Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

November 05 2013

16:51

Formel Eins: Analyse Abu Dhabi 2013 – Up and away

Auch das Rennen in Abu Dhabi brachte wenig Spannung an der Spitze, wo Red Bull nach Belieben dominierte. Dahinter wurde es aber teilweise recht eng.

F1_ABU_2013 0001733 Sekunden betrug der Rückstand von Nico Rosberg auf Sebastian Vettel am Ende des Rennens. Die Dominanz von Vettel und Red Bull war mal wieder enorm. In einer anderen Liga seien die Red Bull unterwegs, hieß es am Rande des Rennens. Rosberg machte sich schon beim Start keine Hoffnungen und nahm in den Interviews nur das Podium ins Visier. Wie schnell der RB9 ist, konnte man gleich zu Beginn des Rennens sehen. Nachdem Vettel den Start gewonnen hatte, zog er dem Feld innerhalb von wenigen Runden einfach davon. Nach ein paar Runden knackte er schon die 10-Sekunden-Marke. Und das, obwohl Rosberg nicht unter Druck von Webber stand, der sich hinter ihm zurückhielt, weil er seine Reifen schonen musste. Nach der Hälfte des Rennens hatte Vettel so viel Vorsprung, dass er zweimal an die Box hätte kommen können, ohne seinen Führung zu verlieren.

Ein weiteres Indiz für die Performance des Red Bull waren die schnellsten Rundenzeiten. Zwar schnappte Alonso dem Deutschen die schnellste Rennrunde am Ende weg, aber das auch nur knapp. Die beste Zeit des Spaniers mit leerem Tank und neuen “Soft” lag knapp 0,5 Sekunden unter der von Vettel. Klingt viel, aber der Weltmeister war auf “Medium” unterwegs, die am Ende knapp 17 Runden alt waren und die insgesamt rund 1,2 Sekunden langsamer waren, als die “Soft”. Das macht den Abstand von Red Bull klar. Wenn sie alles aus dem Auto heraus holen, sind sie knapp eine Sekunde pro Runde schneller. Es muss frustrierend für die Konkurrenz sein, die jetzt schon bangt, dass der Vorteil des Teams auch 2014 groß sein wird.

Aus der Abteilung “Neueste Gerüchte, warum der RB9 so schnell ist” gab es am Wochenende auch Neuigkeiten. Nachdem über Traktionskontrolle, beweglichen Unterboden und Mapping spekuliert wurde, war nun die Aufhängung dran. Angeblich soll Red Bull das FRIC-System perfektioniert haben. Dabei wird die Aufhängung des gesamten Wagens über ein passives System so gesteuert, dass Vorder- und Hinterachse immer den perfekten Abstand zum Boden haben. So erzeugt man unter dem Auto den gewünschten stabilen Unterdruck, gleichzeitig hat man eine Art Traktionskontrolle, weil die Hinterreifen so immer den perfekten Grip haben. Die Idee ist nicht neu. Mercedes hat zwei Jahre damit experimentiert, bevor man das System letztes Jahr hat fallen lassen. Auch Lotus und Ferrari haben sich vor Jahren daran versucht – alle ohne Erfolg. Die Ausbalancierung einer solchen Aufhängung ist extrem kompliziert, vor allem mit den klassischen Dämpfern, die in der F1 verwendet werden. Besser würde es mit Rotationsdämpfern klappen, aber die reagieren zu träge. Auf der anderen Seite wollte Peugeot ein solches System 2012 einsetzen. ZF hatte es fertig entwickelt, es war in den Wagen verbaut, aber dann zog man sich ja aus der WEC zurück. Ich bin skeptisch, was das passive FRIC-System von Red Bull angeht. Wenn Mercedes und Ferrari es nicht schaffen, was Brauchbares zu entwickeln, dürfte es auch Red Bull schwerfallen.

Interessant war, dass Mark Webber sich im Rennen eher schwer tat. In Abu Dhabi ist das Überholen zwar auch mit DRS nicht ganz so leicht, aber von einem Sekundenvorteil des RB9 war in seinem Rennen wenig zu sehen. Zwar konnte er sich Nico Rosberg schnappen, dann aber nicht mehr von ihm wegfahren. Das mag daran gelegen haben, dass es für Webber zu diesem Zeitpunkt wenig Sinn machte, noch Druck zu machen. Vettel lag knapp 30 Sekunden vor ihm, es war unmöglich, ihn noch einzuholen. Seinen Sieg hatte Webber am Start verschenkt, als er schlecht wegkam und Rosberg vorbei ziehen lassen musste. Danach steckte er im Verkehr, die Strategie half ihm überhaupt nicht weiter. Statt zu warten, holte man Webber schon in Runde 8 rein, während Vettel bis Runde 14 weiterfahren konnte. Selbst Rosberg hielt erst in Runde 10. Warum Red Bull Webber, dessen Zeiten gut waren, nicht einfach draußen ließ, um auf schlechte Rundenzeiten von Rosberg zu hoffen, ist mir nicht klar. Durch seinen Stopp kam er in den Verkehr und landete hinter Rosberg, der wiederum von Sutil aufgehalten wurde.

Die Force India spielten mal wieder erfolgreich mit der Strategie. Paul di Resta schleppte die “Soft” bis in Runde 20, Sutil seine “Medium” bis in Runde 28. Das führte dazu, dass beide sich kampflos durchs Mittelfeld wühlten, um dann abwechselnd in den Top 6 unterwegs zu sein. Sutil gelang das Kunststück, von P17 auf P9 zu fahren, und di Resta schaffte es sogar, Hamilton hinter sich zu lassen und landete auf P6.

Die Mercedes hatten ein merkwürdiges Rennen. Rosberg hielt sich aus allem raus, auch wenn er viel Zeit hinter Sutil verlor und Webber passieren lassen musste. Aber von hinten drohte ihm ansonsten wenig Ungemach. Anders erging es dem neben ihm gestarteten Hamilton, dessen Rennen in der Mitte einen kräftigen Knick nach unten nahm. Zum einen steckte er hinter di Resta fest, zum anderen überhitzten seine “Medium” permanent, der Brite beklagte sich über ein unfahrbares Auto.

Nicht viel schöner sah es bei Ferrari aus, aber immerhin bugsierte man Alonso auf Platz 5, was auch das Maximum dessen war, was man erreichen konnte. Dies ging aber nur, weil man mal wieder Massa auf eine andere Strategie gesetzt hatte. Etwas verwundert war man schon über die Stoppsequenz des Brasilianers, aber zu sagen, Ferrari habe Massa bewusst benachteiligt, wäre nicht richtig. Es geht um die Team-WM und da zählt jeder Punkt. Die Idee, Massa in Runde 18 und 28 stoppen zu lassen, machte wenig Sinn, zumal der Ferrari mit den “Medium” nicht wirklich voran kam. Ein längerer Mittelstint oder ein Spurt mit “Soft” hätten Massa zumindest P6 erbracht und nicht P8, wie am Schluss.

Etwas untergegangen ist die Tatsache, dass Alonso nach dem Rennen ins Krankenhaus musste. Schuld daran war die Aktion nach dem letzten Stopp, als er sich an Vergne vorbeiquetschte und der Ferrari über die Curbs vorne abhob. Was eher ungefährlich aussah, entpuppte sich nach dem Rennen als ernsthafte Geschichte. Der Beschleunigungssensor gab schon im Rennen Alarm, weil er 22 g maß, was bedeutete, dass der Spanier zu einem Check im Hospital gezwungen war. Der Sensor ist ein medizinisches Alarmsystem, dass bei Kräften von mehr als 15 g aktiviert wird. Die Fahrer müssen sich dann überprüfen lassen. Tatsächlich klagte Alonso über Schmerzen im Rücken, der aber wieder ok sein soll.

Sauber hatte ein zähes Rennen. Hülkenberg wurde durch eine Durchfahrtsstrafe ausgebremst, aber Punkte wären auch ohne sehr schwer gewesen. Guiterrez kam auch nicht richtig vom Fleck, er tat sich das gesamte Wochenende mal wieder sehr schwer. Wie es mit Hülkenberg weitergeht, ist ungewiss. Lotus will ihn haben, die neuen Teilhaber haben dies bestätigt. Sauber weiß nicht, ob man ihn halten kann, dafür hat sich wohl Vijay Mallya gemeldet. Paul di Resta hat, obwohl er gute Rennen hatte und 19 Punkte mehr als Sutil auf dem Konto aufweist, noch keinen Vertrag für 2014 und wohl auch große Sorgen.

Ein weiterer Kandidat, der Ende der Saison kein Cockpit mehr haben könnte, ist Sergio Perez. Der Mexikaner hat zwar Geld im Rücken, seine Ergebnisse sind aber, so McLaren, etwas unregelmäßig. Man hatte sich deutlich mehr versprochen. Gleichzeitig bietet sich gerade die Gelegenheit den WSbR-Meister Kevin Magnussen ins Team zu holen. Magnussen ist McLaren-Werksfahrer, er soll in die F1 gebracht werden. Die Frage ist nur, wo man ihn unterbekommt. Marussia schien bisher die Lösung zu sein, aber da ist man sich nicht sicher, ob man auf das Geld von Max Chilton verzichten kann.

Der Fahrermarkt ist im Moment noch sehr in Bewegung. Lotus, Sauber, Force India, Caterham, Marussia und McLaren haben ihre Fahrer bisher nicht bestätigt. Da kann also noch viel passieren.

GP Spanien 2013 Sergio Perez on track Jenson Button track Motor Racing - Formula One World Championship - Abu Dhabi Grand Prix - Race Day - Abu Dhabi, UAE Motor Racing - Formula One World Championship - Abu Dhabi Grand Prix - Race Day - Abu Dhabi, UAE F1_ABU_2013 00008 F1_ABU_2013 00009 F1_ABU_2013 00010 F1_ABU_2013 00014 F1_ABU_2013 00015 F1_ABU_2013 00016 F1_ABU_2013 00017 F1_ABU_2013 00018

468 total views, 468 views today

The post Formel Eins: Analyse Abu Dhabi 2013 – Up and away appeared first on Racingblog.

flattr this!

September 16 2013

13:20

Teams: Manthey Racing – Die Dauersieger

In loser Folge wollen wir ein paar Rennteams vorstellen. Ihre Geschichte, ihre Erfolge und vor allem ihre Teamchefs. Den Anfang macht Manthey Racing.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 35. DMV 250-Meilen-RennenDer Name Olaf Manthey ist jedem deutschen Motorsportfan bekannt. In den 80er Jahren tauchte er in der damaligen DTM auf und prügelte einen Rover Vitesse über die Rennstrecken. Und er war schnell, denn sowohl 1984 als auch im Folgejahr konnte er den zweiten Platz in der Meisterschaft belegen. 1990 holte er sich die Meisterschaft im deutschen Porsche Carrera Cup, danach sattelte er um und startete mit einem Mercedes 190 EVO in der VLN, wo er Siege in Serie holen konnte. Aber seine eigentliche Erfolgsgeschichte beginnt 1996, als er die Manthey Racing GmbH gründete.

Seine ersten Schritte als Teamchef machte er im Porsche Supercup, wo sein Team einige Jahre unterwegs war. Schon im zweiten Jahr schaffte Manthey das “Double”: Gewinn der Fahrermeisterschaft mit Wolfgang Land und der Teammeisterschaft. Ein Jahr später wiederholte er den Erfolg, dieses Mal mir Dirk Müller am Steuer des Porsche. 1999 zog es ihn nach Le Mans, wo er bei seinem ersten Auftritt direkt die GT-Klasse gewinnen konnte (Uwe Alzen, Patrick Huisman, Luca Ricatelli). Aber Le Mans sollte danach für viele Jahre wieder aus seinem Rennprogramm verschwinden.

Stattdessen konzentrierte sich das Team ab 2001 auf die neue DTM und konnte in der ersten Saison als Kundenteam auch einen guten dritten Platz in der Meisterschaft belegen. Beim letzten Rennen in Hockenheim gelang dem Team mit Bernd Mayländer sogar ein Sieg. Aber das Engagement in der DTM sollte 2002 deutlich schwieriger werden. Weil Mercedes nur noch vier neue C-Klassen einsetzen konnte, die wiederum alle von AMG/HWA eingesetzt wurden, blieb Manthey nur die Möglichkeit, auf einen Vorjahreswagen zu setzen. Doch die waren, wie man das in den Folgejahren oft genug sehen sollte, gegen die Neuwagen chancenlos. Nicht mal Punkte waren drin, obwohl man mit Mayländer und Huisman gut besetzt war. Enttäuscht zog man sich aus der teuren DTM zurück. Manthey musste sein gesamtes Motorsportprogramm umstellen. Man entschied sich für die VLN.

Die Entscheidung brachte dem Team zunächst nicht die gewohnten Erfolge. Zwar konnte man mit dem Porsche immer wieder in den Top 5 liegen, aber vor allem der Sieg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring wollte einfach nicht gelingen. Immer wieder scheiterte man knapp, obwohl man oft das schnellste Auto auf der Strecke hatte. Doch das Rennglück war Manthey, zumindest beim 24-Stunden-Rennen, einfach nicht mehr hold. Mal scheiterte man an technischen Problemen, mal wurde man in einen Unfall verwickelt. 2006 war es dann aber soweit. Mit der Fahrerpaarung Lucas Luhr, Timo Bernhard, Mike Rockenfeller und Marcel Tiemann konnte man endlich am Ring gewinnen. Der Sieg hatte auch weitreichende Konsequenzen für Mantheys Bart. Sein Markenzeichen waren bis zu diesem Sieg die weit nach oben gezwirbelten Bartenden, die nach dem Sieg aufgrund einer Wette abgeschnitten wurden und seitdem auch nicht mehr aufgetaucht sind.

Damit begann eine Siegesserie in der VLN und beim 24-Stunden-Rennen, die bisher ihresgleichen sucht, denn Manthey Racing gewann das Rennen auch in den Jahren 2007, 2008 und 2009. Mittlerweile hatte man sich die Werksunterstützung von Porsche gesichert, was im Fahrerlager der VLN nicht immer für fröhliche Gesichter sorgte. Die Rede war von Entwicklungsmotoren von Porsche, die deutlich mehr Leistung als die Konkurrenz hatten. Dazu kam wohl auch eine enge Zusammenarbeit in anderen Bereichen wie der Aerodynamik. In dieser Zeit sicherte sich Manthey auch den nicht immer nett gemeinten Ruf als “Maurer-König”. Man fuhr bei den ersten Rennen der VLN bewusst langsamere Zeiten als die Konkurrenz, um der gefürchteten Balance of Performance aus dem Weg zu gehen. Sobald die Startflagge zum 24-Stunden-Rennen fiel, war es allerdings vorbei mit der vornehmen Zurückhaltung und man fuhr Zeiten, von denen die Konkurrenz nur träumen konnte.

Wie eng die Zusammenarbeit mit Porsche war, konnte man 2010 sehen. Manthey setze nicht nur wie üblich seinen “Dicken” genannten Porsche 911 ein, sondern war auch für den Werkseinsatz des Porsche Porsche GT3-R Hybrid zuständig. Doch in diesem Jahr war ihm das Glück nicht hold. Der Manthey-Porsche fiel aufgrund eines Unfalls aus, der Hybrid-Porsche verendete zwei Stunden vor Rennende mit einem Schaden am Antriebsstrang in Breitscheid.

In den letzten Jahren hat Manthey die Verbindungen zu Porsche weiter vertieft. 2011 gewann man erneut am Ring, 2012 war ein Übergangsjahr, in dem man in der GT-Open unterwegs war. Hintergrund war hier auch eine deutliche Verstimmung zwischen Manthey und den Organisatoren der VLN, die seine Wagen stärker einbremsten, als es ihm Recht war.

Doch was wie ein “Abstieg” aussah, war in Wahrheit ein Vortest. Denn 2013 kam Manthey zurück – als offizielles Einsatzteam für den Porsche-Werkseinsatz. Und damit folgte auch der erste Einsatz in Le Mans seit 1999. In einem spannenden Rennen konnte man sich gegen die favorisierten Teams von Aston Martin und Ferrari durchsetzen und den Klassensieg in der GTE-Pro holen. Da schmerzte es auch nicht mehr so sehr, dass man auch 2013 nicht am Ring gewinnen konnte.

In knapp zehn Jahren hat es Olaf Manthey mit seinem Team an die internationale Spitze geschafft. Eine wirklich beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, wie eng es an der Spitze zugeht. Und wie groß die Konkurrenz auch in Deutschland ist. Ein Video aus dem Jahr 2012 gibt einen schönen Einblick in die Arbeit des Teams.

(Werbung*)

*Das Video kommt von Michelin, deswegen ist es als Werbung gekennzeichnet

492 total views, 492 views today

The post Teams: Manthey Racing – Die Dauersieger appeared first on Racingblog.

flattr this!

August 19 2012

03:10

Super GT: Live-Ticker Round 5 International Pokka 1000km Suzuka

Die 1000km von Suzuka, das International Pokka 1000km, ist nicht nur eines der prestigeträchtigsten und legendärsten Rennen Japans, sondern gleichzeitig auch der absolute Saisonhöhepunkt der Super GT. Seit 2009 wurde das Rennen auf 700km und im letzten Jahr in Folge der schlimmenden Naturkatastrophe auf 500km verkürzt. In diesem Jahr feiert die komplette Distanz hingegen wieder ihre Rückkehr — und wie zu allen Läufen der Super GT, bieten wir auch zum füften Meisterschaftslauf unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker an.

In meiner ausführlichen Vorschau sprach ich noch davon, dass Nissan in Suzuka unbedingt gewinnen sollte, wenn der Meisterschaftszug nicht vorzeitig abfahren soll. Einen ersten Schritt in diese Richtung gingen in der Qualifikation bereits Masataka Yanagida und sein Teamkollege Ronnie Quintarelli, als sie ihren S Road Reito Mola GT-R mit 1:51.554 auf die Pole Position stellten. Die restlichen Plätze unter den besten Fünf teilen sich Lexus und Nissan auf: Ebenfalls aus Startreihe eins startend ist der Denso Kobelco SC430 (1:51.875), dahinter gesellen sich der Sieger aus Sugo, der Eneos Sustina SC430 (1:51.951), der Motul Autech GT-R (1:51.975) sowie der Calsonic Impul GT-R (1:52.337). Honda befand sich in der Qualifikation erneut im Niemandsland, lediglich der Keihin HSV-010 schaffte es ins dritte Segment. Das Duo Kaneishi/Tsukakoshi geht von Position 6 ins Rennen. Die Qualifikation der GT300 endete mit einer kleinen Überraschung: Nachdem der triple a vantage GT3 aufgrund einer zu hohen Spritmenge im Tank alle Zeiten gestrichen bekam, startet Hondas Hybrid-Wagen, der CR-Z von Team Mugen, von der Pole Position (2:02.130). Die Top 5 werden vom S Road NDDP GT-R (2:02.885), dem GSR Hatsunemiku BMW (2:02.987) sowie dem Subaru BRZ (2:03.175) und dem MonePa Lamborghini GT3 (2:03.287) komplettiert. Das Rennen über 1000km (175 Runden) verspricht einiges an Spannung, zumal die Temperaturen über 30 Grad die Strecke in ein Dampfbad verwandeln werden. Den Link zum Live-Ticker gibt’s nach dem Sprung.Da die Einbidung unseres neuen Live-Ticker-Systems innerhalb die Artikel leider noch nicht möglich ist, muss zunächst noch die Untersteite angesteuert werden. Nach dem Rennen werde ich den Live-Ticker zusätzlich hier aber noch erneut zum nachlesen archivieren.

aLive-Ticker

aQualifikations-Ergebnis GT500

aQualifikations-Ergebnis GT300

flattr this!

August 17 2012

19:26

Super GT: Vorschau Round 5 International Pokka 1000km (Suzuka)

Neben dem Grand Prix der Formel 1 und sogar noch vor den Suzuka 8 Hours, sind die 1000km von Suzuka, das International Pokka 1000km, wohl das legendärste und prestigeträchtigste Rennen Japans. Gleichzeitig stellt es den Saisonhöhepunkt der Super GT dar. Nachdem die Renndistanz seit 2009 häufiger gesenkt wurde, findet es in diesem Jahr erstmals wieder über die komplette Distanz von 1000km statt.

Die Geschichte des Rennens, das in diesem Jahr bereits zum 41. Mal stattfindet, geht weit zurück: Drei Jahre nach dem ersten Formel-1-Grandprix in Japan, fand 1966 erstmals der Langstrecken-Klassiker – damals noch über 500km – auf dem Suzuka Circuit statt. Seitdem änderten die Organisatoren die Distanz, abgesehen von zwei Ausnahmen über jeweils 12 Stunden in den Jahren 1967 sowie 1969 – auf die heute bekannten 1000km.

Während das Rennen bis 1982 noch ohne Meisterschaftsintegrierung stattfand, wurde es im folgenden Jahr Teil der All Japan Sports Prototype Championship, einer inländischen Serie in der hauptsächlich Fahrzeuge der legendären Gruppe C sowie IMSA GTP Prototypen fuhren. Nachdem die Japanese Automobile Federation (JAF) die JSPC Ende 1992 auflöste und im darauffolgenden Jahr die JGTC (die sich bekanntlich 2005 in die heutige Super GT umbenannte) gründete, wanderte bereits 1992 das 1000km-Rennen zur der sich in ihrem letzten Jahr befindlichen Sportwagen-Weltmeisterschaft (WSC) über. Nachdem das Rennen 1993 dann einmalig Teil des JGTC-Kalenders war, wanderte es 1994 zur BPR Global GT Series, dem Vorgänger der 1997 gegründeten FIA GT. Die Abkürzung BPR stand übrigens für die Nachnamen der Seriengründer: Jürgen Barth, Patrick Peter und dem Weltmeister im GT-Serien gründen, Stéphane Ratel. Lediglich in den Jahren 1996 sowie 1997 waren die 1000-Kilometer in die FIA-GT-Meisterschaft integriert. In den darauffolgenden Jahren fand der Langstreckenklassiker hingegen wie in den Anfangsjahren als eigenständiges Event statt, an denen hauptsächlich die Teams der JGTC teilnahmen. Zwar waren die GT500- sowie GT300-Boliden in den Jahren zuvor als Gaststarter ebenfalls startberechtigt, was allerdings nur wenige Teams auch tatsächlich nutzten. 2006 fand das Internatonal Pokka 1000km im Kalender der Super GT endlich sein neues zu Hause. Als Gegenmaßnahme der hohen Kosten, insbesondere im Zuge der Weltwirtschaftskrise, reduzierte man die Renndistanz im Jahr 2009 zunächst auf unbestimmte Zeit auf 700km. Nach der verheerenden Naturkatastrophe im März 2011, wurde das Rennen auf 500km gekürzt. Es ist daher umso erfreulich, dass die 1000km in diesem Jahr wieder ihr Comeback feiern!

Den Rekord mit den meisten Siegen hält Kunimitsu Takahashi inne, der den Langstrecken-Klassiker insgesamt vier Mal (1973, 1984, 1985, 1989) gewann. Takahashi mag international zwar nicht so bekannt wie Satoru Nakajima, Aguri Suzuki oder Kazuyoshi Hoshino sein, dennoch ist auch er eine Legende des japanischen Motorsports. Oftmals gerne als der „Vater des Drifts“ bezeichnet, nahm er 1977 am Japan-Grand-Prix der Formel 1 teil. Bei seinem lediglich einzigen F1-Rennen übernahm er das Steuer des gleichen Tyrells, den ein Jahr zuvor Kazuyoshi Hoshino pilotierte, und erreichte den neunten Platz. Takahashis Karriere begann zunächst aber im Motorradrennsport, wo er 1961 in Hockenheim auf einer 250cc-Maschine von Honda als erster Japaner ein Grand-Prix-Rennen gewann. Es sollten noch drei weitere Siege folgen, ehe er sich 1962 beim Isle of Man TT schwer verletzte und 1965 in den Automobil-Rennsport wechselte. Neben seiner Karriere in der Japanese Formula 3000 nahm Kunimitsu Takahashi zwischen 1986 und 1996 achtmal an den 24 Stunden von Le Mans teil. Den größten Erfolg erreichte er dort 1995, als er in einem Honda NSX die GT2-Klasse gewann. Von 1993 bis 2007 war Takahashi außerdem der Vorsitzende der GTA und damit direkter Vorgänger von Masaaki Bandoh. Aus deutscher Sicht gewannen erst drei Piloten das International Pokka 1000km in Suzuka: 1997 Marcel Tiemann zusammen mit Alessandro Nannini im Mercedes-Benz CLK-GTR, 1998 Bernd Schneider zusammen mit Mark Webber im Mercedes-Benz CLK LM sowie 2007 André Lotterer zusammen mit Juichi Wakisaka und Oliver Jarvis.

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die bereits im Frühjahr dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer 8 sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt in Ehren nach dem 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin und natürlich die schnelle 130R entzücken Fans sowie Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus aSicherheitsgründen umgebaut wurde. Während die Kurve mit der vergrößerten, asphaltierten Auslaufzone für Autorennen sicherer wurde, verstarb beim MotoGP-Japan-Grand-Prix Daiijiro Kato, als er aufgrund eines technischen Defekts in der 130R die Kontrolle über seine Maschine verlor. Es war das letzte Suzuka-Rennen der Motorrad-Weltmeisterschaft, ehe man aus Gründen der Sicherheit auf den deutlich langsameren und für Motorräder wohl auch sicheren Straßenkurs des Twin Ring Motegi wechselte.

Suzuka ist auch jener Ort, an dem die NASCAR 1996 sowie 1997 jeweils ihre beiden NASCAR Thunder 100-Einladungsrennen auf dem 2,3km langen Ostkurs austrug, auf dem auch die WTCC seit 2011 unterwegs ist. Während das Rennen 1997 aufgrund des erstmaligen Einsatzes von Regenreifen in die NASCAR Sprint Cup-Geschichte einging, verstarb im Jahr zuvor Pace-Car-Fahrer Elmo Langley auf tragische Weise, als er in den S-Kurven während einer Evaluierungsrunde einen Herzinfarkt erlitt.

Wie eine Super-GT-Runde auf dem Suzuka Circuit aussieht, soll folgende Onboard-Aufnahme von Takashi Kogure im Weider HSV-010 aus dem Jahr 2010 verdeutlichen:

 

 

GT500

Die Marke der Stunde ist derzeit Lexus. Drei von vier Siegen, zwei dazu auf Strecken, die dem SC430 ursprünglich eigentlich nicht liegen sollten. Obwohl die Statistik auf eine nahezu unschlagbare Übermacht schließen lässt, hatten die Piloten von Toyotas Edelmarke für ihre Erfolge, abgesehen von Sugo, zu kämpfen. Dennoch gelten auch in Suzuka insbesondere der Zent Cerumo SC430 (mit 88kg Gewichts-Handicap der schwerste Wagen im Feld) aber auch der Denso Kobelco SC430 (76kg) zu den absoluten Favoriten. Insbesondere nach dem starken Auftritt in Sepang und dem Sieg in Sugo, darf aber auch der Eneos Sustina SC430 (64kg) nicht vergessen werden, genauso wie der Petronas Tom’s SC430 (58kg). Letzter erreichte in Sugo nach langer Durststrecke das erste Podium seit 2010, während es für den Eneos Sustina SC430 der erste Sieg seit 2006 war. Beide Fahrzeuge machten an den zwei offiziellen Testtagen Ende Juli in Suzuka ebenfalls eine gute Figur (zweit- und drittschnellste Zeit hinter dem S Road Mola GT-R), wenn auch der Regen genauso wie das Ausprobieren von neuen Teilen keinen direkten Aufschluss über die tatsächliche Stärke gaben. In wie fern die Zusatzgewichte, welche die Top-Lexus-Wagen mit sich tragen, einen Einfluss auf die Performance haben werden, wird sich spätestens in der Qualifikation zeigen.

Im letzten Jahr war Nissan mit fünf von acht Siegen die dominierende Marke in der Super GT. Heuer stehen sie, trotz einiger guten Chancen, mit noch null Siegen hingegen etwas abgeschlagen hinter Lexus und Honda im Klassement. Zurückzuführen ist dies allerdings nicht auf eine mögliche, schlechte Performance des Wagens, sondern eher auf eigene Fehler und das nicht vorhandene Rennglück. In Okayama war laut Michael Krumm (Motul Autech GT-R) beispielsweise die Reifentemperatur ein großes Problem, die während des Rennens nicht das Betriebsfenster erreichte, welches benötigt wurde. Gleichzeitig schlichen sich bei Quintarelli/Yanagida (S Road Mola GT-R) sowie Oliveira/Matsuda) Reifenschäden, Fahrfehler und Kollisionen ein, mit dem wohl gröbsten, unglücklichsten Fehler in Sugo, als Joao Paulo de Oliveira nach einem guten Start zu früh die Spur wechselte, den Eneos Sustina SC430 traf und dabei Markenkollegen Satoshi Motoyama im Motul Autech GT-R sowie sich selbst ins Aus riss. Dies war eines der Rennen, die Nissan hätte gewinnen können. So steht bislang „lediglich“ ein guter, dritter Platz in Fuji von Krumm/Motoyama als bestes Resultat auf dem Papier. Aufgrund der fehlenden Erfolge gehören alle vier Nissan GT-Rs aber immerhin zu den leichtesten GT500-Boliden im Feld, auch wenn alle Fahrer-Duos die fehlenden Kilos wohl sicherlich gegen wertvolle Meisterschaftspunkte eintauschen würden. Nicht nur weil es bei einer Distanz von über 700km ein paar Punkte extra vergeben werden (der Sieger erhält beispielsweise 25 anstatt der üblichen 20 Zähler), ist der Sieg für eines der Nissan-Fahrzeuge Pflicht. Suzuka leitet auch die zweite Hälfte der Meisterschaft ein. Wenn man nicht weiter Boden verlieren und um den Titel noch kämpfen möchte, muss ein Sieg her, der in Suzuka aufgrund der Prestige und der leicht höheren Punktzahl sogar noch wertvoller ist. Interessant wird zu beobachten sein, in wie fern Nissan die bereits im Juli getesteten, neuen Teile an diesem Wochenende einsetzen wird. Auffallend war an den Testtagen eine schwarze Montur auf der Motorhaube des S Road Mola GT-R, die laut Nismos Team-Chef Kunihiko Kakimoto als Gegenmaßnahme für die Hitze gedacht sei. Hintergrund sei derer, dass insbesondere durch die der Vergrößerung der Lüftungsgitter zu den Sommerrennen auf insgesamt 25mm, die Montur die Hitze effektiver vom Kühler ausfließen lassen soll.

Überhaupt wird die Hitze eine zentrale Rolle spielen. Fürs Wochenende sind über 30 Grad vorhergesagt, was zu Temperaturen über 60 Grad in den Autos führen wird. Nissan war die erste Marke, die trotz eines minimalen PS-Verlustes auf eine Klimaanlage setzte. Honda zog ihnen in diesem Jahr gleich, lediglich Lexus verzichtet derzeit noch auf die bessere Alternative zu den Cool-Pads in den Rennanzügen der Fahrer. Es ist auch davon auszugehen, dass sie nicht extra für Suzuka nachgerüstet haben. Die Fahrer werden es ihnen sicherlich danken… Ein großes Fragezeichen steht nach Sugo hinter Honda. In Okayama und Fuji noch um den Sieg gekämpft, gelang es dem Duo Kogure/van Dam den Erfolg aus dem letzten Jahr in Sepang zu wiederholen. In Sugo ist die Marke hingegen im Niemandsland verschwunden. Im Rennen spielten die HSV-010s überhaupt keine Rolle. Erst auf Position 7 kam mit dem Weider HSV-010 der erste Wagen ins Ziel. Die schnellste Rennrunde von Koudai Tsukakoshi (Keihin HSV-010) konnte da nicht drüber hinwegtäuschen, dass man in ernsten Problemen war. Grund hierfür soll laut eigener Aussage ein mysteriöses Übersteuern am Scheitelpunkt der Kurven, insbesondere in denen des zweiten Sektors, gewesen sein. Dadurch war man nicht nur in den Kurven langsam, sondern hatte auch nicht genügend Schwung beim beschleunigen und folglich eine geringere Höchstgeschwindigkeit. Bei den beiden offiziellen Testtagen in Fuji am 8. und 9. August testete Honda neue Seitenspiegel, die direkt an der Finne auf dem Kotflügel montiert sind. Die Fahrer mussten sich an die neuen, so genannten „Fender Mirros“ erst noch gewöhnen, außerdem seien wohl keine signifikanten Unterschiede der Neuentwicklung, die speziell für Suzuka getestet wurde, bemerkbar gewesen. Ersten Fotos aus dem Fahrerlager zufolge, hat man die neuen „Fender Mirrors“ an diesem Wochenende wohl auch nicht dabei, oder nicht an allen HSV-010s montiert.

Besonders interessant war Suzuka in der Vergangenheit immer deshalb, weil alle drei GT500-Marken in jedem der drei Sektoren unterschiedlich stark waren, was zu einer sehr gesunden und spannenden Ausgeglichenheit führte. Einen Sieger zu tippen ist deshalb unmöglich. Im letzten Jahr gewannen Kakashi Kogure und Loic Duval im Weider HSV-010 vor Ronnie Quintarelli und Masataka Yanagida im S Road Mola GT-R ein unglaublich spannendes, vom Regen aufgemischtes und mit einigen Zwischenfällen ausgestattetes Rennen. Zwar waren es „nur“ 500km, für mich persönlich war es trotzdem, serienübergreifend, dass beste Rennen des Jahres. Der Regen sollte in diesem Jahr keine Rolle spielen, auch wenn über die gesamte Renndistanz von gut sechs Stunden hier und da die geringe Möglichkeit auf vereinzelte Tropfen besteht. Aufgrund der heißen Temperaturen sowie der hohen Luftfeuchtigkeit sollten etwaige, kurze Niederschläge aber keine Probleme bereiten. Alle GT500-Teams setzen in diesem Jahr übrigens keinen dritten Gastfahrer ein.

 

aEntry List GT500 (mit Gewichtsangaben)

 

GT300

Bei dem intensiven Kampf um die GT500-Krone kann die GT300 durchaus untergehen, wenn auch die „kleinere“ der beiden Klassen in Sugo das deutlich bessere Rennen ablieferte. Alle Augen sind nach dem Sieg des NDDP GT-R GT3 natürlich auf Nissans Nachwuchs-Team gerichtet. Die Charakteristik des Suzuka Circuits passt in der Theorie zum einzigen, japanischen GT3-Boliden im Feld. Zusätzlich zählt der Wagen des Duos Yuhi Sekiguchi / Katsumasa Chiyo zu einem der Effizientesten im Spritverbrauch, was man durchaus nicht von allen GT3-Fahrzeugen behaupten kann. Unterstützung bekommt das Team in Form des Gaststarters Daiki Sasaki, der seit 2010 in der Japanese Formula 3 unterwegs ist. Einige, wenn auch nicht alle, GT300-Teams setzen bei den 1000km auf Unterstützung in Form eines dritten Fahrers. Der bekannteste dürfte dabei Richard Lyons sein, der Akihiro Tsuzuki und die Schweizerin Cyndie Allemann im Zent Audi R8 LMS unterstützen wird. Lyons fuhr in diesem Jahr bereits in Fuji als Ersatz für Loic Duval, der aufgrund einer Terminkollision für Audi in Spa unterwegs war. Im Jahr 2004 gewann Lyons zudem die Meisterschaft in der GT500. Eine bessere Unterstützung hätte sich Hitotsuyama Racing nicht holen können.

Ein weiterer Bekannter in der Super-GT-Szene gibt an diesem Wochenende ebenfalls sein Comeback. Akihiko Nakaya wird das Duo Hironori Takeuchi / Haruki Kurosawa im Green Tec & Leon SLS unterstützen, der in Sugo zweiter wurde. In wie fern sich Nakaya, der in der Vergangenheit unter anderem mit einem Mitsubishi FTO unterwegs war, sich auf den SLS in solch einer kurzen Zeit einstimmen wird können, bleibt abzuwarten. Es ist dennoch schön sein Gesicht wieder im Fahrerlager zu sehen. Im Gegensatz zu Team Mugen, die keinen dritten Fahrer als Unterstützung für Daisuke Nakajima und Hideki Mutoh im CR-Z GT engagiert haben, werden Morio Nitta und Koki Saga im Hybrid-Prius von Yuichi Nakayama, ebenfalls einem japanischen Formel-3-Youngster, unterstützt. Ähnlich Team Mugen setzen auch einige weitere Teams lediglich auf ihre beiden Stammpiloten, die prominentsten davon dürften wohl beide BMW Z4s, aber auch der Hankook Porsche, der Endless Taisan 911 sowie der Subaru BRZ sein. Letzterer ist an diesem Wochenende erstmals mit dem so genannten „front-side exhaust“ ausgestattet. Ein System, welches auch Lexus und Nissan in der GT500 in diesem Jahr eingeführt haben.

Im letzten Jahr gewann Subaru ein packendes Rennen mit dem Legacy B4, weshalb die Erwartungen an den neuen BRZ in diesem Jahr natürlich enorm sind. Der im Gegensatz zu ein paar GT3-Konkurrenten etwas bessere Spritverbrauch des nach JAF-GT300-Reglment gebauten Wagens spricht auf dem Papier für das Team. Überhaupt werden den japanischen Wagen einige Chancen zugesprochen, wenn auch die Hauptfavoriten unter anderem der Hankook Porsche, natürlich der Endless Taisan 911, aber auch der Gainer Dixcel R8 LMS sowie der Hatsunemiku Z4 sind. Letzterer startete in Sugo erstmals mit dem 2012er Update von BMW, was ihm nach FIA-BoP-Einstufung aber gleich noch mal 30kg mehr an regulärem Gewicht einbrachte. Zusätzlich ist der Wagen mit 70kg Gewichts-Handicap zusammen mit dem Gainer Dixcel R8 LMS der zweitschwerste Wagen im Feld. Lediglich der Endless Taisan 911 hat noch mal acht Kilo mehr an Bord. Der effiziente Spritverbrauch spricht hingegen für den Z4.

 

aEntry List GT300 (mit Gewichtsangaben)

 

News & TV-Zeiten

Ende letzter Woche hatte die GTA den aprovisorischen Kalender – Freigabe der FIA steht noch aus – für die Saison 2013 veröffentlicht. Die größte Änderung stellt selbstverständlich das Einladungsrennen auf dem Korean International Circuit dar, auf dem auch die Formel 1 seit 2010 unterwegs ist. Angesetzt ist das Rennen zwischen dem Lauf in Fuji und Sepang (Malaysia) am 19. Mai 2013. Ansonsten bleibt der Ablauf im Kalender gleich: Eröffnet wird die Saison am 7. April 2013 in Okayama. Anschließend geht es wie auch in diesem Jahr in der Golden Week nach Fuji, wo das Rennen am Montag (!), den 29. April 2013 ausgetragen wird. Das Rennen ist dieses Mal auf den „showa no hi“ angesetzt, dem Feiertag zu Ehren des 1989 verstorbenen Kaisers Hirohito Showa. Er war der direkte Vorgänger des derzeit amtierenden Kaisers Akihito. Man hat sich wohl den Montag ausgesucht, weil die Feiertage zweigeteilt auf drei respektive vier aneinander folgende Tage sind, wobei davon auszugehen ist, dass die Dichte der meisten, reisenden Bürger um den 3. Mai stark zunehmen wird, was geringere Zuschauerzahlen zufolge hätte. Des Weiteren muss natürlich den Teams genügend Zeit eingeräumt werden, mögliche Schäden etc. zu reparieren, bevor die Autos nach Südkorea verschifft werden. Nach Südkorea geht die Reise weiter nach Sepang, Malaysia. Es folgen Sugo, Suzuka, erneut Fuji, Autopolis und das Finale am Twin Ring Motegi. Der große, mittlerweile traditionelle JAF Grand Prix als Saisonabschluss, zusammen mit der Formula Nippon (Super Formula ab 2013), findet zwei Wochen nach Motegi vom 15. bis zum 17. November 2013 statt. Änderungen sind aufgrund der provisorischen Natur des Kalenders natürlich jederzeit möglich.

Des Weiteren gab die GTA bekannt, dass sie am Rennsonntag um 9:55 Uhr Ortszeit eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem ACO halten, in der die Pläne für eine Kooperation mit der Asia Le Mans Series für 2013 bekannt gegeben werden (Zulassung der JAF-GT300-Fahrzeuge in der GTE- und / oder GTC-Klasse, wir berichteten). Hierfür sind unter anderem Rémy Brourad (Global Development Director) sowie Daniel Perdrix (International Technical Delegate) vom ACO vor Ort. Da in der Ankündigung lediglich von einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ACO die Rede ist, ist davon auszugehen, dass es derzeit wohl keine weiteren Informationen zur Kooperation mit der DTM gibt.

In der TV-Landschaft hat sich selbstredend natürlich weiterhin nichts geändert, weshalb erneut auf die unbeliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. J Sports 3 überträgt am Samstag die vollständige Qualifikation im Knock-Out-Format ab 6:50 Uhr deutscher Zeit. Die Qualifikation sowie das Freie Training sind zudem ebenfalls im offiziellen allerdings wie gehabt geoblockten Live-Stream auf der Seite des japanischen Anbieters Nico Nico Douga (kostenlose Registrierung erforderlich) sehbar. Am Sonntag beginnt J Sports 4 die Übertragung um 5 Uhr deutscher Zeit. Der Start zum 1000km langen Rennen (173 Runden) erfolgt eine halbe Stunde später um 5:30 Uhr. Wie zu jedem Rennen, sollte die Technik nicht verrückt spielen, bieten wir selbstverständlich auch zum International Pokka 1000km unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker an. Aufstehen lohnt sich!

flattr this!

August 27 2011

20:56

Shell Formel Eins: Spa 2011 – Marc Gene und John Surtees

Im Rahmen der Kooperation mit Shell hatte ich die Gelegenheit am letzten Freitag beim F1 Rennen in Spa zu sein. Ein Mann hat mich ganz besonders beeindruckt.

Nach Spa zu fahren, ist immer etwas ganz besonderes. Jedesmal, wenn man die Strecke betritt, atmet man die Historie der Strecke ein, man spürt sie in jedem alten Haus, dem alten “Uniroyal” Gebäude, den nicht überdachten Tribünen, dem altehrwürdigen Wald und der Eau Rouge. Ich bin jedes Mal erstaunt, wie steil die Passage tatsächlich ist, wie scharf es doch nach rechts und nach links geht. Die Fernsehbilder verwischen den Eindruck immer wieder, daher zieht man die Augenbrauen doch hoch, auch wenn man schon ein paar Mal da war. Und dann ist da der Speed der F1, mit dem sie die Eau Rouge durchfahren. Selbst wenn es klatschnass ist (oder auch gerade dann), kann man spüren, was die Fahrer da gerade selber erleben. Ein Fahrer bestätigte das auch mit deutlichen Worten.

Marc Gene, Testfahrer bei Ferrari und Einsatzpilot von Peugeot in der LMS, gesellte sich zu uns an den Tisch während des Mittagessen und ließ sich bereitwillig über die Eau Rouge ausfrage. Es sei mit weitem Abstand seine Lieblingskurve, es gäbe nicht, was man vergleichen könnte. Die 130R in Suzuka sei eine Mutkurve, aber halt ohne den Höhenunterschied. Es gäbe wenig Kurven, die halt so an der Grenze liegen, wo man sich jedesmal fragen würde, ob es voll geht, oder nicht. Die Eau Rouge sei so eine Ecke, allerdings nicht mehr im Trockenen mit den kleinen V8 in der F1, da ginge sie jedesmal leicht voll. Aber damals, mit den V10, sei das eine andere Sache gewesen. Und dann packte er eine Geschichte über Kimi Räikkönen aus. Der sei bei seinem ersten Einsatz für Ferrari in Spa rausgefahren, hätte mit dem bärenstarken V10 eine Aufwärmrunde gedreht und sei dann voll durch Eau Rouge. Die Ingenieure hätte sehr, sehr große Augen bekommen. Überhaupt sei Kimi ein Fahrer, wie man kaum noch findet. Marc Gene hofft sehr, dass er 2012 bei Peugeot das 24 H Rennen in Le Mans bestreitet. “Es wird ihm wahnsinnig Spaß machen, da bin ich sicher,” sagte er,”denn Le Mans ist eine Fahrerstrecke. Und Kimi und Le Mans – das passt.”

Aber nicht nur Marc Gene war da. Auch ein Mann, den man für seine Leistungen nur hoch verehren kann, der Motorsportgeschichte geschrieben hat. John Surtees war da und setze sich schwungvoll, wie es man es bei einem 77jährigen Mann kaum erwarten würde, ebenfalls an den Tisch. Ich gebe zu, dass ich schon ein wenig ergriffen war. Wie viele der alten Haudegen, der Weltmeister aus den frühen Jahren der Formel Eins leben noch? Nur noch John Surtees, Jacky Stewart und Jack Brabham. Einen davon sprechen zu können, selbst wenn es nur ein zwangloses Gespräch beim Mittagessen war, ist schon etwas besonderes. Das Surtees nach dem Tod seines Sohnes Henry vor zwei Jahren in Brands Hatch überhaupt noch Interesse am Motorsport hat ist schon fast etwas verwunderliches. Aber, so berichtete mir sein Assistent – Surtees hat gerade danach angefangen, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Dazu kommt, dass er im Namen seines Sohnes eine Stiftung gegründet hat, die sich um Unfallopfer kümmert.

Wenn man schon jemanden wie Surtees am Tisch hat, dann kommt natürlich unwillkürlich die Frage, wie es damals war, als Surtees in Spa unterwegs war. Der Ex-Weltmeister beschrieb dann einfach eine Runde auf der alten Strecke. Und er konnte sich an jede Kurve, selbst an den Gang, den er eingelegt hatte, erinnern. Er berichtete sehr plastisch, wie es war, wenn man die ultraschnelle Kurve von Burneville im leichten Drift nahm, wie man vor der alten Stavelot zurückschalten musste. Und wie es war, wenn plötzlich der Regen einsetzte. Seinen Sieg aus dem Jahr 1966, beschrieb er so:

“Man sah erst nur ein paar Tropfen und dann, hinter der nächsten Kurven, stand die Strasse unter Wasser. Ich lag vorne, aber Jochen Rindt drückte in seinem Cooper-Maserati von hinten. Ich ließ ihn passieren, weil ich nicht derjenige sein wollte, der zuerst durchs Wasser muss. Es war wegen der Gischt aber sehr schwer nahe dran zu bleiben, also beschloss ich ein paar Meter mehr Abstand zu halten und nur in seinen Reifenspuren zu bleiben. Rindt hatte als Führender die gleichen Probleme wie ich zuvor, also kam er auch nicht weg. Ich blieb ein paar Runden hinter ihm, aber als der Regen leichter wurde und die Strecke nicht mehr ganz so nass war, habe ich ihn mir wieder geschnappt. Er hatte allerdings auch Probleme mit dem Getriebe, wie er mir später berichtete.”

Spa 1966 war auch das Rennen, in dem Stewart damals seinen schweren Unfall hatte. Er flog von Strecke, fällte einen Telegraphenmast und flog in eine Böschung. Der Tank war geborsten und Stewart saß bewusstlos in seinem eigenen Sprit. Zur Hilfe kam niemand, weil keiner den Unfall gesehen hatte. Ein paar Minuten später flog ein Meter weiter davor Graham Hill ab, der die Spuren des Unfalls von Stewart sah und mal nachschauen wollte, ob da einer abgeflogen ist. Er rettete Stewart dann und organisierte einen Passanten, der dann wiederum zu einem Bauernhof lief, wo er einen Krankenwagen bestellte.

Surtees sagt heute, dass sie alle Glück gehabt hätten, jedenfalls fast alle. Auf der anderen Seite – moderne F1 Strecken seien oft langweilig, weil sie eben keinen Auslauf mehr hätten. “Nehmt Eau Rouge,” sagte er. “Die Kurve ist deswegen besonders, weil man weiß, dass ein Problem hier mit einem Ausfall endet. Niemand möchte, dass sich jemand verletzt, aber wenn Fehler auch nicht mehr bestraft werden, ist ein Rennen oft sehr einfach”.

Um Technik ging es natürlich auch in Spa. Wir hatten die Gelegenheit das “Shell Labor” zu besuchen. Das ist, selbst in der technikverwöhnten F1, etwas besonderes. Hinter der Box stehen immer zwei LKWs. Dort werden auf der einen Seite die Motoren gewartet, auf der anderen gibt Werkstätten, Besprechungsräume und eben das Labor. Shell analysiert dort nach jedem Training usw. den Sprit und schaut, ob damit alles in Ordnung ist. Über den Sprit hatten ich ja schon mehrfach berichtet. Deutlich spannender fand ich die Tatsache, die mir tatsächlich entgangen war, dass das Motoröl in der F1 eine besondere Rolle spielt. Das ist nämlich nicht jenen Beschränkungen unterworfen, die für das Benzin gelten. Im Prinzip können die Hersteller da machen, was sie wollen, die FIA verlangt nur, dass das Öl in Quali und Rennen identisch ist. Der Rest ist frei gestellt. Shell prüft nach jedem Einsatz, insbesondere am Samstag, ob im Öl Metallablagerungen sind, die auf einen erhöhten Motorverschleiss hindeuten könnten.

Was genau man genau mit Öl alles anstellen kann werde ich dann beim nächsten Besuch eines F1-Rennens versuchen heraus zu finden. Sobald Ferrari die Videos usw. frei gegeben hat (die sind da etwas vorsichtig), trage ich die nach.

Ferrari hatte auch einen F1-Simulator vor Ort, der angeblich in der Form auch bei Fernando Alonso im Haus steht. Das Erlebnis ist tatsächlich sehr beeindruckend. Zum einen, wegen der liegenden Sitzposition, die Knie befinden sich ja ungefähr auf Höhe des Kinn, wenn man drin sitzt. Zum anderen, ist das Lenkrand original. Es hat inkl. DRS, KERS usw. alle Einstellmöglichkeiten des Lenkrades, an dem auch die Piloten drehen. Und eine Fahrt mit einem F1 im Simulator ist höllisch schwer. Was einerseits am Wagen liegt, andererseits an den fehlenden G-Kräften, Beschleunigung usw. Immerhin gelang mir mal eine Runde in Spa, in der ich mich nicht gedreht habe oder irgendwo hängen geblieben bin. Damit war ich dann schon zufrieden, aber ein F1-Fahrer wird aus mir wohl nicht mehr. Aber die Fahrt machte mir noch einmal klar, was die Fahrer da eigentlich leisten. Einen solchen Wagen am Limit zu bewegen, zwischendurch die Bremsverteilung zu korrigieren, im Zweikampf zu sein und auch noch mit der Box zu reden, ist schon eine Sache für sich. Jedenfalls kann ich Lewis Hamilton ab sofort deutlich besser verstehen, wenn er seinen Renningenieur mit “Don’t talk to me” anherrscht.
DSCF0030 DSCF0180 2. John Surtees overcomes the weather to win at Spa in 1966 driving a V12 Ferrari 104000871_10 00000000_PG_5389a_14AFAB40B1AF2D6ED41FA3E232C35402 DSCF0034 DSCF0036 DSCF0038 DSCF0045 DSCF0051 DSCF0070 DSCF0077 DSCF0104 DSCF0114 DSCF0119 DSCF0124 DSCF0126 DSCF0130 DSCF0135 DSCF0138 DSCF0156 DSCF0157 DSCF0181 DSCF0197 Outside 1

flattr this!

March 06 2011

08:00

Die WTCC – Hintergründe und Diskussionspunkte

Zum Start dieser Artikelreihe: In ein paar Wochen geht die Rennsaison wieder richtig los. Und damit für uns Fans auch der Stress: Jedes Jahr kommen neue Klassen dazu. Andere Rennformeln sterben aus, oder werden wiederbelebt. Findige Organisatoren mogeln, wie etwa bei der F2, ein wenig bei den Bezeichnungen. Kurz: Auch der größte Petrolhead kann schon mal den Überblick verlieren.
Daher die Idee zu dieser Artikelserie: Hier soll es um die Hintergründe der wichtigsten Rennklassen gehen. Dazu gehören ein paar “historische” Daten – aber auch die Eckpunte zur aktuellen Position in der Motorsportwelt, etwa zur Präsentation in der Medien oder der Vermarktung. Und dann will ich auch noch die wichtigsten Streitfragen beleuchten, mit die mir zur Serie im Gedächtnis sind – Meinungsaustausch in den Kommentaren ist sehr erwünscht. Den Anfang macht heute die WTCC.

Die Anfänge:
1963 wurde die European Touring Car Challenge im Auftrag der FIA ins Leben gerufen. Der Rennkalender bestand unter anderem aus den Traditionsstrecken Nürburgring, Zandvoort, Zolder und Brands Hatch. Das Starterfeld setzte sich aus wahnwitzigen 9 Klassen zusammen, nach Hubraum geordnet. Trotzdem gab es nur einen Gesamtsieger. Dies führte am Ende der ersten Saison zu der kuriosen Situation , dass gleich 5 Fahrer gleich viele Punkte hatten. Die Serie gewann relativ schnell an Popularität und mehr Hersteller und Fahrzeuge kamen hinzu.
In den 70er Jahren wurde die Serie in European Touring Car Championship umbenannt – und hatte wegen der Ölkrisen mit kleineren Starterfeldern zu kämpfen.

Die 80er und 90er:
Anfang der 80er feilte man massiv am Regelwerk, was effektiv den Tod der Serie bedeuten sollte. Es gab nur noch 4 Klassen, die Kosten explodierten und die Rennsieger waren mit Ford, Toyota und BMW immer die Gleichen. 1988 wurde sie Serie eingestellt, nicht jedoch ohne vorher 1987 unter dem Namen World Touring Championship die internationale Expansion zu versuchen. Diese endete jedoch in einem ziemlichen Disaster. Auf Grund der hohen 60.000 $ Meisterschaftsstartgeld gab es nur 15 Fahrzeuge, die um die Punkte fuhren. Dies sollte für lange Zeit die einzige Saison der WTCC bleiben.
Die Idee von einer Tourenwagenweltmeisterswchaft lebte aber natürlich weiter. Von 1993-1995 wurden Einzelevents, die so genannten Touring Car World Cups ausgetragen, jedoch nur auf jeweils einer Strecke pro Jahr und zwar in Monza, Donington und Le Castellet. Die Bestrebungen für eine Tourenwagenweltmeisterschaft wurden immer konkreter und schließlich wurde 1995 die International Touring Car Championship (=ITC) ins Leben gerufen. Diese war im Prinzip eine “Internationalisierung der DTM”, in der die Kosten explodiert waren. Man brauchte also einen “Grund” so hohe Summen auszugeben, folglich gründete man die ITC. Die Rennen wurden mit gleichen Fahrzeugen und Fahrern ausgetragen, die Veranstaltungen im Deutschland brachten Punkte für die DTM, jene im Ausland für die ITC. Als die Verantwortlichen merkten, dass dieses Konzept (besonders im Bezug aufs Marketing) “überraschenderweise” nicht ganz aufging, strich man die DTM-Saison 1996 und es gab nur noch die ITC. Diese bot sehr spannende Rennen, da fast alle Marken gleich stark waren. Auch das Fahrerfeld liest sich beeindruckend: Alten DTM-Hasen wie Hans-Joachim Stuck oder Klaus Ludwig und ehemalige Formel 1-Piloten wie JJ Lehto oder Aguri Suzuki. Außerdem junge Talente vom Schlage eines Juan-Pablo Montoya, Jan Magnussen oder Alex Wurz – vielleicht eines der wenigen Jahre in jüngerer Zeit, in denen der Weg Richtung Formel 1 über eine Tourenwagenklasse geführt hat. Allerdings waren die Eintrittspreise enorm hoch. Desweiteren ging das Wettrüsten auch in der ITC weiter, welche zum damaligen Zeitpunkt wohl weiter entwickelte Autos als die Formel 1 hatte. Die Kosten explodierten in astronomische Höhen. Schließlich war auf für die ITC nach 1996 Schluss.

2000 und heute:
2000 wurde die Italian Superturismo Championship von der FIA zum European Supertouring Cup umbenannt, auch wenn ein Großteil der Rennen noch in Italien und mit italienischen Fahrern stattfand. 2002 folgte die nächste Namensänderung in European Touring Car Championship (ETCC). Hier tritt Eurosport das erste Mal auf den Plan. Diese übertrugen alle Rennen der ETCC live. 2004 wurde von der FIA beschlossen, die ETCC in die World Touring Car Championship umzuwandeln. Diese weitere Internationalisierung war vorher durch außereuropäische Gehversuche der ETCC vorbereitet worden.
2005 wurde die WTCC schließlich das zweite Mal (nach 1987) ausgetragen. Wieder dabei war Eurosport, die die WTCC auch heute noch mitvermarkten und somit mehr als “nur ein TV-Partner” sind, mehr dazu im weiteren Verlauf des Artikels. Die Rennen wurden damals noch zusammen mit der FIA-GT ausgetragen. 2006 wollte Eurosport, die auch diese Serie live übertrugen, die FIA-GT dazu bringen ihre Rennen um 1 Stunde auf 120 Minuten Rennzeit zu verkürzen. Dies lehnte jedoch die SRO, Organisator der FIA-GT ab. Somit gingen FIA-GT und WTCC ab 2006 getrennte Wege. 5 Hersteller waren in der ersten Saison entweder werksseitig oder auf Kundenbasis dabei: SEAT, BMW, Ford, Alfa Romeo und Chevrolet. 2006 stieg Alfa Romeo werksseitig etwas überraschend aus der WTCC aus und lieferte nur noch technische Unterstützung für Privatteams. Um weiterhin wohl etwas präsenter in der Serie zu bleiben, überwies man das Startgeld an die FIA, womit man in der normalen Fahrerwertung fuhr, und nicht in der Independents Trophy. Erwartet worden war hingegen der Ausstieg von Ford nach einer schlechten Saison 2005.

In den folgenden Jahren gab es kurze Gastspiele von Lada und Honda, die jedoch in keinem großen Engagement mündeten. 2010 stieg dann SEAT werksseitig aus, blieb der Serie aber durch umfrangreiche Betreuung der Privatteams erhalten. Auch BMW begann den schrittweisen Rückzug und war 2010 nur noch mit zwei Werks-Autos dabei. Die Privatteams konnten den Verlust an Fahrzeugen aber in Grenzen halten, so dass man im Durchschnitt immer noch mit mindestens 20 Autos antrat.
2011 wird man mit Volvo immerhin einen weiteren Hersteller in die Serie bekommen, und zwar in Form eines 1-Wagen-Teams. Volvo wird eventuell 2012 komplett werksseitig einsteigen. Auch Subaru denkt wohl über einen Einstieg nach, genau so wie Ford, Honda und – über den Umweg einer argentinischen Niederlassung – Toyota.

Vermarktung:
Die Vermarktung und Organisation der WTCC liegt bei der KSO, Kigema Sport Organisation. Diese war von der FIA schon dazu beauftragt worden die ETCC zu vermarkten, den Schritt der KSO nun auch die Vermarktung der WTCC zu übergeben, erscheint logisch. Noch nachvollziehbarer wird der Schritt, wenn man sich die Besitzverhältnisse an der KSO anschaut. Diese gehört zu 60% nämlich Eurosport. Die KSO an sich wiederrum ist eine Tochterfirma SRW Events Ltd (Super Racing Weekend Events), an der der TV-Sender ebenfalls Anteile hält. Als Eursosport 2003 dort einstieg wurde ein Eurosportmann Vorsitzender von SRW Events.
Wie groß das Gewicht des Senders für die Serie ist, zweigt auch das gelegentliche Verschieben der Startzeiten – manchmal sogar kurzfristig , um sie an das aktuelle Liveprogramm anzupassen. Immerhin wird die WTCC so weltweit in 160 Ländern übertragen.
Es ist schon interessant zu sehen, dass die FIA sich so extrem auf einen Partner eingelassen hat. Man ist schon sehr von Eurosport abhängig. Sollten diese sich entscheiden auszusteigen, steht man plötzlich nicht nur ohne TV-Sender, sondern auch ohne Hauptsponsor und Marketingpartner dar. Derzeit scheint das allerdings unwahrscheinlich – wie kürzlich bei allesaußersport.de zu lesen war, verdient Eurosport mit der WTCC nämlich immer noch gutes Geld.

Diskussionspunkte:
Eurosport: Ein so starker Partner bringt natürlich auch Probleme mit sich. Eurosport möchte aus Programmplanungsgründen die WTCC Rennen möglichst gut zwischen anderen Livevents einbinden. Deshalb gibt es kaum einheitliche Startzeiten oder diese werden kurzerhand verschoben. Dies macht es dem Fan nicht gerade einfacher die Serie zu verfolgen. Auch das Abschieben einiger weniger Rennen zu Eurosport 2 ist zumindest in Deutschland alles andere als erfreulich, da nicht jeder das Programm empfängt. Immerhin dieses Problem ist aber großteils auf Deutschland begrenzt, da nur in Eurosport nur hierzulande Free-TV ist. In allen anderen Staaten ist auch “Eurosport 1″ Pay-TV und in diesen Paketen ist meistens Eurosport 2 mit drin. Über die Gefahren eines Ausstiegs von Eurosport hab ich oben schon geschrieben.

Die Rennlänge: Grundsätzlich ist die Idee von 2 kurzen Sprintrennen ja ganz nett. Allerdings möchte dabei nicht wirkliches Rennfeeling aufkommen, weil zum Beispiel keine Strategie erforderlich ist.Die Rennen haben öfters eher “Destructionsprint”-Charakter, was aber auch durchaus ansehbar ist. Da die WTCC es nicht lassen kann auf Strecken wie Marrakesh und Macao zu fahren ist es auch gut möglich, dass 2/3 des Rennens hinter dem Safetycar stattfinden. Es kommt bei Tourenwagenrennen aber so oder so gerne mal zu Safetycarphasen, deshalb wäre schon viel gewonnen, wenn die angesetzte Distanz kopmplett als Rennrunden gefahren wird und Safetycarrunden nicht ab der dritten als Rennrunden zählen würden. Dass die Rennen nicht länger sind liegt aber vermutlich auch an Eurosport, weil sie so viele Liverechte haben, dass die Wochenenden im Programm immer vollkomen überladen sind.

Reglement: Ganz heikles Thema für die Serie. Oft wurden Entscheidungen, wie der Ladedruck der Seats von Rennen zu Rennen auf Grund von Beschwerden der Hersteller geändert. Dies tut weder der Serie noch ihrer Glaubwürdigkeit gut. Aber die Krone setzte man sich selber 2010 auf, als man die Meisterschaft am grünen Tisch entschied. Eine Meisterschaft nicht auf der Rennstrecke zu entscheiden, ist ein absolutes no-go. Wenn man weitere Hersteller in dier Serie locken will, die man dringend braucht, sollte man dort eine konsequente und fanfreundliche Linie einschlagen.

Nur 1 vollständiges Werksteam: Mit Chevrolet ist nur noch ein vollständiges Werksteam in der Serie vertreten. Das ist auf lange Sicht einfach zu wenig, man kann das Feld nicht nur mit Privatfahrern auffüllen. Auch Konkurrenz zu den Chevrolets wäre angebracht, die diese auf Dauer die Serie wohl doch dominieren würden, deswegen braucht man dringend einen Gegner. Außerdem schaden vollere Startferfelder einer Serie nie.

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl