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February 27 2014

07:00

February 26 2014

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February 25 2014

09:00

February 17 2014

06:30

February 04 2014

10:27

USCC: Das Problem mit der BoP

Die neue US-Serie USCC ist zwar erst ein Rennen alt, aber der Ärger hinter den Kulissen ist mächtig groß. Vor allem die LMP2-Teams machen sich Sorgen.

IMG_6895Als Grand-Am und ALMS bekannt gaben, dass man die Daytona Prototypen (DP) und die LMP2 gegeneinander antreten lassen würde, war die Skepsis sofort groß. Das Konzept der DP ist steinalt. Ein Rohrrahmen, ein starker Motor, wenig Aerodynamik, wenig teure Technik wie Carbon-Bremsen. Die LMP2 sind das genaue Gegenteil. Viel Aerodynamik, viel europäische Standardtechnik und vor allem: weniger Gewicht. Die DP wiegen 1032kg, die LMP2 900kg. Was folgte war ein wildes Massaker im Bereich „Balance of Performance“.

Die ersten Testergebnisse machten klar, was alle vermuteten: Die LMP2 fuhren Kreise um die DP. Also besserte die USCC nach. Man verpasste den DP einen Splitter vorne und einen Diffusor hinten. Dazu Carbon-Bremsen und knapp 60 PS mehr Leistung. Gleichzeitig schraubte man das Gewicht der P2 um 60kg nach oben. Greg Pickett, Besitzer von Muscle Milk Racing, und Rob Hill, der Teammanager von Extreme Speed, waren genervt, denn wo soll man in einem Prototyp 60 kg Blei verstauen?

Zudem kamen die Ideen der USCC offenbar aus der hohlen Hand. Man hatte zum Beispiel nicht bedacht, was die aerodynamischen Änderungen mit den DP anstellen würden. Das Ergebnis im November: Es kam zu Reifenplatzern, weil man Continental keine genauen Werte in Sachen Abtrieb geben konnte und, was besonders schlimm war, die DP hoben bei den Unfällen ab.

Continental war einigermaßen erschrocken, reagierte aber schnell. Weil man sich schon gedacht hatte, dass die theoretischen Werte der USCC nicht stimmen, hatte man einen Reifen mit stabileren Seitenwänden in der Entwicklung. „Die USCC hatte uns gesagt, dass die DP ca. 500 Pfund mehr Abtrieb haben würden. Am Ende waren es aber 1000 Pfund,“ merkte ein Conti-Mitarbeitet in Daytona an. Wo das Problem gelegen habe, könne man ja auch gut daran sehen, dass die kaum langsameren, mit großer aerodynamischer Effizienz ausgelegten LMP2 keinerlei Probleme mit den Reifen hatten, hieß es bei Conti. Die würden die Last einfach besser über das gesamte Fahrzeug verteilen.

Also drehte die USCC an der Performanceschraube und gab den Teams einen etwas verbesserten Diffusor. Doch der verursacht weiterhin das Problem, dass die DP zu viel Abrieb auf der Hinterachse generieren. Die Teams kompensieren das mit einem flachen Flügel, was wiederum den Topspeed erhöht.

IMG_7279In Daytona gab es daher zwei Bereiche, in denen die DP den LMP2 überlegen waren: Topspeed und Beschleunigung. Die Überlegenheit in Sachen Motorleistung konnte man ausgangs der Haarnadeln sehen, als die DP mal schnell 20, 30 Meter an Abstand gewinnen konnten – und das und die höhere Endgeschwindigkeit reichte den DP um rund 1.5 Sekunden pro Runde schneller zu sein.

Seitens der LMP2-Teams war man frustriert, man hatte so nie eine Chance auf den Sieg. Nicht wenige sprachen hinter vorgehaltener Hand allerdings auch davon, dass die USCC beim (in Sachen Prestige) wichtigsten Rennen des Jahres, keinen LMP2 gewinnen sehen wollte. General Motors und Ford stecken eine Menge Geld in die Entwicklung der Motoren und in die Serie. Da liegt der Gedanke nahe, dass da sanfter Druck ausgeübt wurde, um die DP zu bevorteilen.

Allerdings warf man seitens der DP-Teams ein, das Daytona eine Ausnahme sei. Man sei weiterhin chancenlos gegen die LMP2, wenn in Sebring mit unveränderter BoP gestartet wird. Tatsächlich sprechen ein paar Zahlen für die LMP2: Weniger Gewicht bedeutet auf einer kurvenreichen Strecke Vorteile beim Verbrauch, beim Reifen- und beim Bremsverschleiß. Da der Topspeed in Sebring keine Rolle spielt und die P2 flinker durch die engen Kurvenkombinationen kommen, sollte der Vorteil massiv sein.

Auch bei Conti rechnet man damit, dass die LMP2 in Sebring den DP um die Ohren fahren werden. Eine Ahnung, die auch die DP-Teams beschleicht. Chip Ganassi sagte in Daytona vor Journalisten, dass man darüber nachdenken müsse, wie man die DP auf Strecken wie Sebring näher an die P2 heran bringen kann. Denn sonst würden die Rennen keinen Sinn machen.

IMG_7868Was bedeutet, dass man weiter an der BoP schrauben wird. Doch so langsam gehen der USCC die Ideen aus. Man kann, so Rob Hill von Extreme Speed, die Aerodynamik eines P2 nicht einfach beschneiden. Wenn man den Heckflügel schmaler macht, greift man in die gesamte Luftströmung des Hecks ein. Das Auto wird instabil und damit gefährlich. Genauso wenig kann man aber bei den DP noch mehr machen. Das gesamte Konzept der DP basiert auf völlig anderen Ideen und Vorgaben. Ideen, die ja durchaus funktionieren, immerhin waren die Abstände zwischen den Teams in den letzten Jahren auch nach 24 Stunden meist extrem eng.

Die Offiziellen der USCC, die zum großen Teil aus der Grand-Am kommen, waren es nach NASCAR-Manier gewohnt, mit einfachen Mitteln Chancengleichheit herzustellen. Das geht aber nicht mit den LMP2. Und man kann die DP auch nicht nach Belieben aufbohren.

Die Situation in der USCC ist nicht einfach. Weder für die Teams, noch für die Offiziellen, die versuchen müssen, etwas sehr eckiges in etwas sehr rundes zu bekommen. Man wird Sebring abwarten müssen, doch bei Muscle Milk ist man schon recht skeptisch. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, dass die USCC die DP bevorzugen würde, meinte Greg Pickett, dass er diese Einschätzung nicht teilen würde. Um zwei Sätze später zu sagen, er habe sich schon gewundert, warum Starworks in die LMPC und nicht die P2 gewandert sei. Jetzt habe er so eine Ahnung, was die Gründe angeht.

Im Moment wirken die LMP2 wie ein Störfaktor in der USCC. Sie passen nicht ins Konzept. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass 2016 der neue Datytona Prototyp kommen wird, bis dahin wird man versuchen, so über die Runden zu kommen. Fast alle Klassen funktionieren, die GTLM, die GTD, LMPC. Nur in der höchsten Klasse sieht es nicht gut aus. Wenn die LMP2 aber nicht funktioniert, dann wird die Klasse sehr schnell uninteressant, auch für mögliche Teilnehmer aus Europa. Dabei will die IMSA genau das Gegenteil, allein um den ACO einen Gefallen zu tun. Das Interesse des ACO an der Serie hält sich im übrigen in Grenzen. In Daytona wurde kein ACO-Funktionär gesichtet.

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December 14 2013

14:15

V8 Supercars: Analyse Sydney 500

Jamie Whincup ist der alte und neue Champion der V8 Supercars. Mit zwei blitzsauberen Rennen sicherte er sich in Sydney seinen insgesamt schon fünften Titel und stellte sich damit auf eine Stufe mit Mark Skaife und Dick Johnson.

Sydney 500 2013 LogoDass die Meisterschaft nur über ihn entschieden werden konnte, machte Whincup bereits im Top-Ten-Shootout deutlich, als er sich seine 13. (!) Pole Position in diesem Jahr holte und sich damit vor Mark Winterbottom (FPR) setzte. Sein Red-Bull-Teamkollege Craig Lowndes, der als ärgster Konkurrent Whincups mit 20 Punkten angereist war, schaffte nur die zehntbeste Zeit, was ihm im Rennen noch teuer zu stehen kommen sollte.

Rennen 1

Am Start machte allerdings erstmal ein Mann auf sich aufmerksam, den man vorne eigentlich weniger erwarten würde. Jonathon Webb (Tekno), der von Platz vier gestartet war, setzte sich mit einem tollen Manöver in Turn 1 in Führung. Dabei profitierte er allerdings auch davon, dass sich sowohl Whincup als auch Winterbottom beim Anbremsen etwas verschätzten und so die Tür für Webb weit offen ließen. Winterbottom wurde dabei sogar bis auf die vierte Position zurückgereicht.

Webb konnte sich nur früh über die Führung freuen, denn bereits in der dritten Runde ging Whincup, der das eindeutig schnellste Auto im Feld hatte, an ihm vorbei.

Für Whincups Titelkonkurrenten Winterbottom und Lowndes lief es nach dem Start weniger gut. Winterbottom hing auf Platz vier hinter Fabian Coulthard (BJR) fest, während Lowndes ein paar Position weiter hinten nicht an Tony D’Alberto (TDR) vorbei kam. Daraufhin entschied man sich sowohl bei FPR als auch bei Red Bull bereits nach fünf bzw. sechs Runden zum ersten von zwei Pflichtstops rein zu kommen.

In Runde zwölf sorgte Scott McLaughlin (GRM) für die erste Caution, nachdem er mit einem Getriebeschaden liegen blieb. Nun kam auch der Rest des Feldes an die Box.

Kurz nach dem darauf folgenden Restart kam es dann zu der Szene, die die Meisterschaft fast schon entscheiden sollte. Lowndes ging in Turn 9 zunächst an Winterbottom vorbei, wurde von dem aber bereits in der nächsten Kurve in die Reifenstapel geschoben. Lowndes konnte zwar weiterfahren, zog sich aber beim Einschlag in die Reifen Beschädingungen am Kotflügel hinten links, sowie am Tankstutzen zu, was dazu führte, dass beim nächsten Pitstop beim Tanken ein Teil des Benzins danebenfloss, und man Lowndes so zur Sicherheit noch ein drittes Mal reinholen musste.

Das Safety Car kam dann bereits in Runde 18 das zweite Mal auf die Strecke, nachdem sich Tim Blanchard (DJR) nach Kontakt mit Shane van Gisbergen (Tekno) im Reifenstapel von Turn 1 wieder fand.

Jamie Whincup ließ sich von all dem nicht beirren und führte auch nach dem zweiten Restart vor Webb und Coulthard das Rennen an. Lowndes lag trotz seines Scharmützels mit Winterbottom noch auf dem vierten Rang, und damit drei Plätze vor Frosty.

Der Mann des Rennens bislang war allerdings Garth Tander (HRT), der in der Qualifikation einen Unfall hatte und deshalb vom letzten Platz gestartet war. Bis zur Rennhalbzeit hatte er sich bis auf Platz acht vorgearbeitet, als ihn leider Probleme an der Bremse heimsuchten. In zwei aufeinanderfolgenden Runden verbremste er sich in Turn 1 und fiel wieder bis auf Rang 21 zurück. Am Ende des Tages reichte es für den Champion von 2007 noch für Platz 14.

Whincup hatte sich unterdessen über 7 Sekunden vom Feld abgesetzt und sollte auch nach der zweiten Phase der Boxenstopps und einer weiteren Safety-Car-Phase (Maro Engel war in Runde 57 mit einem technischen Defekt liegengeblieben) die Nase vorn haben.

In Runde 63 schlug dann das Karma bei Winterbottom zu, der nicht nur nach der Aktion gegen Lowndes straffrei blieb, sondern auch nachdem er sich nach seinem zweiten Stop partout nicht von Whincup überrunden lassen wollte. Tony D’Alberto hatte die Mauer touchiert und kollidierte anschließend mit Winterbottom, der dauraufhin ebenfalls in die Mauer knallte. Winterbottoms Wagen wurde dabei so stark beschädigt, dass er ausscheiden musste. Tony D’Alberto wurde am Ende immerhin noch Sechster.

Fast zeitgleich kam es auch zu einem Crash in Turn 2 als James Moffat (Nissan) sehr optimistischer Versuch an Scott Pye (LDM) vorbeizugehen schiefging und so die letzte Caution des Tages auslöste.

Nach dem Restart waren noch acht Runden zu fahren und dementsprechend hitzig ging es dann im Feld zu. Erst überholte Jason Bright (BJR) Will Davison (FPR) und sicherte sich Position fünf, in der letzten Runde packte dann van Gisbergen im Kampf um Platz drei die Brechstange gegen Coulthard aus und drückte ihn kurzerhand in die Reifenstapel. Den dritten Platz durfte van Gisbergen zwar behalten, doch die Rennleitung zog ihm nach dem Rennen 75 Meisterschaftspunkte ab. Für Coulthard, der sich noch auf Rang 19 ins Ziel schleppen konnte, ein schwacher Trost.

Das Rennen gewann von all dem unbeeindruckt Jamie Whincup vor Jonathon Webb und Shane van Gisbergen. Auf den Plätzen vier und fünf folgten Jason Bright und Will Davison. Michael Caruso wurde im besten Nissan Siebter, Tim Slade im besten Mercedes Achter.

Highlights Rennen 1

Ergebnis Rennen 1

 

Rennen 2

Shane van Gisbergen startete im zweiten Rennen von ganz vorne, Jason Bright neben ihm von Platz zwei. Dahinter folgten Jamie Whincup, Mark Winterbottom und Will Davison. Craig Lowndes musste sich mit Startplatz neun begnügen. Um die Meisterschaft doch noch für sich zu entscheiden musste Lowndes mindestens Fünfter werden, gleichzeitig aber auf einen Ausfall Whincups hoffen.

Beim Start kam Winterbottom am besten weg und konnte sich auf die zweite Position hinter van Gisbergen setzen. Lowndes konnte ebenso zwei Positionen gutmachen, als sich Tander, D’Alberto und Webb in Turn 1 zu nahe kamen. Jamie Whincup, der nach seinem Sieg in Rennen 1 die Meisterschaft so gut wie sicher hatte, verlor dagegen einen Platz.

Bei Red Bull entschied man sich beide Fahrer bereits nach sieben bzw. acht Runden das erste Mal an die Box zu holen und sie einen langen mittleren Stint fahren zu lassen. Ganz anders als die Spitze um van Gisbergen und Bright, die erst nach 20 Runden das erste Mal an die Box fuhren.

In Runde 33, kurz nachdem das Feld ihre ersten Pflichtstops absolviert hatten, sorgte James Moffat für die erste von zwei Cautions, als er seinen Nissan mit einem kaputten Gtriebe auf der Strecke abstellte.

Dies nutzten einige dann für ihren zweiten Stop, unter anderem auch die beiden Red Bulls. Doch als Lowndes an die Box kam, unterlief seiner Crew ein Missgeschick als man ihm zunächst die Reifen für Whincup aufzog und Lowndes von Platz vier auf Platz elf zurückfiel.

Beim Restart in Runde 37 führte van Gisbergen, der als einer von wenigen nicht die Box aufgesucht hatte, das Feld vor Will Davison und Rick Kelly (Nissan) an.

Nachdem van Gisbergen in Runde 51 seinen zweiten Pflichtstop hinter sich hatte, fand er sich hinter Whincup wieder, der allerdings mit zehn Runden älteren Reifen unterwegs war. Doch bevor van Gisbergen entscheidend angreifen konnte, kam (zu seinem Glück) erneut das Safety Car auf die Strecke. Diesmal stand Blanchard in der Auslaufzone von Turn 1. Er war nach einem Bremsversagen Dean Fiore (LDM) ins Heck gekracht und musste sein Rennen beenden. Fiore, der nach dem Aufprall von Blanchard auch noch in die Reifenstapel flog, konnte erstaunlicherweise weiterfahren. Er fuhr zwar direkt an die Box, jedoch nur zum Nachtanken und für vier neue Reifen, und nicht zur Reparatur.

Nach dem Restart konnte van Gisbergen dann endlich den Vorteil seiner frischeren Reifen nutzen und überholte innerhalb weniger Runden erst Whincup und später auch David Reynolds (Rod Nash Racing) und den bis dahin in Führung liegenden Bright. Während sich van Gisbergen absetzte, lieferte sich Whincup einen ebenso wilden wie riskanten Kampf mit Bright und Reynolds um die zweite Position. Denn Lowndes lag zu diesem Zeitpunkt als Fünfter direkt hinter diesem Trio, was ihm bei einem Ausfall Whincups zum Titelgewinn reichen würde.

Doch so weit kam es dann doch nicht. Shane van Gisbergen gewann das Rennen souverän vor Jason Bright, Jamie Whincup und David Reynolds. Craig Lowndes, der als einziger jedes Rennen über die volle Distanz absolvierte, wurde wie bereits erwähnt Fünfter, vor Mark Winterbottom und Will Davison.

Tim Slade kam auf Platz elf ins Ziel und war damit erneut bester Mercedes. Für Nissan lief es dieses Mal nicht ganz so gut, Todd Kelly schaffte es als bester von ihnen auf Platz 17.

Highlights Rennen 2

Ergebnis Rennen 2

Fazit

Jamie Whincup gewinnt also zum dritten Mal hintereinander, und zum insgesamt fünften Mal insgesamt, die Meisterschaft der V8 Supercars. Insgesamt gesehen geht auch dieser Titelgewinn verdientermaßen an den Mann aus Melbourne, was auch folgende Zahlen belegen: In insgesamt 36 Rennen in diesem Jahr holte Whincup nicht nur elf Siege, sondern auch insgesamt 21 Podestplätze und 13 Pole Positions. Zwar stehen auch drei DNFs zu Buche, doch weder Lowndes noch Will Davison und Mark Winterbottom waren in der Lage diese Chancen zu nutzen.

Zusammen mit Ian Geoghegan, Dick Johnson und Mark Skaife ist Jamie Whincup mit fünf ATCC-/V8-Supercar-Titeln Rekordchampion, und wenn man bedenkt, dass er gerade einmal 30 Jahre alt ist, werden wohl noch einige Titel folgen.

Zum Abschluss gibt es an dieser Stelle wie immer die Links zur Fahrer- und Teamwertung von den Kollegen von V8Dailydump.

Das wars dann auch mit der V8-Saison 2013. Bedanken möchte ich mich noch bei allen Lesern, und den ganzen “Freaks”, die sich an den Wochenenden des Nachts oder am frühen Morgen vor einen Stream ihrer Wahl gesetzt haben, um sich die Rennen anzuschauen.

Im nächsten Jahr gehts dann zu erst weiter mit dem Pre-Season-Test am 15. Februar im Sydney Motorsport Park (Eastern Creek), ehe am 1. März das erste Saisonrennen in Adelaide stattfindet.

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December 06 2013

07:00

V8 Supercars: Vorschau Sydney 500

Seit 2009 findet das Saisonfinale der V8 Supercars in Sydney statt. Der Homebush Street Circuit im Olympic Park ist in diesem Jahr zudem der Schauplatz einer der engsten Titelentscheidungen der letzten Jahre: Vor den letzten beiden Saisonrennen, bei denen man maximal noch 300 Punkte einfahren kann, liegen die beiden Titelkontrahenten Jamie Whincup und Craig Lowndes von Red Bull Racing gerade einmal 20 Punkte auseinander.

Sydney 500 2013 LogoRein rechnerisch sind auch noch Mark Winterbottom und Will Davison von FPR mit im Meisterschaftsrennen dabei. Doch angesichts 124 (Winterbottom) und 223 (W.Davison) Zählern Rückstand müsste schon einiges an Glück für die Ford-Truppe zusammenkommen. Ein Blick in die Statistik könnte ihnen allerdings Hoffnung geben: In den acht Rennen seit 2009 gab es insgesamt sieben verschiedene Sieger, einzig Lowndes konnte beim Sydney 500 bereits zwei Rennen gewinnen (2011, 2012). Ähnlich ausgeglichen sieht es auch bei den Herstellern aus: Vier Holden-Siege stehen ebenso viele für Ford gegenüber. Zudem gehört der Homebush Street Circuit zu den wenigen Strecken, auf denen Jamie Whincup noch nicht erfolgreich war. Der Ausgang der Rennen ist also mindestens ebenso offen, wie in der Meisterschaft.

Die Strecke

Hinzu kommt, dass Homebush ein Straßenkurs ist, auf denen es immer wieder mal zu Safety-Car-Phasen und Zwischenfällen aller Art kommen kann. Wie zum Beispiel im letzten Jahr als Shane van Gisbergen (damals im Stone-Brothers-Ford) sich kurz nach dem Start sein Auto beschädigte und anschließend noch das Medical Car auf die Hörner nahm. Unvergessen auch das Regenchaos von 2010, als nach einem Wolkenbruch kurz vor Rennende dazu führte, dass so gut wie jeder mindestens einmal in die Mauer rutschte.

Zur Strecke an sich lässt sich wenig sagen. Zehn Kurven, meist 90-Grad-Kehren, verteilen sich auf 3,5 Homebush_Street_Circuit_(Sydney,_Australia)_track_map.svgKilometer. Hinzu kommen enge Schikanen wie die “Gold Chicane” (Turn 2-4), die einige Fahrer als eine der wenigen Überholmöglichkeiten interpretieren. Zumeist mit mäßigem Erfolg.

Der Rundenrekord von 1:28.3839 stammt aus dem Jahr 2011 und wurde von Craig Lowndes aufgestellt.

Hier kann man eine Runde mit Jamie Whincup mitfahren:

 

Rennformat / TV- bzw. Live-Stream Zeiten

Wie auch in Townsville und Adelaide findet jeweils am Samstag und am Sonntag ein Rennen über 74 Runden statt. Dabei wird am Samstag erst um 17 Uhr Ortszeit gestartet, was nicht nur dazu führt dass das Rennen in der Abenddämmerung endet, sondern auch zum für uns Europäer angenehmen Nebeneffekt für das Rennen erst um 7 Uhr aufstehen zu müssen. Am Sonntag muss man dagegen wieder um 5 Uhr aus dem Bett kriechen.

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nicht sonderlich viel geändert, man wird sich also wieder nach den entsprechenden Alternativen umschauen müssen. Einen Livestream wird es auf der offiziellen Homepage der V8 Supercars geben. Dieser ist jedoch kostenpflichtig. Für Europäer gäbe es noch die Möglichkeit via Motors TV.

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November 30 2013

14:30

V8 Supercars: Analyse Phillip Island

Die großen Gewinner des Wochenendes waren Jamie Whincup und Craig Lowndes. Im Gegensatz zu ihren Rivalen von FPR konnten sie jeweils ein Rennen gewinnen und sich so vor dem Saisonfinale in Sydney fast schon vorentscheidend von Mark Winterbottom und Will Davison absetzen.

sfx105928Doch dass das FPR-Duo nach Phillip Island nur noch theoretische Titelchancen hat, lag nicht unbedingt am fehlendnm Speed, wie man an Mark Winterbottom sehen konnte, der in zwei der drei Rennen von der Pole Position startete. Vielmehr spielte auch Pech eine Rolle, denn sowohl Winterbottom als auch Will Davison waren in Kollisionen verwickelt, die sie weit zurückwarfen. Umso bitterer war es, dass Red Bull Racing am Wochenende einfach eine überragende Form an den Tag legten. Zwar schafften es weder Whincup noch Lowndes, in einem der Rennen von ganz vorne zu starten, doch wenn man bedenkt wie die beiden anschließend durch das Feld pflügten, konnte man darüber fast schon froh sein.

Rennen 1

Mark Winterbottom holte sich vor dem Sprint Race also seine erste Pole des Wochenendes und startete somit vor Craig Lowndes und Garth Tander (HRT). Alex Davison (Charlie Schwerkolt Racing) startete etwas überraschend von Position vier, sein Bruder Will hingegen musste sich mit Startplatz zehn begnügen, Jamie Whincup gar mit Platz 13.

Lowndes erwischte einen besseren Start als Winterbottom und konnte sofort die Führung übernehmen, einen Umlauf später ging auch Tander an Frosty vorbei. Weiter hinten hatten sich Will Davison und Jamie Whincup unterdessen auf die Plätze acht und neun vorgearbeitet.

Davison konnte sich jedoch nur kurz darüber freuen. Im Kampf um Platz sieben wurde er von Shane van Gisbergen (Tekno) umgedreht und fiel weit zurück. Am Ende reichte es nur für Rang 17.

Kurz darauf gab es die erste von zwei Cautions, als David Reynolds (Rod Nash Racing) ein Reifen platzte und einige Teile auf der Strecke verteilt wurden.

Alex Premat (GRM) ereilte beim Restart in Runde zehn dasselbe Schicksal, und er kam in der schnellen Linkskurve von Turn 3 von der Strecke ab. Premat konnte auf der Wiese und dem Kiesbett kaum abbremsen und als er in Turn 4 wieder zurück auf die Strecke rutschte, knallte er mit dem Heck voran in die Fahrertür von James Courtney (HRT). Als die TV-Bilder die völlig zerstörte rechte Seite seines Autos und die eingedrückte Fahrertür zeigten, befürchtete man fast schon wieder das Schlimmste. Doch in der Onboard konnte man sehen, wie Courtney bereits versuchte, sich aus dem Wrack zu befreien, was ihm schließlich mit Hilfe von Premat gelang, der als erster zu Courtney geeilt war.

Beide Autos wurden beim Unfall so schwer beschädigt, dass man sie für den Rest des Wochenendes nicht mehr einsetzen konnte. Viel wichtiger ist jedoch, dass beide Fahrer keine schweren Verletzungen davontrugen. Courtney zog sich zwar einen Schienbeinbruch und einen Muskelriss im Oberschenkel zu, befindet sich aber bereits auf dem Weg der Besserung. In Sydney wird er von Nick Percat ersetzt, der bei den Endurance-Rennen Co-Driver von Tander war. Alex Premat blieb unverletzt.

In Runde 14, der letzten vor der Halbzeit, wurde das Rennen wieder freigegeben und es wurde wieder hektisch. Lowndes und Winterbottom, die sich im Chaos der letzten Runden etwas unbemerkt an die Spitze gearbeitet hatten, kollidierten beim Kampf um die Führung in der letzten Kurve und kamen von der Strecke ab. Der lachende Dritte war in diesem Fall Tander, der die erste Hälfte somit als Erster beendete vor Alex Davison und Fabian Coulthard (BJR). Frosty rettete sich noch auf Platz fünf, während Lowndes bis auf Platz 14 zurückfiel.

Beim Start zur zweiten Hälfte konnte sich Tander sofort vom Rest des Feldes absetzen, wobei er von dem Duell von Alex Davison und Coulthard profitierte, die sich rundenlang um die zweite Position stritten.

Auf Rang vier machte sich van Gisbergen breit und versuchte Winterbottom und Whincup hinter sich zu halten, was ihm aber nicht lange gelingen sollte. Als Winterbottom, der deutlich schneller war als der Neuseeländer, endlich an ihm vorbei war, konnte die Dreiergruppe deutlich auf Alex Davison und Coulthard aufholen.

Vier Runden vor Schluss kämpften somit gleich fünf Fahrer um Platz zwei. Doch dem einzigen, dem das wirklich half, war Tander, der einem ungefährdeten Sieg entgegenfuhr.

Dafür wurde es unter den Verfolgern nochmal chaotisch. Erst konnte Coulthard Platz zwei von Alex Davison erobern und in der letzten Runde konnte Whincup an Winterbottom vorbeigehen und sich so den vierten Platz sichern.

Noch viel enger ging es allerdings dahinter zu. Lowndes überholte auf der Ziellinie Chaz Mostert (DJR) und wurde somit Achter. Die beiden trennten am Ende 33 Zehntausendstel einer Sekunde.

Highlights Rennen 1

Ergebnis Rennen 1

Rennen 2

Das zweite Rennen sah die beiden BJR-Holden von Coulthard und Bright in Startreihe eins, dahinter folgten Winterbottom, Whincup und Mostert. Lowndes startete das Rennen von Rang acht, Will Davison nur von 13.

Whincup und Mostert erwischten einen grandiosen Start und gingen zusammen mit Coulthard und Winterbottom zu viert nebeneinander in die erste Kurve. Als sich van Gisbergen auch noch dazu gesellen wollte, war Winterbottom der Leidtragende und wurde weit nach außen gedrückt, wodurch er mehrere Plätze verlor.

Während Whincup sich anschließend immer weiter von seinen Verfolgern absetzen konnte, machte sein Teamkollege Lowndes Position um Position gut. Als in Runde 14 aufgrund eines Motorschadens bei Michael Caruso das Safety Car auf die Strecke musste, war Lowndes bereits Zweiter.

Nach dem Restart in Runde 17 machte er dann auch mit Whincup kurzen Prozess und eroberte Platz eins, den er bis zum Fallen der Zielflagge behalten sollte.

Van Gisbergen wurde Dritter, gefolgt von Mostert und Coulthard. Für Winterbottom reichte es noch zu Rang sieben, womit er einen Platz vor Will Davison lag.

Highlights Rennen 2

Ergebnis Rennen 2

Rennen 3

Im letzten Rennen des Wochenendes startete erneut Mark Winterbottom von ganz vorne und teilte sich die erste Startreihe mit Lowndes. Dahinter folgte das BJR-Duo Bright und Coulthard, dann Jamie Whincup. Will Davison erwischte abermals ein bescheidenes Qualifying und musst das Rennen von Platz 10 in Angriff nehmen.

Whincup und Lowndes kamen beim Start wieder am besten weg und hatten sich am Ende der ersten Runde bereits auf die Plätze eins und zwei geschoben. Lowndes konnte sich aber nur kurz vor Winterbottom behaupten und musste Platz zwei schnell wieder hergeben.

In Runde elf gab es die erste von zwei Cautions, als Lee Holdsworth (Erebus) einen Reifen verlor und seinen Wagen neben der Strecke abstellen musste. Jonathon Webb (Tekno) konnte dem Reifen nicht ausweichen und katapultierte ihn in Richtung der Zuschauer, wo er glücklicherweise niemanden traf.

Nach der anschließenden Safety-Car-Phase wurde das Rennen in Runde 15 wieder freigegeben, der nächste Zwischenfall ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Im Kampf um Platz sieben kamen sich Moffat (Nissan), Reynolds und Mostert etwas zu nahe. James Moffat verbremste sich in Turn 4 und schob Reynolds in Mostert hinein. Der widerum drehte sich und stand nun quer in der Haarnadel, wo ihm Russell Ingall (Walkinshaw Racing) nicht mehr ausweichen konnte. Für Mostert und Ingall war das Rennen vorbei.

Nach dem zweiten Restart in Runde 18 passierte nicht mehr viel, und das letzte Rennen endete mit einem Sieg für Jamie Whincup, der vor Winterbottom und Lowndes gewann. Bright und Coulthard komplettierten die Top fünf, Will Davison wurde Sechster. Ein gutes Rennen erwischten ebenfalls James Moffat und Rick Kelly, die ihre Nissan auf den Plätzen sieben und acht nach Hause brachten.

Highlights Rennen 3

Ergebnis Rennen 3

Entschieden wird die Meisterschaft also in den letzten beiden Saisonrennen im Sydney Olympic Park am 7. und 8. Dezember. Zum Abschluss gibt es an dieser Stelle wie immer die Links zur Fahrer- und Teamwertung von den Kollegen von V8Dailydump.

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November 20 2013

07:00

V8 Supercars: Vorschau Phillip Island 360

Der Kampf um die Meisterschaft bei den V8 Supercars ist wohl einer der spannendsten in ihrer Geschichte. Vor der vorletzten Saisonstation in Phillip Island, und damit fünf Rennen vor Schluss, trennen die beiden Führenden der Gesamtwertung lediglich sechs Punkte.

sfx105928Den Titel können, realistisch betrachtet, noch insgesamt vier Fahrer gewinnen: Craig Lowndes (RBR), mit 2549 Punkten Meisterschaftsführender vor seinem Teamkollegen Jamie Whincup (2543), sowie die beiden FPR-Piloten Mark Winterbottom (2461) und Will Davison (2428). Fabian Coulthard (BJR), der momentan Platz fünf innehat, hat bereits 396 Punkte Rückstand auf Lowndes und bestenfalls noch theoretische Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft. Gleiches gilt für Garth Tander (HRT), Shane van Gisbergen (Tekno) und Jason Bright (BJR). Für Spannung ist auf Phillip Island also allemal gesorgt.

Die Strecke

Der Phillip Island Grand Prix Circuit liegt im Süden der gleichnamigen Insel, die ungefähr 140 Kilometer südlich von Melbourne liegt. In seiner heutigen Form besteht der Kurs seit 1956, wurde in seiner Geschichte jedoch mehrmals für Modernisierungsarbeiten geschlossen. Zuletzt von 1978 bis 1989.

Im vergangenen Winter wurden nochmal etwa 3 Millionen Dollar investiert, um der Strecke eine neue, griffigere Asphaltdecke zu verpassen. Ein Bild davon, wie gut dieser neue Asphalt funktioniert, konnte sich im Oktober der MotoGP-Zirkus machen. Die neue Oberfläche erlaubte zwar schnellere Rundenzeiten als noch 2012, strapazierte aber die Reifen so sehr, dass sich die Organisatoren dazu gezwungen sahen, das Moto2-Rennen um die Hälfte zu verkürzen und in der MotoGP einen Pflichtboxenstopp bei etwa Rennhälfte einzulegen.

Damit dies nicht auch bei den V8 Supercars passiert, absolvierte Nick Percat einen Reifentest in einem COTF-Prototyp von Holden. Dabei unterbot Percat den bisherigen Rundenrekord von 1:33.27 (2012 aufgestellt von Lowndes) um über eine Sekunde.1024px-Phillip_Island_Grand_Prix_Circuit.svg

Der Phillip Island Circuit ist etwa 4,5 Kilometer lang vor allem geprägt durch die vielen Höhenunterschiede und schnellen Kurven. Zudem ist er, wohl weil er auch von der MotoGP und der Superbike-WM genutzt wird, der einzige Kurs in Australien im “europäischen Stil”, denn er bietet im Vergleich zu den anderen Strecken des Landes weite Auslaufzonen mit Kiesbetten.

Hier kann man mal eine Runde mit Jamie Whincup mitfahren:

Rennformat

Erstmals seit dem Winton 360 und zum letzten Mal in dieser Saison wird am kommenden Wochenende das 60/60-Supersprint-Format angewandt: Zuerst wird am Samstag ein Rennen über zweimal 14 Runden gefahren, am Sonntag folgen dann zwei weitere Rennen über je 23 Runden.

TV- bzw. Live-Stream Zeiten

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nicht sonderlich viel geändert, man wird sich also wieder nach den entsprechenden Alternativen umschauen müssen. Einen Livestream wird es auf der offiziellen Homepage der V8 Supercars geben. Dieser ist jedoch kostenpflichtig. Für Europäer gäbe es noch die Möglichkeit via Motors TV.

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November 19 2013

08:00

NASCAR: Analyse Homestead 2013 – Six-Pack!

Flammen, Rauch und ein großes Feuerwerk. Der NASCAR Sprint Cup hatte zum Saisonfinale auf dem Homestead-Miami Speedway einiges im Angebot und sorgte am Ende für zwei strahlende Gesichter. 

Ford EcoBoost 400Es ist vorbei! Nach 36 Saisonrennen wurde am Sonntagabend der neue NASCAR-Champion gekrönt. Völlig unerwartet ließ sich Jimmie Johnson seine 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth nicht mehr nehmen und mutierte so von “Five-Time” zu “Six-Pack”. Damit nähert er sich immer mehr den Rekordmeistern Richard Petty und Dale Earnhardt, die insgesamt sieben Mal die höchste Klasse des NASCAR-Sports für sich entscheiden konnten. Ich glaube es bestehen kaum Zweifel daran, dass Johnson diese Rekordmarke einstellen oder sogar übertreffen wird. Doch bevor wir zu weit in die Zukunft blicken, widmen wir uns vorerst der Vergangenheit und dem Ford Eco Boost 400 auf dem Homestead-Miami Speedway, denn hier dürfte nicht nur Jimmie Johnson das Rennen am Sonntagabend freudestrahlend verlassen haben.

Der letzte Saisonlauf begann gegen 21:20 Uhr unserer Zeit und sah zunächst Matt Kenseth an der Spitze dominieren. Die #20 hatte schon die Traningssessions und das Qualifying klar für sich entschieden und ging als großer Favorit ins Rennen. Eine andere Möglichkeit außer der Flucht nach vorn hatte Kenseth auch nicht, denn er musste auf einen Fehler bei Jimmie Johnson hoffen. Dieser allerdings war stetig unter den ersten Zehn zu finden und somit zu diesem Zeitpunkt unangefochten Meister. Aber das Rennen hatte auch erst begonnen und der Schockmoment sollte noch kommen. Zuvor sorgte Travis Kvapil in Runde 11 mit einem Streifschuss an der Mauer in Kurve drei für die erste Caution des Abends. Beim Restart konnte sich zunächst der dritte Titelaspirant Kevin Harvick an die Spitze setzen, doch Kenseth hatte schon kurze Zeit später die passende Antwort gefunden und setzte sich wieder in Front.

Nur zwölf Umläufe nach seinem ersten Mauerkontakt schaffte es Travis Kvapil, dieses Kunststück in der gleichen Kurve erneut zu vollbringen. Er legte sogar noch eine kleine Zugabe oben drauf, indem er sich, beim Versuch sich von der Mauer zu lösen, nach innen abdrehte. Beim Restart dann ein ganz ungewohntes Bild: David Regan (der Gewinner des Talladega Frühjahrsrennens) setzte sich im Ford von Front Row Motorsports an die Spitze, allerdings auch nur, weil er während der Gelbphase nicht an der Box war. Folglicherweise wurde er nach der grünen Flagge wieder nach hinten durchgereicht und Matt Kenseth konnte weiter seine Runden an der Spitze drehen, um sich den zweiten Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden zu sichern. Travis Kvapil schaffte es inzwischen, sein Auto aus der Mauer zu halten und so kam es schließlich zu den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge. Doch mitten rein platzte mal wieder eine unserer geliebten Debris-Cautions.

Nachdem sich alle Piloten an der Box vier frische Pneus und Sprit geholt hatten, durfte das Feld immerhin 20 Runden mit Vollgas unter die Räder nehmen. Dann sorgte Dave Blaney in seinem vielleicht letzten Sprint-Cup-Rennen für die vierte Gelbphase des Abends, als er – wie schon Kvapil zuvor – sein Auto in die Mauer setzte und sich anschließend Richtung Apron drehte. Das alles kümmerte Matt Kenseth wenig, der weiterhin an der Spitze einsam seine Kreise fuhr. Mehr Probleme hatte der dritte Meisterschaftskandidat Kevin Harvick, der nach dem Boxenstopp mit einem für ihn zu stark untersteuernden Fahrzeug kämpfte. Dies warf ihn zunächst aus den Top 20 und sorgte für einen verfrühten Boxenstopp der #29.

Während also Harvick in argen Problemen war, zeigte Joe Gibbs Racing seine volle Stärke. Mit allen drei Fahrzeugen belegte man die ersten drei Plätze. Hinter den Toyotas sortierte sich mit Ausnahme von Kasey Kahne die Hendrick-Armada ein und es wurde recht schnell klar, dass entweder ein Toyota von Joe Gibbs oder ein Hendrick-Chevrolet diesen Abend in die Victory Lane einfahren würde. Doch noch war das Rennen lang und die Nacht brach über den Süden Floridas herein.

Inzwischen war das Rennen in Runde 140 angelangt und die ersten Piloten suchten ihre Pitcrew erneut auf. Nachdem alle Fahrer ihre Stopps absolviert hatten, zeigte sich ein anderes Bild an der Spitze. Dale Earnhardt Jr. hatte, kurz bevor er an der Box fuhr, die Führung übernommen und behielt diese auch nach dem Besuch in der Boxengasse. Sein Fahrzeug war an diesem Abend besonders schnell auf den Long-Runs, hatte aber bei den kurzen Sprints seine Schwierigkeiten. Außerdem fuhr Earnhardt fast ausschließlich die oberste Linie direkt an der Mauer entlang. Falls er sich doch mal weiter unten versuchte, verlor er Zeit, was ihm wiederum am Ende des Rennens noch zum Verhängnis werden sollte.

Ungeachtet der Stärken und Schwächen der #88 kam es in Runde 153 zur bereits fünften Unterbrechung des Rennens. Schuld waren erneut Debris, die sich dieses Mal auf der Gegengerade befanden. Matt Kenseth holte sich in der Box erneut die Führung, doch konnte anschließend auf der kälter werdenden Strecke nicht mehr so dominieren und musste nach wenigen Runden die Führung an seinen Teamkollegen Denny Hamlin abgeben. Den Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits sicher.

Kurz vor dem Erreichen der 190. Runde wurde die sechste Caution des Renntages ausgelöst und völlig überraschend waren es Debris, nur dass sich diese jetzt in Kurve drei befanden. Diese Caution sollte aber noch ein einschneidendes Erlebnis für unsere beiden Meisterschaftsanwärter Jimmie Johnson und Matt Kenseth werden, denn beim Restart verlor Jeff Gordon in Reihe eins fast sein Fahrzeug und verursachte hinter ihm eine Kettenreaktion. Bei dieser wurde Jimmie Johnson von hinten angeschoben und verlor fast die Kontrolle über sein Fahrzeug. Beim Versuch, sein Auto wieder in den Griff zu bekommen, traf er Matt Kenseth an der rechten hinteren Seite, was diesen ebenfalls in kurzzeitige Probleme brachte. Doch beide Piloten hielten ihre Fahrzeuge auf der Bahn und konnten mit sichtlichen Kampfspuren das Rennen fortsetzen, allerdings nun einige Plätze weiter hinten im Feld. An der Spitze hatte sich inzwischen Kevin Harvick eingefunden.

Kurz nach diesem Zwischenfall gab es erneut eine Gelbphase. Dieses Mal war der rechte Hinterreifen am Fahrzeug von Paul Menard schuld, der seinen Dienst quittierte. Beim Restart setzte der inzwischen entthronte Champion Brad Keselowski nochmal ein Ausrufezeichen, indem er sich die Führung von Kevin Harvick holte. Doch von hinten kam nach einigen Runden erneut der in den letzten Wochen extrem gut aufgelegte Dale Earnhardt Jr. Dieser quetschte sich auf der äußersten Bahn in einem Bombenmanöver in Kurve zwei sowohl an Denny Hamlin als auch am führenden Brad Keselowski vorbei und übernahm die Spitzenposition.

30 Runden vor Schluss sorgte erneut die #27 von Paul Menard für eine Gelbphase. Sein Fahrzeug brannte bereits auf der Gegengeraden am rechten Hinterreifen und verlor einige Teile. Als er sich schließlich an seiner Box einfand, breitete sich das Feuer schnell auf den Rest des Fahrzeuges aus und sorgte für eine recht heftige Explosion, als der rechte Hinterreifen der Hitze nachgab. Als Grund für den Ausbruch des Feuers gab Paul Menard den Restart in Runde 194 an, bei dem er durch die Kettenreaktion (mit Johnson und Kenseth) einen Reifenschaden erlitt. Dadurch verfingen sich einige Gummiteile an der Hinterachse, die man bei den Stopps nicht komplett entfernen konnte. Diese entzündeten sich im weiteren Verlauf und sorgten für seinen spektakulären Ausfall. Zum Glück wurden dabei sowohl Menard als auch seine Crewmitglieder nicht verletzt.

Nach dem anschließenden Restart duellierten sich Dale Eanrhardt Jr. und Denny Hamlin um die Spitze, wobei sich Hamlin nach einigen Runden durchsetzen konnte. Auch Matt Kenseth schob sich an der #88 vorbei und servierte uns dadurch einen spannenden Fight in den letzten Runden. Denn Junior kam erneut über den Long-Run und wollte an Kenseth vorbei. Doch sobald Junior sich auf der unteren Linie versuchte, zog Kenseth wieder davon. Durch diesen Zweikampf mit leichten Berührungen konnte sich Denny Hamlin etwas Luft verschaffen und fuhr nach 267 Runden seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg ein. Hinter ihm kam der nun als Vizemeister feststehende Matt Kenseth vor dem diese Saison sieglosen Dale Earnhardt Jr. ins Ziel. Jimmie Johnson sah auf Platz neun liegend die Zielflagge und sicherte sich nach zwei Jahren Pause seinen nächsten und bereits sechsten Titel. Ohne den Total-Ausfall der #20 in Phoenix hätte auch Matt Kenseth nach der Krone greifen können, doch Fehler darf man sich im Chase eben nicht erlauben. So ist erneut Johnson hochverdient der neue Champion.

Zum Abschluss nun noch die Finalstände der Fahrer- und Ownerwertung. Damit sind wir am Ende angelangt, zumindest für diese Saison. Nach 36 Rennen müssen nun alle NASCAR-Süchtigen den Winter überbrücken, bevor die Saison 2014 mit dem Daytona 500 am 23. Februar eingeläutet wird. Ein abschließendes Dankeschön geht an alle Racingblog-Leser und positiv Verrückten, die dem NASCAR-Zirkus Woche für Woche nicht entkommen. Bis zum nächsten Jahr!

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November 15 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Homestead 2013 – Die große Johnson-Party?

Nach dem katastrophalen Rennen von Matt Kenseth letzte Woche scheint der Kampf um den NASCAR-Titel 2013 bereits entschieden. Wenn Jimmie Johnson keinen Ausfall erleidet, dann ist ihm der sechste Titel kaum mehr zu nehmen. Doch trotzdem ist Vorsicht geboten, denn Kenseth und Harvick warten nur auf ein Problem bei der #48.

HMS-12-384731 FordEcoboost400_FinalsMan mag es kaum glauben, doch am Sonntag steht das letzte Rennen der NASCAR-Sprint-Cup-Saison 2013 auf dem Homestead-Miami Speedway an. Danach darf nach über 13.500 Meilen in 36 schweißtreibenden Rennen der neue Champion gekrönt werden. Doch bevor wir uns den Meisterschaftskandidaten widmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Strecke. Homestead ist ein Intermediate-Oval mit einer Länge von 1,5 Meilen und einem Banking von 18 bis 20° in den Kurven und 3° auf den Geraden. Im Gegensatz zu vielen anderen Intermediate-Ovalen findet man hier keine Cookie-Cutter-Variante vor wie zum Beispiel in Charlotte, Kansas oder Chicagoland. Dies bedeutet, dass wir es hier nicht mit einer geknickten Start/Ziel-Gerade zu tun haben, sondern diese auch wirklich als Gerade bezeichnen können. Das Finale des Sprint Cups wird hier seit 2002 ausgetragen und der letzte Umbau der Strecke erfolgte im Jahre 2003. Dabei wurden die zwei 180°-Kurven mit dem aktuellen progressiven Banking ausgestattet, welches das Überholen auf der inneren als auch auf der äußeren Linie ermöglicht.

Werfen wir nun den Blick auf unsere drei verbleibenden Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson, Matt Kenseth und Kevin Harvick. Bis auf Kenseth konnte keiner von den genannte Piloten hier jemals einen Sieg einfahren. Kenseth stellte sich zuletzt noch im Roush-Ford im Jahre 2007 in die Victory Lane und ist auch, was die Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke angeht, der beste von den drei Titelkandidaten. Kevin Harvick konnte hier ebenfalls oft gut mitfahren, wohingegen Johnson öfters mit Problemen zu kämpfen hatte. Dies sieht man auch an den Resultaten der #48 in den letzten beiden Jahren, bei denen der Hendrick-Chevrolet nur als 32. bzw. 36. die Zielflagge passierte. Das weckt natürlich Hoffnungen bei der Konkurrenz.

Doch wenn man den Blick auf die Meisterschaftstabelle richtet, dann schrumpfen diese Hoffnungen sehr schnell wieder zusammen. Jimmie Johnson kann bereits 28 Punkte Vorsprung auf Matt Kenseth und 34 Zähler auf Kevin Harvick vorweisen. Nach Adam Riese muss Johnson nur den 23. Platz belegen und er ist Meister, egal was die #20 und #29 veranstalten. Bei Johnson liegt das Hauptaugenmerk also darauf, möglichst ohne die Schockmomente von Phoenix durch das Rennen zu kommen und einen gesicherten Platz in den Top 20 zu erfahren. Matt Kenseth und Kevin Harvick hingegen müssen das Rennen am Besten mit den meisten Führungsrunden gewinnen, um noch den Hauch einer Chance zu haben. Würde Matt Kenseth mit den meisten Runden an der Spitze siegen und Jimmie Johnson nur den 24. Platz belegen, dann wäre Kenseth im Tie-Break durch seine acht Saisonsiege der neue Champion. Für Kevin Harvick ist die Sache schon ein Stück schwieriger, denn wenn er dominant gewinnen würde, dürfte Johnson nicht über den 31. Platz hinaus kommen und Kenseth maximal die dritte Position belegen. Alles möglich, aber doch sehr unwahrscheinlich.

Doch wer kann außer unseren drei Meisterschaftskandidaten noch das letzte Rennen der Saison gewinnen? Auf jeden Fall darf man die Fords von Roush Fenway Racing nicht unbeachtet lassen, denn diese gewannen sieben der insgesamt 14 Rennen. Hier seien besonders Greg Biffle mit bereits drei Siegen und Carl Edwards mit immerhin zwei Erfolgen zu nennen. Aber auch Joe Gibbs Racing sollte man auf dem Schirm haben, denn sie konnten hier bereits vier Mal in die Victory Lane einfahren. Ebenfalls auf der Rechnung gilt es, Martin Truex Jr. zu haben. Auch wenn er in Homestead noch nicht gewinnen konnte, so lässt er sich doch ziemlich oft weit oben auf der Ergebnisliste blicken und zudem wird es sein letztes Rennen in der #56 von Michael Waltrip Racing sein, bevor er nächste Saison Kurt Busch bei Furniture Row Racing ersetzt. Als Letzten im Bunde der Favoriten um den letzten Sieg der Saison dürfen wir auch noch Jeff Gordon begrüßen, der das Vorjahresrennen für sich entscheiden konnte.

Kommen wir zu unserem wöchentlichen Blick auf die Entry List: Die Wood Brothers sind wieder mit der #21 und Trevor Bayne am Start, obwohl unter der Woche bei Bayne Multiple Sklerose festgestellt wurde. Da aktuell noch keine Sympthome auftreten, gaben die NASCAR-Ärzte grünes Licht und Bayne darf weiter seinen NASCAR-Träumen nachjagen. Beim weiteren Stöbern durch die Entry List erkennt man als nächstes, dass in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein zweites Rennen im Cup absolvieren darf. In der #32 wird Ken Shrader wohl in sein letztes Sprint-Cup-Abenteuer starten. Die #33 wird dieses Wochenende von Tony Raines und das Schwesterauto mit der #40 von Landon Cassill pilotiert. AJ Allmendinger kehrt in die #47 zurück und auch Kyle Larson ist in der #51 wieder am Start.

Wie immer zum Schluss nun noch die aktuellen Tabellen zur Fahrer- und Owner-Wertung. Das 36. und finale Rennen der Sprint-Cup-Saison in Homestead wird am Sonntag ab 20 Uhr unserer Zeit bei ESPN und dem deutschen Sender MotorvisionTV ausgestrahlt. Alle weiteren TV-Termine findet ihr in der folgenden Auflistung.

Freitag, 15.11.2013:
16:00 Uhr, Nationwide Practice, Fox Sports 1
17:00 Uhr, Trucks Final Practice, Fox Sports 1
19:30 Uhr, Sprint Cup Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Nationwide Final Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Trucks Qualifying, Fox Sports 2

Samstag, 16.11.2013:
00:00 Uhr, Sprint Cup Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Trucks Rennen (Ford Eco Boost 200), Fox Sports 1 (Green Flag: 02:18 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
19:00 Uhr, Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
21:00 Uhr, Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
22:30 Uhr, Nationwide Rennen (Ford Eco Boost 300), ESPN (Green Flag: 22:46 Uhr)

Sonntag, 17.11.2013:
20:00 Uhr, Sprint Cup Rennen (Ford Eco Boost 400), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:15 Uhr)

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November 05 2013

08:00

NASCAR: Analyse Texas November 2013

In überragender Manier sicherte sich Jimmie Johnson seinen ersten Sieg auf einem Intermediate-Oval in dieser Saison. Sein Meisterschaftsrivale Matt Kenseth konnte mit einem vierten Platz nach Schwierigkeiten im Rennen noch Schadensbegrenzung betreiben.

AAA Texas 500Jimmie Johnson hatte am Sonntagabend allen Grund zu jubeln, denn er konnte auf einer der Paradestrecken seines Meisterschaftskonkurrenten Matt Kenseth diesem die Stirn bieten und sich in dominanter Art und Weise seinen sechsten Saisonsieg sichern. Kenseth hingegen musste sich mit einem vierten Platz zufrieden geben, hinter dem ewigen Zweiten Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano. Somit geht Johnson als Führender in die letzten Rennen, mit sieben Punkten Vorsprung vor seinem einzigen verbleibenden Meisterschaftskonkurrenten Kenseth. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist der Traum vom Titel unterdessen zerstört.

Die beste Startposition für das AAA Texas 500 sicherte sich Carl Edwards vor seinem Markenkollegen und Vorjahreschampion Brad Keselowski. Die Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson und Matt Kenseth stellten ihre Autos auf den dritten bzw. sechsten Platz. Der Start in die 334 Runden erfolgte gegen 21:20 Uhr und Pole-Sitter Edwards konnte sich vorerst an der Spitze durchsetzen. Diese war er allerdings bereits nach zehn Runden an die #48 von Jimmie Johnson los. Dieser konnte dann immerhin die nächsten sechs Runden unter Vollgas absolvieren, ehe die berühmte Debris für die erste Caution des Abends sorgte. Bei den ersten Boxenstopps schaffte es Carl Edwards, sich erneut die Spitzenposition vor Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zu sichern. Nach dem Restart konnte Edwards erneut einige Runden an der Spitze drehen, ehe Johnson diese wieder übernahm.

Nach der ersten Gelbphase gab es viele Runden unter grün und es stellte sich heraus, dass Carl Edwards sein Auto ziemlich loose eingestellt hatte und so besonders auf älteren Reifen mit starkem Übersteuern und einigen Querstehern zu kämpfen hatte. Für die #99 kam in Runde 58 schließlich die erhoffte Pause, als Kyle Busch sein Auto in Kurve drei in die Mauer setzte. Bei den anschließenden Boxenstopps konnte Carl Edwards sich erneut die Führung von Johnson zurückholen, während Matt Kenseth aufgrund eines schlechten Stopps vier Plätze verlor. Nachdem der Restart wegen Debris auf der Strecke verzögert werden musste, konnte das Rennen in Runde 65 wieder aufgenommen werden. Erneut holte sich Jimmie Johnson nach wenigen Runden die Führung von Edwards.

Dann kam die 75. Runde und das Ende aller Meisterschaftschancen von Jeff Gordon. An der #24 platzte eingangs Kurve eins der Vorderreifen und schickte das Fahrzeug geradewegs in die Mauer. Danach verlor der Chevrolet noch einige Teile und Gordon musste die #24 in die Garage stellen. Bei den folgenden Boxenstopps setzte sich Brad Keselowski in Front, da er sich nur zwei frische Reifen holte. Hinter ihm sortierten sich Edwards und Johnson ein. Nach der Wiederaufnahme des Rennens konnte Keselowski zunächst seine Führung behalten, doch schon nach wenigen Umläufen kam Jimmie Johnson wieder mal in großen Schritten näher und setzte sich schließlich an der #2 vorbei. Unterdessen hatte Carl Edwards weiter mit einem extrem übersteuernden Fahrzeug zu kämpfen und verlor an Boden auf die #48.

Ab Runde 120 standen dann die ersten Boxenstopps unter grün an und nach weiteren fünf Umläufen entschloss sich auch Jimmie Johnson dazu, sich frische Reifen und Benzin zu holen. Nachdem Kenseth sich seine erste Führungsrunde holte, kam auch er zu seiner Crew und ordnete sich auf dem zweiten Platz wieder ein. Die Piloten spulten nach den Stopps ihre Runden ohne bemerkenswerte Zwischenfälle ab und so standen nach circa 160 gefahrenen Umläufen die nächsten Stopps unter grüner Flagge an. Nicht gerade überraschend konnte sich hier Jimmie Johnson erneut durchsetzen, doch für die #20 drehte sich das Rennen. Bei der Ausfahrt aus der Box war Matt Kenseth zu schnell und musste als Strafe noch einmal durch die Boxenstraße fahren. Die #20 verlor dadurch fast eine Runde und sortierte sich auf dem 14. Platz wieder ein.

Bis zum 189. Umlauf dauerte es, bis die von Matt Kenseth herbeigesehnte Caution aufgrund von Öl und Debris auf der Strecke ausgelöst wurde. Bei den Boxenstopps konnte Jimmie Johnson den ersten Platz erneut behaupten, vor Kyle Busch und Joey Logano. Johnson fuhr nach dem Restart wieder einsam seine Kreise um die Konkurrenz und Logano konnte mit dem zweiten Platz erneut überzeugen. Unterdessen musste Pole-Sitter Carl Edwards seinen Ford mit Motorproblemen in die Garage stellen. Für Matt Kenseth hingegen lief es wieder besser, er arbeitete sich stetig nach vorne in Richtung Johnson und fand sich schnell auf dem siebten Platz wieder.

Um Runde 240 standen auch schon wieder die nächsten Stopps unter grüner Flagge an, bei denen Matt Kenseth den Anfang machte. Kurz nach der #20 besuchte auch Jimmie Johnson seine Pitcrew. Johnson ging auf Nummer sicher und musste sich nach seinem Stopp hinter Brad Keselowski einordnen, der sich inzwischen die Spitzenposition übernommen hatte. Doch die #48 konnte auf neuen Reifen dem restlichen Feld wieder auf und davon fahren und erlangte just vor dem Fallen der fünften Caution wieder die Führung. Die fünfte Gelbphase des Abends in Runde 257 wurde durch den rechten Vorderreifen an der #42 ausgelöst, als sich dieser in seine Einzelteile zerlegte. Bei den Boxenstopps setzte sich die #48 erneut gegen Kyle Busch und Joey Logano durch und beim anschließenden Restart fuhr Jimmie Johnson dem Rest wieder auf und davon.

Knapp 40 Runden vor Schluss holten sich alle Piloten zum letzten Mal frische Reifen und die letzten Tropfen Benzin. Kyle Busch war auf Platz drei liegend zu schnell in der Boxengasse und musste diese anschließend als Strafe noch mal durchfahren. Besser lief es da für Dale Earnhardt Jr., der bei den Stopps nicht nur an Matt Kenseth, sondern auch an Joey Logano vorbei ging und sich so auf Platz zwei schieben konnte. Danach waren die Positionen bezogen und Jimmie Johnson holte sich, wie auch letztes Jahr, den Sieg im Herbstrennen von Texas. Zudem ist es sein sechster Saisonsieg, den er mit 255 Führungsrunden eindrucksvoll einfuhr. Matt Kenseth sorgte am Ende noch mit einem vierten Platz für Schadensbegrenzung, nachdem er im Rennen eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse absolvieren musste. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist hingegen jede Chance auf den Titel vernichtet, da Harvick als Dritter nun bereits 40 Punkte Rückstand angesammelt hat. Matt Kenseth geht als einzig verbleibender Konkurrent von Johnson um den Titel mit sieben Punkten Rückstand in das vorletzte Rennen auf dem Phoenix International Raceway.

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November 01 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Texas November 2013

Kopf an Kopf liegend gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson in den drittletzten Lauf der Saison des NASCAR Sprint Cups, auf einem der schnellsten Intermediate-Ovale des Kalenders. Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch brauchen einen Sieg, wenn sie noch ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen.

aaatexas500_13Drei Rennen noch, dann steht der Meister fest! 33 Rennen wurden bereits mehr oder weniger erfolgreich absolviert und trotzdem gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson mit der gleichen Punktezahl auf dem Konto als Führende nach Texas. Der Texas Motor Speedway in Fort Worth gilt als eines der schnellsten Intermediate-Ovale der Saison, weist er doch starke Ähnlichkeiten zu den Speedways in Atlanta und Charlotte auf. Wie diese beiden Strecken besitzt auch das 1995 erbaute Oval eine Kurvenüberhöhung von 24°. Die meisten Siege mit deren drei konnten hier Carl Edwards und Jimmie Johnson einfahren. Von den fünf verbleibenden Meisterschaftsanwärtern scheint hier also Johnson die Nase vorn zu haben, aber Kenseth zeigt sich diese Saison besonders stark auf auf den Intermediate-Ovalen und ist auch hier definitiv ein Siegkandidat. Doch auch auf Kyle Busch sollte man achten, denn die #18 konnte bereits das Frühlingsrennen für sich entscheiden. Stellt sich noch die Frage nach Jeff Gordon und Kevin Harvick. Gordon konnte in Texas bereits ein Mal gewinnen und durch den lang ersehnten Sieg in Martinsville sollte er dieses Wochenende mit einer guten Portion Extra-Motivation an den Start gehen. Kevin Harvick wusste hier bis jetzt nicht wirklich zu überzeugen und wird es in Texas wohl am schwersten haben. 

Doch um den Sieg im AAA Texas 500 werden nicht nur unsere fünf Meisterkandidaten mitreden, es gibt durchaus noch weitere Piloten, die auf dieser Strecke zu beachten sind. Als erstes ist hier der schon weiter oben erwähnte Carl Edwards zu nennen, der in Texas bereits drei Mal in die Victory Lane einfahren konnte, zuletzt im Herbst 2008. Aber auch auf Denny Hamlin sollte man ein Auge haben, denn er gewann beide Rennen in der Saison 2010 und hat beim letzten Rennen in Martinsville einen kleinen Aufwärtstrend erkennen lassen. Auch immer vorn dabei in Texas ist Greg Biffle, der hinter Kenseth und Johnson die beste Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke vorweisen kann und das Frühjahrsrennen 2012 für sich entschied. Im weiteren Kreis befinden sich noch Dale Earnhardt Jr., Clint Bowyer, Martin Truex Jr. und Kurt Busch, die hier fast immer vorn dabei sind, aber – mit Ausnahme von Kurt Busch – noch nie gewonnen haben. Aber wer weiß, vielleicht schafft ja auch Juan Pablo Montoya kurz vor seinem NASCAR-Ende noch seinen ersten Oval-Sieg?

Beim Blick auf die Entry List für das AAA Texas 500 fallen folgende Änderungen auf: Die Wood Brothers nehmen mit der #21 und Trevor Bayne mal wieder teil, während in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein Cup-Debüt feiert. In der #32 nimmt diese Woche Timmy Hill Platz und Austin Dillon ist nach seinem Start in der #14 in Talladega auch wieder dabei, allerdings dieses Mal in der #33. Alle gemeldeten Fahrer dürfen auch das Rennen unter die Räder nehmen, da nur 43 Teams gemeldet wurden.

In den letzten Tagen haben sich auch wieder einige Neuigkeiten und Gerüchte angesammelt, die ich hier mal kurz erläutern werde:

- Die NASCAR möchte das Qualifying wieder spannender gestalten und dabei mehrere Autos gleichzeitig auf der Strecke haben. Aktuell ist ein Qualifying-Format geplant, wie es bereits auf den Rundkursen seit dieser Saison eingesetzt wird, wo die Fahrzeuge in kleinen Gruppen mit einigen Sekunden Abstand untereinander auf die Strecke geschickt werden. Auf den Superspeedways in Daytona und Talladega soll hingegen eine “drafting session” mit einer Dauer von 45 bis 60 Minuten abgehalten werden, um den Pole-Sitter zu ermitteln. Ob es zu diesem Qualifying-Format kommt, wird aber erst in den nächsten Wochen oder Monaten entschieden.

- Wie ESPNs Allen Bestwick erfahren haben will, wird Ken Shrader sich vom Sprint Cup zurückziehen und dieses Jahr in Homestead sein letztes Rennen absolvieren.

- Michael McDowell wird nächstes Jahr die #95 für Leavine Family Racing fahren, wie das Team am Montag bekannt gab. Außerdem möchte man versuchen, eine komplette Sprint-Cup-Saison zu fahren und ausgewählte Rennen der Nationwide Series zu absolvieren. McDowell wird sein Debüt in der #95 beim nächstjährigen Daytona 500 geben.

Die Vorschau beenden wie immer die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung und die Auflistung der TV-Zeiten für das Rennwochenende:

Freitag, 01.11.2013
17:30 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
19:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
20:00 Uhr Truck Qualifying, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr Nationwide Final Practice, Fox Sports 2

Samstag, 02.11.2013
01:30 Uhr Trucks Rennen (Winstar World Casino 300), Fox Sports 1 (Green Flag: 01:49)
16:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
17:00 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
19:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
20:30 Uhr Nationwide Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2 (Green Flag: 20:47 Uhr)

Sonntag, 03.11.2013
20:00 Uhr Sprint Cup Rennen (AAA Texas 500), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:16 Uhr)

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October 30 2013

14:30

V8 Supercars: Analyse Gold Coast 600

Craig Lowndes und Warren Luff holten sich am vergangenen Wochenende in Surfers Paradise den Enduro Cup 2013. Nach vier Rennen, in denen sie einen Sieg und drei Podestplätze einfuhren, konnten sie diese Wertung für sich entscheiden.

732979-pirtek-enduro-cupGleichzeitig übernahm Lowndes die Führung in der Gesamtwertung, wo er nun acht Punkte vor Teamkollege Whincup liegt. Dieser erlebte beim Gold Coast 600 ein ziemlich bescheidenes Wochenende: Im ersten Rennen musste sein Co-Driver Paul Dumbrell ihr Auto nach einer Kollision mit Greg Murphy abstellen, im zweiten Rennen reichte es immerhin noch zu einem vierten Platz. Doch auch für ihre Rivalen von FPR lief es nicht besser. Weder am Samstag noch am Sonntag erweckten sie den Eindruck um Siege mitfahren zu können, und am Ende war ein dritter Platz von Mark Winterbottom und Steven Richards in Lauf 1 das beste Ergebnis des Wochenendes. Allerdings ist die Meisterschaft, bei fünf ausstehenden Rennen, in denen man noch bis zu 600 Punkte sammeln kann, offener denn je.

Rennen 1

Vor dem Qualifying zum ersten Rennen schien schon festzustehen, wer am Wochenende den Ton angeben würde, denn in allen vier Trainings standen entweder Whincup oder Dumbrell ganz vorne. Doch als es in der Qualifikation das erste Mal ernst wurde, unterlief Whincup ein Fahrfehler: Er traf in Turn 3 die Streckenbegrenzung und verteilte so Trümmerteile auf der Strecke, woraufhin die Rennleitung die Session unterbrach. Whincup wurde als Auslöser der roten Flagge seine beste Zeit gestrichen. Zudem durfte er nicht mehr an den letzten Minuten der Qualifikation teilnehmen. So musste er das Rennen von Platz 25 aus in Angriff nehmen.

Im anschließenden Top-10-Shootout setzte sich Lowndes auf die Pole Position, vor den HRT von Courtney/Murphy und Tander/Percat. Auf den vierten Startplatz schaffte es etwas überraschend Tony D’Alberto (TDR).

Beim Rennstart erwischte Tander den besten Start und setzte sich vor Lowndes’ Co-Driver Luff an die Spitze. Kurz darauf verlor Luff auch den zweiten Platz an Murphy.

In Runde 13 musste das Safety Car das erste Mal auf die Strecke, nachdem Scott McLaughlin (GRM) mit Elektronikproblemen liegengeblieben war. McLaughlin gelang es wenig später den Wagen wieder zu starten und an die Box zu bringen. Die Caution nutzten dann einige für ihre ersten Pitstops, unter anderem beide HRT und D’Alberto. Luff blieb hingegen draußen und lag beim Restart vor den Nissan von Caruso, Reindler und Douglas.

Doch der nächste Zwischenfall ließ nicht lange auf sich warten: In Runde 19 wurde Murphy von Dumbrell unsanft in die Reifenstapel befördert. Während Murphy mit seinem zerstörten Auto direkt an die Box musste, konnte Dumbrell zunächst noch einige Runden weiterfahren. Einige Umläufe später musste Dumbrell dann doch aufgeben und er stellte seinen Wagen am Boxenausgang ab, was die nächste Gelbphase zur Folge hatte. Die Auräumarbeiten dauerten diesmal etwas länger, sodass das Rennen erst neun Runden später wieder freigegeben werden konnte.

Ein richtiger Rennfluss wollte sich allerdings auch weiterhin nicht einstellen. Denn kurz nachdem das komplette Feld mindestens einmal in der Box war, und sich das Klassement einigermaßen bereinigt hatte, blieb Jack Perkins, der inzwischen für McLaughlin übernommen hatte, stehen. Erneut streikte die Elektronik am Holden und das Safety Car sammelte das Feld erneut ein. McLaughlin und Perkins beendeten das Rennen mit zehn Runden Rückstand auf Rang 22.

Nach dem Restart in Runde 43 lagen mit Reindler (Co-Driver von Rick Kelly) und Gaunt (Co-Driver von Caruso) inzwischen zwei Nissan an der Spitze, die zu diesem Zeitpunkt allerdings einen Pitstop weniger hatten als der drittplatzierte Luff.

Kurze Zeit später, nach wieder einmal nur elf Runden unter Grün, kollidierte Will Davison (FPR) mit seinem Bruder Alex (Charlie Schwerkolt Racing) und es hieß ein letztes Mal: Caution.

Bei HRT holte man nun Percat, der bei den ersten Pitstops für Tander ins Auto gestiegen war, für einen weiteren Fahrerwechsel an die Box. Doch nachdem Tander wieder ins Cockpit gestiegen war, startete der Wagen nicht. Als man endlich wieder auf die Strecke zurück konnte hatte man mehrere Runden verloren und die Chancen auf einen Sieg waren dahin.

Nachdem das Rennen wieder freigegeben wurde, beruhigte sich das Geschehen und es sollte auch bis zum Schluss keine Unterbrechung mehr geben. Lediglich Fabian Coulthard (BJR) sorgte knapp 20 Runden vor Fallen der Zielflagge für etwas Aufregung als er nach einem Fahrfehler in den Esses heftig über einen dieser unsäglichen Sausage Curbs räuberte und sich vorne rechts die Radaufhängung zerstörte (später mehr dazu). Für Coulthard und Co-Driver Youlden war das sehr bitter, denn ein Platz auf dem Podium wäre allemal drin gewesen.

Lowndes hatte somit nichts mehr zu befürchten und er gewann das Rennen vor van Gisbergen/Bleekemolen (Tekno) und Winterbottom/Richards, die nach Startplatz 14 immerhin noch Dritte wurden. Die Top fünf komplettierten D’Alberto/Reid und Ingall/Briscoe (Walkinshaw Racing).

Jonathon Webb und Marc Lieb zeigten erneut eine überzeugende Leistung und landeten, nachdem sie sich aus allen Scharmützeln heraushielten, auf Platz 10 – und das obwohl sie nur von Platz 22 gestartet waren.

Rick Kelly und Karl Reindler wurden im besten Nissan Elfte, direkt vor dem bestplatzierten Erebus-Mercedes von Holdsworth/Baird. Maro Engel und Steven Johnson hatten mit technischen Problemen zu kämpfen, für sie reichte es am Ende nur zu Platz 21.

Highlights Rennen 1

Ergebnisliste Rennen 1

 

Rennen 2

Am Sonntag schienen sich die Fahrer wohl etwas mehr am Riemen zu reißen, denn sie schafften es die 102 Runden auf dem Stadkurs mit nur zwei Cautions zu absolvieren. Vorher stand jedoch noch eine weitere Qualifikation an und die sorgte für eine recht ungewöhnliche Startaufstellung. David Reynolds (RNR) stand auf der Pole, neben ihm auf Startplatz zwei James Moffat (Nissan). Erst dahinter folgten die beiden Red Bull von Lowndes und Whincup, sowie Courtney im besten HRT.

Während bei Red Bull die Co-Driver Luff und Dumbrell und bei Nissan Taz Douglas anstatt Moffat zu erst randurften, entschied man sich bei RNR und bei HRT mit den Stammfahrern Reynolds und Courtney zu starten.

Letzterer kam beim Start mit am besten weg und schoss zunächst von Position fünf auf drei, einige Runden später rang er auch Luff nieder und nahm die Verfolgung von Reynolds auf. Douglas hingegen konnte von Beginn an das hohe Tempo an der Spitze nicht mitgehen und war schon nach einigen Runden aus den Top fünf verschwunden.

Auch Luff hatte Schwierigkeiten Reynolds und Courtney zu folgen und hielt rundenlang ein halbes Dutzend Autos hinter sich. Nach zehn Runden war er bereits auf die fünfte Position zurückgefallen und hatte nun Steve Owen (FPR) hinter sich. Der zeigte allerdings wenig Geduld und schob Luff ein paar Runden später in Turn 4 in die Reifenstapel. Luff fand sich nach dieser Aktion auf Rang elf wieder – glücklicherweise ohne größere Schäden am Auto.

In Runde 21 sorgte McLaughlin für die erste der zwei Gelbphasen, als sein Auto erneut mit Elektronikproblemen stehen blieb.

Nun kamen schon die ersten zu ihren Boxenstops; so auch Reynolds und Courtney, für die Dean Canto und Greg Murphy übernahmen.

Beim Restart, drei Runden später, lagen Dumbrell und Douglas vorne, beide bogen jedoch kurze Zeit später ebenfalls an die Box ab.

Nachdem das Klassement wieder bereinigt war und Canto und Murphy sich wieder an der Spitze eingefunden hatten, wurde deutlich dass Murphy der schnellere der beiden Piloten war. Zur Rennhalbzeit konnte Murphy dann endlich an Canto vorbeiziehen und schnell einige Sekunden zwischen sich und seinem Verfolger bringen. Was unter anderem auch daran lag, dass Murphy besser durch den Überrundungsverkehr kam.

Nach 64 Runden kam es dann zur zweiten und letzten Gelbphase: Kurz nachdem Murphy und Canto wieder von ihren Stammfahrern abgelöst wurden, kam es zu einer Kollision zwischen Shane van Gisbergen und Scott Pye (LDM). Pye fuhr gerade aus der Box, als von hinten Lowndes und van Gisbergen anflogen. Pye hatte wohl einen Moment zu lang in den Rückspiegel geschaut und touchierte einen Reifenstapel. Während Lowndes noch gerade so davon kam, konnte van Gisbergen nicht mehr ausweichen und krachte in Pyes Heck. Beide kamen zum Glück ohne Verletzungen davon, und auch der Tank an Pyes Auto wurde nicht beschädigt.

Nachdem die Wracks beseitigt wurden, wurde das Rennen in Runde 68 wieder freigegeben. Courtney und Reynolds gaben nun richtig Gas und lieferten sich rundenlang ein packendes Duell um die Führung.

Doch es dauerte nicht lange, da schlug das Pech erneut bei Courtney zu. Er erwischte in den Esses nicht die optimale und fuhr mit der rechten Seite über einen der oben bereits erwähnten Sausage Curbs. Die Folge war eine gebrochene Spurstange und das zweite DNF des Wochenendes.

Wenig später ereilte an der selben Stelle auch Moffat, dem auf der rechten Seite gleich beide Radaufhängungen brachen, ein ähnliches Schicksal. Zu diesem Zeitpunkt lag Moffat auf Rang sieben.

Reynolds hatte nun an der Spitze nichts mehr zu befürchten und gewann schließlich das Rennen vor Coulthard/Youlden und Ingall/Briscoe. Auf den Positionen vier und fünf landeten Whincup/Dumbrell und Holdsworth/Baird.

Nissan schaffte es mit R.Kelly/Reindler und Caruso/Gaunt gleich zwei Autos in den Top Ten zu platzieren.

Jonathon Webb und Marc Lieb dagegen erwischten keinen guten Tag und mussten sich am Ende mit Rang 17 zufrieden geben.

Highlights Rennen 2

Ergebnisliste Rennen 2

Bevor ich zum Ende komme, möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Worte zu den Sausage Curbs loswerden:

Wie Randsteine idealerweise aussehen, sehen wir ja im Prinzip bei jedem Rennen der V8 Supercars oder der BTCC. Nicht zu flach, aber auch nicht allzu hoch, eben so dass man auch mal ordentlich darüberräubern kann.

In Surfers Paradise allerdings hat man sich für die Esses immer wieder neue Maßnahmen ausgedacht, damit die Fahrer in dieser Passage nicht zu sehr abkürzen, was ja auch völlig legitim ist. Lange probierte man es mit kleinen Reifenbündeln, wie man sie auch oben im Video aus Sydney sehen kann. In diesem Jahr kam man auf die (meiner Meinung nach) sehr bescheidene Idee die bereits mehrfach erwähnten Sausage Curbs neben die Randsteine zu montieren – und das auch noch im 90°-Winkel zur Fahrtrichtung. Das einzige was noch weniger Sinn gemacht hätte, wäre Ludwigteller a la Lausitzring in die Schikanen zu setzen…

Konsequenz: Verfehlte man (z.B. aufgrund eines Verbremsers) die Rennlinie und fuhr nun über einen dieser Randsteine, zerstörte man sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seine Radaufhängung (siehe Coulthard, Courtney und Moffat).

Wie und warum man ausgerechnet auf diese Lösung gekommen ist, ist mir schleierhaft. Auch bei den Fahrern stießen diese Curbs auf wenig Gegenliebe. Wie “gut” sie funktionieren, sieht man ja auch in Monza, wo man sie überall da angebracht hat, wo sie am wenigsten Sinn machen. Ich hoffe mal, dass man in Zukunft auf andere, bessere Ideen kommt.

Weiter geht es bei den V8 Supercars am Wochenende vom 22.-24. November mit dem Phillip Island 360. Zum Abschluss gibt es an dieser Stelle wieder die Links zur Fahrer- und Teamwertung von den Kollegen von V8Dailydump.

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October 29 2013

08:00

NASCAR: Analyse Martinsville Oktober 2013

Mit 17 Cautions sorgte das Rennen auf dem Short-Track in Martinsville für ordentlich Kleinholz und Reibereien. Jimmie Johnson kam nicht über Platz fünf hinaus und verlor in der Meisterschaft überraschend Punkte gegenüber Matt Kenseth, der als Zweiter hinter dem strahlenden Sieger Jeff Gordon ins Ziel kam.

Goody's Headache Relief Shot 500 Powered By KrogerVor dem Start in das Rennen des Sprint Cups am Sonntag ging es bereits heiß her: Am Vortag im Truck-Rennen wurde Kevin Harvick von seinem Richard-Childress-Teamkollegen Ty Dillon gedreht und lieferte sich anschließend mit diesem einige Scharmützel. Dem setzte er am Ende noch mit folgender Aussage die Krone auf: “Exactly the reason why I’m leaving RCR, because you’ve got those kids coming up and they’ve got no respect for what they do in this sport and they’ve had everything fed to them with a spoon.” Das hat gesessen! Das sein Boss Richard Childress darüber nicht gerade erfreut war, überrascht wenig. Es wurde sogar schon über einen vorzeitigen Wechsel zu Stewart Haas Racing in die #14 spekuliert, doch das war schnell wieder vom Tisch. Am Sonntag entschuldigte sich Harvick für seine Aussagen und wird auch noch für den Rest der Saison in der #29 von RCR verweilen.

Die Pole auf der kürzesten Strecke des Jahres sicherte sich Denny Hamlin vor Jimmie Johnson. In Reihe zwei starteten Kyle Busch und der überraschend starke Matt Kenseth, der hier eigentlich nie wirklich zurechtkam. Ebenfalls bemerkenswert: David Ragan ging im Ford mit der #34 von Front Row aus Reihe vier auf die 500 Runden. Beim Rennstart konnte Denny Hamlin die Spitze noch behaupten, doch schon in der dritten Runde setzte sich der Favorit Jimmy Johnson in Front und auch Kyle Busch und Matt Kenseth gingen an der #11 vorbei. Als Hamlin sich gerade wieder einsortiert hatte, kam auch schon die erste gelbe Flagge. In Runde sieben traf Carl Edwards eingangs Kurve drei die #31 von Jeff Burton und schickte diesen in einen Dreher. Hinter dem querstehenden Burton kam es zu einigen Auffahrunfällen, in denen der Chevrolet mit der #7 von Dave Blaney so stark beschädigt wurde, dass er in die Garage musste.

Nach dem Restart war Jimmie Johnson zunächst wieder an der Spitze, doch die Toyotas von Joe Gibbs konnten ein hohes Tempo gehen und so setzte sich Kyle Busch in Runde 25 an Johnson vorbei und übernahm die Führung. Sein Teamkollege Matt Kenseth tat es ihm gleich und ging ebenfalls an der #48 vorbei und machte klar, das mit ihm zu rechnen war. Wenig später setzte sich Kenseth sogar an die Spitze und sammelte seine ersten Führungsrunden in diesem Rennen. Kenseth konnte rundenlang in Ruhe Lead Laps sammeln, ehe Carl Edwards in Umlauf 88 erneut für Aufsehen sorgte. Zum wiederholten Male schickte er ein Fahrzeug in Kurve drei in einen Dreher, dieses Mal war der Leidtragende Travis Kvapil, der sein Auto glücklicherweise noch aus der Mauer halten konnte. An der Box konnte Kenseth seine Führung verteidigen und Jeff Gordon holte sich den zweiten Platz von Jimmie Johnson. Den Spitzenplatz musste die #20 beim Restart in Runde 94 aber sofort wieder an die #48 abgeben und auch Juan Pablo Montoya schlüpfte mit durch.

Bis zur Runde 140 dauerte es, bis es erneut zu einer Gelbphase kam. Erneut war es der Eingang zu Kurve drei, aber dieses Mal war Carl Edwards nicht schuld. Bobby Labonte in der #47 räumte die #83 von David Reutimann ab und löste damit die dritte Caution des Abends aus. Beim Restart setzte sich erneut Johnson vor Gordon und Montoya durch. Lange durften die Piloten aber nicht Gas geben, da bereits knapp 20 Runden später Kyle Larson für die nächste Unterbrechung sorgte. Ihm platze sein Chevrolet-Motor, was einen Dreher kurz vor dem Boxeneingang zur Folge hatte. Die Führungsgruppe suchte erneut die Boxencrews auf und Dale Earnhardt Jr. war der große Profiteur, der sich auf Platz zwei schieben konnte. In Umlauf 181 nahmen die Fahrer das Rennen wieder auf, aber nur für eine Runde. Dann kam es in Kurve eins zu einer Kettenreaktion, bei der die Autos von Kasey Kahne und Martin Truex Jr. stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ebenfalls trugen die Fahrzeuge von Denny Hamlin, Aric Almirola und Ken Schrader einige Schäden davon.

Nachdem die grüne Flagge erneut geschwenkt wurde, dauerte es nicht lange, bis diese wieder durch eine gelbe Variante ersetzt wurde. In Runde 204 kam Kurt Busch in seiner #78, beim Versuch Jamie McMurray zu überholen, zu hoch und drehte sich nach innen ab. Dort konnte Mark Martin nicht mehr ausweichen und schlug in die Seite von der #78 ein. Erneut ein glückloses Rennen für die #14. Die Führenden Jimmie Johnson und Matt Kenseth entschlossen sich dazu, draußen zu bleiben, während der Rest des Feldes an die Box kam. Nach dem Restart konnte Matt Kenseth die Führung zum wiederholten Male übernehmen, ehe Travis Kvapil in der #93 sich ausgangs Kurve vier drehte und damit die siebte Caution auslöste. Bis auf Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch entschlossen sich alle Fahrer dazu, ihrer Pitcrew fernzubleiben. Zum Fahren kam man aber auch nach dem Schwenken der grünen Flagge nicht so richtig, da in Runde 229 die bereits achte Gelbphase des Rennens ausgelöst wurde. Dieses Mal wurde David Reutimann von Martin Truex Jr. in Kurve drei umgedreht. Bei dieser Gelbphase trennten sich schließlich die Wege von Jimmie Johnson und Matt Kenseth, denn während die #48 sich frische Reifen holte, blieb die #20 draußen. Damit fiel Johnson auf Platz 16 zurück, während Kenseth die Führung behielt. Diese musste Kenseth allerdings kurz nach dem Restart an Clint Bowyer abgeben.

Nach der achten Caution gab es endlich wieder eine längere Grünphase zu bestauen, in der Matt Kenseth und Juan Pablo Montoya auf ihren alten Reifen einige Positionen verloren. Montoya fand sich einige Runden nach dem Restart sogar auf Platz 27 wieder, mit einer Runde Rückstand. Clint Bowyer konnte sich hingegen besser auf seinen über 100 Runden alten Pneus halten und musste sich lediglich Jeff Gordon geschlagen geben, ehe in Runde 284 die neunte Gelbphase des Rennens durch die #95 von Reed Sorenson ausgelöst wurde, als dieser in Kurve drei ausrollte. An der Box setzte sich Gordon erneut durch und Johnson konnte sich bereits wieder auf Platz zwei vorschieben. Die nächste Unterbrechung ließ erneut nicht lange auf sich warten. Diese wurde in Runde 299 durch ein Teil in Kurve eins ausgelöst, das sich von der #88 gelöst hatte. Matt Kenseth nutzte die Caution auf Platz 15 liegend für einen erneuten Boxenstopp. Viel Zeit, um sich nach vorne zu arbeiten, hatte er nicht, da bereits fünf Runden nach dem Restart die gelbe Flagge erneut in der Luft wedelte. Die #40 von Landon Cassill wurde in Kurve drei von Kasey Kahne umgedreht und Kenseth besuchte anschließend erneut seine Crew, um sich vier frische Reifen abzuholen.

Erneut konnte er diese aber nicht nutzen, da die folgende Grünphase nur drei Runden hielt, denn dann gerieten Kevin Harvick und Ryan Newman bei der Anfahrt auf Kurve eins aneinander und Newman verabschiedete sich rückwärts in die Mauer. Und nun ratet mal, wie lange es bis zu nächsten Caution dauerte: Genau, ganze zwei Runden brauchte es, bis zum 13. Mal die gelbe Flagge geschwenkt wurde. Juan Pablo Montoya machte in der der Anfahrt zu Kurve eins ein 3-wide mit Marcos Ambrose und Martin Truex Jr. auf, bei dem die #56 schließlich in die Mauer geschickt wurde. Jimmie Johnson holte sich frische Reifen und fiel auf Platz 20 zurück, sieben Positionen hinter Kenseth. Nach der grünen Flagge dauerte es erneut nur wenige Runden bis zur nächsten Gelbphase. Dieses Mal war die Ursache ein abgefallener Kühlergrill eines Fords, der mitten auf der Start-/Zielgerade lag. Die beiden Führenden Jeff Gordon und Kyle Busch suchten ihre Pitcrew auf und Pole-Sitter Denny Hamlin konnte die Spitze übernehmen.

Man wollte es kaum glauben, als es danach mal mehrere Runden unter grün weiter ging. Während dieser Phase gerieten Kevin Harvick und Jimmie Johnson etwas aneinander und Danica Patrick machte in den Top Ten auf sich aufmerksam. Ganze 20 Umläufe schaffte es das Feld, unter grün zu absolvieren, bevor Cole Whitt in der #30 die nächste Caution durch einen Reifenplatzer mit nachfolgendem Dreher und Mauereinschlag in Kurve drei auslöste. In der Box konnte sich Denny Hamlin gegen seinen Teamkollegen Matt Kenseth durchsetzen. Die Führung sicherte sich Elliot Sadler in der #55, der nicht an der Box war. Die Spitzenpostion war er sofort nach dem Restart wieder an Kenseth los. Die #20 führte das Feld bis zur nächsten Gelbphase in Runde 380 an. Denn dann drehte sich J.J. Yeley in Kurve drei, nachdem er sich zuvor mit Ricky Stenhouse Jr. angelegt hatte. Die Führenden blieben draußen und so konnte die #20 weiterhin Führungsrunden abspulen.

Ganze 30 Runden währte die folgende Grünphase, dann verirrte sich ein Teil in den Eingang von Kurve eins und löste 86 Runden vor Schluss die 17. und letzte Caution des Abends aus. Alle Fahrer suchten ihre Box für den finalen Stopp auf und Matt Kenseth konnte erneut die Führung behaupten. Nach dem Restart entwickelte sich ein spannender Kampf um den Sieg zwischen Matt Kenseth und Jeff Gordon. Gordon konnte sich 21 Runden vor Schluss die Spitze schnappen und gab diese nicht wieder her und sicherte sich damit seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg. Matt Kenseth setzte sich hauchdünn gegen Clint Bowyer durch und ist nun in der Meisterschaft punktgleich mit Jimmie Johnson, der nur auf Platz fünf ins Ziel kam. Danica Patrick belegte nach einem starken Rennen Platz 17.

Für Jeff Gordon war der Sieg immens wichtig, denn er gibt ihm noch eine kleine Restchance auf den Titel. Es dürfte allerdings fast unmöglich werden, die bereits 27 Punkte Rückstand auf das Duo Matt Kenseth und Jimmie Johnson innerhalb der letzten drei Rennen aufzuholen. Ähnliche Restchancen wie Gordon besitzen auch noch Kevin Harvick und Kyle Busch, die 28 respektive 36 Punkte Rückstand auf die Führenden der Meisterschaft haben. Es läuft alles auf ein Duell zwischen Jimmie Johnson und Matt Kenseth um den NASCAR-Titel hinaus, bei dem Kenseth vielleicht sogar als hauchdünner Favorit ins Rennen geht. Denn als nächstes steht mit dem Texas Motor Speedway ein Intermediate-Oval auf dem Programm, auf denen Kenseth so gut wie immer ein Siegkandidat ist.

Alle die inzwischen den Überblick verloren haben, dürfen sich über folgende Links die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung zu Gemüte führen.

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October 25 2013

07:00

NASCAR: Vorschau Martinsville Oktober 2013

Inzwischen sollten alle Patienten mit dem “Talladega-Finish-Syndrom” von ihrem Arzt behandelt und wieder zu Hause angekommen sein. Somit ist jetzt alles angerichtet für die siebte Ausgabe im Meisterschaftsduell zwischen Jimmie Johnson und Matt Kenseth auf dem Martinsville Speedway.

GHRS 500_checker rec_SM 500_4-3-13Mit nur 0,526 Meilen Länge stellt der Martinsville Speedway in Virginia die kürzeste Strecke im Kalender des Sprint Cups da. Zur kurzen Streckendistanz gesellt sich noch eine magere Kurvenüberhöhung von 12° und schon ist alles bereit für einige “bump ‘n’ run”-Action. Sein Material schonen und sich aus brenzligen Situationen raushalten, das schaffen traditionell Denny Hamlin und Jimmie Johnson hier am besten. Da Hamlin diese Saison allerdings nicht wirklich in Vollbesitz seiner Kräfte ist, bleibt eigentlich nur Johnson als großer Favorit für den Sieg übrig. Sein Meisterschaftsrivale Matt Kenseth hat hingegen nie wirklich in Martinsville auf sich aufmerksam machen können. Doch besonders nach dem letzten Rennen in Talladega muss er versuchen, den Abstand auf Johnson in der Meisterschaft möglichst gering zu halten, was schwer genug sein sollte. Denn Johnson konnte bereits das Frühjahrsrennen gewinnen und sicherte sich zudem in den letzten neun Herbstrennen fünfmal den Sieg.

Während wir die ganze Zeit nur über Johnson und Kenseth als Meisterschaftskandidaten sprechen, stellt sich die Frage, ob vielleicht noch ein anderer Pilot der lachende Dritte sein kann? Um es kurz zu machen: Höchstwahrscheinlich nicht. Aktuell führt Jimmie Johnson die Meisterschaft mit vier Punkten Vorsprung vor Matt Kenseth an und danach kommt eine gefühlte Ewigkeit nichts. Erst 26 Zähler hinter Johnson finden sich Kyle Busch und Kevin Harvick wieder. Kyle hatte seine Meisterschaftschancen in Kansas sprichwörtlich in Rauch aufgelöst. Und 26 Punkte auf Johnson aufzuholen, dürfte selbst für ihn ein Ding der Unmöglichkeit sein, sofern die #48 keinen Defekt erleidet. Doch selbst wenn die #48 Federn lässt, ist immer noch Kenseth in Lauerstellung. Es müsste schon ein Wunder geschehen, wenn Busch oder Harvick noch eine reale Chance auf den Titel haben sollen. Zusätzlich zur #18 und #29 kann man auch dem dreizehnten Chaser Jeff Gordon noch gewisse Restchancen auf den Titel einräumen. Mit bereits 34 Punkten Rückstand auf Johnson ist das aber eher eine mathematische statt echten Chance. Alle die hinter Gordon kommen, besitzen definitiv keine Möglichkeit mehr auf die Meisterschaft, da Dale Earnhardt Jr. auf Platz sechs hinter Gordon bereits 52 Punkte Rückstand auf den Führenden hat. Hinter ihm reihen sich Greg Biffle, Clint Bowyer, Kurt Busch, Carl Edwards, Ryan Newman, Joey Logano und der glücklose Kasey Kahne ein. Bester Nicht-Chaser ist Jamie McMurray mit 919 Punkten.

Beim Blick auf die 43 Fahrer umfassende Entry List fallen folgende Änderungen ins Auge: Der Toyota von Swan Racing mit der #30 wird dieses Mal von Cole Whitt pilotiert. Im Ford mit der #32 nimmt Martinsville-Spezialist Ken Shrader Platz. Aric Almirola wird dieses Wochenende hingegen nicht wie gewohnt in der #43, sondern – als Ehrung für den ab 2014 Hall of Famer Maurice Petty  – in der #41 an den Start gehen. Kyle Larson tritt nach seinem fulminanten Debüt in Charlotte zum zweiten Mal im Phoenix-Chevy mit der #51 an. Die #55 von MWR wird ab diesem Rennen für den Rest der Saison von Elliot Sadler übernommen, da bei Brian Vickers vor knapp zwei Wochen ein kleines Blutgerinnsel in der rechten Wade gefunden wurde. Auch wieder dabei ist das kleine Team der Leavine-Family mit der #95 und Reed Sorenson am Steuer.

Unter der Woche gab es zwei wichtige Neuigkeiten, die ich hier mal kurz zusammenfassen werde:

- Um das Racing auf Intermediate-Ovalen wieder enger zu gestalten, untersucht die NASCAR aktuell Optionen, um dies für die Saison 2014 umzusetzen. Nach den Testfahrten vom 14. Oktober in Charlotte wurde unter der Woche die Aerodynamik der Autos im Windkanal genauer untersucht. Für die nächste Saison ist bisher angedacht, die minimale Fahrzeughöhe aus den Regeln zu streichen und vielleicht die Spoiler an den Autos etwas zu vergrößern.

- Todd Parrot, der am Mitte Oktober durch den NASCAR-Drogentest gefallen war, wurde als Crew Chief der #43 von Richard Petty Motorsports entlassen. Als Übergangslösung wird Greg Ebert sein Amt übernehmen, während Parrot an dem “road to recovery program” der NASCAR teilnimmt.

Zum Abschluss gibt es nun wie gewohnt noch die aktuellen Tabellen der Fahrer- und Owner-Wertung. Das Goody’s Headache Relief Shot 500 auf dem Martinsville Speedway wird auf ESPN und bei MotorvisionTV zu sehen sein. Anbei noch die genauen TV-Zeiten für das kommende Wochenende:

Freitag, 25.10.2013
15:00 Uhr Trucks Practice, Fox Sports 1
16:30 Uhr Trucks Final Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, Fox Sports 1
23:00 Uhr Trucks Qualifying, Fox Sports 2

Samstag, 26.10.2013
18:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 1
19:30 Uhr Trucks Rennen (Kroger 200), Fox Sports 1 (Green Flag: 19:46 Uhr)

Sonntag, 27.10.2013
18:00 Uhr Sprint Cup Rennen (Goody’s Headache Relief Shot 500), ESPN & MotorvsionTV (Green Flag: 18:43 Uhr)

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October 23 2013

13:30

V8 Supercars: Vorschau Gold Coast 600

Das Finale des Enduro Cup steigt am kommenden Wochenende in Surfers Paradise an der australischen Ostküste. Obwohl Jamie Whincup und Paul Dumbrell (RBR) diese Wertung anführen, haben wohl Mark Winterbottom und Steven Richards (FPR) aktuell die beste Ausgangsposition sich am Ende die “Meisterschaft in der Meisterschaft” zu sichern.

732979-pirtek-enduro-cupAm ehesten wird dies deutlich, wenn man sich folgende Zahlen anschaut: In den letzten insgesamt zehn Rennen (seit dem Townsville 400) hatte Mark Winterbottom die stärkste Form aller Fahrer, holte 5 Podiumsplätze, darunter 2 Siege, und fiel kein einziges Mal aus. Zum Vergleich: Whincup gewann im selben Zeitraum zwar auch zweimal, schaffte aber nur 4 Podien und sah in zwei Rennen gar nicht erst das Ziel. Winterbottom sammelte so insgesamt beachtliche 1202 Punkte, das sind 202 mehr als Whincup. In der Gesamtwertung trennen die beiden nur noch 142 Punkte (Whincup 2423 pts, Winterbottom 2281 pts), wobei die beiden Konkurrenten natürlich noch von Craig Lowndes (RBR), der ebenfalls eine sehr konstante Saison fährt und mit zwei Podestplätzen in Sandown und Bathurst im Rücken, natürlich auch zum Favoritenkreis zählt.

Die Strecke

Der Surfers Paradise Street Circuit zählt zu den bekanntesten Rennstrecken Australiens, und dürfte einigen auch noch aus Indycar/IRL/ChampCar-Zeiten bekannt sein. Der Kurs war ursprünglich 4,8 Kilometer lang, wurde jedoch nachdem die Indycar sich wieder zurückzog auf knapp drei Kilometer gekürzt.1000px-Surfers_Paradise_Street_Circuit.svg

Anstatt nach den “Esses” nach Start-Ziel auf den Surfers Paradise Boulevard weiterzufahren, kürzt man nun über eine Haarnadel ab, die einen zum urprünglichen Turn 6 und zur Main Beach Parade führt. Anschließend folgen die zweiten “Esses” und einige für Stadtkurse typische 90-Grad-Kurven. Nach insgesamt 15 Kurven, die teilweise mit sehr hohen Randsteinen versehen sind, hat man wieder die Zielgerade erreicht.

Der Rundenrekord von 1:10.0851 wurde vor zwei Jahren von Will Davison (FPR) aufgestellt. Für die Pole Position reichte Jamie Whincup 2012 eine Zeit von 1:11.6478 (Rennen 1) bzw. 1:11.1077 (Rennen 2).

Hier eine Onboard Lap von Will Power, der sich im letzten Jahr das Cockpit mit Mark Winterbottom teilte:

Auch dieses Jahr werden wieder zwei Rennen zu jeweils 300 Kilometern ausgetragen, wobei es für einen Sieg je 150 Punkte gibt.

News

Anders als in den letzten beiden Rennen wird es diesmal keine Mindestanzahl an Boxenstopps geben. Stattdessen wird der Tankinhalt von 112 Liter auf 185 Liter angehoben.

Für eine kleine Überraschung sorgte außerdem Anfang dieser Woche Erebus-Mercedes, als sie verkündeten, dass beim Gold Coast 600 David Brabham Co-Driver von Tim Slade wird, und somit Andrew Thompson ersetzt. Brabham war zuletzt in der WEC und der ALMS aktiv. Am vergangenen Wochenende wurde er Gesamtdritter beim Petit Le Mans.

TV- bzw. Live-Stream Zeiten

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nicht sonderlich viel geändert, man wird sich also wieder nach den entsprechenden Alternativen umschauen müssen. Einen Livestream wird es auf der offiziellen Homepage der V8 Supercars geben. Dieser ist jedoch kostenpflichtig. Für Europäer gäbe es noch die Möglichkeit via Motors TV.

Die genauen Startzeiten zum Rennen findet ihr wie gewohnt in unserem TV-Planer.

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October 20 2013

09:49

BTCC: Analyse Brands Hatch GP

Andrew Jordan ist der BTCC-Champion 2013. Am letzten Wochenende gingen die drei letzten BTCC-Rennen des Jahres über die regennasse Bühne des altehrwürdigen GP Circuits von Brands Hatch.

hi_10461_53ca34 bzw. 35 Punkte Vorsprung auf die Markenkollegen Neal und Shedden ließen die Sache vor dem Saisonfinale zunächst recht sicher für Jordan erscheinen. Ein bärenstark auftretender Jason Plato, der den von mir vor kurzem als „Schönwetterauto“ abgestempelten MG zu zwei souveränen Siegen im strömenden Regen navigierte und der erste Ausfall für Jordan in diesem Jahr, der ihn ausgerechnet im zweiten Rennen des Tages traf, in dem er den Sack eigentlich schon hätte zu machen können, ließen die ganze Situation dann doch noch mal äußerst spannend werden und die Meisterschaft bis zum letzten Rennen der Saison offen bleiben.

hi_10439_1ec1Doch gehen wir etwas chronologisch vor. Die Qualifying-Stärke, die die MG in den letzten Rennen gezeigt hatten, konnten Plato und Tordoff auch in Brands Hatch, das sich am Samstag noch in bestem sonnigen Herbstwetter zeigte, ausspielen und sich souverän Reihe eins sichern. Die weiteren Positionen der Meisterschaftsaspiranten: Andrew Jordan und Gordon Shedden qualifizierten sich direkt dahinter in Reihe zwei auf den Positionen drei und vier. Colin Turkington mit allerdings nur noch sehr theoretischen Meisterschaftschancen fuhr seinen BMW auf Startplatz sechs. Fehlte also nur noch Matt Neal. Aber für den Dynamics-Piloten lief so ziemlich alles schief. Ohnehin gehandicapt durch einen gebrochenen Finger (Karate-Training …), der zwei Operationen vor Brands Hatch erforderlich machte, zerstörte er seinen Honda bei einem heftigen Unfall im Qualifying ausgangs Paddock Hill Bend. Ergebnis: Ein kaputtes Fahrzeug, das den Mechanikern eine lange Nacht bereitete, und ein sichtlich durchgeschüttelter Matt Neal, der letztendlich nur von Startplatz 16 ins erste Rennen gehen konnte.

hi_10440_cd94Erwähnenswert ist abseits des Meisterschaftsgeschehens noch: Der fünfte Startplatz für den im Qualifying wieder einmal sehr starken Adam Morgan, Startplatz sieben für Tom Onslow-Cole als bester Ford und der großartige zehnte Platz für Jake Hill im zweiten Rob Austin-Audi, der hier in Brands Hatch zum ersten Mal in einem NGTC-Auto saß und zu seinem erst zweiten BTCC-Rennen antrat. Die Platzierung bedeutet nicht nur eine auf Anhieb bessere Leistung als sie Will Bratt als Full-Time-Kraft das ganze Jahr über im Audi gezeigt hatte, sondern auch einen Startplatz zwei Positionen besser als Teamchef Rob Austin.

hi_10459_cf4bTrotz des strömenden Regens, der über den gesamten Rennsontag anhalten sollte, ging Rennen eins relativ unspektakulär über die Bühne. Jason Plato setzte die Pole Position in einen Start-Ziel-Sieg um. Dahinter konnte sich Shedden an Tordoff vorbei arbeiten und sich den zweiten Platz sichern. Andrew Jordan ließ in einer eher defensiven Fahrt Tom Onslow-Cole passieren und kam auf Platz fünf ins Ziel. Punkte sichern ohne im Regen unnötiges Risiko einzugehen lautete seine Herangehensweise. Eine bärenstarke Fahrt zeigte dahinter Matt Neal, der sich mit gebrochenem Finger im gerade wieder aufgebauten Honda bis auf Platz sechs nach vorne arbeiten konnte. Für Colin Turkington waren die letzten Chancen auf die Meisterschaft dagegen bereits nach der ersten Kurve dahin. Ausgangs von Paddock Hill verabschiedete sich der Meister des Jahres 2009 in einen Dreher und wurde ausgerechnet von seinem Teamkollegen Nick Foster frontal auf die Hörner genommen. Turkingtons Ausfall bedeutete zugleich den zweiten Independent-Titel in Folge für Andrew Jordan. Angesichts des Kampfes um die Gesamtwertung war dieser Erfolg aber nur schmückendes Beiwerk für den Eurotech-Piloten.

hi_10452_c326Im zweiten Rennen kam dann das große Drama. Mit einer weiteren soliden Fahrt in die Punkteränge hätte Jordan schon alles klar machen können. Aber wie das meistens so ist, wenn man sich in der „danger zone“ (O-Ton Tim Harvey) im Mittelfeld aufhält und es auch noch in Strömen regnet, kommt ganz schnell alles ganz anders. Das Drama begann bereits am Start, als Jordan hinter Rob Collard auf Platz sieben zurückfiel. Zwischen dem vor ihm liegenden BMW und Verfolger Matt Neal dahinter eingeklemmt fand sich Jordan im dichten Verkehr wieder. In Runde zwei setzte dann Áron Smith hinter Matt Neal fahrend ausgangs Graham Hill Bend zu einem Doppelüberholmanöver der beiden Honda an. Jordan, der kein Risiko eingehen wollte, ließ den Ford von Smith passieren. Ungünstigerweise versuchte Smith dann vor Surtees auch noch den BMW von Collard zu überholen, was zu einer Kollison führte und den WSR-Piloten in einen Dreher brachte. Jordan versuchte dem unmittelbar vor ihm kreiselnden BMW auszuweichen, wurde dabei aber unglücklicherweise von Matt Neal am linken Hinterrad getroffen.

hi_10445_239fEine gebrochene Aufhängung und der erste Ausfall des Jahres waren die bittere Folge. Dass auch Matt Neal weit zurück fiel und letztendlich wegen eines Feuers im Motorraum die Zielflagge nicht sehen sollte, war sicherlich nur ein schwacher Trost, denn der Champion des Jahres 2011 war ohnehin aus dem Meisterschaftsrennen raus. Stattdessen brachte sich Jason Plato mit einem weiteren Sieg völlig überraschend zurück in den Kampf um die Meisterschaft. Damit hatte vor Brands Hatch sicherlich niemand gerechnet, aber der dreifache BTCC-Champion hatte mit nur noch 15 Punkten Rückstand auf einmal realistische Titelchancen (bestärkt dadurch, dass Jordan das dritte Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen musste). Außerdem noch mit im Titelrennen war der amtierende Champion Gordon Shedden, der es nach einem brachialen Quersteher am Start im zweiten Rennen auf Platz sieben geschafft hatte. Der Schotte hatte vor Lauf drei 20 Punkte Rückstand und musste, um seinen Titel zu verteidigen, siegen, während Jordan keine Punkte holen durfte.

Und weil diese ganze Situation noch nicht spannend genug war, zog BTCC-Direktor Alan Gow ausgerechnet Shedden auf die Pole Position für das dritte Rennen. Die Ausgangslage bot somit folgendes Bild: Shedden mit 20 Punkten Rückstand auf der Pole Position und mit der Mission zum Siegen. Plato mit 15 Punkten Rückstand auf Startplatz sieben und mit dem bisher großartig gehenden MG ebenfalls zum Siegen oder mindestens Platz zwei verpflichtet. Und Tabellenführer Jordan in der letzten Startreihe mit der Aufgabe, im Regen möglichst rasch nach vorne zu kommen und so viele Punkte zu retten wie möglich. Shedden wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan gleichzeitig keine Punkte holt. Plato wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan nicht über Rang zwölf hinaus kommt.

hi_10448_95cbDie ersten Rennrunden waren folglich vor allem davon bestimmt, zu schauen, auf welcher Position Jordan mittlerweile liegt. Und eines Meisters würdig arbeitete sich Jordan sukzessive durchs Feld, machte Position um Position gut und profitierte dabei auch von einigen Ausfällen und Ausrutschern. Bereits nach fünf Runden lag er so weit in den Punkterängen, dass der Titel so gut wie sicher schien. Letztendlich konnte er bis auf Rang neun vorfahren und kam damit sogar noch einen Platz vor Jason Plato ins Ziel, für den es in diesem Rennen mit vollem Zusatzballast überhaupt nicht lief.

hi_10465_0f43 An der Spitze siegte Shedden, auch wenn er sich zeitweise des bärenstarken Jack Goff im Gilham-Vauxhall erwehren musste, der mit Rang zwei sein bestes Saisonresultat einfuhr und dem Team von Tony Gilham somit noch ein Podium zum Saisonabschluss bescherte. Immerhin brachte der Sieg dem amtierenden Champion Shedden noch die Vizemeisterschaft ein – nur sieben Punkte hinter Jordan. Platz drei in der Meisterschaft ging an Jason Plato mit 17 Punkten Rückstand. Für Matt Neal, der bis zu seinem katastrophalen Wochenende in Rockingham weite Teile der Saison geführt hatte, reichte es letztendlich – auch wegen eines mageren 14. Platzes im dritten Rennen – nur zu Meisterschaftsrang vier. Dahinter schaffte Colin Turkington in der Debutsaison des neuen NGTC-BMW einen insgesamt respektablen fünften Platz in der Meisterschaft.

hi_10468_7785aHier alle Endstände des Jahres (pdf).</a></p> <p>a<a href=" http:="" target="\">Und hier alle Gesamtergebnisse des Wochenendes.

Brands Hatch war meiner Meinung nach ein würdiges Saisonfinale einer sehr interessanten BTCC-Saison, bei der es bis zum letzten Rennen spannend blieb. Und Andrew Jordan ist ein mehr als verdienter Champion des Jahres 2013. Nicht nur, dass sich der Youngster ohnehin zu einem der schnellsten und besten Piloten im Feld entwickelt hat und eine tolle Konstanz über den gesamten Saisonverlauf gezeigt hat; der Erfolg zeigt auch, dass ein professionell geführtes Privatteam in der Lage ist, den Titel zu holen. Der Erfolg des Eurotech-Teams rund um den Teamboss und ehemaligen BTCC- und Sportwagenpiloten Mike Jordan erinnert ein wenig an die Zeit, als das Halfors-/Dynamics Team mit den privat eingesetzten Honda Integra die Werksteams ärgern konnte und mit Matt Neal zwei Meisterschaften in den 2000er-Jahren einfuhr.

Was sonst noch war

Einige Dinge, die im Kampf um die Meisterschaft etwas untergingen, sollen nicht unerwähnt bleiben:
hi_10446_840bShaun Hollamby brachte den guten alten Golf des AmD-Tuning Teams zu einer letzten Ausfahrt nach Brands Hatch. Eigentlich hatte man sich ja einen der ehemaligen S2000-Civics zugelegt, um James Kaye noch den Kampf um den Titel in der Jack-Sears-Trophy zu ermöglichen. Eine Verletzung Kayes zur Mitte der Saison und die dominante Siegesserie von Lea Wood machten dem Plan aber einen Strich durch die Rechnung. Und so klemmte sich Teamboss Shaun Hollamby für das Finale noch mal selbst hinter das Steuer des VW. Und auch wenn der Golf über das gesamte Wochenende zu den langsamsten Autos im Feld gehörte, konnte Hollamby sich im ersten Rennen am Sonntag begünstigt durch glückliche Umstände den Sieg in der mit nur noch drei Autos besetzten Jack Sears Trophy holen. Die Konkurrenten Wood und Griffin waren im strömenden Regen in Dreher verstrickt und so gab es zum Abschied noch mal einen Pokal für den Golf. Die weiteren Siege des Tages sicherte sich dann standesgemäß Lea Wood, der bereits seit Rockingham als Meister in der Jack Sears Trophy feststeht. Wie es im nächsten Jahr mit der Trophy weitergeht, bleibt abzuwarten. Wood wird sicherlich in ein NGTC-Auto wechseln wollen und ob sich überhaupt noch genügend S2000-Autos finden, darf als fraglich gelten.

hi_10467_f0e6Die Leistung der Fords war am Brands-Hatch-Wochenende konstant gut. Tom Onslow-Cole sicherte sich im ersten Rennen den vierten Platz und die Teamkollegen Mat Jackson und Áron Smith kamen sowohl im zweiten als auch im dritten Rennen auf die Plätze drei beziehungsweise fünf. Zwar bleibt die Performance der Ford in diesem Jahr unterm Strich klar enttäuschend und deutlich hinter den Erwartungen des Teams zurück, Brands Hatch bedeutete aber immerhin einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss. Hervorzuheben ist dabei außerdem Áron Smith, der sein Auto im freien Training – ähnlich wie Matt Neal im Qualifying – ausgangs Paddock Hill vehement in die Leitplanke warf und so heftig einschlug, dass es ihn aushebelte und auf die Seite warf. Auto kaputt und Fahrer ordentlich durchgeschüttelt waren neben einem Startplatz am Ende des Feldes die Ergebnisse. Gemessen daran war Smith‘ Leistung in den drei Rennen sehr respektabel.

Und 2014?

Zum Abschluss noch ein paar bestätigte Fahrer-Team-Fahrzeugkombinationen für die kommende Saison. Ein detaillierterer Bericht hierzu wird noch folgen:

- Team Dynamics hat kurz nach dem Saisonfinale bekannt gegeben, dass man für 2014 komplett neue Fahrzeuge entwickeln wird. Fest steht, dass es wieder Hondas sein werden und man weiterhin als Werksteam für die japanische Marke auftreten wird. Ein Modellwechsel ist allerdings gut möglich (Accord?). Im nächsten Monat will man konkretere Pläne vorstellen. Ob das neue Fahrzeug dann nur bei Dynamics zum Einsatz kommt oder man es auch dem Eurotech-Team zur Verfügung stellt, bleibt abzuwarten.

- Welch und Austin haben ihr Engagement in der BTCC 2014 bestätigt. Bei Welch wird man wohl außerdem einen komplett neuen Proton Persona aufbauen und will insgesamt zwei Wagen einsetzen. Austin hat bisher nur einen Audi A4 bestätigt, für den zweiten wird wohl wieder ein zahlungskräftiger Fahrer gesucht werden müssen.

- Neu im Feld sehen wir wahrscheinlich das Rotek-Team rund um US-Boy Rob Holland. Nachdem man die Ex-Arena Motorsport Ford Focus aus der WTCC gekauft hatte, diese aber dann doch nicht einsetzte, plant man für 2014 einen Einstieg in die BTCC mit zwei selbst entwickelten Audi A3. Unterstützung kommt hier von Tony Gilham, der ja irgendwie überall gerne mitmischt ;)

- Bereits beim letzten Mal erwähnt hatte ich, dass die Cicely-Mannschaft eine Mercedes A-Klasse für 2014 entwickelt. Bisher lauten die Pläne nur für ein Einwagen-Team mit Adam Morgan als Fahrer. Hier drücke ich sehr die Daumen, dass es mit der Fahrzeugentwicklung klappt, denn eine weitere Marke, noch dazu ein Mercedes, wäre eine tolle Bereicherung für die BTCC.

- Weitere Bereicherung werden wohl auch zwei Renault Megane bieten, die derzeit in der Entwicklung sind. Hier ist allerdings noch unklar, welches Team die Megane einsetzen wird. Das Projekt wurde vom Ingenieur Philip Morgan angestoßen, der die Autos bauen lassen möchte und sie einem Team für den Einsatz dann zur Verfügung stellt. Klingt alles noch etwas nebulös, aber wir werden sehen …

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October 11 2013

09:00

BTCC: Rückblick Rockingham und Silverstone und Vorschau auf das Finale in Brands Hatch

Die BTCC steht vor ihrem finalen Rennwochenende in Brands Hatch. Beste Chancen auf den Titel hat Honda-Pilot Andrew Jordan, der in der Meisterschaft recht komfortabel vor den Markenkollegen Matt Neal und Gordon Shedden führt.

hi_10325_a770Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Titel in diesem Jahr wieder an einen Honda-Piloten gehen wird. Die besten Nicht-Hondas in der Meisterschaft sind Colin Turkington auf Platz vier und Jason Plato auf Platz fünf, die aber mit 48 bzw. 49 Punkten Rückstand nur noch sehr theoretische Chancen haben dürften. Und auch für die Werkshonda von Neal und Shedden wird es schwer werden, ihren Markenkollegen im privat eingesetzten Honda des Pirtek-Teams noch abzufangen: 34 Punkte Vorsprung hat Jordan auf Neal und 35 auf Shedden. Mit einem Sieg im ersten Rennen, ohne dass Neal und Shedden das Podest erreichen, könnte Jordan schon alles klar machen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die beiden Dynamcis-Piloten als Meister der letzten beiden Jahre den Titel kampflos hergeben werden. Sie werden volle Attacke gehen, während Jordan wohl vor allem auf sicheres Ankommen und Punkte setzen wird. Und mit der Vorhersagbarkeit von BTCC-Rennen ist das ja ohnehin so eine Sache …

Die gute Ausgangslage vor dem Finale verdankt Jordan vor allem zwei überzeugenden Vorstellungen bei den beiden letzten Läufen in Rockingham und Silverstone. Gleichzeitig strauchelten die Konkurrenten und legten Nuller oder Platzierungen am Ende der Punkteränge hin – vor allem Matt Neal verlor in Rockingham so seine Führung in der Meisterschaft. Da die Analysen der beiden letzten Rennwochenenden aus Zeitgründen ausfallen mussten, starten wir also mal einen kleinen Rückblick:

Rückblick Rockingham

hi_10380_c154Vor Rockingham führte noch Matt Neal die Meisterschaft mit knappen sechs Punkten Vorsprung vor Andrew Jordan an. Dahinter lauerten mit einigem Abstand Shedden und Turkington. Jason Plato schien schon zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen zu haben. Gleichwohl sah das Qualifying in Rockingham zunächst ein Wiedererstarken der MG, die sich recht überlegen die erste Startreihe sichern konnten. Jordan kam auf Startplatz vier, gefolgt von Shedden auf Platz fünf. Neal konnte seinen mit vollem Ballast bepackten Honda dagegen nur für Startplatz sieben qualifizieren. Eine positive Überraschung war der dritte Startplatz von Rob Austin im Audi, der die gute Leistung aus Knockhill mit nach Rockingham nehmen konnte.

Alle Ambitionen der MG auf ein gutes Resultat hatten sich am Rennsonntag dann aber erledigt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und sich die Strecke bei frischen 10 Grad Außentemperatur in bestem englischen Wetter präsentierte. Dass der MG ein „Schönwetterauto“ ist, das bei ungünstigen Streckenbedingungen schnell in Handlingprobleme gerät, hatte sich schon einige Male in der Saison gezeigt und sollte sich auch diesmal bestätigen. Jordan schnappte sich die drei vor ihm startenden Fahrzeuge (beide MG und Austins Audi) bereits am Start und kam als Führender aus der ersten Runde zurück.

hi_10323_0be3Ein Unfall im hinteren Teil des Feldes machte dann zunächst eine längere Safety-Car-Phase notwendig. Nach dem Restart in Runde sieben verabschiedete sich plötzlich Matt Neal auf der nassen Piste in einen Dreher und fiel ans Ende des Feldes zurück. Somit also der erste Vorteil für Jordan. Hinter dem Pirtek-Piloten konnte sich nach dem Restart Gordon Shedden zunächst an Jason Plato vorbei auf Rang zwei schieben, geriet gegen Ende des Rennens aber unter Druck von Mat Jackson und Rob Austin, die ihre Reifen auf optimale Betriebstemperaturen gebracht hatten und mit schellen Rundenzeiten von hinten kommend durch das Feld pflügten. Jackson war von Position zwölf gestartet, konnte sich in der ersten Runde bereits auf Rang sechs vorarbeiten und nach der Safety-Car-Phase weitere Positionen gutmachen. Austin hatte am Start mit Grip-Problemen zu kämpfen und fiel zunächst ans Ende der Top Ten; konnte dann aber Boden gutmachen und wurde im Laufe des Rennens immer schneller. Nachdem Jackson Shedden bereits in Runde 14 überholen konnte, schaffte der Audi-Pilot ein sehenswertes Manöver gegen den Schotten in der letzten Kurve der letzten Runde und sicherte sich somit den verbleibenden Platz auf dem Podium. Shedden blieb nur der vierte Rang, gefolgt von Plato und Turkington. Neal kam letztendlich nur auf Rang 14 ins Ziel und verlor somit erstmals die Führung in der Meisterschaft.

hi_10319_819fZum zweiten Rennen präsentierte sich Rockingham zwar nach wie vor kalt und windig, aber immerhin war es jetzt trocken. Rob Austin nutzte den nun vorhandenen Grip optimal und katapultierte sich beim Start dank Heckantrieb an die Spitze, wo er in der Folge ein mehr oder weniger einsames Rennen fuhr und völlig souverän seinen ersten BTCC-Sieg feiern konnte. Für den Publikumsliebling, der sein Auto in Eigenregie vorbereitet und einsetzt und immer mit viel Herzblut dabei ist, auf jeden Fall ein verdienter Erfolg und gleichzeitig der erste Audi-Sieg in der BTCC seit Frank Biela 1997.

hi_10334_c3d4Nicht so optimal lief es dagegen diesmal für Andrew Jordan, der sichtlich unter dem jetzt vollen Zusatzballast zu leiden hatte und im Laufe des Rennens bis auf Rang acht zurückfiel. Allerdings verabschiedete sich Matt Neal in Runde zehn in einem kuriosen – aber nicht zusammenhängenden – Doppelausritt mit Rob Collard aus dem Rennen und musste seinen Honda mit Fehlzündungen abstellen. Trotz eines mittelmäßigen achten Platzes bedeutete der Nuller von Neal den zweiten Vorteil für Andrew Jordan an diesem Wochenende. Gefährlicher wurden in diesem Rennen dagegen Shedden und Turkington, die das Podium hinter Rob Austin komplettierten und somit einige wichtige Zähler sammeln konnten. Shedden hatte in der ersten Rennhälfte noch mit sehr schnellen Rundenzeiten versucht, Jagd auf den führenden Audi zu machen, wurde dann aber wie fast alle frontangetriebenen Fahrzeuge zur Rennhalbzeit von stark abbauenden Reifen gebremst. Es zeigte sich, dass das Streckenlayout von Rockingham in Verbindung mit den niedrigen Außentemperaturen besonders reifenfressend für die Frontriebler ist.

hi_10332_8abbSehr erfreulich für Jordan war dann die Auslosung für die Startaufstellung des dritten Rennens, die ihn auf die Pole Position beförderte. Der erste Startplatz in Verbindung mit einem jetzt von Zusatzballast befreiten Auto bedeuteten somit den dritten Vorteil für den Pirtek-Piloten. Und diesen nutze er auch in bester Manier und sicherte sich seinen zweiten Sieg an diesem Tag. Spannend wurde die an sich souveräne Vorstellung Jordans nur noch mal gegen Rennende, als das Einbrechen der Fronttriebler auch vor ihm nicht Halt machte und er pro Runde eine ganze Sekunde auf den Zweitplatzierten Colin Turkington verlor. Letztendlich reichte es aber, auch dank eines Verbremsers, den Turkington in der letzten Runde hinlegte. Das Podium komplettierte diesmal Jason Plato, gefolgt vom erneut starken Mat Jackson und Gordon Shedden. Mat Neal schaffte es auf Rang sechs und fuhr damit seine einzige Top-Ten-Platzierung an diesem Wochenende ein.

In der Meisterschaft führte nach Rockingham also Andrew Jordan mit 30 Punkten Vorsprung vor Gordon Shedden und 33 Punkten vor Colin Turkington. Matt Neal war nach seinem katastrophalen Rennsonntag plötzlich nur noch vierter mit 34 Punkten Abstand zur Spitze. Gerade die Konstanz, die ihm im bisherigen Saisonverlauf die Meisterschaftsführung eingebracht hatte, war Neal diesmal abhanden gekommen und warf ihn in eine ungünstige Ausgangslage zurück.

hi_10340_a615Nicht vergessen werden darf übrigens noch, dass in Rockingham auch schon der erste Meister des Jahres gekürt werden konnte: Lea Wood sicherte sich mit drei weiteren Siegen an diesem Wochenende vorzeitig den Titel in der Jack Sears Trophy für die Fahrzeuge nach S2000-Reglement. Für den Vauxhall-Piloten sicherlich ein verdienter Erfolg und eine klare Empfehlung, sich nächstes Jahr in einem NGTC-Auto präsentieren zu dürfen.

Rückblick Silverstone

hi_10387_040eAn sich war Silverstone eine optimale Station, um noch mal mehr Spannung in die Meisterschaft zu bringen: Gewohntermaßen kommt die Traditionsstrecke mit ihren schnellen Kurven und langen Geraden den Honda nicht gerade entgegen. Im Qualifying sicherten sich dann auch erneut die MG wie schon in Rockingham die erste Startreihe. Die Honda dagegen strauchelten tatsächlich: Matt Neal, der zusätzlich von einem gebrochenen Finger gehandicapt war, kam als bester Honda nur auf Startplatz neun. Andrew Jordan qualifizierte sich dahinter auf Rang zehn und für Gordon Shedden reichte es nur zu einem enttäuschenden 15. Platz. Besser lief es für BMW-Pilot Colin Turkington, der seine letzten Meisterschaftschancen wahren wollte und sich hinter den MG und dem starken Dave Newsham auf Startplatz vier qualifizierte.

hi_10373_d597Anders als in Rockingham konnten die MG diesmal bei strahlendem Sonnenschein ihre gute Qualifying-Leistung ins Rennen mitnehmen und fuhren einen recht überlegenen Doppelsieg ein. Nur beim Start kamen sich Plato und der etwas besser startende Tordoff leicht in die Quere, was es Colin Turkington kurzzeitig erlaubte, sich auf Position zwei vorzuschieben. Eine beeindruckende Fahrt zeigte von weiter hinten kommend Matt Neal, der im Laufe des Rennens Position um Position gutmachte und sich am Ende den dritten Platz sichern konnte. Dahinter platzierten sich Turkington, Collard und Jordan. Shedden schaffte es dagegen nur auf Platz 11, einen Platz vor Rockingham-Sieger Rob Austin. Matt Neal dürfte nach einigen in diesem Rennen gutgemachten Zählern also erst mal wieder Morgenluft gewittert haben.

hi_10406_ba56Aber bereits im zweiten Rennen drehte sich das Blatt wieder. Sollte Andrew Jordan tatsächlich Meister werden, wird man wohl zwangsläufig an diese Vorstellung zurückdenken müssen, die er im zweiten Silverstone-Rennen gezeigt hat – auch wenn es letztendlich nur der zweite Platz hinter einem mit dem Messer zwischen den Zähnen fahrenden Jason Plato werden sollte. Etwas überraschend wählte Jordan vor dem Rennen nämlich die weichere Reifenmischung. Ein Poker, der sich jedoch auszahlen sollte

Beim Start gelang es Colin Turkington diesmal erfolgreich, die MG auseinanderzudrängen und sich auf Platz zwei zu schieben. Ein Unfall zwischen Wrathall, Austin, Onslow-Cole, Bratt und Scott verursachte dann eine längere Safety-Car-Phase. Nach dem Restart in Runde sieben begann Jordan dann seine Reise durch das Feld: Zunächst schnappte er sich Matt Neal und konnte drei Runden später auch an Colin Turkington, der zwischenzeitlich wieder hinter Tordoff zurückgefallen war, vorbeigehen. Eine weitere Runde später war in einem sehenswerten Manöver dann auch Tordoff fällig und Jordan war auf einmal Zweiter. Während er sich in den nächsten Runden immer weiter an den führenden Plato ranrobbte, musste sich Konkurrent Neal des heftigen Drucks der hinter ihm fahrenden Jackson, Newsham und Shedden erwehren.

hi_10405_70a8Ab Runde 17 war Jordan dann an Plato dran und konnte ihn nach einigen erfolglosen Versuchen in Runde 20 erstmals überholen. Plato konterte jedoch unter Inkaufnahme einigen Lackaustauschs erfolgreich und in der Folge entwickelte sich ein sehenswerter Kampf zwischen beiden, zu dem sich gegen Rennende auch noch Aron Smith im Motorbase-Ford gesellte. Er hatte die gleiche Reifenstrategie wie Jordan gewählt und war in ähnlicher Manier durch das Feld gepflügt wie der Honda-Pilot. In dieser Dreiergruppe musste Jordan nun darauf achten, nicht noch von Smith überholt zu werden, während er weiterhin Attacken auf Plato setzte. Letztendlich konnte Plato seine Führung erfolgreich verteidigen und sicherte sich seinen insgesamt 80. BTCC-Sieg. Jordan und Smith komplettierten das Podium gefolgt von Sam Tordoff auf Platz vier. Die weiteren Meisterschaftsaspiranten Turkington, Neal und Shedden folgten auf den Rängen fünf, sechs und sieben. Auch wenn Jordan dieses Rennen nicht gewonnen hat, war die Vorstellung, die er hier zeigte, eindrucksvoll und taktisch klug zugleich und sicherte ihm ein gutes Punktepolster auf seine Konkurrenten in der Meisterschaft.

Um das Drehbuch im Meisterschaftskampf perfekt zu machen, wurde für das dritte Rennen des Tages dann Matt Neal auf die Pole Position gelost. Der Dynamics-Pilot und der ebenfalls noch Meisterschaftschencen habende Colin Turkington bildeten somit die erste Startreihe für das letzte Rennen des Tages. Beim Start konnte Turkington zunächst die Führung übernehmen und sah eine Weile wie der sichere Sieger aus. Neal geriet dagegen in den ersten Runden unter erheblichen Druck von Tordoff und kollidierte schließlich unnötigerweise mit dem MG-Piloten, als beide sich gegenseitig keinen Platz ließen. Tordoff drehte es von der Strecke und Neal verlor zwei Positionen an den dahinter pushenden Aron Smith und Teamkollege Shedden, der nach dem Start Andrew Jordan überholt hatte.

hi_10411_6521Im weiteren Rennverlauf konnte Shedden sich an Mat Jackson vorbei auf Rang zwei schieben und den führenden Turkington unter Druck setzen. Nachdem zur Rennmitte eine herrenlose Stoßstange auf Start-Ziel eine Safety-Car-Phase notwendig gemacht hatte, kam Turkington beim Restart schlecht weg und musste Shedden und Smith in Copse ziehen lassen. Einige Runden später schaffte es auch Matt Neal am BMW vorbei. Doch damit nicht genug für Turkington: Kurze Zeit später geriet er mit Mat Jackson in Copse aneinander und musste das Rennen mit gebrochener Aufhängung beenden – wichtige Punkte und die letzten realistischen Chancen im Meisterschaftskampf waren somit futsch. Es gewann also etwas überraschend Gordon Shedden vor dem erneut starken Aron Smith und Teamkollege Matt Neal. Andrew Jordan, der sich zeitweise des stark pushenden Jason Plato erwehren musste, betrieb mit einem fünften Platz Schadenbegrenzung gegenüber den besser platzierten Markenkollegen und reiste – auch ohne Sieg – als Favorit auf den Titel aus Silverstone ab.

Somit ergab sich also die eingangs geschilderte Ausgangslage in der Meisterschaft bevor am kommenden Wochenende der Meister in Brands Hatch gekürt wird. Gefahren wird auf dem 3,908 Kilometer langen GP-Circuit. Da die Wettervorhersagen very british sind, spare ich mir jetzt das Auspicken von Favoriten für die Siege. Nur so viel: Wenn es regnet, gehen die MG wieder unter. Und ein Auge sollte man auf Rob Austin haben, dessen Audi das Streckenlayout entgegen kommen dürfte.

Ansonsten kann man davon ausgegehen, dass Neal und Shedden nichts unversucht lassen werden, Jordan den Titel streitig zu machen, während Jordan wohl vor allem auf Sicherheit fahren wird. So gut die Chancen für den Pirtek-Piloten auch sein mögen, so schnell kann ein einziger Ausfall die ganze Situation schmerzhaft spannend werden lassen.

Wir dürfen uns auf jeden Fall auf ein spannendes Finale freuen!

 

Notiz am Rande

merc

Das Bild stammt vom Facebookprofil von Cicey-Racing (https://www.facebook.com/ciceleyracing)

Adam Morgan uns sein Cicely-Team haben angekündigt, für die nächste Saison eine selbst entwickelte NGTC-Version der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start zu bringen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre das mit einer weiteren Marke im Feld nicht nur eine Bereicherung für die BTCC, sondern auch ein weiterer deutlicher Pluspunkt für das NGTC-Reglement und die damit verbundenen Ambitionen. Ich drücke jedenfall die Daumen.

October 09 2013

13:00

V8 Supercars: Vorschau Bathurst 1000

bathurst-rbAm kommenden Wochenende werden wieder hunderttausende Motorsportfans aus ganz Australien nach Bathurst in New South Wales pilgern, denn auf dem dort gelegenen Mount Panorama Circuit steht der absolute Höhepunkt des australischen Motorsports auf dem Programm: “The Great Race”, das Bathurst 1000.

1960 wurde das Rennen das erste Mal ausgetragen. Damals ging es jedoch noch über eine Distanz von 500 Meilen (ca. 800km) und fand nicht in Bathurst, sondern auf Phillip Island statt. Erst 1963 zog man dann nach Bathurst um, da auf dem Phillip Island Circuit der Asphalt brüchig geworden war. Zehn Jahre später wurde in Australien das metrische System übernommen, und die Renndistanz auf 1000 Kilometer erhöht.

Die Historie

In den letzten 50 Jahren schrieb das Bathurst 1000 einige legendäre Geschichten und die bekannteste von ihnen spielte sich wohl im Jahre 1980 ab: Ein damals noch relativ unbekannter Dick Johnson führte mit seinem privat eingesetzten Ford Falcon ungefährdet das Rennen an und hatte sich in Runde 17 bereits einen Vorsprung von über 40 Sekunden herausgefahren. Ein anscheinend betrunkener Zuschauer (viele verdächdigen bis heute einen GM-Sympathisanten) hatte in der Zwischenzeit im Streckenabschnitt Quarry Corner (Turn 5 und 6) einen fast fußballgroßen Stein mit den Füßen aus dem Boden gelockert, der ihm “entglitt” und auf die Strecke rollte. Um den Stein von der Strecke zu holen, schickte die Rennleitung einen Truck auf die Strecke. Johnson fuhr rechts an dem Truck vorbei, traf dabei den Stein und knallte daraufhin links in die Betonwand. Sein Rennen war gelaufen, das Auto hinüber.

Johnson, der im anschließenden Interview mit den Nerven am Ende war, enthüllte dass er für die Teilnahme in Bathurst sein letztes Geld zusammengekratzt hatte, um es im elften Anlauf endlich zu gewinnen. Das Rennen war noch nicht beendet, da riefen Zuschauer beim übertragenen TV-Sender an, die Johnson unbedingt Geld spenden wollten, damit er sein Auto wieder aufbauen konnte. Mit der enormen Unterstützung von Fans und von Ford (die einen Großteil der entstandenen Kosten übernahmen) kam er 1981 zurück und gewann sowohl das Bathurst 1000, als auch den ATCC-Titel – die Legende Dick Johnson war geboren. Es folgten vier weitere Meisterschaftstitel (1982, 1984, 1988 und 1989), sowie zwei weitere Bathurst-Siege (1989 und 1994).

Den Stein hat Johnson übrigens bis heute aufbewahrt.

Legendär ist auch das Rennen 1992: In Runde 144 hatte es angefangen zu regnen, während Jim Richards (zusammen mit Mark Skaife) in seinem Nissan R32 Skyline GT-R das Rennen anführte. Richards, noch auf Slicks unterwegs, rutschte im Abschnitt Reid Park (Turn 7 und 8) auf nasser Fahrbahn geradeaus in die Wand und zerstörte dabei die Radaufhängung vorne links. Begleitet von dem Jubel von zahlreichen “Anti-Nissan-Fans” versuchte er nun, unter sintflutartigem Regen, die Box zu erreichen. Auf der Strecke war inzwischen das totale Chaos augebrochen und in Forrest’s Elbow (Turn 18 und 19) versperrten drei weitere verunfallte Fahrzeuge den Weg. Richards konnte weder bremsen noch ausweichen und knallte in die Unfallstelle – das Rennen wurde abgebrochen.

Die meisten Zuschauer dachten nun, dass der bisher zweitplatzierte Fan-Liebling Dick Johnson das Rennen gewonnen hätte. Dabei vergaßen sie jedoch, dass bei einem Abbruch die letzte vollständige Rennrunde als Ergebnis herangezogen wird. Und demnach waren Jim Richards und Mark Skaife die Sieger. Die Fans machten bei der anschließenden Siegerehrung ihrem Unmut Luft, pfiffen Richards und Skaife gnadenlos aus. Richards stellte sich daraufhin ans Mikrofon und beschimpfte vor laufenden Kameras die Menge als einen “Haufen A****löcher” (“You’re a pack of a**holes!”).

Hier das Video dazu:

Rekordsieger des Bathurst 1000 ist Peter Brock, der “King of the Mountain”, mit insgesamt neun Siegen (1972, 1975, 1978-1980, 1982–1984 und 1987). Brock verunglückte am 8. September 2006 auf der zweiten Etappe der Targa West Rally tödlich.

Von den momentan aktiven Fahrern ist Craig Lowndes der erfolgreichste. Er gewann das Bathurst 1000 fünfmal (1996, 2006-2008 und 2010).

Und auch einige Europäer tauchen in der Siegerliste auf: 1977 gewann Jacky Ickx (BEL) zusammen mit Allan Moffat auf einem Ford XC Falcon; 1998 waren Rickard Rydell (SWE) und Jim Richards in einem Volvo S40 erfolgreich. Und auch ein Deutscher konnte bereits ein Rennen am Mount Panorama gewinnen: 1985 siegte John Goss (AUS) gemeinsam mit Armin Hahne in einem Jaguar XJ-S.

Die Strecke

Der Mount Panorama Circuit wurde 1938 fertiggestellt, und ist im Prinzip eine öffentlich zugängliche Straße. Wenn nicht gerade Motorsportveranstaltungen stattfinden, kann man mit seinem eigenen Auto die Strecke kostenlos abfahren – mit maximal 60 Stundenkilometern.

Der Kurs ist 6,2 Kilometer lang und hat insgesamt 23 Kurven, die alle mit klangvollen Namen versehen sind.

Beispiel gefällig? Turn 1 nennt sich gleich mal Hell Corner und ist eine 90-Grad-Linkskurve. Ihren Namen verdankt die Kurve einem Baumstumpf, der früher am Kurvenscheitel stand und angeblich jeden Motorradfahrer, der ihn berührte dazu verdammte “nach einer Dummheit”, die ihn direkt in die Hölle bathurstschicken sollte, zu sterben. Nun ja…

Danach geht es die Mountain Straight hinauf zu Griffins Bend, einer mittelschnellen Rechts ohne Auslaufzone, wer sich dort verschätzt landet unweigerlich in der Mauer.

Hat man diese Passage hinter sich gelassen, landet man in The Cutting, einer Doppel-Linkskurve, die zuerst im vierten dann im zweiten Gang durchfahren wird und bergauf führt. Die Fahrbahn ist dort sehr eng, überholen eigentlich unmöglich.

Als nächstes geht es durch Reid Park, Frog Hollow und Sulman Park – einer Kombination aus schnellen Rechts- und Linkskurven, die zudem über einige Kuppen und Senken führen.

Nun hat man Brock’s Skyline erreicht und befindet sich am höchsten Punkt der Strecke. Es folgen The Esses und The Dipper. The Dipper ist eine Schikane, die stark abfällt und für mich ist sie eine der spektakulärsten Stellen in Bathurst.

Nach einem weiteren Kurvengeschlängel erreichen wir Forrest’s Elbow. Diese Linkskurve führt uns zur mit 1,3 Kilometern längsten Geraden der Strecke, auf der die V8 Supercars 300km/h erreichen.

Am Ende der Geraden wartet mit The Chase ein Rechtsknick, der mit Vollgas genommen wird und zudem in eine Senke führt (Wie man The Chase nicht durchfahren sollte, zeigte Fabian Coulthard 2010). Danach wird bis in den zweiten Gang heruntergebremst und es geht durch eine weitere Schikane.

Hat man diese hinter sich gelassen muss man nur noch durch Murray’s Corner und man befindet sich wieder auf der Start-Ziel-Geraden.

Den Rundenrekord hält Jamie Whincup mit einer Rundenzeit von 2:08.4651, aufgestellt im Jahr 2007. Im letzten Jahr holte sich Will Davison (FPR) mit einer 2:08.0693 die Pole Position.

Hier führt uns Rick Kelly zwei Runden über den Mount Panorama – einmal mit und einmal ohne Kommentar:

Kleine Randnotiz: Jenson Button drehte in Bathurst 2011 zu PR-Zwecken einige Runden in einem McLaren MP4-26 und erreichte eine Bestzeit von 1:48.88.

Ausblick

In diesem Jahr erwartet uns wieder ein Rennen über 161 Runden. Whincup brauchte dafür bei seinem Sieg im letzten Jahr etwas mehr als 6 1/4 Stunden.

Die Fahrer-Lineups dürften ja mittlerweile bekannt sein, wer sie sich nochmal in aller Ruhe zu Gemüte führen möchte, kann ja einen Blick in unser Forum werfen. Neu dabei, aber leider nur in Bathurst, sind Andy Priaulx und Mattias Ekström, die im dritten Auto von Triple Eight an den Start gehen werden (mit XBox-Lackierung). Während Ekström sein Debüt bei den V8 Supercars feiert, hat Priaulx schon zehn Einsätze vorzuweisen, drei davon in Bathurst.

TV- bzw. Live-Stream Zeiten

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nicht sonderlich viel geändert, man wird sich also wieder nach den entsprechenden Alternativen umschauen müssen. Einen Livestream wird es auf der offiziellen Homepage der V8 Supercars geben. Dieser ist jedoch kostenpflichtig. Für Europäer gäbe es noch die Möglichkeit via Motors TV.

Die genauen Startzeiten zum Rennen, und auch einiger Rahmenrennen, findet ihr wie gewohnt in unserem TV-Planer.

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