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June 17 2010

06:42

Formelserien: Vorschau F2/SLF/WSbR

Nach einer kurzen Pause geht es am kommenden Wochenende bei den diversen Formelserien wieder richtig weiter: Die Formel 2 geht als Support-Programm für die WTCC in Zolder an den Start, die WSbR fährt in Magny-Cours, und die Superleague Formula macht in Jarama Station.

Drei ehemalige Formel 1-Strecken sind also am kommenden Wochenende die Gastgeber für die Rennen der Juniorserien. Und nur bei einer ist mir richtig wohl: Die Strecke in Magny-Cours ist immer noch ziemlich modern und erfüllt die Sicherheitsstandards für aktuelle Kurse. Anders sieht es dagegen in Zolder und Jarama aus: Beide Strecken wurden aus gutem Grund schon vor einiger Zeit von der Formel 1 verlassen und seither nur in Teilen entschärft. Auf beiden Strecken sind die Rennen meiner Ansicht nach zwar zu verantworten – riesige Auslaufzonen wie auf modernen Tilkodromen sind allerdings Mangelware.

Zunächst zur Formel 2: Die fährt in Zolder bereits das vierte von neuen Saisonrennen. Qualitativ hatten alle drei Ausgaben nicht riesig viel zu bieten, die beiden Läufe in Monza waren aber immerhin spannend. In der Meisterschaft hat sich – für viele etwas überraschend – Jolyon Palmer, Sohn von Serienorganisator und Ex-F1 Fahrer Dr. Jonathan Palmer an die Spitze gesetzt. Erstaunlich ist das deswegen, weil er im vergangenen Jahr auch schon mit dabei war – und zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Glanzlichter setzen konnte. In diesem Jahr läuft es aber deutlich besser: Palmers Meisterschaftsführung kam nicht durch glückliche Zufälle zustande – sie ist durchaus verdient, zumal er als einziger Pilot bei allen bisherigen Rennen konstant schnell unterwegs war. Dahinter lauern der erstaunliche Rookie Dean Stoneman und Philipp Eng, um dessen Finanzen es nicht gar so gut bestellt sein soll, und der daher in dieser Saison umso mehr beweisen muss, was in ihm steckt.

Austragungsort des Rennens ist, wie erwähnt, Zolder. Die ehemalige Formel 1 Strecke im Nordosten Belgiens ist Neuland für die Formel 2, und wird auch sonst von Formelserien eher gemieden. Die Champcar fuhr auf dem ziemlich schnellen und flüssigen Kurs im Jahr 2007 eines ihrer beiden Europarennen, die Superleague Formula war auch schon gelegentlich hier. Zum Glück gab es bei diesen Rennen nie größere Probleme – wenn es die aber gibt, dann kann in Zolder auch schnell mal auf eher unangenehme Weise der Platz ausgehen. Dort zu fahren ist sicher weniger riskant, als in Marrakesch oder in Brands Hatch – aber ein wenig Fingerspitzengefühl sollten die Damen und Herren Nachwuchsfahrer am kommenden Wochenende dort schon an den Tag legen.

Lauf eins und zwei werden Samstag und Sonntag live auf Eurosport zu sehen sein.

WSbR

Die Word Series by Renault macht nach den mäßig spannenden Rennen vor knapp zwei Wochen in Brünn am kommenden Wochenende in Magny-Cours Station. In Brünn war die Performance von Esteban Guerrieri die große Überraschung. Der nicht mehr ganz so junge (25) Argentinier konnte dort beide Rennen für sich entscheiden, nachdem er zuvor in Monaco nicht mehr genug Geld gehabt hatte, um antreten zu können. Wasserstandsmeldungen aus Argentinien besagen, dass er auch am kommenden Wochenende in Magny Cours wieder mit dabei sein wird – der Rest der Saison ist allerdings weiter ungesichert. Die Motivation, seine Leistung aus Tschechien zu wiederholen, wird also groß sein.

Ebenso motiviert wird wohl Red Bull Junior Daniel Ricciardo ans Werk gehen. Nachdem er schon bei den ersten Saisonrennen nicht konstant genug war, fehlte es in Brünn auch noch am Speed. Erstmals in dieser Saison musste er sich sogar seinem Stallrivalen Brendon Hartley geschlagen geben – was sein Betreuer und Chef Dr. Helmut Marko sicher nicht sehr gerne gesehen haben wird.

Beim Rennen in Brünn hat Eurosport angekündigt, neben der WSbR auch den Renault Megane Cup im Eurosport Player übertragen zu wollen – angeblich hat dies allerdings nicht funktioniert. Auch diesmal dürfte eine solche Übertragung wieder geplant sein. Ob diesmal aber tatsächlich auch etwas davon zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten.

Beide Läufe der WSbR werden jedenfalls live auf Eurosport 2 übertragen.

Superleague Formula

Zum zweiten Mal geht die Fußball-Rennserie am kommenden Wochenende in Jarama an den Start. Das mag weniger an der Qualität der Strecke liegen, als vielmehr an der Nähe des Austragungsortes zum Großraum Madrid – auf der eigens eingerichteten Homepage der Veranstaltung wird das Rennen sogar als “SLF Madrid 2010″ beworben.Für die Veranstaltung ist ein großes Rahmenprogramm inklusive eines Konzertes der “Simple Minds” direkt nach dem Superfinale angekündigt – man darf also hoffen, dass sich diesmal mehr Menschen auf den Tribünen finden, als noch bei den vergangenen Rennen.

Ob sich die Fans allerdings auch auf einen Heimsieg des Teams von Atlético Madrid oder zumindest des zweiten spanischen Clubs Sevilla FC freuen dürfen, darf bezweifelt werden. Zumindest in der Meisterschaft liegen beide Mannschaften eher im Mittelfeld – und die allerbesten Piloten hat man mit María de Villota und Marcos Martinez auch nicht gerade zur Verfügung. Zumindest Martinez, der in der WSbR ja bisweilen ganz gut unterwegs war ist aber auf heimischen Boden vielleicht doch eine Überraschung zuzutrauen. Die großen Favoriten werden trotzdem wohl auch in Spanien Tottenham Hotspurs (Craig Dolby), AC Milan (Yelmer Buurman), RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer) heißen.

Die 1967 gebaute und seither nur, sagen wir, behutsam aktualisierte Strecke war schon im vergangenen Jahr als Austragungsort des Saisonfinales  im SLF-Kalender. Die Strecke wurde von John Hungenholtz gebaut, der auch für das Layout von Zandvoort und Suzuka verantwortlich ist. Das wäre an sich ein recht gutes Vorzeichen, leider ist Jarama aber ein minderes Werk des Architektur-Künstlers. Der Kurs besteht im wesentlichen aus einer langen Geraden und zahlreichen engen Kurven – das Überholen ist dementsprechend schwierig. Auch die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht flächendeckend auf dem neuesten Stand. Die Formel 1 hat die Strecke schon Anfang der 80er-Jahre verlassen, weil ihr der Kurs zu eng wurde. Trotzdem waren die beiden Läufe der SLF 2009 ganz ansprechend.

Wer sich selbst ein Bild machen will, wird dies leider wieder nicht im TV machen können, da sich immer noch kein Sender gefunden hat, der die Rennserie überträgt. Dafür wird es wie immer auf superleagueformula.com einen recht anständigen offiziellen Stream der drei sonntäglichen Rennen sowie angeblich -erstmals in dieser Saison – auch vom Qualifying am Samstag geben.

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May 26 2010

16:30

Formelserien: Analyse SLF/F2/F3 Euro, Vorschau GP2/GP3

Je zwei recht spannende Rennen bei der Formel 2 in Monza und bei der SLF in Magny-Cours. Das F3-Rennen in Valencia war nicht so toll, im zweiten Lauf gab’s aber immerhin einen Überraschungssieger. Am Wochenende gehen dann GP2 und GP3 in Istanbul an den Start.

Was sagt es wohl über eine Serie aus, wenn von 13 Fahrern, die für die Saison gemeldet sind nur elf an den Start gehen, und am Ende ein Gaststarter eines der beiden Rennen gewinnt? Wenn es sich bei der Serie um die F3 Euro handelt, die immerhin den Anspruch hat, die beste Nachwuchsserie der Welt zu sein, dann ist das jendenfalls gewiss kein gutes Zeichen. Zumal Kevin Magnussen, der Überraschungssieger des zweiten Laufes von Valencia auch in der geringer eingeschätzten deutschen F3 nur eines der vier bisherigen Rennen für sich entschieden hat. Aber auch, wenn der Sieg durch den Reverse Grid ein wenig geschmälert wird: Magnussen konnte mit seiner Fahrt im zweiten Rennen durchaus beeindrucken, zumal er dem restlichen Feld auch deutlich davongefahren ist. Was nicht gerade für das übrige Feld spricht.

In der Meisterschaft führt nach wie vor der Sieger des ersten Laufes, Eduardo Mortara (dessen Karriereplanung mir völlig schleierhaft bleibt) vor Marco Wittmann und Roberto Mehri. Das nächste Rennen findet erst in mehr als einem Monat statt – und dann wieder in Deutschland, nämlich am Norisring. Man darf hoffen, dass sich bei dieser Traditionsveranstaltung vielleicht etwas mehr Fahrer am Grid finden werden.

Formel 2

Spannender als die F3 Euro waren da schon die Läufe der Formel 2 auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Monza. Die befürchteten großen Crashes bleiben zum Glück aus (auch, wenn die beiden Dreher auf der Start- und Zielgeraden übel in Auge gehen hätten können). Die angekündigten spannenden Rennen gab es dafür allemal. An der Spitze ging es allerdings nicht gar so prickelnd zu: Jolyon Palmer übertraf auch in Monza die vor der Saison in ihn gesetzten Erwartungen deutlich, und fuhr gleich zweimal beeindruckende Start-Zielsiege ein. Als Lohn für den Briten gab es den Sprung auf Platz Eins der Meisterschaftstabelle.

Dahinter ging es allerdings ganz ordentlich zur Sache, auch zum Leidwesen von Phillip Eng, der noch als Tabellenführer nach Italien gekommen war. In Rennen 1 blieb der Österreicher blass und wurde in der zweiten Rennhälfte von mehreren Konkurrenten auf den langen Geraden überholt. Den zweiten Lauf beendete eine Kollision mit dem herastürmenden Dean Stoneman. Insgesamt also ein schmerzhafter “Nuller” für Eng, der Italien auf Tabellenrang drei und mit 23 Punkten Abstand auf Palmer wieder verließ.

Schöne Aufholjagden bot in beiden Rennen wieder einmal Dean Stoneman, Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für die Kollision mit Eng die recht deutlich auf die Kappe des Briten ging. Dennoch reichte die Leistung für den nunmehr zweiten Tabellenplatz. Wieder gut dabei, aber weitgehend unbelohnt: Johan Jokinen. Wenn der Däne aber sein Programm mal ohne Fehler auf die Reihe bekommt, wird auch er ein paar Worte um den Sieg mitreden können.

Superleague Formula

Die Fußball-Rennserie liefert ein weiteres Beispiel für ihre unvergleichliche Fähigkeit, sich selbst in den Fuß zu schießen. Über die Auswahl des Austragungsortes mag man noch milde hinwegsehen – auch, wenn wohl abzusehen war, dass sich nur wenige Fans ins abgelegene Magny-Cours verirren würden. Das zweite Rennen allerdings, in dem wieder einmal ein Safety Car den falschen Führenden aufsammelte war wahrlich kein Ruhmesblatt für die Rennleitung.

Weil nämlich gleichzeitig diesem Fehler auch das Boxenfenster öffnete, bekam der Führende Max Wissel eine ganze Runde Vorsprung auf das restliche Feld geschenkt – und auch die Reihung der Konkurrenten wurde kräftig durcheinander gewirbelt, was etwa John Martin im Interview zu recht unschönen (aber nicht ungerechtfertigten) Flüchen veranlasste. Der Sieg für Wissel geht trotzdem völlig in Ordnung: Der junge Deutsche hatte schon vorher einen deutlichen Vorsprung harausgefahren, und wäre auch ohne SC-Einsatz wohl kaum mehr eingeholt worden.

Ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben sich die ehemaligen F1-Fahrer Robert Doornbos und Sebastian Bourdais. Beide bremsten im zweiten Lauf in der Adelaide Hairpin viel zu spät, und räumten in Folge völlig unschuldige Konkurrenten aus dem Weg. Für Bourdais besonders peinlich: Er traf  ausgerechnet seine zwei Landsmänner Franck Perera und Franck Montagny. Folge: Für gleich drei Franzosen war das Heimrennen auf einen Schlag beendet.

Viel besser lief es dagegen auch diemal wieder für Yelmer Buurmann (AC Milan), der den ersten Lauf und das Superfinale für sich entscheidunge konnte. Und für Craig Dolby (Tottenham Hotspur): Der Engländer scheint zwar in der Qualifikation und im Superfinale noch so seine Probleme zu haben – wenn es darum geht, sich im zweiten Lauf von hinteren Startpositionen wieder nach vorne zu fahren, ist er unerreicht. Folglich geht auch die deutliche Tabellenführung nach den ersten drei Läufen völlig in Ordnung.

Vorschau GP2/GP3

Die beiden Formel 1 Nachwuchsserien gehen am kommenden Wochenende in Istanbul an den Start. Jetzt bitte nicht gähnen: Anders als die Formel 1 hat die GP2 am Otodrom meist recht erinnernswerte Rennen geliefert. Es sei nur an Lewis Hamiltons Fahrt durch das Feld 2006 erinnert – oder an den unglücklichen Streuner, der Bruno Senna vor zwei Jahren ins Auto lief.

In der GP2 darf man gespannt sein, ob die beiden ART-Fahrer (aber auch Christian Vietrois) endlich die Mischung aus Pech und jugendlichem Übermut ablegen können, und es schaffen, Ergebnisse einzufahren, die den hohen Erwartungen entsprechen. Oder ob es doch Sergio Pérez gelingt, seine Tabellenführung weiter auszubauen.
In der GP3 wird man wohl einfach sehen müssen, ob die Top-Piloten vom Saisonauftakt in Barcelona (Wickens, Verhaug, Gutiérrez) ihre Leistungen wiederholen können – und welche anderen Fahrer ein Wörtchen mitreden können.

Die GP2 wird wie immer live auf sky übertragen. Ob man die GP3 wie in Barcelona auch diesmal wieder auf Eurosport sehen kann, scheint dagegen noch unklar: Bisher sind für die GP3 keine Rennen im ESP-Schedule verzeichnet. Vielleicht hat es sich aber auch einfach noch nicht bis nach Paris durchgesprochen, dass die Junior-Juniorserie nun doch auch in der Türkei an den Start geht. Wie schon fast vermutet steht die GP3 nun doch wieder bei Eurosport 2 im Programm. Beides am Sonntag ab 9:00Uhr, Rennen 1 als Aufzeichnung, danach Rennen 2 live.

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April 22 2010

07:00

Formelserien: AutoGP startet / F2 & WSbR Analyse

Gemischtes Programm in der Nachwuchs-Szene: Spannende Läufe bei der WSbR, aber Fadesse bei der Formel 2. Am Wochenende hat schon wieder eine Rennklasse Premiere – und die F3 Euroseries geht in die zweite Runde.

Und noch eine: Als ob das Feld der europäischen Nachwuchsformeln nicht schon groß genug wäre, feiert am kommenden Wochenende im tschechischen Brno die AutoGP ihr Debut. Ganz neu ist die Serie nicht – im Grunde handelt es sich dabei um die Nachfolgerin der Euro F3000. Bereits im vergangenen Jahr trat man dort mit den ausrangierten Lola Chassis aus der A1GP Serie an, in diesem Jahr kommt noch ein neues Konzept und der geänderte Name dazu. Die AutoGP ist -anders als die Euro 3000 – keine reine Nachwuchsklasse mehr. Sie erinnert eher ein wenig an die selige A1GP und die Superleague Formula, in denen erfahrene Haudegen und ewige Talente mit Junioren um die Plätze kämpfen. Anders als bei den genannten Serien gibt es aber bei der AutoGP keine Verwirrung durch “Landesmeisterschaften” oder gar Partnerschaften von Fußballklubs. Stattdessen hat man sich ein Scheibchen von amerikanischen Rennserien abgeschnitten: Den bestplatzierten Fahreren winken gut dotierte Geldpreise.

Insgesamt wechseln über den Lauf der aus sechs Rennen bestehenden Saison 1,2 Millionen Euro die Hand – 200.000 pro Event. Dem Sieger allein winken dabei pro Wochenende 80.000 Euro, Geld bekommen auch die zweit- bis sechstplatzierten. Pro Rennsonntag gibt es zwei Läufe – der erste Durchgang hat eine Länge von 90km oder 40-45 Minuten und beinhaltet einen Pflichtboxenstopp. Rennen zwei geht über 70km oder 30-35 Minuten. Die Preise werden nach den pro Wochenende erreichten Punkten vergeben. Das Geld dafür dürfte mutmaßlich von Seriensponsor partypoker.it kommen. Abgesehen vom Rennen in Brno stehen noch Ausgaben in Imola, Spa, Magny-Cours, Monza und am brandneuen Circuito de Navarra im Südwesten Spaniens auf dem Programm.

Fürs erste scheint das Konzept ganz passabel aufzugehen – die Serie hat über die Winterpause einige namhafte Teams angezogen, und auch bei den Fahrern sind ein paar alte Bekannte am Start. Die beste Fahrerpaarung hat wohl Super Nova: Dort greifen Giorgio Pantano und der ehemalige A1GP-Neuseeland Fahrer Jonny Reid ins Lenkrad, der praktischerweise schon über reichlich Erfahrung mit dem Auto verfügt. Für Euronova Racing geht Luca Filippi ins Rennen, Trident startet mit Adrian Zaugg, der den A1GP-Lola ebenfalls gut kennt und WSbR-Heißsporn Omar Leal aus Kolumbien. Gleich vier Fahrer treten für Charouz-Gravity an: Jan Charouz, Walter Grubmüller und Adrien Tambay sind fix. Dann wäre da noch Natacha Gachnang gewesen, die nach ihrem Unfall bei der GT1 aber nun natürlich nicht dabei sein kann. Praktischerweise hatte man beim Team schon vorher einen Ersatzfahrer parat – Ho-Pin Tung wird auf der Serienhomepage in dieser Funktion geführt. Es ist davon auszugehen, dass er Gachnangs Auto übernimmt.

Übertragen werden alle Rennen der Meisterschaft auf Motors TV – mindestens ein Lauf pro Wochenede soll sogar live gesendet werden, wie die Mitteilung des TV-Kanals verspricht. Wer zu den zahlreichen Unglücklichen gehört, die den Motorsportsender mangels Kabel-TV nicht empfangen können, muss wohl auf einen offiziellen Stream hoffen. Ob es den gibt, ist aber leider noch unklar – im vergangenen Jahr hat die Euro 3000 mit einem solchen Angebot geworben. Funktioniert hat die Übertragung aber nur in Ausnahmefällen. Am Wochenende nach der AutoGP Ausschau zu halten, mag sich aber durchaus lohnen. Denn Konzept, Fahrer, Streckenauswahl und nicht zuletzt die Autos sprechen dafür, dass die Serie interessantes Racing für Formelfans bieten könnte.

Analyse – WSbR

Überraschend lebhafte Rennen gab es am vergangenen Wochenende beim Saisonstart der WSbR. Am Samstag sorgte Dauerregen für zahlreiche Ausfälle. Das Rennen am Sonnag war dann weniger spektakulär und stärker von der Strategie bestimmt – das Duell an der Spitze bot trotzdem einiges an Spannung. Am Ende führte dann doch der Favorit und zweifache Polemann Daniel Ricciardo die Meisterschaft an, gewinnen konnte er aber keines der Rennen. Stattdessen gab es zwei Sieger, mit denen wohl nicht viele gerechnet hatten. Am Samstag gelang es Mikhail Aleshin nach einem guten Start am besten, den Bedinungen von der Spitze des Feldes aus Herr zu werden. Noch überraschender war der Sieger des Sonntagsrennens: Der 28-jährige Este Sten Pentus konnte völlig ohne Wetterglück und auf trockender Piste sein erstes WSbR-Rennen gewinnen. Zweiter wurde Jan Charouz, der sich ein schönes Fernduell mit Pentus geliefert hatte. Der Tscheche durfte sich allerdings nicht lang über diese Platzierung freuen – er wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil des Auto nicht mehr genügend Benzin für die Überprüfung des Treibstoffes im Tank hatte. Das nächste Renault-Weekend findet schon in eineinhalb Wochen in Spa statt.

Analyse – Formel 2

Erstaunlich dröge waren dagegen war dagengen der Saisonauftakt der Formel 2 in Silverstone. Jolyon Palmer konnte sich im ereignisarmen ersten Rennen den Sieg vor Dean Stoneman und Sergei Afanasiev sichern, Philipp Eng gewann von der Pole aus Rennen 2 vor Palmer und Johan Jokinen. Immerhin war Palmer im zweiten Rennen sichtbar schneller unterwegs als Eng, weshalb kurzfristig so etwas ähnliches wie Spannung entstand. Die ebbte aber schnell wieder ab, nachdem klar wurde, dass Palmer ab einem Abstand von ungefähr einer Sekunde nicht mehr näher an Eng heranfahren konnte. Es bleibt zu hoffen, dass die aerodynamischen Verbesserungen, die Williams über den Winter an den Autos durchgeführt hat, nicht dazu führen, dass wie in anderen Rennserien das Heranfahren an den Vordermann schwieriger wird. Es wäre wirklich schade um die Rennserie, die sich in ihrer ersten Saison zwar nicht als große Talentschmiede erwiesen, aber zumindest meist gute Rennen geliefert hat. Weiter geht’s mit der Formel 2 ebenfalls in einenhalb Wochen in Marrakesch.

Vorschau – F3 Euroseries

Und dann ist da noch die F3 Euroseries, die nach den mäßig interessanten Rennen in Le Castellet im Rahmenprogramm des DTM-Auftaktes bereits ihr zweites Rennwochenende begeht. Erfreulich: In Hockenheim werden Esteban Guiterrez, Jimmy Eriksson, Luis Sá Silva aus Angola und der Schweizer Sandro Zeller das Feld von 13 auf 17 Starter erweitern. Weniger dürften sich die Organisatoren über die Nachricht gefreut haben, dass Serienleader Alexander Sims, Jim Pla und Esteban Guiterrez für ART auch beim Silverstone-Rennen der britischen F3 an den Start gehen werden. Nun sind solche Gastauftritte in der F3 keine Seltenheit – im konkreten Fall könnte man aber trotzdem fast auf die Idee kommen, dass sich da jemand für den Fall des Falles ein weiteres Betätigungsfeld offen halten will.

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April 15 2010

06:30

F2/WSbR Saisonvorschau, F3 Euro Analyse

Das Motorsportjahr nimmt weiter Fahrt auf: Am vergangenen Wochenende ist eine Nachwuchsserie gestartet, diesmal folgen gleich zwei weitere. Eine davon verspricht wieder unterhaltsame Rennen – in der anderen sind ein paar große Talente am Start. Und in der dritten fährt fast gar keiner mehr.

Schon bemerkt? Seit dem Wochenende ist die neue Saison der F3 Euroseries in vollem Gange. Wenn nicht, dann ist das verständlich: Irgendwie ist in diesem Jahr fast gar nichts über die Saisonvorbereitungen der laut Eigendefinition “stärksten Juniorserie der Welt” an die Öffentlichkeit gedrungen. Nicht nur bei den Fans ist wenig angekommen – auch einige Fahrer dürften den Saisonbeginn verschlafen haben, denn zur Premiere standen nur 13 Starter am Grid. Deutlich mehr Piloten werden am kommenden Wochenende in der Formel 2 das Racingjahr 2010 in Angriff nehmen – nicht alle davon sind aber ganz unumstritten. Immerhin hat Konstrukteur Williams F1 angekündigt, dass das Auto in diesem Jahr deutlich näher an Formel 1 Wagen dran sein soll. Außerdem gibt es in der Formel 2 ja bekanntlich Superlizenzen für die drei erstplatzierten Fahrer – ein nicht zu unterschätzendes Asset, wie sich im Winter gezeigt hat, als einige der neuen Teams nach startfähigen Talenten mit Kleingeld gesucht haben. Gerade an Talenten scheint es in der Formel 2 aber in diesem Jahr – mit wenigen Ausnahmen – ein bisschen zu mangeln. Daher erstmal zur anderen Serie, die an diesem Wochenende startet: Denn in der World Series by Renault gehen 2010 einige sehr viel versprechende Fahrer an den Start.

Da wäre zunächst Daniel Ricciardo. Der Red Bull Junior aus Australien konnte im vergangenen Jahr in der Britischen Formel 3 überzeugen, und hat auch bei den Formel 1-Testfahrten im Herbst eine gute Figur gemacht. In diesem Jahr wechselt er sich mit Brendon Hartley als Ersatzfahrer bei den beiden Red Bull F1-Teams ab. Mit dem Neuseeländer teilt sich Ricciardo neben der Ersatzfahrerrolle und der ozeanischen Herkunft in diesem Jahr außerdem den Platz bei Tech 1 Racing in der WSbR. Auch wenn Hartley 2009 eher ein charakterbildendes Jahr eingelegt hat: In der Branche wird ihm nach wie vor eine große Portion Talent nachgesagt. Sofern er das wieder findet, sind wohl beide Fahrer Titelkandidaten.

Aus deutschsprachiger Sicht interessant: Walter Grubmüller. Der Österreicher wurde 2009 hinter Ricciardo Vizemeister in der birtischen Formel 3 – war dort aber vorher schon ein paar Jahr mit eher durchschnittlichem Erfolg unterwegs. Mal sehen, was ihm im Familieneigenen P1 Motorsport-Team gelingt. Ganz interessant könnte auch das Abschneiden von Esteban Guerrieri werden, sofern sich der Argentinier in diesem Jahr endlich mal eine ganze Saison leisten kann. Guerrieri ist schon einige Jahr in europäischen Juniorserien unterwegs. Dass er sich nie wirklich durchsetzen konnte, dürfte aber eher am mangelnden Budget als am Talent liegen: 2004 fuhr er in der Formel 3000 regelmäßig in die Punkte, 2008 in der WSbR. Im vergangenen Jahr gelangen ihmin der SLF sogar zwei Siege. Die WSbR hat aber einen Hang dazu, dass dort auf einmal Talente auftauchen, die man vorher nicht so auf der Rechnung hatte – es kann also gut sein, dass sich am Ende ein Fahrer durchsetzt, der hier nicht erwähnt wurde. Spannend wird es aber allemal – immerhin genießt die Serie einen ausgezeichneten Ruf. Nicht umsonst waren Sebastian Vettel, Robert Kubica und Fernando Alonso alle mal in der Serie unterwegs.

Bei den Strecken bemüht sich Renault, möglichst oft auf Kursen zu fahren, auf denen auch die Formel 1 unterwegs ist. Highlight der Saison ist wohl auch in diesem Jahr das Rennen im Rahmen des GP von Monaco – Lowlights versprechen aus Überhol-Sicht dagegen die Ausgaben am Hungaroring und in Barcelona zu werden. Außerdem fährt die Serie noch in Spa, Magny-Cours, und in Silverstone. Wer selbst einmal eines der Rennen besuchen will, kann das in diesem Jahr wohl am besten in Hockenheim (3.-5. September) oder (von Österreich aus) in Brno (4.-6. Juni) machen. Renault bietet an allen Wochenenden ein ziemlich breites Programm: Neben der WSbR 3.5 sind noch ein paar weitere Serien aus dem Haus des “Créateur d’automobiles” unterwegs: Formel Renault 2.0 und 1.6, Clio Cup und lokale Tourenwagen Meisterschaften. Der Clou: Der Besuch ist gratis, man muss sich nur aus versicherungstechnischen Gründen ein Ticket beim Renault-Händler abholen – oder von der Serienhomepage ausdrucken.

Los geht’s am Wochenende an der selben Strecke, an der die letzte Saison geendet hat – am Motorland Aragon. Der Kurs im Nordosten Spaniens hat mir beim ersten Auftritt 2009 recht gut gefallen. Es handlet sich um ein Tilkodrom der gehobenen Klasse. Will heißen: Die Strecke ist von Verlauf her recht ähnlich wie zum Beispiel jene in Istanbul – ein paar schnelle Kurven, relativ viel Auslauf, eine lange Gerade, deutliche Höhenunterschiede. Die gehobene Klasse zeigt sich darin, dass der Kurs schöner in die Landschaft gebaut ist, und viel weniger seril wirkt, als das Otodrom. Außerdem waren im vergangenen Herbst auch ein paar Fans vor Ort. Kollege Stefan Tegethoff hat die Strecke zur Eröffnung damals ausführlicher vorgestellt – wer mehr wissen will, folge also diesem Link. Für alle anderen hier die “Kurzversion” der Streckenvorstellung in Form eines Onboard-Videos.

Formel 2

Etwas mehr Nähe zur Königsklasse sucht man auch in der Formel 2, die am kommenden Wochenende in Silverstone ins Racingjahr 2010 startet. Im vergangenen Jahr war die Serie mit dem Anspruch, eine der GP2 und WSbR gleichwertige, aber deutlich billigere Feederserie für die Formel 1 zu werden gestartet. Ganz ist das noch nicht gelungen: Meister Andy Soucek hat sich als einziger Teilnehmer einen Platz imF1-Milieu sichern können – und zwar als einer von zwei Testfahreren beim Neuling Virgin F1. Ob und wie oft er dort im Cockpit sitzen wird, muss sich erst zeigen. Vizemeister Robert Wickens ebenfalls “aufgestigen” – allerdings nicht in die Formel 1, und auch nicht in die GP2. Stattdessen wird der Kanadier im kommenden Jahr in der GP3 an den Start gehen. Nicht gerade ein Qualitätsausweis für den Ruf der Formel 2 als Talentschmiede. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Daher hat Williams im Winter am Wagen gearbeitet. Das Chassis wird nun 24 Prozent mehr aerodynamische Effektivität bieten, der Motor hat 30 PS zugelegt, und auch das Fahrverhalten soll deutlich näher an einem Formel 1 Auto dran sein.

Ob sich aber auch das Niveau der Fahrer entsprechend verbessert hat, dass darf man bezweifeln. Zwar ist diesmal kein Juniorserien-Altstar wie Vorjahresmeister Andy Soucek dabei. Dafür fehlen aber auch Talente wie Mirko Bortolotti oder Robert Wickens. Wieder am Start ist dafür Phillip Eng. Für den Österreicher ist in seiner zweiten Saison in der Serie der Titel das klare Ziel. Bei den Testfahretn schnell unterwegs waren sonst etwa noch Will Bratt, Benjamin Bailly und Dean Stoneman. Außerdem konnte sich noch Jolyon Palmer, Sohn des ehemaligen Formel 1 Fahrers und Serienorganisators Jonathan eine Tagesbestzeit sichern. Weniger toll für den Ruf der Serie als Nachwuchs-Kaderschmiede sind wohl die Engagements des 38-jährigen Bollywood-Stars Ajith Kumar und des 37-jährigens bulgarischen Geschäftsmanns Plamen Kralev. Die beiden werden sich mit GP2-Dropout Ricardo Teixeira wohl ein munteres Duell um den letzten Platz liefern.

Das Engagement solcher Gentleman-Junioren inmitten echter Heißsporne ist dabei alles andere als unriskant. Vor allem, wenn man sich die Strecken ansieht, auf denen die Formel 2 in diesem Jahr fahren wird. Wie schnell im Rennsport nach wie vor etwas passieren kann, hat uns allen der tragische Unfall von Henry Surtees viel zu deutlich vor Augen geführt. Was ich davon halte, dass die Formel 2 trotzdem heute nicht nur wieder in Brands Hatch, sondern außerdem noch in Zolder und am Stadtkurs von Marrakesch unterwegs ist, ist mittlerweile sicher hinlänglich bekannt – dehalb hier nicht nochmal die ganze Leier. Ich hoffe natürlich sehr, mit meinen Befürchtungen unrecht zu haben. Abgesehen davon fährt die Formel 2 noch in Monza, Portimao, Brünn, Oschersleben und in Valencia. Die Saisonpremiere am kommenden Wochenende wird wohl das letzte große Rennen am “alten” Kurs in Silverstone sein – die GT1-WM fährt zwei Wochen später schon am neuen “Arena”-Layout.

Übertragen wird die Formel 2 auch in diesem Jahr wieder auf Eurosport und Eurosport 2. Laut Serienhomepage sollten alle Rennen live gesendet werden. Derzeit steht aber nur das zweite Rennen im Eurosport-Programm, das erste ist nichteinmal als Wiederholung gelistet. Mal sehen, ob sich das im Lauf der Woche noch ändert. Sofern nicht bleibt noch die Hoffnung auf einen Livestream – ein solcher soll auch in diesem Jahr wieder gratis auf formulatwo.com verfügbar sein. Ebenfalls auf Eurosport laufen heuer auch wieder die Rennen der WSbR – für das kommenden Wochenende sind derzeit beide Rennen als Liveübertragungen geplant.

F3 Euro-Analyse

Und dann ist da noch “die stärkste Juniorserie der Welt”. Es war ja zu erwarten, dass die steigende Masse an Nachwuchsformeln auch an der F3 Euroserie nicht ganz spurlos vorbeigehen würde. Aber das, was dann am vergangenen Wochenende offensichtlich wurde, hat doch etwas überrascht: Nur 13 Fahrer haben die Reise nach Le Castellet angetreten, wo man im Rahmen der LMS die ersten beiden Rennen dieses Jahres gefahren ist. Zwar sollen sollen in Hockenheim angeblich wieder etwas mehr Starter ins Rennen gehen – aber Werbung für die Serie war das vergangene Wochenende nicht gerade. Es ist verständlich, dass die Reise nach Frankreich für zwei Rennen im Rahmen der LMS in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht für alle Teams interessant ist. Aber andererseits kommt der Name “Euroserie” ja nicht von ungefähr: Die Klasse ist aus dem Zusammenschluss der deutschen und französischen F3 hervorgegangen und hat internationalen Anspruch – Rennen im Ausland gehören eben dazu. Und nur der Wirtschaftskrise oder gar den Teams die Schuld zu geben, greift auch zu kurz – ein bisschen müssen sich die Serienorganisatoren schon selbst an die Nase fassen. Denn irgendwas scheint auch bei der Öffentlichkeitsarbeit nicht so ganz zu funktionieren: Da, wo man von anderen Serien während der Winterpause immer wieder mal hört, so dass sich langsam eine gewisse Vorfreude entwickelt, schien bei der F3 Euro gepflegtes Schweigen zu herrschen. Dabei kann man nichtmal fehlendes Bemühen unterstellen: Den ganzen März über hat man Fahrerportraits und Testberichte veröffentlicht, zum Saisonstart war es eine schicke neue Homepage online, und nach dem TV-Desaster des vergangenen Jahres gibt’s heuer jeweils beide Rennen live auf n-tv. Trotzdem: Irgenwas läuft falsch, und man sollte schnell darauf reagieren – wenn der Eindruck der “Premiummarke” nämlich verloren geht, wird die verhältnismäßig teure F3 Euro wohl als Verlierer aus dem “Kampf der Juniorserien” hervorgehen.

Immerhin: Bei den wenigen Piloten, die am Wochenende am Start waren, sind gleich einige gute Talente dabei. Und auch die Rennen selbst waren nicht übel: Wer seine Augen an den migränigen Streifen-Auslauf von Le Castellet gewöhnt hatte, konnte in beiden Läufen ein paar schöne Zweikämpfe beobachten. Besonders hervortun konnte sich dabei Edoardo Mortara. Der Italiener gibt in diesem Jahr den “Andy Soucek der Formel 3″: Er kehrt nach einem mittelmäßigen Jahr in der GP2 wieder in die Serie zurück, und will dort versuchen, seine Karriere wieder in die richtige Bahn zu lenken. Am Samstag konnte er nach einem frühen Zweikampf mit Pole-Mann Juncadella recht unbedrängt den Sieg ins Ziel fahren. Sonntags konnte Mortara sich in der letzten Runde noch von Platz vier auf Rang zwei hinter Sieger Alexander Sims hochkämpfen. Lohn der harten Arbeit: Drei Punkte Vorsprung (insgesamt 15) in der Meisterschaft auf die beiden zweitplatzierten Sims und Marco Wittmann (beide 12). Weiter geht es in zwei Wochen beim DTM-Auftakt in Hockenheim – es bleibt zu hoffen, dass sich die Ankündigungen bewahrheiten, und dann wieder mehr Teams an den Start gehen werden.

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April 14 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Der neue “Arena”-Streckenteil in Silverstone ist kaum fertig, und schon gibt’s das erste Onboard-Video. Besonders viel kann man aus der Motorrad-Perspektive zwar nicht ausmachen, aber für einen Ersteindruck reicht’s allemal. Mehr zu sehen gibt’s ab 1./2. Mai, dann wird der neue Abschnitt nämlich im Zuge des GT1-Rennens eingeweiht.

// Ebenfalls voll im Plan liegen offenbar die Arbeiten an der Formel1-Strecke in Indien, wo im Oktober 2011 erstmals gefahren werden soll. Ein detaillierter Streckenplan sowie ein paar Rendergrafiken und Hintergrundinfos sind vergangene Woche bei Joe Saward aufgetaucht.

// Probleme soll es dagegen in Südkorea geben. Jedenfalls äußerst Architiek Hermann Tilke gegenüber dem Focus die “Befürchtung, dass [die Strecke] nicht rechtzeitig fertig wird”. Eine Entscheidung steht in den kommenden Tagen an, Ersatzrennen wäre wohl keines vorgesehen. Die Veranstalter wiegeln gegenüber Autosport ab, das Rennen sei keineswegs gefährdet, der Baufortschritt sogar dem Plan voraus.

// Vielleicht fährt dort ja dann auch schon das Durango-Team mit. Der italienische Rennstall hat zwar 2009 die GP2-Serie wegen finanzieller Schwierigkeiten verlassen müssen, möchte sich aber nun dennoch um dem freien F1-Startplatz für 2011 bewerben. Teamchef Ivone Pinton spricht im Interview mit Autosport von neuen Investoren, die lieber gleich in der F1 fahren möchten, als ihr Geld in einer Nachwuchsserie zu investieren. GP2 Insider Will Buxton ist nicht grade zuversichtlich. (lesenswert!)

// Gerüchte, dass auch der Neuseeländische Jet-Boat Tourenveranstalter “Shotover Jet” in die Formel 1 einsteigen will, stellten sich im Laufe der Woche dagegen als Aprilscherz heraus. Was sonst einigermaßen reputable Quellen aber nicht davon abhielt, noch am Montag darüber zu berichten.

// Stabilität steht angeblich bei Ferrari auf dem Programm, wo Felipe Massa wohl kanpp davor steht, seinen Vertrag bis 2013 zu verlängern. Sagt Joe Saward.

// Auch die WTCC plant schon für 2011. Dort könnten nach dem großen Herstellerschwund 2010 im kommenden Jahr wieder bessere Zeiten anbrechen. Die Sport Auto berichtet, dass gleich vier neue Hersteller vor dem Sprung in die Tourenwagen-WM stehen. Für 2011 sollen demnach Honda und Ford den Einstieg ins Auge gefasst haben, 2012 könnten dann Toyota und Subaru folgen.

// Zuwachs gibt’s in der WTCC aber schon vorher: Bereits in Marrakesch will das Schweizer Team von Maurer Motorsport drei Chevrolet Lancetti einsetzen. Sinn der Aktion ist es, den Marrokanischen Fans ein paar “Local Heroes” zu bieten – pilotiert werden sollen die Wagen nämlich von den drei Marrokanern Larbi Tadlaoui, Youssef El-Marnissi und Ismail Sbai. Kleine Änderungen gibt es in Marrokko auch an der Strecke: Die Schikanen wurden leicht modifiziert, und sollen jetzt schneller und sicherer zu durfahren sein.

// Ein wenig aufatmen können auch gestresste Mechaniker in der DTM. In dieser Saison findet am Freitagnachmittag wieder ein Freies Training statt, es gibt also eine Nacht mehr, um technische Probleme noch vor dem Rennen zu lösen. Außerdem sollen die Teams so wieder mehr Zeit bekommen, um an der Abstimmung zu arbeiten.

// IRL: Graham Rahal bekleidet hat offenbar Gefallen an der Rolle des sympathischen Underdogs gefunden, und fährt auch beim Rennen in Long Beach für Sarah Fischer Racing.

// Paul Tracy twittert derweil, dass er in Long Beach eine Pressekonferenz abhalten wird. Der Inhalt ist noch unbekannt, IRL-Experte Curt Cavin geht aber davon aus, dass man den Fan-Favoriten auch heuer wieder beim Indy 500 und bei den Kanada-Rennen in Edmonton und Toronto sehen wird.

// Neugikeiten gibt es auch vom umstrittenen Delta Wing-Entwurf, mit dem die IRL ab 2012 fahren könnte: Der Dreieinhalb-Radler hat in dieser Woche die ersten Stunden im Windkanal verbracht. Angeblich zur vollen Zufriedenheit seiner Entwickler. Welcher Hersteller aber am Ende wirklich zum Einsatz kommt, ist weiterhin nicht entschieden. Gerüchte gab es in den vergangenen Tagen aber darüber, dass das neue Chassis womöglich erst 2013 zum Einsatz kommen soll.

// Mit Blick auf diese Entscheidung hat sich jetzt auch ein Expertenpanel formiert, das bis 1. Juni Empfehlungen hinsichtlich Motor und Chassis abgeben soll. Mitglieder sind unter anderem Neo-CEO Brian Barnhart, “IRL-Tilke” Tony Cotman und Gil de Ferran.

// In der NASCAR gab es zu Anfang der Woche eine kleine Fahrerrochade bei den Start&Park-Teams: Aric Almirola wurde bei Phoenix Racing aus der #09 geschmissen und konzentriert sich nun ganz auf sein Engagement bei den Trucks. Ersetzt wird er durch Mike Bliss, der bei Tommy Baldwin Racing seinen Hut nimmt. Die frei werdende #36 wird dann in Zukunft von Johnny Sauter gefahren, der zuvor schon im zweiten Auto des Teams (#35) zu sehen war. Auslöser dieses Fahrertausches war laut Phoenix-Crewchief Marc Reno wohl die schlechte Qualifikationsperformance Almirolas (4 von 7), wobei Bliss’ Statistik auch nicht gerade besser aussieht: Er schaffte nur drei von fünf Anläufen in den ersten sieben Rennen.

// Kelly Bires ist raus aus der #88 bei JR Motorsports in der Nationwide Series, bereits ab dem kommenden Wochenende wird er von Jamie McMurray ersetzt. McMurray wird den Wagen für insgesamt neun Rennen übernehmen; die sechs nächsten und drei weitere gegen Ende der Saison. Brad Keselowski fuhr die #88 zwei Saisons in Folge auf den dritten Meisterschaftsrang und Bires’ jetzige Punktplatzierung ist 20 nach sechs Saisonrennen. Da fällt es Kelley Earnhardt wohl nicht schwer, einen triftigen Grund für die Kündigung zu finden.

// Bei Keyed-Up Motorsports, wo jetzt Scott Riggs den Denny-Hamlin-Ersatzmann Casey Mears in der #90 abgelöst hat, wurde die Entscheidung gefällt, nur noch zu den voll-gesponsorten Rennen zu fahren. Damit gibt man den Start&Park-Ansatz auf, nachdem aus sieben Rennen nur zwei erfolgreiche Qualifikationen zu Buche stehen. Folgerichtig ist das Team von Raymond Key in Texas nicht mit von der Partie.

// Eine Rückkehr zum europäischen Rennsport wird Nelson Piquet Jr. feiern. Der in der Formel 1 in schwere Ungnade gefallene Brasilianer plant gleich richtig weit in die Zukunft und hat bekannt gegeben, dass er im Oktober das Barcelona-Rennen in der Open GT Meisterschaft bestreiten wird – und zwar als Ersatzmann für Alvaro Parente, in an diesem Wochenende in der Superleague Formula im Einsatz ist.

// Das wiederum scheint ein Hinweis zu sein, dass es in der Fußball-Rennserie nun doch noch ein elftes Rennen geben wird – und zwar sehr wahrscheinlich in Europa. Denn das letzte Rennen am derzeiten SLF-Kalender ist Navarra am 23/24. Oktober. Das Open GT-Rennen in Barcelona findet aber erst eine Woche später statt.

// Nicht so toll lief für die SLF dagegen das Wochenende in Silverstone. Angeblich soll es Freitag ganze 51 Fans an der Strecke gekommen sein, Samstag 130, und Sonntag auch nur “geringfügig mehr”.

// In Barcelona waren in der vergangenen Woche noch einmal die GP2-Piloten zu Testfahrten unterwegs. Das Ergebnis verspricht eine enge Saison: Am Mittwoch hatte Pastor Maldonado die Nase vorn, am Donnerstag war Jerome D’Ambrosio am schnellsten. Am Freitag kamen dann die deutschen Fans auf ihre Kosten: Bestzeit für Christian Vietoris, der auch die übrige Woche immer vorn mit dabei war. Die vollen Ergebnisse unter http://bit.ly/c8xQrR (Tag 1), http://bit.ly/b7AWzv (Tag 2) und http://bit.ly/bbXN1s (Tag 3).

// Auch in der Formel 2 standen in der vergangenen Woche die ersten Testfahrten auf dem Programm. Gefahren wurde in Snetterton, am ersten Tag fuhr Jolyon Palmer die Bestzeit, dahinter landeten Phillip Eng und Johan Jokinen. Am zweiten Tag hatte Newcomer Dean Stoneman die Nase vorn, dahinter folgten Sergey Afanasiev aus der IFM und wieder Jolyon Palmer . Die vollen Ergebnisse gibt’s unter http://bit.ly/9lbQBL (Tag 1, .pdf) und http://bit.ly/9IdGMG (Tag 2, .pdf). Auch in dieser Woche wurde bei der F2 noch einmal getestet, diesmal in Silverstone: Am schnellsten war am ersten Tag wieder Jolyon Palmer, diesmal vor Johan Jokinen und Dean Stoneman. Volle Resultate: http://bit.ly/d2IOyw (.pdf).

// Ebenfalls in dieser Woche bestätigt: Die GP3 wird in diesem Jahr in Form zweistündiger Zusammenfassungen auf Motors TV zu sehen sein. Ob sich darüber hinaus auch deutscher ein Live-Broadcaster findet, ist derzeit noch unklar.

// Die AutoGP-Serie, Nachfolgerin der Euro 3000 nimmt weiter Form an. Die Woche wurde bekannt, dass auch Edoardo Piscopo, Giorgio Pantano und der frühere A1GP-Neuseeland Pilot Jonny Reid in der Serie an den Start gehen werden. Gemeldet waren bisher unter anderem schon Natascha Gachnang, die französische Zukunftshoffnug Adrien Tambay und Walter Grubmüller. Das Premierenrennen der Serie, die die alten A1GP-Lolas nutzt findet in einenhalb Wochen in Brno statt. An Motivation dürfte es in der Serie nicht fehlen: Dem Fahrer mit den meisten Punkten winkt an jedem Wochenende ein Scheck von 80.000 Euro.

// Auch die untote A1GP selbst steht Gerüchten zufolge vor der Auferstehung: Angeblich sind bis zu sechs verschiedene Käufer an der Serie interessiert. Sollte sich doch niemand finden, werden die traurigen Reste in drei bis vier Wochen versteigert.

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January 04 2010

10:06

Formel-Serien: Auf wen man 2010 achten muss

Das neue Jahr hat begonnen, und am Horizont leuchtet dem Fan blass die kommende Motorsport-Saison entgegen. Für einige Nachwuchstalente wird 2010 über Wohl und Weh entscheiden.

Noch nie in der Motorsport-Geschichte gab es so viele hochklassige Nachwuchsserien wie heute. Darüber, was das für Zuseher, Motorsport-Business und Fahrer bedeutet, hat Don schon vor einiger Zeit hier geschrieben. Die Serienflut hat aber noch eine weitere Folge: Die Suche nach den echten Talenten gestaltet sich im Überfluss an Serien immer schwieriger, die Einschätzung der einzelnen Fahrer fällt auch sehr informierten Fans nicht mehr leicht. Einige Fahrer konnten 2009 aber doch deutlich aus der Menge heraus stechen – mit ihnen wird im kommenden Jahr sicher zu rechnen sein.

Die Meister

Bei aller Streuung der Talente in die verschiedenen Klassen: Wer eine der großen Formelserien für sich entscheiden kann, muss schon über eine Menge Talent verfügen. Da wären also:

GP2 – Nico Hülkenberg Es scheint fast ein bisschen merkwürdig, den jungen Deutschen in einer Vorschau auf die Juniorfahrer aufzuführen. Immerhin hat er das Ziel, dem alle anderen hinterher hecheln schon erreicht: Hülkenberg sitzt 2010 als Einsatzfahrer im Williams. Beim britischen Traditionsteam hält man große Stücke auf den “Mann aus Emmerich” (wie Norbert Ockenga zu sagen pflegt). Ist das Vertrauen auch gerechtfertigt? Man kann wohl davon ausgehen: Hülkenberg konnte immerhin gleich im ersten Antreten die A1GP-Serie, in der damals noch durchaus namhafte Fahrer unterwegs waren, für sich bzw. Deutschland entscheiden. In der F3-Euroserie musste er sich im ersten Jahr mit Grosjean und Buemi nur zwei Fahrern geschlagen geben, die mittlerweile auch schon eine F1-Chance erhalten haben (wenn auch mit gemischten Ergebnissen), im zweiten Jahr konnte er letzlich fast mühelos den Titel holen. In der GP2 Asia, in die er mitten in der Saison einstieg, konnte er ebenfalls auf Anhieb beeindrucken, und holte gleich beim ersten Einsatz eine Pole Position. In der GP2 war er mit Grosjean (in dessen zweiter Saison) meist gleich auf, nach dem Aufstieg des Franzosen aus Genf in die Formel 1 hatte die Konkurrenz keine Chance gegen Hülkenberg. Auf seine ersten Auftritte in der Königsklasse können wir also schon gespannt sein.

WSbR – Bertrand Baguette Die WSbR, die der Belgier in vergangenen Jahr im dritten Anlauf für sich entscheiden konnte, ist eine der Serien, die man etwas schlechter einschätzen kann. Experten sprechen gerne davon, dass die Serie auf dem gleichen Niveau sei, wie die GP2. Aufsteiger wie Robert Kubica oder Sebastian Vettel scheinen die Qualität der WSbR zu bestätigen. Trotzdem: Eine Serie, in der der Vizemeister Fairuz Fauzy heißt, muss sich (auch, wenn ich den Malyasier für einen eher unterschätzten Fahrer halte) Fragen zum Fahrerkader gefallen lassen, auch, wenn alle Fahrer bis Platz 5 (das sind außer den beiden noch Pic, Turvey und Walker) für sich in Anspruch nehmen können, einen aktiven Formel 1-Fahrer geschlagen zu haben: Jaime Alguersuari (Platz 6) nahm trotz F1-Engagements an allen Rennen 2009 teil. Mit der Einschätzung der Serie steht und fällt aber auch jene ihres Meisters: Zugute halten muss man Baguette, dass er nicht einfach nur Meister wurde, sondern gleich um die Hälfte mehr Punkte hatte als Vizemeister Fauzy (155 zu 98). Weniger für Baguette sprechen seine Platzierungen aus den vergangenen beiden Jahren: Die Plätze 17 (2007) und 7 (2008). In der Formel 1 scheint man trotzdem Interesse zu haben: Baguette war in letzter Zeit immer wieder als möglicher Sauber-Testfahrer im Gespräch.

Formel 3 Euroseries – Jules Bianchi In seiner ersten Saison 2008 musste sich der von Nicolas Todt gemanagte Franzose (das kann nun wirklich auch kein Nachteil sein) noch Nico Hülkenberg und Eduardo Mortara geschlagen geben, 2009 hat er den Meistertitel errungen. Auch sonst konnte Bianchi 2009 mächtig beeindrucken: Ferrari war von seinem Talent (und womöglich auch seinem politischen “Package”) so begeistert, dass man ihm nach Testfahrten Anfang Dezember in Jerez einen langfristigen (aber im Inhalt eher undefinierten) Fördervertrag anbot. 2010 wird Bianchi zwei Rennen der GP2 Asia für ART bestreiten, und dann für das Team auch die gesamte Europa-Saison fahren. Wenn es in der GP2 so gut läuft, wie viele glauben, wird man Bianchi wohl über kurz oder lang (eher kurz) auch in der Formel 1 fahren sehen.

Formel 3 GB – Daniel Ricciardo Mit der britischen Formel 3 ist es ein wenig so wie mit der WSbR: Man kann sie schwer einschätzen. So wie die WSbR verfügt die Britische F3 über einen exzellenten Ruf, anders als bei der WSbR konnten aber die Talente, die in den vergangenen Jahren in der F3 reüssierten nicht alle auch in höheren Serien beeindrucken. Vorjahresmeister Alguersuari tat sich in seinem ersten F1-Jahr noch merklich schwer. Der Vize des vergangenen Jahres, Brendon Hartley, der im Winter 2008/09 noch als zukünftiger Lenkradgott verkauft wurde, hatte 2009 ein eher charakterbildendes Jahr mit verstreuten Ensätzen in diversen Junior-Serien. Der Traum von der F1 ist für den Neuseeländer eher in die Ferne gerückt, als näher gekommen. Will sagen: Der Brendon Hartley des Winters 2009/10 könnte Daniel Ricciardo sein. Der Australier wird nach dem Meistertitel 2009 und seinen Junior-Day-Testeinsätzen für Red Bull von allen Seiten gelobt. Dass sein schärfster Konkurrent in der Britischen F3 aber Walter Grubmüller hieß, und dass sich Ricciardo gerne auch mal Teilzeitstartern wie Renger von der Zande oder Marcus Ericsson geschlagen geben musste, wird bisweilen vergessen. Dass auch Ricciardos Saison 2010 den Spuren von Hartley folgen wird ist damit natürlich noch lange nicht gesagt – seine Testzeiten in der Formel 1 waren wirklich sehr solide. Weiter beobachten sollte man seine Karriere 2010 allemal.

Formel 2 – Andy Soucek Eine Analyse der F2-Saison 2009 habe ich an anderer Stelle schon mal hier geschrieben. Dabei habe ich auch erwähnt, dass es an der Glaubwürdigkeit der neuen Serie nagt, dass sich Soucek trotz mäßiger Resultate in anderen Serien dort durchsetzen konnte. Das glaube ich weiterhin. Allerdings besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass Soucek sich über den vergangenen Winter plötzlich stark gebessert hat, bisher mit seinen Teams nicht gut bedient war, oder einfach mit dem F2-Wagen besonders gut zurecht kam. Auch seine Zeiten bei den F1-Junior-Testtagen waren nicht übel. Aber ob das reicht? Die Hoffnungen auf einen Platz bei Campos Meta in der Formel 1 scheinen sich (mangels Sponsoren) eher zerschlagen zu haben. Wohin will Soucek aber sonst? In der GP2 braucht er ebenfalls einiges an Geld und läuft außerdem Gefahr, sich seinen Ruf wieder zu zerstören. An einer zweiten Saison in der Formel 2 werden weder er, noch die Formel 2 interessiert sein, die sicher auch nicht den Eindruck erwecken will, zu einem Sammelbecken für alternde B-Talente zu werden. 2010 ist wohl in jedem Fall die Saison der letzten Hoffnung für Soucek – eine faire Chance hätte er aber verdient.

Formula Master – Fabio Leimer “International Formula Master”-Meister 2009 ist sicherlich nicht gerade der erstrebenwerteste Titel des vergangnen Jahres. Die Serie kämpfte über die ganze Saison mit schrumpfenden Fahrerfeldern, hohen Kosten – und einem mittelmäßigen Ruf. Kann die Meisterschaft 2009 unter diesem Voraussetzungen also viel wert sein? Wahrscheinlich nicht. Auf Fabio Leimer muss man im kommenden Jahr aber trotzdem achten: Das recht passable Auftreten des Schweizers (und des Seriendritten Josef Kral) bei deren erstem Einsatz in der GP2 Asia in Abu Dhabi legen nahe, dass man die Formula Master vielleicht doch ein wenig unterschätzt hat. Leimer wird auch die restliche GP2 Asia, und danach die GP2 Europa-Serie für Ocean Racing bestreiten. Das ist zwar nicht grade das GP2-Team, von dem aufstrebende Talente träumen. Am Ende des Jahres 2010 wird man aber trotzdem eine Ahnung haben, in welche Richtung Leimers Karriere geht.

Auf wen man sonst noch achten muss

GP2 Neben Hülkenberg konnten im vergangenen Jahr noch Petrov und di Grassi richtig überzeugen. Di Grassi wird im kommenden Jahr endlich bei Virgin in der Formel 1 zeigen können, was er wirklich drauf hat. Auch Petrov wurde immer wieder als Kandidat auf ein F1-Cockpit 2010 genannt, in den vergangenen Wochen ist es aber ein wenig still um die Karriere des Russen geworden. Der Sponsorenvertrag, den das neue “Renault”-Team mit dem russischen Mobilfunker Megafon abgeschlossen hat, könnte auf ein Engagement von Petrov  hindeuten. Ob als Test- oder vielleicht sogar Einsatzfahrer ist aber (wie die gesamte-Renault-Connection) völlig unklar. Wenn man die Sache mit den GP2-Fahrern, die es im kommenden Jahr zu beobachten gilt ganz genau nehmen will, dass muss man außerdem noch Kamui Kobayashi erwähnen, der zwar in der GP2 nicht über Platz 16 hinaus kam, aber trotzdem (wegen seiner guten Rennen in Brasilien und Abu Dhabi) im kommenden Jahr bei Sauber starten wird.

WSbR Auch in der WSbR gibt es einige Namen, die man im Hinterkopf behalten sollte: Fairuz Fauzy könnte (wenn er seine Form von 2009 noch etwas verbessern kann) vielleicht in absehbarer Zeit für Lotus F1 auch als Einsatzfahrer interessant werden, 2009 ist er dort als Testfahrer engagiert. Sonst noch zu beachten: Pic, Turvey, Walker, und vielleicht auch noch Chris van der Drift.

Formel 3 Euroseries Neben Bianchi muss man in der Formel 3 natürlich zuerst Germany’s Next GP2-Meister Christian Vietoris nennen, der eine recht brauchbare Saison hingelegt hat, aber auch noch über etwas Steigerungspotential verfügen sollte. Auch Mika Mäki (Platz 6) sollte man (anders als Red Bull, die ihn aus ihrem Juinor-Kader entfernt habe) noch nicht abschreiben – 2010 wird aber für ihn sicher eine Schicksalssaison. Dem Hamilton/Bianchi/Hülkenberg-Muster einer mittelmäßigen ersten Saison, die von einer tollen zweiten gefolgt wird, könnte derweil vielleicht Roberto Mehri folgen. Der junge Spanier konnte im vergangenen Jahr zwar vereinzelte Speed-Glanzpunkte setzen, ließ aber (noch?) aber recht deutlich die Konstanz über ein ganzes Rennen (geschweige denn ein Wochenende oder eine Saison) hinweg vermissen.

Formel 3 GB Hier nach weiteren Talenten zu suchen, fällt mir besonders schwer. Vize Walter Grubmüller konnte weder in den vergangenen Saisons besonders überzeugen, noch konnte er Meister Ricciardo ernstlich Paroli bieten (Punktestand: 275 zu 188). Für das kommende Jahr hat ihm sein Vater dem Vernehmen nach einen Platz in der WSbR gekauft – vielleicht kann er uns dort ja alle überraschen. Renger van der Zande konnte sich bei seinen sporadischen Einsätzen ganz gut verkaufen, ebenso Marcus Ericsson, der ja ebenfalls bei den F1-Junior-Testtagen zum Einsatz kam. Mal sehen…

Formel 2 Vizemeister Robert Wickens wurde (wie Mäki) nach der Saison 2009 aus dem Red Bull Juniorkader entfernt. Wie Mäki sollte man Wickens aber noch nicht ganz abschreiben. In einem Interview hat er vor einigen Wochen betont, dass er der einzige Noramerikaner sei, der für 2010 über eine Superlizenz verfügt – und das ist natürlich kein schlechtes Argument. Bisher scheint aber niemand angebissen zu haben. Die Saison 2010 wird wohl über die weitere Karriere des Kanadiers entscheiden. Ähnliches gilt (minus Nordamerikaner) für Mikhail Aleshin und (minus Nordamerikaner und Superlizenz) für Mirko Bortolotti. Der für Italien startende Spross einer Wiener Eissalon-Dynastie hat 2009 ein ähnliches Schicksal erlitten wie Brendon Hartley – seine Aktien sind nach gutem Winter 2008/09 eher ein wenig gesunken. Die kommende Saison wird auch er sich beweisen müssen – wenn er aber nur halb so gut fährt, wie seine Verwandten Eis machen (und manches spricht trotz mäßigem Jahr 2009 weiterhin dafür), dann sollte man auch 2010 auf den Jungen achten.

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