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October 08 2013

05:44

NASCAR: Analyse Kansas Chase 2013 – Chrash, boom, bang

Eine regelrechte Caution-Orgie sorgte für ein interessantes Rennen der NASCAR. Und dann brannte auch noch ein Busch. Allerdings ein richtiger, nicht einer der Brüder.

Hollywood Casino 400Kalte Temperaturen, eine neue Asphaltdecke und mal wieder Reifenprobleme von Goodyear sorgten auf dem Oval in Kansas für einen sehr abwechselungsreichen Renntag, bei man allerdings ein wenig Geduld mitbringen musste. Denn 15 Cautions waren dann doch etwas viel für ein Rennen, auf der anderen Seite beschweren wir uns das halbe Jahr über langweilige 1,5-Meilen-Ovale, auf denen nichts los ist. Dann doch lieber etwas mehr Abwechslung, wobei einige Unfälle wirklich nicht schön aussahen. Der Spannung im Chase hat das Rennen ein wenig geholfen.

Schuld an den ganzen Cautions der NASCAR waren, glaubt man den Fahrern, zu einem großen Teil die Reifen. Goodyear hatte zum dritten Mal in diesem Jahr die sogenannten “Zone Tread”-Reifen für die linke Seite mit nach Kansas gebracht. Auf dem neuen, eher rutschigen Asphalt geben die Reifen etwas mehr Grip, was die Belastungen auf der rechten Seite etwas reduziert. Dadurch entstand aber wohl ein neues Problem, was sich meist ausgangs der Kurven zeigte. Sobald der Druck am Ausgang der Kurve auf die rechte Seite wieder etwas nachließ, neigten die Autos zum Übersteuern, was diverse Dreher verursachte. Praktisch jeder Fahrer hatte mindestens einen “close call”.

Aber ganz schuldlos waren die Fahrer auch nicht. Gleich in der ersten Runde erwischte es Danica Patrick, die in der ersten Kurve rechts abbog und ziemlich heftig in die Safer Wall einschlug. Der Wagen war komplett zerstört, der Tag für Danica damit gelaufen. Immerhin musste sie dann nicht weitere vier Stunden im Auto sitzen. So lange dauerte es nämlich, bis am Ende endlich der Sieger feststand.

An der Spitze ging es während des Rennens recht bunt zu. Zunächst konnte sich Pole-Sitter Kevin Harvick an die Spitze setzen, meist gefolgt von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Nach einem Drittel des Rennens hatte sich der bisherige Dominator des Chase, Matt Kenseth, die Führung geschnappt, doch lange konnte er sich dort nicht festsetzen. In einer der vielen Caution handelte er sich eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Box ein. Von dem Desaster konnte er sich bis zum Schluss nicht erholen. Nach dem Rennen klagte er über einen schwer zu fahrenden Gibbs-Toyota.

Überhaupt war es nicht das Wochenende der Gibbs-Mannschaft. Hamlin blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und Kyle Busch, immerhin aussichtsreich im Chase positioniert, haderte mit sich, dem Wagen, den Reifen und den Mitstreitern. Im Verlauf des Rennens gelang es ihm nicht wie gewohnt, in die Top 3 zu fahren, nach einem Restart gegen Mitte des Rennens versuchte er Montoya zu blocken, der ihn auf der unteren Linie überholen wollte. Montoya touchierte Busch, der sich in einen langen Dreher verabschiedete. Immerhin sammelte er im dichten Feld niemanden auf. Für seinen Ausfall sorgte er ein paar Runden später, als er in Turn 1 massiv in die Mauer einschlug. Der Toyota war vorne komplett platt, Busch selber konnte aber aussteigen. Nach dem Rennen gab er erst Montoya einen mit (“Den werden wir nicht vermissen”), dann Goodyear (“Schlechter Reifen”), bevor er schnell nach Hause flog.

Die kurioseste Caution kam dann in Runde 156, als plötzlich dichter Rauch über Turn 1 zog. Am Rande der Strecke brannte plötzlich eine Hecke und der Qualm vernebelte die Sicht. An eine Caution aus diesem Grund konnten sich die Veteranen auch nicht erinnern.

In der Schlussphase des Rennens hatte sich Noch-Meister Brad Keselowski an die Spitze gesetzt und behauptete diese problemlos. Doch dann machte das Team einen schwer zu verstehenden Fehler und ließ Keselowski zu lange draußen. Dies hatte zur Folge, dass ihm der Spirt ausging und er gerade noch so an die Box rollen konnte. Bis der Tank voll und der Motor wieder gestartet war, hatte der Penske-Mann zwei Runden verloren. Offensichtlich hatte man sich in Sachen Verbrauch verrechnet oder beim Stopp zuvor war weniger Sprit in den Tank geflossen, als man gedacht hat.

Kaum war Keselowski wieder im Rennen, zerlegte Brian Vickers seinen MWR-Toyta nachhaltig ausgangs Turn 2. Der Einschlag war heftig, der Wagen zerstört, aber auch Vickers konnte unverletzt aussteigen. Die schweren Unfälle glichen sich sehr. Ein Fahrzeug, allein, niemand rechts, links oder knapp dahinter, und doch rutschten die Autos plötzlich über die Hinterachse raus und waren nicht mehr zu kontrollieren. Ein “Save” war offenbar nicht mehr möglich, nachdem der Wagen einmal den Grip verloren hatte. Ob Goodyear die “Zone Tread”-Reifen in diesem Saison noch mal unverändert an den Start bringen wird, darf bezweifelt werden.

Die Endphase des Rennens verlief dann ruhig. Kevin Harvick gewann den letzten Restart, dahinter positionierte sich Kurt Busch, der wegen eines Unfalls im Training vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war. Hinter Busch kam Jeff Gordon ins Ziel, der allerdings nach dem Rennen einiges mit Busch zu diskutieren hatte. Man war im Rennen zwei Mal aneinander geraten, was man nach dem Rennen dann (friedlich) besprach.

Hinter Gordon lautete die Reihenfolge Logano, Edwards, Johnson. JJ musste in der letzten Runde seinen Motor abstellen, weil dieser wohl den Geist aufgegeben hatte. Es folgten Menard, Junior, Ambrose und Amirola. Matt Kenseth kam auf P11.

Im Chase hat sich Johnson an Kenseth ran gerobbt, dessen Vorsprung nur noch drei Punkte beträgt. Dahinter liegt nun Kevin Harvick, dem 25 Punkte auf Kenseth fehlen. Mehr Abstand haben schon Gordon (-32), Kyle Busch (-35) und Greg Biffle (-44). Die Chancen von Harvick, Gordon und Busch sind zwar noch intakt, aber wenn Kenseth und Johnson weiter so regelmäßig punkten, dürfte es schwer werden. Aber mit dem Rennen in Talladega folgt ja noch ein Lauf, der den Chase stark verändern kann. Am kommenden Samstag geht es erst einmal nach Charlotte zum Nachtrennen.

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June 21 2011

06:16

NASCAR: Analyse Michigan 2011

Ein echter “Burner” war das Rennen in Michigan ja nicht gerade, was Denny Hamlin aber am Ende vermutlich am allerwenigsten störte.

Es ist immer so eine Sache mit den ultrabreiten 1.5 Meilen Ovalen. In Las Vegas sind die Rennen durchaus brauchbar, in Michigan eher nicht. Und dabei sind beide Ovale fast baugleich, lediglich 2 Grad Banking gibt es in Las Vegas, was ja nun nicht den großen Unterschied machen sollte. Michigan steht meist für Verbrauchsrennen mit wenig Gelbphasen, was dann, ähnlich wie in Pocono dann immerhin den Vorteil hat, dass die Rennen auch schneller vorbei sind. In der Riesenschüssel von Michigan gab es leider auch wenig Abwechslung an der Spitze. Das Rennen teilten sich mehr oder weniger die Gibbs- und die Roushtruppe unter sich auf. Vor allem Roush ist rechtzeitig zum Sommer in guter Form und bringt seine Fahrer wieder in aussichtsreiche Position. Edwards führt die Meisterschaft an, Kenseth lauert auf P6, nur Biffle ist noch nicht im Chase. Größere Sorgenfalten gibt es derweil im Hendrick Lager.

Doch zunächst zum Rennen, dass wie erwähnt eher im Bereich “Muss man nicht sehen” angesiedelt ist. Pole-Sitter Kurt Busch führte das Feld zwar nach der ersten Runde an, aber nach 12 Runden war dann schon der erste Roush-Fahrer in Form von Greg Biffle an der Reihe. Bis zur Halbzeit tat sich vorne kaum etwas, sei denn Biffle und Carl Edwards lösten sich an der Spitze an. Auch Matt Kenseth war vorne zu finden hielt sich aber zurück und ließ Edwards und Biffle gewähren. Die Duelle um die Spitze waren nett, aber eben auch etwas fad. Etwas mehr Pfeffer kam in die Sache, als Kyle Busch seinen Toyota nach vorne schieben konnte. Die Gibbs Motoren waren offenbar die einzigen, die mithalten konnten, denn auch Denny Hamlin hielt sich relativ weit vorne. Nur Joey Logano kam mal wieder nicht vom Fleck.

Bis Runde 158 tat sich wenig, dann löste ein unglücklicher Crash zwischen Montoya und Andy Lally eine entscheidende Safety Car Phase ein. Montoya war mitten im letzten Turn der Sprit ausgegangen und er versuchte noch in die Boxeneinfahrt zu kommen, als Lally von hinten angerauscht kam und das Heck der #43 traf. Für den Kolumbianer war es ein Wochenende zum Vergessen. In der Quali lief es schon nicht und im Rennen ging nach vorne gar nichts. Montoya konnte zwar weiterfahren, endete aber auf P29, was seinen Chase-Ambitionen auch nicht gerade gut tut. Auch bei seinem Teamkollegen Jamie McMurray lief es nicht wirklich gut. Der blieb im gesamten Rennen auffällig und blieb im Mittelfeld stecken. Im Ziel landete er auf P19.

Die Gelbphase lag zu einem interessanten Zeitpunkt, mit noch ca. 40 Runden zu fahren. Das lag ganz knapp im Benzinfenster der meisten Teams, allerdings durfte dann auch kein GWC mehr kommen. Also verordneten die meisten Crew Chiefs ihren Fahrern eine Benzin-Diät. Vor allem Kenseth wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er rund zwei Runden “short” sei, was dieser mit leichten Ungefallen per Boxenfunk quittierte, weil er die Führung an Edwards abegeben musste. Der segelte dann auch davon und schien das Rennen als Sieger beenden zu könnne.

Doch dann hämmerte Junior seinen Wagen in die Mauer und in Runde 192 gab es wieder Gelb. Earnhardt war in Michigan eigentlich sehr gut unterwegs. Er hatte mal wieder einen Top 10 Wagen und lag teilweise auf P5. Doch eine verlorene Radmutter zwang ihn zu einem Extra-Stopp und er landete auf P19. Dort traf er dann unglücklicherweise auf Mark Martin, der Ausgangs Turn 2 massives Untersteuern hatte und Junior leicht in die Mauer zwang. Ein paar Runden später verabschiedete sich dann der rechte Vorderreifen von Junior, was den Abflug erzwang. Dennoch mal wieder ein gutes Rennen für Junior.

Die Pause nutzten alle Fahrer um an die Box zu gehen und nachdem die Stopps absolviert waren, lag plötzlich Denny Hamlin an der Spitze, dessen Team am schnellsten gearbeitet hatte. Seine “Pole” setzte er dann in eine Führung um, die er leicht ausbauen konnte, da sich Matt Kenseth und Carl Edwards zunächst nicht so richtig einig waren, wer denn nun hinter Hamlin her sollte. Kenseth entschied das Duelle für sich, hatte aber die entscheidenden Sekunden verloren und konnte Hamlin nicht mehr einholen.

Auf den Plätzen hinter Hamlin und Kenseth landeten Kyle Busch, der erstaunliche Paul Menard, Carl Edwards, Ryan Newman, Tony Stewart, Clint Bowyer, Mark Martin und Brian Vickers. Vor allem für das gebeutelte Red Bull Team mal wieder ein gutes Ergebnis.

Auch das Ergebnis von Mark Martin ist erfreulich, den man so weit vorne lange nicht mehr gesehen hat. Ansonsten lief das Wochenende für Hendrick zäh. Pocono-Sieger Jeff Gordon warf ein besseres Ergebnis beim letzten Stopp weg, als man statt zwei Reifen dann doch auch vier frische Goodyears setzte. Noch schlechter lief es für Jimmie Johnson, der sich schon nach neun Runden drehte und wegen eines Swaybar-Wechsels dann 2 Runden verlor. Die Sommerschwäche von Hendrick ist ebenso ungewöhnlich, wie die Tatsache, dass Dale Earnhardt im Moment noch am Besten in der Meisterschaft liegt. Der benötigt für einen guten Chase aber dringend einen (überfälligen) Sieg.

Nächste Woche geht es aber erst einmal auf die Rundstrecke und nach Infinion. Da dürften andere Namen vorne an der Spitze aufpoppen.

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March 09 2011

09:03

Ferner liefen: Die Newshappen

// Steht das nächste neue Formel 1-Rennen vor der Türe? Angeblich soll Kroatien an der Austragung eines Grand Prix interessiert sein. Wie mehrere kroatische Nachrichtenseiten berichten, gibt es Pläne für die Errichtung einer 250 Millionen Euro teuren Anlage nahe der Hauptstadt Zagreb. Private Investoren stehen angeblich schon bereit. Offenbar sind die Planungen sogar schon in einem eher vorgerückten Stadium – es existiert bereits ein Streckenplan von Hermann Tilke. Dieser Grundriss sieht der geplanten Anlage in Austin, Texas ziemlich ähnlich. Allerdings würde diese Strecke in die andere Richtung (also rechtsherum) führen – und somit über reichlich schnelle Kurven und ein paar interessante Passagen verfügen. Überholmöglichkeiten scheinen dagegen etwas dünn gesäht. Ein paar Jahre wird es bis zum ersten kroatischen Grand Prix aber in jedem Fall noch dauern – Joe Saward meldet, dass die Anlage im Idealfall 2014 fertiggestellt sein könnte. (Vorsicht)

// Das FIA World Motor Sport Council ist am Dienstag wieder einmal zusammengetreten, und hat dabei einige kleine Änderungen beschlossen, die bereits in der kommenden F1-Saison in Kraft treten werden. So wird in den Freitagstrainings 2011 eine zusätzliche Reifenmischung zum Einsatz kommen, um Pirelli mehr Möglichkeit zu geben, Weiterentwicklungen auch während der Saison zu testen. Außerdem gibt es kleinere Änderungen bei den Safety Car Regeln: Das Geschwindigkeitslimit gilt ab jetzt in den ersten beiden Runden nach dem Einsatz des Safety Cars, und nicht mehr nur in der ersten; Die Ampel an der Boxenausfahrt bleibt während der gesamten SC-Phase auf grün geschalten. Außerdem wurde eine “Circuit Commission” ins Leben gerufen, die gemeinsam mit Rennstreckenbetreibern an der Schaffung von Überholmöglichkeiten arbeiten soll. (Vorsicht)

// Vitantonio Liuzzi hat sich gegenüber autosport.com sehr zuversichtlich gezeigt, 2011 bei HRT unterzukommen. Bestätigt ist er dort zwar noch nicht, er scheint aber wohl fix damit zu rechnen, dass es bald so weit sein wird. Interesant: Offenbar hätte man sich dann bei HRT entschieden, auf einen besser zahlenden Fahrer zu verzichten, und dafür den passablen Entwickler Liuzzi anzustellen. Ob man sich das auch wirklich finanziell leisten kann, bleibt abzuwarten. Vor kurzem hat auch Christian Klien sein Interesse an dem Cockpit bekundet. Und das Team hatte verlauten lassen, man werde mit der Fahrerentscheidung “notfalls” auch bis zum Vorabend des GP von Melbourne warten – was ja ein wenig nach Versteigerung des Cockpits klang. (Vorsicht)

// Die Entscheidung um einen Ersatztermin für den vorläufig abgesagten Grand Prix von Bahrain ist vertagt. Die FIA möchte den Veranstaltern bis 1. Mai Zeit geben, die Entwicklung der Lage zu sondieren. (Vorsicht)

// Eine Mischung auf bitteren und überraschenden Meldungen gibt es aus der IndyCar Series. Bitter: Firestone hat bekannt gegeben, dass man die Serie mit Ende des Jahres verlassen wird. Damit bleiben nur wenige Monate Zeit, einen neuen Reifenpartner für 2012 zu finden. Realistischerweise sollte die Entscheidung sogar möglichst noch früher fallen, um dem neuen Hersteller die Möglichkeit zu geben, Reifen zu produzieren, die auch bei den hohen Ovalgeschwindigkeiten noch sicher sind. Der Aussteig von Firestone bedeutet auch Probleme für die Indy Lights, die sich nun einen neuen Titelsponsor suchen müssen. Randy Bernard hat bereits erste Gespräche mit den möglichen Kandidaten Goodyear, Michelin, Hoosier und Avon aufgenommen. (Vorsicht)

// Überraschend: Die IndyCar Serie rechnet offenbar für 2011 mit einem besonders vollen Fahrerfeld, und hat daher die Maximalteilnehmerzahl bei Rennen auf 26 begrenzt. Grund für diese Annahme ist der neue Wagen, der 2012 eingeführt wird. Der alte Dallara wird somit nicht mehr gebraucht und die Nachfrage sollte gegen Ende der Saison deutlich sinken – was den Wagen auch für kleinere Börsen erschwinglich machen könnte. Effekt: Der Samstag wird wieder spannender werden, denn 24 der 26 Plätze werden nach dem Zeiten im Qualifying ausgefahren. Zusätzlich wird es zwei “Provisionals” geben, die nach einem festgelegten Kriterienkatalog, der sich an bisherigen Erfolgen der Fahrer orientiert vergeben werden. Damit soll verhindert werden, dass etwa aktuelle Meister oder Indy 500-Sieger wegen eines Defektes oder Ausrutschers im Qualifying nicht an den Start gehen dürfen. Ausnahmen von der neuen Regel sind das Indy 500 mit seinen 33 Startern und das Finale in Las Vegas, wo man ja mit fünf zusätzlichen All-Star-Fahrern antreten will (und das Feld daher auf 30 Autos ausweitet). (Vorsicht)

// Noch sind allerdings einige Cockpits unbesetzt. So soll Conquest gerüchteweise mit dem Gedanken spielen, heuer zwei Autos einzusetzen.  Das eine der beiden Autos soll dabei die gesamte Saison lag von Sebastian Saavedra pilotiert werden, das andere gerüchteweise auf den Rundstrecken von Paul Tracy und auf den Ovalen von Pippa Mann. Newsman/Haas arbeitet derweil weiter mit Hochdruck daran, Sponsoren für Vollzeiteinsätze von Oriol Seriva und James Hinchcliffe zu finden – die beiden werden jedenfalls in dieser Woche wieder für das Team testen. (Vorsicht)

// Das WTCC-Rennen in Marrakesch wurde wegen finanzieller Probleme des Veranstalters abgesagt. Bei 12 WTCC-Rennen soll es angeblich aber trotzdem bleiben – zumindest rechnet man beim der Partnerserie AutoGP damit, dass innerhalb des kommenden Monats ein Ersatzrennen “in Zentraleuropa” zum gleichen Termin verkündet wird. Schon besetzt sind am fraglichen Wochenende der Red Bull Ring (DTM), Assen (SLF) und Silverstone (GT1). (Vorsicht)

// Bei den Indy Lights ist derweil endgültig der Einsatz des Argentiniers Esteban Guerrieri, der WSbR-Überraschung von 2010 bestätigt worden. (Vorsicht)

// Eurosport wird auch die Imola-Rennen der GP2-Asia übertragen. Allerdings (zumindest laut aktuellem Programmplan) nicht live, sondern in halbstündigen Zusammenfassungen am Sonntagmorgen (Hauptrennen) und Sonntagabend (Sprint). (Vorsicht)

March 08 2010

17:42

NASCAR: Analyse Rennen Atlanta 2010 / WTCC: Analyse Curitiba

Nach den beiden Langweilern in Fontana und Las Vegas hat die NASCAR gestern in Atlanta ein sehr gutes Rennen hingelegt. Für den Aufreger des Rennens sorgte Carl Edwards.

Zu Beginn der Saison hat die NASCAR klar gemacht, dass man in diesem Jahr weniger regulieren möchte, was die Auseinandersetzungen auf der Strecke angeht. “Die Handschuhe kommen runter” heißt es hübsch in der Werbung und man zeigt Aussschnitte, wie verschiedene Fahrer nach einem Rennen aufeinander los gehen. Die Stoßrichtung ist klar: back to the basics und jener Zeit, als man sich eben auch gerne mal nach dem Rennen ein wenig durch die Gegend geschubst hat, wenn einem der Gegner auf die Nerven ging. Soweit, so gut die Idee. Was die NASCAR nicht wollte, waren so Unfälle wie gestern in Atlanta, als sich Carl Eadwards und Brad Keselowski bös in die Quere kamen.

Beide haben so ihre Geschichte. Sowohl miteinander (Talladega 2009), als auch solo auf der Strecke. Edwards ist in der Vergangenheit schon mehr aufgefallen, weil ihm gerne mal die Sicherung durchknallt, Kesolowski fiel in diesem Jahr auf, weil er etwas ungestüm unterwegs war, und schon mal blöd im Weg rumstand. Gestern gerieten die beiden das erste Mal in Runde 43 aneinander. Nach einem Restart ging es mal wieder eng zu und Edwards wollte von der mittleren Linie nach unten ziehen, wo allerdings Keselowski unterwegs war. Der Nachwuchsfahrer meinte nach dem Rennen, er habe gelupft, aber Edwards sei zu früh runter gezogen. Edwards war der Meinung, dass er mehr oder weniger absichtlich abgeschossen wurde. Leider wurde Joey Logano mit in den Unfall verwickelt, dessen Rennen damit auch mehr oder weniger gelaufen war.

Die Roush Truppe bügelte den Wagen von Edwards wieder hin und dieser kam, mit etwas mehr als 160 Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Und dann passierte das:

Es war ein klarer Racheakt, den Edwards, nach dem die NASCAR ihn sofort geparkt hatte, auch zu gab. Er habe nicht damit gerechnet, dass die #12 sich überschlagen würde. Eine, wie ich finde, dumme Ausrede. Der Unfall hätte durchaus schlimmer ausgehen können. Nicht nur für Keselowski, sondern auch für die Zuschauer. Meine erste, intuitive Reaktion nach dem Unfall: Edwards gehört für ein Rennen gesperrt.

So leicht ist das aber nicht, zu Mal sich Keselowski in den letzten Rennen im Feld nicht gerade beliebt gemacht hat. Dazu kommt – wenn die NASCAR Edwards jetzt bestraft, ist die neue Politik dann sofort wieder hinfällig? In den USA wird das gerade, auch per Twitter, heiß diskutiert und eine richtige Meinung hat sich noch nicht heraus gebildet. Meine Meinung: fahrt euch wegen mir in die Kiste, aber a) nicht bei 190 mph und b) so, dass der andere nicht frontal oder auf dem Kopf in der Mauer landet. Die Fahrer sollten Erfahrung genug haben, wie man so etwas bewerkstelligt. Wer einen größeren Gedächtnisspeicher als Edwards hat, wartet sowieso auf Bristol, Martinsville, Richmond oder Dover.

Ansonsten gehörte das Atlanta Rennen durchaus zu besseren der letzten Zeit, weil sich an der Spitze sehr viel tat. Kurt Busch, Juan Pablo Montoya, Kasey Kahne und gegen Ende auch Matt Kenseth fuhren ein sehr enges, und sehr spannendes Rennen aus. Interessanterweise waren die Hendrick Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Dale Earnhardt wurden allesamt von Reifenproblemen geplagt. Ebenso Tony Stewart und Danny Hamlin. Auf den ersten Blick schien es so, dass Goodyear mal wieder Mist gebaut hat. Der Hersteller hatte härtere Reifen mit gebracht, die ausgiebig vorher in Atlanta getestet wurden. Dabei kam es allerdings zu keinen Problemen und auch viele andere Teams fuhren problemlos lange Distanzen. Offenbar hatte es etwas mit einer sehr extremen Abstimmung zu tun. Um schnell in den Kurven zu sein, werden die Wagen gerne asynchron abgestimmt, das heißt, sie schieben auf der Geraden etwas über den rechten Vorderreifen, dafür muss man in den Kurven nicht so stark einlenken. Man kennt das auch aus der IRL, wo die Piloten das Lenkrad auf der Gerade schief halten müssen. Aber diese Abstimmung führte wohl zu den massiven Problemen bei den Reifen.

Kurt Busch, der schon im letzten Frühjahr gewinnen konnte, schien das alles relativ wurscht zu sein. Er hatte fast über die gesamte Distanz den besten Wagen, profitierte aber auch von den Fehlern der Konkurrenz. Kahne fiel wegen eines schlechten Boxenstopps weit zurück, ähnlich erging es Montoya zwischen durch, der aber wieder einen sehr starken Eindruck macht. Auch andere Piloten, die zwischendrin mal ihre Nase nach vorne steckten, fielen später zurück. Jeff Gordon, Jimmie Johnson, Danny Hamlin, Dale Earnhardt und Kyle Busch versackten im Mittelfeld.

Gegen Ende des Rennens wurde es richtig spannend. Der Unfall von Keselowski löste die erste GWC aus, ein Big One nach dem Start (#1,5,11,18,33,38,56) machte einen weiteren Restart nötig. Das war ein wenig ärgerlich für Montoya, der vor dem Zwischenfall mit Keselowski den zwischenzeitlichen Vorsprung von Busch pulverisiert hatte und kurz davor stand, zum Angriff überzugehen. Aber die Restarts blieben dann doch die Domäne von Kurt Buch, der Sieg Nummer 21 nach Hause fahren konnte.

Kurz zu den anderen Fahrern:

- Mark Martin hatte eins schwaches Rennen und war am Ende in den Big One verwickelt.

- RCR war sehr blass. Man bekam die Abstimmung nicht hin und fuhr weit hinterher.

- Auffällig: mal wieder Paul Menard, der nach einem guten Rennen auf den fünften Platz kam und AJ Allmendinger, der sechster wurde.

- Red Bull hatte mit Platz 7 (Vickers) und 10 (Speed) ein gutes Mannschaftsergebnis

- Mike Bliss kam auf die 24, David Gilliand auf die 26 ins Ziel, was für beide in ihren unterfinanzierten Teams ein gutes Ergebnis war.

Nächste Woche ist Pause in der NASCAR. Nächstes Rennen dann in 14 Tagen in Bristol.

WTCC Curitiba
Die Rennen in Curitiba sahen Regen, zwei mittelmäßig spannende Rennen, starke, wenn auch nicht übermächtige Seats, gute Chevrolets und enttäuschende BMWs.

1.Rennen
Das 1. Rennen wurde wegen Regens hinter dem Safety Car gestartet. Das Wasser floss allgemein sehr schlecht ab, vor allem in den Kurven 1 und 2 was einigen Fahrern Ausritte bescheren sollte, doch der Reihe nach. Nach 2 Runden wurde das Rennen freigegeben und Yvan Mueller führte das Feld vor Gené ,Menu und Huff auf die Start-Ziel-Gerade. Alle in den Top 4 außer Mueller trafen den Bremspunkt der ersten Kurve nicht und mussten durchs Gras. Gené verpasste wenige Kurven später leicht übermotiviert und auf Grund der Nässe einen weiteren Bremspunkt ,musste den Notausgang nehmen und beraubte sich somit aller Chancen auf ein Podium, er wurde am Ende Siebter. Durch den Ausritt von Gené, der bis dahin auf Platz 2 lag, fuhren nun 3 Chevys in den Top 3. Dies sollte sich bis zum Rennende nicht mehr ändern. Später mussten dann auch Tarquini, Coronel und Monteiro in Kurve 1 geradeaus, was den Chevys das Rennen erleichterte.

Im Laufe des Rennens wurden die Bedingungen spürbar besser, es hörte auf zu regnen und die Sonne kam durch. Das machte das Rennen leider an der Spitze nicht gerade interessanter. Vorne fuhr Yvan Mueller einem ungefährdetem Start-Ziel Sieg entgegen. Da die 3 Chevrolets sich vorne verständlicherweise nicht viel taten, musste man ins Mittel- und Hinterfeld gucken, um Rennaction zu sehen, was die Regie leider meines Empfindens nach in beiden Rennen zu selten tat. Dort gab es nämlich schöne Duelle zum Beispiel zwischen Priaulx/Farfus, Barth/Michelisz Engstler/Young und Coronel/Gené. Als die Fahrer gegen Ende des Rennens schon anfingen nach Wasser auf der Strecke zu suchen, tat sich nicht mehr viel. Huff konnte zwar zwischendurch nochmal Druck auf Mueller machen, doch der fuhr das Rennen mit seiner Erfahrung vor Huff und Menu nach Hause. Somit bescherte Mueller Chevrolet in seinem erstem Rennen für das Team einen reinen Start-Ziel-Sieg. Starke Leistung von Mueller und der gesamten Chevy-Truppe. Und die Seats? Die sorgten für schöne Rennaction, verbauten sich ihre Chancen im ersten Rennen aber größtenteils selbst, durch Ausritte in der ersten Kurve und Rangeleien. So ziemlich jeder Seat-Pilot dürfte die Kurve 1 mal nicht bekommen haben. Tarquini wird erster Seat auf Rang 4, danach folgen die beiden sehr unauffällig fahrenden BMWs von Priaulx und Farfus. Gené, Coronel, Barth und Michelisz komplettieren die Punkteränge. Noch kurz der Blick zu den Independents: Hier konnte sich Hernandez gegen den mit noch aus Macao lädierter Schulter fahrenden Engstler und Young durchsetzen.

2.Rennen
Pünktlich zum Start des zweiten Rennens strahlte die Sonne und die Strecke war bis auf ein paar nasse Flecken vollständig abgetrocknet. Beim Start kollidierten gleich Priaulx und Coronel, die sich damit aus dem Rennen nahmen. Das RBM-Team konnte zwar durch Farfus auf Platz 6 im zweiten Lauf noch Punkte einfahren, der Saisonstart war jedoch eher unterdurchschnittlich, da man zwar in den Trainings schnell war, diese Leistung aber im Rennen und in der Qualifikation nicht umsetzen konnte. Durch das übliche Gerangel in der Startphase schoben sich die Cruze-Chevys auf die Plätze 3-5, vorne lagen die Seats von Tarquini und Gené, die sich dank der TDI-Power vom Rest des Feldes absetzen konnten. Huff, der eigentlich an 3 lag, musste sich auf Rang 5 zurückfallen lassen, da ihm seine Öltemperatur Probleme bereitete. Er geriet deshalb fast 10 Runden lang in einen Zweikampf mit Augusto Farfus, der es aber einfach nicht schaffte an Huff vorbei zu gehen. Die ganze Zeit das gleiche Bild: In der letzten Kurve vor Start und Ziel ist Farfus etwas schneller als Huff, schafft es aber trotz Windschatten nicht an ihm vorbeizugehen. Da fehlte erschreckend viel Speed bei Farfus auf der Geraden. Zur Rennmitte gab es schöne Zweikämpfe zum Beispiel zwischen Engstler und Hernandez, doch auch hier war die Regie meiner Meinung nach alles andere als optimal. Gegen Rennende wurde das ganze vorne eher zur Spazierfahrt, denn vorne war alles gegessen: Tarquini blieb vor Gené, dahinter kamen mit Menu, Mueller und Huff die 3 Chevys ins Ziel. Farfus, Monteiro, Nykjaer, Michelisz und Hernandez komplettieren die Punkteränge. Auch hier noch schnell der Blick auf die Independents: Hernandez vor Engstler und Bennani. Die Punktwertung sieht folgendermaßen aus: Mueller und Tarquini punktgleich, vor Menu, Huff und Gené. In der Independents Trophy liegt Hernandez vor Engstler und Vaulkhard.

Fazit:
Ganz starkes Rennwochenende der Chevrolet Truppe, die die Seats trotz der auf 900m gelegenen Strecke zumindest im Qualifying und erstem Rennen in Schach halten konnten. Die Seats zeigten dann allerdings im zweiten Rennen, was der Motor hergibt und waren vorne uneinholbar. Allerdings dominierten sie nicht wie zu befürchten war das ganze Klassement. Lediglich die BMWs erwischten absolut keinen guten Rennsonntag, die Punkteausbeute ist recht mager, und wirklich konkurrenzfähig zu den Chevrolets sah man, abgesehen von Huffs Ölproblemen nicht aus. Die gute Leistung Freddy Barth , der in seinem ersten WTCC-Rennen überhaupt Punkte holen konnte, soll hier nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie die fahrerische Klasse eines Yvan Mueller im Regen, der als einziger sich keinen Ausritt leistete.

Das nächste Rennen findet dann in… ja Moment mal? Wo denn eigentlich statt? Puebla wurde heute, wie erwartet, offiziell wegen “Unruhen in der Region” und der damit nicht zu gewährenden Sicherheit der Zuschauer abgesagt. Die WTCC hat noch nicht entschieden, ob es einen Ausweichtermin gibt, oder den Rennkalender auf 11 Rennwochenenden kürzt. Dann würde es allerdings erst in 2 Monaten in Marrakesch weitergehen.

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