matt Kenseth und Carl Edwards am Steuer über die Linie. Edwards kann sich mit seinem Top5-Ergebnis noch glücklich schätzen, nachdem sein Team über die komplette Renndistanz mit dem Handling des Autos haderte und erst zum Schluss endlich bei der Musik dabei war. Lohn für ihn ist nun weiterhin die Spitzenplatzierung in der Meisterschaft, jedoch jetzt alleine und einen Punkt vor Kevin Harvick, welcher in Kansas eine Position hinter Edwards ins Ziel fuhr.

In der Meisterschaft reiht sich hinter den beiden Fahrern im Moment Jimmie Johnson mit winzigen vier Zählern Rückstand auf die Spitze ein. Nach dieser Dreiergruppe nimmt der Abstand schon ein wenig mehr zu, denn Brad Keselowski (-11), Matt Kenseth (-12), Kurt Busch (-16), Tony Stewart (-19) und Kyle Busch (-20) haben schon einige Punkte mehr auf Edwards aufzuholen, sind aber immer noch gut im Rennen.

Pech hatte Jeff Gordon (-47), der durch seinen Motorschaden in der Schlussphase nur auf Platz 34 gewertet wurde und somit mächtig Punkte auf alle anderen Chase-Teilnehmer verlor. Gemeinsam mit Dale Earnhardt Jr. (-43), Ryan Newman (-54) und Denny Hamlin (-79) scheint er schon aus der Meisterschaftsentscheidung herausgerutscht zu sein, da man an dieser Stelle nun mindestens einen Totalausfall aller Konkurrenten benötigt, um wieder zur Spitze vorzustoßen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 16 2011

16:47

NASCAR: Analyse Watkins Glen 2011

Einen Tag später als geplant konnte das zweite Rundkursrennen der Saison in Watkins Glen über die Bühne gebracht werden. Die Warterei war nicht vergeblich, denn die Fans wurden mit einem spannenden Rennen belohnt: Marcos Ambrose fuhr endlich seinen ersten Cup-Sieg, während nicht nur Boris Said und Greg Biffle für ordentlich Action sorgten.

Marcos Ambrose hat lange auf diesen ersten Cup-Sieg warten müssen, nachdem er 2008, 2009 und 2010 schon drei Mal in Folge das Nationwide-Rennen in Watkins Glen gewinnen konnte. Letztes Jahr verhagelte ihm der Spritsparmodus unter Gelb in Sonoma schon einen sichergeglaubten Erfolg, als der Motor in der steilen Bergaufpassage nach der Zielgeraden nicht wieder ansprang und Ambrose seine Führung an den späteren Sieger Jimmie Johnson abgeben musste. Etwas mehr als ein Jahr später steht nun der zweimalige, australische V8-Supercar-Champion endlich in der Victory-Lane und das auch äußerst verdient. Seinen Erfolg hat er sich ganz alleine herausgefahren und musste dieses Mal auch nicht am Benzin sparen, obwohl das Rennen durchaus auch zum Spritpoker hätte verkommen können.

Kyle Busch brachte das Feld zur grünen Flagge und behielt die Spitzenposition insgesamt über die Hälfte der Renndistanz bei. Beim Start musste er sich aber direkt dem Duo von Richard Petty Motorsports geschlagen geben, denn zunächst gaben AJ Allmendinger und Marcos Ambrose den Ton an. In den ersten Runden rutschte bereits Kurt Busch von der Strecke und musste sich an der Box den Kühlergrill reinigen lassen. Blöderweise kam er genau zwischen den beiden Petty-Fords wieder auf die Strecke zurück. Busch wehrte sich so vehement gegen seine Überrundung, dass er Allmendinger kurzerhand abschoss. Letzterer sann über den Funk sofort nicht gerade jugendfrei nach Rache, woraus jedoch nichts werden sollte – zumindest nicht in Watkins Glen, doch dazu später mehr.

Kyle Busch versuchte derweil, wie sein Bruder Kurt in Sonoma, mit einer Zweistopp-Strategie ins Ziel zu kommen. Marcos Ambrose und unter anderem auch Juan Pablo Montoya kamen allerdings recht früh zu ihrem ersten Pitstop, da hier zum Teil auch noch die Rechnung bis zur Halbzeit gemacht wurde, denn der Regen gefährdete zunächst ebenfalls den Montagstermin. Als Montoya und Ambrose in Runde 17 die Box ansteuerten, konnten sie sich sicher sein, zumindest an der Wertungsgrenze (50% des Rennens) in Führung zu liegen, falls es denn erneut regnen würde. Die neuen Reifen waren nämlich schnell genug, um in kürzester Zeit das gesamte Feld umzukrempeln, während vorne Kyle Busch einsam seine Runden abspulte.

Pünktlich zum Ende des Fuel-Windows in Runde 28 rollte dann Greg Biffle ohne Sprit aus, was auch zeigte, dass der Benzinverbrauch sich am Montag nicht gerade als zuverlässig bekannt bezeichnen ließ. Einige Fahrer wie z.B. Jeff Gordon und Jimmie Johnson waren daher ebenfalls schon vor der Caution zum Tanken gekommen. Während die meisten Piloten nun ihre leeren Tanks nachfüllen konnten, kamen Allmendinger und Johnson nur für zwei neue Reifen an die Box und Ambrose sowie Montoya verzichteten sogar gänzlich auf ein Nachfassen, was ihre unterschiedliche Strategie noch einmal unterstrich und die beiden Fahrer wieder in Führung spülte.

Um Runde 40 herum war dann allerdings auch deren Tank leer, was zuerst Ambrose (R38) und danach auch Montoya (R42) zum Pitstop zwang und Kyle Busch direkt zur Halbzeit (R45) wieder an die Spitze des Feldes brachte, da auch Jeff Gordon langsam aber sicher mit alten Reifen zurückfiel. Jimmie Johnson kam übrigens in Runde 43 zum Nachfassen.

Gelbphase #2 war dann wenig später der Grund, warum Kurt Busch keine Rache mehr von AJ Allmendinger fürchten musste, auch wenn das die Situation für ihn nicht besser machte: Ein Reifenplatzer im leicht überhöhten Turn 5 direkt nach dem Inner Loop (Busstop-Schikane) katapultierte Buschs Penske frontal mit einer Menge Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Onboard-Kamera konnte man dann ganz gut entnehmen, wie das HANS-System seine Arbeit verrichtete, sodass Busch dem Wrack gottseidank unverletzt entsteigen konnte.

Dies sollte allerdings nicht der letzte Unfall des Tages dieser Art bleiben, denn nur gut 15 Runden später ereilte Denny Hamlin derselbe Defekt beim Anbremsen auf den abschüssigen Turn 1. Auch hier folgte ein sehr harter Einschlag, zum Glück jedoch ebenfalls ohne schlimme Folgen. Die Ursache für die Reifenschäden müssen wohl bei den sehr heißen Temperaturen der Bremsen auf Rundstrecken gesucht werden. Obwohl die Bremsen wirklich massiv durch eigene Lüfter und den Fahrtwind gekühlt werden, lässt sich ein Überhitzen bei Überbremsen der Fahrzeuge leider nie ganz vermeiden. Die Hitze setzt dann den Reifen derartig zu, dass sie einfach irgendwann nachgeben. Schlimmer hätte es nur kommen können, wenn einem Fahrer womöglich gar eine ganze Bremsscheibe geplatzt wäre.

Zwischen diesen beiden Gelbphasen kamen dann die unterschiedlichen Strategien sehr schön zum Tragen, als zunächst Brad Keselowski die Führung auf der Rennstrecke von Kyle Busch übernahm, nur um kurze Zeit später den vorletzten Boxenstopp absolvieren zu müssen. Das brachte nun natürlich wieder Ambrose und Montoya in Führung, die bei normalem Rennverlauf nur noch einen finalen Pitstop vor sich haben würden. Diesen legten sie übrigens zwei Umläufe vor Hamlins Umfall in Runde 64 ein, wobei ihnen die anschließende Caution sogar wertvolle Spritspar-Runden für eine später auch eingetretene Green-White-Checkered-Verlängerung einbrachte.

Der Rest des Feldes absolvierte den letzten Boxenstopp während dieser Caution und damit waren dann auch wieder alle Fahrzeuge annähernd in derselben Sequenz unterwegs. Für Ambrose und Montoya kam die Gelbphase leider zwei Runden zu spät, denn sie verloren wertvolle Zeit an der Boxengasse, während die Konkurrenz unter Renntempo an ihnen vorbeidonnerte. Kyle Busch konnte dagegen unter Gelb ganz gemütlich zum Nachfassen erscheinen und die Führung verteidigen. Die Ausgangssituation für das Finale über 21 Runden war damit geschaffen:

Kyle Busch führte das Feld vor Brad Keselowski, Martin Truex Jr und Marcos Ambrose zum Restart, Juan Pablo Montoya war in diesem Moment meiner Erinnerung nach Fünfter. Das Problem von Ambrose und Montoya war nun, dass sie ihre Track-Position bis zum Führenden Busch auf der Strecke gutmachen mussten. Dem Australier gelang das wirklich vortrefflich, denn er war sechs Runden später bereits Zweiter hinter Busch, während Montoya eher zurückfiel und seinen fünften Rang zehn Umläufe nach dem Restart bereits an einen heranstürmenden Jimmie Johnson abgeben musste.

Zehn Runden vor Schluss begann dann die vermeintlich entscheidende Rennsituation, als Marcos Ambrose damit begann, sich Kyle Busch zurechtzulegen. Sechs Umläufe lang gelang es Ambrose allerdings nicht, die Führung zu übernehmen, auch wenn er Busch in den einen oder anderen Fehler zwingen konnte. Dann gab plötzlich auch bei Paul Menard ein Reifen nach, was einen Einschlag inkl. Ölfeuer unter der #27 ausgangs von Turn 5 zum Ergebnis hatte. Natürlich rief NASCAR die vierte Caution aus, weil die Strecke eingehend gesäubert werden musste. Diese längere Maßnahme führte dann dazu, dass der finale Restart direkt als erste Green-White-Checkered-Verlängerung ausgerufen wurde.

Diese begann Kyle Busch auf der Innenseite gegen Marcos Ambrose in Reihe 1, gefolgt von Brad Keselowski und Martin Truex Jr. Innerhalb von einer halben Runde war das Rennen dann entschieden und obwohl Ambrose zunächst mit durchdrehenden Reifen nicht von der Stelle kam, verließ er trotzdem den Inner Loop als neuer Führender. Das passierte, weil zunächst Kyle Busch zu schnell in die Kurve fuhr und innen vom lachenden Dritten Brad Keselowski überholt wurde. Alle drei Piloten waren dann three-wide unterwegs, wobei Busch außen auf dem Gras den Kürzeren zog. Für den neuen Führenden Keselowski war dann vor der Busstop-Schikane Schluss, als Marcos Ambrose auf der Bremse die Position an der Spitze eroberte.

Im Normalfall hätte der Australier jetzt noch mehr als eine Runde zittern müssen, doch nachdem die weiße Flagge draußen war, gab es im Mittelfeld einen massiven Unfall in den Esses (Turns 2, 3 und 4) unter Beteiligung von Boris Said, David Ragan und David Reutimann. Außerdem rodelte Tony Stewart im Inner Loop durchs Gras und räumte dabei noch Clint Bowyer ab. NASCAR machte das einzig Richtige und brach das Rennen mit Marcos Ambrose als verdientem Sieger direkt ab, um den schlimmen Crash am Anfang der Strecke auflösen zu können.

Said hatte auf der Außenseite keinen Platz mehr, ohne selber auf das Gras zu gehen. Daher drehte er in einem typischen Rennunfall stattdessen David Ragan mit der linken Frontpartie zuerst in die Leitplanke. Dabei verletzte sich Ragan nach eigener Aussage leicht am Fuß, da ihm die Fußstütze bzw. -ablage entgegen kam und auch die Pedale einen gehörigen Satz nach rechts machten. Anschließend schoss der Ford mit der #6 quer über die Strecke und traf blöderweise direkt David Reutimann, der dann mit der Fahrerseite zuerst direkt in die gegenüberliegende Leitplanke krachte und sich danach über die Fahrbahn zurück mehrfach überschlug. Kein schöner Anblick und der Unfall ging zum Glück sehr sehr glimpflich aus.

Später forderten beteiligte Fahrer auch an dieser Stelle die Errichtung einer SAFER-Barrier, nachdem zuletzt schon in Turn 10 und 11 eine solche installiert worden war. Grundsätzlich ist diese Forderung zu begrüßen und zu unterstützen, doch leider wird auch hier wieder klar, dass die – für ein solches Upgrade relevanten – Streckenteile vielmals erst nach einem schweren Unfall offenbar werden. Im Grunde genommen könnten viele Rundkurse und Ovale noch weitere Sicherheitsüberholungen vertragen, doch wer investiert schon gerne die Millionen an Umbaukosten.

Der ganz große Spaß brach dann nach dem Rennen los, als ESPN plötzlich hektisch in den Garagenbereich schaltete, wo sich Boris Said mit Greg Biffle ziemlich in der Wolle hatte. Offenbar ging es wohl um eine mir unbekannte Szene während des Rennens, als der Ford-Pilot laut Said trotz Rundenrückstand sehr unfair gefahren sein soll. Dabei wurden beide Piloten auch massiv handgreiflich und ein sehr aufgebrachter Boris Said kündigte an, Greg Biffle unter der Woche mal einen Besuch abzustatten. Die Szene möchte ich hier noch einmal in Bild und Wort wiedergeben, sicherlich schon sehr kurios die Nummer:

“He’s the most unprofessional little scaredy cat I’ve ever seen in my life,” Said fumed. “He wouldn’t even fight me like a man after. So, if someone texts me his address, I’ll go see him Wednesday at his house and show him what he really needs. He needs a whipping, and I’m going to give it to him. He was flipping me off, giving me the finger. Totally unprofessional, two laps down — I mean he is a chump.”

“I went over there to go talk to him. He wouldn’t even let me get out of the car. He comes over and throws a few little baby punches, and then when I get out, he runs away and hides behind some big guys. But he won’t hide from me long. I’ll find him. I won’t settle it out on the track. It’s not right to wreck cars, but he’ll show up at a race with a black eye one of these days. I’ll see him somewhere.”

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

July 20 2011

06:49

Newshappen-Sammlung für 20.07.

// In England gärt weiterhin der Abhör-Skandal um die News Corp. und Rupert Murdoch vor sich hin und es sieht auch nicht so aus, als würde die Sache schnell beruhigen. Die ganze Sache könnte gravierende Folgen für die lautstark angekündigte Kaufofferte des News Corp./Exmor Konsortium um die Mehrheitsanteile der Formel Eins haben. Man muss kein Prophet sein, nicht nur dass Sponsoren der Formel Eins die Sache gerade mit einer gewissen Skepsis betrachten. Viel schlimmer, zumindest aus Sicht von Murdoch, dürfte sein, dass die potentiellen Verkäufer die Sache auch nicht gerade erfreut. Die News Corp. ist eine einflussreiche Firma, aber gegen die Interessen der vielen, vielen Beteiligten in der Formel Eins (Hersteller, Sponsoren, arabische Teilhaber) wird man nicht argumentieren können. Das Kartenhaus scheint da gerade zumindest teilweise zusammen gebrochen zu sein, zu mal auch noch überhaupt nicht absehbar ist, welche finanziellen Konsequenzen der Skandal für die News Corp. haben wird. Bernie Eccelstone wird vermutlich wieder etwas ruhiger schlafen. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Joe Saward.

// Bei HRT ist mal wieder Bewegung im Faherkader. Nach dem Red Bull das Nachwuchstalent Daniel Ricciardo im Team gegen Bares platziert hat, gibt es nun Gerüchte, dass der neue Mehrheitsbesitzer des Team, Thesan Capital, Liuzzi aus dem Team haben möchte. Thesan ist eine Investmentgruppe, die auf dem spanischen Markt unterwegs ist, ergo möchte man gerne auch einen spanischen Fahrer ins Cockpit setzen. Da Jamie Alguersuari bei Toro Rosso ist, hat man nicht mehr so die große Auswahl. Jüngstes Gerücht ist, dass man den WTCC-Piloten Javier Villa gerne im Team hätte. Das ist etwas überraschend, ist Villa in den letzten Jahren zwar als talentierter Tourenwagen-Mann, aber nicht als Monoposto-Pilot aufgefallen. Sein letzter Einsatz in einem Auto ohne Dach war Ende 2009 in der GP2 Asia, seine Karriere in der GP2 zwischen 2007 und 2009 war jetzt auch nicht zwingend von so vielen Erfolgen gekrönt, dass er sich für ein F1-Cockpit aufzwingen würde.

// Ferrari-Chef Luca di Monetezemolo hat klar gestellt, dass Felippe Massa auch 2012 für die Italiener fahren wird. Interessant ist daran der Zeitpunkt. In den letzten Wochen hat es immer wieder Gerüchte gegeben, dass Mark Webber hier und da in Maranello gesichtet wurde, aber das Gerücht kann man damit wohl ad acta legen (Quelle: Ferrari PR)

// Es gibt Gerüchte, dass die FIA versucht Cosworth in der Formel Eins zu halten. Die kleine Firma steht nach dem Verlust von Williams ab 2012 nur noch mit HRT und Virgin als Kunden da und das wird nicht reichen, um für 2014 einen komplett neuen Motor entwickeln zu können. Man Know-How wird es nicht scheitern, eher an den Investitionskosten. Die FIA hätte aber gerne wenigstens einen unabhängigen Hersteller in der Serie, sollte ein Hersteller mal abspringen.

// Paul Truswell hat sich ein paar Gedanken zur neuen FIA Endurance WM gemacht und meint: “Provided that things get nailed down before the end of October, then there is every prospect of a successful championship. It may sound a little harsh, but the ALMS and the LMS have no intrinsic right to exist.” Lesenswert!

// Juan Pablo Montoya bekommt mal wieder einen neuen Crewchief. Statt Brian Pettie übernimmt ab sofort Jim Pohlmann den Laden. Der ist ein altes “Earnhardt Ganassi” Gewächs und war auch schon mal Car Chief. Pettie hatte sich in den letzten Rennen durch einige unglückliche Calls ziemlich schlecht in Szene gesetzt.

// Greg Erwin, bei Greg Biffle und Rousch entlassener Crew Chief, hat schon eine neue Heimat gefunden. Er wird versuchen AJ Allmendinger weiter nach vorne zu bringen. Die Erfahrung, die Erwin mitbringt, kann das kleine Team von Richard Petty sicher gut gebrauchen. Immerhin liegt Allmendinger auf P16 und hat noch kleine Chancen auf den Chase.

// J.J. Yeley hat bei Front Row Motorsport angedockt und wird dort die restliche Saison 2011 fahren. Dabei ersetzt keinen Fahrer, sondern springt nur für die bei den Trucks fahrenden Kvapil und Bodine ein.

// Kehrt die IndyCar Series nach Europa zurück? CEO Randy Bernard hat kürzlich in einem Interview mit dem Indianapolis Business Journal erwähnt, dass er sich gut vorstellen kann, etwa wieder in Deutschland zu fahren – und angedeutet, dass womöglich auch ein deutscher Hersteller an einem Einsteig in die amerikanische Open Wheel Serie interessiert sein könnte. Dabei handelt es sich freilich in jedem Fall noch um Zukunftsmusik, Bernard stellt einen Zeithorizont etwa im Jahr 2016 in Aussicht. Schon im kommenden Jahr könnte allerdings ein neuer Lauf in Houston dazukommen – auf der Strecke, die auch die Champ Cars jahrelang befahren haben. Außerdem wird derzeit wohl auch über Auftritte in Mexiko und ein zweites Brasilien-Rennen verhandelt. (Vorsicht)

// Langsam aber sicher gibt es auch immer mehr aAutosport</a> berichtete gegen Ende der letzten Woche, man habe Informationen, dass <strong>Jaguar</strong> den werksseitigen <strong>Einstieg in die LMP1</strong> plane – die in Besitz der englischen Traditions-Sportwagenschmiede befindliche Tata Group aus Indien evaluiere dies, aber eigentlich sei, den Quellen des Magazins zufolge, die Entscheidung bereits gefallen. Die französischen Kollegen von a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Endurance-info.com kontaktierten daraufhin Tata Motors über den offiziellen Kanal. Die Antwort der Jaguar Kommunikationsabteilung: einen solchen Entschluss gebe es noch nicht, man beobachte die Entwicklungen und konzentriere sich bis auf weiteres auf das GTE-Programm in den USA. Jaguar dementiert also erstmal einen eventuell geplanten Angriff auf die Le Mans-Krone. Doch das heißt ja nicht, dass es wirklich nicht dazu kommt. Es bleibt also nur: abwarten! (Stefan) 

// Lotus dagegen wird sein Le Mans-Programm wie geplant aneuen Mission</a> verschrieben: <strong>gemeinsam mit Lola entwickelt man einen Elektro-Rennwagen</strong> unter dem Kürzel 12/69EV – die 12 steht für das Modelljahr, bei den hinteren zwei Ziffern steht Nummern in den 60ern bisher üblicherweise für Le Mans-Coupés. Von einer Rückkehr nach Le Mans ist jedoch bisher nicht die Rede, stattdessen möchte Drayson in der von der FIA angekündigten Elektro-Meisterschaft teilnehmen, deren Gründung Jean Todt mit der EU vereinbart hat. Was für ein Fahrzeug nun genau das Ergebnis sein wird, wurde bisher noch offen gelassen – es soll jedoch noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit bei Testfahrten vorgestellt werden. Drayson versucht also damit an die letzten Jahre anzuknüpfen: neue Technologien forcieren und sie vor allem öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Denn das erste Projekt eines Elektro-Rennautos ist dieses nicht; aber es könnte das prominenteste werden. Der Start des neuen “a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">EV Cup“, dem sich Drayson Racing für die Zwischenzeit verschrieben hat, wurde übrigens auf den Winter und in die USA verlegt, erst 2012 könnte es Events in Europa geben. Draysons langjähriger Co-Pilot, der junge Jonny Cocker, arbeitet derweil daran, ein Cockpit für die letzten Rennen der ILMC-Saison zu bekommen. (Stefan) 

//Zak Brown, Teamchef und Fahrer des US-Sportagen-Teams United Autosports, a

July 13 2011

06:03

Newshappen-Sammlung für 13.07.

// Die Kollegen von “Inside Racing” haben ein schönes, aber auch durchaus schweres Quiz online, bei dem man Eintrittskarten für das Formel Eins Rennen am Nürburgring gewinnen kann. Ich hab mich mal durch die Fragen gescannt und müsste schon tief in meine Bibliothek abtauchen, um da alles zu beantworten. Aber es sind spannende Fragen und der Preis ist ja auch nicht schlecht. (Don)

// Noch mal zum elendigen Streit ums Mapping. Man hat sich am Wochenende darauf geeinigt, dass man mit den Mapping-Einstellungen fährt, die man das gesamte Jahr hatte. Allerdings ist es weiterhin verboten, das Mapping zwischen Quali und Rennen zu verändern. Angeblich hat Red Bull vor allem in der Quali ein sehr aggressives Mapping genutzt, was nun weg fällt. Wie die Sache dann 2012 geregelt wird, ist noch nicht raus, aber der “hot blown diffusor” sollte dann Geschichte sein. (Don)

// Noch mal Mapping: Die spanische Zeitung “Marca” hat berichtet, dass Vettel angeblich bisher mit einem experimentellen Mapping unterwegs war, dass nur er fahren durfte. Daher würde sich auch erklären, warum Webber in diesem Jahr hinter ihm lag und er erst in Silverstone schneller war. Ich halte das ehrlich gesagt für ein Märchen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man da eh schon extreme Mapping derartig weiter treiben kann, dass Vettel plötzlich 4 Zehntel schneller ist. Der Abstand von Webber liegt wohl eher an den Pirelli-Reifen. (Don)

// Seit Sonntag kursieren Gerüchte, dass Ron Dennis wieder die Führung von McLaren übernehmen könnte. PitPass hat diese Meldungen schon komplett auseinander genommen. Dennis taucht zwar wieder öfter an der Box auf, aber wird kaum seinen alten Posten übernehmen wollen. (Don)

// Mark Hughes von der BBC hat eine schöne Analyse, warum Ferrari plötzlich wieder da ist. (Don)

// Silly Season “Fakten”: Es gibt zwei Cockpits, an denen die Transfergerüchte hängen: Red Bull und Ferrari. Die Italiener könnten an Button interessiert sein, aber auch an Mark Webber, dessen Ansehen bei Red Bull gerade im freien Fall ist. Massa betont derweil, dass er einen Vertrag für 2012, was eigentlich ein sicheres Zeichen dafür ist, dass er sich auch nicht sicher ist. Hamilton hat einen Vertrag von McLaren vorliegen, aber nicht unterschrieben, während Red Bull eine Verpflichtung des Briten eine Absage erteilt. Eine weitere Figur, die man beobachten sollte, ist Kamui Kobayashi. Dass der Japaner Talent hat, ist ja mittlerweile einigen aufgefallen, auch wenn er gerne mal neben der Strecke unterwegs ist. Kamui hat noch keinen Vertrag für 2012 und das Gerücht geht rum, dass McLaren ihn gerne nehmen würde, sollten Hamilton oder Button gehen wollen. Auch bei Toro Rosso sind beide Fahrer noch ohne Vertrag, hier geht es dann wohl eher darum, wer von beiden für Ricciardo Platz machen muss, wenn der von HRT kommt und nicht direkt ins zweite Red Bull Cockpit gesetzt wird. Gesetzt für 2012 sind im Moment wohl: Barrichello und Maldonado bei Williams, Rosberg und Schumacher bei Mercedes, Alonso bei Ferrari, Vettel bei Red Bull und Perez bei Sauber. Bei allen anderen Fahrern steht noch ein dickes Fragezeichen. (Don)

// Greg Biffle hat ab sofort einen neuen Crew Chief. Greg Erwin ist raus, Matt Puccia übernimmt. Puccia ist seit 2004 bei Roush und kommt aus dem R&D Department. Bei Biffle läuft es dieses Jahr nur sehr zäh. Der sonst sichere Chase-Kandidat liegt nur auf Platz 14 in der Meisterschaft. Eigentlich ist für einen Crew Chief Wechsel schon etwas spät, da ja nur noch wenige Rennen bis zum Chase ausstehen. (Don)

// Penske Racing – das Entwicklungs- und (fast) exklusive Einsatzteam für den LMP2-Porsche RS Spyder zwischen 2005 und 2008 – a

June 21 2011

06:16

NASCAR: Analyse Michigan 2011

Ein echter “Burner” war das Rennen in Michigan ja nicht gerade, was Denny Hamlin aber am Ende vermutlich am allerwenigsten störte.

Es ist immer so eine Sache mit den ultrabreiten 1.5 Meilen Ovalen. In Las Vegas sind die Rennen durchaus brauchbar, in Michigan eher nicht. Und dabei sind beide Ovale fast baugleich, lediglich 2 Grad Banking gibt es in Las Vegas, was ja nun nicht den großen Unterschied machen sollte. Michigan steht meist für Verbrauchsrennen mit wenig Gelbphasen, was dann, ähnlich wie in Pocono dann immerhin den Vorteil hat, dass die Rennen auch schneller vorbei sind. In der Riesenschüssel von Michigan gab es leider auch wenig Abwechslung an der Spitze. Das Rennen teilten sich mehr oder weniger die Gibbs- und die Roushtruppe unter sich auf. Vor allem Roush ist rechtzeitig zum Sommer in guter Form und bringt seine Fahrer wieder in aussichtsreiche Position. Edwards führt die Meisterschaft an, Kenseth lauert auf P6, nur Biffle ist noch nicht im Chase. Größere Sorgenfalten gibt es derweil im Hendrick Lager.

Doch zunächst zum Rennen, dass wie erwähnt eher im Bereich “Muss man nicht sehen” angesiedelt ist. Pole-Sitter Kurt Busch führte das Feld zwar nach der ersten Runde an, aber nach 12 Runden war dann schon der erste Roush-Fahrer in Form von Greg Biffle an der Reihe. Bis zur Halbzeit tat sich vorne kaum etwas, sei denn Biffle und Carl Edwards lösten sich an der Spitze an. Auch Matt Kenseth war vorne zu finden hielt sich aber zurück und ließ Edwards und Biffle gewähren. Die Duelle um die Spitze waren nett, aber eben auch etwas fad. Etwas mehr Pfeffer kam in die Sache, als Kyle Busch seinen Toyota nach vorne schieben konnte. Die Gibbs Motoren waren offenbar die einzigen, die mithalten konnten, denn auch Denny Hamlin hielt sich relativ weit vorne. Nur Joey Logano kam mal wieder nicht vom Fleck.

Bis Runde 158 tat sich wenig, dann löste ein unglücklicher Crash zwischen Montoya und Andy Lally eine entscheidende Safety Car Phase ein. Montoya war mitten im letzten Turn der Sprit ausgegangen und er versuchte noch in die Boxeneinfahrt zu kommen, als Lally von hinten angerauscht kam und das Heck der #43 traf. Für den Kolumbianer war es ein Wochenende zum Vergessen. In der Quali lief es schon nicht und im Rennen ging nach vorne gar nichts. Montoya konnte zwar weiterfahren, endete aber auf P29, was seinen Chase-Ambitionen auch nicht gerade gut tut. Auch bei seinem Teamkollegen Jamie McMurray lief es nicht wirklich gut. Der blieb im gesamten Rennen auffällig und blieb im Mittelfeld stecken. Im Ziel landete er auf P19.

Die Gelbphase lag zu einem interessanten Zeitpunkt, mit noch ca. 40 Runden zu fahren. Das lag ganz knapp im Benzinfenster der meisten Teams, allerdings durfte dann auch kein GWC mehr kommen. Also verordneten die meisten Crew Chiefs ihren Fahrern eine Benzin-Diät. Vor allem Kenseth wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er rund zwei Runden “short” sei, was dieser mit leichten Ungefallen per Boxenfunk quittierte, weil er die Führung an Edwards abegeben musste. Der segelte dann auch davon und schien das Rennen als Sieger beenden zu könnne.

Doch dann hämmerte Junior seinen Wagen in die Mauer und in Runde 192 gab es wieder Gelb. Earnhardt war in Michigan eigentlich sehr gut unterwegs. Er hatte mal wieder einen Top 10 Wagen und lag teilweise auf P5. Doch eine verlorene Radmutter zwang ihn zu einem Extra-Stopp und er landete auf P19. Dort traf er dann unglücklicherweise auf Mark Martin, der Ausgangs Turn 2 massives Untersteuern hatte und Junior leicht in die Mauer zwang. Ein paar Runden später verabschiedete sich dann der rechte Vorderreifen von Junior, was den Abflug erzwang. Dennoch mal wieder ein gutes Rennen für Junior.

Die Pause nutzten alle Fahrer um an die Box zu gehen und nachdem die Stopps absolviert waren, lag plötzlich Denny Hamlin an der Spitze, dessen Team am schnellsten gearbeitet hatte. Seine “Pole” setzte er dann in eine Führung um, die er leicht ausbauen konnte, da sich Matt Kenseth und Carl Edwards zunächst nicht so richtig einig waren, wer denn nun hinter Hamlin her sollte. Kenseth entschied das Duelle für sich, hatte aber die entscheidenden Sekunden verloren und konnte Hamlin nicht mehr einholen.

Auf den Plätzen hinter Hamlin und Kenseth landeten Kyle Busch, der erstaunliche Paul Menard, Carl Edwards, Ryan Newman, Tony Stewart, Clint Bowyer, Mark Martin und Brian Vickers. Vor allem für das gebeutelte Red Bull Team mal wieder ein gutes Ergebnis.

Auch das Ergebnis von Mark Martin ist erfreulich, den man so weit vorne lange nicht mehr gesehen hat. Ansonsten lief das Wochenende für Hendrick zäh. Pocono-Sieger Jeff Gordon warf ein besseres Ergebnis beim letzten Stopp weg, als man statt zwei Reifen dann doch auch vier frische Goodyears setzte. Noch schlechter lief es für Jimmie Johnson, der sich schon nach neun Runden drehte und wegen eines Swaybar-Wechsels dann 2 Runden verlor. Die Sommerschwäche von Hendrick ist ebenso ungewöhnlich, wie die Tatsache, dass Dale Earnhardt im Moment noch am Besten in der Meisterschaft liegt. Der benötigt für einen guten Chase aber dringend einen (überfälligen) Sieg.

Nächste Woche geht es aber erst einmal auf die Rundstrecke und nach Infinion. Da dürften andere Namen vorne an der Spitze aufpoppen.

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June 03 2011

06:20

NASCAR: Vorschau Kansas Juni 2011

We are not in Kansas anymore? Yes, we are! Und zwar zum ersten von neuerdings zwei Malen, denn ab 2011 fährt der Sprint Cup auch auf dem Kansas Speedway zwei Saisonrennen pro Jahr. Nach dem Coca-Cola 600 folgt wieder ein „normales“ Rennen, was aber nicht heißen muss, dass es minder-spannend wird. Die Übertragung ist übrigens wieder zur gewohnten Uhrzeit.

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups sind dieses Mal die Trucks vor Ort, die Nationwide Series fährt ein Nachtrennen auf dem Chicagoland Speedway. Am Freitag gibt es nach dem Aufwachen von der Himmelfahrts-Tour direkt sechs Stunden NASCAR zum Ausnüchtern und der Samstag ist ebenfalls gut vollgepackt! :o)

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 03.06.
18:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV!

Samstag, 04.06.
16:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Truck Series Rennen (O’Reilly Auto Parts 250), SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (STP 300), ESPN

Sonntag, 05.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (STP 400), FOX

May 13 2011

06:18

NASCAR: Vorschau Dover Mai 2011

Am Wochenende fährt der Sprint Cup erstmals in diesem Jahr auf der Beton-Meile von Dover im US-Bundesstaat Delaware. Schaut man in die jüngere Vergangenheit, dann kommen eigentlich nur die Top3 der Meisterschaft für einen Sieg in Frage. Weil die Leistungsdichte 2011 aber äußerst hoch ist, muss man noch einige weitere Fahrer mit in die Rechnung einbeziehen.

Regan Smith bewies in der letzten Woche, was Trevor Bayne zum Jahresanfang in Daytona bereits angedeutet hatte: 2011 ist erstmals wieder ein Jahr, in dem so gut wie jeder Fahrer eine Chance auf den Sieg hat, zumindest wenn er sein Material von einem der Top-Teams bezieht. Solche Erfolge von Kundenteams hatten aber in der jüngeren Vergangenheit durchaus Seltenheitswert. An diesem Wochenende geht es auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups sind Nationwide Series und Trucks in Dover mit dabei, wobei die Trucks ihre beiden Practice Sessions schon am gestrigen Donnerstag absolviert haben. Im TV wurde allerdings nichts davon übertragen.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 13.05.
16:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:45 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 200), SPEED (TV um 02:30 Uhr!)

Samstag, 14.05.
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (5-Hour Energy 200), ESPN

Sonntag, 15.05.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (FedEx 400 benefiting Autism Speaks), FOX

April 19 2011

06:21

NASCAR: Analyse Talladega April 2011

Wie erwartet wurde die Restrictor-Plate-Schlacht von Talladega eine mordsmäßige Lotterie, welche eigentlich jeder der 43 Starter hätte gewinnen können. Dabei wurde es jedoch keinesfalls langweilig, zumal das wahnsinnige Finish den engsten Zieleinlauf in der Geschichte der elektronischen Zeitmessung egalisierte, den Jimmie Johnson knapp für sich entschied.

Kurzfristige Four-Wides hatte man auf dem Talladega Superspeedway ja schon des Öfteren gesehen, doch noch nie im Endspurt um den Sieg. Acht Wagen, von denen sechs innerhalb von einer Zehntelsekunde einliefen, prügelten sich ohne Crash und jederzeit fair um den Einzug in die Victory-Lane. Dass es dabei nicht gekracht hat, war eigentlich ein Wunder. Zusammenhängen könnte es mit der neuen Praxis der Two-Car-Trains, die sich nun auch auf dem anderen Restrictor-Plate-Oval endgültig durchgesetzt hat. Denn zwar fahren die Wagen nun insgesamt enger zusammen, aber eben immer nur paarweise, was die Lücke im Feld für querschießende Wagen deutlich größer macht. Der gefürchtete Big-One blieb am Ende aus, doch trotzdem mussten einige Piloten verfrüht den Heimweg antreten. Nicht so Jimmie Johnson, der in Talladega sein erstes Saisonrennen 2011 gewann.

Dabei entpuppte sich das Rennen am Sonntag wie erwartet als riesige Lotterie mit der Chance 1 zu 43, bei der auch einige Rekorde egalisiert wurden. Die 88 Führungswechsel vom letzten Jahr zum Beispiel, doch die interessanteste Bestmarke ergab sich erst auf den letzten Metern oder besser gesagt Zentimetern. Im Schlusssprint Richtung Ziellinie konnte Jimmie Johnson sich mit einem Vorsprung von 16,8 cm gegen Clint Bowyer durchsetzen, geht man von einer Geschwindigkeit um die 190 mph aus! Das entspricht also gut 0,002 s bzw. zwei Tausendstelsekunden und das gab es seit der Einführung der elektronischen Zeitmessung im Mai 1993 erst ein weiteres Mal: 2003 beharkten sich Kurt Busch und Ricky Craven in Darlington ähnlich und Craven holte sich damals den Sieg ebenfalls mit einer Margin-of-Victory von 0,002 s. Wahrlich beeindruckende Zahlen und optisch sah das Ganze ebenfalls so aus. Bei YouTube gibt es die letzten beiden Runden noch einmal zu sehen:

Bis dahin war viel passiert, eigentlich zu viel, um es komplett zusammenzufassen. Deswegen beschränke ich mich mal auf die eigentlichen Game-Changer und einige weitere Statistiken: In Talladega war es wie beim ersten Tag auf der neuen Schule, jeder durfte mal nach vorne und sich präsentieren. Insgesamt 26 der 43 teilnehmenden Piloten gelangen in den Genuss wenigstens einer Führungsrunde, was einer Quote von sagenhaften 60% entspricht. Lässt man Joe Nemechek, Steve Park und Kevin Conway außen vor, die nur Start-&-Park-Einsätze absolvierten, dann liegt der Anteil sogar bei 65%! Die meisten Umläufe an der Spitze konnte sich Clint Bowyer (38) vor Dave Blaney (21), Kurt Busch (19), Jimmie Johnson (14) und Dale Earnhardt Jr (11) sichern. Alle weiteren Fahrer konnten nur weniger als zehn Führungsrunden ansammeln.

In dieser Statistik zeigt sich ausnahmsweise auch mal die Stärkeverteilung des Rennens ganz gut. Überrascht hat dabei vor allem Dave Blaney, schaut man sich aber die Herkunft seines Materials bei Tommy Baldwin Racing an, so ändert sich die Sachlage schnell – TBR ist ein Kundenteam von Richard Childress Racing, die auch am Sonntag wieder zeigten, dass der Sieg nur über Clint Bowyer und Kevin Harvick gehen würde. Harvick wiederum arbeitete bis kurz vor Schluss mit Blaney zusammen, entschied sich dann aber für seinen Teamkollegen, nachdem der eigentliche Partner von Bowyer – Jeff Burton – beim vorletzten Restart in Folge einer Konfusion im Feld verloren ging.

Dave Blaney bekam daraufhin zwar Unterstützung von Kurt Busch, was aber auch seinen Untergang bedeutete. Busch beförderte nämlich zunächst in der Mitte des Rennens seinen Penske-Kollegen Brad Keselowski in einen Dreher und drei Runden vor Schluss eben Dave Blaney. Schade ist das Ganze natürlich für die Underdogs von Tommy Baldwin Racing, welche im Kampf um die Top35 in der Owner-Wertung sicherlich noch ein paar gute Punkte gebrauchen könnten.

Insgesamt sechs Gelbphasen gab es übrigens in Talladega, wobei zwei durch Debris ausgelöst wurden. Das Rennen war dank der relativ gleichmäßig verteilten Gelbphasen stets in einem guten Fluss, vor allem in der ersten Hälfte ging es lange unter Grün zur Sache. Die größten Abflüge des Tages und damit die vier Unterbrechungen ereigneten sich folgendermaßen:

Caution #1 (Runde 28): Landon Cassill wurde bei einem Push umgedreht und räumte dabei auch Brian Vickers ab. Wenn ich es richtig gesehen habe, dann war ebenfalls Kurt Busch dafür verantwortlich, der somit drei Fahrer an einem Tag aus dem Rennen nahm. Bei den Two-Car-Trains in Talladega muss man sowas aber wohl als Rennunfall verbuchen, da schon ein geringer Anstoßwinkel ausreicht, um den Vordermann in einen Dreher zu schicken. Vickers war natürlich völlig unschuldig und wurde seitlich getroffen.

Dieses Szenario wiederholte sich mit anderen Beteiligten anschließend noch öfter, wobei die geringere Big-One-Gefahr bei den Tangos deutlich wurde, weil die Abstände der Gruppen einfach viel größer waren als sonst im riesigen Drafting-Feld. Wer allerdings bei einem Dreher keine Lücke erwischte, der räumte eben leider Vorder- oder Hintermann eines Two-Car-Drafts von der Seite ab. Das muss ein ziemlich unschönes Gefühl sein, da plötzlich und unerwartet einen ordentlichen Schlag abzubekommen.

Caution #2 (Runde 90): Die angesprochene Situation zwischen Kurt Busch und Brad Keselowski riss außerdem noch Kasey Kahne, Trevor Bayne und David Ragan mit ins Verderben. Vor allem Kahne wurde schwer getroffen und musste seinem brennenden Auto noch auf dem Weg in die Boxengasse entsteigen. Zwischenzeitlich war ich etwas besorgt, als die Flammen recht hoch schlugen und den Wagen in wirklich schwarzen Rauch einhüllten, dem Kahne doch arg spät entsprang. Später stellte sich noch heraus, dass gleichzeitig mit dem Dreher der Motor von David Ragan den Geist aufgab, was für zusätzliche Verwirrung unter den Piloten sorgte.

Caution #4 (Runde 140): Joey Logano drehte Kyle Busch um, der Matt Kenseth aus seinem Tandem riss. Außerdem bekam auch AJ Allmendinger etwas ab.

Caution #6 (Runde 174): Ryan Newman dreht sich auf der Gegengerade und verpasst dabei knapp die SAFER-Barrier an der Grenze zum Infield. Das war übrigens der zweite unglaubliche Save von Newman innerhalb von drei Runden. Beim ersten Vorfall stieß Ryan Newman noch mit Juan Pablo Montoya zusammen, der sein Rennen danach abhaken konnte. Wenige Runden später zerriss ihm dann ein platzender Reifen als Folgeschaden den kompletten vorderen rechten Kotflügel. Bis dahin war er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jamie McMurray doch recht gut unterwegs. Nach langem Aufenthalt am Ende des Feldes kämpften sich die beiden Earnhardt-Ganassi-Fahrer im Finale zur Front durch.

Ich denke, dass ich zum Finish jetzt nicht allzu viel erzählen muss, im Video oben kann man es ja doch recht gut nachvollziehen. Außerdem gibt es aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

Am nächsten Wochenende läutet der Sprint Cup bereits früh das zweite von nur drei Off-Weekends ein und macht eine kurze Osterpause, doch NASCAR-Racing wird es trotzdem geben: Nationwide Series und Trucks treffen sich in Nashville, um zwei von Sam Bass designte Gibson-Les-Paul-Gitarren abzustauben. Während die Trucks bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag um 2 Uhr fahren, geht die zweite Liga am Samstagabend zur besten Sendezeit um 21 Uhr auf die Strecke. Ich wünschen allen Lesern und Kollegen daher schon jetzt frohe Ostern und verweise auf die Vorschau zu Richmond in der nächsten Woche!

2011TalladegaApr_NSCS_Race_Bobby_Allison_and_Brad_Keselowski 226908 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jeff_Gordon_Jimmie_Johnson_Green_Flag 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Hendrick_Motorsports_starts_and_leads_Talladega 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Clint_Bowyer_and_Michael_Waltrip 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Brian_Vickers_Spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_and_Dale_Earnhardt_Jr_Pit 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Kyle_Busch_spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Mark_Martin_and_Jeff_Gordon_drafting 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_final_lap_pass 226882 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Four_wide_finish_Jimmie_Johnson_wins 226857 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_victory_lane

April 12 2011

06:19

NASCAR: Analyse Texas April 2011

Wieder einer aus der Kategorie „Das war ja wohl nichts!“… Wer in der Hoffnung auf Action unter dem Scheinwerferlicht lange wach geblieben ist, der wird am Ende wohl seinen Schlaf zurückverlangt haben. Einzig Roush-Fenway Racing dürfte nach diesem Rennen zum Feiern zumute gewesen sein, denn Matt Kenseth beendete in Texas eine lange sieglose Serie.

Ganze fünf Gelbphasen unterbrachen die 334 Runden auf dem Texas Motor Speedway in der Nacht von Samstag auf Sonntag vereinzelt und sorgten dafür, dass sich das Feld nicht noch weiter auseinanderzog. Am Ende befanden sich nur noch zwölf Autos in der Führungsrunde und Matt Kenseth gewann das Rennen, welches er etwa zur Hälfte an vorderster Front verbrachte. Das einzig Schöne ist ja, dass ich mit meinem Dark-Horse-Tipp vor dem Wochenende gar nicht so falsch lag. Zu gut sah die Texas-Statistik von Kenseth aus, um ihn letztendlich zu ignorieren.

Ganz allgemein gesehen machte die gesamte Ford-Truppe von Roush-Fenway Racing gewaltig auf sich aufmerksam. Nach Bestzeiten von David Ragan und Carl Edwards in den Freien Trainings und der Qualifikation wusste die Konkurrenz, was die Stunde für das Hauptrennen geschlagen hatte: Alle vier Piloten brachte man schlussendlich in die Top7, während viele andere Teams so ihre liebe Mühe hatten. Insgesamt kann man Texas durch die langen Grünphasen wohl als Strategie-Rennen bezeichnen, indem gegen Ende auch der Benzinverbrauch eine Rolle spielen sollte. Das fing aber auch schon recht früh an:

Nach einer zeitigen Caution in Runde 10 spielten die beiden Piloten von Penske Racing als erste mit der Strategie und setzten sich mit nur zwei neuen Reifen (Brad Keselowski) bzw. gänzlich ohne Boxenstopp (Kurt Busch) an die Spitze des Feldes. Erstaunlicherweise konnten sich die beiden Fahrer auch bis Umlauf 45 in Vorausfahrt halten, doch dann war auch schon Matt Kenseth zur Stelle, um mit neuerem Material die Führung zu übernehmen. Gleich danach kam es zu Gelbphase #2, was Zeit und Raum für weitere Boxenstopps öffnete. Den Restart führte Kenseth ebenfalls an, wurde jedoch sofort vom Teamkollegen Greg Biffle geschnappt. Dessen Reise in die Nacht war allerdings nach wenigen Runden beendet, als Kenseth erneut die Führung übernahm und seinerseits einen einsamen Ritt anstrebte.

Während der nun folgenden längsten Grünphase in Texas seit fünf Jahren (bis zu diesem Zeitpunkt) sammelte Matt Kenseth in etwas mehr als 60 Runden auch über die Green-Flag-Pitstops hinweg ein Führungspolster von vier Sekunden an, bevor Ken Schrader die dritte Caution auslöste. Während der Boxenstopps, zu denen so ziemlich alle Piloten trotz gerade mal zehn Runden auf den neuen Reifen antraten, packte das Penske Doppelpack wieder einen Strategiezug mit nur zwei Gummis aus. Dieses Mal ging das Wagnis allerdings nicht auf, weil mit 90 Runden unter Grün der nächste Rekord geknackt wurde und man natürlich mit halbem Grip keinen ganzen Fuel-Run an der Spitze des Feldes verbleiben konnte! Also wieder Führung Kenseth…

Nach der zweiten Serie von Boxenstopps unter grüner Flagge hatte die NASCAR dann Erbarmen und warf die gelbe als Trümmerteil auf die Strecke hinterher; im übertragenden Sinne natürlich, schließlich konnte ich kein Debris erkennen. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich zu diesem Zeitpunkt vor lauter Langeweile und Müdigkeit schon zwei Mal fast mit dem Kopf auf der Laptop-Tastatur aufgeschlagen bin. Direkt nach dem Restart – wieder unter Kenseths Führung, jedoch nur bis in Turn 3, wo Clint Bowyer übernahm – krachte es dann richtig: In Folge eines Rückstaus musste Martin Truex Jr vom Gas gehen und wurde daraufhin von Kevin Harvick umgedreht. Dabei räumte er zunächst Mark Martin (der wirklich völlig unvorbereitet mitten in der Rauchwolke hart getroffen wurde) und dann auch noch Regan Smith ab.

Für alle drei Piloten, die das Rennen daraufhin beenden mussten, war dies sicherlich ein herber Rückschlag. Mark Martin und Truex hätten dringend ein Top10-Resultat gebraucht, um nicht zu viele Positionen auf die Chase-Ränge zu verlieren, während Smith seiner erneut guten Qualifying-Leistung sicherlich gerne ein solches Ergebnis hinzugefügt hätte.

Doch wie erwähnt war nun Clint Bowyer am Zug, der unter nächtlichen Bedingungen als einziger direkter Konkurrent zu Kenseth auf den Plan trat. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Schlussphase des Rennens, welche über die letzten ca. 120 Runden gehen sollte: Einige Fahrer hatten direkt nach den letzten Green-Flag-Pitstops noch einmal die Boxengasse angesteuert (in Gelbphase #4). In der berechtigten Hoffnung, dass das Rennen bis zum Ende unter Grün laufen würde, versuchten diese Piloten, diese letzten Runden mit nur einem weiteren Tankstopp zu absolvieren. Tony Stewart kam als einziger richtig nah dran und schaffte einen Run von gut 60 Umläufen, bevor er sich neu besohlt und betankt an die letzten Meilen machte. Seine Strategie mit Potenzial ging allerdings sofort in Rauch auf, weil Smoke zu schnell in der Boxengasse erwischt wurde. Er entschuldigte sich auch prompt bei seiner Mannschaft.

Dabei hatte Tony Stewart schon zu Anfang des Rennens zu kämpfen, als er sich in Gelbphase #1 die Frontschürze bei einem Gerangel in der Boxengasse beschädigt hatte. Auf der Aerodynamik-Strecke Texas bekam das Team den Kotflügel aber wieder vernünftig hingebogen – Vorschlaghammer und Panzertape sei Dank! Insgesamt betrachtet kam es während der Nachtfahrt aber recht häufig zu solchen Feindberührungen, was unter anderem auch David Reutimann oder Joey Logano zu spüren bekamen. Logano hatte wieder Pech und kam nur auf Platz 24 ins Ziel, dabei waren einige Probleme dieses Mal sicherlich vermeidbar: Beim Boxenstopp während Caution #2 arbeiteten zu viele Mechaniker am Toyota mit der #20! Achso: Tony Stewart ging dann trotzdem noch in der letzten Runde der Sprit aus…

Zurück zum letzten langen Green-Flag-Run, der übrigens den letzten Rekord für eine durchgehende Grünphase in Texas setzte. Wie viele Jahre man auf so kontinuierliche Rennaction verzichten musste/durfte, ist mir allerdings nicht bekannt. An Spannung brachte diese Periode allerdings außer dem Stewart-Drama nichts hervor, denn um die letzten Boxenstopps unter grüner Flagge herum holte sich auch Matt Kenseth die Führung vom einzigen Konkurrenten Clint Bowyer zurück. Der Ritt in die Victory Lane war damit sicher und auch sonst passierte nichts mehr.

Dieses Wochenende inklusive dem Sieg von Matt Kenseth war natürlich gerade für Roush-Fenway Racing eine absolute Genugtuung. Nach einer sehr langen Durststrecke folgten zunächst die guten Resultate von Carl Edwards, bevor nun auch der Rest des Teams ordentlich Fahrtwind bekam. Sogar David Ragan konnte einen seiner wenigen lichten Momente anbringen und holte sich nicht nur die Pole-Position im Qualifying, sondern auch ein Top10-Resultat im Rennen. Diese Leistung zeigt vor allen Dingen eines, nämlich dass die Roush-Truppe wieder ganz vorne ankommen ist und in diesem Jahr beim Kampf um die Meisterschaft nicht unberücksichtigt bleiben darf!

Besonders hervorheben muss man aber neben dem fabelhaften Rennen von Kenseth die 334 Runden von Carl Edwards. Als ich folgenden Satz im Lap-by-Lap-Ticker las, war ich mir sicher, dass er nun wirklich keinen Spaß gehabt haben dürfte: „Lap 140 — Without getting too graphic, I’ll just say Carl Edwards’ stomach problems have become a more physical issue.“ Ich hoffe nur, dass er nicht in bester Tradition eines Johnny Herbert ins Auto gemacht hat…

Im Gegensatz dazu musste Hendrick Motorsports am Wochenende ordentlich Lehrgeld zahlen. Während Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zwar mit viel Mühe und Not noch völlig unauffällig die Top10 erreichten, ging Jeff Gordon jenseits der Top20 komplett unter. Mark Martin war ja in den etwas heftigeren Unfall des Tages verwickelt gewesen.

Überzeugt haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch Paul Menard und Marcos Ambrose, welche tolle Top6-Resultate holten. Hinter ihren Erwartungen blieben sicherlich wieder Jamie McMurray und nach zuletzt guten Leistungen auch Kevin Harvick und Kasey Kahne; alle am Ende der Top20 herum. Bei einigen schlechten und auch guten Resultaten muss ich aber noch auf den Umstand der wenigen gelben Flaggen hinweisen. Wer einmal aus der Führungsrunde verschwunden war, der hatte Mühe, sich wieder nach vorne durchzukämpfen. Zudem war auch an unterschiedlichen Strategien nicht viel möglich, um z.B. einen Wave-Around oder Lucky-Dog zu kassieren. Gleiches gilt für die Top12-Fahrer, welche so weit vorne natürlich seltener in Gefahr liefen, überrundet zu werden.

Alles in allem war Texas kein Klassiker und wusste auch nicht wirklich zu unterhalten. Aber man ist halt doch Fan, wenn man sowas tapfer bis fünf Uhr morgens erträgt. In der nächsten Woche geht es wieder auf einen Superspeedway, wenn in Talladega Restrictor-Plate-Action auf dem Programm steht. Gespannt bin ich vor allem, ob der Asphalt in Dega noch saftig genug ist, um auch dort die Two-Car-Trains zu ermöglichen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

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November 19 2010

07:36

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2010

In Homestead findet der bisher engste Chase der NASCAR-Geschichte sein Ende, wenn Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick unter sich den neuen Sprint-Cup-Champion ausmachen. Dabei stellt das Erfolgsteam Hendrick Motorsports auf dem Intermediate-Oval am Wochenende ausnahmsweise nicht den Favoriten für einen Rennsieg.

Seit 2002 findet das jährliche Championship-Weekend auf dem Homestead-Miami Speedway in Florida statt, gefahren wird auf dem 1,5-Meilen-Oval im Cup schon seit 1999. Ein Rückblick auf die bisher elf Ausgaben verspricht am Sonntag einen wahren Meisterschaftsknüller, denn bisher konnte kein Fahrer von Hendrick Motorsports in Homestead in die Victory-Lane fahren. Vielmehr ist die Strecke seit acht Jahren fast reines Ford-Territorium, wenn man die beiden Siege von Chevrolet (2003) und Toyota (2009) mal abzieht. Der Toyota-Erfolg im letzten Jahr gelang dabei ausgerechnet Denny Hamlin, der damit als einziger verbliebener Meisterschaftskandidat überhaupt schon in Homestead gewinnen konnte.

2010 setze ich dagegen wieder ganz auf den Hersteller Ford und vor allem auf Roush-Fenway Racing, immerhin haben die Top-Piloten Greg Biffle, Matt Kenseth und Carl Edwards zwischen 2004 und 2008 alle Homestead-Ausgaben für sich entscheiden können. Biffle gewann dabei sogar drei Rennen in Folge und bewies in diesem Jahr schon zwei Mal, dass das Team von Jack Roush wieder konkurrenzfähig ist. Edwards holte sich dazu einen Sieg in Phoenix und fährt damit optimal vorbereitet und mit viel Momentum zum Saisonfinale.

Dabei gibt es zwischen den Roush-Fahrern aber einige wenige Unterschiede: Während Carl Edwards in Homestead bisher eine Menge Konstanz gezeigt hat, die ihn in seinen sechs Teilnahmen fünf Mal in die Top8 und drei Mal in die Top5 gebracht haben, so lautete die Losung bei Greg Biffle und Matt Kenseth stets „Hop oder Top“. Das beste Resultat, welches Biffle außer seinen drei Siegen vorweisen kann, ist lediglich Platz 13, während Kenseth aus zehn Rennen sogar nur drei Top10s mitnehmen konnte. Diese Ergebnisse waren dann aber ähnlich wie bei Biffle wenigstens für die Top6 gut.

Auch wenn es so scheint, als wäre den Fords von Jack Roush der Rennsieg nicht zu nehmen, so müssen es die drei Meisterschaftsanwärter doch zumindest versuchen, denn gerade für Denny Hamlin und Jimmie Johnson gilt: Wer siegt, gewinnt den Titel. Möglich macht diese einfache Rechnung die geringe Führung von Hamlin in der Tabelle mit lediglich 15 Punkten vor Johnson. Allerdings sind dabei noch ein paar wenige Ausnahmen der Regel zu beachten, die ein Blick auf das Punktesystem der NASCAR offenbart:

185 Punkte gibt es für einen Sieg und 170 Zähler für den zweiten Platz, dazu kommen noch einmal jeweils 5 Bonuspunkte für eine Führungsrunde, sowie die meisten Führungsrunden in einem Rennen. Weil der Sieger zwangsläufig den letzten Umlauf in Front des Feldes gelegen haben muss, bekommt er also sicher 190 Punkte. Denny Hamlin hat 2010 bereits acht Erfolge auf dem Konto, während Jimmie Johnson nur deren sechs vorweisen kann. Weil bei Punktgleichheit wie allgemein üblich der Fahrer mit den meisten Saisonsiegen Meister wird, sollte Johnson bei einem Sieg verhindern, dass Hamlin eine einzige Runde führt oder einfach gleich selbst die meisten Umläufe in Führung liegen.

Etwas abgelegen hinter dem Favoriten-Duo befindet sich Kevin Harvick mit 46 Punkten Rückstand auf Hamlin, sowie 31 Zähler auf Johnson. Das bedeutet, sobald Harvick mit den meisten Führungsrunden gewinnt, darf Johnson nicht besser als auf Platz 4 ankommen und Hamlin sollte maximal Siebter werden. Führt Harvick nicht die meisten Umläufe an, muss zu den Platzierungen der Konkurrenz noch jeweils ein Rang addiert werden. Das gilt natürlich immer nur, falls Hamlin und Johnson keine einzige Runde anführen, denn dann verschieben sich die Szenarien logischerweise um weitere fünf Punkte. Alles klar soweit? Grundsätzlich gilt: Alles ist möglich, denn die bisher beste Homestead-Statistik der drei Titelkandidaten kann durchschnittlich Kevin Harvick aufweisen!

Ein gemitteltes Ergebnis von 8,4 steht gegen die Platzierungen 10,6 und 12,7 von Hamlin und Johnson. Harvick fuhr in neun Teilnahmen nur zwei Mal nicht in die Top10, in den vergangenen beiden Jahren wurde er Zweiter und Dritter. Für Hamlin stehen ein Sieg im Vorjahresrennen, sowie zwei dritte Plätze 2006 und 2007 in den Büchern. Die anderen beiden Ergebnisse waren mit Rang 13 und 33 eher nicht eines Meisters würdig und wenn Hamlin am Wochenende so ein Ausfall unterläuft, kann er den Titel vergessen.

Johnson ist bekanntlich der konstanteste Chase-Fahrer unter den drei Kandidaten, denn er und sein Team sind in den letzten zehn Rennen einer Saison immer besonders fit und aufmerksam. In neun Homestead-Rennen konnte Johnson mit drei Ausnahmen immer in die Top9 fahren, landete dabei aber meist am oberen Ende der Skala; soll heißen, dass in den letzten fünf Jahren nur ein Top5-Resultat für den vierfachen Meister herausgesprungen ist. Erklären könnte man die Homestead-Schwäche von Jimmie Johnson mit dem Umstand, dass er die letzten vier Jahre stets nur auf Ankommen fahren musste, um seinen Vorsprung in einen Titel umzumünzen. 2010 führt nun stattdessen Hamlin die Wertung an und Johnson muss schon ein Ergebnis ähnlich 2003 (3.) oder 2004 (2.) bringen.

Zum Vergleich liste ich einmal die Playoff-Ergebnisse dieses Jahres von Hamlin, Johnson und Harvick auf:

Hamlin: 2/9/12/8/4 – 1/9/1/12
Johnson: 25/1/2/3/3 – 5/7/9/5
Harvick: 5/15/3/7/8 – 3/2/6/6

Dabei fällt ins Auge, dass alle Piloten ihren „Joker“ schon genutzt haben und mehr als ein Resultat jenseits der Top15 darf man sich für gewöhnlich nicht erlauben. Ebenfalls interessant ist die Stärkeverteilung über die Zeit gesehen, denn während Johnson eher zu Beginn des Chase erfolgreich war, konnten Hamlin und Harvick in der zweiten Hälfte zulegen. Vor allem Denny Hamlin ist in den vergangenen vier Rennen extrem stark unterwegs gewesen und hätte ohne sein Benzinpech in Phoenix durchaus auch schon drei Siege in den Playoffs einfahren können. Der neunte Platz war übrigens Talladega und dafür ist das recht ordentlich.

Außer den drei Chase-Piloten, die bei derart geringen Abständen eigentlich konsequent auf Sieg fahren müssen und der Roush-Fenway-Armada, gibt es noch zwei weitere Fahrer mit größeren Erfolgschancen am Wochenende: Zum einen wäre da Jeff Gordon, der in den bisher elf Ausgaben nur zwei Mal nicht in den Top10 ankam. Die letzten drei Homestead-Rennen beendete Gordon sogar in den Top6. Zum anderen muss man auf Kurt Busch achten, der die blaue #2 vor seinem teaminternen Abschied noch einmal in die Victory-Lane entführen könnte. Seit 2002 brachte er in stetigem Wechsel immer einen Totalausfall und ein Top5-Resultat nacheinander. Wollen wir für ihn hoffen, dass der vierte Platz aus dem Vorjahr ihm kein Unglück bringt.

Für die Top10 habe ich noch Kyle Busch, Tony Stewart, Clint Bowyer, Jeff Burton, Mark Martin, Jamie McMurray, AJ Allmendinger, Kasey Kahne und Martin Truex Jr als potentielle Kandidaten auf der Liste stehen. Busch kam erst im letzten Jahr zu seinem ersten Homestead-Top10, während Stewart die ersten beiden Ausgaben auf dem Intermediate-Oval für sich entschied und danach in den letzten fünf Jahren nur ein Top10-Resultat folgen ließ. Die RCR-Fahrer sind immer für solche Ergebnisse gut und vor allem Bowyer bewies das in zwei der letzten drei Saisonrennen, sowie 2006 und 2008 in Homestead selbst. Burton wurde im letzten Jahr Zweiter, konnte in dieser Saison zuletzt aber nicht mehr so überzeugen.

Außerhalb des Chase lauern Martin und McMurray auf eine letzte Chance, beide konnten in den letzten fünf Jahren mindestens einmal die Top10 erreichen. Dasselbe gilt für Kahne, der sicherlich heiß auf sein erstes Top10-Ergebnis für Red Bull Racing sein dürfte. Konstant gut in Homestead waren bisher auch AJ Allmendinger und Martin Truex Jr: Allmendinger trat bisher zwei Mal auf den Plan und nahm dabei die Plätze 11 und 10 mit nach Hause, Truex kommt in fünf Ausgaben auf vier Top10-Resultate, wobei 2006 sogar ein zweiter Rang möglich war. Noch ein kleiner Ausblick auf Juan Pablo Montoya: In bisher fünf Homestead-Auftritten war maximal Platz 15 zu holen, die anderen Ergebnisse waren Rang 17 und zwei Ausfälle jenseits von Platz 30; einmal in seinem ersten Cup-Rennen überhaupt 2006 und noch dazu im vergangenen Jahr.

Die Meisterschaftsentscheidung beginnt am Sonntagabend zur besten Sendezeit um 19 Uhr und wird sicherlich für einige Dramatik und Spannung sorgen. Ebenfalls eng geht es noch beim Kampf um die Top35 zu, wobei aber ein Ausblick auf das nächste Jahr bereits für etwas Entspannung sorgt: 2011 tritt Richard Petty Motorsports wenn überhaupt nur mit zwei Wagen an und auch bei Penske Racing ist das Auto von Sam Hornish Jr nach dem Abgang von Mobil1 alles andere als sicher. Dazu kommt allerdings ein neuer Entry bei Richard Childress Racing für Paul Menard, der wahrscheinlich ohne feste Qualifikation in die Saison starten muss. Gewinnt Kevin Harvick die Meisterschaft, so könnte man die Owner-Points der #29 zur neuen #27 transferieren und Harvick mit dem Champions-Provisional antreten lassen.

Vielleicht rücken also die #38 von Front Row Motorsports, die #26 von Bill Jenkins/Latitude 43 und die #13 von Germain Racing noch nachträglich in die Top35 auf, wenn keines der ausscheidenden Teams ihre Punkte verkaufen sollte. Auch hier gibt es mehrere potentielle „Merger“, um an Owner-Punkte zu kommen. Das Ford-Team mit der #26 könnte beispielsweise bei RPM andocken oder der Whitney-Dodge mit der #46 die Punkte von Sam Hornishs #77 übernehmen. Die Off-Season wird sicherlich noch einiges an Bewegung bieten und es stellt sich die Frage, ob wir 2011 überhaupt ein volles Starterfeld erleben.

Nach den Statistiken zu Homestead, der Fahrerwertung und den Owner-Points folgen noch die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende. In den anderen beiden nationalen Serien ist die Spannung dagegen größtenteils raus, denn Brad Keselowski und Todd Bodine stehen schon als Meister in Nationwide und Trucks Series fest. Interessant könnte es nur noch bei der Team-Wertung werden, wo die beiden #18s von Kyle Busch bzw. Joe Gibbs Racing noch die Owner-Titel holen können. Ich wünsche allen viel Spaß am Wochenende! Damit melden sich die wöchentlichen Vorschauen zunächst bis zum Budweiser Shootout im Februar 2011 ab, vielen Dank fürs regelmäßige Lesen!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 19.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 20.11.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (TV um 21:00 Uhr)
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 21.11.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

November 09 2010

07:21

NASCAR: Analyse Texas November 2010

Bis zur Halbzeit schwappte das drittletzte Saisonrennen auf dem Texas Motor Speedway so dahin und drohte lediglich zu einem Rechenspiel der Top3 der Meisterschaft zu verkommen, während Greg Biffle an der Spitze einsam seine Runden drehte. Kyle Busch läutete dann mit einem Paukenschlag den Abend der überkochenden Emotionen ein.

Die erste Rennhälfte brachte mit Greg Biffle zunächst einen dominanten Fahrer hervor, der sich anschickte, im Alleingang das Rennen zu gewinnen. Ernsthafte Konkurrenz bekam er anfangs nur von Mark Martin und später durch Joey Logano, bevor ein defektes Getriebe 30 Runden vor Schluss schließlich seine Siegchancen pulverisierte. Biffle führte 224 der 334 Runden in Texas, bevor der zweite Gang bei einem Boxenstopp brach. Damit musste er während der folgenden, letzten beiden Restarts hilflos zusehen, wie die Meute an ihm vorbeizog. Glücklicherweise ließ sein Auto aber im vierten Gang keine Performance vermissen, sodass er immerhin einen fünften Platz retten konnte.

Zur Stelle war nach Biffle, Martin und Logano am Ende Denny Hamlin, der sich mit seinem Sieg sogar in der Fahrerwertung an Jimmie Johnson vorbeischieben konnte. Der Zweitplatzierte Matt Kenseth zog im Schlussspurt über drei Runden zwar noch kurzfristig an Hamlin vorbei, zerstörte sich seinen potentiellen Erfolg aber direkt darauf mit einem Mauerkontakt, der ihn die entscheidenden Meter kostete. Dieses durchaus spannende Finale, welches der plötzliche Chancentod von Biffle auslöste, war aber nicht die Hauptattraktion des Abends. Dafür sorgten andere Protagonisten, denen auf dem Texas Motor Speedway ordentlich die Nerven durchgingen. Kyle Busch und später Jeff Gordon sowie Jeff Burton nahmen die „Have at it, boys!“-Regelung der NASCAR wohl etwas zu wörtlich.

Kyle Busch löste zur Halbzeit mit einem Dreher die sechste von insgesamt neun Gelbphasen aus. Dabei konnte er sich zwar von der Mauer fernhalten, benötigte aber dringend neue Reifen, weil sich die alten natürlich fast komplett in Rauch aufgelöst hatten. Während seines Boxenstopps bog das Pace-Car bereits auf die Zielgerade des Intermediate-Ovals ein, was Crew und Fahrer in besondere Bedrängnis brachte. Der Videobeweis zeigte anschließend, dass Busch rechtzeitig die Boxengasse verlassen hatte, bevor ihn das Pace-Car überholen konnte, um keine Runde zu verlieren. Dabei drückte er wohl etwas zu heftig auf das Gaspedal der #18 und wurde von NASCAR beim Speeding erwischt. Die Offiziellen entschlossen sich dazu, Busch die eine Runde an der Box warten zu lassen, welche er sich zuvor quasi illegal zurückholte.

Dem als notorisch bekannten Nervenbündel brannten daraufhin die Sicherungen durch, was sich in einer unsportlichen Geste äußerte, die unglücklicherweise auch noch Live über den Äther ging: Kyle Busch hatte allen Ernstes die Nerven, dem NASCAR-Offiziellen einen (und meiner Meinung nach während dem Schnitt der Regie auch noch einen zweiten) Stinkefinger zu zeigen. Völlig zu Recht bekam er dann zwei weitere Runden Rückstand aufgebrummt, eine für jeden Finger sozusagen. Die „nette“ Geste rechtfertigte Busch über Funk mit freedom of speech, einem in den USA und auch hierzulande hoch gehaltenen Gut, aber natürlich auch nur, solange man niemanden persönlich mit seinen Worten oder Taten beleidigt. Der Offizielle war an der gesamten Aktion vollkommen unschuldig, ist er doch nur damit beauftragt gewesen, den Busch-Toyota eine Runde an der Box aufzuhalten.

Bereits einen Tag zuvor machte Kyle Busch nicht gerade positiv auf sich Aufmerksam, als er nach dem Nationwide-Rennen den letzten Restart von Carl Edwards als Frühstart betitelte und NASCARs Nichteingreifen rügte. Das klingt jetzt nicht sonderlich provokativ, doch auch hier ist es wieder der Ton, der die Musik macht: Busch entglitt in einem Radio-Interview zweimal das F-Wort und noch dazu einmal während der anschließenden Pressekonferenz. NASCAR ist bei sowas bekanntlich nicht zimperlich und so konnte Busch froh sein, dass seine Tirade zum einen nicht bei ESPN2 über den Sender ging und zum anderen, dass das Radio-Interview noch rechtzeitig zensiert wurde. Die Stinkefinger-Aktion im Cup-Rennen könnte allerdings eine weitere Bestrafung nach sich ziehen, welche in diesem Fall noch im Laufe des Tages bekanntgegeben würde.

J.D. Gibbs, der Sohn von „Coach“ Joe Gibbs und Owner der #11 von Denny Hamlin, äußerte sich bereits zu der Situation mit folgendem, sehr interessanten Zitat: „Ich denke, das ist ein Bereich im Allgemeinen und im Leben, dem er sich wird widmen müssen. Und ich denke, er weiß das und das ist nichts Neues. Wir müssen nur sicherstellen, dass dies eher früher als später passiert.“ Damit scheint Busch nun also endlich auch mal einen Warnschuss seines Arbeitgebers bekommen zu haben, der ihm sagt, dass es so nicht mehr lange weitergeht. So sehr wir die NASCAR für solche Aktionen lieben und sie deswegen auch als hemdsärmelig bezeichnen, so weniger ist sowas allerdings sportsman-like. Damit ist die Diskussion freigegeben, denke ich.

Weiter geht es direkt bei der Kontroverse #2: Nur eine Caution später drehte Jeff Burton seinen Namensvetter Jeff Gordon ausgangs von Turn 2 unter Gelb(!) in die Mauer. Gordons Sonntagnachmittags-Ausflug war sofort beendet, während Burton sich noch bis zum Ende der Gegengerade rettete, vorausahnend dem, was noch folgen sollte. Jeff Gordon verzichtete darauf, den für ihn bereitgestellten Krankenwagen in Anspruch zu nehmen und machte sich umgehend in Richtung Burton auf. Dieser sah den Stier, der dort auf ihn „zugerannt“ kam und scheute seinerseits nicht die Konfrontation. So bewegten sich die beiden Fahrer also aufeinander zu, begleitet von zwei übergewichtigen NASCAR-Offiziellen.

Unter lautem Gejohle des Publikums brachte Gordon sofort den ersten Schubser an, ohne dass er Burton ausreden ließ oder geschweige denn selbst etwas sagte. Ob nun auch die Fäuste flogen, konnte ich dem TV-Bild nicht entnehmen, ich vermutete Burton jedoch für einige Augenblicke im Schwitzkasten, bevor die etwas langsameren Offiziellen die beiden Streithähne schließlich trennen konnten. Pikanterweise setzten sich Gordon und Burton dann unter Begleitung des Streckenpersonals in denselben Krankenwagen. Dort entschuldigte Jeff Burton sich angeblich in einem wahren Redeschwall, während der Kollege überwiegend still geblieben sein soll.

Die Frage nach der Ursache der Kollision beantwortete Burton mit einem Kommunikationsproblem auf der Strecke. Nachdem man sich zuvor ausgangs eines Turns etwas näher kam, beantwortete Gordon die Aktion mit einer nicht überlieferten Geste. Burton veranlasste dies nach eigener Aussage dazu, die Caution dafür zu nutzen, „Gordons Ärger anzuerkennen“. Anstatt neben die #24 zu fahren und eine entsprechende Geste zu äußern, schob er Jeff Gordon jedoch direkt in die Mauer. Natürlich sei das alles nicht seine Absicht gewesen usw., doch da muss sich nun jeder seine eigene Meinung bilden. Ich für meinen Teil stimme Jeff Gordon zu und finde solch eine Aktion, gerade von einem erfahrenen und respektierten Fahrer wie Jeff Burton, ziemlich verdächtig, um es mal so zu sagen.

Nachzulesen sind die Aussagen beider Piloten in diesem Artikel auf NASCAR.com. Auch in diesem Fall könnte es zu einer nachträglichen Bestrafung der Fahrer kommen, aber natürlich nicht wegen der körperlichen Auseinandersetzung, denn solche Möglichkeiten gesteht man den Piloten seit Anfang des Jahres ja mehr oder weniger offiziell ein. Eher schon aufgrund des nachzuweisenden, absichtlichen „Wreckens“, welches ganz besonders während einer Gelbphase verunfallte Fahrer und vor allem das Hilfspersonal gefährdet. Auch wenn es in diesem frühen Moment der Gelbphase vielleicht harmloser wirkte, sollte NASCAR trotzdem eine entsprechende Klarheit schaffen und sei es mit einer Strafe.

Anschauen kann man sich die beiden Vorfälle, freundlicherweise in Eins zusammengeschnitten, in folgendem Video:


Die einzigen Anwesenden, welche von der Gordon-Burton-Konfrontation profitierten, waren ausgerechnet Jimmie Johnson und sein Crew-Chief Chad Knaus: Die Boxenmannschaft der #48 schlug sich in Texas nicht gerade bravourös und verlor bei fast jedem Stopp mindestens eine Sekunde auf die Konkurrenz. Das mag jetzt nicht nach viel klingen, doch unter Gelb bedeutet das möglicherweise schon eine Verbannung in die zweite Startreihe, wenn die Gegner eben schneller gearbeitet haben.

Dieser Teil der NASCAR ist gerade in der heutigen Zeit eine wahre Präzisionsangelegenheit geworden: Unter der Woche trainieren die Boxenmannschaften mit einem eigens angestellten Coach ihre Fähigkeiten. Dabei kommt außer dem wiederholten Einstudieren und Einüben der Abläufe auch noch Krafttraining zum Einsatz. Die Anforderungen sind bei den Top-Teams so hoch, dass überwiegend ehemalige Athleten aus anderen Sportarten zum Einsatz kommen. Der jackman ist meist ein wirklich kräftiger ehemaliger Footballer, der über genügend Kraft verfügt, das Auto mit 1-2 Mal „pumpen“ am fast handelsüblichen Wagenheber in die Höhe zu befördern. Die flinken tire changers sind meist vorherige Flügelläufer, ebenfalls aus dem professionellen Football-Sport.

Wenn da die Leistung des Teams nicht stimmt, dann wird eben wie beim Fußball gewechselt und genau dazu kam es am Sonntag bei Hendrick Motorsports. Nach dem Ausfall von Jeff Gordon war seine Boxencrew, die zuvor exzellente Arbeit geleistet hatte, akut unterbeschäftigt. Chad Knaus schaltete schnell und berief Gordons Mannschaft an das Auto mit der #48. Schnell sah man ungläubige Gesichter bei Johnsons Crew, welche schon wenige Runden zuvor eine Standpauke von Knaus erhalten hatte. Dafür war der Crew-Chief sogar eigenhändig von seinem Elfenbeinturm herabgestiegen, so schlecht standen also die Zeichen.

So ein Vorgehen festigt die Moral der Mannschaft nun wirklich nicht, zumindest nicht die der eigenen. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Boxencrews der #24 und der #48 gemeinsam trainieren. Generell sind die beiden Teams unter dem Dach von Hendrick Motorsports ja ziemlich eng verschmolzen. Konsequenterweise hat das Team gestern in einer Pressemitteilung angekündigt, dass der Tausch der Mannschaften bis zum Ende der Saison bestehen bleibt. Sicherlich eine richtige Antwort auf Chad Knaus‘ Kurzschlussreaktion vom Sonntag, denn die Moral der eigenen Truppe dürfte nun im Keller sein und damit unbrauchbar für den Titelkampf. Es sei noch erwähnt, dass die Crew der #24 am neuen Arbeitsplatz keinesfalls enttäuschte. Die nächsten drei Boxenstopps verliefen absolut fehlerfrei und ohne den Verlust von wertvollen Sekunden.

Nachfolgend noch die Ergebnisse ausgewählter Piloten mit guten Leistungen:
- Hinter Denny Hamlin und Matt Kenseth kamen die beiden starken Mark Martin und Joey Logano ins Ziel, welche jeweils mehr als 30 Runden in Führung lagen.
- Kevin Harvick überzeugte als Sechster wieder mit einem soliden Top10-Resultat vor seinem Teamkollegen Clint Bowyer.
- Die erwartete Stärke der Ford-Truppe unterstrichen außer dem verhinderten Sieger Greg Biffle (5.) auch noch David Ragan (8.) und Paul Menard (10.).
- Jimmie Johnson rettete in einem durchwachsenen Texas-Rennen nach dem Crew-Wechsel wenigstens noch Platz 9, verlor aber durch den Hamlin-Sieg die Führung in der Meisterschaft.
- Marcos Ambrose (12.) wurde bester MWR-Pilot, vor Kasey Kahne (13.), der sich selbst und Red Bull Racing mal wieder in Top10-Nähe brachte.
- Das große Roush-Talent Trevor Bayne (17.) kam in seinem ersten Cup-Rennen in die Top20. Sicherlich eine sehr gute Leistung des Neulings, der im nächsten Jahr bis zu sieben ausgewählte Cup-Einsätze bestreiten soll, um 2012 laut Reglement noch eine Chance auf den Rookie-Titel zu besitzen.

Die schlechteren Geschichten des Wochenendes folgen hier:
- Kurt Busch (24.) konnte wieder nicht überzeugen und verlor nach einem frühen Mauerkontakt das Handling seines Wagens. Eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse half der Sache auch nicht, wenigstens blieb er cooler als sein Bruder, auch wenn er sich später noch irgendwie eine Runde Rückstand einfing.
- Dale Earnhardt Jr (25.) versank nach zuletzt zwei guten Rennen wieder im Mittelfeld, der Lap-by-Lap-Ticker auf NASCAR.com erwähnte ihn nicht einmal.
- Juan Pablo Montoya (28.) hatte mit einem gebrochenen Splitter zu kämpfen, der ihm das Handling versaute.
- Martin Truex Jr (38.) hatte einen wahren Tag zum Vergessen, denn er löste nicht weniger als drei der insgesamt neun Gelbphasen aus. Einem Dreher ins Infield folgten ein Reifenplatzer, sowie das letztendliche Rennende nach einem Einschlag in die Mauer.

In der Meisterschaft ist die Situation nun ein wenig eindeutiger geworden, zumindest was das Ausscheiden einiger Chase-Teilnehmer angeht: Pro Rennen kann der Sieger maximal 195 Punkte holen, aber nur 161 Zähler auf die Konkurrenz gutmachen, denn der letzte Platz wird immerhin noch mit 34 Punkten belohnt. Die magischen Grenzen liegen zwei Rennen vor dem Ende also bei 390 bzw. 322 Zählern. Clint Bowyer, Kurt Busch und Jeff Burton haben damit also auch rechnerisch jegliche Chancen auf die Meisterschaft verloren. Gerade für Bowyer ist das ärgerlich, denn ohne die 150-Punkte-Strafe kürzlich läge er in der Chase-Tabelle auf Platz 4. Natürlich ist das bei dann noch 247 Punkten Rückstand auch nur Kosmetik, wäre aber um einiges hübscher anzusehen gewesen.

Die zweite Marke von 322 Zählern betrifft alle Fahrer ab Matt Kenseth auf Platz 5, womit diese Piloten keine Chance mehr auf den Titel besitzen, sobald die Top4 zu jedem der verbleibenden zwei Rennen antreten, was sie wohl auch tun werden. Carl Edwards Rückstand von 317 Punkten auf Rang 4 ist aber realistisch nicht mehr einzuholen. Die verbleibenden Meisterschafts-Kandidaten sind weiterhin Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick, die sich am Wochenende keine Punkte geschenkt haben. Durch den Sieg von Hamlin liegt dieser nun allerdings 33 Punkte vor Johnson, Harvick folgt mit 59 Zählern auf Hamlin. Alle drei Piloten fuhren in Texas in die Top10, was zeigt wie eng der Chase ist, wenn Hamlin trotzdem an Johnson vorbeiziehen kann. In diesem Jahr wird es für den Dauermeister nicht mehr ganz so einfach, auch wenn er mit Phoenix natürlich noch ein letztes Ass im Ärmel besitzt.

Eine Statistik in Grafikform wirft hinter dem schriftlichen Teil und vor den Meisterschaftstabellen einen ausführlichen Blick auf die Resultate der Chase-Fahrer auf den verbleibenden zwei Strecken von Phoenix und Homestead.

In der Owner-Wertung muss Robby Gordon zwar einen Rückschlag hinnehmen, weil ihm durch einen Motorschaden einige Punkte auf die #38 von Front Row Motorsports, sowie die #26 von Bill Jenkins entgingen, doch trotzdem rutschte er in den Top35 ein paar Positionen nach oben. Grund dafür sind die schlechten Leistungen der anderen beiden FRM-Teams, die entweder frühzeitig ausfielen oder nicht genug Sponsorengeld für ein volles Rennen hatte. Eigentlich komisch, weil Owner Bob Jenkins die Wagen aus eigener Tasche finanziert, um ein garantiertes Startrecht zum Daytona 500 zu retten. Wenn beide Autos nach nur 23 Runden im Abstand von zwei Umläufen mit „Überhitzung“ als Grund ausscheiden, riecht das aber nach einem start & park-Einsatz, wobei Dave Blaneys #37 deutliche Rauchzeichen von sich gab.

Auch Andy Lally überzeugte in der #71 von TRG Motorsports nicht sonderlich, was dem Team nun den Platz auf dem wackeligen Stuhl eingebracht hat. Insgesamt liegen Platz 32 bis 36 nur 112 Punkte auseinander, da könnte es in den verbleibenden beiden Rennen vielleicht doch nochmal spannend werden. Da sich die erwähnten Teams jedoch meist am Ende des Feldes aufhalten, sind größere Abstands-Sprünge als 50 Punkte eher selten. Der #26 fehlen 208 Zähler und das ist rechnerisch machbar, aber ziemlich unwahrscheinlich. In Phoenix sitzt Bill Elliott am Steuer, kann sein champion’s provisional allerdings nur nutzen, wenn Terry Labonte dies für die #81 von Whitney Motorsports nicht in Anspruch nimmt. Generell sieht die Entry-List für Phoenix sehr interessant aus, da tauchen einige Fahrer an unerwarteten Stellen auf. Den Link gibt es hier.

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October 12 2010

06:34

NASCAR: Analyse Fontana Oktober 2010

Ausgerechnet Fontana entpuppte sich am Wochenende als eines der spannenderen Rennen der letzten Zeit und sorgte für richtungsweisende Veränderungen in der Punktetabelle. Im Rennen wechselte oft die Führung und bis zum Schluss kristallisierte sich kein Fahrzeug als dominant heraus. Das Feld der Meisterschaftsfavoriten verkleinerte sich zunehmend.

Eigentlich ist der Auto Club Speedway nicht als Kracher bezüglich großer Spannung bekannt, doch das 400-Meilen-Rennen am Sonntag zeigte, was das Oval bieten kann, wenn es mal richtig gut läuft: Neun Gelbphasen über 36 der 200 Runden sorgten dafür, dass sich das Feld nicht so stark auseinanderziehen konnte, wie zuletzt noch häufig zu beobachten war. 23 Führungswechsel zwischen insgesamt 14 Fahrern zeigten, dass kein Fahrzeug in einer Glanzvorstellung den Rest des Feldes in Grund und Boden fuhr. Mindestens fünf Fahrer waren während der gesamten Renndistanz als mögliche Sieger in Betracht zu ziehen, doch Tony Stewart fuhr letztlich seinen zweiten Saisonerfolg ein und brachte sich damit wieder in Reichweite der Tabellenspitze. Sein Sieg kam nicht zuletzt wegen günstig gefallenen Gelbphasen gegen Rennende zustande.

In Führung begann das Rennen zunächst Polesitter Jamie McMurray, der allerdings nach 14 Runden die Spitzenposition an Matt Kenseth abgeben musste. Dieser brachte die #17 erst an Juan Pablo Montoya vorbei, der bereits nach weniger als zehn Umläufen für den ersten Aufreger sorgte. Beim Versuch, die obere Linie früh im Rennen zu nutzen, brach die #42 auf der staubbedeckten Asphaltdecke aus und touchierte die Mauer. Dabei beschädigte Montoya sein Auto zwar nicht schwer, jedoch reichte es, um ihn in der Folge ausreichend zu verlangsamen. Aus der Rennentscheidung hatte er sich somit selbst verabschiedet, sollte aber später noch kurz in Erscheinung treten.

Das erste Fünftel des Rennens beschlossen Boxenstopps unter grüner Flagge, die vor allem Jimmie Johnson äußerst gelegen kamen. Der Kalifornier fing sich im Heimrennen ein Trümmerteil vor dem Kühlergrill ein, welches sich auch nach mehrmaligen Ansaugversuchen und Hilfestellung von Kollegen mittels Unterdruck nicht lösen wollte. Die Wassertemperatur befand sich dabei glücklicherweise knapp unter dem Grenzbereich und beim „pit stop“ konnte die Crew das Teil dann schließlich entfernen.

Direkt nach den „green flag stops“ begann dann das Roush-Fenway-Drama des Rennens: Fontana ist dafür bekannt, dass es eine wahre Tortur für die Motoren darstellt. Diese Tatsache habe ich in der Vorschau leider übersehen. Bereits im Frühjahrsrennen kam es zu einigen Motorschäden, unter anderem bei Juan Pablo Montoya. Als Erstes erwischte es am Sonntag dann Greg Biffle, der sich in einer massiven Rauchwolke aus dem Rennen verabschiedete. Dadurch verlor er 130 Punkte auf Jimmie Johnson, den Führenden in der Meisterschaft. Für Biffle ist der neue Rückstand von über 200 Punkten wohl gleichbedeutend mit dem Ende aller Titelchancen in diesem Jahr. Weitere Schwierigkeiten beim Team von Roush-Fenway Racing sollten dann noch folgen.

Beim Wechsel ins zweite Rennviertel setzten sich dann zum Restart Jeff Gordon und Jimmie Johnson zuerst an Matt Kenseth vorbei und schließlich nacheinander in Führung. In Runde 54 war der Sprint allerdings beendet, weil Marcos Ambrose mit einem übersteuernden Auto einen Dreher hinlegte und dabei zwei Reifen zerstörte. Beim Neustart führten mit Dale Earnhardt Jr, der keinen Boxenstopp einlegte, Jimmie Johnson und Mark Martin drei Fahrer von Hendrick Motorsports das Feld an. Alle vier Piloten von Rick Hendrick sollten am Ende des Tages auch halbwegs solide Ergebnisse einfahren.

An dieser Stelle setzte sich das Roush-Pech fort und traf direkt beim Restart Carl Edwards, dem einfach der Motor abstarb. Während einer etwas längeren Reparaturpause wurde das Problem behoben, welches sich als defekter Zündverteiler herausstellte. In der Meisterschaft wird es nun auch für Edwards eng, der nach Fontana mehr als 150 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze angesammelt hat.

Den folgenden Restart in Runde 62 führte Kyle Busch, gefolgt von Jimmie Johnson und Mark Martin an, musste seine Spitzenposition aber sofort an Johnson abgeben. Zehn Umläufe später zog dann Martin am Teamkollegen vorbei, Junior hatte sich zu diesem Zeitpunkt übrigens nach außerhalb der Top20 verabschiedet, weil er bekanntlich kurz davor auf einen Reifenwechsel verzichtete.

Bis zur Rennhälfte in Runde 100 kehrte dann allmählich wieder Ruhe ein, nur unterbrochen durch Boxenstopps unter grüner Flagge. Die Top5 danach lauteten Mark Martin, Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Clint Bowyer und Tony Stewart. Damit hatten sich die wichtigen Fahrer für die Rennentscheidung an der Spitze sortiert.

In Runde 114 war es um Mark Martins 5,6-Sekunden-Führung geschehen, als NASCAR Trümmerteile auf der Strecke fand. Jeff Gordons Crew arbeitete in der Folge an der Box schneller als der Rest des Feldes, was die #24 wieder in Führung spülte. In Umlauf 126 setzte sich dann allerdings Clint Bowyer erstmals in Führung, der ab diesem Zeitpunkt seinen Anspruch auf den Sieg bedeutend untermauerte.

In Runde 137 war es mit der Entspannung jedoch vorbei, weil Marcos Ambrose seinen Toyota erneut umdrehte. Der Restart läutete vier Umläufe später eine turbulente Schlussphase ein, die Clint Bowyer anführen sollte. In den Top5 hatte sich zu diesem Zeitpunkt kaum etwas verändert, lediglich Denny Hamlin war von ganz hinten auf Platz 5 vorgerückt und verdrängte Jimmie Johnson auf den sechsten Rang; ein Getriebewechsel vor dem Rennen zwang Hamlin zur Aufgabe seines eigentlichen Startplatzes. Jeff Gordon, Mark Martin und Tony Stewart belegten vor der #11 die Plätze 2 bis 4.

Gelbphase Nummer 6 – erneut wegen „debris“ – folgte auf dem Fuße und brachte beim Neustart einen Wechsel an der Spitze: Tony Stewart, der spätere Sieger, setzte sich nun vor Bowyer in Führung. Zwischenzeitlich ging es im Kampf um wertvolle Positionen immer wieder drunter und drüber, teilweise fuhren die Piloten sogar zu fünft(!) nebeneinander durch die Turns. So ein actiongeladenes Fontana-Finale gab es selten zu sehen und der Grund dafür dürften die direkt aufeinanderfolgenden Gelbphasen gewesen sein. So war es keinem Fahrer möglich, sich allzu weit vom Rest des Feldes abzusetzen. Diese Tatsache wurde später auch Clint Bowyer zum Verhängnis.

Als nächster Chase-Pilot war Kyle Busch an der Reihe, seine Titelchancen zu begraben, als bei der #18 der Toyota-Motor seinen Geist aufgab. Mit fast 200 Punkten Rückstand auf Jimmie Johnson dürfte der jüngere Busch-Bruder in den verbleibenden sechs Playoff-Rennen nun wesentlich schlechtere Karten haben als noch zuletzt.

Das Benzinfenster konnte man bei noch 40 zu fahrenden Runden schließen, wobei Juan Pablo Montoya aber ziemlich hoch pokerte und nur zwei neue Reifen auf die ondulierte #42 ziehen ließ. Der Meute, bestehend aus Tony Stewart, Ryan Newman, Clint Bowyer und Mark Martin, war der Kolumbianer dann deshalb auch ein dankbares Opfer.

In Runde 168 folgte der große Moment von Clint Bowyer, denn er hatte das dominante Auto auf den „long runs“, das zeigte etwas früher ja auch die Übernahme der Führung von Jeff Gordon. An Tony Stewart vorbeigezogen, erkämpfte er sich einen mehrsekündigen Vorsprung, der ihm wohl den Rennsieg beschert hätte, doch NASCAR fand 17 Runden vor dem Ende „debris“ auf der Gegengerade. Clint Bowyer war im ersten Moment völlig außer sich und wetterte über den Bordfunk, was das denn nun sollte. Da die Trümmerteile allerdings nicht zu übersehen waren und zudem auch innerhalb des „grooves“ lagen, war Gelbphase Nummer 8 natürlich völlig berechtigt.

Der Großteil des Feldes zog nun an der Box noch einmal vier neue Reifen auf, da sich diese Kombination auf längere Sicht bewährt hatte. Lediglich Paul Menard und Regan Smith sorgten für Aufregung, indem sie nur deren zwei Pneus aufschnallen ließen.

12 Runden vor Schluss stand der Restart an, bei dem Tony Stewart und der Rest der Top10 den Taktik-Spielern keine Chance ließen. Zeit für Roush-Fenway-Drama, die Dritte: Auch Matt Kenseth kam nicht ungeschoren davon, denn so kurz vor dem Ende zollte auch sein Ford-Triebwerk der Motor-mordenden Strecke in Fontana Tribut. Er konnte das Rennen zwar noch beenden, jedoch musste er sich mit eindeutigen Rauchzeichen aus den Top10 verabschieden. Die neunte und letzte Gelbphase war daraufhin jedoch nicht Kenseth geschuldet, sondern Kurt Busch und David Ragan. Das macht die Probleme von Jack Roush natürlich nicht kleiner, kam somit doch kein einziges seiner vier Teams heil durch das Rennen. Ragan übersah Busch auf der äußeren Linie und wurde von diesem ausgangs von Turn 4 umgedreht, wodurch beide Fahrer in der Mauer landeten.

In den verbleibenden zwei Runden nach dem letzten Restart konnte Clint Bowyer den Stewart-Haas-Chevrolet von Tony Stewart allerdings nicht mehr abfangen. Stewart gelang somit der zweite Saisonsieg und ein dringend benötigter Sprung in der Fahrerwertung. Mit etwas mehr als 100 Punkten hinter Jimmie Johnson wahrt er vorerst alle Chancen auf die Meisterschaft. Clint Bowyer musste sich mit Platz 2 begnügen, einen Rang vor Jimmie Johnson, der Dritter wurde. Kasey Kahne und Ryan Newman komplettierten die Top5, wobei Kahne in einem unauffälligen Rennen endlich mal wieder ein solides Resultat einfuhr.

Mark Martin beendete seine maue Serie endlich als guter Sechter vor den drei Chasern Kevin Harvick, Denny Hamlin und Jeff Gordon. Gordon hatte dabei noch Glück, denn zwischenzeitlich verlor er wegen einer Geschwindigkeitsübertretung inklusiver anschließender Strafe viele Plätze. Auch Harvick wurde übrigens einmal zu schnell erwischt. David Reutimann schob sich als letzter Fahrer in die Top10.

Dahinter kamen Joey Logano und Regan Smith ins Ziel, wobei Smith von der taktischen Finesse mit den nur zwei neuen Reifen kurz vor Schluss profitierte. Elliott Sadler wurde 13. vor Juan Pablo Montoya, der sogar zwei Mal zu schnell in den Boxen erwischt wurde. Hinter Sam Hornish Jr kam Dale Earnhardt Jr auf Platz 16, nachdem er zuvor im Rennen weiter vorne unterwegs war. Die gesamte Hendrick-Flotte kam somit in den Top16 ins Ziel, wobei Earnhardts Leistungen trotz des recht guten Ergebnisses weiterhin Anlass zur Sorge bereiten. Polesitter Jamie McMurray musste sich am Ende mit Rang 17 zufrieden geben. Paul Menard brachte der taktische Kniff im Gegensatz zu Smith nicht viel, er wurde nur 22.

Die restlichen Chaser kamen außerhalb der Top20 ins Ziel und verloren dabei wichtige Punkte auf den Tabellenführer Jimmie Johnson: Mit Kurt Busch (21.), Jeff Burton (23.), Matt Kenseth (30.), Carl Edwards (34.), Kyle Busch (35.) und Greg Biffle (41.) betraf das sogar die Hälfte der zwölf Playoff-Piloten.

In der Meisterschaft bedeutet das Rennergebnis folgendes: Jimmie Johnson konnte seinen Vorsprung auf Denny Hamlin etwas ausbauen und hat nun 36 Punkte Vorsprung. Innerhalb von 100 Punkten hinter Johnson liegen Kevin Harvick (-54) und Jeff Gordon (-85). Der Sieg brachte Tony Stewart wieder etwas näher an die Spitze heran, allerdings beträgt sein Rückstand immer noch 107 Zähler. Eng wird es langsam für Kurt Busch (-140) und Carl Edwards (-162), die benötigen schon ein Top-Resultat in nächster Zeit, um ihre Chancen auf die Meisterschaft zu bewahren. Jeff Burton (-177) und Kyle Busch (-187) sind wohl bereits aus der Entscheidung heraus.

Ganz finster sieht es bei Greg Biffle (-215), Matt Kenseth (-241) und Clint Bowyer (-247) aus, da ist vermutlich alles gegessen. Besonders bitter ist die 150-Punkte-Strafe für Bowyer, da er ansonsten auf Rang 5 in der Meisterschaft stünde. Roush-Fenway Racing hat sich mit gleich drei technischen Defekten in Fontana auch keinen Gefallen getan und dadurch mindestens einen aussichtsreichen Fahrer mit Titelchancen verloren.

In der Owner-Wertung wird es zunehmend interessanter, da David Gilliland die #38 von Front Row Motorsports auf einen tollen 20. Platz bringen konnte. Kevin Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports war dagegen auf Rang 31 der erste Fahrer mit Rundenrückstand, noch dazu gleich deren drei. Das sagt zum einen etwas über die Qualität des Fontana-Rennens aus, zum anderen über die Fahr- und Abstimmungskünste des Rookies. Der Kampf um die Top35 hat sich schließlich final zugespitzt: Nur noch 25 Pünktchen trennen die #38 und die #7, ein Platzierungswechsel und damit auch der Wechsel des garantierten Startrechts könnte schon in Charlotte oder Martinsville erfolgen. Vor den beiden Teams liegt die #71 von TRG Motorsports und auch hier tragen die „start & park“-Einsätze nicht viele Früchte, 43 Zähler Vorsprung auf Rang 36 sind die Folge. Weil Patrick Carpentier die #26 in Fontana nicht qualifizieren konnte, hat das Team von Bill Jenkins jetzt wieder 170 Punkte Rückstand.

In den nächsten beiden Wochen geht es nach Charlotte und Martinsville, welche verdammt gute Strecken für Jimmie Johnson darstellen. Alleine in Martinsville haben zum Beispiel Johnson und Denny Hamlin ganz alleine die Siegerlisten der letzten paar Jahre gestellt. Vor Fontana war der Chase weit offen, doch die Fehlschläge einiger Teams haben nun das Favoritenfeld verkleinert. Es bleibt spannend…

NASCAR war leider nicht wie gewohnt schnell mit den üblichen Grafiken, die folgen dann im Laufe des Tages noch! An dieser Stelle deshalb vorerst Links zu Jayski.com, dort gibt es die Übersichten zur Fahrerwertung und den Top35 der Owner-Points.

214990 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Sharon_Stone_Kenny_Loggins_1 214991 214993 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Kyle_Busch_media_RJ 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_pit_stop 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_David_Ragan_Kurt_Busch_HH 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_leads_Clint_Bowyer_HH 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_finish_line_JM 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_Victory_Lane_Jason_Smith 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_Victory_Lane_Tom_Pennington Web OnTheBubbleNSCS2010_30AutoClub1

October 08 2010

06:28

NASCAR: Vorschau Fontana Oktober 2010

Fontana im Bundesstaat Kalifornien beheimatet den Austragungsort des vierten Chase-Rennens 2010: den Auto Club Speedway. Die Strecke ist nicht unumstritten und hat für das nächste Jahr bereits einen Termin abgeben müssen. Jimmie Johnson gilt am Wochenende als Favorit.

Im Sommer dieses Jahres traf NASCAR eine Entscheidung bezüglich des Rennkalenders für 2011. Dabei verloren Atlanta sowie der Auto Club Speedway jeweils eines ihrer Saisonrennen zugunsten von Kentucky und Kansas. Das 2-Meilen-Oval trägt daher in diesem Jahr zum vorerst letzten Mal ein Chase-Rennen aus und rückt in der nächsten Saison hinter Bristol an die fünfte Stelle, nach der bekanntlich die neuen Owner-Points des jeweiligen Jahres gelten. Der Chase-Termin geht über eine Distanz von 400 Meilen und fällt weg, das neue Rennen im Frühjahr wird dann wie gewohnt über 500 Meilen gefahren. Ich frage mich, ob eine Kürzung nicht besser gewesen wäre.

Die Diskussion, welche mein Artikel bezüglich der Rennlänge auslöste, hatte grundsätzlich den Tenor, dass die Rennen nicht zu lang seien. Einige genannte Ausnahmen umfassten dabei allerdings Pocono und eben Fontana. Zum einen sollte man der Strecke vielleicht das Zugeständnis machen, bei nur noch einem Termin wenigstens über 500 Meilen fahren zu dürfen, zum anderen können 500 Meilen in Fontana auch schon mal langweilig werden: In den letzten drei Jahren ging keine der langen Ausgaben in weniger als dreieinhalb Stunden über die Bühne, was sich bei einem schnell auseinandergezogenen Feld als zähes Kaugummi entpuppte. Die Anzahl der Cautions variierte dabei zwischen 5 und 12, wobei es in diesem Jahr bisher vergleichsweise weniger Gelbphasen gab als noch 2009. Vor allem die ersten Rennhälften waren 2010 ziemlich ereignislos. Schauen wir also, was uns erwartet.

Sieht man sich die Statistiken der einzelnen Fahrer in den bisherigen Jahren an, dann dürfte der Sieg an diesem Wochenende nur über Jimmie Johnson gehen. Der Kalifornier verfügt bei seinem Heimrennen über eine unglaubliche Statistik: Von den letzten sechs Fontana-Ausgaben gewann er ganze vier. Dazu kommt, dass er seit 2006 nur zwei Mal nicht in die Top3(!) gefahren ist. Ein weiterer Chase-Erfolg erscheint nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Johnson hat immerhin in den letzten beiden Rennen in Dover (1.) und Kansas (2.) gezeigt, dass er derzeit dazu in der Lage ist, Top-Ergebnisse zu produzieren.

An zweiter Stelle sehe ich wie in Kansas Roush-Fenway Racing, die nun nach dem zweiten Saisonsieg von Greg Biffle wieder an der Spitze angekommen sind. Vor allem Fontana war bis vor zwei Jahren eine der erfolgreichsten Strecken für die Ford-Truppe von Jack Roush. Matt Kenseth zeigte in Kalifornien bisher die besten Leistungen, indem er zwischen 2006 und 2009 drei Rennsiege einfuhr. Seit Ende 2005 waren seine schlechteren Ergebnisse fünfte und siebte Plätze, mit Ausnahme des schwachen Jahresendes 2009, wo er nur 13. wurde. Im diesjährigen Frühling kam er ebenfalls als Siebter ins Ziel.

Auch Carl Edwards sollte noch ein wenig bessere Chancen auf den Sieg haben als Biffle, denn seine Bilanz zeigt in zehn von zwölf seiner bisherigen Fontana-Rennen Top7-Ergebnisse. Dabei gelang ihm ein Sieg im Frühjahr 2008, das Jahr in dem er gemeinsam mit Kyle Busch eine ernsthafte Gefahr für Jimmie Johnson gewesen ist, nur um danach im Ford-Tief der letzten Saison zu verschwinden. Teamkollege Greg Biffle gewann zwar schon zwei Rennen in diesem Jahr für Ford und Roush-Fenway Racing, kann jedoch seit 2006 als Top-Ergebnisse nur einen zweiten, vierten und zehnten Platz vorzeigen.

Die restlichen Chase-Fahrer liegen in Fontana ziemlich gleich auf, wobei aber Jeff Gordon in den letzten Jahren besonders viel Konstanz gezeigt hat – wenn auch kein Sieg für ihn drin war. Seit Ende 2006 fuhr er in acht Rennen fünf Top5-Ergebnisse ein, wobei drei davon undankbare zweite Plätze darstellen.

Tony Stewart konnte in den letzten fünf Fontana-Ausgaben immerhin vier Top10-Ergebnisse zusammentragen, dabei ist das beste Resultat aber lediglich ein fünfter Platz. Konstanz-Experte Kevin Harvick gelang dasselbe, er durfte sich aber ein Top5 mehr anrechnen lassen. Im Frühjahrsrennen kam er auf den zweiten Platz und sollte ähnliches zum Ende dieser Wahnsinnssaison auch wiederholen können. Ein Sieg erscheint insofern möglich, als dass er 2010 eine Ausgabe der Schwesterstrecke in Michigan gewann.

Die Busch-Brüder sind ebenfalls fleißige Top10-Sammler in Fontana: Kyle Busch startete Ende 2005 mit einem Sieg durch und schloss von den neun folgenden Ausgaben nur zwei nicht in den Top10 ab; drei davon waren sogar Top5s. Kurt Busch fuhr 2007, 2009 und 2010 Top10-Ergebnisse ein, 2008 war dagegen ein nicht so erfolgreiches Jahr für den Penske-Piloten. Ähnlich wie bei Tony Stewart hat auch Kurt in diesem Zeitraum nur ein Top5-Resultat eingefahren.

Schadensbegrenzung werden an diesem Wochenende wohl Denny Hamlin und Jeff Burton betreiben müssen. Hamlins Ergebnisse seit 2008 lauten 41/3/37/6/29. Burton kommt auf 17/12/32/30/3, hat aber aus 2007 zwei vierte Plätze zu Buche stehen. Mit etwas Glück erscheinen Top10-Resultate möglich, wenn sich beide schadlos halten. Für einen Top5-Ausreißer müsste aber schon einiges zu ihren Gunsten laufen.

Auch bei Clint Bowyer verheißt die Fontana-Statistik keinen Sieg, wobei sich seine Hoffnungen auf die Meisterschaft nach der nur halbwegs erfolgreichen Revision sowieso zerschlagen haben dürften. In der letztmöglichen Instanz wurden die Sperren von Crew- und Car Chief um zwei Rennen auf vier Events gekürzt und die Geldstrafe für Shane Wilson von 150.000 auf 100.000 US-Dollar herabgestuft. Die 150-Punkte-Abzüge in Fahrer- und Owner-Wertung bleiben jedoch bestehen. Interessant ist, dass der bestellte Experte für Unfallrekonstruktion nicht vor dem Berufungsausschuss aussagte und auch keinen Zugang zu Bowyers Auto unter NASCAR-Verschluss einforderte.

Außerhalb der Chase-Ränge muss man aufgrund von Fords-Fontana-Stärke wohl auch David Ragan für ein Top10-Resultat im Blick behalten. Wahrscheinlicher ist ein solches Ergebnis aber für die Ford-Konkurrenten AJ Allmendinger und Paul Menard bei Richard Petty Motorsports, die in den letzten Saisonrennen mit ebensolchen brillieren konnten. Joey Logano fuhr im Frühling in Fontana auf einen starken fünften Platz und kann aus den letzten vier Saisonläufen auch zwei Top5s vorweisen. Logano könnte somit das beste Ergebnis für Joe Gibbs Racing an diesem Wochenende holen, wenn es für ihn glattläuft.

Ryan Newman legte zuletzt ein paar gute Top11-Ergebnisse auf den Asphalt: Zu Beginn der verpassten Chase-Qualifikation begann die Serie, welche nun schon über sechs Rennen anhält. In Fontana steht für ihn seit 2006 allerdings nur ein Top10-Resultat in den Büchern. Mark Martin findet gerade zu seiner alten Form zurück und könnte Fontana nutzen, um endlich mal wieder in die Top5/10 zu fahren. Im Frühjahr war immerhin ein vierter Platz für den Routinier drin und auch die Jahre zuvor waren nicht unbedingt unerfolgreich: Seit 2004 ist Martin nur zwei Mal nicht in die Top12 gefahren. Juan Pablo Montoya könnte auch mal wieder ein gutes Resultat gebrauchen, nachdem er in den vergangenen drei Rennen etwas geschwächelt hat. Platz 11 und 3 im letzten Jahr waren seine besten Fontana-Resultate, im Frühjahr fiel er mit einem Motorschaden aus.

Insgesamt gesehen sollten an diesem Wochenende also Jimmie Johnson oder einer der drei besseren Ford-Piloten von Roush-Fenway Racing die Nase vorn behalten. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass der Sieg von Greg Biffle keine Eintagsfliege war und sich die Aufholjagd von Ford auch konsequent fortsetzt. Denny Hamlin wird einige Probleme damit bekommen, in der Meisterschaft nicht den Anschluss zu verlieren, wobei er mit Martinsville ja noch ein Ass im Ärmel hat. Kevin Harvick kann durch einen guten Punktetag den Abstand zu Johnson halten oder sogar verkürzen. Alles in allem muss man aber die Ergebnisse der Freien Trainings abwarten, um die Situation noch besser einschätzen zu können.

In der Meisterschaft dürften nach vier Rennen dann neben Bowyer auch noch weitere Fahrer aus der Entscheidung fallen, so haben ja Tony Stewart (-127) und Matt Kenseth (-149) bereits weit mehr als 100 Zähler Rückstand auf die Spitze. Dass man in einem Rennen gut Punkte aufholen kann, zeigte bekanntlich Greg Biffle am vergangenen Wochenende in Kansas. Bei aller Herumrechnerei bleibt aber abschließend zu sagen, dass es nach jeweils einem Drittel der vergangenen Playoffs bisher noch nie so eng war.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik für Fontana folgen noch die TV-Ausstrahlungsdaten für das gesamte NASCAR-Wochenende. In der nächsten Woche steht dann in Charlotte das letzte Nachtrennen des Jahres an, wobei Fontana als Westküstenrennen ja auch erst um 21 Uhr beginnt. In der Nationwide Series wird Danica Patrick nach dem Ende der IndyCar-Saison alle der letzten fünf verbleibenden Rennen bestreiten. Das Fontana-Rennen an diesem Wochenende ist dabei bereits ihr zweiter Auftritt auf dem Auto Club Speedway, im Frühling wurde sie 31.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 08.10.
20:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 09.10.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, nicht im TV
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (CampingWorld.com 300), ESPN2

Sonntag, 10.10.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Pepsi Max 400), ESPN

October 05 2010

06:19

NASCAR: Analyse Kansas 2010

Greg Biffle gewann das dritte Chase-Rennen in Kansas und brachte sich damit wieder in Schlagdistanz zur Spitze der Meisterschaft, die nun Jimmie Johnson anführt. Kyle Busch und David Reutimann peppten den Rennverlauf durch eine kleine Fehde zusätzlich auf.

Nachdem zuletzt Jimmie Johnson die Oberhand behielt, musste er sich an diesem Wochenende knapp Greg Biffle geschlagen geben, der den zweiten Saisonerfolg für Roush-Fenway Racing und Ford einfuhr. Als Zweiter konnte Johnson aber genügend Punkte sammeln, um dem bisherigen Tabellenführer Denny Hamlin die Spitzenposition abzujagen. Das Rennen selbst war ein abwechslungsreiches und mit nur knapp drei Stunden Länge auch recht kurzes. Insgesamt fünf Cautions sorgten für Zäsuren, in deren Folge sich immer wieder unterschiedliche Fahrer an die Spitze des Feldes setzten. Am Ende lag Greg Biffle nach einer erfolgreichen „wedge“-Verstellung die letzten und entscheidenden 60 Runden in Front.

Polesitter Kasey Kahne konnte seine Führung nicht lange verteidigen und wurde bereits nach 28 Runden von Jeff Gordon abgelöst. Was nach dem Qualifying ein erfolgversprechendes Rennen andeutete, sollte für Kahne allerdings später in einem Desaster enden. Seinen beiden Teamkollegen Paul Menard und AJ Allmendinger war das Glück dagegen holder, was dennoch Top10-Resultate für Richard Petty Motorsports ermöglichte.

Die erste Gelbphase löste Juan Pablo Montoya in Runde 41 aus, als er in Turn 3 die Mauer streifte und damit sein Rennen bereits frühzeitig vergeigte. Den Restart führte nach den ersten Boxenstopps dann Jeff Gordon an, der seine Spitzenposition nicht aufgeben musste. In Runde 52 kam es zum ersten, in der Überschrift erwähnten, Scharmützel zwischen Kyle Busch und David Reutimann: Busch schob Reutimann in der Mitte von Turn 1 und 2 leicht an, weil Letzterer kurz vom Gas ging. Da Kyle die #18 natürlich nicht ebenso schnell verlangsamen konnte, um der #00 auszuweichen, gab es den unvermeidlichen „bump“, der Reutimann mit einem Dreher in die Mauer schickte. Eine Fortsetzung sollte später noch für Aufregung sorgen, der Ausgang ist im verlinkten Video aber schon mal zu sehen.

Wieder unter Grün war die Zeit an der Spitze für Jeff Gordon gezählt, nachdem Matt Kenseth die #24 schon einen Umlauf nach dem Restart in Runde 56 überholen konnte. Weitere 25 Umläufe später setzte sich Tony Stewart in Führung und sollte dort auch vor und nach den folgenden beiden „green flag stops“ verbleiben. Angemerkt sei noch, dass Patrick Carpentier einige Führungskilometer sammeln konnte, indem er bei den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge ganze 10 Runden länger als Stewart draußen blieb und dem Rennen damit im Falle einer Caution sicherlich zusätzliche Würze verliehen hätte.

Etwas mehr als 100 Runden vor dem Ende, und somit weit in der zweiten Hälfte des Rennens, folgte schließlich die „payback“-Aktion seitens David Reutimann. Der hatte zu diesem Zeitpunkt nach einer Reparaturpause schon mehr als drei Runden Rückstand angehäuft, als Kyle Busch die #00 schließlich ein weiteres Mal überrundete. Ausgangs Turn 2 zog Reutimann dann nach oben, um die #18 umzudrehen. Das verlief allerdings nicht wie geplant, denn die beiden Wagen berührten sich wie im Video oben zu sehen mit den Reifen. Augenscheinlich hatte Reutimann das schlechtere Ende erwischt, denn er war es, der letztlich in einen Dreher geschickt wurde.

Jedoch taten sich kurz darauf schwere Handling-Probleme an der #18 hervor, was an der Box bei einem schnellen Assessment als Schaden an der „track bar“ diagnostiziert wurde. Ein Austausch hätte Busch wohl mehrere Runden gekostet und den Meisterschaftsanwärter aussichtslos zurückgeworfen. Deswegen entscheid man sich bei Joe Gibbs Racing für umfassende Chassis-Veränderungen, um das Fahrverhalten auszugleichen und ohne Reparaturstopp kostbare „track position“ zwecks Schadensbegrenzung zu retten. Diese Entscheidung sollte sich dann auch tatsächlich auszahlen.

Busch wetterte zwischenzeitlich über Funk, dass er sich nach dem Rennen um Reutimann kümmern würde, falls NASCAR es nicht täte. Nach dem Siegerinterview zeigte ESPN die mit Spannung erwarteten Szenen, wenn auch nicht in aller Detailliertheit: Einer hitzigen Diskussion zwischen Kyle Busch und Teamchef Joe Gibbs folgte Buschs Gang in Richtung „hauler“ der #00. Darin verschwunden gab es dann leider keine Bilder mehr und auch die Pressemitteilungen von Michael Waltrip Racing und Kyle Buschs Website sind jetzt nicht sehr aufschlussreich. Kyle gibt lediglich zu, dass er die Schuld am ersten Vorfall gehabt hätte. Ich frage mich allerdings, ob Busch wirklich so schnell hätte reagieren können, wie er das im Nachhinein anscheinend gerne getan hätte.

Zurück zum weiteren Rennverlauf: Da die letzten Boxenstopps erst wenige Runden zurücklagen, fingen einige Teams mit Strategiespielchen an. Kevin Harvick blieb ebenso wie Mark Martin und Ryan Newman draußen und setzte sich damit in Führung. Matt Kenseth, Greg Biffle und Jeff Gordon ließen jeweils zwei neue Reifen aufziehen, während Tony Stewart und Jeff Burton nur den „gas man“ zur Arbeit beriefen. Fünf Runden nach dem Restart in Umlauf 164 löste Kasey Kahne die vierte und vorletzte Gelbphase aus, als er nach einem Reifenplatzer in die Mauer abbog. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, fuhr Kahne recht fix an die Box, wobei die Überreste seines Reifens dann den gesamten Kotflügel auseinanderrissen. Ob das nun so eine gute Entscheidung war? Sie brachte ihm in der Folge eine mehrründige Reparaturpause und ein Finish nur knapp vor den „start & park“-Teams ein.

Direkt nach dem Restart in Runde 171 übernahm Tony Stewart erneut für kurze Zeit die Führung, bevor Kevin Conway mit einem Motorschaden die letzte Caution in Umlauf 186 auslöste. Die umfangreichen Säuberungsarbeiten sorgten für insgesamt neun Runden unter gelber Flagge, und dass obwohl der Rookie sofort vorbildlich die Ideallinie verließ. Jamie McMurray gewann das Rennen aus der Boxengasse vor Paul Menard, weil beide Fahrer auf nur zwei neue Reifen setzten. Greg Biffle, Matt Kenseth und Tony Stewart komplettierten beim letzten Restart zu Beginn dieser entscheidenden Phase die Top5. Dann ging es Schlag auf Schlag, als zunächst Menard den Führenden McMurray direkt beim Neustart kassierte und Ersterer sich mit den älteren Reifen zehn Runden später dem Rennsieger Greg Biffle geschlagen geben musste.

Bei den folgenden letzten Boxenstopps unter grüner Flagge ging für Biffle und das Team mit der #16 alles glatt, weshalb er für Ford und Roush-Fenway Racing den zweiten Saisonsieg einfahren konnte. Durch seine Superserie in den vergangenen Kansas-Rennen kam dieser Erfolg nicht ganz unerwartet und spätestens nach den Zeiten der Freien Trainings war klar, dass Ford und Chevrolet wie erwartet das Rennen vor Toyota machen würden. Der beste Japaner kam lediglich auf Platz 12 ins Ziel, der bestplatzierte Dodge auf Rang 13. Chevy und Ford teilten sich die Top10 gerecht mit 5:5 auf. Damit ist Ford nun augenscheinlich wieder zurück an der Spitze auf den Intermediate-Ovalen, die im Chase aufgrund ihrer überproportionalen Häufigkeit bekanntlich sehr wichtig sind. Mit Fontana und Charlotte folgen jetzt zwei weitere dieser Strecken, wobei der Auto Club Speedway zwar ein Zweimeiler ist, aber eine ehemalige Ford-Domäne darstellt.

Die Ergebnisse der anderen Chaser im Überblick:

- Sieben Playoff-Teilnehmer hatten ein gutes Rennen und sortierten sich geschlossen in den Top7 ein: Greg Biffle, Jimmie Johnson, Kevin Harvick, Tony Stewart, Jeff Gordon, Carl Edwards und Matt Kenseth.

- Denny Hamlin und Kurt Busch bekamen ihren Wagen nicht allzu gut abgestimmt, betrieben aber mit den Plätzen 12 und 13 Schadensbegrenzung.

- Clint Bowyer und Jeff Burton starteten beide im Bereich der Top25 und gingen danach unterschiedliche Wege. Während Bowyer sich nach einer Überrundung zurückkämpfte, fuhr Burton längere Zeit in den Top5 mit. Am Ende landeten die Teamkollegen dann wieder in unmittelbarer Nähe: Bowyer auf Platz 15 und Burton auf Rang 18.

- Kyle Busch konnte nach seinem Duell mit David Reutimann Schadensbegrenzung betreiben und verlor nach kleineren Reparaturen lediglich eine Runde. Das reichte aber schon für das schlechteste Ergebnis aller zwölf Chaser: Rang 21!

Kansas zeigte am Wochenende, wie wichtig es ist, an einem schlechten Tag noch eine Menge herauszuholen. Ein Top20-Resultat ist schon die mindeste Pflicht, um in der Meisterschaft nicht den Anschluss zu verpassen.

Resultate anderer Piloten:

- Die Top11 komplettierten Paul Menard (8.), Ryan Newman (9.), AJ Allmendinger (10.) und Jamie McMurray (11.).

- Mark Martin fährt jetzt seit einiger Zeit wieder stärkere Rennen und kam auf Platz 14 ins Ziel. Bis zum Saisonende kann und muss der Routinier sich aber noch weiter steigern.

- Dale Earnhardt Jr haderte wieder mit der Abstimmung und tat sich zu keinem Zeitpunkt im Rennen hervor. Schlussendlich landete er mit einer Runde Rückstand hinter Kyle Busch auf Rang 22.

- Juan Pablo Montoya wurde nach seinem Mauerkuss mit einem beschädigten Auto nur noch 29ter, David Reutimann kam auf Platz 35 ins Ziel und Kasey Kahne fing sich nach dem Reifenplatzer sogar 49 Runden Rückstand ein und beendete das Rennen auf Rang 37.

In der Meisterschaft sind die Abstände nach dem schlechteren Abschneiden von Denny Hamlin nun noch enger geworden, was die unten angehängte Tabelle zeigt: Acht Fahrer liegen nach drei Chase-Rennen noch innerhalb von 100 Punkten hinter dem neuen Spitzenreiter Jimmie Johnson – ich habe Jeff Burton mal mitgezählt, der hat ja nur ein Pünktchen mehr auf die 100 Zähler. Tony Stewart (-127) und Matt Kenseth (-149) benötigen dringend einen Sieg und bei Clint Bowyer hat man die Saison bereits abgehakt. An der Spitze ist es denkbar knapp und Kevin Harvick könnte mit weiteren super-konstanten Ergebnissen bald die Führung übernehmen, die er bei den „Classic Points“ noch innehat. Wenn Johnson aber seine bekannte Chase-Form abrufen kann, ist er bald auf und davon, zumal mit Fontana, Charlotte und Martinsville die nächsten drei Strecken zu seinen besseren gehören.

Die Owner-Wertung wird immer enger, Dave Blaney konnte nach dem Motorschaden von Kevin Conway die #38 noch näher an die #7 bringen. Auch Patrick Carpentier bescherte der #26 dringend benötigte Zähler, nachdem der eigentlich erfahrenere Jeff Green das Auto zuletzt zweimal nicht qualifizieren konnte. Der Punktabstand am „cut“ beträgt jetzt nur noch 63 Zähler, womit bei gleichbleibender Tendenz und Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports der Wechsel des garantierten Startplatzes nach dem Rennen in Martinsville stattfinden könnte. Auch die #71 von TRG Motorsports gerät nach einigen „start & park“-Einsätzen mittlerweile stark in Richtung Ende der Top35, nur noch 96 Punkte beträgt der Abstand auf Platz 36.

214573 214574 214575 2010_Kansas_Oct_NSCS_Tony_Stewart_leads 2010_Kansas_Oct_NSCS_Kyle_Busch_car_on_pit_road 2010_Kansas_Oct_NSCS_Kasey_Kahne_tire_goes_down 2010_Kansas_Oct_NSCS_Jimmie_Johnson_Denny_Hamlin_on_track 2010_Kansas_Oct_NSCS_16_pit_stop 2010_Kansas_Oct_NSCS_checkered_flag 2010_Kansas_Oct_NSCS_Greg_Biffle_burnout 2010_Kansas_Oct_NSCS_Greg_Biffle_Victory_Lane Web OnTheBubbleNSCS2010_29Kansas

October 01 2010

06:29

NASCAR: Vorschau Kansas 2010

Das dritte Chase-Rennen findet in diesem Jahr wieder auf dem Kansas Speedway statt, welcher einer der neueren NASCAR-Strecken im Kalender ist. Außerdem stellt der Meisterschaftslauf am Wochenende das erste Playoff-Event der Saison auf einem 1,5-Meilen-Oval dar.

Die NASCAR-Historie auf dem Kansas Speedway ist nun wirklich übersichtlich: Erst seit 2001 ist der Sprint Cup im mittleren Westen der USA vertreten und das jahrelang auch nur mit einem Saisonrennen. Das Herzland der Vereinigten Staaten ist ansonsten ziemlich NASCAR-arm, denn die nächstgelegenen Strecken sind beispielsweise der Texas Motor Speedway sowie Kansas‘ Schwesterstrecke, der Chicagoland Speedway, und die haben immerhin schon mal mindestens einen Bundesstaat als Puffer zwischen sich und dem Kansas Speedway. Im neuen Kalender für 2011 wurde Kansas dann mit einem zweiten Termin neben dem Chase-Datum bedacht, der Anfang Juni ansteht.

Erst neun Rennen bedeuten insgesamt nur sieben bisherige Sieger, da zwei Fahrer auch schon mehr als einmal gewinnen konnten: Jeff Gordon gewann die ersten beiden Ausgaben 2001 und 2002, Tony Stewart holte sich 2006 und im letzten Jahr im eigenen Team einen Sieg. Jeweils einmal fuhren bisher Ryan Newman (2003), Joe Nemechek (2004), Mark Martin (2005), Greg Biffle (2007) und Jimmie Johnson (2008) in die „victory lane“. In Kansas sollten Hendrick Motorsports und ihr Kundenteam Stewart-Haas Racing die besten Chancen auf den Rennsieg besitzen, schaut man sich in der Statistik der letzten Jahre um.

Jimmie Johnsons schlechtestes Ergebnis stellt – außer einem Unfall 2004 – der 14. Platz aus seinem ersten Meisterschaftsjahr 2006 dar, ansonsten ist er immer in die Top10 gefahren. Jeff Gordon kann von sich behaupten dasselbe erreicht zu haben, mit Ausnahme eines 13. Ranges 2006. Zusätzlich fuhr er in den letzten drei Jahren jedes Mal in die Top5. Nach seinen Ausflügen knapp außerhalb der Top10 in den vergangenen Meisterschaftsläufen käme ihm ein Sieg im Kampf um den Titel sicher sehr gelegen.

Tony Stewart ist so schlecht in den Chase gestartet, dass er bereits 162 Punkte Rückstand auf Denny Hamlin angesammelt hat. Kansas ist aber eine seiner erfolgreicheren Strecken, weswegen ein Sieg am Wochenende für ihn schon fast eine Pflicht darstellt, um weiterhin im Titelgeschehen auf der Höhe zu bleiben. Seine bisherigen Ergebnisse sind genauso eindrucksvoll wie die von Johnson und Gordon: Ein 14. Platz steht als schlechtestes Resultat nach normal verlaufenen Rennen zu Buche, zweimal musste er allerdings ein DNF hinnehmen. Ansonsten ist Stewart immer in den Top8 eingefahren und hat bekanntlich auch zwei Siege auf dem Konto. In den letzten vier Jahren ist er entweder ausgefallen oder hat das Rennen gewonnen, eine gute Möglichkeit also für Stewart.

Hinter der Hendrick-Armada reiht sich überraschenderweise nicht direkt Joe Gibbs Racing ein, sondern zunächst Greg Biffle von Roush-Fenway Racing. Einem Unfall im Eröffnungsjahr folgten außer zwei zwölften Plätzen nur Top3(!)-Ergebnisse, was zeigt, wie gut dem Ford-Piloten die Strecke in Kansas liegt. Seine Teamkollegen Carl Edwards und Matt Kenseth auf jeden Fall Kandidaten für die Top5/10: Edwards erreichte in 50% seiner Rennen die Top6, Kenseth steht mit nur drei Top7s aus neun Rennen aber schon etwas schlechter da.

Joe Gibbs Racing tat sich bisher in Kansas nicht unbedingt hervor! Zwar gewann Tony Stewart mal ein Rennen für seinen alten Teamchef, doch die Bilanz der neuen Fahrer liest sich nicht allzu rosig: Denny Hamlin fuhr erst bei fünf Ausgaben auf dem Kansas Speedway mit und sein bestes Resultat ist ein fünfter Platz aus dem letzten Jahr; das erfolgreichste Ergebnis danach ist „nur“ ein elfter Rang. Bei Kyle Busch sieht es noch schlechter aus, denn seine beiden besten Kansas-Rennen beendete er als Siebter und Zwölfter.

Die verbleibenden Chase-Fahrer sind demnach Kurt Busch und die drei Piloten von Richard Childress Racing: Alle drei Fahrer sind in Kansas bisher eher durchschnittlich unterwegs gewesen, im Gegensatz zum Team von Joe Gibbs aber schon eher Top10-Material. Kurt Buschs Top10-Resultate stammen aus den Jahren 2001 (9.) und 2004 (6.), in den letzten drei Ausgaben fuhr er immerhin noch zwei elfte Plätze ein. Ähnlich sieht es für Kevin Harvick aus, der drei sechste Ränge als Top10-Platzierungen vorweisen kann. Ein wenig besser konnten Jeff Burton und Clint Bowyer abschneiden, denn denen gelang auch schon jeweils eine Fahrt in die Top5. Für Burton steht ein fünfter Platz (2006) in den Büchern und zusätzlich erreichte er 2008 den siebten Platz als insgesamt zweites Top10-Ergebnis. Bowyer beendete seine bisher vier Kansas-Rennen auf den Rängen 9, 2, 12 und 21.

Bei den anderen Fahrern, welche sich außerhalb des Chase befinden, erscheint die Leistungsdichte in Kansas sehr hoch zu sein. Fahrer mit Top5 -Ergebnissen, auf die man ein Auge haben sollte sind an diesem Wochenende in dieser Reihenfolge: Juan Pablo Montoya (Platz 4 in 2009), Mark Martin (4 Top7 in neun Rennen, darunter ein Sieg und ein dritter Platz) und Ryan Newman (Platz 2, 2 und 1 in den ersten drei Jahren).

Für die Top10 habe ich noch AJ Allmendinger, Jamie McMurray, David Reutimann, Dale Earnhardt Jr, Kasey Kahne und Joey Logano auf dem Plan. Die drei letztgenannten Piloten sind auf Anhieb vielleicht eher nicht so die erste Wahl, doch Earnhardt (5 Top13 in neun Rennen) und Kahne (2 Top10 in sechs Rennen) haben gezeigt, dass sie in Kansas gut zu Recht kommen, auch wenn es in 2010 momentan eher nicht so läuft. Joey Logano landete auf dem Kansas Speedway in seinen beiden einzigen Rennen zwar jenseits der Top10, doch in seinem dritten Cup-Jahr hat er schon so manches Top-Resultat abgeliefert. Die beiden Top4-Ergebnisse in den letzten drei Saisonrennen sprechen eindeutig für mehr.

Nach der Einzelbetrachtung der Fahrer wird deutlich, dass Jimmie Johnson nach seinem Sieg in Dover das Ruder in der Meisterschaft übernehmen könnte. Joe Gibbs Racing ist in Kansas bei weitem nicht so gut aufgestellt, wie der Rest der Chase-Piloten. Denny Hamlin und Kyle Busch könnten ihre Führungsrolle in den Playoffs ebenso wie ihr „momentum“ also durchaus verlieren, wenn das Team nicht deutlich anzieht. In der NASCAR kann aber natürlich alles passieren und hinterher kommt wieder alles ganz anders als vermutet.

Die Fahrer von Richard Childress Racing sind weiterhin Kandidaten für unauffällige und solide Ergebnisse, die ein Dranbleiben im Meisterschaftskampf ermöglichen. Für Clint Bowyer ist nach seiner Bestrafung aber vermutlich alles gegessen, denn das Aufholen von 235 Punkten Rückstand nach zwei Rennen ist in den verbleibenden acht eigentlich unmöglich. Ein durchschnittlicher Cup-Meister fährt in den Playoffs normalerweise höchstens einmal nicht in die Top10. Der Einspruch von Teamchef Richard Childress wurde indes übrigens abgelehnt und geht nun erneut in die Berufung, dieses Mal mit Unterstützung eines Experten für die Rekonstruktion von Unfällen. Dabei soll bewiesen werden, dass das Anschieben durch den Abschleppwagen nach dem Rennen der Grund für die regelwidrige Höhe des Kotflügels war. Mal schauen, was da kommt. Die Aussicht auf Erfolg dürfte weiterhin gering sein.

Außerdem nicht mehr in Schlagdistanz sind Greg Biffle (-140), Tony Stewart (-162) und Matt Kenseth (-165). Diese drei Piloten müssen in Kansas einen Sieg einfahren, um noch Chancen auf die Meisterschaft zu behalten. Da zwei dieser drei Fahrer ja auch dafür in Fragen kommen, könnte sich das Rennen als äußerst spannend darstellen. Was macht Joe Gibbs Racing? Welche Fahrer können sich langsam aber sicher aus der Entscheidung verabschieden? Beginnt Jimmie Johnsons Dominanz nach dem Sieg in Dover erst richtig? Das sind die größten Fragen an diesem Wochenende in Kansas.

Wie gewohnt folgen nach der Statistik mit den Rennergebnissen der Chase-Fahrer in Kansas und den Meisterschaftstabellen noch die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende. Der Freitag hat viel TV-Time zu bieten, während am Samstag kaum etwas von den Sendern übertragen wird. Das Cup-Rennen ist in dieser Woche noch einmal am Sonntag um 19 Uhr, während Fontana sieben Tage später dann um 21 Uhr beginnen wird.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 01.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED

Samstag, 02.10.
16:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
19:50 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2 um 00:30 Uhr
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Kansas Lottery 300), ESPN2

Sonntag, 03.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Price Chopper 400 presented by Kraft Foods), ESPN

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