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January 01 2014

08:00

Best of 2013 – Yankee

Zum Jahreswechsel schauen die Racingblog-Autoren auf das vergangene Jahr zurück und stellen ihre persönliche Highlights und Enttäuschungen zusammen.

Super GT JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 Day 2 GT500 Start2013 war ein Auf und Ab. Ein Jahr mit vielen gemischten Gefühlen. Wir haben gejubelt, gelacht, getrauert. Auf die schönen, unterhaltsamen Momente folgten die Stunden der Trauer, die Stunden des Schmerzes. Auch 2013 forderte der Motorsport erneut seine Opfer – Fahrer, Streckenposten, Zuschauer – die viel zu früh von uns gegangen sind. Zu früh bei einer Tätigkeit die sie liebten auszuführen. Mit Schock erinnere ich mich noch an den Moment, als Allan Simonsens Tod bei den 24 Stunden von Le Mans verkündet wurde.

Ich operierte damals die ersten beiden Rennstunden in unserem Live-Ticker, hatte dementsprechend die unliebsame Aufgabe über jene Schockmeldung zu berichten. Simonsens plötzliches Ableben war der zunächst traurige Höhepunkt einer Motorsport-Saison, die bereits im Februar beim NASCAR Nationwide Series-Rennen nur knapp an einer Katastrophe vorbeischrammte. 2013 steht im Zeichen von Allan Simonsen, Sam Edwards, Wolf Silvester, Janina Depping wie auch ihrer Beifahrerin, Jason Leffler, Maria de Vilotta sowie vielen weiteren, die viel zu früh von uns gegangen sind. Überschattet wurden die letzten Tage dieses emotional hügeligen Jahres mit der schockierten Meldung über Michael Schumachers schweren Ski-Unfall, der zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels (Stand: Montag, 30.12.2013) um sein Leben kämpft. Ich hoffe inständig, dass Schumacher die Kraft und das Glück hat, dieses eine „letzte Rennen“ um sein Leben zu gewinnen.

Den richten Übergang zum eigentlichen Hauptteil dieses Artikels ist nach diesem Einstieg nur schwierig. Trotz der Trauer gab es sie doch noch, die schönen Momente im Motorsport-Jahr 2013. Momente die uns erinnern, warum wir die ganze PS-Hatz und Kreisfahrerei eigentlich schauen und lieben. Momente die uns erinnern, weshalb wir früh am Morgen respektive spät in der Nacht uns vor den Fernseher oder Stream setzen, um Rennen von aller Welt zu verfolgen.

Bestes Rennen
Das Rennen der Super GT im Sportsland Sugo. Zugegeben, ich bin da natürlich etwas voreingenommen. Doch auch so wäre meine Wahl nach Japan gefallen. Das Rennen auf der malerischen Naturrennstrecke nahe Sendai bot nahezu alles, was man sich als Motorsport- / Sportwagen-Fan wünschen konnte. Viele Zweikämpfe in beiden Klassen, Überholmanöver, Spannung, wechselhafte Witterungsbedingungen und eine höchst kuriose Szene. Tatort Rainbow-Corner in Runde 70: Im erbarmungslosen aber stets fairen Zweikampf versuchen bei Nieselregen sich der Führende Yuji Tachikawa (außen) sowie Juichi Wakisaka (innen) am Evangelion-McLaren vorbei zu quetschen. Dabei berührt Wakisaka den lila McLaren leicht, der wiederum den Zent Cerumo-Lexus von Tachikawa touchiert. Tachikawa dreht sich ins Kies, während von hinten die beiden Honda mit Takashi Kogure und Frédéric Makowiecki ein 3-wide-Manöver auf der Geraden mit Wakisaka in der Mitte aufmachen. Dabei kommen Makowiecki sowie Kogure, jeweils von außen, dem Denso Kobelco SC430 von Wakisaka zu nahe. Makowiecki berührt den Lexus, schießt quer rüber und trifft Kogure. Vier der Top-Favoriten auf den Rennsieg waren eliminiert; Wakisaka schleppte sich mit einem Schaden noch auf Position Vier ins Ziel. Am Ende fuhr das ARTA-Team von Aguri Suzuki einen Doppelsieg in der GT500 wie auch GT300 ein. Sugo wie es leibt und lebt. Viel Action sowie ein denkwürdiger Moment, der schon jetzt in die Geschichte der Super GT eingeht.

Andere, denkwürdige Rennen waren jenes der Super Formula, ebenfalls im Sportsland Sugo, der Grand Prix von Long Beach der IndyCar (Takuma Sato gewinnt als erster Japaner ein IndyCar-Rennen) sowie der Saisonauftakt der Super GT in Okayama und das Finale der Super Formula in Suzuka.

Bestes Finish
Meine Kollegen Don und Thomas haben mir schon meine Wahl für die „weiteren Plätze“ mit jenen Zieleinläufen der IndyCar in den Straßen von Sao Paulo sowie dem Indy-Lights-Finish in Indianapolis abgenommen. Meine persönliche Nummer Eins fällt aber erneut nach Japan, wenn ich auch persönlich in einer kleinen Zwickmühle stecke. Das Duell in den letzten Runden mitsamt Foto-Finish von André Lotterer und Loic Duval (0.041 Sekunden!) in der Super Formula im Sportsland Sugo war außergewöhnlich. Vorausgehend war ein spektakuläres Rennen, das wohl auch aufgrund von vier Safety-Car-Phasen stets spannend blieb. Meine Wahl fällt jedoch auf das Finale der Super Formula in Suzuka, speziell auf den zweiten Lauf. Die Ausgangslage war eindeutig: Naoki Yamamoto musste mindestens den dritten Platz erreichen, um bei Punktegleichheit den Titel vor dem aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht am Rennen teilnehmenden André Lotterer zu gewinnen. Vorausgegangen war ein Start-Ziel-Sieg Yamamotos im strömenden Regen in Lauf Eins. Der Regen spielte auch im zweiten Durchgang eine wichtige Rolle, als sich zum Ende hin wieder der Himmel über der legendären Grand-Prix-Strecke öffnete. Es folgte ein Finish, das in Punkto Dramatik jenem der Formel Eins in Brasilien 2008 in nichts nachstand.

Bester Fahrer
Die Wahl könnte so einfach sein: Sebastian Vettel dominierte die diesjährige Formel-Eins-Saison spätestens ab der Halbzeit nahezu fehlerlos. Dies erfordert Respekt und Anerkennung. Ermöglicht wurde dieser Erfolg vor allem aber auch durch den technisch absolut überlegenen Red-Bull-Boliden. Freilich muss solch ein Gefährt erst fehlerlos pilotiert werden. Doch auch wegen der Überlegenheit konnte Vettel seiner Konkurrenz nicht einmal den Hauch einer Chance lassen. Die Wahl könnte so einfach sein… Ist sie aber nicht, weshalb ich mich für „Mr. Sixpack“ Jimmie Johnson entscheide. In acht Jahren sechs Mal den NASCAR Sprint Cup bei 36 Rennen im Jahr zu gewinnen ist eine unglaubliche Leistung. Oder anders ausgedrückt: der schiere Wahnsinn. Johnsons Erfolg kam nicht von ungefähr und gewiss nicht von ihm alleine. Es ist das komplette Team rund um Crew-Chief Chad Knaus, die das Jahr über mehr als 100% gaben und zusammen mit Johnson stets Top-Resultate einfuhren.

Ebenfalls erwähnen möchte ich André Lotterer, der vielleicht etwas untergegangen vom Trubel anderer Fahrer erneut eine bärenstarke Saison fuhr, trotz hervorragender Leistungen aber aufgrund von ein bisschen Pech sein persönliches „Triple“ (24 Stunden von Le Mans, WEC, Super Formula) nicht erzielte. Im gleichen Atemzug muss man seinen Audi-Kollegen Loic Duval erwähnen, dem es zusammen mit Tom Kristensen und Allan McNish erstmals gelang beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe zu obsiegen sowie Team LeMans in der Super Formula mit dem Erfolg im Sportsland Sugo nach Jahren wieder auf die Erfolgsspur zu manövrieren. Die Ehrenerwähnung geht an Allan McNish, der erst kürzlich als frisch gekürter Weltmeister seine aktive Rennfahrerkarriere beendete. Der symphytische Schotte zählt zu den Größen des Motorsports, den wir hoffentlich schon bald als TV-Kommentator begrüßen dürfen. Sein Vater erzählte einst, dass er bei seiner Geburt nicht sicher war, ob Allan ein echter McNish sei. „Doch als ich seine Eier sah, da wusste ich, dass er ein echter McNish ist.“ Vielen Dank für die tollen und unterhaltsamen Jahre, Allan!

Bestes Team
Red Bull Racing, weil die lassen die Eier nicht im Pool hängen. Sagt der Vettel.

Wenn ich nun sarkastisch klingen wollte, hätte ich Michael Waltrip Racing benannt. Kein Team hat besser (lies: schlechter) beschissen als diese Truppe. Da dreht sich einer, da wird ein anderer geparkt. Und am Ende gibt es vor allem einen Dummen: Matrix Truex jr. Das Ergebnis vom Versuch ihn ungewollt mit irgendwelchen Team-Ordern in den Chase zu holen: Punkte weg. Sponsor und damit auch Job weg. Glücklicherweise fand er bei Furniture Row ein neues Cockpit.

Die ernstgemeinte Antwort fällt auf das Team rund um Jimmie Johnson und Chad Knaus bei Hendrick Motorsports. Weshalb habe ich bereits in der Kategorie zuvor erwähnt. Die Ehrenerwähnung geht an Team Cerumo in der Super GT, weil man trotz unverschuldeten Pech (u.a. in Sepang, Sugo und Suzuka) nicht aufgab und doch noch die Meisterschaft in der GT500 gewann.

Überholmanöver des Jahres
Der Dreikampf zwischen Ronnie Quintarelli, Takashi Kogure und Koudai Tsukakoshi in der Super GT zum Saisonauftakt in Okayama fünf Runden vor Schluss um den Sieg. Sollte der Timestamp nicht funktionieren, einfach bis Minute 9:30 vorspulen:

Feinde / Duell des Jahres
Sebastian Vettel und Mark Webber konnten sich noch nie so wirklich leiden. Das aber sowieso schon angespannte Team-Verhältnis wurde noch weiter belastet, als der Deutsche in der so genannten „Multi-21-Affäre“ sich nicht an die Team-Order hielt und Webber den Sieg strittig machte. Mehr als Zoff und lange Gesichter gab es bei Red Bull jedoch nicht. Ganz im Gegenteil zwischen den beiden Streithähnen Joey Logano und Denny Hamlin. Dieser Zoff endete, ausgehend von harten, kritisierenden Worten Hamlins nach dem Frühlingsrennen in Bristol, in einem schweren Unfall in Fontana, bei dem weder Hamlin noch Logano nachgeben wollten. Hamlin verletzte sich dabei schwer, so dass er für einen Großteil der Saison pausieren musste. Einen zumindest aus fahrerischen Sicht tröstenden Abschluss hatte diese „verlorene“ Saison für Denny Hamlin aber doch noch: Wieder einigermaßen genesen gewann er das Finale in Homestead-Miami.

Kostenpunkt des Jahres
Hier fällt meine Wahl eindeutig auf den kuriosen, in einem großen Blechhaufen endenden Start der American Le Mans Series in Baltimore. Glücklicherweise wurde niemand dabei verletzt.

Enttäuschung des Jahres
Enttäuschungen gab dieses Jahr so einige. Aus Motorsport-technischer Sicht ist mir allerdings besonders die Problematik zwischen Japan und Südkorea im Gedächtnis geblieben. Sowohl Super GT wie auch Super Formula haben versucht ein Einladungsrennen respektive einen Meisterschaftslauf im koreanischen Nachbarsstaat auszutragen. Ohne Erfolg. Die Absagen beider Serien kamen zwar kurzfristig und überraschend, gingen jedoch einer langen und öffentlich zumindest erfolgreich suggerierten Vorarbeit heraus. Offiziell sprachen GTA und JRP jeweils von „diversen Gründen“. Nach entsprechender Recherche konnte ich allerdings einige der genauen Streitpunkte benennen, über die ich in meiner

November 22 2013

20:26

Vorschau JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013

Der JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup bildet auch in diesem Jahr wieder den großen, traditionellen Jahresabschluss des japanischen Motorsports. Zusammen mit den Fans versammeln sich die beiden größten und wichtigsten Serien Super GT und Super Formula zum prestigereichen Kampf in fünf knackigen Sprintrennen. Für die aktuellen GT500- und Super-Formula-Boliden wird es zudem der letzte Renneinsatz sein, ehe sie ins Museum wandern. Im Rahmenprogramm ebenfalls wieder dabei sind der Netz Vitz Cup, die japanische Formel 4 sowie der prominent-besetzte Legend Cup.

JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 LogoDer JAF Grand Prix ist eine Veranstaltung mit langer Tradition. Ursprünglich JAP Grand Prix genannt, wurde er das erste Mal 1969 von der Japan Automobile Federation als wichtigstes Formel-Rennen, neben dem japanischen Grand Prix der Formel 1, ausgetragen. In den Jahren 1971 und 1973 setzte die Veranstaltung aus. Im Anschluss wanderte bis 1986 der JAF Grand Prix als Meisterschaftslauf in die Formula 2000, Formula 2 sowie Formula Pacific. Nach einer erneut kleinen Pause wurde die Veranstaltung zuletzt von 1988 bis 1990 Rahmen der All Japan Sports Prototype Championship ausgetragen. Es sollte 20 Jahre dauern, bis die Traditionsveranstaltung unter einem neuen Konzept und Namen wiederbelebt werden sollte.

Unter dem Namen JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup wird seit 2010 auf dem Fuji Speedway das Event als großer, gemeinsamer Saisonabschluss und Nicht-Meisterschaftslauf der beiden höchsten und wichtigsten nationalen Rennserien, der Super GT sowie Super Formula, ausgetragen und entsprechend zelebriert. Für Fans und Fahrer ein Schmankerl zugleich, denn nicht nur werden insgesamt fünf Sprintrennen über jeweils 100km von beiden Serien ausgetragen, auch abseits der Strecke gibt es mit zahlreichen Aktivitäten und kleineren Veranstaltungen viel zu entdecken. Und damit die Motoren auf der Strecke auch wirklich nie ruhen, sind im Rahmenprogramm der Netz Vitz Cup, die vom Konzept her sehr interessante Japanese Formula 4 sowie der in diesem Jahr zum nunmehr vierten Mal ausgetragene Good Smile Legend Cup, in dem sich die Altherren und Legenden des japanischen Motorsports ihr Stelldichein geben, unterwegs. Des Weiteren findet der so genannte „Ost gegen West-Kampf“ statt. Alle Fahrer (auch die der Rahmenrennen sowie des Legend Cup) werden je nach Heimatstadt (alle ausländischen Fahrer jeweils nach Entscheidung der Organisatoren) entweder Team Ost oder Team West zugeteilt. Mit ihren jeweiligen Ergebnissen sammeln sie Punkte. Die Fans an der Strecke können in diesen kleinen Wettbewerb ebenfalls eingreifen, indem sie sich Fan-Artikel wie beispielsweise eines der beiden hochwertigen Handtücher – ich würde wirklich gerne so ein Handtuch haben! – kaufen, oder im Gourmet-Bereich entsprechende Spezialitäten aus allen Ecken des Inselstaates essen. Es mag für Außenstehende zwar nach nichts besonderem klingen, es sorgt aber für einen gewissen Zusammenhalt und Fan-Gruppierungen, ähnlich den All-Star-Matches in der MLB und anderen Profiligen. Weitere Aktivitäten sind unter anderem eine Ausstellung alter Super-Formula-Fahrzeuge (Formula Nippon) und Boliden aus JGTC-Tagen.

JAFGPGT500Race2StartFür die Teams und Fahrer stehen aber natürlich die Rennaktivitäten im Vordergrund. Neben viel Prestige gibt es auch Geld sowie den Titel des JAF-Grand-Prix-Gewinners (Super GT) respektive des Fuji-Sprint-Cup-Siegers (Super Formula) zu gewinnen. Beide Titel sind mit viel Prestige verbunden, schließlich verkörpern sie den Gesamtsieg aller Motorsportaktivitäten Japans. Überreicht wird der Preis im Übrigen von Akihiro Ota,  dem Minister für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus. Der Fuji Speedway benötigt zwar keine große Vorstellung mehr, die obligatorische Streckenvorstellung soll an dieser Stelle aber natürlich nicht fehlen. Der Kurs ist durch die Formel 1 in den 70er Jahren, insbesondere aber durch die beiden Grand Prix’ in den Jahren 2007 und 2008, bekannt. Die Strecke wurde extra für die Rückkehr der Königsklasse von Hermann Tielke umgebaut und an die Sicherheitsstandards angepasst. Im Gegensatz zu anderen Strecken, hat er die Strecke mit der längsten Geraden im kompletten Kalender beider Rennserien aber nicht „vertielkt“, wenn auch die Abstinenz einiger Kiesbetten sowie die nahezu fast vollständige Eliminierung des „Bankings“ in einigen Bereichen der Strecke sehr bedauerlich ist. Der Kurs selbst liegt in der Shizuoka-Präfektur nahe der Stadt Oyama, direkt am Fuße des Fuji-san, sprich man hat nicht nur von der Rennstrecke einen malerischen Blick auf das wohl bekannteste Wahrzeichen des Landes. Der Fuji Speedway hat nach der Neueröffnung im Jahr 2005 eine Gesamtlänge von 4.563 km und insgesamt 16 Kurven, wobei nicht alle einen Namen tragen. Nicht nur wegen der langen Start- und Zielgeraden (1,5km) gilt der Kurs als flink, dennoch beinhaltet er zum Ende hin auch noch einige technisch anspruchsvolle mittelschnelle wie auch langsame Kurven. Die Super GT und Super Formula fährt die auch von der F1 genutzten Variante, sprich mit der S-Kurve nach der Dunlop-Kurve und somit nicht die GT-Variante, die die Kurven 10 und 11 auslassen würde. Im folgendem eine Onboard-Runde mit André Lotterer aus dem Jahr 2009:

 

Super GT

JAFGPGT500Race1StartAnders als üblich werden beide Super-GT-Klassen getrennt voneinander fahren, woraus sich jeweils vier 100km-kurze Sprintrennen (22 Runden) ergeben. Des Weiteren erfolgt der Start nicht wie innerhalb der Meisterschaft fliegend, sondern stehend, was für einige Fahrer durchaus eine nette Abwechslung und Herausforderung darstellen wird. Beide Fahrer eines Wagens treten getrennt voneinander an. Für einige Piloten stellt der JAF Grand Prix eine Doppelbelastung dar, da sie sowohl in Japans höchster Sportwagen- wie auch Formel-Serie antreten. Wie ich einem kurzen Gespräch im vergangenen Jahr mit mit Joao Paulo de Oliveira erfahren habe, ist der ständige Wechsel zwischen den beiden Fahrzeugen am Wochenende eine anstrengende Herausforderungen, schließlich benötigt es einige Zeit, bis man sich an den jeweils anderen Boliden wieder gewöhnt hat. Gerade aber diese Herausforderung, so der Brasilianer, stellt allerdings den besonderen Reiz für die Fahrer dar. Und wann hat man schon die Möglichkeiten, einen Sport- sowie Formel-Wagen am gleichen Wochenende zu pilotierSuper GT Motegi 2013 Zent Cerumo SC430en?

Weil GT500 und GT300 getrennt fahren, spielt der Überrundungsverkehr selbstredend keine Rolle. Aufgrund der kurzen Renndistanz muss zudem nicht allzu stark auf den Reifenverschleiß geachtet werden; Boxenstopps sind ebenfalls nicht vorgeschrieben, das Gewichts-Handicap gibt es auch nicht. Entsprechend dessen dürften erneut die auf der langen Zielgeraden etwas schnelleren Lexus-Teams im Vorteil sein, allen voran natürlich die frisch gekürten GT500-Champions Yuji Tachikawa und Kohei Hirate im Zent Cerumo SC430 (gewannen das Sommerrennen in Fuji) sowie Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430), die im 500km-Rennen in Fuji im Frühjahr dieses Jahres triumphierten. Einen klaren Favoriten auszumalen ist selbstredend schwierig, zumal die kurze Renndauer die Fahrer vor eine andere Herausforderung stellt. Die Qualifikation spielt, trotz der guten Überholmöglichkeiten, eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig kann der Wagen entsprechend des jeweils fahrenden Piloten abgestimmt werden. Bei den regulären Saisonläufen muss aufgrund des Fahrerwechsels ein Kompromiss beim Setup gefunden werden. Da beide Fahrer beim JAF Grand Prix jedoch getrennt voneinander antreten, wird jeder Pilot mit einem jeweils an ihn angepasstes Setup fahren. Im Idealfall gewinnen beide Fahrer ihren jeweiligen Sprint, denn der Gesamtsieger wird aus der addierten Punktezahl beider Läufe gekürt.

Der diesjährige JAF Grand Prix Fuji Sprint steht unter dem Motto „Das Finale“. Ein Motto mit gleich zwei Bedeutungen. Zum einen ist es „Das Finale“ der japanischen Motorsportsaison. Zum anderen ist es aber auch „Das Finale“ der aktuellen GT500- sowie Super-Formula-Boliden. Wie bekannt wandern die Fahrzeuge nach diesem Wochenende ins Museum und werden im kommenden Jahr durch die neue Generation ersetzt. Im Falle der Super GT bedeutet dies die bereits im August im Suzuka vorgestellten GT500-Boliden auf Basis des technischen DTM-Reglements. Entsprechend hoch ist selbstredend die Motivation aller Beteiligten, mit „ihrem“ Fahrzeug sowie mit „ihrer“ Marke den allerletzten Sieg der noch aktuellen GT500-Generation einzufahren.

JAFGPGT300Race2StartIn den vergangenen Jahren lieferten GT500 sowie GT300 jeweils sehr spannende, bis zur Schlussrunde unterhaltsame Rennen ab. In diesem Jahr könnte es in der GT300 sogar noch enger zugehen, da die GTA erstmals für die FIA-GT3-Boliden nicht die BoP des Weltmotorsportverbandes nutzen wird, sondern jene der Blancepain Endurance Series. Die Idee der anderen Balance of Performance warf GTA-Vorstand Masaki Bandoh zuvor auf einer Pressekonferenz zum finalen Saisonlauf in Motegi in den Raum. Der JAF Grand Prix stellte eine ideale Plattform als Test unter Rennbedingungen dar. Bereits im vergangenen Jahr stufte die GTA zu Testzwecken die GT3-Boliden nach eigenem Gusto ein, kehrte zum Saisonstart 2013 aber dennoch wieder zur BoP der FIA zurück. Hintergrund des erneuten Testens einer anderen Balance of Performance sind die Beschwerden der einzelnen GT3-Teams, welche die Unterschiede bei der Einstufung zu groß finden und sich entsprechend benachteiligt fühlen. Dies betrifft selbstredend lediglich den Unterschied der einzelnen GT3-Maschinen. Die Balance of Performance der Boliden nach JAF-GT300-Reglement (Subaru BRZ, Honda CR-Z GT, Toyota Prius GT) ist noch mal ein anderes paar Schuh. Hier nahm die GTA keine weiteren Änderungen vor, weshalb die drei genannten Modelle mit der gleichen Einstufung wie zum Saisonfinale in MSuper GT Motegi 2013 Mugen CR-Z GTotegi unterwegs sein werden.

Von der Balance-of-Performance-Änderung betroffen sind folgende 2013er-Modelle: Audi R8 LMS ultra, Mercedes-Benz SLS AMG GT3, Aston Martin V12 Vantage GT3, McLaren MP4-12 C sowie der Nissan GT-R Nismo GT3. Das Gesamtgewicht der „Silberpfeile“ sowie des McLaren erhöhen sich jeweils um 5kg. Letzterer erhält hingegen noch eine leichte Erhöhung der „Boost Pressure“, was dem Wagen zu Gute kommen sollte. Der lila Evangelion-McLaren lief entgegen der Hoffnung von Cars Tokai Dream28 nicht sonderlich gut. Die Gründe hierfür liegen nicht nur an der BoP, sondern auch am Hersteller des Fahrzeuges selbst: McLaren. Wie Takuya Yura, der als Präsident von Mooncraft für viele Jahre den Shiden, einen modifizierten Daytona-Prototypen, zusammen mit Cars Tokai Dream28 sowie dem Evangelion Racing Team in der GT300 einsetzte, erklärte, dass McLaren kein entsprechendes Engine-Mapping für den Einsatz in der Super GT bereitstellte. Als man mit dem Wagen beim Gastspiel der GT300 bei der Asian Le Mans Series auf dem Fuji Speedway antrat, erzielte das Fahrer-Duo Kazuho Takahashi / Hiroki Katoh im ersten Training auf Anhieb die Bestzeit. Grund hierfür soll laut Takuya Yura die andere Benzinmischung der Asian Le Mans Series gewesen sein, die besser zum Engine-Mapping des Wagens passend würde. Aus Budget-Gründen wird man allerdings auch im kommenden Jahr weiterhin den McLaren MP4-12 C einsetzen.

Zent Audi R8 LMS ultraIm Kontrast stehen der Aston Martin V12 Vantage GT3 sowie Nissan GT-R Nismo GT3, deren Maximalgewicht um jeweils 10kg erhöht wurde. Der größte Profiteur der neuen BES-BoP könnte hingegen der verbleibende Audi R8 LMS ultra von Hitotsuyama Racing sein. Akihiro Tsuzuki sowie Richard Lyons kämpften aufgrund der unvorteilhaften FIA-BoP mit absolut stumpfen Waffen gegen die Konkurrenz. Hinzu kamen technische Probleme und viel Pech. Der Frust bei einem der bekanntesten Privatteams Japans scheint so tief zu sitzen, dass man die Pläne fürs kommende Jahr derzeit unkommentiert lässt. Vorstellbar wäre beispielsweise der Verkauf des GT3-Renners aus Ingolstadt, womit Audi nicht mehr in der GT300 vertreten wäre. Einen großen Einfluss auf die Entscheidung könnten die beiden Sprintrennen am Samstag und Sonntag geben. Zwar bekommt der R8 LMS ultra mickrige 5kg aufs Gesamtgewicht addiert, gleichzeitig wird aber auch der Luftmengenbegrenzer von ursprünglich 44mm (FIA-BoP) um fünf Millimeter auf 49mm (BES-BoP) vergrößert. Der dadurch gewonnene Leistungsgewinn sollte dementsprechend spürbar hoch ausfallen.

Extra für den JAF Grand Prix kehr die Dijon Wako’s Endless Z06R GT3 Corvette mit Masaki Tanaka und Keiichi Inoue von Dijon Racing zurück. Zusätzlich schickt Nissan respektive Nismo mit dem Nissan Nismo Global Team einen weiteren GT3-Boliden ins Feld. Der Nismo Athlete GT-R GT3 wird von den GT-Academy-Gewinenrn Alex Burncombe und Lucas Ordonez pilotiert. Letzterer nahm bereits als dritter Fahrer für Nissans Nachwuchsteam NDDP Racing bei den 1000km in Suzuka teil. Eine Änderung gibt es hingegen bei JLOC zu vermelden: Der La Seine Lamborghini GT3 wird am Wochenende nicht antreten. Stattdessen wird das Fahrerduo Hideki Yamauchi / Hiroki Yoshimoto den MonePA Lamborghini GT3 pilotieren. JLOC ist beim JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 somit mit nur zwei anstatt drei Autos am Start.JAFGPGT300Race1Start

Einen Siegertipp in der GT300 abzugeben ist wie zuvor bei der GT500 ähnlich schwierig. Aufgrund der bisherigen Performance sollten die reinrassigen GT300-Boliden, allen voran die neuen Champions Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama (Mugen CR-Z GT) gefolgt von ihrem Schwesterwagen (ARTA CR-Z GT) sowie dem apr Panasonic Prius GT und dem Subaru BRZ R&D Sport den Ton angeben. Auf den Toyota Prius sollte man ein besonderes Auge werfen. Technische Probleme ausgeklammert, sollten Morio Nitta / Koki Saga auf jeden Fall um die Siege mitkämpfen können, schließlich gewann besagtes Duo den 500km-Lauf am Fuße des Fuji-san. Apropos „Das Finale“: Wie angekündigt wird Tetsuya Yamano am Wochenende sein letztes Rennen für Subaru und aller Voraussicht nach auch in der Super GT bestreiten.

 

Super Formula

Super Formula Fuji 2013 StartWie bereits erwähnt ist der JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 auch das letzte Rennen für den aktuellen Super-Formula-Boliden der Firma Swift Engineering. Vor zwei Wochen krönte sich Naoki Yamamoto in einem spektakulären Finale in Suzuka zum neuen Champion Japans höchster Formel-Serie. Als amtierender Meister wird er natürlich versuchen, den Prestige-reichen Fuji Sprint Cup für sich zu entscheiden. Damit würde er sich in eine Liste namhafter Fahrer einreihen. In den letzten drei Jahren wurde der ebenfalls 100km lange (22 Runden) Sprint von vier unterschiedlichen Piloten gewonnen: André Lotterer, Joao Paulo de Oliveira sowie Takuya Izawa. Zwar triumphierte 2012 André Lotterer, aufgrund eines nicht Regel-konformen Unterbodens wurde der Deutsche jedoch aus der Wertung genommen, wodurch der ursprünglich zweitplatzierte Takuya Izawa aufrückte.

Ähnlich der Sprintrennen der Super GT, sind auch in der Super Formula keine Boxenstopps vorgeschrieben. Aufgrund der kurzen Distanz muss auf Benzinverbrauch sowie Reifenverschleiß nicht sonderlich geachtet werden, gleichzeitig erhält jedoch die Qualifikation eine noch höhere Gewichtung – trotz der vorhandenen Überholmöglichen auf dem Fuji Speedway. Beim Meisterschaftslauf der Super Formula am Fuße des heiligen Berges triumphierte André Lotterer, gefolgt von Kohei Hirate sowie Naoki Yamamoto. Nachdem Lotterer aufgrund des Terminkonflikts mit der WEC in China nicht am Finale in Suzuka teilnehmen konnte, klettert er am Wochenende wieder in das Cockpit seines Tom’s-Boliden. Gleiches gilt für Loic Duval, der vor zwei Wochen noch von Andrea Caldarelli ersetzt wurde. Gemessen der bisherigen Saisonleistung sollten sie zusammen mit Naoki Yamamoto die Favoriten auf den Sieg stellen. Ebenfalls heiße Sieganwärter sind der letztjährige Sieger Takuya Izawa sowie das Impul-Duo Joao Paulo de Oliveira und Tsugio Matsuda. Mit von der Partie ist außerdem erneut Takuma Sato. Wer letztlich auch gewinnen mag: Es ist „Das Finale“ für den SF13 (ursprünglich FN09) genannten Wagen von Swift Engineering, ehe im nächsten Jahr der neue Dallara SF14 eingesetzt wird.

 

Good Smile Legend Cup

Good Smile Legend Cup CarUmso älter, umso besser. Was für einen feinen Wein gilt, zählt auch für die Legenden des japanischen Motorsports. Bereits zum vierten Mal unterwegs, werden die 23 Altherren garantiert auch in diesem Jahr wieder für einiges an Unterhaltung bieten. Für 2013 haben sich die Veranstalter einiges einfallen lassen. Neu ist unter anderem der Name: Ursprünglich Eneos Sustina Legend Cup genannt, fungiert Figuren-Hersteller Good Smile als Titelsponsor, die unter anderem auch in den Einsatz des GSR Hatsunemiku BMW in der Super GT mit einem eigenem Team (in Kooperation mit der Studie AG sowie der Mannschaft von Ukyo Katayama) involviert sind. Eine weitere Neuerung ist die Partnerschaft mit dem Gazoo Racing 86/BRZ Cup. Dahinter verbirgt sich ein kleiner Serienpokal mit Toyota GT86 sowie Subaru BRZ Einheitswagen, der häufig im Rahmenprogramm der Super GT wie auch Super Formula in dieser Saison unterwegs war. Diese Kooperation bedeutet auch, dass die Legenden des japanischen Motorsports (unter anderem Aguri Suzuki, Keiichi Tsuchiya, Takahashi Kunimutsu, Masahiki Kondo, Nobuhide Tachi und noch viele mehr) sich erstmals den Wagen mit den (teils) regulären Starten des Pokals teilen.

Die Entry-Liste und Fahrerzuweisungen haben es in sich: Ukyo Katayama wird sich beispielsweise einen Toyota GT86 mit Nobuteru Taniguchi teilen, der zum Vergnügen – Taniguchi fährt und driftet quasi alles auf vier Reifen – im Markenpokal unterwegs ist. Dazu gesellen sich gleich vier Vater-Sohn-Gespänne bestehend aus Kazuyoshi Hoshino / Kazuki Hoshino, Satoru Nakajima / Kazuki Nakajima sowie Haruhito Yanagida / Masataka Yanagida und Motoharu Kurosawa / Tsubasa Kurosawa. Die Rennlänge beträgt zehn Runden (drei Runden mehr als 2012), wobei der Fahrer einmal gewechselt werden muss. Koichi Iwaki wie auch Masanori Sekiya taten sich zudem mit den beiden Damen Hakko Megumi und Nanami Tsukamoto zusammen.  Aufstehen lohnt sich!

 

TV-Zeiten JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013

An der derzeitigen TV-Situation hat sich wenig überraschend nichts geändert. Wer den großen Jahresabschluss des japanischen Motorsports sehen möchte, muss somit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgreifen. Zudem ist früh aufstehen angesagt: Am Samstag geht der japanische Fernsehsender J Sports 4 um 3:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung, weshalb man aller Voraussicht nach erstmals auch die Qualifikation der Super Formula live übertragen wird. Der Sonntag beginnt hingegen noch früher: Bereits um 3 Uhr deutscher Zeit geht J Sports 4 auf Sendung, passend zum 25 Minuten später erfolgenden Start des Legenden-Rennen. Letztes Jahr fiel der Samstag aufgrund heftiger Regenfälle sprichwörtlich ins Wasser. Dieses Jahr sollte es besser werden: Bei Sonne und kühlen 15-17 Grad. Eine Analyse zum JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 wird es aller Voraussicht nach aufgrund zeitlicher Gründe leider nicht geben. Über die Winterpause verteilt plane ich jedoch mit ein, zwei Artikeln zur Super GT sowie Super Formula.

Im folgendem eine praktische Übersicht, was wann genau zu sehen ist:

Samstag

3:55 Uhr bis 4:20 Uhr – Super Formula (Qualifikation, 25 Minuten)
6:05 Uhr bis 6:50 Uhr – Super GT GT300 (Rennen 1, 22 Runden)
7:35 Uhr bis 8:15 Uhr – Super GT GT500 (Rennen 1, 22 Runden)

Sonntag

3:25 Uhr bis 4:00 Uhr – Good Smile Legend Cup (Rennen, 10 Runden)
4:45 Uhr bis 5:25 Uhr – Super Formula (Rennen,  Runden)
6:05 Uhr bis 6:50 Uhr – Super GT GT300 (Rennen 2, 22 Runden)
7:35 Uhr bis 8:15 Uhr – Super GT GT500 (Rennen 2, 22 Runden)
8:35 Uhr bis 9:10 Uhr – Große Abschlusszeremonie, Kürung Gewinner „Ost gegen West“

Copyright Photos: GT Association, Japan Race Promotion, Gazoo Racing, Hitotsuyama Racing

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November 16 2013

19:29

Super Formula: Yamamoto gewinnt Titel im Suzuka-Thriller

Besser hätte es nicht einmal Hitchcock schreiben können: Das Finale der japanischen Super Formula in Suzuka bot alles an Dramatik, was sich der geneigte Motorsport-Fan nur hätte wünschen können: Regen, viele Zweikämpfe und eine Titelentscheidung, die bis zur letzten Sekunde spannend war. Am Ende gelang Naoki Yamamoto die Sensation: Er gewann die Meisterschaft in Japans höchster Formel-Serie.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto ChampionAnders als bei seinem Suzuka-Triumph in der Super GT im August dieses Jahres flossen Naoki Yamamoto vergangenen Sonntag nicht die Freudentränen unkontrolliert über die Wangen. Mussten sie aber auch nicht, denn auch so war sofort jedem klar, wie sehr er sich über den bislang größten Erfolg seiner noch jungen Karriere freute. Dem erst 25-jährigen Japaner gelang vergangenen Sonntag die Sensation: er ist der neue Super-Formula-Champion. Die Prämisse zum Showdown auf dem legendären Suzuka Circuit war spannend und ungewohnt zugleich: Weil Tabellenführer André Lotterer aufgrund einer Terminüberschneidung mit der WEC in China nicht in Suzuka starten konnte, kämpfte Naoki Yamamoto quasi in einer Art Fernduell gegen den 13 Punkte betragenen Vorsprung des Deutschen.

Hierfür hatte der Rookie des Jahres 2010 gleich zwei Sprintrennen über jeweils 20 sowie 28 Runden Zeit. Den ersten immens wichtigen Schritt ging Yamamoto allerdings bereits am Samstag. In der wichtigen Qualifikation sicherte er sich mit einem neuen Rundenrekord die Pole-Position für beide Läufe, was ihm jeweils einen Bonuspunkt einbrachte. Damit schrumpfte der Vorsprung Lotterers auf elf Zähler. Aufgrund des wie auch bereits in den vergangenen beiden Jahren veränderten Rennformats fürs Finale, wurden die erreichbaren Punkte selbstredend halbiert. Um den Sieg jedoch etwas stärker zu belohnen, gab es für jenen drei Bonuspunkte, womit der jeweilige Sieger ganze acht Zähler erhielt. Die beiden Pole-Positions im Sack musste Naoki Yamamoto in den beiden Läufen somit mindestens einmal gewinnen sowie den dritten Platz erreichen. Und genau dies tat der Mugen-Pilot auch: Im strömenden Regen gewann er Lauf Eins; im packenden Herzschlagfinale des zweiten Laufes erzielte er den Bronzerang. Damit zog er zwar Punktgleich (37 Zähler) mit André Lotterer, gewann gemäß des Reglements jedoch die Meisterschaft.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Team MugenDer Hintergrund: Anders als in europäischen oder amerikanischen Rennserien wie beispielsweise der Formel Eins, IndyCar oder WTCC, zählt in der Super Formula bei Punktgleichstand nicht die Anzahl der errungenen Siege. Dies ist ein Punkt, den ich in meiner Vorschau zunächst unterschlagen hatte, mich im Laufe des Rennwochenendes jedoch wieder erinnerte. Stattdessen zählt in solch einer „Tie-Breaker-Situation“ die höchste Anzahl an errungenen Punkten an einem Rennwochenende. Dies umschließt selbstredend auch den Bonuspunkt für die Pole-Position. Weil das Finale, trotz der Aufteilung in zwei Sprintläufe, in der Akkumulation als ein einziges Rennen zählt (offiziell als Round 7), ist die maximale Punkteausbeutung für einen Fahrer (18 Punkte), im Vergleich zu den anderen Meisterschaftsläufen (maximal 11 Punkte inklusive Bonuspunkt für die Pole-Position), deutlich höher. Im Direktvergleich schlug Naoki Yamamoto mit seinen 13 erzielten Zählern somit André Lotterer, dessen Maximalausbeute vom dritten Saisonrennen auf dem Fuji Speedway lediglich elf Punkte betrug. Entsprechend enttäuscht dürfte der extra aus China angeflogene Lotterer (das WEC-Rennen fand bereits am Samstag statt) gewesen sein, schließlich verlor er bereits 2004 im Tie-Breaker gegen den Nordiren Richard Lyons die Meisterschaft. Damals allerdings noch unter einem anderen RegleSuper Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Celebrationment.

André Lotterer fuhr mit gleich zwei Siegen in Autopolis sowie Fuji eine starke Saison. Konstant schnell und nahezu fehlerlos nagte lediglich die nicht ganz so starke Qualifying-Performance an seinem Gesamtbild. Ein Umstand, der sich durch das komplette Petronas Team Tom’s zog, schließlich musste auch Kazuki Nakajima in den Qualifikationen Federn lassen, was ihm im Sportsland Sugo auch letztlich aus dem Titelkampf eliminierte. Nichtsdestotrotz darf André Lotterer als der „kompletteste“ Fahrer der gesamten Saison bezeichnet werden. Dass es am Ende nicht ganz zum Titel reichte war wohl auch seiner zweimaligen Nichtteilnahme geschuldet. Denn bereits zum Saisonstart musste Ersatzmann (und Super-GT-Pilot an der Seite von Kazuki Nakajima) James Rossiter für den durch sein WEC-Engagement verhinderten Audi-Werksfahrer ins Cockpit steigen. Ähnlich erging es auch Loic Duval, der beide Male von Andrea Caldarelli ersetzt wurde, und mathematisch ebenfalls noch Chancen auf den Titel gehabt hätte. So aber blieb Naoki Yamamoto der einzig verbliebende Fahrer im Titelrennen. 13 Punkte Rückstand, zwei Sprintläufe und viel Drama. Das Super-Formula-Saisonfinale erinnerte an jenes der Formel Eins 2008, und übertraf an Spannung sogar jenes aus dem vergangenen Jahr sowie der Debütsaison der einst Formula Nippon genannten Rennserie im Jahr 1996. Damals eroberte Ralf Schumacher im strömenden Regen am Fuji Speedway die Krone des japanischen Formel-Sports, obwohl er aufgrund eines Unfalls ausfiel. Doch Schumacher behielt Glück im Unglück: Kazuyoshi Hoshino schied in Führung liegend aufgrund eines technischen Defekts aus; Schumachers Teamkollege Naoki Hattori erlaubte sich im Zweikampf einen immensen Fehler – und beendete seine Titelträume im Kies. Ein bisschen Glück hatte Naoki Yamamoto am vergangenen Wochenende ebenfalls. Doch auch dieses gewisse Quäntchen Fortüne zählt bekanntlich zum Sport dazu.

 

Rennen 1

Super Formula Suzuka 2013 Race 1 StartAus der vor dem Rennwochenende ausgesprochenen Wetterprognose von lediglich vereinzelt kleineren Regenschauern zum ersten Sprintrennen, wurde am Samstagabend eine 90%ige Wahrscheinlichkeit auf zumindest einen nassen Lauf. Und pünktlich wie der japanische Eisenbahnverkehr goss es fünf Minuten vor Rennbeginn strömend auf den Suzuka Circuit hinunter. Bei Bedingungen in denen die Formel Eins wohl den Start komplett verzögern würde, verzichtete die Super Formula sogar auf einen etwaigen Safety-Car-Start. Naoki Yamamoto kam am besten vom Fleck und holte einige Meter Vorsprung vor Takashi Kogure heraus, der seinen Teamkollegen Daisuke Nakajima überholte. Dahinter krachte es: Ausgehend einer kleinen Berührung mit Tsugio Matsuda rutschte Yuji Kunimoto auf das Gras an der Innenseite von Kurve Eins. Dort verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und rutschte dabei kollidierend mit Kazuki Nakajima auf die Strecke zurück. Dies löste eine Kettenreaktion im hinteren Feld aus, wo Andrea Caldarelli mit Koudai Tsukakoshi zusammenprallte. Für alle vier Fahrer war das Rennen damit in der ersten Kurve beendet. Da die Streckenposten die Wracks schnell bargen, konnte das Rennen ohne eine Safety-Car-Unterbrechung fortgesetzt werden.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa Ryo Hirakawa

Noch in der ersten Runde fuhr Naoki Yamamoto einen kleinen Vorsprung auf Takashi Kogure heraus, verlor beim Anbremsen auf die letzte Schikane vor Start/Ziel jedoch die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mugen-Pilot verhinderte zwar einen Dreher, musste allerdings Kogure ziehen lassen. Letzterer hatte aber erneut das Pech an seinen Sohlen kleben und steuerte bereits eine Runde später die Box aufgrund eines technischen Defekts an der Benzinversorgung an. Damit war der Weg für Naoki Yamamoto offen. Die Schrecksekunde aus der ersten Runde verdaut legte der junge Japaner ein Mordstempo vor. Mit einer schnellen Runde nach der anderen vergrößerte er seinen Vorsprung auf Daisuke Nakjima sowie Joao Paulo de Oliveira nach zehn Runden auf bereits 7,4 Sekunden. Derweil werkelten die Mechaniker bei Nakajima Racing am Boliden von Takashi Kogure, der im neunten Umlauf nicht nur das Rennen erneut aufnahm, drei Runden später sogar die bis dahin schnellste Runde in den Asphalt brannte. Ohne den technischen Defekt wäre es somit wohl zu einem hitzigen Duell zwischen ihm und Naoki Yamamoto gekommen. Während Yamamoto an der Spitze zur Halbzeit etwas an Fahrt herausnahm, kämpfte sich im Hintergrund dessen Teamkollege Takuma Sato durchs Feld. Etwas unbeobachtet von den Kameras büßte der IndyCar-Pilot am Start gleich mehrere Positionen ein, erkämpfte sich am Ende jedoch einen respektablen neunten Platz.

Super Formula Suzuka 2013 Ryo HirakawaEin wahres Feuerwerk feuerte Rookie Ryo Hirakawa ab. Von Startplatz Elf aus kommend schwamm das junge Talent mit seinem gelben Boliden über den Suzuka Circuit auf den sechsten Rang. Höhepunkt dieser Glanzfahrt dürfte unweigerlich das mehrere Runden andauernde Duell gegen Takuya Izawa gewesen sein. Der Vize-Champ von 2012 griff tief in die Trickkiste, um sich vor Hirakawa zu halten. In der zwölften Runde zog Ryo Hirakawa zwar mit Hilfe des Overtake-Buttons in der Löffelkuve an Izawa vorbei, überschoss jene jedoch. Da allerdings auch Izawa leicht ins Aus rutschte, nutzte Hirakawa die Gelegenheit und beschleunigte den Dandelion-Fahrer neben der Strecke aus. Die Rennleitung hatte nichts zu bemängeln, weshalb Hirakawa die Position behalten durfte. Er setzte sich nicht nur gleich mehrere Sekunden von seinem Kontrahenten ab, in Runde 17 fuhr er mit 1:54.078 zudem die schnellste Zeit des Rennens. Damit unterstrich Ryo Hirakawa erneut sein Talent. Für Takuya Izawa ging es hingegen weiter nach hinten. Profitierend von dem Zweikampf schlossen James Rossiter sowie Hironobu Yasuda auf, die ebenfalls am mit seinem Wagen sowie den Bedingungen kämpfenden Izawa vorbei gingen – am Ende wurde er enttäuschender Zehnter.Super Formula Suzuka 2013 Race 1 Podium

Nach 20 Runden gab es auf dem Podium gleich zwei Premieren zu feiern: Zum einen gewann Naoki Yamamoto sein allererstes Super-Formula-Rennen, zum anderen bejubelte Daisuke Nakajima mit Rang Zwei seine erste Podiumsplatzierung. Der Bronzerang ging an Joao Paulo de Oliveira, der hinterher von einem sehr instabilen Wagen sprach. Bereits vor der Ausfahrt aufs Grid ließ Naoki Yamamoto eine kleine Setup-Änderung vornehmen, die sich rückblickend betrachtend als goldrichtig herausstellte.

November 08 2013

22:48

Super Formula: Vorschau Round 7 Suzuka

Das Saisonfinale der Super Formula ist ein ungewöhnliches Fernduell: Während Tabellenführer André Lotterer für Audi in der WEC in Shanghai antritt, versucht der verbleibende Titelkandidat Naoki Yamamoto, ihm in Suzuka die Meisterschaft streitig zu machen.

Super Formula Suzuka 2013 GridSolch eine Ausgangslage hatte sich der zweifache Le-Mans-Sieger André Lotterer wohl zu Beginn des Jahres nicht ausgerechnet: Obwohl er aufgrund seines Engagements bei Audi in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nicht am Saisonauftakt wie auch am Finale in Suzuka teilnehmen konnte, führt er mit insgesamt 37 Punkten unangefochten die Meisterschaft an. „Für mich heißt es einfach nur, viele Punkte zu sammeln“, erklärte er nach seinem Sieg Anfang Juni in Autopolis. Und dies tat der Duisburger auch: Neben dem Sieg in Kyūshū gewann er auch auf dem Fuji Speedway; in Motegi sowie im Sportsland Sugo eroberte er jeweils den zweiten Rang. Von den Patzern der direkten Konkurrenz profitierend ist Lotterer 2013 somit nicht nur der schnellste Pilot, sondern vor allem auch der konstanteste gewesen.

Zu viele Fehler erlaubten sich seine Rivalen. So gewann der letztjährige Vize-Champion Takuya Izawa zwar den Auftakt in Suzuka, schrieb im weiteren Saisonverlauf allerdings gleich drei Nullrunden – allesamt ausgelöst durch eigene Fehler oder unglückliche Kollisionen wie zuletzt in Sugo mit Takashi Kogure. Nicht besser verlief es für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima, der lediglich in Motegi obsiegte und ansonsten mit zwei Nullrunden sowie einem fünften Platz zum Auftakt und einem schwachen achten Rang am Fuße des Fuji enttäuschte. Es war nicht unbedingt sein Jahr, auch wenn es mit gleich zwei Erfolgen in der Super GT deutlich besser für den ehemaligen Formel-1-Piloten lief. Ähnlich holprig war es für Joao Paulo de Oliveira. Der Champion von 2010 wurde vor der Saison zurecht als heißer Titelkandidat gehandelt, schaffte es in diesem Jahr bislang allerdings noch nicht aufs Podest. Ähnlich Nakajima wurden die Titelhoffnungen des Brasilianers endgültig begraben, als er aufgrund eines glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Unfalls mit Rookie Ryo Hirakawa ausfiel.

Super Formula Sugo 2013 Loic Duval Andre LottererÜberhaupt dürfte das vergangene Rennen im Sportsland Sugo zu einem der besten, wenn nicht sogar zu dem besten in Japans höchster Formel-Serie gekürt werden. Zerfleddert durch vier Safety-Car-Phasen duellierten sich die beiden Audi-Kollegen André Lotterer und Loic Duval, der in diesem Jahr erstmals die 24 Stunden von Le Mans gewann, bis zur letzten Sekunde. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,041 Sekunden – das knappste Finish der Super Formula. Für Duval (Champion 2009) war es der erste Sieg seit 2010, für Team LeMans sogar der Erste seit 2003. Wie auch Lotterer ist der Franzose an diesem Woche im Dienste von Audi in China unterwegs, weshalb er trotz sieben Punkten Rückstand nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen kann. Ersetzt wird er wie schon zum Saisonauftakt vom Italiener Andrea Caldarelli; bei Petronas Tom’s steigt James Rossiter ins Cockpit. Der Brite ersetzte Lotterer bereits zum Saisonstart und ist ansonsten mit Kazuki Nakajima für Petronas Tom’s in der Super GT unterwegs. Rossiters Hauptaufgabe wird es sein, so viele Punkte wie möglich für die Team-Wertung zu ergattern. In dieser führt Petronas Tom’s (51 Punkte) nämlich mit 15 Zählern vor Kygnus Sunoco LeMans (36 Punkte). Entsprechend hoch dürfte demnach auch der Druck auf Ryo Hirakawa und Andrea Caldarelli sein.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die bereits im Frühjahr dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer Acht sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt zu Ehren des 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin und natürlich die schnelle 130R entzücken Fans und Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus

September 28 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 6 Sugo

Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause begibt sich die Super Formula an diesem Wochenende im Sportsland Sugo in ihre vorletzte Saisonstation. André Lotterer kann am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft gewinnen; Takuma Sato steigt in das zweite Cockpit bei Mugen.

Super Formula Sugo 2012 StartDas Unmögliche möglich machen. Vor dem Saisonstart hatte eigentlich keiner so richtig daran geglaubt, dass André Lotterer zwei Rennen vor Saisonschluss der Hauptanwärter auf den Titel sein würde. Selbst Lotterer gab sich zu Beginn des Jahres eher vorsichtig, sprach lediglich davon so viele Punkte wie möglich sammeln zu wollen. Der Hintergrund: Wie auch Loic Duval konnte der deutsche Audi-Werksfahrer aufgrund seines WEC-Engagements nicht am Saisonstart teilnehmen. Da sich auch das Super-Formula-Finale in Suzuka mit dem China-Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft überschneidet, werden sowohl Lotterer wie auch Duval nicht in Suzuka antreten. Weil der Saisonabschluss in diesem Jahr erneut in zwei Sprintrennen aufgeteilt ist, entgehen ihnen somit 18 mögliche Punkte – jeweils 8 für den Rennsieg + jeweils ein weiterer Punkt für die Pole-Positionen.Super Formula Fuji 2013 Andre Lotterer Kazuki Nakajima

Der zweite Titelgewinn für Lotterer nach 2011 (damals noch unter dem Namen Formula Nippon) scheint somit denkbar schwer, gar unmöglich. Gleich zu seinem persönlichen Saisonstart beim zweiten Rennen in Autopolis bewies der Duisburger allerdings erneut seine Klasse, als er neben der Pole-Position auch den Rennsieg einfuhr. Das Unmögliche möglich machen. Dies erscheint nach der Absage des Rennens in Inje (Korea) für den zweifachen Le-Mans-Sieger in noch weitere Ferne gerückt zu sein, schließlich entgingen ihm so etwaige Punkte, mit denen er sich weiter von der direkten Konkurrenz hätte absetzen können. Diese stellte sich im bisherigen Saisonverlauf häufiger selbst das Bein, weshalb zum sowieso sehr konstanten Speed Lotterers auch noch das gewisse Quäntchen Glück hinzukam. Der Deutsche führt in der Meisterschaft derzeit mit 29 Punkten vor Loic Duval (20 Punkte), der aufgrund des Audi-Engagements chancenlos auf den Titel ist. Der erste direkte Konkurrent ist Naoki Yamamoto mit 18 Zählern. Zwar schaffte der Mugen-Pilot bislang noch nicht den Schritt in die Mitte des Podests, beendete dafür aber alle Rennen in den Punkten. Die erste Enttäuschung geschah zuletzt auf dem Twin Ring Motegi, als Yamamoto in eine Kollision mit Takuya Izawa verwickelt war und lediglich einen Zähler mit nach Hause nahm. Letzterer schien nach seinem Sieg beim Auftakt in Suzuka als einer der Hauptanwärter auf den Titel. So wirklich hold wollte das Glück mit dem letztjährigen Vize-Champion allerdings nicht sein. In Autopolis blieb er nach einer Kollision wie auch in Motegi punktlos; in Fuji erreichte er lediglich einen etwas enttäuschenden fünften Rang. Dementsprechend findet sich Izawa nur auf dem sechsten Tabellenplatz (15 Punkte) mit 14 Zählern Rückstand auf Lotterer wieder.

Ebenfalls enttäuschend verlief die bisherige Saison für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima. In Suzuka kam er mit Platz Fünf nicht so wirklich in Schwung. In Autopolis blieb er nach der Kollision mit Takashi Kogure sowie Takuya Izawa punktlos; in Fuji staubte er lediglich ein mageres Pünktchen ab. Erst auf dem Twin Ring Motegi bewies Nakajima seine alten Qualitäten und sicherte sich neben der Pole-Position auch seinen ersten Saisonsieg. Dank dem Pech der direkten Konkurrenz (Ausfall Izawa, Joao Paulo de Oliveira kam nicht in Fahrt, Defekthexe schlug erneut bei Tsugio Matsuda zu) katapultierte dieser Triumph ihn auf den dritten Tabellenrang (16 Punkte), punktgleich mit dem Brasilianer Joao Paulo de Oliveira. Mathematisch gesehen haben noch ganze acht Fahrer eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet darf vor Sugo aber wohl der „Cut“ nach Takuya Izawa, mitunter auch erst nach Tsugio Matsuda (Platz Sieben, 12 Punkte) gemacht werden. Letzterer müsste bei einem möglichen Sieg in Sugo auf das Pech der Anderen hoffen, um sich in eine entsprechende Position für das Saisonfinale zu manövrieren.

Super Formula Suzuka 2013 Takuya IzawaDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737 km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt zwölf Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht in den Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchsvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet. Das Sportsland Sugo lässt sich somit als eine „typisch japanische“ Rennstrecke bezeichnen. Wunderschön in die Natur eingebettet, mit vielen schwungvollen Kurven sowie Steigungen.

Im folgendem eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima mit dem Mugen CR-Z GT aus der GT300-Klasse der Super GT vom letzten Jahr, da es leider kein entsprechendes Super-Formula-On-Board-Material gibt:

Im letzten Jahr reüssierte Takuya Izawa im strömenden Regen vor Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi wechselte zu Beginn des Jahres zurück zu seinem alten Team HP Real Racing, für das er auch in der Super GT antritt. Seine Chancen auf eine Wiederholung des Podiums sind, zumindest im trockenen, deshalb eher gering. Zwar holt Tsukakoshi das Maximum aus dem Wagen heraus. Die Mittel von HP Real Racing sind jedoch deutlich limitierter als jene von Petronas Team Tom’s, Lenovo Team Impul oder Docomo Team Dandelion Racing, weshalb der 26-jährige Japaner maximal um die letzten Punkteränge kämpfen kann. Anders als im vergangenen Jahr soll sich die Region um Sendai laut der aktuellen Wetterberichte an diesem Wochenende für die Jahreszeit ungewöhnlich warm präsentieren. Bei rund 24 Grad besteht lediglich eine geringe Chance auf vereinzelte, isolierte Regenschauer. Dass dies nicht viel zu bedeuten hat, musste unter anderem die Super GT im Juli dieses Jahres erfahren, als sich die Wetterfront zum Rennende schlagartig änderte und füSuper Formula Autopolis 2013 Joao Paulo de Oliveirar ein wenig Chaos auf der Strecke sorgte.

Das Hauptaugenmerk wird selbstredend auf der Zuspitzung des Titelkampfes liegen. Wird André Lotterer das Unmögliche möglich machen und sich zum zweiten Mal vorzeitig die Super-Formula-Krone aufsetzen? Neben einem Sieg (am besten auch noch mit dem Bonuspunkt für Pole-Position) benötigt der Duisburger das entsprechende Quäntchen Glück und Patzer der Konkurrenz. Versimpelt ausgedrückt benötigt Lotterer mindestens 19 Punkte Vorsprung nach dem Rennen in Sugo auf seine Kontrahenten. Dann wäre er trotz Nicht-Teilnahme am Finale in Suzuka uneinholbar. An dieser Stelle könnten nun mehrere Szenarien durchgerechnet werden, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Selbst wenn Lotterer nicht die benötigen 19 Punkte herausfahren würde (bei 18 Punkten könnte es noch zum Punktgleichstand in Suzuka kommen, wodurch der Direktvergleich bei den Anzahl der Siegen, zweiten Plätzen usw. herangezogen würde), müssen die anderen Fahrer auf den entsprechenden Positionen beim Finale ins Ziel kommen. Mit anderen Worten: Trotz der Nicht-Teilnahme in Suzuka kann André Lotterer am 10. November zum neuen Super-Formula-Meister und somit dem ersten Champion unter dem neuen Seriennamen gekürt werden. Ob dies im Sinne der JRP ist, einen Champion zu küren der nicht vor Ort ist, sei mal dahingestellt. Subjektiv gesehen hätte es Lotterer auf jeden Fall verdient, schließlich ist er dieses Jahr der wohl kompletteste und vor allem auch konstanteste Pilot im Feld. Persönlich gesehen hoffe ich, dass die Meisterschaftsentscheidung nach Suzuka vertagt wird, einfach um die entsprechende Spannung beim Saisonfinale zu haben.

Super Formula Sugo 2012 Takuma SatoWeitere mediale Aufmerksamkeit wird Takuma Sato erhalten, der nach seinem Gaststart beim Saisonstart erneut ins zweite Cockpit an der Seite von Naoki Yamamoto bei Mugen klettern wird. Sato gewann dieses Jahr als erster Japaner überhaupt ein Rennen der amerikanischen IndyCar Series beim Prestige-Rennen in Long Beach und feierte just in Sugo letztes Jahr sein Super-Formula-Debüt. Sato wird außerdem am Finale in Suzuka sowie am JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup Mitte November teilnehmen.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nichts geändert, womit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. Der japanische Sender J Sports 3 überträgt ab 7:30 Uhr deutscher Zeit live. Der Start zum 68-Runden-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 8:00 Uhr.

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August 10 2013

19:40

Super Formula: Premierensieg für Nakajima in Motegi

Der Titelverteidiger ist zurück: Am vergangenen Sonntag meldete sich Kazuki Nakajima mit seinem allerersten Sieg auf dem Twin Ring Motegi eindrucksvoll in Meisterschaftskampf zurück. In einem für Motegi typisch statischen, zu Beginn aber sehr wilden Rennen, verdrängte Nakajima seinen Teamkollegen André Lotterer sowie den Franzosen Loic Duval auf die weiteren Podiumsplätze.

Super Formula Motegi 2013 StartDen Grundstein für seinen Erfolg legte Kazuki Nakajma bereits in der Qualifikation am Samstag. Diese wurde, anders als bei den bisherigen Rennen in diesem Jahr, nicht im normalerweise üblichen, dreiteiligen KO-Format ausgetragen. Stattdessen gab es eine einzige, 20-minütige Session mit allen Fahrern. Die acht schnellsten Fahrer qualifizierten sich dabei für das anschließende Einzelzeitfahren. In diesem „Special Stage“ genannten zweiten Teil brannte Kazuki Nakajima mit 1:32.839 eine Fabelzeit in den Asphalt. Da das Überholen aufgrund der Streckencharakteristik des Twin Ring Motegi nur schwer möglich ist, war die erste Pole-Position des Jahres für den Titelverteidiger Gold wert. Loic Duval positionierte seinen gelben Boliden auf dem zweiten Rang. Joao Paulo de Oliveira fuhr die drittschnellste Zeit und ließ damit Yuji Kunimoto sowie André Lotterer auf den Plätzen Vier und Fünf hinter sich.

Für Kunimoto war es nach Fuji (Startplatz Zwei) erneut ein hervorragendes Qualifying. Ähnlich dem Lauf auf dem Fuji Speedway konnte der Cerumo-Pilot im Rennen allerdings nicht ganz den Speed seiner direkten Konkurrenten mitgehen. Am Ende reichte es dennoch für einen für ihn sowie das Team guten sechsten Platz. Aufgrund der wenigen Überholmöglichen war bereits im Vorfeld war klar, dass Kazuki Nakajima das Startduell gegen Duval gewinnen müsse, um seine Chancen auf den Rennsieg zu wahren. Bereits im ersten Freien Training kristallisierte sich nämlich heraus, dass erneut die Top-Favoriten (Lotterer, Duval sowie JP de Oliveira) den Ton angeben würden. In der morgendlichen Trainingseinheit am Sonntag hatten die Fahrer jedoch mit veränderten Streckenbedingungen zu kämpfen. Nakajima verriet im Sieger-Interview nach dem Rennen beispielsweise, dass er mit der Balance seines Wagens überhaupt nicht zufrieden war und einige wichtige Änderungen vorgenommen wurden. Ähnliche Aussagen trafen auch André Lotterer sowie Loic Duval. Joao Paulo de Oliveira hatte hingegen mit anderen Problemen zu kämpfen: Aufgrund eines technischen Defekts musste der Brasilianer relativ früh seinen Impul-Boliden abstellen, womit ihm wertvolle Trainingszeit verloren ging.

Super Formula Motegi 2013Eine wilde Startphase des 52-Runden-Rennens war vorprogrammiert, als pünktlich beim Kommando zum Anlassen der Motoren — angesagt durch den ehemaligen, schwedischen Formel-1-Fahrer Stefan Johansson — sich der Himmel über dem „Zwillingsring“ öffnete und es leicht zu regnen anfing. Da zu diesem Zeitpunkt keine Reifenwechsel auf dem Grid erlaubt waren, konnte kein Team das Risiko eingehen, um eventuell mit Intermediate-Reifen zu starten. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch klar, dass wenn die Regenintensität nicht zunehmen würde, die Strecke bei 32 Grad Asphalttemperatur nur minimal nass und relativ schnell wieder abtrocknen würde. Für die Fahrer bedeutete dies eine wilde wie auch rutschige Anfangsphase auf Slicks – eine Aufgabe die sie bereits im letzten Jahr am Fuji Speedway sowie vor wenigen Monaten in Autopolis bewältigt hatten. Bei solchen Bedingungen glänzen insbesondere André Lotterer sowie Loic Duval heraus. Duval war es beispielsweise, der trotz des Regens beim zweiten Saisonrennen in Autopolis auf Slicks startete und nach wenigen Runden das Feld anführte, weil seine Konkurrenten wieder von den Intermediates auf die Trockenreifen umrüsten mussten.Super Formula Motegi 2013 Andre Lotterer 2

Einen besonders guten Start legte André Lotterer hin. Der Champion von 2011 krallte sich bereits in der ersten Kurve Yuji Kunimoto und legte sich anschließend Joao Paulo de Oliveira sowie Loic Duval zurecht. Letzteren überholte der Duisburger gleich in der dritten Kurve, als Duval aufgrund des Regens leicht ins Rutschen geriet. Die Chance nutzt auch Joao Paulo de Oliveira. Sein Triumph über den Franzosen hielt allerdings nur kurz an, als dieser nach der ersten Unterführung konterte. Dahinter entbrannte ein Zweikampf zwischen dem Meisterschaftsdritten Naoki Yamamoto sowie Takuya Izawa. Yamamoto konnte zwar vor Izawa bleiben, kam allerdngs bei der Anfahrt auf die drittletzte Kurve leicht ins Rutschen, weshalb der Vize-Champion des vergangenen Jahres innen durchschlüpfte. Yamamoto gab allerdings nicht auf und blies direkt bei der Anfahrt auf die vorletzte Kurve zum Angriff, wo es zur Berührung zwischen den Beiden kam. Das Ende vom Lied: Izawa rutschte mit einem verbogenen Heckflügel ins Kiesbett während Naoki Yamamoto trotz Beschädigung weiterfahren konnte. Am Ende reichte es für den Mugen-Fahrer lediglich für den achten und damit letzten Punkterang. Für Takuya Izawa war es nach Autopolis hingegen der zweite, unverschuldete Ausfall in diesem Jahr. Die Kollision zwischen den Beiden kann als Rennunfall abgestempelt werden. Izawa ließ innen eine kleine Lücke offen, in die Yamamoto trotz dass er dahinter war leicht hineinstich. Hinzu kam die nasse Fahrbahn. Für Izawa ist es jedoch besonders ärgerlich. Denn mit dem zweiten „Nuller“ in diesem Jahr rücken seine Meisterschaftsambitionen weiter in die Ferne. Für Yamamoto war es nach dem vierten Platz in Suzuka sowie zwei dritten Plätzen in Autopolis und Fuji das schlechteste Resultat in dieser Saison.

Während vorne André Lotterer den Führenden Kazuki Nakajima jagte, ereignete sich in der vierten Runde im hinteren Feld eine erneute Karambolage. Beim Anbremsen auf die erste Unterführung verlor Koki Saga die Kontrolle über seinen Boliden, wodurch er mit Hironobu Yasuda kollidierte. Ähnlich dem Yamamoto/Izawa-Vorfall konnte Saga trotz Beschädigung weiterfahren, während für Yasuda das Rennen im Kiesbett endete. Auch bei diesem Zwischenfall kann von einem Rennunfall gesprochen werden. Besonders ärgerlich: Saga hatte zu diesem Zeitpunkt ganze sieben Positionen gut gemacht, was für ihn und sein Hinterbänkler-Team zu einem der besten Ergebnisse hätte münden können. Einen weiteren Zwischenfall gab es zwischen dem zweiten Mugen-Piloten Takashi Kobayashi und Kohei Hirate, bei dem sich Hirate im Getümmel der Startphase den Frontflügel leicht beschädigte und anschließend im zwölften Umlauf letztlich austauschen ließ.

Super Formula Motegi 2013 Ryo HirakawaAn der Spitze jagte Lotterer hingegen weiterhin seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima. Der Deutsche schien mit den feuchten Streckenbedingungen deutlich besser zurechtzukommen, während Nakajima sichtliche Mühen hatte, den Abstand nicht unter eine Sekunde fallen zu lassen. Loic Duval befand sich direkt hinter den beiden Tom’s-Fahrzeugen, während Joao Paulo de Oliveira relativ früh bereits nicht den Speed der Top-3 gehen und diese dementsprechend ziehen lassen musste. So schnell der wenige Regen auch kam, so schnell verschwand er auch wieder. Ab der zehnten Runde war die Strecke zudem komplett abgetrocknet, wodurch sich Nakajima erstmals etwas von Lotterer absetzte. Eine ausgezeichnete Anfangsphase legte Rookie Ryo Hirakawa hin. Der letztjährige japanische Formel-3-Meister war nach seinem 13. Startplatz in der Qualifikation sichtlich enttäuscht, katapultierte sich in den ersten Runden aber bereits auf die siebte Position. Auf dieser sollte er das Rennen dann auch letztlich beenden. Damit bestätigte Hirakawa sein bisher bestes Saisonergebnis (ebenfalls Rang Sieben in Autopolis). Gleichzeitig bedeutet dies, dass er, abgesehen von Fuji, bei bisher jedem Rennen in dieser Saison punkten konnte. Das große Talent des 19-jährigen Japaners scheint auch im Ausland bereits Anklang gefunden zu haben. IndyCar-Teambesitzer Dale Coyne bestätigte vor kurzem, dass es Pläne gäbe, Hirakawa einen IndyCar-Test am 21. August in Sonoma zu ermöglichen. Tatsächlich könnte Hirakawa sogar schon eine Woche später, am 25. August, sein USA-Renndebüt auf der kalifornischen Rennstrecke geben. Eigentlich war an jenem Wochenende das Super-Formula-Rennen in Inje, Südkorea geplant. Da dieses aber bekanntlich abgesagt wurde (

August 03 2013

11:00

Super Formula: Vorschau Round 4 Motegi

An diesem Wochenende findet der vierte Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Twin Ring Motegi statt. Die letzte Woche verkündete Absage des Auslandsrennens in Inje, Korea, lässt das Renngeschehen allerdings ein wenig in den Hintergrund rücken. Ich habe in den letzten Tagen intensiv Recherche betrieben, um die möglichen Gründe hierfür zu erörtern.

Super Formula Motegi 2012 StartEs lässt sich aus der Pressemitteilung der Japan Race Promotion (JRP), den Verantwortlichen für die Super Formula, herauslesen, dass die Absage des sich seit 2011 in Planung befindlichen Auslandsrennens auf der neuen Strecke in Inje, Südkorea, schwer fiel. Ursprünglich als fünfter Meisterschaftslauf am 25. August geplant, flog das Rennen nur knapp einen Monat vor der Durchführung aus dem Kalender. In der Pressemitteilung erklärt die JRP, dass die Durchführung des Events aufgrund mehrerer organisatorischer Änderungen sehr schwer geworden wäre. Der erst letzte Woche getätigte organisatorische Wandel sorgte letztlich für den Wunsch seitens des Inje Speedium, das Rennen abzusagen. Ein Wunsch, den die JRP in Betracht aller Beteiligten, Fans und Sponsoren schweren Herzens annahm. Ich habe in den letzten Tagen intensiv Recherche betrieben, um die möglichen Gründe für diese Absage zu finden sowie diese zu erörtern. Mit dem Thema allein könnte man mehrere Artikel füllen, weshalb ich mich im folgendem, um nicht den Rahmen zu sprengen, auf das Wesentliche konzentriere.

Einer der Hauptgründe ist das große Durcheinander sowie Interessenkonflikt zwischen dem koreanischen Automobilverband KAA, dem Inje Speedium (nebst dessen Interessenvertretern wie unter anderem der Korea Research Foundation, KRF) und den Organisatoren des koreanischen Formel-1-Grand-Prix und somit auch den Betreibern der GP-Strecke in Yeongnam. Letztere vertreten die Meinung, dass der Betrieb von zwei Strecken mit internationalen Rennveranstaltungen eine horrende Kostenverschwendung sei. Die Angst, die sich wohl hinter dieser Aussage versteckt, ist aller Wahrscheinlichkeit mit dem etwaigen Verlust des Formel-1-Rennens verbunden. Würde sich die „Königsklasse“ aus Yeongnam entfernen, würde dies den Interessenwert der Strecke am internationalen Markt senken. Wobei man sich hierbei selbstredend die Frage stellen darf, ob der Kurs fernab der städtischen Zivilisation in irgendeiner „Sumpfgegend“ in der „irgendwann“ eine kleine Stadt mitsamt Hochhäusern entstehen sollte, jemals irgendeinen Stellenwert im internationalen Motorsport hatte. Die Super GT wollte dieses Jahr Anfang Mai ein Einladungsrennen in Yeongnam austragen, das aufgrund von Unstimmigkeiten mit den koreanischen Organisatoren ebenfalls kurzfristig abgesagt wurde. Auf der Pressekonferenz am vergangenen Sonntag im Sportsland Sugo hat Masaaki Bandoh (Chairman der GTA) allerdings verkündet, 2014 ein Rennen in Südkorea (sowie eines in Thailand) auszutragen. Der Standort stehe allerdings noch nicht fest und soll zu einem späteren Zeitpunkt benannt werden. Selbstredend wirft dies natürlich die Möglichkeit eines Gastspiels auf dem nicht nur fahrerisch interessanteren, sondern auch von der Infrastruktur besser liegenden Kurs in Inje auf.

Innerhalb dieses InteressenkonSuper Formula Fuji 2013 Joao Paulo de Oliveiraflikts wird den Verantwortlichen des Inje Speedium kein anständiges Marketing sowie Management vorgeworfen. Erkennbar ist dies an der Fehlkalkulation mit der Buchung des koreanischen Multitalents und Idols Jang Keun-suk, der als Marketinginstrument für die Eröffnung der Strecke beim Rennen der japanischen Super Taikyu Series fungierte. Der Schauspieler, Sänger und Model bekam für sein Konzert im Rahmen des Events sowie weiteren PR-Aktivitäten eine Milliarde Won (rund 670.000 Euro). Eine Investition, die sich nicht auszahlte. Obwohl keine offiziellen Zahlen veröffentlicht wurden, lässt sich an den Bildern und Aufnahmen erkennen, dass die Besucher am ersten Rennwochenende des Inje Speedium per Handschlag begrüßt werden konnten. Man wirft dem Management respektive Marketing des Inje Speedium daher Unwirtschaftlichkeit vor; es sei sprichwörtlich Geld aus dem Fenster geworfen worden. Dadurch erhärtete sich nicht nur die Anspannung zwischen den Verantwortlichen, sondern warf das Inje Speedium zusätzlich in ein wirtschaftliches Problem.

Ein weiteres Problem stellt die Baustelle rund um die Anlage dar. Zwar ist der eigentliche Kurs fertiggestellt, der Anlage fehlt es aber noch an der nötigen Infrastruktur. Das moderne Hotel für private sowie geschäftliche Gäste ist beispielsweise noch nicht komplett fertiggestellt. Reservierungen sind momentan etwa nur telefonisch möglich. Zudem besteht noch kein Netz für die TV-Kameras und somit TV-Übertragungen, wodurch das Super-Formula-Rennen nicht hätte ins japanische Fernsehen übertragen werden können. Des Weiteren benötigt die Strecke die noch immer zugesagte „Grade 2“-Lizenz der FIA. Diese wird mindestens benötigt, um ein Rennen der Super Formula auszutragen. Zwar wurde diese Lizenz der JPR bereits im Vorfeld „praktisch“ zugesagt, die entsprechende Genehmigung respektive die Unterzeichnung seitens der FIA sowie des koreanischen Automobilverbandes stehen jedoch weiterhin noch aus.Super Formula Fuji 2013 Kazuki Nakajima Kohei Hirate

Man kann den Betreibern des Inje Speedium sowie der JRP nicht vorwerfen, die Planungen für das Rennen überstürzt vorgenommen zu haben. Wie bereits eingangs erwähnt, befanden sich beide Parteien seit 2011 in vielen Gesprächen. Bei Präsentationen, unter anderem auf der “Osaka Auto Messe”, bewarben die Koreaner das Rennen in Japan. Zusätzlich erwarb das Strecken-eigene Rennteam ein FN09-Chassis, um mit einem koreanischen Fahrer beim Heimspiel einen Gastauftritt in Japans wichtigster und höchster Formel-Serien zu geben. Freilich lediglich als PR-Stunt. Denn die „gecasteten“ Fahrer hatten allesamt keine Formel-Erfahrung (beim „Casting“ saßen sie erstmals in einem Formel-3-Wagen) und wären in dem nochmals schnelleren Super-Formula-Boliden absolut chancenlos gewesen. Nach außen hin wirkte das Rennen somit als sicher. Tatsächlich gab es intern aber bereits vor der Eröffnung mitsamt dem Gastspiel der Super Taikyu viele organisatorische Wandlungen. Japanische Insider berichten, dass die JRP einen starken „Systemwechsel“ mit der Umbenennung der Strecke von Inje Autopia in Inje Speedium verzeichnete.

Der von Alan Wilson (u.a. Barber Motorsports Park, USA) entworfene und schön in die Natur eingebettete Kurs besitzt ein hübsches wie auch flüssiges Layout mitsamt einiger Höhenunterschiede. Es wäre schade, wenn der Kurs so kurz nach seiner Eröffnung zur Geisterstrecke im internationalen Motorsport mutieren würde. Es bleibt somit zu hoffen, dass die angesprochenen Konflikte beseitigt werden können. Ob es die Super Formula im kommenden Jahr allerdings noch mal in Inje probieren wird, ist fraglich. In der Pressemitteilung erklärte die JRP lediglich, dass die Austragung zukünftiger, internationaler Rennen erst diskutiert werden muss. Nicht vergessen darf man dabei aber, dass es das feste Ziel der Serie war, nach dem Namenswechsel von Formula Nippon in Super Formula im asiatischen Raum zu expandieren. Für dieses Jahr ist Japans höchste Formelserie jedoch in einer Zwickmühle. Denn nach der Absage des Korea-Rennens finden heuer lediglich sechs der sieben geplanten Meisterschaftsläufe statt. Ob es ein kurzfristiges Ersatzrennen geben wird, hielt die JRP in ihrer Pressemitteilung ebenfalls offen. Für den Lauf in Inje wurde der zweite Termin am Twin Ring Motegi in diesem Jahr gestrichen. Und an just diesem Ort trägt die Super Formula am Sonntag ihr viertes Saisonrennen aus. Eventuell verkündet die JRP dann auch die Entscheidung über ein mögliches, kurzfristig eingeschobenes Ersatzrennen. Ein Blick auf den Terminkalender des Twin Ring Motegi offenbart jedenfalls, dass die Strecke am Wochenende des 25. August zumindest frei wäre.

Super Formula Motegi 2012Weltweit ist der Twin Ring Motegi eine einzigartige Rennstrecke, da er anders als die Strecken in den USA einen separaten Oval- sowie Straßenkurs enthält, ohne dabei Kompromisse bei der Streckenführung einzugehen. Gebaut wurde der gesamte Komplex 1997 von Honda, mit dem Ziel, die CART nach Japan zu holen und das eigene Wissen im Bereich des amerikanischen Open-Wheel-Sports zu erweitern. Trotz der zwei „Zwillingsstrecken“ ist es allerdings nicht möglich, gleichzeitig zwei Rennen auszutragen, da sich der 4,8 km lange Straßenkurs die Boxengasse wie auch Haupttribüne mit dem 2,493 km langen Super Speedway teilt. Zusätzlich werden beide Kurse jeweils in anderer Richtung gefahren. Neben der CART und später der IndyCar fuhr 1998 auch der NASCAR Sprint Cup (damals noch Winston Cup) ein Einladungsrennen auf dem Oval. Das Coca-Cola 500 gewann damals Mike Skinner für Richard Childress Racing. In die NASCAR-Geschichte ging das Rennen allerdings aufgrund der Tatsache ein, dass es zum einen das erste (und einzige) Oval-Rennen der NASCAR in Japan war und zum anderen, weil Dale Earnhardt sowie sein Sohn Dale Earnhardt jr. das erste Mal zusammen in einem Rennen fuhren. Dass letzte Oval-Rennen der IndyCar fand 2010 statt. Beim Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurde der Super Speedway leider sehr stark beschädigt. Da die IndyCar bereits davor beschlossen hatte, nach 2011 aus wirtschaftlichen Gründen vorerst keine Rennen mehr im Land der aufgehenden Sonne auszutragen, beschloss der Streckenbetreiber, das Oval nicht zu reparieren. Das letzte IndyCar-Rennen fand deshalb erstmals auf dem Straßenkurs statt, welches Scott Dixon für Chip Ganassi Racing gewann. In Europa ist der Kurs insbesondere durch den dort seit 2004 jährlich ausgetragenen Japan Grand Prix der MotoGP bekannt.

Der Straßenkurs des Twin Ring Motegi fällt für japanische Verhältnisse aufgrund seines flachen Höhenprofils eher untypisch aus. Zudem besitzt die Strecke mit ihren 14 Kurven einen Stop-and-Go-Charakter mit lediglich einer leichten Erhöhung in der Haarnadelkurve. Interessant ist die Tatsache, dass der Straßenkurs zwei Unterführungen besitzt, mit der ersten auf der kleinen Geraden zwischen Kurve 4 und 5. An dieser Stelle verlassen die Fahrer quasi unter Turn 3 des Ovals den inneren Teil der Anlage; auf der Geraden nach Kurve 11 (zwischen Turn 1 und 2 des Ovals) gelangen sie durch die zweite Unterführung – das Ganze wirkt wie die Unterführung nach der Degner vor der Haarnadel in Suzuka – wieder in den inneren Teil hinein. Dies ist nur aufgrund der Einzigartigkeit der kompletten Anlage möglich und stellt somit gleichzeitig die Besonderheit der Strecke dar.

Aus Mangel an Super-Formula-Onboard-Material im folgendem eine Onboard-Runde mit Ryo Michigami im Rockstar Dome NSX (Super GT) aus dem Jahr 2009:

Unglücklicherweise sorgt aber genau diese Einzigartigkeit der Strecke für einige Probleme für die Zuschauer vor Ort. Zum einen sitzen sie beispielsweise auf der Haupttribüne zu weit von der Start- und Zielgeraden entfernt, zudem blockiert das Oval die Sicht auf einige Kurven der Strecke, weshalb viele größere Monitore zum Verfolgen des Geschehens benötigt werden. Abseits der Haupttribünen sind die Sitze auf wenige Stellen im inneren Teil des Ovals und an der Gegengeraden des Straßenkurses limitiert. Zu allem Übel besitzt die Strecke keine besonders gute Infrastruktur. Motegi (Tochigi-Präfektur) selbst ist mit lediglich 16.403 Einwohnern (Stand 2005) und einer Gesamtfläche von 172,71km² eine relativ kleine Stadt. Zwar ist die Strecke mit dem Auto nur rund 6 km von der Innenstadt entfernt, dennoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Hotel direkt an der Strecke, quasi inexistent. Des Weiteren besitzt die Strecke lediglich zwei zweispurige Straßenzufahrten, was bei Großveranstaltungen für regelmäßige Verkehrsstaus sorgt. Die Anfahrt mit dem Zug gestaltet sich ebenfalls schwierig, weil die zwei großen regionalen Zuggesellschaften JR East und Tobu Railway den Bahnhof in Motegi nicht direkt anfahren. Pläne für eine Schnelltrasse für den Shinkansen gibt es ebenfalls nicht.

Super Formula Autopolis 2013 Naoki YamamotoAuch an diesem Wochenende jagt das Super-Formula-Feld erneut André Lotterer. Der Duisburger gewann die beiden letzten Rennen in Autopolis und Fuji und führt trotz der Nicht-Teilnahme beim Saisonstart in Suzuka die Meisterschaft mit 21 Punkten an. Grund hierfür ist unter anderem das schlechte Abschneiden der direkten Meisterschaftskonkurrenten. Suzuka-Sieger Takuya Izawa sah in Autopolis wegen eines von Kazuki Nakajima ausgelösten Unfalls nicht die Zielflagge. In Fuji wurde der letztjährige Vizemeister zudem nur Fünfter. Dementsprechend verlor Izawa (15 Punkte) auch den zweiten Rang in der Tabelle an Naoki Yamamoto, dessen Formkurve seit Saisonstart mit einem vierten und zwei dritten Plätzen weiter nach oben zeigt. Mit 17 Zählern ist der Mugen-Fahrer somit der derzeit ärgste Verfolger von Lotterer. Letzterer sicherte sich beim letzten Rennen mit dem dritten Sieg in Folge auf dem Fuji Speedway den Hattrick. Schlechtes Omen für die Konkurrenz: Auch auf dem Twin Ring Motegi ist der Deutsche verdammt flink unterwegs. Im letzten Jahr triumphierte Lotterer dort bereits zum vierten Mal. Lotterer und Motegi, das passt einfach. Schließlich klettere er just an diesem Ort 2004 das allererste Mal auf die Mitte des Podiums in der damals noch JGTC genannten Super GT.

Lotterers ärgster Konkurrent könnte am Wochenende Joao Paulo de Oliveira werden. Der Brasilianer vergab seine sehr guten Siegchancen in Fuji aufgrund eines Frühstartes mitsamt darauffolgender Durchfahrsstrafe, manövrierte seinen Impul-Boliden aber in einer absolut sehenswerten Aufholjagd noch auf den sechsten Platz. Im vergangenen Jahr duellierte sich JP de Oliveira mit Lotterer bis in die letzte Runde, den Zweikampf entschied der Deutsche letztlich mit 0,6 Sekunden Vorsprung für sich. Beim zweiten Motegi-Auftritt im Sommer hatte der Brasilianer hingegen die Nase vorn. Der Sieg brachte ihn damals zurück in den Meisterschaftskampf. Ein ähnliches Ergebnis muss der Brasilianer auch am Sonntag erzielen, wenn er am Ende des Jahres im Titelkampf noch ein Wörtchen mitreden möchte. Aufgrund seines suboptimalen Saisonstarts liegt Joao Paulo de Oliveira mit 11 Punkten derzeit nur auf dem sechsten Gesamtrang. Ähnliches gilt auch für Kazuki Nakajima. Nach drei katastrophalen Saisonrennen (Fünfter in Suzuka, Ausfall in Autopolis, Achter in Fuji) befindet sich der Titelverteidiger aus dem Hause Petronas Tom’s mit fünf mageren Pünktchen nur auf dem neunten Rang. Ein Sieg ist für den Japaner deshalb absolute Pflicht.

Super Formula Fuji 2013 Koudai Tsukakoshi Ryo Hirakawa Hideki MutohEin weiterer Favorit auf den Rennsieg am Sonntag ist Loic Duval. Der Franzose gewann dank einer sehr gewagten Strategie fast das durch Nebel kurz vor Schluss abgebrochene Rennen. Auf dem Fuji Speedway war der diesjährige Sieger der 24 Stunden von Le Mans ebenfalls auf Siegeskurs, erhielt aufgrund einer Unachtsamkeit einer seiner Mechaniker beim Boxenstopp allerdings eine Durchfahrtsstrafe, die ihn auf den vierten Platz zurückwarf. In der Hektik beim Reifenwechsel hatte der Mechaniker nicht wie von den Regeln gefordert den gewechselten Reifen flach auf den Boden gelegt, sondern ihn beim Hinlegen zu stark auf den Boden geworfen, wodurch er wieder vom Boden absprang. Duvals derzeitige Leistung ist jedoch mit jener aus seinem Meisterschaftsjahr 2009 zu vergleichen. Ausgebremst wurde der Franzose in den letzten beiden Rennen (in Suzuka nahm wie er Lotterer aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht teil) lediglich durch Pech. In der Tabelle liegt Duval mit 14 Zählern derzeit auf dem vierten Rang. Wie auch André Lotterer wird Loic Duval beim letzten Saisonlauf in Suzuka (bestehend aus zwei Sprintrennen) aufgrund eines WEC-Rennens jedoch fehlen, weshalb es für ihn dieses Jahr lediglich um mögliche Rennsiege und Punkte für das Team geht. Lotterer könnte mit seiner aktuellen Dominanz (und Pech der Konkurrenz) hingegen das Unmögliche doch noch möglich machen. Die Chancen hierfür sind allerdings sehr gering, denn Lotterer würde hierfür mindestens 16 Punkte Vorsprung nach dem vorletzten Rennen im Sportsland Sugo benötigen. Sollte es keinen Ersatz für das abgesagte Korea-Rennen geben, schwinden diese geringen Chancen sogar noch mehr.

Kein gutes Rennen in Fuji erlebte Ryo Hirakawa. Mit Position 11 erreichte der talentierte Rookie  erstmals nicht in die Punkteränge in diesem Jahr. Pech hatten hingegen Tsugio Matsuda sowie Takashi Kogure. Letzterer war in den Startunfall zwischen Koki Saga und Richard Bradley verwickelt, weshalb er mit seinem ondulierten Boliden lediglich den 14. Platz erreichte. Kogure startete stark in die Saison, wurde danach aber vom Pech verfolgt. Ähnliches gilt für Tsugio Matsuda, dessen sehr gewagte Strategie beim vergangenen Rennen nicht aufging. Die durch den Startunfall ausgelöste Safety-Car-Phase nutzte Matsuda zum vorzeitigen Reifenwechsel sowie Nachfüllen des Tankinhalts. Nachdem das restliche Feld nach Rennhalbzeit zum Service abbog, fand sich der Champion von 2007 und 2008 in der Führung wieder. Mit stark abgefahrenen Reifen sowie dem Versuch so viel Benzin wie nur möglich zu sparen, musste er jedoch Lotterer passieren lassen. Drei Runden vor Schluss ging ihm komfortable auf Position Zwei liegend dann letztlich doch noch das Benzin aus. Tsugio Matsuda ist alledings auch in Motegi ein weiterer Kandidat auf die Top-Positionen.

Super Formula Motegi 2011 Takuya IzawaEin wichtiger Schlüsselfaktor wird die Qualifikation am Samstag sein. Das Überholen ist auf dem Twin Ring Motegi nur schwer möglich, weshalb eine gute Startposition ausschlaggebend ist. Anders als bei den bisherigen Saisonläufen wird das Qualifying aber nicht im dreiteiligen KO-Format ausgetragen. Stattdessen gibt es eine einzige, 20-minütige Session mit allen Fahrern. Die acht schnellsten Fahrer qualifizieren sich dabei für das anschließende Einzelzeitfahren, Special Stage genannt. Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad (gefühlt eher 33 bis 35 dank der Schwüle) beträgt die Regenwahrscheinlichkeit lediglich 20%.

TV-Zeiten Motegi

An der derzeitigen TV-Situation hat sich wenig überraschend nichts geändert. Wer das Rennen außerhalb Japans sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgreifen. J Sports 3 geht um 7:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung. Der Start zum 52-Runden-Rennen erfolgt um 8:15 Uhr.

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July 13 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 3 Fuji

Die Regenzeit ist vorbei und der schwüle Hochsommer hat Japan fest im Griff. Mensch und Maschine werden somit beim dritten Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Fuji Speedway gefordert werden. Bereits im Vorfeld hat der erste Shakedown des neuen SF14-Boliden für kommendes Jahr für Aufsehen gesorgt.

Super Formula Fuji 2011 Kazuki NakajimaDer japanische Hochsommer ist schwül, erstickend, erdrückend und einfach nur heiß. Temperaturen um die 30-39 Grad sind Alltag. So heiß und unerträglich es manchmal aber auch sein mag, der japanische Sommer bringt auch viele schöne Bilder. Beispielsweise die gern gesehenen Feuerwerke, oder aber die vielen größeren sowie kleineren Sommerfeste in den Städten, zu denen so manche Japanerin auch gerne einen modischen Yukata anzieht. Es hilft bei der Ablenkung und gleichzeitigen Abkühlung von der Hitze. Für die Räumlichkeiten, etwa bei der Arbeit oder gar zu Hause, zählt eine Klimaanlage aber noch immer zu den wichtigsten Überlebensutensilien des japanischen Sommers. Diese fehlt den Piloten der Super Formula selbstredend, wenn auch die Frischluftzufuhr bei einem Monoposti ohne dem fehlenden Dach immerhin ein bisschen gewährleistet ist.

Über 30 Grad waren es auch am MittSuper Formula SF14 Fuji Shakedownwoch, als die Super Formula erstmals den neuen Wagen von Dallara für nächstes Jahr vorstellte. Jeweils ein Modell des SF14 mit Toyota und Honda Motoren standen zum Premieren-Shakedown bereit. Die Ehre der beiden ersten Testfahrer erhielten der letztjährige Champion Kazuki Nakajima (Toyota) sowie Vizemeister Takuya Izawa (Honda). Der Shakedown war für die Fans öffentlich zugänglich, weshalb sich ein paar auf der Haupttribüne des Fuji Speedway versammelten, um die ersten Runden von Nakajima und Izawa im neuen SF14 zu bewundern. Der erste Eindruck war durchaus positiv, auch wenn sich beide erst an das Fahrverhalten des neuen Boliden gewöhnen mussten. Grund hierfür sind vor allem die neuen 2,0l 4-Zylinder Reihen-Turbo-Motoren, die ab der kommenden Saison zum Einsatz kommen werden. Das Beschleunigungsverhalten sei laut Takuya Izawa beispielsweise komplett anderes. Ganz frei von Problemen war der Shakedown nicht: Am Mittwochvormittag konnte zunächst nur Nakajima die ersten Runden drehen, bei denen er zweimal aufgrund von Elektronik- und Getriebeproblemen stehenblieb. Die ersten Kinderkrankheiten wurden allerdings zum Nachmittag hin ausgebessert, wodurch beide Fahrer genügend Runden abspulten. Zwar spielen Zeiten bei einem Shakedown keine große Rolle, dennoch bestätigte Kazuki Nakajima am Donnerstag mit 1:24.778 (Top-Speed 304.397 km/h), dass der neue Bolide von Dallara schneller als das Vorgängermodell von Swift Engineering ist. Zum Vergleich: 2012 fuhr Nakajima in Fuji im Qualifying mit 1:25.907 die schnellste Rundenzeit.

Es war der Wunsch der JRP (Japan Race Promotion) an Dallara, den Wagen flinker und schneller zu machen. Hierfür wurde unter anderem das Gewicht um ganze 60kg auf 650kg reduziert. Auffallend sind der aggressive Heckflügel sowie die kleine Finne. Interessantes Detail am Rande: Tsugio Matsuda, der die Testfahren am Donnerstag besucht hatte, fiel auf, dass ein paar Runden ohne den oberen Flap des Heckflügels getätigt wurden. Der SF14 besitzt eine Gesamtlänge von 5268mm sowie eine Breite von 1900mm respektive eine Höhe von 950mm. Der Radstand beträgt 3165mm. Die Bremsen sind wie auch beim aktuellen Wagen aus Carbon; das Getriebe ist ein 6-Gang-Schaltwhippen-System von Ricardo und Zytek. Der Motor für das eigens von Toyota und Honda entwickelte System-E, ein KERS-ähnliches Hybrid-System, welches in der Zukunft unter anderem den derzeitigen Overtake-Button ersetzen soll, beim Shakedown aber noch nicht montiert war, wird im übrigen ebenfalls von Zytek entwickelt. Auch 2014 werden die Einheitsreifen von Bridgestone verwendet werden. Dallara entwickelte den Wagen entsprechend der FIA-Sicherheitsrichtlinien aus dem Jahr 2010. Wie bereits erwähnt werden ab dem kommenden Jahr 2,0l 4-Zylinder Turbo-Reihen-Motoren von Toyota und Honda in der Super Formula zum Einsatz kommen. Dies entspricht dem gleichen Motorenreglement, welches auch die Super GT ab 2014 nutzen wird. Die Aggregate besitzen eine Direkteinspritzung und liefern eine Leistung von 550 PS und 2000cc. Das Gesamtgewicht beträgt 85kg. Offizielles Videomaterial gibt es seitens der JRP leider noch nicht. Die japanischen Kollegen von AutoSport Web haben jedoch ein kleines Video in der Boxengasse aufgenommen, in dem man auch einen ersten Eindruck vom Sound der neuen Turbo-Aggregate erhält.

Wie bereits häufiger erwähnt, ist der aktuelle Super-Formula-Bolide der nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübscheste Formel-Wagen. Einen Schönheitspreis wird der SF14 von Dallara sicherlich nicht bekommen. Hässlich ist das neue „Baby“ der Super Formula allerdings auch nicht geworden. Bereits während der Konzeptphase hatte Dallara ihre Erfahrungen in der GP2, Formel 3 oder IndyCar nicht verschwiegen. Entsprechend ist das Resultat: Eine Mischung aus GP2 sowie des derzeitigen Super-Formula-Wagens von Swift Engineering. So Einzigartig wie der FN09 ist der SF14 gewiss nicht. Doch das ist wohl auch das Einzige, was ich persönlich an Dallaras Kreation zu kritisieren habe. Sollte der Wagen allerdings das halten, was die Italiener versprechen, dann sind dies Kritikpunkte, mit denen ich mehr als gut leben kann. Um alle etwaigen Kinderkrankheiten und dergleichen zu beseitigen, wird die JRP und Dallara den Wagen in den kommenden Monaten weiterhin ausführlich testen. Die Termine hierfür sind: Twin Ring Motegi (31.07-01.08.13), Suzuka Circuit (11.09-12.09.13), Sportsland Sugo (30.09-01.10.13), Suzuka Circuit (07.11-08.11.13). Über Neuigkeiten von den Testfahrten werde ich selbstverständlich in den entsprechenden Artikeln berichten.

Bei all dem Wirbel um den neuen Wagen darf natürlich nicht vergessen werden, dass an diesem Wochenende der dritte Saisonlauf am Fuße des Fuji stattfindet. Wer meine Berichterstattung über die beiden wichtigsten und größten japanischen Rennserien Super GT sowie Super Formula verfolgt, dürfte mit der direkt am bekanntesten Wahrzeichen Nippons gelegenen Haus- und Teststrecke von Totoyta vertraut sein. Dennoch die an dieser Stelle obligatorische Streckenvorstellung.

Super Formula Fuji 2012 Loic DuvalDer Fuji Speedway ist durch die Formel 1 in den 70er Jahren, insbesondere aber durch die beiden Grand Prix in den Jahren 2007 und 2008, bekannt. Der Kurs wurde extra für die Rückkehr der Königsklasse von Herman Tielke umgebaut und an die Sicherheitsstandards angepasst. Im Gegensatz zu anderen Strecken, hat er die Strecke mit der längsten Geraden (1,5km) im kompletten Super-Formula-Kalender aber nicht „vertielkt“, wenn auch die Abstinenz einiger Kiesbetten sowie die nahezu fast vollständige Eliminierung des „Bankings“ in einigen Bereichen der Strecke sehr bedauerlich ist. Der Kurs selbst liegt in der Shizuoka-Präfektur, nahe des kleinen Städtchens Oyama und nicht weit von der Großstadt Fuji-chi (übersetzt einfach nur Fuji oder Fuji City) direkt am Fuße des Fuji-san, sprich man hat nicht nur von der Rennstrecke einen malerischen Blick auf das bekannteste Naturwahrzeichen des Landes. Doch wie artikuliert man eigentlich denn Ort des Geschehens? Ich habe im letzten Jahr, auch im Rahmen der WEC, auf einer deutschen Sportwagen-Seite häufiger vom Rennen „in Oyama […]“ gelesen. Dass kann verwirren, wie ich anhand von einigen Kommentaren sah, die sich verwundert darüber äußerten, lediglich Okayama zu kennen. Fährt man denn nun in Fuji, oder in Oyama? Oyama als Austragungsort respektive Austragungsstadt zu wählen ist irreführend, auch wenn das kleine Städtchen nur wenige Autominuten vom Fuji Speedway entfernt liegt. In Japan selbst spricht man lediglich vom Rennen „in Fuji“, was letztlich wohl auch die richtige Wortwahl ist. Oyama ist relativ unbekannt, weshalb von denen in der Umgebung liegenden Städten die Großstadt Fuji-shi, von der man ebenfalls einen wunderschönen Blick auf den Fuji-san hat, am ehesten nennt. Oyama selbst taucht bei einem Blick in die Wikipedia sowie in die Postanschrift des Fuji Speedway auf. Die Japaner lieben es zudem, Wörter abzukürzen, oder neue Komposita als Abkürzung zweier Wörter zu bilden. Der Fuji selbst gilt bei den Japanern als heiliger Ort. Und weil der Kurs direkt am Fuße dieses heiligen Ortes liegt, wird entweder vom Rennen auf dem Fuji Speedway, oder in der Abkürzung vom Rennen in Fuji gesprochen. Denn letztlich betrachtet man den Kurs als Teil eines Ganzen, als Teil von Fuji. Als Teil von Stadt (Fuji-shi), Land (Fuji-san, der heilige Berg, der gleichzeitig auch ein Vulkan ist, aber auch als Teil der über den Ortschaften stehenden Shizuoka-Präfektur) sowie Fluss (Fujikawa, der Fluss von der Präfektur Yamanashi bis nach Shizuoka fließt). Kompliziert? Vielleicht. Unnötig in der Erklärung? Bleibt jedem selbst überlassen. Wikipedia-Recherche/-Forschung/-Wissen ist halt schneller…

Die Strecke hat nach der Neueröffnung im Jahr 2005 eine Gesamtlänge von 4.563 km und insgesamt 16 Kurven. Nicht alle dieser Kurven tragen hingegen einen Namen. Nicht nur aufgrund der langen Start- und Zielgeraden, auf der Spitzengeschwindigkeiten von rund 300 km/h erreicht werden, gilt der Kurs als flink. Die Strecke beinhaltet zum Ende hin auch einige mittelschnelle und langsame Kurven. Die Super Formula fährt die auch von der Super GT genutzten Variante, sprich mit der S-Kurve nach der Dunlop-Kurve. Aufgrund fehelendem Super-Formula-Onboard-Material Im folgendem eine Onboard-Runde aus der Super GT mit André Lotterer aus dem Jahr 2009:

Die Höchstgeschwindigkeit ist einer der Schlüssel zum Erfolg in Fuji. Den Toyota-Aggregaten wird deshalb ein kleiner Vorteil gegenüber den Honda-Motoren nachgesagt. Tatsächlich waren seit 2010  lediglich Toyota-Maschinen siegreich. Der Dominator der letzten Jahre war dabei André Lotterer, der nach seinen Siegen in 2011 sowie 2012 in diesem Jahr nach dem Hattrick greift. Die Chancen des Duisburgers stehen gut. Seine gute Form bewies er unter anderem beim letzten Lauf in Autopolis Anfang Juni, als er bei schwierigen Bedingungen den mit einer besseren Strategie unterwegs gewesenen Loic Duval überrumpelte und sich nach der Pole-Position so auch den Rennsieg sicherte. Lotterers Stärke war deshalb überraschend, da er, wie auch Duval, den Saisonstart in Suzuka aufgrund des Audi-Engagements in der WEC auslassen musste. Im letzten Jahr war Lotterer zudem beim nicht zur Meisterschaft gehörenden JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup siegreich, wurde am Ende aber nachträglich aufgrund eines zu schmalen Unterbodens disqualifiziert. Den Sieg erbte damals Takuya Izawa, der auch den Auftakt zur diesjährigen Saison in Suzuka gewann.

Super Formula Suzuka 2013 Tsugio Matsuda 2In Autopolis lief es für den Dandelion-Fahrer hingegen nicht sonderlich gut. Mit den schwierigen halbnassen sowie nebeligen Bedingungen kämpfend, fand sein Rennen ein frühes Ende, als Titelverteidiger Kazuki Nakajima in einem etwas unüberlegten Manöver nicht nur ihn, sondern in einer Kettenreaktion auch sich selbst sowie unter anderem Takashi Kogure aus dem Rennen nahm. Der Unfall hatte einen direkten Einfluss auf die Meisterschaft, denn sowohl der zu diesem Zeitpunkt Tabellen-führende Takuya Izawa sowie der dritte der Meisterschaft, Takashi Kogure, gingen in Autopolis leer aus. Dadurch entstand das Kuriosum, dass derzeit Tsugio Matsuda (12 Punkte) mit seinem zweiten Platz in Suzuka sowie einem fünften Rang in Autopolis die Meisterschaft anführt. Einen Punkt dahinter befindet sich nach dem perfekten Autopolis-Wochenende bereits André Lotterer. Der Deutsche dürfte allerdings nur sehr unwahrscheinliche Chancen auf den Titel haben. Denn neben dem verpassten Saisonstart wird er, wie auch Loic Duval, den Saisonabschluss in Suzuka aufgrund ihres WEC-Engagements auslassen müssen. Da das Finale wie auch im letzten Jahr bekanntlich aus zwei Sprintrennen besteht, gehen beiden somit viele wertvolle Meisterschaftspunkte verloren. Punktgleich mit Lotterer auf Rang 3 und 4 befindet sich derzeit Takuya Izawa und Naoki Yamamoto. Letzterer ist mit dem vierten Platz in Suzuka sowie dem Bronzerang in Autopolis deutlich besser als noch letztes Jahr in die Saison gestartet. Einen etwas suboptimalen Saisonstart hatten hingegen Joao Paulo de Oliveira (Position 6 mit 6 Punkten) sowie Kazuki Nakajima (Platz 8 mit 3 Punkten). Insbesondere Nakjima hat einen Sieg auf dem Fuji Speedway bitter nötig, um nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Sollte der ehemalige Formel-1-Pilot zu seiner alten Form zurückfinden, zählt er zusammen mit seinem Teamkollegen Lotterer, mit er sich im letzten Jahr auf Slick-Reifen ein sehenswertes und stets faires Duell auf dem halb-nassen, halb-trockenen Fuji Speedway lieferte, sowie Joao Paulo de Oliviera, Tsugio Matsuda, Takuya Izawa und Loic Duval zu den Hauptfavoriten auf den Sieg am Sonntag. Letzterer gewann auf Toyotas Haus- und Teststrecke übrigens zuletzt im Jahr 2009.Super Formula Fuji 2012 Yuji Kunimoto

Zu den schwarzen Schafen gehört unter anderem Takashi Kogure. Dem Nakajima-Racing-Piloten wäre ohne die technischen Probleme beim Saisonauftakt in Suzuka fast die Sensation geglückt, weshalb auf ihn ein besonderes Auge geworfen werden muss. Kogure wirkt in diesem Jahr wie ausgewechselt, weshalb er trotz des Nullers in Autopolis nach wie vor zu den Geheimfavoriten auf den Titel zählt. Für zumindest einen Podestplatz dürfte auch Naoki Yamamoto gut sein, der das Momentum aus dem vierten Platz aus Suzuka sowie dem dritten Rang in Autopolis nach Fuji mitnimmt. Ebenfalls im Auge behalten muss man Ryo Hirakawa. Der von den japanischen Medien schon als neues Supertalent gefeierte Rookie beendete die ersten beiden Rennen auf dem achten respektive siebten Platz. Er fiel nicht nur bei den offiziellen Testfahrten zu Beginn des Jahres positiv auf, sondern pilotiert auch jenen Wagen, mit dem Kazuya Oshima im vergangenen Jahr in Fuji Dritter wurde. Mit Mischbedingungen wie 2012 ist in diesem Jahr bei über sehr schwülen 32 Grad Außentemperatur hingegen nicht zu rechnen – laut aktueller Wetterprognose gibt es nur sehr minimale Chancen auf vereinzelte, kleinere Regenschauer. Insgesamt 55 Runden (250.965km) stehen auf dem Programm.

TV-Zeiten Fuji

An der aktuellen TV-Situation hat sich selbstredend nichts verändert. Wer das Rennen sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet zurückgreifen. J Sports 3 überträgt am Sonntagmorgen ab 7 Uhr deutscher Zeit live. Der Rennstart erfolgt bereits 15 Minuten später um 7:15 Uhr.

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April 13 2013

19:00

Super Formula Saisonvorschau 2013

Die Formula Nippon heißt ab diesem Jahr Super Formula. Der Namenswechsel liegt der neuen Strategie zugrunde, in Asien zu expandieren. Der Saisonstart erfolgt dieses Wochenende in Suzuka. Oft kopiert, in der Qualität aber unerreicht, wird der Racingblog auch diesem Jahr wieder ausführlich über Japans wichtigste und höchste Formel-Serie berichten.

Super Formula Round 0 Suzuka 2013 Start 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Böse Zungen könnten behaupten, dass durch den Namenswechsel von Formula Nippon auf Super Formula Raider nun einfach Twix heißen würde. Betrachtet man auch lediglich dieses Jahr, so könnte man dieser Aussage auch fast schon zustimmen. Allerdings eben auch nur fast. Denn hinter dem neuen Namen steckt die komplett neue Strategie der Serie. Ähnlich der Super GT möchte die JRP (Japan Race Promotion) mit ihrer Formel-Serie auf dem asiatischen Markt expandieren. Hierfür benötigt man nicht nur einen etwas „neutraleren“ Namen, sondern als FIA-sanktionierte Serie auch den Segen des Motorsport-Weltverbandes. Und genauer dieser untersagt, dass eine nationale Rennserie als solche ein Championat austrägt, wenn sie in mehr als zwei Ländern unterwegs ist. Durch die Expandierung erhofft man sich, einen ähnlichen Stellenwert wie die Formel 1 oder IndyCar in Asien zu erhalten.

Vom ursprünglich kompletten Namen „All-Japan Championship Formula Nippon“ taufte man sich somit in „Japanese Championship Super Formula“ um. Manch europäischem Motorsport-Fan mag sicherlich eine gewisse Namensähnlichkeit zur Superleague Formula auffallen, tatsächlich ist der Name allerdings an die Super GT, die populärste Rennserie in Japan angelehnt. Auch diese nannte sich 2005 aus genau den gleichen Gründen in den heute bekannten Namen um. Mit dem Namenswechsel endet die Ära der Formula Nippon, die 1996 als komplett neue Rennserie und Nachfolgeserie der japanischen Formel 3000 (Japanese Formula 3000) gegründet wurde . Die Vergangenheit der Rennserie geht selbstredend viel weiter, bis ins Jahr 1973, zurück, als Motoharu Kurosawa erster All-Japan-Formula-2000-Meister wurde. Jene Statistiken aus der Vergangenheit werden inoffiziell miteingerechnet, offiziell beschränkt sich die JRP hingegen auf die Ergebnisse seit 1996. Würde man beispielsweise den Rekordmeister aller Jahre bestimmen wollen, so müsste man, unter Einberechnung der kompletten Vergangenheit, die japanische Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino nennen. Der heutige Impul-Teamchef gewann, abgesehen vom Formula-Nippon-Zeitalter, unter jedem Reglement insgesamt sieben Meisterschaften (1975, 1977, 1978, 1987, 1990, 1993). An zweiter Stelle müsste eine weitere Legende genannt werden: Satoru Nakajima war insgesamt fünfmal erfolgreich (1981, 1982, 1984, 1985, 1986). Dem Vater von Kazuki und Daisuke Nakajima gelang zudem als einziger drei Titel hintereinander zu gewinnen. Beschränkt man sich hingegen lediglich auf das Zeitalter der Formula Nippon, sprich ab 1996, so würde die Wahl des Rekord-Champions auf Satoshi Motoyama fallen, der insgesamt viermal siegreich war (1998, 2001, 2003, 2005). Das Kunststück mehrere Titel hintereinander zu gewinnen gelang in dieser Zeit hingegen lediglich Tsugio Matsuda (2007 und 2008).

Super Formula Logo 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Wie dem letztlich auch sei: Vom Wechsel von Formula Nippon auf Super Formula handelt es sich lediglich um einen Namenswechsel und nicht um eine komplette neue, respektive Nachfolgerserie! Das Ganze ist schon fast mit der der Namensänderung der Indy Racing League auf IndyCar Series zu vergleichen. Letzter Champion unter dem alten Namen wurde Kazuki Nakajima. Der Tom’s-Fahrer sicherte sich in seinem erst zweiten Jahr in der Serie in einem packenden wie auch unglaublich spannenden Finale den Titel. Der Sieger am Ende dieses Jahres darf sich hingegen nicht nur erster Super-Formula-Meister nennen, sondern auch der letzte Champion mit dem alten Wagen sein. Im nächsten Jahr wird die Super Formula nämlich den neuen Einheitswagen von Dallara einsetzen.

Die Wahl auf den italienischen Hersteller, der unter anderem auch die Chassis für die IZOD IndyCar Series und GP2 baut, wurde im letzten Jahr kurz vor dem Saisonfinale in Suzuka bekanntgegeben. Wie das japanische Magazin Auto Sport allerdings berichtete, fiel die Wahl des neuen Herstellers zunächst allerdings nicht auf die Italiener, sondern die JMIA (Japan Motor-Racing Industry Association), die unter anderem das Chassis für die Japanese Formula 4 herstellen. Nach Angaben des Magazins hat sich die JRP zunächst für die JMIA entschieden, da diese ein gutes Konzept, sogar ohne Anzahlung für die Entwicklungskosten, auf den Tisch legten. Ein sehr kritischer Kommentar, insbesondere gegenüber der Zukunft und Expandierungspläne der JRP, von Minoru Hayashi (Chairman der JMIA) im Juni 2012  auf der Webseite der JMIA, hat allerdings wiederum viele Mitglieder, die zuvor noch die JMIA unterstützen, verärgert. Zusammen mit den Team-Besitzern entschloss sich die JRP auf einer nicht-öffentlich zugänglichen Konferenz dann letztlich für Dallara. Super Formula Saisonvorschau 2013

Am 25. März 2013 präsentierte die Japan Race Promotion auf einer Pressekonferenz dann endlich die ersten Bilder des neuen Boliden. Auffallend ist, dass sich Dallara stark den Monoposti aus der Formel 1 oder GP2 orientiert. So besitzt der SF14 beispielsweise eine leicht gekrümmte Nase. Des Weiteren ist die Heckfinne auffallend, aber auch der aggressive Heckflügel. Zu gefallen wissen auch die geschwungenen Seitenkästen. Bereits im Vorfeld gab Dallara bekannt, dass man das Know-How aus den anderen Rennserien auf das klare Konzept der JRP übertragen möchte. Das Ergebnis wirkt, im Gegensatz zum FN09 – dem nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübschesten Formel-Wagen) von Swift Engineering (auch bekannt als Swift 017.n) nicht mehr ganz so einzigartig, aber dennoch hübsch. Genaue technische Details wollten Dallara und die JRP noch nicht verraten, außer das der Wagen 650kg schwer sein wird. Mit diesen sollte aber zum Shakedown des Wagens im Sommer zu rechnen sein. Nach den ersten Proberunden von Kazuki Nakajima und Takuya Izawa im Simulator in Italien soll der Wagen schneller als der aktuelle FN09 sein. Nakajima lobte zudem die Ansprechbarkeit des Boliden, dass er, zumindest im Simulator, sofort das Feedback spürte und seine Rundenzeiten systematisch verbessern konnte. Er könne es jedenfalls kaum noch erwarten, bis er endlich im fertigen Wagen sitzen kann.

 Super Formula Saisonvorschau 2013Durch die höhere Geschwindigkeit wird die Super Formula noch näher an den Speed der aktuellen Formel 1 heran. Zum Vergleich: 2012 betrug die 107%-Regel in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan 1:38.471 Minuten. Im gleichen Jahr stellte die Formula Nippon in Suzuka einen neuen, Serien-internen Rundenrekord von 1:38.700 auf, der in diesem Jahr aufgrund neuer Einheitsreifen von Bridgestone von gleich sieben Fahrern in der Qualifikation gebrochen werden konnte. Den neuen Rundenrekord stellte Takuya Izawa mit einer 1:38.217 auf. Dadurch unterstreicht die Super Formula erneut, keine Nachwuchsserie, sondern etwas komplett Eigenständiges wie beispielsweise die IZOD IndyCar Series zu sein! Beim Motorenreglement wird die Super Formula erneut Hand in Hand mit der Super GT gehen. Die Aggregate von Toyota und Honda werden 2,0-Liter 4-Zylinder Turbo-Reihemotoren sein und insgesamt 550 PS sowie 700Nm-Drehmoment besitzen. 50 weitere PS werden durch das KERS-ähnliche „System E“ möglich sein, an dem Toyota und Honda seit einigen Jahren entwickeln. System E soll das derzeitige, fünfmal für jeweils fünf Sekunden aktivierbare Boost-System des aktuellen Wagens ersetzen.

All dies ist selbstredend Zukunftsmusik, von der wir in diesem Jahr aber sicherlich, spätestens zum Shakedown des neuen Wagens im Sommer, häufiger berichten werden.

 

Änderungen und der Rennkalender 2013

Eine große Änderung in diesem Jahr betrifft die Vereinheitlichung des Qualifikationssystems. 2012 wurde je nach Rennen zwischen einer Kombination aus regulärer Qualifikation sowie einem anschließenden Einzelzeitfahren der besten zehn Fahrer sowie  dem aus der Formel 1 bekannten Knock-Out-Format gewechselt. In diesem Jahr wird hingegen das Knock-Out-Format bei allen Rennen zum Einsatz kommen. Nach dem ersten, 20-minütigen Qualifikationssegment scheiden die Platzierungen von 15 bis 19 aus. Für das dritte Qualifikationssegment qualifizieren sich hingegen die acht besten Fahrer aus Q2. Beide Segmente sind jeweils sieben Minuten lang. Eine weitere Änderung betrifft den neuen Einheitsreifen von Bridgestone. Der japanische Hersteller hat für dieses Jahr eine neue Reifenmischung entwickelt, die mehr Grip besitzt und folglich schnellere Rundenzeiten zulässt. Die Folge: Bereits zur Qualifikation zum Saisonstart in Suzuka unterboten sieben Fahrer den erstSuper Formula 2013 Kazuki Nakajima 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013 im letzten Jahr aufgestellten Rundenrekord von 1:38.700. Am schnellsten auf den neuen Pneus war Takuya Izawa, der wie bereits erwähnt eine 1:38.217 auf den Asphalt brannte. Über die Lebensdauer der neuen Reifen steht hingegen noch ein großes Fragezeichen. Laut Angaben von Bridgestone sollen die Pneus nicht schneller als im letzten Jahr abbauen. Letztlich wird man aber wohl die ersten zwei Rennen abwarten müssen, um dies beurteilen zu können. Die Fahrer sind jedenfalls vom Grip-Gewinn begeistert.

Der diesjährige Rennkalender bietet ein ähnliches Bild wie im letzten Jahr. Passend zur neuen Strategie der Serie wird die Super Formula 2013 allerdings ihr Debüt in Südkorea feiern. Anders als die Super GT geht es allerdings nicht auf den Korea International Circuit in Yeongnam, sondern auf den komplett neuen Autopia Circuit in Inje. Die Veranstalter unterschrieben mit der JRP einen mehrjährigen Vertrag, welcher das Rennen zum festen Bestandteil des zukünftigen Super-Formula-Kalender werden lässt. Ziel der Veranstalter ist es, den Motorsport und dabei insbesondere Formel-Sport in Korea bekannter und populärer zu machen. Nach der Formel 1 wäre die Super Formula somit die zweite große Formel-Serie im Land. Für die Super Formula ist es nicht das erste Auslandsrennen: Bereits 2004 trug man einen Lauf auf dem Sepang Circuit in Malaysia aus. Damals gewann André Lotterer vor Naoki Hattori und Juichi Wakisaka.

Der Saisonstart erfolgt traditionell an diesem Wochenende in Suzuka. Anschließend begibt sich die Super Formula leider in eine fast zweimonatige Pause, wohl auch bedingt durch Terminkollisionen mit der Super GT. Erst am 2. Juni geht es in Autopolis (Kyushu) weiter. Es folgen der Fuji Speedway, der Twin Ring Motegi, der Autopia Circuit in Inje (Korea), ehe es am Ende der Saison ins Sportsland Sugo sowie zum erneuten Finale in Suzuka geht. Den großen, nicht zur Meisterschaft-gehörenden Saisonabschluss mit der Super GT wird beim JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup vom 15. bis 17. November auf dem Fuji Speedway zelebriert. Abgesehen von beiden Läufen in Suzuka beträgt die Renndistanz jeweils 250km. Zum Saisonstart wird man hingegen ganze 300km (oder 296,157km, wenn man es wirklich genau nimmt), sprich 51 Runden absolvieren – nur zwei Runden weniger als die Formel 1! Zum Saisonabschluss setzt man hingegen wieder auf das aus dem letzten Jahr bekannte „Zwei-Sprintrennen-Format“ über 20 respektive 28 Runden. Insbesondere das zweite Sprintrennen bot einiges an Spannung, da die Meisterschaftsführung mehrmals zwischen den fünf verbliebenen Titelkontrahenten wechselte.

Der Kalender für 2013:

13.04-14.04:   Suzuka Circuit
01.06-02.06:   Autopolis
13.07-14.07    Fuji Speedway
03.08-04.08:   Twin Ring Motegi
24.08-25.08:   Inje (Korea)
28.09-29.09:   Sportsland Sugo
09.11-10.11:   Suzuka Circuit
15.11-17.11:   JAF Grand Prix Fuji Speedway (gehört nicht zur Meisterschaft)

 

Teams und Fahrer 2013

 

Petronas Team Tom’s (Toyota)
#1 Kazuki Nakajima
#2 André Lotterer
#2* James Rossiter (ersetzt Lotterer beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2012 Kazuki Nakajima 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr konnte sich in einem packenden wie auch spannenden Saisonfinale Kazuki Nakajima den Titel sichern. So überlegen wie sein Teamkollege André Lotterer im Jahr 2011 war der Ex-Williams-F1-Pilot hingegen nicht: 2011 gewann Lotterer sechs von sieben Läufen. Ausgerechnet das Rennen in Autopolis gewann letztlich Nakajima, weil Lotterer aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht daran teilnehmen konnte. Von dieser Überlegenheit war 2012 nichts mehr zu spüren. Zwar war Nakajima beim Saisonauftakt in Suzuka siegreich. Es sollte allerdings bis zum allerletzten Lauf dauern, bis er sich erneut auf die Mitte des Podests stellen konnte. Grund hierfür war die schwindende Dominanz von Tom’s sowie die deutlich gestärkte Konkurrenz in Form von Tsukakoshi, Izawa sowie Joao Paulo de Oliveira. Lotterer selbst gewann im letzten Jahr immerhin zwei Läufe (Motegi im Frühjahr sowie Fuji), schrieb dafür aber auch zwei Nuller. Zwar gelang es Tom’s am Ende den Fahrermeister zu Stellen, die Team-Wertung musste man hingegen Docomo Team Dandelion Racing überlassen. Grund hierfür waren neben Fahrfehlern auch einige kleinere, technische Defekte. Auch die diesjährige Saison sollte für Petronas Team Tom’s nicht einfach werden: Bei beiden Testfahrten in Suzuka sowie auf dem Fuji Speedway bewegte man sich lediglich im Mittelfeld. Selbstredend gilt Kazuki Nakajima dennoch als heißer Titelanwärter. Sein Teamkollege André Lotterer sollte hingegen keine allzu realistischen Chancen auf den Titel haben. Aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi wird der Duisburger sowohl beim Saisonstart wie auch beim Saisonfinale in Suzuka fehlen. Es ist dennoch erfreulich, dass der 2-fache Le-Mans-Sieger doch noch eine weitere Saison in seiner Wahlheimat Japan fahren wird, nachdem er sich Ende letzten Jahres darüber noch nicht ganz sicher war. Lotterers große Fanbase im Land der aufgehenden Sonne wird sich darüber freuen. Bei beiden Suzuka-Rennen wird Lotterer vom 29-jährigen Briten James Rossiter ersetzt, der bereits Testfahrten für Force India in der Formel 1 absolvierte und Teamkollege von Kazuki Nakajima bei Tom’s in der Super GT ist.

 

Kondo Racing (Toyota)
#3 Hironobu Yasuda

Super Formula 2012 Hironobu Yasuda 2 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Team-Besitzer Masahiko Kondo (von mir auch gerne als „der Mann mit der besten Frisur im Fahrerlager” genannt) ist eine Art Multitalent. Der in Japan bekannte Sänger, Schauspieler und Komponist ging mit seinem Team erstmals im Jahr 2000 an den Start. Es sollte ganze acht Jahre dauern, bis Joao Paulo de Oliveria Masahiko Kondo in Fuji den bis dato einzigen Sieg des Teams spendierte. Mit insgesamt 44 Punkten in der Team-Wertung schob sich Kondo Racing 2008 vor namenhafte Mannschaften wie Impul. Kondo Racing ist ein stark antizipiertes Team, dessen Durchbruch seit der Saison 2008 vorausgesagt wird, nach dem Weggang von de Oliveira zu Impul aber dieser Erwartungshaltung etwas zurückblieb. Im letzten Jahr verpflichtete man den Rookie Hironobu Yasuda, der sich in Serien wie der japanischen Formel 3 bereits einen Namen machte und seit 2010 auch für Kondo Racing in der Super GT unterwegs ist. In diesem Jahr ist dort sein Teamkollege übrigens Michael Krumm. Yasuda blieb im letzten Jahr punktlos. Sein bestes Resultat war ein neunter Platz in Motegi sowie zum Saisonfinale in Suzuka, womit er nur knapp Meisterschaftspunkte verpasste. Während der Testfahrten in Suzuka machte der 29-jährige Japaner eine solide Figur.

 

Kygnus Sunoco Team LeMans (Toyota)

#7 Ryo Hirakawa
#8 Loic Duval
#8* Andrea Caldarelli (ersetzt Duval beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2013 Ryo Hirakawa 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr traten Team LeMans sowie deren Schwester-Team Kygnus Sonoco aufgrund vertraglicher Probleme noch getrennt an. In diesem Jahr ist das Team endlich vereint, was der Koordination sowie der Stärkung der Mannschaft sicherlich zu Gute kommen sollte. Nach einem Jahr Pause feierte im letzten Jahr der Champion von 2009, Loic Duval, seine Comeback bei Kygnus Sunoco. Bedingt durch seine Fähigkeiten sowie seinem Wissen gelang es dem Franzosen, genau die richtige und auch von mir prophezeite Entwicklungsarbeit zu leisten. Das Ergebnis: Ein dritter Platz in Autoplis sowie der zweite Rang beim Finale in Suzuka. Die Saison beendete Duval mit 25 Zählern auf Rang 6. Die Früchte dieser Aufbauarbeit sollte der Franzose auch in diesem Jahr ernten können. Wie auch Lotterer sind seine Meisterschaftschancen aber eher unrealistisch, denn auch er wird beim Auftakt sowie Finale aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi fehlen. Bei diesen zwei Rennen wird er deshalb vom Italiener Andrea Caldarelli ersetzt, der relativ erfolglos und ohne Punkte 2011 bei Kondo Racing fuhr. Caldrelli ist außerdem für KeePer Tom’s in der Super GT unterwegs. Die komplette Medienaufmerksamkeit wird hingegen der von den japanischen Medien schon als neuer Superstar gefeierte Ryo Hirakawa bekommen. Der erst 19-jährige Japaner ist nicht nur der jüngste Starter im Feld, sondern blickt auch auf eine sehr erfolgreiche, vergangene Saison zurück. Hirakawa gewann neben der japanischen Formel 3 auch den Porsche Carrera Cup Japan und sicherte sich den Vizetitel in der Formula Challenge Japan. Gleich bei seinem ersten Einsatz während der Testfahrten in Suzuka machte der in Hiroshima geborene Japaner mit Gesamtrang 2 auf sich aufmerksam, weshalb ich Podiumsplätze in seiner Rookie-Saison für nicht unwahrscheinlich halte. Hirakawa ersetzt Kazuya Oshima, der im letzten Jahr fast das Rennen auf dem Fuji Speedway gewann.

 

HP Real Racing (Honda)

#10 Koudai Tsukakoshi
#11 Yuhki Nakayama

Super Formula 2013 Koudai Tsukakoshi 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013HP Real Racing ist ebenfalls ein sehr junges Team. 2007 ging man erstmals mit Teams in der Super GT sowie der japanischen Formel 3 an den Start, ehe man 2009 zusammen mit der Einführung des FN09 auch in der Formula Nippon mit Koudai Tsukakoshi am Steuer startete. Die Ergebnisse waren für ein neues Team solide, 2011 war hingegen ein Katastrophenjahr. Nachdem Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing abgeworben wurde, pokerte HP Real Racing mit dem jungen Talent Takashi Kobayashi, der 2010 die Japanese Formula 3 mit sechs Siegen gewann. Kobayashi blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück und wurde mit null Meisterschaftspunkten noch mitten in der Saison durch Hideki Mutoh ersetzt, der allerdings ebenfalls keine Punkte für das Team einfahren konnte. Tuskakoshis Super-GT-Teamkollegen Toshihiro Kaneishi gelangen im letzten Jahr zwei Meisterschaftszähler. In diesem Jahr kehrt Koudai Tsukakoshi hingegen wieder zu seinem alten Team zurück. Der Vizemeister vom letzten Jahr bringt nicht nur neue Erfahrung sowie gewonnenes Wissen von Docomo Team Dandelion Racing, sondern auch eine ordentliche Ladung Motivation mit. Tsukakoshi gelang in Autopolis letztes Jahr sein erster Karrieresieg in Japans höchster Formel-Serie; am Ende fehlten lediglich drei Zähler zum Titelgewinn. Beachten muss man allerdings, dass HP Real Racing nicht Docomo Team Dandelion Racing ist, weshalb Top-5-Resultate für 26-jährigen Japaner machbar, aber nicht einfach werden. Persönlich kann ich den Wechsel von Tsukakoshi nicht ganz nachvollziehen. Allerdings ist er für Real Racing an der Seite von Toshihiro Kaneishi auch in der Super GT unterwegs, was das Ganze zumindest etwas sinniger erscheinen lässt. In diesem Jahr wird HP Real Racing zudem erstmals dauerhaft einen zweiten Wagen einsetzen. Yuhki Nakayama sammelte bereites bei zwei Gastspielen in Fuji sowie Motegi im letzten Jahr erste Erfahrungen im Team sowie mit dem Boliden.

 

Team Mugen (Honda)
#15* Takuma Sato (nur ausgewählte Rennen)
#15* Takashi Kobayashi (nur ausgewählte Rennen)
#16 Naoki Yamamoto

Super Formula 2013 Takuma Sato 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Mugen ist Honda-Fans ein Begriff. Tatsächlich gehört das seit 2010 in der Super Formula befindliche Team, bis auf den Namen und die Nähe zur Honda-Familie aber nicht Mugen selbst, wohl auch weil es den Namen Mugen in seiner ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Nach einem Steuerskandal im Jahr 2003 ging Mugen Konkurs und trägt seit 2004 den Namen M-Tec. Im Debütjahr ging das damalige Team Motul Mugen mit Yuji Ide an den Start, der allerdings nur einen Punkt erzielte. 2011 Jahr warb man den Nakajima-Racing-Fahrer Naoki Yamamoto ab, der auch gleich in der ersten Qualfikation des Jahres in Suzuka mit einer Fabelzeit die Pole Position einstrich, im Rennen allerdings leer ausging. Der zweite Höhepunkt war Yamamotos fünfter Platz in Autopolis; das Jahr beendete man mit lediglich fünf Punkten auf dem Konto. Im letzten Jahr lief es für Yamamoto etwas schlechter: Zwar überzeugte er bei den Testfahrten in Suzuka, konnte am Ende der Saison allerdings nur zwei siebte Plätze in Suzuka sowie Motegi vorweisen. Insbesondere an seiner Konstanz muss Yamamoto arbeiten. Besonders erfreulich für die japanischen Fans: Auch in diesem Jahr wird Takuma Sato vereinzelte Gastspiele in der Super Formula geben, das erste gleich zum Saisonstart in Suzuka. Bereits im letzten Jahr nahm der IndyCar-Fahrer an den letzten beiden Rennen sowie beim JAF Grand Prix teil und kam nach eigener Aussage von Rennen zu Rennen immer besser mit dem Auto zurecht. Dass diesjährigen Einladungsrennen, offiziell als Round 0 bezeichnet, im Rahmen des Suzuka Fan Appreciation Day, gewann Sato nach Abbruch, nachdem sechs Fahrzeuge sich ausgangs der 130R verkeilten und eine Massenkarambolage auslösten. An wie vielen Rennen Sato in diesem Jahr letztlich teilnehmen wird ist noch nicht bekannt. Vergleicht man die Termine mit dem IndyCar-Kalender, wären Einsätze beim Finale in Suzuka sowie dem JAF Grand Prix möglich. Eine Terminüberschneidung zum Rennen im Sportsland Sugo gibt es zwar nicht, zu diesem Zeitpunkt befindet sich die IndyCar-Saison in den USA allerdings im Endspurt. Über die möglichen Einsätze von Takashi Kobayashi, der den zweiten Honda CR-Z von ARTA in der GT300 der Super GT pilotiert, hat sich Team Mugen hingegen noch nicht geäußert.

 

KCMG (Toyota)
#18 Richard Bradley

Super Formula 2012 KCMG 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013KCMG ist das einzige Team der Super Formula, welches nicht seinen Sitz in Japan, sondern in Hong Kong hat. 2008 zum Zweck der Teilnahme an verschiedenen, asiatischen Motorsportserien gegründet, fand KCMG den Weg in die damals noch Formula Nippon genannte Serie. Katsuyaka Hiranaka, erfahrener Formula-Nippon-Fahrer, erzielt für das Team allerdings lediglich zwei siebte Plätze in Autopolis und Motegi. Als  2011 der Schweizer Alexandre Imperatori Hiranaka ersetzt, dieser aber lediglich 2,5 Punkte einstrich, war davon auszugehen, dass KCMG sich wieder aus der Formula Nippon zurückziehen würde. Nach einem anfänglichen Rätselraten tauchte das Team aber dennoch auf der Entry-List mit Ryo Orime auf. Orime beendete die Saison mit null Punkten auf dem vorletzten Platz, was auch der Unterlegenheit des Teams geschuldet ist. In diesem Jahr hat man den Briten mit malaysischer Rennlizenz Richard Bradley verpflichtet. Bradley beendete unter anderem die japanische Formel 3 auf Gesamtrang 4 und nahm an zwei Läufen der europäischen Formel 3 teil. Auch in diesem Jahr sollte man von KCMG nicht allzu viel erwarten.

 

Lenovo Team Impul (Toyota)
#19 Joao Paulo Lima de Olivera
#20 Tsugio Matsuda

Super Formula 2013 Joao Paulo de Oliveira 300x187 Super Formula Saisonvorschau 2013Die auffälligste Änderung bei Team Impul ist der neue Hauptsponsor sowie das veränderte Paintscheme des Wagens. Ansonsten tritt das Team von der japanischen Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino unverändert an. Joao Paulo Oliveira, der die Meisterschaft 2010 gewann und im letzten Jahr trotz Pech und einigen technischen Defekten noch Chancen auf den Titel im letzten Rennen hatte, setzte bereits bei den Testfahrten auf dem Fuji Speedway ein erstes Ausrufezeichen. Damit unterstrich der Brasilianer seine Titelambitionen. Im letzten Jahr feierte Tsugio Matsuda sein Comeback in der Serie. Kurioserweise war es das erste Jahr des Doppelmeisters von 2007 und 2008 im FN09, weshalb er sich übers Jahr verteilt erst an diesen gewöhnen musste. Zum Ende der Saison hin kam Matsuda aber immer besser in Fahrt, verpasste im strömenden Regen von Sugo aufgrund eines technischen Defekts sogar nur knapp das Podium. Die Möglichkeit zum Titelgewinn sah ich aufgrund seiner zu langen Pause im letzten Jahr noch nicht. In diesem Jahr gilt Matsuda hingegen, wie auch sein Teamkollege, als heißer Anwärter auf die Meisterschaft.

 

Nakajima Racing (Honda)

#31 Daisuke Nakajima
#32 Takashi Kogure

Super Formula 2013 Takashi Kogure 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Nakajima Racing war neben Ryo Hirakawa die Überraschung bei den Tests in Suzuka. Zumindest in Form von Takashi Kogure. Der bei den japanischen Fans sehr beliebte Honda-Pilot mag zwar gerne über sein Ziel hinausschießen, wirkt in diesem Jahr aber wie ausgewechselt. Sein Sieg beim Saisonauftakt der Super GT am vergangenen Wochenende in Okayama unterstreicht dies. Kogure ist in Super Formula seit 2003 dabei, konnte trotz sieben Siegen und insgesamt 15 Pole Positions allerdings noch keinen Titel in ihr erringen. Zwar gilt das Team von Satoru Nakajima seit einigen Jahren nicht mehr zu den stärksten Mannschaften, Kogure könnte dieses Jahr dennoch für die eine kleine Überraschung sorgen. Eine etwaige Teilnahme am Titelkampf halte ich persönlich zwar für unwahrscheinlich, mögliche Podestplätze oder gar Siege hingegen für realistisch. Sein Teamkollege Daisuke Nakajima scheint, wenn man die Testergebnisse als Indikator herziehen möchte, genau dort weiterzumachen, wo er letztes Jahr aufgehört hat: im Mittelfeld. Im letzten Jahr war Kazukis jüngerer Brüder teilweise etwas schneller als Kogure. Sofern dieser aber seine bisherig gute Leistung konstant übers Jahr durchziehen kann, sollte das Team-interne Duell zu Gunsten von Takashi Kogure ausfallen.

 

P.MU/Cerumo Inging (Toyota)

#38 Kohei Hirate
#39 Yuji Kunimoto

Super Formula 2012 Yuji Kunimoto 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Hinter dem auf den ersten Blick unaussprechlichen Namen verbirgt sich ein Zusammenschluss der beiden Teams Cerumo Inging und Motorsport. Im Gegensatz zur Super GT, wo Cerumo ein relativ erfolgreiches Team ist, fährt man dem Erfolg in der Super Formula hinterher. 2008 fusionierte Cerumo aufgrund von Sponsorenschwund mit dem sich seit 2006 in der Super Formula befindlichen Team Motorsport, die aus der japanischen Formel 3 aufgestiegen sind. Mit zwei Teams und drei Autos war das Debütjahr für dieses Joint-Venture gleichzeitig auch das Erfolgreichste, anschließend fiel man aufgrund finanzieller Probleme und fehlenden Sponsoren ab, was ebenfalls im Einsatz von lediglich einem Auto resultiere. 2012 setzte man erstmals wieder mit Kohei Hirate (fährt ebenfalls für Cerumo in der Super GT) sowie Yuji Kunimoto zwei Fahrzeuge ein. Kunimoto debütierte vorletztes Jahr als amtierender japanischer F3-Champion und hatte dementsprechend den Rummel der Presse um sich. Aufgrund des nicht konkurrenzfähigen Wagens blieben mögliche Achtungserfolge allerdings aus. Das Engagement von Kohei Hirate im letzten Jahr machte sich bezahlt: Durch sein Know-How und Wissen half er bei der Entwicklung des Wagens und beendete das Jahr mit acht Zählern auf Rand 9. Kunimoto erreichte hingegen nur zwei Pünktchen und musste sich mit Platz 13 begnügen. Teamchef in der Super Formula ist im übrigen Yuji Tachikawa, der zusammen mit Kohei Hirate den Zent Cerumo SC430 in der Super GT pilotiert.

 

Docomo Team Dandelion Racing (Honda)

#40 Takuya Izawa
#41 Hideki Mutoh

Super Formula 2013 Takuya Izawa 2 300x168 Super Formula Saisonvorschau 2013Es klingt fast wie die Geschichte des Aschenputtels: Seit 1999 in der Super Formula, belegte Docomo Team Dandelion Racing meist nur die letzten Plätze des Starterfelds. Es sollte bis zum Jahr 2002 dauern, als man den Nordiren Richard Lyons unter Vertrag nahm, der dem Team noch im selben Jahr die ersten Punkte bescherte und dabei half, den Wagen in die richtige Richtung zu entwickeln. Das Ergebnis: 2004 gewann Lyons mit Dandelion die Meisterschaft. Seitdem ist das Team nicht nur eines der bekanntesten in der Super Formula, es verhalf auch dem Telekommunikationsgiganten Docomo an Popularität zu gewinnen. Seit dem Meisterschaftsgewinn mit Lyons fährt das Team dem nächsten, großen Erfolg allerdings etwas hinterher. Erst die Verpflichtung von Loic Duval im Jahr 2010 brachte etwas Besserung. 2012 hätte das nächste, erfolgreiche Jahr für die Dandelion-Truppe werden können. Zwar verpassten sowohl Koudai Tsukakoshi wie auch Takuya Izawa mit drei Saisonsiegen nur knapp den Fahrertitel. Am Ende jubelte die Mannschaft dennoch, da man die Team-Wertung gewann. Dem Team sowie beiden Fahrern fehlte es am Ende letztlich ein wenig an Konstanz. Izawa, der seit 2009 bei Dandelion ist, gilt auch in diesem Jahr als Titelkandidat und wird beim Saisonstart, wie auch im letzten Jahr, von der Pole Position ins Rennen gehen. Izawas Teamkollege in diesem Jahr ist Hideki Mutoh. Der ehemalige IndyCar-Pilot fuhr bereits in den Jahren 2006 und 2011 in der Super Formula, konnte allerdings lediglich in seinem Debütjahr einen einziges Pünktchen ergattern.

 

Tochigi Le Beausset Motorsports (Toyota)
#62 Koki Saga

Super Formula 2012 Koki Saga 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Le Beausset Motorsports ist ein sehr junges Team, das hauptsächlich in der japanischen Formel 3 unterwegs ist und erst 2011 mit einem Team in die Super Formula aufstieg. Dabei setzte man auf den bereits seit 2005 geförderten Koki Saga. Saga blieb 2011 punktlos und beendete sein Debütjahr auf dem 17. Platz. In seinen insgesamt sechs Jahren in der Japanese Formula 3 Series sowie einigen Ausflügen in die GT300 der Super GT, verbesserte er sich stets von Jahr zu Jahr, von anfangs Platz 13 bis zum Ende hin auf Position 4. Meisterschaftspunkte blieben allerdings auch im letzten Jahr aus, weshalb 2013 ebenfalls nicht sonderlich viel von ihm sowie Tochigi Le Beausset Motorsports, welches zusammen mit KCMG eher das Schlusslicht des Feldes bildet, erwarten sollte.

 

TV-Zeiten Suzuka

 
An der TV-Situation der Super Formula hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert: Außerhalb Japans bleiben die Flachbildfernseher schwarz. In Japan überträgt der Pay-TV-Sender J Sports alle Rennen live; Zusammenfassungen sowie Highlights werden zusätzlich auf BS Fuji ausgestrahlt. Um an Live-Bilder zu kommen, muss sich daher wieder um die mehr oder weniger beliebte Graualternative bemüht werden. Bei der üblichen Quelle werden auch in diesem Jahr wieder alle Rennen live gezeigt. Los geht’s bereits am morgigen Sonntag. J Sports 1 überträgt ab 7 Uhr deutscher Zeit. Der Rennstart erfolgt eine halbe Stunde später um 7:30 Uhr — ideal  als Warm-up zum Großen Preis von China der Formel 1. Aufgrund der längeren Distanz wird sich das Rennende der Super Formula aber aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Start der Formel 1 überschneiden.

 Super Formula Saisonvorschau 2013

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August 12 2012

15:03

Formula Nippon: Joao Paulo de Oliveira meldet sich mit Sieg in Motegi im Meisterschaftskampf zurück

In einem eher statischen Rennen setzte Joao Paulo de Oliviera auf dem Twin Ring Motegi genau den Pflichtsieg um, der vor dem vergangenen Wochenende von ihm verlangt wurde, während die Glanzfahrt seines Teamkollegen Tsugio Matsuda in einem dramatischen Finale hingegen nicht belohnt wurde. Der Meisterschaftskampf spitzt sich derweil weiter zu: In den zwei verbleibenden Rennen haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel.

Fast schon spannender als das eigentliche Rennen war die langersehnte Ankündigung der JRP zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird. Wie angekündigt ließ JRP-Präsident Hiroshi Shirai zusammen mit Fahrervertreter Tsugio Matsuda um 9:50 Uhr Ortszeit die Katze aus dem Sack: Ab 2013 heißt die Rennserie Japanese Championship Super Formula (offizielle Abkürzung SF), wobei das Japanese Championship lediglich zur Langfassung des Namens gehört, ähnlich dem alten Namen: All-Japan Championship Formula Nippon.

Während der geneigte Westler beim neuen Seriennamen sich womöglich an die Superleague Formula erinnert fühlt, ist die minder erfolgreiche Formel-Serie mit der „bahnbrechenden“ und offensichtlich wohlüberlegten Idee Fußball-Mannschaften als Sponsoren der Teams dienen zu lassen, im Land der aufgehenden Sonne selbstredend absolut unbekannt. Oder anders ausgedrückt: Während in Europa eventuell um die 1% der gesamten Bevölkerung den Namen schon mal gehört haben könnten, sind es in Japan vermutlich 0,1% der Bevölkerung. Stattdessen ist der neue Serienname natürlich eine Anlehnung an die Super GT, schließlich schlägt die Formula Nippon / Super Formula mit der Expandierung im asiatischen Raum einen ähnlichen Weg wie die japanische Sportwagen-Serie ein. Ziel ist es, so Hiroshi Shirai, auf Augenhöhe mit der Formel-1-Weltmeisterschaft und der IZOD IndyCar Series im asiatischen Raum zu gelangen, und neben der höchsten, japanischen Formel-Serie auch die höchste Formel-Serie Asiens zu werden. Während die Formel 1 eventuell etwas zu ambitioniert klingt, ist das Greifen nach der IndyCar durchaus realistischer. Natürlich heißt die Expandierung nicht, dass man die eigenen Wurzeln verlassen werde. Man ist und bleibt eine japanische Rennserie, die, ähnlich der Super GT, internationaler im asiatischen Raum agieren möchte, was letztlich auch der Hauptgrund für den Namenswechsel ist. Nach den Regularien des Weltmotorsport-Verbandes FIA darf eine Rennserie, die in mehr als drei Ländern unterwegs ist, nicht mehr als reine, nationale Meisterschaften gelten und muss von der FIA autorisiert werden. Aus diesem Grund hatte sich 2005 auch die JGTC in Super GT umbenannt.

Der Namenswechsel für ab dem 1. Januar 2013 bedeutet bislang allerdings noch, dass Raider nun Twix heißt, denn Änderungen im für das kommende Jahr bereits veröffentlichten, provisorischen Rennkalender – die Genehmigung durch die FIA steht noch aus – gibt es keine. Wie in diesem Jahr wird die Saison in Suzuka eröffnet. Im Anschluss geht es nach Motegi, Autopolis, Fuji, erneut Motegi, Sugo und zum großen Finale wieder nach Suzuka. 2013 kann deshalb wohl als Übergangsjahr bezeichnet werden, wohl auch damit sich die japanischen Fans an den neuen Namen gewöhnen und die JRP die Werbetrommel einmal kräftig umrühren kann. Die großen Änderungen sollen 2014 kommen. Zum einem in Form eines neuen Einheitswagens, der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vom italienischen Hersteller Dallara – entgegen der Angaben der Kollegen aus der schreibenden Zunft, die meine Aussagen paraphrasiert haben, steht eine offizielle Bestätigung seitens der JRP sowie Dallara noch aus! –, zum anderen mit dem (hoffentlich) ersten Auslandsrennen. Realistischster Kandidat hierfür ist die F1-Strecke in Südkorea, wo die Super GT im kommenden Jahr ein Einladungsrennen bestreiten wird. Der Erfolg des Events wird vermutlich ausschlaggebend für die weitere Planung seitens der Japan Race Promotion sein. Weitere Standorte für die Zukunft sind unter anderem Malaysia und China. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben der Formula Nippon, die nach 12 Jahren einen weiteren Schritt in ihrer langen Historie seit 1973 (damals noch Japanese Formula 2) einleiten wird. Ein Schritt, den wir hoffentlich mit Genuss verfolgen dürfen.

Selbstverständlich stand am vergangenen Sonntag auch noch ein 53-Runden langes Rennen auf dem Twin Ring Motegi an. Ein Rennen, dass den Fahrern mit rund 35 Grad Außentemperatur alles abverlangte. Wer nach der Zieldurchfahrt in die verschwitzten und erschöpften Gesichter blickte, erkannte sofort, wie konditionell anstrengend Motorsport doch ist. Die ersten beiden Startreihen waren komplett in der Hand von Impul und Tom’s. Joao Paulo de Oliveira ging von der Pole Position ins Rennen, dahinter sein Teamkollege Tsugio Matsuda, gefolgt von Kazuki Nakajima und André Lotterer. Loic Duval komplettierte die Top 6, während Takuya Izawa mit P9 einen eher suboptimalen Startplatz hatte. Auch der Fast-Sensationssieger von Fuji, Kazuya Oshima, erwischte mit P10 eine eher schlechte Qualifikation, die nicht sein fahrerisches Können oder die Leistung von Team LeMans widerspiegelte. Am Start überholte der leicht besser wegkommende Tsugio Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira, musste sich aber bereits nach einer Kurve wegen leichten Übersteuerns dem Brasilianer aber wieder geschlagen geben. Ironischerweise war genau dieses Manöver der einzige Zeitpunkt im gesamten Rennen, an dem der Champion von 2010 in Bedrängnis geriet. Einen absoluten Raketenstart legte hingegen Koudai Tsukakoshi hin. Wohl wissend, dass ein Podiumsplatz für den immer enger werdenden Meisterschaftskampf essentiell ist, katapultierte sich der Docomo-Fahrer von Startplatz 5 noch vor der ersten Kurve auf P3 vor. Titelverteidiger André Lotterer hatte beim Start zwar mit durchdrehenden Hinterreifen zu kämpfen und verlor deshalb die Position an Tsukakoshi, krallte sich im Gegenzug aber seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima.

Bei Tsukakoshis Vorstoß riss sich der Japaner noch in der ersten Kurve einen kleinen Teil seines Frontflügels am hinteren, linken Ende des Wagens von Tsugio Matsuda ab. Trotz der spürbaren, fehlenden Downforce verteidigte er sich sehr intelligent und mit allen Mitteln bis zum ersten Boxenstopp gegenüber Lotterer (und später Nakajima), was ihm nicht nur viel Lob von der japanischen Presse, sondern auch den Fans einbrachte – zurecht! Ebenfalls noch in der ersten Runde, beim Anbremsen auf Kurve 2, verschätzte sich Koki Saga und krachte in das Heck von Ryo Orime. Beide Fahrer segelten ins Kies, und mussten das Rennen aufgeben. Vorne kontrollierte hingegen Joao Paulo de Oliviera das Rennen und setzte sich von seinen Verfolgern ab. Trotz schnellerer Rundenzeiten konnte der Brasilianer seine Reifen schonen und etwas Benzin sparen. Hinter seinem Teamkollegen Matsuda versuchte André Lotterer, erfolglos, an Koudai Tsukakoshi vorbeizukommen, hinter dem sich ein kleiner Zug mit Nakajima, Duval und den ebenfalls sehr gut gestarteten Takuya Izawa bildete. In der fünften Runde schlich Naoki Yamamoto mit Getriebeproblemen langsam um den Kurs, nachdem bereits kurz nach dem Start der Funk bei ihm ausfiel. Es war kein gutes Wochenende für den Mugen-Fahrer, der bereits in der Qualifikation sich über Probleme beklagte und seinen FN09 nur auf Position 13 qualifizierte. Nach einer längeren Reparaturphase kam Yamamoto mit 18 Runden Rückstand zwar wieder zurück auf die Strecke, wurde am Ende aber nicht mehr in die Liste der gewerteten Piloten (bis Runde 46) aufgenommen. Vielmehr ging es in den letzten Runden wohl darum, Daten zu sammeln und zu schauen, ob der Wagen wieder ordnungsgemäß läuft.

Vorne blieb es derweil hingegen ruhig. De Oliveira setzte sich mit Rundenzeiten zwischen 1:38 sowie 1:39 Minuten von der Konkurrenz ab, während der Abstand zwischen Tsukakoshi und Lotterer stets schwankte. Stellenweise wirkte es so, als ob Tsukakoshi etwas schneller könnte (oder Lotterer mit Absicht etwas langsamer machte), während der Deutsche kurz vor den Boxenstopps sich hingegen wieder bis an den Diffusor des Docomo-Piloten heranrobbte. Im hinteren Feld entwickelte sich hingegen ein Dreikampf um P12 zwischen Toshihiro Kaneishi, Daisuke Nakajima und Yuji Kunimoto. Trotz dass das Überholen mit Formel-Fahrzeugen auf dem Twin Ring Motegi eher zu den schwierigeren Disziplinen gehört, war dieser Dreikampf recht ansehnlich. Würde man anstatt Kampf allerdings „beschnuppern“ schreiben, so wäre dies sicherlich ebenfalls nicht falsch.

In Runde 19 eröffnete Kazuya Oshima die Reihe an Boxenstopps. Ärgerlich: Bei einer schnellen Stoppzeit von lediglich 15 Sekunden würgte Oshima beim losfahren seinen Wagen ab, wodurch er wertvolle Sekunden verlor und letztlich auch aus den Top 10 flog. Passend zu seinem eher schlechten Wochenende und dem Fehler beim Boxenstopp, versagten zehn Runden vor Schluss die Bremsen an seinem Wagen, weshalb er vor der Überführung (zwei Kurven vor Start und Ziel) ins Kies abflog. Glücklicherweise schlug er nirgendwo an und konnte den Wagen langsam gen Box retten. Zwar sind Brems- und Reifenverschleiß in Motegi immer ein besonderes Thema, am vergangenen Wochenende spielten sie bei 35 Außen- und über 52 Grad Asphalttemperatur aber nochmals eine größere Rolle. Alle Fahrer gingen deshalb auf Nummer sicher und wechselten beim Stopp alle vier Reifen. Nachdem in Runde 20 Yuji Kunimoto seine Crew ansteuerte, folgte im 21. Umlauf Takuya Izawa (16,6 Sekunden Stoppzeit). Direkt eine Runde nach ihm folgte Titelverteidiger André Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt erneut im Diffusor von Tsukakoshi klebte und kein vorbeikommen sah. Zwar dauerte der Stopp des Duisburgers mit 17,1 Sekunden etwas länger, dennoch kam er vor Izawa wieder auf die Strecke zurück. Ein entscheidender Faktor, denn nun hatte Lotterer für kurze Zeit freie Bahn. Die Entscheidung von ihm und Team Petronas Tom’s war goldrichtig: Zwei Runden später bog Koudai Tsukakoshi zum Service ab. Trotz dass seine Standzeit mit 16,1 Sekunden genau eine Sekunde schneller als die des Deutschen war, überholte Lotterer ihn aufgrund einer deutlich schnelleren In- und Outlap am Boxenausgang. Wie zu erwarten setzte sich Lotterer im Anschluss direkt vom Japaner ab, der selbstredend noch immer mit der geringeren Downforce aufgrund seines beschädigten Frontflügels zu kämpfen hatte.

Erstaunlich schnell war die Standzeit des Franzosen Loic Duval, der im 24. Umlauf in die Box kam und nach nur 13,6 Sekunden wieder seine Crew verließ. Die schnelle Standzeit blieb allerdings unbelohnt, denn kurz vor der Ausfahrt wurde der Champion von 2009 von Takuya Izawa überholt, der ein starkes Rennen fuhr und seine Pace nach seinem Boxenstopp nochmals erhöhen konnte. Izawas Ziel war der Meisterschaftsführende Kazuki Nakajima, der eine Runde später zum Service abbog und insgesamt 15,8 Sekunden stand. Spannend wurde es dann am Boxenausgang, als Nakajima knapp vor Izawa blieb und sich trotz kalter Reifen gegenüber seinem Landsmann behaupten konnte. Für Nakajima war dies insbesondere deshalb wichtig, weil er sich nach nur wenigen Runden wieder etwas von Izawa absetzen und Druck auf Tsukakoshi ausüben konnte, der womöglich ein Déjà-vu erlebte. Anstatt Lotterer war es nun nämlich der zweite Tom’s-Wagen, der groß in seinem Rückspiegel auftauchte. Trotz aller Bemühungen seitens Nakajimas sollte es bis zum Rennende allerdings kein vorbeikommen des ehemaligen F1-Piloten an Tsukakoshi geben. In der 26. respektive der 27. Runde schlossen Matsuda und de Oliveira die Boxenstopps der Spitzenreiter ab. Auffallend war der längere Stopp von Matsuda, der das gesamte Rennen über langsamer als de Oliveira war, und trotzdem ein paar Liter mehr an Benzin nachfüllen musste.

In Runde 34 machte der Rookie Hironobu Yasuda mit der schnellsten Rennrunde von 1:38.168 auf sich aufmerksam. Es war sein Versuch, noch in die Punkteränge zu gelangen, nachdem er trotz der guten, achten Startposition im Rennen etwas zurückfiel und am Ende mit Kohei Hirate sich um den letzten Punkt stritt. Die Mühen des Kondo-Racing-Piloten blieben allerdings unverdient: Am Ende musste er sich mit weniger als einer Sekunde Abstand Hirate geschlagen geben. Abgesehen vom Kampf um Position 4 zwischen Tsukakoshi und Nakajima war dies das spannendste Duell in der Schlussphase. Zwar machte Lotterer pro Runde ein bisschen Zeit auf Matsuda gut, der Abstand war allerdings zu groß, um ihn unter normalen Umständen noch zu attackieren.

Drei Runden vor Schluss nahm dann das Drama um Tsugio Matsuda seinen Lauf, als er pro Runde mehrere Sekunden verlor und von André Lotterer spielend überholt wurde. Anfangs gingen die japanischen Kommentatoren aufgrund des seltsamen Klangs des Motors von einem Zündungsproblem aus. Wie im aLive-Ticker geschrieben, wirkte es in einer zweiten Theorie, nach erneuten, genaueren hinhören, auf mich allerdings so, als würde Matsuda die Gänge nicht mehr entsprechend einlegen können. Meine Theorie, die kurze Zeit auch später vom J-Sports-Boxenreporter eingeworfen wurde, stellte sich nach Bestätigung seitens Impuls letztlich als richtig heraus. Tsugio Matsuda litt kurz vor Schluss unter einem ähnlichem Getriebeproblem wie Naoki Yamamoto. Zwar versuchte der Japaner, der in diesem Jahr nach dreijähriger Abstinenz sein Comeback feierte, noch mit allen Mitteln (unter anderem mit Zuhilfenahme des Overtake-Buttons) den dritten Platz zu verteidigen, kämpfte letztlich aber mit stumpfen Waffen und musste sich der Konkurrenz geschlagen geben. Am Ende rutschte er sogar bis auf den siebten Platz herab. Sichtlich frustriert stellte er nach Rennende seinen Boliden im Notausgang ab. Es wäre Matsudas bestes Resultat nach seinem Comeback geworden, das am Ende leider unbelohnt blieb. Was bleibt ist aber die Gewissheit, dass er von Rennen zu Rennen immer besser in Schuss kommt.

Für Team Impul wurde es statt dem angepeilten Doppelerfolg somit „lediglich“ der Sieg von Joao Paulo de Oliveira. Team-Besitzer und Legende des japanischen Motorsports Kazuyoshi Hoshino konnte sich trotzdem glücklich schätzen, schließlich meldete sich sein Fahrer durch den dominanten Sieg wieder im Meisterschaftskampf zurück. Und welch Ironie, dass dies just in Motegi geschah, wo Joao Paulo de Oliveira im Jahr 2010 seinen bisher letzten Formula-Nippon-Sieg feierte. Lotterer und Tsukakoshi erbten den zweiten respektive den dritten Platz. Nakajima wurde Vierter; Takuya Izawa fuhr nach einem starken Rennen auf den fünften Platz.

Durch das Getriebeproblem von Tsugio Matsuda ist der zweimalige Champion endgültig aus dem Titelkampf ausgeschieden. Zwar hatte er vor dem Rennen auch nur noch mathematische Chancen, der zweite Platz hätte ihn aber in eine deutlich bessere Position für die letzten beiden Läufe in Sugo und Suzuka gespült. Zudem hätte er den Titelkampf noch ein bisschen mehr durchgewühlt. Aber auch so bleibt die diesjährige Saison eine der spannendsten der letzten Jahre. Kazuki Nakajima führt noch immer mit 34 Punkten die Tabelle an. Bereits einen Punkt hinter ihm ist sein Teamkollege und Titelverteidiger André Lotterer (33 Punkte), der wiederum vier Punkte Vorsprung von Koudai Tsukakoshi (29 Punkte) hat. Einen Punkt dahinter auf Position 4 ist bereits Joao Paulo de Oliveira (28 Punkte). Mit seinen 21 Punkten mag Takuya Izawa auf Position 5 zwar womöglich nur noch rein mathematische Chancen haben, die aber alles andere als fehlerfreie Saison der Konkurrenz hat allerdings bewiesen, dass dieses Jahr wohl alles möglich ist. Hierfür muss er beim nächsten Rennen am 23. September im Sportsland Sugo aber mindestens aufs Podium fahren.

Abschied nimmt das Fahrerlager von Yuhki Nakayama, der sein zweimaliges Gastspiel bei HP Real Racing in der Formula Nippon mit einem 15. Platz in Fuji und einem 14. Platz in Motegi relativ unbeachtet aber ordentlich beendete. Nakayama wird sich jetzt auf die verbleibenden Saisonrennen in der Super GT für Nakajima Racing konzentrieren. Das Fahrerfeld wird trotzdem nicht schrumpfen, denn bereits in Sugo wird der derzeit bei den Fans beliebteste, japanische Rennfahrer Takuma Sato seinen offiziellen Einstand in der Formula Nippon an der Seite von Naoki Yamamoto bei Team Mugen geben. Sato überzeugte mit schnellen Rundenzeiten bereits vor der Saison am ersten, offiziellen Testtag in Suzuka und kämpfte zusammen mit André Lotterer und JP de Oliveira um den Sieg beim verregneten Show-Rennen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits.

 

aaErgebnis Round 5 Twin Ring Motegi

aaAktueller Meisterschaftsstand

fn1205_005 fn1205_012 fn1205_014 fn1205_027 fn1205_028 fn1205_036 fn1205_053 fn1205_059 fn1205_070 fn1205_072 fn1205_084 fn1205_085 fn1205_088 fn1205_092 fn1205_095 fn1205_097 fn1205_098 fn1205_103 fn1205_113 fn1205_115 fn1205_140 fn1205_161 fn1205_176 fn1205_181 fn1205_196 fn1205_197 fn1205_203 fn1205_204 fn1205_205 fn1205_207 fn1205_213 fn1205_215 fn1205_219 fn1205_220

flattr this!

August 05 2012

04:30

RacingblogLIVE – Formula Nippon: Round 5 Motegi

Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich weiter zu: In der Vorschau noch darüber spekuliert, dass Joao Paulo de Oliveira mindestens das Podium, am besten einen Sieg in Motegi erzielen muss, um seine Meisterschaftschancen intakt zu halten, sicherte sich der Brasilianer mit 1:34.588 in der Qualifikation die Pole Position. Lediglich 0.004 Sekunden langsamer war überraschenderweise sein Teamkollege Tsugio Matsuda (1:34.592), der damit sein bisher bestes Quali-Resultat in diesem Jahr erzielte. Der aktuelle Tabellenführer Kazuki Nakajima fuhr mit 1:34.600 nicht unswesentlich langsamer auf Startposition 3; hinter ihm platzierte sich André Lotterer (1:34.712), der im ersten Freien Training noch die bislang schnellste Zeit des Wochenendes fuhr. Die Top 5 wurden von Koudai Tsukakoshi (1:34.722) komplettiert — dem einzigen Honda-Piloten, der es ins dritte Segment der Qualifikation schaffte. Insbesondere Lotterer und Tsukakoshi werden für das 51-Runden-Rennen wohl eine aggresivere Strategie wählen, um das Podium zu erreichen.

Wie angekündigt bieten wir auch zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker an. Zum ersten Mal sogar mit unserem brandneuen, eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System, das uns den nötigen Freiraum gibt, in aller Ausführlichkeit live zu berichten, ohne auf Zeichenbegrenzungen und Co. zu achten. Da das Einfügen des Tickers in einen bestehenden Artikel noch nicht ganz funktioniert, läuft der Live-Ticker derzeit noch ausschließlich über eine aUnterseite, die allerdings auch bequem von unterwegs mit dem Smartphone angesteuert werden kann sowie eine Übersicht aller bestehenden Live-Ticker inklusive Archiv bietet. Dies erlaubt uns eine deutlich höhere Flexibilität, insbesondere bei Großereignisen wie den 24 Stunden von Le Mans. Das Archiv des Live-Tickers werde aufgrund der noch fehlenden Einbettungs-Funktion noch per Hand ich nach dem Rennen in diesen Artikel einfügen; zum live lesen klickt ihr bitte auf den entsprechenden Link nach dem Sprung:

+++ Update: 9:15 Uhr — Der Live-Ticker ist nun zum nachlesen auch zusätzlich in diesem Artikel archiviert! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! +++

 

 

aQualifikations-Ergebnis 

aLive-Ticker

 

RacingblogLIVE
08:55

Das nächste und vorletzte Formula-Nippon-Rennen der Saison findet am 29. September im Sportsland Sugo statt. Ich hoffe euch auch dann wieder begrüßen zu dürfen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit sowie einen schönen Sonntag!

RacingblogLIVE
08:53

Wir haben zwar ein relatives statisches Rennen gesehen, das trotzdem seine Geschichten und Dramen schrieb. JP de Oliveira gewann verdient, während der Meisterschaftskampf sich wie vermutet weiter verdichtete.

RacingblogLIVE
08:50

Nach einer dominierenden Saison von Andre Lotterer im letzten Jahr kann man sich heuer im Spannung in der Meisterschaft nicht beklagen. Die Entscheidung wird erst im letzten Rennen, in Suzuka fallen.

RacingblogLIVE
08:49

Der aktuelle Meisterschaftsstand: Nakajima 34 Punkte, Lotterer 33 Punkte, Tsukakoshi 29 Punkte, Oliveira 28 Punkte, Izawa 21 Punkte.

RacingblogLIVE
08:47

JP de Oliveira spricht von seinem guten Start, bei dem er besonders auf seinen Teamkollegen Tsugio Matsuda achten musste. Als er allerdings vorne blieb, konnte er sich auf seine Pace konzentrieren und Reifen schonen.

RacingblogLIVE
08:46

So, nun gibt’s das, was die Formel 1 sich aus der Formula Nippon abgeschaut hat: Das Sieger-Interview direkt vom Podium.

RacingblogLIVE
08:46

Im Hintergrund macht sich übrigens die Japanische Formel 3 bereit, die das letzte Rennen des Tages bestreiten werden. Im Rahmenprogramm fuhr außerdem der CR-Z Cup sowie die J GP-2 und J GP-3, die Teil der Japanese Superbikes sind.

RacingblogLIVE
08:44

Es ist windig auf dem Podium. Erkennt man nicht nur an den sich leicht hebenden Röcken der hübschen Damen, die die Pokale und Awards bringen, sondern auch den umkippten Preisgeld-Schildchen.

RacingblogLIVE
08:42

Den J Sports Award gibt’s für de Oliveira.

RacingblogLIVE
08:40

Okay, das war eine verkürzte Version der brasilianischen Hymne…

RacingblogLIVE
08:40

Nun aber erst einmal die Siegerehrung. Und die brasilianische Hymne. Für JP de Oliveira ist es übrigens der erste Sieg in dieser Saison und auch der erste Sieg seit seiner Meisterschaftssaison 2010!

RacingblogLIVE
08:39

Bei Matsuda wirkte es auch so, als hätte er die Gänge beim hochschalten nicht sofort reinbekommen. Näheres dazu, dann hoffentlich mit einer Aufklärung seitens Team Impul, in meiner Analyse des Rennens nächste Woche.

RacingblogLIVE
08:37

J Sports 3 zeigt nun die Highlights des Rennens, schön mit passender, instrumentaler Rockmusik unterlegt. So wie es sein soll. Von wegen “Weltuntergang und Co.” vom himmlischen Sender…

RacingblogLIVE
08:36

JP de Oliveira ist fix und fertig. Zeigt nur wie anstrengend das Rennen trotz der bequemen Führung für (Hitze und anstrengender Kurs) für ihn war.

RacingblogLIVE
08:34

Sichtlicht enttäuscht und gefrustet stellt Matsuda seinen Wagen im Notausgang ab. Sehr, sehr bitter. Aus dem Meisterschaftskampf ist er damit quasi raus, auch wenn es vor dem Rennen eigentlich nur noch rein mathematische Chancen waren. Eine so gute Fahrt aber unbelohnt zu beenden ist sehr bitter. Schade, schade.

RacingblogLIVE
08:32

Matsuda ist sogar auf P7 noch zurückgerutscht, noch hinter Loic Duval.

RacingblogLIVE
08:31

Puh, was für drei letzte, dramatische Runden…

RacingblogLIVE
08:31

Derweil geht JP de Oliveira über die ZIellinie und gewinnt!!! Lotterer wird zweiter, Tsukakoshi dritter, Nakajima vierter.

RacingblogLIVE
08:30

Aber keine Chance, beide gehen zwei Kurven später vorbei.

RacingblogLIVE
08:29

Tsukakoshi und Nakajima nun an Matsuda heran. Matsuda drückt den Overtake-Button und verteidigt sich mit allen Mitteln. Wow!!

RacingblogLIVE
08:28

Für mich klang es auch eher nach Fehlzündungen.

RacingblogLIVE
08:27

Fehlzündungen oder bekommt er die Gänge nicht richtig rein? Schwer zu sagen. Tsukakoshi und Nakajima kommen ebenfalls nun von hinten angeschossen. Gegen die wird er sich auch nicht wehren können.

RacingblogLIVE
08:26

Motorenprobleme bei Matsuda. Der japanische Kommentar vermeldet Fehlzündungen. Meine Güte, drei Runden vor Schluss. Man sollte wirklich nie den Tag vor dem Abend loben…

RacingblogLIVE
08:25

Ja was ist denn da passiert? Plötzlich ist Lotterer an Matsuda vorbei!!!

RacingblogLIVE
08:25

HUUUUUUCH!!!

RacingblogLIVE
08:25

Ein sehr kontrolliertes Rennen von Joao Paulo de Oliveira, der bis auf den Start eigentlich zu keiner Zeit in Bedrängnis geriet, seine Führung zu verlieren. Matsuda bestätigte auch im Rennen die sehr gute Pace aus der Qualifikation. Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, wie gut der Champion von 2007 sowie 2008 in seiner Comeback-Saison mit dem Wagen zurecht kommt.

RacingblogLIVE
08:20

Noch 5 Runden!

RacingblogLIVE
08:19

Ich bin ehrlich und möchte da auch keine künstliche Spannung herbeireden: Die Abstände beim besagten Dreikampf sind zwar nicht hoch, aber ich sehe da keinen Angriff von Hirate oder Yasuda. Realistischer ist da schon ein Angriff von Nakajima auf Tsukakoshi. Der Abstand bewegt sich weiterhin bei 0,9 Sekunden.

RacingblogLIVE
08:17

Oshima ist übrigens vor der zweiten Unterführung ins Kies gerutscht, sprich eine Kurve vor der Boxengasseneinfahrt.

RacingblogLIVE
08:16

Was ich vor dem Oshima-Zwischenfall eigentlich schreiben wollte: Das Duell Tsukakoshi-Nakajima ist derzeit das Spannendste auf der Strecke. Dahinter haben wir auf P7 noch einen kleinen Dreikampf zwischen Duval, Hirate und Yasuda. Letzterer hat sich mit einigen flotten Runden an die Beiden herangerobbt.

RacingblogLIVE
08:15

Der Boxenreporter (unser Funker vom Dienst) unterstützt die Bremsproblem-Theorie. Die Bremsen sind aufgrund des Stop-and-Go-Charakters des Twin Ring Motegi ein großes Thema, insbesondere bei solch heißen Temperaturen wie heute.

RacingblogLIVE
08:14

Oshima biegt nun vorwärts in die Box ein. Sehr bitter für ihn und Team LeMans. Vor einer Woche in Sugo noch einen emotionalen Super-GT-Sieg gefeiert und vor rund drei Wochen in Fuji fast den Sensationssieg geschafft.

RacingblogLIVE
08:13

Am baggern war Kazuya Oshima, der sich nun zehn Runden vor Schluss mit sehr langsamer Fahrt wieder in die Box bewegt. Die Kommentatoren tippen auf Bremsprobleme.

RacingblogLIVE
08:12

OOOOH da ist jemand im Kies unterwegs.

RacingblogLIVE
08:11

Kazuki Nakajima übt nun stärker Druck auf Koudai Tsukakoshi aus. Abstand der beiden 11 Runden vor Schluss: 0.766 Sekunden. Ich glaube Tsukakoshi erlebt gerade ein Deja-Vu….

RacingblogLIVE
08:10

Noch 12 Runden. De Oliveira ist derzeit der einzige Fahrer, der konstant hohe 1:38er Zeiten fahren kann, der Rest der Spitzengruppe bewegt sich um 1:39er-Bereich.

RacingblogLIVE
08:09

So spannend die Meisterschaft auch glücklicherweise weiterhin ist, so statisch ist leider das aktuelle Rennen, was allerdings abzusehen war.

RacingblogLIVE
08:08

Das derzeitige Ergebnis würde den Meisterschaftskampf übrigens weiterhin stark zuspitzen. JP de Oliveira macht genau das, von dem ich in meiner Vorschau sprach, während Matsuda mit P2 auch einige Punkte gut machen würde. Nakajima täte, aus seinem Interesse, gut daran, Tsukakoshi zu überholen, der sich wiederum über P4 (den beschädigten Frontflügel nicht vergessen) nicht sonderlich beklagen würde.

RacingblogLIVE
08:05

Runde 37: Naoki Yamamoto kommt nach seinem Antriebproblems zu Beginn des Rennens wieder zurück. Hier geht es wohl eher nur um Daten sammeln und zu testen, ob alles wieder funktioniert.

RacingblogLIVE
08:04

Tsukakoshi muss man an dieser Stelle mal loben: Trotz beschädigten Frontflügel hat er sich lange vor Lotterer gehalten und verteidigt sich nun, bislang erfolgreich, gegenüber Kazuki Nakajima.

RacingblogLIVE
08:03

Blicken wir mal wieder auf die Spitzengruppe: Lotterer holt in winzigen Schritten ein wenig auf Matsuda auf, während es zwischen Tsukakoshi und Nakajima Schwankungen im Abstand zwischen 0,9 bis 1,1 Sekunden gibt.

RacingblogLIVE
08:01

Runde 34: Kogure doch auf 14 zurückgefallen nach seiner Durchfahrtsstrafe, da hatte sich der japanische Kommentator vorhin leicht verrechnet. Kogure ist nun im Duell mit seinem Teamkollegen Daisuke Nakajima.

RacingblogLIVE
07:59

Runde 32: Hrionobu Yasuda denkt sich: Mal das Gaspedal durchdrücken. Neue schnellste Runde des Kondo Racing-Piloten: 1:38.168

RacingblogLIVE
07:58

Runde 32: Matsuda ist 7,5 Sekunden hinter de Oliveira zurück, Lotterer 14,759, Tsukakoshi und Nakajima 21,5 respektive 22,3, Izawa 25 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:57

Kogure kommt nach seiner Durchfahrtsstrafe auf Position 11 wieder auf die Strecke zurück.

RacingblogLIVE
07:56

Oooooh, Durchfahrtsstrafe für Takashi Kogure. Er hat das Speed Limit in der Boxengasse überschritten. Bitter.

RacingblogLIVE
07:54

Daisuke Nakajima fällt hinter Kazuya Oshima zurück.

RacingblogLIVE
07:54

Runde 30: Yasuda steuert seine Crew an. Wow das dauert, 18,0 Sekunden beträgt die Standzeit. Und das obwohl er weniger Benzin als die Stopper vor ihm benötigt. Daisuke Nakajima war ebenfalls drinnen.

RacingblogLIVE
07:53

Hirate kommt auf P10 wieder heraus, vor Takashi Kogure. Yasuda und Daisuke Nakajima sollte er nach deren Stopps aber wieder automatisch überholen.

RacingblogLIVE
07:52

Runde 29: Hirate kommt zum Service. Die Kameras schwenken leider weg, sah aber nach 4 Reifen aus. Niemand ist wohl so verrückt und wechselt nur 2 Reifen bei dieser Hitze und dem hohen Verschleiß.

RacingblogLIVE
07:52

Kazuki Nakajima erhöht derweil den Druck auf Tsukakoshi.

RacingblogLIVE
07:51

Runde 28: Stopp unbereinigt führt derzeit Hirate vor Yasuka, de Oliveira, Daisuke Nakajima, Matsuda und Lotterer. Hirate, Yasuda und Nakajima der Jüngere müssen selbstverständlich in den kommenden Runden zum Service.

RacingblogLIVE
07:50

Auffallend war bei den Stopps die längere Standzeit von beiden Tom’s-Fahrern sowie Matsuda, im Vergleich zu etwa Duval oder Tsukakoshi. Ein Hinweis auf einen höheren Spritverbrauch respektive etwas mehr Benzinsparen bei Duval und Tsukakoshi? Im Falle von Duval hat es allerdings nichts gebracht: Er ist hinter Izawa auf P7 zurückgefallen.

RacingblogLIVE
07:49

De Oliveira kommt mit einer halben Geraden Vorsprung vor Matsuda wieder raus.

RacingblogLIVE
07:48

4 neue Reifen, Benzin. Standzeit: 15,6 Sekunden. Wow.

RacingblogLIVE
07:48

Runde 27: Nun kommt auch Oliveira in die Box.

RacingblogLIVE
07:47

Runde 26: Wie angekündigt kommt Tsugio Matsuda in die Box. 4 Reifen und Benzin, 16,4 Sekunden.

RacingblogLIVE
07:46

Izawa nun natürlich mit den wärmeren Reifen als Nakajima, sieht aber nicht danach aus, als ob er ihn angreifen könnte.

RacingblogLIVE
07:46

Nakajima steht 15,8 Sekunden, Benzin und 4 Reifen. Er kommt vor Izawa wieder raus! Das war wichtig für Nakajima!

RacingblogLIVE
07:45

Bei Impul macht man sich laut dem Boxenreporter auch bereit, nächste Runde kommt wohl Matsuda.

RacingblogLIVE
07:45

Runde 25: Kazuki Nakajima kommt zum Service.

RacingblogLIVE
07:44

Aiaiaiai, aber Duval fällt hinter Izawa zurück. Das ist nun überraschend. Izawa mit einer schnellen und konstanten Pace.

RacingblogLIVE
07:44

Für Duval geht es gegen Nakajima. Auch er bekommt Benzin und vier neue Reifen. 13,6 Sekunden… WOW! Das ist schnell!

RacingblogLIVE
07:43

Runde 24: Duval kommt in die Box.

RacingblogLIVE
07:43

Lotterer kommt von hinten angeschossen… UND ZIEHT VORBEI! Trotz langsameren Stopp hatte Lotterer eine deutlich schneller In- und Outlap als Tsukakoshi, was nicht sonderlich überraschend ist, war er in den letzten Runden doch deutlich schneller als der Docomo-Fahrer. Er sollte sich nun von Tsukakoshi deutlich absetzen können.

RacingblogLIVE
07:42

Benzin, 4 Pneus. 16,1 Sekunden, 1 Sekunde schneller als Lotterer.

RacingblogLIVE
07:42

Runde 23: Tsukakoshi kommt in die Box. Jetzt wird es spannend…

RacingblogLIVE
07:41

De Oliveira weiterhin stark: Bis auf wenige Ausnahmen fährt er konstant 1:39er Zeiten.

RacingblogLIVE
07:41

Langsamer Stopp: 17,1 Sekunden. Er kommt vor Izawa wieder raus.

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07:40

Und Bingo! Lotterer kommt in der 22. Runde in die Box. Damit versuchen sie ihn wohl an Tsukakoshi vorbeizuschieben.

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07:40

Bei Tom’s steht die Crew auch bereit. Kommt Lotterer oder Nakajima? Würde spontan auf den Deutschen tippen.

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07:39

Deutlich schneller als der Stopp von Kunimoto: 16,6 Sekunden.

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07:39

Auch für ihn gibt es neben Benzin vier frische Pneus.

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07:38

Und da kommt Izawa auch schon (Runde 21).

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07:38

Bei Dandelion steht man derzeit auch für Izawa bereit, vermeldet der Boxenreporter (der Mann mit der schnellen Stimme am Funk!)

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07:37

Runde 20: Der nächste Stopper, Kunimoto. Wechselt alle 4 Reifen und wird natürlich aufgetankt. 19,6 Sekunden.

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07:37

Oshima ist dieses Wochenende, im Gegensatz zum Fuji-Rennen, komplett von der Pace. Bleibt zu hoffen, dass es für ihn und das Team in Sugo wieder besser läuft.

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07:36

Runde 19: Wir haben den ersten Stopper: Kazuya Oshima kommt in die Box… UND WÜRGT AB! Herje… Dabei wirkte der Boxenstopp so schnell mit knapp 15 Sekunden.

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07:34

Lotterer klebt nun förmlich im Diffusor von Tsukakoshi.

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07:34

Runde 18: Oliveira nun 4,4 Sekunden vor Matsuda, Tsukakoshi und Lotterer jeweils rund 14 Sekunden hinter dem Brasilianer.

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07:32

Lap 17: Nun wird es richtig, richtig spannend zwischen Tsukakoshi und Lottere — Abstand auf 0,9 Sekunden geschrumpft. Lotterer hat derzeit deutlich mehr Downforce als Tsukakoshi.

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07:29

Runde 15: Lotterer robbt sich ieder an Tsukakoshi heran. 1,360 Sekunden der Abstand nun.

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07:27

Wenn die Sonne nicht eben zu stark geblendet hat, hat Kazuki Nakajima bereits zweimal seinen Overtake-Button gedrückt.

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07:26

Kaum spricht man vom Teufel, findet Tsukakoshi wieder seine Pace: Abstand in Runde 13 wieder auf 2,1 Sekunden angewachsen. Waren wohl einfach zwei schlechte Runden von ihm.

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07:24

Lotterer konnte sich nun auch ein wenig von Nakajima absetzen, der knapp 2 Sekunden hinter dem Titelverteidiger ist.

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07:23

Tsukakoshis Pace steigt etwas an, scheint ihn der Frontflügel nun doch etwas zu stark zu behindern? Lotterer robbt sich Runde für Runde an ihn heran. Abstand in Runde 12 nur noch 1,792 Sekunden!

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07:22

Runde 11: Tsukakoshi auf 3 knapp 8,5 Sekunden hinter de Oliveira, Lotterer auf 4 10,4 Sekunden.

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07:21

Die Rundenzeiten von de Oliveira sind angestiegen. Bis Runde 6 fuhr er noch 1:38er Zeiten, mittlerweile sind diese aber auf 1:39 angestiegen. Das ist ungefähr genauso schnell wie Matsuda, sprich sein Vordrang ist etwas gestoppt. Abstand in Runde 11: 3.447 Sekunden.

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07:20

Besagtes dreier Päärchen befindet sich aber dafür, jetzt in Runde 10, in einer Art Dreikampf. Wobei Kampf noch etwas nett ausgedrückt ist, sie beschnuppern sich eher.

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07:19

Ich hatte mich übrigens vorhin verschaut (schlechte Augen in der Früh…): Hinter Kaneishi und dem jüngeren Nakajima war natürlich Kunimoto, Hirate ist derzeit auf 8 und verteidigt sich gegen Takashi Kogure.

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07:17

Der leicht beschädigte Frontflügel scheint Tsukakoshi nicht allzu stark zu behindern. Er findet sich 6 Sekunden hinter de Oliveira.

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07:15

Runde 7: Oliveira gibt weiterhin Gas: Abstand zu Matsuda mittlerweile auf 3 Sekunden angewachsen, Lotterer 10 Sekunden zurück.

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07:15

Um Platz 12 entbrennt in Runde 6 derweil ein Kampf zwischen Toshihiro Kaneishi und Daisuke Nakajima. Dahinter ist gleich Kohei Hirate auf 14.

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07:13

Die japanischen Kommentatoren hören ein Motorproblem heraus, nachdem es sich auch anhört.

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07:12

Naoki Yamamoto ist langsam unterwegs.

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07:12

Runde 5: Matsuda ist 2 Sekunden hinter de Oliveira, Tsukakoshi 4 und Lotterer 6. Hinter dem Duisurger staut es sich ein bisschen mit Nakajima, Duval und Izawa.

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07:11

Es wirkt ein bisschen so als könnte Lotterer nicht die Pace von Tsukakoshi gehen, der wiederum etwas Zeit auf die beiden Impul-Fahrzeuge verliert.

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07:10

Ahhh, kaum gemeckert, schon folgt die Aufklärung: Orime wurde von Saga beim Anbremsen auf die zweite Kurve am Heck getroffen.

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07:09

Beide Fahrzeuge stehen auch noch immer im Aus und werden gerade abgeschleppt.

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07:08

Leider wird bei der Wiederholung von J Sports 3 nicht der Unfall von Orime und Saga gezeigt, sah aber so aus, als hätte Orime seinen Dreher ins Kiesbett alleine verursacht. Saga wurde anschließend etwas blockiert.

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07:07

Oh, Tsukakoshi hat eine leichte Beschädigung vom Frontflügel. Vorne rechts (von uns aus gesehen links) fehlt ein kleines Stück. Seine Pace scheint es derzeit aber nicht zu beeinflussen.

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07:06

Die Top 6 nach der ersten Runde: Oliveira, Matsuda, Tsukakoshi, Lotterer, Nakajima, Duval.

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07:05

Pardon, das mit Matsuda hatte ich falsch gesehen und mich auf den japanischen Kommentar verlassen, der Matsuda ebenfalls in Front gesehen hat. Oliveira konnte sich aber doch noch mal verteidigen und führt das Rennen an.

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07:05

Was für ein Raketenstart von Koudai Tsukakoshi, von 5 auf 3. Lotterer hat zwar Nakajima überholt, bleibt allerdings auf 4.

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07:04

Und Unfall im Hintergrund. Müsste Orime mit Saga gewesen sein.

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07:03

Sehr guter Start von Tsukakosh!!!! ZIeht gleich auf 3 vor, Matsuda überholt JP de Oliveira.

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07:03

START!!!!!!!!!

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07:03

Fahrzeuge stellen sich nach der Einführungsrunde wieder auf. In wenigen Sekunden geht es los!

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07:00

Insgesamt stehen übrigens 52 Runden auf dem Programm.

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06:59

Die Motoren wurden angelassen

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06:57

Die Nationalhymne wird jetzt von einem Orchester gespielt.

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06:56

Und damit zum Rennen. JP de Oliveira steht auf Pole, Tsugio Matsuda komplettiert die erste Reihe. Dahinter Kazuki Nakajima, Andr� Lotterer, Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi war der einzige von Honda belieferte Fahrer, der Q3 gestern erreichte. Das zweite Freie Training fand unter feuchten Bedingungen statt, jetzt scheint wie zu erwarten war die Sonne. Ich habe noch keine genauen Temperaturen, aber es sollten um die 35 Grad sein.

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06:55

Ziel der Formula Nippon ist es, mit dem neuen Namen die Serie auf einen ähnlichen Level wie die Formel 1 (naja…) sowie die Izod IndyCar Series (schon realistischer) in Asien zu heben.

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06:51

Die große News des Tages: Die JRP gab den neuen Namen der Formula Nippon bekannt, den die Serie ab 2013 tragen wird. Der neue Name lautet: Super Formula. Damit folgt die Formula Nippon der Super GT, die sich 2005 von der JGTC (Japanese GT Champonship) in Super GT umbenannte. Der komplette, japanische Titel der Formula Nippon ab 2013 lautet Japanese Championship Super Formula. Derzeit trägt sie den vollen Titel All-Japan Formula Nippon.

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06:49

Einen wunderschönen Guten Morgen zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon aus Motegi. Dieses Mal mit unserem schicken neuen Live-Ticker, der in kürzester Zeit von zwei flinken Programmieren respektive Designern für uns erstellt wurde. Er ist noch nicht ganz fertig, aber ich habe die Ehre, sozusagen den Shakedown durchzuführen. Der Ticker aktualisiert sich alle 30 Sekunden selbst.

 

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August 04 2012

04:00

Formula Nippon: Vorschau Round 5 Motegi

Für manch einen kaum zu glauben, an diesem Wochenende bestreitet die Formula Nippon aber bereits ihr drittletztes Saisonrennen. Bevor es Ende September und Anfang November nach Sugo respektive Suzuka geht, ist Japans höchste Formel-Serie an diesem Wochenende bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Twin Ring Motegi unterwegs. Neben der erwarteten Zuspitzung im Meisterschaftskampf wird am Sonntag außerdem der neue Name, den die Serie ab 2013 tragen wird, präsentiert.

Eigentlich schon zum dritten Saisonrennen in Autopolis geplant, hat sich die JRP (Japan Race Promotion) etwas mehr Zeit bei der Sichtung der Namensvorschläge gelassen. Wie bereits über die letzten Monate häufiger berichtet, schnürte man um den neuen Seriennamen ein Gewinnspiel, an dem alle mit einem gültigen Führerschein derzeit in Japan residierenden Bürger teilnehmen konnten. Neben VIP-Tickets für die kommende Saison gibt es als Sonderpreis zudem entweder einen Honda CR-Z type α oder einen Toyota 86 grade G zu gewinnen. Während der neue Serienname nach langer Anmeldeprozedur und weiteren, rechtlichen Abwicklungen diesen Sonntag auf einer Pressekonferenz um 9:50 Uhr Ortszeit präsentiert wird, sollen die Gewinner des Gewinnspiels im Rahmen des JAF Grand Prix (16. bis 18. November) verkündet werden.

Grund für die Namensänderung ist die zukünftige Ausrichtung der Serie. Ähnlich der Super GT will die Formula Nippon ebenfalls gen Asien expandieren. Über ein Rennen auf der F1-Strecke in Südkorea wurde bereits Ende 2011 spekuliert, vor dem diesjährigen Saisonbeginn bestätigte JRP-Präsident Hiroshi Shirai zwar diese Pläne, machte sie aber auch unter anderem von der wirtschaftlichen Lage abhängig. Rennen in Malaysia und China seien ebenfalls möglich, fallen selbstredend aber unter die gleichen Entscheidungskriterien. Sollte die Formula Nippon, was anbetracht des Vorhabens sowie den Visionen seitens der JRP wünschenswert wäre, in mindestens drei verschiedenen Ländern fahren, so kann sie laut FIA-Regularien nicht mehr als nationale Rennserie auftreten. Aus diesem Grund musste sich beispielsweise auch die JGTC 2005 in Super GT umbenennen. Für die Formula Nippon selbst bricht zwölf Jahre nach ihrer „Gründung“ (die eigentliche Geschichte geht bis zum ursprünglichen Namen, All-Japan Formula 2000, ins Jahr 1973 zurück) somit ein neues Zeitalter an. Ein Zeitalter, in dem man nicht mehr nur noch Japans höchste, sondern gleichzeitig auch Asiens höchste Formel-Serie werden möchte. Aus diesem Grund verabschiedet sich die Serie 2014 auch vom aktuellen FN09-Wagen.

Wie passend zum vorangegangenen Lauf in Fuji bekannt wurde, wird der neue Bolide von Dallara gebaut werden. Diesbezüglich hatten sich die Team-Chefs zusammen mit den JRP-Vorsitzenden in einem bislang noch nicht näher kommentieren Meeting zur Abstimmung kurz nach dem Rennen in Fuji getroffen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dem Design-Vorschlag von Dallara zugestimmt wurde. Bleibt zu hoffen, dass Dallara einen ähnlichen hübschen Wagen wie den FN09 von Swift bauen wird. Bislang ist lediglich bekannt, dass es neben einem neuen Bremssystem auch selbstredend eine neue Aerodynamik geben wird. Bezüglich der Motorenfrage gibt es hingegen keine neuen Informationen. Ursprünglich waren 2,0l Motoren mit Hybrid-Antrieb mitsamt System E, einem KERS-ähnlichen System, das sich seit einiger Zeit in der Entwicklung befindet und nicht zur Konzeption des FN09 passt, angedacht. Die gleichen Motoren wollten Honda und Toyota ab 2014 auch in der Super GT einsetzen. Wegen den Unklarheiten zur DTM-Super-GT-Kooperation wird sich diese Entscheidung aber wohl so lange hinauszögern, bis diesbezüglich Klarheit besteht.

Dies Alles ist aber natürlich noch Zukunftsmusik. Zwar wird der neue Serienname vor dem Rennen von Hiroshi Shirai und Tsugio Matsuda als Fahrervertreter der Presse präsentiert, das Hauptaugenmerk liegt aber selbstverständlich auf dem fünften Saisonlauf. Erneut geht es auf den Twin Ring Motegi, wo die Fahrer, anders als noch zum zweiten Saisonlauf im Mai, mit den heißen Sommertemperaturen um die 30-32 Grad (mitsamt relativ hoher Luftfeuchtigkeit) zu kämpfen haben werden. Vereinzelte, kleine Regengüsse sind zwar angekündigt, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer als noch vor knapp drei Wochen in Fuji. Die heißen Temperaturen erhöhen selbstredend auch den Materialverschleiß. Insbesondere die Bremsen müssen aufgrund der Stop-and-Go-Charakteristik der Strecke geschont werden, aber auch der Reifenverschleiß kann bei den hohen Asphalttemperaturen eine entscheidende Rolle spielen. Ein weiteres Schlüsselelement wird selbstredend auch die Qualifikation sein, da Überholen auf dem Twin Ring Motegi nicht zu den einfachsten Disziplinen gehört. Dies betrifft insbesondere André Lotterer, der in den letzten beiden Rennen jeweils keine guten Startplätze erzielte. Die Qualifikation wird wie bereits im Mai in der Special Stage, dem Einzelzeitfahren nach der regulären Qualifikation zur Festlegung Reihenfolge, ausgetragen.

Da ich bereits ausführlich über den Kurs und sein Umfeld in meiner Vorschau im Mai berichtet habe – und das Umschreiben der zwei Absätze folglich Irrsinnig und nicht dem Prinzip der „Nachhaltigkeit“ entsprechen würde – übernehme ich im folgendem besagte Beschreibung. Nach dem eingebetteten Video folgen noch ein paar Worte zum Rennen sowie der Ausstrahlungszeit.

Weltweit ist der Twin Ring Motegi eine einzigartige Rennstrecke, da er anders als die Strecken in den USA einen separaten Oval- sowie Straßenkurs enthält, ohne dabei Kompromisse bei der Streckenführung einzugehen. Gebaut wurde der gesamte Komplex 1997 von Honda, mit dem Ziel die CART  nach Japan zu holen und das eigene Wissen im Bereich des amerikanischen Open-Wheel-Sports zu erweitern. Trotz der zwei „Zwillingsstrecken“ ist es allerdings  nicht möglich, gleichzeitig zwei Rennen auszutragen, da sich der 4,8km lange Straßenkurs die Boxengasse wie auch Haupttribüne mit dem 2,493km langen Super Speedway teilt. Zusätzlich werden beide Kurse jeweils in einem jeweils anderem Uhrzeigersinn gefahren. Neben der CART und später der IndyCar fuhr 1998 auch der NASCAR Sprint Cup (damals noch Winston Cup) ein Einladungsrennen auf dem Oval. Das Coca-Cola 500 gewann damals Mike Skinner für Richard Childress Racing. In die NASCAR-Geschichte ging das Rennen allerdings aufgrund der Tatsache ein, dass es zum einen das erste (und einzige) Oval-Rennen der NASCAR in Japan war und zum anderen, weil Dale Earnhardt sr. sowie sein Sohn Dale Earnhardt jr. das erste Mal zusammen in einem Rennen fuhren. Das letzte Oval-Rennen der IndyCar fand 2010 statt. Nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurde der Super Speedway leider sehr stark beschädigt. Da die IndyCar bereits davor beschlossen hatte, nach 2011 aus wirtschaftlichen Gründen vorerst keine Rennen mehr im Land der aufgehenden Sonne auszutragen, beschloss der Streckenbetreiber, das Oval nicht zu reparieren. Das letzte IndyCar-Rennen fand deshalb erstmals auf dem Straßenkurs statt, welches Scott Dixon für Chip Ganassi Racing gewann. In Europa ist der Kurs insbesondere durch den dort seit 2004 jährlich ausgetragenen Japan Grand Prix der MotoGP bekannt; die Super GT wird auch heuer ihr Saisonfinale in Motegi austragen. Kurze Randnotiz: Beim IndyCar-Auftritt 2011 auf dem Straßenkurs des Twin Ring Motegi erzielte Scott Dixon mit 1:38.391 die Pole Position. Zwar mag der Vergleich des alten Dallara-IndyCars mit dem FN09 der Formula Nippon unfair wirken, im gleichen Jahr erzielten bei beiden Auftritten im Juni und Oktober jeweils Joao Paulo de Oliveira sowie André Lotterer mit 1:35.012 respektive 1:32.989 die Pole Position.

Der Straßenkurs des Twin Ring Motegi fällt für japanische Verhältnisse aufgrund seines flachen Höhenprofils eher untypisch aus. Zudem besitzt die Strecke mit seinen 14 Kurven einen Stop-and-Go-Charakter mit lediglich einer leichten Erhöhung in der Haarnadelkurve. Interessant ist die Tatsache, dass der Straßenkurs zwei Unterführungen besitzt, mit der ersten auf der kleinen Geraden zwischen Kurve 4 und 5. An dieser Stelle verlassen die Fahrer quasi unter Turn 3 des Ovals den inneren Teil der Anlage; auf der Geraden nach Kurve 11 (zwischen Turn 1 und 2 des Ovals) gelangen sie durch die zweite Unterführung – das ganze wirkt wie die Unterführung nach der Degner vor der Haarnadel in Suzuka – wieder in den inneren Teil hinein. Dies ist nur aufgrund der Einzigartigkeit der kompletten Anlage möglich und stellt somit gleichzeitig die Besonderheit der Strecke dar. Im folgendem ein Onboard-Video von André Lotterer aus der Reihe „Driver’s Eye“ des japanischen Fernsehens:

Unglücklicherweise sorgt aber genau diese Einzigartigkeit der Strecke für einige Probleme für die Zuschauer vor Ort. Zum einen sitzen sie beispielsweise auf der Haupttribüne zu weit von der Start- und Zielgeraden entfernt, zudem blockiert das Oval die Sicht auf einige Kurven der Strecke, weshalb viele, größere Monitore zum Verfolgen des Geschehens benötigt werden. Abseits der Haupttribünen sind die Sitze auf wenige Stellen im inneren Teil des Ovals sowie der Gegengerade des Straßenkurses limitiert. Zu allem übel besitzt die Strecke keine besonders gute Infrastruktur. Motegi (Tochigi-Präfektur) selbst ist mit lediglich 16.403 Einwohnern (Stand 2005) und einer Gesamtfläche von 172,71km² eine relativ kleine Stadt. Zwar ist die Strecke mit dem Auto nur rund 6km von der Innenstadt entfernt, dennoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Hotel direkt an der Strecke, quasi inexistent. Zu allem übel besitzt die Strecke lediglich zwei zweispurige Straßenzufahrten, was bei Großveranstaltungen mitunter für regelmäßige Verkehrsstaus sorgt. Die Anfahrt mit dem Zug gestaltet sich ebenfalls als schwierig, weil die zwei großen, regionalen Zuggesellschaften JR East sowie Tobu Railway den Bahnhof in Motegi nicht direkt anfahren. Pläne für eine Schnelltrasse für den Shinkansen gibt es ebenfalls nicht.

Nicht nur wegen seines beeindruckenden Rennens vor rund drei Wochen in Fuji ist André Lotterer der absolute Geheimfavorit auf den Sieg in Motegi. Der Duisburger gewann auch bereits im Mai den ersten Formula-Nippon-Auftritt in diesem Jahr in Motegi. Mit insgesamt vier Siegen ist Lotterer der Rekordhalter aller derzeitig amtierenden Formula-Nippon-Piloten auf der Strecke. Lotterer und der Twin Ring, das passt einfach, schließlich gewann er dort im Jahr 2004 auch sein erstes Super GT (damals noch JGTC) Rennen mit Nakajima Racing. Nach einem etwas holprigen Saisonstart in Suzuka und einem unglücklichen aber nichts desto trotz katastrophalen Wochenendes in Autopolis, hat sich der amtierende Champion auf vier Punkte an seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima (29 Punkte) herangepirscht. Der Japaner gab zwei Runden vor Schluss in Fuji die Führung an André Lotterer ab, verlor aufgrund des Bonus-Punktes für die Pole Position aber nur einen Zähler in der Meisterschaft auf ihn – fleißig ernährt sich das Eichhörnchen. Nach einem dritten Platz im Mai-Rennen wittert der Tom’s-Pilot nach Suzuka seinen zweiten Saisonsieg, weiß aber, dass auch ein zweiter Platz auf Lotterers Paradestrecke gewiss kein Beinbruch wäre, sofern er wie in Fuji sich die Pole Position sichert. Zwei Punkte hinter Lotterer ist Autopolis-Gewinner Koudai Tsukakoshi (23 Punkte). Der Docomo-Dandelion-Fahrer, der in Tochigi-Präfektur aufgewachsen ist und somit ein Heimrennen hat, hatte in Fuji einen Nuller geschrieben, nachdem er zum Rennstart wertvolle Positionen verlor und ein unglückliches Händchen beim Regenreifenpoker bewies. Er sowie sein Teamkollege Takuya Izawa (17 Punkte) sind die heißesten Anwärter für einen Honda-Sieg auf deren eigener Strecke. Hinter beiden Fahrern steht nach wie vor allerdings ein großes Fragezeichen, da es abseits des Autopolis-Rennens (und stellenweise zum Saisonauftakt in Suzuka) es dem Team nicht gelang, den guten Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In diesem Jahr etwas unauffallend wirkt Joao Paulo Oliveira (17 Punkte), und das obwohl der Brasilianer, abgesehen von seinem Ausfall in Autopolis, gute bis sehr gute Rennen ablieferte. Bestes Resultat war just im Mai in Motegi, als er sich nur André Lotterer geschlagen geben musste. Für de Oliveira wird es allerdings wichtig sein, mindestens aufs Podium, wenn nicht sogar zum Sieg zu fahren, wenn er seine mathematischen Meisterschaftschancen intakt halten möchte. Gleiches gilt auch für de Oliveiras Teamkollegen Tsugio Matsuda (13 Punkte) sowie Kazuya Oshima (15 Punkte). Letzterer hatte in Fuji unter schwierigen Mischbedingungen, verursacht durch Platzregen, fast einen Überraschungssieg gelandet, musste sich am Ende aber doch beiden Tom’s-Fahrern geschlagen geben. Oshima sollte nach dem letzten Sonntag erzielten, beeindruckenden ersten Sieg für Team Eneos LeMans in der Super GT seit neun Jahren besonders motiviert sein, dennoch ist davon auszugehen, dass er wie auch Matsuda um die Meisterschaft kein Wörtchen mehr mitreden werden. Hierfür waren, trotz einiger guter Rennen, die restlichen Ergebnisse in diesem Jahr etwas zu schwankend. Dennoch ist ein Aufwärtstrend beim Traditionsteam LeMans zu erkennen. Ähnliches gilt für Tsugio Matsuda, der nach drei Jahren in diesem Jahr sein Comeback in der Serie gab.

 

TV-Zeiten Motegi

Wie gehabt muss erneut aufgrund fehlender, internationaler TV-Partner, auf die nicht beliebte Graualternative zurückgegriffen werden. Die Qualifikation findet kurze Zeit nach Erscheinen dieses Artikels am Samstag statt. J Sports 3 geht am Sonntag um 6:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung; das Rennen startet 30 Minuten später um 7 Uhr, dieses Mal sogar unverschlüsselt im japanischen Fernsehen. Wie zu jedem Formula-Nippon-Rennen werden wir auch dieses Mal, sofern die Technik hoffentlich nicht streikt, unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker anbieten. Dieses Mal sogar zum allerersten Mal mit einem eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System. Der Live-Ticker startet am Sonntag um 6:45 Uhr.

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July 21 2012

18:29

Formula Nippon: Lotterer gewinnt im Regen von Fuji

Es war nicht nur das mit Abstand beste Formula-Nippon-Rennen der diesjährigen Saison, sondern auch eines der besten Rennen des amtierenden Meisters André Lotterer. Unter schwierigen Mischbedingungen gewann der Duisburger am vergangenen Sonntag von Startplatz 8 kommend sein zweites Saison- und damit sein insgesamt viertes Karriererennen auf dem Fuji International Speedway. Fast hätte es allerdings einen Überraschungssieger gegeben.

Vereinzelte Regenschauer waren für das Rennwochenende in Fuji in der Shizuoka-Präfektur angekündigt – und die japanische Regensaison hat erneut nicht enttäuscht. Passend zum ersten Qualifikations-Segment hatte sich erneut der Himmel über der Rennstrecke am Fuße des Fuji-san geöffnet. Die wenigen Tropfen sorgten dafür, dass Takuya Izawa sich Eingangs der Start- und Zielgeraden drehte und seinen Boliden abstellen musste. Das Ende vom Lied: Der 18. und letzte Startplatz. Ein Kuriosum in Q2: Auf Platz 9 schaffte André Lotterer nicht den Sprung ins dritte Segment.

Sichtlich frustriert und überrascht, rätselte der Deutsche über eine urplötzliche schlechte Balance des Wagens, obwohl er zuvor in Q1 wie auch im ersten Freien Training noch die beste respektive die zweitschnellste Zeit fuhr. Über Twitter munkelte er etwas deplatziert formuliert über einen schlechten Reifensatz, nahm diese Aussage im Anschluss aber wieder unkommentiert zurück. Nach dem mysteriösen Aufhängungsschaden in Sugo das zweite Mysterium, das bei den Tom’s-Mechanikern wohl für einige Stirnfalten sorgen dürfte. Lotterer startete dann letztlich doch noch von Position 8, weil Kohei Hirate aufgrund des irregulären Überfahrens der weißen Boxenausfahrtslinie um drei Plätze nach hinten versetzt wurde. Nachdem sich erneut die Regenwolken über dem Fuji Speedway zu Beginn des dritten Qualifikationssegments verdichtete, entschloss sich Kazuki Nakajima zum einzig richtigen: Sofort eine schnelle Runde setzen. Seine Einsatzbereitschaft ging auf, denn die Pole-Zeit von 1:36.694 konnte keiner der Konkurrenten bei einer immer nasser werdenden Strecke mehr schlagen. Mit ihm in Startreihe eins gesellte sich erfreulicherweise Kazuya Oshima (1:38.674); der zu diesem Zeitpunkt noch Meisterschaftsführende Koudai Tsukakoshi (1:40.034) sowie Yuji Kunimoto (1:40.252) und Tsugio Matsuda (1:40.495) rundeten die Top 5 ab. Matsuda war damit schneller als sein Impul-Kollege Joao Paulo de Oliveira, der auf P6 direkt hinter ihm ins Rennen ging.

Bereits am Sonntagmorgen begrüßte der Himmel über Fuji die Fahrer mit starken Winden und erneutem Regen. Unter diesen Bedingungen fuhr André Lotterer vor Tsugio Matsuda im zweiten Freien Training die schnellste Runde. Zum Rennstart um 14 Uhr Ortszeit war es zwar trocken, in den höheren Lagen der hügeligen Landschaft war allerdings eine kleine Nebelbildung zu beobachten. Und wie hätte es auch nicht anders sein sollen, fing es wenige Sekunden nach der Pre-Race-Zeremonie mitsamt Nationalhymne zu tröpfeln an, allerdings nicht so stark und vor allem auch nicht über die ganze Strecke verteilt, dass die Rennleitung das Rennen zum Wet Race hätte deklarieren müssen. Außerhalb der Top 10 auf P12 startend entschied sich lediglich Hironobu Yasuda zu einem gewagten Poker. In letzter Sekunde ließ der Kondo-Racing-Fahrer sich Regenreifen von seinen Mechanikern aufziehen, in der Hoffnung auf eine höhere Intensität des Regens. Bereits in der Einführungsrunde war aufgrund der noch sehr geringen Feuchte zu erkennen, dass diese gewagte Strategie nicht aufgehen sollte.

Bei schwülen 26 Grad Außen- sowie 33 Grad Asphalttemperatur wurde das Rennen gestartet. Kazuki Nakajima konnte seine Pole Position nicht bis in die erste Kurve retten, stattdessen wurde der Suzuka-Sieger, auch bedingt durch leicht durchdrehende Hinterreifen, von Kazuya Oshima kassiert. Im Hintergrund legte André Lotterer einen sagenhaften Raketenstart hin. Bereits nach der Coca-Cola-Kurve war der Titelverteidiger bis auf Position 4 hinter Yuji Kunimoto vorgefahren. Koudai Tsukakoshi wurde dabei von seinem dritten Startplatz auf Position 6 zurückgereicht; auch Matsuda wurde von Teamkollegen de Oliveira noch in der ersten Kurve überholt. In der ersten Runde besonders auffallend waren die teilweise rutschenden Autos. Einige Fahrer hatten aufgrund der noch kalten Slick-Reifen in Kombination mit der leicht feuchten Strecke in einigen Abschnitten sichtliche Mühe, ihren FN09 auf dem Kurs zu halten. Nach dem ersten Umlauf versuchte Kazuki Nakajima mit Hilfe des Zusatz-Boosts sowie des Windschattens an Oshima in Kurve 1 vorbeizugehen, verbremste sich allerdings, weshalb der Team-LeMans-Fahrer wieder vorbeischlüpfte. Im Hintergrund griff Lotterer erfolgreich auf der äußeren Linie nach Kunimoto, der im Anschluss auch noch vom Brasilianer Joao Paulo de Oliveira überholt wurde. Völlig von der Rolle war in der Anfangsphase Koudai Tsukakoshi, der nach dem Rennen sich über Balance-Probleme beklagte. Nach dem miserablen Start wurde er in Runde 5 auch noch von Tsugio Matsuda überholt und damit zwischenzeitlich auf P7 verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt musste auch Hironobu Yasuda einsehen, dass der Poker mit den Regenreifen nicht aufging, als nach nur fünf Runden die Spitze des Feldes hinter ihm auftauchte und der Nieselregen fürs erste aufhörte. Während vorne Oshima das Feld kontrollierte und sogar Nakajima leicht abhängen konnte, der wiederum den zu diesem Zeitpunkt sichtlich schnelleren Lotterer aufhielt, gab es im mittleren sowie hinteren Feld einige nette Zweikämpfe zu beobachten.

Vom letzten Platz aus startete Takuya Izawa seine Aufholjagd. In Runde 6 übernahm der zweite Dandelion-Pilot bereits Position 12 von Daisuke Nakajima, der in der Qualifikation mit Startplatz 7 eigentlich noch eine gute Ausgangsposition hatte. Für Kazukis jüngeren Bruder im Team des Vaters sollte es erneut kein sonderlich erfolgreiches Rennen werden. Am Ende sprang lediglich Platz 11 heraus, womit er wenigstens seine bisherige Leistung seit Motegi (P10) und Autopolis (P11) bestätigte. Nach Startplatz 7 hatte er und das Team sich aber sicherlich etwas mehr erhofft, zudem wurde er von seinem am Ende auf Position 10 ins Ziel kommenden Teamkollegen Takashi Kogure überholt, der von Platz 13 ins Rennen ging. Lichtblick für Nakajima Racing ist allerdings, dass man nach dem katastrophalen Saisonstart in Suzuka eine gewisse Konstanz gefunden hat. Qualifikations-Ergebnisse wie der siebte Startplatz von Daisuke Nakajima in Fuji zeigen außerdem, dass Potential nach vorne vorhanden ist, was fehlt ist lediglich die Umsetzung des Speeds im Rennen. Ein Problem, mit dem auch weiterhin noch Docomo Dandelion Racing zu kämpfen hat. Während Izawa durch eigenes Verschulden zu Beginn des Rennens immerhin eine ansehnliche Aufholjagd hinlegte (bis auf P9), verlor in der zweiten Hälfte des Rennens dennoch wieder an Speed. Am Ende reichte es nur für P13. Teamkollege Tsukakoshi stellte seinen Boliden in der Qualifikation immerhin in die zweite Startreihe, fiel allerdings beim Rennstart zurück. Ähnliches war auch in Suzuka und Motegi passiert, lediglich in Autopolis hatten es beide Fahrer geschafft, ihren Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In Runde 7 nahm der Regen erneut zu, was zu einem leichten Anstieg der Rundenzeiten um rund eine Sekunde sorgte. So fuhr Oshima beispielsweise noch in Runde 4 um die 1:29, während er drei Runden später die 4,563 km lange Strecke eine Sekunde langsamer umrundete. Ab diesem Zeitpunkt war besonders Sektor 3, hier vor allem die Dunlop-Kurve, sowie die Start- und Zielgerade vom Regen betroffen. Beim Anbremsen auf besagte Dunlop-Kurve hatte sich Yuji Kunimoto fast gedreht, konnte den Wagen aber noch abfangen. Kurz davor wurde er von Tsugio Matsuda in einem hübschen Slipstream-Manöver in Kurve 1 überholt. In den kommenden Runden nahm die Intensität des Regens weiter zu, weshalb einige Teams anfingen, über den Wechsel auf Regenreifen nachzudenken. Dagegen sprach allerdings, dass es sich bei diesem Niederschlag erneut um einen kurzen, kleinen Platzregenschauer um Sektor 3 herum handelte, von dem man nicht wusste, wie lange er anhalten würde. Besser mit den Bedingungen klarkommend griff in Runde 13 Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira an, während die Rundenzeiten im Feld zwischen 1:33 und 1:36 anstiegen. Zu diesem Zeitpunkt war auch Oshima deutlich schneller und konnte sich bis zu drei Sekunden von Kazuki Nakajima absetzen. Interessant zu beobachten waren die unterschiedlichen Stärken der beiden Tom’s-Piloten. Während Lotterer in Sektor 1 und 3 deutlich schneller als sein Teamkollege konnte, setzte sich dieser wiederum in Sektor 2 wieder leicht von ihm ab. Dennoch war zu erkennen, dass Lotterer spürbar schneller als Nakajima war.

Bedingt durch die stets wechselnden Bedingungen, waren es jene Rundenzeiten, die sich alle paar Runden veränderten. Als nach dem erneuten, kurzen Schauer es nur noch in der Dunlop-Kurve leicht feucht war, holte Nakajima wieder auf bis zu zwei Sekunden auf den führenden Oshima auf. Auch Joao Paulo de Oliveira konnte diese Phase nutzen, um seinen Teamkollegen abzuschütteln und sogar Zeit auf André Lotterer gewinnen. Aber wie hätte es auch anders sein sollen, entschieden die Regenwolken sich über der Strecke in Runde 26 endgültig zu entleeren, erneut allerdings mit einem fiesen Platzregen, der abermals insbesondere Sektor 3 sowie Teile des ersten Sektors unter Wasser setzte. Erstaunlicherweise entschloss sich niemand zum sofortigen Reifenwechsel, vermutlich weil alle Teams mit nur einem kurzen, dieses Mal aber heftigeren Platzschauer rechneten. Als zwei Runden später aber auch der komplette zweite Sektor an Nässe gewann, entschloss sich Naoki Yamamoto als erster des Feldes zum Wechsel auf die Regenreifen. In Runde 29 folgten ihm Kunimoto und Tsukakoshi. Letzterer hatte mit seinem Team wohl nach der katastrophalen ersten Rennhälfte auf einen längeren Schauer gehofft und damit alles auf eine Karte gesetzt, um doch noch einige Plätze wieder gut zumachen. Abseits der Kameras flog Joao Paulo de Oliveira von der Strecke, konnte aber nach dieser Schrecksekunde wieder weiterfahren, wurde dabei aber von seinem Teamkollegen Tsugio Matsuda überholt. Trotz der hohen Intensität des Regens entschlossen sich lediglich Yamamoto, Tsukakoshi und Kunimoto zum Reifenwechsel; der Rest des Feldes blieb auf den Slicks. Umso erstaunlicher, dass neben dem Dreher von de Oliveira und später auch noch Izawa in Runde 34, die Fahrer ihre Boliden auf der Strecke halten konnten. Auf Slicks wohlgemerkt. Ein Fakt, den man nicht häufig genug erwähnen kann. Ein Grund hierfür könnte laut der späteren Interview-Aussage Lotterers sein, dass die Asphalttemperatur trotz des Regens sich konstant zwischen 31-33 Grad befand und deshalb die Slick-Reifen, die zwar kein Wasser aufnehmen können, nie stark abkühlten. Der Ground-Effect des Boliden könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Letztlich waren es aber die Fahrer, die filigran ihre Boliden über das Wasser steuerten. Zu diesem Zeitpunkt machten auch beide Tom’s-Piloten wieder weiter Boden auf Oshima gut.

Die Rechnung mit den Regenreifen der Wechsler schien anfangs aufzugehen – Tsukakoshi fuhr beispielsweise auf Anhieb rund vier Sekunden schneller als der führende Oshima. Das ausharren der Anderen machte sich allerdings dann doch bezahlt: Keine zehn Runden später schien auf Start/Ziel zum ersten Mal während des gesamten Rennens die Sonne leicht durch; der Regen wurde weniger und die einzelnen Sektoren trockneten langsam wieder ab, wobei der zweite Sektor und dritte Sektor, insbesondere die Passage ab der 300 R, weiterhin die trickreichsten darstellten. Mit dem langsamen abtrocknen der Strecke verlor Nakajima um die 1,8 Sekunden auf den kontrollierend fahrenden Oshima, während André Lotterer wiederum wertvolle Sekunden auf seinen Teamkollegen verlor. Mit dem Erreichen des 38. Umlaufs betrug dieser aufgrund eines temporären Antriebdefekts ganze 5,8 Sekunden. Der Duisburger erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Rennen, dass das Problem ohne Vorwarnung auftrat und er deshalb besonders auf der Zielgeraden Zeit verlor. In der Hoffnung auf Besserung, versuchte er deshalb Benzin und Reifen zu sparen. Im Vorfeld wurde bereits darüber spekuliert, ob nach der diesjährigen Regeländerung (kleinerer Tank, Abschaffung der zwei Pflichtreifenwechsel) es aufgrund des geringeren Verbrauchs in Fuji eventuell möglich wäre, ohne Boxenstopp durchzufahren. Die Regenschauer hätten diese Theorie weiter unterstützen können, in der 40. von 55 Runden eröffnete Kazuki Nakajima aber dann doch mit dem zweimaligen Gaststarter Yuhki Nakayama, der ein sauberes aber bis auf ein gewonnenes Duell mit Ryo Orime, der später im Rennen durch einen Dreher ausfiel, unauffälliges Rennen fuhr und 15. wurde, die Reihe an Boxenstopps. Beide kamen lediglich zu einem wie die Japaner es nennen „Splash & Go“, sprich einem „Splash & Dash“ hinein – die Reifen wurden nicht gewechselt.

Eine Runde später tat es ihnen Kazuya Oshima gleich. Auch er ließ sich nur für den Schlusssprint betanken und verzichtete auf neue Pneus. Nach 11,5 Sekunden und damit 0,4 Sekunden schneller als Nakajima, verließ er wieder seine Mannschaft. Dennoch reichte es nicht, um vor dem ehemaligen F1-Piloten wieder auf die Strecke zu kommen. Nakajima zauberte, wohl wissend seiner Chance, zwei schnelle In- respektive Outlaps auf den Asphalt, was ihn letztlich die nötigen Zehntelsekunden für den Führungswechsel brachte. Noch eine Runde später steuerte Lotterer den Service an. Wenig überraschend entschied auch er sich lediglich zum Auftanken. Das jeweils eine Runde längere fahren als seine beiden, direkten Konkurrenten machte sich für den Titelverteidiger bezahlt: Er verkleinerte die ehemals 5,8 Sekunden Rückstand auf nicht ganze drei Sekunden. Ein weiterer, nennenswerter Stopper war Joao Paulo de Oliveira, der zwar nur 9 Sekunden bei seiner Mannschaft verbrachte, für den es nach seinem Dreher und einem wohl daraus resultierenden Pace-Verlustes am Ende nur für Position 6 reichte. Das Wochenende hatte sich der Brasilianer, der letzte Woche Freitag seinen 31. Geburtstag feierte, etwas anders vorgestellt. Schwacher Trost: Mit 1:29.031 fuhr er die schnellste Runde des Rennens.

Nach den Stopps der Anderen befanden sich Kunimoto und Tsukakoshi auf der nun nur noch im dritten Sektor leicht feuchten Strecke zwar auf den Plätzen 4 und 5, verloren aufgrund ihrer Regenreifen aber mehrere Sekunden pro Runde auf den Rest des Feldes. Von hinten rückten Matsuda und Duval an. Letzterer hatte ebenfalls keinen guten Start, konnte sich aber durch seinen Renn-Speed und eine intelligente Fahrweise, besonders während der vereinzelten Regenschauer, wieder nach vorne arbeiten. Die beiden Champions von 2007/08 und 2009 befanden sich im direkten Kampf, weshalb der Franzose in der Dunlop-Kurve das Zögern seitens Matsuda, der seinen Angriff auf den sich nicht wehrenden Tsukakoshi abbrach, zu überholen, was Matsuda aber zu verteidigen wusste. Beide gingen am Dandelion-Fahrer im nächsten Umlauf in Turn 1 vorbei; Kunimoto war anschließend in der gleichen Runde in der Dunlop-Kurve fällig. Das sehenswerte Duell zwischen dem Japaner und dem Franzosen war damit aber noch nicht zu Ende. Ohne Zusatz-Boost verteidigte sich Matsuda geschickt den Angriffen Duvals, indem er ihm in Kurve 1 lediglich die äußere Linie frei machte und ihn so beim Beschleunigen verhungern ließ. Unbeobachtet der Kameras krallte sich kurz vor Schluss Duval aber dann doch noch Matsuda. Beide beendeten ihre starken Rennen auf den Plätzen 4 und 5. Zuvor, in der 48. Runde, entfachte eder Kampf zwischen Oshima und Lotterer, dessen Antriebsprobleme sich nach eigener Aussage nach dem Boxenstopp wieder verschwanden.

In Suzuka fand der Duisburger keinen Weg am Japaner vorbei, in Fuji trieb er ihn hingegen zu Beginn der 50. Runde in Kurve 1 in einen Fehler. Mit Hilfe des Zusatz-Boosts zog er im Windschatten neben Oshima, der sich wiederum in Kurve 1 verbremste und so Lotterer Position 2 überließ. Vier Runden vor Schluss betrug der Abstand zwischen beiden Tom’s-Fahrern nur noch rund zwei Sekunden. Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt schnellster Mann auf der Strecke war, schloss in nicht mal zwei Runden auf seinen Teamkollegen Nakajima auf. In einem packenden Duell begann Kazuki Nakajima in Kurve 13 einen kleinen Fehler, was Lotterer ermöglichte sich neben ihn zu setzen und außen in der darauffolgenden Haarnadelkurve in einem starken Manöver zu überholen – und das zwei Runden vor Schluss! Die Führung gab Lotterer dann in der letzten Runde, trotz sichtlicher Anstrengungen seitens Nakajimas, nicht mehr ab.

Nakajima nahm es nach dem Rennen gelassen und sportlich, letztlich musste er eingestehen, dass sein Teamkollege an diesem Wochenende schneller war, auch wenn er sich bis zwei Runden vor Schluss gut verteidigen konnte. Eine ähnliche Aussage traf auch Kazuya Oshima, der selbstredend etwas enttäusch darüber war, dass ihm der Überraschungserfolg nicht glückte. Ohne parteiisch zu werden, hätte ich mich persönlich ebenfalls sehr über einen Erfolg Oshimas und des Traditionsteams LeMans gefreut, gab es schließlich auch schon lange nicht mehr. Platz 3 ist aber eine mehr als tolle und vor allem verdiente Leistung, die auch den Aufwärtstrend des Teams unterstreicht. Für Lotterer war es nach Motegi der zweite Erfolg in dieser Saison und insgesamt der vierte Karrieresieg auf dem Fuji International Speedway. Damit ist er weiterhin Rekordhalter auf der nach Suzuka bekanntesten Strecke Japans aller derzeitig fahrender Formula-Nippon-Piloten. Saisonlauf 5 findet am 05. August 2012 auf dem Twin Ring Motegi statt, wo Lotterer ebenfalls Rekordhalter aller derzeitig aktiven Fahrer ist.

Bedingt durch die Nullrunde von Koudai Tsukakoshi – Punkte gibt es nur bis Position 8 – verlor der Dandelion-Fahrer seine Tabellenführung an Kazuki Nakajima, der nun mit 29 Zählern vor André Lotterer (25 Punkte) und Tsukakoshi (23 Punkte) die Meisterschaft anführt. Entschieden ist drei Rennen vor Schluss – es folgen nach Motegi noch Sugo und Suzuka – noch nichts, auch wenn Joao Paulo de Oliveira und Takuya Izawa mit jeweils 17 Punkten wohl nur noch mathematische Chancen auf die Meisterschaft haben dürften. So überraschend und ereignisreich die Saison allerdings ist, würde ein alles auf den Kopf stellendes Motegi-Rennen einen auch nicht mehr weiter verwundern. Der heiße und schwüle Sommer hält nämlich auch noch im August weiter an.

 

aErgebnis Round 4 Fuji Speedway

aMeisterschaftsstand nach Round 4

 

+++ Breaking News +++

Zwar gab es in Fuji, anders als gehofft, doch noch keine Informationen zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird, dafür ist dem Cover der am 23. Juli 2012 in Japan erscheinenden Motorsport-Zeitschrift a„Racing News formula“ zu entnehmen, dass Dallara die Zusage bekommen hat, den ab 2014 zum Einsatz kommenden, neuen Einheitswagen zu bauen. Des Weiteren wird es nach Angaben des Covers ein neues Bremssystem, Getriebe sowie eine neue Aerodynamik geben.  Sobald es weitere Infos gibt, findet ihr diese nicht nur in der Motegi-Vorschau Anfang August, sondern auch über Twitter respektive in unseren Newshappen.

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March 09 2012

17:05

Saisonvorschau: AutoGP World Series

Gute Promotion, ein neuer Name, drei Strecken außerhalb Europas, aber ein altes Problem: Der Auto GP “World Series” fehlt es auch 2012 an Tiefe im Fahrerfeld.

Gemeinsam mit der WTCC startet am Wochenende auch die runderneuerte Auto GP-Serie in die Saison 2012. Über den Winter hat sich mit der einst etwas bescheidenen Junior- und Herrenfahrerklasse einiges getan: So wurde etwa bekannt, dass man nicht mehr nur in Europa, sondern – zweifellos mit Unterstützung von Promotor Eurosport – auch in Marrakesch, Curitiba und Sonoma Rennen austragen wird. Der neue Anspruch spiegelt sich auch im Namen wieder, der nun “Auto GP World Series” lautet. Die Hoffnung, mit den Änderungen auch für die großen Talente attraktiver zu werden, hat sicher bislang aber nicht erfüllt – so wirklich klingende Namen sucht man bislang vergebens. Bei genauerer Betrachtung sind aber doch ein paar interessante Fahrer dabei.

Einiges getan hat sich bei den Fahrern und Teams. Hier eine kurze Vorstellung in der Reihenfolge der Team-Wertung 2011. Davor aber noch eine kleine Anmerkung: Die Informationspolitik der AutoGP ist, sagen wir, suboptimal. Eine “Entry List” gibt es hier, 16 Fahrer sind eingetragen, kurzfristige Änderungen aber nicht ausgeschlossen. Die Homepages der Teams sind wenig aufschlussreich, oft nicht aktuell, oder überhaupt noch “under construction”. Die Liste ist nach bestem Wissen erstellt, und entspricht dem Informationsstand bei Veröffentlichung. Änderungen sind aber nicht nur vorbehalten, sondern sogar wahrscheinlich.

DAMS
geht 2012 in der Serie nicht mehr an den Start. Das gleiche gilt – der Vollständigkeit halber – für TP Formula, Durango und Emmebi Motorsport.

Campos Racing
Die Spanier treten auch im kommenden Jahr wieder mit drei Autos in der Serie an. In Monza werden der Argentinier Facundo Regalia, der intelienische Hotel- und Restaurantbetreiber Giuseppe Cipriani und der Russe Max Snegirev für die Mannschaft ins Lenkrad greifen. Die bisher in anderen Serien gezeigten Leistungen des Trios waren nicht herausragend.

Lazarus Racing
Komplizierte Geschichte: Man tritt ebenfalls 2012 nicht an. Dachte ich zumindest. Aktuell scheint das Team allerdings in der Entry List auf – in der für 2012, nicht aber in jener für Monza, wo man wohl nicht dabei sein wird. Bisher ohne Informationen darüber, wer die Autos am Ende lenken soll. Sofern es sie denn gibt.

Super Nova
schickt zwei Fahrer in den Grid, die durchaus in die Kategorie “Talente” eingeordnet werden dürfen. Einerseits der Brasilianer Victor Guerin, 2011 dritter in der F3-Klasse seines Heimatlandes. In Europa ist er mit bislang nicht aufgefallen, aber die Papierform ist vielversprechend. Als Pilot mit Zukunftsperspektiven gilt seit seinem guten Auftritt in der GP3 (als er bis zum letzten Rennen in Monza noch Titelchancen hatte, dann aber doch nur Rang fünf erreichte) der Brite Adrian Quaife-Hobbs.

Ombra Racing
tritt mit zwei Piloten an, die ich leider nur sehr schwer einschätzen kann. Es handelt sich um den Hongkong-Chinesen Adderly Fong, rennmäßig zuletzt mit mittlerem Erfolg in der britischen Formel 3 unterwegs, und um den Venezolaner Giancarlo Serenelli, Meister der LATAM Challenge (einer hauptsächlichen mexikanischen Formelklasse) 2008, 2010 und 2011.

Manor MP Motorsport
schickt den Niederländer Daniel de Jong ins Rennen, der im vergangenen Jahr Platz 14 in der Auto GP belegt hatte (allerdings auch nicht alle Rennen betritten hat). Etwas überraschend ebenfalls gemeldet: Chris van der Drift, vielversprechender Doppelstaatsbürger der Niederlande und Neuseelands. 2008 Meister der International Formula Master, seither ist er vor allem in der Superleague Formula aufgefallen: Einerseits durch ansprechende Leistungen, andererseits durch seinen mörderischen Unfall 2010 in Brands Hatch.

MLR71
ist das erste neue Team in dieser Saison, und tritt mit zwei eher unterschiedlichen Piloten an. Einerseits Sergio Campana, Meister der italienischen Formel 3 im vergangenen Jahr, und aus diesem Grund kürzlich zu Ferrari-F1-Testfahrten eingeladen. Andererseits Teambesitzer Michele la Rosa, der in der Teambeschreibung knapp als “Italian businessman” beschreiben wird.

Virtuosi UK
ist ebenfalls neu in der Serie, in Punkto Fahrer aber ganz gut aufgestellt. Man schickt GP3 und GP2-Rennsieger Pal Verhaug aus Norwegen und den Italiener Matteo Beretta ins Rennen. Beretta war 2011 im Mittelfeld der F3 Open unterwegs.

Zele Racing
aus Österreich zählt ebenfalls zu den Neuankömmlingen in der AutoGP. Das einzige Auto des Teams steuert Giacomo Ricci, in den vergangenen Jahren mit etwas inkonstanten, aber teils durchaus achtbaren Resultaten (darunter ein Sieg in Ungarn) in der GP2 gefahren ist.

EuroNova Racing
Das Team des ehemaligen F1-Fahrers Vincenzo Sospiri gibt ebenfalls zwei Piloten die Chance, sich zu beweisen. Einerseits handelt es sich dabei um den Italiener Antonio Spavone, über den ich leider nichts herausfinden konnte. Andererseits um den Russen Sergey Sirotkin, der mit dem Team 2011 die Formula Abarth gewonnen hat, und den man möglicherweise im Auge behalten sollte.

Sonst noch neu

Insgesamt stehen heuer sieben Rennwochenenden zu je zwei Rennen an, die ausschließlich im Rahmen der WTCC stattfinden werden. Die Regularien für das erste Rennen des Wochenendes bleiben gleich, Punkte werden im F1-System an die ersten zehn vergeben (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Eine kleine Änderung gibt es bei der Punktevergabe für das zweite Rennen, das gegenüber dem Vorjahr leicht aufgewertet wurde. Die Fahrer auf den Rängen eins bis acht erhalten nun je zwei Punkte mehr als bisher, Rang neun zwei Zähler und Rang zehn einen (also 20-15-12-10-8-6-4-3-2-1). Insgesamt sind aber am Sonntag – wegen des Reverse Grid der ersten acht – weiterhin weniger Punkte zu holen. Einen Zähler gibt es außerdem für die Pole Position und je einen weiteren für die schnellsten Runden in den beiden Rennen.

Neben den Europa-Events in Monza, Valencia und Budapest und Estoril fährt die Serie heuer auch dreimal auf anderen Kontinenten. Mitte April folgt man der WTCC nach Marrakesch – eine Entscheidung, deren Weisheit bezweifelt werden darf. Dass die enge und schnelle Strecke für Formelautos nicht geeignet ist, haben bereits die Chaos-Rennen der Formel 2 dort gezeigt. Mit den noch schnelleren Auto GP-Wagen dort zu fahren, ist dann schon ziemlich riskant. Außerdem geplant sind Rennen auf den schon etwas besser geeigneten Kursen in Curitiba und in Sonoma.

Im TV

Zu sehen ist die Auto GP World Series wenig überraschend auch 2012 bei WTCC-Weekend-Promoter Eurosport. Am kommenden Wochenende zweimal live auf Eurosport 2, erfahrungsgemäß aber bei weniger vollem Programm auch gelegentlich auf Eurosport (HD). Die Übertragungszeiten: Samstag und Sonntag jeweils um 11:30 Uhr.

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Fotos: Auto GP World Series

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March 07 2012

06:26

Ferner liefen: Die Newshappen für 07.03.2012

// HRT hat als letztes Team den neuen Einsatzwagen vorgestellt. Der Wagen soll eine komplette Neukonstruktion sein, was angesichts des mittlerweile drei Jahre alten Dallara-Chassis auch sicher notwendig war. Neu ist auch die Lackierung, die noch jeden Sponsor vermissen lässt. HRT hat die gesamten Wintertests ausfallen lassen und ist gestern in Barcelona nur ein paar Installationsrunden gefahren. Man tritt in Melbourne also mit einem komplett ungetesteten Wagen an, was die Chancen nicht besser aussehen lässt. Immerhin hat HRT in diesem Jahr auch KERS an Bord. Man setzt das System von Williams ein. Dennoch dürfte HRT auch weiterhin die letzten Startplätze besetzen. Positiv zu vermerken ist allerdings, dass man mit Pedro de la Rosa einen sehr erfahrnen und bekanntermaßen guten Entwickler ins Team geholt hat. (Don)

// Bei Ferrari sind die Sorgenfalten nach dem Test sehr zahlreich. Der F2012 hat Potential, aber offenbar hat man nicht komplett verstanden, wie der Wagen eigentlich arbeitet. Fernando Alonso zeigt sich mittelmäßig beeindruckt, weiß aber laut GPupdate darauf hin, dass Red Bull jetzt auch nicht gerade problemlos unterwegs war. Hätte Ferrari so zwei schlechte letzte Testtage gehabt, würde man über das Team herfallen, so der Ex-Weltmeister. (Don)

// Ein möglicher Grund für die Probleme bei Ferrari dürfte die Vorderachse bzw. dessen Konstruktion sein, denn am letzten Montag, also dem 27.02 war Dr. Petter Schöggl, seines Zeichens leitender Ingenieur bzw. Simulationsexperte bei AVL zu Gast bei Servus TV und äußerte diese Vermutung (ab 55. bzw. 72. Minute). Hintergrund sind die sehr spitzen bzw. kleinen Winkel in den Querlenkern bzw. dem Pull Rod. Dies kann sehr schnell sein, allerdings ist der Aufwand hierfür sehr hoch und die Abstimmung sehr schwer. (Flo aus N)

// Laut Joe Saward steckt eh ungeliebte GP von Europa in Valencia in Schwierigkeiten. Angeblich hat man mal wieder die Sicherheitszahlungen an Eccelstone nicht geleistet, der nun damit droht, den GP ausfallen zu lassen. Laut Saward sucht der F1-Chef schon einen Ersatz. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Paul Ricard wäre eine, erfüllt aber (noch) nicht die Anforderungen in Sachen Anreise und Hotels der Formel Eins. Imola wäre eine andere Variante, hier fehlt aber vermutlich auch das Geld. Ähnliches gilt für den Nürburgring, wo es zudem einen Rechtsstreit zwischen dem Land und Pächter gibt. Da dieser offiziell gekündigt ist und das Land noch keinen Nachfolger benannt hat, gibt es eh keine Verhandlungen mit Eccelstone. Ein Rennen im euruopäischen Ausland fällt vermutlich aus logistischen Gründen flach. (Don)

// Laut Dr. Helmut Marko hat Mercedes ein F-Duct System, welches mittels DRS aktiviert wird. Dr. Helmut Marko war am Montag zu Gast in der Sendung Sport und Talk von Servus TV äußerte die Vermutung dass Mercedes massiv aufgeholt haben wird. Mitverantwortlich soll dabei ein Schacht System sein, welches mittels DRS aktiviert wird. Wie das ganze genau aussieht oder funktionieren soll wurde aber nicht verlautbart. (Flo aus N)

// Es gibt in diesem Jahr eine neuer Version der iPhone/iPad/Android/Blackberry Timing App der Formel Eins. Programmiert und verkauft wird diese über ein Unternehmen namens Soft Pauer. Dahinter verbirgt sich Otmar Szafnauer, der bei Force India momentan den Chief Operating Officer gibt und vorher bei Honda F1 angestellt war. Die App hat zwar einige interessante Feature wie ein Live-Tracking per GPS, Live-Timing, Reifenwahl usw. kostet aber auch stolze 25 Euro. Ich hatte sie im letzten Jahr auf meinem iPad und kann auf Grund meiner Erfahrungen keine Kaufempfehlung ausprechen. Das Live-Tracking ist nett, manchmal auch recht hilfreich, wenn es um sehr enge Boxenstopps geht und auch das Livetiming ist sehr schön, weil es ein wenig mehr Infos bietet (Letzte Rundenzeit z.B.) Allerdings habe ich bei bestimmt 40% aller Rennen einen Totalausfall des Feeds erlebt. Manchmal kam er wieder, manchmal auch nicht. Wenn man unterwegs ist und über eine stabile UMTS Verbindung verfügt, mag das eine nette Ergänzung sein, aber das Livetiming auf der offiziellen Seite geht auch auf dem Smartphone. (Don)

// Rahal Letterman Lanigan Racing hat es doch noch geschafft, ein zweites Auto für die IndyCar Series auszufinanzieren. Allerdings wird der Wagen, gesteuert vom Italiener Luca Filippi, erst mit dem Indy 500 in die laufende Saison einsteigen. Grund ist wohl, dass Honda erst dann wieder einen Motor liefern kann. Etwas merkwürdig ist die Sache trotzdem: RLL hatte bis vor kurzem nämlich einen zweiten Motor ab Saisonbeginn zur Verfügung – hat diesen aber an Sarah Fisher Racing abgegeben. (Vorsicht)

// Sebastian Saavedra wird 2012 das Indy 500 für Andretti Autosport bestreiten, und wird zudem “offizieller Ersatzfahrer” des Teams. Ansonsten nimmt der Kolumbianer allerdings einen Schritt zurück, und fährt die gesamte Saison der Indy Lights. Der gewöhnlich gut informierte Curt Cavin vom Indianapolis Star meldet allerdings, dass Saavedra ”vielleicht zwei bis drei weitere IndyCar-Rennen” für Andretti Autosport fahren darf. (Vorsicht)

// Währenddessen beginnen in Sebring die ersten “Open Tests” der neuen IndyCar-Saison. Am ersten Testtag hatte Ryan Hunter-Reay im Andretti-Chevy die Nase vorn, dicht gefolgt von Helio Castroneves im ebenfalls Chevrolet-befeuerten Penske. Honda war allerdings in Kombination mit Sam Schmidt Racing und Fahrer Simon Pagenaud ebenfalls nur eine Zehntelsekunde von der Bestzeit entfernt. Auch, wenn die Zeiten wohl noch nicht sehr viel wert sind – riesige Leitungsunterschiede zwischen den beiden großen Herstellern scheint es auf der Rundstrecke momentan nicht zu geben. Allerdings dürfte Chevrolet in Sachen Standfestigkeit und Entwicklungsfortschritt die Nase im Moment noch vorne haben. Mit zwei Sekunden Rückstand (auf einer knapp einminütigen Runde) und einigen technischen Problemen bildete Simona de Silvestro im einzigen Auto mit Lotus-Motor das Schlusslicht am ersten Testtag. Im Interview mit autosport.com zeigt sich die Schweizerin allerdings zuversichtlich, dass Lotus/Judd die Probleme bis zum Saisonstart in den Griff bekommt. (Vorsicht)

// Auch erste Details zur TV-Übertragung gibt es: In den neuen Autos werden neben den bekannte, drehbaren Kameras auf dem Überrollbügel auch drei neue Perspektiven zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Kamera am Heckflügel, eine in den Rückspiegeln sowie eine weitere in Richtung der vorderen Aufhängung. Weiterhin werden aber nicht alle Autos mit einen Onboard-Videosystem ausgestattet, sondern bei “normalen” Rennen sechs, und beim Indy 500 zwölf Wagen. Der Rest bekommt der aerodynamischen Chancengleichheit halber Kameraatrappen. (Vorsicht)

// Die Formel Renault 3.5 hat via Twitter bekanntgegeben, dass der bisher noch fehlende Austragungsort für das August-Rennen Silverstone sein wird. Das ganze wird allerdings kein komplettes WSbR-Wochenende werden, sondern nur als Rahmenrennen der WEC dienen – ähnlich dem Auftritt gemeinsam mit der WTCC im vergangenen Frühjahr in Monza. Das Rennen in Brasilien, über das im vergangenen Sommer kurz spekuliert wurde, wird damit vorerst nicht stattfinden. (Vorsicht)

// “Lotus” (née Gravity Charouz Racing) hat derweil bekanntgegeben, dass man 2012 in der Formel Renault 3.5 mit dem Neuseeländer Richie Stanaway, Meister des deutschen F3 Cups, und dessen Vize, dem Dänen Marco Sørensen an den Start gehen wird. Sicher ein interessanter Referenzpunkt für die Fahrerqualität der deutschen Nachwuchsserie. (Vorsicht)

// Reiter Engineering wird 2012 zwei Gallardo LP600+ in der FIA GT1 einsetzen, die ja nun nach GT3 Regeln gefahren wird. Damit wächst das Starterfeld so langsam auf brauchbare Dimensionen an. (Don)

// In weniger als einem Monat (31. März / 01. April) startet die japanische Super GT auf dem Okayama International Circuit in ihre neue Saison. Über die letzten Wochen verteilt, haben einige der GT300-, insbesondere aber natürlich die GT500-Mannschaften, bereits ihre Fahrzeuge ausführlich über den Inselstaat verteilt getestet — ein direkter Vergleich war somit nur bedingt möglich. Im letzten Jahr aufgrund der tragischen Naturkatastrophe abgesagt, finden die offiziellen Testfahrten in diesem Jahr wieder in Okayama vom 17. bis 18. März 2012 statt. Für einige der GT300-Teams, die sich erst vor kurzem für die diesjährige Saison eingeschrieben haben, wird es die erste und einzige ausführliche Testfahrt vor dem Saisonstart sein, und gleichzeitig einen ersten Indikator für die Stärke, egal ob in der GT300- oder GT500-Klasse darstellen. Die Nennliste für die Testfahrten umfasst 40 von 45 für diese Saison gemeldeten Fahrzeugen. Interessante Nebenbemerkung: Für Petronas Team Tom’s ist lediglich Kazuki Nakajima für die Testfahrten gemeldet. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits hat die Formel Nippon das offiziell als Round 0 bezeichnete Show-Rennen über 10 Runden bei Regen letzten Sonntag absolviert. Obwohl es lediglich als Unterhaltung für Fans gedacht war und es quasi “nur” um die Goldene Ananas (oder Prestige…) ging, entbrannte um den Sieg ein packender Dreikampf zwischen Joao Paulo de Oliveira, Takuma Sato und André Lotterer. Sato war von Beginn an konkurrenzfähig und erlangte kurz nach dem Start auch bereits die Führung. Erst kurz vor Schluss konnte de Oliveira den Japaner nach einem packenden Kampf vor der berühmten Löffelkurve überholen. Lotterer fiel bei dem Kampf ein wenig zurück, konnte sich allerdings kurz vor Schluss wieder auf knapp eine Sekunde an Sato herantasten, aber nicht mehr angreifen. Auf den Plätzen Vier und Fünf kamen Serienrückkehrer Loic Duval sowie Tsugio Matsuda ins Ziel. Das komplette Ergebnis sowie einige Bilder zum Rennen gibt es auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon, eine Amateur-Aufnahme vom Start hier. (Yankee)

// Im Anschluss an die Feierlichkeiten absolvierte die Formel Nippon am letzten Montag und Dienstag zwei offizielle Testtage auf dem Suzuka Circuit. Nach schönsten Sonnenschein am Samstag, hatte der Regen wie auch am Sonntag am Montag allerdings keine Einsicht mit den Teams und bewegte die Organisatoren dazu, alle Fahraktivitäten für den Vormittag abzusagen. Glücklicherweise nahm der Regen ein wenig ab, so dass die für 15 Uhr Ortszeit geplante Session gestartet werden konnte. Auf der noch immer sehr nassen Fahrbahn hatte Joao Paulo de Oliveira am meisten Pech und beendete nach nur einer Runde seinen Testtag unsanft im Kiesbett. Am Wagen von Loic Duval wurde der neue Diffusor getestet. Unter anderem soll dieser bei Regenrennen die Gischt für den Hintermann reduzieren, ein akutes Problem des FN09. Laut den ersten Stimmen des japanischen Magazins Autosport Web fielen die Ergebnisse allerdings nicht wie erhofft aus, wenn auch ein kleiner Erfolg zu verzeichnen war. Die Ergebnisse für den ersten, verkürzten Testtag sind auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Am zweiten Testtag verschonte der Regen, abgesehen von der ersten Session am frühen Morgen, dann die Fahrer, während zur Mittagszeit der Himmel noch etwas verschlossen blieb, zum Nachmittag dann aber, passend zu den schnellsten Zeiten beider Tage, die Sonne zum Vorschein kam. Takuma Sato nahm wie bereits im Vorfeld verkündet lediglich am ersten der beiden Testtage teil, fuhr im Regen aber einen respektablen neunten Platz, mit lediglich knapp einer Sekunde (wohlgemerkt im Regen) Abstand auf den Tagesschnellsten Koudai Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing. Überhaupt waren beide Testtage fest in Honda-Hand. Beide Docomo-Piloten (Koudai Tsukakoshi & Takuya Izawa) könnten nicht nur aufgrund ihrer schnellen Zeiten eine entsprechende Rolle beim Saisonstart am 14. / 15. April, ebenfalls in Suzuka, spielen. Eine Zusammenfassung aller über beide Tage verteilten Testzeiten ist ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Wer eine Auflistung der einzelnen Sessions von Tag 2 möchte, wird hier und hier, ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Rennserie fündig. Zwei weitere, offizielle Testtage werden am 20. und 21. März in Fuji stattfinden. (Yankee)

// Die offizielle Präsentation der Formel Nippon wird am 26. März in Tokyo stattfinden. Entgegen einiger Gerüchte wird es 2012 (noch) keine Rückkehr des Freien Trainings am Freitag vor jedem Rennwochenende geben, auch die angedachte Änderung des Rennformats (längere Rennen, zwei Pflichtboxenstopps) wird es in diesem Jahr nicht geben. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten in Suzuka hat die JRP (Japanese Race Promotion) einige interessante Informationen zur Zukunft der Formel Nippon bekanntgegeben. Zum einen wurde über die schon länger geplante Expansion der Serie in den asiatischen Raum gesprochen. Konkrete Pläne gäbe es zwar noch keine, möglich wäre allerdings ein Rennen auf der F1-Strecke in Süd-Korea, vielleicht zusammen mit der Super GT, die 2013 dort das erste mal gastieren wird. In wie fern die Verhandlungen mit den Streckenbetreibern und Organisatoren vor Ort verläuft, liegt allerdings auch an der Wirtschaftslage. Die lediglich in einer Skizze vorhandenen Ideen für ein Rennen in Singapur sind derzeit hingegen komplett auf Eis gelegt, da hinter dem Bau einer permanenten Rennstrecke in Changi (für internationale Rennserien abseits der Formel 1, zum Beispiel der MotoGP) ein großes Fragezeichen steht. Ursprünglich sollte der Bau für die kürzer als 3km lange Strecke spätestens Anfang 2011 beendet werden, aufgrund von unter anderem nicht zahlenden und abgesprungenen Investoren rechnet allerdings fast niemand mehr mit der Fertigstellung des Kurses.

// Des Weiteren wurde über System E, ein Energierückgewinnungssystem ähnlich KERS in der Formel 1, gesprochen. Nach derzeitigen Stand soll das System, nach einiger Verzögerungen, 2014 zusammen mit dem neuen Einheitswagen eingesetzt werden, da die beiden von Toyota und Honda entwickelten Systeme nicht sonderlich gut mit dem FN09 funktionieren. Erste Testfahrten, unter anderem in Fuji, ergaben deutlich langsamere Zeiten als mit dem aktuellen “Boost”-System. Mehr zu den Zukunftsplänen der Formel Nippon erfahrt ihr in unserer Saisonvorschau Anfang April. (Yankee)

 

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February 24 2012

21:20

Formel Eins: Analyse Erste Testwoche Barcelona

Wie zu erwarten war, haben die Teams auch in Barcelona weiter gemauert. Eine genaue Analyse fällt schwer, Tendenzen sind aber auf jeden Fall zu erkennen.

Die Teams waren allesamt fleissig in der vergangenen Woche, sieht man mal von Lotus ab, die wegen eines Problems mit dem Chassis gar nicht testen konnten. Sie bekommen beim letzten Test zwar einen “Gratistag” geschenkt, verlieren aber insgesamt dennoch zwei sehr wichtige Testtage. Wie ungemein wichtig die Zeit auf der Strecke ist, hat Ferrari bewiesen, die heute zumindest mal ein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Dennoch scheint es so, als ob der aerodynamisch und technisch sehr komplexe F2012 noch einiges an Arbeit benötigt, bis auf dem Niveau von Red Bull und McLaren ist, die beide die bisherigen Tests domniert haben. Im Mittelfeld sieht es vor allem zwischen Sauber und Force India sehr eng aus, Toro Rosso scheint nicht ganz auf deren Niveau zu sein. Weiterhin Großbaustellen sind der Williams und vor allem der Caterham.

Ferrari kam heute endlich mal dazu, richtig viele Runden zu drehen. In den ersten Tagen war man noch mit Abstimmungtests beschäftigt und probierte verschiedene Auspuff-Konfigurationen aus. Auffallend war auch, das der Drop-Off bei den Reifen und Rundenzeiten sehr hoch war. Doch das hat man offenbar etwas besser in den Griff bekommen. Am Schluss des Tests sprach Massa sogar von einem “Durchbruch” den man erzielt habe. Wie der aussieht, kann man an den Zahlen sehen:

Am Mittwoch fuhr Alonso einen Stint, der so aussah:
24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Massa schaffte heute in einem vergleichbaren Stint folgende Zahlen:
24.7, (34.5), 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Mal abgesehen von der eingesteuten 27.8 (vermutlich Verkehr) sind das für eine mittlere Spritbeladung durchaus annehmbare Zeiten. Auch mit etwas mehr Sprit im Wagen geht der F2012 nicht so schlecht:
26.5, 26.4, 26.3, 26.6, 26.7, 27.0, 27.2, 27.2, 28.6, 28.0

Zusammengefasst liegt der Drop-Off in einem Stint bei rund 1.5 Sekunden, was ein guter Wert ist. Auch Red Bull und McLaren liegen in dieser Region. Der Ferrari war auf eine Runde gesehen bisher nie langsam, es fehlte allerdings an Abtrieb und laut den Berichten aus Spanien lag der Wagen sehr unruhig mit einer deutlichen Tendenz zum Übersteuern. Das würde dann auch den hohen Verschleiss und die damit verbundenen, teilweise dramatischen Zeitverluste auf den Long Runs erklären. Man darf gespannt sein, was die Ingenieure aus Maranello bis zum nächsten Test finden werden.

Ebenfalls auf einem guten Weg ist Mercedes. Man hat definitiv etwas vom Rückstand wegfeilt, den man im letzten Jahr noch hatte. Der W03 macht einen zuverlässigen, stabilen und schnellen Eindruck. Das belegt auch ein Stint von Freitag, den Rosberg gefahren ist:

24.0, 24.9, 25.4, 25.7, 25.4, 26.6, 26.0, 28.8, 27.1, 27.0, 27.1, 27.4, 27.5, 27.5

Der Drop-Off wirkt hoch, allerdings könnten hier gebrauchte Reifen im Spiel gewesen sein. Mittwoch gab es folgenden Stint:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,
Zum Vergleich noch mal der Massa-Stint:
24.7, 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Rosberg ist also an Ferrari daran, aber Ferrari hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wenn denn die Spritladungen einigermaßen identisch waren.

Red Bull und McLaren fuhren Freitag Abtrieb und Reifentest mit relativ vom vollem Tank. Button für über gesamten Tag sehr konstante 28er Zeiten, ohne Ausreisser nach oben oder unten, Red Bull machte es ebenso. Der Eindruck verstärkt sich, dass McLaren zum jetzigen Zeitpunkt ganz leicht die Nase vorne haben könnte, aber auch hier geht es wieder um die Spritmengen. 10 kg machen schnell 0,3 Sekunden aus, daher muss man das mit Vorsichit geniessen. Zwei Stint im Vergleich:

Button:
27.4, 27.7, 28.0, 28.1, 28.1, 28.2, 28.4, 28.6, 28.4, 28.6, 28.9, 29.0, 30.1, 29.7, 30.1

Vettel (Donnerstag):
27.7, 28.3, 28.5, 28.7, 28.7, 28.9, 29.3, 29.7, 29,2, 29.4, 30.1, 30.0, 30.2, 30.4, 30.4

Das sieht jetzt dramatischer aus, als es vermutlich ist, zu mal wie erwähnt die Spritmengen nicht klar sind. Vergleicht man die Zeiten von Red Bull und McLaren über gesamte Woche, sieht es schon so aus, als ob beide sich wenig tun an der Spitze. Wenn Red Bull nicht extrem mauert und immer mit vollem Tank unterwegs ist, dürfte der Vorsprung in diesem Jahr kaum vorhanden sein. McLaren zeigt sich jedenfalls extrem zuversichtlich, zumal man erst beim letzten Test die letzten, wichtigen Aero-Packete drauf schnallen will.

Vorne sieht es also so aus, dass Red Bull und McLaren gleichauf liegen. Gleiches gilt, zumindest wenn man Zeiten von Freitag nimmt, für Mercedes und Ferrari, der Abstand nach vorne dürfte rund 1 Sekunde betragen. Allerdings haben beide Team noch das Problem, dass der Drop-Off auf den Longruns einfach zu hoch ist. Wo Red Bull und McLaren eine Sekunde verlieren, sind es bei Mercedes und Ferrari 1.5 und mehr. Das dürfte den Weg aufs Podium schwer machen.

Im Mittelfeld kann auch nach eingehender Betrachtung der Zeiten nur sagen “to close to call”. Sauber macht einen schnellen Eindruck. Kobayashi fuhr Freitag einen sehr beeindruckenden Longrun:

28.6, 28.6, 29.3, 29.0, 29.0, 29.2, 29.3, 29.7, 29.5, 30.1, 30.4, 30.7, 30.5, 31.1, 31.3

Der Abstand nach vorne ist zwar da, aber so groß wie im letzten Jahr ist er nicht. Aber auch bei Sauber gilt immer eine gewisse Vorsicht. Man sah auch im letzten Jahr bei den Tests gut aus um dann bei den ersten Rennen zu enttäuschen.

Interessant ist ein Vergleich mit Force India, wo Paul di Resta gestern am Steuer war. Dessen Rundenzeiten sahen in einem vergleichbaren Stint so aus:

28.3, 29.4, 28.3, 28.4, 28.6, 28.8, 28.9, 28.9, 29.4, 29.3, 30.1

Etwas merkwürdig sind die teilweise pro Runde sehr hohen Zeitverluste. Kann an Paul dir Resta liegen, kann auch sein, dass der Force India das Phänomen ausweist, dass man zwei schnelle Runden hat, dann bricht der Reifen ein ganzes Stück, stabilisiert sich usw. Aber vom reinen Speed her geht der FI sehr gut, wie Hülkenberg die Woche gezeigt hat.

Toro Rosso einzuschätzen fällt etwas schwerer. Die haben die Woche zwar immer wieder gute Zeiten hingelegt, aber kaum innerhalb eines gescheiten Lonruns. Vergne fuhr Freitag endlich mal 20 Runden am Stück, allerding mit einem vollgetankten Auto:

30.6, 30.5, 30.4, 30.2, 30.4, 30.3, 30,4, 30.6, 31.4, 31.0, 32.1, 31.6, 32.5, 32.2, 32.4, 32.7, 32.6, 32.5, 32.8, 32.9

Offensichtlich war es das Ziel, einen möglichst langen und gleichmäßigen Stint zu fahren. Toro Rosso ist aus den letzten zwei Jahren bekannt dafür, dass man meist einen Stopp spart und zwei sehr lange Stints im Rennen einlegt. Für ein vollgetanktes Auto sind die Zeiten nicht schlecht, man dürfte rund 2 Sekunden und mehr hinter dem Red Bull liegen. Einen Vergleich zu Sauber oder Force India kann man aber nur bedingt ziehen. Ich sehe das Team im Moment etwas weiter zurück.

Williams hat die Woche ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe allerdings keine Stints gefunden, die sich mit den anderen Teams vergleichen lassen. Bei den vermutlichen Volltanktests sah man teilweise Zeiten um die 33.0, was deutlich zu wenig ist, um mit Sauber oder Force India konkurrieren zu können. Im Moment fehlen mir da aber noch genügend Zeiten, um das genau einschätzen zu können. Insgesamt tut man sich ein wenig schwer.

Bei Caterham geht es in kleinen Schritten vorwärts. Einen Lichtblick gab es am Freitag mit folgendem Stint:

29.8, 30.2, 30.2, 30.4, 30.4, 30.8, 30.8, 31.5, 31.3, 31.5

Vergleicht man die Zeiten über die Woche, gibt es eine Tendenz nach vorne, allerdings war von richtigen Longruns auch wenig zu sehen. Man bastelt wohl vor allem noch an der Abstimmung und ist nicht richtig zufrieden. Vergleicht man den Stint allerdings mit Force India von Freitag, sieht man wie weit Caterham vom Mittelfeld weg ist. Gegenüber Force India dürfte es mindestens eine Sekunde sein, vermutlich aber eher mehr. Deutlich sind da auch die Worte von Kovalainen: “Things haven’t exactly gone as we would have liked, but I think we all know where the car can and should be when it gets real in Australia, so now the challenge is to regroup in time for next week and make sure we come back here ready to put in a final week of hard work on track and get back to where we want to be.”

Nächste Woche geht es ab dem 1.3. weiter mit den Testfahrten. RB und Ferrari stossen aber erst am Freitag dazu, dafür fährt man noch am Montag. Warum die beiden Teams erst später in Barcelona aufschlagen ist nicht klar, vermutlich werden dann erst neue Teile fertig oder man benötigt noch etwas mehr Zeit, die Daten auszuwerten.

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February 22 2012

17:07

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 22-02-2012

Interessantes gibt es aus Spanien zu berichgten. Red Bull und McLaren scheinen ziemlich gleich auf zu liegen.

Heute fuhren McLaren und Red Bull etliche Long Runs, die meisten so um die 20 Runden, was einer mittleren Stint-Länge entspricht. Pirelli hat die “Harte” Mischung ein wenig entschärft und sie weicher gemacht, was in näher an die “Medium” Reifen bringt. Der Unterschied pro Runde zwischen den Mischungen soll von 1.2 bis 1.5 Sekunden auf 0.8 Sekunden betragen. Das ändert einerseits ein wenig die Strategie auf manchen Kursen, andererseits ist der “Drop-Off”, also der Verschleiss der Reifen auf einen Stint nun auch bei der harten Mischung etwas höher. Zu Erinnerung – manches Team konnte fast ein gesamtes Rennen mit den Harten fahren. Der Drop-Off wird bei einigen Team eine große Rolle spielen und könnte bei einem derartig engen Feld rennentscheidend werden. Gut sortiert scheinen McLaren und Red Bull zu sein, unsicher darf man sich bei Ferrari und Mercedes sein.

Vor allem die Italiener bleiben schwer einzuschätzen. Man fuhr heute mehr oder weniger Funktionstest, spielte also weiter mit der Abstimmung rum. Alonso kam auf 87 Runden, sein längster Stint betrug gerade mal 10 Runden. Die Zeiten spielen dabei keine gr0ße Rolle, aber es war schon auffällig, dass sie gegen Ende des Stints deutlich schlechter wurden. Als Beispiel der Stint von Runde 42 bis 51:

24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Diese Zeiten ziehen sich, teilweise mit deutlich ansteigender Verschlechterung, durch den ganzen Tag. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die aggressive Herangehensweise bzgl. der Aufhängung etwas über das Ziel heraus geschossen ist, kann aber auch sein, dass man heute Quali-Simulationen mit halbleeren Tank gefahren ist. Dafür sprechen zumindest die konstanten Zeiten. Aber in 10 Runden rund 3 Sekunden zu verlieren ist schon arg.

Zur gleichen Zeit war Nico Rosberg auf der Strecke. Ich kenne die Reifenwahl nicht, aber es war ein langer Stint und ich vermute, es waren die “Medium”. Seine Zahlen sind nicht schlecht:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,

Schlechter als Alonso angefangen, aber deutlich weniger Drop-Off. Allerdings stand der Wagen ab dem Nachmittag in der Garage. Bei einem so neuen Wagen allerdings nicht weiter verwunderlich. Die Zeiten sehen stabil aus, auch die, wo er etwas langsamer unterwegs war. Zumindest verstärkt sich der Eindruck, dass Mercedes auf Ferrari aufgeholt hat. Ob es für ganz vorne reicht? Eher nicht.

Red Bull und McLaren waren heute wohl eher in Richtung Volltank-Test unterwegs. Ein Zeitvergleich:

Vettel:
29.1, 29.3, 29.5, 29.6, 29.8, 29.9, 30.4, 30.4., 30.4, 30.5

Hamilton
29.6, 29.5, 29.3, 29.4, 29.5, 29.7, 30.9, 30.5, 31.7

Etwas später folgte dann diese Runden, die ebenfalls sehr beeindruckend sind.
28.8, 28.6, 28.8, 28.9, 29.0, 29.1, 29.3, 29.5, 30.3, 30.7, 30.4

In Sachen Verschleiß sieht es sowohl bei Red Bull, als auch bei McLaren sehr gut aus, wenn es um einen vollgetankten Wagen und die harte Mischung geht. Das ist schon beeindruckend, allerdings fehlt der Vergleich mit Mercedes und Ferrari. Andeutungsweise kann aber erkennen, dass beide Teams, trotz völlig unterschiedlicher Chassis-Konzepte, etwas gleich auf liegen könnten. Der scheinbar sehr moderate Verschleiß bei den Reifen kommt Hamilton auf jeden Fall entgegen. Interessant ist auf jeden Fall, dass beide Teams schon an den Rennsimulationen arbeiten, während Ferrari noch immer an der Abstimmung bastelt. Mercedes muss man noch außen vor lassen, da diese ja den neuen Wagen erst im zweiten Testtag haben.

Nico Hülkenberg legte heute die schnellste Runden hin, aber leider lässt sich von seinen Long Runs wenig erkennen. Der Deutsche fuhr am Nachmittag zwei 15 Runden Stint, beide aber mit verdächtig konstanten Zeiten, die immer zwischehn 28.4 und 29.0 (Stint 1) und 28.4 und 29.1 lagen. Schwer zu sagen, was dahinter steckt, ich tippe auf reinen Reifenverschleiß bei mittelschweren Wagen und harten Reifen.

Ein Blick ins Hinterfeld. Bei Williams fuhr erstaunlicherweise Valteri Bottas und nicht die Einsatzfahrer, daher lässt sich zu den Zeiten nichts sagen. Sauber fuhr fast ausschließlich kurze Stints, auch hier kann man wenig mitteilen. Aber immerhin war Perez zweitschnellster. Etwas Sorgen kann man um CaterhamF1 machen. Während Sauber, Force India und Toro Rosso alle schon mal flotte Zeiten zeigen konnten, bleibt der Abstand des Caterham konstant bei rund 3 Sekunden auf die Spitze. Das erscheint mir im Moment etwas viel, vor allem, weil nicht eine schnelle Runden dabei war. Mal abwarten, was die beiden weiteren Tage ergeben.

P Fahrer Team Zeit Runden 1  Hulkenberg Force India  1m22.608s 112 2  Perez Sauber  1m22.648s  +0.040 85 3  Vettel Red Bull  1m22.891s  +0.283 104 4  Alonso Ferrari  1m23.180s  +0.572 87 5  Ricciardo Toro Rosso  1m23.639s  +1.031 50 6  Hamilton McLaren  1m23.806s  +1.198 120 7  Rosberg Mercedes  1m24.555s  +1.947 82 8  Bottas Williams  1m25.738s  +3.130 117 9  Petrov Caterham  1m26.605s  +3.997 69 10  Pic Marussia  1m27.343s  +4.735 108 F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain 6920230953_efa456441e_o F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One sam22022012006565 sam22022012006566

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November 14 2011

22:23

JAF Grand Prix 2011: Japan feiert gelungenen und packenden Saisonabschluss

Für Europäer mögen die Startzeiten des JAF Grand Prix fernab von Gut und Böse gewesen sein. Wer trotzdem aufgestanden ist, vergaß bei den packenden wie auch unterhaltsamen Rennen aber ganz schnell seinen Schlafdefizit.

Der JAF Grand Prix ist eine der tradionsreichsten Veranstaltungen in Japan. Ursprünglich nur für Formel-Fahrzeuge angedacht, wurde das Event bereits 1969 das erste Mal ausgetragen. Im letzten Jahr holte die Japanese Automobile Federation zusätzlich zur Formula Nippon noch die SUPER GT an Bord.  So wurden am Wochenende in Fuji nicht nur der 2011er JAF Grand Prix Champion in der höchsten, japanischen Formel-Serie, sondern auch in der GT500 sowie der GT300 der SUPER GT gekürt.

Anders als bei den regulären Saisonrennen wurden die beiden GT-Klassen nämlich geteilt und fuhren die insgesamt vier 100-km-Rennen getrennt voneinander. Vier Rennen deshalb, weil auch die eigentlichen Teamkollegen separat an einem der beiden Renntagen angetreten sind. Die Formula Nippon fuhr hingegen am Sonntag lediglich ein Rennen über 100 km. Das Rahmenprogramm war vollgestopft mit der F4, dem Vitz Cup sowie dem traditionellen Legend Cup, in dem Veteranen des  japanischen Motorsports, darunter Satoru Nakajima, Aguri Suzuki, Masanori Sekiya oder der 71-jährige Kunimitsu Takahashi antraten. Gefahren wurde mit dem Honda CR-Z, einem Hybrid-Fahrzeug. Den Altherren hat man ihren Spaß sichtlich anerkannt.  Am Ende ging der 66-jährige Masahiro Hasemi aus dem Rennen hevor. Für Unterhaltung hat unter anderem Satoru Nakajima gesorgt, der Reihenweise seine Kollegen überholte, in der letzten Runde aber doch noch auf Rang 3 zurückfiel. Im Fahrerlager inszenierte er dann mit Hasemi noch eine kleine Meinugsverschiedenheit, die aber selbstredend nur nochmals unterstrich, wie viel Spaß man hatte. Letztlich lag man sich nach wenigen Sekunden schon wieder in den Armen. Angefeuert wurden sie unter anderem von “ihrem” Team bzw. “ihren” Fahrern, da viele der Altherren heute als Team-Manager in der SUPER GT agieren. Da tragen die Jungs von der KEIHIN-Mannschaft auch gerne mal die Verantwortung bei den Boxentafeln.

Etwas Wettbewerbs-orientierter ging es dann schon be der Formula Nippon und SUPER GT zu, letztlich ging es auch um eine Menge an Preisgeldern, die von den jeweils drei besten Fahrern respektive Teams gewonnen werden konnten. Der Spaß-Faktor stand trotzdem an erster Stelle. Ohne den Druck der vergangenen Saison fährt es sich eben entspannter. Für einige Fahrer wie Andre Lotterer, der dieses Jahr sich zum ersten Mal als Formula-Nippon-Meister kührte, seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima oder J. P. L. Oliveira stand an diesem Wochenende eine Doppelbelastung an, schließlich trat man sowohl in der Formel-Serie wie auch in der SUPER GT an. Die insgesamt 22 Runden sahen einen fast schon einsamen J. P. L. Oliveira, der von der Pole Position startend das Rennen kontrolliert anführte. Am Ende gewann der Champion aus dem Vorjahr mit sechs Sekunden Vorsprung vor Hiroaki Ishiura und dem Rookie des Jahres, Kazuki Nakajima. Letzterer ging von Position zwei ins Rennen, musste aber bereits nach der ersten Kurve Ishiura den Vortritt lassen. Dahinter wurde es dann etwas enger, als Kohei Hirate umgedreht und Nakajimas Bruder, Daisuke Nakajima, nach nur wenigen Metern im Gras seinen Wagen abstellen musste. Von Position sieben kommend hatte der JAF Grand Prix Champion des Vorjahres, Andre Lotterer, zwar keine gute Chancen auf den Sieg, wollte aber zumindest unbedingt aufs Podium. Der Deutsche lieferte sich Rundenlange Duelle mit Takuya Izawa, Koudai Tsukakoshi sowie Kazuya Oshima und bewies damit erneut, dass er auch in den spektakulären und flinken Formel-Fahrzeugen zurecht zu einem der Besten überhaupt gehört. Am Ende wurde es Rang fünf, auch weil er bei seinen vorangeganenen Überholmanövern bereits die fünf Mal für 20 Sekunden einsetzbare Zusatzleistung verbraucht hatte, während Oshima sich auf der langen Start-/Zielgeraden mit dem “Boost” vor Lotterers Slingshot-Versuchen verteidigen konnte.

In der von mir intern geführten Wertung “Spektakulärstes Rennen des Wochenendes” ging der Wettkampf zwischen den beiden SUPER-GT-Klassen unentschieden aus, mit jeweiligen Punkten für die GT300 am Samstag und der GT500 am Sonntag. Wie auch schon über die gesamte Saison verteilt lieferten die Japaner Sportwagensport der  Spitzenklasse ab. Rundenlange Duelle, Überholmanöver, harten aber stets faire Side-by-Side-Duelle, die gerne auch mal drei Autos nebeneinander sahen. Um jede Sekunde der Rennen zu beschreiben, müsste man wohl alle Superlative aufbrauchen, die es im Deutschen gibt; kein Highlights-Video kann den jeweiligen 100-km-Läufen gerecht werden, man muss es komplett gesehen haben.

Den Anfang machte das erste Rennen der GT300 am Samstag, das die beiden Meisterschafts-Kontrahenten Katsuyuki Hiranaka (JIMGAINER DIXCEL DUNLOP 458) und Nobuteru Taniguchi im HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW Z4 in der ersten Startreihe sah. Ein großes Thema an diesem Wochenende war der Reifenverschleiß. Dadurch, dass man mit der Distanz von 100 km “lediglich” ein kurzes Sprintrennen über 22 Runden hatte, konnten die Reifen aufgrund des immensen Zeitverlusts nicht gewechselt werden. Gleichzeitig musste man aber auch zu jeder Sekunde auf maximale Attacke fahren, was den Pneus stellenweise überhaupt nicht gut tat. Auch die Frage, ob man mit der weichen oder härteren Reifenmischung an den Start geht, erwies sich als kleine Lotterie, denn während der Qualifikation am Freitag hatte es stark geregnet. So stark sogar, dass die Qualifikationsläufe für die zweiten GT300- bzw. GT500-Rennen auf Samstagfrüh verschoben wurden. Der diesjährige GT500-Champion Ronnie Quintarelli bestätigte am Sonntag als Gast in der Kommentatorenkabine (übrigens im perfekten Japanisch!), dass man aufgrund des Regens keine Werte sammeln konnte und sich deshalb auf die Werte der letzten Fuji-Rennen zurückgreifen musste. Hintergrund ist derer, dass die weichen Reifen natürlich deutlich flinker als ihre härteren Pendants sind, diese dafür eine längere Distanz halten. Diese schmale Gradwanderung zwischen “Maximum Attack” und Reifensparen war somit keine leichte Aufgabe.

Anders als bei den regulären Saisonläufen wird beim JAF Grand Prix stehend gestartet, was Taniguchi im BMW Z4 sicherlich einen Vorteil brachte. Er überholte noch vor Einzug in die erste Kurve Hiranaka im Ferrari, der sich relativ schnell auch Tomonobu Fujii im #33 HANKOOK Porsche geschlagen geben musste. Taniguchi und Fujii konnten sich schnell vom Rest des Feldes lösen, wobei Taniguchi stets die Oberhand behielt und den HANKOOK Porsche kontrolliert hinter sich lassen konnte. Kurzzeitig hatte er sogar einen Vorsprung von vier Sekunden herausgefahren. Dahinter tobte hingegen ein absolut spektakulärer Kampf zwischen Yuhi Sekiguchi (JLOC Lamborghini RG-3), Kota Sasaki (R&D SPORT LEGACY B4), Hiranaka im JIMGAINER Ferrari, Tim Bergmeister ( ART TASTE GT3R) und dem völlig überraschend “aus der Tiefe des Raumes” kommenden Hideki Matsuura (ARTA Garaiya). Der Kampf sah pro Runde mehrere Positionsverschiebungen, wobei die Haarnadel, die Schikane, die 100R und natürlich Kurve 1 nach der langen Start-/Zielgeraden gerne für Ausbremsmanöver genutzt wurden. Pech für Kota Sasaki, der mit einem Reifenschaden seinen Subaru humpelnd zur Box tragen musste. Yuhi Sekiguchi konnte sich zwischenzeitlich vom Rest der Verfolgergruppe lösen und attackierte Tomonobu Fujii, der ihn aber kurze Zeit später wieder überholen konnte. Chaos dann in der letzten Runde: In der 100R gerieten Hiranaka und Bergmeister sich ein wenig zu nahe. Der JIMGAINER-Pilot schubste den Deutschen ein wenig neben die Strecke, was wiederum die Tür für Matsuura aufmachte. Dieser bedankte sich artig und zog an beiden auf Position 4 vorbei. Zum analysieren blieb allerdings keine Zeit, denn Nobuteru Taniguchi verlor aufgrund des Reifenverschleiss mächtig Zeit auf Tomonobu Fujii, der in der letzten Kurve vor Start-/Ziel eine engere Linie fahren und somit am BMW vorbeiziehen konnte. Taniguchi gab allerdings nicht auf, zog sofort in Fujiis Windschatten und nutze, wie er später im Interview mit dem Fernsehsender J SPORTS erklärte, die “berühmte Power des BMW Z4″ aus und zog nur wenige Meter vor der Ziellinie am #33 HANKOOK Porsche vorbei. Somit gewann der diesjährige GT300-Champion mit nur 0.092 Sekunden vor Tomonobu Fujii — spektakulärer geht’s kaum! Dritter wurde Kosuke Matsuura, vierter Katsuyuki Hiranaka und fünfter letztlich Tim Bergmeister.

Ganz so spektakulär war das Rennen der GT500 im Anschluss hingegen nicht, enttäuschte aber dennoch nicht. Ronnie Quintarelli S Road MOLA GT-R ging von der Pole Position ins Rennen. Beim stehenden Start kam der ARTA HSV-010 von Takashi Kobayashi nicht ganz vom Fleck, weshalb er sofort von Kazuya Oshima im ENEOS SUSTINA SC430 überholt wurde. Dahinter bogen Andre Lotterer (PETRONAS TOM’S SC430 ), J. P. L. Oliveira (CALSONIC IMPUL GT-R) und Takashi Kogure (Weider HSV-010) zu dritt in die zweite Kurve ein. Dabei wurde Kogure ein wenig neben die Strecke gedrückt, kam rutschend zurück auf die Strecke und prallte dabei mit seinem linken Vorderrad gegen die rechte Seite von Lotterers Lexus SC430. Während Lotterer ohne sichtbaren Schaden weiterfahren konnte, stand bei Kogure das linke Vorderrad krumm. Er fuhr zwar langsam zur Box zurück, wo man ihn aber nur rückwärts in die Box zurückschieben konnte — ein Sinnbild für die Saison der Weider-Truppe. Auch Probleme bei Björn Wirdheim, dem nach einem heftigen Verbremser auf der Zielgeraden sein Vorderreifen um die Ohren flog. Über Wirdheims Teile muss anschließend Benoit Treluyer gefahren sein, denn auch er erlitt einen Reifenschaden. Währenddessen griff Oliveira in der dritten Runde nach Oshima, der wenig später auch noch weitere Plätze verlor. Wie auch in der GT300 entwickelten sich in diesem Grüppchen dann weitere, rundenlange Positionskämpfe. Vorne fuhr Quintarelli einen kontrollierenden Vorsprung auf Oliveira hinaus, der zum Ende hin aber nochmals angasen und Druck auf den Italiener ausüben konnte. Es kam allerdings zu keiner Positionsverschiebung, womit der neugekürte GT500-Meister Quintarelli den ersten Lauf für sich entschied. Dahinter wurde es allerdings spannend, denn der dreimalige GT500-Champion Juichi Wakisaka (D’STATION KeePer SC430) legte ein Wahnsinnsrennen hin und fuhr von Position 13 bis auf Position vier vor, wo er sich anschließend in einem absolut sehenswerten, über mehrere Runden hinweg dauernden Duell mit Andre Lotterer um den letzten Podestplatz stritt. Beide Fahrer sind gut miteinander befreundet und respektieren sich aneinander, schließlich gewann man in den Jahren 2005 und 2009 gemeinsam die Meisterschaft. Am Ende hatte Wakisaka das glücklichere Händchen, als er Lotterer mit einem spektakulären Manöver in der Haarnadel überholte. Wakisaka unterstrich damit erneut seine Klasse. Fünfter wurde Kohei Hirate im ZENT CERUMO SC430.

Am Sonntag fuhren zunächst die bereits erwähnte Formula Nippon sowie der Legend Cup, anschließend dann die GT300 und GT500 — mit gegenüber zum Vortrag vertauschten Rollen. Denn dieses Mal fuhr die GT300 ein spannendes, aber eher ruhigeres Rennen, während die GT500 ein packendes, Saisonabschluss-würdiges Finale bot. Pech in der GT300 für Hiroki Yoshimoto im triple a Vantage GT2. Aufgrund eines Problems mit dem Differntial konnte der Aston-Martin-Pilot nicht am Rennen teilnehmen, weshalb die zweite Startposition am Grid frei blieb. Von der Pole Position startete Shinichi Takagi (ARTA Garaiya), dahinter der EVANGELION RT TEST TYPE-01 Apple Shiden mit Hiroki Katoh am Steuer. Katoh würgte allerdings den Wagen am Start ab und wurde vom halben Feld überholt. Takagi fand hingegen nie wirklich ins Rennen (oder nicht den berühmt-berüchtigten “Speed”) und wurde letztlich bereits in der dritten Runde von Tetsuya Tanaka im JIMGAINER DIXCEL DUNLOP 458 und anschließend von weiteren Fahrzeugen überholt. Da die Qualifikation aufgrund des starken Regens von Freitag auf Samstagfrüh verschoben werden musste und die Strecke in den Morgenstunden folglich noch ein wenig nass war, verzockten sich Taku Bamba im HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW Z4 und Masami Kageyama im #33 HANKOOK Porsche bei der Reifenwahl und mussten das Feld von hinten aufrollen. Insbesondere auf der langen Start-/Zielgeraden machte sich die Power des BMWs sowie des Porsches bemerkbar. In gerade mal sieben Runden arbeitete sich Bamba von Startposition 12 auf den ersten Platz vor. Ihm folgte Kageyama. Es wirkte fast wie eine Wiederholung vom Vortag, als Taniguchi und Fujii sich am Ende in den gleichen Fahrzeugen um den Sieg stritten. Trotz des erhöhten Reifenverschleißes (beide Fahrer mussten sich durchs Feld kämpfen) konnte Bamba die Führung mit rund fünf Sekunden vor Kageyama kontrollieren — und gewann das zweite GT300-Rennen. Jubel somit bei der Truppe um Ukyo Katayama, die beide Klassenläufe für sich entschieden. So sehen Champions aus. Auf Platz drei kam Tetsuya Tanaka ins Ziel. Vierter wurde Shinichi Takagi, fünfter Tetsuya Yamano (R&D SPORT LEGACY B4).

In der GT500 stand erneut der S Road MOLA GT-R, dieses Mal von Masataka Yanagida pilotiert, auf der vordersten Startposition. Wie auch in der GT300 würgte der von Position drei stardende Hironobu Yasuda seinen ADVAN KONDO GT-R ab und zwang somit Seiji Ara im WedsSport ADVAN SC430 zu einem Ausweichmanöver. Ara wurde bei seinem Manöver allerdings von Yuji Tachikawa (ZENT CERUMO SC430) getroffen, was ihn wiederum fast wie ein Ping-Pong-Ball in Tsugio Matsuda (CALSONIC IMPUL GT-R) schoss und somit eine Kettenreaktion auslöste. Tachikawa wurde wenige später etwas unverständlich, letztlich ging es am Start sehr eng zu, mit einer Durchfahrtsstrafe bestraft. Die Rennleitung argumentierte vermutlich, dass die Kollission mit Ara vermeidbar gewesen wäre. Direkt am Start konnte Takuya Izawa im RAYBRIG HSV-010 Yanagida überholen und führte fortan das Feld an. Die Rangeleien hatten allerdings noch kein Ende gefunden, als Seiji Ara bei einem Überholversuch von Satoshi Motoyama (MOTUL AUTECH GT-R) umgedreht wurde. Motoyama erhielt für diese tatsächlich vermeidbare Kollision ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe. In der zweiten Runde verlor Tsugio Matsuda aufgrund des Startunfalls  Fronthaube und Splitter seines Nissans, was ihn letztlich zur Aufgabe zwang. Hinter Izawa und Yanagida tobte erneut der Wettstreit um den letzten Podestplatz. Kazuki Nakajima (PETRONAS TOM’S SC430), der sich aufgrund der nassen Piste in der Qualifikation ebenfalls mit den Reifen verpokerte, musste das Rennen von Position 13 aufnehmen. Schnell schloss er aber zur Verfolgergruppe auf und machte von der Power seines Motors auf der langen Start-/Zielgeraden gebrauch. Nakajima kämpfte sich bis auf die vierte Position vor und konnte sogar auf seinen abbauenden Reifen kämpfenden Markenkollegen Andre Couto (D’STATION KeePer SC430) Druck ausüben. Während vorne Izawa einen ungefährdeten Sieg vor Yanagida einfuhr, krachte es in in der letzten Runde allerdings in der 13ten Kurve zwischen Couto und Nakajima. Couto fuhr die Linie etwas weiter. Nakjima sah dies, stach in die Lücke, während Couto hineinzog. Beide berührten und drehten sich. Die nur wenige Sekunden dahinter befindlichen Toshihiro Kaneishi (KEIHIN HSV-010),  Daisuke Ito (ENEOS SUSTINA SC430) und Loic Duval (Weider HSV-010) bedankten sich artig und zogen an Couto und Nakajima vorbei. Kein glückliches Ende für Couto und Nakajima, die am Vortag von ihren beiden Teamkollegen gezeigt bekamen, wie man so ein Duell austrägt. Trotz des Ärgers kann man diesen Zwischenfall als Rennunfall ad acta legen — und bei der großen Abschlusszeremonie hatten beide wieder ihr Lächeln gefunden. In dieser Reihenfolge ging dann auch der finale Lauf zu Ende.

Bei der abschließenden Abschlusszeremonie wurden dann noch mal die in der Kumulation besten Fahrer gekürt. Den JAF Grand Prix in der GT300 gewannen somit aufgrund der zwei Siege wenig überraschend Taniguchi/Bamba (HATSUNEMIKU GOODSMILE BMW Z4), in der GT500 Quintarelli/Yanagida (S Road MOLA GT-R). Den Ost-gegen-West-Wettkampf (die Fahrer wurden nach ihrer Herkunft in Ost oder West eingestuft und sammelten für ihre Region anhand ihrer Platzierung Punkte. Gleichzeitig konnten die Fans mit dem Kauf von speziellen blauen und roten Handtüchern aktiv an der Entscheidung teilhaben. Als Dankeschön gab es Premium-Preise zu gewinnen. Gleichzeitig gab es zahlreiche Essensstände mit Spezialitäten aus den zwei verschiedenen Regionen Japans, dessen Verzehr ebenfalls Einfluss auf die Wertung hatte) entschied übrigens der Osten mit 762 zu 628 für sich.

Als in Japan dann die Sonne komplett hinter dem Berg Fuji-san verschwand, blickten Fahrer, Teams und insbesondere die Fans auf eine spannende Saison und zwei wundervolle Tage zurück, in denen viel für den Zuschauer vor Ort zu Hause geboten wurde. Man gedenkte nochmals den Opfern des Tohoku-Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011, richtete einen kleinen Markt ein, auf dem man Ware aus den Krisengebieten erwerben konnte. Die Katastrophe hatte Japan hart getroffen. Es sind Momente wie diese, die vieles für einen Moment vergessen lassen. Etwas, was sich Fahrer und Veranstalter wünschten. Dass es dabei spannend, spektakulär und zu jeder Sekunde unterhaltsam wurde, ist für die SUPER GT und Formula Nippon fast schon eine Selbstverständlichkeit. Beide Serien brauchen sich gegenüber westlichen Motorsportserien nicht verstecken. Vor allem die SUPER GT hat dieses Jahr erneut bewiesen, warum sie als die schnellste, härteste aber auch unterhaltsamste GT-Serie der Welt gilt. Und das ist etwas, auf das wir uns auch im nächsten Jahr freuen dürfen.

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October 11 2011

15:35

Shell Formel Eins: Singapur – Sehr, sehr heiss

Im zweiten Teil der Singapur Nachbetrachtung geht es um das Rennen und was wir sonst so erlebt haben.

Ich bin ja schon viel in der Welt rum gekommen, aber in die Tropen hatte es mich noch nicht verschlagen. Von Singapur hatte ich bisher nur das gesehen, was viele andere auch im Fernsehen gesehen habe. Die wunderschönen Nachtbilder der Formel Eins, nebst der Hubschrauberflüge über die Marina. Dazu das Wissen, dass Singapur eine der reichsten Stadtstaaten in Asien ist und man keinen Kaugummi mitbringen darf. Doch bevor man sich das alles selber anschauen kann, steht einem eine lange Flugreise bevor. Am Donnerstag vor dem Rennen ging es los, Abflug 17.50 Uhr mit Turkish Airlines, Zwischenstopp in Istanbul, nach zwei Stunde weiter nach Singapur, wo ich dann am Freitag um 15.30 Uhr gelandet bin. Alles in allem also knapp 15 Stunden Reisezeit. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass man knapp 10.000 Kilometer unterwegs ist. Der Flug war ruhig und angenehm, steigt man allerdings dann aus, bekommt man einen Schlag.

1. Tag, Freitag

Und das weniger wegen der langen Schlangen am Visa-Schalter, sondern mehr wegen des Klimas. Nachdem man die letzten Stunden unter wohltemperierten Klimaanlagen gesessen hat, wird man bei den ersten Schritten aus dem Flughafe quasi von einer Hitzekeule durch geprügelt. 34 Grad und 87% Luftfeuchte zeigte das Thermometer draussen und der Fahrer, der mich zum Hotel brachte, meinte fröhlich, dass es an dem Tag wirklich etwas warm sei. Und wie das in so Ländern dann immer ist: Alle Klimaanlagen stehen auf 18 Grad und nachdem man gerade noch darüber staunte, wie viel Wasser so ein Körper in 5 Minuten ausschwitzen kann, friert man Sekunden später. Immerhin – das stählt den Kreislauf.

Außer der Anreise stand nichts auf dem Programm. Viele Gedanken hatte ich mir gemacht, wie ich den Jetlag umgehen kann. Aber es blieb beim Klassiker – einfach aufbleiben, durchmachen und nicht vor Mitternacht ins Bett gehen. Mittels einem Liter Cola und einem Spaziergang ging das dann auch. Letzterer führte mich durch eine große Einkaufspassage, die jetzt auch nichts anderes bot, als man in anderen Einkaufspassagen der Welt. Nur die Ecke mit den Spielautomaten war mir neu.

2. Tag, Samstag

Weil der gesamte F1-Zirkus mehr oder weniger in der europäischen Zeitzone verharrt, tut sich vor 12.00 Uhr Mittags überhaupt nichts. Das Frühstück lassen die meisten weg, aufgestanden wird gegen Mittag. Aber wir waren ja nicht (nur) zum Spaß, und es gab am Samstag zwei spannende Workshops von Shell und Ferrari. Netterweise im Hotel und in Reichweite der Klimanlage. Der erste Teil des Workshorps bestand darin, dass wir einen Motor bauen mussten. Auf einem Tisch lagen die Innereien eines 4-Zylinders, die zusammen gesetzt werden wollten. Zwar nur aus Platik, aber die Nocken einer Nockenwelle hatte ich auch noch die in der richtigen Reihenfolge zusammenbasteln müssen, was eine nette Herausforderung war. Shell hatte die Teilnehmer des Wochenendes in drei Gruppen aufgeteilt und aus dem Zusammenbau einen kleinen Wettstreit gemacht. James Alles, Allard Kalf und ich, dazu die eingeladenen Freunde von den Philippinen. Wir hätten auch gewonnen, aber ich muss leider erwähnen, dass Allard nach Ablauf der Zeit heimlich immer weiter gearbeitet hat. Er meinte, das sei in der Formel Eins üblich, dass man alles macht, so lange man nicht erwischt wird, ich solle mir diese Lektion merken. Ich meinte, deswegen habe das mit Spyker damals auch so gut funktioniert, weil die Holländer das so gut beherrschen würden. Man sieht, die Stimmung war gut.

Nachmittags wurde es dann wieder ernst, Luigi Fraboni, Motorenchef den Strecke bei Ferrari, kam zu einem ausführlichen Gespräch ins Hotel. Ich war wirklich erstaunt, wie offen Fraboni auf unsere Fragen antwortete, sehr viele Informationen aus diesem Gespräch sind in den gestrigen Text eingeflossen. Eine wichtige Info kam so nebenbei raus. Ferrari entwickelt den neuen V6 Turbo Motor zwar weiterhin alleine, allerdings zum ersten Mal in direkter Zusammenarbeit mit Shell. Bisher war es immer so, dass ein Hersteller dem Motoröl/Spritlieferanten den mehr oder weniger fertigen Motor gegeben habt, der die passenden Komponenten entwickelte. Nun arbeitet man enger zusammen, welche genauen Vorteile das bringt, wollte Fraboni aber nicht sagen.

Die Standfestig der V8 sei aber an einem Punkt angekommen, an dem man sich keine Sorgen mehr machen muss. Angeblich könne man einen Motor auch bei vier Rennen einsetzen, ohne dass man mit großen Leistungsverlusten zu kämpfen habe. Das gelte aber für alle Hersteller, insbesondere Mercedes. Renault habe leichte Vorteile beim Spritverbrauch, die man aber mit dem bekannten Leistungsdefizit bezahlen würde. Es habe sich aber gezeigt, dass aus aerodynamischer Sicht die Vorhergehensweise von Renault durchaus interessant sei, weil ein kleinerer Tank eben auch Vorteile mit sich bringen würde. Die Erkenntnis sei etwas, was man beim Bau des V6 auf jeden Fall im Kopf haben würde.

Abends ging es dann zur Quali an die Strecke. Ein nur kurzer Marsch von 20 Minuten, der aber völlig ausreichte um komplett durchzuschwitzen, wie man auf dem Bild sehen kann. Der arme Mensch vor mir war wohl zu Fuss schon etwas länger unterwegs. Überraschenderweise litten die Freunde von Philippinen ebenfalls schwer unter dem Klima. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass gerade die damit besser klar kommen, aber in der Hauptstadt Manila ist es wohl heiß, aber eben nicht so feucht. Ich selber kam nach einem Tag relativ gut mit dem Klima klar. So lange ich nicht stundenlang wandern musste. Die Quali ließ sich auf der Tribüne gut verfolgen, ich machte jedoch lieber einen Abstecker in den Paddock, wo ich in der ein oder anderen Team Hospitality reinschaute und noch mal einen Blick ins Shell Trackside Labor werfen konnte. Der Paddock war in Singapur gut gefüllt, es war deutlich mehr los, als in Spa oder am Nürburgring. Was mich schon etwas verwunderte, aber ein PR-Mann von Ferrari erklärte mir, dass das Rennen in Singapur quasi das asiatische Gegenstück von Monaco sei. Hier würden sehr, sehr viele Sponsoren ihre Gäste einladen, daher sei es auch dementsprechend voll.

3. Tag, Sonntag

Eine kurze Interviewsession gab es mit Jules Bianchi, einem Fahrer aus dem Nachwuchsprogramm von Ferrari. Bianchi galt lange als einer schnelleren Nachwuchspiloten, doch weder in seiner ersten GP2-Saison, noch in diesem Jahr, wo er bei ART unterwegs war, konnte er etwas erreichen. Romain Grosjean war ein zu starker Gegner, ART dazu in diesem Jahr nicht gut sortiert. Auf meine Frage, was er denn nun 2012 machen würde, antwortete er verblüffend ehrlich, dass er das nicht wüsste. Auf gar keinen Fall mehr GP2. Da man weiß, dass Ferrari seine Piloten auch mal in die GTs steckt, wollte ich wissen, ob er das machen würde, aber dies verneinte Bianchi. Das klang schwer danach, dass Ferrari ihn Ende des Jahres entlässt und er komplett ohne Vertrag da steht. Offenbar hat sich das Team schon auf Sergio Perez als Nachfolger von Massa fest gelegt, zur hat man noch Mirko Bortolotti, der bisher seine Ziele erfüllen konnte.

Abend ging es dann wieder durch das Gewirr von Wegen zur Rennstrecke. Eigentlich war die Tribüne nur 5 Gehminten entfernt. Weil aber die Strecke quer durch die Stadt läuft und es nur wenige Brücken gibt, musss man quasi einmal halb um die Strecke rum laufen. Und das dauert halt. Lange. Dafür hatten wir, wie man auf den Bildern sehen kann, eine fantastische Sicht auf die ersten beiden Kurven. Den Start habe ich auch gefilmt, darf ihn aber nich online stellen, weil Bernie sonst sauer wird. Das Rennen selber war ja dann eher mau, immerhin gab es was zu Essen.

Abends ging es dann an die Hotelbar und während die Tage zuvor dort kaum Teampersonal anwesend schien, war es am Sonntagabend knallvoll. Sebastian Buemi, Franz Tost, Nico Rosberg, Norbert Haug, Mike Gasconye, Rob Smedley und viele andere kamen auf einen Drink vorbei oder saßen in der Lobby. Die Stimmung war deutlich gelöster und entspannter. Ich saß mit einigen Ferrari- und Shell-Leuten bis in den frühen Morgen zusammen, aber die Gespräche sind “off the record”

4. Tag, Montag

Eigentlich wollte ich in dieses Hotel mit dem Boot auf dem Dach, auch wenn allein der Besuch rund 10 Euro kostet. Eigentlich wollte ich durch die Marina gehen, ein paar Ferrari-Leute und Pressekollegen treffen. Und Abends sollte es dann eigentlich zum Flughafen gehen. Die Realität sah so aus, dass ich seit morgens um 6 mit einer Magen-Darm-Sache beschäftigt war. Und wie sich rausstellte war ich nicht alleine mit meinem Elend. Offenbar hatten sich einige im Hotel eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, darunter der halbe Tisch, an dem ich gesessen hatte. Es war weder an einen Spaziergang, noch an einen Flug zu denken. An der Stelle noch mal ein großes “Danke” an Shell und die Agentur Edelman in Hamburg, die in Windeseile meinen Flug umgebucht haben, was nicht so einfach war, weil wegen des Grand Prix die meisten Flüge ausgebucht waren.

5. Tag, Dienstag
Rückflug mit einem halbwegs wieder hergestellten Magen. Also flugbereiten Magen – bis ich wieder komplett hergestellt war, dauerte es rund eine Woche.

Trotz des leicht holprigen Endes der Reise – es war ein sehr schönes Erlebnis. Singapur ist jetzt nicht zwingend eine Stadt, in die ich noch mal muss, aber die Grand Prix vor Ort zu erleben war wirklich etwas besonderes. Wie so oft ist es so, dass man von der Tribüne weit aus weniger sieht und mitbekommt, als wenn man am Fernseher sitzt. Aber die besondere Atmosphäre, die so ein Rennen in der Nacht hat, erlebt man nur, wenn man dabei ist.

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August 24 2011

16:27

Vorschau: GP2/GP3 in Spa, F2 am Red Bull Ring

Nach der Sommerpause melden sich am Wochenende mit der Formel 1 auch GP2 und GP3 zurück. In deren Schatten fährt außerdem die Formel 2 in Spielberg. 

Das Ende ist nah: Nur noch zwei Runden stehen in den beiden GP-Serien auf dem Programm. In der GP2 nähert sich Romain Grosjean scheinbar unaufhaltsam dem Titel – der Franzose könnte sogar schon beim Rennen in Spa den Sack endgültig zumachen (Szenarien dazu nach dem Jump). In der GP3 ist die Sache deutlich weniger gefestigt – neben Tabellenführer Valtteri Bottas haben noch eine ganze Reihe weiterer Piloten mehr als nur theoretische Chancen auf die Meisterschaft. In der Formel 2, wo nach dem Wochenende in der Steiermark noch zwei weitere Runden geplant sind, scheint derweil alles auf einen Zweikampf um den Titel hinauszulaufen – wobei der führende Mirko Bortolotti schon einen deutlichen Vorteil auf Verfolger Christopher Zanella hat. Sicher kann sich aber keiner der drei Favoriten sein – denn bis zur Entscheidung kann noch viel passieren.

GP2

Dafür, dass in der GP2-Meisterschaft noch “viel” passiert, bedarf es allerdings schon eines kleinen Wunders. 25 Punkte beträgt der Vorsprung von Romain Grosjean auf den zweiten, Guido van der Garde. Vom drittplatzierten Charles Pic trennen ihn sogar schon 32 Zähler. Bei noch insgesamt 40 zu vergebenden Punkten haben außerdem noch Jules Bianchi und Sam Bird (je 39 Zähler Rückstand) Meisterschaftschancen – wenngleich äußerst theoretischer Natur.

Für das Wochenende in Spa ist die Rechnung relativ einfach: Bianchi oder Bird können nur dann im Rennen bleiben, wenn Grosjean punktelos bleibt – und einer der beiden beide Rennen gewinnt, jeweils die schnellste Runde fährt und auch noch am Samstag auf die Pole fährt.

Etwas schwerer zu schlagen sind van der Garde und Pic. Pic müsste am kommenden Wochenende zwölf Zähler aufholen, um Grosjean in Monza noch schlagen zu können. Wenn Grosjean also am Samstag vor oder knapp hinter ihm landet, ist der Meitschaftstraum auch für Charles Pic vorbei. Guido van der Garde muss insgesamt fünf Punkte aufholen, um seine theoretische Chance zu wahren.

Daraus folgt: Romain Grosjean kann sich bereits am Samstag zum Meister krönen. Und zwar dann, wenn er nicht zu allzu weit hinter Charles Pic landet und zwei Punkte mehr holt als Guido van der Garde (Ausnahme: Wenn van der Garde oder Grosjean selbst auf Pole stehen, dass braucht der Franzose vier Punkte mehr / gleich viele Punkte wie van der Garde)

Darüber, ob nach der Sommerpause irgendwelche Cockpits neu besetzt wurden, ist derzeit noch wenig bekannt. Einzig aus dem Lager von Coloni gibt es eine kleine Information. Dort darf ein alter Bekannter ein weiteres Rennen bestreiten: Nach seinen starken Leistungen am Nürburgring und in Budapest steigt Luca Filippi ein weiteres Mal ins Cockpit. Ob er auch beim letzten regulären Saisonrennen in Monza und beim (außerhalb der Meisterschaft stehenden) Saisonabschluss in Abu Dhabi mit dabei sein wird, ist dagegen noch nicht klar.

Zu sehen sind beide Rennen wie immer live auf sky sport 2 (Sa., 15:35, So, 10:30 Uhr). Das Rennen am Sonntagvormittag gibt es auch in besserer Bildqualität auf sky sport HD 1, das Samstagsrennen in kostenfreier Bildqualität auf rai sport 1.

GP3

Anders stehen die Dinge in der GP3, wo sich tatsächlich noch eine ganze Schar von Juniorpiloten realistische Hoffnungen auf den Titel machen kann. Neben Williams-Testfahrer Valtteri Bottas (41 Punkte) sind das Alexander Sims (34), Nigel Melker (32), Lewis Williamson, und James Calado (je 31). Theoretisch können aber sämtliche Piloten, die in dieser Saison bisher Punkte geholt haben noch Meister werden – diese Liste reicht bis zu Conor Daly, der aktuell auf Rang 20 der Tabelle rangiert.

Und, ganz ehrlich: In einer Saison wie der aktuellen, die bisher zehn verschiedene Sieger in zwölf Rennen gesehen hat, möchte ich mich hier mit Vorhersagen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Bleibt also nur zu sagen: In der GP3 Meisterschaft kann auch nach sechs Wochenenden noch so ziemlich alles passieren.

Abseits der Meisterschaftsentscheidung zu beachten: Der Neuseeländer Richie Stanaway, der im deutschen F3 Cup deutlich in Führung liegt, wird in Spa sein GP3-Debut im Team von ART geben. Auch, wenn man beim allerersten Rennen in einer neuen Serie noch nicht allzu viel erwarten darf – sein Auftritt wird ein interessanter Gradmesser für die Qualität des Starterfeldes im F3 Cup sein.

Wie gewohnt läuft die GP3 auch am kommenden Wochenende auf Eurosport 2: Rennen 1 Samstag 18:00 und Sonntag 9:00 Uhr als Aufzeichnung, Rennen 2 am Sonntag um 9:30 Uhr live.

Formel 2

Als leichter vorhersagbar hätte ich da schon die Rennen der Formel 2 eingeschätzt – wären da nicht Ramon Pineiro und Jack Clarke gewesen, die etwas überraschend die beiden Rennen in Brands Hatch für sich entscheiden konnten.

Trotzdem: Die drei Meisterschaftsführenden (Mirko Bortolotti, Christopher Zanella und Miki Monras) sind gewiss auch in Spielberg die großen Favoriten.

Neu dabei sind am kommenden Wochenende der Brite Luciano Bacheta, der beim GP3 Rennen in Budapest durch einen massiven Traininscrash auf sich aufmerksam gemacht hat – und der Österreicher Rene Binder, der aktuell eine eher durchwachsene Saison im deutschen F3 Cup bestreitet.

Die Rennen der Formel 2 werden auch am kommenden Wochenende wieder von Motors TV übertragen: Samstag 13:35 und Sonntag 14:35 Uhr, jeweils live. Wer den in Deutschland zunehmend schwer empfangbaren Sender nicht sehen kann, hat außerdem die Möglichkeit, beide Rennen im Livestream auf formulatwo.com zu verfolgen.

Sonst

In der Formel Renault 3.5 sind am Rande der Silverstone-Rennen am vergangenen Wochenende übrigens erste Details zur kommenden Saison durchgesickert. Und wenn die Informationen stimmen, dann steht die Serie vor einer kleinen Revolution. So wurde etwa bekannt, dass das neue Auto über ein DRS-System verfügen soll, um das Überholen zu erleichtern, und so die Rennen spannender zu machen. Außerdem gibt es schon konkrete Planungen für den Kalender. Demnach soll die Nachwuchsformel erstmals die Grenzen Europas überschreiten. Geplant sind Rennen in Russland (autosport.com spricht sprach in einer mittlerweile geänderten Meldung von Sotschi – dabei müsste es sich aber um einen eilig errichteten Straßenkurs handeln, denn die F1-Strecke wird erst 2014 fertig sein) und Brasilien. In Deutschland soll die Serie nach derzeitigen Planungen wohl nicht mehr auftreten.

Foto: GP2

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