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October 28 2010

06:18

SLF: Knappe Entscheidung in Navarra

Mit einem extrem spannenden Rennen hat sich die Superleague Formula nach ihrer zweiten Saison in die Winterpause verabschiedet. Am Ende war Davide Rigon der glückliche Sieger – und Craig Dolby ein tragischer Held.

Nur zwei Punkte trennten Craig Dolby und Tottenham Hotspur am Ende vom Meistertitel in der Superleague Formula – und von einer Million Euro in Preisgeld. Zur Illustration: Wenn man annimmt, dass die 699 Punkte von Meister Rigon und dem RSC Anderlecht der Distanz von der Erde zum Mond entsprächen, dann wären die beiden Punkte ein Abstand von nur etwa 1000 Kilometern – das ist nur wenig mehr als der Weg von Flensburg nach München. Oder etwas simpler ausgedrückt: Das, was sich am Wochenende in Navarra abgespielt hat, war unglaublich packender Motorsport. Dass es gar so spannend war, ist aber auch dem Rennformat zuzuschreiben, das enge Entscheidungen begünstigt. Bleibt zu hoffen, dass wir die SLF im kommenden Jahr wiedersehen werden.

Der erste LAuf verlief noch vergleichweise harmlos: John Martin im Auto von Beijing Gouan schnappte sich am Start die Führung von Davide Rigon und kontrollierte in Folge das Rennen. Der Italiener fuhr dahinter seinen zweiten Platz vor Craig Dolby ins Ziel, und baute damit seine Meisterschaftsführung ein wenig aus.

Gar nicht toll lief es derweil für die anderen Titelaspiranten: Max Wissel hatte ein recht passables Rennen mit zahlreichen Überholmanövern, Platz sechs reichte aber nicht, um die Meisterschaft noch offen zu halten. Yelmer Buurman, der schon vor dem Navarra-Wochenende nur noch theoretische Chancen gehabt hatte, landete noch einen Platz weiter hinten auf Rang sieben. Und Ben Hanley gab mit Rang zwölf im Olympiacos-Wagen ebenfalls alle Chancen aus der Hand.

Wer aber geglaubt hatte, dass die Meitschaftsentscheidung dadurch weniger spannend würde, der lag kräftig daneben. Denn in Rennen zwei zündete der eigentlich Erkältungs-gechwächte Craig Dolby den Turbo: Vom drittletzten Startplatz fuhr er zunächst mit sehenswerten Überholmanövern bis auf Rang fünf nach vorne, dann holte er sich in der vorletzten Runde auch noch den vierten Platz von Maxi Cortes. Und weil Davide Rigon nur bis auf Rang elf vorfahren konnte, reichte das gerade noch, um die Entscheidung bis ins Superfinale offen zu halten.

In Zahlen lautete die Ausgangslage für das letzte Finale des Jahres: Rigon mit vier Punkten Vorsprung auf Dolby. Insgesamt gibt es in einem Superfinale der SLF sechs Punkte zu gewinnen, der Zweitplatzierte erhälf fünf Punkte, der Dritte vier, usw. Wenn Dolby das Rennen gewinnen würde, müsste Rigon also mindestens den fünften Platz einfahren, um trotzdem Meister zu werden – denn bei Punktegleichheit würde den Italiener sein Vorsprung an Rennsiegen den Titel retten.

Und einige Zeit lang sah es wirklich so aus, als ob genau dieser Fall eintreten würde: Dolby hatte sich an die Spitze des Feldes gefahren, Rigon runderte auf Rang fünf über die Strecke. Schließlich wurde aber doch klar, dass Rigon den vorletzten Rang halten könnte – und dann bugsierte Dolbys Teamkollege John Martin den Briten auch noch mit einem reichlich rüden Manöver auf Platz zwei. Wenn man bedenkt, dass im Falle des Titelgewinns der Mannschaft ein Preisgeld von einer Million Euro gewunken hätte, kann man sich nur wundern, dass der Australier das durfte. Sofern er also nicht einfach gegen die Anweisungen seines Teams gehandelt hat: Meine Verneigung vor so viel Sportsgeist von Alan Docking Racing/Alpha Motorsport.

Das gleiche gilt auch für Craig Dolby. Nach dem Rennen rang der Brite zwar mit den Tränen, meinte aber trotzdem: “I tried my hardest and hopefully I’ll be back next year. Congratulations to Davide. Right now it hurts though“. So sehen faire Verlierer aus – da könnten sich so manche Gestalten in anderen Serien eine Scheibe abschneiden.

Womit ich nicht sagen will, dass Davide Rigon der Titel nicht zu gönnen ist. Im Gegenteil: Der Italiener hat zum zweiten Mal nach 2008 bewiesen, dass er mit den SLF-Boliden einfach großartig zurecht kommt. Und dass jetzt wohl endlich genug Geld für seine Hochzeit vorhanden ist, ist ebenfalls ein nettes Detail.

Nachdem es im Trubel um die Meisterschaft fast untergegangen ist, noch schnell ein paar Worte zum zweiten Rennen: Da haben sich nämlich zwei weitere Talente mal wieder für höhere Weihen empfohlen. Zum einen ist da Sieger Alvaro Parente (FC Porto). Der Portugiese war in der seligen A1GP prima unterwegs und zeigte auch in der GP2 2008 bis 2010 anständige, wenn auch etwas unkonstante Leitungen. Im Winter sah es eine Zeit lang so aus, als wäre er Testfahrer bei Virgin F1 – das hat sich mangels Sponsorzahlungen aber wohl zerschlagen. Und hätte ihm wohl auch nicht wirklich weitergeholfen.
Und dass ich den Rennzweiten, Esteban Guerrieri (PSV Eindhoven) für einen schändlich vernachlässigten Rohdiamanten halte, ist sowieso weithin bekannt.

Bleibt die Frage: Wie geht es mit der Superleague Formula im kommenden Jahr weiter? Gerüchte über Zahlungsprobleme machten zuletzt in Beijing die Runde. Insgesamt ist abgesehen vom Sponsoring durch die staatliche angolische Ölgesellschaft Sonangol keine offensichtliche Einnahmequelle zu erkennen. TV-Verträge gibt es kaum – und wo doch, da scheinen sie eher von der SLF bezahlt, als umgekehrt. Auch die Zuschauerzahlen waren nicht überall berauschend – bei den letzten drei Saisonrennen in China und Navarra waren die Ränge aber immerhin gut gefüllt. Vielleicht möchte man sich ja auch für das kommende Jahr überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, etwas öfter mit der GT1 gemeinsame Sache zu machen. Verdient hätte es sich die Serie allemal, 2011 eine weitere Saison erleben zu dürfen.

October 21 2010

07:04

Formelrennen: Das letzte Finale

Maldonado, Gutierrez, Mortara, Vergne und Stoneman – in fast allen Nachwuchsserien stehen die Meister längst fest. Erfrischend also zu sehen, dass am Wochenende noch ganze 5 Teams Chancen auf den Titel in der SLF haben.

Realisitsche Chancen, den Führenden Davide Rigon (RSC Anderlecht) noch einzuholen hat vor allem Max Wissel. Der für den FC Basel startende Deutsche hat vor dem Finale auf der neuen Strecke in Navarra nur sieben Punkte Rückstand. Dahinter liegt Craig Dolby (Tottenham Hotspur), der lange Zeit in der Meisterschaft geführt hat, und zuletzt in China wieder seinem zwischenzeitlichen Formtief entkommen zu sein scheint. Die ganz große Sensation wäre es, wenn Ben Hanley noch den Titel für Olympiaco holen könnte – der Ersatzmann des beim Rennen in Brands Hatch schwer verünglückten Chris van der Drift hat so wie Dolby nur 19 Zähler Rückstand. Yelmer Buurman (AC Milan) hat mit 44 Punkten Abstand wohl nur noch Außernseiterchancen – möglich ist in der SLF aber bekanntlich alles. Eine andere (kleine) Entscheidung gab es am vergangenen Wochenende bei der F3 Euroseries, wo noch der Vizetitel und der des “Rookie of the Year” vergeben wurden.

Letzteren konnte sich Antonio Felix da Costa bereits beim verregneten (aber dennoch etwas actionarmen) Rennen am Samstagmorgen holen – ein neunter Platz war genug. Etwas spannender gestaltete sich die Entscheidung um die Vizemeisterschaft: Die hätte Marco Wittmann nämlich noch am Sonntag an Williams-Testpilot Valtteri Bottas verlieren können, sofern der Finne gewonnen hätte. Hat er aber nicht – weswegen Wittmann auch mit Rang acht noch zum Vizetitel fuhr.

Die Saison ist damit zu Ende – und wie in der Vorschau schon geschrieben kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ihr irgendjemand in der F3 Euroseries viele Tränen nachweint. Und weil klar ist, dass sich etwas ändern muss, haben die F3 Euro-Verantwortlichen am Wochenende nicht nur einen neuen Kalender vorgestellt, sondern auch ein ganz neues Konzept für den Ablauf der Rennwochenenden.

Wie das dann konkret ablaufen soll, habe ich in den Newshappen schon grob geschildert. Daher hier nur soviel: Ich habe ein paar Zweifel, ob diese Pläne sich so einfach in die Realität umsetzen lassen. Im Grunde ist es ja legitim, auch die zweitschnellste Runde aus dem Quali für die Startaufstellung heranzuziehen – aber ist es nicht doch ein wenig kompliziert? Und verhindert das nicht auch, das Piloten in ihrer schnellsten Runde an die Grenzen gehen – weil ja immerhin Auto und Reifen noch eine zweite Runde halten müssen? Und wie sieht es mit allfälligen Strafen aus? Und vor allem: Versteht das der Zuseher an der Strecke und am TV-Bildschirm noch alles? Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die F3 Euro im kommenden Jahr präsentiert.

Superleague Formula

Finanziell soll das Rennen in Beijing ein Erfolg gewesen sein, aus sportlicher Sicht dürfte sich aber (abgesehen von Sensationsmann Earl Bamber) nur noch einer darüber gefreut haben: Tabellenführer Davide Rigon (RSC Anderlecht). Der hat beim zweiten China-Auftritt der Fußball-Rennserie zwar keine guten Ergebnisse erzielt – weil für den Lauf aber wegen mangelnder FIA-Lizenz der Strecke etwas überraschend keine Punkte vergeben wurden, liegt das Team immer noch in Front. Zu sicher darf er sich seiner Sache aber trotzdem nicht sein. Wie in der Einleitung geschildert, haben auch noch vier weitere Teams Chancen auf den Titel – und dass in der Superleague Formula buchstäblich in jedem Rennen alles passieren kann, haben wir in dieser Saison ja schon mehrfach erlebt.

Austragugsort des Finales ist die erst vor wenigen Monaten eröffnete Rennstrecke im spanischen Navarra, auf der noch keiner der Piloten über größere Erfahung verfügt. Auch auf Youtube ist noch wenig Onbaord-Material zu finden, weshalb ich hier auf Material zurückgreifen muss, dessen Ersteller weder besondere Fahr- noch Kamerakünste demonstrieren. Einen (für mich recht positiven Erst-)Eindruck vermittelt es aber allemal.

Am Steuer der Autos werden zum Großteil wieder die üblichen Verdächtigen Platz nehmen – und das wird das Publiikum an der Strecke sicher freuen. Denn mit Celso Míguez (Galatasaray), Maxi Cortés (AS Roma), Marcos Martínez (Sevilla FC), Adrián Valles (Sporting Lissabon), Andy Soucek (Flamengo) und Maria de Villota (Atlétic de Madrid) sind gleich sechs Lokalmatadore am Start. Neu dabei: Esteban Guerrieri. Der argentinische Überraschungsmann der vergangenen WSbR-Saison wird für den PSV Eindhoven an den Start gehen.

Die Veranstaltung – die sich ausnahmsweise mit keinem andern Motorsport-Großereignis überschneidet – wird leider abermals nicht im deutschen TV übertragen. Der kostenlose Online-Stream soll aber wie gewohnt auch zum Finale wieder zur Verfügung stehen. Sport 1 bringt dem Vernehmen nach am Freitag, 29.10. um 17:00 Uhr eine Zusammenfassung.

October 14 2010

10:11

Formelrennen: Spannung, Chaos und Finale

Riesen-Chaos bei der SLF und ganz großes Renn-Kino bei der Formel Renault 3.5 – das Wochenende hatte für Formel-Freunde wieder Einiges zu bieten. Und schon in wenigen Tagen folgt in Hockenheim das nächste Finale.

Und wieder ein Wochenende mit zwei Formel-Rennen, die man unbedingt gesehen haben sollte – wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen. Der zweite Lauf der Formel Renault 3.5 bewies einmal mehr, wieso die Serie von manchen Experten als beste Juniorklasse unterhalb der Formel 1 gehandelt wird. Daniel Ricciardo und Mikhail Aleshin lieferten sich im Regen ein spannedes Duell fast über die gesamte Länge des Rennens – und am Ende hatte auch noch der Verfolger das bessere Ende für sich. Ricciardo mag höher einzuschätzen sein – aber Aleshin hat sich mit diesem Auftritt den Titel redlich verdient. Moralischer Meister (wenn es sowas gibt) ist dennoch Esteban Guerrieri, der sich passenderweise im letzten Saisonrennen noch einmal den Sieg holte. Auch das Rennen der Superleague Formula bot Spektakel – wenn auch unter viel weniger erfreulichen Vorzeichen. Eine kleine Chronik.

Die Fußball-Rennserie hatte beim zweiten China-Rennen nämlich ein Rendezvous mit Herrn Murphy: alles, wirklich alles, was bei einem Stadtrennen so schieflaufen kann, ging auch tatsächlich in die Hose.

Zunächst waren da die Probleme mit der Strecke: Lange Zeit war nicht klar, wo die Superleague denn überhaupt ihr zweites China-Rennen absolvieren würde. Erst eine Woche vorher gab die SLF einen Ort bekannt – und am Wochenende wurde klar, dass das wohl doch nicht nur ein undurchsichtiges PR-Manöver war. Der Zustand der Strecke und die allgemeine Professionalität der Planung ließen erahnen, dass auch die Verantwortlichen selbst noch nicht viel länger wussten, wo man fahren würde.

Da wäre etwa die Tatsache, dass die Strecke zu eng war, um von der FIA eine Grade 2-Lizenz zu erhalten – und zwar wohlgemerkt nichtmal nachdem die SLF angeboten hatte, an der betreffenden Stelle das ganze Rennen lang unter Gelb zu fahren. Da es sich bei der Stelle um eine Brücke handelt, war es auch nicht möglich, die Strecke zu verbreitern – weshalb die SLF zu einem Trik greifen musste. Um das Rennen doch noch durchführen zu können, fuhr man nicht als internationale “Superleague Formula”, sondern als lokale, “chinesische” Ausgabe der Serie. Mit dem Resultat, dass für die beiden Rennen keine Punkte vergeben wurden.

Als es dann am Freitag endlich auf die Strecke ging, tauchte das nächste Problem auf: In mehreren Kurven lösten sich schon nach dem ersten Freiten Training die Curbs aus dem Boden, das zweite Training wurde abgesagt. Auch sonst waren nicht alle vom Zustand der Bahn begeistert. Tottenham Hotspur-Pilot Craig Dolby sprach von “the scariest thing I’ve ever done in my life” – aber immerhin auch “really good fun”.

Am Samstag dann die nächsten Probleme: Noch vor dem Qualifying drohten die Fahrer damit, in Streik zu treten. Grund dafür waren angeblich nicht bezahlte Preisgelder – davon hatte man ja zuvor schon einmal rund um Chris van der Drifts Geldnot nach seinem Unfall gehört. Am Ende gab es aber, zumindest für’s Erste, doch noch eine Einigung – und das Qualifying konnte beginnen. Dann knallte Andy Soucek in der schnellen Schikane vor Start und Ziel in die Mauer. Er selbst bleib zum Glück unverletzt, das Auto war allerdings irreparabel – und das Wochenende für die Mannschaft von Flamengo damit vorbei.

Und dann kam der Sonntag. Rennen Eins verlief noch relativ normal, man könnte sogar sagen “unspektakulär” – wenn man davon absieht, dass der dichte Smog, der über der Strecke hing wohl keine besondere Werbung für den chinesischen Fremdenverkehr war. Dafür winkten in Rennen zwei gleich die nächsten Handicaps: Einerseits hatte wohl bei der Planung keiner bedacht, wann es in Beijing denn so zu dämmern beginnt. Folge war, dass bereits im Halbdunkel gestartet, und es danach rapide dunkler wurde. Und zwar immerhin in einem Maße, dass man auf jeder Einstellung das Glühen der Bremsscheiben erkennen konnte – auch dann, wenn gar nicht gebremst wurde, also etwa beim Reifenwechsel in der Box.

Dann begann es auch noch zu Regnen, und der Lauf musste endgültig abgebrochen werden. Unglaublicherweise wurde im fast vollständigen Dunkel dann noch einmal gestartet. Was noch nicht einmal der dickste Brocken des Tages war – den lieferte die Racecontrol zum Ende des Rennens ab, als man über mehrere Runden nur lokal Gelb zeigte, während das Auto von Team China mitten auf der Strecke stand. Und zwar nicht irgendwo, sondern just an jener Engstelle, die die FIA dazu bewogen hatte, dem Kurs die Lizenz zu verweigern. Und sofern sich jeamand fragt, was in so einer Situation mit dem Piloten dieses Fahrzeugs passiert: Der saß natürlich die ganze Zeit über im gestrandeten Wagen.

Immerhin: Gut besucht war das Spektakel, finainziell könnte sich die Reise also gelohnt haben. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Ereignisse trotzdem zum Anlass nehmen, ein wenig in sich zu gehen. Denn nach Brands Hatch war dies schon das zweite Rennen in dieser Saison, das man eigentlich nicht hätte starten dürfen. Zumindest hat sich diesmal niemand schwerer verletzt.

Achja: Gewonnen hat das erste Rennen nach einer sauberen Fahrt Craig Dolby. Den zweiten Rennsieg hat sich Alvaro Parente (FC Porto) geholt – inwieweit dieser allerdings wirklich verdient war, muss bezweifelt werden. Immerhin war es ein Dreher des zu diesem Zeitpunkt führenden Parente, der die Rennunterbrechung ausgelöst hatte – was ihn nicht daran hinderte, beim Restart wieder an der Spitze des Feldes zu stehen.

Ein Superfinale gab es wegen der schlechten Bedinungen zum Glück nicht mehr, somit ging der Gesamtsieg an den Punktbesten des Wochenendes: Das war einmal mehr Earl Bamber, der nun bei beiden seiner Starts in der Serie die Prämie in Höhe von 100.000 € gewonnen hat.

F3 Euroseries

Für die F3 Euroseries steht am kommenden Wochenende das letzte Rennen der Saison auf dem Programm – und auch als Freund der Serie ist man geneigt zu sagen: “Zum Glück”. Denn das, was die ehemals so hoch eingeschätzte Rennklasse in dieser Saison gezeigt hat, war leider ein wenig dürftig.

Die Liste der Probleme ist lang, und wurde auch hier im Blog schon geschildert. Vor allem die mangelnde Größe des Starterfeldes machte der F3 Euroseries in der vergangenen Saison kräftig zu schaffen. Die aktuelle Tabelle weist nur 15 Positionen auf, und ein kursorischer Blick auf die Ergebnislisten zeigt, dass über den gesamten Saisonverlauf sogar noch weniger Piloten regemäßig am Start waren.

Dass dann zu allem Überfluss auch noch GP2-Absteiger Edoardo Mortara den Titel gewann, spricht leider auch nicht für die Konkurrenzfähigkeit der verbleibenden Piloten. Um Misserständnissen vorzubeugen: Mortara ist gewiss kein schlechter Fahrer – 2008 hat der Italiener in der F3-Meisterschaft immerhin Piloten wie Jules Bianchi und Christian Vietoris geschlagen, und auch den GP von Macao gewinnt man nicht einfach so. Aber seine GP2-Leistungen deuten andererseits auch nicht darauf hin, dass es sich beim Italiener um einen unschlagbaren Gegner handelt.

Wie dem auch sei: Bevor im kommenden Jahr einige Änderungen geplant sind, die die Serie wirtschaftlich und sportlich wieder konkurrenzfähig machen sollen, quält man sich am Wochenende noch ein letztes Mal im alten Modus über die Runden.

Dabei kann es am zweiten Meisterschaftsrang noch zu Verschiebungen kommen: Marco Wittmann hat nur 8 Punkte Vorsprung auf Williams-Testfahrer Valtteri Bottas. Auch der viertplatzierte Alexander Sims hat noch theoretische Chancen auf den Vize-Titel.

Übertragen werden beide Läufe live, Samstag und Sonntag um 11:20 auf n-tv.

May 26 2010

16:30

Formelserien: Analyse SLF/F2/F3 Euro, Vorschau GP2/GP3

Je zwei recht spannende Rennen bei der Formel 2 in Monza und bei der SLF in Magny-Cours. Das F3-Rennen in Valencia war nicht so toll, im zweiten Lauf gab’s aber immerhin einen Überraschungssieger. Am Wochenende gehen dann GP2 und GP3 in Istanbul an den Start.

Was sagt es wohl über eine Serie aus, wenn von 13 Fahrern, die für die Saison gemeldet sind nur elf an den Start gehen, und am Ende ein Gaststarter eines der beiden Rennen gewinnt? Wenn es sich bei der Serie um die F3 Euro handelt, die immerhin den Anspruch hat, die beste Nachwuchsserie der Welt zu sein, dann ist das jendenfalls gewiss kein gutes Zeichen. Zumal Kevin Magnussen, der Überraschungssieger des zweiten Laufes von Valencia auch in der geringer eingeschätzten deutschen F3 nur eines der vier bisherigen Rennen für sich entschieden hat. Aber auch, wenn der Sieg durch den Reverse Grid ein wenig geschmälert wird: Magnussen konnte mit seiner Fahrt im zweiten Rennen durchaus beeindrucken, zumal er dem restlichen Feld auch deutlich davongefahren ist. Was nicht gerade für das übrige Feld spricht.

In der Meisterschaft führt nach wie vor der Sieger des ersten Laufes, Eduardo Mortara (dessen Karriereplanung mir völlig schleierhaft bleibt) vor Marco Wittmann und Roberto Mehri. Das nächste Rennen findet erst in mehr als einem Monat statt – und dann wieder in Deutschland, nämlich am Norisring. Man darf hoffen, dass sich bei dieser Traditionsveranstaltung vielleicht etwas mehr Fahrer am Grid finden werden.

Formel 2

Spannender als die F3 Euro waren da schon die Läufe der Formel 2 auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Monza. Die befürchteten großen Crashes bleiben zum Glück aus (auch, wenn die beiden Dreher auf der Start- und Zielgeraden übel in Auge gehen hätten können). Die angekündigten spannenden Rennen gab es dafür allemal. An der Spitze ging es allerdings nicht gar so prickelnd zu: Jolyon Palmer übertraf auch in Monza die vor der Saison in ihn gesetzten Erwartungen deutlich, und fuhr gleich zweimal beeindruckende Start-Zielsiege ein. Als Lohn für den Briten gab es den Sprung auf Platz Eins der Meisterschaftstabelle.

Dahinter ging es allerdings ganz ordentlich zur Sache, auch zum Leidwesen von Phillip Eng, der noch als Tabellenführer nach Italien gekommen war. In Rennen 1 blieb der Österreicher blass und wurde in der zweiten Rennhälfte von mehreren Konkurrenten auf den langen Geraden überholt. Den zweiten Lauf beendete eine Kollision mit dem herastürmenden Dean Stoneman. Insgesamt also ein schmerzhafter “Nuller” für Eng, der Italien auf Tabellenrang drei und mit 23 Punkten Abstand auf Palmer wieder verließ.

Schöne Aufholjagden bot in beiden Rennen wieder einmal Dean Stoneman, Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für die Kollision mit Eng die recht deutlich auf die Kappe des Briten ging. Dennoch reichte die Leistung für den nunmehr zweiten Tabellenplatz. Wieder gut dabei, aber weitgehend unbelohnt: Johan Jokinen. Wenn der Däne aber sein Programm mal ohne Fehler auf die Reihe bekommt, wird auch er ein paar Worte um den Sieg mitreden können.

Superleague Formula

Die Fußball-Rennserie liefert ein weiteres Beispiel für ihre unvergleichliche Fähigkeit, sich selbst in den Fuß zu schießen. Über die Auswahl des Austragungsortes mag man noch milde hinwegsehen – auch, wenn wohl abzusehen war, dass sich nur wenige Fans ins abgelegene Magny-Cours verirren würden. Das zweite Rennen allerdings, in dem wieder einmal ein Safety Car den falschen Führenden aufsammelte war wahrlich kein Ruhmesblatt für die Rennleitung.

Weil nämlich gleichzeitig diesem Fehler auch das Boxenfenster öffnete, bekam der Führende Max Wissel eine ganze Runde Vorsprung auf das restliche Feld geschenkt – und auch die Reihung der Konkurrenten wurde kräftig durcheinander gewirbelt, was etwa John Martin im Interview zu recht unschönen (aber nicht ungerechtfertigten) Flüchen veranlasste. Der Sieg für Wissel geht trotzdem völlig in Ordnung: Der junge Deutsche hatte schon vorher einen deutlichen Vorsprung harausgefahren, und wäre auch ohne SC-Einsatz wohl kaum mehr eingeholt worden.

Ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben sich die ehemaligen F1-Fahrer Robert Doornbos und Sebastian Bourdais. Beide bremsten im zweiten Lauf in der Adelaide Hairpin viel zu spät, und räumten in Folge völlig unschuldige Konkurrenten aus dem Weg. Für Bourdais besonders peinlich: Er traf  ausgerechnet seine zwei Landsmänner Franck Perera und Franck Montagny. Folge: Für gleich drei Franzosen war das Heimrennen auf einen Schlag beendet.

Viel besser lief es dagegen auch diemal wieder für Yelmer Buurmann (AC Milan), der den ersten Lauf und das Superfinale für sich entscheidunge konnte. Und für Craig Dolby (Tottenham Hotspur): Der Engländer scheint zwar in der Qualifikation und im Superfinale noch so seine Probleme zu haben – wenn es darum geht, sich im zweiten Lauf von hinteren Startpositionen wieder nach vorne zu fahren, ist er unerreicht. Folglich geht auch die deutliche Tabellenführung nach den ersten drei Läufen völlig in Ordnung.

Vorschau GP2/GP3

Die beiden Formel 1 Nachwuchsserien gehen am kommenden Wochenende in Istanbul an den Start. Jetzt bitte nicht gähnen: Anders als die Formel 1 hat die GP2 am Otodrom meist recht erinnernswerte Rennen geliefert. Es sei nur an Lewis Hamiltons Fahrt durch das Feld 2006 erinnert – oder an den unglücklichen Streuner, der Bruno Senna vor zwei Jahren ins Auto lief.

In der GP2 darf man gespannt sein, ob die beiden ART-Fahrer (aber auch Christian Vietrois) endlich die Mischung aus Pech und jugendlichem Übermut ablegen können, und es schaffen, Ergebnisse einzufahren, die den hohen Erwartungen entsprechen. Oder ob es doch Sergio Pérez gelingt, seine Tabellenführung weiter auszubauen.
In der GP3 wird man wohl einfach sehen müssen, ob die Top-Piloten vom Saisonauftakt in Barcelona (Wickens, Verhaug, Gutiérrez) ihre Leistungen wiederholen können – und welche anderen Fahrer ein Wörtchen mitreden können.

Die GP2 wird wie immer live auf sky übertragen. Ob man die GP3 wie in Barcelona auch diesmal wieder auf Eurosport sehen kann, scheint dagegen noch unklar: Bisher sind für die GP3 keine Rennen im ESP-Schedule verzeichnet. Vielleicht hat es sich aber auch einfach noch nicht bis nach Paris durchgesprochen, dass die Junior-Juniorserie nun doch auch in der Türkei an den Start geht. Wie schon fast vermutet steht die GP3 nun doch wieder bei Eurosport 2 im Programm. Beides am Sonntag ab 9:00Uhr, Rennen 1 als Aufzeichnung, danach Rennen 2 live.

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