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June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

March 22 2011

18:08

Wochenend-Rückblick: WTCC und GP2 Asia

Hochspannung gab es am Wochenende noch nicht – weder beim Saisonauftakt der WTCC in Curitiba noch beim GP2 Asia-Finale in Imola. Ein bisschen Action boten die Rennen aber doch. Und ein paar interessante Details sind uns auch aufgefallen.
Autoren: Chaos (WTCC), Vorsicht (GP2 Asia).

Die WTCC wartete mit 2 unterschiedlichen Rennen in Curitiba auf. Die Chevroletdominanz scheint auf den ersten Blick erdrückend zu sein, doch es gibt zumindest eine kleine Hoffnung, dass zumindest Tom Coronel dem etwas entgegenzusetzen hat.

Das erste Rennen war nicht besonders spektakulär. Vorne fuhr Huff vor Mueller und einem sehr stark fahrendem Bueno den Chevrolettripleerfolg ungefährdet nach Hause. Das Rennen lebte zumindest vor dem Fernsehbildschrim vom Zweikampf zwischen Poulsen und Tom Coronel. Die beiden lieferten sich rundenlang ein hartes aber faires Duell, welches schließlich Coronel, der sich von Platz 8 nach vorne gekämpft hatte, für sich entscheiden konnte. Zwischendurch bewies Poulsen beeindruckende Carcontrol-Fähigkeiten, als er auf der Geraden den BMW in die Wiese warf und einfach voll auf dem Gas stehen bleibend das Auto wieder leicht querstehend auf die Straße zurückbewegte.

 

Menu kam nach verhauenem Qualifying mit Platz 11 immerhin noch auf 6 ins Ziel. Erschreckend schon in Rennen 1, die Schwäche der Séats. Man wusste bei Sunred zwar, dass man nicht besonders gut aufgestellt sein würde, aber dass man ausgerechnet auf einer der Paradestrecken dann mit der “Speerspitze” Tarquini und Nykjaer nur auf 7 und 8 kommt, ist bedenklich. Franz Engstler fuhr einen guten 9. Platz heraus, Bennani mit einem sehr respektablen Platz 10. Monteiro kam nur auf dem undankbaren 11. Platz ins Ziel, dahinter fuhr Dahlgren mit dem Volvo auf Platz 12. Oriola wurde bester Rookie auf Platz 13.  Komplettes Endergebnis hier:a

March 17 2011

07:34

Vorschau: GP2 Eurasia – Das „Finale“

Wer hätte sich das noch vor einem Monat gedacht: Die GP2 Asia Saison endet in Italien. Wegen der Absage der Bahrain-Rennen findet das Finale 2011 in Imola statt. Und weil die Saison nur aus zwei Veranstaltungen besteht, ist das Titelrennen noch völlig offen.

Kaum zu glauben, dass es nur etwas mehr als einen Monat her ist, seit die GP2 Asia am 10. und 11. Februar in einer deutlich ruhigeren Welt ihr Auftaktrennen der Saison 2011 absolvierte. Eine Woche später hätte die Serie in Bahrain starten sollen. Anti-Regierungsproteste – die bis heute andauern – haben das verhindert. Auch das geplante Saisonfinale im Rahmen des F1 Rennens am gleichen Ort wurde wegen der Proteste abgesagt. Doch mit nur einem Rennen wollten sich die GP2-Organisatoren dann doch nicht zufrieden geben. Und deshalb startet die Nachwuchsklasse am kommenden Wochenende in Imola. Ganz sorgenfrei darf man aber auch diesem Lauf nicht entgegensehen: Die Strecke ist seit dem teilweisen Rückbau wieder ziemlich schnell geworden, und vor allem der enge Schlauch rund um Start/Ziel ist nicht ganz unriskant.

Es ist nicht bekannt, ob sich Jules Bianchi schon als offizieller GP2 Asia-Meister gefühlt hat. Wenn ja, dann währte diese Freude aber sicher nur kurz. Denn ziemlich unerwartet kam vor ein paar Wochen die Meldung, dass nach der Absage der beiden Bahrain-Rennen noch eine weitere Runde in Imola geplant sei. Das liegt zwar nicht in Asien, durch die Austragung eines zweiten Rennwochenende verhindert man aber immerhin eine völlige Beliebigkeit der Meisterschaft. Dass die GP2-Organisatoren die Transportgebühren für ein weiteres Übersee-Rennen vermeiden wollten, ist jedenfalls verständlich.

Weniger eingänglich ist aber, wieso es ausgerechnet Imola sein muss. Die Strecke hat zwar nach wie vor eine T1-Lizenz, die sogar F1-Testfahrten erlaubt. Sie scheint nach dem Umbau für die schnellen GP2-Wagen aber trotzdem eine Nummer zu klein. Schon die F2 hatte dort ihre Probleme – und bei der AutoGP gab es auf der engen Startaufstellung überhaupt einen ziemlich üblen Crash. Von Marcel Tiemanns Horrorunfall an fast gleicher Stelle ganz zu schweigen.

Dabei hat das für den Umbau zuständige Architekturbüro Tilke nichtmal viel geändert, wie ein kurzer Überblick zeigt: Die Schikane vor Start und Ziel wurde entfernt, und die Boxengasse samt Startplätzen nach hinten verschoben – also an die Stelle, wo vorher die Anfahrt zur Schikane war. Die große Wirkung dieser kleinen Ursache ist, dass sich direkt vor den ehemaligen Startplätzen jetzt ein Rechtsknick befindet, der mit Vollgas gefahren wird – im Fall von Ausrutschern und vor allem Rempeleien aber kaum Auslauf bietet. Das gleiche gilt für den darauf folgenden Linksknick, der zwar immer schon da war, jetzt aber wesentlich schneller durchfahren wird. Es gibt aber eine Möglichkeit, die Strecke ein wenig zu entschärfen: Die “alte” Schikane vor Start und Ziel kann nämlich jederzeit wieder aufgebaut werden, und wird etwa von der Superbike-WM auch genützt. Für Autos ist das zwar ziemlich eng – vernünftig wäre der Einsatz aber trotzdem. Der Online-Streckenplan deutet aber nicht darauf hin.

In der Hoffnung, dass alles gut geht jetzt aber zum sportlichen Teil. Wie eingangs schon geschrieben, hat durch den kleinen Kalender so ziemlich jeder Fahrer noch rechnerische Chancen auf den Titel. Andererseits: Jene Fahrer die in Abu Dhabi schon gut gepunktet haben, allen voran Jules Bianchi, Romain Grosjean, Davide Valsecchi, Marcus Ericsson, Josef Kral und Stefano Coletti werden nur dann einzuholen sein, wenn sie Fehler machen oder alle sehr langsam sind. Ansonsten werden sie sich den Titel wohl untereinander ausmachen.

Die Topfavoriten sind wohl auch in Imola die beiden Franzosen, die bisher sowohl den Tests als auch den Hauptrennen in Abu Dhabi einen deutlichen Stempel aufgedrückt haben. Aber wie Grosjean dort im Sprintrennen demonstriert hat, kann so ein Rennen auch schnell vorbei sein – und dann ist die Meisterschaft endgültig wieder völlig offen.

Aber auch, wenn ein gutes Rennen alleine nicht reicht: Ein paar Wildcards für den Titel (oder zumindest die Tagessiege) gibt es doch. Der in Abu Dhabi noch glücklose GP3 Meister Esteban Gutierrez sollte, nun an das neue Auto besser gewöhnt, in Imola weiter vorne mitfahren. Auch Dani Clos hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er an einem guten Wochenende durchaus auch siegfähig ist. Und auch Pal Varhaug, der in Abu Dhabi noch in den Startcrash verwickelt war, sollte normalerweise ebenfalls weiter vorne zu finden sein.

Christian Vietoris wird dagegen auch in diesem Rennen nicht mit dabei sein, und erst zum Start der GP2 Europasaison in der Türkei wieder auf den Plan treten.

Ansonsten waren die vergangenen Wochen (zumindest) in der GP2 ziemlich ruhig. Die einzige nennenswerte Meldung betrifft Julian Leal: Der Kolumbianer wird neben der Asia- auch die reguläre Saison in einem Auto des Rapax Teams bestreiten.

Im TV

Eurosport wird die Rennen übertragen. Man hat es aber leider nicht geschafft, einen Liveplatz zu bekommen – denn zum Zeitpunkt der GP2-Rennen war auf beiden Sendern schon die Übertragung diverser Wintersport-Ereignisse vorgesehen. Dass man diese Sendungen nicht wegen der GP2 Asia streichen will, ist verständlich. Stattdessen laufen die beiden Rennen in 30-minütigen Zusammenfassungen Sonntagmorgens (8:30Uhr, Rennen 1 vom Samstag) und -abends (18:45Uhr, Rennen 2) auf Eurosport 2. Für Besitzer einer Satellitenschüssel gibt es trotzdem eine Möglichkeit, die Rennen live und in voller Länge zu verfolgen: Rai Sport 1 (Samstag, 13:50 Uhr) bzw. Rai Sport 2 (Sonntag, 13:50 Uhr) übertragen.

19.03.2011 LIVE 13:50 Uhr GP2 Asia Imola R1 Rai Sport 1 LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWx Bud Shootout Practicex sky sport2x 20.03.2011 Aufz. 08:30 Uhr GP2 Asia Imola R1 Euro 2 LIVE 13:50 Uhr GP2 Asia Imola R2 Rai Sport 2 Aufz. 18:45 Uhr GP2 Asia Imola R2 Euro 2 LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWx Bud Shootout Practicex sky sport2x
Tags: GP2 Asia

March 02 2011

07:56

Ferner liefen: Die Newshappen

// Red Bull hat einen umfangreichen Sponsorenvertrag mit Infiniti unterzeichnet. Die Nobel-Tochter des Nissan-Konzerns wird 2011 und 2012 mit großflächigen Sponsorenaufklebern auf den Autos und den Overalls des Teams vertreten sein. Wegen der engen geschäftlichen Verbindung zwischen Nissan und Renault waren im Vorfeld einige Beobachter davon ausgegangen, dass auch Red Bulls Renault-Motor ab 2012 als “Infiniti” gebrandet sein könnte. Dem ist aber nicht so, die Autos werden auch künftig Red Bull-Renault heißen. Gewinner dieses Deals ist ganz klar Red Bull: Der Wagen trägt weiterhin den Namen des Getränkeherstellers, man bekommt aber zusätzlich Sponsorgelder von Infiniti, die man sonst selbst  hätte zahlen müssen. Außerdem soll es eine technische Zusammenarbeit geben: Beim östereichischen Team hofft man von Nissans Elektronik Know-how zu profitieren, um bei der KERS-Entwicklung mithalten zu können. Was sich Renault/Nissan von dem Deal erwarten ist dagegen weniger klar. (Vorsicht)

// Der vorläufig abgesagte Bahrain-GP könnte schon früher als gedacht nachgeholt werden. Bernie Ecclestone hat gegenüber Autosport angedeutet, dass er derzeit daran denke, das Rennen in der eigentlich als Sommerpause gedachten Zeit Mitte August auszutragen. Das könnte für Mensch und Material zu einer echten Belastungsprobe werden, denn zu dieser Jahreszeit liegen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen in Bahrain bei 39°C. Ecclestone hält dieses Problem aber offenbar für überwindbar, und appelliert (gewissermaßen) an den Idealismus der Teams: “I think the teams are sensible enough even to race in Bahrain in the summer break, and despite high temperatures, because this is the way we can support the country.” Eine endgültige Entscheidung soll es spätestens bis zum Saisonstart geben. (Vorsicht)

// Mercedes hat sich die restlichen Anteile am eigenen Team gesichert. Bisher gehörten noch 24.9% Ross Brawn und Nick Fry, doch diese Anteile wurden jetzt von Mercedes und deren Partner Aabar Investments PJS übernommen. Mercedes hält jetzt 60%, Aabar 40% des Teams. Die staatliche Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi hält ebenfalls rund 9% am Daimler Konzern. Wie viel Geld in Kassen von Brawn und Fry geflossen sind, ist nicht bekannt. Don

// Timo Glock wird die Testfahrten in Barcelona versäumen. Der Virgin Pilot musste sich am Montag den Bliddarm entfernen lassen, und wird daher in den nächsten paar Tagen etwas leiser treten. Für Australien sollte er aber wieder voll einsatzfähig sein, wie dem Twitter-Feed des Teams zu entnehmen ist. (Vorsicht)

// Außerdem gab es in dieser Woche noch eine ganze Menge lesenwerter Interviews mit führenden Motorsport-Persönlichkeiten. Bernie Ecclestone hat mit dem Spiegel seine Ansichten zum Verhältnis zwischen Sport und Politik, zu Michael Schumachers Comeback verraten. Außerdem hat er dabei seine Idee für ein Medaillensystem in der Formel 1 wieder aufgewärmt – und vorgeschlagen, Strecken künstlich zu überfluten, um die Rennen spannender zu machen. Max Mosley hat in einem halbstündigen Radio-Interview mit der BBC erstaunlich offen über seinen Sexskandal und den Schutz der Privatsphäre gesprochen – hier zum Nachhören. Und Randy Bernard hat dem hauseigenen Internetauftritt indycar.com ein stellenweise recht selbstkritisches Interview über sein erstes Jahr als INDYCAR-Chef gegeben. (Vorsicht)

// Opel wird 2012 nicht in die DTM einsteigen. Das meldet motorsport-total.com unter Berufung auf einen Artikel im Fachmagazin “Sponsors”. Angeblich fehlt es an Fachpersonal für den Aufbau eines Teams, außerdem wäre wohl auch die Zeit schon zu knapp. Spekuliert wird nun über einen Einstieg 2013. Ob die Chancen dafür allerdings angesichts dieser Meldungen besonders gut stehen, darf bezweifelt werden. (Vorsicht)

// Jules Bianchi muss noch einmal um seinen Meistertitel in der GP2 Asia zittern. Nach dem Ausfall der beiden Bahrain-Runden haben die Veranstalter kurzfristig ein weiteres Renn-Wochenende in Imola anberaumt, das vom 18.-20. März stattfinden soll. Damit stellt sich zwar endgültig die Frage, was an der Serie noch “Asia” sein soll – weil das Equipment aber offenbar schon wieder von Bahrain nach Europa transportiert wurde ist es aber verständlich, dass man nicht wieder alles nach Asien transportieren möchte. Etwas befremdlicher ist da schon die Auswahl des Austragungsortes Imola. Die nach dem Umbau wieder deutlich schnellere Strecke scheint für die GP2 doch etwas riskant. Immerhin besteht die Möglichkeit, vor Start/Ziel die Schikane zu nutzen, die auch von der Superbike WM verwendet wird. Ob die GP2 das auch macht, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. (Vorsicht)

// Die IndyCar Serie bleibt in den Schlagzeilen. Nach der Ankündigung, beim Saisonfinale fünf Piloten aus anderen Serien um ein Preisgeld von fünf Millionen Dollar fahren zu lassen wird nun eifrig über mögliche Kandidaten diskutiert. A.J. Allmendinger hat kürzlich sein Interesse bekundet. Der ehemalige Indy 500 Sieger Juan-Pablo Montoya scheint dagegen wenig Lust auf eine Open-Wheel Rückkehr zu haben. Ehemalige IndyCar-Piloten werden insgesamt nur in Ausnahmefällen antreten dürfen – und zwar dann, wenn sie von einem dafür zuständigen Komitee als “Legenden” anerkannt werden. Piloten wie Tomas Scheckter, Paul Tracy oder Bertrand Baguette dürfen also nicht auf den Jackpot hoffen. Einen sehr lesenswerten, aber auch furchtbar ausführlichen Artikel zum Thema hat Marshall Pruett vom speedtv.com verfasst. (Vorsicht)

// Und dann gibt es auch noch schlechte Neuigkeiten aus der IndyCar Series: Tony Kanaan wird in der kommenden Saison doch nicht für de Ferran Racing an den Start gehen. Der Meister von 2004 hat es nicht geschafft, genügend Sponsorengeld aufzutreiben. Damit steht nicht nur Kanaans sportliche Zukunft in Frage – auch das Team musste Ende vergangene Woche (zumindest vorübergehend) seine Pforten schließen. (Vorsicht)

// Sam Schmidt, Besitzer des Sam Schmidt Racing Teams hat Teile des FAZZT-Teams erworben. Bisher sind nur die Umrisse des Deals bekannt, es sieht aber wohl, zumindest auf längere Sicht, nach einer Fusion der beiden Mannschaftten aus. Fix scheint, dass Alex Tagliani wie geplant die volle Saison für FAZZT bestreitet. Ebenfalls unangetastet von der Fusion dürften die Schmidt-Einsätze Wade Cunninghams in Texas, Kentucky und Las Vegas, sowie von Townsend Bell und Jay Howard beim Indy 500 bleiben. Möglich scheint allerdings, dass sich aus der Zusammenarbeit der beiden Teams zusätzliche Cockpits oder zumindest weitere Einsatzmöglichkeiten für die Teilzeitpiloten ergeben. (Vorsicht)

// Der Meister der AutoGP-Serie 2011 darf sich auf eine Testfahrt in einem GP2 Auto freuen. Außerdem hat die Serie in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass man plant, eine U21-Wertung für Nachwuchspiloten einzurichten. Der Sieger dieser Wertung bekommt ebenfalls einen GP2 Test. Das deutet auf eine Zweifach-Strategie der Serienorganisatoren hin: Einerseits plant man wohl verdiente und erfahrene Piloten vom Stile eines Giorgio Pantano oder Romain Grosjean gegen Paydriver vom Schlage des “businessman” Giuseppe Cipriani antreten zu lassen. Andererseits soll sich die AutoGP aber wohl auch als ernstzunehmende Jugendserie profilieren. Die aktuellen Fahrerverpflichtungen aus der vergangenen Woche: Die beiden Italiener Fabio Onidi (23) und Fabrizio Crestani (23) bei Lazarus, und der 18-jährige Niederländer Daniel De Jong bei MP Motorsports. (Vorsicht)

// In der GP3-Series gibt es derzeit auch laufend neue Meldungen zu Fahrerverpflichtungen: Manor Racing wird 2011 mit Istanbul-Sieger 2010 Rio Haryanto und Adrain Quaife-Hobbs weitermachen. Das dritte Cockpit bekommt der Finne Matias Laine, der bisher mit mittelmäßigem Erfolg in der Formel Renault 2.0 und der F3 Euroseries angetreten ist. Jenzer holt den Russen Maxim Zimin aus der Formula Abarth. Arden Racing hat bekannt gegeben, dass neben den schon bekannten Mitch Evans und Simon Trummer der Brite Lewis Williamson für die Truppe an den Start gehen wird. Für Tech 1 fahren der Rumäne Doru Sechelariu und der Finne Aaro Vainio, während die amerikanische Zukunftshoffnung Conor Daly von Carlin Racing verpflichtet wurde. (Vorsicht)

// In der Formel Renault 3.5 hat derweil US-Talent Jake Rosenzweig für die kommende Saison beim Mofaz-Team unterschrieben. (Vorsicht)

// Und schließlich hat auch noch die Formel 2 Organisation verlautbart, dass der Russe Max Snegirev 2011 in der Serie an den Start gehen wird. (Vorsicht)

// Die WTCC plant wieder einmal an einem Rennen in den USA, und möchte zu diesem Zweck mit der amerikanischen USTCC kooperieren. Schon 2012 soll es so weit sein. Wie ernst diese Bemühungen nach dem Scheitern anderer WTCC-Projekte wie etwa den Rennen in Russland und Argentinien, und den bisher nie zustande gekommenen Läufen in den USA, der Absage des Mexiko-Rennens im vergangenen Jahr und dem angeblich drohenden Pleitegeier über der Marokko-Veranstaltung 2011 zu nehmen sind, darf freilich hinterfragt werden. (Vorsicht)

// Der neue Aston Martin LMP1 wurde gestern vorgestellt und er sieht… merkwürdig aus. Erinnert mich, Gulf-Lackierung hin oder her, an ein Bügelbrett. Don

// Die Kollegen von “Mulsanne Corner” wollen erfahren haben, dass es bei den Testfahrten mit dem neuen Peugeot LMP1 einen heftigen Unfall gegeben haben soll. Angeblich soll das 908 sogar abgehoben haben. Von Peugeot gibt es zu diesem Thema natürlich keine Stellungnahme. Don

// Der zumindest auf der Rennstrecke allseits beliebte Lord Dryson hat gegenüber “SpeedTV” ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, was seine Zukunft angeht. Man wird beim EVCUP starten, einer neuen, auf rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge ausgerichtete Serie, die im Sommer in Silverstone startet. Dryson wird dort zusammen mit seinem Langzeitpilot Jonny Cocker an den Start gehen. Eine weitere Teilnahme in der ALMS wird es in diesem Jahr nicht geben. Schade, wir werden seine Lordschaft vermissen. Don

// Zum Thema “Rennen ohne Motorlärm” gab es die Woche auch einen schönen Text von Le Mans Urgestein Paul Truswell. Don

// Erste Bilder des neuen Lola B11/40 LMP2 sind jetzt aufgetaucht. Don

February 23 2011

07:07

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der Formel 1 Lauf in Barcelona könnte im Jahr 2012 zum letzten Mal stattfinden. Zwar geht der Vertrag der Rennstrecke mit der FOM noch bis 2016 – der katalanische Regierungspräsident Artur Mas hat allerdings gegenüber der Tageszeitung El País erklärt, dass die Finanzierung nur noch für die nächsten zwei Rennen gesichert sei. Damit steht neben dem Lauf in Valencia, der angeblich Probleme hat, der Formel 1 die Startgelder zu überweisen auch das zweite Rennen in Spanien auf der Kippe. (Vorsicht)

# Das Finale der IndyCar Saison 2011 wird am 16. Oktober am Las Vegas Motor Speedway stattfinden. Das haben die Veranstalter, wie allgemein erwartet, auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend bekanntgegeben. Überraschend ist dagegen das Konzept für das 200 Runden-Rennen: Die INDYCAR schreibt nämlich ein Preisgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar aus, das ausbezahlt wird, sofern ein Fahrer aus einer anderen Serie den Lauf gewinnen sollte. Welche Piloten man für dieses All-Star Konzept gewinnen will, ist allerdings ungewiss. Der Sprint Cup fährt am 15. Oktober in Charlotte ein Chase-Rennen. Es scheint also eher unwahrscheinlich, dass sich einer der großen NASCAR-Stars den Start in Las Vegas antut. Immerhin sollten zum Finale 2011 etwas mehr Fans vor Ort sein: Denn die ersten 80.000 Besitzer eines beliebigen IndyCar Tickets für 2011, die sich bei den Organisatoren melden erhalten gratis Eintritt zum Rennen in Las Vegas. (Vorsicht)

# Jules Bianchi hat die Meisterkrone in der GP2 Asia errungen. Das scheint im Moment zumindest sehr wahrscheinlich. Denn mit der Absage/Verschiebung des Formel 1-Rennens in Bahrain ist nun klar, dass dort auch die GP2 Asia nicht fahren wird. Weil der mäßig üppige Kalender dieser Serie nur drei Veranstaltungen umfasst, wäre der Franzose nach nur einem Lauf in Abu Dhabi Champion 2011. Ganz fix ist das aber bisher noch nicht: Eine Ersatzveranstaltung für zumindest eines der beiden Wochenenden steht nämlich noch im Raum – die GP2 Asia hält sich zur Zeit noch bedeckt. (Vorsicht)

# Die WTCC nähert sich langsam dem Start der neuen Saison, und das Fahrerfeld beginnt Formen anzunehmen. Team Engstler hat schon vor einiger Zeit die Verpflichtung von Kristian Poulsen, Marchy Lee und Engstler selbst bekannt gegeben, diese Woche waren Sunred und Proteam dran. Sunred wird 2011 mit sechs Wagen starten: Wieder dabei ist Gabriele Tarquini, der sich mit dem russischen Rennfahrer Aleksei Dudukalo die Sponsorenunterstützung von Lukoil teilen wird. Tiago Monteiro, Michel Nykjaer und Pepe Oriola werden in den Farben von Sunred Engineering antreten, Fredy Barth für SEAT Swiss Racing. Der Marokkaner Mehdi Bennani greift für Proteam ins Lenkrad, wo Fabio Fabiani und GP2-Veteran Javier Villa seine Teamkollegen sein werden. Eine Auflistung aller schon bekannten Fahrer (Stand Montag 21. 2.) gibt es in der provisorischen Entry-List bei den Kollegen von touringcartimes.com (Vorsicht)

# Neuigkeiten gibt es auch zu den Strecken: In Suzuka wird die WTCC, wie aus der Streckengrafik auf fiawtcc.com hervorgeht, auf der Kurzanbindung antreten. Das ist einerseits sinnvoll, denn die gesamte Strecke wäre für die Tourenwagen vielleicht wirklich etwas zu lang gewesen. Andererseits besteht der aktuelle Entwurf nur noch aus den Esses und der Zielgeraden. Das ist einerseits mit etwa 2 Kilometern dann etwas gar kurz, und verspricht auch nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten. Aber da gelten bei den Tourenwagen ja ohnehin andere Gesetze – ob es die richtige Entscheidung war, wird wohl erst das Rennen im Oktober zeigen. Ganz andere Probleme gibt es in Marokko – dort könnte nämlich das ganze Rennen wegen “finanzieller Probleme” vor der kurzfristigen Absage stehen. (Vorsicht)

# Und damit nochmal zur IndyCar Series, wo sich auch das Transferkarussell weiterhin fleißig dreht: So soll Simon Pagenaud, 2007 sehr ordentlich in der ChampCar Serie unterwegs, und im vergangenen Jahr für den ALMS-Erfolg des Highcroft Teams mitverantwortlich über einen Vollzeit-Vertrag für 2011 verhandeln. Wie er speedtv.com verraten hat, ist er mit mehreren Teams in verheißungsvollen Gesprächen. Um welche Mannschaften es sich dabei genau handelt, wollte er allerdings nicht verraten. Nur soviel: Highcroft, denen man für 2012 ebenfalls IndyCar-Ambitionen nachsagt ist nicht darunter. (Vorsicht)

# Twitter-Gerüchte sprechen außerdem davon, dass Oriol Servia bei Newman-Haas untergekommen sein soll. (Vorsicht)

# Und Sam Schmidt Racing hat bestätigt, dass man 2011 in Texas, Kentucky und Las Vegas mit dem neuseeländischen Indy Lights Veteran (und Meister 2005) Wade Cunningham an den Start gehen wird. (Vorsicht)

# Die amerikanische Tochter des deutschen DHL Konzerns wird zukünftig Hauptsponsor von Ryan Hunter Reays Auto. Zusätzlich wird man als Nebensponsor von Mike Conway auftreten. (Flo aus N)

# Das Indy 500 wirft seine Schatten voraus. Im kommenden Jahr werden sie allerdings etwas kürzer sein. Denn die IndyCar Series gab bekannt dass man die Startzeit um eine Stunde von Ein auf Zwölf Uhr vorverlegen will. (Flo aus N)

# Auch in der DTM werden im kommenden Jahr einige Cockpits neu besetzt: Audi hat in der vergangenen Woche die Verpflichtungen von Formel 3 Euroseries-Meister Edoardo Mortara, des ehemaligen GP2 und A1GP Piloten Felipe Albuquerque (zuletzt in der italienischen GT Meisterschaft unterwegs) und der schweizer Formula Master und GT1-Pilotin Rahel Frey bekanntgegeben. (Vorsicht)

# Die GP3 Series ist seit gestern ebenfalls um einen Fahrer reicher: Der erst sechzehnjährige Neuseeländer Mitch Evans wird in der kommenden Saison ein Auto des Arden Teams pilotieren. (Vorsicht)

# Gute Neuigkeiten für GT1-Fans: Die Sportwagenserie wird auch im kommenden Jahr wieder live auf Sport 1 zu sehen sein – zumindest dann, wenn man der Programmvorschau auf der Homepage des Senders glauben schenken darf. (Vorsicht)

# Und die Superleague Formula hat in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass man im Laufe der kommenden Tage die (Renn-)Teams für die kommenden Saison bekannt geben will. Angeblich haben 14 Mannschaften Interesse gezeigt. Da die SLF aber mit maximal 20 Autos an den Start gehen will, und jedes Team zumindest zwei Autos einsetzen muss, werden wohl einige außen vor bleiben. Interessanter als diese Ankündigung war aber eine Bemerkung von Serienchef Robin Webb am Rande der Pressemeldung, wonach die SLF “fünf Überseerennen auf vier verschiedenen Kontinenten” abhalten will. Geht man davon aus, dass zwei dieser Veranstaltungen in China stattfinden werden, bleiben noch drei weitere Austragungsorte übrig. Eines davon soll, wie berichtet, angeblich in Taupo, Neuseeland stattfinden. Über die Austragungsorte der anderen beiden Läufe gibt es bisher noch nicht einmal Gerüchte. Daher setze ich selbst eines in die Welt: Ein Lauf in Südamerika, wo ja gleich mehrere in der Serie vertretene (Fußball)-Teams herkommen würde sich gewiss anbieten. (Vorsicht)

# Auch in “Ferner liefen” noch unter “ferner liefen”: Der Inder Armaan Ebrahim wird auch in der kommenden Saison wieder in der Formel 2 antreten. Viel interessanter ist das schon die (meines Wissens nach) erste Onboard-Runde vom neuen Snetterton 300 Circuit, die vor ein paar Tagen ebenfalls auf der Homepage der Serie gepostet wurde. (Vorsicht)

# Verdächtig ruhig ist es in den vergangenen Wochen um die angeblich geplante A10 World Series geworden. Die verheißungsvollen aber inhaltsarmen Updates auf der Serienhomepage sind schon vor einigen Wochen verstummt, seither gab es keine neuen Meldungen mehr. Die Fanseite A10 GPGrid will nun immerhin von angeblichen Insidern ein Update bekommen haben: Die Pläne für die Serie sind demnach ungebrochen, die Verhandlungen rund um die Hinterlassenschaften der A1GP ziehen sich aber stärker als geplant in die Länge. (Vorsicht)

February 17 2011

13:15

GP2 Asia – Rennen in Bahrain ist abgesagt

Im Schatten heftiger Proteste hätte die GP2 Asia am Wochenende in Bahrain das zweite von drei Rennwochenenden absolvieren sollen. Eine Zeit lang sah es so aus, als würde man trotzdem fahren – jetzt wurde das Rennen aber doch noch abgesagt.

Auch gestern sind im kleinen Königreich am persischen Golf wieder zahlreiche Bürger gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Regierung geht dabei mit Brutalität vor – und wie schon in den letzten Tagen hat es dabei Verletzte und sogar Tote gegeben. Sanitäter sollen von Sicherheitskräften bedroht und sogar geschlagen worden sein, als sie den Verletzen zur Hilfe kommen wollten. Unabhängig von den politischen Hintergründen und der Sicherheit an der Strecke stellen sich in einem solchen Fall natürlich einige Fragen – vor allem die, ob es angemessen ist, ein lustiges Rennen zu veranstalten, wenn wenig entfernt die Polizei auf Demonstranten schießt. Die GP2-Organisation wollte zunächst trotzdem fahren. Nach einigem Zuwarten hat man sich aber dann doch entschieden, das Rennen abzusagen. Ich hatte schon eine Vorschau für das Rennen fertig – wegen der Absage gibts in Folge aber nur die Analyse aus Abu Dhabi.

Politisch ist die Situation also ziemlich unschön. Rein sportlich betrachtet hätte es aber nur besser werden können. Die beiden Rennen der GP2 haben zwar unter deutlich angenehmeren Vorzeichen in Abu Dhabi stattgefunden – gute Läufe waren es trotzdem nicht. Das Samstagsrennen begann gleich einmal mit einem furchterregenden Startcrash, als Luiz Razia den in der Startaufstellung gestrandeten Dani Clos zu spät sah, an dessen Heck aufstieg, und in einem eher unangenehmen Winkel in die Leitplanken einschlug. Fast hätte er dabei auch noch den Helm von Pal Varhaug getroffen – zum Glück blieben aber alle drei unverletzt.

Nach einer längeren Aufwärmphase fuhr dann Jules Bianchi vorne weg. Hinter ihm versuchte sich Romain Grosjean immer wieder in zaghaften Angriffsversuchen, hatte aber nie eine wirkliche Chance. Auch im restlichen Feld war nicht besonders viel los, die Piloten fuhren zum großen Teil mit deutlichem Respektabstand um den Kurs. Dritter wurde am Ende Vorjahresmeister Davide Valsecchi, vor Markus Ericsson, der das einzige Highlight des Rennens bot. In der letzten Runde zeigte er gekonntes Überholmanöver an Giedo van der Garde, das dem Niederländer gleich mehrere Plätze kostete.

Rennen Nummer zwei war dann dank Reverse Grid etwas besser – besondere Spannung kam aber trotzdem nicht auf. Ein Mechaniker von Giedo van der Garde kostete dem Niederländer schon vor dem Start alle Chancen, als er kurz vor Beginn der Einführungsrunde noch an dessen Auto herumlavierte. Folge: Eine Durchfahrtsstrafe  kurz nach Rennstart.

Ebenso wenig Glück hatte Romain Grosjean. Beim Versuch, sich gegen ein Überholmanöver von Jules Bianchi zur Wehr zu setzen wurde er von Michael Herck torpediert und umgedreht. Grosjean verlor dabei den Motor – und sein Rennen war auch schon wieder vorbei, bevor es so richtig begonnen hatte.

An der Spitze konnte sich derweil Polemann Stefano Coletti ein wenig absetzen. Dahinter kämpfte eine Gruppe aus Sam Bird, Josef Kral und Marcus Ericsson um Platz zwei, knapp gefolgt von Davide Valsecchi, Fabio Leimer, Jules Bianchi und Michael Herck.

Aber so eng die Abstände in den beiden Gruppen auch waren, Positionsveränderungen gab es nur zweimal: Zunächst drehte sich Sam Bird in die Leitplanken, und verschenkte damit Platz zwei an Josef Kral. Und dann versuchte Jules Bianchi in der letzten Runde noch Leimer und Valsecchi zu überholen, was dem Franzosen schließlich auch gelang. Die Freude über die beiden Punkte für Platz vier währte aber nur kurz – Bianchi wurde nach dem Rennen wegen des Ignorierens gelber Flaggen disqualifiziert.

Trotzdem: Die Meisterschaft (die ja durchaus auch schon wieder vorbei sein könnte) führt der Franzose dank Sieg, Pole und schnellster Runde im ersten Rennen nun mit zwölf Punkten an. Platz zwei belegt nach dem ersten Wochenende sein Landsmann Grosjean mit zehn Punkten, Rang drei Davide Valsecchi mit neun. Ebenfalls  stark präsentiert haben sich am Wochenende Ericsson und Kral. Von Esteban Gutierrez, Sam Bird und Mikhail Aleshin hätte ich mir dagegen mehr erwartet. Zumindest Gutierrez sollte man aber dennoch in der Europasaison auf der Rechnung haben – der Dominator der vergangenen GP3 Saison hat in Abu Dhabi sicher noch nicht sein volles Potenzial gezeigt.

Darüber, wieso die Rennen in Abu Dhabi so prozessionsartig waren, gibt es mehrere Theorien. Zum Beispiel die, dass die Piloten mit den neuen Autos ganz einfach etwas vorsichtiger waren. Möglich wäre natürlich auch, dass die Probleme am vergangenen Wochenende mit der Streckenführung in der Yas Marina in Verbindung standen – die einzige echte Überholmöglichkeit am Ende der langen Geraden wurde durch eine (gestalterisch immerhin schöne) Abkürzung entschärft, die die Gerade um die Hälfte ihrer Länge verkürzte.

Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht am neuen, aerodynamisch ausgefeilteren Auto lag. Ein kleiner Trost: Auch dessen Vorgängerwagen wurde bei seiner Einführung fälschlicherweise nachgesagt, er habe die Rennen langweiliger gemacht.

Tags: GP2 Asia

February 10 2011

07:21

GP2 Asia: Start in eine kurze Saison

Mit Rennen in Abu Dhabi und Bahrain eröffnet die GP2 Asia an den nächten beiden Wochenenden (Achtung: jeweils Freitag und Samstag!) die Monoposto-Saison 2011. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Danach sind zwei Drittel der Saison schon wieder vorbei.

Im Grunde ist das, was uns am Wochenende bevorsteht eine erweiterte Testfahrt. In Abu Dhabi, und danach bei zwei Veranstaltungen in Bahrain soll der GP2/11 aus dem Hause Dallara schon mal zeigen, was er unter Rennbedingungen so kann. Im Vorfeld war zu hören, dass der Bolide die Aerodynamik der GP2 wieder näher an die moderne Formel 1 heranführen soll. Das ist in gewisser Weise wohl auch geglückt: Der Wagen sieht dem ebenfalls von Dallara gebauten HRT des vergangenen Jahres ziemich ähnlich. Und ist wahrscheinlich auch nicht viel langsamer. Auch neu sind die Reifen von Pirelli. Die sollten übrigens in diesem Jahr baugleich mit jenen aus der Formel 1 sein – man wird also auch in der Königsklasse ein Auge auf die GP2 Asia Rennen werfen. Das könnte sich auch aus einem anderen Grund lohnen: Von den bisher drei Meistern der Serie sind zwei in der Formel 1 gelandet. Der dritte, Vorjahreschamp Valsecchi steht angeblich 2011 bei HRT vor der Tür.

In dieser Saison könnte das Reservoir an Toppiloten allerdings etwas dünner ausfallen. Meister Maldonado und sein Vize Sergio Perez sind in die Formel 1 aufgestiegen – und auch im vergangenen Jahr waren ja schon nicht so viele Talente unterwegs, wie in vergangenen Saisons. Einige haben dann aber doch Potenzial. Eine kurze Einschätzung der einzelnen Teams.

iSport International

Das Meisterteam aus dem vergangenen Jahr setzt 2011 auf zwei Piloten mit Formel 1-Erfahrung – interessanterweise beide im Team von Mercedes. Marcus Ericsson konnte 2009 beim Young Driver Test mit soliden Rundenzeiten beeindrucken, Sam Bird war vergangenen November schnellster Verfolger von Red Bull Junior Daniel Ricciardo. In der GP2 konnten beide im letzten Jahr nicht auf der vollen Linie überzeugen: Ericsson hat zwar den Sprint in Valencia gewonnen, hat aber sonst nur zweimal Punkte eingefahren. Sam Bird war ein paarmal auf dem Podest, hat ein paar waghalsige Überholmanöver gezeigt, und das Hauptrennen in Monza gewonnen. Letztlich wurde er aber von seinem Teamkollegen Jules Bianchi trotz dessen verletzungsbedingten Ausfalls geschlagen. Trotzdem: Beide haben gewiss Potenzial – bei den Testfahrten am vergangenen Wochenende war das Team vorne dabei.

Arden International

Schwerer einzuschätzen ist da schon die Fahrerpaarung bei Arden Racing. Josef Kral war schon in der vergangenen Saison dabei, konnte aber nicht restlos überzeugen. Und musste nach seinem heftigen Crash in Valencia die halbe Saison aussetzen. Formel 2 Vizemeister Jolyon Palmer ist noch schwerer einzuschätzen: In seiner ersten Saison war er meist im hinteren Mittelfeld unterwegs, als er vergangenes Jahr dann um den Titel kämpfte, wies so mancher Neider darauf hin, dass die Serie von seinem Vater Jonathan geführt wird. In der GP2 kann er sich – und damit auch die Qualität der Formel 2 – nun beweisen. Bei den Testfahrten hat Kral eine Session gewonnen, und war auch sonst meist der schnellere der beiden – insgesamt war das Team aber eher im Mittelfeld unterwegs.

Lotus ART

Jetzt bitte nicht verwirren lassen: Das Team tritt zwar in den gleichen grünen Farben wie Tony Fernandes “Team Lotus” an, wird aber in Wahrheit von der “Group Lotus” unterstützt – den Partnern des schwarz-goldenen Renault F1-Teams. Fahrerisch sollten die französischen Seriensieger mit Jules Bianchi und Esteban Gutierrez gut aufgestellt sein. Der einst als riesiges Talent gehandelte Bianchi muss allerdings in seiner zweiten Saison zeigen, dass er mit dem Druck umgehen kann, der auf seinen Schultern lastet. GP3 Meister Gutierrez kann dagegen in seiner ersten Saison noch etwas ungezwungener an die Sache herangehen. Bei den Tests war man meistens vorne mit dabei – wobei Routinier Bianchi den den Rookie Gutierrez deutlich im Griff hatte.

Super Nova Racing

Mit einer internationalen Mischung geht Super Nova Racing in die neue Saison: Johnny Cecotto, Jr. bringt venezoelanisches Erdöl-Flair (und -geld) ins Team, Fairuz Fauzy malaysische Proton-Ringgit. Das Talent der beiden Piloten ist etwas umstritten: Cecotto hat in der Vergangenheit ein paar recht gute Leistungen gezeigt, vor allem bei Regenrennen. Einsatz ist jedenfalls zu erwarten: Als einer von ganz wenigen Piloten hat er mit seinem Team noch keinen Vertrag für die Europa-Saison. Fauzy hat in zwei Jahren GP2 nicht besonders beeindruckt, allerdings in der GP2 Asia 2008 einen Sieg eingefahren, und in der A1GP und der Formel Renault 3.5 konstant gute Leistungen gezeigt. Ob es für ganz vorne reicht, belibt abzuwarten – die Testzeiten waren allerdings nicht besonders vielversprechend.

DAMS

Und noch ein Team mit einer Lotus-Renault Connection: DAMS rettet als Renault-Junior Team die schicke gelbe F1-Lackierung aus dem vergangenen Jahr in die Saison 2011. Auch fahrerisch hat man einiges zu bieten: Romain Grosjean kehrt nach guten Leistungen bei sporadischen Einsätzen 2010 wieder als Vollzeit-Pilot in die GP2 zurück (außer, er wird von Renault als Kubica-Ersatz engagiert). Der Franzose hat nach mittelmäßgien Fahrten in der Formel 1 einen schlechten Ruf – ich halte ihn aber im richtigen Auto und mit passabler Vorbereitung durchaus für einen sehr schnellen Piloten. An seiner Seite greift der Norweger Pål Varhaug ins Lenkrad. Der hat 2009 in der seligen Formula Master ein paar schöne Rennen gezeigt – allerdings gegen mäßige Konkurrenz. In der GP3 ist er 2010 nach einem Auftaktsieg in Barcelona im Mittelfeld verschwunden. Grosjean hat eine Testsession gewonnen, sonst war DAMS aber eher im hinteren Mittelfeld zu finden.

Scuderia Coloni

Das italienische Traditionsteam geht mit zwei Fahrern an den Start, die ich schwer einschätzen kann. Der Rumäne Michael Herck galt lange Zeit in der GP2 als klassisches Beispiel für einen Pay-Driver. Im vergangenen Jahr hat er aber dann plötzlich ein paar Leistungen gezeigt, die auf das Vorhandensein versteckter Talente schließen lassen. Sein Teamkollege ist James Jakes. Der Brite ist in der GP2 Asia ein alter Bekannter, und hat in den vergangenen Saisons schon ein zwei Podestplätze eingefahren. In der europäischen GP2 war er dagegen erst einmal am Start – mit mitterlmäßigem Erfolg. Bei den Testfahrten war erstaunlicherweise Herck meist der schnellere der beiden.

Ocean Racing

Das Team von WTCC-Pilot Tiago Monteiro besticht auch in diesem Jahr wieder mit einer sehr ansehnlichen himmelblauen Lackierung. Immerhin das, möchte man sagen. Denn mit sportlichen Erfolgen war es in der Vergangenheit ja nicht so weit her. Ob sich das heuer ändern wird, ist ungewiss. Zumindest hat man mit Oliver Turvey einen Piloten engagiert, der 2009 in der Formel Renault 3.5 ziemlich konkurrenzfähig war, und sich im vergangenen Jahr auch in der GP2 als verlässlicher Punktesammler erwiesen hat. Im zweiten Wagen sitzt mit Andrea Caldarelli ein (für mich) eher unbeschriebenes Blatt. Im vergangenen Jahr war er dritter in der italienischen F3, was auf ein gewisses Maß an Talent hinweisen sollte. Erstaunlicherweise hat Caldarelli schon zweimal einen F1-Wagen getestet – 2008 einen Toyota, und 2010 als Belohnung für die F3-Platzierung einen Ferrari. Besonderheit bei Ocean Racing: Beide Fahrer sind nur für die GP2 Asia und nicht für die Europa-Saison verpflichtet.

Barwa-Addax

Zwei GP2-Rennsieger hat das ehemalige Campos-Team im Aufgebot: Charles Pic und Guido van der Garde. Leider haben beide Piloten auch gewisse Probleme mit der Konstanz. Vor allem für van der Garde geht es in der kommenden Sason wohl darum, endlich auch in der Formel 1 Eindruck zu hinterlassen. Schon vor ein paar Jahren war der Formel Renault 3.5-Champion 2008 als Testfahrer für Spyker und Force India unterwegs – machte sich aber nach Vertragsstreitigkeiten mit Super Aguri nicht überall Freunde. Heuer hat er sich bei Virgin und HRT ins Gespräch gebracht, bisher allerdings ohne Erfolg. Pic kam ebenfalls nach guten Resultaten in der Formel Renault 3.5 in die GP2, und hat dort recht anständige Leistungen gezeigt. Wenn er sich wirklich empfehlen will, muss er aber noch etwas mehr zeigen.

Trident Racing

Das Team mit dem Zahnpasta-Namen geht mit dem Monegassen Stefano Coletti und mit Rodolfo Gonzalez an den Start. Coletti konnte in der F3 Euroseries und bei seinen (wenigen) Einsätzen in der Formel Renault 3.5 überzeugen. Gonzalez hat sich dagegen in den vergangenen einenhalb Jahren GP2-Tätigkeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch das Team schien sich in Punkto Performance in jüngster Zeit eher im Rückwärtsgang zu befinden. Die Tests sind allerdings gar nicht so schlecht gelaufen, am ersten Tag fuhr Coletti sogar Bestzeit. An den anderen drei Tagen war allerdings erstaunlicherweise Gonzalez der schnellere der beiden Piloten.

Rapax

Fabio Leimer und Julian Leal heißen in dieser Saison die Piloten des nach einer römischen Legion benannten ehemaligen Piquet-Teams. Formula Master (2009) Champion Leimer war im vergangenen Jahr glänzend unterwegs – zumindest am ersten Saisonwochenende in Barcelona, wo er die Saison mit einem Sieg im Sprintrennen denkbar positiv begann. Von da an ging es allerdings abwärts, kein einziges Mal landete der Schweizer in den folgenden Rennen in den Punkten. Der plötzliche Leistungsabfall ist doch ziemlich erstaunlich – vor allem, weil der Schweizer über recht ordentliches Talent zu verfügen scheint. Das selbe kann leider nicht über Teamkollege Leal gesagt weden: Nach dem Meistertitel in der italienischen Formel 3000 im Jahr 2008 konnte er sich weder in der Formel Renault 3.5 noch in der AutoGP besonders empfehlen. Das sieht man wohl auch bei Rapax so, wo man den Kolumbianer bisher nur für die Asien-Saison unter Vertrag genommen hat. Geht man von den Testzeiten aus, dann sollte man beide Rapax-Piloten im Mittelfeld wiederfinden.

Racing Engineering

Racing Engineering ist auch in diesem Jahr wieder das Team von Chrisitan Vietoris. Allerdings nicht in der GP2 Asia, wo man statt dem Deutschen Nathanael Berthon verpflichtet hat. Berthon scheint durchaus talentiert zu sein, als gleichwertigen Ersatz für Vietoris würde ich ihn allerdings nicht sehen. In der Formel Renault 3.5 hat er sich immerhin als solider Podiumskandidat erwiesen. Etwas höher schätze ich da Dani Clos ein, der sowohl in der Asien- als auch in der Europameisterschaft für das Team ins Lenkrad greifen wird. Der Spanier war bereits im vergangenen Jahr eine der großen Überraschungen der Saison, heuer könnte er womöglich den Durchbruch schaffen. Bei den Tests hatte Clos Berthon meist im Griff, riesig schnell waren sie aber beide nicht.

Carlin

Nach zahlreichen Erfolgsjahren in der britischen Formel 3 geht das Carlin Team in diesem Jahr erstmals auch in der GP2 an den Start. Als Fahrer haben sich die Briten die Dienste von Max Chilton und Formel Renault 3.5 Meister Mikhail Aleshin gesichert. Beide Namen versprechen Qualität – und in beiden Fällen bin ich mir nicht so ganz sicher, ob sie dieses Versprechen auch halten können. Der einer britischen Rennfahrerfamilie entstammende Chilton hat sich zwar schon in vielen Serien versucht – in kaum einer allerdings besonders erfolgreich. Das gilt auch für die GP2, wo er im vergangenen Jahr eher im hinteren Mittelfeld beheimatet war. Aleshin ist vermutlich der bessere der beiten Piloten: In der F2 war er gut unterwegs, und ganz grundlos wird man auch nicht Meister in der Formel Renault 3.5. Ob er das ganz große Talent ist, wird sich wohl noch zeigen müssen – bei den Tests war Chilton schneller.

Team AirAsia

Und jetzt wird es nochmal etwas kompliziert: Team Air Asia ist gewissermaßen das dritte Lotus-Juniorteam. Anders als ART und DAMS hat man aber keine Kontakte zur Group Lotus, sondern zum Team Lotus von Tony Fernandes (dem auch die Air Asia, Namensgeber und Titelsponsor des Teams gehört). Auf eine weitere Lotus-Lackierung (Camel schwarz-gelb wäre ja noch frei) hat man verzichtet, stattdessen tritt das Team in den etwas einfallslosen rot-weißen Airline-Farben an. Die Piloten heißen in der Premierensaison Luis Razia und Davide Valsecchi – sofern letzterer nicht doch noch bei HRT unterkommt. Das ist eine gute, pragmatische Wahl – beide bringen Geld in die Kassen, und sind fahrerisch besser als ihr Ruf. In den vergangenen Jahren waren sie in der Europa-Saison konstante Punktelieferanten. Ob Valsecchi aber seinen Asia-Titel aus dem vergangenen Jahre verteidigen kann, bleibt abzuwarten.

TV

Die GP2 Asia wird auch in diesem Jahr wieder auf Eurosport 2 übertragen, allerdings nicht immer live. Gut sieht es für die Saisoneröffnung am Freitag aus: Eurosport überträgt live ab 14:00Uhr. Das zweite Rennen vom Samstag gibt es dann um 15:00Uhr aus der Konserve – und vermutlich auch gekürzt, im Programmplan sind nur 30 Minuten vorgesehen. Nächste Woche siehts leider nicht viel besser aus: Die beiden Rennen aus Bahrain werden nach heutigem Stand ebenfalls nur als Aufzeichnung gezeigt.

Tags: GP2 Asia

February 02 2011

07:25

Ferner liefen: Die Newshappen

// Gibt es neben dem geplanten Rennen in Austin bald einen zweiten Grand Prix in den USA? Joe Saward will jedenfalls gehört haben, dass Bernie Ecclestone über ein Rennen im New Yorker Stadtteil Staten Island verhandelt. Dabei würde es sich allerdings keineswegs um ein Stadtrennen handeln – und auch die Skyline von Manhattan wäre nicht im Hintergrund zu sehen. Im Gespräch ist nämlich die Errichtung einer neuen Rennstrecke in einem ehemaligen Industriegebiet nahe der Grenze zum Bundesstaat New Jersey. Ganz neu ist die Idee nicht: Die NASCAR-eigene Rennstrecken-Gesellschaft ISC ist vor ein paar Jahren mit dem Plan, dort ein Oval zu bauen gescheitert. (Vorsicht)

// Gute Nachrichten für Cineasten: Eine Dokumentation über Ayrton Senna hat beim prestigeträchtigen Sundance Festival nicht nur hervorragende Kritiken eingefahren, sondern auch den Publikumspreis in der Kategorie “Internationale Dokumentation” gewonnen. Damit steigen die Chancen, dass der in der britischen Motorsport-Blogosphere schon seit einigen Monaten sehnsüchtig erwartete Film auch hierzulande in die Kinos kommt. Am Rande des Sundance Festivals werden nämlich viele Verträge über den internationalen Vertrieb unabhängiger Filme geschlossen. Allerdings: Zur Stunde ist noch nichts über einen solchen Deal bekannt. (Vorsicht)

// Und gleich nochwas aus dem Bereich des Showbusiness: Die Regisseure Ridley und Tony Scott planen eine TV-Serie, die im Rennfahrermillieu der 1950er-Jahre spielen soll. Außer, dass es vor allem um die 24 Stunden von LeMans gehen soll, ist über den Inhalt noch nicht viel bekannt – stilistisch will man sich an der großartigen Werbeagentur-Serie “Mad Men” orientieren. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia wird wohl auch in diesem Jahr wieder live auf Eurosport 2 zu sehen sein. Das geht zumindest aus der kürzlich veröffentlichten Programmvorschau hervor. Allerdings: Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht. Und solange die noch aussteht, kann sich die Eurosport-Planung auch sehr schnell wieder ändern – wie leidgeprüfte Motorsportfans auch im vergangenen Jahr erfahren mussten, als die Superleague Formula nur wenige Tage vor Saisonstart aus dem Programm flog. (Vorsicht)

// Bei der ersten Übertragung wird man übrigens auch die Fahrkünste von Oliver Turvey und Julian Leal bewundern können. Die beiden haben in der vergangenen Woche Deals mit Ocean Racing bzw. Rapax bekannt gegeben. Diese Verträge gelten zunächst nur für die GP2 Asia – ob und wo man Turvey und Leal auch in der Hauptserie sehen wird, bleibt abzuwarten. (Vorsicht)

// Überraschende Entwicklungen in der IndyCar Series: Mike Conway wird die gesamte Saison 2011 bei Andretti Autosport bestreiten. Eigentlich hatten Experten in den verganenen Tagen eher mit einer Verpflichtung von Andy Soucek oder Adam Carroll gerechnet. Wie der Deal mit dem Briten, der seit seinem schweren Crash in Indy 2010 nicht mehr auf der Strecke war zustande gekommen ist, ist noch nicht ganz klar. Eine Bestätigung seitens Andretti Autosport liegt zwar mittlerweile vor – Details zu Conways Sponsorpaket wird das Team aber erst “zu einem späteren Zeitpunkt” bekannt geben. Außerdem hat am Montag Sebastain Bourdias für das Team von Dale Coyne getestet – und war gleich mal wieder der schnellste aller anwesenden Tester. Noch scheint nichts fix zu sein, aber Aussagen von Bourdias und dem Team klingen nach sehr ernsthaften gemeinsamen Planungen für 2011. Allerdings hat Dale Coyne mittlerweile in einem Interview festgestellt, dass es sich allenfalls um eine Verpflichtung für die Road Course-Rennen handeln könnte. Die Oval-Läufe überschneiden sich nämlich zum Teil zeitlich mit Bourdais’ ILMC-Verpflichtungen. (Vorsicht)

// Die IndyCar Series könnte bald ein Rennen in Houston fahren. Berichten zufolge bemüht sich die Verwaltung der texanischen Weltraumstadt darum, die wiedervereinigte Rennserie auf jenen Stadtkurs im Reliant Park zurückzuholen, auf dem schon zwischen 1998 und 2006 sechsmal die CART bzw. Champ Car Series Station gemacht hatte. IndyCar-CEO Randy Bernard war am Wochenende vor Ort, um sich ein Bild von den Verhältnissen zu machen, äußerte sich aber eher abwartend. (Vorsicht)

// Etwas weiter fortgeschritten scheinen die Pläne für ein zweites Brasilien-Rennen ab dem Jahr 2012. Die brasilianische Zeitung Correio do Povo berichtet (Übersetzung) jedenfalls auf ihrem Internetauftritt in ziemlich sicheren Worten davon, dass am Dienstag IndyCar-Verhandler Tony Cotman die Stadt Porto Alegre besuchen würden, um nähere Details zum Rennen zu verlautbaren. Der Lauf ist übrigens nicht als rein brasilianische Veranstaltung geplant, sondern soll auch Fans aus den Nachbarländern Uruguay und Argentinien anziehen. Als Sponsor ist die südamierikanische Freihandelszone Mercosur im Gespräch. (Vorsicht)

// Indy Lights Champion JK Vernay unternimmt erste Schritte auf dem Weg in die IndyCar Series. Am Montag hat der Franzose in Sebring für Conquest Racing getestet – ob er mit dem Team auch in konkreten Verhandlungen um ein Renncockpit steht, ist derzeit noch nicht bekannt. Informationen über den Ausgang des Tests gibt es leider ebenfalls nicht. (Vorsicht)

// Die DTM hat die Beschwerden der Fans gehört, und möchte ausnahmsweise auch mal reagieren – im kommenden Jahr wird es wahrscheinlich kein Finalrennen in Shanghai mehr geben. Stattdessen plant man, am 6. November (!) ein Rennen am Hockenheimring auszurichten (wo man vermutlich schon eifrig Rollsplitt bestellt). Ein China-Rennen will die ITR trotzdem im Kalender behalten. Man überlegt derzeit wohl, einen Stadtkurs in der Millionenmetropole Chongqing zu errichten. (Vorsicht)

// Haben wir den Scherz nicht verstanden, oder ist es bittere Realität? Midweek Motorsport hat Mitte vergangener Woche via Twitter “exklusiv” gemeldet, Renault wolle sich Ende 2011 aus der Formel Renault 3.5 zurückziehen. Die Meldung ist auch bis dato “exklusiv” geblieben, und wurde von keiner weiteren renommierten Quelle übernommen. Sollte sie trotzdem stimmen, wäre das wohl das Ende der aufstrebenden Nachwuchsserie – auch, wenn findige Wortspieler auf Twitter vermuten, die Serie würde 2012 als “Lotus World Series” oder als “Formula 3.5” weitermachen. (Vorsicht)

January 26 2011

07:49

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Tage des Australischen Grand Prix in Melbourne könnten gezählt sein. Zumindest wenn es nach Bürgermeister Robert Doyle geht, der am Wochenende in einer Kolumne in der Herald Sun über die hohen Kosten der Veranstaltung geklagt hat. In den 1990er-Jahren habe das Event dem Image der Stadt sehr geholfen.  Nach mehr als 15 Jahren habe sich der Werbewert aber etwas überlebt – die stetig steigenden Zuschusskosten von mittlerweile 70 Millionen australischen Dollar seinen für die Steuerzahler daher nicht mehr tragbar. Ob es sich dabei nun um Verhandlungstaktik handelt, oder um eine ernst gemeinte Ankündigung: In unmittelbarer Gefahr ist das Rennen noch nicht. Den bestehenden Vertrag mit Bernie Ecclestone will die Stadt nämlich auf jeden Fall erfüllen – und der läuft immerhin noch bis 2015. (Vorsicht)

// Bei Force India ist man sich wohl immer noch nicht ganz im Klaren darüber, wer in der kommenden Saison das zweite Auto neben Adrian Sutil pilotieren wird. Autosport (Print-Edition) hat in der vergangenen Woche als fix gemeldet, dass Paul di Resta diese Position übernehmen wird – Joe Saward will derweil aber “verlässlichen Quellen” im Team erfahren haben, dass man noch immer keinen Weg gefunden habe, Vitantonio Liuzzi loszuwerden. Der Italiener scheint nämlich einen erstaunlich wasserfesten Kontrakt für die kommende Saison zu besitzen, und Teameigner Vijay Mallya ist wohl nicht gewillt, den Italiener aus diesem Vertrag herauszukaufen. Jon Noble von Autosport bleibt trotzdem dabei – und kündigt für heute, gegen 4 Uhr Nachmittags eine entsprechende Verlautbarung an. Nachtrag, 26.1., 16:20: Nun ist es offiziell: Paul Di Resta wird das zweite Cockpit neben Sutil erhalten, Hülkenberg wurde als Testfahrer engagiert. (Vorsicht)

// Bei Team Lotus verhandelt man derweil mit Karun Chandhok über ein Engagement als Testfahrer. Ziel des Inders wäre es, 2011 die Abläufe im Team zu lernen, und in der folgenden Saisons dann ein Stammcockpit  zu ergattern. Noch ist allerdings, wie auch Chandhok selbst einräumt, nichts unterschrieben. Bei der Group Lotus, dem ehemaligen Team von Renault, hat man sich derweil für 2011 die testfahrerische Expertise von Fairuz Fauzy gesichert. Pikant: Der Malaysier stand im vergangenen Jahr noch in Diensten der Intimfeinde vom Team Lotus. (Vorsicht)

// Neben dieser Tätigkeit wird Fauzy auch in der GP2 und GP2 Asia an den Start gehen. Und zwar erstaunlicherweise nicht für das mit Lotus verbandelte Team von ART, sondern bei Super Nova Racing(Vorsicht)

//F2 Meister Dean Stoneman wird in der kommenden Saison leider nicht auf der Strecke zu sehen sein. Der Brite, der eigentlich in der Formel Renault 3.5 an den Start gehen sollte, ist an Hodenkrebs erkrankt, und muss daher erstmal aussetzen. Wie man hört wurde die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, so dass es um die Heilungschancen wohl ganz gut bestellt ist. Wir wünschen jedenfalls alles Gute, und hoffen, ihn schon bald wieder auf der Rennstrecke zu sehen! (Vorsicht)

// Zwei weitere Namen aus der GP2. Joylon Palmer, Sohn des Ex-F1 Fahrer Jonathan Palmer hat bei Arden angedockt. Er überspringt die GP3 und versucht sein Glück direkt in der GP2. Ebenfalls in der GP2, dafür aber mit einem bekannteren Namen ausgestattet, ist Romain Grosjean. Der von Renault fast verheizte Nachwuchspilot hat im letzten Jahr in der AutoGP alles in Grund und Boden gefahren und versucht sich jetzt erneut am GP2 Titel, dieses Mal mit DAMS. Seinen ersten Versuch hatte er ja abbrechen müssen, weil er zu Renault gelotst wurde, die Nelson Piquet jr. raus geschmissen hatten.Don

// Seit Dezember schon fix, und jetzt auch offiziell bestätigt: Simona de Silvestro wird auch 2011 eine volle Saison in der IndyCar Series bestreiten. Am Montag hat das HVM-Team den neuen Sponsor “Entergy” (einen Stromanbieter, der sich auf Nuklearenergie spezialisiert hat und neun Kernkraftwerke betreibt) vorgestellt. Noch nicht ganz am Ziel ist derweil James Hinchcliffe – allerdings hat der Kanadier in der vergangenen Woche zum wiederholten Male für Newman/Haas Racing getestet. Und dort wiederum scheint man mit den Leistungen des Teilzeit-TV-Kommentators ziemlich zufrieden zu sein. Fehlt für einen Renneinsatz also nur noch ein passender Sponsorendeal – der derzeit aber wohl noch nicht in trockenen Tüchern ist. (Vorsicht)

// In der Nationwide Serie werden ab 2011 die Punkte anders verteilt. Da sich die Fahrer beim Einschreiben in die Saison entscheiden mussten, in welcher Serie sie punkten wollen, war eine Anpassung nötig geworden. Die Sache wird nicht unkompliziert. Punkte bekommen nur die Fahrer, die sich für die NW gemeldet haben. Fahrer aus dem Sprint Cup, die dort auch Meister werden wollen und das entsprechende Häkchen gesetzt haben, gehen leer aus. Liegen drei Cup-Fahrer auf den ersten Plätzen, bekommt der erste NW-Pilot aber trotzdem nur die Punkte für Platz 4. Die Owner Wertung bleibt jedoch unangetastet, die Cup-Fahrer können also für die Besitzer voll punkten und diesen Titel einfahren. Die NASCAR will so den Nachwuchs stärker fördern, ohne die Sponsoren zu vertreiben. Bedeutet im Umkehr im übrigen auch, dass NW-Fahrer keine Punkte mehr im Cup bekommen. Don

// Der Leiter von Fox Sports hat angemerkt, dass die Rennen der NASCAR durchaus etwas kürzer sein könnten. Alles in allem schwebt ihm ein 4 Stunden Fenster vor. 40 Minuten Vorberichte, 3 Stunden Rennen, 20 Minuten Nachberichte. Die Startzeit der Rennen ist im Moment in den USA am Sonntag um 13.00 Uhr, damit wäre man um 17.00 Uhr fertig. So würde man auch der NFL aus dem Weg gehen, wenn das Rennen mal wieder länger dauert. Allerdings – die wenigsten Rennen kratzen an der vier Stunden Grenze, wenn alles glatt läuft. Meist ist die NASCAR in 180 bzw. 210 Minuten fertig. Dazu kommen die “rain outs”, die man nicht einkalkulieren kann. In den USA wertet man die Aussage von Fox schon mal als Versuch der NASCAR klar zu machen, dass sich bei den Quoten was ändern muss, die seit Jahren langsam aber sicher absinken. Don

// Die Testfahrten der NASCAR letzte Woche in Daytona haben wenig Neuigkeiten erbracht. Die Zeiten kann man getrost vergessen, weil kaum in größeren Paketen gefahren wurde. Die Fahrer haben schon neue Spitznamen für die Strecke “Daydega” oder “Tellatona”. Nach der Neuasphaltierung sind wie befürchtet alle Bumps weg, die Splitter bewegten sich kaum einen Millimeter. Das wird dazu führen, dass man statt zu zweit, zu dritt nebeneinander fahren kann, was auf der engen Strecke sicher spaßig wird. Ein “Big One” ist vorprogrammiert, wie viele Fahrer zu Recht kritisierten. Auffallend ist auch der sehr dunkle Asphalt, der viel Hitze speichert. Die Reifen haben zwar beim Test gehalten, aber wie das im Rennen sein wird, ist eine andere Geschichte. Nicht asphaltiert wurde im übrigen das Infield, was bei den 24H von Daytona am Wochenende sicher zu Problemen führen wird.Don

// Aus der LMS gibt es zwei Meldungen: Zum einen wird Audi mit der 2010er Mannschaft wieder antreten, zum anderen hat BMW zwei M3 GT2 für die ILMC bestätigt. Don

// Porsche hat bestätigt, dass man im Kundenauftrag (also VW) an einem Vierzylinder arbeitet. Die möglichen Konsequenzen aus der Geschichte sind klar, die Gerüchte brauchten dann auch nur ca. 1 Nanosekunde. Offenbar baut man den Motor auch mit Blick auf die Formel Eins. Weswegen sonst sollte Porsche für einen Konzern an einem Vierzylinder basteln, in dem es nun wahrlich nicht an kleinen Vierzylindern mangelt. Don

January 16 2011

08:27

Talente: Auf wen man 2011 achten muss

2010 war nicht das Jahr der Junioren. In kaum einer Nachwuchsklasse konnte ein Fahrer so wirklich herausstechen. Wer etwas genauer hinsieht, findet trotzdem einige Talente.

Pastor Maldonado, Sergio Pérez und Jerome D’Ambrosio haben es geschafft: Sie sind aus den unteren Ligen des Motorsports zu einem Stammplatz in der Formel 1 emporgestiegen. Was dabei auffällt: Alle drei Neueinsteiger kommen auch in der Saison 2011 wieder aus der GP2. Ebenfalls aus den Ecclestone-nahen Nachwuchsklassen kommen die Testfahrer Jules Bianchi (Ferrari/GP2), und Esteban Gutierrez (Sauber/GP3). Einzig Valtteri Bottas (Williams/F3 Euro) und Daniel Ricciardo (RBR/Formel Renault 3.5) konnten sich aus anderen Klassen in die Nähe der F1 hinaufarbeiten. Und trotzdem: Im Vergleich zu früheren Jahren schien die GP2-Talentdichte 2010 etwas dünner. Dafür konnten sich in den anderen Klassen ein paar Fahrer für höhere Aufgaben empfehlen.

GP2

Womöglich ist die GP2 ein Opfer ihres eigenen Erfolges: In den ersten fünf Jahres ihres Bestenens haben es immer alle drei Erstplatzierten in die Formel 1 geschafft (mit Ausnahme von Alexandre Prémat, dem Dritten 2006) – auch, wenn manche (Speed, Piquet, Jr., Pantano) mittlerweile nicht mehr dabei sind. Für eine Nachwuchsklasse wie die GP2 heißt das: Man muss jedes Jahr wieder drei gute Piloten finden, die in der Formel 1 mithalten können. Und während man in den ersten paar Jahren des Bestehens auf ein Reservoir an guten Fahrern zurückgreifen konnte, muss man mittlerweile erkennen: So viele neue Topfahrer gibt es nicht jedes Jahr. Und so war die Konkurrenz in diesem Jahr vielleicht etwas geringer.

Womit ich die Leistungen der drei Erstplatzierten nicht schmälern will. Pastor Maldonado wird meiner Ansicht nach etwas unterschätzt – er hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass er an guten Tagen durchaus mit der Spitze der GP2-Piloten mithalten konnte, seine Leistungen 2010 waren zum Teil ziemlich beeindruckend. Und auf Stadtkursen scheint er überhaupt über sich hinauswachsen zu können. Allerdings dürfte er (so wie etwa auch Vitaly Petrov) Probleme haben, seinen Speed unter allen Bedinungen zu zeigen. Man wird wohl abwarten müssen, was er aus seiner Williams-Chance macht. Es besteht das Potenzial für Überraschungen – aber auch zur großen Enttäscuhung.

Noch etwas höher als den Venezuelaner schätze ich allerdings Sergio Pérez ein. Der Mexikaner hat in der britischen F3 seinen Speed beiweisen. Und mit etwas weniger Rennpech wäre jetzt wohl er GP2-Meister 2010. Allerdings mangelt es ihm noch an Erfahrung. Und mit Kamui Kobayashi hat er in der ersten Saison einen denkbar schwierigen Partner: Der Japaner ist fahrerisch schnell und aggressiv – als Teamkollege also eine hohe Messlatte. Oft haben junge Fahrer mit einem solchen Teamkollegen trotzdem Glück. Nämlich dann, wenn sie, so wie Barrichello 2010 bei Williams, auch erfahren genug sind, bei Abstimmung und Weiterentwicklung des Autos zu helfen. Ob Kobayashi das in diesem Zeitpunkt seiner Karriere schon kann, bleibt abzuwarten.

Nicht ganz unerwähnt soll aber auch der Meisterschaftsdritte bleiben: Jules Bianchi, 2009 noch als das Talent der Saison gehandelt, hat ein Seuchenjahr hinter sich. Viele Fehler in Quali und Rennen, zusätzlich oft auch nicht schnell genug. Oft hatte man das Gefühl, er wäre mit den in ihn gesetzten Erwartungen ein wenig überfordert. Und dann kam auch noch der schwere Unfall in Budapest. Trotzdem: Der Fanzose hat unbestreitbar großes Talent. Wenn er uns seine Betreuer eine Möglichkeit finden, das wieder abzurufen, könnte er 2011 wieder ganz oben auf den Ergebnislisten zu finden sein.

Auf den Ehrenplätzen: Dani Clos zeigte sich im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich verbessert – in der Formel 1 sehe ich ihn trotzdem nicht. Sam Bird zeigte ein paar schöne Überholmanover, muss sich aber auch 2011 noch merklich steigern. Ach ja: Christian Vietoris war auch dabei. Und zeigte bei einigen Anlässen auch schönen Speed – für 2011 muss auch er aber noch ein wenig an seiner Konstanz arbeiten.

GP3

Das Premierenjahr für die GP3 ist nun schon seit einigen Monaten vorbei, und ich weiß immer noch nicht so richtig, was ich von der kleinen Schwester der GP3 halten soll. Die Mischung aus jungen Fahrern, Quereinsteigern aus anderen Serien (etwa der A1GP oder der SLF), Piloten aus niedrig eingeschätzten Klassen, die plötzlich Erfolg hatten (etwa Rio Haryanto) und lange bekannten Gesichtern, die sich teils unerwartet schwer taten (Alex Rossi, James Jakes, Stefano Coletti) machte es kompliziert, zu einer Einschätzung über die Leistungsfähigkeit der Klasse zu kommen. Die folgenden Beurteilungen sind also noch etwas subjektiver als sonst.

Eines scheint aber unbestreitbar: Es war das Jahr des Esteban Gutierrez. Es ist schon lange her, dass ein Pilot eine gehobene Serie derart nach beliben dominierte, wie der Mexikaner im vergangenen Jahr die GP3. Auf Basis dessen scheinen sein guter Ruf und der Testplatz bei Sauber völlig gerechtfertigt. Und trotzdem: Ein Blick auf seine Ergebnisse in der eigentlich doch heuer etwas geringer eingeschätzten F3 Euroserie lassen Zweifel aufkommen. Mag natürlich sein, dass ihm der GP3 Wagen einfach besser gelgen ist – als Gradmesser für die Qualität der GP3 darf man jedenfalls gespannt sein, wie es ihm im kommenden Jahr in der GP2 ergehen wird.

Fast noch schwerer ist die Einschätzung der anderen Piloten: Der von Red Bull geschasste Robert Wickens zeigte, wie schon in der Formel 2, sehr gemischte Leistungen. Mal richtig schnell, dann wieder völlig im Mittelfeld. Das kommende Jahr wird für den Kanadier wohl einie make or break Saison – zumindest was europäische Monoposti anbelangt. Bei Nico Müller ist genau das Gegenteil der Fall: Nach einem etwas mittelmäßigen Saisonstart war der Schweizer fast immer vorne mit dabei. Für den großen Spitzenplatz hat es meist noch nicht gereicht – 2011 ist ihm der aber wohl zuzutrauen. Alexander Rossi war auch etwas wechselhaft unterwegs – für ihn spricht eher seine tolle Vorstellung beim WSbR-Rennen in Monaco als die Saison in der GP3. Ich denke trotzdem, dass er seinen Weg machen wird. Schon alleine deswegen, weil er derzeit als einziger einigermaßen F1-tauglicher Amerikaner ziemlich allein auf weiter Flur steht. Und Bernie Ecclestone hätte 2012 sicher gerne einen local hero am Start.

Formel Renault 3.5

Im Grunde hätte ich die Formel Renault 3.5 (das ist übrigens nicht die “WSbR” – so heißt nämlich die ganze, aus diversen Renault-Serien bestehende Wochendveranstaltung) ja vor der GP3 einreichen sollen. Die Autos sind zweifellos näher an der Formel 1, und auch die Piloten scheinen etwas stärker.

Zumindest ein paar davon. Der bekannteste Eleve ist vermutlich Vizemeister Daniel Ricciardo, der nach Saisonende zum zweiten Mal in Folge von Red Bull zum Young Drivers’ Test in Abu Dhabi eingeladen war – und, wie auch schon 2009, überzeugen konnte. Im kommenden Jahr wird er daher bei Toro Rosso die Freitagstrainings fahren dürfen – zumindest meistens. Denn nebenher ist er auch wieder in der Formel Renault 3.5 unterwegs – und an zwei Terminen gibt es da Überschneidungen mit den Formel 1-Rennen in China und Japan. Mal sehen, was ihm bzw. seinem Arbeitgeber Red Bull da wichtiger ist.

Im meisten beeindruckt hat mich allerdings der drittplatzierte Esteban Guerrieri aus Argentinien. Gleich mehrere Rennen hat er wegen Unterfinanzierung, technischem Pech oder grenzwertig harten Disqualifikationen versäumt. Und trotzdem blieb er bis zum letzten Lauf in Barcelona im Rennen um die Meisterschaft. Für mich der wahre Meister 2010 – ein Jammer, dass er sein Talent wohl im kommenden Jahr bei den Indy Lights vergeuden muss. Silberstreif am Horizont: Dem Vernehmen nach ist auch ein IndyCar-Einsatz in Mid Ohio geplant.

Und dann ist da noch Meister Mikhail Aleshin. Der Russe hat sich zweifellos zu einem sehr soliden Piloten entwickelt, der ziemlich konstant vorne mitfahren konnte. Auch seine Nerven bekam er zunehmend in den Griff, das letzte Rennen in Barcelona war ein verdientes Meisterstück. Und trotzdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob er das Zeug zum großen Champion hat. Über die Portion Talent, die so mach anderer Pay-Driver in der Formel 1 in den vergangenen Jahren mitgebracht hat, verfügt er aber zweifellos.

Formel 2

Tja – die Formel 2. Hält leider auch nicht so ganz das, was ihr Konzept versprochen hat. Zu erhoffen war eine unterhalb der Formel 1 angesiedelte Plattform für schnelle Piloten, etwa von Schlage des oben erwähnten Esteban Guerrieri, die sich eine andere Nachwuchsklasse wegen mangelnder Sponsoren nicht leisten können.

Bekommen haben wir eine Serie, in der sich zunehmend Fahrer befinden, denen es keineswegs an Geld fehlt – dafür aber an Talent. Was etwa der 37-jährige bulgarische Millionär Plamen Kralev und der 39-jährige Bollywood-Star Ajith Kumar in einer Nachwuchsserie zu suchen haben, das muss mir erstmal jemand erklären.

Schade, denn hinter der etwas schäbigen Fasade finden sich ein paar Piloten, denen durchaus mehr zuzutrauen ist. Vor allem Meister Dean Stoneman scheint jenes Bild eines schnellen aber unterfinanzierten Piloten zu erfüllen, für die die Serie erfunden wurde. Im kommenden Jahr ist er in der Formel Renault 3.5 unterwegs – und wenn er sein Talent umsetzten kann, dann könnten wir ihn in ein paar Jahr durchaus auch in einer noch höheren Klasse sehen.

Etwas Pech hatte die Formel 2 allerdings, wen man so will, mit dessen Herausforderer Jolyon Palmer. Denn die entstandene Optik, dass nun der Sohn des Lehrers zum Klassenprimus aufsteigt, war schon etwas ungünstig. Um es nochmal klar zu sagen: Ich denke nicht, dass man bei den guten Vorstellungen des Filius von Serienorganisator Jonathan nachgeholfen hat. Die große Steigerung seiner Leisung gegenüber der vergangenen Saison hat dem Image der Formel 2 aber vielleicht dennoch nicht sehr gut getan.

Viel schlechter für den Ruf der Serie ist aber eine andere Tatsache: Dass die Formel 2 nämlich trotz der tragischen Auftaktsaison immer noch ein wenig mit der Gesundheit ihrer Piloten zu spielen scheint. Die Auftritte auf Kursen wie Marrakesch und Brands Hatch sollten längst der Vergangenheit angehören. Zumindest auf dem britischen Traditionskurs wird man dennoch auch 2011 wieder starten – ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Strecke der gleichen Betreiberfirma gehört, wie die F2 liegt nahe.

Wer die Serie trotzdem verfolgen will, muss sich im kommenden Jahr neu orientieren: Statt wie bisher auf Eurosport läuft die Serie jetzt auf MotorsTV und im Internet. Und zwar entgegen mancher Annahmen nicht wegen Unzufriedenheit von Eurosport, sondern auf Wunsch von Jonathan Palmer. Der verspricht sich von der Änderung eine gestärkte Marke und höhere Flexibilität. Ein Poker, der durchaus funktionieren könnte. Die Wahrscheinlichtkeit, dass die Serie am Ende scheitert, scheint mir aus heutiger Sicher aber mindestens genauso hoch.

Auto GP

Die Serie konnte ich leider nicht im TV verfolgen, weshalb ich mir kein endgültiges Urteil zutraue.

Zwei Bemerkungen aber trotzdem. Erstens: Der Meisterschaftssieg von Romain Grosjean, der erst mitten in der Saison in die Serie eingestiegen war, hat zwei Dinge bewiesen: Das Talent des in der Formel 1 vielleicht etwas zu unrecht geringgeschätzen Franzosen – und den Mangel an Speed des restlichen Fahrerfeldes. Zweitens: Der TV-Vertrag mit Eurosport kann dem Profil der vormals etwas dubiosen AutoGP nur gut tun. Für Racingfans ist er allemal ein Grund zur Freude. Ein Garant für tolle Piloten und langfristiges Überleben der einer Serie ist er aber nicht, wie die International Formula Master vor einigen Jahren ja schon bewiesen hat.

Formel 3 Euroseries

Man kann es mit Fug und Recht sagen: Das war keine gute Saison für die F3 Euroseries. Die finanziellen Probleme und der Fahrerschwund wurden hier im Blog ja schon mehrfach erläutert, daher gleich zum sportlichen Teil. Der leider auch nicht ganz unproblematisch ist.

Denn Edoardo Mortara ist als Formel 3-Meister schon eine etwas komische Wahl: Immerhin war der Italiener zwischen seinem ersten Auftritt in der F3 und der aktuellen Saison schon mit mäßigem Erfolg in der GP2 unterwegs. Seine Leistung 2010 ist unbestritten – ich denke dennoch, dass es ihm eher wie Andy Soucek oder Giorgio Pantano ergehen wird, die 2009 in der Formel 2 und 2008 in der GP2 ein ähnliches Erfolgerlebnis nach einem Rückschritt hatten. Und trotzdem danach in der Versenkung verschwanden.

Dass die Qualität der Fahrer und Teams im internationalen Vergleich immer noch stimmt, das hat der Auftritt der F3 Euro-Teams in Macao bewiesen. Für 2011 sind trotzdem dringend Verbesserungen hinsichtlich Zahl und Qualität der Fahrer von Nöten.

British F3

Die britische Formel 3 hat in den vergangenen Jahren so eine Art Wiederauferstehung erlebt: Nachdem sie zuvor von der F3 Euroseries ein wenig an den Rand gedrängt wurde, interessiert sich die Fachwelt nun wieder massiv für die Fahrer aus der traditionreichen Nachwuchsstaffel von der Insel. Ich selbst bin mir alledings nicht ganz so sicher, ob die Qualität der Piloten – vor allem in der Breite – wirklich schon wieder mit dem Ruf der Serie mithalten kann.

Ganz klar: Meister Jean-Eric Vergne ist ein Talent, das man im Auge bahelten sollte. Das haben auch seine ersten Auftritte in der Formel Renault 3.5 gezeigt. Ob man das selbse aber auch über seine klar besiegten Meisterschaftskonkurrenten James Calado, Oliver Webb und Adriano Buzaid sagen kann, wage ich dagegen doch zu bezweifeln. Als Fan britischer Renntradition lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren.

Formel BMW

In ihrer letzten Saison ist die einst so stolze Formel BMW fast ein wenig in Vergessenheit geraten – auch ich muss zugeben, dass ich die TV-Übertragungen nur sehr sporadisch verfolgt habe. Wenn sich zwei Fahrer aber so deutlich die Meisterschaft unter sich ausmachen, wie Robin Frijns und Jack Harvey, dann sollte man die beiden trotzdem auch in den kommenden Jahren nicht ganz aus den Augen verlieren.

Und sonst? Die Superleague Formula.

Nicht so ganz in das Nachwuchsklassen-Schema passt die Superleague Formula – und auch die Piloten, die dort antreten, haben wenig realistische Chancen auf einen beruflichen Aufstieg im Monoposto-Bereich.

Das ist aus zwei Gründen schade: Erstens deshalb, weil Fahrer wie Davide Rigon, Craig Dolby oder Max Wissel eine faire Chance verdient hätten. Und zweitens auch deshalb, weil sich die SLF im Grunde völlig unerwartet zu der Serie entwickelt hat, die die Formel 2 gerne wäre: Starke Autos, spannende Rennen – und talentierte Piloten, die sich den Einstieg in die große Welt des Motorsport leider nicht ganz leisten können. Vielleicht schaut ja doch mal jemand zu.

August 26 2010

16:37

Formel Vorschau – viel los am Wochenende

Nach dem unglücklichen Wochenende in Budapest kehren GP2 und GP3 in Spa wieder zurück auf die Rennstrecke. Wem das nicht reicht, dem winken am Wochenende außerdem noch Liveübertragungen von ein paar Nischen-Serien.

So schnell gehts: Gerade hat die GP2-Saison erst angefangen – da steht auch schon wieder da Finale vor der Tür. Nur noch Spa, Monza und der terminlich etwas unpassende Saisonabschluss in Abu Dhabi stehen auf dem Programm. Das wird vor allem Pastor Maldonado freuen: Der Venezoelaner hat in dieser Saison nach jahrelanger Durtstrecke endlich gezeigt, was in ihm steckt – und liegt drei Runden vor Schluss schon 26 Punkte vor seinem ärgsten Titelrivalen Sergio Pérez. Ähnlich klar scheint die Sache in der GP3: Dort führt Esteban Gutiérrez bereits mit 30 Punkten vor Robert Wickens. Und weil die GP3 noch dazu ihre Saison schon in Monza beschließt, ist der Titel wohl wirklich nur noch Formsache. Gut also, dass wenigstens die Strecke in Spa Spannung verspricht.


Zunächst aber noch eine erfreuliche Meldung: Jules Bianchi könnte womöglich schon in Spa wieder im GP2 Cockpit sitzen. Wenn die Ärzte beim heutigen Fitness-Check ihr OK geben, dann wäre es tatsächlich möglich, dass der Franzose nach seinem heftigen Crash von Budapest nur ein einziges Rennen (nämlich den Sprint in Ungarn) versäumt hätte. Bleibt zu hoffen, dass man kein medizinisches Risiko eingeht – denn das wäre angesichts Bianchis aussichtsloser Tabellensituation (und der augenscheinlich sicheren Ferrari-Förderung) eher unverantwortlich.

Unfallgegner Ho-Pin Tung hat sich derweil schon entschieden: Der Chinese, von dem es ursprünglich mal hieß, er habe leichtere Verletzungen erlitten als Bianchi, will sicherheitshalber in Spa auf einen Start verzichten. Für das Rennen ist dieses an sich bedauerliche Faktum vielleicht gar nicht so schlecht. Denn Tungs Ersatzmann Romain Grosjean hat immerhin schon bei seinem ersten Saisoneinsatz in Hockenheim für ein paar sehr spektakuläre Szenen gesorgt.

Ebenfalls neu dabei: Alvaro Parente. Auch vom Portugiesen, der den Glück- (und neuerdings wohl Sponsorgeldlosen) Alberto Valerio ersetzt, darf man sich in Spa einiges erwarten. Immerhin hat er dort im vergangenen Jahr das Hauptrennen gewonnen.

Die Ausgangsposition in der Tabelle habe ich ja schon geschildert, auch die aussichtsreichsten Akteure für Einzelsiege (Clos, Bird, Vietoris und, wenn vorhanden, Bianchi) sind sicher mittlerweile hinlänglich bekannt. Daher also nur noch schnell ein Blick auf die TV-Übertragungszeiten: Zu sehen sind die Rennen wie immer live auf sky sport 2, das Hautrennen am Samstag um 15:35, der Sprint am Sonntagvormittag um 10:30 Uhr. Auf eine hochskalierte sky sport 2 HD-Fassung hat man dagegen enttäuschenderweise verzichtet.

Und dann gibts noch ein kleines Newsschnipsel zur GP2 Asia: Ein Kommentarschreiber im Blog von GP2-Experten Will Buxton (der auch den englischen Wordfeed-Kommentar liefert), hatte die gute Idee, mal nach dem aktuellen Stand in Sachen Kalender zu fragen. Immerhin müsste der für die kommende Wintersaison ja schön langsam mal feststehen. Buxtons etwas enttäuschende Antwort: Es steht wohl die bisher kürzeste Saison des Winter-Ablegers der GP2 bevor. Diese soll nämlich nur drei Rennen umfassen, und vor allem als Testsession für das neue GP2-Auto genutzt werden.

GP3

Erfolgreicher scheint da schon der andere GP2-Ableger. Die GP3 hat sich in ihrer Premierensaison – abgesehen von der mageren TV-Präsenz – bisher recht gut profilieren können. Außerdem hatte man auch etwas Glück: Denn mit Seriendominator Esteban Gutiérrez wird in dieser Saison wohl ein Mann Meister, dessen Talent dazu reichen müsste, im kommenden Jahr in einer höheren Serie den guten Ruf der GP3 zu verfestigen.

Dabei hat er es in der Serie keineswegs mit Lückenfüllern zu tun: Die Top Ten der Meisterschaft sind fast ausschließlich mit Fahrern besetzt, die sich schon vorher in anderen Serien einen guten Ruf erarbeitet hatten.

Man darf jedenfalls gespannt sein, was die Youngsters auf der anspruchsvollen Strecke in Spa so zeigen. Das Publikum wird sich gegenüber den bisherigen Rennen wohl jedenfalls vergrößeren. Denn erstmals werden beide Rennen nicht im PayTV bei Eurosport 2, sondern beim “großen Bruder” Eurosport Intl. ausgestrahlt. Lauf 1 leider nur als Aufzeichnung am Sonntag um 9:00, Rennen 2 direkt in Folge (9:30 Uhr) live.

Sonstige Formelserien

Auch sonst ist am Wochenende in Sachen Formelrennen einiges los. Die größeren Serien (Formel 2, WSbR und SLF) machen zwar noch Pause, dafür kann man im TV und Internet gleich mehrere nationale Nachwuchsserien verfolgen.

Und eine internationale: Nämlich die Formel BMW Europa, die im letzten Jahr ihres Bestehens auch in Punkto Aufmerksamkeit ein wenig unter die Räder gerät. Für alle, die der Serie heuer genauso viel Beachtung geschenkt haben wie ich (also keine), hier ein kleiner Guide zum Saisonfinale: An der Tabellenspitze gibt es einen Zweikampf der beiden Dominatoren dieser Saison. Das sind der Brite Jack Harvey (sechs Siege, nur einmal nicht auf dem Podium – 302 Punkte) und Robin Frijns aus den Niederlanden (Vier Siege und fünf zweite Plätze – 279 Punkte). Der Tabellendritte, Carlos Sainz, Jr., hat bereits 101 Punkte Rückstand auf Harvey. Zu sehen sind die Rennen live auf sky sport 2, leider jeweils zu etwas unchristlichen Zeiten (Sa., 9:40 / So., 8:25 Uhr).

Auch der ATS Formel-3-Cup begeht am Nürburgring sein vorletztes Rennwochenende 2010. Passenderweise für die Konkurrenzveranstaltung zur deutsch-französischen F3 Euroserie führt dort der Franzose Tom Dillmann (96 Punkte) vor dem Deutschen Daniel Abt (85). Dahinter liegen in Lauerposition Kevin “Sohn von Jan” Magnussen (71), der ja auch schon ein F3 Euro Rennen in Valencia gewonnen hat, und Stef Dusseldorp (70) aus den Niederlanden. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse gibt es in der Nacht von Sonnatg auf Montag (0:20 Uhr) auf Kabel 1.

Liveübertragungen gibts dagegen von zwei italienischen Formelserien: Der Formula Abarth und der italienischen Formel 3. Alle vier Rennen aus Varano werden am Sonntag live am unverschlüsselten italienischen Motorsport-Sender Nuvolari ausgestrahlt (wo es neuerdings übrigens auch die von motorvision.tv geschasste Superstar Series zu sehen gibt). Beide Serie fahren zwar nur in Italien, bestechen aber durch ein ziemlich internationales Starterfeld. Außerdem kann man noch ganz gut in die Saison einsteigen: die Serien haben gerade mal ihre erste Saisonhälfte hinter sich. Wer mehr wissen will, kann sich auf den überraschend guten, englischsprachigen Homepages von Formula Abarth und der F3 Italia informieren.

Ganz Formel-Hungrige können sich dann am Samstag und Sonntag zum Tagesabschluss noch die südamerikanische Formel 3 gönnen. Im Grunde handelt es sich dabei zunehmend um eine brasilianische Meisterschaft mit Gastvorstellungen in Uruguay und Argentinien – am Start sind in dieser Saison jedefalls ausschließlich Brasilianer (in der “Light”-Klasse starten auch noch ein Angolaner und ein Kolumbianer). Vor dem Ende der ersten Saisonhälfte führt in der Meisterschaft Bruno Andrade (192 Punkte) vor Yann Cunha (189) und Luiz “Sohn von Raul (?)” Boesel (152). (Offizielle) Liveübertragungen der Rennen gibt es auf racetv.com.br – leider sind mir aber bisher die genauen Startzeiten unbekannt.

Wer übrigens in dieser Saison bisher die britische Formel 3 nicht verfolgt hat, der sollte am Wochenende mal eine der Motors-TV Zusammenfassungen aus Silverstone gucken. Viel mehr zu sagen, wäre wohl ein Spoiler, daher nur das: Diese Zusammenfassung dürfte wohl die bedeutendeste in der laufenden Saison sein. An diesem Wochenende findet übrigens schon das nächste Rennwochenende (Snetterton) statt – leider wird die Serie aber nirgendwo live übertragen.

July 08 2010

06:51

Formel Vorschau: GP2/GP3 Silverstone, AutoGP Magny-Cours

Das Finale der Fußball-WM wirft seinen Schatten auf den Motorsport. Außer GP2 und GP3 im Begleitprogramm der F1 ist nicht viel los. Nur die AutoGP stellt sich wacker gegen den Trend.

Die wenigen Rennen, die am Wochenende doch stattfinden, könnten sich dafür aber lohnen: In der GP2 wird sich die Frage stellen, ob Pastor Maldonado sein überrschend gutes bisheriges Auftreten auch an die fünften der zehn Stationen hinüber retten kann. Aber auch abseits der Rennstrecke haben sich in der Top-Nachwuchsserie in den vergangenen zwei Wochen ein paar interessante Dinge getan. In der dritten Liga, der GP3 sieht weiter alles nach einem Durchmarsch von Esteban Gutiérrez aus. Zu sicher sollte er sich aber nicht sein, denn die Konkurrenz schläft schließlich nicht. Und an diesem Wochenende gibt es wieder harte Konkurrenz von Gastfahreren aus der F3 Euroseries.

GP2

Zunächst aber nochmal zur Königsklasse unter den Juniorserien – dort hat sich in der vergangenen Woche nämlich so einiges an Neuigkeiten angesammelt. Beginnen wir mit den schlechten Nachrichten: Josef Kral hat sich bei seinem Unfall im Sprintrennen von Valencia doch schwerer verletzt, als die beruhigenden Meldungen am Sonntag und Montag noch vermuten ließen. Checks im Krankenhaus von Liberec (Tschechien) haben ergeben, dass sich Kral zwei Wirbelbrüche zugezogen hat, und zwei bis drei Monate pausieren muss. Immerhin: Von Folgeschäden ist wohl nicht auszugehen. Sein Super Nova Team hat bereits reagiert, und setzt bis zu Krals Rückkehr GP2-Veteran Luca Filippi ins Cockpit.

Außerdem hat vergangene Woche die erste Testfahrt jenes Wagens stattgefunden, mit dem die GP2 in den Jahren 2011 bis 2013 an den Start gehen will – das aktuelle Auto wird ja nach Ende dieses Jahres eingemottet bzw. (wenn ich mich nicht irre) in die GP2 Asia verschoben. Die britische Rennbibel Autosport hat zu diesem Anlass einen Fotografen losgeschickt – natürlich völlig geheim und spontan und absolut ohne Einverständnis der PR-Abteilung der GP2. Und prompt ist dieser Mensch dann auch mit einem Bild des neuen Wagens zurückgekommen.

Durch besondere optische Werte kann die Karre beim Ersteindruck nicht unbedingt überraschen. Man muss ihr aber lassen, dass sie zumindest näher an der modernen Formel 1 dran ist, als die bisherigen Boliden. Und mit der richtigen Lackierung kann das alles ja auch schnell wieder viel freundlicher wirken.

Auch in einem anderen Aspekt rückt die GP2 noch näher an die Königsklasse des Motorsports heran: Pirelli, die ab kommender Saison ja neben der F1 auch die GP2 und GP3 ausrüsten, haben bekannt gegeben, dass sie die GP2 nicht länger mit eigenen Reifen ausrüsten werden. Stattdessen fährt die GP2 dann mit den selben Gummis, mit denen auch die Formel 1 unterwegs sein wird. Von Pirellis Standpunkt aus macht das Sinn – immerhin muss man so nicht eine weitere Mischung produzieren, sondern kann einfach mehr von der herstellen, die man ohnehin schon liefert. Außerdem ergibt sich dadurch eine glänzende Möglichkeit, das F1 Testverbot zu umgehen. Womöglich kann man sogar davon ausgehen, dass auch das eine oder andere Formel 1 Team sich somit nun wieder mehr um die Entwicklungsarbeit seines Juniorteams bemühen wird. Welche Folgen sich dadurch für das Racing ergeben, muss man dagegen abwarten. Ganz prinzipiell ist es für die Fahrer aber sicher nicht von Nachteil, sich in der GP2 schon mal an die zukünftigen Arbeitsutensilien gewöhnen zu können.

Nicht näher an die Formel 1 rückt derweil des ART-Team. Etwas überraschend hat die Truppe gestern nämlich bekannt gegeben, dass man wegen mangelnder finanzieller Unterstützung die Bewerbung um den 13. Startplatz für kommendes Jahr zurückgezogen hat.

GP3

Auch in der GP3 gibt es zwei personelle Nachrichten: Zum einen steht nach seinen glänzenden Auftritten in Valenica auch diesmal wieder Roberto Mehri auf der offiziellen Startliste. Zum anderen gibt es diesmal Verstärkung aus der F3 Euro-Fraktion. Denn auch Mehris Landsmann Daniel Juncadella wird nach zwei eher mäßigen Auftritten beim Saisonauftakt in Barcelona ins Tech 1-Cockpit zurückkehren. Man darf schon gespannt sein, wie die beiden jungen Herren die marode F3 Euroseries dabei verkaufen werden.

Zeigen sie beide gute Leistungen, halte ich es für durchaus möglich, dass in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit auf den Talentepool der F3 Euro gelegt wird. Ob das allein die Serie aber aus ihrer momentanen Misere befreien könnte, bleibt abzuwarten.

AutoGP

Die AutoGP startet auch. In Magny-Cours. Und viel mehr kann ich aus sportlicher Sicht dazu eigentlich nicht schreiben. Denn mangels Kabelanschluss habe ich noch kein Rennen dieser Serie sehen können. Dabei scheint die Nachfolgeserie der Euro F3000 durchaus an Statur zu gewinnen.

Soviel lässt sich dann aber doch noch sagen: Romain Grosjean wird nach Spa vor eineinhalb Wochen auch in Magny-Cours in der Serie an den Start gehen. Der Meisterschaftszweite, Luca Filippi dafür (siehe oben) nicht. Ob Super Nova einen AutoGP-Ersatzmann für den Italiener findet (bzw. sucht), ist derzeit noch unklar. In der Entry-List auf der AutoGP Homepage ist derzeit noch Filippi verzeichnet. Und die Pressemeldung der AutoGP berichtet lediglich, dass er diesen Lauf versäumt. Und schweigt sich zu einem möglichen Ersatzmann ebenfalls aus.

Danach macht die AutoGP übrigens erstmals Sommerpause, und fährt erst wieder Ende September – dann zur Eröffnung des Circuito de Navarra in der gleichnamigen Provinz im Norden Spaniens.

Übertragen werden wieder beide Rennen live auf MotorsTV, wo es übrigens an diesem Wochenende (erstmals?) auch eine Live- und eine As-Live-Übertragung der F3 Open geben wird. Die spansiche F3-Serie mit internationalem Anspruch geht ebenfalls in Magny-Cours an den Start.

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June 25 2010

16:44

Formel Vorschau: GP2 Valencia, AutoGP Spa, SLF am Ring

Fans von Formelserien steht mal wieder ein prall gefülltes Wochenende bevor: GP2, GP3 und die gute, alte Formel BMW fahren in Valencia, die AutoGP in Spa. Und die Superleague Formula geht am Nürburgring an den Start.

Das Wochenende wird widersprüchlich: Die beste Nachwuchsserie der Welt fährt auf der wohl langweiligsten aller Formel 1 Strecken. Mit ihr die GP3, in die man zumindest ein paar Spannungs-Hoffnungen setzen darf. Die nicht so hoch eingeschätzte AutoGP geht auch an den Start – auf einem der besten Kurse der Welt in den belgischen Ardennen. Und die Serie, die versucht, Fußball und Motorsport zu vereinen fährt ihr einziges Deutschland-Rennen just an jenem Nachmittag, an dem ein Formel 1 Grand Prix und das Achtelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England zusammenfallen. Trotz stets spannender Rennen wird ihr daher wohl wieder kaum jemand dabei zusehen.

GP2

Sechs Rennen und sechs verschiedene Sieger – so sieht die bisherige Bilanz der GP2 Saison 2010 aus. Anders, als in vergangenen Jahren gibt es also diesmal keinen klaren Dominator. Zumindest bisher. Denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Jules Bianchi – und möglicherweise auch Teamkollege Sam Bird – vom reinen Talent her wohl das Zeug dazu hätten, die Konkurrenz klar zu distanzieren. Aber Talent allein reicht eben nicht immer: Wer es in sechs Rennen nicht auf die Reihe gebracht hat, einmal Quali und Rennen fehlerfrei und ohne übertriebene Aggressivität zu absolvieren, muss eben damit leben, nicht mehr als die französische Rennsport-Hoffnung schlechthin zu gelten.

Ähnliches (minus Frankreich) gilt für Chrisitan Vietoris: Auch der 21-jährige auch Gerolstein hätte zweifellos die Anlagen dazu, größeres zu erreichen, als den 17. Platz in der Meisterschaft, den er derzeit belegt.

Weil aber weder Bianchi, noch Bird oder Vietoris ihr Talent bisher abrufen konnten, führt eben Pastor Maldonado in der Meisterschaft. Ein Mann, der bisher – außer in Monaco – nicht durch besondere Glanzleistungen in Erinnerung geblieben ist, sondern eher dadurch, dass er schon das vierte Jahr in der GP2 unterwegs ist, und immer noch kein bleibendes Interesse in der Formel 1-Welt erregen konnte.

Es mag also durchaus sein, dass diese Saison so endet, wie 2008. Damals gewann Giorgio Pantano die Meisterschaft – und verschwand in Folge in der Versenkung. Es könnte aber auch immer noch anders kommen: Wenn einer der drei genannten es schafft, etwas weniger ungestüm aufzutreten. Oder wenn das vierte große Talent Sergio Pérez, endlich sein Pech hinter sich lassen kann. Dann würde doch noch ein Fahrer gewinnen, der auch in der Formel 1 eine Zukunft haben könnte.

Auf der Pole steht morgen Sergio Pérez, dahinter Pastor Maldonado und Jules Bianchi und Davide Valsecchi. In der dritten Reihe stehen Giedo van der Garde und der erstaunliche Michael Herck.

Zwei organisatorische Neuigkeiten gibt es auch noch: Zum einen wurde bekannt gegeben, dass Pirelli neben der Formel 1 und der GP3 in den kommenden drei Jahren auch die GP2 mit Reifen beliefern wird. Das ist einerseits konsequent, weil die jungen Talente so schon mal mit dem Material üben können, dass die auch in der Formel 1 beherrschen müssen. Andererseits macht es auch für Pirelli selbst Sinn: So meldet Autosport, dass man den Formel 1 Reifen für die kommenden Saison mit dem neuen GP2 Auto für 2011 testen wird. Zusätzlich ist so neben der Formel 1 auch ein weiterer sicherer Mark für die Pirelli-Renngummis geschaffen, so dass sich die Herstellung für die Italiener auch finanziell lohnen wird.

Zweitens hat die GP2 beschlossen, dass die Teams, die in der GP2 Hautserie antreten in Zukunft auch in der GP2 Asia fahren müssen. Das heißt also, Mannschaften wie Meritus Mahara, die bisher nur in der Asien-Meisterschaft tätig waren, wird es ab kommendem Winter nicht mehr geben. Allerdings: Das Team hat sich ohnehin um den Startplatz von Durango beworben, die ja schon in diesem Jahr aus finanziellen Gründen nicht mehr in Hauptserie antreten. Es gibt zwar dem Vernehmen nach auch weitere Bewerber, Meritus ist aber wohl der Favorit.

GP3

Auch die Nachwusserie zur GP2, die GP3 geht in Valencia an den Start. Favoriten lassen sich in dort auch nach zwei Rennwochenende für mich noch nicht wirklich festmachen. Ähnlich wie in der GP2 gab es bisher in vier Rennen vier verschiedene Sieger. Immerhin hat zweimal der gleiche Fahrer die Pole gefahren: Nigel Melker. Allerdings konnte der Niederländer bisher beide Trainigsergebnisse nicht in Rennpunkte ummünzen. Stattdessen führt in der Meisterschaft Esteban Guiterrez vor US-Hoffnung Alexander Rossi und Kanada-Talent Robert Wickens. Einmalig und nur in Spanien dabei: F3 Euro-Pilot Roberto Mehri.

Die Rennen werden wie gewohnt wieder am Sonntagvormittag auf Eurosport 2 übertragen, der erste Lauf vom Samstag als Aufzeichnung um 9:00Uhr, Rennen 2 live um 9:30Uhr.

Außerdem fährt in Valencia noch die Formel BMW. Viel mehr dazu kann ich allerdings guten Gewissens nicht schreiben, weil die bisherige Saison leider ziemlich an mir vorbeigegangen ist.

Auto GP

Die ehemaligen A1GP-Lolas sind auch wieder unterwegs, und zwar im Rahmenprogramm der Open GT Serie in Spa. Ich weiß ja immer noch nicht so recht, was ich von der Serie halten soll. Einersteits wirkt die Umbenennung von Euro F3000, der Einsatz der alten Lolas und die hohen Preisgelder vom Poker-Sponsor ein bisschen “gimmicky”.

Andererseits: Die AutoGP gewinnt durchaus an Profil, und es sind auch einige Piloten unterwegs, die zweifellos Talent haben. Luca Filippi zum Beispiel, oder Jonny Reid und der oben schon angesprochene Girgio Pantano. In Spa wird das Lineup jetzt auch noch durch Romain Grosjean verstärkt. Es könnte sich also lohnen, am Sonntag kurz reinzuschauen. Übertragen werden beide Rennen auf Motors TV. Der erste Lauf (9:50Uhr) sogar live, der zweite As-Live um 19:00Uhr.

Noch kurz ein Wort zur Meisterschaft: Dort führt Eduardo Piscopo mit 20 Punkten vor Adrien Tambay und Luca Filippi. Reid ist nur Elfter, Pantano mit einem Punkt gar nur auf Rang 16.

SLF

Und dann ist da noch die Superleague-Formula, die ich einfach nicht verstehe. Wie eingangs schon geschildert möchte diese merkwürdige Serie, die Fußball und Motorsport unter einen Hut bringen will, am Tag des F1 Grand Prix von Valencia und des Duells Deutschland gegen England ihren Auftritt am Nürburgring absolvieren. Zugegeben: Dass es auchgerechnet der Klassiker gegen England sein würde, war nicht zwingend im Frühjahr schon vorherzusehen. Dass Deutschland als Gruppensieger aber am Sonntagnachmittag spielen würde, war durchaus schon zu vermuten.

Immerhin versuchen die Veranstalter diesen unglücklichen Zufall mittels Fanzone und Übetragung am Ring zu meistern. Trotzdem: Dass viele Fans auf F1 und Fußball vorm heimischen TV verzichten, um die Superleague Fomula und die “Radical Masters” live zu sehen, wage ich trotz des geringen Eintrittspreises von 7,50 € zu bezweifeln.

Und das ist schade: Denn wie schon mehrfach festgestellt, liefert die SLF fast immer ziemlich spannende Rennen. Sogar auf dem winkeligen Kurs von Jarama ist es gelungen, für reichlich Überholmanöver zu sorgen. Trotzdem waren auch in Spanien, wo die SLF ja angeblich mehr Fans haben soll, als hierzulande recht viele Tribünenplätze leer.

An der Tabellensitze liegt nach vier Rennen weiterhin die Tottenham Hotspur mit Craig Dolby, der sich immer mehr als echtes Fahr- und Überholtalent erweist. Dahinter liegt AC Milan mit Yelmer Buurman und der FC Basel mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer.

Übertragen werden beide Rennen wieder via Live-Stream auf superleagueformula.com. Aus Jarama hat außerdem wohl überraschend Bloomberg TV live übertragen – das Rennen vom Nürburgring steht bisher allerdings nicht in deren Schedule. Aber beim Wirschaftssender weiß man ja in Sachen Motorsport nie so wirklich, was sie machen – kurz reinschauen könnte sich also womöglich lohnen.

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February 04 2010

21:29

Vorschau: NASCAR – Shootout & Daytona 500 Quali & Regeln / GP2 Asia – Abu Dhabi

Die NASCAR erwacht aus ihrem Winterschlaf und startet in die Saison 2010. Los geht es mit der Speedweek in Daytona.

Die Speedweek in Daytona besteht aus mehreren Rennen und Qualifikationen. Los geht es eigentlich schon heute Abend mit dem Training für das “Budweiser Shootout” das am Wochenende stattfindet. Freitag gibt es Trainingsessions, Samstag folgt die Quali zum Daytona 500 und das ARCA Rennen in Daytona, in der Nacht von Samstag auf Sonntag folgt das Shootout. Mittwoch ist wieder ein Trainingstag, Donnerstag gibt es die Quali-Rennen zum Daytona 500 (Gatorade Duels), Freitag Training und das Rennen das Truck-Serie, Samstag folgt die Nationwide Serie und am 14.2. startet dann das Daytona 500. Es ist also jede Menge los in den nächsten 10 Tagen und die Regeln für all diese Rennen haben es auch in sich.

Das fängt schon mit dem Shootout an, für das man mal wieder die Regeln geändert hat. Früher durften ja nur die starten, die im Jahr zuvor auf einer Pole gestanden haben, aber nach dem Budweiser etwas überhastet die Sponsoringrechte an Corrs abgetreten hat, musste man sich was neues einfallen lassen. Im letzten Jahr hatte man was ganz kompliziertes, in diesem Jahr sehen die Regeln so aus:

Mitfahren darf, wer
- 2009 im Chase war
- Rookie of the year
- Alle Ex-NASCAR Sprint Cup/Nextel/Winston Meister
- Alle Sieger eines Daytona 500 oder Coke Zero 400 (zweites Daytona Rennen im Juli)
- Alle ehemaligen Shootout Sieger

Macht insgesamt in diesem Jahr 28 Starter. Das sind folgende Herren:

#1 Jamie McMurray
#2 Kurt Busch
#5 Mark Martin
#9 Kasey Kahne
#11 Denny Hamlin
#14 Tony Stewart
#16 Greg Biffle
#17 Matt Kenseth
#18 Kyle Busch
#20 Joey Logano
#24 Jeff Gordon
#29 Kevin Harvick
#31 Jeff Burton
#34 John Andretti
#39 Ryan Newman
#42 Juan Pablo Montoya
#48 Jimmie Johnson
#151 Michael Waltrip
#71 Bobby Labonte
#175 Derrike Cope
#82 Ken Schrader
#83 Brian Vickers
#88 Dale Earnhardt Jr
#99 Carl Edwards

Die Regeln des Shootout sind wie folgt:

- Es gibt zwei Rennsegmente. Das erste dauert 25 Runden, danach gibt es eine 10-minütige Pause. Danach folgt Segment zwei mit 50 Runden. Insgesamt fährt man also 75 Runden, oder 150 Meilen. Zur Wertung der Meisterschaft gehört das Rennen nicht. Eine Quali gibt es nicht, die Startpositionen werden ausgelost.

Das Rennen selber hat eher Showcharakter, könnte aber gut werden, weil es dieses Jahr nach der Quali zum Daytona 500 stattfindet. Normalerweise ist die Quali immer Sonntags, aber da würde man in diesem Jahr mit dem Superbowl zusammenstoßen, was keiner will. Das bedeutet aber auch, dass man beim Shootout nicht ganz so vorsichtig mit dem Wagen umgehen muss, weil man ja keine Quali am nächsten Tag fährt.

Qualifikation Daytona 500

Die Qualifikation für das Daytona 500 ist dann wieder eine ganz andere Hausnummer und so kompliziert, dass man es eigentlich schon wieder vergessen kann. Der einfache Teil findet am Samstag statt. In der Qualifikation wird die erste Startreihe ausgefahren. Die beiden Fahrer, die auf Platz Eins und Zwei reinkommen, sind sicher drin. Ebenfalls sicher drin: die Top 35 Teams nach der Wertung Ende 2009. Allerdings müssen die ihre Startpositionen in zwei Quali-Rennen, den Gatorade Duels nächsten Donnerstag ausfahren. Die Startaufstellung für die Duels richtet sich nach der Quali von diesem Samstag. In einem Rennen werden die geraden, im zweiten Rennen die ungeraden Startplätze ausgefahren. Alles, was nicht in den Top 35 ist, kann sich entweder über die Champions Provisional (siehe NASCAR FAQ) oder die Rennposition in den Duels qualifizieren. Das ist alles derartig kompliziert und vor allem während der Duels undurchsichtig, dass man sich einfach entspannt zurück lehnen und die Rennen genießen sollte. Selbst FOX hat nicht immer die komplette Übersicht und wartet darauf, was die NASCAR nach dem Rennen so meldet.

Vielleicht hilft auch dieses Video:

Zumindest heißt es aber wieder ab dem Wochenende wieder fast durchgehend bis Ende November: “Gentleman, start your engines”

Einen Ausblick auf die NASCAR Saison 2010 findet man schon hier, meine Einschätzung folgt die Tage. Das Daytona 500 bekommt nächste Woche einen eigenen Eintrag.

GP2 Asia
zusammengefasst von Vorsicht

Auch der Monoposto-Bereich erwacht langsam aus dem Winterschlaf: Die GP2 Asia begeht in Abu Dhabi das zweite von nur vier Rennwochenenden 2010. Zum Yas Marina Circuit gibt es ja nicht ganz so viel Positives zu sagen – außer, dass die Erwartungen, die man an Rennen, die dort stattfinden stellt nicht so schwer zu übertreffen sein können. Immerhin waren die ersten beiden Rennen der aktuellen GP2 Asia Saison, die im Rahmen des Formel 1 Grand Prix am gleichen Ort abgehalten wurden ganz unterhaltsam.

Nachdem das nun schon wieder ein Vierteljahr her ist, hier eine kurze Erinnerung an den Stand der Dinge in der Meisterschaft: Es führt etwas überraschend Davide Valsecci, der sich beim ersten Rennen mit der Pole im Hauptrennen, zwei schnellsten Runden und einem Sieg (ebenfalls im Hauptrennen) sehr ansehnlich verkauft hat. Im Sprint konnte er immerhin noch vom achten Platz auf Rang zwei vorfahren, was ebenfalls aller Ehren wert ist. Gewonnen hat den Sprint damals Christian Vietoris, der eine starke GP2-Premiere ablieferte, und aktuell in der Meisterschaft auf Rang zwei liegt. Dritter ist Altstar Luca Filippi.

Wie groß die Aussagekraft dieses Rennens war, ist allerdings unklar: Für viele Fahrer war es der erste Auftritt in der GP2, manche scheinen sich auch nur für das eine Event im Rahmen der Formel 1 ein Cockpit gekauft zu haben – für das Rennen am kommenden Wochenende gibt es daher eine Menge neuer Team-Fahrer Paarungen. Ganz kurz die wichtigsten: Jules Bianchi wird bei ART sein GP2-Debut geben, wo er Marcus Ericsson ersetzt, der seinerseits James Jakes bei Super Nova verdrängt. US-Hoffnung Alexander Rossi überlässt Max Chilton seinen Platz bei Ocean Racing und wechselt zum Meritus-Team. Immerhin haben die drei Meisterschaftsführenden ihre Plätze behalten, so dass sich das Sesselrücken nicht zu sehr auf die Meisterschaft auswirken sollte.

Von der Pole startet Charles Pic, der beim ersten Rennen im Herbst noch ein paar Eingewöhnungsschwierigkeiten hatte. Position zwei konnte sich Oliver Turvey schnappen, dahinter lauert Meisterschaftsleader Davide Valsecchi, dem die Strecke (und der iSport Wagen) wohl liegen dürften. Jules Bianchi hat sich beim Debüt recht achtbar geschlagen, und startet von der vierten Position. Dahinter konnte sich Alexander Rossi platzieren – mal sehen, ob der nach einer etwas chaotischen IFM-Saison gelernt hat, seinen Speed auch im Rennen umzusetzen hätte sich Alexander Rossi platziert, wurde aber wegen eines nicht regelkonformen Autos disqualifiziert, und startet daher am Freitag von hinten. Christian Vietoris konnte noch nicht so ganz überzeugen und startet von P10 P9, was aber vielleicht eine gute Ausgangsposition für das Sprintrennen bedeuten könnte. IFM-Champ Fabio Leimer startet vom wenig versprechenden Platz 14 13.

Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Gemäß dem islamischen Wochenendes findet das Hauptrennen bereits am Freitag, und das Sprintrennen am Samstag statt. Eurosport 2 überträgt beides live und in diversen Wiederholungen (siehe TV-Planer).

January 04 2010

10:06

Formel-Serien: Auf wen man 2010 achten muss

Das neue Jahr hat begonnen, und am Horizont leuchtet dem Fan blass die kommende Motorsport-Saison entgegen. Für einige Nachwuchstalente wird 2010 über Wohl und Weh entscheiden.

Noch nie in der Motorsport-Geschichte gab es so viele hochklassige Nachwuchsserien wie heute. Darüber, was das für Zuseher, Motorsport-Business und Fahrer bedeutet, hat Don schon vor einiger Zeit hier geschrieben. Die Serienflut hat aber noch eine weitere Folge: Die Suche nach den echten Talenten gestaltet sich im Überfluss an Serien immer schwieriger, die Einschätzung der einzelnen Fahrer fällt auch sehr informierten Fans nicht mehr leicht. Einige Fahrer konnten 2009 aber doch deutlich aus der Menge heraus stechen – mit ihnen wird im kommenden Jahr sicher zu rechnen sein.

Die Meister

Bei aller Streuung der Talente in die verschiedenen Klassen: Wer eine der großen Formelserien für sich entscheiden kann, muss schon über eine Menge Talent verfügen. Da wären also:

GP2 – Nico Hülkenberg Es scheint fast ein bisschen merkwürdig, den jungen Deutschen in einer Vorschau auf die Juniorfahrer aufzuführen. Immerhin hat er das Ziel, dem alle anderen hinterher hecheln schon erreicht: Hülkenberg sitzt 2010 als Einsatzfahrer im Williams. Beim britischen Traditionsteam hält man große Stücke auf den “Mann aus Emmerich” (wie Norbert Ockenga zu sagen pflegt). Ist das Vertrauen auch gerechtfertigt? Man kann wohl davon ausgehen: Hülkenberg konnte immerhin gleich im ersten Antreten die A1GP-Serie, in der damals noch durchaus namhafte Fahrer unterwegs waren, für sich bzw. Deutschland entscheiden. In der F3-Euroserie musste er sich im ersten Jahr mit Grosjean und Buemi nur zwei Fahrern geschlagen geben, die mittlerweile auch schon eine F1-Chance erhalten haben (wenn auch mit gemischten Ergebnissen), im zweiten Jahr konnte er letzlich fast mühelos den Titel holen. In der GP2 Asia, in die er mitten in der Saison einstieg, konnte er ebenfalls auf Anhieb beeindrucken, und holte gleich beim ersten Einsatz eine Pole Position. In der GP2 war er mit Grosjean (in dessen zweiter Saison) meist gleich auf, nach dem Aufstieg des Franzosen aus Genf in die Formel 1 hatte die Konkurrenz keine Chance gegen Hülkenberg. Auf seine ersten Auftritte in der Königsklasse können wir also schon gespannt sein.

WSbR – Bertrand Baguette Die WSbR, die der Belgier in vergangenen Jahr im dritten Anlauf für sich entscheiden konnte, ist eine der Serien, die man etwas schlechter einschätzen kann. Experten sprechen gerne davon, dass die Serie auf dem gleichen Niveau sei, wie die GP2. Aufsteiger wie Robert Kubica oder Sebastian Vettel scheinen die Qualität der WSbR zu bestätigen. Trotzdem: Eine Serie, in der der Vizemeister Fairuz Fauzy heißt, muss sich (auch, wenn ich den Malyasier für einen eher unterschätzten Fahrer halte) Fragen zum Fahrerkader gefallen lassen, auch, wenn alle Fahrer bis Platz 5 (das sind außer den beiden noch Pic, Turvey und Walker) für sich in Anspruch nehmen können, einen aktiven Formel 1-Fahrer geschlagen zu haben: Jaime Alguersuari (Platz 6) nahm trotz F1-Engagements an allen Rennen 2009 teil. Mit der Einschätzung der Serie steht und fällt aber auch jene ihres Meisters: Zugute halten muss man Baguette, dass er nicht einfach nur Meister wurde, sondern gleich um die Hälfte mehr Punkte hatte als Vizemeister Fauzy (155 zu 98). Weniger für Baguette sprechen seine Platzierungen aus den vergangenen beiden Jahren: Die Plätze 17 (2007) und 7 (2008). In der Formel 1 scheint man trotzdem Interesse zu haben: Baguette war in letzter Zeit immer wieder als möglicher Sauber-Testfahrer im Gespräch.

Formel 3 Euroseries – Jules Bianchi In seiner ersten Saison 2008 musste sich der von Nicolas Todt gemanagte Franzose (das kann nun wirklich auch kein Nachteil sein) noch Nico Hülkenberg und Eduardo Mortara geschlagen geben, 2009 hat er den Meistertitel errungen. Auch sonst konnte Bianchi 2009 mächtig beeindrucken: Ferrari war von seinem Talent (und womöglich auch seinem politischen “Package”) so begeistert, dass man ihm nach Testfahrten Anfang Dezember in Jerez einen langfristigen (aber im Inhalt eher undefinierten) Fördervertrag anbot. 2010 wird Bianchi zwei Rennen der GP2 Asia für ART bestreiten, und dann für das Team auch die gesamte Europa-Saison fahren. Wenn es in der GP2 so gut läuft, wie viele glauben, wird man Bianchi wohl über kurz oder lang (eher kurz) auch in der Formel 1 fahren sehen.

Formel 3 GB – Daniel Ricciardo Mit der britischen Formel 3 ist es ein wenig so wie mit der WSbR: Man kann sie schwer einschätzen. So wie die WSbR verfügt die Britische F3 über einen exzellenten Ruf, anders als bei der WSbR konnten aber die Talente, die in den vergangenen Jahren in der F3 reüssierten nicht alle auch in höheren Serien beeindrucken. Vorjahresmeister Alguersuari tat sich in seinem ersten F1-Jahr noch merklich schwer. Der Vize des vergangenen Jahres, Brendon Hartley, der im Winter 2008/09 noch als zukünftiger Lenkradgott verkauft wurde, hatte 2009 ein eher charakterbildendes Jahr mit verstreuten Ensätzen in diversen Junior-Serien. Der Traum von der F1 ist für den Neuseeländer eher in die Ferne gerückt, als näher gekommen. Will sagen: Der Brendon Hartley des Winters 2009/10 könnte Daniel Ricciardo sein. Der Australier wird nach dem Meistertitel 2009 und seinen Junior-Day-Testeinsätzen für Red Bull von allen Seiten gelobt. Dass sein schärfster Konkurrent in der Britischen F3 aber Walter Grubmüller hieß, und dass sich Ricciardo gerne auch mal Teilzeitstartern wie Renger von der Zande oder Marcus Ericsson geschlagen geben musste, wird bisweilen vergessen. Dass auch Ricciardos Saison 2010 den Spuren von Hartley folgen wird ist damit natürlich noch lange nicht gesagt – seine Testzeiten in der Formel 1 waren wirklich sehr solide. Weiter beobachten sollte man seine Karriere 2010 allemal.

Formel 2 – Andy Soucek Eine Analyse der F2-Saison 2009 habe ich an anderer Stelle schon mal hier geschrieben. Dabei habe ich auch erwähnt, dass es an der Glaubwürdigkeit der neuen Serie nagt, dass sich Soucek trotz mäßiger Resultate in anderen Serien dort durchsetzen konnte. Das glaube ich weiterhin. Allerdings besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass Soucek sich über den vergangenen Winter plötzlich stark gebessert hat, bisher mit seinen Teams nicht gut bedient war, oder einfach mit dem F2-Wagen besonders gut zurecht kam. Auch seine Zeiten bei den F1-Junior-Testtagen waren nicht übel. Aber ob das reicht? Die Hoffnungen auf einen Platz bei Campos Meta in der Formel 1 scheinen sich (mangels Sponsoren) eher zerschlagen zu haben. Wohin will Soucek aber sonst? In der GP2 braucht er ebenfalls einiges an Geld und läuft außerdem Gefahr, sich seinen Ruf wieder zu zerstören. An einer zweiten Saison in der Formel 2 werden weder er, noch die Formel 2 interessiert sein, die sicher auch nicht den Eindruck erwecken will, zu einem Sammelbecken für alternde B-Talente zu werden. 2010 ist wohl in jedem Fall die Saison der letzten Hoffnung für Soucek – eine faire Chance hätte er aber verdient.

Formula Master – Fabio Leimer “International Formula Master”-Meister 2009 ist sicherlich nicht gerade der erstrebenwerteste Titel des vergangnen Jahres. Die Serie kämpfte über die ganze Saison mit schrumpfenden Fahrerfeldern, hohen Kosten – und einem mittelmäßigen Ruf. Kann die Meisterschaft 2009 unter diesem Voraussetzungen also viel wert sein? Wahrscheinlich nicht. Auf Fabio Leimer muss man im kommenden Jahr aber trotzdem achten: Das recht passable Auftreten des Schweizers (und des Seriendritten Josef Kral) bei deren erstem Einsatz in der GP2 Asia in Abu Dhabi legen nahe, dass man die Formula Master vielleicht doch ein wenig unterschätzt hat. Leimer wird auch die restliche GP2 Asia, und danach die GP2 Europa-Serie für Ocean Racing bestreiten. Das ist zwar nicht grade das GP2-Team, von dem aufstrebende Talente träumen. Am Ende des Jahres 2010 wird man aber trotzdem eine Ahnung haben, in welche Richtung Leimers Karriere geht.

Auf wen man sonst noch achten muss

GP2 Neben Hülkenberg konnten im vergangenen Jahr noch Petrov und di Grassi richtig überzeugen. Di Grassi wird im kommenden Jahr endlich bei Virgin in der Formel 1 zeigen können, was er wirklich drauf hat. Auch Petrov wurde immer wieder als Kandidat auf ein F1-Cockpit 2010 genannt, in den vergangenen Wochen ist es aber ein wenig still um die Karriere des Russen geworden. Der Sponsorenvertrag, den das neue “Renault”-Team mit dem russischen Mobilfunker Megafon abgeschlossen hat, könnte auf ein Engagement von Petrov  hindeuten. Ob als Test- oder vielleicht sogar Einsatzfahrer ist aber (wie die gesamte-Renault-Connection) völlig unklar. Wenn man die Sache mit den GP2-Fahrern, die es im kommenden Jahr zu beobachten gilt ganz genau nehmen will, dass muss man außerdem noch Kamui Kobayashi erwähnen, der zwar in der GP2 nicht über Platz 16 hinaus kam, aber trotzdem (wegen seiner guten Rennen in Brasilien und Abu Dhabi) im kommenden Jahr bei Sauber starten wird.

WSbR Auch in der WSbR gibt es einige Namen, die man im Hinterkopf behalten sollte: Fairuz Fauzy könnte (wenn er seine Form von 2009 noch etwas verbessern kann) vielleicht in absehbarer Zeit für Lotus F1 auch als Einsatzfahrer interessant werden, 2009 ist er dort als Testfahrer engagiert. Sonst noch zu beachten: Pic, Turvey, Walker, und vielleicht auch noch Chris van der Drift.

Formel 3 Euroseries Neben Bianchi muss man in der Formel 3 natürlich zuerst Germany’s Next GP2-Meister Christian Vietoris nennen, der eine recht brauchbare Saison hingelegt hat, aber auch noch über etwas Steigerungspotential verfügen sollte. Auch Mika Mäki (Platz 6) sollte man (anders als Red Bull, die ihn aus ihrem Juinor-Kader entfernt habe) noch nicht abschreiben – 2010 wird aber für ihn sicher eine Schicksalssaison. Dem Hamilton/Bianchi/Hülkenberg-Muster einer mittelmäßigen ersten Saison, die von einer tollen zweiten gefolgt wird, könnte derweil vielleicht Roberto Mehri folgen. Der junge Spanier konnte im vergangenen Jahr zwar vereinzelte Speed-Glanzpunkte setzen, ließ aber (noch?) aber recht deutlich die Konstanz über ein ganzes Rennen (geschweige denn ein Wochenende oder eine Saison) hinweg vermissen.

Formel 3 GB Hier nach weiteren Talenten zu suchen, fällt mir besonders schwer. Vize Walter Grubmüller konnte weder in den vergangenen Saisons besonders überzeugen, noch konnte er Meister Ricciardo ernstlich Paroli bieten (Punktestand: 275 zu 188). Für das kommende Jahr hat ihm sein Vater dem Vernehmen nach einen Platz in der WSbR gekauft – vielleicht kann er uns dort ja alle überraschen. Renger van der Zande konnte sich bei seinen sporadischen Einsätzen ganz gut verkaufen, ebenso Marcus Ericsson, der ja ebenfalls bei den F1-Junior-Testtagen zum Einsatz kam. Mal sehen…

Formel 2 Vizemeister Robert Wickens wurde (wie Mäki) nach der Saison 2009 aus dem Red Bull Juniorkader entfernt. Wie Mäki sollte man Wickens aber noch nicht ganz abschreiben. In einem Interview hat er vor einigen Wochen betont, dass er der einzige Noramerikaner sei, der für 2010 über eine Superlizenz verfügt – und das ist natürlich kein schlechtes Argument. Bisher scheint aber niemand angebissen zu haben. Die Saison 2010 wird wohl über die weitere Karriere des Kanadiers entscheiden. Ähnliches gilt (minus Nordamerikaner) für Mikhail Aleshin und (minus Nordamerikaner und Superlizenz) für Mirko Bortolotti. Der für Italien startende Spross einer Wiener Eissalon-Dynastie hat 2009 ein ähnliches Schicksal erlitten wie Brendon Hartley – seine Aktien sind nach gutem Winter 2008/09 eher ein wenig gesunken. Die kommende Saison wird auch er sich beweisen müssen – wenn er aber nur halb so gut fährt, wie seine Verwandten Eis machen (und manches spricht trotz mäßigem Jahr 2009 weiterhin dafür), dann sollte man auch 2010 auf den Jungen achten.

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