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September 14 2013

20:55

Super GT: Erster Saisonsieg für den Zent Cerumo SC430 in Fuji

Die Pechsträhne ist gebrochen: Am vergangenen Wochenende fuhren Yuji Tachikawa / Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) auf dem Fuji Speedway ihren ersten Saisonsieg ein. Mit der Rückmeldung im Meisterschaftskampf verwies das Lexus-Duo das Honda-Gespann Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi (Keihin HSV-010) sowie die Markenkollegen Daisuke Ito / Andrea Caldarelli (KeePer Tom’s SC430) auf die verbleibenden Podiumsplätze. In der GT300 obsiegten erstmals in diesem Jahr Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka (GSR Hatsunemiku BMW).

Super GT Fuji 2013 Starting GridVor der Saison sprach ich Yuji Tachikawa / Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) zu einen der Hauptfavoriten auf den diesjährigen Titelgewinn. Trotz des eigentlich vorhandenen Speeds wollten die Vize-Champions aus der vergangenen Saison aber nicht in Fahrt kommen. Zu viel Pech verfolgte das Lexus-Gespann; aussichtsreiche Rennen wurden durch unschuldige Missgeschicke weggeworfen. Die Bilanz: 23 Punkte nach fünf Rennen. In Malaysia, Sugo und auch beim vergangenen 1000km-Rennen in Suzuka blieben Tachikawa / Hirate punktlos. Besonders bitter dürfte der Ausfall in Sugo gewesen sein, als man auf Siegkurs in die kuriose Vier-Wagen-Karambolage kurz vor Schluss verwickelt war. Das etwaige Podium in Suzuka wurde hingegen durch die unglücklich gefallende Safety-Car-Phase vernichtet, als man unerlaubterweise in die Box kommen musste und letztlich mehrere Runden verlor. Mit drei Nullrunden in Folge schien die Meisterschaft in weiter Ferne. Doch wo sonst als auf Toyotas Haus- und Teststrecke am Fuße Fuji-san könne der Befreiungsschlag des roten Lexus gelingen?

GT500

Super GT Fuji 2013 GT500 StartYuji Tachikawa machte seinem Spitznamen „Fuji-Meister“ aller Ehren und stellte den Zent Cerumo SC430 mit 1:32.548 auf die Pole-Position. Am Sonntag folgte mit dem ersten Saisonsieg dann auch der langersehnte Befreiungsschlag aus der Misere der letzten Rennen. Einfach hatte es die Cerumo-Mannschaft jedoch nicht. Trotz einer sehr warmen Außentemperatur von 29 Grad zeigte sich die Gegend um das kleine Städtchen Oyama erneut von der regnerischen wie auch schwülen Seite. Der Freitag fiel bereits ins Wasser, und auch Sonntagfrüh entluden sich die Wolken über dem Fuji Speedway. Zwar war die Strecke bis zum Rennstart um 14 Uhr Ortszeit bereits wieder abgetrocknet. Alle Beteiligten waren sich jedoch einig, dass es während des Rennens noch mal nass werden würde. Die Frage war lediglich: Wann und wie stark?

Der Start verlief absolut reibungslos: Startfahrer Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) setzte sich gegenüber seinem Markenkollegen Andrea Caldarelli (KeePer Tom’s SC430) sowie den beiden Honda von Naoki Yamamoto (Weider HSV-010) und Takuya Izawa (Raybrig HSV-010) durch. Mit dem Reito Mola GT-R (Satoshi Motoyama / Yuhi Sekiguchi) tümmelte sich der erste Nissan erst auf Position Sieben. Die Startposition des Nissan-Duos war enttäuschend, da man mit 32kg Gewichs-Handicap nicht nur eines der leichtesten Fahrzeuge war, sondern auch weil Motoyama und Sekiguchi bei den offiziellen Testfahrten auf dem Fuji Speedway die Bestzeit markierten. Sugo und Suzuka, wenn auch aufgrund von Pech und eigenen Missgeschicken ohne die entsprechenden Ergebnisse, bildeten einen Aufwärtstrend für das Team dar. In Fuji schien man für anderen Bedingungen nicht das entsprechende Setup gefunden zu haben. Im Rennen sollte es, bis zu einem Fehltritt alSuper GT Fuji 2013 Zent Cerumo SC430lerdings etwas besser laufen.

Kohei Hirate wollte nichts dem Zufall überlassen und trat gleich von der ersten Rennsekunde die Flucht nach vorne an. Bereits im zweiten Umlauf brannte er mit 1:34.633 die schnellste Rennrunde in den Asphalt und verschaffte sich so einen kleinen Puffer gegenüber dem KeePer Tom’s SC430. Dahinter hatte Suzuka-Sieger Naoki Yamamoto sichtlich Mühe den Speed der beiden Lexus zu gehen. Stattdessen musste er sich gegen seinen Markenkollegen Takuya Izawa wehren. Von dem Duell profitieren James Rossiter (Petronas Tom’s SC430) sowie Yuji Kunimoto (Eneos Sustina SC430) wie auch Yuhi Sekugichi (Reito Mola GT-R), die auf die beiden Honda sofort aufschlossen. In der neunten Runde zog Takuya Izawa letztlich klassisch aus dem Windschatten heraus an Naoki Yamamoto vorbei, dessen Pace wohl stark von den 80kg-Zusatzgewichten beeinflusst wurde. Noch in der gleichen Runde nutzte James Rossiter den GT300-Überrundungsvekehr aus, um ebenfalls am Weider-Honda vorbeizugehen. Bereits einen Umlauf später zogen auch der Reito Mola GT-R wie auch der Eneos Sustina SC430 in einem absolut sehenswerten 3-wide-Manöver am mit stumpfen Waffen kämpfenden Yamamoto vorbei. Bis zur 13. Runde sollte der Weider Modulo HSV-010 bis auf den zehnten Platz abrutschen.

Als sich das Rennen nach der turbulenten Anfangsphase in einen Rhythmus fuhr, sorgte der Abflug von Ryo Michigami (Epson HSV-010) in der 20. Runde für eine Schrecksekunde. Über die Zielgerade donnernd platzte Michigami der rechte Hinterreifen, wodurch er die Kontrolle über seinen Honda verlor und mit der Fahrerseite in die innere Streckenbegrenzung knallte. Erinnerungen an den fürchterlichen Unfall von Tim Bergmeister im letzten Jahr wurden wach. Anders als 2012 platzte Michigamis Dunlop-Reifen allerdings effektvoll, wodurch er den Wagen noch ein paar Meter gerade halten und somit ein bisschen an Geschwindigkeit abbauen konnte. Der Aufprall selbst geschah wenige Meter nach der Bergmeister-Stelle und war, insbesondere auch wegen des günstigeren Winkels, weniger schlimm als jener des deutschen Porsche-Piloten. Ryo Michigami konnte aus eigener Kraft aussteigen und blieb glücklicherweise unverletzt. Aufgrund der Bergung des Fahrzeuges sowie den vielen Karosserie und Reifenteilen (die allesamt von der eigentlichen „Reifenexplosion“ stammten) entschloss sich die Rennleitung folgerichtig das Safety-Car auf die Strecke zu schicken.

Super GT Fuji 2013 KeePer Tom's SC430„Nicht schon wieder!“, erklärte Yuji Tachikawa im Sieger-Interview. In dem Moment gingen Tachikawa wohl die Erinnerungen aus Suzuka durch den Kopf, als man auf Podiumskurs liegend von der unglücklich gefallenen Safety-Car-Phase getroffen wurde und unerlaubterweise zum Service in die geschlossene Boxengasse kam. Die Regel in der Super GT besagt nämlich, dass während der Safety-Car-Phase erst dann ein Boxenstopp ausgeführt werden darf, wenn das Feld auf der Start- und Zielgeraden sortiert wurde. Am vergangenen Wochenende hielten sich alle Teams an diese Regel. Der Abstand des Zent Cerumo SC430 war dennoch dahin. Die Gelbphase sorgte für einiges an Bewegung im Klassement. Kondo Racing pokerte auf Regen und entschloss sich ihren D’station Advan GT-R (Hironobu Yasuda / Michael Krumm) draußen zu lassen, während die restlichen Boliden zum Service abbogen. Dort erledigte Mola den schnellsten Stopp (nahezu alle wechselten lediglich zwei Reifen) und schob den Reito Mola GT-R mit dem nun am Steuer sitzenden Satoshi Motoyama vor den Zent Cerumo SC430. Ebenfalls einen flinken Stopp erledigte die Mannschaft des Keihin HSV-010 (Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi), wodurch Tsukakoshi auf Rang Vier gespült wurde.

Da sich einige GT300-Teams nicht zum Stopp entschlossen, war trotz der ursprünglichen Sortierung das vordere Feld bunt gemischt. Hironobu Yasuda konnte deshalb ungefährdet mit bereits einigen Sekunden Vorsprung starten, während Motoyama, Tachikawa sowie Tsukakoshi erst wenige Sekunden später zusammen mit der GT300-Spitzengruppe im 24. Umlauf aufs Gaspedal drückten. Yuji Tachkiawa versuchte dies zu seinem Vorteil zu nutzen, verlor beim angesetzten Überholmanöver allerdings am Exe Aston Martin (Masaki Kano / Hideto Yasuoka) aus der GT300 an Schwung, wodurch er von Koudai Tsukakoshi sowie Andrea Caldarelli (KeePer Tom’s SC430) aufgeschlupft und zunächst auf Platz Fünf verdrängt wurde. Pech direkt nach der Gelbphase hatte der Raybrig HSV-010, der aufgrund eines Kühlerschadens rückwärts in die Box geschoben wurde. Probleme gab es auch bei Kazuki Nakajima (Petronas Tom’s SC430), als dieser kurz nach dem Neustart von Markenkollege Juichi Wakisaka (Denso Kobelco SC430) getroffen und umgedreht wurde. Letzterer bekam hierfür eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt. Einen weiteren Ausfall gab es im 36. Umlauf zu vermelden, nachdem sich Seiji Ara (WedsSport Advan SC430) bei einer Kollision mit einem GT300-Boliden die linke Vorderradaufhängung brach.Super GT Fuji 2013 Keihin HSV-010

Der Poker von Kondo Racing schien zunächst aufzugehen, als in Runde 31 tatsächlich einige wenige Regentropfen vom Himmel fielen. Ein Blick auf die Rundenzeiten, die rund zwei bis vier Sekunden langsamer als die direkte Konkurrenz waren, offenbarten jedoch, dass die gewagte Strategie nur dann aufgehen würde, wenn es auch in wenigen Minuten stärker anfangen würde zu regnen. Der große Regen blieb allerdings aus, stattdessen konnten die Fahrer auf der nun leicht rutschigen Fahrbahn weiterhin mit dem Slick-Reifen hantieren. Dies nutzte insbesondere Yuji Tachikawa zu seinem Vorteil, als er in Runde 35 an Andrea Caldarelli im KeePer Tom’s SC430 vorbeizog und die Verfolgung von Koudai Tsukakoshi aufnahm. Zwei Runden später bat die Rennleitung Satoshi Motoyama (Reito Mola GT-R) zur Durchfahrtsstrafe, weil dieser beim Neustart zu früh beschleunigt hatte. Dadurch fiel der Japaner auf den zehnten Rang zurück, konnte sich in einem absolut sehenswerten Schlussspurt noch bis auf den siebten Platz nach vorne arbeiten. Besonders eindrucksvoll war Motoyamas Duell gegen Masataka Yanagida (Motul Autech GT-R), in dem beide durch mehrere Kurven nebeneinander fuhren.

Bei nun wieder abtrockender Strecke schrumpfte Hironobu Yasudas Vorsprung rundenweise um mehrere Sekunden. Als der Keihin HSV-010 sowie der Zent Cerumo SC430 letztlich im Rückspiegel des D’station Advan GT-R auftauchten, entschloss sich Kondo Racing ihren Schützling im 42. Umlauf zum Boxenstopp reinzuholen. Just als Yasuda abbog, versuchte Tsukakoshi rechts am Nissan vorbeizugehen, zog in letzter Sekunde aber noch mal zurück, um eine mögliche Kollision zu vermeiden. Dies nutzte wiederum Yuji Tachikawa aus und zog auf der Zielgeraden direkt neben Tsukakoshis Honda, der durch das vorangegangene Manöver etwas an Schwung verlor und dem mit einer besseren Höchstgeschwindigkeit ausgelegten Lexus nichts entgegensetzen konnte. Dadurch übernahm der Zent Cerumo SC430 erneut die Führung. Tsukakoshi ließ sich allerdings nicht abschütteln und blieb direkt am roten Lexus dran. Als in Runde 49 es erneut leicht zu regnen abfing, umrundeten beide Fahrer den Fuji Speedway mit einem Abstand von lediglich 0,8 Sekunden. Trotz der anfänglichen Attacken Tsukakoshis behielt Yuji Tachikawa die Ruhe, erhöhte in den letzten Runden den Abstand auf 2,8 Sekunden und überquerte letztlich als Erster die Ziellinie. Für Lexus war es nach dem Premierensieg von Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430), ebenfalls auf dem Fuji Speedway, der zweite Sieg in dieser Saison.

Für Kohei Hirate, der in das RennSuper GT Fuji 2013 Zent Cerumo SC430 2en mit der Einstellung ging, dass man schließlich nichts zu verlieren hätte, war es der fünfte GT500-Sieg. Für seinen Teamkollegen Yuji Tachikawa war es hingegen der nunmehr 15. Erfolg, wodurch er in der Statistik der meisten GT500-Siege mit Satoshi Motoyama gleichzog. Das Pech sowie der Frust der letzten Rennen schien bei der Champagnerdusche auf dem Podium wie vergessen. Der sechste Saisonlauf auf dem Fuji Speedway war die letzte, minimale Chance für die Cerumo-Mannschaft, um doch noch eine Chance auf die Meisterschaft zu haben. Diese wusste man zu nutzen, wohl auch durch das geringe Gewichts-Handicap von 46kg. Dass dies aber kein automatischer Garant für den Erfolg ist, bewiesen erneut Satoshi Motoyama / Yuhi Sekiguchi im Reito Mola GT-R (32kg Gewichts-Handicap). Nach einer leicht verkorksten Qualifikation (P7) arbeitete man sich im Rennen sowie durch die hervorragende Leistung der eigenen Crew beim Boxenstopp nach vorne, patzten anschließend aber erneut mit einem Frühstart Motoyamas nach der Gelbphase. Statt einem möglichen Podium oder gar Sieg blieb am Ende lediglich der siebte Gesamtrang. Eigene Missgeschicke (Unfall in Sugo) sowie Pech (SC-Phase in Suzuka) hangelten sich auch für Team Mola durch die letzten Rennen. Und anders als Tachikawa / Hirate gelang es  Motoyama / Sekiguchi nicht, sich am Fuße des bekanntesten Wahrzeichens Japans aus dieser Misere zu befreien. Am Ende bleibt somit lediglich erneut die Bestätigung, dass der Speed vorhanden ist, der letzte Schritt bei der Umsetzung der Ergebnisse aber noch immer fehlt.

Überhaupt war Nissan, abgesehen von der Poker-Strategie des D’station Advan GT-R sowie dem Reito Mola GT-R, am vergangenen Wochenende im Nirgendwo. Hauptschuldiger hierfür dürften die hohen Zusatzgewichte von Masataka Yanagida / Ronnie Quinatrelli (Motul Autrech GT-R, 84kg) sowie Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira (Calsonic Impul GT-R, 82kg) gewesen sein. Anders als die Champions aus den vergangenen zwei Jahren kämpften sich Matsuda / Oliveira trotz der vierzehnten Startposition im Rennen bis auf den sechsten Rang nach vorne. Sichtlich glücklich lobte deshalb der Brasilianer Joao Paulo de Oliveira die Leistung des gesamten Teams, deren Aufholjagd von den Kameras leider nahezu undokumentiert blieb. Ebenfalls unbeobachtet war die Jagd von Frédéric Makowiecki, der nach der Safety-Car-Phase den Weider Modulo HSV-010 von seinem Teamkollegen übernahm und trotz des ersten, schlechten Stints den Honda mit einer starken Leistung auf den Platz Fünf pilotierte. Auch Yamamoto / Makowiecki hatten in Fuji mit ganzen 80 zusätzlichen Kilogrammen zu kämpfen. Der fünfte Platz bedeutet für die Suzuka-Sieger gleichzeitig die geteilte Führung in der Meisterschaft (46 Punkte) mit Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira. Gerade einmal zwei Punkte dahinter auf Position Drei befinde sich nun Masataka Yanagida / Ronnie Quintarelli. Mit ihrem ersten Saisonsieg schoben sich Yuji Tachikawa / Kohei Hirate mit nun 43 Zählern auf den vierten Rang, lediglich zwei Punkte vor Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi. Mit dem Ausfall fielen die einstigen Tabellenführer Takuya Izawa / Takashi Kogure auf den siebten Tabellenrang, den sie sich punktgleich mit Juichi Wakisaka / Hiroaki Ishiura teilen. Neue Sechstplatzierte sind nach dem Bronzerang in Fuji derweil Daisuke Ito / Andrea Caldarelli (40 Punkte).

Super GT Fuji 2013 GT500 PodiumMathematisch gesehen haben in den letzten beiden Saisonrennen noch zwölf Teams die Chance auf den GT500-Titel. Realistisch gesehen sollte die Entscheidung jedoch unter den Top-7 respektive Top-8 fallen. Die geringen Punkteabstände versprechen für die letzten beiden Saisonrennen in Autopolis sowie am Twin Ring Motegi sehr viel an Spannung. Für die vorletzte Station wird das Gewichts-Handicap aller Fahrzeuge an den jeweiligen Punktestand angepasst (in den restlichen Saisonrennen entsprechen die Zusatzgewichte dem doppelten des jeweiligen Punktestandes); fürs Finale werden die Zusatzkilos sogar ganz heraus genommen.

July 13 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 3 Fuji

Die Regenzeit ist vorbei und der schwüle Hochsommer hat Japan fest im Griff. Mensch und Maschine werden somit beim dritten Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Fuji Speedway gefordert werden. Bereits im Vorfeld hat der erste Shakedown des neuen SF14-Boliden für kommendes Jahr für Aufsehen gesorgt.

Super Formula Fuji 2011 Kazuki NakajimaDer japanische Hochsommer ist schwül, erstickend, erdrückend und einfach nur heiß. Temperaturen um die 30-39 Grad sind Alltag. So heiß und unerträglich es manchmal aber auch sein mag, der japanische Sommer bringt auch viele schöne Bilder. Beispielsweise die gern gesehenen Feuerwerke, oder aber die vielen größeren sowie kleineren Sommerfeste in den Städten, zu denen so manche Japanerin auch gerne einen modischen Yukata anzieht. Es hilft bei der Ablenkung und gleichzeitigen Abkühlung von der Hitze. Für die Räumlichkeiten, etwa bei der Arbeit oder gar zu Hause, zählt eine Klimaanlage aber noch immer zu den wichtigsten Überlebensutensilien des japanischen Sommers. Diese fehlt den Piloten der Super Formula selbstredend, wenn auch die Frischluftzufuhr bei einem Monoposti ohne dem fehlenden Dach immerhin ein bisschen gewährleistet ist.

Über 30 Grad waren es auch am MittSuper Formula SF14 Fuji Shakedownwoch, als die Super Formula erstmals den neuen Wagen von Dallara für nächstes Jahr vorstellte. Jeweils ein Modell des SF14 mit Toyota und Honda Motoren standen zum Premieren-Shakedown bereit. Die Ehre der beiden ersten Testfahrer erhielten der letztjährige Champion Kazuki Nakajima (Toyota) sowie Vizemeister Takuya Izawa (Honda). Der Shakedown war für die Fans öffentlich zugänglich, weshalb sich ein paar auf der Haupttribüne des Fuji Speedway versammelten, um die ersten Runden von Nakajima und Izawa im neuen SF14 zu bewundern. Der erste Eindruck war durchaus positiv, auch wenn sich beide erst an das Fahrverhalten des neuen Boliden gewöhnen mussten. Grund hierfür sind vor allem die neuen 2,0l 4-Zylinder Reihen-Turbo-Motoren, die ab der kommenden Saison zum Einsatz kommen werden. Das Beschleunigungsverhalten sei laut Takuya Izawa beispielsweise komplett anderes. Ganz frei von Problemen war der Shakedown nicht: Am Mittwochvormittag konnte zunächst nur Nakajima die ersten Runden drehen, bei denen er zweimal aufgrund von Elektronik- und Getriebeproblemen stehenblieb. Die ersten Kinderkrankheiten wurden allerdings zum Nachmittag hin ausgebessert, wodurch beide Fahrer genügend Runden abspulten. Zwar spielen Zeiten bei einem Shakedown keine große Rolle, dennoch bestätigte Kazuki Nakajima am Donnerstag mit 1:24.778 (Top-Speed 304.397 km/h), dass der neue Bolide von Dallara schneller als das Vorgängermodell von Swift Engineering ist. Zum Vergleich: 2012 fuhr Nakajima in Fuji im Qualifying mit 1:25.907 die schnellste Rundenzeit.

Es war der Wunsch der JRP (Japan Race Promotion) an Dallara, den Wagen flinker und schneller zu machen. Hierfür wurde unter anderem das Gewicht um ganze 60kg auf 650kg reduziert. Auffallend sind der aggressive Heckflügel sowie die kleine Finne. Interessantes Detail am Rande: Tsugio Matsuda, der die Testfahren am Donnerstag besucht hatte, fiel auf, dass ein paar Runden ohne den oberen Flap des Heckflügels getätigt wurden. Der SF14 besitzt eine Gesamtlänge von 5268mm sowie eine Breite von 1900mm respektive eine Höhe von 950mm. Der Radstand beträgt 3165mm. Die Bremsen sind wie auch beim aktuellen Wagen aus Carbon; das Getriebe ist ein 6-Gang-Schaltwhippen-System von Ricardo und Zytek. Der Motor für das eigens von Toyota und Honda entwickelte System-E, ein KERS-ähnliches Hybrid-System, welches in der Zukunft unter anderem den derzeitigen Overtake-Button ersetzen soll, beim Shakedown aber noch nicht montiert war, wird im übrigen ebenfalls von Zytek entwickelt. Auch 2014 werden die Einheitsreifen von Bridgestone verwendet werden. Dallara entwickelte den Wagen entsprechend der FIA-Sicherheitsrichtlinien aus dem Jahr 2010. Wie bereits erwähnt werden ab dem kommenden Jahr 2,0l 4-Zylinder Turbo-Reihen-Motoren von Toyota und Honda in der Super Formula zum Einsatz kommen. Dies entspricht dem gleichen Motorenreglement, welches auch die Super GT ab 2014 nutzen wird. Die Aggregate besitzen eine Direkteinspritzung und liefern eine Leistung von 550 PS und 2000cc. Das Gesamtgewicht beträgt 85kg. Offizielles Videomaterial gibt es seitens der JRP leider noch nicht. Die japanischen Kollegen von AutoSport Web haben jedoch ein kleines Video in der Boxengasse aufgenommen, in dem man auch einen ersten Eindruck vom Sound der neuen Turbo-Aggregate erhält.

Wie bereits häufiger erwähnt, ist der aktuelle Super-Formula-Bolide der nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübscheste Formel-Wagen. Einen Schönheitspreis wird der SF14 von Dallara sicherlich nicht bekommen. Hässlich ist das neue „Baby“ der Super Formula allerdings auch nicht geworden. Bereits während der Konzeptphase hatte Dallara ihre Erfahrungen in der GP2, Formel 3 oder IndyCar nicht verschwiegen. Entsprechend ist das Resultat: Eine Mischung aus GP2 sowie des derzeitigen Super-Formula-Wagens von Swift Engineering. So Einzigartig wie der FN09 ist der SF14 gewiss nicht. Doch das ist wohl auch das Einzige, was ich persönlich an Dallaras Kreation zu kritisieren habe. Sollte der Wagen allerdings das halten, was die Italiener versprechen, dann sind dies Kritikpunkte, mit denen ich mehr als gut leben kann. Um alle etwaigen Kinderkrankheiten und dergleichen zu beseitigen, wird die JRP und Dallara den Wagen in den kommenden Monaten weiterhin ausführlich testen. Die Termine hierfür sind: Twin Ring Motegi (31.07-01.08.13), Suzuka Circuit (11.09-12.09.13), Sportsland Sugo (30.09-01.10.13), Suzuka Circuit (07.11-08.11.13). Über Neuigkeiten von den Testfahrten werde ich selbstverständlich in den entsprechenden Artikeln berichten.

Bei all dem Wirbel um den neuen Wagen darf natürlich nicht vergessen werden, dass an diesem Wochenende der dritte Saisonlauf am Fuße des Fuji stattfindet. Wer meine Berichterstattung über die beiden wichtigsten und größten japanischen Rennserien Super GT sowie Super Formula verfolgt, dürfte mit der direkt am bekanntesten Wahrzeichen Nippons gelegenen Haus- und Teststrecke von Totoyta vertraut sein. Dennoch die an dieser Stelle obligatorische Streckenvorstellung.

Super Formula Fuji 2012 Loic DuvalDer Fuji Speedway ist durch die Formel 1 in den 70er Jahren, insbesondere aber durch die beiden Grand Prix in den Jahren 2007 und 2008, bekannt. Der Kurs wurde extra für die Rückkehr der Königsklasse von Herman Tielke umgebaut und an die Sicherheitsstandards angepasst. Im Gegensatz zu anderen Strecken, hat er die Strecke mit der längsten Geraden (1,5km) im kompletten Super-Formula-Kalender aber nicht „vertielkt“, wenn auch die Abstinenz einiger Kiesbetten sowie die nahezu fast vollständige Eliminierung des „Bankings“ in einigen Bereichen der Strecke sehr bedauerlich ist. Der Kurs selbst liegt in der Shizuoka-Präfektur, nahe des kleinen Städtchens Oyama und nicht weit von der Großstadt Fuji-chi (übersetzt einfach nur Fuji oder Fuji City) direkt am Fuße des Fuji-san, sprich man hat nicht nur von der Rennstrecke einen malerischen Blick auf das bekannteste Naturwahrzeichen des Landes. Doch wie artikuliert man eigentlich denn Ort des Geschehens? Ich habe im letzten Jahr, auch im Rahmen der WEC, auf einer deutschen Sportwagen-Seite häufiger vom Rennen „in Oyama […]“ gelesen. Dass kann verwirren, wie ich anhand von einigen Kommentaren sah, die sich verwundert darüber äußerten, lediglich Okayama zu kennen. Fährt man denn nun in Fuji, oder in Oyama? Oyama als Austragungsort respektive Austragungsstadt zu wählen ist irreführend, auch wenn das kleine Städtchen nur wenige Autominuten vom Fuji Speedway entfernt liegt. In Japan selbst spricht man lediglich vom Rennen „in Fuji“, was letztlich wohl auch die richtige Wortwahl ist. Oyama ist relativ unbekannt, weshalb von denen in der Umgebung liegenden Städten die Großstadt Fuji-shi, von der man ebenfalls einen wunderschönen Blick auf den Fuji-san hat, am ehesten nennt. Oyama selbst taucht bei einem Blick in die Wikipedia sowie in die Postanschrift des Fuji Speedway auf. Die Japaner lieben es zudem, Wörter abzukürzen, oder neue Komposita als Abkürzung zweier Wörter zu bilden. Der Fuji selbst gilt bei den Japanern als heiliger Ort. Und weil der Kurs direkt am Fuße dieses heiligen Ortes liegt, wird entweder vom Rennen auf dem Fuji Speedway, oder in der Abkürzung vom Rennen in Fuji gesprochen. Denn letztlich betrachtet man den Kurs als Teil eines Ganzen, als Teil von Fuji. Als Teil von Stadt (Fuji-shi), Land (Fuji-san, der heilige Berg, der gleichzeitig auch ein Vulkan ist, aber auch als Teil der über den Ortschaften stehenden Shizuoka-Präfektur) sowie Fluss (Fujikawa, der Fluss von der Präfektur Yamanashi bis nach Shizuoka fließt). Kompliziert? Vielleicht. Unnötig in der Erklärung? Bleibt jedem selbst überlassen. Wikipedia-Recherche/-Forschung/-Wissen ist halt schneller…

Die Strecke hat nach der Neueröffnung im Jahr 2005 eine Gesamtlänge von 4.563 km und insgesamt 16 Kurven. Nicht alle dieser Kurven tragen hingegen einen Namen. Nicht nur aufgrund der langen Start- und Zielgeraden, auf der Spitzengeschwindigkeiten von rund 300 km/h erreicht werden, gilt der Kurs als flink. Die Strecke beinhaltet zum Ende hin auch einige mittelschnelle und langsame Kurven. Die Super Formula fährt die auch von der Super GT genutzten Variante, sprich mit der S-Kurve nach der Dunlop-Kurve. Aufgrund fehelendem Super-Formula-Onboard-Material Im folgendem eine Onboard-Runde aus der Super GT mit André Lotterer aus dem Jahr 2009:

Die Höchstgeschwindigkeit ist einer der Schlüssel zum Erfolg in Fuji. Den Toyota-Aggregaten wird deshalb ein kleiner Vorteil gegenüber den Honda-Motoren nachgesagt. Tatsächlich waren seit 2010  lediglich Toyota-Maschinen siegreich. Der Dominator der letzten Jahre war dabei André Lotterer, der nach seinen Siegen in 2011 sowie 2012 in diesem Jahr nach dem Hattrick greift. Die Chancen des Duisburgers stehen gut. Seine gute Form bewies er unter anderem beim letzten Lauf in Autopolis Anfang Juni, als er bei schwierigen Bedingungen den mit einer besseren Strategie unterwegs gewesenen Loic Duval überrumpelte und sich nach der Pole-Position so auch den Rennsieg sicherte. Lotterers Stärke war deshalb überraschend, da er, wie auch Duval, den Saisonstart in Suzuka aufgrund des Audi-Engagements in der WEC auslassen musste. Im letzten Jahr war Lotterer zudem beim nicht zur Meisterschaft gehörenden JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup siegreich, wurde am Ende aber nachträglich aufgrund eines zu schmalen Unterbodens disqualifiziert. Den Sieg erbte damals Takuya Izawa, der auch den Auftakt zur diesjährigen Saison in Suzuka gewann.

Super Formula Suzuka 2013 Tsugio Matsuda 2In Autopolis lief es für den Dandelion-Fahrer hingegen nicht sonderlich gut. Mit den schwierigen halbnassen sowie nebeligen Bedingungen kämpfend, fand sein Rennen ein frühes Ende, als Titelverteidiger Kazuki Nakajima in einem etwas unüberlegten Manöver nicht nur ihn, sondern in einer Kettenreaktion auch sich selbst sowie unter anderem Takashi Kogure aus dem Rennen nahm. Der Unfall hatte einen direkten Einfluss auf die Meisterschaft, denn sowohl der zu diesem Zeitpunkt Tabellen-führende Takuya Izawa sowie der dritte der Meisterschaft, Takashi Kogure, gingen in Autopolis leer aus. Dadurch entstand das Kuriosum, dass derzeit Tsugio Matsuda (12 Punkte) mit seinem zweiten Platz in Suzuka sowie einem fünften Rang in Autopolis die Meisterschaft anführt. Einen Punkt dahinter befindet sich nach dem perfekten Autopolis-Wochenende bereits André Lotterer. Der Deutsche dürfte allerdings nur sehr unwahrscheinliche Chancen auf den Titel haben. Denn neben dem verpassten Saisonstart wird er, wie auch Loic Duval, den Saisonabschluss in Suzuka aufgrund ihres WEC-Engagements auslassen müssen. Da das Finale wie auch im letzten Jahr bekanntlich aus zwei Sprintrennen besteht, gehen beiden somit viele wertvolle Meisterschaftspunkte verloren. Punktgleich mit Lotterer auf Rang 3 und 4 befindet sich derzeit Takuya Izawa und Naoki Yamamoto. Letzterer ist mit dem vierten Platz in Suzuka sowie dem Bronzerang in Autopolis deutlich besser als noch letztes Jahr in die Saison gestartet. Einen etwas suboptimalen Saisonstart hatten hingegen Joao Paulo de Oliveira (Position 6 mit 6 Punkten) sowie Kazuki Nakajima (Platz 8 mit 3 Punkten). Insbesondere Nakjima hat einen Sieg auf dem Fuji Speedway bitter nötig, um nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Sollte der ehemalige Formel-1-Pilot zu seiner alten Form zurückfinden, zählt er zusammen mit seinem Teamkollegen Lotterer, mit er sich im letzten Jahr auf Slick-Reifen ein sehenswertes und stets faires Duell auf dem halb-nassen, halb-trockenen Fuji Speedway lieferte, sowie Joao Paulo de Oliviera, Tsugio Matsuda, Takuya Izawa und Loic Duval zu den Hauptfavoriten auf den Sieg am Sonntag. Letzterer gewann auf Toyotas Haus- und Teststrecke übrigens zuletzt im Jahr 2009.Super Formula Fuji 2012 Yuji Kunimoto

Zu den schwarzen Schafen gehört unter anderem Takashi Kogure. Dem Nakajima-Racing-Piloten wäre ohne die technischen Probleme beim Saisonauftakt in Suzuka fast die Sensation geglückt, weshalb auf ihn ein besonderes Auge geworfen werden muss. Kogure wirkt in diesem Jahr wie ausgewechselt, weshalb er trotz des Nullers in Autopolis nach wie vor zu den Geheimfavoriten auf den Titel zählt. Für zumindest einen Podestplatz dürfte auch Naoki Yamamoto gut sein, der das Momentum aus dem vierten Platz aus Suzuka sowie dem dritten Rang in Autopolis nach Fuji mitnimmt. Ebenfalls im Auge behalten muss man Ryo Hirakawa. Der von den japanischen Medien schon als neues Supertalent gefeierte Rookie beendete die ersten beiden Rennen auf dem achten respektive siebten Platz. Er fiel nicht nur bei den offiziellen Testfahrten zu Beginn des Jahres positiv auf, sondern pilotiert auch jenen Wagen, mit dem Kazuya Oshima im vergangenen Jahr in Fuji Dritter wurde. Mit Mischbedingungen wie 2012 ist in diesem Jahr bei über sehr schwülen 32 Grad Außentemperatur hingegen nicht zu rechnen – laut aktueller Wetterprognose gibt es nur sehr minimale Chancen auf vereinzelte, kleinere Regenschauer. Insgesamt 55 Runden (250.965km) stehen auf dem Programm.

TV-Zeiten Fuji

An der aktuellen TV-Situation hat sich selbstredend nichts verändert. Wer das Rennen sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet zurückgreifen. J Sports 3 überträgt am Sonntagmorgen ab 7 Uhr deutscher Zeit live. Der Rennstart erfolgt bereits 15 Minuten später um 7:15 Uhr.

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July 21 2012

18:29

Formula Nippon: Lotterer gewinnt im Regen von Fuji

Es war nicht nur das mit Abstand beste Formula-Nippon-Rennen der diesjährigen Saison, sondern auch eines der besten Rennen des amtierenden Meisters André Lotterer. Unter schwierigen Mischbedingungen gewann der Duisburger am vergangenen Sonntag von Startplatz 8 kommend sein zweites Saison- und damit sein insgesamt viertes Karriererennen auf dem Fuji International Speedway. Fast hätte es allerdings einen Überraschungssieger gegeben.

Vereinzelte Regenschauer waren für das Rennwochenende in Fuji in der Shizuoka-Präfektur angekündigt – und die japanische Regensaison hat erneut nicht enttäuscht. Passend zum ersten Qualifikations-Segment hatte sich erneut der Himmel über der Rennstrecke am Fuße des Fuji-san geöffnet. Die wenigen Tropfen sorgten dafür, dass Takuya Izawa sich Eingangs der Start- und Zielgeraden drehte und seinen Boliden abstellen musste. Das Ende vom Lied: Der 18. und letzte Startplatz. Ein Kuriosum in Q2: Auf Platz 9 schaffte André Lotterer nicht den Sprung ins dritte Segment.

Sichtlich frustriert und überrascht, rätselte der Deutsche über eine urplötzliche schlechte Balance des Wagens, obwohl er zuvor in Q1 wie auch im ersten Freien Training noch die beste respektive die zweitschnellste Zeit fuhr. Über Twitter munkelte er etwas deplatziert formuliert über einen schlechten Reifensatz, nahm diese Aussage im Anschluss aber wieder unkommentiert zurück. Nach dem mysteriösen Aufhängungsschaden in Sugo das zweite Mysterium, das bei den Tom’s-Mechanikern wohl für einige Stirnfalten sorgen dürfte. Lotterer startete dann letztlich doch noch von Position 8, weil Kohei Hirate aufgrund des irregulären Überfahrens der weißen Boxenausfahrtslinie um drei Plätze nach hinten versetzt wurde. Nachdem sich erneut die Regenwolken über dem Fuji Speedway zu Beginn des dritten Qualifikationssegments verdichtete, entschloss sich Kazuki Nakajima zum einzig richtigen: Sofort eine schnelle Runde setzen. Seine Einsatzbereitschaft ging auf, denn die Pole-Zeit von 1:36.694 konnte keiner der Konkurrenten bei einer immer nasser werdenden Strecke mehr schlagen. Mit ihm in Startreihe eins gesellte sich erfreulicherweise Kazuya Oshima (1:38.674); der zu diesem Zeitpunkt noch Meisterschaftsführende Koudai Tsukakoshi (1:40.034) sowie Yuji Kunimoto (1:40.252) und Tsugio Matsuda (1:40.495) rundeten die Top 5 ab. Matsuda war damit schneller als sein Impul-Kollege Joao Paulo de Oliveira, der auf P6 direkt hinter ihm ins Rennen ging.

Bereits am Sonntagmorgen begrüßte der Himmel über Fuji die Fahrer mit starken Winden und erneutem Regen. Unter diesen Bedingungen fuhr André Lotterer vor Tsugio Matsuda im zweiten Freien Training die schnellste Runde. Zum Rennstart um 14 Uhr Ortszeit war es zwar trocken, in den höheren Lagen der hügeligen Landschaft war allerdings eine kleine Nebelbildung zu beobachten. Und wie hätte es auch nicht anders sein sollen, fing es wenige Sekunden nach der Pre-Race-Zeremonie mitsamt Nationalhymne zu tröpfeln an, allerdings nicht so stark und vor allem auch nicht über die ganze Strecke verteilt, dass die Rennleitung das Rennen zum Wet Race hätte deklarieren müssen. Außerhalb der Top 10 auf P12 startend entschied sich lediglich Hironobu Yasuda zu einem gewagten Poker. In letzter Sekunde ließ der Kondo-Racing-Fahrer sich Regenreifen von seinen Mechanikern aufziehen, in der Hoffnung auf eine höhere Intensität des Regens. Bereits in der Einführungsrunde war aufgrund der noch sehr geringen Feuchte zu erkennen, dass diese gewagte Strategie nicht aufgehen sollte.

Bei schwülen 26 Grad Außen- sowie 33 Grad Asphalttemperatur wurde das Rennen gestartet. Kazuki Nakajima konnte seine Pole Position nicht bis in die erste Kurve retten, stattdessen wurde der Suzuka-Sieger, auch bedingt durch leicht durchdrehende Hinterreifen, von Kazuya Oshima kassiert. Im Hintergrund legte André Lotterer einen sagenhaften Raketenstart hin. Bereits nach der Coca-Cola-Kurve war der Titelverteidiger bis auf Position 4 hinter Yuji Kunimoto vorgefahren. Koudai Tsukakoshi wurde dabei von seinem dritten Startplatz auf Position 6 zurückgereicht; auch Matsuda wurde von Teamkollegen de Oliveira noch in der ersten Kurve überholt. In der ersten Runde besonders auffallend waren die teilweise rutschenden Autos. Einige Fahrer hatten aufgrund der noch kalten Slick-Reifen in Kombination mit der leicht feuchten Strecke in einigen Abschnitten sichtliche Mühe, ihren FN09 auf dem Kurs zu halten. Nach dem ersten Umlauf versuchte Kazuki Nakajima mit Hilfe des Zusatz-Boosts sowie des Windschattens an Oshima in Kurve 1 vorbeizugehen, verbremste sich allerdings, weshalb der Team-LeMans-Fahrer wieder vorbeischlüpfte. Im Hintergrund griff Lotterer erfolgreich auf der äußeren Linie nach Kunimoto, der im Anschluss auch noch vom Brasilianer Joao Paulo de Oliveira überholt wurde. Völlig von der Rolle war in der Anfangsphase Koudai Tsukakoshi, der nach dem Rennen sich über Balance-Probleme beklagte. Nach dem miserablen Start wurde er in Runde 5 auch noch von Tsugio Matsuda überholt und damit zwischenzeitlich auf P7 verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt musste auch Hironobu Yasuda einsehen, dass der Poker mit den Regenreifen nicht aufging, als nach nur fünf Runden die Spitze des Feldes hinter ihm auftauchte und der Nieselregen fürs erste aufhörte. Während vorne Oshima das Feld kontrollierte und sogar Nakajima leicht abhängen konnte, der wiederum den zu diesem Zeitpunkt sichtlich schnelleren Lotterer aufhielt, gab es im mittleren sowie hinteren Feld einige nette Zweikämpfe zu beobachten.

Vom letzten Platz aus startete Takuya Izawa seine Aufholjagd. In Runde 6 übernahm der zweite Dandelion-Pilot bereits Position 12 von Daisuke Nakajima, der in der Qualifikation mit Startplatz 7 eigentlich noch eine gute Ausgangsposition hatte. Für Kazukis jüngeren Bruder im Team des Vaters sollte es erneut kein sonderlich erfolgreiches Rennen werden. Am Ende sprang lediglich Platz 11 heraus, womit er wenigstens seine bisherige Leistung seit Motegi (P10) und Autopolis (P11) bestätigte. Nach Startplatz 7 hatte er und das Team sich aber sicherlich etwas mehr erhofft, zudem wurde er von seinem am Ende auf Position 10 ins Ziel kommenden Teamkollegen Takashi Kogure überholt, der von Platz 13 ins Rennen ging. Lichtblick für Nakajima Racing ist allerdings, dass man nach dem katastrophalen Saisonstart in Suzuka eine gewisse Konstanz gefunden hat. Qualifikations-Ergebnisse wie der siebte Startplatz von Daisuke Nakajima in Fuji zeigen außerdem, dass Potential nach vorne vorhanden ist, was fehlt ist lediglich die Umsetzung des Speeds im Rennen. Ein Problem, mit dem auch weiterhin noch Docomo Dandelion Racing zu kämpfen hat. Während Izawa durch eigenes Verschulden zu Beginn des Rennens immerhin eine ansehnliche Aufholjagd hinlegte (bis auf P9), verlor in der zweiten Hälfte des Rennens dennoch wieder an Speed. Am Ende reichte es nur für P13. Teamkollege Tsukakoshi stellte seinen Boliden in der Qualifikation immerhin in die zweite Startreihe, fiel allerdings beim Rennstart zurück. Ähnliches war auch in Suzuka und Motegi passiert, lediglich in Autopolis hatten es beide Fahrer geschafft, ihren Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In Runde 7 nahm der Regen erneut zu, was zu einem leichten Anstieg der Rundenzeiten um rund eine Sekunde sorgte. So fuhr Oshima beispielsweise noch in Runde 4 um die 1:29, während er drei Runden später die 4,563 km lange Strecke eine Sekunde langsamer umrundete. Ab diesem Zeitpunkt war besonders Sektor 3, hier vor allem die Dunlop-Kurve, sowie die Start- und Zielgerade vom Regen betroffen. Beim Anbremsen auf besagte Dunlop-Kurve hatte sich Yuji Kunimoto fast gedreht, konnte den Wagen aber noch abfangen. Kurz davor wurde er von Tsugio Matsuda in einem hübschen Slipstream-Manöver in Kurve 1 überholt. In den kommenden Runden nahm die Intensität des Regens weiter zu, weshalb einige Teams anfingen, über den Wechsel auf Regenreifen nachzudenken. Dagegen sprach allerdings, dass es sich bei diesem Niederschlag erneut um einen kurzen, kleinen Platzregenschauer um Sektor 3 herum handelte, von dem man nicht wusste, wie lange er anhalten würde. Besser mit den Bedingungen klarkommend griff in Runde 13 Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira an, während die Rundenzeiten im Feld zwischen 1:33 und 1:36 anstiegen. Zu diesem Zeitpunkt war auch Oshima deutlich schneller und konnte sich bis zu drei Sekunden von Kazuki Nakajima absetzen. Interessant zu beobachten waren die unterschiedlichen Stärken der beiden Tom’s-Piloten. Während Lotterer in Sektor 1 und 3 deutlich schneller als sein Teamkollege konnte, setzte sich dieser wiederum in Sektor 2 wieder leicht von ihm ab. Dennoch war zu erkennen, dass Lotterer spürbar schneller als Nakajima war.

Bedingt durch die stets wechselnden Bedingungen, waren es jene Rundenzeiten, die sich alle paar Runden veränderten. Als nach dem erneuten, kurzen Schauer es nur noch in der Dunlop-Kurve leicht feucht war, holte Nakajima wieder auf bis zu zwei Sekunden auf den führenden Oshima auf. Auch Joao Paulo de Oliveira konnte diese Phase nutzen, um seinen Teamkollegen abzuschütteln und sogar Zeit auf André Lotterer gewinnen. Aber wie hätte es auch anders sein sollen, entschieden die Regenwolken sich über der Strecke in Runde 26 endgültig zu entleeren, erneut allerdings mit einem fiesen Platzregen, der abermals insbesondere Sektor 3 sowie Teile des ersten Sektors unter Wasser setzte. Erstaunlicherweise entschloss sich niemand zum sofortigen Reifenwechsel, vermutlich weil alle Teams mit nur einem kurzen, dieses Mal aber heftigeren Platzschauer rechneten. Als zwei Runden später aber auch der komplette zweite Sektor an Nässe gewann, entschloss sich Naoki Yamamoto als erster des Feldes zum Wechsel auf die Regenreifen. In Runde 29 folgten ihm Kunimoto und Tsukakoshi. Letzterer hatte mit seinem Team wohl nach der katastrophalen ersten Rennhälfte auf einen längeren Schauer gehofft und damit alles auf eine Karte gesetzt, um doch noch einige Plätze wieder gut zumachen. Abseits der Kameras flog Joao Paulo de Oliveira von der Strecke, konnte aber nach dieser Schrecksekunde wieder weiterfahren, wurde dabei aber von seinem Teamkollegen Tsugio Matsuda überholt. Trotz der hohen Intensität des Regens entschlossen sich lediglich Yamamoto, Tsukakoshi und Kunimoto zum Reifenwechsel; der Rest des Feldes blieb auf den Slicks. Umso erstaunlicher, dass neben dem Dreher von de Oliveira und später auch noch Izawa in Runde 34, die Fahrer ihre Boliden auf der Strecke halten konnten. Auf Slicks wohlgemerkt. Ein Fakt, den man nicht häufig genug erwähnen kann. Ein Grund hierfür könnte laut der späteren Interview-Aussage Lotterers sein, dass die Asphalttemperatur trotz des Regens sich konstant zwischen 31-33 Grad befand und deshalb die Slick-Reifen, die zwar kein Wasser aufnehmen können, nie stark abkühlten. Der Ground-Effect des Boliden könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Letztlich waren es aber die Fahrer, die filigran ihre Boliden über das Wasser steuerten. Zu diesem Zeitpunkt machten auch beide Tom’s-Piloten wieder weiter Boden auf Oshima gut.

Die Rechnung mit den Regenreifen der Wechsler schien anfangs aufzugehen – Tsukakoshi fuhr beispielsweise auf Anhieb rund vier Sekunden schneller als der führende Oshima. Das ausharren der Anderen machte sich allerdings dann doch bezahlt: Keine zehn Runden später schien auf Start/Ziel zum ersten Mal während des gesamten Rennens die Sonne leicht durch; der Regen wurde weniger und die einzelnen Sektoren trockneten langsam wieder ab, wobei der zweite Sektor und dritte Sektor, insbesondere die Passage ab der 300 R, weiterhin die trickreichsten darstellten. Mit dem langsamen abtrocknen der Strecke verlor Nakajima um die 1,8 Sekunden auf den kontrollierend fahrenden Oshima, während André Lotterer wiederum wertvolle Sekunden auf seinen Teamkollegen verlor. Mit dem Erreichen des 38. Umlaufs betrug dieser aufgrund eines temporären Antriebdefekts ganze 5,8 Sekunden. Der Duisburger erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Rennen, dass das Problem ohne Vorwarnung auftrat und er deshalb besonders auf der Zielgeraden Zeit verlor. In der Hoffnung auf Besserung, versuchte er deshalb Benzin und Reifen zu sparen. Im Vorfeld wurde bereits darüber spekuliert, ob nach der diesjährigen Regeländerung (kleinerer Tank, Abschaffung der zwei Pflichtreifenwechsel) es aufgrund des geringeren Verbrauchs in Fuji eventuell möglich wäre, ohne Boxenstopp durchzufahren. Die Regenschauer hätten diese Theorie weiter unterstützen können, in der 40. von 55 Runden eröffnete Kazuki Nakajima aber dann doch mit dem zweimaligen Gaststarter Yuhki Nakayama, der ein sauberes aber bis auf ein gewonnenes Duell mit Ryo Orime, der später im Rennen durch einen Dreher ausfiel, unauffälliges Rennen fuhr und 15. wurde, die Reihe an Boxenstopps. Beide kamen lediglich zu einem wie die Japaner es nennen „Splash & Go“, sprich einem „Splash & Dash“ hinein – die Reifen wurden nicht gewechselt.

Eine Runde später tat es ihnen Kazuya Oshima gleich. Auch er ließ sich nur für den Schlusssprint betanken und verzichtete auf neue Pneus. Nach 11,5 Sekunden und damit 0,4 Sekunden schneller als Nakajima, verließ er wieder seine Mannschaft. Dennoch reichte es nicht, um vor dem ehemaligen F1-Piloten wieder auf die Strecke zu kommen. Nakajima zauberte, wohl wissend seiner Chance, zwei schnelle In- respektive Outlaps auf den Asphalt, was ihn letztlich die nötigen Zehntelsekunden für den Führungswechsel brachte. Noch eine Runde später steuerte Lotterer den Service an. Wenig überraschend entschied auch er sich lediglich zum Auftanken. Das jeweils eine Runde längere fahren als seine beiden, direkten Konkurrenten machte sich für den Titelverteidiger bezahlt: Er verkleinerte die ehemals 5,8 Sekunden Rückstand auf nicht ganze drei Sekunden. Ein weiterer, nennenswerter Stopper war Joao Paulo de Oliveira, der zwar nur 9 Sekunden bei seiner Mannschaft verbrachte, für den es nach seinem Dreher und einem wohl daraus resultierenden Pace-Verlustes am Ende nur für Position 6 reichte. Das Wochenende hatte sich der Brasilianer, der letzte Woche Freitag seinen 31. Geburtstag feierte, etwas anders vorgestellt. Schwacher Trost: Mit 1:29.031 fuhr er die schnellste Runde des Rennens.

Nach den Stopps der Anderen befanden sich Kunimoto und Tsukakoshi auf der nun nur noch im dritten Sektor leicht feuchten Strecke zwar auf den Plätzen 4 und 5, verloren aufgrund ihrer Regenreifen aber mehrere Sekunden pro Runde auf den Rest des Feldes. Von hinten rückten Matsuda und Duval an. Letzterer hatte ebenfalls keinen guten Start, konnte sich aber durch seinen Renn-Speed und eine intelligente Fahrweise, besonders während der vereinzelten Regenschauer, wieder nach vorne arbeiten. Die beiden Champions von 2007/08 und 2009 befanden sich im direkten Kampf, weshalb der Franzose in der Dunlop-Kurve das Zögern seitens Matsuda, der seinen Angriff auf den sich nicht wehrenden Tsukakoshi abbrach, zu überholen, was Matsuda aber zu verteidigen wusste. Beide gingen am Dandelion-Fahrer im nächsten Umlauf in Turn 1 vorbei; Kunimoto war anschließend in der gleichen Runde in der Dunlop-Kurve fällig. Das sehenswerte Duell zwischen dem Japaner und dem Franzosen war damit aber noch nicht zu Ende. Ohne Zusatz-Boost verteidigte sich Matsuda geschickt den Angriffen Duvals, indem er ihm in Kurve 1 lediglich die äußere Linie frei machte und ihn so beim Beschleunigen verhungern ließ. Unbeobachtet der Kameras krallte sich kurz vor Schluss Duval aber dann doch noch Matsuda. Beide beendeten ihre starken Rennen auf den Plätzen 4 und 5. Zuvor, in der 48. Runde, entfachte eder Kampf zwischen Oshima und Lotterer, dessen Antriebsprobleme sich nach eigener Aussage nach dem Boxenstopp wieder verschwanden.

In Suzuka fand der Duisburger keinen Weg am Japaner vorbei, in Fuji trieb er ihn hingegen zu Beginn der 50. Runde in Kurve 1 in einen Fehler. Mit Hilfe des Zusatz-Boosts zog er im Windschatten neben Oshima, der sich wiederum in Kurve 1 verbremste und so Lotterer Position 2 überließ. Vier Runden vor Schluss betrug der Abstand zwischen beiden Tom’s-Fahrern nur noch rund zwei Sekunden. Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt schnellster Mann auf der Strecke war, schloss in nicht mal zwei Runden auf seinen Teamkollegen Nakajima auf. In einem packenden Duell begann Kazuki Nakajima in Kurve 13 einen kleinen Fehler, was Lotterer ermöglichte sich neben ihn zu setzen und außen in der darauffolgenden Haarnadelkurve in einem starken Manöver zu überholen – und das zwei Runden vor Schluss! Die Führung gab Lotterer dann in der letzten Runde, trotz sichtlicher Anstrengungen seitens Nakajimas, nicht mehr ab.

Nakajima nahm es nach dem Rennen gelassen und sportlich, letztlich musste er eingestehen, dass sein Teamkollege an diesem Wochenende schneller war, auch wenn er sich bis zwei Runden vor Schluss gut verteidigen konnte. Eine ähnliche Aussage traf auch Kazuya Oshima, der selbstredend etwas enttäusch darüber war, dass ihm der Überraschungserfolg nicht glückte. Ohne parteiisch zu werden, hätte ich mich persönlich ebenfalls sehr über einen Erfolg Oshimas und des Traditionsteams LeMans gefreut, gab es schließlich auch schon lange nicht mehr. Platz 3 ist aber eine mehr als tolle und vor allem verdiente Leistung, die auch den Aufwärtstrend des Teams unterstreicht. Für Lotterer war es nach Motegi der zweite Erfolg in dieser Saison und insgesamt der vierte Karrieresieg auf dem Fuji International Speedway. Damit ist er weiterhin Rekordhalter auf der nach Suzuka bekanntesten Strecke Japans aller derzeitig fahrender Formula-Nippon-Piloten. Saisonlauf 5 findet am 05. August 2012 auf dem Twin Ring Motegi statt, wo Lotterer ebenfalls Rekordhalter aller derzeitig aktiven Fahrer ist.

Bedingt durch die Nullrunde von Koudai Tsukakoshi – Punkte gibt es nur bis Position 8 – verlor der Dandelion-Fahrer seine Tabellenführung an Kazuki Nakajima, der nun mit 29 Zählern vor André Lotterer (25 Punkte) und Tsukakoshi (23 Punkte) die Meisterschaft anführt. Entschieden ist drei Rennen vor Schluss – es folgen nach Motegi noch Sugo und Suzuka – noch nichts, auch wenn Joao Paulo de Oliveira und Takuya Izawa mit jeweils 17 Punkten wohl nur noch mathematische Chancen auf die Meisterschaft haben dürften. So überraschend und ereignisreich die Saison allerdings ist, würde ein alles auf den Kopf stellendes Motegi-Rennen einen auch nicht mehr weiter verwundern. Der heiße und schwüle Sommer hält nämlich auch noch im August weiter an.

 

aErgebnis Round 4 Fuji Speedway

aMeisterschaftsstand nach Round 4

 

+++ Breaking News +++

Zwar gab es in Fuji, anders als gehofft, doch noch keine Informationen zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird, dafür ist dem Cover der am 23. Juli 2012 in Japan erscheinenden Motorsport-Zeitschrift a„Racing News formula“ zu entnehmen, dass Dallara die Zusage bekommen hat, den ab 2014 zum Einsatz kommenden, neuen Einheitswagen zu bauen. Des Weiteren wird es nach Angaben des Covers ein neues Bremssystem, Getriebe sowie eine neue Aerodynamik geben.  Sobald es weitere Infos gibt, findet ihr diese nicht nur in der Motegi-Vorschau Anfang August, sondern auch über Twitter respektive in unseren Newshappen.

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