Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

August 12 2013

06:36

ADAC GT Masters: Analyse Red Bull Ring 2013

Leistung war gefragt am Red Bull Ring bei den zwei Läufen der ADAC GT Masters. Die langen Geraden verlangten nach viel Hubraum, den die Corvette mitbringt.

ADAC GT Master Red Bull RingVor dem Rennen auf der Strecke in Österreich hatte man eigentlich die Porsche auf dem Schirm, denn die konnten im letzten Jahr, etwas überraschend, gewinnen. Aber Porsche hat in diesem Jahr ein Upgrade für den 997 bereitgestellt, das deutlich mehr Abtrieb liefert als noch im letzten Jahr. Das geht zu Lasten der Höchstgeschwindigkeit und natürlich muss der Luftwiderstand auch bei der Beschleunigung überwunden werden. In den Trainings- und Qualisessions stellte sich dann auch schnell raus, dass die US-Autos am Red Bull Ring die Nase vorne haben würden. Es entwickelte sich aber in beiden Läufen ein überaus spannendes Rennen mit sehenswerten Zweikämpfen.

Für das erste Rennen knallten Diego Alessi und Daniel Keilwitz die Roller-Corvette auf die Pole-Position. Wirth und Hohenadel machten dann mit P2 die reine Corvette-Reihe komplett. Auf P3 lauerte der immer stärker werdende Ford GT mit Frank Kechele/Dominik Schwager, dahinter positionierte sich der SLS mit den beiden Maxilimians (Götz/Buhk) vor dem ersten BMW Z4 von DB Motorsport.

Der Start in die enge erste Kurve ging halbwegs gut. Irgendwie erwischte es im Getümmel den Z4 von Claudia Hürtgen und den nigelnagelneuen Camaro von Thurn und Taxis und Peter Kox. Beide hatten dann zumindest keinen weiten Weg zu Fuß zurück zur Box. Die Roller-Corvette blies zunächst vorne weg, sah sich aber vom Porsche mit Mario Farnbacher schwer unter Druck gesetzt. Die beiden setzten sich etwas vom Rest des Feldes ab und fuhren bis zum ersten Boxenstopp ein starkes Duell aus.

Der Porsche war auf der Bremse und in den wenigen engen Kurven des Kurses klar besser, aber die Corvette bollerte mit ihrem Hubraumvorteil auf den Geraden immer wieder weg. Alessi durfte sich dabei aber nicht den kleinsten Fehler erlauben. Schon ein kleiner Quersteher hätte Farnbacher in seinem Porsche den kleinen Vorteil gebracht, den er suchte. Immerhin entwickelte sich so ein sehenswertes Duell der beiden Spitzenpiloten.

Dahinter balgten sich der Ford, der SLS, ein BWM und die zweite Corvette, wobei Andreas Wirth allerdings ein kleiner Fehler passierte, der in einen Dreher mündete, der das Team etwas zurückwarf. Nach und nach konnte sich der Ford GT durchsetzen, bevor es zu den obligatorischen Stopps ging.

Das Spitzenduo kam geschlossen an die Box, die Mannschaft von Farnbacher Racing arbeitete aber einen Tick schneller als die Jungs von Callaway und konnte sich an der Boxenausfahrt knapp vor der Corvette halten. Doch die Freude über den ersten Platz währte nicht allzu lange. Ein paar Runden später hatte Daniel Keilwitz genug vom Porsche Heck und beschleunigte den Konkurrenten auf der langen Bergaufgeraden einfach aus. Zwar konnte sich Patrick Frommenwiler noch einigermaßen im Windschatten halten, aber an ein Vorbeikommen war nicht mehr zu denken.

Von hinten nahte zudem der Ford GT mit mächtigen Schritten und lange hielt sich Dominik Schwager mit dem Porsche nicht auf. In einem sehenswerten Manöver fuhr der GT in der schwierigen Doppellinks nach der Remuskurve einfach außen am Porsche vorbei. Danach machte man sich auf die Hatz nach der Corvette, aber Keilwitz kontrollierte den Abstand nach hinten einfach und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein.

Alle weiteren Ergebnisse gibt es hier (pdf)

Rennen Zwei

Für das zweite Rennen stand der Ford GT auf der Pole, erst dahinter folgte die Callaway Corvette mit Alessi/Keilwitz. Es folgten der Z4 von DB Motorsport mit Knap/den Boer und der SLS mit Buhk/Gütz. Diese vier Fahrzeuge sollten dann auch das Rennen unter sich ausmachen.

Der Start am Sonntag blieb für alle Fahrer folgenlos, allerdings erlaubte sich Frank Kechele einen kleinen Fehler und bremste in der zweiten Kurve etwas sehr spät. Er kam weit raus und musste vier Wagen passieren lassen. Vorne hatte sich Alessi mal wieder in Führung gesetzt, dahinter lag aber schon der SLS mit Maxi Buhk am Steuer. Wie im ersten Rennen gaben es sich beide Fahrer richtig. Der SLS war in Sachen Topspeed nicht ganz so unterlegen wie noch am Tag zuvor der Porsche und blieb teilweise im Millimeterabstand an der Stoßstange der Corvette. Ein sehr schönes Duell, das auch die Fahrkunst beider Piloten zeigte. Rundenlang unter Druck mit den schweren Autos jeden Bremspunkt auf den Zentimeter genau zu treffen, ist schon eine sehr hohe Kunst.

Die Situation änderte sich nach dem Reifenwechsel nur wenig. Die Corvette lag vorne, der SLS machte mächtig Druck. In der Runde nach den Stopps wäre es dem Mercedes fast gelungen, in Front zu gehen, aber die Corvette konnte den Angriff gerade so abwehren. Mit etwas Abstand folgten der Z4 von DB Motorsport und der Ford GT. Beide konnten sich langsam an das Führungsduo ranrobben, wobei Schwager im Ford klug genug war, seinerseits den Z4 erst einmal in Ruhe zu lassen, damit man näher an die Führenden kommen konnte, die durch ihren Kampf an der Spitze nicht die besten Rundenzeiten fuhren.

Knapp acht Minuten vor Schluss war es dann auch soweit, man konnte die ersten vier mit einem Handtuch abdecken. Es entwickelte sich aber kein “Hauen und Stechen”. Da alle vier auf der letzten Rille unterwegs waren, gab es keinen Spielraum mehr für die “Ich brems jetzt mal zwei Meter später”-Idee. Aber dennoch war es schön anzusehen, wie vier Marken und Teams um den Sieg kämpften.

Am Ende siegten Alessi/Keilwitz erneut, dieses mal vor dem SLS. Der Z4 rettete sich vor dem Ford GT ins Ziel.

Alle Ergebnisse gibt es hier (pdf)

Stand in der Meisterschaft.

Es waren zwei sehr gute Rennen, die die Serie, vor leider spärlichem Publikum, ablieferte. Etwas überraschend war, dass die BMW in dieser Woche weit weg von der Musik waren. Nur im zweiten Rennen konnte der Z4 von DB Motorsport mithalten. Ebenfalls ohne Chance waren die Audi R8, die aber in diesem Jahr, zumindest im Masters, von der BoP nicht gerade begünstig werden. Es wäre schön, wenn die Kommissare das Feld noch etwas enger zusammen bekommen würden.

Weiter geht es Ende August am Lausitzring.

ADAC_GT_2013 00002 ADAC_GT_2013 00001 ADAC_GT_2013 00003 ADAC GT Master ADAC_GT_2013 00007 ADAC GT Master Red Bull Ring ADAC_GT_2013 00005 ADAC_GT_2013 00004 ADAC_GT_2013 00010 ADAC_GT_2013 00013 ADAC_GT_2013 00011 ADAC_GT_2013 00012 ADAC_GT_2013 00006 ADAC_GT_2013 00009 ADAC_GT_2013 00008

304 total views, 300 views today

The post ADAC GT Masters: Analyse Red Bull Ring 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

July 23 2013

05:33

ELMS/ALMS: Spielberg und Mosport 2013

Die beiden Prototypen-Serien fuhren am Wochenende ihre Rennen und dies mit teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen, was die Spannung angeht.

ELMS Red Bull Ring 2013Die ELMS gastierte am Red Bull Ring und das sollte auf dem Papier eigentlich ein gutes Rennen garantieren. Die Abstände in der LMP2 waren bisher klein, es kamen etliche Teams für den Sieg in Frage. Die langen Geraden in Spielberg sollten eigentlich dafür sorgen, dass sich das Feld nicht auseinanderzieht. Dachte man. Doch offensichtlich setzt in der LMP2 in der Saisonhälfte nach dem 24H Rennen in Le Mans bei einigen Teams das große Sparen ein. Greaves verzichtete auf den Start komplett, bei vielen anderen Teams sah man Paydriver am Steuer. Das verzerrte das Bild etwas und spülte jene nach vorne, die sich den Luxus von zwei Topfahrern erlauben können.

Vom Start weg lag das Jota-Team vorne und Oliver Turvey konnte sich als bald einen kleinen Vorsprung rausfahren. Dahinter kämpften zunächst der Murphy Prototypes mit Jonathan Hirschi und der Thiriet mit dem ins Team zurück gekehrten Mathias Beche. In Lauerstellung lag der Morand mit Franck Mallieux. Die vier lagen im ersten Stint durchaus eng zusammen und lieferten sich ein schönes Duell. Was Turvey vorne aber weitere Sekunden schenkte.

Doch die ersten Boxenstopps warfen das Feld mächtig durcheinander. Zuerst erwischte es mal wieder die Truppe aus Irland. Der Murphy-Oreca sprang nach dem Stopp nicht an und wurde sogar in die Box geschoben. Dort stellte man den Tod des Startermotors fest, ersetzte diesen, was aber 17 Runden kostete. Als nächsten erwischte es den Führenden, den Jota. Turvey war zu schnell am Boxeneingang und musste für eine 30 Sekunden Stopp & Go noch mal rein, lag aber nicht aussichtlos auf P4. Nachdem er an Simon Dolan übergeben hatte, drehte dieser sich allerdings, und verlor an den Anschluss an die Spitzengruppe.

In dem ganzen Gewühl hatte die Mannschaft von Thiriet am schnellsten gearbeitet und den Wagen damit in Führung gebracht. Hinter ihm drückte der Race Peformance Wagen aufs Tempo, aber Michel Frey versenkte seinen Einsatzwagen in einem Kiesbett und verlor viel Zeit. Somit beruhigte sich der Kampf um die Spitze nachdrücklich.

ELMS Red Bull Ring 2013Ein sensationelles Rennen fuhr der Sigantech Alpine mit Nelson Panciatici und Pierres Ragues. Eigentlich stand der Wagen auf der Pole, aber weil die beste Zeit unter Gelb gefahren wurde, wurde er ans Ende des Feldes verbannt. Nach dem letzten Boxenstopp lag der Alpine schon auf P2 und hatte nur 22 Sekunden Rückstand. Doch Pierre Thiriet konterte die Angriffe, und sicherte so einen weiteren Sieg für sein Team. Auf P3 landete der Monrand, P4 holte sich der Jota.

In der GTE stand der Proton Porsche auf der Pole, wurde aber schnell von JMW und den beiden RAM-Ferrari überholt. Matt Griffin setzte sich im RAM F458 an der Spitze fest. Und sollte dort auch bleiben. Weil der sich der zweite RAM mit dem JMW einen heftigen Kampf lieferte, konnte Griffin seinVorsprung auf fast eine Minute ausbauen. Sein Teamkollege Johnny Mowlem hatte kein Problem, den Sieg nach Hause zu fahren. Der JMW mit Andrea Bertolini und Joel Camathias landete am Ende auf P2, der zweite RAM mit Jannette/Montecalvo kam auf P3.

Alle Ergebnisse als pdf

Es war ein teilweise etwas zähes Rennen am Red Bull Ring, das aber immer wieder ein paar Highlights hatte. Nicht hilfreich war leider dieses Mal der Kommentar von Radio Le Mans. Nick Damon und sein Kollege waren teilweise sehr abgelenkt und brachten wenig Schwung ins Rennen. Die ELMS macht mal wieder eine längere Pause, weiter geht es am 14.09. in Ungarn.

ALMS

Die ALMS machte Halt auf dem ebenso schönen, wie schnellen und gefährlichen Kurs in Mosport/Kanada. Man hat die Anlage unter der Regentschaft von Ron Fellows zwar schon deutlich verbessert, die teilweise fehlenden Zäune hinter den altersschwachen Leitplanken sind allerdings weiter ein Ärgernis. Schwere Unfälle blieben jedoch aus.

In der P1 war die Sache schon vor dem Start klar. Da der Rebellion nicht mehr dabei ist und Dyson seinen schnellen Wagen mit Guy Smith und Chris Dyson zurück gezogen hat, steht der Muscle Milk HPD ohne Konkurrenz da. Klaus Graf fuhr einen flotten ersten Stint, Luhr erledigte den Rest und meinte nach dem Rennen, dass es recht entspannt gewesen sei. Für eine ebenso kurze wie bemerkenswerte Überraschung sorgte der Delta-Wing, der in der ersten Runde auf P2 stürmte und richtig gute Rundenzeiten hinlegte. Doch der Spaß war noch vor dem ersten Boxenstopp vorbei, als man den Wagen mal wieder mit einem Defekt am Motor in die Garage schob. Schade, der Delta Wing könnte mit einem vernünftigen Motor mehr. Elan ist es bis heute nicht gelungen, den Motor auch nur ansatzweise standfest zu machen. Vielleicht hätte man doch RML fragen sollen.

Der zweite Dyson mit den Pay-Drivern Tony Burgess und Chris McMurry war verhältnismäßig häufig im Bild zu sehen, was allerdings daran lag, dass man den vier LMP2 im Weg stand. Immerhin konnte man so auch mal sehen, was ein guter Fahrer ausmacht. Burgess bremste deutlich früher, nahm weniger Speed durch die Kurve mit und wartete auch beim Herausbeschleunigen etwas länger, als die beiden LMP2 von Extrem Motorsport und Level5, die sich hinter ihm in einem innigen Zweikampf befanden. Normalerweise müsste der Dyson P1 schnell genug sein, um die P2 weit hinter sich zu halten, in diesem Fall zogen die HPD aber nach und nach alle am Lola-Mazda vorbei.

Immerhin lieferten sich in der LMP2 der Level 5 mit Scott Tucker/Marino Franchitti und der Extreme Motorsport mit Scott Sharp und Guy Cosmo ein starkes Gefecht. Auch nachdem man den Dyson endlich hinter sich gelassen hatte, klebten beide Fahrzeuge aneinander und fuhren mehr oder weniger ein Sprintrennen aus. Zwischenzeitlich mischte sich auch mal kurz der zweite Level 5 Wagen ein, vor allem wenn Mike Conway am Steuer saß, der für den verletzten Ryan Briscoe eingesprungen war. Bis in die letzte Runde dauerte das Gefecht an, bis auf der letzten Geraden hatte Scott Sharp noch die Chance an Franchitti vorbei zu gehen. Doch dann schob sich der Muscle Milk zwischen beide Fahrzeuge und während der Level 5 noch eine weitere Runde drehen konnte, wurde des Extrem Motorsport HPD hinter dem Muscle Milk abgewunken. So kam am Ende dann eine Runde Rückstand auf den Zeitlisten zusammen.

In der GT-Klasse gab es einen sensationellen Zweikampf zwischen den Corvette und den Vipern, der sich ebenfalls über das gesamte Rennen hinzog. Die Viper mit Jonathan Bomarito und Kuno Wittmer am Steuer hatte etwas überraschend die Pole erobert. Da sieht man mal, wie unterschiedlich die BoPs in den USA sind. Während die Viper in Le Mans gegen die Corvette keine Chance hatte, liegt man in der ALMS auf Augenhöhe. Aber wenn die BoP so gute Rennen liefert, dann soll das wegen mir halt so sein. Die Spitze wechselte zwischen den vier Werkswagen oft hin und hier, gegen Ende konnten sich dann die Corvette mit Thommy Milner/Oliver Gavin und die Viper mit Dominik Farnbacher/Marc Goossens vom Rest des Feldes absetzen. Die Viper war auf der Geraden einen bisschen schneller, die Corvette am Kurvenausgang, wo es Milner immer wieder gelang, die paar Meter zu gewinnen, die die Viper hinter ihm halten konnte. Beide Fahrer probierten wirklich alles, doch beide Fahrer und ihr Fahrzeuge waren so gleich stark, dass keiner profitieren konnte. Ein wirklich atemberaubendes Finish, in dem sich die Corvette dann durchsetzen konnte. Der Pole-Sitter landete auf P3, dahinter die zweite Corvette. Erst danach folgten die beiden BMW Z4, die in Mosport ebenso zu melden hatten, wie die ja schon fast notorisch unterlegenen Porsche.

Ergebnisse, wieder als pdf.

Ein wirklich gutes Rennen der ALMS, die auf der Zielgeraden ihrer Existenz noch mal zeigt, was sie ausgemacht hat. Was die GT-Klasse angeht muss man sich aber keine Gedanken machen. In der ab 2014 startenden Nachfolgerserie USCR wird man GT3 Fahrzeuge zulassen, was das Feld noch mal stärker machen sollte.

Nächstes Rennen der ALMS ist schon am 11.08 in Road Atlanta.

(Nur ELMS Fotos, von der ALMS waren zeitnah mal wieder keine Pressefotos zu haben)

ELMS Red Bull Ring 2013 ELMS Red Bull Ring 2013 ELMS Red Bull Ring 2013 phototheque-2013-Red Bull Ring-p17vuapsr8190g2no8jn18ii1c044 ELMS Red Bull Ring 2013 ELMS Red Bull Ring 2013 ELMS Red Bull Ring 2013 phototheque-2013-Red Bull Ring-p17vumf9vn1jc314h61hdgl051a1oc (1) ELMS Red Bull Ring 2013 ELMS Red Bull Ring 2013

108 total views, 104 views today

The post ELMS/ALMS: Spielberg und Mosport 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

June 09 2011

05:00

Vorschau: 24h von Le Mans, Teil III – Die GTE-Pro

Noch vor wenigen Jahren war die GT2 eine reine Porsche vs. Ferrari-Veranstaltung. Neben dem Namen hat sich auch das inzwischen geändert. Und auch hier sind die Favoriten alles andere als klar…

Die GT1 gibt es nicht mehr, die GT2 heißt nun GTE – für GT Endurance – und ist in eine Profi- und eine Amateurs-Kategorie aufgeteilt. Vor allem die Pro-Klasse setzt die Blüte der GT2 aus dem letzten Jahr fort, die bisherigen Trainingsergebnisse zeigen, dass es sogar noch spannender werden könnte als 2010. Ferrari, BMW und Corvette streiten sich hier um die Spitze, und auch Porsche scheint nach bisher durchwachsener Performance beim Saisonhighlight wieder mit bei der Musik zu sein. Aston Martin dagegen schwächelt, und für Lotus gelten beim Le Mans-Debüt andere Ziele. Aber eins nach dem anderen…

Sechs Exemplare des neuen Ferrari F458 werden am Samstag am Start stehen. Der neue Bolide hat sowohl in der GTE- als auch in der noch jüngeren GT3-Version bereits einige Erfolge vorzuweisen, dabei ist er noch nicht einmal ganz ausgereift. So sieht man in Maranello noch Defizite bei der Abstimmung des Motors sowie beim Luftwiderstand, was besonders auf dem Circuit de la Sarthe mit seinen endlosen Geraden hinderlich ist; die Topspeed-Messungen aus den Mittwochs-Sessions bestätigen das: im ersten Training war der Farnbacher-F458 als schnellster Ferrari Zehnter in der Radarfalle, im ersten Qualifying schafften es zwei F458 in die Speed-Top 10. Gute Rundenzeiten verhinderte das jedoch nicht.

Als problematisch hat sich in der noch jungen Saison auch schon das ein oder andere Mal die Kühler hinter der Frontschürze erwiesen, die nicht jeden Kontakt überlegen. Überhaupt ist natürlich die Standfestigkeit noch unklar – zwar wird es natürlich entsprechende Testfahrten gegeben haben, doch bekanntermaßen sind 24h unter Rennbedingungen mit über 50 Konkurrenten auf der Strecke immer noch etwas anderes.

Bei den 6h-Rennen in Le Castellet und Spa schafften es die meisten Ferrari problemlos über die Distanz – und siegten. Beim doppelt so langen Rennen in Sebring gelang das nur einem Fahrzeug von AF Corse, das auf Rang 5 landete. Ob die – teils elektronischen –  Probleme, die damals auftraten, inzwischen behoben wurde, wird sich zeigen müssen.

Die stärksten Ferrari dürften die #51 von AF Corse (Giancarlo Fisichella, Gianmaria Bruni, Toni Vilander), der gelbe JMW Motorsports-Wagen (Rob Bell, Tim Sugden, Xavier Maassen) und der Hankook Farnbacher-F458 (Dominik Farnbacher, Allan Simonsen, Leh Keen) sein. Diese drei lieferten bei den bisherigen Läufen die besten Vorstellungen ab, wenn auch mit leicht veränderten Fahrerbesetzungen.

Vor allem bei JMW fällt auf: Nachwuchsmann James Walker, der bisher eine gute Debütsaison ablieferte, darf nicht ans Steuer, stattdessen treten Le Mans-Veteran Tim Sugden (dieses Jahr auch Zweiter in der GT-Klasse bei den 24h von Daytona) und GT1-Pilot Xavier Maassen mit Stammfahrer Rob Bell an.

Wie üblich sind die drei Top-Teams auf unterschiedlichen Reifen unterwegs – das sorgt für zusätzliche Spannung, auch wenn keiner der drei Hersteller einen signifikanten Vorteil zu haben scheint, auch wenn in Le Castellet die Dunlops phasenweise ein wenig besser gingen – auf jeden Fall ein zusätzliches Spannungselement über die extreme Distanz. JMW hatte jedoch, wie einige andere Dunlop-Teams auch, im ersten Training mit Reifenschäden zu kämpfen und erlebte einen schlechten ersten Tag im hinteren Mittelfeld.

Mit Luxury Racing ist ein weiteres nominell stark besetztes Ferrari-Team am Start (ebenfalls auf Michelins); doch bisher konnte die aus der GT Open zugewanderte Mannschaft nicht wirklich überzeugen, wobei teilweise auch einfach das Glück fehlte. Dennoch: Anthony Beltoise, Jean-Denis Deletraz und Francois Jakubowski in der #58 und vor allem Stéphane Ortelli, Frédéric Makowiecki und Jaime Melo in der#59 sollte man auf dem Schirm behalten!

Der sechste Ferrari ist ein zweites AF Corse-Auto, das allerdings eine Kooperation mit Michael Waltrips US-Team darstellt: er und sein Co-Owner Robert Kaufman denken darüber nach, 2012 auf Vollzeit-Basis in den Sportwagen-Motorsport zu expandieren. Der zweimalige Daytona 500-Sieger kam durch Kaufman angestachelt im letzten Jahr auf den Geschmack, bei den 24h von Spa erreichten die beiden immerhin Gesamtrang 5 bzw. Rang 3 in der GT2-Klasse; die langsamen ersten Trainingsrunden zeigen jedoch, das Waltrip noch einige Erfahrungen sammeln muss. Dritter man auf dem mit gelben Flammen verzierten roten Auto wird GT Open-Fahrer Rui Aguas sein.

Die härteste Konkurrenz für die genannten drei Ferrari dürfte aus dem Hause BMW kommen. Die Bayern hatten mit dem über den Winter runderneuerten Wagen einen grandiosen Saisonstart mit dem Doppelsieg in Sebring sowie dem Sieg im folgenden ALMS-Lauf in Long Beach. In Spa fuhren die beiden M3 GT dann lediglich mit, und viele vermuten, dass man absichtlich gemauert hat. Schließlich war bekannt, dass der ACO nach Spa die Balance of Performance neu bemessen würde und im letzten Jahr war den BMW eine Woche vor dem großen Rennen ein kleinerer Restriktor verpasst worden, was auf wenig Verständnis stieß und alle Chancen kostete.

Entsprechend sollte man davon ausgehen, dass die beiden von Schnitzer betreuten Wagen, die #55 mit den Ex-WTCC-Assen Augusto Farfus und Jörg Müller sowie Dirk Werner und die #56 mit Andy Priaulx (dreimaliger WTCC-Meister), Dirk Müller und Joey Hand, schneller sein werden als in Spa – auch die konkurrenzfähigen Zeiten am Testtag (Plätze 3 und 7) lassen das vermuten. Hand ist der einzige Le Mans-Rookie im Aufgebot, Dirk Müller der erfahrenste mit drei Teilnahmen, aber bisher eher wenig Erfolg. Aero-Updates über den Winter und der umschiffte BoP-Felsen könnten das bald ändern. Die Plätze 1 und 2 bzw. 1 und 3 in den Trainings bestätigen dieses Bild.

Zu den Siegkandidaten müssen allerdings auch die beiden wie immer von Pratt & Miller eingesetzten Werks-Corvettes gerechnet werden, von denen eine im vergangenen Jahr bis zum späten Vormittag auf Siegkurs lag, ehe Anthony Davidson sie auf seiner Aufholjagd von der Strecke räumte. An der ILMC nimmt das Team nicht teil, hat in diesem Jahr bisher also nur die beiden ALMS-Rennen bestritten, das allerdings einigermaßen erfolgreich: in Sebring reichte es für die Ränge 3 und 4, in Long Beach für den zweiten Platz, jeweils hinter BMW.

Da die Logistik die Teilnahme am Testtag kurz nach dem Long Beach-Lauf mit den beiden Werksautos verhinderte, flogen nur die Fahrer und einige Mechaniker nach Frankreich und arbeiteten mit der Larbre-Corvette am Setup. Als achtschnellstes GTE-Fahrzeug bei den Probefahrten fehlten gut 4 Sekunden auf den schnellsten Ferrari, obwohl der Wagen laut Teamchef Doug Fehan den Spezifikationen der aktuellen Wagen entspricht. Mit den aktuellen Werkswagen jedoch waren am Mittwochabend Top-Platzierungen drin, die viel Hoffnung machen.

Am Steuer der #73 werden die Stammfahrer Olivier Beretta und Tommy Milner sowie zusätzlich Antonio Garcia sitzen. Milner ist der Neuling im Team, ersetzt den nun in kleineren US-Serien fahrenden Johnny O’Connell. Obwohl erst 25 Jahre alt, ist Milner kein Le Mans-Neuling, trat schon 2006 und 2007 für Panoz dort an. Oliver Gavin und Jan Magnussen pilotieren die #74, hinzu kommt Ex-Porsche-Werksfahrer Richard Westbrook, der dieses Jahr sonst in der GT1-WM für Nissan fährt – ein sehr starkes Lineup.

Porsche bringt gegen diese Phalanx neuerer Autos fünf seiner bewährten, aber in die Jahre gekommenen 997 GT3 RSR an den Start. Die bisherige Performance in dieser Saison ließ vermuten, dass die Wagen rein vom Speed her keine Chance haben, doch an der Sarthe scheinen die 911er recht gut zu laufen, vielleicht auch dank einiger speziell für Le Mans bereitgestellter Updates, wie etwa einem Low Drag-Splitter; die anderen Hersteller haben allerdings auch Spezialteile mitgebracht. Zuverlässigkeit könnte dennoch, wie 2010, das entscheidende Ass im Ärmel der Stuttgarter sein.

Damals siegten Marc Lieb, Richard Lietz und Wolf Henzler im Felbermayr Proton-Porsche, und die drei Werksfahrer dürften in der #77 auch in diesem Jahr wieder als stärkstes Porsche-Trio anzusehen sein. Der zweite Wagen (#88) des schwäbischen Teams ist zwar mit Nick Tandy (2010 knapp Zweiter und aktuell Tabellenführer im Porsche Supercup), Abdulaziz Al-Faisal (aktuell GT3-EM im Schubert-BMW) und Bryce Miller (ALMS, Grand-Am, letztes Jahr Le Mans für JMW) zwar interessant, aber doch etwas schwächer besetzt.

Der zweite enorm starke Porsche ist der des US-amerikanischen Flying Lizard-Teams. Jörg Bergmeister und Patrick Long sind beide Werksfahrer und nach Jahren gemeinsamer ALMS-Titelkämpfe ein eingespieltes Duo, hinzu kommt Ex-Porsche- und Audi-Werksfahrer Lucas Luhr, der dieses Jahr seine Brötchen hauptsächlich in der GT1-WM (Nissan) und VLN verdient.

Dieser sowie der Amateur-Wagen des Teams haben für das 24h-Rennen spezielle Lackierungen vom US-Künstler Troy Lee verpasst bekommen, in den Komplementärfarben Orange (Pro) und Hellblau (Am), auf denen die Flaggen und Namen aller bisherigen Porsche-Le Mans-Gesamtsieger zu finden sind.

Für das französische IMSA Performance Matmut-Team teilt sich Werksfahrer Patrick Pilet mit Raymond Narac und Nicolas Armindo, die in dieser LMS-Saison gemeinsam die GTE-Am bestreiten und in Spa siegten, das Steuer. Narac hat einen Le Mans-GT2-Sieg aus dem Jahr 2007 vorzuweisen, Armindo ist hierzulande als aktueller Champion des Porsche Carrera-Cups gut bekannt. Ein schwerer Unfall früh im ersten Training könnte jedoch bereits das Le Mans-Wochenende für das Team beendet haben: Narac flog eingangs der Porsche-Kurven heftig ab, er selbst ist unverletzt, der Wagen jedoch stark beschädigt.

Letztes Porsche-Team im Bunde ist Prospeed Competition aus Belgien. Mit Marco Holzer sitzt hier ein Werksfahrer-Neuling hinterm Lenkrad, der aber in beiden Sessions mit schnellen Runden die Porsche-Meute anführte (P4 und P7). Seine Teamkollegen sind Jaap van Lagen (Le Mans-Rookie, aktuell Fünfter im deutschen Porsche Carrera-Cup, vorher WTCC für Lada) und der erfahrene Marc Goossens, der aber schon ein weniger über seinen Karriere-Zenit hinaus zu sein scheint – ob dieses Lineup mit den absoluten Top-Trios über die Distanz mithalten kann, ist eher anzuzweifeln.

Bleiben noch die britischen Wagen. Für Aston Martin sind die 24 Stunden 2011 ein Rückschritt in die Mittelmäßigkeit. Hatte man im Vorjahr mit JMW (GT2) und Young Driver AMR (GT1) noch zwei konkurrenzfähige Teams im Aufgebot, tritt dieses Jahr nur GT4-Aufsteiger Jota Sport mit einer Pro-Am-Besatzung in der Pro-Klasse an. Außerdem haben die Neuerungen am Wagen und Motor nicht so gut funktioniert wie erhofft.

Sam Hancock fuhr im vergangenen Jahr bereits den LMP1-Prototypen für Aston Martin, Chris Buncombe kann bereits einen LMP2-Klassensieg aus dem Jahr 2007 aufweisen; der Teambesitzer und „Entrepreneur oft the Year“ des Jahres 2010 betätigt sich seit 2007 im Motorsport und hat im GT4 Euro-Cup sowie bei den 24h von Spa Erfolge gesammelt, ist aber dennoch langsamer als die Vollprofis in dieser Klasse.

Aber auch die neue Version des V8-Motors macht mehr Probleme als die des Vorjahres, als  JMW gegen Ende der Saison siegfähig war – weder die Balance of Performance-Neueinstufung in Form eines 10mm kleineren Gurneys, noch der neue Low-Drag Heckflügel hat den extrem schwachen Topspeed verbessern können. 13 km/h fehlen auf die Top-Autos der eng beisammen liegenden Klasse; dank gutem Kurvenspeed schaffte es Sam Hancock dennoch auf die Ränge 10 und 11.

Dennoch ist es traurig, dass mit Young Driver AMR, das deutlich stärkere und mit drei Profis besetzte Aston Martin-Team, es nicht ins Rennen geschafft hat, sondern auf der Reserveliste hängen blieb. Das Paderborner Team kann die LMS-Saison wegen Überschneidungen mit der GT1-WM nicht komplett bestreiten, kämpfte aber bei seinem bisher einzigen Auftritt in Le Castellet lange mit den Ferraris um den Sieg.

Selbst die beiden Lotus Evora waren auf den Geraden schneller als die Aston Martin Vantage. Deren Renndebüt fand in Spa statt, der Rollout gar erst einige Tage vor dem Le Mans-Testtag, wo dann 10 Sekunden auf die Klassenbesten fehlten. Einige Schritte vorwärts dürften die Briten seitdem gemacht haben, zudem hat der ACO dem Wagen nach dem Debüt große Zugeständnisse in der Balance of Performance gemacht: ganze 50kg dürfen ausgeladen, und ein um 1,4mm größeren Restriktor eingebaut werden.

Eingesetzt werden die beiden Fahrzeuge vom österreichischen JetAlliance-Team, für Le Mans werden sie auch in deren Farben, hellblau und silber, lackiert sein. Von der Fahrerbesetzung her gehört jedoch nur die #65 mit Entwicklungsfahrer Johnny Mowlem sowie Ex-F1-testfahrer James Rossiter und Sportwagen-Nachwuchsmann Jonathan Hirschi in diese Klasse. Die #64 ist mit Martin Rich, Oskar Slingerland und John Hartshorne komplett mit Gentleman-Fahrern besetzt und wäre eigentlich in der Amateur-Klasse besser aufgehoben, wo Neuwagen allerdings nicht antreten dürfen.

9 Sekunden fehlten dem Profi-Auto in der ersten Quali auf die Klassenspitze, doppelt so groß war der Rückstand des mit Amateuren besetzten Wagens. Doch das Ziel kann für beide eh nur sein: so weit wie möglich kommen und möglichst viel Erfahrung mit dem Wagen sammeln. Eine falsche Einstellung der Klimaanlage (laut Radio Le Mans) sorgte in Spa für den Ausfall eines Wagens, der zweite schaffte es ohne größere Probleme über die 6h-Distanz. Das lässt hoffen, dass ein Überqueren der Ziellinie am Sonntag um 15 Uhr vielleicht nicht ganz außer Reichweite ist – zu wünschen wäre sowohl Lotus als auch JetAlliance ein erfolgreicher Wiedereinstieg allemal.

Neben der durchgängigen Eurosport-Übertragung gibt es weitere Services und Hilfsmittel, um jede Minute des Events aufzusaugen: Radio Le Mans</a>, die wie immer live berichten (englischsprachig), die <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">offizielle Seite des ACO mit News und Live-Timing oder denTracker von Thomas Baekdal</a> mit Timing, Twitter und anderen Diensten, auch für unterwegs. Den a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Spotter Guide von Alan Blackmore sollte man auch immer in Griff- oder Klickweite haben. Und wie im letzten Jahr werden wir hier im Racingblog wieder in aller Ausführlichkeit berichten, mit Liveblog für die kompletten 24 Stunden sowie voraussichtlich auch einige der Quali-Einheiten.

Außerdem bieten die drei Werksteams von Audi</a>, <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Peugeot und hier</a> nachzulesen, den zweiten (LMP1) a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier.

JPB_1124A_DSC_5795 JPB_1124A_701_4388 JPB_1124A_701_4270 JPB_1124A_701_4077 JPB_1124A_701_4045 JPB_1124A_701_4004 JPB_1124A_701_3875 24h Rennen - Le Mans 2010 24h Rennen - Le Mans 2010 24h Rennen - Le Mans 2010 24h Rennen - Le Mans 2010 24h Rennen - Le Mans 2010 24h Rennen - Le Mans 2010 ACA_1124A_D31_3849 MJA_1124A_MJA_4911 [1600x1200]

(Bilder: ACO, Audi)

flattr this!

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl