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June 16 2011

11:04

Vorschau: Renault 3.5 am Ring & AutoGP Brünn

Groß ist die Auswahl für Fans von Formelserien am kommenden Wochenende nicht. Mit den Formel Renault 3.5 Rennen in der Eifel stehen aber immerhin Leckerbissen auf dem Programm. Außerdem fährt noch die AutoGP in Brünn.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die folgende Vorschau ist auch für kürzere Arbeitspausen geeignet. Denn wahnsinnig viel ist am kommenden Wochenende nicht los – zumindest was Nachwuchs-Formelserien betrifft. Die in dieser Saison besonders spannende Formel Renault 3.5 verdient es aber trotzdem, erwähnt zu werden. Die Serie ist anno 2011 womöglich besser besetzt als die GP2. Die beiden Red Bull Piloten Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne sind wohl die größten Talente, die der Energydrink-Konzern seit Sebastian Vettel gefördert hat. Und dazu sind mit Robert Wickens, Alexander Rossi, Kevin Korjus und Brendon Hartley auch noch einige weitere Fahrer unterwegs, die früher oder später mit der Welt der Formel 1 in Berührung kommen könnten – oder das schon getan haben. In Brünn geht außer dem die AutoGP an den Start, die ich immer noch etwas rätselhaft finde.

Bei allen genannten Favoriten – möglich wäre auch, dass ein anderer Pilot die Meisterschaft am Ende für sich entscheidet: Albert Costa hat in dieser Saison durchgehend gute (wenn auch keine dominierenden) Leistungen gezeigt, und liegt in der Tabelle auf dem sehr ehrenwerten vierten Rang (64 Punkte). Um nach vorne aufzurücken bräuchte er allerdings Fehler und Ausfälle der drei vor ihm platzierten Piloten. Denn auf Jean-Eric Vergne an der Spitze der Meisterschaft fehlen immerhin bereits 26 Punkte – dessen wohl schärfster Konkurrent Robert Wickens liegt nach einer guten Vorstellung mit Rang zwei in Monaco nur einen einzigen Punkt dahinter. Fast schon ein wenig abgeschlagen liegt Brendon Hartley mit 17 Zählern Rückstand auf Rang drei. Red Bull Wunderkind Daniel Ricciardo rangiert trotz Sieg in Monaco im Moment nur auf Platz sechs der Meisterschaftstabelle (61 Punkte) – der Rückstand wird allerdings verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Ricciardo bei allem Formel 1 Rennen in dieser Saison die Freitagstests für Toro Rosso bestreitet, und daher Rennen der Formel Renault 3.5 versäumen muss.

Spannend wird es also sicherlich, wenn die Serie am kommenden Wochenende am Nürburgring an den Start geht. Und auch das Rahmenprogramm lässt sich sehen – neben der Formel Renault 3.5 sind auch noch Formel Renault Eurocup 2.0, die Megane Trophy, und der Clio Cup am Start. Ach ja: Die Eintrittskarten für die Veranstaltung sind gratis, und können nach Registrierung hier heruntergeladen werden. Wer also in der Nähe wohnt, und noch nichts vorhat… Die Wettervorhersage für das Wochenende verlockt allerdings eher dazu, vor dem Fernseher sitzen zu bleiben. An beiden Tagen soll es regnen, und auch die Temperaturen werden wohl nicht überragend.

Immerhin würde das wohl spannendere Rennen versprechen – was Nachwuchs-Formelrennen am Nürburgring ja in der Regel auch ganz gut vertragen können.

Neben Ricciardo hatten auch andere Piloten bereits Kontakt mit der Formel 1: Robert Wickens wurde kürzlich zum dritten Fahrer des Virgin-Teams ernannt (in deren Farben er auch in der Formel Renault 3.5 antritt). Angeblich soll der Kanadier in dieser Saison auch einmal als Freitagstester antreten dürfen. Auch Alexander Rossi und Brendon Hartley haben bereits Formel 1 Autos getestet – Hartley in seiner Zeit als Red Bull Junior, Rossi als Belohnung für den Gewinn der Formel BMW Weltfinales 2009. Fast unglaublich: Wegen der absolvierten Testkilometer ist Rossi im Besitz einer Superlizenz – als derzeit einziger Amerikaner.

Ein weiterer Pilot könnte bereits in Kürze erste Formel 1 Erfahrung sammeln. Denn der Tabellenführer nach dem Nürburgring-Rennen darf beim World Series by Renault-Wochenende in Budapest eine Demofahrt mit einem aktuellen Renault F1-Boliden duchführen.

Zu sehen sind beide Rennen live auf Eurosport, Lauf eins am Samstag um 13:00 Uhr, Lauf zwei am Sonntag um 14:15 Uhr (beide auf Eurosport 2).

AutoGP

Im Rahmenprogramm der WTCC geht am Wochenende auch die AutoGP wieder an den Start. Und ich muss ehrlich sagen: So ganz habe ich die Vorzüge dieser Serie nach den drei ersten Rennen noch nicht durchschaut. Klar, die umgebauten alten A1GP-Boliden haben ihren Reiz. Gleichfalls die Liveübertragung auf Eurosport. Aber: Den Eindruck, dass es dabei wirklich um etwas geht, konnte bisher noch keines der Rennen erwecken. Und das liegt nicht nur daran, dass auch die Eurosport-Kommentatoren Dirk Adorf und Uwe Winter nicht den Eindruck machen, als könnten sie mit dieser Serie besonders viel anfangen. Auch sonst vermag die Kombination aus Jungtalenten, die in anderen Serien meist nicht vorne dabei waren und älteren italienischen Bezahlfahrern nicht wirklich so begeistern. Im Vorjahr hatte man immerhin noch Romain Grosjean – in  diesem Jahr muss GP2 Urgestein Luca Filippi als Favorit herhalten.

So richtig bestätigt hat er diese Favoritenrolle mit Rang fünf in der Meisterschaft (39 Pukte) aber nicht. Stattdessen führt der bislang eher unbekannte Giovanni Venturini (49) vor Kevin Ceccon (45). Dritter ist Sergei Afanasiev (40), bekannt aus der Formula Master und der Formel 2. An Rang vier liegt der ebenfalls vor einiger Zeit als Talent gehandelte Adrien Tambay (39).

Kleine Kuriosität an diesem Wochenende: Beide Rennen finden am Sonntag statt. Lauf eins (9:45 Uhr) ist auf Eurosport 2 zu sehen, Rennen zwei (13:45 Uhr) in der Pause zwischen den beiden WTCC-Rennen auf Eurosport International und HD.

flattr this!

April 15 2011

15:51

Vorschau: Start in den Formel-Sommer

Auch die Nachwuchsklassen erwachen langsam aus dem Winterschlaf. Nachdem vor zwei Wochen schon die F3 Euroseries ihr erstes Rennen gezeigt hat, beginnen am Wochenende die Saisons der Formel Renault 3.5, Formel 2 und der britischen F3.

Ein spannendes Jahr dürfte uns vor allem in der Formel Renault 3.5 bevorstehen, wo 2011 gleich eine ganze Reihe talentierter Fahrer an den Start gehen wird. Neben Vorjahres-Vizemeister Daniel Ricciardo treten auch der überzeugende Meister der britischen F3 2010, Jean-Eric Vergne, der ehemals so hoch gehandelte Brendon Hartley, US-Hoffnung Alexander Rossi und Robert Wickens in der Serie an. In der Formel 2 wird sich die Spannung eher auf einen anderen Sachverhalt konzentrieren: Schafft es die von Jonathan Palmer geleitete Juniorklasse, sich mit  generalüberholtem Rennformat und neuem TV-Partner als ernsthafte Alternative für junge Talente zu positionieren – oder droht am Ende der Saison das Aus? Und schließlich startet auch noch in Monza die britische Formel 3 ihren Versuch, die F3 Euroseries an der Spitze der internationalen F3-Serien abzulösen.

Formel Renault 3.5

Nach einem eher mauen Nachwuchs-Jahrgang 2010 ist in diesem Jahr wieder ein deutlicher Aufwärtstrend zu erwarten. Denn nicht nur in der GP2 sind eine ganze Menge vielversprechender Jungtalente am Start – das Starterfeld der Formel Renault 3.5 hat alle Vorzeichen, über einen mindestens ebenso großen Talentepool zu verfügen.

An erster Stelle muss wohl Red Bull Junior Daniel Ricciardo genannt werden. Der Australier hätte sich bereits im vergangenen Jahr fast im Kampf um den Titel durchgesetzt. Außerdem konnte er bei den Formel 1 Juniortests Ende 2010 im Red Bull auf der ganzen Linie überzeugen. Weil aber weder bei Red Bull Racing noch bei Toro Rosso derzeit ein Platz frei ist, hat ihm Dr. Helmut Marko eine weitere Saison in der Formel Renault 3.5 verordnet. Da Ricciardo aber gleichzeitig offizieller Ersatzfahrer beider Red Bull-Teams ist, muss er bei allen F1-Wochenenden vor Ort sein – damit ist er zum Saisonauftakt im Motorland Aragon schon einmal nicht am Start. Seinen Wagen wird interimistisch der Schotte Lewis Williamson übernehmen. Sollten Jaime Alguersuari oder Sebastian Buemi heuer nicht auf der ganzen Linie überzeugen, könnte Ricciardo gerüchteweise die Formel Renault 3.5 Mitte des Jahres endgültig in Richtung Formel 1 verlassen.

Favorit auf den Sieg ist dann wohl der ebenfalls von Red Bull unterstützte Jean-Eric Vergne. Der aktuelle Meister der britischen F3 – übrigens der erste Franzose, der diesen Titel trägt – hat schon 2010 bei seinen Gastauftritten in der Serie geglänzt. Wenn er sich 2011 nicht wieder an der Spitze des Feldes findet, wäre das wahrscheinlich für ihn und Sponsor Red Bull bereits eine Enttäuschung.

Bei den Testfahrten vor der Saison konnte allerdings ein anderer alter Bekannter überzeugen: Der Kanadier Robert Wickens, 2009 in der Formel 2 und 2010 in der GP3 glücklos aber schnell unterwegs, war sowohl im Nassen als auch im Trockenen an der Spitze der Zeitenlisten zu finden. Für Wickens ist die Saison wohl eine Art letzte Chance, sich für die Formel 1 zu empfehlen. 2008 war er als 18-Jähriger schon einmal in der Formel Renault 3.5 unterwegs. Trotz eines Sieges in Silverstone beendete er das Jahr damals nur im Mittelfeld der Tabelle.

Ebenfalls auf der Favoritenliste steht der US-Amerikaner Alexander Rossi. Die Nachwuchshoffnung aus den Staaten war 2010 in der GP3 unterwegs, und dort nur recht mäßig erfolgreich. Überzeugen konnte er dagegen bei seinem bislang einzigen Auftritt in der Formel Renault 3.5. In Monaco ersetzte er im vergangenen Jahr den finanzschwachen Esteban Guerrieri, und fuhr prompt an der Spitze mit – bis er einige Runden vor Schluss das Rennen in der Leitplanken von Massenet beenden musste.

Anonsten zu beachten: Brendon Hartley, der sich nach seiner Entlassung aus dem Red Bull Juniorkader in die Serie zurückgekämpft hat, und bei den Testfahrten gut unterwegs war; Formel Renault 2.0 Meister Kevin Korjus aus Estland; Der ganz besonders von Norbert Ockenga hochgeschätzte Albert Costa – und womöglich Sten Pentus, der Überraschungsmann der vergangenen Saison.

Formel 1 Jung-Nostalgiker werden sich außerdem am neuen BVM Target Team erfreuen: Die italienische Mannschaft fungiert als eine Art inoffizielles Ferrari-Juniorteam, und wird mit Daniel Zampieri und Sergio Canamasas auch Fahrer aus dem Umfeld der italienischen Nobelmarke einsetzen. Der Clou: Das Team wird von Giovanni Minardi geleitet, dem Sohn von Gian Carlo Minardi, dem ehemaligen Besitzer des gleichnamigen Formel 1 Teams.

Los gehts am kommenden Wochenende mit zwei Rennen auf einer der besseren Tilke-Strecken, dem Motorland Aragon. Eurosport überträgt live, am Samstag um 14:00 Uhr und am Sonntag um 14:15 Uhr.

Außerdem finden im Rahmen des “World Series by Renault”-Wochenendes auch noch Rennen der Formel Renault 2.0, des Renault Megane Eurocups und des neuen Renault Clio Cups statt. Besonders die Rennen der Formel Renault 2.0 wären vermutlich einen Blick wert, geht dort doch die rekordverdächtige Zahl von 38 Autos (!) an den Start. Leider wird die Serie aber nirgendwo übertragen. Man kann wohl nur in der Wochenend-Zusammenfassung (Dienstag, 23:30, Eurosport) einen Blick auf die Läufe erhaschen. Anders verhält sich die Sache beim Megane Cup: Der wird 2011 live auf Motors TV übertragen (Samstag 15:50, Sonntag 12:15 Uhr). Außerdem stehen auch Übertragungen (allerdings mit falschen Startzeiten) im Wochenend-Programm des Eurosport Player.

Formel 2

Der 2009 mit großen Hoffnungen gestarteten Juniorklasse steht im dritten Jahr ihres Bestehens eine Schicksals-Saison bevor. Ende des Jahres läuft nämlich die Lizenz aus, die es der Serie erlaubt, sich als offizielle FIA-Nachwuchsklasse zu deklarieren. Und ob die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre unbedingt dazu angetan sind, die Motorsportbehörde zu einer Verlängerung dieser Lizenz zu bewegen, darf bezweifelt werden.

Deshalb haben sich die Verantwortlichen rund um Serienchef Jonathan Palmer wohl auch dazu entscheiden, eine Art Re-Launch zu vollziehen: Man hat sich über den Winter aus dem Rahmenprogramm der WTCC gelöst, und tritt nun selbst als “Hauptattraktion” der Formel 2-Wochenenden an. Die Trennung bedeutet auch, dass die Formel 2 fortan nicht mehr im Programm des WTCC-Veranstalters Eurosport zu sehen ist, von dem sich die Formel 2 ganz besonders stiefmütterlich behandelt fühlte. Fraglich bleibt, ob der neue TV-Partner Motors TV da einen Mehrwert bilden kann. Immerhin: Nach sporadischen Web-TV Versuchen von Eurosport soll die Formel 2 in diesem Jahr endlich flächendeckend und ohne Geo-Block auch via Internetstream verfügbar sein.

Fahrerisch hat sich in der Serie über den Winter nur erstaunlich wenig getan. Kevin Snoeks, Mihai Marinescu, Will Bratt, Benjamin Lariche, Jack Clarke, Tobias Hegewald und und Natalia Kowalska stellen nur eine Auswahl jener Piloten dar, die 2011 eine weitere Saison in der Formel 2 absolvieren werden. Dazu kommt nach einem erfolglosen Jahr in der GP3 Meisterschaft Mirko Bortolotti, der schon 2009 den vierten Platz in der (damals noch etwas stärker besetzten) Formel 2 errungen hat.

An neuen Talenten wird man wohl am ehesten noch den Briten James Cole (den zweiten der “National Class” in der britischen F3), den Spanier Miki Monras (2010 Zehnter in der GP3) und den Schweizer Christopher Zanella (sechster der italinischen F3 des Vorjahres) beachten müssen.

Auch 2011 nicht im Spitzenfeld zu erwarten ist dagegen eine ganze Riege von Pay-Drivern. Da wäre etwa der 38-jährige bulgarische Millionär Plamen Kralev, der zwar ein sympathischer Motorsport-Botschafter seiner Heimat sein mag, aber wohl nur noch schwer als Nachwuchspilot zu verkaufen ist. Außerdem die beiden Inder Parthiva Sureshwaren und Armaan Ebrahim, beide schon seit einigen Jahren ohne große Erfolge in diversen Nachwuchsklassen unterwegs. Zumindest Ebrahim hat in der vegangenen Saison aber gelgentlich den Eindruck hinterlassen, dass er sich zu einer Art Pedro Diniz der Formel 2 mausern könnte – ein Pay-Driver, der sich im Laufe der Zeit zu einem durchaus soliden Piloten entwickelt. Komplettiert wird das Feld vom Koreaner Sung-Hak Mun, als dessen bisher größte Errungenschaft die Website der Formel 2 mitteilt, er sei Testfahrer des koreanischen A1GP-Teams gewesen.

Nur um es noch einmal klarzustellen: Als Freund von Underdogs würde es mich sehr freuen, wenn einer der zuletzt genannten Fahrer sich im Laufe der kommenden Saison wieder Erwarten doch als motorsportliche Erfolgsgeschichte erweisen könnte. Gleiches gilt für die Serie an sich. Leider stehen die Vorzeichen aber in beiden Fällen nicht besonders gut.

Zum Saisonauftakt am Wochenende stehen zwei Läufe in Slverstone auf dem Programm. Zu sehen sind, wie oben erwähnt, beide Rennen live bei Motos TV und im offiziellen Stream auf formulatwo.com. Rennen 1 startet am Samstag um 14:50 Uhr, Lauf zwei am Sonntag um 15:35 Uhr.

Britisch F3

International wie schon lange nicht mehr präsentiert sich zum Saisonstart die britische Formel 3 Meisterschaft. Vier der zehn Veranstaltungen 2011 werden außerhalb Großbritanniens ausgetragen, der Saisonstart findet symbolhafterweise in Monza statt. Überhaupt hofft man bei der traditionsreichen Nachwuchsklasse darauf, von den aktuellen Problemen der F3 Euroseries zu profitieren.

Ein neuer TV-Vertrag ist leider nicht Teil der Wachstumspläne. Die Läufe der Serie werden daher auch in der aktuellen Saison nicht live zu verfolgen sein, sondern lediglich eine Woche nach Austragung als Relays am britischen Channel 4; Danach – in einer etwas längeren Version – auf Motors TV. Fans mit einer britischen IP-Adresse können sich die Zusammenfassungen außerdem wohl auch 2011 wieder auf dem offiziellen Youtube-Kanal ansehen.

Und trotzdem werden wir von der britischen Formel 3 in diesem Jahr etwas mehr zu sehen bekommen. Denn wie auch bei der F3 Euro und dem deutschen F3 Cup qualifiziert die Teilnahme an der Serie zum Start in der neu gegründeten F3 International Trophy. Die meisten Starter werden daher auch mindestens einmal im deutschen Fernsehen auftreten – beim Lauf der F3 Euro in Hockenheim, der gleichzeitig den ersten Durchgang der International Trophy darstellt. Ob auch die anderen Stationen der internationalen Meisterschaft (Spa, Pau, Zandvoort, Macao und Korea) im Fernsehen übertragen werden, ist noch unklar. Zumindest Macao lief 2010 ziemlich überraschend bei n-tv.

Bei den Fahrern sticht ein prominenter Name aus der Masse heraus: Kevin Magnussen, Sohn des ehemaligen Formel 1 Fahrers Jan und Dritter des deutschen Formel 3 Cups 2010. Außerdem aus anderen Serien (vor allem aus der Formel BMW) bekannt sich etwa Felipe Nasr (dem Autosport in dieser Woche ein eigenes Special widmet), William Buller, Lucas Foresti, Rupert Svendsen-Cook, Jack Harvey oder Jazeman Jaafar. Den Großteil der Piloten kenne ich allerdings zu wenig, um mir ein Urteil über ihre Fähigkeiten zu erlauben – man wird also die ersten ein, zwei Rennen abwarten müssen, um zu sehen, wer ernsthaft um die Meisterschaft mitfahren kann. Aber das ist ja auch mal ganz nett…

February 23 2011

07:07

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der Formel 1 Lauf in Barcelona könnte im Jahr 2012 zum letzten Mal stattfinden. Zwar geht der Vertrag der Rennstrecke mit der FOM noch bis 2016 – der katalanische Regierungspräsident Artur Mas hat allerdings gegenüber der Tageszeitung El País erklärt, dass die Finanzierung nur noch für die nächsten zwei Rennen gesichert sei. Damit steht neben dem Lauf in Valencia, der angeblich Probleme hat, der Formel 1 die Startgelder zu überweisen auch das zweite Rennen in Spanien auf der Kippe. (Vorsicht)

# Das Finale der IndyCar Saison 2011 wird am 16. Oktober am Las Vegas Motor Speedway stattfinden. Das haben die Veranstalter, wie allgemein erwartet, auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend bekanntgegeben. Überraschend ist dagegen das Konzept für das 200 Runden-Rennen: Die INDYCAR schreibt nämlich ein Preisgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar aus, das ausbezahlt wird, sofern ein Fahrer aus einer anderen Serie den Lauf gewinnen sollte. Welche Piloten man für dieses All-Star Konzept gewinnen will, ist allerdings ungewiss. Der Sprint Cup fährt am 15. Oktober in Charlotte ein Chase-Rennen. Es scheint also eher unwahrscheinlich, dass sich einer der großen NASCAR-Stars den Start in Las Vegas antut. Immerhin sollten zum Finale 2011 etwas mehr Fans vor Ort sein: Denn die ersten 80.000 Besitzer eines beliebigen IndyCar Tickets für 2011, die sich bei den Organisatoren melden erhalten gratis Eintritt zum Rennen in Las Vegas. (Vorsicht)

# Jules Bianchi hat die Meisterkrone in der GP2 Asia errungen. Das scheint im Moment zumindest sehr wahrscheinlich. Denn mit der Absage/Verschiebung des Formel 1-Rennens in Bahrain ist nun klar, dass dort auch die GP2 Asia nicht fahren wird. Weil der mäßig üppige Kalender dieser Serie nur drei Veranstaltungen umfasst, wäre der Franzose nach nur einem Lauf in Abu Dhabi Champion 2011. Ganz fix ist das aber bisher noch nicht: Eine Ersatzveranstaltung für zumindest eines der beiden Wochenenden steht nämlich noch im Raum – die GP2 Asia hält sich zur Zeit noch bedeckt. (Vorsicht)

# Die WTCC nähert sich langsam dem Start der neuen Saison, und das Fahrerfeld beginnt Formen anzunehmen. Team Engstler hat schon vor einiger Zeit die Verpflichtung von Kristian Poulsen, Marchy Lee und Engstler selbst bekannt gegeben, diese Woche waren Sunred und Proteam dran. Sunred wird 2011 mit sechs Wagen starten: Wieder dabei ist Gabriele Tarquini, der sich mit dem russischen Rennfahrer Aleksei Dudukalo die Sponsorenunterstützung von Lukoil teilen wird. Tiago Monteiro, Michel Nykjaer und Pepe Oriola werden in den Farben von Sunred Engineering antreten, Fredy Barth für SEAT Swiss Racing. Der Marokkaner Mehdi Bennani greift für Proteam ins Lenkrad, wo Fabio Fabiani und GP2-Veteran Javier Villa seine Teamkollegen sein werden. Eine Auflistung aller schon bekannten Fahrer (Stand Montag 21. 2.) gibt es in der provisorischen Entry-List bei den Kollegen von touringcartimes.com (Vorsicht)

# Neuigkeiten gibt es auch zu den Strecken: In Suzuka wird die WTCC, wie aus der Streckengrafik auf fiawtcc.com hervorgeht, auf der Kurzanbindung antreten. Das ist einerseits sinnvoll, denn die gesamte Strecke wäre für die Tourenwagen vielleicht wirklich etwas zu lang gewesen. Andererseits besteht der aktuelle Entwurf nur noch aus den Esses und der Zielgeraden. Das ist einerseits mit etwa 2 Kilometern dann etwas gar kurz, und verspricht auch nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten. Aber da gelten bei den Tourenwagen ja ohnehin andere Gesetze – ob es die richtige Entscheidung war, wird wohl erst das Rennen im Oktober zeigen. Ganz andere Probleme gibt es in Marokko – dort könnte nämlich das ganze Rennen wegen “finanzieller Probleme” vor der kurzfristigen Absage stehen. (Vorsicht)

# Und damit nochmal zur IndyCar Series, wo sich auch das Transferkarussell weiterhin fleißig dreht: So soll Simon Pagenaud, 2007 sehr ordentlich in der ChampCar Serie unterwegs, und im vergangenen Jahr für den ALMS-Erfolg des Highcroft Teams mitverantwortlich über einen Vollzeit-Vertrag für 2011 verhandeln. Wie er speedtv.com verraten hat, ist er mit mehreren Teams in verheißungsvollen Gesprächen. Um welche Mannschaften es sich dabei genau handelt, wollte er allerdings nicht verraten. Nur soviel: Highcroft, denen man für 2012 ebenfalls IndyCar-Ambitionen nachsagt ist nicht darunter. (Vorsicht)

# Twitter-Gerüchte sprechen außerdem davon, dass Oriol Servia bei Newman-Haas untergekommen sein soll. (Vorsicht)

# Und Sam Schmidt Racing hat bestätigt, dass man 2011 in Texas, Kentucky und Las Vegas mit dem neuseeländischen Indy Lights Veteran (und Meister 2005) Wade Cunningham an den Start gehen wird. (Vorsicht)

# Die amerikanische Tochter des deutschen DHL Konzerns wird zukünftig Hauptsponsor von Ryan Hunter Reays Auto. Zusätzlich wird man als Nebensponsor von Mike Conway auftreten. (Flo aus N)

# Das Indy 500 wirft seine Schatten voraus. Im kommenden Jahr werden sie allerdings etwas kürzer sein. Denn die IndyCar Series gab bekannt dass man die Startzeit um eine Stunde von Ein auf Zwölf Uhr vorverlegen will. (Flo aus N)

# Auch in der DTM werden im kommenden Jahr einige Cockpits neu besetzt: Audi hat in der vergangenen Woche die Verpflichtungen von Formel 3 Euroseries-Meister Edoardo Mortara, des ehemaligen GP2 und A1GP Piloten Felipe Albuquerque (zuletzt in der italienischen GT Meisterschaft unterwegs) und der schweizer Formula Master und GT1-Pilotin Rahel Frey bekanntgegeben. (Vorsicht)

# Die GP3 Series ist seit gestern ebenfalls um einen Fahrer reicher: Der erst sechzehnjährige Neuseeländer Mitch Evans wird in der kommenden Saison ein Auto des Arden Teams pilotieren. (Vorsicht)

# Gute Neuigkeiten für GT1-Fans: Die Sportwagenserie wird auch im kommenden Jahr wieder live auf Sport 1 zu sehen sein – zumindest dann, wenn man der Programmvorschau auf der Homepage des Senders glauben schenken darf. (Vorsicht)

# Und die Superleague Formula hat in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass man im Laufe der kommenden Tage die (Renn-)Teams für die kommenden Saison bekannt geben will. Angeblich haben 14 Mannschaften Interesse gezeigt. Da die SLF aber mit maximal 20 Autos an den Start gehen will, und jedes Team zumindest zwei Autos einsetzen muss, werden wohl einige außen vor bleiben. Interessanter als diese Ankündigung war aber eine Bemerkung von Serienchef Robin Webb am Rande der Pressemeldung, wonach die SLF “fünf Überseerennen auf vier verschiedenen Kontinenten” abhalten will. Geht man davon aus, dass zwei dieser Veranstaltungen in China stattfinden werden, bleiben noch drei weitere Austragungsorte übrig. Eines davon soll, wie berichtet, angeblich in Taupo, Neuseeland stattfinden. Über die Austragungsorte der anderen beiden Läufe gibt es bisher noch nicht einmal Gerüchte. Daher setze ich selbst eines in die Welt: Ein Lauf in Südamerika, wo ja gleich mehrere in der Serie vertretene (Fußball)-Teams herkommen würde sich gewiss anbieten. (Vorsicht)

# Auch in “Ferner liefen” noch unter “ferner liefen”: Der Inder Armaan Ebrahim wird auch in der kommenden Saison wieder in der Formel 2 antreten. Viel interessanter ist das schon die (meines Wissens nach) erste Onboard-Runde vom neuen Snetterton 300 Circuit, die vor ein paar Tagen ebenfalls auf der Homepage der Serie gepostet wurde. (Vorsicht)

# Verdächtig ruhig ist es in den vergangenen Wochen um die angeblich geplante A10 World Series geworden. Die verheißungsvollen aber inhaltsarmen Updates auf der Serienhomepage sind schon vor einigen Wochen verstummt, seither gab es keine neuen Meldungen mehr. Die Fanseite A10 GPGrid will nun immerhin von angeblichen Insidern ein Update bekommen haben: Die Pläne für die Serie sind demnach ungebrochen, die Verhandlungen rund um die Hinterlassenschaften der A1GP ziehen sich aber stärker als geplant in die Länge. (Vorsicht)

January 19 2011

10:46

Ferner liefen: Die Newshappen

// Zu Beginn etwas in eigener Sache. Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir bei der Wahl zum “Sportbloggerbeitrag des Jahres 2010” den ersten Platz belegt haben. Das ist, angesichts der sehr guten Konkurrenz und dem Umstand, dass wir als einziges “Nicht Fußballblog” nominiert waren, dann doch eine schöne Überraschung. Der Dank geht an die Community und Leser des Blogs für die ganzen Stimmen, die für uns abgeben wurden, und an Trainer Baade für die gesamte Aktion. Das wir die Abstimmung gewinnen konnten zeigt auch, dass wir mit unserem Anspruch an die Berichterstattung und Qualität der Beiträge richtig liegen. Und da machen wir natürlich weiter :) Don

// Lotus Renault (alt) und Lotus Renault (neu) treffen sich nächste Woche vor Gericht in London, um zu klären, wer sich denn nun Lotus nennen darf. Ich vermute mal schwer, dass es keine befriedigende Entscheidung geben wird, da beide einen Rechtsanspruch haben. Lotus (alt) weil sie die Namensrechte am F1 Team haben, Lotus (neu) weil sie die Namensrechte an Straßenwagen halten. Das wird so oder so Tränen geben am Ende. Gleichzeitig hat Lotus (neu) Probleme mit der neuen schwarz/goldenen Lackierung. Die soll an das alte Team erinnern, aber der Name des Sponsors ist halt auch noch im Sinn. Da es die Marke noch gibt, könnte sich Lotus-Renault dem Vorwurf aussetzen, dass sie heimlich Werbung machen. Die Problematik hatten wir 2010 schon mal, als man Ferrari vorwarf, dass diese mit dem Barcode von Marlboro durch die Gegend fahren. Und die Lackierung von Renault ist ja noch deutlicher. Schwer zu sagen, wie das ausgehen wird, aber so vom Bauchgefühl her könnte Renault Ärger bekommen. Don

// Der geplante GP in Rom ist abgesagt. Bernie Ecclestone hat den Veranstaltern gesagt, dass es dort kein Rennen geben wird. Nachvollziehbar, der Kalender ist eh voll, mit Russland und den USA kommen zwei weitere Strecken und schon jetzt ist klar, dass vermutlich die Türkei, Spa oder Australien dafür über die Klinge springen werden müssen. Don

// Fairuz Fauzy, bisher Testfahrer bei Lotus, hat einen neuen Vertrag. Bei Lotus. Also Lotus-Renault (neu). [Ich muss mir dringend was überlegen, wie ich die beiden Teams sprachlich auseinander halte, das gibt sonst noch ein Unglück. Vielleicht mache ich es so, wie britische Presse, die das Lotus in "Lotus Renault" konsequent schlabbert, obwohl mittlerweile mehr Lotus als Renault im Team ist.] Don

// Kleine Änderung im GP3-Kalender. Zur allgemeinen Überrschung wird die Juniorenserie wohl aller Voraussicht nach auch in Monaco an den Start gehen. Eine letztgültige Bestätigung dieses Rennens steht allerdings noch aus. (Vorsicht)

// Mixed Messages aus der Superleague Formula: Serienorganisator Robin Webb hat in einem Interview (Video ist Niederländisch, Interview aber auf Englisch) mit einem niederländischen TV-Sender zugeben müssen, dass erst vier Termine auf dem Kalender für 2011 wirklich fix sind. So ist unter anderem das Deutschland-Rennen auf dem Nürburgring aus dem Kalender gefolgen, weil am geplanten Renntag schon die WSbR dort unterwegs ist – Ersatz könnte ein Lauf in Magny-Cours sein. Auch eine Veranstaltung in Brünn ist offenbar angedacht. Immerhin: Eine Verkleinerung des Kalenders steht deshalb offenbar nicht im Raum, Webb rechnet weiter mit zwölf Rennen. Außerdem angekündigt: Neue Fußballclubs (insgesamt 20 Autos) und bekannte Fahrer. (Vorsicht)

// Und gleich weiter mit etwas dubiosen Formelserien: Die geplante A10 World Series hat entgegen ihrer Ankündigung auf Twitter am Mittwoch doch keine Pressekonferenz abgehalten. Stattdessen gab es auf der Homepage nur ein paar kryptische Hinweise. Bis jetzt bekannt: Ein Bild vom Motor, den Kenner als Judd GV 5 (aus der LMS) erkannt haben wollen. Außerdem wurde im Laufe der Woche auf der Homepage enthüllt, dass die Serie 10 Rennwochenenden mit je zwei Rennen auf Strecken rund um den Globus abhalten will. Genannt werden als Austragungsorte allerdings keine konkreten Länder oder gar Strecken, sondern nur Kontinente – was die Glaubwürdigkeit der neuen Rennklasse nicht wirklich erhöhrt. Angeblicher Hintergrund des erratischen Verhaltens sind die anhaltenden Gerichtsstreitigkeiten um die Schulden der A1GP, deren Chassis und Konzept die A10WS verwenden möchte. Gerüchten zufolge wollten der Verantwortlichen die Serie vergangene Woche auf der Autosport International Show vorstellen, mussten die Ankündigung dann aber aus rechtlichen Gründen wieder absagen. Für heute waren weitere Neuigkeiten rund um das Rennformat angekündigt, bis zur endgültigen Vorstellung der Serie sollen nun aber noch ein paar Wochen vergehen. Bis dahin ist wohl eine gehörige Portion Skepsis durchaus angebracht. (Vorsicht)

// Zurück auf etwas sichererem Grund gibt es bei der IndyCar Series weiter einige Fahrerspekulationen, diesmal um zwei alte Bekannte. Einerseits soll Katherine Legge an einem Vertrag über einige Renneinsätze in der kommenden Saison verhandeln, dem Vernahmen nach mit HVM. Andererseits ist wohl Andretti Autosport grade damit beschäftigt, ein Sponsorenpaket für Formel 2 Meister 2009 und Virgin-Tester 2010 Andy Soucek zusammenzustellen. Außerdem könnte James Rossiter auf den Straßenkursen einen dritten Lotus (neben Sato und Viso) pilotieren. Milka Duno werden wir dafür womöglich nicht wiedersehen: Renndirektor Brian Barnhard soll zwar auf Intervention von Dale Coyne Dunos Startverbot für 2011 in ein Startverbot auf Straßenkursen umgewandelt haben. Duno selbst scheint aber das Interesse zu fehlen: Die Venezoelanerin dürfte sich derzeit eher in Richtung ARCA orientieren. (Vorsicht)

// Nach eher schlechten Zeiten in Sachen festes Cockpit hat James “Catweazle” Thompson endlich mal wieder einen Vertrag für eine Saison. Volvo hat ihn für ein Jahr in der STCC verpflichtet. Warum Volvo den in England überaus beliebten Thompson in der STCC einsetzt und den sicher nicht schlechten, aber unbekannten Robert Dahlgren in der BTCC, ist dann auch einer dieser Fragen, bei denen man sich am Kopf kratzt. So wird man auf das Duell Plato/Thompson verzichten müssen. Bekommt aber in der STCC das nicht minder interessante Duell Rydell/Thompson serviert. Der Alt-Meister aus Schweden wird 2011 von Chevrolet eingesetzt. Könnte sich 2011 also lohnen, mal die Suche nach einem Stream der STCC zu starten. Don

// In der WTCC haben sich Franz Engstler und Kristian Poulsen entschlossen, die neue Saison gemeinsam anzugehen. Die Anschaffung der neuen, 1.6 Liter Motoren dürfte für die Independents auch nicht gerade billig werden. Don

// Viele News aus den Le Mans-Serien momentan, was daran liegt, dass heute die Frist für ILMC-Entries und Bewerbungen für die 24h endet. Ausgezahlt hat sich die starke Performance der letzten Jahre in der ALMS und in Le Mans für den Honda-Sport-Ableger HPD. Das britische Team Ray Mallock Ltd., in den letzten Jahren stets mit Lola-Chassis unterwegs, wechselt für den Versuch, seinen Titel in der LMS-LMP2 zu verteidigen, als zweites europäisches Team neben Strakka auf das weiterentwickelte HPD ARX-01d-Chassis, nachdem man den dazugehörigen Motor ja bereits 2010 nutzte. Das Fahrertrio aus Ex-Stig Ben Collins, Tommy Erdos und Mike Newton bleibt unverändert. Stefan

// Pegasus Racing wird in der LMS ebenfalls einen Honda-Motor einsetzen, und zwar in einem Courage LC75-Chassis (das ja der Urahn des HPD ARX01 ist). Hinzu kommt ein Fahrzeug in der Formula Le Mans-Klasse, außerdem hat man für den kommenden Montag News bezüglich eines elektrischen Zero Emission-Prototypen (!) angekündigt, der angeblich in Zusammenarbeit mit einigen großen Unternehmen entwickelt werde. Stefan

// Außerdem hat Nick Wirth erklärt, dass seine Firma den bewährten ARX01 unter dem Buchstaben ‘e’ für die LMP1 aufgerüstet hat. Noch hat sich allerdings offiziell kein Team zum Einsatz dieses Fahrzeuges bekannt. Möglicherweise könnte Highcroft Racing den Einsatz des Wagens in der ALMS planen. Das Team von Duncan Dayton arbeitet noch daran, das nötige Geld für die Fortsetzung seines Engagements dort zusammenzutragen, hat jedoch via Twitter angekündigt, dass man bald große Neuigkeiten verkünden möchte. Deren Vorjahres-Pilot David Brabham ist allerdings nach eigener Auskunft bisher ohne Job für 2011. Stefan

// Das Einzelstück-Chassis des französischen Herstellers Norma, das Pegasus Racing 2009 vereinzelt fuhr, wird dieses Jahr vom französischen Team Extrême Limite eingesetzt. Dieses versuchte sich bisher in der VdeV-Serie, in der auch überwiegend Norma-Prototypen eingesetzt werden. Der M200P, der das erste Fahrzeug war, dass nach dem neuen LMP2-Reglement für 2011 gebaut wurde, wird mit dem neuen Judd-Motor ausgerüstet werden, Fahrer bei der ersten Testsession wird Fabien Rosier sein, der 2009 bereits ein Rennen für DAMS in der Formula Le Mans erfolgreich bestritt. Stefan

// Das belgische Team Kronos hat sich um einen Startplatz für die 24h von Le Mans beworben, und zwar mit dem private Lola-Aston Martin-LMP1, 2010 von Signature Plus auf die Rennstrecke gebracht. Kronos war im vergangenen Jahrzehnt in diversen Rallye-Mesiterschaften unterwegs, nachdem sie 1999 und 2000 die 24h von Spa gewannen. Vanina Ickx soll wieder am Steuer des Wagens sitzen. Allerdings wird man wohl in keiner der dazugehörigen Serie antreten. Stefan

// Das neugeformte italienische Familienteam Rangoni Motorsport wird in der LMP1-Klasse der LMS einen Zytek 09SH an den Start bringen, der im Laufe der Saison auch mit der Zytek-Hybridtechnologie ausgerüstet werden soll, was sich auch vorteilhaft auf die Le Mans-Bewerbung auswirken könnte. Zytek präsentierte seine Hybrid-Technik als erstes Team 2009 in der ALMS, als Corsa Motorsport den Wagen bei drei Läufen mit Johnny Mowlem und Stefan Johansson am Steuer einsetzte. Trotz Handlingsproblemen reichte es dabei zu drei Zielankünften einschließlich eines dritten Ranges. Stefan

// Nissan kehrt mit einem V8 nach Le Mans zurück. Man wird einen 4.5 Liter V8 ohne sonstigen Schnickschnack für die LMP2 liefern. Auf der Webseite der LMS gibt es einen kurzen Text auf französisch zum Thema. Interessant ist allerdings der angegebene Preis des Motors: Nissan will 75.000 Euro pro Motor haben, eine Revision wird nach 6000km fällig. Wenn man bedenkt, dass ein Chassis von der Stange gerne in Richtung 150.000 Euro geht, kann man sich ausrechnen, dass mit allem Zusatzkrempel (Reifen, Mechaniker, Ersatzteile usw.) ein Einsatz bei den 24H nicht mehr unter 500.000 Euro zu haben ist. Lustigerweise habe ich die Tage eine Doku über das 82er 24H Stunden Rennen gesehen. Dort bezifferte der Teamchef von Cooke Racing den Einsatz eines (damals) neuen Gruppe C Lola T610 und eines Porsche 935 K3 auf rund 750.000 Dollar. Der Wechselkurs DM/Dollar stand 82 bei ca. 2.40 DM, also locker umgerechnet 1.20 Euro, was dann damals also umgerechnet 900.000 Euro gewesen wären. Offensichtlich ist der ACO mit seiner rigiden Preispolitik für die LMP2 auf einem guten Weg. Don

// In der NASCAR gibt es Überlegungen, dass man das verwirrende Punktesystem ändert. Statt dreistelliger Punkte, soll es 43 Punkte für den Sieger geben, dann jeweils einen Punkt weniger für die folgenden Plätze. Bonuspunkte soll es weiterhin geben. Damit will man den Kampf an der Spitze und vor allem um die 12 Chaseplätze spannender gestalten. Platz 11 und 12 im Chase sollten angeblich ab dieser Saison an die Fahrer gehen, die zwar Rennen gewonnen haben, aber nicht im Chase platziert sind. Die NASCAR wird sich mit dem neuen System, sollte es denn kommen, nicht gerade beliebt machen. Die SEHR in ihre Statistik verliebten Amis werden Zeter und Mordio schreien, weil damit dann (ähnlich wie in der Formel Eins) alle Punkte-Statistiken für die Zukunft hinüber sind. Don

// Dave Blaney fährt für Tommy Baldwin Racing (TBR) die gesamte Cup-Saison 2011. Dürfte aber oft ein Start ‘n Park Einsatz werden.

//Eben frisch reingekommen und deshalb nur kurz gemeldet: ServusTv hat wohl die NASCAR-TVRechte im gleichen Umfang wie 2010 erworben. Das heißt 45 Minuten lange Zusammenfassungen der Rennen plus eine Saisonvorschau und einen Jahresrückblick. Auch wieder geben wird es erfreulicherweise die selbstproduzierten Sondersendungen an den rennfreien Wochenenden. Der Sendeplatz bleibt wohl auch der Gleiche, also Montags gegen 23.00 Uhr. Chaos

January 16 2011

08:27

Talente: Auf wen man 2011 achten muss

2010 war nicht das Jahr der Junioren. In kaum einer Nachwuchsklasse konnte ein Fahrer so wirklich herausstechen. Wer etwas genauer hinsieht, findet trotzdem einige Talente.

Pastor Maldonado, Sergio Pérez und Jerome D’Ambrosio haben es geschafft: Sie sind aus den unteren Ligen des Motorsports zu einem Stammplatz in der Formel 1 emporgestiegen. Was dabei auffällt: Alle drei Neueinsteiger kommen auch in der Saison 2011 wieder aus der GP2. Ebenfalls aus den Ecclestone-nahen Nachwuchsklassen kommen die Testfahrer Jules Bianchi (Ferrari/GP2), und Esteban Gutierrez (Sauber/GP3). Einzig Valtteri Bottas (Williams/F3 Euro) und Daniel Ricciardo (RBR/Formel Renault 3.5) konnten sich aus anderen Klassen in die Nähe der F1 hinaufarbeiten. Und trotzdem: Im Vergleich zu früheren Jahren schien die GP2-Talentdichte 2010 etwas dünner. Dafür konnten sich in den anderen Klassen ein paar Fahrer für höhere Aufgaben empfehlen.

GP2

Womöglich ist die GP2 ein Opfer ihres eigenen Erfolges: In den ersten fünf Jahres ihres Bestenens haben es immer alle drei Erstplatzierten in die Formel 1 geschafft (mit Ausnahme von Alexandre Prémat, dem Dritten 2006) – auch, wenn manche (Speed, Piquet, Jr., Pantano) mittlerweile nicht mehr dabei sind. Für eine Nachwuchsklasse wie die GP2 heißt das: Man muss jedes Jahr wieder drei gute Piloten finden, die in der Formel 1 mithalten können. Und während man in den ersten paar Jahren des Bestehens auf ein Reservoir an guten Fahrern zurückgreifen konnte, muss man mittlerweile erkennen: So viele neue Topfahrer gibt es nicht jedes Jahr. Und so war die Konkurrenz in diesem Jahr vielleicht etwas geringer.

Womit ich die Leistungen der drei Erstplatzierten nicht schmälern will. Pastor Maldonado wird meiner Ansicht nach etwas unterschätzt – er hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass er an guten Tagen durchaus mit der Spitze der GP2-Piloten mithalten konnte, seine Leistungen 2010 waren zum Teil ziemlich beeindruckend. Und auf Stadtkursen scheint er überhaupt über sich hinauswachsen zu können. Allerdings dürfte er (so wie etwa auch Vitaly Petrov) Probleme haben, seinen Speed unter allen Bedinungen zu zeigen. Man wird wohl abwarten müssen, was er aus seiner Williams-Chance macht. Es besteht das Potenzial für Überraschungen – aber auch zur großen Enttäscuhung.

Noch etwas höher als den Venezuelaner schätze ich allerdings Sergio Pérez ein. Der Mexikaner hat in der britischen F3 seinen Speed beiweisen. Und mit etwas weniger Rennpech wäre jetzt wohl er GP2-Meister 2010. Allerdings mangelt es ihm noch an Erfahrung. Und mit Kamui Kobayashi hat er in der ersten Saison einen denkbar schwierigen Partner: Der Japaner ist fahrerisch schnell und aggressiv – als Teamkollege also eine hohe Messlatte. Oft haben junge Fahrer mit einem solchen Teamkollegen trotzdem Glück. Nämlich dann, wenn sie, so wie Barrichello 2010 bei Williams, auch erfahren genug sind, bei Abstimmung und Weiterentwicklung des Autos zu helfen. Ob Kobayashi das in diesem Zeitpunkt seiner Karriere schon kann, bleibt abzuwarten.

Nicht ganz unerwähnt soll aber auch der Meisterschaftsdritte bleiben: Jules Bianchi, 2009 noch als das Talent der Saison gehandelt, hat ein Seuchenjahr hinter sich. Viele Fehler in Quali und Rennen, zusätzlich oft auch nicht schnell genug. Oft hatte man das Gefühl, er wäre mit den in ihn gesetzten Erwartungen ein wenig überfordert. Und dann kam auch noch der schwere Unfall in Budapest. Trotzdem: Der Fanzose hat unbestreitbar großes Talent. Wenn er uns seine Betreuer eine Möglichkeit finden, das wieder abzurufen, könnte er 2011 wieder ganz oben auf den Ergebnislisten zu finden sein.

Auf den Ehrenplätzen: Dani Clos zeigte sich im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich verbessert – in der Formel 1 sehe ich ihn trotzdem nicht. Sam Bird zeigte ein paar schöne Überholmanover, muss sich aber auch 2011 noch merklich steigern. Ach ja: Christian Vietoris war auch dabei. Und zeigte bei einigen Anlässen auch schönen Speed – für 2011 muss auch er aber noch ein wenig an seiner Konstanz arbeiten.

GP3

Das Premierenjahr für die GP3 ist nun schon seit einigen Monaten vorbei, und ich weiß immer noch nicht so richtig, was ich von der kleinen Schwester der GP3 halten soll. Die Mischung aus jungen Fahrern, Quereinsteigern aus anderen Serien (etwa der A1GP oder der SLF), Piloten aus niedrig eingeschätzten Klassen, die plötzlich Erfolg hatten (etwa Rio Haryanto) und lange bekannten Gesichtern, die sich teils unerwartet schwer taten (Alex Rossi, James Jakes, Stefano Coletti) machte es kompliziert, zu einer Einschätzung über die Leistungsfähigkeit der Klasse zu kommen. Die folgenden Beurteilungen sind also noch etwas subjektiver als sonst.

Eines scheint aber unbestreitbar: Es war das Jahr des Esteban Gutierrez. Es ist schon lange her, dass ein Pilot eine gehobene Serie derart nach beliben dominierte, wie der Mexikaner im vergangenen Jahr die GP3. Auf Basis dessen scheinen sein guter Ruf und der Testplatz bei Sauber völlig gerechtfertigt. Und trotzdem: Ein Blick auf seine Ergebnisse in der eigentlich doch heuer etwas geringer eingeschätzten F3 Euroserie lassen Zweifel aufkommen. Mag natürlich sein, dass ihm der GP3 Wagen einfach besser gelgen ist – als Gradmesser für die Qualität der GP3 darf man jedenfalls gespannt sein, wie es ihm im kommenden Jahr in der GP2 ergehen wird.

Fast noch schwerer ist die Einschätzung der anderen Piloten: Der von Red Bull geschasste Robert Wickens zeigte, wie schon in der Formel 2, sehr gemischte Leistungen. Mal richtig schnell, dann wieder völlig im Mittelfeld. Das kommende Jahr wird für den Kanadier wohl einie make or break Saison – zumindest was europäische Monoposti anbelangt. Bei Nico Müller ist genau das Gegenteil der Fall: Nach einem etwas mittelmäßigen Saisonstart war der Schweizer fast immer vorne mit dabei. Für den großen Spitzenplatz hat es meist noch nicht gereicht – 2011 ist ihm der aber wohl zuzutrauen. Alexander Rossi war auch etwas wechselhaft unterwegs – für ihn spricht eher seine tolle Vorstellung beim WSbR-Rennen in Monaco als die Saison in der GP3. Ich denke trotzdem, dass er seinen Weg machen wird. Schon alleine deswegen, weil er derzeit als einziger einigermaßen F1-tauglicher Amerikaner ziemlich allein auf weiter Flur steht. Und Bernie Ecclestone hätte 2012 sicher gerne einen local hero am Start.

Formel Renault 3.5

Im Grunde hätte ich die Formel Renault 3.5 (das ist übrigens nicht die “WSbR” – so heißt nämlich die ganze, aus diversen Renault-Serien bestehende Wochendveranstaltung) ja vor der GP3 einreichen sollen. Die Autos sind zweifellos näher an der Formel 1, und auch die Piloten scheinen etwas stärker.

Zumindest ein paar davon. Der bekannteste Eleve ist vermutlich Vizemeister Daniel Ricciardo, der nach Saisonende zum zweiten Mal in Folge von Red Bull zum Young Drivers’ Test in Abu Dhabi eingeladen war – und, wie auch schon 2009, überzeugen konnte. Im kommenden Jahr wird er daher bei Toro Rosso die Freitagstrainings fahren dürfen – zumindest meistens. Denn nebenher ist er auch wieder in der Formel Renault 3.5 unterwegs – und an zwei Terminen gibt es da Überschneidungen mit den Formel 1-Rennen in China und Japan. Mal sehen, was ihm bzw. seinem Arbeitgeber Red Bull da wichtiger ist.

Im meisten beeindruckt hat mich allerdings der drittplatzierte Esteban Guerrieri aus Argentinien. Gleich mehrere Rennen hat er wegen Unterfinanzierung, technischem Pech oder grenzwertig harten Disqualifikationen versäumt. Und trotzdem blieb er bis zum letzten Lauf in Barcelona im Rennen um die Meisterschaft. Für mich der wahre Meister 2010 – ein Jammer, dass er sein Talent wohl im kommenden Jahr bei den Indy Lights vergeuden muss. Silberstreif am Horizont: Dem Vernehmen nach ist auch ein IndyCar-Einsatz in Mid Ohio geplant.

Und dann ist da noch Meister Mikhail Aleshin. Der Russe hat sich zweifellos zu einem sehr soliden Piloten entwickelt, der ziemlich konstant vorne mitfahren konnte. Auch seine Nerven bekam er zunehmend in den Griff, das letzte Rennen in Barcelona war ein verdientes Meisterstück. Und trotzdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob er das Zeug zum großen Champion hat. Über die Portion Talent, die so mach anderer Pay-Driver in der Formel 1 in den vergangenen Jahren mitgebracht hat, verfügt er aber zweifellos.

Formel 2

Tja – die Formel 2. Hält leider auch nicht so ganz das, was ihr Konzept versprochen hat. Zu erhoffen war eine unterhalb der Formel 1 angesiedelte Plattform für schnelle Piloten, etwa von Schlage des oben erwähnten Esteban Guerrieri, die sich eine andere Nachwuchsklasse wegen mangelnder Sponsoren nicht leisten können.

Bekommen haben wir eine Serie, in der sich zunehmend Fahrer befinden, denen es keineswegs an Geld fehlt – dafür aber an Talent. Was etwa der 37-jährige bulgarische Millionär Plamen Kralev und der 39-jährige Bollywood-Star Ajith Kumar in einer Nachwuchsserie zu suchen haben, das muss mir erstmal jemand erklären.

Schade, denn hinter der etwas schäbigen Fasade finden sich ein paar Piloten, denen durchaus mehr zuzutrauen ist. Vor allem Meister Dean Stoneman scheint jenes Bild eines schnellen aber unterfinanzierten Piloten zu erfüllen, für die die Serie erfunden wurde. Im kommenden Jahr ist er in der Formel Renault 3.5 unterwegs – und wenn er sein Talent umsetzten kann, dann könnten wir ihn in ein paar Jahr durchaus auch in einer noch höheren Klasse sehen.

Etwas Pech hatte die Formel 2 allerdings, wen man so will, mit dessen Herausforderer Jolyon Palmer. Denn die entstandene Optik, dass nun der Sohn des Lehrers zum Klassenprimus aufsteigt, war schon etwas ungünstig. Um es nochmal klar zu sagen: Ich denke nicht, dass man bei den guten Vorstellungen des Filius von Serienorganisator Jonathan nachgeholfen hat. Die große Steigerung seiner Leisung gegenüber der vergangenen Saison hat dem Image der Formel 2 aber vielleicht dennoch nicht sehr gut getan.

Viel schlechter für den Ruf der Serie ist aber eine andere Tatsache: Dass die Formel 2 nämlich trotz der tragischen Auftaktsaison immer noch ein wenig mit der Gesundheit ihrer Piloten zu spielen scheint. Die Auftritte auf Kursen wie Marrakesch und Brands Hatch sollten längst der Vergangenheit angehören. Zumindest auf dem britischen Traditionskurs wird man dennoch auch 2011 wieder starten – ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Strecke der gleichen Betreiberfirma gehört, wie die F2 liegt nahe.

Wer die Serie trotzdem verfolgen will, muss sich im kommenden Jahr neu orientieren: Statt wie bisher auf Eurosport läuft die Serie jetzt auf MotorsTV und im Internet. Und zwar entgegen mancher Annahmen nicht wegen Unzufriedenheit von Eurosport, sondern auf Wunsch von Jonathan Palmer. Der verspricht sich von der Änderung eine gestärkte Marke und höhere Flexibilität. Ein Poker, der durchaus funktionieren könnte. Die Wahrscheinlichtkeit, dass die Serie am Ende scheitert, scheint mir aus heutiger Sicher aber mindestens genauso hoch.

Auto GP

Die Serie konnte ich leider nicht im TV verfolgen, weshalb ich mir kein endgültiges Urteil zutraue.

Zwei Bemerkungen aber trotzdem. Erstens: Der Meisterschaftssieg von Romain Grosjean, der erst mitten in der Saison in die Serie eingestiegen war, hat zwei Dinge bewiesen: Das Talent des in der Formel 1 vielleicht etwas zu unrecht geringgeschätzen Franzosen – und den Mangel an Speed des restlichen Fahrerfeldes. Zweitens: Der TV-Vertrag mit Eurosport kann dem Profil der vormals etwas dubiosen AutoGP nur gut tun. Für Racingfans ist er allemal ein Grund zur Freude. Ein Garant für tolle Piloten und langfristiges Überleben der einer Serie ist er aber nicht, wie die International Formula Master vor einigen Jahren ja schon bewiesen hat.

Formel 3 Euroseries

Man kann es mit Fug und Recht sagen: Das war keine gute Saison für die F3 Euroseries. Die finanziellen Probleme und der Fahrerschwund wurden hier im Blog ja schon mehrfach erläutert, daher gleich zum sportlichen Teil. Der leider auch nicht ganz unproblematisch ist.

Denn Edoardo Mortara ist als Formel 3-Meister schon eine etwas komische Wahl: Immerhin war der Italiener zwischen seinem ersten Auftritt in der F3 und der aktuellen Saison schon mit mäßigem Erfolg in der GP2 unterwegs. Seine Leistung 2010 ist unbestritten – ich denke dennoch, dass es ihm eher wie Andy Soucek oder Giorgio Pantano ergehen wird, die 2009 in der Formel 2 und 2008 in der GP2 ein ähnliches Erfolgerlebnis nach einem Rückschritt hatten. Und trotzdem danach in der Versenkung verschwanden.

Dass die Qualität der Fahrer und Teams im internationalen Vergleich immer noch stimmt, das hat der Auftritt der F3 Euro-Teams in Macao bewiesen. Für 2011 sind trotzdem dringend Verbesserungen hinsichtlich Zahl und Qualität der Fahrer von Nöten.

British F3

Die britische Formel 3 hat in den vergangenen Jahren so eine Art Wiederauferstehung erlebt: Nachdem sie zuvor von der F3 Euroseries ein wenig an den Rand gedrängt wurde, interessiert sich die Fachwelt nun wieder massiv für die Fahrer aus der traditionreichen Nachwuchsstaffel von der Insel. Ich selbst bin mir alledings nicht ganz so sicher, ob die Qualität der Piloten – vor allem in der Breite – wirklich schon wieder mit dem Ruf der Serie mithalten kann.

Ganz klar: Meister Jean-Eric Vergne ist ein Talent, das man im Auge bahelten sollte. Das haben auch seine ersten Auftritte in der Formel Renault 3.5 gezeigt. Ob man das selbse aber auch über seine klar besiegten Meisterschaftskonkurrenten James Calado, Oliver Webb und Adriano Buzaid sagen kann, wage ich dagegen doch zu bezweifeln. Als Fan britischer Renntradition lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren.

Formel BMW

In ihrer letzten Saison ist die einst so stolze Formel BMW fast ein wenig in Vergessenheit geraten – auch ich muss zugeben, dass ich die TV-Übertragungen nur sehr sporadisch verfolgt habe. Wenn sich zwei Fahrer aber so deutlich die Meisterschaft unter sich ausmachen, wie Robin Frijns und Jack Harvey, dann sollte man die beiden trotzdem auch in den kommenden Jahren nicht ganz aus den Augen verlieren.

Und sonst? Die Superleague Formula.

Nicht so ganz in das Nachwuchsklassen-Schema passt die Superleague Formula – und auch die Piloten, die dort antreten, haben wenig realistische Chancen auf einen beruflichen Aufstieg im Monoposto-Bereich.

Das ist aus zwei Gründen schade: Erstens deshalb, weil Fahrer wie Davide Rigon, Craig Dolby oder Max Wissel eine faire Chance verdient hätten. Und zweitens auch deshalb, weil sich die SLF im Grunde völlig unerwartet zu der Serie entwickelt hat, die die Formel 2 gerne wäre: Starke Autos, spannende Rennen – und talentierte Piloten, die sich den Einstieg in die große Welt des Motorsport leider nicht ganz leisten können. Vielleicht schaut ja doch mal jemand zu.

January 02 2011

07:58

Best of 2010: Teil Vier

Spannende Rennen, Glückspilze und spektakuläre Szenen – die Vierte. Und diesmal ohne Dach. Mein “Best of” eines außergewöhnlich interessanten Jahres 2010.

Bestes Rennen

Gar nicht so einfach! Im Rückblick eigentlich sogar ziemlich erstaunlich, wie viele tolle Rennen wir im vergangenen Jahr hatten – und das in fast allen Serien, die ich so verfolge. Am Ende gibt es für mich einen Sieger, der sicher viele überraschen wird. Aber der Reihe nach:

Bei der Formel 1 sehe ich den Lauf in Kanada wieder vorn. Auch, wenn einiges an der Spannung wegen der Reifenprobleme “küstlich” erzeugt wurde – die legendäre Kombination aus schneller Strecke, nahen Leitplanken, Risiko und den vielen Überholstellen haben das Rennen auch in diesem Jahr wieder aus der Masse herausgehoben. Auf den Ehrenplätzen: Melbourne, China – und die allen Unkenrufen zum Trotz ganz fantastische neue Strecke in Korea.

Auch auf die Gefahr hin, den Fanboy raushängen zu lassen: Die besten Rennen waren 2010 meiner Ansicht nach gut versteckt. Denn eigenwilliges Konzept und mangelnde Akzeptanz hin oder her: Das, was die Superleague Formula in Ordos (zweiter Platz) und Navarra (Sieger: “Bestes Rennen”) gezeigt hat, muss ihr erstmal jemand nachmachen. Das Superfinale aus Ordos (wo ja auch die GT1 im kommenden Jahr Station machen wird) gibt es hier in seiner Gesamtheit:

Wer sich aber wirklich in einer stillen Stunde einen Gefallen tun will, der sollte an einschlägigen Download-Orten nach dem zweiten Lauf aus Navarra suchen. Die Ausgangsposition: Meisterschaftsverfolger Craig Dolby (Tottenham Hotspur) muss sich vom Ende des Feldes bis ins Spitzenfeld vorkämpfen, um noch eine Chance auf den Einzug in Superfinale und den Gewinn der Meisterschaft zu haben. (Achtung – es folgen Spoiler): Die folgende entfesselte, aber stets faire Fahrt sollte ihn am Ende tatsächlich weiter in der Meisterschaft halten – die er schließlich um nur zwei Punkte (697 zu 699) an Davide Rigon und den RSC Anderlecht verlor.

Bestes Finish

Am engsten war es bei den Serien die ich näher verfolgt habe wohl beim IRL-Rennen in Chicagoland.

Westentlich spannender habe ich aber die letzten Runden der Formel Renault 3.5 in Silverstone und – vor allem – beim letzten Saisonrennen in Barcelona gefunden. Und zwar deshalb, weil es um wesentlich mehr ging: In Silverstone musste Esteban Guerrieri, der am Vortag zwar gewonnen hatte, aber wegen einer Lappalie disqualifiziert worden war unbedingt an Daniel Ricciardo vorbeigehen, um sich in der Meisterschaft zu halten – was ihm eine Runde vor Schluss in einem sehenswerten Manöver um den Sieg dann auch gelang. Und in Barcelona ging es überhaupt um die Meisterschaft: Mikhail Aleshin lag bis drei Runden vor Schluss bei unglaublich schwierigen, regnerischen Bedinungen hinter Daniel Ricciardo. Dann ging er am Australier vorbei. Und musste ihn drei Runden lang um jeden Preis hinter sich halten. Das Finish des Jahres (leider nur auf Französisch – ich denke aber, die Emotion kommt trotzdem rüber…):

Bester Fahrer

Jimmie Johnson hin, Dario Franchitti her – der beste Fahrer kann sich nach wie vor nur gegen die Haifisch-Konkurrenz der Königsklasse beweisen. Und das ist nunmal die Formel 1. Das Problem: Von den Spitzenpiloten hat sich in diesem Jahr keiner so recht würdig gezeigt. Vettel: Zu viele Fehler. Webber: Viel zu wenig Konstanz. Alonso: Zu viel Funk-Geheul, zu wenig überholt. Hamilton: Zu unkonzentriert; Button: Überraschend gut, aber im Vergleich mit Hamilton dann doch wieder zu langsam. Massa: Wohl kaum. Bleibt also nur der Griff ins Mittelfeld. Wenn es also auch nicht übermäßig originell sein mag: Für mich ist Robert Kubica der Fahrer des Jahres 2010.

Bestes Team

Wieder schwierig. Im Grunde gilt für mich das gleich wie oben – die Königsklasse ist der Maßstab. Und auch bei den Teams haben alle Fehler gemacht: Red Bull hat es nicht geschafft, für eine produktive Arbeitsatmosphäre zwischen Vettel und Webber zu sorgen. McLaren war – vor allem im zweiten Teil der Saison – zu langsam. Ferrari? Den Positionwechsel in Hockenheim mag man ihnen nachsehen – es geht ja in dieser Wertung nicht nur um Sympathie, sondern auch um Effizienz. Der unwürdige Theaterstadel und das mangelnde Medienmanagement danach disqualifizieren sie aber als Team.

Bleiben wieder die Hinterbänkler: Und da fand ich das, was das Team von Peter Sauber in diesem Jahr geschafft hat unglaublich beeindruckend. Fast keine Sponsoren, und trotzdem: Aus einer Gurke ein Mittelfeld-Auto gemacht; Den mittelmäßig eingeschätzten Kamui Kobayashi zum Teamleader entwickelt – und gleich auch noch durch den Teamkollegentausch auf Herz und Speed getestet; Und mit Sergio Pérez den vielleicht einzig verfügbaren Juniorpiloten verpflichtet, der Speed und einen vollen Geldkoffer vereint. Chapeau! – das Team des Jahres 2010.

Überholmanöver des Jahres

Realistisch betrachtet war wohl der Zweikampf zwischen Jenson Button und Lewis Hamilton in Istanbul das Highlight des Jahres. Das will ich aber hier nicht verwenden, weil 1) das Don schon gewählt hat, und 2) die beiden ohnehin noch die gebührende Ehre erhalten (siehe gleich unten).

Muss es also ein anderes Manöver sein. Fällt mir aber keines ein. Muss ich wohl die Kategorie abändern – “die Überholmanöver des Jahres”. Und die gab es meiner Meinung nach bei Auftaktrennen der IRL in Sao Paulo: Die lange Gegengerade dort ist im Grunde höchst kriminell und gefährlich – aber wenn die Wagen dort mit massiv arbeitenden Aufhängungen aus den Windschatten ausscheren, dann muss man eben auch zugeben: Das ist verdammt gutes Racing.

Freunde des Jahres

Die allerbesten “Freunde” sind sie vielleicht nicht. Aber Lewis Hamilton und Jenson Button haben der Rennsportwelt heuer vorgeführt, dass man einen teaminternen Wettkampf zwischen zwei Weltmeistern auch respektvoll führen kann. Hoffentlich bleibt das auch so, wenn die beiden mal wirklich um den Titel kämpfen.

Feinde/Duell des Jahres

Milka Duno vs. the World ist zwar lustig – aber irgendwie auch ein etwas zu dankbares Ziel. Genauso wie Danica Patricks Streitereien mit ihrem Team vor dem Indy 500.

Daher geht dieser glorreiche Titel an die Twitter-Konversationen der Indycar-Stars: Alex Tagliani verunglimpft dort Tomas Scheckter als “Wreckter”, dieser lädt in Folge den Kanadier zu einem “persönlichen Gespräch” beim nächsten Rennen ein; Ryan Briscoe legt Graham Rahal nahe, sich für den “Mist” den er gebaut haben soll doch endlich zu entschuldigen; Und Paul Tracy schimpft permanent über Paydriver, die ihm angeblich den Platz wegnehmen. Oder bietet überhaupt einem gewissen belgischen Rookie an, “big meatballs and sausage” zum “Baguette” mitzubringen.

Wenn die Piloten diese offene und vor allem herrlich kindische Form in die kommenden Saison retten können, dann kann die gerüchteweise geplante Reality-TV-Show um die Indycar-Serie (schon jetzt ein heißer Anwärter auf die “Un-Idee 2011″) wohl nur ein voller Erfolg werden!

Szene des Jahres

“I’m in a sandwich!” (bei ~6:40 Min)

…oder doch der hier?

Kostenpunkt des Jahres

Die Sache ist zwar etwas undurchsichtig, aber sehr wahrscheinlich setzt sich die überhastete Fertigstellung der Grand Prix Strecke in Südkorea mühelos in dieser Kategorie durch. Überhaupt legt das Bauchaos dort nahe, dass womöglich nicht das gesamte Budget in völlig legale Kanäle geflossen sein könnte – eine koreanische Zeitungsmeldung spricht gar davon, dass im Fertigstellungschaos insgesamt die Kleinigkeit von 53,7 Millionen US-$ “ohne Dokumentation” ausgegeben worden sein soll.

Schönster Moment des Jahres

Everyone loves an Underdog! Folglich: Karun Chandhoks erster Auftritt in der Formel 1 im Qualifying für den Bahrain GP – nachdem die Mechaniker es doch noch geschafft hatten, das Auto zusammenzubauen. Und sein folgender Ausfall in den ersten Runden des Rennens, als er auf einer Bodenwelle ausrutschte, die ihm verständlicherweise “vorher noch nie aufgefallen war”. Heroisches Scheitern von Fahrer und Team – und die fast perfekte Zusammenfassung der ganzen HRT-Saison in nur wenigen Runden!

Überraschung des Jahres

Das stechen für mich zwei Ereignisse im vergangenen Jahr heraus:

Einerseits die Leistung von Esteban Guerrieri in der WSbR: Ohne Budget für das ganze Jahr unterwegs, ein paar Rennen wegen Geldmangels ausgelassen und zweimal wegen Kleinigkeiten disqualifiziert. Und trotzdem bis zum letzten Rennwochenende im Titelrennen – und auf der Strecke stets fair unterwegs. Große Klasse vom Argentinier, dem dennoch der große Durchbruch versagt bleibt. 2011 startet er bei den Indy Lights und angeblich auch bei den TC2000-Tourenwagen. Silberstreif am Horizont: Gerüchte aus Chile sprechen davon, dass in Sonoma auch ein Einsatz in der IRL auf dem Programm stehen soll.

Und die Formel 1-Vertragsverlängerung von sky: Nach Schulz & Surers emotionalem Abschied aus Abu Dhabi, dem Gereade über Kundenbefragungen und mangelnde Exklusivität schwante mir schon Übles – zum Glück zu Unrecht.

Enttäuschung des Jahres

Meine Enttäuschung des Jahres kommt auch aus der IRL – und heißt Takuma Sato. Vor Saisonbeginn hatte ich der Kombo aus dem Japaner und KV Racing den einen oder anderen Sieg zugetraut. Oder zumindest fix mit Podestplätzen gerechnet. Aber trotz gelgentlicher Ausreißer im Qualifying oder einiger guter Runden auf den Ovalen bleibt am Ende nur die Hoffnung auf Besserung 2011. Und zwar nicht nur, was die häufigen Ausfälle betrifft – auch wenn die Konstanz mal funktioniert hat, war Sato für einen Mann seines unbetrittenen Talents auf den Rundkursen einfach schlicht zu langsam.

Unehrenhafte Erwähnung: Das Starterfeld der F3 Euroseries.

Langweiligstes Rennen

In der Negativwertung kann es wohl nur einen klaren Gewinner geben: Der Formel 1 Grand Prix in Bahrain – diesmal in der XXL(angweil)-Version. In dieser Saison wohl auch deshalb so besonders auffällig, weil die sonst so sicheren Langweiler in Barcelona, Valencia und Budapest diesmal aus verschiedenen Gründen ihre Highlights hatten. Die waren zwar nicht immer positiv (Hamiltons Crash in Barcelona, Webbers Freiflug in Valencia, und das fliegenden Rad in der Hungaroring-Box), aber immerhin: Man schläft nicht ein.

Racecontrol-Moment des Jahres

Da gibt es so einige Entscheidungen, die man im kommenden Jahr besser machen könnte. Vor allem die Formel 2 hat sich ein paarmal recht negativ hervorgetan. Ganz besonders zu Beispiel in Portimao, wo man trotz eines in der (uneinsichtigen) letzten Kurve gestrandeten Autos nur gelb schwenkte, und kein SC auf die Strecke brachte. Mit dem Ergebnis, dass Plamen Kralev sich dort dann auch drehte, und fast die Streckenposten abgeräumt hätte, die grade den anderen Wagen ausbuddeln wollten.

Die unumfochtene Krone geht aber an die SLF-Racecontrol in Beijing. Für die weise Entscheidung, trotz einsetzender Dunkelheit, dichtem Smogs, Regens und eines mitten auf der Strecke stehenden Autos (!) samt Fahrer (!!) auf der engsten Stelle des Kurses (!!!) kein SC auf die Strecke zu holen, sondern nur lokale Gelbflaggen zu werfen – die bei diesem Bedingungen natürlich niemand mehr sehen konnte. Zwei kleine Ausschnitte:



aa

November 24 2010

07:12

Ferner liefen: Die Newshappen

// Unterstützung für Hermann Tilke? Neben dem Büro des Aachener Streckendesigners wird, wie am Montag bekannt wurde, auch die amerikanische Architektur-Firma HKS an der Konstruktion der Anlage in Austin, Texas beteiligt sein. Vermutlich werden die amerikanischen Stadionbau-Experten vor allem Know-How bei der Errichtung der Boxengasse und der Tribünen beisteuern – für die Strecke selbst wird wohl weiterhin nur Tilke verantwortlich zeichnen. Zum Streckendesign hat sich übrigens kürzlich FIA-Präsident Jean Todt zu Wort gemeldet, dem wohl mittlerweile auch die Häufung von Überhol-armen Rennen auf Strecken wie Bahrain, Valencia oder Abu Dhabi aufgefallen ist. Daher fordert der Franzose im Interview mit autosport.com, bei der Evaluierung von Strecken durch die FIA künftig neben der Sicherheit auch das Potential für Überholmanöver zu überprüfen. Sogar Änderungen an bereits existierenden Strecken könnte es demnach geben – und zwar möglicherweise schon im kommenden Jahr. Einen Entwurf für eine Änderung gibt es bereits: Silverstone-Umgestalter Populous haben für f1fanatic.co.uk einen Vorschlag mit Ideen zur Umgestaltung der Strecke von Abu Dhabi erstellt. Vorsicht

// Muss Vitantonio Liuzzi am Ende doch noch um seinen Platz bei Force India bangen? Trotz nur mittelmäßiger Leistungen war man ja bisher eher davon ausgegangen, dass das Team den Italiener mangels attraktiver Alternativen am Ende doch behalten würde. Nun hat aber Teamchef Vijay Mallya im Interview mit den Gulf News davon gesprochen, dass man in den kommenden Wochen die “new drivers” für 2011 bekannt geben will. Das ist natürlich etwas missverständlich formuliert, was auch an Mallyas Englischkenntnissen liegen kann (spekuliert jedenfalls Joe Saward) – einige britische F1-Kenner haben die Aussage aber dennoch als einen Wink in Richtung Paul di Resta verstanden. Vorsicht

// Die Formula Palmer Audi ist Geschichte. Jonathan Palmer, Ex-Formel 1-Rennfahrer und seit zwei Jahren mit seiner Firma MotorSport Vision auch Organisator der Formel 2, die auf dem FPA-Konzept basiert, sperrt den Laden nach 13 Saison zu. Der Grund ist, dass die Van Diemen-Chassis (Aluminim-Monocoque, H-Schaltung) aus dem Jahre 1998 mit nicht mehr zeitgemäß sind. Mit neu konstruierten Fahrzeugen nach aktuellen Standards ließe sich das günstige Preisniveau nicht halten, sodass die Serie in der aktuellen wirtschaftlichen Lage und bei der großen Zahl konkurrierender Serien (u.a. Formel Renault) ihre Rechtfertigung verlieren würde. Einige bekannte Namen haben die FPA in den vergangenen 13 Jahren durchlaufen, vor allem in den Anfangsjahren der Serie: die erste Meisterschaft gewann Justin Wilson (heute IndyCar) vor Darren Turner (Sportwagen), Andy Priaulx und Rob Huff ( beide WTCC) wurden jeweils Zweite in der Winter-Serie und auch Romain Dumas und Gary Paffett durchliefen die FPA-Schule. In den letzen Jahren sind Jolyon Palmer und Kazim Vasiliauskas in die F2 aufgestiegen, jedoch fanden sich auch mehr ältere Gentlemen Driver ein. Die Fahrzeuge werden nun von MotorSport Vision für andere Zwecke verwendet, etwa die Formula Jaguar und Firmenevents. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

// Überraschung bei der WTCC:  Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Formel 2 im Rahmenprogramm durch die AutoGP-Serie ersetzt wird. Die AutoGP, die in diesem Jahr erstmals unter diesem Namen aufgetreten ist, ist die ehemalige Euro F3000 – die seit zwei Jahren mit modifizierten A1GP-Lolas unterwegs ist. Die Partnerschaft betrifft auch das TV-Programm. Alle Rennen der AutoGP werden live auf Eurosport oder Eurosport 2 übertragen – ein großer Schritt für eine Serie, die bisher nur gelegentlich auf Motors TV zu sehen war. Veröffentlicht wurde zu diesem Anlass auch gleich der komplette AutoGP-Kalender für 2011: Neben den sechs Rennen im Rahmen der WTCC (Monza, Marrakesch, Brünn, Donington, Oschersleben und Valencia) wird die Serie Ende August zusätzlich auf dem Stadtkurs von Bukarest gastieren. Vorsicht

// Die Pläne von Lotus, sein Motorsport-Engagement auszudehnen, nehmen Form an: man steht kurz vor dem Abschluss eines Vertrages mit Jetalliance Racing über den Einsatz von zwei Lotus Evora in der GT Endurance-Kategorie der Le Mans Series einsetzen. Bis 2008 setzte das österreichische Team Aston Martin in der FIA GT-Meisterschaft ein, seitdem nahm man nur noch an ausgewählten Sportwagenevents teil, bei den 24h von Spa in diesem Jahr fuhren Lichtner-Hoyer/Seefried/Eckert/Rich einen Porsche 997 GT3 Cup auf Gesamtrang 17 bzw. Rang 4 in der GTN. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

// Auch ART könnte sich nach dem Ende des Engagements in der F3-Euroserie einen Wechsel in die Le Mans Series vorstellen. Das Team von Frederic Vasseur evaluiert die Möglichkeit eines Einsatzes in einer der Protoypen-Klassen. Die technische Entwicklung wäre eine willkommene Herausforderung, so der Teamboss. Trotz der Verbindung mit Lotus in der GP2/GP3 und den LMP-Plänen des Sportwagenherstellers will ART zunächst aber als unabhängiges Privatteam antreten. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

// Riley Technologies möchte nach Le Mans zurückkehren. Anfang Oktober hat man den Bau eines LMP2-Fahrzeugs angekündigt, das soll es nun sowohl als Coupe als auch als offenes Fahrzeug geben. Das Problem bei der Sache: man findet keine Abnehmer. Lola und Oreca, die ihre Fahrzeuge schon früher vorgestellt haben, stellen starke Konkurrenz dar, denn unter der neuen Budgetgrenzen-Regelung muss man mit Qualität punkten und die trauen die Teams offenbar eher den etablierten Le Mans-Konstrukteuren zu als Riley, die in den letzten Jahren der Sarthe ferngeblieben sind. Und solange man keinen Kunden hat, kann man es sich auch nicht leisten, überhaupt ein Fahrzeug aufzubauen. Stefan

// Fahrer-News gibt es in der Indycar-Serie:
- Roger Penske hat in der Radio-Sendung Trackside Ende vergangener Woche stätigt, dass Ryan Briscoe auch im kommenden Jahr den dritten Wagen neben Will Power und Helio Castroneves pilotieren wird.
- Im FAZZT-Team bahnt sich derweil eine Überraschung an: Ho-Pin Tung hat am Sonntag in Sebring für die kanadische Mannschaft getestet. Gerüchte sprechen davon, dass man kurz davor steht, einen Fahrer-Vertrag mit dem chinesisch-niederländischen GP2-Piloten zu unterzeichnen.
- Außerdem soll Graham Rahals Engagement bei Ganassi Racing mal wieder kurz vor der offiziellen Bekanntgabe stehen. Bisher sollen die Verhandlungen daran gespießt haben, dass Rahal das dritte Auto mit seinem eigenen, persönlichen Sponsor finanzieren möchte – was Ganassi-Geldgeber Target gar nicht gefällt. Eine Lösung in Form eines Satelliten-Teams für Rahal scheint aber in Sicht.
- Und schließlich hat auch noch (Group) Lotus-Chef Dany Bahar bei der Präsentation angedeutet, dass seine Firma im kommenden Jahr das Engagement bei KV Racing ausbauen will – und optimistisch von “drei oder mehr Autos” in den Lotus-Farben (im kommenden Jahr übrigens in der IRL das klassische Schwarz-Gold) gesprochen. Gerüchteweise möchte man trotz der vielen Totalschäden 2010 zumindest EJ Viso und Takuma Sato im Team behalten.
Vorsicht

// Und gleich nochmal Lotus-News: ART, die ja neuerdings auch unter dem klingenderen Namen “Lotus ART” firmieren, werden Williams-Tester Valtteri Bottas nach zwei guten, wenn auch nicht sensationell erfolgreichen Jahren in der F3 Euroseries in die GP3 Serie verschiebenVorsicht

// Nach de Erfolgen in Macau gibt es für die F3 Euroseries gleich wieder gute Neuigkeiten: Peter Mückes Team bleibt der strauchelnden Serie auch im kommenden Jahr erhalten – und plant dafür im Moment mit drei Autos. Vorsicht

// Die Fahrzeuge der eingemotteten Formel BMW werden eine neue Heimat in der britischen Intersteps-Nachwuchsserie finden, die Fahrern ab 15 Jahren eine Aufstiegschance bieten soll. Diese entsteht aus der bisherigen “Young Guns”-Meisterschaft, die in Zukunft von der britischen Racing Steps Foundation unterstützt wird. Die RSF pflegt Kontakte zu den Teams Carlin und Fortec, die entsprechend einen Einstieg in die Serie erwägen. (Quelle: Print-Autosport) Stefan

November 18 2010

10:21

WTCC und Formel 3: Vorschau Macau 2010

Wie jedes Jahr, endet die Saison der Tourenwagen in Macau. Der Weltmeister steht allerdings schon fest, nachdem es mal wieder Chaos bei Regeln gab. Im Rahmenprogramm kämpfen beim internationalen Formel 3 Rennen die jungen Talente um den prestigereichen Sieg.

Die noch ziemlich junge Geschichte der WTCC hat neben ein paar guten Rennen vor allem immer wieder dann für Aufsehen gesorgt, wenn sich die Hersteller gegenseitig vor ein Sportgericht gezerrt haben. Und das hat man sehr oft und sehr gerne gemacht. Vor allem die Rechtsabteilungen von Seat und BMW hatten gut zu tun und die Arien um den Ladedruck, den Unterboden und das Mindestgewicht der Seat füllen mehrere Aktenordner. Nicht ganz schuldlos daran ist die für die WTCC verantwortliche Abteilung der FIA, die immer wieder widersprüchliche und zaghafte Urteile gesprochen hat. Mal senkte man den Ladedruck der Seat, mal hob man das Gewicht der BMW an, nur um ein paar Rennen später wieder alles anders zu entscheiden. Doch den größten Witz erlaubte sich die FIA und die Kommissare des letzten Rennens in Okayama. Denn man warf alle BMW nachträglich aus der Wertung, so dass Yvan Muller nun Meister ist. Nur was ist passiert? Die Sache ist, wie sollte es anders sein, kompliziert.

BMW fährt seit Jahren mit einem normalen Fünfgang-Getriebe, während der Rest der Welt schon längst auf ein sequentielles Sechsgang-Getriebe setzt. Das Problem: BMW hat den 320si angeblich nie mit einem sequentiellen Getriebe bei der FIA homologiert. Allerdings gab es eine Ausnahme, die man für Alex Zanardi gemacht hatte. Aufgrund seiner Behinderung erlaubte die FIA in seinem Wagen, und nur dort, den Einsatz des neuen Getriebes. Allerdings setzte Franz Engstler beim Fahrzeug von Romanov in der Independent Klasse ebenfalls ein neues Getriebe ein, und das in diesem Jahr sechs Rennen lang. Die FIA beanstandete diese Sache nicht. In Okayama überraschte BMW die Rennkommissare aber damit, dass man die Werkswagen mit einem sequentiellen Sechsgang-Getriebe ausgestattet hatte. Man argumentierte, dass durch den Einsatz von Romanov und die früheren Fahrten von Zanardi, das Getriebe quasi-homologiert sei, also dürfe man es auch einsetzen. Die Japaner vor Ort sahen das auch so, die Konkurrenz, in dem Fall Chevrolet, allerdings nicht und man legte vor der FIA Berufung ein. Das Argument lautete: Da BMW das Getriebe nie offiziell bei der FIA angemeldete hatte (also mit Papieren und die übliche Bezahlung von Gebühren), ist es auch illegal. Nur weil der FIA die Sache bei Romanov bisher nicht aufgefallen sei, bedeute dies ja nicht, dass sie deswegen legal werden würde. Allerdings dürfte es auch Chevy nicht entgangen sein, dass das Engstler Team das nun nicht mehr legale Getriebe die halbe Saison eingesetzt hat. Warum man jetzt erst mit einem Protest anrückt, ist dann wieder eine ganz andere Frage.

Der Ärger von Chevy richtete sich nicht nur gegen das neue Getriebe, sondern auch gegen die neue Gewichtseinstufung, die BMW durch das neue Getriebe erhalten hatte. Die richtet sich ja nach den Erfolgen der Wagen, da Romanov ja eher selten die Strecke so trifft, dass er ganz weit vorne ist, hatte der “neue” BMW eine bessere Einstufung, als der BMW mit dem alten Getriebe. Verstehen muss man das vermutlich nicht, aber tatsächlich waren die BMW in Okayama mit der sequentiellen Schaltung satte 30 kg leichter, als die BMW mit der H-Schaltung. Allein diese Sache zeigt, wie absurd das gesamte Ballastsystem der FIA ist.

Die FIA schloss sich der Meinung von Chevrolet dann auch an. Man nahm beide BMW aus der Wertung des zweiten Laufs in Okayama, was immerhin dazu führte, dass Colin Turkington (der mit H-Schaltung unterwegs war) seinen ersten Sieg erlangt hat. Gleichzeitig bedeutete dies aber auch, dass Yvan Muller vor den Rennen in Macau endgültig Meister ist. Schön für Muller, der es sicher auch verdient hat, schlecht für den Sport, wo man eine andere Entscheidung erwarten würde.

Aber die WTCC wäre nicht die WTCC wenn diese, teilweise ja durchaus nachvollziehbare Entscheidung, nicht noch einen Haken hätte. Denn man untersagt BMW zwar den Einsatz eines sequentiellen Getriebe und streicht die Punkte, aber diese Entscheidung gilt ausdrücklich nicht für die Independent Trophy. Romanov darf seine Punkte dort also behalten, wobei mir jetzt nicht klar ist, ob das auch bedeutet, dass er weiter mit der neuen Schaltung unterwegs sein darf.

Was für ein Chaos, kann man da nur sagen, wobei man sich auch fragen kann, was BMW da eigentlich geritten hat.

Zum Rennen in Macau. Der Stadtkurs ist bekanntermaßen ebenso eng, wie schnell. Es geht mitten durch die Stadt, ein paar Serpentinen hoch, später muss man seinen Wagen um eine schon absurd enge Haarnadel wuchten, bevor es bergab wieder Richtung Hafen geht. Fahrerisch ist die Strecke schon lustig, in Sachen Sicherheit ist sie ein Albtraum. Was man letzten Jahr sehen konnte, als Gelegenheitspilot Cuoto nicht sämtliche gelbe Flaggen und Trümmerteile auf der Strecke ignorierte und in den BMW von Franz Engstler rauschte, der sich ein paar Rippen brach. Auch der erste Knick nach Start/Ziel gehört zu den Stellen, an denen es gerne mal kracht. Sehr anschaulich kann man das in diesem Video aus dem F3 Rennen im letzten Jahr sehen.

Die Rennen in Macau sind ohne Unfälle allerdings auch oft recht spannend. Wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten, wird halt gerne mal angeklopft oder man schiebt den Kollegen gleich ganz zur Seite.

Die WTCC verabschiedet sich damit auch in die Winterpause. Im März geht es dann mit den neuen Motoren weiter, die dann hoffentlich auch dafür sorgen, dass die elendigen Streitigkeiten um das Gewicht, den Ladedruck usw. aufhören. Besser wäre es, sonst verkommt die WTCC noch völlig zu einer Lachnummer.

F3 Grand Prix in Macau
(von Vorsicht)

Auch, wenn man das Rennen fast nirgendwo verfolgen kann – unter Experten gilt der Formel 3 Grand Prix in Macau immer noch als besonderer Gradmesser für junge Talente. Und das nicht ganz zu Unrecht. Seit 1983 die Veranstaltung zum ersten Mal unter Formel 3-Regeln abgehalten wurde, haben sich eine ganze Reihe illustrer Namen in die Siegerlisten eingeschriben: Ayrton Senna zur Premiere, Michael (1990) und Ralf (1995) Schumacher, David Coulthard (1991) und Takuma Sato (2001). Ein Sieg ist zwar nicht immer die Eintrittskarte für die große Karriere – siehe etwa Soheil Ayari und André Couto – und über die Sicherheit an der Strecke müsste man ebenfalls mal diskutieren. Massiv Prestige bringt es aber immer noch, auf den Straßen der ehemaligen protugiesischen Kolonie den ersten Platz einzufahren.

Immerhin 31 Piloten sind (nach derzeitigem Stand) dem Ruf der Tradition gefolgt, und werden am Wochenende an den Start gehen. Auch Vorjahressieger Edoardo Mortara – der neue und möglicherweise letzte Meister der F3 Euroseries – ist wieder mit dabei. Sollte er den Sieg holen, wäre er der erste Fahrer seit Riccardo Patrese 1977 und 1978, dem der Doppelschlag in der Glücksspielstadt gelingt.

Auch zwei weitere Meister sind am Wochenende am Start: Jean-Eric Vergne vertritt die britische F3, Yuji Kunimoto (der Bruder des 2008er-Siegers Keisuke) die All-Japan-F3. Der deutsche Formel 3-Cup wird vom Gesamtzweiten Daniel Abt repräsentiert. Auch ein Pilot aus der (großteils spanischen) Open F3 ist dabei: Local Hero Michael Ho hat dort heuer ein paar Rennen bestritten. “Hauptberuflich” ist der Macanese (ja, ich musste auch nachschlagen, wie das korrekt heißt) in der Chinesischen Tourenwagenmeisterschaft unterwegs, wo er heuer Vierter wurde. Und dann ist da noch Ryo Harianto. Die F3-Kenntnisse des indonesischen GP3-Fünften aus diesem Jahr beschränken sich zwar auf zwei Rennwochenenden in der Australischen F3 – es wird aber trotzdem spannend zu sehen sein, wie er sich beim Sprung zurück aus dem Virgin F1-Cockpit so schlägt.

Die erste von zwei Qualifying-Sitzungen ist bereits vorbei, und bisher sieht es so aus, als dürfe die F3 Euroseries nocheinmal stolz auf sich sein: Auf der provisorischen Pole steht Edoardo Mortara, gefolgt von Valtteri Bottas, Marco Wittmann und Laurens Vanthoor. Carlos Huertas (Rang fünf) hat als erste Fahrer aus der britischen F3 schon fast eine Sekunde Rückstand. Daniel Abt landete auf Rang zehn, noch vor dem hoch eingeschätzten britischen F3 Meister Jean-Eric Vergne, dem auf Platz zwölf immerhin schon fast 1,7 Sekunden auf Mortara fehlen. Mag aber sein, dass da auch noch der Jetlag mitspielt – immerhin war Vergne bis vorgestern, Dienstag, beim Young Driver Test in Abu Dhabi für Toro Rosso unterwegs. Für die Fahrer aus der japanischen F3 scheint es bisher noch nicht ganz so gut zu laufen – bester Fahrer ist Alexandre Imperatori auf Rang neun, Meister Yuji Kunimoto folgt mit 2,7 Sekunden Rückstand auf Rang 17.

Bleibt noch die bange Frage, wo bzw. ob man das ganze überhaupt sehen kann. Und das ist leider ziemlich ungewiss. Die offiziellen Möglichkeiten halten sich nach dem Ende der Partnerschaft mit Eurosport vor einigen Jahren jedenfalls in engen Grenzen. Allenfalls ist irgendwann im Dezember mit einer Zusammenfassung auf Motors TV zu rechnen – zumindest in Großbritannien ist diese für den 11.12. angekündigt. Eine Liveübertragung gibt es wohl nirgendwo zu sehen. Bleibt also noch der Weg ins Netz. Und auch dort sieht es ein wenig blass aus. Denn live übertragen laut offiziellem Broadcast-Plan nur zwei Sender: der macanesische TDM (alle Trainings und Rennen sowohl in Porutgiesisch als auch in Mandarin) und “TVB Jade” aus Hong-Kong. Dem Vernehmen nach sind diese beiden Kanäle über einschlägige P2P-Streaming-Dienste zu sehen. Immerhin: Einen offiziellen Live-Audiostream gibt es auf der Event-Homepage. Ansonsten bleibt mir leider nur zu sagen: Happy Hunting!

Nach Macau wollte der Formel 3-Zirkus übrigens nach Korea weiterziehen, wo es ebenfalls ein internationales Rennen hätte geben sollen. Wird es aber nicht: Wegen “jursitischen Problemen” mit der Strecke (angeblich hat man mit der hastigen Fertigstellung massive Schulden angehäuft) musste die Veranstaltung vor kurzem abgesagt werden.

November 08 2010

11:22

Formel Eins: Analyse Brasilien GP 2010

Ein erstaunlich ruhiges Rennen war das dieses Jahr in Brasilien. Zumindest an der Spitze. Die WM ist dadurch noch spannender geworden.

Das hatte sich Ferrari anders vorgestellt. Auch wenn man vor dem Rennen den Ball etwas flach gehalten hatte, war es doch offensichtlich, dass man sich in Interlagos eine Menge ausgerechnet hatte. Die Strecke sollte dem Wagen gut liegen, vor allem deutlich besser, als der Kurs in der nächsten Woche. Aber schon am Freitag wurde sichtbar, dass die Italiener gegen die Red Bull keine Chance haben würden. Die fast schon spielerische Dominanz mit der die Österreicher ab der ersten Minute des Rennwochenendes den Rest des Feldes dominierten, war schon beängstigend. Ich hatte das nicht in der Form erwartet, und offenbar auch nicht Ferrari, die allerdings mit dem schlechten Wetter am Samstag nicht klar gekommen sind. Dass Alonso nach dem Rennen meinte, dass die WM in Abu Dhabi komplett offen sei, deutet schon an, dass man sich für Abu Dhabi in keiner guten Position sieht. Die Ergebnis des Rennens macht die WM immerhin richtig spannend.

Klar ist, dass nur noch Alonso, Webber und Vettel Weltmeister werden können. Hamilton hat zwar noch rechnerisch Chancen auf den Titel, aber da müsste in der Yas Marina schon einiges Zusammenkommen, damit er das schafft. Aber seit 2007 sollte man ja vorsichtig sein, mit Vorhersagen. Aus eigener Kraft wird Hamilton es nicht schaffen, dafür hat McLaren auch zu sehr den Anschluss verloren. Zwar gelang dem Briten die schnellste Runde des Rennens, aber die McLaren haben seit Wochen Probleme mit ihrem Wagen. Offenbar funktioniert er mit vollen Tanks nicht sonderlich gut und neigt zu einem fiesen Untersteuern. Interessant ist, dass Button mit dem McLaren besser klar kommt, wenn das Rennen los geht, während Hamilton gegen Ende des Rennens zulegen kann, wenn das geringere Gewicht auch das Untersteuern beseitigt. Aber dieses Problem wird man innerhalb der nächsten 5 Tage wohl kaum lösen können.

Red Bull zeigte in Brasilien eine beeindruckende Leistung und sicherte sich zurecht den Konstrukteurstitel, der dem Team insgesamt wichtiger ist, als die Fahrer WM. Das ist nichts neues, McLaren und anderen Teams war und ist der Team-Titel schon immer wichtiger. Auch den Mechanikern geht es so, denn er reflektiert ihre Arbeit hinter den Kulissen. Verdient war der Titel in jedem Fall, denn Red Bull hatte das mit Abstand beste Auto innerhalb der fast abgelaufenen Saison. Es gab, abgesehen von Monza, kaum eine Strecke, auf der der RB6 nicht glänzen konnte, er hatte einfach kaum Schwächen. Das man die WM nicht schon längst gewonnen hat, lag eher am Renault Motor und den kleinen Aussetzer der Fahrer. Und natürlich auch daran, dass Red Bull seine Fahrer von der Leine gelassen hat. Das mag in der modernen Formel Eins selten geworden sein, aber im Grunde ist es genau das, was man sehen will. Aber wenn Alonso am Ende den Titel mit jenen Punkten gewinnen sollte, die er Massa in Hockenheim abnehmen durfte, muss man sich schon fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, Webber in Brasilien gewinnen zu lassen. Den Team-Titel hätte man so oder so gewonnen, dazu hätte man Webber auf einen Punkt an Alonso heran gebracht und angesichts der zu vermutenden Dominanz von Red Bull in Abu Dhabi wäre der Titel ein wenig näher gekommen.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass der Defektteufel bei Webber in diesem Jahr noch nicht zugeschlagen hat. Rein statistisch gesehen ist die Chance groß, dass genau das im letzten Rennen passieren könnte. Und dann hat man in dieser Konstellation wenigstens noch Vettel mit einer minimalen Chance im Rennen. 15 Punkte sind zwar viel Holz, aber es ist nicht unmöglich, dass er es machen kann. Wenn er gewinnt, Webber zweiter wird und Alonso nur auf Platz 6 landet, gewinnt Vettel den Titel trotz Punktgleichheit mit Webber, weil er einen Sieg mehr hat. Wird Alonso in der Konstallation fünfter, haben alle drei (!) Piloten 256 Punkte und Alonso holt den Titel, weil er einen vierten Platz (!) mehr als Vettel hat. Das sind alles Varianten, die nicht unwahrscheinlich sind. Ebenso wenig wie jene, in der Alonso auf Platz 2 ankommt und damit so oder so Meister ist.

Das Rennen selber plätscherte lange vor sich hin. Das der erstaunliche Hülkenberg die erste Runde nicht als Führender beenden würde, war vorher schon klar, Webber dürfte allerdings ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass er den Deutschen schnell hinter sich lassen konnte. Der hielt dann ein paar Runden Alonso auf, was schon klar machte, wie gut die Red Bull und wie “schlecht” der Ferrari war. Alonso verlor rund 12 Sekunden hinter Hülkenberg, aber selbst ohne diesen Verlust hätte er die beiden vor ihm nicht halten können. Vettel und Webber reduzierten ihr Tempo, nachdem Alonso weiter hinten lag, offenbar hatten beide Anweisung nicht schneller zu fahren. Der Zeitunterschied vor dem ersten Reifenstopp war schon interessant, denn man war mit vollen Tanks zu Beginn des Rennens rund 7 Zehntel schneller unterwegs, als später im Rennen. Und das, ohne dass die Reifen nachließen. Das Webber seinem Teamkollegen nicht näher auf die Pelle rückte, lag wohl dann auch daran, dass man sich auf ein “Stillhalteabkommen” verständigt hatte. So viel auch zum Thema “Jeder darf voll fahren”.

Weiter hinten brillierte Jenson Button zu Beginn des Rennens, als er früh an die Box ging, mit den für ihn deutlich besseren “Medium” Reifen durchs Feld schnitt und um ein Haar auch noch Lewis Hamilton geschnappt hätte, der erst spät an die Box kam. Überhaupt schienen die “Medium” die bessere Wahl für einige Teams zu sein. Nicht nur der McLaren, auch der Mercedes ging mit der härteren Mischung besser. Michael Schumacher zeigte ein beherztes Rennen. Obwohl er beim Start von Kubica unsanft im Senna-S ins Gras gedrückt wurde und auf Platz 11 zurückfiel. Er kämpfte sich schnell wieder in die Top Ten, doch sein schlecht getimter Stopp klemmte ihn hinter Sutil ein, der auf einem sehr langem Stint unterwegs war. Deswegen konnte Rosberg, obwohl er viel später an die Box kam und weit hinter Schumacher lag, am Ende direkt hinter dem Ex-Weltmeister landen, der ihn dann passieren ließ. Kurios war der Stopp von Rosberg während der Safety Car Phase. Obwohl er zweimal kommen musste, blieb er doch hinter Schumacher.

Nachdem Liuzzi seinen Force India nachdrücklich im Senna-S verschrottet hatte, kam die erwähnte SC-Phase, die das Feld aber nicht weiter durcheinander würfelte, weil die Rennleitung auch darauf verzichtete, das Feld zu sortieren. Warum man das nicht gemacht hat, habe ich auch nicht verstanden, vermutlich aber auch deswegen, weil das Feld wirklich extrem durch gemischt war. Es hätte Ewigkeiten gedauert, bis man das sortiert hätte. Leider war damit auch die Spannung vorne raus, nur im Mittelfeld herrschte das komplette Chaos, weil Teile des Feldes eine Runde zurück waren, andere Teile wieder nicht und man irgendwie aber trotzdem gegen- und miteinander kämpfte. In dem ganzen Chaos war es schwer, die blauen Flaggen richtig einzusetzen und am Ende fing sich nur Heidfeld eine nachvollziehbare Strafe ein. Ein wenig gewundert habe ich allerdings schon, dass es nicht mehr Strafen gab, vermutlich hat die Rennleitung da beide Augen zugedrückt.

Nico Hülkenberg kam am Ende als achter ins Ziel. Wäre man etwas früher reingekommen, hätte man vielleicht noch Schumacher abfangen können, aber mehr wäre vermutlich nicht drin gewesen. Der “Hulk” zeigte ein gutes Rennen, auch wenn es am Anfang nicht gut aussah, wie die anderen über ihn herfielen. Er hat sein Talent mal wieder gezeigt, die Frage wird sein, was Williams mit ihm jetzt macht. Im Interview bei sky verriet der, dass weder er noch Barrichello einen Vertrag für 2011 haben, was mich etwas überrascht hat, weil Barrichello schon als “bestätigt” galt. Wenn Williams Maldonado nehmen muss dürfte die Entscheidung für Frank Williams nicht leicht sein. Barrichello ist ein sicherer Punktelieferant, Hülkenberg scheint zumindest gegen Ende der Saison der schnellere zu sein. Mit den neuen Pirelli Reifen braucht man aber wieder die Erfahrung von Barrichello, weil man sich das Risiko von zwei Rookies nicht aufladen möchte. Vielleicht ist der Besuch von Ecclestone bei Hülkenberg vor dem Rennen ja gutes Zeichen. Dazu kommt, dass sich hinter den Kulissen in Sachen Renault/Lotus usw. eine Menge bewegt. Vielleicht dürfen auch beide bleiben, wenn es ihnen gelingt Force India in der WM hinter sich zu lassen. Denn der Platz vor den Indern ist 5 Millionen Dollar wert. Das sollte auch möglich sein, denn Force India sieht in den letzten Rennen sehr unsortiert aus und hat eigentlich keine Chance gegen die deutlich schnelleren Williams.

Die WM-Entscheidung in Abu Dhabi steht schon in einer Woche an und dürfte wohl zu den spannenderen Momenten des Jahres gehören. Da alle Red Bull vorne erwarten, wird die Frage der Woche lauten: “Wird Vetttel Webber vorbei lassen, wenn es um die WM geht?”.
F1 Grand Prix of Brazil - Race F1_Brasilien_2010_1 F1_Brasilien_2010_2 Brazilian Grand Prix Brazilian Grand Prix Brazilian Grand Prix F1_Brasilien_2010_6 F1_Brasilien_2010_7 F1_Brasilien_2010_8 F1_Brasilien_2010_9 F1_Brasilien_2010_10 Formula One World Championship Formula One World Championship F1_Brasilien_2010_13 F1_Brasilien_2010_14 GP BRASILE F1_2010 GP BRASILE F1_2010 GP BRASILE F1_2010 F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Race F1 Grand Prix of Brazil - Practice F1 Grand Prix of Brazil - Practice F1 Grand Prix of Brazil - Practice F1 Grand Prix of Brazil - Race
Bilder: Red Bull/Getty, Lotus, Virgin, Ferrari, MGP, Williams, Renault, Sauber, HRT

November 03 2010

07:38

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nach Informationen der FAZ hat sich der Volkswagen-Konzern gegen den Einstieg in die Formel 1 entschieden. Weder wird man mit einem eigenen Team antreten, noch andere Teams mit Motoren beliefern. In den letzten Wochen gab es Spekulationen etwa über eine Rückkehr von Porsche in die Königsklasse. Entsprechende Analysen und Konzepte wurden wohl auch ausgearbeitet, letztlich nun aber verworfen. Stattdessen könnte es ein Engagement in der WRC geben, ebenso lässt der Artikel die Vermutung anklingen, es könne einen Porsche-Prototypen in Le Mans geben. (Stefan)

// HRT wird, sofern man den Winter finanziell überlebt, im kommenden Jahr Getriebe von Williams nutzen. Derzeit setzt man ja, so wie auch die anderen Newcomer Lotus und Virgin Getriebe von Xtrac – mit diesen Produkten ist aber keines der Teams wirklich zufrieden. Lotus wird aller Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr auch beim Getriebe auf Renault setzen, einzig Virgin scheint noch keinen Ersatz gefunden zu haben. Die Kooperation mit Williams ist für HRT jedenfalls nahe liegend – benützt das Team doch als einzige der etablierten Mannschaften ebenfalls Cosworth-Motoren. (Vorsicht)

// Während HRT also noch mit grundsätzlicheren Planungen beschäftigt ist, beschäftigen sich die anderen beiden Newcomer-Teams schon intensiver mit den Fahrerpaarungen für 2011. So soll bei Lotus Jarno Trulli vor der Ablöse stehen – und zwar angeblich durch Bruno Senna. Der hat sich zwar in seinem ersten Jahr nicht durch großartige fahrerische Leistungen profilieren können und hatte in Japan und Korea sogar mit Sakon Yamamoto zu kämpfen. Aber Senna im Lotus-Renault – das hätte trotzdem was. Jarno Trulli wird unterdessen nachgesagt, er könnte sich im kommenden Jahr womöglich in Richtung NASCAR orientieren, sollte es mit der Formel 1 tatsächlich nichts mehr werden. Bei Virgin scheinen sich derweil die Anzeichen zu verdichten, dass Neo-Testfahrer Jerome D’Ambrosio 2011 vor einen Beförderung zum Einsatzpiloten stehen könnte. (Vorsicht)

// Ex-HRT Pilot Karun Chandhok wird in diesem Jahr wohl nicht mehr in einem Formel 1 Auto zu sehen sein – zumindest hat der Inder selbst kürzlich in einem Interview bestätigt, dass seine Aufmerksamkeit nun einem Cockpit für 2011 gelte. Und da will er angeblich derzeit mit drei Teams in Gesprächen über ein Renncockpit stehen – um welche Mannschaften es sich dabei konkret handeln könnte, ist allerdings unklar. (Vorsicht)

// Etwas überraschend: Vergangene Woche hat Mercedes GP bekannt gegeben, dass beim Junior-Test in Abu Dhabi der britische Youngster Sam Bird im Cockpit sitzen wird. Nicht bekannt ist, welche Gründe für die Wahl des aktuell Fünften in der GP2-Meisterschaft ausschlaggebend waren, und ob Mercedes konkrete Zukunftspläne mit dem ART-Piloten hat. (Vorsicht)

// Bernie Ecclestone setzt derweil seine beliebte Serie kontroversieller Interviews fort, und zwar in der Financial Times. Kernaussagen diesmal: Bernie ist von den neuen Teams enttäuscht, und meint wörtlich, er würde gerne “ein paar dieser Krüppel” wieder loswerden. Gemeint ist damit wohl im wesentlichen HRT – auch bei Virgin rät er allerdings Richard Branson dringend dazu, finanziell eine Schippe nachzulegen. Sonst habe einzig Lotus eine realistische Zukunftsperspektive. Joe Saward spekuliert, dass hinter Bernies wiederholten Attacken auf die kleinen Teams ein finanzielles Motiv stecken könnte. Das in der Konstrukteurs-WM elft- und zwölftplatzierte Team erhält nämlich gemäß dem bis 2012 gültigen Concorde-Agreement je 10 Millionen Dollar aus einem speziellen Topf. Dieses Geld könnte sich die FOM aber behalten, wenn es nur zehn Team gäbe. (Vorsicht)

// Fraglich ist demnach auch, ob es wirklich schon 2011 eine HD-Übertragung von der Königsklasse geben soll – zumindest Onboard-Aufnahmen sind laut Ecclestone keinesfalls in HD möglich, da die Kameras dafür zu groß seien. Dem entgegen steht die Nachricht, dass der brasilianische TV-Sender Globo kürzlich bestätigt haben soll, die Formel 1 im kommenden Jahr in nativem HD zu übertragen. (Vorsicht)

// Stecken die Planungen für den US-Grand Prix 2012 nun doch in Problemen? Ein internes Planungsdokument, das von Austin News KXAN veröffentlicht wurde, spricht von einer Bauzeit von 24 Monaten – bei einem Baubeginn im Dezember dieses Jahres also zu lange für einen Grand Prix im Juni 2012. Die Planungsgesellschaft spricht in einer ersten Reaktion von einem Missverständnis – in den 24 Monaten sei auch die längt angelaufene Planungsphase mit einbegriffen. Das Dokument listet übrigens auch eine ganze Reihe von Serien auf, die die Veranstalter neben der F1 auf die Strecke locken möchten – darunter die NASCAR, Indycar und die “Moro GP” (sic). (Vorsicht)

// In Bulgarien schreiten die Planungen für den möglichen Bau einer Formel 1-Strecke dagegen voran – angeblich möchte man im Dezember so weit sein, mit Bernie Ecclestone einen Vertrag abzuschließen. Schon 2012 könnte der Lauf dann auf dem Kalender stehen. Das wiederum könnte die Rennen in der Türkei und in Ungarn gefährden – meint jedenfalls Organisator Bogdan Nikolov. Um auch abseits der Formel 1 Betrieb auf die Strecke zu locken, plant man in Bulgarien ein ganz besonderes Feature – eine Art Bodenheizung, die den Asphalt stets auf einer konstanten Temperatur halten soll. (Vorsicht)

// Peugeot hat vergangene Woche in Monza eine Übergangsversion seines LMP1 getestet. Auffälligste Neuerungen an dem bislang 90X genannten Fahrzeug waren die nach dem 2011er Reglement vorgeschriebene Finne über der Heckverkleidung, die Airbox auf dem (weiterhin geschlossenen) Cockpit und die Heckpartie. Die Motorabdeckung ist nun flacher, der Heckflügel hängt an zwei “Schwanenhälsen” und die Auspuffrohre enden am Heck, nicht wie bisher seitlich vor den Hinterrädern, diese drei Eigenschaften teilt sich das neue Modell mit dem Audi R15. Die Konfiguration des hinteren Fahrzeugendes ist aber noch nicht abschließend, ebenso ist laut technischem Direktor Bruno Famin noch unklar, mit welchem Motor der 908-Nachfolger ausgerüstet wird; motorsport-aktuell.com jedoch schreibt, es sei ein neuer Hybrid-Dieselmotor an Bord gewesen. Einige Bilder gibt es hier. (Stefan)

// Knalleffekt bei der Formel 2: Der britische TV-Kommentator Ben Constanduros meldet, dass die Nachwuchsformel 2011 nicht mehr im Rahmenprogramm der WTCC startet – damit wird die F2 sehr wahrscheinlich auch nicht mehr auf Eurosport zu sehen sein. Erstaunlich ist, dass die Trennung angeblich von der F2-Betreiberin Motorsport Vision ausgegangen sein soll – die fühlte sich nämlich von der WTCC stiefmütterlich behandelt, weil in Monza 2011 die Formel Renault 3.5 in deren Rahmenprogramm an den Start gehen wird. Zudem war man wohl bei Eurosport auch mit der Rolle der “zweiten Geige” hinter der WTCC unzufrieden. Im Rahmen welcher Serie die F2 nun im kommenden Jahr an den Start geht, ist bisher unbekannt – und auch, wo und ob man die Rennen im TV sehen kann ist fraglich. Ebenfalls unklar ist zur Stunde, welche Serie nun die WTCC unterstützen soll – angeblich arbeitet man bei Eurosport aber schon an Ersatz. (Vorsicht)

// Turbulente Woche auch bei den Indycars: Tony Kanaan wurde endgültig von Andretti Autosport aus seinem laufenden Vertrag entlassen, und “darf” sich nun bei anderen Teams nach einem Cockpit umsehen. Nur wenige Stunden später gab das Team dann dafür die Verpflichtung von Ryan Hunter-Reay bis 2012 bekannt. Dem Vernehmen nach hat man sich bei Andretti finanziell etwas verrant: Im Vertrauen darauf, dass 7-Eleven als Kanaan-Sponsor erhalten bleibt, hat man angeblich schon direkt nach dem Indy 500 einen zweijährigen Vertrag mit “RHR” unterfertigt – und so die verbleibenden Sponsoren an den Texaner gebunden. Als 7-Eleven dann unerwartet doch absprang, stand das Team mit einem ausfinanzierten Auto und an Hunter-Reay gebundenen Geldgebern da – aber hatte plötzlich kein Geld mehr für Teamleader Kanaan. Verständlich, dass der Brasilianer im Moment nicht so gut auf die Mannschaft zu sprechen sein soll. (Vorsicht)

// Ein Top-Cockpit soll dagegen Graham Rahal ergattert haben – Gerüchte sprechen davon, dass der Jungstar im kommenden Jahr für Chip Ganassi starten wird. Ein Grund zur Besorgnis für Fans von Dario Franchitti und Scott Dixon ist das aber nicht. Denn Rahal bringt über eigene Sponsoren angeblich um die 10 Millionen Dollar mit – genug für ein drittes Ganassi-Auto neben den beiden Stammpiloten. (Vorsicht)

// Ebenfalls der IRL erhalten bleibt Rookie Bertrand Baguette – das hat er zumindest der belgischen Nachrichtenagentur Belga erzählt. Details zu einem konkreten Vertrag mit einem Team sind nicht bekannt. (Vorsicht)

// Das Team von Signature Plus hat derweil bekannt gegeben, dass man 2011 in der F3 Euroseries mit dem aktuellen F3-Cup Vizemeister Daniel Abt an den Start gehen will. Was ja auch dafür sprechen würde, dass das Team 1) davon ausgeht, dass es im kommenden eine F3 Euroeries geben wird, und, dass man 2) dort auch wirklich teilnehmen will. (Vorsicht)

// Zwei Neuigkeiten gibt es in dieser Woche auch von den australischen V8 Supercars:
- Einerseits sind Gerüchte aufgetaucht, wonach BMW daran interssiert sein könnte, ab 2012 in der Serie zu starten. Und zwar dann, wenn das neue Reglement jenem der “neuen” DTM ausreichend ähnlich ist, um mit einem geringfügig umgebauten Auto in beiden Serien antreten zu können.
- Und andererseits gibt es einen Kalender für die Saison 2011. Viele Änderungen sind diesmal nicht dabei – es wird allerdings mit Abu Dhabi nur noch ein Rennen im Nahen Osten geben, Bahrain wurde aus dem Kalender entfernt. Dafür kehrt Barbagallo Raceway nahe Perth zurück. Das ist ein wenig erstaunlich, weil man der Strecke in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen den Rücken gekehrt hatte – die notwendigen Umbauten sollen aber erst 2012 abgeschlossen sein.

1. 12. Februar – Abu Dhabi
2. 20. März – Adelaide
Ohne Punkte: 27. März – Royal Albert Park (F1-Rahmenprogramm)
3. 17. April – Hamilton
4. 8. Mai – Barbagallo
5. 19. Juni – Hidden Valley
6. 10. Juli – Townsville
7. 21. August – Queensland Raceway
8. 18. September – Phillip Island
9. 9. Oktober – Bathurst
10. 23. Oktober –  Surfers Paradise
11. 13. November – Symmons Plains
12. 20. November – Sandown
13. 4. Dezember – Sydney
(Vorsicht)

// LMS: OAK Racing wird für 2011 das offzielle Entwicklunsteam für die Reifen von Dunlop in den LMP-Klassen. GT-Eins berichtet indes auch darüber, dass das Team ab 2011 mit 3,4 Liter Judd Motoren in der LMP1 am Start sein wird. (Flo aus N.)

// Dallara bastelt derweil schon eifirg am neuen Chassis für die Indy Car Series, welche ab 2012 mit einem neuem Chassis antreten will. Zur Zeit konzentriert man sich auf die sogenannte “Safety-Cell(Flo aus N.)

October 07 2010

06:24

Formelserien: WSbR-Finale, SLF in Beijing

Eine äußerst spannende Saison geht in der Formel Renault 3.5 in Barcelona zu Ende – noch immer tobt an der Spitze ein Dreikampf um den Titel. Auch die SLF geht in China in die vorletzte Runde – und zwar auf einem etwas mysteriösen Kurs in Beijing.

31 Punkte gibt es in der möglicherweise bestbesetzten Juniorserie der Welt insgesamt noch zu gewinnen, aber nur 16 Zähler trennen die drei Fahrer an der Tabellenspitze. Das ist die Ausgangslage vor den beiden Finalläufen der Formel Renault 3.5 am kommenden Wochenende in Barcelona. Um den Titel fahren dabei Überraschungsmann Mikhail Aleshin (116), Red Bull Juniorhoffnung Daniel Ricciardo (113) und Sensationsmann Esteban Guerrieri (100) aus Argentinien, der trotz zweier verpasster Rennwochenenden und einer äußerst unglücklichen Disqualifikation in Silverstone immer noch alle Chancen hat, am Ende den Meistertitel zu erringen. Auch die SLF-Saison 2010 neigt sich dem Ende zu. Zwei Rennen vor Schluss sind immer noch fünf Teams in Reichweite des Titels. Spannend wird es aber auch aus anderen Gründen: Über die Strecke, auf der man am Wochenende fahren will, gibt es bisher nur sehr spärliche Informationen.

Eigentlich könnte nur ein Umstand die Rennen der Formel Renault 3.5 am kommenden Wochenende noch spannender machen – nämlich Regen. Und genau den soll es laut Wettervorhersage auch tatsächlich geben. Das könnte Mikhail Aleshin entgegenkommen. Der Russe hat zwar in den vergangenen Rennen beständig an Punkten verloren, liegt aber immer noch an der Tabellenspitze. Bisherige Erfahrungen lassen vermuten, dass er im Regen etwas bessere Chancen haben könnte, die Führung zu verteidigen, als im Trockenen.

Trotzdem: Favorit auf der Meistertitel ist wohl Daniel Ricciardo. Der Australier verfügt zweifelsohne über mehr Speed als sein Konkurrent, und gilt als Barcelona-Spezialist. Dass er in der Meisterschaft nicht schon lange führt, liegt weniger an mandem Fahrtalent, sondern eher daran, dass er etwas zu viele Fehler gemacht hat – und, vor allem in den ersten Saisonrennen, auch an mangelnder Konstanz. In den letzten Rennen kam dann auch noch etwas Pech dazu – etwa in Silverstone, wo er in Rennen eins gleich am Start von Burt Jon Lancaster abgeschossen wurde.

Der schnellste Pilot der Saison 2010 kommt aber wohl aus Argentinien: Esteban Guerrieri hat mehrfach unter Beweis gestellt, dass er sowohl Ricciardo als auch Aleshin auf der Strecke schlagen kann. Dazu kam in Hockenheim und Silverstone auch noch eine clevere Fahrweise, mit der er am Anfang ein wenig Reifen sparte, und am Ende nochmal zulegen konnte. Das bekam vor allem Ricciardo drastisch zu spüren, als er vor zwei Wochen noch in den letzten Kurven von Guerrieri in einem tollen Überholmanöver um Führung und Sieg gebracht wurde. Dass er die Tabelle nicht anführt, ist auf mangelnde Finanzen und eine Portion Pech zurückzuführen: In Monaco fehlte das Geld, auf dem Hungeroring konnte er wegen technischer Probleme nicht an den Start gehen, und in Silverstone wurde ihm der Sieg in Rennen eins aberkannt, weil ein Mechaniker eine Abdeckung auf der Fahrzeugnase mit einem Klebeband befestigt hatte – was zwar keine Vorteile bringt, aber laut Regularien der Formel Renault 3.5 trotzdem verboten ist.

Übertragen werden beide Läufe wie gewohl live auf Eurosport – und zwar zur besten Sendezeit am Samstag um 14:45 auf Eurosport Intl., und am Sonntag um 13:00 Uhr, leider nur auf ESP 2.

Superleague Formula

Vergangenes Wochenende hat sich die Serie gleich mal mit zwei richtigen Knallern in China eingeführt: Lauf zwei und das “Superfinale” lieferten großartigen Rennsport, und wenn jemand die Möglichkeit hat, irgendwo eine Wiederholung oder Zusammenfassung zu sehen, würde ich sehr empfehlen, das zu tun. Fairerweise sei gesagt: Dass die Rennen so spannend waren, ist nicht nur der Serie an sich geschuldet, sondern auch dem neuen Kurs im innermongolischen Ordos.

Nicht, dass dieser so überholfreundlich geplant oder gut in Schuss gebracht worden wäre – ganz im Gegenteil. Die brandneue Strecke, die in ihrer Form einem springenden Steppenpferd nachempfunden ist, glich, wie Robert Dornboos so richtig sagte “Adria auf Steroiden”. Adria, weil es kaum lange Geraden, dafür aber sehr viele enge Kurven gibt. Steroide, weil die Strecke trotzdem ziemlich anspruchsvoll ist: Gleich zwei Kehren ähneln der ersten Kurve in Shaghai, und machen in ihrem Verlauf immer mehr zu, was zu erstunaulich spannenden Manövern geführt hat. Für besonderes Spektakel sogte aber eine zunächst unauffällige Schikane im mittleren Streckenteil. Einerseits deshalb, weil sich darin eine Bodenwelle befindet, die die Boliden in jeder Runde unwillkürlich abheben lies (siehe Foto). Außerdem war der Kurvenausgang stets mit einer ordentlichen Sandschicht bedeckt, die wohl aus der angrenzenden Wüste Gobi auf die Strecke geweht wurde.

Dass am Ende Earl Bamber im Superfinale um den Sieg mitkämpfte (und schließlich, wenn auch “nur” am grünen Tisch) auch noch gewann, trug ebenfalls zur Stimmung bei. Immerhin war der Neuseeländer in der Annahme angereist, in Ordos als TV Co-Kommentator aufzutreten. Als dann Alvaro Parente Probleme mit den chinesischen Einreisebehörden hatte, musste Bamber kurzerhand einspringen. Entsprechend parteiisch agierte auch die TV-Crew im Online-Stream. An sich nicht ganz fair, aber großes TV.

Eine Vorstellung der Strecke, auf der man am kommenden Wochenende fahren will, ist leider nicht möglich. Lange war überhaupt nicht bekannt, wo in China man denn das zweite Rennen austragen möchte, kurz vor dem Ordos-Wochenende wurde bekannt, dass es sich um den olympischen Kanu- und Ruderpark in Beijing handeln soll. Offenbar möchte man einen Stadtkurs bauen, der sowohl über das eigentliche Rudergelände führen soll, als auch durch die angrenzenden Straßen. Mehr ist nicht bekannt – abgesehen von einem wissenden Grisen von Serienorganisator Robin Webb, der im Interview sagte, er habe die Strecke schon gesehen, und sei hellauf begeistert. Im Normalfall müsste man das für reines PR-Gerede halten – irgendwas an Tonfall und Mimik ließ aber vermuten, dass vielleicht doch mehr dran sein könnte. Man darf gespannt sein.

Auch abseites der Strecken-Frage verspricht das Wochenende Spannung. Denn immer noch sind fünf Teams in Reichweite der Meisterschaft. Der RSC Anderlecht mit Davide Rigon (635) hat sich in den vergangenen Rennen als jenes Team präsentiert, das es wohl zu schlagen gilt. Rigon ist schnell unterwegs und verlässlich, der Wagen scheint auch gut zu gehen. Dahinter liegt der Deutsche Max Wissel mit dem FC Basel (628), der ebenfalls in den vergangenen Rennen einen Aufwärtstrend verzeichnen konnte. Leicht abgebaut hat dagegen die Mannschaft von Tottenham Hotspur und Fahrer Craig Dolby (616), die nur noch auf dem dritten Tabellenrang liegen, punktgleich mit Olypmiacos Piräus, deren Van der Drift-Ersatzfahrer Ben Hanley auch in Ordos wieder sein Talent unter Beweis gestellt hat. Schießlich hat auch der ehemalige Tabellenführer AC Milan mit Yelmer Buurman (591) noch Chancen auf den Titel.

Weniger toll als Spannung und Racing ist wieder mal die Terminsetzung der Serie. Nachdem man in diesem Jahr schon zeitgeleich mit dem Monaco F1-Grand Prix und dem Viertelfinalspiel der Deutschen Nationalmannschaft (als Fußballserie am Nürburgring) an den Start gegangen ist, hat man es diesmal geschafft, einen von nur zwei Asien-Terminen großteils zeitgleich mit dem Formel 1-Rennen in Suzuka anzusetzen. Konkret: Rennen 1 findet um 05:00 statt, Lauf 2 pünktlich zur zweiten Suzuka-Renhälfte um 09:00, das Superfinale um 10:00 Uhr. Übertragen wird – wie immer – in Deutschland nicht live im TV, dafür gibt es den qualitativ hochwertigen, flüssig laufenden und gut kommentierten Livestream auf superleagueformula.com.

Ein Hinweis noch: Sport 1 hat die SLF neu in Form von 26-Minuten-Zusammenfassungen der Rennwochenenden im Programm. Das ganze ist mit einem überraschend annehmbaren deutschen Kommentar versehen. Die (ohne Werbung) 22 Minuten scheinen aber leider etwas zu kurz, um alle Storylines der Rennen ausreichend zusammenzufassen. Unpraktischerweise ist die Sendung im Sport 1 TV-Schedule nur als “Sport 1 Reportage” gekennzeichnet, so dass man schon etwas länger suchen muss, bis man die passenden Informationen findet. Das derzeit bekannte Programm:

Donnerstag, 7.10.
06:15 Uhr – Portimao
17:30 Uhr – Ordos

Dienstag 12.10.
07:30 Uhr – Ordos
19:30 Uhr – Beijing

Donnerstag 14.10.
06:00 Uhr – Ordos
06:30 Uhr – Beijing

(ohne Gewähr)

September 27 2010

06:39

Formel Eins: Analyse Singapur GP

Ein durchaus abwechslungsreiches Rennen in Singapur, auch wenn das Rennen lange scheinbar vor sich hin plätscherte. Aber es gab ja genügend Action weiter hinten.

Wenn es in die Endphase einer Meisterschaft geht, werden die Rennen nicht zwingend besser. Die WM-Kandidaten werden nervös und sind etwas vorsichtiger im Rennen, denn einen Komplettausfall kann man im Herbst nur schwer verkraften. Das führt oft dazu, dass die Rennen statischer werden, auch weil die Top Teams in Sachen Strategie nicht mehr viel riskieren. Doch das Rennen in Singapur sah mutige Entscheidungen und zwei Titelkandidaten, die sich ins Gehege kamen. Weiter hinten wurde das Feld richtig durch gewürfelt und es wurde hart gekämpft. Auf einer Strecke, auf der man eigentlich nicht so richtig gut überholen kann, gab es trotzdem etliche sehenswerte Manöver, die allerdings nicht immer gut gingen. Es war also abwechslungsreich und das Rennergebnis hat die Meisterschaft noch spannender gemacht. Vor allem, wenn man eine mögliche Absage des Korea GP mit einrechnet.


Dass der Start schon die ersten Vorentscheidungen bringen würde, war vorher klar. Zwar ist es in Singapur nicht so eng wie in Monaco, aber ein Überholmanöver ist mit großen Risiken verbunden, also muss man sehen, dass man gut aus der ersten Runde kommt. Alonso gelang ein guter Start, aber auch Vettel blieb dran. Bei Red Bull hat man wohl die gesamte Startprozedur überarbeitet, die in diesem Jahr dafür gesorgt hatte, dass sowohl Vettel als auch Webber oft Probleme hatten. Ich hatte Hamilton gut Chancen eingeräumt, dass er Vettel würde schlagen können, da der Brite auf der sauberen Seite der Strecke stand, aber der McLaren kam nicht gut weg und er musste sich auch noch gegen Button verteidigen. Und so sortierte sich im Grunde alle so ein, wie sie gestartet waren. Nach drei Runden stand dann Liuzzi neben der Strecke und es gab die erste Safety Car Phase.

Red Bull holte Mark Webber rein. Eine mutige Entscheidung. Zum einen bedeutete dies, dass er noch mindestens 58 Runden mit den harten Schlappen unterwegs sein musste, zum anderen brauchte er noch dringend ein weiteres Safety Car. Denn während er auf Platz 11 zurückfiel und später hinter Barrichello feststeckte, konnten die anderen vorne ihre Rundenzeiten fahren und den Vorsprung auf Webber ausbauen. Auch war nicht klar, ob die harten Reifen eine so lange Distanz überhaupt schadlos überstehen würden. Der WM-führende würde vielleicht nach vorne rutschen, hätte aber am Ende die schlechteren Reifen und müsste sich damit gegen beide McLaren und eventuell Rosberg verteidigen. Die Strategie von Red Bull hatte viele Unbekannte und noch mehr Risiken, aber einen Versuch war es durchaus wert, da Webber aus eigener Kraft auch nicht von Platz 5 weggekommen wäre.

Ein Boxenstopp in Singapur dauert rund 30 Sekunden und es war schnell klar, dass Alonso und Vettel vorne nicht zu schlagen waren. Hamilton auf Platz 3 sah erst nach einem machbaren Projekt aus, aber dann hing Webber hinter dem Williams fest und der Ex-Weltmeister war teilweise pro Runde 2 Sekunden schneller. Doch dann brachen die weichen Reifen am McLaren ein. Teilweise war Hamilton 2 Sekunden langsamer als Alonso und Webber holte von hinten auch dann auf, als er hinter Barrichello steckte. Marc Surer wunderte sich, dass McLaren seine Fahrer nicht früher zum Stopp beorderte. Tatsächlich hätte man ja mal Button holen können, der ohne Kontakt nach vorne oder hinten auf Platz 4 lag, aber gebracht hätte es trotzdem nicht. Hamilton lag maximal 22 Sekunden vor Webber, die Spitze war eh weg, also wartete man auf ein weiteres Safety Car. Das hätte McLaren geholfen, den dritten Platz zu halten. Nicht weil der Boxenstopp deswegen schneller geht, aber Webber hätte innerhalb der Karenzzeit unter Gelb bleiben müssen. Da er langsamer um den Kurs hätte fahren müssen, wäre er auch nicht so schnell wieder an Start/Ziel gewesen und Hamilton hätte seinen Platz behalten. Dummerweise kam das SC nicht und um nicht von Rosberg oder Kubica abgefangen zu werden, holte McLaren die Fahrer dann mal rein.

Nach dem Stopp war Webber vorne, sah sich aber unter Druck von Hamilton. Und der Brite zeigte mal wieder Nerven. Der Unfall in Turn 8 geht zwar nicht zu 100% auf seine Kappe, aber da er es war, der es Außen versuchte, musste er auch schauen, dass genug Platz war. Nach dem Rennen meinte Hamilton, dass er Webber nicht mehr gesehen habe, der habe sich wohl im toten Winkel befunden. Eine schwache Entschuldigung nach einem eigentlich gut gedachtem Manöver, aber schlecht ausgeführtem Manöver. 30 Zentimeter mehr und Hamilton hätte Webber gehabt und die WM-Führung übernommen. Nach dem Fehler in Monza also wieder so ein vermeidbares Ding, dass ihn die Meisterschaft kosten kann. Webber hatte allerdings auch mächtig Glück. Zum einen zerbröselte seine Vorderradaufhängung nicht, zum anderen hielten die Felge und der Reifen. Wie man auf dem Bild sehen kann, war es pures Glück.

Danach war das Rennen vorne gelaufen. Vettel ließ zwar nie locker, aber Alonso konnte ihn relativ problemlos hinter sich halten. Webber machte erst gar nicht den Versuch den beiden zu folgen, sondern schonte seine Reifen und die Bremsen und hielt Button auf einem 2 Sekundenabstand. Der konnte ebenso wenig angreifen, wie Rosberg hinter ihm, der ein Auge auf Kubica halten musste.

Dahinter ging es recht bunt zu. Weil Trubel der ersten SC-Phase Timo Glock seine Reifen nicht gewechselt hatte, fand sich der Virgin plötzlich auf Platz 11 wieder. Er sah auch zu Recht keinerlei Veranlassung die von hinten drängelnden Sutil, Hülkenberg und Massa vorbei zu lassen und fuhr etliche Runden weiter um einen Punkt. Schöne Leistung, die am Ende leider nicht belohnt wurde, weil er ausfiel.

Michael Schumacher hatte ein ereignisreiches Rennen, weil er mit beiden Sauber aneinandergeriet. Erst schnappte er sich Kobayashi, der sich ein paar Runden später allerdings mit einem Bremsmanöver aus der Hölle revanchierte und den Mercedes-Mann in einen Dreher zwang. Drei Kurven weiter versenkte der Japaner seinen Wagen allerdings in der Leitplanke. Den nächsten Sauber schob Schumacher dann höchstselbst von der Strecke, als er irgendwie innen an Heidfeld vorbei wollte, der allerdings die Tür zu schmiss. Mal wieder ein zähes Rennen von Schumacher. Wenn man bedenkt, dass Rosberg auf P5 einlief, hätte Schumacher mindestens auf P6 einlaufen müssen. Klar, die schlechte Startposition bedeutet auch immer, dass er in mehr Ärger steckt, als Rosberg, aber seine Rennperformance ist auch nicht das, was man erwartet. Eddie Jordan, nie um einen Spruch verlegen, meinte er hätte einen Fahrer wie Schumacher schon längst raus geschmissen. So langsam muss man ihm recht geben, vor allem wenn man seine Performance zum Beispiel mit Rubens Barrichello, Nico Hülkenberg oder Adrian Sutil vergleicht. Während die genannten drei sich im Rennen meist verbessern, geht es für Schumacher immer nur nach hinten.

Kurz zu den anderen:

- Adrian Sutil hatte eine miese Qualifikation, kämpfte sich nach vorne und kam auf den achten Platz ins Ziel. Den verlor er allerdings nach dem Rennen, weil den Rennkommissaren aufgefallen war, dass er in der ersten (!) Runden wohl eine Schikane abgekürzt hatte. Es gab eine 25 Sekundenstrafe, gegen die Force India allerdings Protest eingelegt hat. Am Ende wurde er neunter. Nico Hülkenberg bekam ebenfalls aus selbigen Grund eine Strafe, und wurde am Ende 10. Massa profitierte von dem ganzen Strafen und rückte auf den 8.Platz vor. Dafür, dass er als 24ster gestartet ist, hat er viel erreicht.

- Vitaly Petrov war in der Quali auch nicht gerade gut, hatte aber einen sensationellen Start, der ihn auf Platz 1o brachte. Danach ging allerdings nichts mehr nach vorne.

- Last Man standing der neuen Teams war Lucas di Grassi im Virgin auf Platz 15. Kovalainen fackelte seinen Lotus auf der Zielgeraden ab.

Das Rennergebnis schafft eine schöne Situation in der WM. Im Grunde hat sich Webber etwas absetzen können, zu mal Vettel nur 3 Punkte aufholen konnte. Aber er hat nur den Verfolger gewechselt, denn statt Hamilton hängt ihm jetzt Alonso im Genick. Aus dem WM-Rennen verabschiedet hat sich trotz seines vierten Platz wohl Jenson Button. Die 35 Punkte Rückstand auf Webber erscheinen doch etwas viel.

Vor allem, weil es überhaupt nicht sicher ist, dass der Korea-GP stattfindet. Während eines Interviews mit der BBC streute nun auch Bernie Ecclestone erhebliche Zweifel daran, dass das Rennen stattfinden würde. Sinngemäß meinte er, dass es eng wird, und er sich im Moment auf die Zusagen der Veranstalter verlassen muss. Zuversicht klingt anders, zumal er bis jetzt darauf bestanden hatte, dass das Rennen laufen wird. Die endgültige Entscheidung fällt diese Woche, wenn die FIA die Strecke abnehmen wird. Wenn diese Abnahme scheitert, der GP also abgesagt wird, hat das massive Auswirkungen auf die WM. Denn sind es nach dem GP in Japan nur noch zwei Rennen, was die Sache für Webber, vorausgesetzt, er holt Punkte in Suzuka etwas leichter machen wird.

Die WM wird auf jeden Fall immer spannender, denn Japan, das ist jetzt schon allen klar, wird ein Rennen, das Red Bull nur verlieren kann. Zwar hat Ferrari mit der letzten Ausbaustufe des F60 aufgeholt, aber ein Sieg von Alonso in Japan ist unwahrscheinlich. Vor allem, weil der Spanier keinen frischen Motor mehr in diesem Jahr hat. Die Chancen für Webber stehen also nicht schlecht, er muss sehen, dass er in Suzuka mindestens zweiter wird. Wenn Korea ausfällt hat Red Bull vermutlich keine andere Chance, als Webber für die letzten zwei Rennen Vorfahrt zu geben.

McLaren darf man natürlich nicht abschreiben, aber ich hatte sie in Singapur deutlich besser eingeschätzt. Vielleicht liegt ihnen Suzuka ja besser, aber da bin skeptisch. Helfen könnte ihnen schlechtes Wetter. Auch in Japan regnet es um diese Jahreszeit ja gerne mal.
GP SINGAPORE F1_2010 Reifen_Webber Formula One World Championship Formula One World Championship F1_Singapur_2010_3 F1_Singapur_2010_4 2010 Singapore Grand Prix 2010 Singapore Grand Prix F1_Singapur_2010_7 F1_Singapur_2010_8 F1_Singapur_2010_9 F1_Singapur_2010_10 F1_Singapur_2010_11 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Singapore Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Singapore F1_Singapur_2010_14 F1_Singapur_2010_15 F1_Singapur_2010_16 GP SINGAPORE F1_2010 F1 Singapore Grand Prix - Race F1 Singapore Grand Prix - Practice F1 Singapore Grand Prix - Practice F1 Singapore Grand Prix - Practice F1 Singapore Grand Prix - Qualifying F1 Singapore Grand Prix - Qualifying

September 23 2010

08:24

Formel 1 Vorschau: Singapur 2010

Die Formel 1 beginnt wieder  mit ihren Überseerennen und läutet damit die Endphase der Saison ein. 5 Rennen sind noch zu fahren und der Formel 1 Tross wird dabei über 30.000 km zurücklegen. Die Meisterschaft ist weiterhin sehr spannend und nun geht es hinein in die Nacht von Singapur, eine Strecke, die schon im ersten Rennen (negative) Geschichte schrieb.

Wer erinnert sich nicht, 2008 an den nach einem Fahrfehler aussehenden Dreher und darauffolgenden Unfall von Nelson Piquet Junior, wo man sich dachte: Die Safetycarphase kommt jetzt aber günstig für Fernando Alonso. Der Rest der Geschichte sollte bekannt sein. Aber zurück in die Gegenwart: Die Strecke gibt es erst 2 Jahre und sie hat 2 Eigenschaften, die viele Stadtkurse besitzen: Sie ist schnell, aber es gibt leider wenig Überholmöglichkeiten. Dafür sind die Auslaufzonen für einen Stadtkurs sehr großzügig.

Die 2 bisherigen Rennen waren jetzt nicht grad das Beste was die Formel 1 zu bieten hat, aber dieses Jahr schaffte man es ja bis auf Monza und Bahrain eigentlich immer gute Rennen auch auf tendenziell langweiligen Strecken hin zu bekommen. Und selbst wenn das Rennen langweilig ist, die Bilder aus Singapur sind einfach nur toll, wie die Autos mit 300 durch die “Lichterstraßen” jagen. Was man dort temporär aufbaut ist schon sehr beeindruckend: 1485 Scheinwerfer werden aufgestellt plus 13 Generatoren ergibt den Stromverbrauch einer Kleinstadt. Die Strecke ist etwas über 5 km lang und besteht zu 70% aus öffentlichen Straßen. Und nun das Wichtigste: Ab diesem Jahr gibt es dekorierte Mauern und Auslaufzonen, darauf hat die Welt gewartet.

Die Kräfteverhältnisse hier sind verhältnismäßig schwer einzuschätzen, da die Strecke kaum mit anderen vergleichbar ist. Dennoch versuche ich es in den folgenden Absätzen:

RedBull und Singapur, das passt irgendwie nicht. Das Auto ist zwar in schnellen Kurven gut, aber Singapur hat einige 90° Kurven und man erreicht mehrmals fast die 300. Ich glaube nicht, dass es für die RedBull  hier einfach wird. Ein Podium ist auf alle Fälle drin , aber einen Sieg wird schwer, unmöglich wie in Monza ist es aber auf Grund der fehlenden ewig langen Geraden für den McLaren nicht. Sehr spannend bei RedBull wird natürlich, wie man es denn nun mit der teaminternen Reihenfolge hält. Vettels schauspielerische Leistung “MY ENIGINE IS DYING!” verdient eigentlich schon Anerkennung, so ins Zeug gelegt hat sich selten jemand, um seinen Teamkollegen vorbeizulassen, nur um dann später Dank Strategie doch wieder vor ihm zu liegen.

Mein Siegertipp für das Wochenende ist McLaren. Die Strecke hat zwar nicht die ewig langen Geraden, allerdings beschleunigt man 3 Mal an die 300 ran, da sollte der McLaren schon gut gehen. Den RedBull fehlen die schnellen Kurven. Desweiteren hat man mit Button einen sehr konstanten Fahrer und Hamilton hat seinen “Fehler der Saison” in Monza gemacht.

Ferrari sollte hier hingegen wohl wieder hinter McLaren und RedBull zurückfallen, da der Ferrari schon sehr viel Vollgasanteil braucht um wirklich schnell zu sein. Dennoch muss man den Italienern ein Lob aussprechen, dass sie sie nach einem massiven Durchhänger zu Mitte der Saison wieder heranarbeiten konnten. Allerdings beflügelt der Sieg aus Monza natürlich extrem und wirklich schlecht war man in Singapur auch nie, ein Podium kann möglich sein.

Die Mercedes werden auch hier nicht viel holen können. Man wird vermutlich wieder eine schlechte Quali hinlegen um sich dann im Rennen in die Top 10 zu arbeiten. Dieses Jahr will man einfach nur so schnell wie möglich abhaken und sich auf nächstes Jahr konzentrieren, was ja eigentlich nur besser werden kann.

Ganz im Gegenteil zu Williams, die zumindest mit Top 10 Ambitionen nach Singapur reisen. Man hat einen ziemlich guten Saisonmittelteil hingelegt und kämpft mit Force India, die ja im Moment ein bisschen schwächeln um Platz 6 in der Konstrukteurswertung .

Für Sauber steht wohl die größte Veränderung an: Sie gehen nämlich mit einem neuen Fahrer an den Start. Nick Heidfeld ersetzt Pedro de la Rosa. Wenn man sich die Punkte anguckt, ist das absolut verständlich: (Fast)Neuling Kobayashi holte für das Team insgesamt 21 Punkte, de la Rosa gerade Mal 6.  Mit Heidfeld holt man sich natürlich einen sehr erfahrenen Fahrer an Bord, der verdammt heiß aufs Rennen fahren sein wird. Ein oder zwei Punkte dürften drin sein. Das gleiche gilt für die Renault, außer Kuibica kriegt mal wieder einen Motivationsanfall, dann ist auch mehr drin.

Hinten wird Toro Rosso weiterhin das triste Dasein zwischen Mittel- und Hinterfeld fristen. Die Trennung vom RedBull hat dem Team gar nicht gut getan, dieses Jahr läuft sehr wenig zusammen. Ganz hinten werden wieder Lotus, VirginGP und HRT um die Plätze kämpfen.

Noch kurz zum WM-Stand: Mark Webber hat 187 Punkte, Lewis Hamilton 182, Fernando Alonso 166, Jenson Button 165 und Sebastian Vettel 163. Man kann gegen das neue Punktesystem sagen was man will, aber der Spannung ist es keinesfalls abträglich. 5 Fahrer bei noch 5 zu fahrenden Rennen mit realistischen WM-Chancen, das ist schon verdammt spannend.

In der Konstrukteurs -WM liegt RedBull mit 350 Punkten läppische 3 Punkte vor den McLaren mit 347. Dahinter schon abgeschlagen Ferrari mit 290. Aber der Kampf in der Konstrukteuers-Wm wird sich wohl auch bis zum letzten Rennen hinziehen.

Aufzupassen gilt es bei den Übertragungszeiten der Trainings: Das Erste findet am Freitag um 12.00 Uhr, das Zweite um 15.30 Uhr. Das Dritte folgt am Samstag um 12.55 Uhr, das Qualifying geht um 16:00 Uhr los. Das Rennen startet ganz normal um 14:00 Uhr.

So langsam wird es auch interessant, welcher Fahrer schon seine acht Motoren in einer Saison aufgebracht hat. Stand nach Monza ist folgender:

01 McLaren Mercedes Jenson Button 7
02 McLaren Mercedes Lewis Hamilton 7
03 Mercedes Benz Michael Schumacher 7
04 Mercedes Benz Nico Rosberg 7
05 RBR Renault Sebastian Vettel 7
06 RBR Renault Mark Webber 6
07 Ferrari Felipe Massa 8
08 Ferrari Fernando Alonso 8
09 Williams Cosworth Rubens Barrichello 6
10 Williams Cosworth Nico Hülkenberg 7
11 Renault Robert Kubica 6
12 Renault Vitaly Pertrov 6
14 Force India Mercedes Adrian Sutil 7
15 Force India Mercedes Vitantonio Liuzzi 7
16 STR Ferrari Sébastien Buemi 7
17 STR Ferrari Jaime Alguersuari 7
18 Lotus Cosworth Jarno Trulli 7
19 Lotus Cosworth Heikki Kovalainen 7
20 HRT Cosworth Sakon Yamamoto 7
21 HRT Cosworth Bruno Senna 7
22 BMW Sauber Ferrari Pedro De La Rosa 9
23 BMW Sauber Ferrari Kamui Kobayashi 7
24 Virgin Cosworth Timo Glock 7
25 Virgin Cosworth Lucas Di Grassi 7

September 22 2010

06:31

Ferner liefen: Die Newshappen

Heute etwas kürzer als gewohnt, aber wir leiden momentan etwas an Personalmangel ;)

#ALMS Butch Leitzinger kehrt in die ALMS zurück. Er wird bei Petit Le Mans den 2 Jaguar des RSR Teams in der GT-Klasse pilotieren. Die anderen 2 Fahrer des Wagens sind Paul Gentilozzi, der Teameigner und Trans-Am-Champion Tomy Drissi. Butch Leitzinger hat unter anderem 1997, 1999 und 2004 die 24 Stunden von Daytona gewonnen. Sein letzter Einsatz in diesem Jahr beim Alex Job Team.

#BritishF3 Jack Harvey, Zweitplatzierter der diesjährigen und letzten Formel-BMW-Europa-Meisterschaft wird nächstes Jahr in der britischen Formel 3 antreten. Bei welchem Team indessen ist noch nicht klar. Das “Racing-Steps-Foundation-Programm”, welches die Karriere von Harvey fördert hat in der Vergangenheit jedoch mit “Carlin-Racing” zusammengearbeitet, hier könnte er also unterkommen. Der diesjährige Meister der britischen Formel 3, Jean-Eric Vergne, fuhr für “Carlin-Racing”.

#Nochmal BritishF3 : Der ehemalige Meisterschaftsführende in der A1Gp, Robbie Kerr, wird an diesem Rennwochenende in Brands Hatch einen Wagen des Litespeed-Teams pilotieren. Es ist jeodch bei weitem nicht sein erster Einsatz in der BritishF3, er gewann die Serie 2001.

#F1 Da war teuer: Der Grand-Prix von  Australien hat die dortigen Steuerzahler 46 Millionen (!) Dollar gekostet und das trotz der höchsten Zuschauerzahl der letzten 5 Jahre. Damit haben sich die Kosten des Events seit 2006 verdoppelt. Natürlich prasselt jetzt Kritik von vielen Seiten auf die Politik und Veranstalter ein, die jedoch an dem Event festhalten möchten. Was bleibt Ihnen auch anderes übrig, der Vertrag läuft bis 2014 und die Vertragstrafen von Ecclestone dürften ähnliche Ausmaße haben.


#F1 Ex-Renault-Fahrer Romain Grosjean ersetzt Nick Heidfeld als Pirelli-Testfahrer. Allerdings gilt sein Kontrakt zuerst mal nur für den nächsten Testtermin in Monza, Weiteres soll danach geklärt werden. Damit könnte der Franzose für einige Teams für die Saison 2011 interessant werden, da er neben Nick Heidfeld der einzige Fahrer ist, der Erfahrung mit den neuen Reifen hat.

#F1: Jerome D’Ambrosio, bisher Testfahrer bei Renault wird für 4 der verbleibenden 5 Rennen im 1. freien Training am Freitag das Auto von Lucas di Grassi übernehmen. Das kommt schon etwas überraschend und ist vielleicht die Vorbereitung darauf, dass di Grassi nächstes Jahr nicht mehr bei VirignGp fahren wird. Seine Leistungen sind im Vergleich zu Glocks ziemlich schlecht, und di Grassi hat keinen Vertrag für 2011 mit VirginGP, diese haben lediglich eine Option, ihn für ein weiteres Jahr zu verpflichten.

#F1 Der neue Formel 3 Meister, Esteban Gutierrez ist neuer Testfahrer bei Sauber. Das ist schon nicht schlecht, einige GP2-Piloten würden sich über den Job freuen.

#F1 Korea, die unendliche Geschichte Teil 567: Die Streckenabnahme durch Charlie Whiting, die eigentlich am 21.09 stattfinden sollte, wurde um eine Woche auf den 28.09 verschoben. Angeblich macht ein Feiertag das Reisen in Korea am 21.09 so kompliziert, dass man sich entschloss die Abnahme eben zu verlegen. Die Abnahme findet damit nur 23 Tage vor dem Grand-Prix statt. Dass man damit das eigene Regelwerk mal wissentlich übergeht, was 90 Tage fordert, scheint man zu ignorieren. Allerdings kann das Rennen sollten die Baumaßnahmen nicht wie geplant voranschreiten, auch nach der Abnahme noch abgesagt werden. Doch damit nicht genug: Die Asphaltschicht, auf der Karun Chandhok Demorunden im RedBull drehte war noch nicht die finale, weshalb die Tilke GmbH ihren besten Asphaltexperten jetzt runter nach Asien geschickt hat.

#GP2 2 neue Teams wird es nächstes Jahr in der Serie geben: Carlin kommt aus der British Formel 3 und GP3, während Air Asia neu gegründet wird und Lotus Teambesitzer Tony Fernandes gehört. Damit hat man nächstes Jahr ein volles Starterfeld mit 26 Autos in der GP2.

#LMS/LeMans “Jotasport” hat als erstes Kundenteam angekündigt, dass sie den neuen LMP1-Aston-Martin einsetzen möchten. Jedoch noch nicht nächstes Jahr, wo man zunächst mal in der LMP2 sein Glück versuchen wird. 2012 und 2013 möchte man dann den LMP1-Aston-Martin mit nach LeMans bringen.

#NASCAR Für Ekström scheint das Thema erledigt zu sein, sagte er zumindest in einem Interview letzte Woche. Das kommt jetzt schon sehr überraschend und ging vermutlich auch nicht von ihm aus. Eher hat Audi ihn zurückgepfiiffen. Audi muss Ekström für jeden NASCAR-Einsatz eine Freigabe erteilen, da er einen mehrjährigen Vertrag mit Audi hat. Dazu scheint Audi nun nicht mehr bereit. RedBull bekundet jedoch weiterhin auch gerne öffentlich Interesse an weiteren NASCAR-Einsätzen von Ekström. Brisant: RedBull sponsort Ekström in der DTM, droht dort ein Machtkampf Sponsor gegen Hersteller?

#NASCAR Und nochmal dementierte Wechselabsichten: Das Management von Kimi Raikkönnen teilte mit, dass kein Interesse an einem Wechsel in die NASCAR 2012 bestehe.

#RaceofChampions Kleine Sensation: Carl Edwards wird wieder am Race of Champions teilnehmen! Nach seiner ersten Teilnahme 2008 wo er Michael Schumacher aus dem Wettbewerb warf, wird er dieses Jahr zusammen mit Travis Pastrana die USA repräsentieren. Das diesjährige “Race of Champions” findet am 27./28 November in Düsseldorf statt. (alle News von Chaos)


September 16 2010

06:42

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington
Wieder ein volles Tourenwagenprogramm am Wochenende. Vor allem in der BTCC dürfte es ordentlich zur Sache gehen.

Oschersleben und die DTM – das kann eigentlich nicht passen, denn auf der schmalen Strecke in der Nähe von Magdeburg kann man nicht so richtig überholen. Aber dennoch sind die Rennen hier oft besser, als man es erwarten würde, was auch daran liegt, dass die Strecke kaum Fehler verzeiht. Anders als auf den moderneren Rundkursen, hat man hier neben der Strecke wenig Asphalt und wenn man abfliegt, dann ist auch meist was kaputt. Die Ausgangslage in der Meisterschaft ist dafür nicht so richtig spannend. Mercedes hat den Titel so gut wie in der Tasche, fragt sich nur, welcher Fahrer am Ende vorne liegt. Spengler, Paffett und di Resta sind die Kandidaten um die es geht. Und da für Mercedes alles klar ist, wäre es doch mal nett zu sehen, wenn die Drei freie Fahrt hätten.


Aber jeder angedeutete Kampf, nebst dem in den Tourenwagen auch mal gern gesehene “Anlehnen” wird in der DTM ja leider komplett unterbunden. Einerseits von der “Rennleitung”, andererseits sieht es auch Mercedes nicht gerne, wenn sich die Fahrer von der Strecke boxen. Das passt nicht zum Markenimage, also kann wohl davon ausgehen, dass es klare Absprachen geben wird. Im Sinne von “Die Positionen werden nach dem nächsten Boxenstopp gehalten”. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Im Audi-Lager wird sich die Enttäuschung nach zwei Meisterschaften hintereinander in Grenzen halten. Man wird sich auf noch mögliche Siege konzentrieren, was in Oschersleben durchaus schon möglich ist, weil der Audi auf engen Strecken etwas besser geht. Die eher niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit sollte auch die Vorderreifen der Audi nicht zu sehr belasten.

Hinter den Kulissen der DTM gibt es offensichtlich schon die ersten Dissonanzen zwischen Mercedes/der ITR und BMW. Die Stuttgarter sind angeblich genervt von den Münchnern, die mit immer neuen Forderungen das Regelment in ihre Richtung biegen wollen. Das soll dann auch der Grund sein, warum der gesamte Vorgang im Moment zum Halten gekommen ist und man auch in Richtung GrandAm und JapanGT nicht voran kommt. Ob es bei dem Streit um technische Regeln oder monetäre Angelegenheiten geht, wollte man mir nicht verraten. Nur so viel, dass BMW sehr verschnupft sein soll und eine endgültige Entscheidung sogar erst im November fallen könnte, also in dem Monat, in dem BMW gerne das Programm des kommenden Jahres bekannt gibt.

Ob das alles so stimmt ist dann wieder eine andere Frage. Allerdings ist es schon außergewöhnlich, dass man von BMW so gar nichts hört und die endgültige Entscheidung sich immer weiter rauszögert. Ich hatte schon im Juli gehört, dass man in München noch ganz und gar nicht von der DTM überzeugt ist, vor allem nach dem der ACO für Le Mans und die verkappte Weltmeisterschaft namens Intercontinatel Cup passende GT-Regeln präsentierte. BMW setzt in diesem Jahr schon einen M3 im Cup ein und die Konkurrenz mit Porsche, Ferrari und Aston Martin passt schon ins sportliche Konzept. Zu dem ist der fertig entwickelte M3 (bisher) a) günstiger und b) kann man ihn an Kunden verkaufen, wenn man das möchte.

BTCC
Die britische Serie hat ihren ersten Auftritt auf dem nicht umgebauten, aber wieder eröffneten Kurs in Donington. Nachdem man den schon begonnen Umbau der Strecke nicht weiter geführt hat, wird es interessant zu sehen, was genau man alles sinnlos abgerissen und neu- bzw. nicht gebaut hat. Gefahren wird auf jeden Fall auf der “großen” Schleife, also nimmt man den Haken mit der Haarnadel mit. Die Strecke ist sehr schnell und dürfte die Chevys, die Ford und die BMW bevorzugen. Trotz der Einbremsung geht der Fiesta immer noch wie die Hölle, die Hochgeschwindigkeitspassagen sollten Onslow-Cole und Chilton also liegen. Dennoch sehe ich den Cruze vorne, der hier einfach das beste Paket haben sollte. Schwer wird es für Honda, denen es trotz des neuen Motors etwas an Topspeed fehlt. Matt Neal und Gordon Shedden werden versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

In der Meisterschaft liegt zwar weiter Plato vorne, aber sein Vorsprung ist dünn.

Jason Plato 202
Matt Neal 182
Tom Onslow-Cole 178
Gordon Shedden 169

Shedden wird für Neal fahren müssen, Chilton für Onslow-Cole, was eine kleine Überraschung ist, da man Cole nicht so stark erwartet hatte. Da es die vorletzte Station im Kalender ist, darf man ein wildes Wochenende erwarten. Wie üblich werden die Auseinandersetzungen bei den Wasserträgern bei den letzten Rennen immer etwas heftiger. Aus den Augen lassen sollte man auch nicht die BMW, die in Donington den ein oder anderen Meisterschaftsfavoriten ärgern könnten.

Die BTCC hat erste Zeichnungen des neuen NGTC gezeigt. Bilder gibt es weiter unten.

WTCC
Die Herren der WTCC sind auf der lahmen Strecke von Valencia, die bisher wenig gute Rennen für die Tourenwagen gebracht hat. Warum man nicht mal woanders vor leeren Tribünen fährt, ist auch eines der vielen Rätsel der Meisterschaft. Für Seat ist es das Heimrennen, also dürften die sehr angrifflustig sein, zumal Tarquini nach seinem rabenschwarzen Wochenende in Oschersleben dringend Punkte braucht, wenn er Yvan Muller noch abfangen möchte. BMW, die ja überraschenderweise auch noch richtig große Chancen auf den Titel haben, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich bin wirklich angetan, was die Mannschaft um Bart Mampaey da leistet, denn das Konzept des 320si ist ja nun nicht mehr gerade auf dem neusten Stand, die Probleme mit dem Topspeed und der Leistung des Motors sind bekannt. Umso erstaunlicher, dass sie immer noch im Rennen sind.

Hinter den Kulissen geht es im Moment darum, wer 2011 als Werksteam mit dabei ist. BMW liefert auf jeden Fall einen Motor und ein Umbaukit für interessierte Kunden, aber die Entscheidung über einen Werkseinsatz steht noch aus (siehe DTM). Seat wird angeblich das diesjährige, ziemlich alberne Spiel um den “Nicht-Werkseinsatz, der doch einer ist” beenden und wieder als Marke auftreten. Der VW-Konzern hat großes Interesse daran den neuen 1.6 Liter Motor in möglichst vielen Rennserien einzusetzen. Mit Skoda macht man das ja in der WRC, andere Serien sollen folgen. Die Marke Seat braucht den Renneinsatz eher, als VW, auch wenn dort auch noch nichts offiziell beschlossen ist, da man ja die gesamte Motorsportkoordination durch den Ankauf von Porsche neu sortiert. Klar ist aber, dass VW mehr denn je in den Motorsport investieren wird.

Sie Veranstalter hoffen, dass auch Nissan und Toyota spätestens 2012 in die Weltmeisterschaft einsteigen. Sicher ist man sich aber offenbar nicht, denn man hat mittlerweile klar gemacht, dass man 2011 noch mit dem alten Motor in der Serie starten darf, da man wohl Angst hat, dass man etliche Privatteams verlieren könnte und das Feld dann zu sehr ausdünnt.

Ich weiß nicht so recht, was ich vom Rennen erwarten soll. Die Strecke ist wie erwähnt nicht sonderlich toll in Sachen Überholen, auch wenn sie fahrerisch anspruchsvoll ist, was eine schnelle Runde angeht. Chevy scheint, wie in der BTCC, das beste Paket zu haben, also dürften die mit zwei Wagen vorne sein. Rob Huff muss in Valencia 10 Plätze nach hinten, wegen seines Startchrash mit Farfus und weil er im zweiten Rennen einen Seat von der Strecke geschoben hat. Ich hoffe, in Valencia sind wieder vernünftige Rennkommissare dabei.

Formelserien
Da der Kollege Vorsicht im Urlaub weilt und ich wenig Zeit habe, nur eine Kurzfassung in Form von News

- Pastor Maldonado ist GP2 Meister, was ja zu erwarten war. Überzeugt hat er mich nicht, die Saison war eh komisch. “Wunderkind” Jules Bianchi ging total unter und musste sich regelmäßig von seinem Teamkollegen Sam Bird demütigen lassen. Maldonado ist jetzt auch nicht gerade ein Riesentalent, vermutlich wird man ihn so schnell nicht in der Formel Eins sehen.

- Die mit Abstand beste Szene in Monza lieferte Christian Vietoris beim Start zum zweiten Rennen, als er aus der dritten Reihe startend alles und jeden hinter sich ließ.

Sowas sieht man ja auch eher selten. Vietoris hat auch eine eher maue Saison hinter sich, wird im nächsten Jahr mit ART oder Addax in Verbindung gebracht.

- In der GP3 ist Esteban Gutiérrez Meister. Der als das größte Talent aus Mexico seit den Rodríguez-Brüdern beschriebene neunzehnjährige hatte die Saison mit 5 Siegen und vier weiteren Podiumsplätzen relativ locker im Griff. Und das, obwohl das Starterfeld mit Rossi, Wickens, Jakes, Tambay oder van der Zande durchaus gut besetzt war. Logischerweise steigt er nun eine Klasse auf und wird vermutlich weiter für ART fahren.

- Am Wochenende steigt auch das Finale der Formel 2. Die Meisterschaft hat Dean “the new Mansell” Stoneman eigentlich relativ sicher in der Tasche. Joylon Palmer hat vor allem das letzte Rennen in Oschersleben komplett versemmelt und liegt nun 31 Punkte hinter Stoneman. Da an einem Wochenende theoretisch 50 Punkte zu holen sind, hat er aber noch eine Chance. Da Stoneman aber in diesem Jahr so gut wie keine Fehler gemacht hat, dürfte es schwer werden, ihn noch abzufangen. Er machte auch insgesamt das ganze Jahr den etwas aggressiveren Eindruck.

- Die F3 Euro Serie startet am Wochenende auch in Oschersleben. Hier führt Edoardo Mortara mit satten 24 Punkten Vorsprung vor Marco Wittman. Da man an einem Rennwochenende maximal 17 Punkte erreichen kann, ist das Italiener also fast durch. Natürlich kann man schnell einen Totalausfall haben, wenn man im ersten Rennen ausfällt und im zweiten Rennen von hinten starten muss. Aber von “hinten” bedeutet bei dem kleinen Starterfeld ja nur Platz 12, da hat man noch Chancen auf Punkte, wenn es gut läuft. Mortara kann am Wochenende aber mit ein wenig Glück die Meisterschaft schon für sich entscheiden.
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September 09 2010

15:42

Formel Eins: Vorschau GP Monza 2010

Die schnellste Strecke im Kalender könnte schon die ersten Vorentscheidungen in der WM bringen. Dazu eine Round-up der gestrigen WMSC Entscheidungen.

Monza – seit 1950 werden hier, mit einer Ausnahme, Rennen zur Formel Eins Weltmeisterschaft ausgetragen. Der einzige GP von Italien, der nicht in Monza gefahren wurde, fand 1980 statt, als das Rennen wegen Umbauarbeiten in Monza nach Imola verlegt wurde. Es gibt keinen anderen Formel Eins Kurs, auf dem häufiger ein WM-Rennen stattgefunden hat, als auf dem Autodromo Nazionale Monza. Die Strecke stand schon immer für ihre enorme Geschwindigkeit, vor allem in den 50er Jahren, als man sich dachte, dass die Strecke nicht schnell genug sei und eine weitere, 5km lange Variante baute, die sogar Steilkurven hatte. Der Film “Grand Prix” zeigt die Strecke noch in der alten Form. Heute ist Monza weiter sehr schnell und vor allem sehr gefährlich. Die Auslaufzonen wurden zwar verbreitert, aber an manchen Stellen hat man halt keine, weil der königliche Park, der die Strecke umschliesst, unter Naturschutz steht. Monza ist vor allem eins: Vollgas und Bremsen. Kein Wunder, dass die Red Bull die Fahnen schon mal tief hängen.


Der Red Bull mag zwar schnelle und mittelschnelle Kurven, aber Geraden mag er nicht. Er produziert mit seiner Aerodynamik so viel Abtrieb, dass der eh schon etwas schwächliche Renault ganz ausser Puste kommt. In Spa konnte man schon sehen, wie Vettel regelmäßig auf der langen Kemmel-Geraden verhungerte und selbst dann keine Chance hatte, wenn er direkt im Windschatten einen Konkurrenten lag. Red Bull wird versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben, vielleicht ein Podium anvisieren, aber mehr wird wohl nicht drin sein. Für Vettel, der nach seinem desatrösen Rennen in Spa weltweit Kritik einstecken musste, kommt so ein Rennen zu einen ungünstigen Zeitpunkt. Nach Monza folgen noch fünf Rennen und wenn er weiter Punkte auf Webber verliert, wird das Team wohl oder übel eine Entscheidung in Richtung Webber fällen müssen.

Aber nicht nur bei Red Bull ist man nervös. Der größte Druck lastet mit Sicherheit auf Ferrari. Zum einen, weil es der Heim-GP ist und gefühlte 324 Trilliarden Italiener in den Bäumen hängen und Ferrari nach vorne brüllen. Zum anderen hat man gar keine andere Chance, als den Grand Prix zu gewinnen. Und zwar mit Alonso, der nach seinem auch nicht gerade gut verlaufenen Rennen in Belgien die letzte Chance auf den WM-Titel wahren muss. Der Sieg muss her, egal wie. Sollte man in der WM nicht aufholen, hat man schon verkündet sich zu enthaupten die Saison 2010 abzuhaken. Nachdem man schon 2009 frühzeitig die Segel gestrichen hat, wäre das eine selbst für italienische Verhältnisse herbe Ohrfeige. Jedenfalls möchte ich nicht in der Nähe von Luca di Montezemolo sein, sollte der Grand Prix verloren gehen, denn der wirft ja dann gerne mal mit Fernsehern um sich. Allerdings ist da schon die Frage, ob Ferrari überhaupt in der Lage ist McLaren zu gefährden.

McLaren ist klarer Favorit auf den Sieg. Nach der Demonstrationsfahrt von Hamilton erwartet man auch, dass die Briten in Monza dank des Mercedes-Motor das schnellste Auto haben. Aber haben sie das wirklich? Ein Blick auf die Topspeeds aus Spa zeigt erstaunliches. Nicht Hamilton, sondern Massa und Sutil waren die schnellsten in Belgien. McLaren folgt erst auf Platz 5. Also doch Chancen für Ferrari? Die Topspeed-Messung ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, weil man nicht weiß, wer da wann im Windschatten gehangen hat. Das Hamilton nur fünftschnellster war, spricht eigentlich schon wieder für den McLaren. Jenson Button wird Monza mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Diese Highspeed Strecken sind seine Sache nicht, auf der anderen Seite muss er Hamilton unbedingt schlagen, wenn er in der WM noch etwas erreichen möchte.

Monza ist, obwohl vom Layout eigentlich einfach, eine knifflige Geschichte in Sachen Abstimmung. Sicher, man schraubt alles vom Wagen, was den Luftfluss stören könnte, aber in den Lesmos und der Parabolica braucht man viel Abtrieb. Hier kann man sehr viel Zeit liegen lassen, was aber in der Vergangenheit nicht weiter schlimm war. Weil alle den Heckflügel flach legten, hatten auch alle die gleichen Probleme in den Lesmos. Doch in diesem Jahr ist dank des F-Schachts alles anders. Der sorgt bekanntermaßen dafür, dass der Abtrieb auf den Heckflügel abreisst, der Wagen also schneller wird. Dafür hat man mehr Abtrieb, wenn man in den Kurven unterwegs ist. Die Frage ist halt: Lohnt sich der F-Schacht in Monza?

McLaren hat schon vor Wochen angedeutet, dass man das Ding zu Hause lässt, Renault und Williams waren erstaunt ob der Ansage. Es gibt dabei zwei Ansätze, die in den Simulationen einen Rolle gespielt haben.

1. F-Schacht hin oder her, selbst wenn man ihn auf der Geraden benutzt, steht der Heckflügel immer noch sinnlos im Weg rum und bremst den Wagen. Man erreicht eine größere Endgeschwindigkeit, wenn man den Flügel flach stellt, was den F-Schacht überflüssig macht. Die Zeit, die man in den Kurven verliert, holt man auf der Geraden wieder rein.

2. Au contraire, sagen die Franzosen von Renault und …äääh… die Briten von Williams. Zwar verliert man auf der Geraden leicht an Speed, aber weil man aus den Lesmos, der Variante Ascari und vor allem der Parabolica dank des mehr an Abtrieb schneller rauskommt, gleicht sich das am Ende der Geraden wieder halbwegs aus. Bis der Kollege sich rangesaugt hat, ist die Gerade auch wieder zu Ende. Am Ende könnte der höhere Abtrieb in den Kurven sogar den Zeitvorteil bringen, den man sich wünscht.

Welche Variante nun schneller ist, werden die Teams vermutlich am Freitag ausprobieren, weswegen das freie Training richtig interessant werden dürfte.

Aber neben Ferrari und McLaren muss man wohl auch ein Auge Renault und Force India haben. Die Inder werden mit Sicherheit vorne dabei sein, auch wenn es wohl nicht um ein Podium geht. Renault hat in Spa schon gezeigt, dass der Wagen auf den Geraden sehr, sehr schnell ist und die paar Kurven sollten ihm auch nichts ausmachen. Beide Teams könnten also durchaus in der Lage sein, Red Bull und Mercedes zu ärgern. Obwohl ich mich immer noch wundere, wie diese breite Kiste von Renault auf den Geraden so schnell sein kann.

Von Mercedes sollte man in Italien nicht viel erwarten. Man bastelt zwar immer noch am Chassis rum, aber die Saison ist abgehakt. Allerdings – langsam ist der MGP W01 auf der Geraden nicht und da es halt wenig rechts und links rum geht, fällt das Untersteuern auch nicht so ins Gewicht. Vielleicht ist Schumacher, der die Strecke liebt, ja für eine Überraschung gut.

Von hinten dürfte es ansonsten kaum richtigen Druck geben. Williams ist im Moment “the best of the rest” mit starker Tendenz nach vorne, wenn man sich mittels mieser Strategie nicht wieder selbst ein Bein stellt. Toro Rosso hat den starken Ferrarimotor und wird auch einen F-Schacht mitbringen. Da könnte es wohl einen Sprung nach vorne geben, während Sauber das Rennen schon vorher abgehakt hat. Lotus, Virgin und HRT haben nur die Aufgabe, nicht allzu auffällig im Weg rum zu stehen.

Die Reifen werden in Monza keine große Rolle spielen, Bridgstone bringt Soft/Hard mit, das sollte allen passen. In Sachen Wetter wird man auch keine Überraschungen erleben, es bleibt schön sonnig. Ein Rennen im Regen will in Monza auch keiner. Sicher ist auch: Das Rennen wird kurz. Rubens Barrichello brauchte im letzten Jahr gerade mal 76 Minuten, bis er als Sieger abgewunken wurde.

Noch kurz zu den WMSC Entscheidungen, die wir gestern schon intensiv gecovert hatten:

- Ferrari bleibt zwar nicht ungestraft, da sie schon 100.000 Euro Strafe gezahlt haben, aber die FIA belässt es dabei. Was zu erwartten war, denn mal ehrlich – die ganze Team Order Gesetzgebung ist Müll. Sie ist weder dazu in der Lage, Team Order zu unterbinden, noch hilft sie in der Form den Sport. Die FIA ist sich dem auch klar und will die gesamte Regelung an die Formula One Sporting Working Group weiterreichen, also wird die FOTA ein Wörtchen mitreden. Auf der anderen Seite hat die FIA allen weiteren Teamordern in diesem Jahr Tür und Tor geöffnet. Hätte man nachträglich Alonso eine 5 Sekunden Strafe gegeben, wäre der nun zweiter und Massa hätte den Sieg geerbt. Und man hätte eine wichtige Botschaft an die Teams geschickt: “Wir wissen es, ihr wisst es, also lasst es, sonst Strafe”. Stattdessen sagt man “Uh, echt Teamorder? Also das kostet, wenn das stimmt. Vielleicht. Mal sehen.” Was der WM-Endspurt hoffentlich nicht schaden wird.
Grundsätzlich denke ich, dass man die gesamte Teamorder überdenken muss. Es macht keinen Sinn, sie zu verbieten, da sie eh ausgeführt. Wenn man selbst per Code und Absprache ganze Unfälle in die Wege leitet, wird ein simples “Mach mal langsam” leicht auszuführen sein (es sei denn man heißt Ferrari). Teamorder sind unschön, aber es gibt sie. Man sie ganz offensichtlich – nicht bestrafen, man kann nicht verbieten. Natürlich könnte man die Strafen erhöhen. Wer erwischt wird, hat ein Rennen Pause. Aber das führt nur dazu, dass noch mehr geschummelt wird. Teamorder zu verbieten, ist wie Alkohol zu verbieten. Klappt einfach nicht.

- Der F1 Kalender hat mich vor allem in seiner Länge überrascht. Es gibt drei Doppel-Wochenende (Spanien/Monaco, Deutschland/Ungarn und Japan/Korea) und nur die übliche Sommerpause. Ansonsten geht es vom 13.3 bis zum 27.11 an einem Stück durch. Damit ist der Saisonabschluss sogar später als jener der NASCAR (20.11). Das ist sehr spät, dazu kommen 2011 auch noch die beide zusätzlichen Testtermine in Bahrain. Mit anderen Worten: für die Teams beginnt die Saison im Februar. Daher ist der Saisonabschluss in Brasilien zwar für die Fans nett, für die Teams aber eine weitere Belastung am Saisonende.

- Das die FIA kein neues Team für 2011 zugelassen hat, kommt nicht so überraschend. Euskadi hat kein Geld, bzw. hätte es erst (vielleicht) bekommen, wenn die FIA Zusage da gewesen wäre. Durango mangelt es wohl an Geld und Technik und Stefan GP ha eh keiner ernst genommen. Ecclestone hat auch keine Angst, dass mit HRT ein Team abrauchen könnte, ihm reichen, nach eigenere Aussage, 10 Teams. Ehrlich gesagt ist die Entscheidung richtig. Mehr als drei Teams, die hinterher fahren braucht auch keiner, ein weiteres Team, dessen Finanzierung auf wackeligen Beinen steht, will man nicht haben, weil deren Zusammenbruch das gesamte wirtschaftliche Umfeld mit negativer PR schädigen könnte.

Kurze News:

- Sauber hat Kobayashi wie erwähnt für ein weiteres Jahr unter Vertrag genommen. Pedro de la Rosa wird wohl gehen müssen und, glaubt man den Gerüchten, durch Nick Heidfeld ersetzt. Der sucht a) dringend ein Cockpit und bringt b) jede Menge Erfahrung mit den Pirelli-Reifen mit. Da auch nicht langsamer als de la Rosa sein sollte, ist die Verpflichtung eigentlich ein No-Brainer.

- Lotus würde gerne 2011 mit Motoren von Renault fahren. Angeblich ist man sich handeleinig, wäre da nicht ein langfristiger Deal mit Cosworth, aus dem man sich wohl rauskaufen muss.

- Romain Grosjean, bei Flavio Briatore seinerzeit in Ungnade gefallen, fährt mit nicht wenig Erfolg in einem weniger siegverwönten Team der GP2 und macht wieder auf sich aufmerksam. Er hat jetzt wieder bei Gravity Management angedockt, die zur Renault Familie gehören. Man hört, dass Grosjean evtl. bei einem Deal mit Lotus dort eingesetzt werden soll. Wer bei Lotus ersetzt werden könnte, ist unklar, aber wenn man auf Trulli wetten würde, hätte man vermutlich keine schlechten Chancen.

September 08 2010

17:14

Formelserien: Wochenend-Analyse & Vorschau

Ereignisarm präsentierten sich am Wochenende F3 und F2 – dafür überraschte die SLF in Adria mit tollen Rennen. Indes stehen bei GP3 und GP2 die Meisterschaftsentscheidungen ins Haus.

Langsam gehen die europäischen Formelserien in die Zielgerade, und zwar jede auf ihre Art: F3 und F2 eher bedächtig, die WSbR solide und die Superleague Formula einmal mehr mit drei spannenden Läufen. Eng wird es fast überall noch in der Meisterschaft: In der Formel 2 konnte sich Dean Stoneman ein wenig absetzten, Jolyon Palmer hat aber in Valencia noch alle Chancen. Ähnlich stehen die Dinge Mit Edoardo Mortara und Marco Wittmann in der F3 Euroseries. Richtig spannend sind die Entscheidungen bei WSbR und Superleage: Dort haben jeweils noch einige Fahrer Chancen auf den Titel. Und am Wochenende geht es dann bei GP2 und GP3 ums Ganze – Vorentscheidungen sind aber in beiden Serien schon gefallen.


WSbR

Kein gutes Wochenende hatte Mikhail Aleshin in Hockenheim: Der stattliche Punktevorsprung des Russen ist weiter geschmolzen – und das trotz solider Vorstellungen. Schuld daran waren ein souveräner Sieg von Daniel Ricciardo am Samstag und ein Traum-Wochenende des Argentiniers Esteban Guerrieri.

Zunächst schien es das Wochenende des Daniel Riccardo zu werden: Klarer Start-Zielsieg am Samstag, und auch die Aussprache seines Namens war endlich geklärt (So wie “Ricardo”, nur englisch und mit australischem “å”). Doch am Sonntag war das Pech, das dem Red Bull Junior aus Down Under schon so oft am Stiefel geklebt ist wieder zurück: 70 statt 60 km/h in der Box, Durchfahrtsstrafe, und am Ende keine Punkte.

Dafür konnte Guerrieri sein Klasse-Wochenende mit einem hochverdienten Sieg krönen. Der Argentinier, der in dieser Saison zwei Wochenende wegen Finanzproblemem aussetzen musste, liegt damit zwei Runden vor Schluss in Reichweite des Meistertitels.

Konkret heißt das: Mikhail Aleshin (109 Punkte) führt die Tabelle weiterhin an, allerdings mit deutlich vermindertem Vorsprung auf Ricciardo (101). Dahinter lauert der angesprochene Guerrieri (85), dessen Teilnahme an den verbelibenden Runden in Silverstone und Barcelona wohl endlich auch finanziell abgesichert ist. Der Abstand ist dabei geringer, als er klingt, denn insgesamt sind noch 60 Punkte zu gewinnen. (Sehr) theoretisch haben also alle Fahrer bis hin zum neuntplatzierten Brendon Hartley (50) noch Chancen auf den Titel.

F3 Euroseries

Gemischte Gefühle für Serienleader Edoardo Mortara in Brands Hatch: Der Italiener konnte seiner Meisterschaftsführung zwar leicht ausbauen, es wäre aber deutlich mehr möglich gewesen.

Gut lief es für den Vizemeister von 2008 am Samstag. Vom dritten Startplatz weg schnellte er gleich am Start in Führung und gab selbige bis zum Ziel auch nicht mehr ab. Gleichzeitig landete Meisterschaftskonkurrent Marco Wittmann hinter dem wacker auffahrenden Laurens Vanthor nur auf Rang drei.

Ganz anders dann am Sonntag: Mortara schied nach einer Kollision mit Vanthor bereits in der ersten Kurve aus. Besser machte es Antonio Felix da Costa, Spezialist für Rennen mit Reverse Grid: Der Portugiese bestätigte seinen Ruf und holte den Sieg. Ein Trostpflaster gab es trotzdem für Mortara – denn auch Wittmann konnte sich im recht statischen Rennen nur um einen Platz verbessern, und beendete den Lauf schließlich auf Rang fünf.

In Punkten ausgedrückt: Mortara (87) führt nun mit einem Abstand von 24 Zählern auf Witmann (63), der seinerseits 12 Punkte vor dem in der Meitschaft bereits chancenlosen Williams-Testfahrer Valtteri Bottas liegt.

Fortsetzung folgt – in einenhalb Wochen in Oschersleben.

Formel 2

Als Mann für alle Jahreszeiten präsentierte sich Dean Stoneman in Oschersleben. Der Brite zeigte sowohl am nassen Samstag als auch am trockenen Sonntag seine Klasse, gewann beide Rennen, und baute seinen Vorsprung auf Meisterschaftskonkurrent Jolyon Palmer deutlich aus.

Zumindest mit seiner Rennperformance darf aber auch Palmer nicht unzufrieden sein: Der Brite zeigte vor allem am Samstag ein äußerst unterhaltsames Rennen, und verbesserte sich mit sehenswerten Manövern (und etwas Glück) vom achten Startplatz bis auf Rang drei.

Weniger toll lief es für Palmer am Sonntag. Die Aufholjagd vom 14. Startplatz endete für ihn bei trockenen Verhältnissen auf Rang 12. Palmer war allerdings nicht der einzige, dessen Rennen in der Nähe seiner Startplatzierung endete – der Kurs in Oschersleben bewies einmal mehr, dass es zumindest im Trockenen unglaublich schwer ist, mit Formelautos dort zu überholen.

Keine Reise wert war die Magdeburger Börde auch für Phillip Eng. Der Österreicher beendete nach kampfeslustigen aber letztlich mauen Auftritten beide Rennen außerhalb der Punkte. Der Durchhänger kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt: Schon für Oschersleben wäre Eng um ein Haar das Geld ausgegangen, und nun muss er wohl auch um die Teilnahme beim Saisonfinale in Valencia zittern.

An der Tabellenspitze trennen Dean Stoneman (267 Punkte) und Jolyon Palmer (236) mittlerweile 31 Zähler. Insgesamt sind in Valencia noch 50 Punkte zu holen, Dean Stoneman kann also bereits mit einem zweiten Platz im Samstagsrennen alles klar machen. Sollte er allerdings ausfallen, könnte Palmer mit einem Sieg am Samstag die Lücke fast wieder schließen.

Spannend wir auch noch der Kampf um Rang drei: Phillip Eng (130) hat diese Position in Oschersleben vorläufig an Sergey Afanasiev (137) verloren, aber (sofern er antreten kann) noch alle Chancen zur Rückeroberung. Aber auch Kazim Vasilauskas (128), Will Bratt (126) und Benjamin Bailly (124) dürfen sich noch Chancen ausrechnen. Zur Erinnerung: In der Formel 2 werden für die ersten drei Platzierungen Superlizenzen für die Formel 1 vergeben.

Superleague Formula

Viel war von einem Formelrennen am Adria Raceway ja nicht zu erwarten. Aber einemal mehr überraschte die Superleague Formula mit drei sehr sehenswerten Läufen: Es gab viele Überholmanöver, ein paar Besucher auf den Tribünen und am Ende einen Sieg des Local Hero Davide Rigon. Und in der Meisterschaft hat sich der Zweikampf an der Spitze zum Dreikampf entwickelt.

Neben der tollen Vorstellung von Rigon war dafür auch die Ungeschicklichkeit von Tottenham Hotspur (Craig Dolby) und des AC Milan (Yelmer Buurman) verantwortlich. Eine Kollision der beiden nach dem Pflichtboxenstop sorgte nämlich dafür, dass sich die zwei Meisterschaftskontrahenten am Ende des Feldes wiederfanden.

Im zweiten Lauf machten die beiden zwar das beste aus der Revesre Grid – aber auch Dolbys zweiter Rang hinter Marcos Martinez und Buurmans Fahrt auf Rang vier reichten nicht für den Aufstieg ins Superfinale.

Dort holte sich Davide Rigon schließlich mit seinem zweiten Start-Zielsieg die Prämie von 100.000 Euro, auf den Plätzen landeten Max Wissel (FC Basel) und der ausgezeichnete Ben Hanley, der den verunfallten Chris van der Drift im Olympiacos-Auto glänzend ersetzte.

Für die Meisterschafts bedeutet das, dass Tottenham (518) nun mit nur drei Punkten vor dem AC Milan (515) führt, auch Rigons RSC Anderlecht (506) ist absolut in Schlagdistanz.

Weiter geht es in eineinhalb Wochen in Portimao, danach folgt am 2/3. und 9/10. Oktober die China-Tournee. Für den zweiten Lauf, der immerhin nur noch ein Monat entfernt ist, fehlt allerdings noch ein klitzekleines Detail: Der Austragungsort. Wird ein solcher nicht sehr bald gefunden, muss man wohl davon ausgehen, dass es nur einen Lauf in China geben wird.

Zum Abschluss noch ein großes Kompliment an der Media-Abteilung der SLF: Schon der Kommentar, den Ben Edwards gewöhnlich im Stream abliefert, ist toll. Aber das, was dessen “Ersatzmann” John Hinhaugh am Wochenende abgeliefert hat, würde man sehr gerne bald wieder hören!

GP2

Einen neuen GP2-Meister könnte es schon in Monza geben: Pastro Maldonado (87 Punkte) führt zwei Runden vor Schluss schon recht deutlich vor Sergio Pérez (60) – aller weiteren Fahrer sind bereits chancenlos. Das Szenario für das Hauptrennen am Samstag sieht also, wenn ich mich nicht verrechnet habe, folgendermaßen aus: Pastor Maldonado ist Meister, wenn er keinen Punkt auf Sergio Pérez verliert – also etwa im Falle einer Kollision. Außerdem dann, wenn er 1) gewinnt, 2) auf Rang zwei vor Pérez landet, 3) auf den Rängen 3 bis 8 vor Pérez landet, ohne dass letzterer die schnellste Runde fährt. Etwas komplizierter wird die Rechnung, sollte Pérez auf der Pole stehen, wofür es ebenfalls zwei Punkte gibt.

Sofern es am Samstag nicht reichen sollte, genügt vermutlich eine schlechte Punkteplatzierung am Sonntag – sogar im Falle zweier Ausfälle bei gleichzeitigem Doppelsieg, einer Pole und zweier schnellster Runden für Pérez ginge Maldonado mit sieben Punkten Polster ins Rennen in Abu Dhabi.

Sollte dies nicht geschehen, wird das Saisonfinale im Emirat, das spannungsfeindlicherweise gute zwei Monate nach den Monza-Läufen stattfindet jenen Status erhalten, den es auch verdient – nämlich den eines glitzenden Schaurennens.

Die Monza-Läufe finden wie immer im Anschluss am das F1-Qualifying sowie am Sonntagmorgen statt, und werden auf sky sport 2 live übertragen.

GP3

Eines hat die GP3 ihrer großen Schwester GP2 voraus: Es wird in Monza ganz sicher einen neuen Meister geben – denn die erfolgreiche Premierensaison der Nachwuchs-Nachwuchsserie endet im königlichen Park.

Möglicherweise darf man Esteban Gutierrez sogar schon vor dem ersten Rennen gratulieren – sofern nämlich Robert Wickens im Qualifying um 9 Uhr Früh nicht auf die Pole fährt, ist dem Mexikaner der Sieg nicht mehr zu nehmen. Andernfalls genügt ihm – selbst bei einem “perfekten” Wochenende seines Verfolgers – bereits ein siebter Rang am Samstag (oder ein fünfter Platz am Sonnatg) zum sicheren Meistertitel.

Live übertragen wird leider wieder nur das Rennen am Sonntag – nämlich um 9:30 Uhr auf Eurosport 2. Direkt davor (9:00 Uhr) gibts die As-Live Aufzeichung des Samstags-Laufes.

Formel BMW

(Sehr) leise “servus” sagt am Sonntag die Formel BMW Europa. Unter fast völligem Desinteresse kämpfen am Samstag und Sonntag Jack Harvey (340 Punkte) und Robin Frijns (333) um den Titel. Wegen des geringen Punkteabstandes bitte ich um Verzeichung, wenn ich keine Szenarien ausrechne, sondern einfach nur sage: Die Tür zum Sieg steht für beide noch weit offen, und der Kampf könnte spannend werden.

Wer sich von der sympathischen und ehemals sehr erfolgreichen Nachwuchsserie ordentlich verabschieden will, muss Opfer bringen: Das Rennen am Sonntag läuft bereits um 8:25 Uhr, das vorletzte Rennen am Samstag immerhin erst um 9:40 Uhr, beides live auf sky sport 2.

Formula Two ADRIA-ROUND 8-SUPERLEAGUE FORMULA ADRIA-ROUND 8-SUPERLEAGUE FORMULA ADRIA-ROUND 8-SUPERLEAGUE FORMULA ADRIA-ROUND 8-SUPERLEAGUE FORMULA Formula Two Formula Two Formula Two Formula Two

September 02 2010

06:26

Formelserien: GP2/3 fast entschieden, Vorschau

In der GP3 fährt Esteban Gutierrez weiter seinem Meistertitel entgegen, in der GP2 konnte sein Landsmann Sergio Pérez ein wenig aufholen. Und am Wochenende stehen schon wieder vier hochrangige Serien auf dem Programm – zwei davon in Deutschland.

Ein wirklich bizarres Rennen in der GP3, eine sehr spektakulärer Sprintlauf der GP2, Siege der jeweiligen Meisterschaftsverfolger und leider wieder ein schwerer Unfall waren die Resultate der F1-Rahmenrennen vom Wochenende. Sergio Pérez und Robert Wickens konnten die Meisterschaften zwar jeweils knapp offen halten, de facto können Pastor Maldonado und Esteban Gutiérrez aber schonmal überlegen, in welchem Design sie ihre neuen Visitenkarten als jeweilige Meister gestalten wollen. Auch am kommenden Wochenende steht wieder viel Formelaction auf dem Programm, zwei Serien fahren sogar in Deutschland.


GP2

Am Samstag sah alles noch perfekt aus für Meisterschaftsleader Pastor Maldonado: Nach dem Ausfall des komfortabel führenden Jérôme D’Ambrosio konnte der Venezoelander seinen sechsten Sieg in Folge in einem Hauptrennen der GP2 feiern. Meisterschaftskonkurrent Sergio Pérez bekam wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit in der Box ein Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Er konnte sich zwar mit einer starken Fahrt noch auf Rang 7 retten – verlor aber wieder eine Menge Punkte an Maldonado.

Keine Punkte gab es auch für den Meitschaftsdritten Dani Clos, der allerdings unter ziemlich unschönen Umständen ausschied. Der Spanier kollidierte am Start mit Sam Bird und stieg auf. Beim Aufprall auf den Boden zog er sich leider eine Rückenverletzung zu, so dass er am Sonntag nicht starten konnte. Zum Glück sind die Verletzungen wohl leicht, Clos wird dem Vernehmen nach schon in zwei Wochen in Monza wieder im Cockpit sitzen. Dennoch setzt sich damit eine ziemlich unschöne Serie von Rückenverletzungen in GP2 und GP3 fort, die bisher schon Simon Trummer, Jules Bianchi und Ho-Pin Tung erwischt hatte.

Wenig zufrieden war Maldonado sicher mit dem Ergebnis von Sonntag. Da endete sein Rennen nämlich bereits in Runde eins nach einem Ausrutscher in Les Combes im Kiesbett. Zu allem Überfluss konnte sich Sergio Pérez auch noch mit einer makellosen Fahrt den Sieg sichern, und den Rückstand in der Meisterschaft auf 27 Punkte verkürzen. Bei noch zwei verbeleibenden Rennwochenenden, an denen insgesamt maximal 40 Punkte vergeben werden, ist damit nomiell noch alles offen. Sehr wahrscheinlich scheint es aber nicht, dass Pérez ihn noch schlagen kann.

Die Überraschung des Wochenendes war die Performance der beiden Comeback-Fahrer Romain Grosjean und Álvaro Parente. Besonders letzterer konnte mit einem zweiten und einem dritten Platz überzeugen, aber auch Grosjean zeigte mit Platz drei am Samstag und Rang sechs am Sonntag eine ansprechende Leistung. Die Performance der beiden lässt aber auch ein paar Fragen hinsichtlich der Qualität des aktuellen GP2-Feldes aufkommen.

GP3

Mit einem wirklich kuriosen Sieg schaffte es Robert Wickens beim Samstagsrennen der GP3 die Meisterschaft noch bis zum Finalwochenende offen zu halten: Als es etwa 10 Minuten vor Ende des Rennens zu Regnen begann, fuhr der Kanadier nicht zum Reifenwechsel in die Box, sondern versuchte im strömenden Regen mit Trockenreifen sein Glück. Vorhersehbarerweise endete der Versuch schon vor La Source in der Boxenmauer – und mit ihm drehten sich auch einige andere Fahrer, die ebenfalls mit Slicks ihr Glück versucht hatten. Folge: Einsatz des Safety Cars. Und hinter dem Safety-Car in Führung: Robert Wickens, der nach dem Ausrutscher seinen Wagen wieder in Stand setzen konnte.

Als es dann vier Runden vor Schluss hieß, das Saftey Car werde wieder in die Box fahren, verlangsamte Wickens – immer noch mit den Slicks und mit einer ziemlich demolierten Frontpartie unterwegs – in der letzten Runde so stark, dass er es schaffte, erst nach Ablauf des 30 Minuten-Limits für das Rennen die Sart-Ziellinie zu überqueren. Nach dem Rennen arumentierte er bei dem Stewards damit, dass es mit den Trockenreifen einfach nicht sicher gewesen sei, schneller in Richtung Ziel zu fahren. Eine offensichtliche “Not”lüge, die die Rennleitung allerdings gewähren ließ – Wickens durfte den Sieg behalten.

Das Karma schlug allerdings schnell zurück: Am Sonntag landete Wickens nach einer Kollision in der ersten Runde neben der Strecke, und fuhr am Ende einen wenig beeindruckenden (und vor allem punktelosen) elften Rang ein. Allerdings: Auch Esteban Gutiérrez konnte sich im von einsetzendem Regen und Reifenwechseln geprägten Rennen nicht nicht in die Punkteränge schieben, und endete – denkbar knapp daneben – auf Platz sieben. Am besten taktierte Adrien Tambay. Der Franzose, der ohne Reifenwechsel durchfuhr, konnte schließlich vier Zehntel Vorsprung auf Alexander Rossi ins Ziel retten – auf jener Strecke, an der er sich im vergangenen Jahr beim Fußball spielen schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte.

Wickens hat damit vor den letzten beiden Rennen in Monza 18 Punkte Rückstand in der Meisterschaft. Anders ausgedrückt: Schon ein siebter Platz im Hauptrennen, ein fünfter Platz im Sonntaglauf, die Poleposition am Samstag oder zwei schnellste Runden würden Gutiérrez reichen, um im folgenden Jahr “GP3 Champion” im Briefkopf führen zu dürfen.

Superleague Formula

Nach einer längeren Sommerpause kehrt die Superleague Formula erstmals nach dem schweren Unfall von Chris van der Drift auf die Strecke zurück. Der unverantwortlichen Entscheidung im Brands Hatch zu fahren folgt am Wochenende in gewisser Weise der gegenteilige Fehler: Der Adria Raceway wirkt schon bei Tourenwagenrennen wie eine etwas vergrößerte Kartbahn, und ich kann mir selbst bei der sonst so kampferprobten SLF fast nicht vorstellen, wo man mit den breiten Formelwagen auf dieser Strecke überholen will.

Immerhin: Die Sicherheit ist dort wohl gewährleistet – und das ist ja auch schon was. Chris van der Drift hat mittlerweile der Homepage der SLF ein Video-Interview gegeben. Er wirkt – vermutlich wegen der Schmerzmittel – noch ein wenig groggy, und es ist nicht schön, ihm dabei zuzhören, wie er seine ganzen Verletzungen aufzählt. Wenn man im Vorspann des Interviews aber nochmal Bilder vom völlig zerstörten Auto sieht, ist es doch sehr erleichternd, zu sehen, dass es ihm zumindest so geht, wie es ihm geht.

Weniger toll: Weil sein Management offensichtlich entgegen entsprechender Vereinbarungen keine Versicherung für Van der Drift abgeschlossen hatte, sitzt dieser nun auf den Rechnungen für seine medizinische Behandlung. Weiter verschärft wird diese Tatsache dadurch, dass es wohl auch die Superleague Formula bisher verabsäumt haben soll, ihm Preisgeld für bisherige Erfolge zu überweisen. (Was, nebenbei erwähnt, kein besonders gutes Zeichen für die finanzielle Gesundheit der Serie wäre). Abhilfe soll nun durch ein Benefiz-Kartrennen geschaffen werden, an dem sich nach derzeitigem Stand Mark Webber, Daniel Ricciardo, Brendon Hartly und Fairuz Fauzy beteiligen werden. Weitere Informationen auf der Facebook-Seite des Events.

Nach der Pause von mehr als einem Monat noch eine schnelle Erinnerung an der Meisterschaftsstand: Es führt der AC Milan (Fahrer: Yelmer Buurman, 436 Punkte) nur unglaubliche zwei Zähler vor Tottenham Hotspur (Craig Dolby, 461) und dem RSC Anderlecht (Davide Rigon, 427). Damit ist in der Meisterschaft natürlich noch alles völlig offen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass immerhin noch fünf Veranstaltungen am Programms stehen.

Wer die Rennen sehen will, muss nach aktuellem Stand wohl wieder ins Internet ausweichen, da die SLF immer noch keinen Sender gefunden hat, der sie in Deutschland überträgt. Immerhin: Das Internet-Broadcast ist äußerst professionell produziert, der Stream läuft flüssig, und die Kommentatoren (meist Ben Edwards) wissen, wovon sie sprechen.

WSbR

Eine noch längere Pause hat die World Series by Renault hinter sich: Fast zwei Monate sind seit dem letzten Auftritt der Serie in Budapest vergangen. Am kommenden Wochenende wird man erstmals am Hockenheimring an den Start gehen – bisherige Gastspiele in Deutschland haben ja am Nürburgring stattgefunden.

Eine kleine Erinnerung an den Meisterschaftsstand: Mikhail Aleshin führt drei Runden vor Schluss mit 97 Punkten vor Red Bull Junior Daniel Ricciardo (86) und Sten Pentus (69). Auch da ist also noch alles völlig offen.

Beide Rennen werden, wie gewohnt, live auf Eurosport übertragen. Lauf eins am Samstag um 14:00 auf Eurosport Intl., Rennen zwei am Sonntag ebenfalls um 14:00 auf ESP 2.

Formel 2

Nur ein Monat Pause hat sie die Formel 2 gegönnt, die am Wochenende im Rahmen des WTCC-Rennens in Oschersleben zum vorletzten Mal in dieser Saison an den Start geht.

Eines ist in der Serie jetzt schon klar: Die Meistschaft geht nach Großbritannien. Unklar: An wen. Nur vier Punkte trennen Jolyon Palmer (221) und Dean Stoneman (217), der drittplatzierte Philipp Eng liegt bereits 99 Punkte dahinter.

Erfahrungsgemäß sind Formelrennen in Oschersleben zwar meist nicht der wahre Bringer – dafür ist die Strecke einfach zu schmal. Die Auftritte der Formel 2 im Vorjahr waren allerdings gar nicht so mal so übel – mal sehen, ob sich das Einschalten auch an diesem Wochenende wieder lohnt.

Zu überprüfen am Samstag um 11:30 Uhr auf ESP 2 und am Sonntag um 13:45 Uhr auf Eurosport Intl.

F3 Euroserie

Zum drittletzten Mal in diesem Jahr geht die F3 Euroserie am Wochenende im Rahmen der DTM in Brands Hatch an den Start. Und so manch einer mag froh drüber sein, dass die Saison bald zu Ende ist. Der Mangel an Startern, und, viel schlimmer, vielversprechenden Talenten hat die einst so stolze Serie in dieser Saison ein wenig aus dem Interesse driften lassen.

Um ganz kurz auch über den Sport zu sprechen: Eduardo Mortara führt mit 77 Punkten vor Marko Wittmann (55) und Alexander Sims (44). Ganze 17 Punkte werden pro Wochenende vergeben, folglich haben alle drei noch realistische Chancen auf den Gewinn des Meistertitels.

Auch die F3-Führung hat, nachdem die Teams gedroht hatten, in die britische F3 abzuwandern, wohl langsam bemerkt, dass irgendetwas nicht ganz rund läuft. Daher wurden vor ein paar Tagen einige Änderungen für 2011 vorgestellt, die Don in den Newshappen ja auch schon ein wenig erläutert hat.

Laut der Pressemeldung, die im gewohnten, bescheidenen Stil gehalten ist, weiß des “richtungsweisende” Konzept unter anderem durch die folgenden Punke zu “überzeugen”: Künftig soll es 30 statt bisher 20 Rennen geben, denn an jedem der geplanten zehn Rennwochenenden werden drei statt zwei Läufe stattfinden. Man will sich zwar weiterhin vornehmlich im Umfeld der DTM-Rennen aufhalten, der Hinweis, dass der Kalender erst nach Bekanntgabe der F1-Termine 2010 veröffentlicht wird, lässt aber vermuten, dass vielleicht auch wieder eine Veranstaltung im Rahmen der Königsklasse geplant sein könnte. Auch sonst plant man “weitere Formel-1-Test- und Rennstrecken” zu besuchen, erwähnt sind Spa, Silverstone und Le Castellet.

Das allein klingt ja noch nicht unbedingt nach Sparmaßnahmen. Weiter ist aber auch erwähnt, dass die Technik auf aktuellem Stand eingefroren wird, und künftig nur noch “vier Personen pro Fahrzeug” in den Teams tätig sein sollen.

Außerdem will man eine “noch asführlichere Berichterstattung im Free-TV generieren”. Ob die potentiellen TV-Partner allerdings wirklich von der Aussicht auf drei Rennen pro Wochenende besonders begeistert sein werden, bleibt wohl abzuwarten.

Am kommenden Wochenende jedenfalls wird wieder n-tv mit Liveübertragungen zur Stelle sein, und zwar diesmal am Samstag und Sonntag um jeweils um 11:50 Uhr.

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August 26 2010

16:37

Formel Vorschau – viel los am Wochenende

Nach dem unglücklichen Wochenende in Budapest kehren GP2 und GP3 in Spa wieder zurück auf die Rennstrecke. Wem das nicht reicht, dem winken am Wochenende außerdem noch Liveübertragungen von ein paar Nischen-Serien.

So schnell gehts: Gerade hat die GP2-Saison erst angefangen – da steht auch schon wieder da Finale vor der Tür. Nur noch Spa, Monza und der terminlich etwas unpassende Saisonabschluss in Abu Dhabi stehen auf dem Programm. Das wird vor allem Pastor Maldonado freuen: Der Venezoelaner hat in dieser Saison nach jahrelanger Durtstrecke endlich gezeigt, was in ihm steckt – und liegt drei Runden vor Schluss schon 26 Punkte vor seinem ärgsten Titelrivalen Sergio Pérez. Ähnlich klar scheint die Sache in der GP3: Dort führt Esteban Gutiérrez bereits mit 30 Punkten vor Robert Wickens. Und weil die GP3 noch dazu ihre Saison schon in Monza beschließt, ist der Titel wohl wirklich nur noch Formsache. Gut also, dass wenigstens die Strecke in Spa Spannung verspricht.


Zunächst aber noch eine erfreuliche Meldung: Jules Bianchi könnte womöglich schon in Spa wieder im GP2 Cockpit sitzen. Wenn die Ärzte beim heutigen Fitness-Check ihr OK geben, dann wäre es tatsächlich möglich, dass der Franzose nach seinem heftigen Crash von Budapest nur ein einziges Rennen (nämlich den Sprint in Ungarn) versäumt hätte. Bleibt zu hoffen, dass man kein medizinisches Risiko eingeht – denn das wäre angesichts Bianchis aussichtsloser Tabellensituation (und der augenscheinlich sicheren Ferrari-Förderung) eher unverantwortlich.

Unfallgegner Ho-Pin Tung hat sich derweil schon entschieden: Der Chinese, von dem es ursprünglich mal hieß, er habe leichtere Verletzungen erlitten als Bianchi, will sicherheitshalber in Spa auf einen Start verzichten. Für das Rennen ist dieses an sich bedauerliche Faktum vielleicht gar nicht so schlecht. Denn Tungs Ersatzmann Romain Grosjean hat immerhin schon bei seinem ersten Saisoneinsatz in Hockenheim für ein paar sehr spektakuläre Szenen gesorgt.

Ebenfalls neu dabei: Alvaro Parente. Auch vom Portugiesen, der den Glück- (und neuerdings wohl Sponsorgeldlosen) Alberto Valerio ersetzt, darf man sich in Spa einiges erwarten. Immerhin hat er dort im vergangenen Jahr das Hauptrennen gewonnen.

Die Ausgangsposition in der Tabelle habe ich ja schon geschildert, auch die aussichtsreichsten Akteure für Einzelsiege (Clos, Bird, Vietoris und, wenn vorhanden, Bianchi) sind sicher mittlerweile hinlänglich bekannt. Daher also nur noch schnell ein Blick auf die TV-Übertragungszeiten: Zu sehen sind die Rennen wie immer live auf sky sport 2, das Hautrennen am Samstag um 15:35, der Sprint am Sonntagvormittag um 10:30 Uhr. Auf eine hochskalierte sky sport 2 HD-Fassung hat man dagegen enttäuschenderweise verzichtet.

Und dann gibts noch ein kleines Newsschnipsel zur GP2 Asia: Ein Kommentarschreiber im Blog von GP2-Experten Will Buxton (der auch den englischen Wordfeed-Kommentar liefert), hatte die gute Idee, mal nach dem aktuellen Stand in Sachen Kalender zu fragen. Immerhin müsste der für die kommende Wintersaison ja schön langsam mal feststehen. Buxtons etwas enttäuschende Antwort: Es steht wohl die bisher kürzeste Saison des Winter-Ablegers der GP2 bevor. Diese soll nämlich nur drei Rennen umfassen, und vor allem als Testsession für das neue GP2-Auto genutzt werden.

GP3

Erfolgreicher scheint da schon der andere GP2-Ableger. Die GP3 hat sich in ihrer Premierensaison – abgesehen von der mageren TV-Präsenz – bisher recht gut profilieren können. Außerdem hatte man auch etwas Glück: Denn mit Seriendominator Esteban Gutiérrez wird in dieser Saison wohl ein Mann Meister, dessen Talent dazu reichen müsste, im kommenden Jahr in einer höheren Serie den guten Ruf der GP3 zu verfestigen.

Dabei hat er es in der Serie keineswegs mit Lückenfüllern zu tun: Die Top Ten der Meisterschaft sind fast ausschließlich mit Fahrern besetzt, die sich schon vorher in anderen Serien einen guten Ruf erarbeitet hatten.

Man darf jedenfalls gespannt sein, was die Youngsters auf der anspruchsvollen Strecke in Spa so zeigen. Das Publikum wird sich gegenüber den bisherigen Rennen wohl jedenfalls vergrößeren. Denn erstmals werden beide Rennen nicht im PayTV bei Eurosport 2, sondern beim “großen Bruder” Eurosport Intl. ausgestrahlt. Lauf 1 leider nur als Aufzeichnung am Sonntag um 9:00, Rennen 2 direkt in Folge (9:30 Uhr) live.

Sonstige Formelserien

Auch sonst ist am Wochenende in Sachen Formelrennen einiges los. Die größeren Serien (Formel 2, WSbR und SLF) machen zwar noch Pause, dafür kann man im TV und Internet gleich mehrere nationale Nachwuchsserien verfolgen.

Und eine internationale: Nämlich die Formel BMW Europa, die im letzten Jahr ihres Bestehens auch in Punkto Aufmerksamkeit ein wenig unter die Räder gerät. Für alle, die der Serie heuer genauso viel Beachtung geschenkt haben wie ich (also keine), hier ein kleiner Guide zum Saisonfinale: An der Tabellenspitze gibt es einen Zweikampf der beiden Dominatoren dieser Saison. Das sind der Brite Jack Harvey (sechs Siege, nur einmal nicht auf dem Podium – 302 Punkte) und Robin Frijns aus den Niederlanden (Vier Siege und fünf zweite Plätze – 279 Punkte). Der Tabellendritte, Carlos Sainz, Jr., hat bereits 101 Punkte Rückstand auf Harvey. Zu sehen sind die Rennen live auf sky sport 2, leider jeweils zu etwas unchristlichen Zeiten (Sa., 9:40 / So., 8:25 Uhr).

Auch der ATS Formel-3-Cup begeht am Nürburgring sein vorletztes Rennwochenende 2010. Passenderweise für die Konkurrenzveranstaltung zur deutsch-französischen F3 Euroserie führt dort der Franzose Tom Dillmann (96 Punkte) vor dem Deutschen Daniel Abt (85). Dahinter liegen in Lauerposition Kevin “Sohn von Jan” Magnussen (71), der ja auch schon ein F3 Euro Rennen in Valencia gewonnen hat, und Stef Dusseldorp (70) aus den Niederlanden. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse gibt es in der Nacht von Sonnatg auf Montag (0:20 Uhr) auf Kabel 1.

Liveübertragungen gibts dagegen von zwei italienischen Formelserien: Der Formula Abarth und der italienischen Formel 3. Alle vier Rennen aus Varano werden am Sonntag live am unverschlüsselten italienischen Motorsport-Sender Nuvolari ausgestrahlt (wo es neuerdings übrigens auch die von motorvision.tv geschasste Superstar Series zu sehen gibt). Beide Serie fahren zwar nur in Italien, bestechen aber durch ein ziemlich internationales Starterfeld. Außerdem kann man noch ganz gut in die Saison einsteigen: die Serien haben gerade mal ihre erste Saisonhälfte hinter sich. Wer mehr wissen will, kann sich auf den überraschend guten, englischsprachigen Homepages von Formula Abarth und der F3 Italia informieren.

Ganz Formel-Hungrige können sich dann am Samstag und Sonntag zum Tagesabschluss noch die südamerikanische Formel 3 gönnen. Im Grunde handelt es sich dabei zunehmend um eine brasilianische Meisterschaft mit Gastvorstellungen in Uruguay und Argentinien – am Start sind in dieser Saison jedefalls ausschließlich Brasilianer (in der “Light”-Klasse starten auch noch ein Angolaner und ein Kolumbianer). Vor dem Ende der ersten Saisonhälfte führt in der Meisterschaft Bruno Andrade (192 Punkte) vor Yann Cunha (189) und Luiz “Sohn von Raul (?)” Boesel (152). (Offizielle) Liveübertragungen der Rennen gibt es auf racetv.com.br – leider sind mir aber bisher die genauen Startzeiten unbekannt.

Wer übrigens in dieser Saison bisher die britische Formel 3 nicht verfolgt hat, der sollte am Wochenende mal eine der Motors-TV Zusammenfassungen aus Silverstone gucken. Viel mehr zu sagen, wäre wohl ein Spoiler, daher nur das: Diese Zusammenfassung dürfte wohl die bedeutendeste in der laufenden Saison sein. An diesem Wochenende findet übrigens schon das nächste Rennwochenende (Snetterton) statt – leider wird die Serie aber nirgendwo live übertragen.

July 28 2010

16:24

Formelserien: GP2/GP3-Analyse & das kommende Wochenende

Naja. So richtig toll waren die F1-Rahmenrennen in Hockenheim ja nicht – auch, wenn es gelegentlich doch ein wenig Action gab. Am kommenden Wochenende könnte wieder mehr los sein: Das Programm verspricht jedenfalls ordentlich Action. Zum Teil leider auf Kosten der Sicherheit.

Die GP2 bot in Hockenheim ein eher maues erstes, und ein etwas spannenderes zweites Rennen. Am Ende waren aber in beiden Läufen doch wieder die beiden Meisterschaftsleader vorn: Pastor Maldonado konnte mit einem ungefährdeten Sieg am Sonntag seine Führung ausbauen. Sergio Pérez zeigte am Sonntag mit einem etwas kampfbetonterem Sieg, was in ihm steckt. Bei der GP3  trat dagegen wiedermal ein alter Bekannter in Erscheiung: Robert Wickens gewannt Lauf eins, bevor Tabellenführer Gutierrez am Sonntag wieder die gewohnte Hackordnung zementierte. Am Wochenende fahren beide Serien schon wieder im Rahmen der Formel 1 – und außerdem noch die F2 in Brünn, und die Superleague Formula auf dem GP-Kurs von Brands Hatch.

GP2

Eine interessante Mischung uns jungen und älteren Talenten konnte sich beim GP2 Lauf in Hockenheim in Szene setzen. Auf Seiten der Altstars: Pastor Maldonado, der den ersten Lauf fast nach Belieben dominierte, und seine Tabellenführung ausbauen konnte. Außerdem Romain Grosjean. Der Franzose konnte beim Gasteinsatz als Ersatz für Jerome D’Ambrosio zwar keine Punkte holen, nach einem durchwachsenen Samstag konnte er sich aber immerhin von Ende des Feldes bis auf Rang sieben vorfahren. Sehr sehenswert – bis er dann kurz vor Schluss in eine von beiden Fahrern vermeidbare Kollision mit Maldonado verwickelt wurde, die beider Rennen beendete. Dafür konnte ein weiterer “Alter” endlich wieder jubeln: Nach langer Durststrecke reichte es beim Deutschland-GP für Adrian Zaugg zu einem Podium.

Aus Seiten der Jungen ist zuallererst Sergio Pérez zu nennen: Rang zwei am Samstag und ein schön herausgefahrener Sieg am Sonntag sorgten in Summe dafür, dass der Mexikaner seinen Abstand auf Maldonado leicht verkürzen konnte. Außerdem noch Jules Bianchi, der endlich zwei passable – wenn auch noch nicht glühend schnelle – Läufe auf die Reihe brachte, und zweimal gute Punkte holen konnte.

Keine Zähler gab es zum Heimspiel wieder mal für Chrisian Vietoris. Schön langsam müssten in seiner Umgebung mal die Alarmglocken zu schrillen beginnen – denn von Talent her müsste der junge Deutsche deutlich weiter vorne mitfahren. Zu Beginn der Saison war er – zumindest in den Trainings – ja auch gut dabei. Seitdem scheint er aber leider ab- statt zugebaut zu haben.

In der Meisterschaft liegt nach Beginn der zweiten Saisonhälfte immer noch Pastor Maldonado recht deutlich in Front. Wobei: die 21 Punkte Führung mögen nach viel klingen – wenn er aber auch nur einmal einen ersten Lauf verhaut, während Pérez gewinnt, ist der Mexikaner wieder klar in Schlagdistanz. Dirket dahinter liegt Saisonüberraschung Dani Clos, für den in Sachen Schlagdistanz das gleiche gilt, wie für Pérez. Jules Bianchi hat es mittlerweile auf Rang 4 der Tabelle geschafft. Mit fast 30 Punkten Rückstand bräuchte er aber schon zwei schlechte Maldonado-Wochenenden, um aufzuschließen.

Diese Woche wurde übrigens das GP2-Auto für die kommende Saison wieder getestet – und zwar bereits mit den Pirelli Reifen, die 2011 nicht nur in der GP2, sondern auch in der Formel 1 zum Einsatz kommen sollen. Drei Bilder davon unten in der Gallerie.

GP3

Etwas chaotischer ging es – wie gewohnt – bei der GP3 zu. Zum Glück weniger gewohnt: Diesmal gab es zwei Verletzte. Fast untergegangen ist in der etwas uninformativen Eurosport-Übertragung der schwere Unfall von Simon Trummer. Der Schweizer hob über das Heck eines Konkurrenten – dem Vernehmen nach Roberto Mehri – ab, schlug in Folge hart ein, und zog sich dabei Wirbelbrüche zu. Nun wird er wohl das kommende Monat pausieren müssen, und somit zumindest in Ungarn nicht am Start sein können. Fast schon ein Glück, dass jetzt die lange Sommerpause folgt, in der er sich vielleicht ein wenig erholen kann.

Womöglich auch nicht in Ungarn dabei: James Jakes. Der Brite kollidierte so unglücklich mit dem US-Amerikaner Josf Newgarden, dass er sich dabei Bänder im rechten Arm verletzte. Ob er am kommenden Wochenende Rennen fahren darf, werde die Ärzte erst in den kommenden Tagen beschließen.

Zum Sportlichen: Am Samstag holte sich Robert Wickens, bekannt aus Film, Fernsehen, A1 GP und Formel 2 (vor allem, um nicht zu sagen “ausschließlich” aber den beiden letzteren), einen relativ ungefährdeten Sieg, der ihn in der Meitschaft wieder einigermaßen souverän auf den kurzfristig verlorenen zweiten Platz zurückholte. Am Sonntag siegte dann wieder Saisondominator Esteban Gutierrez – und zwar in fast noch souveränerer Weise.

Drei Runden vor Schluss der GP3-Premierensaison führt also der Mexikaner nun mit 64 Punkten vor dem zweitplatzierten Robert Wickens, der bereits einen veritablem Rückstand von 30 Punkten hat – und folglich die Hälfte aller noch ausstehenden Rennen bei gleichzeitigem Ausfall von Gutierrez gewinnen müsste, nur um auf die Tabellenführung aufzuschließen. Dahinter folgen Alexander Rossi (26) und der beste Deutschsprachige im Feld, der Schweizer Nico Müller (23).

Eurosport 2 bringt am Wochenende – wie mittlerweile gewohnt – Lauf eins As-Live am Sonntag um 9:00Uhr, eine halbe Stunde später folgt dann die Liveübertragung des zweiten Rennens.

Formel 2

Nachdem es in Brands Hatch noch reichlich Spannung der völlig falschen Art gegeben hatte, kehrt die Formel 2 nun wieder auf einen weniger gefährlichen Kurs zurück. Im Rahmen der WTCC begeht man am kommenden Wochenende im tschechischen Brünn den Beginn des letzten Saisondrittels.

Und überraschenderweise wird es in der Meitschaft jetzt doch nochmal spannend. Denn Jolyon Palmer hat fast den gesamten Vorsprung auf seinen britischen Landsmann Dean Stoneman eingebüßt. 186 zu 181 steht es in der Tabelle, bei der Menge an noch zu erreichenden Punkten also quasi eine Pattsituation.

An dritter Stelle liegt nach dem Sieg in Brands Hatch nun wieder der Salzburger Phillip Eng, der allerdings mit 114 Punkten schon ein veritables Wunder brauchen würde, um die beiden in der Meitschaft noch einzuholen.

Rennen eins gibts am Samstag um 13:00Uhr live auf Eurosport Intl., Lauf zwei am Sontag um 15:45 ebenfalls live auf ESP2.

Superleague Formula

Da ist man gerade froh, dass die Formel 2 Rennen in Brands Hatch diesmal problemlos absolviert sind, da macht sich schon eine noch schnellere Serie bereit, dieses gefährliche Abenteuer zu begehen. Die Superleague Formula fährt am kommenden Wochenende erstmals auf dem GP Kurs der Strecke in der englischen Grafschaft Kent.

Nach einem glücklosen Wochenende für Craig Dolby und Tottenham Hotspur im belgischen Zolder ist in der Meisterschaft wieder alles offen – der AC Milan (Yelmer Buurman) hat sogar erstmals die Führung übernommen. Mit je etwa 40 Punkten Rückstand haben dahinter auch der RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (Max Wissel) noch sehr solide Siegchancen. Immerhin sind ja erst sechs von vermutlich 12 Rennen absolviert.

Zumindest der zehnte Saisonlauf, jener im innermongloischen Ordos, wurde mittlerweile auch mittels Pressemitteilung der SLF offiziell bestätigt. Das elfte Rennen hat zwar bereits einen Termin (eine Woche nach Ordos) und ein Austragungsland (ebenfalls China) – eine Strecke steht aber noch nicht fest. Klar ist dagegen: Das Saisonfinale findet Ende Oktober auf der brandneuen Strecke im spanischen Navarra statt.

Ein paar Neuigkeiten von der Fahrerfront gibt es auch noch: Franck Montagny wird in Brands Hatch wieder ins Cockpit des Girodins de Bordeaux-Wagens zurückkehren. Jaap van Lagens Gastspiel in diesem Auto in Zolder war also eher eine einmalige Geglegenheit – auf die Resultate kann der 33-jährige Niederländer, der zuletzt 2007 im Formelauto gesessen ist dennoch stolz sein. Andy Soucek wird – wie schon in Zolder – wieder am Steuer des Wagens von Sporting Lissabon sitzen, wo zuvor der Spanier Borja Garica gewerkt hatte. Ein 18. Auto wird es in England auch wieder geben: Olympique Lyonnais kehrt nach einem Aussetzer in Zolder wieder in die SLF zurück – allerdings nicht mehr mit Sébastien Bourdais am Steuern, sondern mit dessen Landsmann Franck Perera.

Zu sehen gibt es das alles wieder exklusiv (will heißen: ohne TV-Vertrag) im offiziellen Stream auf superleagueformula.com.

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