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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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August 22 2011

06:46

ALMS: Fotofinish in Road America

Gleich in zwei Klassen gab es ein extrem spannendes Finish beim ALMS Rennen auf dem Kurs von Road America. Aber auch die oft kritisierte LMPC Klasse überraschte.

Groß ist das Starterfeld der LMP-Klassen in der ALMS ja nicht gerade, aber das reicht dennoch um spannende Rennen zu produzieren. Die Eigenart der US-Serien, das Feld gegen Ende des Rennens mal wieder zusammen zu führen, sorgt halt auch dafür, dass die Rennen am Ende immer wieder extrem eng sind. In der LMP1 prügeln sich regelmäßig der Dyson Lola mit Smith/Dyson und der Muscle-Milk Aston mit Graf/Luhr am Steuer um den Sieg. Dank der BoP sind beide Wagen ungefähr gleich auf und der alte Aston Martin mit 12 Zylinder zeigt, zu welchen Leistungen er noch in der Lage ist. Kein Wunder, dass er Aston selber ihn jetzt wieder ausgegraben hat und auch in der LMS einsetzen wird. Dennoch wurde es ein hartes Rennen für die deutschen Fahrer.

Schon in den ersten Kurven wurde klar, dass das kein einfaches Rennen für den Aston Martin wird, der sich die Pole geholt hatte. Doch nach drei Kurven war man die Führung schon wieder los. Steven Kane im zweiten Dyson-Lola schien seine Dunlop-Reifen schneller auf Temperatur bekommen zu haben und stach in T3 innen durch. Kane konnte seine Führung auch bis zur ersten Gelbphase nach wenigen Runden verteidigen und der Restart zeigte dann wieder ein ähnliches Bild. Zunächst spielte Klaus Graf das überlegende Drehmoment seines Wagens aus, doch Kane konterte wieder in T3 und ging erneut in Führung. Kane konnte den Vorsprung auf Graf sogar leicht ausbauen, was allerdings vermutlich auch etwas damit zu tun hatte, dass Klaus Graf in seinen ersten Stint auch etwas spritsparender unterwegs war, denn der 6 Liter Motor des Aston braucht dann doch etwas mehr, als die 2-Liter Mazda Maschine im Dyson.

Das Rennen plätscherte lange ein wenig vor sich hin, auch wenn es an der Box von Muscle Milk beim ersten Stopp jede Menge Aufregung gab, als am Benzineinlass beim Tanken ein kleines Feuer entstand. Steven Kane konnte in seinem Dopplestint die Führung locker verteidigen und übergab dann an seinen Partner Humaid al Masaood übergab. Doch der zerlegte den Lola dann in Führung liegend so dass der Aston dann in Führung ging.

Diese verteidigte die Mannschaft dann auch, auch wenn Chris Dyson von hinten teilweise ordentlich Druck machte. So richtig in Schwung kam das Duell jedoch in den letzten 45 Minuten, als man während der letzten Caution zusammen an die Box kam. Der Aston hatte aber nur noch gebrauchte Reifen, während der Dyson auf frischen Pneus unterwegs war. Es entwickelte sich ein enges, hartes aber immer faires Duell zwischen beiden auch in der Meisterschaft führenden Teams. In der letzten Runde hing Dyson mit seinem Lola im Zentimeterabstand hinter dem Aston und suchte seine Chance. Gleichzeitig hatte man bei Mucsle Milk Sorgen, dass der Sprit mal wieder ausgehen würde. So wie im letzten Jahr, als man zwei Kurven vor Schluss den sicher geglaubten Sieg abgeben musste, weil der Tank von Klaus Graf trocken war. Doch dieses Mal reichte es für den Aston und er gewann mit gerade mal einem Zehntel Vorsprung vor dem Lola-Mazda.

GT
In der GT-Klasse gab es die üblichen Raufereien zwischen den BMW, Corvette und Ferrari. Zunächst hatten die Corvette die Nase vorne, allerdings nur sehr knapp vor den BMW, die im Laufe des Rennens dann die Oberhand gewannen. Wie eng es zugeht konnte man nach einer Stunde sehen, als Toni Vilander um F458 und Oliver Gavin in der Corvette sich nach einem Boxenstopp in der ersten Kurve nicht einig waren und beide sich fast drehten. . Was dem BMW mit Bill Auberlen erlaubte in Führung zu gehen.

Etwas als sonst sah man von den Porsche, die immerhin mal wieder um einen Podiumsplatz kämpfen konnten. Der Flying Lizard 911er mit Jörg Bergmeister und Patrick Long lag bis weniger Minuten vor Schluss auf Platz 3, musste sich aber am Ende doch mit P4 begnügen, weil der heranstürmenden zweiten BMW nicht aufhalten konnte. Mehr war für Porsche nicht zu holen, an einen Sieg war eh nicht zu denken, auch wenn man etwas dichter dran war.

Während die Corvette vorne gegen Ende des Rennens mal wieder Probleme hatten, entwickelte sich ein schöner Kampf zwischen beiden BMW und dem Ferrari F458 von Risi Competizione. Offenbar hat man bei Ferrari in den letzten Wochen jene Leistung gefunden, die man bisher vermisst hatte. Ferrari selber hatte zugestanden, dass der Motor noch nicht die Leistung bringt, die man sich erhofft, und man einige Wochen hinter dem Zeitplan hängt. Das Problem scheint sich erledigt zu haben, denn nach der letzten Caution rang der Ferrari den BMW mit Dirk Werner nieder und erarbeitete sich auch noch eine gemütliche Führung von knapp 9 Sekunden, was in der engen GT-Klasse ja nicht gerade wenig ist. Wenn man bedenkt, dass der F458 gerade seine erste richtige Saison fährt, kann man sich vorstellen, was da im nächsten Jahr noch kommen wird. BMW und Chevrolet werden sich warm anziehen müssen, ob Porsche mit dem neuen GTR, der im Moment getestet wird, wieder um Siege kämpfen kann, wird man sehen müssen.

LMPC

In der LMPC gewann der PR1/Mathiasen Motorsport Wagen mit Butch Leitzinger und Rudy Junco Jr. am Steuer. Das war nicht gerade überraschend, die Endposition des Wagens jedoch schon. Weil in der P1 und P2 mal wieder wenig Wagen unterwegs waren, die dann auch noch Probleme hatten, gelang es dem LMPC einen beeindruckenden dritten Platz in der Gesamtwertung einzufahren.

Dabei war der Sieg von Leitzinger/Junco in der Klasse lange gar nicht so sicher. Denn das Team der #63 Genoa Racing übte lange massiv Druck aus, und konnte ein ums andere Mal auch die Führung in der Klasse erlangen. Erst nach der letzten Caution setzte sich Junco ab und konnte den Sieg festzurren.

GTC
Die GTC zeigte auch mal wieder ein spannendes Rennen, aber die letzte Runde toppte dann doch alles. Jeroen Bleekemolen lag in der letzten Runde auf P3, schappte sich aber zunächst den zweitplatzierten um dann zwei Kurven vor Schluss den Führenden zu überholen. Der rächte sich mit einem kleinen Stupser in der letzten Kurve, doch der Niederländer konnte trotz eines schleichenden Plattfuss noch den Sieg holen.

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July 25 2011

15:48

ALMS: Analyse Mosport 2011

Ein überaus dominanter Aston Martin und wie immer enge Kämpfe in den GT-Klassen erbrachte das Rennen in Mosport, das aber dennoch eher langweilig war.

Man muss mal deutlich sagen: Die ALMS hat ein Problem und das geht tiefer, als es der Serie lieb sein kann. Das gestrige Rennen der LMPs zeigte das nur allzu deutlich. Denn vorne konnte der Muscle Milk Aston Martin machen was er wollte – es gab einfach keine Konkurrenz. So schön der Sieg von Lucas Luhr und Klaus Graf aus deutscher Sicht auch sein mag, sportlich ist fast wertlos. Der Aston, immerhin basierend auf dem 2009er Modell, war derartig überlegen, dass das Rennen eigentlich nach drei Runden schon gelaufen war. Pro Runde knöpfte man der einzigen ernstzunehmenden Konkurrenz, dem Dyson Lola-Mazda, teilweise 3 Sekunden ab. Und das auf einer Strecke, auf der Rundenzeiten um die 1.10 min gefahren werden. Selbst ein Rundenverlust half da nicht weiter.

Vor der ersten Gelbphase nach ca. 30 Minuten, lag der Aston Martin derart locker in Front, dass er schon in den Schongang schalten konnte. Doch dann “verpasste” die Rennleitung den Führenden, als man die Boxengasse aufmachte. Bei Muscle Milk war man sich sicher, dass das kein Versehen war, schon gar nicht auf der kurzen Strecke und bei der ALMS, die für ihre länglichen Gelbphasen selbst bei Nichtigkeiten bekannt ist. Man hätte also noch eine Runde warten können, bis man die Boxengasse öffnet, damit alle LMP1 gleichzeitig reinkommen konnten. So tuckerte der Aston noch ein paar weitere Runden rum, bis er endlich zu seinem Stopp durfte und verlor dabei fast eine Runde. Doch das half dann auch nichts, denn Luhr und Graf prügelten den Aston dann vehement um den Kurs und schnappten sich den Dyson dann eine Stunde vor Schluss ohne Probleme. Am Ende hatten sie dann wieder einen beruhigenden Vorsprung. Bemerkenswert dabei ist dann noch, dass die schnellste Runde vom Lola gefahren wurde. Der Aston musste nicht mal an seine Grenzen gehen, sondern nur konstant schneller sein.

Die ALMS müsste den Aston von Greg Pickett heftig einbremsen, damit der Rest überhaupt eine Chance hat. Aber welcher Rest wäre das? Neben dem Dyson gab es in Mosport nur noch den Dyson-Oryx Lola mit Al Masaood, der zwei Runden Rückstand hatte.

Immerhin ging es in den GT-Klassen dafür um so heftiger zur Sache. Dort schienen die BMW die Sache zunächst im Griff zu haben, aber so deutlich, wie in den Rennen zuvor, war es dann auf der Strecke doch nicht. Der Ferrari F458 von Risi mit der übliche Fahrerkombi Melo/Vilander, setzte den BMW zu. In Reichweite blieb auch die Corvette von Gavin/Magnussen. Doch die BMW wurden im Rennen ordentlich gerupft. Erst erwischte es den Polesitter Joey Hand, als ihn sein Team etwas zu früh los ließ und er mit dem Risi Ferrari in der Box fast kollidierte. Das führte dann zu einer Stop and Go. Im weiteren Verlauf des Rennens erwischte es dann den zweiten BMW mit Aubelen/Werner. Aber Werner hatte eine vermeidbare Kollision mit dem führenden Porsche der GTC. Eine kleine Unachtsamkeit von Werner, die ihm ebenfalls eine Stop/Go Strafe einbrachte. Das spülte dann die Corvette von Magnussen nach vorne, die mehr oder weniger kampflos in den letzten Runden das Rennen nach Hause fahren konnten.

In der GTC war es bis zu letzten Kurve spannend. Nachdem Dirk Werner den Führenden Pumpelley abgeschossen hatte, führte des Kollege von Moltke das Feld an. Erst in der letzten Runde, auf der letzten Geraden konnte Pumpelley wieder die Spitze übernehmen, obwohl sich Moltke mit Händen und Füssen wehrte.

In der LMPC feierten Gunnar Jeannette und Ricardo Gonzalez ihren zweiten Klassensieg in diesem Jahr. Leider sah man davon in der Übertragung von ESPN wenig bis gar nichts, allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Sieger glatte zwei Runden Vorsprung hatten.

Ein eher zähes Rennen war das in Mosport, einer Strecke, die zwar viel Traditon hat, aber in Sachen Sicherheit eh etwas zurückgeblieben ist. Die hübschen, weißen Mauern am Rand haben nicht mal Reifenstapel, geschweige denn eine “Safer Wall”. Bei den Geschwindigkeiten eigentlich absurd. Vielleicht wird es ja in Zukunft besser, denn Ron Fellows ist nun Teilhaber der Strecke.

LR1_4449 LR1_5651 LR1_5594 LR1_5178 LR1_5155 LR1_4752 LR1_4722 LR1_4581 LR1_4455 LR1_4442 LR1_4434

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September 30 2010

17:38

ALMS: Vorschau Petit Le Mans 2010

Am Saisonende steht wie immer ein weiteres Highlight der Prototypen an. Das 10 Stunden Rennen Road Atlanta wird noch einmal zum großen Schlagabstausch zwischen Audi und Peugeot.

Zunächst ein Wort zur Verfügbarkeit der Livebilder vom Rennen. Wie gestern schon geschrieben, hat Kabel Deutschland MotorsTV etwas überraschend aus dem Programm genommen. Auch die Franzosen waren verblüfft, wie man aus der Stellungnahme lesen kann. Kabel Deutschland Kunden haben leider keine Möglichkeit das Rennen zu sehen, es sei denn, sie begeben sich im Netz auf die Suche nach einem verfügbaren Stream. SpeedTV selber zeigt das Rennen leider nicht auf der Webseite, man wird also im trüben fischen müssen. Wir geben uns Mühe im Chat auf den ein oder anderen Stream hinzuweisen. Unity Media, Hansenet und T-Home Kunden sind von dem Problem nicht betroffen. Was mit Kabel BW ist, kann ich leider nicht sagen. Wir werden uns hier bemühen, ein Liveblog auf die Beine zu stellen. Ich bin allerdings bis Samstagmittag in Oschersleben, daher könnte es etwas knapp werden. Ansonsten empfehle ich die Kombination Radio Le Mans und Livetiming. Aber jetzt zum Rennen.


LMP1

Audi und Peugeot haben richtig groß aufgefahren. Die Ingolstädter haben zwei Wagen über den Atlantik geschifft und treten in Bestbesetzung an. Startnummer #7 wird von den “All-Stars” Kristensen, Capello und MacNish bewegt, in der #8 sitzen die nicht unerfahrenen Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer. Der Einsatz von Lotterer ist eine kleine Überraschung, aber der Deutsche verdient sein Geld ja höchsterfolgreich in der Japan GT und bringt viel Erfahrung mit. Die Besetzung deutet auch an, das sich bei Audi für 2011 eine Menge tun wird. Klar ist, dass Audi für den R18 in den USA zwei Partner sucht. Das Highcroft Team steht da wohl ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen. Auch wird man werksseitig 2011 in der LMS antreten. Der Einsatz in beiden Serien bedeutet, dass man jede Menge Fahrer braucht, was auch erklärt, warum man so viele Audi-Piloten in anderen Wagen einsetzt. Der R15+ kommt mit jener leicht veränderten Aerodynamik, die man schon Silverstone auf den Wagen geschnallt hatte. Angeblich werkeln unter der Haube schon sehr viele Teile des R18. Man will nicht noch einmal den Fehler begehen, einen mehr oder weniger im Renneinsatz ungetesten Wagen nach Le Mans zu schleppen. Klar ist aber auch, dass man den Peugeot auch in den USA vermutlich unterlegen ist.

Die Franzosen setzten auch zwei Wagen ein. #07 ist mit Marc Gene, Alexander Wurz und Anthony Davidson besetzt, in der #08 wechseln sich Pedro Lamy, Franck Montagny und Stephane Sarrazin ab. Nominell gesehen hat Peugeot also das stärkere zweite Auto. Den Wagen hat Peugeot nicht verändert, beim Motor setzt man aber, wie schon in Silverstone, lieber wieder auf Stahlpleuel, statt auf die Titan-Variante, die in Le Mans so katastrophal versagt hat. Die beiden 908 erleben ihren letzten Einsatz und sind klare Favoriten. In den bisherigen Testsessions lagen sie aber nicht so deutlich vorne, wie man das vielleicht erwarten würde. Kann aber sein, dass die 908 bisher nur mit vollen Tanks auf die Reise geschickt wurden.

Die normalerweise in der ALMS startenden Teams werden sich wohl nur um den Platz “best of the rest” streiten können. Netterweise liegen die gemeldeten Teams in diesem Jahr aber schön eng zusammen, so dass man hier einen spannenden Kampf erwarten kann. Der sehr schnelle, leider aber auch etwas anfällige Intersport Lola zeigte in den ersten Sessions, dass er jede Menge Speed hat. John Fields hielt den Abstand auf die Werksteams immerhin bei rund 2 Sekunden. Auch der Porsche RS Spyder vom Muscle Milk Team ist mit Klaus Graf, Sascha Maasen und Lucas Luhr nicht nur erstklassig besetzt, sondern auch schnell unterwegs. Die Deutschen dürften die Fahrer sein, die es zu schlagen gilt, wenn man Platz 5 in der LMP1 erreichen möchte.

Das Team seiner Lordschaft Drayson ist natürlich auch dabei und wie üblich muss der erstaunlich schnelle Johnny Cocker die Kohlen aus dem Feuer holen. Der Lord hat sich für das Petit Le Mans allerdings mit dem Ex-Audi-Mann Emanuele Pirro verstärkt und wird seine eigene Einsatz wohl auf ein Minimum beschränken, was den Chancen des Teams sicher nicht abträglich ist.

Highcroft ist wie immer mit dem Ex-Acura am Start, doch in den letzten Rennen schien der Mannschaft etwas der Speed ausgegangen zu sein. Der Vorteil des ARX ist seine Standfestigkeit und sein etwas besserer Spirtverbrauch verglichen mit dem sehr durstigen Intersport und dem Porsche. Hier könnte man über die Distanz also eine Menge erreichen, auch wenn man nicht den Topspeed mitgehen kann. Chancenlos ist wohl die Familie Dyson mit dem Lola/Mazda. Der Motor geht gut, hat aber auch Verbrauchsprobleme. Auch der grell-orange Autcon Lola wird nur schwerlich die Zielflagge sehen.

Die Meisterschaft in der LMP-Klasse der ALMS ist aber so gut wie entscheiden. David Brabham und Simon Pagenaud führen mit 152 Punkten vor Klaus Graf mit 136 Zählern. Der kann eigentlich nur Meister werden, wenn der ARX einen Komplettausfall erlebt. Was aber natürlich in einem 10 Stundenrennen immer möglich ist.

GT-Klasse
Wie üblich dürfte der heftigste Kampf in der GT-Klasse ausgefochten werden. In der Meisterschaft führen Bergmeister/Long mit 139 Punkten vor Gianmarina Bruni, der 117 Punkte sammeln konnte. Auch hier ist die Meisterschaft dann entscheiden, wenn Bergmeister/Long das Rennen in den Punkten beenden können. Die beiden Risi-Ferrari waren bisher recht flott unterwegs und die Paarung Bruni/Vilander ist ja auch nicht die schlechteste. Aber beim den Konkurrenten vom Flying Lizard Team weiß man ja auch, wie man eine Meisterschaft gewinnt. Ein wenig überraschend ist der (mögliche) Gewinn für Porsche schon, denn von der reinen Geschwindigkeit müsste man den Ferrari und der Corvette unterlegen sein. Dass Porsche es immer wieder schafft, den 911er so schnell zu bekommen, ist auch eines dieser Wunder.

Allerdings hat man in diesem Jahr auch oft vom Pech der Konkurrenz profitiert. Und vermutlich davon, dass die Veranstalter die BMW M3 GTR schwer eingebremst haben. Zusätzlich kam der Umstand, das sich die Corvette in ihrem ersten Jahr in der GT2 mit dem neuen “kleinen” V8 schwerer getan haben, als man erwarten konnte. Trotz der bekannt zuverlässigen Crew mit Gavin/Magnussen und O’Connell/Beretta, sind die Chevys aus Detroit nicht so richtig in Schwung gekommen. Das würde man zum Saisonende natürlich gerne anders machen, aber bisher haben die Corvette nicht ein Eindruck gemacht, als könnten sie noch einen Sieg einfahren.

BMW hat zwei GTR am Start. Die sind mit Auberlen, Millner, Werner und Hand, Müller, Priaulx besetzt. Vor allem die zweite Besetzung mit der Startnummer #90 sollte man im Auge behalten, denn da sitzen die schnelleren Piloten am Steuer. BMW hat sich ja noch nicht entschieden, ob man den wunderschönen GTR auch 2011 wieder ins Rennen schickt, aber wenn sie das machen, würde ich gerne öfter eine solche Besetzung sehen. Nichts gegen Bill Auberlen und Millner, aber die allerschnellsten sind sie nicht.

Das “dark horse” in der GT-Klasse ist ohne Zweifel der Porsche 911 Hybrid, den die ALMS ohne jede Einbremsung an den Start gelassen hat. Bei den 24 Stunden vom Nürburgring hatte man dem Porsche aus Angst ja noch 30 Kilo ins Auto gepackt, was die Rundenzeiten auf der langen Strecke arg nach unten drückte. Nach dem Ausfall der meisten Favoriten stoppte allerdings erst ein ärgerlicher, kleiner Materialfehler im Getriebe die Siegesfahrt. In der ALMS muss sich der Hybrid allerdings nicht mit Fahrzeugen rumschlagen, die mehrheitlich dem GT3 Regelement entsprechen, sondern mit echten, lang erprobten GT2 Wagen. Da ist in der Klasse selbst nach 12 Stunden Rennen noch um Zehntel geht, wird es der Werksporsche nicht leicht haben. Das zusätzliche Gewicht, dass der Hybrid halt so mitbringt, drückt auf den Spritverbrauch und den Reifenverschleiss. Bisher humpelte der 911er aus Stuttgart auch dem Feld hinterher, aber das kann auch daran liegen, dass man aus Angst vor einer kurzfristigen Entscheidung in Sachen Gewichtserhöhung die Karten lieber nicht aufdeckt. Vermutlich wird man erst im Rennen sehen, was der Hybrid so drauf hat. Ich rechne nicht mit einem Sieg, aber schon damit, dass er für Wirbel sorgen wird.

Nicht unerwähnt sollten folgende Wagen bleiben

- Die Familie Robertson ist mit dem Ford GT natürlich auch wieder dabei und steht im Weg rum. Sie setzten sogar einen zweiten GT ein, der u.a. von Boris Said gefahren wird.

- Sein Debüt feiert der skurille Panoz Abruzi, der allerdings bisher noch keine Runde gedreht hat. Wird wohl ein kurzes Vergnügen.

- Der Jaguar hat sich in diesem Jahr vor allem damit ausgezeichnet, dass er nicht hinter her kam. Das hat Paul Gentilozzi nicht daran gehindert, für das Petit Le Mans einen zweiten Wagen anzumelden.

Die LMPC und Porsche Cup Gruppen schenke ich mir jetzt mal.

Das Rennen geht um 17.00 Uhr los und sollte so gegen 3.00 Uhr zu Ende sein. Wenn es nicht, wie im letzten Jahr, wieder aus Eimern schüttet und man das Rennen verkürzt.

Unbedingt ausdrucken sollte man sich den Spotterguide.
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August 24 2010

15:49

Analyse: LMS und ALMS – A Day of Firsts

Beide Le Mans-Serien boten einiges an Spektakel und vor allem überraschende Ergebnisse und Vorentscheidungen in einigen Meisterschaftswertungen.

Schon in den Trainingssessions der Le Mans Series zeichnete sich ab, dass der Vorsprung des Oreca-Peugeots vor der Benziner-Konkurrenz aus beiden Prototypen-Klassen nicht allzu groß sein würde – dass es dann Danny Watts im Strakka-HPD tatsächlich auf die Pole Position schaffte, war dann aber doch überraschend. Der Peugeot schaffte es gar nur auf Rang 4, hinter den beiden Rebellion-Lola, deren viel Abtrieb produzierendes Chassis auf dem engen Hungaroring so gut passte wie nirgendwo sonst.

Watts war am Start gegen die großen LMP1-Maschinen chancenlos, war sich dessen auch bewusst und machte Platz. Er sortierte sich auf Rang 4 ein und hielt mit. Vor ihm jedoch duellierte sich für die erste Hälfte des Rennens der jeweilige Peugeot-Pilot zunächst mit Andrea Belicchi, dann mit Jean-Christophe Boullion. Der geringere Diesel-Verbrauch bescherte dem Oreca-Team im Laufe der Zeit eine größere Führung, auch einige Fehler der Rebellion-Piloten kamen dazu, wie es überhaupt viel Gerangel beim Überrunden und viele Ausrutscher auf dem wegen der Hitze rutschigen Asphalt gab.

Dann schlug nach etwa zwei Renndritteln das der Defektteufel zu: sowohl bei der Rebellion-#13 als auch beim Peugeot – der zu diesem Zeitpunkt schon Rundenvorsprung hatte – streikte beinahe zeitgleich das Getriebe, möglicherweise spielte auch hier die Hitze ein Rolle, wie beispielsweise bei den Orecas der Formula Le Mans-Klasse, die fast geschlossen ausfiel.

Da auch der zweite Rebellion-Lola sowie der Signature-Aston Martin mit Problemen zurückgefallen waren, erbten Leo und Greg Mansell, beobachtet von Vater Nigel in der Box, die LMP1-Führung – jedoch nicht die Gesamtführung, denn vor ihnen lagen stets fünf bis sechs LMP2-Fahrzeuge. Nachdem das Strakka-Team den Stint des vergleichsweise langsamen Gentleman Driver Nick Leventis (um den herum das Team überhaupt nur aufgebaut wurde) in Führung überstanden hatte, war ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen und so gab es den ersten Gesamtsieg in der Le Mans Series für ein LMP2-Team. Quifel-ASM, Oak, RML, Bruichladdich und Racing Box kamen jeweils mit Rundenabstand dahinter ins Ziel, erst dann mit dem Beechdean-Mansell-Ginetta der LMP1-Sieger.

Die Klassen GT1 und Formula Le Mans sind kaum der Rede wert: letztere löste sich im Laufe des Rennes auf, nur das die Meisterschaft anführende #43 DAMS-Auto (Barlesi/Cicognani/Chalandon) kam ohne technische Probleme über die Distanz. In der GT1 blieb nach einem äußerst heftigen Crash des eFX Atlas-Saleen, bei dem Carlo van Dam aber nicht zu Schaden kam, nur der Larbre-Saleen übrig. Das Atlas-Team wird das Fahrzeug wohl auch nicht bis Silverstone wieder aufbauen können, sodass Larbre Meister ist – nun steht nur noch ein einziges unverdient unrühmliches „Rennen“ für diese Klasse an.

In der GT2 schien es zunächst, als würde die Ferrari F430 der Teams AF Corse und CRS das Wochenende dominieren. In der Quali räumte man die ersten drei Plätze ab und auch im Rennen lagen lange drei Ferrari vorn. Doch je dunkler und kühler es wurde, desto stärker wurde das Felbermayr Proton-Team, bis Richard Lietz und Marc Lieb in Runde 154 die Führung übernahmen und sie nicht mehr hergaben. Andrew Kirkaldy versuchte alles, um den Sieg für CRS zu holen, bis kurz vor Schluss verfolgte er Lietz mit teilweise nur einigen Zehntelsekunden Abstand, doch vorbei kam er nicht und musste in den letzten Runden abreißen lassen.

Rang 3 erreichten dahinter Patrick Pilet und Raymond Narac mit einem eher unauffälligen Rennen, erst dann kamen zwei der drei AF Corse-Ferrari ins Ziel, Alesi/Fisichella/Vilander vor Alvaro Barba Lopez und Alvaro Parente, der sich bei seinem LMS-Debüt sehr wacker schlug. Für Rob Bell und Darren Turner reichte es nach dem vierten Rang in Portimao dieses Mal zu Platz 6, nachdem man das quälende Untersteuern der Startphase abstellen konnte.

Die Meisterschaft ist Richard Lietz und Marc Lieb nun kaum noch zu nehmen: 15 Punkte beträgt der Vorsprung auf Alesi/Fsichella/Vilander, genau so viele Zähler gibt es für den Rennsieg, einen weiteren kann man durch die Pole Position dazuverdienen.

Ähnlich ist der Stand der Dinge in der LMP2, wo RML sieglos, aber dank Konstanz um 13 Punkte vorn liegt. Strakka mag zwar das schnellste Team sein, aber zwei Ausfälle in nur vier Rennen haben die Meisterschaftschancen beinahe zunichte gemacht.

Wirklich spannend ist allerdings die Meisterschaft in der Königsklasse, der LMP1: hier haben beim Saisonfinale der Oreca-Peugeot (49 Punkte), der Signature Plus-Aston Martin (47), der #7 Audi R15 (44) und die beiden Rebellion-Lola (43 bzw. 41) noch Meisterschaftschancen. Zu beachten ist natürlich, dass in Silverstone die versammelte Werkskonkurrenz von Audi, Peugeot und Aston Martin am Start sein wird – das wird zumindest die Chancen von Signature und Rebellion minimieren, die Frage wird also sein, ob die Crew des Oreca-Peugeot es schafft, nicht mehr als sechs Punkte weniger zu holen als Audis Top-Besetzung Capello, McNish und Christensen in der #7.

American Le Mans Series

Der Sommer wird immer besser für Drayson Racing: zunächst die Zielankunft in Le Mans, dann der zweite Platz beim ALMS-Lauf in Utah, die erste Pole vor zwei Wochen in Mid-Ohio und nun die nächste Pole, wieder herausgefahren vom immer mehr aufblühenden Jonny Cocker. Seit dem Petit Le Mans 2009, also seit fast einem Jahr, fährt die britische Mannschaft in der LMP1-Klasse mit, bisher fehlte es aber stets an der Zuverlässigkeit oder am letzten Quentchen Glück. Bisher…

In dem unglaublich spannenden Sprit-Krimi von Elkhart Lake fiel die Entscheidung zwei Kurven vor der Zielflagge, als Klaus Graf im Cytosport-Porsche auf dem Weg zur Canada Corner nicht schnell genug am Robertson Ford GT vorbeikam und dann nach Kampflinie und mit magerem Benzingemisch nicht optimal aus der Kurve herausbeschleunigen konnte. Cocker nutzt die Chance und zog vorbei, nachdem er zwanzig Minuten vor Schluss seinen letzten Tankstopp eingelegt hatte. Und so räumte Drayson Racing alles ab, was es zu gewinnen gab: Gesamtsieg, Pole, Schnellste Rennrunde und den Sieg in der Green Challenge-Wertung der Prototypen. Außerdem dürfte es der erste Gesamtsieg für ein E85-befeuertes Fahrzeug in der ALMS gewesen sein.

Doch von Anfang an: Zunächst war es Johnny Mowlem im turbogeladenen Autocon-Lola, der in Führung ging und diese ganze 23 Runden lang halten konnte. Die zwar angeglichene, aber eigentlich ja für die LMP2 konstruierte Konkurrenz konnte mit den kleineren Motoren nicht mithalten, der Intersport-Lola erlag früh einem Motorschaden und seiner Lordschaft Paul Draysons ehrenvolle Aufgabe war es, konstant und fehlerfrei seinen Stint abzuspulen. Denn auf einer Strecke wie der Road America, wo die Spreu vom Weizen getrennt wird, kann der Privatier nicht mit Vollprofis a la Mowlem, Timo Bernhard und Simon Pagenaud mithalten. Drei bis vier Sekunden fehlten pro Runde, aber dieses Programm spulte er immerhin bis zum Fahrerwechsel gegen Rennmitte fehlerfrei und konstant ab. Ohne die Gelbphasen wäre es zwar wohl trotzdem schwierig gewesen, in der Führungsrunde zu bleiben, aber das Team hätte in dem Fall den Fahrerwechsel früher vornehmen können.

In Runde 23 streikte dann das Autocon-Getriebe, in der Folge kämpften Chris Dyson, Simon Pagenaud und Timo Bernhard um die Führung. Das Bild änderte sich mit der dritten Caution: Jonny Cocker übernahm den grünen Lola mit der #8. Draysons Rückstand war zum Glück des Teams von der Gelbphase wieder egalisiert worden, sodass Cocker sofort vorn mitmischen konnte: beim Restart nach einer weiteren Gelbphase  (aufgrund eines kuriosen Unfalls des GTC-Porsches von Bryce Miller) flog der junge Brite – der übrigens heute 24 Jahre alt wird! – am Porsche RS Spyder und dem HPD ARX-01c vorbei und ging in Führung.

Bis zu sechs Sekunden schneller fuhr er Cocker der Folge – die langen Geraden bevorteilen natürlich die LMP1-Fahrzeuge. Allerdings würde er noch einen weiteren Stopp einlegen müssen. Die SpeedTV-Kommentatoren wunderten sich, dass er das nicht während der letzten Caution getan hatte, aber der entscheidende Unterschied ist, dass Drayson im Gegensatz zu Highcroft, Dyson und Cytosport Konkurrenz den E85-Sprit nutzt, der aufgrund der geringeren Energiedichte einen höheren Verbrauch bedeutet. Dieser Nachteil kostete das Team in Salt Lake City den Sieg und auch hier sollte es wieder knapp werden

Zwanzig Minuten vor Schluss steuerte Cocker die Box an und stand entsprechend dem hohen Verbrauch auch vergleichsweise lange. Zwischen zwei und fünf Sekunden holte er danach jede Runde auf, kämpfte sich am Dyson-Lola und dem HPD vorbei und machte Jagd auf Graf im Porsche. Das Ergebnis ist bekannt, der Weg dahin sah so aus:

Der Tank war, wie Cytosport hinterher per Twitter mitteilte, wohl nicht leer, sonst hätte es Graf kaum noch den Berg hinauf geschafft, aber die Kombination aus knappem Sprit und der schwierigen Überrundung haben das Team wohl den Sieg gekostet. In der Meisterschaft hat Graf trotzdem drei Punkte auf Pagenaud und Brabham aufgeholt, der Rückstand beträgt noch 20 Punkte. Die sind theoretisch zwar aufholbar, aber bei der Konstanz des Highcroft-Teams, für die dieser dritte Platz das schlechteste Saisonergebnis war, wäre es zumindest überraschend.

In der GT-Klasse ging es ebenfalls hoch her, aber im Endeffekt war BMW nicht zu schlagen, auch wenn nur einer der beiden das Ziel erreichte. Für Bill Auberlen war bereits früh Feierabend, nachdem er in Runde 10 mit dem Flying Lizard-Porsche und Scott Tucker, dem LMPC-Meisterschaftsführenden, aneinandergeriet. Tucker und Auberlen schlugen auf dem Vollgasstück in Richtung Canada Corner hart ein, aber beide Fahrer waren in Ordnung. Es stellt sich die Frage, ob man die LMP Challenge-Boliden mit dem neuen Restriktor nicht vielleicht etwas zu sehr verlangsamt hat. Auf der langen Road America waren sie pro Runde nur sechs Sekunden schneller als die GT-Fahrzeuge.

Joey Hand und Dirk Müller im anderen BMW waren jedoch nicht zu stoppen und fuhren nach einem Jahr an gleicher Stelle den verdienten zweiten Sieg in der ALMS ein, vor Bergmeister/Long und den beiden Corvettes. Die Risi-Ferrari schwächelten: für Melo/Bruni und Salo/Kaffer reichte es nur für die Klassenränge 6 und 7.

Damit wächst die Führung des Flying Lizard-Duos um 10 auf 18 Punkte an, Müller/Hand haben gar gleichgezogen mit Melo/Kaffer. Bei noch zwei ausstehenden Rennen ist aber noch nichts entschieden, denn beim Saisonfinale, dem Petit Le Mans, werden 30 Punkte für den Sieg vergeben statt der bei den kürzeren Renndistanzen üblichen 20.

In der LMPC gewannen Gunnar Jeannette und Elton Julian, Jeannette rutscht somit bis auf vier Punkte an Scott Tucker heran, der dank seines Doppeleinsatzes in beiden Level5-Autos trotz des Unfalls noch 13 Zähler für den dritten Klassenrang retten konnte.

Die GTC-Klasse dominieren weiterhin Jeroen Bleekemolen und Timothy Pappas, nach dem vierten Sieg in fünf Rennen haben sie nun einen Vorteil von 21 Punkten gegenüber Andy Lally, der durch Verschulden seines für den verhinderten Henri Richard eingesprungenen Teamkollegen Duncan Ende nur acht Punkte einsammeln konnte, und Velox Motorsport-Pilot Shane Lewis.

Vor dem Rennen verkündete Serienchef Scott Atherton außerdem den Rennkalender für das Jahr 2011. Er wird mit zehn Rennen ein Event mehr umfassen als der diesjährige Kalender. Dies wird vermutlich ein gemeinsamer Auftritt mit der IndyCar-Serie auf dem Stadtkurs von Baltimore am ersten Septemberwochenende sein. Laut Atherton ist es ein „done deal“, der aber noch nicht offiziell verkündet werden könne – man wird das vermutlich gemeinsam mit der Ankündigung der IRL und den Baltimore-Organisatoren machen.

Die 12h von Sebring und das Petit Le Mans bilden traditionell den Rahmen der Serie, beide werden ja auch zur Intercontinental Le Mans Challenge gehören. Das in diesem Jahr auf sechs Stunden verlängerte Rennen auf dem Mazda Raceway Laguna Seca wird aus dem Mai in den September verschoben, was etwas schade ist, da es sich als letzter Test vor Le Mans für die US-Teams aufgrund der Rennlänge gut eignete. Möglicherweise hat mein bei der ALMS-Führung die Hoffnung, an diesem Termin Mitte September einige europäische Teams anzulocken, falls die LMS-Saison zu diesem Zeitpunkt bereits vorüber sein sollte.

Und dann ist da noch ein „To be decided“-Event am Vortag des Independence Day. Von den diesjährigen Rennen fehlt der Miller Motorsports Park im Kalender, ob an jedem datum dort gefahren wird, oder ob Atherton für dieses große Wochenende noch etwas anderes aus dem Ärmel zaubert, bleibt abzuwarten.

Außerdem verkündete der CEO der ALMS, dass man die Rennlängen wieder mehr variieren werde, auf Wunsch der Fans würde man über längere Distanzen für einige Rennen nachdenken, um den Endurance-Gedanken wieder mehr zu betonen. Der Road America-Lauf etwa war bis 2008 ein 4h-Rennen. Fraglich ist, wie gut sich das mit der TV-Berichterstattung vereinbaren lässt, die Probleme der Live-Übertragung langer Rennen kennt man ja in Europa.

Wer will, kann übrigens seit diesem Wochenende an der a

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